Monatsarchive: Januar 2016

German Gründlichkeit

What nerve | William Wires

GuillotineTheodore von Karman (1881-1963), der große ungarische Luftfahrtingenieur erzählte einmal folgende Geschichte, um zu erklären warum er entschloss, Ingenieurwesen in Deutschland statt Ungarn zu studieren. In der Schule lobte sein Physiklehrer die deutsche Ingenieurskunst. Eines Tages widersprach von Karman dem Lehrer vor der Klasse: er glaube nicht, dass deutsche Ingenieure besser als andere Ingenieure sein können, weil die gleichen Prinzipien der Ingenieurwesen überall gelehrt werden. Die Klasse wurde still, und der Lehrer starrte auf von Karman.

Dann sagte der Lehrer „Setz dich hin und hör mir zu. Ich will Ihnen eine Geschichte erzählen. Während der französischen Revolution wurden drei ausländische Ingenieure in Paris gefangen gehalten: ein Engländer, ein Italiener und ein Deutscher. Weil sie für die Aristokratie gearbeitet hatten, sollten sie mit dem Adel gleichermaßen hingerichtet werden.“

„Die drei Männer wurden auf die Hinrichtungsstätte, wo eine Guillotine stand, vor eine jubelnde Menge geführt. Der Engländer, als erster, hatte noch eine…

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1001 Nachtlager – Die unglaubliche Geschichte des Herrn Voltz

Die Kehrseite

In der „Flüchtlingskrise“ nimmt die politisch erwünschte Propaganda zuweilen bizarre Formen an. In dem Umfeld von Chaos, dass die Migrantenströme mit sich brachten, ist es immer schwieriger Informationen von Gerüchten und gezielten Falschmeldungen zu unterscheiden. Auch haben die Silvester-Ereignisse in Köln scheinbar zu einen Bruch in der medialen Darstellung der Zuwanderung geführt.

Vor dem Jahreswechsel wurde der Zustrom der so genannten Flüchtlinge nur positiv bewertet. Kritische Anmerkungen zur etwaigen Bewältigung dieser Masseneinwanderung, oder aber den kriminellen Begleiterscheinungen wurden, wenn sie nicht unterdrückt werden konnten, von Seiten der politisch-medialen Elite sofort als „rechtspopulistische Hetze“ gebrandmarkt und deren Absender somit diskreditiert. In dieser Zeit haben Meldungen die Runde gemacht, die so gar nichts mit der Realität zu tun haben können, mit der sich die Helferindustrie rund um die Migranten tagtäglich auseinanderzusetzen haben. Mitte Dezember etwa machte eine Meldung die Runde, die sehr unglaubwürdig erschien und in dieser Form eher in den Märchen von 1001…

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Antisemitismusexperten: Tages-Anzeiger verwendet Nazi-Rhetorik

World-Media-Watch

(bel/dbr) International renommierte Antisemitismusexperten bescheinigen dem Tages-Anzeiger Nazi-Rhetorik und antisemitische Stereotypen zu verwenden, die dazu geeignet sind, Vorurteile gegen Juden zu schüren.

Wenn im Tages-Anzeiger nicht gerade die toitsche Berufs-Nicht-Antisemitin Susanne Knaul ihren Ressentiments gegen Juden und denBild 2 jüdischen Staat freien Lauf lässt, dann kommt Peter Münch zum Zug. Peter Münch ist Nahost-Korrespondent des Süddeutschen Beobachters, pardon, der Süddeutschen Zeitung, von der der «Tages-Anzeiger» im Rahmen einer Kooperation regelmässig Artikel von Auslandkorrespondenten übernimmt.

So publizierte der Tages-Anzeiger Peter Münchs Artikel
«Kreislauf der Rache»
am Donnerstag, den 28. Januar 2016, der zuvor am 25. Januar identisch…WEITERLESEN

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Neusprech und Gutdenk

zeit.de

Meinungsfreiheit: Milchreis-Elite

ZEIT ONLINE GmbH, Hamburg, Germany

US-Studentenrevolte 2015: „Gutdenk“ statt Dissens und Meinungsfreiheit.

Eine Halloween-Parade in Manhattan
Eine Halloween-Parade in Manhattan © Reuters

Was hat George Orwell mit Halloween zu tun? Seinem 1984 verdanken wir „Gutdenk“ und „Neusprech“. Diese totalitär zusammengestauchte Sprache enthielt keine Bilder und Begriffe mehr, die „Falschdenk“ ermöglichen – Macht über Menschen durch Herrschaft über ihre Gedanken.

Pünktlich zu Halloween gab der Kulturen-Ausschuss der Yale-Universität einen Ukas zur korrekten Verkleidung heraus: Keine Indianerhauben, Sombreros oder geschwärzten Gesichter; derlei „kulturell unsensible“ Outfits könnten Minderheiten beleidigen. Woraufhin eine Professorin eine Mail schrieb. Respekt und Empfindsamkeit seien wichtig, aber solle es denn keinen „Raum mehr für junge Menschen geben, wo die sich etwas anstößig oder provozierend aufführen dürfen“?

Seitdem tobt die Entrüstung. Die Frau müsse raus aus Yale, ihr Mann mit dazu, der sie und die Ausdrucksfreiheit verteidigt hatte. Empört schrieb ein Student im Yale Herald: „Der kapiert’s einfach nicht. Ich will nicht debattieren. Ich will über meinen Schmerz reden.“ Eine landesweite Meinungsumfrage enthüllte, dass über die Hälfte der Studenten einen speech code wünschten: was man sagen (oder tragen) dürfe, was nicht.

Josef Joffe

ist Herausgeber der ZEIT. Von 2001 bis 2004 war er auch ihr Chefredakteur, gemeinsam mit Michael Naumann. Davor leitete er das außenpolitische Ressort der Süddeutschen Zeitung. Weitere Texte von ihm finden Sie hier.

Vor fünfzig Jahren riskierten US-Studenten Leib und Freiheit, um das Recht auf Dissens zu erkämpfen; die Berkeley-Revolte nannte sich „Free Speech Movement„. Zwanzig Jahre zuvor hatte der McCarthyismus das „Gutdenk“ per Staatsgewalt durchsetzen wollen; Professoren wurden verfemt und gefeuert. Heute wollen die privilegierten Zöglinge von Yale (und anderen Elite-Colleges) nicht hören und sehen, was ihnen „Schmerz“ bereitet.

Vergangenes Jahr begann eine andere antiliberale Welle durch College-Land zu rollen – die trigger warnings. Alle Bücher im Lehrplan, die beunruhigen oder „posttraumatischen Stress“ auslösen könnten, sollten ein „Achtung, schädlich“-Etikett bekommen – wie Zigaretten. Die Liste wäre unendlich. Madame Bovary – Frauenfeindlichkeit; Othello – Rassismus; Huckleberry Finn – Sklaverei und „Nigger“; die Bibel – Brudermord, Kreuzigung und Krieg. Eine Dekanin: „Wir haben hier Studenten mit echten psychischen Problemen, denen wir Respekt zollen müssen.“

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 47 vom 19.11.2015.
Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 47 vom 19.11.2015. 

Die Vagina-Monologe abgesetzt, weil sie Transgender-Frauen benachteiligten. Condoleezza Rice, die Ex-Sicherheitsberaterin, und Christine Lagarde, die IWF-Chefin, wurden als Rednerinnen ausgeladen, weil diese dem Kapitalismus diene, jene den Irakkrieg befördert habe. Die Universität als Psycho-Resort, wo nur noch Milchreis gereicht werde.

Das wäre das Ende der Universität, die vom Dauerdisput lebt. Peter Salovey, Yales Präsident, war mutiger als viele Kollegen. Den jungen Tyrannen hielt er die „Freiheit, zu reden und zu hören“, entgegen – gerade in der Konfrontation mit „unpopulären Ideen“, und zwar ohne „Angst vor Einschüchterung und Drohung“.

Ein Halloween-Krieg über „Gut- und Schlechtdenk“ kann in Deutschland nicht ausbrechen? Alles, was in Amerika, der Garküche der Moderne, zusammengerührt wird, landet irgendwann in Europa. Freundlicherweise pflegt es auf dem langen Weg über den Atlantik etwas abzukühlen.

http://www.zeit.de/2015/47/meinungsfreiheit-universitaeten-usa-gutdenk

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