Kategorie-Archiv: Unterwerfung

Allahu akbar, Unterwefung wird Wirklichkeit!

Hurra, wir kapitulieren: Jetzt auch in Meckpomm

Wenn eine gemeinsame Wirtschaftsdelegation der Bundesländer in den Iran reist, um dort  den deutsch-iranischen Wohlstand zu mehren, so bedarf dies einer besonderen kulturellen Sensibilität. Aus diesem Grunde wurden die weiblichen Mitglieder der offiziellen Delegation für eine zweisprachige Broschüre mehrheitlich verschleiert. Wer sich die Zukunft der deutsch-iranischen Beziehungen einmal bildlich vorstellen will, kann sich hier die Broschüre ansehen oder herunterladen.

Zur Ehrenrettung muss man sagen: Nicht alle machten da mit. Aber das kann ja noch kommen, die Beziehungen entwickeln sich nämlich äüßerst positiv. Zurück in Deutschland berichtete der mitgereiste Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern: „Wir waren über die Verbindlichkeit überrascht, die uns in den Gesprächen begegnete. Unsere Erwartung, erste Kontakte zu knüpfen, und den Boden für weitere Gespräche zu bereiten, wurde deutlich übertroffen“.

Ab jetzt wird Iranmässig in die Hände gespuckt: „In den nächsten Wochen sind wir gefordert, Politik wie Unternehmer, den Elan der Reise zu nutzen, und den iranischen Gesprächspartnern Planungen als weitere Grundlage oder sogar konkrete Angebote zu unterbreiten“, so Pegel. Beispielsweise  wurde ein Vertrag über die Verzollung, Verladung und Abwicklung von 35.000 Tonnen Gerste und 6.500 Tonnen Mais über den Hafen Mukran abgeschlossen. Die Lieferung soll im Juli erfolgen. Die Iraner denken derweil über einen Export von einigen tausend Tonnen weiblicher Kopfbedeckungen nach Greifswald und Rostock nach.

http://www.achgut.com/artikel/hurra_wir_kapitulieren_jetzt_auch_in_mac_pomm

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Nachdem in Iran 1979 die islamische Revolution des Ajatollah Chomeini die Macht ergriff, mussten sich alle Frauen in der Öffentlichkeit mit Kopftuch oder Schleier verhüllen. Das sei ein Gebot der Scharia, verkündeten die Mullahs. Inzwischen haben sich die strengen islamischen Sitten in Teheran zwar etwas gelockert, in einigen Städten tragen gerade die jungen Frauen das Tuch lässig, weit nach hinten geschoben; sie bedecken ihre Haare nur teils.

Dafür strahlt der Kopftuch-Zwang nun offenbar bis nach Deutschland aus, bis in deutsche Ministerien. Deren Beamtinnen haben sich jetzt züchtig verhüllen müssen, als sie in einer Broschüre auftauchten, die in Iran verteilt wird. Seit die westlichen Sanktionen vor Kurzem endeten, steht die Islamische Republik Iran für Investoren offen. Westliche Firmen hoffen auf Aufträge. Auch deutsche Unternehmen träumen von fetten Anteilen am Milliarden-Kuchen. Deutschland war einst, vor 1979, der wichtigste Handelspartner des Öllandes Irans. Wenn man daran anknüpfen könnte, wäre einiges Geld zu verdienen.

Doch wie weit soll man sich dafür verbiegen, um dem Mullah-Regime zu gefallen? Ein Regime, das bis heute politische Oppositionelle brutal verfolgt, Frauen unterdrückt und Homosexuelle an Baukränen aufhängt. Vertreter der Wirtschaftsministerien zweier Bundesländer meinten offenbar: Man kann sich ruhig verbiegen beziehungsweise die Frauen verschleiern.

Nicht nur mussten die leitenden Beamtinnen aus Schwerin und Dresden bei einer Wirtschafsdelegationsreise ein Tuch überwerfen. Sie mussten auch für die Fotos der offiziellen Broschüre des Besuchs verschleiert auftreten. Das ist wirklich ungewöhnlich. Zahlreiche westliche Politikerinnern haben bei Besuchen in arabischen Ländern schon ein Kopftuch getragen. Aber noch keine hat extra mit Schleier beim Fotografen posiert, um arabischen oder islamischen Augen in einem Werbeheft zu gefallen.

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Man sieht die Abteilungsleiterin aus der Staatskanzlei von Mecklenburg-Vorpommern und die Leiterin des Büros des Wirtschaftsministers, die Geschäftsbereichsleiterin der IHK Schwerin sowie die Abteilungsleiterin aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium – alle mit Kopftuch. Ihre Gesichter wirken ungewöhnlich steif.

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Besonders unwohl scheint sich unter einem schwarzen Kopftuch eine Referentin aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium zu fühlen. Die sachsen-anhaltinischen Beamtinnen hingegen erscheinen in der Broschüre mit offenen blonden Haaren, sie lächeln freundlich. Auch eine Ingenieurin namens Matab Shafaati von einem Greifswalder Ingenieursbüro ist ohne Schleier, als westliche, selbstbewusste Frau zu sehen.

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Es gab also keinen absoluten Zwang, für die Broschüre verschleiert aufzutreten. Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben in vorauseilendem Gehorsam gegenüber islamisch-iranischen Erwartungen ihre Spitzenbeamtinnen verhüllt.

„When in Rome, behave as the Romans“, lautet ein englischer Spruch. In Rom verhält man sich wie die Römer. Als Besucher und Gast solle man sich lokalen Gepflogenheiten anpassen. Aber wie weit geht die Anpassung in islamischen Ländern? Muss man selbst im heimischen Fotostudio den iranische Kleidercomment für Frauen übernehmen – in vorauseilendem Gehorsam. Oder sind einige der Bilder gar mit Photo-Shop bearbeitet worden? Sie wirken merkwürdig.

Die Broschüre fiel dem deutschen Juristen Arnd Diringer auf der Homepage der deutsch-iranischen AHK in Teheran auf. Der Ludwigsburger Arbeitsrechtsprofessor fand die Bilder der verschleierten deutschen Beamtinnen „sehr verwunderlich, um es vorsichtig auszudrücken“. Diringer rief bei dem Ministerium in Schwerin an, dessen Pressesprecher in der Broschüre als verantwortlich genannt wurde. Der dortige Pressesprecher tat ahnungslos. Warum sich aufregen darüber, dass deutsche Ministerien ihre Mitarbeiterinnern für die Islamische Republik verhüllt zum Fotografen schicken? Das könne er gar nicht verstehen.

Seltsam jedoch, dass die Broschüre auf der Homepage der deutsch-iranischen AHK am Dienstag nur eine Stunde später nicht mehr als Download zu finden war. Der alte Link führte auf eine Seite „im Umbau“. Prof. Diringer hatte jedoch die Broschüre gespeichert und präsentierte sie auf seiner persönlichen Homepage. Und oh Wunder: Nachdem er diesen Hinweis per Twitter verbreitete und auf den Versuch der staatlichen Stellen hinwies, die Broschüre von der Homepage zu entfernen, war sie bei der AHK wieder erreichbar. Der Vertuschungsversuch erschien ihnen ZUNÄCHST wohl zu peinlich. Dann die überraschende zweite Wendung: Am Dienstagabend wurde die Seite mit der Broschüre endgültig vom Netz genommen – ein indirektes Schuldeingeständnis, dass die Kopftuchdamen-Fotos politisch brisant werden könnten. Heute greift BILD die Sache auf.

Es gab schon eine ganze Reihe westlicher Unterwerfungsgesten gegenüber zahlungskräftigen islamischen Ländern. Legendär ist, wie vor einigen Jahren der Tourismusverband Bayern in einer Werbebroschüre für arabische Besucher die Zugspitze ohne Gipfelkreuz präsentierte – das Kreuz war nicht wegretuschiert, aber aus einer höchst seltsamen Perspektive fotografiert.  Die Absicht war klar: Das christliche Symbol sollte die Augen der islamischen Besucher nicht beleidigen.

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Das war selbst der evangelischen Regionalbischöfin von Münchner zu viel, deren Kirche sonst für den Dialog doch so manche Verrenkung macht. „Mit Feigheit gewinnt man keinen Respekt“, sagte sie.

Würde der italienische Tourismusverband in einem Prospekt über Florenz und die Uffizien das berühmte Bild „Die Geburt der Venus“ von Sandro Botticelli so umgestalten wie auf dem Cover von Alexander Kisslers Buch „Keine Toleranz den Intoleranten“?

Den Ministerien in Dresden und Schwerin möchte man zurufen: Mit Unterwerfung unter die Vorstellungen der Mullahs gewinnt man nicht – die Broschüre ist peinlich und feige. Ein Zeichen westlichen Appeasements.

Erdogan investiert systematisch in die islamische Unterwerfung Deutschlands

Erdogan hatte es martialisch angekündigt: „Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Kuppeln unsere Helme, die Minarette unsere Bajonette und Gläubigen sind unsere Soldaten.“ Der türkische Staatspräsident verfolgt seit langem eine missionarische Großstrategie zur islamischen Expansion – zunächst innerhalb der Türkei, zusehends aber auch im Ausland. Daher investiert die Türkei systematisch auch in die Missionierung Deutschlands. Über die staatliche Religionsbehörde Diyanet und ihren Deutschland-Ableger Ditib soll die Islamisierung generalstabsmäßig organisiert werden.

Neben dem flächendeckenden Bau von Moscheen und Gebetsräumen schickt Ankara – über Staatsmittel finanziert – inzwischen auch offiziell rund 1000 Imame in deutsche Moscheen. Sie fungieren in vielen deutschen Gemeinden als Prediger und Seelsorger, aber eben auch als politische Agitatoren Erdogans. Sie bleiben in der Regel nur wenige Jahre in Deutschland, sprechen schlecht deutsch und verbreiten eine orthodox-sunnitische, osmanisch-repressive Religionsauffassung und schüren zuweilen Antisemitismus. Von Verfassungsschutzämtern häufen sich Berichte über politische Agitationen in Ditib-Moscheen und die Bildung von Sympathisantenszenen radikaler Islamisten.

Bunte Kinder-Zeichnungen verherrlichen den Märtyrertod

Nun sorgt ein Kinder-Comic von Diyanet für Aufregung. Die von den obersten Religionshütern veröffentlichen, bunten Zeichnungen verherrlichen den Märtyrertod, wie die türkische Zeitung „Cumhuriyet“ berichtet. In der Bildergeschichte mit der Botschaft „Möge Gott unsere Märtyrer segnen, mögen ihre Gräber mit heiligem Licht erfüllt werden“, die sich an Kinder richtet, schildert ein Vater seinem Sohn, wie ehrenvoll es sei, für seine Überzeugungen zu sterben. Der Vater sagt: „Wie schön, ein Märtyrer zu sein!“ Daraufhin fragt ihn sein Sohn: „Willst Du ein Märtyrer sein?“ und erhält als Antwort: „Natürlich will ich ein Märtyrer sein. Wer will nicht in den Himmel?“ An anderer Stelle heißt es: „Märtyrer sind im Himmel so glücklich, dass sie zehnmal Märtyrer sein wollen.“ Oder: „Ich wünschte, ich könnte auch ein Märtyrer sein.“ An andere Stelle sagt ein Mädchen: „Ich wünschte, ich könnte Märtyrer sein.“ Darauf antwortet die Mutter: Wenn Du es Dir genug ersehnst, dann wird Allah Dir die Gelegenheit geben.“

Den Diyanet-Comic kommentiert „Cumhuriyet“ so: „Religiösität ist in den letzten Jahren buchstäblich zu einem politischen Werkzeug geworden. Sie verstecken es noch nicht einmal“, zitiert die Zeitung den Psychologen und Erdogan-Kritiker Serdar Degirmencioglu. Das Religionsministerium werde mit immer mehr Geld ausgestattet. „Sie wollen mit den Zeichnungen Kindern die Botschaft des Märtyrertums vermitteln“, warnt Degirmencioglu. „Die Kinder werden erwachsen und sie werden in den Tod rennen, wenn diejenigen, die an der Macht sind, es ihnen sagen.“

Cem Özdemir: Ankara mache Ditib zu einer  Vorfeldorganisation der AKP

Die Warnungen der Sicherheitsbehörden haben nun auch die deutsche Politik alarmiert. Aus mehreren Parteien wird die Forderung laut, die Finanzierung von Moscheen aus dem Ausland zu stoppen. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte der „Welt am Sonntag“, in Ditib-Moscheen gebe es zwar viele engagierte Gemeindemitglieder, die „tolle Arbeit“ leisteten. Der Dachverband selbst aber sei der verlängerte Arm des türkischen Staates. Ankara mache Ditib immer mehr zu einer politischen Vorfeldorganisation der regierenden AKP. Er forderte: „Die Türkei muss die Muslime endlich freigeben.“

CDU-Fraktionschef Volker Kauder kritisiert in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“, dass in einigen Moscheen Predigten gehalten würden, die mit dem deutschen Staatsverständnis nicht vereinbar seien. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bezeichnete die Entsendung der Imame als „nicht akzeptabel“. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte, die Finanzierung von Moscheen oder islamischen Kindergärten aus dem Ausland, etwa aus der Türkei oder aus Saudi-Arabien müsse beendet werden.“ Die Nähe von Ditib zu Erdogan sei bedenklich, denn die Erdogan-Türkei entferne sich immer weiter von den Grundwerten des aufgeklärten Europas, sagte Scheuer. Die Bürgermeisterin von Berlin-Neukölln, Franziska Giffey (SPD) warnt ebenfalls davor, „wenn Moscheevereine fremdgesteuert sind und dort Imame predigen, die nicht nach dem deutschen Werteverständnis ausgebildet und nicht hier aufgewachsen sind“. Österreich geht mittlerweile gegen derartige Unterwanderungen mit dem neuen Islamgesetz vor. Aus dem Ausland finanzierte Imame müssen das Land verlassen.

Diyanet dürfte sich davon kaum beeindrucken lassen. Die Behörde ist dem türkischen Ministerpräsidenten in Ankara direkt unterstellt, verfügt über einen sprunghaft gestiegenen Milliardenetat, lässt fleißig Moscheen bauen und beschäftigt mehr als 100.000 Mitarbeiter des Glaubens, die man geschickt hin und her versetzt. Für Erdogan sind Diyanet und Ditib erklärte Waffen in seinem Kampf für die Islamisierung.

Dieser Artikel erschien zuerst auf The European hier und handelsblatt.com

Der entmannte deutsche Mann / Die Macht der Möpse

Männer: Abwesenheit von Mut | Die Weltwoche, Ausgabe 8/2016 | Freitag, 26. Februar 2016

Topor-Schneewittchen-1977

Rolan Topor “ Schneewittchen“ 1977

Abwesenheit von Mut

Der politisch korrekte Feminismus 
hat den westlichen Mann entmannt. Umso hilfloser steht er 
der ­muslimischen Massenimmigration gegenüber.

Von Peter Keller

Als die erste Schockwelle vorüber war, blieb ­eine Frage im Raum hängen: Wo war eigentlich der deutsche Mann, als in dieser Silvesternacht Hunderte von Frauen sexuell bedrängt wurden, als ein gewalttätiger Mob vornehmlich junger Araber sich am weiblichen Partyvolk verging? Die Frage war so beschämend, dass die Debatte darüber noch zäher in die ­Öffentlichkeit fand als die politisch unerwünschte Herkunft der Täter (Migranten und Flüchtlinge). Zwar schrieb die Übermutter des deutschen Feminismus, Alice Schwarzer, schon bald über den «blauäugigen Import von Männergewalt, Sexismus und Antisemitismus» aus islamisch geprägten Ländern, aber auch sie kam nicht weg vom üblichen Muster, hier männlicher Täter, dort weibliches Opfer. Der abwesende deutsche Mann blieb vorerst ein Phantom in der Debatte.

Es dauerte einen Monat, bis Eckhard Fuhr in der Welt zerknirscht bekannte: «Der moderne Mann hat in Köln versagt.» Welchen Ärger der testosterongesteuerte Mann bereiten könne, sei seit der Silvesternacht allen klargeworden. Nur stehe Köln eben auch für die Gefahr, die vom «postkonventionellen» Mann ausgehe, also von der Abwesenheit von Mut, Heldentum, Stolz, die es erst möglich machte, dass keinem der Kölner Aggressoren auch nur ein Haar gekrümmt wurde.

Die deutsche Publizistin Cora Stephan fand für die neue westliche Memme eine andere ­soziologische Kategorie: «Der postheroische Mann» (NZZ, 1. 2. 2016). Die jungen muslimischen Täter hätten ein klares Geschlechterbild: «Frauen gelten wenig – oder gar nichts, wenn sie ungläubige ‹Schlampen› sind.» Entsprechend klar sei auch das Selbstbild: Ein Mann habe dafür zu sorgen, dass Mutter, Schwester, Verlobte oder Ehefrau «rein» blieben. «Wer diese Frauen entehrt, hat sich also an der Ehre des Mannes vergriffen, der ‹seine› Frauen nicht hat schützen können.» Aus ­dieser Perspektive seien am Silvester vor allem zahllose Männer entehrt worden, nicht zuletzt die deutsche Polizei. Die Frechheit der Täter liegt in der Verachtung des schwäch­lichen Westens begründet.

«Weder Mann noch Frau»

Alice Schwarzer ist eine der wenigen Feministinnen, die von Anfang an die Gefahr der Islamisierung beim Namen genannt hat. Sie war dabei – man kann es ihr nicht verargen – vor allem von ihren feministischen Überzeugungen geleitet. Nur gehört es zu den ironischen Nebenwirkungen der Frauenbewegung, dass ausgerechnet die Einebnung der Geschlechterunterschiede die Verletzlichkeit unserer ­Gesellschaft befeuert hat. Am Ende des ­Feminismus steht der metrosexuelle Augenbrauenzupfer, der entmännlichte Mann. Wie zum Beweis widmete Alice Schwarzers Zeitschrift Emma ihre erste Ausgabe 2016 dem Gender-Model Tamy, «weder Mann noch Frau», wie es in der Unterzeile heisst. Das ­Cover ziert ein bleiches, androgynes Gesicht. Der politisch korrekte Feminismus hat ein Männchen geboren, das weder in Köln noch anderswo Frauen vor dem Mob zu beschützen vermag.

So klar das Frauen- und Männerbild muslimischer Migranten ist, so unklar ist das westliche Geschlechterverständnis geworden. Cora Stephan fragt sich, wie überlebensfähig unser mittlerweile gewohnter moderner Lebensstil noch sei angesichts einer massenhaften Einwanderung von Menschen mit gegensätz­lichem kulturellem Hintergrund. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Gelingt dem feministisch-korrekten Europa die Entmannung des muslimischen Mannes, bevor dieser über die westliche Memme triumphiert? Oder wird noch rechtzeitig der ritterliche Mann des Abendlandes wiederauferstehen?

Kommentare

  • Alex Kantcheli
  • 26.02.2016 | 15.59 Uhr

Realistisch gesehen ist der typische MannMuslim dem Euro physisch und intellektuell unterlegen. Ein Viertel weist deutliche Anzeichen von Inzucht auf (‚wir geben dir ein unberührtes Mädchen aus unserer Sippe – den anderen kann man nicht trauen, und es stärkt unsere Bande‘). Wegen fehlender Aktivität draussen wird Muslim schnell dicklich und ältlich – mit 50 ist er Pascha und braucht IV. Da mütterlich-fötal induzierte hormonelle Agressivität mit Zahl von Kindern zunimmt, ist er aber jung aufdringlicher. Nenne mir einen berühmten Sportler Abenteurer Weltumsegler Saharadurchquerer im Namen Allahs.

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2016-8/artikel/abwesenheit-von-mut-die-weltwoche-ausgabe-82016.html

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spiegel.de

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Die Macht der Möpse – DER SPIEGEL 34/1974

SPIEGEL ONLINE, Hamburg, Germany

Marie-Luise Scherer über das neue Buch von Esther Vilar

Als menschgewordenes Weichteil mußte die Frau. um in der Wirbel- und Muskelwelt mitzumischen. sich erst mal Konturen durch Mieder verpassen lassen. Schnauzen- und nasenlos ortet sie über ihre gummierten BH-Körbchen die Richtung. aus welcher die Männer einfallen, um sich ihr, dein Mopsgeschöpf. zu unterwerfen.

Im „dressierten Mann“ stellte vor drei Jahren Esther Vilar die Macht der Möpse über Intelligenz und Schönheit fest: In den athletischen Armen phantasievoller Kopfarbeiter forderte eine korsettierte Amöbe ihr Recht auf Schonung.

„Der dressierte Mann“, als Bombe gegen die Feministen getarnt, platzte damals vorschriftsmäßig auf dem Boulevard. Die Anekdoten aus dem Bekanntenkreis der Esther Vilar, wo Frauen sich die Nägel lackieren können, weil Männer sich die Nägel schmutzig machen, wo Frauen aus der Ferne ihres Mittagsschläfchens von den Schweißausbrüchen ihrer Männer am Hochofen profitieren, wurden in einer Gesamtauflage von zwei Millionen in 21 Ländern gelesen.

Während im „Dressierten Mann“ die Frau trotz ihrer Verkrüppelungen immerhin auf dem Bock saß und die Zügel hielt, sitzt sie jetzt, im neuen Buch der Esther Vilar, nur noch im Krankenstuhl*. Und Schwester Esther schiebt den Stuhl, reißt ihn amoklaufend in jede ihr passende Kurve. Bis die 200 Seiten voll sind.

Pünktlich hinein in die Stille einer äußerlichen Kampfpause, in der die Emanzipationsappelle der Kate Millett und Germaine Greer zumindest durch den populären Verzicht auf Büstenhalter befolgt scheinen, in einer Zeit, da Begriffe wie Unterdrückung und Umweltschutz rundgelutschte Wörter sind, rührt Schwester Esther den Patriarchen eine neue Nährlösung an. Geschickt wie damals, nicht hervorragend dumm, eher flüssig und schnell auf der falschen Schiene, setzt sie mit 50 000 Startauflage auf „das gefährlichste Dreieck der Welt“ („Bild“), auf Mann und Frau und Nebenfrau.

Wo die Beschäftigung mit einer komplizierten Materie sonst auch als Schwierigkeit in den Stil eingeht, hat Esther Vilar keine Not. Sie findet nichts schwierig. Sie läßt weg,

* Esther Vilar: „Das polygame Geschlecht — Das Recht des Mannes auf zwei Frauen“. Caan verlag. München; 200 Seiten; 24 Mark

was ihre Vorurteile unrein machen könnte.

Sie nimmt die Frau an sich beim Wickel. Und die stellt sieh für Esther dar als ein gecremtes und massiertes Riesenspielzeug, das hinter den schräggestellten Lamellen del Sonnenjalousie festigende Übungen für die Oberschenkel macht.

Leider zögern diese Übungen das Unglück der alternden Puppe kaum hinaus. Die überdehnte, kosmetisch gestützte Jugend hört mit 30 unerbittlich auf. Das „schutzbedürftige“, durch die Ehe „adoptierte Kind“ des Mannes bekommt das Aussehen eines erwachsenen Menschen. Dann, behauptet Esther, ist Sense mit dem „Brutpflegetrieb“ des Vater-Gatten.

Der naturgesteuerte Brüter bemüht sich um Nachfolge für sein geplatztes Ei, für sein Täubchen, das ihn eines schönen Morgens als Geierhenne auf dem Kopfkissen erschreckt: „Die Zeit seiner Suche nach geeignetem Nachwuchs. entspricht der Schwangerschaft bei der Frau.“

Den von der grassierenden Soziologen-Sprache erschöpften Leser machen solche suggestiven Sätze, auch wenn sie falsch sind, erst mal glücklich. Die zweifelsfreie Esther Vilar sucht keinen Schutz bei der Wissenschaft. Diese schlaue Person baut auf die philosophische Klarheit der Bauernregeln, auf Aphorismen à la Sacha Guitry und Colette.

Mit großen Buchstaben und kurzen Kapiteln füllt „Das Recht des Mannes auf zwei Frauen“ gerade die Zeitspanne, die zwischen einer Valium und ihrer Wirkung liegt.

DER SPIEGEL 34/1974

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41651547.html

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Siehe auch:

Topor-drssierte Man

Esther Vilar

Der dressierte Mann

Vilar hat den Emanzipations-Spieß umgedreht: Herr im Haus ist die Frau. Sie dressiert den Mann mit heimtückischen Tricks zum unterwürfigen Sklaven und schickt ihn dann zum Geldverdienen hinaus ins feindliche Leben. »Als Gegenleistung« stellt sie ihm »ihre Vagina in bestimmten Intervallen zur Verfü­gung«. So schwungvoll bissig, doch nicht ganz ohne Charme, löst Esther Vilar das Uralt-Rätsel um den Mythos Frau und entlarvt ihre Geschlechtsgenossinnen als hartgesottene Ausbeuterinnen, die allein aus ihrer Anatomie gehörig Kapital schlagen (Der Spiegel, Hamburg). Ein brillant geschriebenes, lustiges, provozierendes Buch (Neue Ruhr Zeitung, Essen). Esther Vilar reizt in vielen ihrer ketzerischen Gedanken zum Widerspruch. Aber ehrlich – ja, ehrlich kann man ihr nicht widersprechen (Abendzeitung, München). Man nennt sie den »Karl Marx der Männer« (Kölner Stadtanzeiger). Den Männern zugeflüstert: was die Vilar vom Verhältnis der Frauen untereinander schreibt, ist unbedingt lesenswert (Der Tagesspiegel, Ber­lin). Die erste Männerrechtlerin der literarischen Szene (Titel, Thesen, Temperamente – Deutsches Fernse­hen). Mit Wagnermusik hat die Vilar gemeinsam: der Zuhörer kann sich ihr gegenüber nur mit Not neutral verhalten. Entweder ist er für oder gegen sie. Angesteckt vom Zorn der Autorin, kann der Leser bei der Lektüre lediglich zum Vilaristen oder zum erklärten Feind werden (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, Hamburg). Wenn es noch Leute gäbe, die zum Vergnügen lesen, müßte dieses Buch ein Bestseller sein (Sebastian Haffner).

Esther Vilar wurde 1935 in Buenos Aires geboren; ihre Eltern waren in Deutschland emigriert. Sie vaga­bundierte durch halb Amerika, Afrika und Europa – als Sekretärin, Fabrikarbeiterin, Verkäuferin, Dolmet­scherin und Vertreterin. Nach Abschluss eines Medizinstudiums kam sie mit einem Stipendium nach Deutschland studierte Soziologie und arbeitete als Assistenzärztin in einem Krankenhaus.

Bisher veröffentlichte sie im Münchner Caann Verlag:

DER SOMMER NACH DEM TOT VON PICASSO (ein Spiel) MANN UND PUPPE (Comic-Roman)

ÜBER DIE MACHT DER DUMMHEIT (Essay)

Schützumschlag

Jan Buchholz und Reni Hinscb Esther Vilar

Der dressierte Mann

Bertelsmann Sachbuchverlag

© by Caann Verlag GmbH, München

Alle deutschsprachigen Rechte bei der Verlagsgruppe Berteismann GmbH/ Berteismann Sachbuchverlag, Gütersloh – Wien 1971

Gesamtherstellung: Mohndruck Reinhard Mohn OHG, Gütersloh

Printed in Germany

ISBN 3 570 08949 5
Inhalt

Vom Glück der Sklaven……………………………………………………………………………………………………………………………………………… 3

Was ist der Mann?………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 3

Was ist die Frau?…………………………………………………………………………………………………………………… 6

Der weibliche Horizont………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 8

Das schönere Geschlecht……………………………………………………………………………………………………. 11

Das Universum ist männlich……………………………………………………………………………………………….. 13

Ihre Dummheit macht die Frau göttlich………………………………………………………………………………… 15

Dressurakte………………………………………………………………………………………………………………………… 17

Dressur durch Selbsterniedrigung………………………………………………………………………………………….. 19

Ein Wörterbuch………………………………………………………………………………………………………………….. 21

Frauen sind gefühlsarm……………………………………………………………………………………………………………………………………………… 22

Sex als Belohnung………………………………………………………………………………………………………………. 24

Die weibliche Libido………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 27

Dressur durch Bluff…………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 29

Kommersialisierte Gebete……………………………………………………………………………………………………………………………………….. 31

Selbstdressur……………………………………………………………………………………………………………………… 33

Kinder als Geiseln………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 35

Die weiblichen Laster……………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 39

Die Weiblichkeitsmaske……………………………………………………………………………………………………………………………………………. 42

Berufswelt als Jagdrevier…………………………………………………………………………………………………………………………………………. 45

Die »emanzipierte« Frau………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 47

Was ist Liebe?…………………………………………………………………………………………………………………….. 49

Dieses Buch ist denen gewidmet, die darin nicht erwähnt werden: den wenigen Männern, die sich nicht dressieren lassen, den wenigen Frauen, die nicht käuflich sind – und den Glücklichen, die keinen Markt-

wert haben, weil sie zu alt, zu häßlich oder zu krank sind. E.V.
Vom Glück der Sklaven

Der zitronengelbe MG schleudert. Die junge Frau am Steuer bringt ihn etwas waghalsig zum Stehen, steigt aus und entdeckt, daß der linke Vorderreifen platt ist. Ohne Zeit zu verlieren, trifft sie Vorkehrungen für die Reparatur: Sie blickt den vorbeifahrenden Autos entgegen, als erwarte sie jemand. Auf dieses internati­onal genormte Signal weiblicher Hilflosigkeit (»schwache Frau von männlicher Technik sitzengelassen«) stoppt bald ein Kombiwagen. Der Fahrer erfaßt sofort, was zu tun ist, sagt tröstend: »Das werden wir gleich haben« und bittet die Frau zum Zeichen seiner Entschlossenheit um ihren Wagenheber. Er fragt sie nicht, ob sie das Rad selbst wechseln kann, denn er weiß – sie ist etwa dreißig, modisch angezogen und geschminkt -, daß sie es nicht kann. Als sie keinen Wagenheber findet, holt er seinen eigenen, sein übriges Werkzeug bringt er gleich mit. In fünf Minuten hat er die Sache erledigt und das schadhafte Rad an dem hierfür vorgesehenen Platz verstaut. Seine Hände sind ölverschmiert. Als ihm die Frau ihr besticktes Ta­schentuch anbietet, weist er es höflich zurück. Er hat für solche Fälle immer einen alten Lappen in seinem Werkzeugkasten. Die Frau bedankt sich überschwenglich und entschuldigt sich für ihre »typisch weibli­che« Ungeschicklichkeit. Wenn er nicht gekommen wäre, sagt sie, hätte sie womöglich bis zum Abend hier gestanden. Er entgegnet darauf nichts, aber als sie einsteigt, schließt er galant die Wagentür und gibt ihr über die heruntergekurbelte Fensterscheibe hinweg noch den Rat, den schadhaften Reifen bald ersetzen zu lassen. Sie sagt, sie werde ihren Tankwart noch am gleichen Tag entsprechend anweisen. Dann fährt sie davon.

Während der Mann sein Werkzeug aufräumt und allein zu seinem Wagen zurückgeht, bedauert er, daß er sich jetzt nicht die Hände waschen kann. Auch seine Schuhe, mit denen er während des Radwechsels in feuchtem Lehm gestanden ist, sind nicht mehr so sauber, wie sie es für seine Arbeit – er ist Vertreter – sein sollten. Wenn er seinen nächsten Kunden noch erreichen will, muß er sich beeilen. Er startet den Motor. »Diese Frauen«, denkt er, »- eine blöder als die andere«, und er fragt sich im Ernst, was sie nur angestellt hätte, wenn er nicht gleich zur Stelle gewesen wäre. Er fährt, ganz gegen seine Gewohnheit, unvorsichtig schnell, um die Verspätung wieder aufzuholen. Nach einer Weile fängt er an, leise vor sich hinzusummen. Auf eine gewisse Art ist er glücklich.

Die meisten Männer hätten sich in der gleichen Situation gleich verhalten, die meisten Frauen ebenso: Die Frau läßt den Mann – nur aufgrund der Tatsache, daß er ein Mann ist und sie etwas ganz anderes, nämlich eine Frau – bedenkenlos für sich arbeiten, wann immer es eine Gelegenheit gibt. Mehr als auf die Hilfe eines Mannes zu warten, hätte diese Frau nicht unternehmen können, hat sie doch nichts weiter gelernt, als daß man bei einer Autopanne einen Mann mit der Reparatur beauftragt. Der Mann hingegen, der für einen ihm völlig fremden Menschen eine Dienstleistung rasch, fachkundig und kostenlos erledigt, seine Kleider ruiniert, den Abschluß eines Geschäfts in Frage stellt und sich am Ende noch durch überhöhte Geschwin­digkeit in Gefahr bringt, hätte außer dem Radwechsel noch ein Dutzend anderer Defekte an dem Auto be­heben können und hätte es auch getan, denn dafür hat er es ja gelernt. Und warum soll sich eine Frau mit Reparaturen befassen, wenn die Hälfte der Menschen – die Männer – das so gut kann und auch bereit ist, ihr Können der anderen Hälfte zur Verfügung zu stellen?

Die Frauen lassen die Männer für sich arbeiten, für sich denken, für sich Verantwortung tragen. Die Frauen beuten die Männer aus. Aber die Männer sind stark, intelligent, phantasievoll, die Frauen schwach, dumm und phantasielos. Warum werden trotzdem die Männer von den Frauen ausgebeutet und nicht umgekehrt? Sind Kraft, Intelligenz und Phantasie am Ende gar nicht Voraussetzungen für Macht, sondern für Unter­werfung? Wird die Welt nicht von Könnern regiert, sondern von denen, die zu nichts anderem taugen: von Frauen? Und wenn es so ist – wie bringen es die Frauen dann fertig, daß ihre Opfer sich nicht betrogen und gedemütigt vorkommen, sondern als das, was sie am wenigsten sind – als die Herren? Wie geben sie ihnen dieses Gefühl des Glücks, wenn sie für sie arbeiten, dieses Bewußtsein des Stolzes und der Überlegenheit, das sie zu immer noch größeren Leistungen anspornt?

Warum werden die Frauen nicht entlarvt? Was ist der Mann?

Was ist der Mann? Der Mann ist ein Mensch, der arbeitet. Mit dieser Arbeit ernährt er sich selbst, seine Frau und die Kinder seiner Frau. Eine Frau dagegen ist ein Mensch, der nicht (oder nur vorübergehend) arbeitet. Die meiste Zeit ihres Lebens ernährt sie weder sich selbst noch ihre Kinder, geschweige denn ihren Mann.

Alle Eigenschaften eines Mannes, die der Frau nützen, nennt sie männlich, und alle, die ihr nicht nützen und auch sonst niemandem, nennt sie weibisch. Der äußeren Erscheinung eines Mannes wird deshalb nur dann Erfolg bei den Frauen beschieden sein, wenn sie männlich ist, das heißt, wenn sie ganz auf den einzi­gen Daseinszweck des Mannes, die Arbeit, abgestimmt und dermaßen gestaltet ist, daß er jeder Aufgabe, die man ihm stellen könnte, jederzeit nachkommen kann.

Außer nachts, wenn die meisten Männer buntgestreifte Pyjamas mit nur zwei bis vier Taschen tragen, be­kleiden sich die Männer mit einer Art Uniform in Grau oder Braun aus schmutzabweisendem, dauerhaftem Material. Diese Uniformen oder »Anzüge«, wie man sie nennt, haben mindestens zehn Taschen, in denen der Mann die notwendigsten Hilfsmittel, die er zu seiner Arbeit braucht, immer griffbereit bei sich trägt (die Kleidung der Frau hingegen hat, da eine Frau ja nicht arbeitet, weder am Tag irgendwelche Taschen noch bei Nacht).

Bei geselligen Anlässen ist es dem Mann erlaubt, Kleidung in der empfindlicheren Farbe Schwarz zu tra­gen, denn dort ist die Gefahr der Verschmutzung nicht groß, und außerdem kommt neben Schwarz die far­benprächtige Garderobe der Frau um so besser zur Geltung. Männer in grüner oder gar roter Gesellschafts­kleidung, die man gelegentlich trifft, sind trotzdem gern gesehen: lassen sie doch die anwesenden wirkli­chen Männer um so männlicher erscheinen.

Auch in seiner übrigen Erscheinung hat sich der Mann seiner Situation angepaßt. Seine Haare trägt er so, daß ein viertelstündiger Haarschnitt alle zwei bis drei Wochen zu ihrer Pflege ausreicht. Locken, Wellen oder Tönungen sind unerwünscht, sie würden ihn bei der Arbeit, die er vielfach im Freien verrichten muß oder die ihn zumindest oft ins Freie führt, nur behindern. Und selbst wenn er sie trüge und sie ihm gut stünden, würden sie seinen Erfolg bei den Frauen ganz gewiß nicht vergrößern, denn Frauen beurteilen Männer – ganz anders als Männer Frauen – niemals nach ästhetischen Gesichtspunkten. Männer, die vorü­bergehend individualistischen Haarschnitt tragen, merken das meist nach einiger Zeit von selbst und keh­ren zu einer der zwei bis drei Varianten der männlichen Kurz- oder Langhaar-Standardfrisuren zurück. Das gleiche gilt für Bartträger. Nur Übersensible – meist sind es mehr oder weniger intellektuelle Männer, die durch einen ungezügelten Bartwuchs den Eindruck geistiger Robustheit vortäuschen wollen – tragen über längere Zeit einen Vollbart. Da dies ein nicht unwichtiger Hinweis auf ihre Konstitution und somit auf die besondere Art ihrer Verwertbarkeit ist, wird es von Frauen als brauchbares Erkennungsmerkmal toleriert (es zeigt, auf welcher Ebene sich diese Männer am leichtesten ausbeuten lassen, nämlich bei der neuroti­schen Arbeit der Intellektuellen).

Im allgemeinen jedoch benutzt der Mann morgens drei Minuten lang einen Elektrorasierer, um seinen Bartwuchs im Zaum zu halten, und zur Pflege seiner Haut genügen ihm Wasser und Seife, denn von sei­nem Gesicht wird ja nichts weiter verlangt, als daß er es sauber und ungeschminkt, also für jedermann kon­trollierbar, zur Schau stellt. Zu erwähnen wären noch die Fingernägel des Mannes: Sie sollen für die Arbeit so kurz wie möglich sein.

Ein männlicher Mann trägt – außer seinem Ehering, der anzeigt, daß er bereits von einer besonderen Frau auf eine besondere Art verwertet wird – keinen Schmuck. Die große, plumpe Uhr an seinem Handgelenk -wasserdicht, stoßfest und mit Datumsanzeige -ist wahrhaft kein Luxusgegenstand. Häufig wird sie ihm von der Frau geschenkt, für die er arbeitet.

Wäsche, Oberhemden und Socken des männlichen Mannes sind so genormt, daß sie sich von einem Mann zum anderen höchstens in der Größe unterscheiden. Man kann sie in jedem Laden ohne Zeitverlust erwer­ben. Lediglich bei der Auswahl der Krawatten hätte der Mann eine gewisse Freiheit, aber da er an Freiheit in gar keiner Form gewöhnt ist, überläßt er diese Wahl – wie übrigens die aller anderen Kleidungsstücke auch – der Frau.

Sosehr sich die Männer im Äußeren ähneln – ein Beobachter von einem fremden Stern müßte annehmen, sie legten es darauf an, sich wie ein Ei dem anderen zu gleichen -, ist die Art und Weise, wie sie ihre Männlichkeit, das heißt ihre Verwertbarkeit für die Zwecke der Frauen, unter Beweis stellen, doch sehr verschieden. Sie muß verschieden sein: da die Frauen kaum arbeiten, braucht man die Männer für alles.

Es gibt Männer, die morgens um acht Uhr eine große Limousine vorsichtig aus einer Garage herausmanöv­rieren. Andere fahren eine Stunde früher mit einem Mittelklassewagen zu ihrem Arbeitsplatz, wiederum andere gehen, wenn es draußen noch stockfinster ist, mit einer alten Aktentasche unterm Arm, in der ein Overall und ein paar Frühstücksbrote liegen, zum Bus, zum Zug, in die Untergrundbahn und fahren zu der Baustelle oder Fabrik, bei der sie beschäftigt sind. Ein unbarmherziges Schicksal will es, daß die letzte Gruppe, die Ärmsten unter den Männern, auch noch von den am wenigsten attraktiven Frauen ausgebeutet wird. Denn da es Frauen bei Männern immer nur aufs Geld ankommt und Männern bei Frauen immer nur aufs Aussehen, werden ihnen die begehrenswerten Frauen aus ihrem Milieu immer von den besser verdie­nenden Männern weggenommen.

Es ist ganz gleichgültig, wie ein bestimmter Mann seinen Tag verbringt, eines hat er mit allen anderen ge­meinsam: Er verbringt ihn auf eine demütigende Weise. Und er tut es nicht für sich selbst, zur Erhaltung seines eigenen Lebens – dafür würde eine viel kleinere Anstrengung genügen (Männer legen ohnehin kei­nen Wert auf Luxus) -, er tut es für andere, und er ist maßlos stolz darauf, daß er es für andere tut. Die Fo­tos seiner Frau und seiner Kinder stehen auf seinem Schreibtisch, er zeigt sie bei jeder Gelegenheit herum.

Was immer der Mann tut, wenn er arbeitet – ob er Zahlen tabelliert, Kranke heilt, einen Bus lenkt oder eine Firma leitet -, in jedem Augenblick ist er Teil eines gigantischen, unbarmherzigen Systems, das einzig und allein auf seine maximale Ausbeutung angelegt ist, und er bleibt diesem System bis an sein Lebensende ausgeliefert.

Es mag interessant sein, Zahlen zu tabellieren und Summen mit anderen Summen zu vergleichen – aber wie lang? Ein ganzes Leben lang? Sicher nicht. Vielleicht ist es ein phantastisches Gefühl, einen Bus durch eine Stadt zu dirigieren, aber wenn es Tag für Tag der gleiche Bus auf der gleichen Strecke in der gleichen Stadt ist, jahrein, jahraus? Und bestimmt ist es erregend, Macht über die vielen Menschen einer großen Firma zu haben. Aber wie, wenn man herausfindet, daß man eigentlich eher ihr Gefangener ist als ihr Be­herrscher?

Die Spiele, die wir als Kinder spielten – spielen wir die auch heute noch? Natürlich nicht. Und auch als Kinder haben wir nicht immer das gleiche Spiel gespielt, wir spielten es genau so lang, wie es uns gefiel. Der Mann aber ist wie ein Kind, das ewig das gleiche Spiel spielen muß. Der Grund ist offensichtlich: So­bald er für eines seiner Spiele mehr gelobt wird als für andere, spezialisiert er sich später darauf und bleibt, weil er dafür »begabt« ist und damit am meisten Geld verdienen kann, ein Leben lang dazu verdammt. Wenn er in der Schule gut in Rechnen war, wird er sein Leben mit Rechnen verbringen – als Buchhalter, Mathematiker, Programmierer -, denn dort liegt sein Leistungsmaximum. Er wird rechnen, Zahlen tabellie­ren, Maschinen bedienen, die Zahlen tabellieren, aber er wird niemals sagen können: »Jetzt habe ich ge­nug, mir reicht’s, ich suche mir etwas anderes.« Die Frau, die ihn ausbeutet, wird nicht erlauben, daß er sich wirklich etwas anderes sucht. Er wird vielleicht, angespornt durch diese Frau, in der Hierarchie der Zahlentabellierer in mörderischen Kämpfen aufsteigen, es zum Prokuristen oder zum Bankdirektor brin­gen. Aber ist der Preis, den er für sein Gehalt zahlt, nicht ein bißchen zu hoch?

Ein Mann, der seine Lebensweise ändert – also seinen Beruf, denn leben ist für ihn das gleiche wie arbeiten – gilt als unzuverlässig. Wechselt er mehrmals, wird er von der Gesellschaft ausgestoßen und bleibt allein. Denn die Gesellschaft, das sind die Frauen.

Die Furcht vor einer solchen Konsequenz muß beträchtlich sein: Würde sonst ein Arzt (der als Junge gern mit Kaulquappen und Einmachgläsern hantierte) sein ganzes Leben damit verbringen, nun ekelerregende Geschwüre aufzuschneiden, menschliche Ausscheidungen aller Art zu begutachten und sich Tag und Nacht mit Menschen abzugeben, die so aussehen, daß jeder andere vor ihnen die Flucht ergreift? Würde ein Pianist, der nichts weiter als ein Kind war, das gern musizierte, sonst zum tausendsten Mal jenes Noc­turne von Chopin vorspielen? Würde ein Politiker, der seinerzeit im Schulhof zufällig die Handvoll Tricks herausfand, wie man Menschen führt, und gut damit umgehen konnte, im Erwachsenenalter jahrzehntelang all diese nichtssagenden Phrasen in der Rolle irgendeines .subalternen Funktionärs von sich geben, all die­se Grimassen schneiden und sich all das fürchterliche Gerede seiner ebenso subalternen Konkurrenten ge­fallen lassen? Er hat einmal von einem anderen Leben geträumt! Und selbst wenn er auf diesem Weg der Präsident der Vereinigten Staaten werden sollte: Hat er für diese Stellung dann nicht doch ein bißchen zu­viel bezahlt?

Nein, es ist kaum anzunehmen, daß die Männer, was sie tun, gern und ohne den Wunsch nach Abwechs­lung tun. Sie tun es, weil sie dafür dressiert werden: Ihr ganzes Leben ist nichts als eine trostlose Folge von Dressurkunststückchen. Ein Mann, der diese Kunststückchen nicht mehr beherrscht, der weniger Geld ver­dient, hat »versagt« und verliert alles: seine Frau, seine Familie, sein Heim, den Sinn seines Lebens – jedwede Geborgenheit.

Man könnte natürlich auch sagen: Ein Mann, der nicht mehr genug Geld verdient, ist automatisch frei und könnte sich über das Happy-End freuen. Aber der Mann will nicht frei sein. Er funktioniert, wie wir später noch sehen werden, nach dem Modell der Lust an der Unfreiheit. Lebenslängliche Freiheit wäre für ihn noch schlimmer als lebenslängliche Sklaverei.

Anders formuliert: Der Mann sucht immer jemand oder etwas, dem er sich versklaven kann, denn nur als Sklave fühlt er sich geborgen – und seine Wahl fällt dabei meist auf die Frau. Wer oder was aber ist die Frau, daß er sich ausgerechnet ihr, der er dieses entwürdigende Leben verdankt und von der er darin nach allen Regeln der Kunst ausgebeutet wird, versklavt und daß er sich ausgerechnet bei ihr geborgen fühlt?

Was ist die Frau?

Wir haben gesagt, die Frau sei, im Gegensatz zum Mann, ein Mensch, der nicht arbeitet. Man könnte hier die Definition der Frau schon abschließen – viel mehr läßt sich wirklich nicht über sie sagen -, wäre nicht der Begriff Mensch ein zu umfassender, zu ungenauer Begriff, um Mann und Frau damit gleichzeitig zu definieren.

Das menschliche Dasein bietet die Wahl zwischen einer mehr animalischen – also tierähnlichen, niederen -Existenz und einer geistigen. Die Frau wählt fraglos die animalische. Körperliches Wohlbefinden, ein Nest und die Möglichkeit, darin ungehindert ihren Brutregeln nachzugehen, sind ihr das höchste.

Es gilt als erwiesen, daß Männer und Frauen mit den gleichen geistigen Anlagen geboren werden, daß es also keinen primären Intelligenzunterschied zwischen den Geschlechtern gibt. Ebenso erwiesen ist aber, daß Anlagen, die nicht entwickelt werden, verkümmern: Die Frauen benützen ihre geistigen Anlagen nicht, sie ruinieren mutwillig ihren Denkapparat und gelangen nach einigen wenigen Jahren sporadischen. Ge­hirntrainings in ein Stadium sekundärer, irreversibler Dummheit.

Warum benützen die Frauen ihr Gehirn nicht? Sie benützen es nicht, weil sie, um am Leben zu bleiben, keine geistigen Fähigkeiten brauchen. Theoretisch wäre es möglich, daß eine schöne Frau weniger Intelli­genz besitzt als beispielsweise ein Schimpanse, und daß sie sich dennoch im menschlichen Milieu behaup­tet.

Spätestens mit zwölf Jahren – einem Alter, in dem die meisten Frauen beschlossen haben, die Laufbahn von Prostituierten einzuschlagen, das heißt, später einen Mann für sich arbeiten zu lassen und ihm als Ge­genleistung ihre Vagina in bestimmten Intervallen zur Verfügung zu stellen – hört die Frau auf, ihren Geist zu entwickeln. Sie läßt sich zwar weiterhin ausbilden und erwirbt dabei allerlei Diplome – denn der Mann glaubt, daß eine Frau, die etwas auswendig gelernt hat, auch etwas weiß (ein Diplom erhöht also den Marktwert der Frau) -, doch in Wirklichkeit trennen sich hier die Wege der Geschlechter ein für allemal. Jede Verständigungsmöglichkeit zwischen Mann und Frau wird an diesem Punkt abgeschnitten, und zwar für immer.

Deshalb ist einer der wichtigsten Fehler, die dem Mann bei der Beurteilung der Frau immer wieder passie­ren, daß er sie für seinesgleichen hält, das heißt für einen Menschen, der mehr oder weniger auf der glei­chen Gefühls- und Verstandesebene funktioniert wie er selbst. Der Mann kann das Verhalten seiner Frau von außen beobachten, hören, was sie redet, mit seinen Augen sehen, womit sie sich beschäftigt, aufgrund äußerer Zeichen schließen, was sie denkt – aber bei alldem richtet er sich nach seiner eigenen Wertskala. Er weiß, was er an ihrer Stelle reden, denken, tun würde. Und betrachtet er das – nach seinen Maßstäben -deprimierende Resultat seiner Studien, wird er daraus nur schließen, daß es irgend etwas geben muß, was die Frau daran hindert, das zu tun, was er selbst an ihrer Stelle gern tun würde. Denn er hält sich -und falls sich der Mensch als ein abstrakt denkendes Wesen definiert, mit Recht – für das Maß aller Dinge.

Erfährt er zum Beispiel aus seinen Beobachtungen, daß eine Frau soundsoviel Stunden am Tag mit Ko­chen, Saubermachen und Geschirrspülen verbringt, so wird er daraus nicht folgern, daß diese Tätigkeiten sie befriedigen, weil sie ihrem geistigen Niveau ideal entsprechen. Er denkt, daß es gerade das sein muß, was sie an allem anderen hindert, und bemüht sich, ihr Geschirrspülautomaten, Staubsauger und Fertigge­richte zur Verfügung zu stellen, die ihr diese stupiden Arbeiten abnehmen und sie in die Lage versetzen, ein Leben zu führen, wie er es für sich selbst erträumt.

Doch er wird enttäuscht sein: Statt daß die Frau jetzt anfängt, ein Leben des Geistes zu führen, sich um Politik, Geschichte oder die Erforschung des Weltraums zu kümmern, verwendet sie die gewonnene Zeit darauf, Kuchen zu backen, Unterwäsche zu bügeln, Rüschchen zu nähen oder, wenn sie ganz unterneh­mungslustig ist, die sanitären Einrichtungen des Badezimmers mit Blümchengirlanden zu bekleben.Da der Mann glauben muß (beziehungsweise da die Frau ihn glauben macht – denn welcher Mann legt schon wirklich Wert auf gebügelte Unterwäsche, Blümchenmuster oder Kuchen, der nicht vom Konditor kommt?), das alles brauche man zum Leben, gehöre zumindest zur Kultur, erfindet er den Bügelautomaten für sie, den gebrauchsfertigen Kuchenteig, den industriell verzierten Klosettpapierhalter. Aber die Frau fängt noch immer nicht an, etwas zu lesen, sie kümmert sich noch immer nicht um Politik, und die Erfor­schung des Universums läßt sie absolut ungerührt. Die Zeit, die sie gewonnen hat, kommt ihr gerade recht: Endlich kann sie sich jetzt um sich selbst kümmern. Und weil ihr bekanntlich Sehnsucht nach geistigen Dingen fremd ist, versteht sie darunter natürlich ihre äußere Erscheinung.

Der Mann, der die Frau liebt und nichts sehnlicher wünscht als ihr Glück, macht auch dieses Stadium mit: Er produziert für sie den kußechten Lippenstift, das tränenfeste Augen-Make-up, die Heimdauerwelle, die bügelfreie Rüschchenbluse, die Unterwäsche zum Wegwerfen. Dabei hat er immer noch das gleiche Ziel vor Augen: daß das alles einmal ein Ende nehmen wird, daß alle spezifisch weiblichen, ihm fremden, also »höheren« Lebensbedürfnisse der »von Natur aus empfindlicheren, sensibleren« Frau – wie er glaubt -erfüllt sein werden und sie aus ihrem Leben endlich das macht, was er einzig und allein für lebenswert hält: das Leben eines freien Mannes.

Und er wartet. Da die Frau nicht von allein zu ihm kommt, beginnt er sie in seine Welt zu locken: Er pro­pagiert Koedukation auf den Schulen, um ihr von klein an seinen Lebensstil vorzuführen. Er holt sie mit allen möglichen Ausreden auf seine Universitäten, «m sie in die von ihm entdeckten Geheimnisse einzu­weihen und in der Hoffnung, sie gewänne durch direkte Anschauung Geschmack an den großen Dingen. Er verschafft ihr Zugang auch zu den letzten Ehrenämtern, die er bisher noch exklusiv ausgeübt hat (gibt dabei ihm heilige Traditionen auf), und animiert sie zur Wahrnehmung ihres politischen Wahlrechts, damit sie die von ihm ausgeklügelten Systeme der Staatsverwaltung nach ihren Vorstellungen verändern kann (vielleicht erhofft er sich in der Politik von ihr sogar den Frieden, denn er schreibt ihr ja pazifistisches Cha­risma zu).

Er ist so konsequent und verbissen bei seiner vermeintlichen Aufgabe, daß er nicht merkt, wie lächerlich er sich macht. Lächerlich nach seinen eigenen Maßstäben, nicht nach denen der Frau: Diese ist unfähig, Ab­stand zu gewinnen, und deshalb völlig humorlos.

Nein, die Frauen lachen nicht über die Männer. Sie könnten höchstens eines Tages ärgerlich über sie wer­den. Noch erscheinen die alten Fassaden – Haushalt, Versorgung der Kinder -, mit denen sie ihren Verzicht auf eine geistige Existenz kaschieren, nach außen hin nicht baufällig genug, um den vorzeitigen Abgang der Mädchen aus den Hochschulen und ihren Verzicht auf die anspruchsvolleren Berufe nicht wenigstens pro forma zu rechtfertigen. Wie wird es aber sein, wenn die Hausarbeit noch mehr automatisiert ist, wenn es wirklich genug gute Kindertagesstätten gibt oder wenn die Männer gar entdecken – was eigentlich längt fällig wäre -, daß man zum Leben Kinder überhaupt nicht braucht?

Wenn der Mann nur einmal in seiner blinden Aktivität einhalten und Bilanz ziehen würde, so müßte er feststellen, daß seine Bemühungen um die geistige Belebung der Frau ihn nicht einen Schritt weiterge­bracht haben. Daß die Frau zwar von Tag zu Tag geputzter, gepflegter und »kultivierter« wird, daß sie aber immer nur höhere materielle Ansprüche an ihr Leben stellt und niemals geistige.

Hat sie zum Beispiel seine Art zu denken, die er auf seinen Hochschulen lehrt, je zur Entwicklung eigener Theorien verleitet? Hat sie seine Forschungsinstitute, die er für sie geöffnet hat, jemals für eigene For­schungen in Anspruch genommen? – Es müßte dem Mann allmählich auffallen, daß die Frau all die wun­dervollen Bücher, die er ihr in seinen Bibliotheken zur Verfügung stellt, einfach nicht liest. Daß seine phantastischen Kunstwerke, die er ihr in seinen Museen zeigt, sie bestenfalls zur Imitation anregen. Daß all die Aufrufe zur Selbstbefreiung, die er ihr in Filmen und Theaterstücken auf ihrem eigenen Niveau in ihrer eigenen Sprache nahebringen will, von ihr immer nur nach ihrem Unterhaltungswert beurteilt werden und sie nie, aber auch wirklich nie zur Revolte verleiten.

Es ist ganz logisch, daß der Mann, der die Frau für seinesgleichen hält und dabei mit ansehen muß, was für ein stupides Leben sie neben ihm führt, glaubt, er unterdrücke sie. Doch solange man sich erinnert, ist die Frau nicht mehr zu irgendeiner Unterwerfung unter den Willen des Mannes gezwungen worden, im Gegenteil: Es sind ihr alle Möglichkeiten zur Verfügung gestanden, sich unabhängig zu machen. Wenn sich also die Frau in dieser langen Zeit nicht von ihrem »Joch« befreit hat, dann gibt es dafür nur eine Erklä­rung: Sie hat keins.

Der Mann liebt seine Frau, aber er verachtet sie auch, weil ein Mensch, der morgens auszieht, um voller Energie neue Welten zu erobern – was ihm dann, aus Gründen des Broterwerbs, freilich nur selten gelingt -, einen, der das nicht will, verachtet. Und das ist es, was den Mann vielleicht am meisten dazu bringt, sich um die geistige Entwicklung der Frau zu bemühen: Er schämt sich für sie und glaubt, sie schäme sich auch. Er möchte ihr wie ein Gentleman aus der Verlegenheit helfen.

Was er nicht weiß, ist, daß die Frauen diese Neugier, diesen Ehrgeiz, diesen Tatendrang, die ihm so selbst­verständlich erscheinen, nicht kennen. Wenn sie nicht an der Welt der Männer teilnehmen, dann deshalb, weil sie nicht wollen: Sie haben kein Bedürfnis nach dieser Welt. Die Art Unabhängigkeit der Männer wä­re für sie vollkommen wertlos, sie fühlen sich nicht abhängig. Die geistige Überlegenheit des Mannes schüchtert sie nicht ein, Ehrgeiz in geistigen Dingen kennen sie ja nicht.

Die Frauen können wählen, und das ist es, was sie den Männern so unendlich überlegen macht: Jede von ihnen hat die Wahl zwischen der Lebensform eines Mannes und der eines dummen, parasitären Luxusge­schöpfes – und so gut wie jede wählt für sich die zweite Möglichkeit. Der Mann hat diese Wahl nicht.

Würden sich die Frauen von den Männern unterdrückt fühlen, hätten sie doch ihnen gegenüber Haß oder Furcht entwickelt, wie man dies Unterdrückern gegenüber nun einmal tut – doch die Frauen hassen die Männer nicht, und sie fürchten sie auch nicht. Würden die Männer sie mit ihrem größeren Wissen demüti­gen, so hätten sie – da ihnen alle Mittel zur Verfügung stehen – danach getrachtet, es ihnen gleichzutun. Würden die Frauen sich unfrei fühlen, dann hätten sie sich wenigstens jetzt, in dieser günstigsten Konstel­lation ihrer Geschichte, endlich von ihren Unterdrückern befreit.

In der Schweiz (einem der am höchsten entwickelten Staaten der Welt, in dem die Frauen bis vor kurzem noch kein politisches Wahlrecht hatten) ließ man in einem bestimmten Kanton die Frauen über die Einfüh­rung des Frauenwahlrechts selbst abstimmen – die Mehrheit entschied sich dagegen. Die schweizerischen Männer waren bestürzt, glaubten sie doch in diesem unwürdigen Verhalten das Werk ihrer jahrhunderte­langen Bevormundung zu sehen.

Wie sie sich irren: Die Frau fühlt sich durch den Mann alles andere als bevormundet. Eine der vielen de­primierenden Wahrheiten im Verhältnis zwischen den Geschlechtern ist ganz einfach die, daß in der Welt der Frauen der Mann praktisch nicht existiert. Der Mann ist der Frau nicht wichtig genug, daß sie sich ge­gen ihn auflehnt. Ihre Abhängigkeit von ihm ist ja nur materieller, gewissermaßen »physikalischer« Art. Es ist die Abhängigkeit eines Touristen von seiner Fluggesellschaft, eines Wirts von seiner Kaffeemaschine, eines Autos von Benzin, eines Fernsehgeräts von Strom. Solche Abhängigkeiten bereiten keine Seelenqua­len.

Ibsen, der dem gleichen Irrtum erlegen war wie die anderen Männer, hat sich die Mühe gemacht, mit seiner »Nora« eine Art Befreiungsmanifest für alle Frauen zu schreiben. Aber die Uraufführung des Stückes im Jahr 1880 hat lediglich bei den Männern einen Schock bewirkt. Sie schworen sich, noch verbissener für menschenwürdige Lebensbedingungen der Frau zu kämpfen.

Bei den Frauen selbst übrigens haben sich die Emanzipationsbestrebungen wie üblich in einer modischen Variante erschöpft: Eine Zeitlang gefielen sie sich in der oft belächelten Maskerade der Suffragetten.

Einen ähnlich tiefen Eindruck hat später die Philosophie Sartres auf die Frauen gemacht. Zum Beweis, daß sie alles verstanden hatten, ließen sie sich die Haare bis zur Taille wachsen und trugen dazu Hosen und schwarze Pullover.

Das gleiche widerfuhr kürzlich den Lehren des Kommunistenführers Mao Tse-tung; für die Dauer einer Saison war der »Mao-Look« in Mode.

Der weibliche Horizont

Was immer die Männer anfangen, um den Frauen zu imponieren: In der Welt der Frauen zählen sie nicht. In der Welt der Frauen zählen nur die anderen Frauen.

Wenn eine Frau bemerkt, daß ein Mann sich auf der Straße nach ihr umdreht, freut sie sich natürlich. Ist dieser Mann teuer angezogen oder fährt er gar einen teuren Sportwagen, dann ist die Freude um so größer. Sie ist etwa mit jenem Gefühl vergleichbar, das ein Aktionär bei der Lektüre eines positiven Börsenzettels empfindet. Ob der Mann für die Frau gut aussieht oder nicht, sympathisch oder nicht, intelligent oder nicht, spielt keine Rolle. Dem Aktionär ist es ja auch gleichgültig, mit welchen Farben seine Coupons bedruckt sind.

Erlebt diese Frau hingegen, daß sich eine andere Frau nach ihr umwendet – was wirklich nur im äußersten Fall geschieht, denn die Maßstäbe, nach denen Frauen sich gegenseitig messen, sind viel umbarmherziger als die der Männer -, hat sie ihr Höchstes erreicht. Dafür lebt sie: für die Anerkennung, für die Bewunde­rung, für die »Liebe« der anderen Frauen.

Denn in der Welt der Frauen existieren nur die anderen Frauen: die Frauen, mit denen sie beim Kirchgang, Elternabend oder im Supermarkt zusammentreffen. Die Frauen, mit denen sie sich über die Hecken ihrer Vorgärten hinweg unterhalten. Die Frauen, an denen sie beim Einkaufsbummel in den eleganten Ge­schäftsstraßen oder bei festlichen Abendveranstaltungen scheinbar achtlos vorübergehen. Sie messen sich mit dem, was in deren Köpfen ist, nicht in denen der Männer, ihr Urteil ist für sie ausschlaggebend, nicht das der Männer, und für ein schlichtes Lob aus dem Mund einer anderen Frau verzichten sie gern auf all die unbeholfenen Komplimente ihrer Liebhaber, die doch immer nur dilettantisch sein können. Denn Män­ner haben keine Ahnung, in welcher Welt die Frauen wirklich leben, und übersehen so bei ihren Lobes­hymnen immer alle wichtigen Gesichtspunkte.

Dann wollen die Frauen den Männern also gar nicht gefallen? Vergessen wir nicht, daß die Männer ihre materielle Basis sind. Aber die Bedürfnisse der Männer wären, da sie in Bezug auf Frauen so gut wie aus­schließlich auf Sexsymbole und eine gewisse Verfremdung durch Schminke reagieren, mit viel weniger Aufwand zu befriedigen. Zum Beispiel durch lange Haare, bemalte Lippen, enganliegende Pullover, kurze Röcke, durchsichtige Strümpfe, Stöckelabsätze. Doch die lebenden weiblichen Kunstwerke, die man in den eleganten Einkaufsstraßen von Paris, Rom oder New York trifft, sind den Wünschen und dem Verständnis der Männer weit entrückt. Einen Lidschatten gut zu placieren und abzutönen erfordert eine hohe Kultur;

die Wahl eines bestimmten Lippenstifts, die Technik, ihn optimal, mit Pinseln oder direkt, in Schichten oder nicht in Schichten, aufzutragen, die gewünschten Wirkungen und die unerwünschten Nebenwirkun­gen von falschen Wimpern in ein optimales Verhältnis zu bringen und am Schluß alles in sich und mit dem Kleid, der Stola, dem Mantel, der Beleuchtung abzustimmen, erfordert Spezialistentum. Ein Mann hat da­für keinen Sinn, er hat überhaupt keine Kultur in Bezug auf weibliche Maskerade entwickelt und kann deshalb wandelnde Kunstwerke dieser Art in ihrer ganzen Größe überhaupt nicht adäquat bewerten. Denn dazu braucht man Zeit, Geld und eine unendliche geistige Beschränktheit – Voraussetzungen, die sich aus­schließlich bei Frauen finden lassen.

In anderen Worten: Eine Frau wird einen Mann immer nur so weit beeindrucken wollen, daß er bei ihr bleibt und sie – im weitesten Sinn allerdings – ernährt. Alles was sie sonst noch in sich investiert, zielt auf die anderen Frauen: Außerhalb seiner Funktion als Ernährer mißt die Frau dem Mann keinen Wert zu.

Wenn ein Unternehmen hinter einer Spitzenarbeitskraft her ist, wird es versuchen, sie mit den äußersten Mitteln so lange zu ködern, bis sie weich ist. Es weiß, daß es sich nach Unterzeichnung des Vertrags schadlos halten kann. Es sitzt immer am längeren Hebel. Mit den Frauen ist es das gleiche: Sie lassen ih­rem Mann nur so viel Leine, daß er das Leben an ihrer Seite einer Kündigung des Vertrags gerade noch vorzieht.

Überhaupt kann man eine Frau gut mit einer Firma vergleichen. So wie eine Firma ein neutrales System zur Gewinnmaximierung ist, so ist die Frau ohne persönliche Liebe, Bosheit und ohne Haß mit dem Mann verbunden, der für sie arbeitet. Wenn er sie verläßt, bekommt sie es natürlich mit der Angst zu tun, denn ihre wirtschaftliche Existenz steht ja auf dem Spiel. Aber dies ist eine rationale Angst, sie hat rationale Ursachen und läßt sich ausschließlich rational -ohne daß sich Abgründe auftun könnten – kompensieren. Zum Beispiel dadurch, daß sie einen anderen Mann unter Vertrag nimmt. Diese Angst hat also überhaupt nichts mit den Empfindungen eines Mannes zu tun, der sich in der gleichen Situation in Eifersucht, Min­derwertigkeitsgefühlen oder Selbstmitleid verzehrt.

Da ein Mann eine Frau immer nur wegen einer anderen Frau verläßt und nie, um frei zu sein, gibt es für eine Frau keinen Grund, ihn zu beneiden oder gar eifersüchtig zu werden. Er verbessert ja in ihren Augen seine Position um nichts. Das existentielle Abenteuer, das ihrem Mann durch die neue Liebe zu einer ande­ren Frau widerfährt, beobachtet sie aus der Perspektive eines kleinen Unternehmers, der seinen besten Angestellten an die Konkurrenz verliert und sich nun der Mühe unterziehen muß, einen brauchbaren Ersatz aufzutreiben. Liebeskummer ist also für die Frau bestenfalls das Gefühl, daß ihr ein gutes Geschäft davon-schwimmt.

Deshalb ist es auch absurd, wenn ein Mann zum Beispiel seine Frau für treu hält, nur weil sie ihn nicht mit anderen, in seinen Augen weit attraktiveren Männern seiner Umgebung betrügt. Warum sollte sie das tun, solange er gut für sie arbeitet und sie dadurch die Freuden haben kann, auf die es ihr wirklich ankommt? Die Treue einer Frau hat mit der Treue eines Mannes prinzipiell nichts gemein: Frauen sind, im Gegensatz zu Männern, für das Äußere ihres Partners so gut wie unempfindlich. Flirtet eine Frau mit dem besten Freund ihres Mannes, dann will sie damit bestimmt nur dessen Frau ärgern und nicht ihren Mann, denn nur deren Gefühle sind für sie wichtig (wenn es ihr um den Mann ginge, würde sie das bestimmt nicht so offen zeigen). Die neuen Gruppensexpraktiken sind lediglich eine Variante des in manchen Gesellschaftskreisen überholten Flirts. Auch hier kommt es der Frau nur auf die anderen Frauen an und nicht auf deren Männer. Die Geschichte ist voll von Anekdoten über Könige und Fürsten, die sich mit mehreren Mätressen zugleich vergnügten. Über weibliche Potentaten kursieren solche Histörchen kaum: Eine Frau würde sich beim Gruppensex nur mit Männern zu Tode langweilen; das war schon immer so und wird sich nicht ändern.

Würden die Frauen auf das Aussehen der Männer reagieren, hätte es sich die Werbung längst zunutze ge­macht. Da die Frauen – dank des Geldes, das die Männer für sie verdienen – über eine weit größere Kauf­kraft verfügen als die Männer (darüber gibt es aufschlußreiche Statistiken), würden die Fabrikanten selbst­verständlich versuchen, den Kauf ihrer Produkte durch Fotos und Werbespots von schönen, kräftigen Männern mit ausgeprägten sekundären Geschlechtsmerkmalen zu stimulieren. Aber das Gegenteil ist der Fall: Wohin man sieht, präsentieren die Werbeagenturen schöne Mädchen, die zum Kauf von Pauschalrei­sen, Autos, Waschpulver, Fernsehgeräten oder Schlafzimmereinrichtungen verführen sollen.

Die Filmproduzenten finden erst jetzt allmählich heraus, daß man den Frauen statt der gewohnten beaus genausogut häßliche Liebhaber, wie etwa Belmondo, Walther Matthau oder Dustin Hoffman vorzeigen kann. Die Männer, die in physischer Hinsicht ein sehr niederes Selbstwertgefühl haben und sich nur aus­nahmsweise für schön halten – schön sind in ihren Augen nur die Frauen -, können sich mit häßlichen Schauspielern leichter identifizieren. Solange nur die weiblichen Hauptrollen weiterhin mit schönen Stars besetzt bleiben, konsumieren die Frauen diese Filme ebenso gern wie die mit Rock Hudson, denn wirklich interessieren werden sie nur die darin vorkommenden Frauen.

Dieser Umstand konnte dem Mann eigentlich nur deshalb verborgen bleiben, weil er ständig erlebt, wie eine Frau die andere diffamiert. Wenn er immer wieder hört, wie seine Frau die krumme Nase, den flachen Busen, die X-Beine oder die fülligen Hüften einer anderen kritisiert, muß er logischerweise annehmen, die Frauen könnten sich gegenseitig nicht ausstehen oder fänden sich zumindest ganz und gar reizlos. Doch das ist natürlich eine Fehlinterpretation: Einen Firmeninhaber, der ständig vor seinen Angestellten die Konkurrenzfirma lobt, würde man ja auch für wahnsinnig halten. Er wäre seine besten Angestellten sicher bald los. Politiker müssen die gleiche Art Komödie aufführen und sich gegenseitig öffentlich verteufeln; dabei würde sich Nixon bestimmt viel lieber mit Kossygin oder Fidel Castro auf eine einsame Insel ver­bannen lassen als mit dem hochgelobten Mann von der Straße, der ihm das Mandat verschafft hat. Mit dem Mann von der Straße verbindet ihn so gut wie nichts.

Wenn es sich die Frauen materiell leisten könnten, würden sie sich bestimmt eher mit anderen Frauen zu­sammentun als mit Männern. Nicht etwa, weil sie alle lesbisch wären. Was die Männer die lesbische Ver­anlagung der Frau nennen, hat vermutlich wenig mit dem Geschlechtstrieb der Frauen zu tun. Nein – die beiden Geschlechter haben so gut wie keine gemeinsamen Interessen. Was also sollte die Frauen bei den Männern halten, wenn nicht das Geld? Sie selbst hätten untereinander so viel Gemeinsamkeit, denn der weibliche Intellekt und das weibliche Gefühlsleben sind auf einem primitiven, das heißt allgemeinen Ni­veau stehengeblieben, und es gibt so gut wie keine individualistisch oder außenseiterisch veranlagten Frau­en. Man könnte sich gut vorstellen, was für ein anregendes Leben sie miteinander führen würden – ein pa­radiesisches Leben vielleicht, wenn auch auf einem schauderhaft niedrigen Niveau. Aber wen könnte das schon stören?
Das schönere Geschlecht

Der Mann wäre für einen außerirdischen Betrachter sicher das anbetungswürdigste Wesen auf diesem Pla­neten; jedenfalls steht außer Zweifel, daß er ihn weit attraktiver finden müßte als beispielsweise die Frau. Denn der Frau gegenüber hat er zwei Vorzüge: Er ist schön, und er ist intelligent.

Nur dank einer jahrhundertelangen Verwirrung aller Wertmaßstäbe kann es möglich geworden sein, die Frau als »das schöne Geschlecht« zu apostrophieren. Allein die Tatsache, daß sie dümmer ist als der Mann, würde genügen, diese absurde Behauptung zu widerlegen. Ein dummer Mensch kann niemals schön sein, es sei denn, man legt den kreatürlichen Charakter des Menschen bei der Beurteilung zugrunde. Und es muß betont werden, daß vor allem der Mann selbst den Fehler begeht, die Frau nach Maßstäben zu bewerten, die Mensch und Tier auf die gleiche Stufe stellen. Das ist wohl nötig, denn in der Gruppe homo sapiens hätte sie nicht die geringste Chance.

Der Mann braucht, wie wir noch sehen werden, die Frau, um sich ihr zu unterwerfen. Und um vor sich selbst zu bestehen, läßt er nichts unversucht, sie mit Qualitäten auszustatten, die seine Unterwerfung recht­fertigen. Da sie ihren Geist noch nie unter Beweis gestellt hat, kann er sie nicht gut für geistreich halten (obwohl er mit der Erfindung des Begriffs »weibliche Intuition« auch in dieser Richtung schon Versuche unternommen hat). Also nennt er sie schön.

Ästhetische Maßstäbe erzwingen die Haltung der Subjektivität, jedes ästhetische Urteil ist ein Akt persön­licher Freiheit. Aber die Subjektivität wird leicht zum Alibi, und der Mann läßt sich gern versklaven. Nur weil die Frau sich auf eine Weise herausputzt, die darauf abzielt, alle Blicke auf sich zu lenken, setzt der Mann voraus, sie habe auch einen Grund dazu. Er findet sie schön, weil sie sich selbst schön findet. Und er ist ihr dankbar dafür, daß sie ihm erlaubt, sie schön zu finden.

Sie unterstützt diesen Anspruch auch noch mit einem Trick: Da sich das höchste Ideal der Frau – ein Leben ohne Arbeit und Verantwortung – mit dem eines Kindes deckt, imitiert sie das Kind. Kinder sind »rührend« hilflos, sie haben einen lustigen kleinen Körper mit lustigen kleinen Gliedmaßen, über ihren lustigen klei­nen Fettpolstern spannt sich makellose, junge, zarte Haut. Sie können leicht zum Lachen gebracht werden, benehmen sich überhaupt possierlich – sie sind eine Verniedlichungsform des Erwachsenen -, und da sie sich nicht selbst ernähren können, ist es selbstverständlich, daß man für sie sorgt und ihnen alle Schwierig­keiten aus dem Weg räumt. Das ist durch einen biologischen Mechanismus gesichert: Spezies, die ihre Nachkommenschaft zugrunde gehen lassen, sterben aus.

Durch eine raffinierte Kosmetik, die darauf abzielt, ihren Baby-Look zu konservieren und ein hilflos-niedliches Geplapper, in dem Ausdrücke des Erstaunens, der Überraschung und der Bewunderung (»Oh!«, »Ah!«, »Wundervoll! «) die Hauptrolle spielen, versucht sie, ihrer Umwelt so lang wie möglich das süße liebe kleine Mädchen vorzugaukeln. Denn dadurch, daß sie ihr Kindergesicht und eine gewisse Attitüde der Hilflosigkeit bewahrt, appelliert sie an die Beschützerinstinkte des Mannes und veranlaßt ihn, für sie zu sorgen.

Diese Rechnung ist, wie alles, was die Frau selbständig unternimmt, so dumm und kurzsichtig, daß es an ein Wunder grenzt, wenn sie trotzdem aufgeht. Solang sie nämlich das Babygesicht als weibliches Schön­heitsideal propagiert, muß sie sich spätestens mit fünfundzwanzig Jahren in einer Sackgasse wiederfinden. Mit allen Tricks der Kosmetik (in Frauenzeitschriften liest man tatsächlich, die Frau habe beim Denken Denkfalten und beim Lachen Lachfalten zu vermeiden) läßt es sich nicht verhindern, daß sie in diesem Alter das Gesicht einer Erwachsenen bekommt. Aber was soll der Mann, der darauf dressiert wurde, nur süße kleine Mädchen schön, liebenswert und hilfsbedürftig zu finden, mit einer erwachsenen Frau anfan­gen?

Was soll er anfangen mit einer Frau, deren glatte, feste Rundungen zu schwabbeligen Fettklumpen unter einer schlaffen, weißen Hautdecke geworden sind? Deren Stimme nicht mehr kindlich klingt, sondern schrill? Deren Lachen nicht mehr spontan und fröhlich ist, sondern stoßweise und wiehernd? Mit einer Schreckschraube, deren abstoßend dummes Geschwätz jetzt, da es nicht mehr aus Kindermund kommt, an seinen Nerven zerrt und in deren Gesicht die vielen überraschten »Ahs« und »Ohs« immer seltener den Ausdruck naiven Erstaunens hervorzaubern und immer häufiger den des Schwachsinns? Keinerlei eroti­sche Wunschträume wird die kindische Mumie jemals wieder entzünden. Man möchte glauben, endlich sei es aus mit ihrer Macht.

Doch die Rechnung der Frauen geht, wie gesagt, trotzdem auf, und zwar aus zwei Gründen: erstens, weil sie mit Hilfe der Kinder, die sie inzwischen geboren haben, wiederum Schutzlosigkeit vortäuschen können, und zweitens, weil es auf der Welt einfach nicht genug junge Frauen gibt.

Es liegt wohl auf der Hand, daß die Männer, hätten sie nur die Wahl, ihre erwachsen gewordenen Baby-Frauen von Herzen gern gegen jüngere eintauschen würden. Doch weil das zahlenmäßige Verhältnis zwi­schen den Geschlechtern annähernd eins zu eins ist, es also nicht für jeden Mann zu jeder Zeit eine junge Frau geben kann – und weil er zum Leben unbedingt eine Frau braucht -, bleibt er bei der, die er schon hat.

Der Beweis ist leicht zu erbringen. Wenn der Mann tatsächlich wählen kann, wählt er immer die jüngere Frau. Marilyn Monroe oder Liz Taylor waren in dem Augenblick passe, als sich zum ersten Mal ihre Fält­chen nicht mehr vollständig verkleistern ließen: Der Mann hat an der Kinokasse einfach das Billett für eine jüngere gekauft. Wer es sich finanziell leisten kann, wählt nicht nur an der Kinokasse, sondern auch im Leben. Die Manager aus Finanzwelt und Showbusiness tauschen regelmäßig ihre altgedienten Ehefrauen gegen jüngere ein. Da sie gute Ablösungen bezahlen, findet niemand etwas dabei, nicht einmal die Frau selbst (die ist vermutlich froh, den Mann so günstig loszuwerden).

Aber diesen Luxus können sich nur die reichen Männer leisten. Wenn ein armer Schlucker sich aufbläst und in einem Augenblick des Überschwangs und der Verblendung zum zweiten Mal eine junge Frau nimmt, kann er sicher sein, daß er sie bald wieder verliert, weil sein Geld zum Unterhalt von zwei Frauen (und der Kinder, auf denen auch die zweite bestehen wird) nicht ausreicht. Hat eine schöne junge Frau die Wahl zwischen einem älteren und einem jüngeren Mann mit gleichem Einkommen, wird sie auf jeden Fall den jüngeren bevorzugen, und zwar nicht, weil dessen Jugend sie ästhetisch oder sympathisch beeinflussen würde, sondern weil er länger für sie sorgen kann. Die Frauen wissen genau, was sie von einem Mann er­warten, daher wissen sie auch, wie sie sich zu entscheiden haben. – Vermutlich ist es noch nie vorgekom­men, daß eine Frau einen armen zwanzigjährigen Mann einem reichen vierzigjährigen vorgezogen hätte.

Es ist ein großes Glück für die erwachsenen Frauen, daß die Männer sich selbst nicht für schön halten. Da­bei sind die meisten Männer schön. Mit ihrem glatten) von der Arbeit trainierten Körper, ihren kräftigen Schultern, ihren muskulösen Beinen, ihren melodischen Stimmen, ihrem warmen, menschlichen Lachen, ihrem intelligenten Gesichtsausdruck und ihren ausgewogenen – weil sinnvollen – Bewegungen stellen sie alles in den Schatten, was die Frau auch bei rein kreatürlicher Betrachtungsweise jemals sein könnte. Und da sie im Gegensatz zur Frau arbeiten und ihren Körper ständig sinnvoll weiterbenützen, bleibt er auch länger schön als ihrer, der infolge fehlenden Trainings rasch verfällt und nach fünfzig Jahren nichts weiter mehr ist als ein beliebiger Haufen menschlicher Zellen (man beobachte nur einmal auf der Straße die fünf­zigjährigen Hausfrauen und vergleiche ihr Aussehen mit dem gleichaltriger Männer).

Aber die Männer wissen nicht, daß sie schön sind. Es sagt ihnen niemand. Man faselt von der »Anmut« der Frauen, vom »Liebreiz« der Kinder, vom »Zauber« der Tierwelt. Doch wenn vom Mann die Rede ist, dann lobt man höchstens seinen Mut, seine Tapferkeit, seine Entschlossenheit – lauter Eigenschaften, die sich auf seine Verwertbarkeit für die Zwecke der Frauen beziehen und nie auf seine äußere Erscheinung. Es gibt wohl außerhalb der medizinischen Lehrbücher keine Beschreibung des Mannes, die sich lang mit der Form seiner Lippen, der Farbe seiner Augen bei dieser oder jener Beleuchtung, beim kräftigen Wuchs sei­ner Haare, der Zartheit seiner Brustwarzen oder der Ebenmäßigkeit seiner Hodensäcke aufhielte. Und der Mann selbst wäre höchst erstaunt und belustigt, wenn man ihn wegen dieser Merkmale seines Körpers lo­ben würde.

Der Mann ist nicht daran gewöhnt, daß man von seinem Aussehen redet. Die erwachsene Frau, die meist häßlich ist und somit genug Anlaß hätte, sich der Bewunderung des Mannes hinzugeben (und Zeit dazu hätte), sieht ihn nicht. Das ist keine Böswilligkeit oder gar Berechnung, aber für sie ist der Mann eine Art Maschine, die materielle Werte produziert. Eine Maschine beurteilt man nicht nach ästhetischen, sondern nach funktionellen Gesichtspunkten. Der Mann ist der gleichen Ansicht und beurteilt sich ebenso. Die Männer sind viel zu sehr in den Arbeitsprozeß eingespannt und vom permanenten Konkurrenzkampf zer­mürbt, um sich mit Abstand sehen zu können.

Vor allem aber wollen die Männer gar nicht wissen, ob sie schön sind oder nicht. Um ihrem Kampf einen Sinn zu geben, müssen ganz einfach die Frauen die Schönen sein, die Hilflosen, die Anbetungswürdigen. Und deshalb nennen sie sie weiterhin, in Ermangelung einer genaueren Definition für ihre widersprüchli­chen Eindrücke, »das schöne Geschlecht«.
Das Universum ist männlich

Der Mann ist – im Gegensatz zur Frau – schön, weil er – im Gegensatz zur Frau – ein geistiges Wesen ist. Das bedeutet:

  • Der Mann ist neugierig (er will wissen, wie die Welt um ihn herum aussieht und wie sie funktioniert).
  • Der Mann denkt (er zieht Folgerungen aus den Daten, die er vorfindet).
  • Der Mann ist schöpferisch (er macht, aufgrund seiner Kenntnisse über Vorhandenes, etwas Neues).
  • Der Mann fühlt (Auf seiner außerordentlich breiten, außerordentlich vieldimensionalen Gefühlsskala registriert er nicht nur Herkömmliches in feinsten Abstufungen. Er schafft und entdeckt auch neue Ge­fühlswerte und macht sie durch sensible Beschreibungen auch anderen zugänglich oder stellt sie in Bei­spielen künstlerisch dar).

Von allen Qualitäten des Mannes ist seine Neugier sicher die ausgeprägteste. Diese Neugier ist dermaßen verschieden von der Neugier der Frau, daß es unbedingt einiger Erläuterungen bedarf:

Die Frau interessiert sich prinzipiell nur für Dinge, die sie unmittelbar für sich persönlich nutzbringend verwerten kann. Wenn sie zum Beispiel in der Zeitung einen politischen Artikel liest, so ist viel wahr­scheinlicher, daß sie einen Studenten der Politischen Wissenschaften becircen will, als daß sie Anteil am Schicksal der Chinesen, Israelis oder Südafrikaner nimmt. Schlägt sie im Lexikon den Namen eines grie­chischen Philosophen nach, bedeutet das nicht ein plötzliches Interesse an griechischer Philosophie, son­dern daß er zur Lösung eines Kreuzworträtsels fehlt. Studiert sie die Reklame für ein neues Automobil, dann weil sie es haben will und nicht aus einer Art platonischem Interesse an Technik.

Es ist eine Tatsache, daß die meisten Frauen – auch Mütter – überhaupt keine Vorstellung davon haben, wie die menschliche Frucht entsteht, wie sie sich in ihrem Leib entwickelt und welche Stadien sie bis zur Ge­burt durchläuft. Natürlich wäre es völlig überflüssig, wenn sie über diese Dinge Bescheid wüßten, denn sie könnten ja auf die Entwicklung des Fötus ohnehin keinen Einfluß nehmen. Wichtig ist für sie zu wissen, daß eine Schwangerschaft neun Monate dauert, daß man sich unterdessen schonen und bei Komplikationen sofort zum Arzt gehen muß, der selbstverständlich alles wieder in Ordnung bringt.

Die Neugier des Mannes ist dagegen etwas ganz anderes: Sie genügt sich selbst, es ist kein unmittelbarer Nutzeffekt damit verbunden, und sie ist dennoch nützlicher als die der Frau. Man muß nur einmal an einer Baustelle vorbeikommen, an der irgendein neues Arbeitsgerät eingesetzt wird, zum Beispiel eine neue Art Bagger. Es gibt kaum einen Mann – ganz gleich, welcher sozialen Schicht -, der daran vorbeigeht, ohne zumindest einen längeren Blick darauf geworfen zu haben. Viele aber bleiben stehen, sehen zu und unter­halten sich darüber, welche Eigenschaften die neue Maschine besitzt, wie viel sie leistet, warum sie es leis­tet und inwiefern sie sich von herkömmlichen Modellen unterscheidet.

Einer Frau würde es nicht einfallen, an einer Baustelle stehenzubleiben, es sei denn, die Menschenan­sammlung wäre so groß, daß sie glauben müßte, eine prickelnde Sensation (»Arbeiter von Planierraupe zermalmt«) zu versäumen. In einem solchen Fall würde sie sich erkundigen und sich dann sofort abwen­den.

Die Neugier des Mannes ist universell. Es gibt prinzipiell nichts, was ihn nicht interessiert, ob es sich nun um Politik handelt, Botanik, Atomtechnik oder um Gott weiß was. Auch Dinge, die nicht in sein Ressort fallen, wie zum Beispiel das Einwecken von Obst, das Ansetzen eines Kuchenteigs, die Pflege eines Säug­lings, finden sein Interesse. Und einem Mann könnte es nicht passieren, daß er neun Monate schwanger geht, ohne daß er über die Funktion von Plazenta und Ovarien in allen Einzelheiten Bescheid wüßte.

Der Mann beobachtet nicht nur alles, was um ihn herum (und in der Welt überhaupt) passiert, er interpre­tiert es auch. Da er versucht, sich über alles zu informieren, fällt es ihm auch leicht, Vergleiche anzustel­len, im Gesehenen bestimmte Prinzipien zu erkennen und diese nutzbringend anzuwenden – immer mit dem Ziel, etwas ganz anderes, nämlich etwas Neues, daraus zu machen.

Man muß nicht betonen, daß alle Erfindungen und Entdeckungen auf dieser Welt von Männern gemacht worden sind, ob es sich nun um Elektrizität, Aerodynamik, Gynäkologie, Kybernetik, Mechanik, Quanten­physik, Hydraulik oder Abstammungslehre handelt. ‚Auch die Prinzipien der Kinderpsychologie, der Säuglingsernährung oder der Speisenkonservierung wurden von Männern ersonnen. Ja, sogar die Wand­lungen der Damenmode oder etwas derart Banales wie die Entdeckung neuer Speisenfolgen und Ge­schmacksnuancen liegen traditionell in den Händen der Männer. Sucht man ein besonderes Erlebnis für seinen Gaumen, so findet man es im allgemeinen nicht am Familientisch, sondern in einem Restaurant, in dem selbstverständlich das Essen von einem Mann zubereitet wird. Die Geschmackssensibilität der Frauen ist – selbst wenn sie die Absicht hätten, eine neue Speise zu erfinden -derart begrenzt und durch die Zube­reitung der üblichen phantasielosen Alltagsgerichte derart abgenützt, daß sie dazu nicht imstande wären. Es gibt keine weiblichen Gourmets, die Frauen taugen zu überhaupt nichts.

Doch der Mann, der alle geistigen und körperlichen Voraussetzungen für ein reiches, freies, menschen­würdiges Leben in sich vereint, verzichtet darauf und führt statt dessen das Leben eines Sklaven. Denn was macht er mit allen seinen wunderbaren Fähigkeiten? Er stellt sie in den Dienst derer, die diese Fähigkeiten nicht haben. Er nennt sie »die Menschheit« und meint damit die Frauen und die Kinder der Frauen.

Es ist wirklich eine Ironie, daß diejenigen, die dazu befähigt wären, ein ideales Leben zu führen, es nicht wollen, und daß jene, denen sie ein solches Leben durch ihr Opfer ermöglichen, nicht daran interessiert sind. Man hat sich so sehr an diesen stumpfen Mechanismus der einseitigen Ausbeutung einer Menschen­gruppe durch eine Parasitenclique gewöhnt, daß alle Moralbegriffe völlig pervers geworden sind. Es ist für uns selbstverständlich, im männlichen Geschlecht den Sisyphos zu sehen, der auf die Welt kommt zum Lernen, Arbeiten, Kinderzeugen und dessen Söhne wiederum auf die Welt kommen zum Lernen, Arbeiten, Kinderzeugen und immer weiter so, daß wir uns überhaupt nicht mehr vorstellen können, wozu der Mann sonst noch da sein sollte.

Ein junger Mann, der eine Familie gründet und sich hinfort sein ganzes Leben lang, meist in stumpfsinni­gen Tätigkeiten, der Ernährung von Frau und Kindern widmet, gilt als ehrenwert. Einer, der sich nicht bin­det, keine Kinder zeugt, mal hier und mal dort lebt, mal dies und mal jenes tut – weil es ihn interessiert und um sich selbst und nur sich selbst zu ernähren -, und der einer Frau, wenn er sie trifft, als freier Mensch gegenübertritt und nicht in der Uniformität des Sklaven, wird von der Gesellschaft ausgestoßen und ver­achtet.

Es ist deprimierend zu sehen, wie die Männer Tag für Tag all das verraten, wozu sie geboren sind. Wie sie, statt mit ihrem Geist, ihrer Kraft und ihrer ungeheueren Energie Welten zu erschließen, von denen man noch nicht einmal zu träumen wagt – wie sie, statt Gefühle zu erforschen, von deren Vorhandensein man nicht einmal etwas ahnt – wie sie, statt das Leben unendlich reich und lebenswert zu machen (ihr eigenes, von dem die Frauen nichts verstehen), auf all diese ungeheueren Möglichkeiten verzichten und ihren Geist und ihren Körper freiwillig in Geleise zwängen, in denen sie für die abstoßend primitiven Bedürfnisse der Frauen nützlich sind.

Mit dem Schlüssel zu allen Rätseln des Universums in der Hand, begeben sich die Männer aus freien Stü­cken auf das Niveau der Frauen herab und biedern sich ihnen an. Mit ihrem Geist, ihrer Kraft und ihrer Phantasie, die dazu prädestiniert sind, zu machen, was sein könnte, konservieren und verbessern sie das, was schon ist. Und wenn sie etwas erfinden, was es noch nicht gibt, so stets mit dem Alibi, daß es früher oder später ja doch der »ganzen Menschheit« (gemeint ist: der Frau) zugute kommen wird. Sie entschuldi­gen sich noch für ihre Großtaten, entschuldigen sich dafür, daß sie Weltraumfahrt betreiben und zum Mond fliegen, statt noch mehr leiblichen Komfort für die Frauen und deren Kinder zu schaffen. Die müh­seligste Anstrengung bei ihren Neuentdeckungen war noch immer deren Übersetzung in die weibliche Sprache, z.B. mittels Fernsehwerbespots aus Kindergeplapper und süßlichem Liebesgeflüster, mit denen sie die Frauen sanft einladen, sich der neuen Errungenschaften doch ruhig zu bedienen. Denn wegen ihrer erwiesenen Phantasielosigkeit besteht bei der Frau niemals a priori das Bedürfnis nach irgendwelchen Er­findungen – sonst würde sie doch einmal selbst eine machen, wenigstens eine einzige.

Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, daß die Männer alles, was sie tun, im Hinblick auf die Frau tun, daß wir nicht einmal mehr in Betracht ziehen, daß es auch anders sein könnte. Daß zum Beispiel die Kompo­nisten auch einmal etwas anderes komponieren könnten als (Abhängigkeits-)Lieder. Daß Schriftsteller kei­ne Romane und keine (Abhängigkeits-)Lyrik mehr verfassen, sondern Kunst. Wie es wäre, wenn die Maler endlich aufhören würden mit ihren ewigen Frauenakten und Frauenprofilen (gegenstandslos gemalt oder konventionell) und uns endlich etwas Neues sehen ließen, daß wir noch niemals gesehen haben!

Es müßte doch zu machen sein, daß die Wissenschaftler ihre wissenschaftlichen Werke nicht mehr ihren Frauen widmen (die sie doch nie, nie, nie verstehen), daß die Cineasten die Ideen ihrer Filme nicht mehr mit vollbusigen Frauenleibern belasten, daß die Zeitungen Raumfahrtreportagen nicht unbedingt mit großformatigen Fotos blondierter Astronautenfrauen entschuldigten, und auch, daß sich die Astronauten selbst etwas anderes von der Erde in den Raum überspielen ließen als (Abhängigkeits-)Schnulzen.

Wir haben nicht die geringste Ahnung, wie eine Welt aussähe, in der die Männer die Phantasie, die sie darauf verwenden, noch schneller erhitzbare Schnellkochtöpfe, noch weißer waschendes Waschpulver, noch farbfestere Veloursteppiche und noch kußechtere Lippenstifte zu fabrizieren, auf die Lösung wirkli­cher Probleme verwendeten. In der sie, statt Kinder zu zeugen (die wieder Kinder zeugen) und so das Le­ben immer weiter fortzuschieben, selbst lebten. In der sie, statt immer wieder die »rätselhafte« Psyche der Frau erforschen zu wollen – sie erscheint ihnen nur so rätselhaft, weil es dort rätselhafterweise nichts gibt, was erforscht werden könnte -, ihre eigene Psyche erforschten oder sich auf die mögliche Psyche von mög­lichen Lebewesen auf anderen Planeten besännen und sich Wege einfallen ließen, mit diesen Kontakt auf­zunehmen. In der sie, statt Waffen für Kriege herzustellen, die doch kein anderes Ziel haben, als das (nur für Frauen nützliche) Privateigentum zu beschützen, immer effektivere interstellare Raumfahrzeuge kon­struierten, die sie fast so schnell wie das Licht zu anderen Welten trügen und uns von Dingen berichteten, die wir uns nicht einmal träumen lassen. Leider haben die Männer, die über alles nachzudenken befähigt und willens sind, alles, was die Frau betrifft, zum Tabu erklärt. Das Schlimmste ist, daß die Tabus so wirk­sam sind, daß sie niemand mehr erkennt. Die Männer führen, ohne je darüber nachzudenken, die Kriege der Frauen, zeugen die Kinder der Frauen, bauen die Städte der Frauen. Und diese Frauen werden dabei immer fauler, dümmer, materiell anspruchsvoller. Und immer reicher. Durch ein primitives, aber wir­kungsvolles System von direkter Ausbeutung, Heirat, Scheidung, Beerbung, Witwen-, Alters- und Lebens­versicherung bereichern sie sich unaufhaltsam. In den USA, wo der Anteil der berufstätigen Frauen seit Jahrzehnten rückläufig ist, verfügen die Frauen bekanntlich über mehr als die Hälfte des gesamten Privat­vermögens. Nicht viel anders dürfte es in den fortschrittlichen Teilen Europas sein. Bald wird die Frau außer der psychologischen Macht über den Mann auch die absolute materielle Macht über ihn haben.

Der Mann ignoriert das und sucht weiter sein Glück in der Unterwerfung. Sie hätte gewissermaßen eine poetische Rechtfertigung, wenn die Frau wirklich das wäre, wofür er sie hält. Wenn sie dieses zarte, anmu­tige Wesen wäre, diese gütige Fee, dieser Engel aus einer besseren Welt, zu gut für ihn und diese Erde.

Wie ist es nur möglich, daß ausgerechnet die Männer, die sonst alles wissen wollen, vor diesen einfachen Tatsache, die Augen verschließen? Daß sie nicht bemerken, daß an den Frauen, außer einer Vagina, zwei Brüsten und ein paar Lochkarten mit dummen, stereotypen Redensarten, nichts, aber auch wirklich nichts ist? Daß sie Konglomerate von Materie sind, Klumpen ausgestopfter Menschenhaut, die vorgeben, den­kende Wesen zu sein?

Wenn die Männer nur einmal in ihrer blinden Produktivität einhielten und überlegten, so müßten sie doch die Frauen mit ihren Kettchen, Rüschenblüschen und Goldsandalettchen im Handumdrehen entlarvt und mit der ihnen eigenen Intelligenz, Phantasie und Zielstrebigkeit innerhalb von Tagen ein Gerät konstruiert haben, eine Art menschenähnlicher Maschine, die ihnen für die Frau, an der weder außen noch innen etwas originell ist, einen vollwertigen Ersatz bieten würde. Warum fürchten sich die Männer so sehr vor der Wahrheit?

Ihre Dummheit macht die Frau göttlich

Er: „Kennen Sie Ibsen?“

Sie: „Wie macht man es?“

 

Nur Unterdrückte können ein Bedürfnis nach Freiheit entwickeln. Sobald sie frei sind – und vorausgesetzt, sie sind intelligent genug, diese Freiheit mit allen Konsequenzen zu ermessen -, kehrt sich ihr früheres Freiheitsbedürfnis genau ins Gegenteil: Sie bekommen Angst und fangen an, sich wieder nach der Gebor­genheit fester Bindungen zu sehnen.

In seinen ersten Lebensjahren ist ein Mensch immer unfrei. Er ist eingekeilt zwischen den Regeln der Er­wachsenen und, da er selbst noch keine Erfahrung im sozialen Verhalten hat, von diesen Regeln auch voll­kommen abhängig. Er entwickelt deshalb einen starken Freiheitsdrang, wünscht sich nichts sehnlicher, als seinem Gefängnis zu entrinnen, und tut das bei erster Gelegenheit. Ist er dann endlich frei, wird er sich, falls er dumm ist – und Frauen sind dumm in seiner Freiheit sehr wohl fühlen und sie sich zu erhalten su­chen. Ein dummer Mensch denkt nicht abstrakt, verläßt das eigene Terrain nicht und kennt deshalb auch keine Existenzangst. Er fürchtet sich nicht vor dem Tod (er kann ihn sich nicht vorstellen) und fragt nicht nach dem Sinn des Daseins: Alle seine Handlungen erhalten in der Erfüllung seiner Komfortgelüste einen unmittelbaren Sinn, und der genügt ihm. Auch Religionsbedürfnisse sind ihm fremd. Sollten sie trotzdem einmal auftreten, befriedigt er sie umgehend an sich selbst, denn es liegt im Charakter der Dummen, daß sie imstande sind, die eigene Person hemmungslos zu bewundern (hängt eine Frau einer Religion an, dann nur, damit sie in den Himmel kommt – der liebe Gott ist nichts weiter als der Mann, der das für sie bewerk­stelligen soll).

Die Lage des Intelligenten (des Mannes) ist ganz anders: Er empfindet zwar die Befreiung zunächst als unendliche Erleichterung, die grandiosen Perspektiven seiner Unabhängigkeit berauschen ihn, doch sobald er dann von dieser Freiheit Gebrauch machen, also sobald er sich durch eine freie Tat in dieser oder jener Richtung festlegen will, bekommt er es mit der Angst zu tun: Da er abstrakt denken kann, weiß er auch, daß jede seiner Taten die Möglichkeit unendlich vieler Konsequenzen in sich birgt – Folgen, die er trotz seiner Intelligenz nicht alle vorhersehen kann und für die er, da er sich für die Tat frei entscheidet, voll verantwortlich ist.

Wie gern würde er aus Furcht vor negativen Auswirkungen seiner Handlungen überhaupt nichts mehr un­ternehmen! Und weil das nicht möglich ist – der Mann ist zu Taten verurteilt -, fängt er an, sich nach den festen Regeln seiner Kindheit zurückzusehnen, nach jemand, der ihm sagt, was er tun und lassen soll und so seinen jetzt sinnlosen Handlungen (denn sie dienen zwar letztlich dem eigenen Komfortbedürfnis, doch wozu dient er selbst?) wieder einen Sinn gibt und ihm seine große Verantwortung erleichtert. Und er sucht sich einen Gott, der ihm den Gott seiner Kindheit – der seine Mutter war – ersetzt und dem er sich bedin­gungslos unterwerfen kann.

Am liebsten wäre ihm zu diesem Zweck ein zwar strenger, aber auch gerechter, weiser und allwissender Gott, wie etwa der jüdische, christliche oder mohammedanische. Doch da er intelligent ist, weiß er natür­lich, daß es einen solchen nicht geben kann, daß jeder Erwachsene per definitionem sein eigener Gott selbst ist und daß er folglich seine Lust an der Unfreiheit (die Rückkehr in ein der frühkindlichen Abhän­gigkeit ähnliches Stadium bereitet ihm tiefes Wohlbehagen) immer nur an selbsterfundenen Regeln befrie­digen kann -und er macht sich daran, sich solche Regeln (Götter) zu erfinden.

Er tut es unbewußt mit anderen zusammen, er gibt, wie die anderen, seine Einzelerfahrungen zu Protokoll, vergleicht sie mit denen der anderen, erkennt darin Gemeinsames, erfaßt dieses Gemeinsame unbewußt mit den anderen in Regeln, erfindet so Gesetze für künftiges »sinnvolles« (das heißt, für irgend jemand oder etwas außer ihm nützliches) Verhalten und unterwirft sich ihnen freiwillig. Die so entstehenden Systeme werden kollektiv und individuell immer weiter ausgebaut und sind bald so komplex, daß sie der einzelne nicht mehr überblicken kann – sie gewinnen Autonomie und werden »göttlich«. Man kann ihren Gesetzen nur noch vertrauen – ebenso wie man als unerfahrenes Kind den teils sinnvollen, teils sinnlosen Gesetzen der Eltern vertrauen mußte -, kontrollieren kann man sie nicht, und bei ihrer Übertretung droht immer Ausschluß aus der Gemeinschaft und Verlust der Geborgenheit. Marxismus, Nächstenliebe, Rassismus oder Nationalismus sind solche erfundenen Systeme, und Männer, denen es gelingt, ihr Religionsbedürfnis daran zu befriedigen, werden für die Unterwerfung unter eine Einzelperson (Frau) weitgehend immun.

Die weitaus größte Zahl der Männer unterwirft sich jedoch vorzugsweise bewußt den Exklusivgöttern Frauen (sie nennen diese Unterwerfung Liebe), denn diese haben für die Befriedigung ihrer Religionsbe­dürfnisse die günstigsten Voraussetzungen: Die Frau ist immer für den Mann da, sie hat kein eigenes Reli­gionsbedürfnis, ist also insofern tatsächlich »göttlich«. Weil sie ständig Forderungen stellt, fühlt der Mann sich von ihr nie verlassen (sie ist als Gott immer gegenwärtig). Sie macht ihn unabhängig von kollektiven Göttern, die er mit Konkurrenten teilen müßte. Sie erscheint ihm vertrauenswürdig, denn sie gleicht, indem sie seiner Mutter gleicht, dem Gott seiner Kindheit. Sie gibt seinem sinnlosen Leben einen künstlichen Sinn, denn alles, was er tut, gilt jetzt ihrem Komfort, nicht seinem (später auch noch dem Komfort ihrer Kinder). Sie kann als Göttin nicht nur strafen (durch Entzug von Geborgenheit), sondern auch belohnen (durch Gewährung von sexuellem Genuß).

Die wichtigsten Voraussetzungen für ihre Göttlichkeit sind jedoch ihr Hang zur Maskerade und ihre Dummheit. Ein System muß seine Gläubigen entweder durch seine Überlegenheit an Wissen beeindrucken oder diese durch seine Unverständlichkeit verwirren. Da die erste Möglichkeit für die Frauen nicht in Fra­ge kommt, profitieren sie von der zweiten. Ihre Maskerade läßt sie dem Mann fremd und geheimnisvoll erscheinen, ihre Dummheit macht sie für jeden seiner Kontrollversuche völlig unerreichbar. Denn während sich Intelligenz in verständlichen, logischen Handlungen äußert und dadurch meßbar, berechenbar und kontrollierbar wird, entbehren die Handlungen der Dummen jeglicher Vernunft und lassen sich dadurch weder voraussehen noch überprüfen. So ist die Frau, genau wie die Päpste und Diktatoren, durch einen Schutzwall aus Pomp, Maskerade und Geheimniskrämerei ständig vor Entlarvung geschützt; sie kann ihre Macht immer weiter ausbauen und garantiert gerade dadurch dem Mann auf lange Sicht die Befriedigung seiner Religionsbedürfnisse.

Dressurakte

Damit der Mann in seiner Freude an der Unterwerfung sich aber auch tatsächlich der Frau unterwirft und nicht etwa anderen Männern, einer Tierart oder einem der erwähnten Systeme, hat sie in sein Leben eine Reihe von Dressurakten eingebaut, mit deren Einstudierung sie frühzeitig beginnt. Dabei kommt es ihr zustatten, daß er ihr gerade dann am meisten ausgeliefert ist, wenn er sich am leichtesten dressieren läßt: als Kind. Und durch die natürliche Selektion reproduzieren sich gerade jene Frauen, die zur Dressur des Mannes am besten geeignet sind – die anderen können sich ja ohnehin nicht reproduzieren.

Allein die Tatsache, daß der Mann von Anfang an daran gewöhnt ist, eine Frau um sich zu haben, ihre Ge­genwart als »normal« zu empfinden und ihre Abwesenheit als »anormal«, würde genügen, ihn später in einer gewissen Weise von ihr abhängig zu machen. Doch diese Abhängigkeit wäre nicht gravierend, denn ein Leben ohne Frau käme in diesem Fall dann lediglich einem Milieuwechsel gleich. Wer im Gebirge aufgewachsen ist und später im Flachland wohnt, wird sich vielleicht ewig nach dem Gebirge sehnen, aber deshalb wird er noch lange nicht dorthin zurückkehren. Es gibt wichtigeres.

Es läge auch nicht im Interesse der Frau, im Mann nur so eine romantische, untergeordnete Sehnsucht nach Art des Heimwehs zu erzeugen, die nur sonntags und in der Entfernung spürbar ist und zu keinen Konse­quenzen führt. Wichtig ist für sie, daß sie den Mann direkt zur Arbeit erzieht und dazu, daß er ihr alle Früchte dieser Arbeit zur Verfügung stellt. Sie wird deshalb in erster Linie versuchen, eine Reihe von Re­flexen bei ihm zu bedingen, die ihn zur Produktion all jener materiellen Werte veranlassen, die sie braucht. Das erreicht sie dadurch, daß sie ihn von seinem ersten Lebensjahr an nur auf ihre eigene Wertskala dres­siert. Damit bringt sie ihn so weit, daß er zum Schluß seinen Wert mit seiner Nützlichkeit für sie gleich­setzt und sich nur wohl fühlt, wenn er in ihrem Sinne wertvoll ist, das heißt, etwas für sie Wertvolles pro­duziert.

Die Frau selbst wird ihm dabei zu einer Art Skala, an der er zu jedem Zeitpunkt Wert oder Unwert einer bestimmten Tätigkeit ablesen kann. Und wenn er etwas tut, was nach dieser Skala wertlos ist – etwa Fuß­ballspielen -, wird er versuchen, dieses Minus so rasch wie möglich durch erhöhte Aktivität auf einem von der Skala anerkannten Gebiet wettzumachen (aus diesem Grund werden etwa Fußballspiele und andere Sportveranstaltungen bis zu einem gewissen Grad von den Frauen gern toleriert).

Von allen Dressurmethoden, deren sich die Frau bei der Erziehung des Mannes bedient, hat sich das Lob als die brauchbarste erwiesen: Es ist eine Methode, mit deren Anwendung man sehr früh beginnen kann und die noch bis ins hohe Alter ihre Wirksamkeit unvermindert beibehält (im Gegensatz etwa zur Dressur durch Sex, die nur über einen relativ kurzen Zeitraum praktikabel ist). Die Lobmethode ist so effektvoll, daß man bei richtiger Dosierung sogar auf ihren Antagonisten, den Tadel, verzichten kann: Jemand, der an Lob gewöhnt ist, wird sich ohne Lob bereits so vorkommen, als sei er getadelt worden.

Dressur durch Lob hat zum Beispiel folgende Vorteile: Sie macht den Gelobten abhängig (damit das Lob etwas wert ist, muß es von einer höheren Instanz kommen, der Gelobte wird also den Lobenden zu einer höheren Instanz erheben); sie macht ihn süchtig (ohne Lob weiß er bald nicht mehr, ob er etwas wert ist oder nicht, er verliert die Fähigkeit, sich mit sich selbst zu identifizieren); sie steigert seine Leistung (Lob wird zweckmäßig nicht immer wieder für die gleiche Leistung erteilt, sondern für eine jeweils höhere).

Sobald ein männlicher Säugling zum ersten Mal dafür gelobt wird, daß er seine Notdurft nicht im Bett ver­richtet hat, sondern auf einem Töpfchen, wenn er ein gütiges Lächeln und ein paar jener bekannten munter-idiotischen Redensarten als Lob für ein leergetrunkenes Fläschchen erkennt, tritt er in den Teufelskreis. Um wieder in den Genuß des lustvollen Gelobtwerdens zu kommen, wird er bei nächster Gelegenheit ge­nau das zu wiederholen versuchen, was dieses Gefühl hervorgerufen hat. Bleibt das Lob eines Tages aus, ist er unglücklich und tut alles, worin er auch nur die geringste Chance sieht, jenes Glück, nach dem er süchtig geworden ist, aufs neue zu erlangen.

Natürlich ist auch der weibliche Säugling Dressurakten ausgeliefert; während der ersten beiden Lebensjah­re macht die Frau kaum einen Unterschied zwischen den Geschlechtern ihrer Kinder. Aber die Dressur bricht beim Mädchen ab, sobald es die Regeln der Hygiene gelernt hat: Die Wege trennen sich, und je weiter die Erziehung fortschreitet, desto mehr wird das kleine Mädchen zur Ausbeuterin erzogen, der kleine Junge zum auszubeutenden Objekt.

Ein wichtiges Mittel dazu ist das Kinderspielzeug. Indem sie den Spieltrieb ihrer kleinen Kinder zuerst fördert und dann ausnützt, lenkt die Frau wie zufällig in die gewünschte Richtung. Dem kleinen Mädchen gibt sie Puppen und Puppenaccessoires: Wagen, Bettchen, Miniaturgeschirr; dem kleinen Jungen alles, was das Mädchen nicht bekommt: Baukästen, Modelle von elektrischen Eisenbahnen, Rennwagen, Flugzeugen. So erhält das weibliche Kind früh Gelegenheit, sich mit seiner Mutter zu identifizieren, die Rolle der Frau zu) erlernen: Es überträgt deren Dressursysteme auf die Puppen, lobt und tadelt, wie es selbst gelobt und getadelt wird, lernt spielerisch die Grundgesetze der Menschenführung. Und weil auch das kleine Mädchen auf Lob angewiesen ist, dieses Lob aber nur für Identifikationen mit der Frauenrolle bekommt, wird es auch später nichts anderes sein wollen als »weiblich«. Seine maßgebende Instanz werden deshalb immer Frauen sein, nie Männer, weil nur Frauen beurteilen können, wie gut es diese Rolle spielt (den Männern wird gelehrt, die Frauenrolle sei minderwertig, sie kommen daher als Lobredner nicht in Frage).

Dem männlichen Kind wird für alles applaudiert, nur nicht für das Spiel mit Miniaturmenschen. Es baut Modelle von Schleusen, Brücken, Kanälen, zerlegt aus Neugier Spielzeugautos, feuert Schüsse aus Spiel­zeugpistolen und übt so alles, was es später zum Unterhalt der Frau einmal brauchen wird. Wenn ein klei­ner Junge ins Schulalter kommt, kennt er bereits die Grundgesetze der Mechanik, Biologie, Elektrotechnik aus eigener Erfahrung, er kann Hütten aus Brettern bauen und in Kriegsspielen verteidigen. Je mehr eigene Initiative er dabei entwickelt, desto sicherer erntet er Lob. Die Frau ist ja daran interessiert, daß er bald mehr weiß als sie – sie selbst könnte sich mit ihren Kenntnissen in einer Welt ohne Männer kaum am Le­ben erhalten -und daß er sich in allem, was Arbeit betrifft, ganz von ihr unabhängig macht. Der Mann ist für sie zwar eine Maschine, aber keine gewöhnliche: Eine solche müßte ja von ihr fachkundig bedient oder zumindest programmiert werden. Wenn eine Frau wüßte, was das ist, würde sie ihn als eine Art Roboter mit Bewußtsein bezeichnen, der fähig ist, sich selbst zu programmieren (und daher, sich weiterzuentwi­ckeln) und sich jeder neuen Situation mit neuem Programm ideal anzupassen (auch die Wissenschaftler arbeiten an der Entwicklung solcher Roboter, die für sie arbeiten, entscheiden und denken und ihnen die Früchte ihrer Aktivität zur Verfügung stellen – freilich Roboter aus unbelebter Materie).

So ist der Mann, noch bevor er sich für die eine oder andere Lebensweise selbständig entscheiden könnte, derart süchtig geworden nach Lob, daß er sich nur noch bei solchen Tätigkeiten wohl fühlt, für die ihm jemand Beifall zollt. Und er wird, weil er süchtig ist, immer mehr Beifall brauchen und daher immer grö­ßere Leistungen in der von der Frau gewünschten Richtung vollbringen müssen. Natürlich könnte der Bei­fall im Prinzip auch von einem Mann kommen, aber die Männer sind – aus eben diesen Gründen – ununter­brochen beschäftigt und stehen gegeneinander in feindseliger Konkurrenz. Deshalb holt sich ein Mann, ’sobald er es sich leisten kann, seinen eigenen, exklusiven Lobredner ins Haus: jemand, den er jederzeit fragen kann, ob er gut und brav war oder nicht, und wie gut und wie brav er war. Die Frau ist, scheinbar zufällig, für diese Rolle die ideale Besetzung – aber sie hat ja alles so inszeniert und nur darauf gewartet, sie zu übernehmen.

Nur selten gelingt es einem Mann – einem erfolgreichen Künstler oder Wissenschaftler etwa – diesen Bann zu brechen und seinen dringend benötigten Beifall auch von Männern zu beziehen. So macht er sich zwar von den Frauen unabhängig, aber nie von der Sucht nach Beifall selbst. Der Beweis dafür ist, daß ein Mann, der auf einem bestimmten Gebiet erfolgreich war und daher auch materiell gesichert ist, sich nie freiwillig in ein anderes begibt, um dort seine Fähigkeiten zu erproben und seine Neugier zu befriedigen. In der Regel arbeitet er – wie zum Beispiel Mirö mit seiner Strichpunkt-Technik, Strauß mit seinen Wal­zern, oder Tennessee Williams mit seinen Frauendramen – immer auf dem Terrain, auf dem er schon ein­mal Lob geerntet hat. Er scheut das Risiko, sein eigener Maßstab zu sein.

Der Verdacht, daß der sogenannte »persönliche« Stil eines Künstlers nichts Positives ist, liegt sehr nah. Ein Autor wie Beckett etwa, der im Lauf von zwanzig Jahren immer GoJot-Varianten produziert, tut das nicht aus Vergnügen (dafür ist er zu intelligent). Er scheut – lobsüchtig – das Risiko wie eine Entziehungskur. Könnte er sich doch von seiner konditionierten Verhaltensweise lösen! Längst hätte er etwas anderes ge­macht, vielleicht Flugzeuge konstruiert (die zuverlässige Mechanik seiner Stücke läßt auf technische Be­gabung schließen), seltene Pflanzen gezüchtet oder zumindest einmal eine Komödie geschrieben (soviel Erfolg verprellt bestimmt die beste Verzweiflung). Vielleicht eine Komödie, in der eine Frau bis zur Taille in einem Erdhügel steckt und nach ihrer Zahnbürste sucht, wie in »Glückliche Tage«. Vielleicht hätte er damit sogar Erfolg beim Publikum. Aber ein solches Experiment wäre für einen nach dem Leistungsprin­zip dressierten Mann natürlich zu riskant. Deshalb schreibt einer wie Beckett lieber weiterhin dramatisch über die Absurdität des Lebenstriebes: denn dafür ist ihm Lob sicher.

Dressur durch Selbsterniedrigung

Manchmal wird ein kritisch eingestellter Mann vielleicht sagen, die Frauen hätten – wegen der Schamlo­sigkeit, mit der sie ihre Ignoranz auf allen Wissensgebieten eingestehen – kein Ehrgefühl. Dabei vergißt er allzu leicht, daß er seine eigenen Begriffe von Ehre, Stolz, Menschenwürde et cetera weiblicher Dressur verdankt. Daß er nur deshalb ehrenhaft, stolz, ritterlich geworden ist, weil er von einer Frau dazu dressiert wurde. Und daß diese Eigenschaften – die seine Männlichkeit ausmachen, auf die er so stolz ist – desto stärker in seinem Charakter verankert sind, je gründlicher diese Dressur an ihm vorgenommen wurde. Er selbst hat nichts dazu getan.

In jedem einschlägigen Psychologie-Lehrbuch steht zu lesen, daß Leistung beim Kind am besten durch Selbstvertrauen gefördert wird. Es ist aber unmöglich, daß ein Kind von sich aus Selbstvertrauen gewinnt: Es wird in ein Milieu hineingeboren, wo ihm alles überlegen ist und es aus eigener Kraft nichts erreichen könnte. Die Frau, die daran interessiert ist, aus einem männlichen Kind einen Menschen zu machen, der nicht nur sich selbst erhält, sondern auch noch andere, wird deshalb mit ihrer Erziehung in erster Linie darauf abzielen, Selbstvertrauen zu züchten. Sie wird die Gefahren des Daseins – soweit sie diese über­haupt selbst erkennt – in seinen Augen bagatellisieren, die Möglichkeit seines eigenen Todes vor ihm ver­heimlichen (zum Beispiel durch die Versprechung eines ewigen Lebens als Belohnung für Wohlverhalten in ihrem Sinn) und so jene schwachsinnig-optimistische Grundstimmung in ihm erzeugen, die es für ihre Dressurakte (und somit für das Leben überhaupt) am besten aufrüsten. Eine der Methoden, das männliche Selbstbewußtsein und damit das Leistungsniveau hochzuschrauben, ist, wie wir schon gesehen haben, das Lob. Eine weitere ist die Selbsterniedrigung der Frau.

Wenn die Frau einem von ihr geborenen Kind nicht wenigstens während seiner ersten Lebensjahre an In­telligenz überlegen wäre, hätte die Menschheit längst aufgehört zu existieren. Doch eine gute Mutter wird immer auf der Hut sein, daß diese anfängliche Überlegenheit ihr Kind nicht in seiner Entwicklung hemmt, sich so eines Tages womöglich noch gegen sie selbst richtet und das Kind länger als unbedingt nötig an ihrem Rockzipfel hängt. Sie wird versuchen, ihrem Kind, besonders wenn es ein Junge ist, sobald wie möglich ein Gefühl der Überlegenheit über sie zu vermitteln. Eine Art Vorschuß auf spätere Leistungen, der ihm sein erstes Selbstvertrauen gibt. Dabei gebraucht sie um so häufiger einen Kunstgriff, je weiter der präsumptive Mann in seiner Entwicklung vorwärts kommt: Sie stellt sich immer noch dümmer, als sie oh­nehin schon ist, und gibt ihm so einen Vorsprung, den er, wenn er ein richtiger Mann werden will (und sie sorgt dafür, daß er es will), nicht mehr verlieren darf.

Da der Wert der Frauen in der Gesellschaft nicht nach ihrer Intelligenz gemessen wird, sondern nach ganz anderen Gesichtspunkten (eigentlich wird überhaupt nichts gemessen: Der Mann braucht sie, und damit genug), können sie es sich leisten, sich so dumm zu stellen und so dumm zu sein, wie es ihnen gerade kommt. In diesem Punkt gleichen die Frauen den Reichen allgemein: Auch bei diesen ist nicht wichtig, ob sie intelligent sind, sondern daß sie reich sind. Wenn Henry Ford II. die geistige Kapazität einer der Stammkundinnen von Tiffany’s hätte, wäre er nicht minder gesellschaftsfähig. Nur sein Chauffeur kann sich das nicht leisten. Ebenso wie ein Reicher kann sich eine Frau jede Blöße geben – und man kann mit Recht behaupten, daß sie sich jede nur mögliche Blöße gibt – ohne daß ihr Nachteile daraus erwachsen. Mit anderen Worten: Eine Frau kann so dumm sein, wie sie nur will – der Mann wird trotzdem zu ihr aufsehen und nicht auf ihre Gesellschaft verzichten wollen.

Ihre Beschwörungsformel lautet ganz einfach: Arbeiten ist männlich, Nichtstun weibisch. Sie verkündet, der Mann sei in einer beneidenswerten Situation, stark und ungebunden, sie dagegen schwach und durch die heilige Bürde des Gebarens ans Haus gefesselt. Sie sei zu wertvoller Arbeit körperlich nicht geeignet.

Der Mann folgt dieser Mythologie willig und hält sie für schmeichelhaft. Er bedenkt nicht, daß auch der Elefant stark ist, stärker als ein Mann zum Beispiel, und daß Männer trotzdem für die meisten Arbeiten besser geeignet sind als Elefanten.

Natürlich verheimlicht die Frau dem Mann, daß sie selbst im Vergleich zu ihm so gut wie nichts tut. Tat­sächlich beschäftigt sie sich ja unentwegt mit irgend etwas. Sie sagt nur, alles, was sie tut, sei im Vergleich zu seiner Arbeit minderwertig. Sie suggeriert ihm, daß die schwachsinnigen Vergnügungen, denen sie sich im Lauf des Tages hingibt (Bügeln, Kuchenbacken, das Heim verschönern), für das Wohl der Familie not­wendige Arbeiten seien und daß er sich glücklich schätzen könne, eine Frau zu haben, die ihm diese nied­rigen Dinge abnimmt. Der Mann, der ja nicht ahnen kann, daß einer Frau solche Beschäftigungen tatsäch­lich Spaß machen, wird sich glücklich schätzen.

Indem die Frau alle Arbeiten in »männlich« und »weibisch«, in »würdig« und »unwürdig« einteilt und so mit Gefühlswerten befrachtet, denen sich nach einiger Zeit niemand mehr entziehen kann, wird sie selbst unkontrollierbar und verschafft sich so in ihrem Machtbereich völlige Narrenfreiheit. Was immer sie tut -es ist ja im Vergleich zu .Männerarbeit sowieso nichts wert; sie selbst sagt es, und warum sollten die Män­ner das nachprüfen wollen?

Natürlich könnte der Mann, wenn er nur wollte, die weibliche Terminologie entlarven, die »männlichen« und »weibischen« Arbeiten »schwer« und »leicht« nennen: Männerarbeit ist meist schwer, Hausarbeit im­mer leicht. Mit den Maschinen, die der Mann dafür erfunden hat, erledigt sich die Arbeit zum Beispiel für einen Vier-Personen-Haushalt mühelos in zwei Vormittagsstunden. Alles, was die Frauen sonst noch tun, ist überflüssig, dient ihrem Vergnügen und zur Erhaltung der idiotischen Statussymbole ihrer Clique (Spit­zengardinen, Blumenbeete, Hochglanzpolitur): Wenn sie es als Arbeit bezeichnen, so ist das nichts weiter als eine unverschämte Zwecklüge.

Hausarbeit ist so leicht, daß sie in psychiatrischen Heilanstalten traditionell von jenen Schwachsinnigen erledigt wird, die zu keiner anderen Tätigkeit mehr taugen. Wenn sich die Frauen beklagen, daß sie für diese Arbeit nicht noch extra Geld bekommen (sie fordern nicht viel, nur etwa den Lohn eines Autome­chanikers!), dann ist das nur ein weiterer Beweis dafür, wie attraktiv diese »Arbeit« für sie ist. Solche For­derungen sind außerdem kurzsichtig, denn sie könnten dazu führen, daß die Frauen eines Tages tatsächlich als Arbeitskraft bewertet und angemessen belohnt würden. Das würde dann offenbaren, wie sehr sie auf Kosten der Männer über ihre Verhältnisse leben.

Doch der Mann ist an die weibliche Terminologie von Kind an gewöhnt und hat kein Interesse, sie zu ent­larven. Er muß den Glauben haben, daß er etwas Großes tut, wenn er Geld für seine Frau verdient. Daß er etwas leistet, wozu eine Frau nicht fähig wäre. Hätte er dieses Gefühl der Überlegenheit nicht, müßte er an der Stumpfsinnigkeit seiner Arbeit verzweifeln. Sobald er den Eindruck hat, etwas zu tun, das ebenso gut eine Frau tun könnte (und hin und wieder finden die Frauen es opportun, diesen Eindruck zu erwecken), versucht er, seine Leistung zu steigern und so den gewohnten Abstand zwischen sich und dem »schwa­chen« Geschlecht wiederherzustellen. Er braucht das für sein Selbstbewußtsein.

Die Analyse des Teufelskreises ist einfach: Die Frauen erfinden Regeln, dressieren die Männer darauf und können sie so beherrschen. Sie selbst halten sich nie an die Regeln der Männer. Die Mannesehre zum Bei­spiel ist ein System, das die Frauen gemacht haben. Sie selbst nehmen sich von diesem System aus ver­zichten für sich auf jede Art Ehre und manipulieren auf diese Weise die Männer. In einem der bekannten Fernsehkrimis mit Emma Peel stehen sich in einer Szene zwei Männer feindselig an einem Billardtisch gegenüber. Jeder hat eine Pistole vor sich liegen, und sie vereinbaren aus Fairneß, daß sie laut bis drei zäh­len und dann aufeinander schießen würden. Der Held nimmt die Pistole schon bei zwei und rettet so sein Leben. Er blieb außerhalb des Systems und konnte so den anderen manipulieren, der sich auch in Lebens­gefahr noch lieber an ein System hielt als an die Vernunft.

Indem die Frau alles verächtlich macht, was sie selbst tut, bringt sie den Mann dazu, den Rest zu überneh­men: also alles, was ihr kein Vergnügen macht (sie war ja als seine Mutter zuerst da und hat die Wahl vor ihm getroffen). Er fühlt sich unglücklich und wertlos, wenn er »Frauenarbeit« verrichtet. Viele Männer stellen sich bei der Hausarbeit sogar absichtlich ungeschickt an, denn ihre Unbeholfenheit wird von den Frauen gefeiert, weil sie so »männlich« ist. Ein Mann, der sich selbst einen Knopf annäht, ist kein »richti­ger« Mann. Hantiert er mit dem Staubsauger, muß irgend etwas mit ihm nicht in Ordnung sein. Mit sol­chen und ähnlichen Argumenten läßt sich der Mann entmündigen (er traut sich alles zu, nur nicht, daß er eine Suppe kochen kann) und sich ohne Widerspruch vom anspruchslosesten Arbeitsplatz der Welt ver­treiben. Erst von einem gewissen Stadium seiner Dressur an kann er dann ohne Gefahr für bestimmte Hausarbeiten als Hilfskraft herangezogen werden (wobei er natürlich die Anweisungen der Frau strikt zu befolgen hat, denn er versteht ja nichts von solchen Dingen). Er wird diese Arbeiten immer als entwürdi­gend empfinden und nie merken, wie angenehm das alles im Vergleich zu seiner eigenen Arbeit ist.

Allein der Stoßseufzer, sie sei einer Arbeit »als Frau« nicht gewachsen, entledigt eine Frau jeder Mühe. Wenn sie zum Beispiel nur hin und wieder in ein Gespräch einfließen läßt – womöglich im Beisein von Zeugen -, ihr Mann könne viel besser Auto fahren als sie, gewinnt sie durch diese einfache Bemerkung einen Chaufeur auf Lebenszeit (die Autobahnen sind voll von Frauen, die sich von Männern chauffieren lassen). Oder wenn eine Frau sagt, »als Frau« könne sie nicht allein ein Lokal (Theater, Konzert) besuchen, dann gibt es zwar für dieses Argument keinen rationalen Grund – Frauen werden in Restaurants so gut und so schlecht bedient wie Männer, und wenn sie nicht »belästigt« werden wollen, wie sie sich ausdrücken, brauchen sie sich nicht so aufreizend zu kleiden – aber sie bekommt durch solche Geständnisse einen La­kaien, der sie wie einen Staatsgast bis vors Portal fährt, für sie einen freien Tisch erkämpft, ihr Menü zu­sammenstellt, sie unterhält und abschließend noch die Rechnung bezahlt. – Oder sie gesteht, von Politik verstünde sie nichts, eine Frau sei einfach zu dumm dafür, und schon findet sich ein Mann, der für sie Ta­geszeitungen und politische Magazine studiert, langwierige Fernsehdiskussionen über sich ergehen läßt, die verschiedenen Argumente anderer Männer gegeneinander abwägt und ihr am Wahltag fix und fertig eine Meinung präsentiert. Sie wählt dann die Partei, die jener Mann aufgrund seiner gewissenhaften Stu­dien in seiner – und somit ihrer – speziellen Situation für die günstigste hält, und entledigt sich der lästigen Wahlpflicht, indem sie die Meinung ihres Mannes verdoppelt und das Endergebnis nicht gefährdet (was ja für ihr persönliches Wohlergehen – denn sie versteht tatsächlich nichts von Politik und weiß das auch -katastrophale Folgen haben könnte).

Eine der phantastischsten Blüten dieser Dressur durch Selbsterniedrigung ist es, wenn eine Frau, die ihre Ta • e unter aradiesischen Bedin • un • en in einer komfortablen Vorortvilla verbrin • in Gesellschaft von Kindern, Hunden und anderen Frauen, ausstaffiert mit Zweitwagen, Fernsehapparat und allen nur mögli­chen Haushaltsgeräten, ihrem Mann (der vielleicht Ingenieur ist oder Rechtsanwalt) sagt, er sei zu benei­den, denn er habe ein »erfülltes« Leben, während sie »als Frau« gezwungen sei, ein menschenunwürdiges Dasein zu führen – wenn sie das einem Mann sagt, der diesen ganzen Plunder mit seinem Leben bezahlt -, und wenn dieser Mann das glaubt.

In der Bibel heißt es, Eva sei aus Adams Rippe gemacht, somit also eine Kopie und weniger wertvoll als dieser: ein typisches Beispiel von Dressur durch Selbsterniedrigung. Man kann fast sicher sein, daß diese Geschichte irgendwann einmal von einer Frau erfunden worden ist. Aufgeschrieben hat sie dann selbstver­ständlich ein Mann (daß Frauen schreiben können, ist jüngeren Datums).

Ein Wörterbuch

Ihre ständige Selbsterniedrigung vor dem Mann hat dazu geführt, daß sich die Frauen in seiner Gegenwart einer Geheimsprache bedienen, die sie zwar selbst untereinander verstehen, zu der aber der Mann keinen Zugang hat, weil er sich an ihren Wortlaut hält. Es wäre deshalb für ihn lohnend, sich den Code zu ver­schaffen und eine Art Wörterbuch anzulegen, in dem er jedes mal, wenn er eine solche Phrase hört, nach­schlagen und deren Sinn in Klartext übersetzen könnte. Hier einige Beispiele (Original mit jeweiliger Übersetzung in die männliche Sprache):

CHIFFRE KLARTEXT
Ein Mann muß mich beschützen können Ein Mann muß mich vor Unbequemlichkeiten schützen können (Wovor könnte er denn eine Frau sonst schützen? Vor Räubern? Vor dem Atomkrieg?).
Ich will mich bei einem Mann geborgen fühlen Mit Geldsorgen muß er mir um alles in der Welt vom Halse bleiben
Zu einem Mann muß ich aufblicken können. Damit er für mich überhaupt in Frage kommt, muß er intelligenter, verantwortungsbewußter, mutiger, stärker, fleißiger sein als ich – was sollte ich denn sonst mit ihm anfangen?
Ich würde meinen Beruf sofort aufgeben, wenn es mein Mann von mir verlangt. Sobald er genug Geld hat, werde ich nie mehr arbeiten.
Ich wünsche mir nichts weiter, als ihn glücklich zu ma- chen. Ich werde mir alle Mühe geben, damit er niemals merkt, wie ich ihn ausnütze.
Ich will ihm alle kleinen Sorgen abnehmen. Ich werde alles tun, damit ihn nichts von der Arbeit ab-
hält.
Ich will nur für ihn da sein. Kein anderer Mann soll für mich arbeiten dürfen.
Ich werde nur noch für meine Familie leben. Nie mehr im Leben werde ich etwas tun. Soll er sich mal anstrengen!
Ich halte nichts von der weiblichen Emanzipation Ich bin doch nicht blöd, ich lasse lieber einen Mann für mich arbeiten.
Wir leben schließlich im Zeitalter der Gleichberechti- Er soll nicht denken, daß er mir Vorschriften machen
gung! kann, nur weil er mein Geld verdient!
Ich bin in diesen Dingen so schrecklich ungeschickt Das ist eine Arbeit, die er mir abnehmen muß. Wozu ist er denn sonst da?
Er weiß einfach alles. Man kann ihn sogar noch als Nachschlagewerk benützen.
Wenn man sich wirklich liebt, braucht man nicht gleich einen Trauschein. Er ist noch etwas widerspenstig, aber im Bett kriege ich ihn schon ‚rum
Ich liebe ihn Er ist eine erstklassige Arbeitsmaschine,
u.s.w

 

Doch solche Phrasen sagen die Frauen selbstverständlich nur zu einem Mann direkt oder wenn er in Hör­weite ist. Sind sie unter sich, sprechen sie von Männern – wenn überhaupt – ganz normal. Etwa so, wie sie von Sachen sprechen würden, oder so, als tauschten sie zusätzliche Bedienungsanweisungen für ein Haus­haltsgerät, von dessen Nützlichkeit ohnehin jeder überzeugt ist.

Wenn eine von ihnen etwa sagt: Diesen Mantel oder jenen Hut kann ich nicht mehr tragen, weil er meinem Freund nicht gefällt, dann ist mit der Erwähnung des Freundes keinerlei Gefühlswert verbunden (höchstens mit der des Hutes oder Mantels). Es bedeutet soviel wie: »Ich tu ihm in Gottes Namen den Gefallen, er macht ja sonst alles, was ich will.«

Wenn Frauen untereinander von den Bedingungen sprechen, zu denen sie sich für einen bestimmten Mann entscheiden würden, dann sagen sie gewiß nicht, daß es einer sein müßte, dem sie sich unterlegen fühlen, der sie beschützt (solches Geschwätz würde Gelächter provozieren) oder zu dem sie aufblicken können. Sie erwähnen vielleicht, daß sie einen Mann mit diesem oder jenem Beruf bevorzugen würden (Berufe stehen für Gehaltshöhe, Alters- und Witwenversorgung, die Fähigkeit, hohe Lebensversicherungsprämien zu zahlen). Oder sie sagen etwa: »Der Mann, den ich heiraten würde, müßte ein paar Jahre älter sein, min­destens einen halben Kopf größer und intelligenter als ich.« Das heißt dann nur soviel wie: Es fällt weniger auf und wirkt natürlicher, wenn an etwas älterer, intelligenterer und kräftiger Mensch einen jüngeren, klei­neren und dümmeren ernährt.

Frauen sind gefühlsarm

Es gibt viele Formen und Varianten weiblicher Dressurmethoden, und es würde zu weit führen, hier auf jede einzelne hinzuweisen. Nur zwei relativ harmlose seien noch einer näheren Betrachtung gewürdigt: die der »guten Manieren« des Mannes, und jene, welche die Unterdrückung seiner Emotionen zum Ziel hat.

Jeder Mann, der bei den Frauen Erfolg haben will (und welcher Mann möchte das nicht?), muß außer Intel­ligenz, Ehrgeiz, Fleiß, Ausdauer möglichst noch eine weitere Qualifikation mitbringen: Er muß wissen, wie man sich in Gegenwart von Frauen zu benehmen hat. Dafür gibt es bestimmte Normen, welche die Frauen eigens zu diesem Zweck erfunden haben: die sogenannten »guten Manieren«. Sie besagen, daß jeder Mann, der etwas auf sich hält, jede Frau zu jeder Zeit wie eine Königin zu behandeln hat und daß umgekehrt jede Frau, die etwas auf sich hält, einem Mann die Gelegenheit geben muß, sie jederzeit wie eine Königin zu behandeln.

Freilich wird eine Frau einen Mann schon allein unter der Voraussetzung heiraten, daß er reich ist. Hat sie
jedoch die Wahl zwischen einem reichen Mann mit schlechten und einen ebenso reichen mit guten Manie-
ren, wird sie natürlich den letzteren bevorzugen. Denn die Beherrschung der Regeln des guten Benehmens bürgt ihr dafür, daß diesem Mann der ideelle Wert der Frau durch eine zusätzliche Reihe bedingter Verhal­tensweisen so sehr in Fleisch und Blut übergegangen ist, daß er ihn auch später, wenn sie für ihn weniger attraktiv sein wird, nie mehr ernsthaft in Frage stellt. »Beim Lachen wird man fröhlich«, sagen die Psycho­logen, oder »Der Glaube kommt mit dem Beten« Das ist richtig, trifft aber nur für den Mann zu: Wenn er die Frau wie ein höheres Wesen behandelt, wird sie für ihn ein höheres Wesen. Frauen können zwischen Wirklichkeit und Theater viel besser unterscheiden.

Die »guten Manieren« sind nicht, wie die anderen Dressurakte, tiefenpsychologisch verwurzelte Formen der Konditionierung. Sie werden den Kindern relativ spät anerzogen und sind so besonders leicht als Maß­nahmen weiblicher Ausbeutung zu erkennen. Es ist wirklich ein Rätsel, wie so alte Tricks auch heute noch erfolgreich sein können.

Welche Unverfrorenheit gehört doch zum Beispiel dazu, wenn eine Mutter ihrem Teenagersohn für seinen ersten Theaterbesuch mit einer jungen Dame etwa folgende Ratschläge mit auf den Weg gibt: »… du zahlst das Taxi, steigst aus, gehst um den Wagen herum, öffnest die Tür und hilfst der Dame beim Aussteigen … du geleitest sie die Stufen hinauf; dabei gibst du ihr den Arm oder gehst, wenn nicht genug Platz ist, hinter ihr, damit sie bei einem eventuellen Ausgleiten nicht stürzen kann … du öffnest die Türen für sie … hilfst ihr aus dem Mantel … bringst den Mantel zur Garderobe, besorgst ihr ein Programmheft … du gehst voraus und bahnst ihr den Weg durch die Reihen, in der Pause bietest du ihr Erfrischungen an …« Und so weiter. Dabei muß man noch bedenken, welche Qualen das Theater dem Mann an sich schon bereitet, weil es eine überholte Kunstgattung ist und weil so gut wie alle Stücke, die dort gezeigt werden (wie der größte Teil des »kulturellen Lebens« überhaupt), auf das intellektuelle Niveau der Frauen zugeschnitten sind. Er ahnt, daß sowohl er selbst, der die Frau dorthin begleitet, als auch der ganze Lakaienapparat von Intendanten, Schauspielern und Regisseuren, der sie dort erwartet, nur dazu da ist, ihr und ihrer Clique einen Ort zu bieten, an dem sie ihre schwachsinnigen Orgien feiern können – die darin bestehen, daß sie sich vor der Statisterie der schwarzgekleideten Männer gegenseitig ihre grotesken Maskeraden vorführen.

Der frivolste Aspekt der »guten Manieren« ist, daß sie den Mann in die Beschützerrolle zwingen. Das fängt ganz harmlos dort an, wo er hinter der Frau die Treppe hinaufsteigt und auf der Außenseite des Bür­gersteigs geht, und endet bei der Einberufung zum Militär- und Kriegsdienst. »Wenn es die Situation er­fordert«, lautet also eine der Benimmregeln, »so hat der Mann die Frau unter Einsatz seines Lebens vor Unannehmlichkeiten zu bewahren.« – Sobald er alt genug ist, wird er diese Regeln ohne Überlegung befol­gen: Die Dressur ist ihm längst vorausgeeilt, bei jeder Katastrophe wird er zuerst Frauen und Kinder retten, bevor er an sich denkt. Und wenn es sein Leben kostet!

Dabei gibt es wirklich keinen triftigen Grund, weshalb die Rollen nicht ebenso gut vertauscht werden soll­ten. Da die Frau gefühlsarm ist, könnte sie die Eindrücke der Kriegsgreuel viel leichter verkraften als der Mann, bei dem sie nicht selten psychische Dauerschäden hervorrufen. An den Anblick von Blut ist sie durch den Monatszyklus ohnehin gewöhnt, und die heutige Form der Kriegsführung erfordert weder kör­perliche Kraft noch Intelligenz, nur Zähigkeit. In jeder Statistik über die Lebenserwartung kann man nach­lesen, daß Frauen älter werden als Männer, also zäher sind. Eine normal entwickelte Nordamerikanerin, die während ihrer Schulzeit Sport getrieben hat, ist beispielsweise den viel kleineren Vietnamesen an Körper­kräften bestimmt nicht unterlegen. Ein GI kämpft also, wenn er gegen Asiaten Krieg führt, gegen Feinde, die nicht stärker sind als seine Freundinnen aus dem College.

Die erwähnte Gefühlsarmut zeigt sich auch darin, daß die Frau die Emotionen des Mannes unterdrückt, wo sie nur kann, und sich dabei noch in den Ruf bringt, gefühlvoll und sensibel zu sein.

Die Tränendrüsen sind winzige Flüssigkeitsbehälter, die, ähnlich wie die Harnblase, durch Training dazu gebracht werden können, dem Willen zu gehorchen. Es ist einem Erwachsenen möglich, sein Bett nicht zu nässen und nicht zu weinen. Beim männlichen Kind wird diese Dressur (wiederum durch Selbsterniedri­gung der Frau – »Ein Junge weint nicht!«, »Du bist doch kein Mädchen!«) durchgeführt. Beim weiblichen wird sie unterlassen, und dieses lernt das bald zu seinem Vorteil zu nutzen. Sieht ein Mann eine Frau wei­nen, dann wird er niemals denken, daß sie ihre Flüssigkeitsbehälter nicht unter Kontrolle hat: Er wird an­nehmen, sie sei von einem starken Gefühl überwältigt, ja er schließt dessen Stärke direkt aus der Flüssig­keitsmenge, die ihre Tränendrüsen absondern.

Das ist natürlich eine Fehlinterpretation, denn Frauen sind gefühlsarm – schon deshalb, weil sie sich keine Gefühle leisten dürfen. Gefühle könnten sie dazu verführen, einen für ihre Zwecke unverwertbaren Mann zu nehmen (einen, der sich nicht versklaven läßt), oder daß sie die Männer – die ihnen doch eigentlich sehr fremd sein müßten – überhaupt nicht ausstehen könnten und ihr Leben ausschließlich in der Gesellschaft von Frauen zubrächten (tatsächlich gibt es viel weniger homosexuelle Frauen als Männer, und sie sind meist reich oder zumindest finanziell gesichert).

Das alles würde für eine Frau aber bedeuten, daß sie denken, arbeiten, Verantwortung tragen und auf all jene Dinge verzichten müßte, an denen ihr gelegen ist. Weil sie das nicht will, entwickelt sie keine Gefüh­le, spielt jedoch nach außen hin die Gefühlvolle, damit der Mann nicht merkt, wie kalt und berechnend sie in Wirklichkeit ist. Da sie Gefühle immer nur imitiert, behält sie bei diesem Spiel immer einen freien Kopf und ist so in der Lage, die Gefühle ihres Partners für ihren eigenen Vorteil auszunutzen (man kann ein Ge­fühl nur dann berechnen, wenn man nicht zugleich selbst darin verstrickt ist). Dabei genügt es ihr nicht, daß der Mann glaubt, sie fühle sich so stark wie er. Er muß glauben, sie sei »als Frau« noch viel labiler, sensibler, irrationaler und gefühlsbetonter als er, denn nur so kann sie von vornherein jeden Verdacht von sich ablenken. – Die Vorbedingung für diesen Betrug schafft sie durch den soeben beschriebenen Dressur­akt.

Ein richtiger Mann weint nicht, lacht nicht laut (reserviertes Lächeln wirkt auf seine Umgebung sympa­thisch und auf seine Geschäftspartner seriös), zeigt keine Überraschung (er ruft nicht »ahhh …!«, wenn das Licht angeht, oder »ihhh …!«, wenn er mit kaltem Wasser in Berührung kommt). Er läßt sich nicht anmer­ken, wenn er sich anstrengt (sagt nicht »uff… ! «, wenn er eine schwere Kiste getragen hat), und singt nicht, wenn er fröhlich ist.

Und der Mann, der alle diese Gefühlsäußerungen bei der Frau erlebt, denkt nicht daran, daß er selbst seine Gefühle nur deshalb nicht zeigt, weil eben die Frau ihn gelehrt hat, sie nicht zu zeigen. Er nimmt ganz ein­fach an, daß die Gefühle der Frau unendlich viel stärker sein müssen als seine eigenen, wenn sie sie der­maßen unkontrolliert zur Schau stellt.

Ein Mann, der selbst nur dann weint, wenn ihn ein großes Unglück trifft (etwa beim Tod seiner Frau), muß annehmen, daß der Schmerz, den seine Frau empfindet, wenn sie – zum Beispiel einer verdorbenen Ur­laubsreise wegen – in Tränen ausbricht, ebenso stark ist. Und er wird sich einen gefühlsarmen Tölpel schel­ten, weil er diesen Schmerz nicht nachvollziehen kann. Welche Hilfe wäre es deshalb für die Männer, wenn sie wüßten, was für eiskalte, glasklare Gedanken eine Frau haben kann, während ihre Augen von einem Tränenschleier umflort sind!

Sex als Belohnung

Alle Dressuren gehen auf das Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip zurück. Seine Anwendbarkeit wird von den jeweiligen körperlichen Kräfteverhältnissen zwischen Dompteur und Objekt bestimmt. Doch selbst bei der Dressur kleiner Kinder zeigt sich ein gewisser Trend zugunsten des Zuckerbrots: Es bietet den Vorteil, daß das kindliche Vertrauen in die Erwachsenen erhalten bleibt – die Kinder kommen mit ihren Problemen wei­terhin zu ihren Eltern und lassen sich so noch viel besser manipulieren, als wenn sie geprügelt worden wä­ren.

Hat ein gefangener Delphin einen Dressurakt gut gemacht, wirft ihm der Dompteur einen Fisch zu. Der Delphin ist auf Fütterung angewiesen, er tut dafür, was man von ihm verlangt. Ein Mann dagegen ist in der Lage, sich seine Nahrung selbst zu besorgen: Das Geld geht durch seine Hände. Er wäre also gewisserma­ßen unbestechlich, wenn er nicht noch ein anderes, sehr starkes Bedürfnis hätte, dessen Befriedigung er allein nicht schafft: sein Bedürfnis nach physischem Kontakt mit dem Körper einer Frau. Es ist so stark, und er empfindet bei seiner Realisierung soviel Lust, daß es vielleicht das stärkste Motiv für seine Unter­werfung unter die Frauen ist – ja, vielleicht ist seine Lust an der Unfreiheit nur eine Facette seiner Sexuali­tät. Er muß sein Bedürfnis befriedigen, und die Grundlage der Ökonomie ist noch immer der Tausch. Wer eine Dienstleistung verlangt, muß etwas entsprechend Wertvolles dagegen bieten. Nun verhält es sich so, daß die Männer die exklusive Benutzung der weiblichen Vagina zu Wahnsinnspreisen hochgesteigert ha­ben. Das ermöglicht der Frau einen sehr hohen Grad der Ausbeutung – und er stellt ja auch tatsächlich das konservativste kapitalistische System weit in den Schatten. Kein einziger Mann bleibt davon verschont. Und weil das Weibliche in erster Linie ein soziologisches Phänomen ist und kaum ein biologisches, blei­ben nicht einmal Homosexuelle vor Ausbeutung bewahrt. Der triebschwächere Partner findet bald die Ma­nipulierbarkeit des triebstärkeren heraus, fällt in die Rolle des Ausbeuters – der Frau – und benimmt sich entsprechend: Weiblich sein heißt den schwächeren Sexualtrieb haben.

Genauso, wie sich die Frauen keine großen Gefühle leisten können, verzichten sie auch auf eine ausge­prägte Libido (wie ließe sich sonst erklären, daß ein junges Mädchen sich seinem Freund verweigert, aber trotzdem von Liebe spricht?). Die Frau unterdrückt sie, den Ratschlägen ihrer Mutter folgend, schon wäh­rend der Pubertät im Interesse des Kapitals, das sie später daraus schlagen will. Früher war die »wertvolle« Braut jungfräulich, auch heute noch gilt ein Mädchen mit wenig Liebhabern für »wertvoller« als eines mit vielen. Die Keuschheit des Mannes war noch nie etwas wert (da den Frauen nichts an ihm liegt, liegt ihnen auch nichts an seiner Keuschheit). Ein Junge kann deshalb von einer erwachsenen Frau nur »verführt« werden, niemals vergewaltigt. Ein Mann, der mit einer Minderjährigen das gleiche tut, ist ein Sexualver­brecher, für den der weibliche Mob Zuchthaus fordert.

Ebensogut wie die Frau könnte auch der Mann seinen Sexualtrieb konditionieren – vorausgesetzt, er würde früh genug damit anfangen. Der Beweis sind die Mönche, die weitgehend ohne sexuelle Betätigung aus­kommen (niemand wird ernsthaft behaupten, daß diese große Gruppe von Männern aus Eunuchen besteht). Doch statt ihn unterdrücken zu lernen, läßt der Mann die Entwicklung seines Sexualtriebs fördern, wo es nur geht – selbstverständlich von den Frauen, denn vor allem sie sind an seiner Libido interessiert.

Während ein Mann jederzeit so gekleidet ist, daß sein Anblick auf keinen Fall beim anderen Geschlecht sexuelle Erregung hervorrufen könnte, beginnt die Frau bereits im Alter von zwölf Jahren, sich als Köder herauszu utzen. Sie betont die Rundun • en ihres Busens und ihrer Hüften in en • anlie • enden Kleidun • sstü­cken, macht in durchsichtigen Strümpfen auf die Länge ihrer Beine, auf die Form ihrer Waden und Schen­kel aufmerksam, schminkt Lippen und Augenlider feuchtschimmernd, tönt ihre Haare in leuchtenden Far­ben – und das alles zu keinem anderen Zweck, als damit die Gier des Mannes nach sexueller Betätigung zu erregen und ununterbrochen wachzuhalten. Sie bietet ihm ihre Ware so offen an, als läge sie in einem Schaufenster, und als bedürfe es nur der Überwindung einer winzigen Distanz, um sie zu besitzen. Was Wunder, daß der Mann, durch dieses unverhohlene Kaufangebot in ständige sexuelle Erregung versetzt, bald keinen anderen Gedanken mehr hat als den, genug Geld zu verdienen, um sich in den Besitz der ver­lockenden Ware zu bringen.

Denn ohne Geld oder zumindest ohne Aussicht auf Geld bekommt ein Mann keine Frau und somit keinen Sex. Es gibt zwar in der Beziehung zwischen den Geschlechtern das Kreditwesen – das heißt, daß eine Frau unter Umständen bereit sein wird, solang ihr Mann noch in der Berufsausbildung steckt, ihr eigenes Geld zu verdienen und ihm währenddessen schon -quasi als Vorschuß auf künftige Leistungen – ihren Körper zur Verfügung zu stellen. Aber in diesem Fall sind auch die Zinsen entsprechend hoch (der Beruf, den der Mann während dieser Zeit erlernt, muß so gut dotiert sein, daß sich die Investition der Frau lohnt). Im all­gemeinen gilt der Grundsatz, daß eine Frau um so teurer ist, je ansprechender ihre sekundären Ge­schlechtsmerkmale sind. Deshalb sollte ein Mann, wenn er einem anderen mit einer besonders attraktiven Frau begegnet, nicht deprimiert sein, sondern bedenken, wie teuer diese Frau diesem Mann zu stehen kommt.

Ökonomischer wäre es für den Mann auf jeden Fall, seinen Sexualtrieb bei Prostituierten zu befriedigen, statt sich in eine Ehe zu stürzen (bei Prostituierten im konventionellen Sinn – strenggenommen gehören ja die meisten Frauen in diese Gruppe). Doch da der Mann auch hier wieder nach dem Leistungsprinzip han­delt, auf das er dressiert ist, empfindet er Sex, für den er nicht viel bezahlt hat, als minderwertig. Sein Ge­nuß ist um so größer, je teurer die Frau ist, mit der er schläft. Und wenn er eine begehrte Frau nicht anders bekommt – oder wenn er keine andere Möglichkeit sieht, sie zu behalten -, bietet er den Höchstpreis und führt sie zum Standesamt.

Aus diesem Grund können die Frauen die offene Prostitution ruhig tolerieren. Da ihnen Eifersucht im Sinn des Mannes fremd ist (gelegentlich spielen sie Eifersucht, um ihrem Mann zu schmeicheln), macht es ih­nen nichts aus, Bordelle zu befürworten. Ebensowenig wie es ihnen je etwas ausgemacht hat, außereheli­che Amouren ihres Partners zu ignorieren oder, falls sie zu offensichtlich werden, zu verzeihen. Wie viele Frauen bleiben bei ihrem Mann, wenn er sie betrügt, und wie selten ist das Umgekehrte der Fall. – Ja, die Frau wünscht im Grunde nichts anderes, als daß ihr Mann fremdgeht, denn schlechtes Gewissen oder Dankbarkeit für Toleranz garantieren ihr zusätzliche Vorteile. Am liebsten ist es ihr aber, wenn diese au­ßerehelichen Amouren unter ihrer Kontrolle stattfinden; Partnertausch und Gruppensexpraktiken erschei­nen deshalb immer mehr Frauen als ideale Möglichkeit zur Neutralisierung der sexuellen Phantasie ihrer Männer. Diese Formen außerehelichen Verkehrs sind gratis (das Geld für die Prostituierte fließt in die diversen Haushaltskassen) und bringen keine gesundheitlichen Gefahren mit sich: Da die Beteiligten sich kennen, werden die Regeln der Hygiene besser eingehalten, als wenn jeder Mann für sich anonyme Bor­delle frequentiert (ansteckende Krankheiten sind ja das einzige, was die Frauen bei den sexuellen Abenteu­ern ihrer Männer wirklich befürchten müssen).

Was für eine Ironie, wenn die Männer ausgerechnet die gewöhnlichen Prostituierten so sehr verachten -gehören doch diese zu den wenigen Frauen, die ehrlich zugeben, daß sie mit der Vermietung einer be­stimmten Körperöffnung ihr Geld machen. Prostituierte, Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin, Fotomodell sind Berufe, die nicht von Männern ausgeübt werden. Doch während Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin, Fotomodell mit Netz arbeiten – das Netz ist der Mann, der sie auffängt, wenn sie keine Lust mehr haben -, ist die Prostituierte ohne jede Sicherung. Wird sie müde, steht niemand bereit, der nur auf diesen Augen­blick gewartet hat, und es gibt in unserer Gesellschaft keinen Mann, der sich von einer ehemaligen Prosti­tuierten so ausbeuten ließe wie von einem ehemaligen Fotomodell.

Die Frauen selbst verachten die gewöhnlichen Prostituierten ebenfalls, aber aus einem anderen Grund: Sie verachten sie wegen ihrer Dummheit. Eine Frau, die ihren Körper so ungeschickt verkauft, ist nach dem Intelligenzbarometer der Frauen einfach zu dumm. Sie bewundern nur solche Frauen, die Wucherpreise erzielen und zum Beispiel von einem der Rothschilds, Aga Khans oder Rockefellers geheiratet werden. Den Begriff vom »schmutzigen Gewerbe« haben sie nur zur Abschreckung der Männer geprägt, die viel­leicht sonst doch eines Tages Parallelen ziehen könnten. Das Grundprinzip von Sex als Belohnung ist bei allen Frauen gleich: Sie bieten sich dem Mann an, indem sie ihre Reize betonen, machen ihn lüstern, und wenn er dann brav seine Dressurkunststückchen vorzeigt, schenken sie sich ihm. Und da sie ihn immer und immer wieder aufgeilen, braucht er diese Belohnung immer und immer wieder. Nur Männer von geringer sexueller Potenz können es sich leisten, lang herumzugammeln und auf diese regelmäßigen Belohnungen zugunsten sporadischer zu verzichten. Ein Mann mit ausgeprägter Libido muß noch fügsamer sein als jeder andere – der »dynamische, unternehmungslustige, tatkräftige, begeisterungsfähige junge Mann«, den man in allen Wirtschaftszweigen so sehr begehrt, ist nichts weiter als ein total sexabhängiger Psychopath, der sich seine Ziele in bezug auf die Frauen besonders hoch gesteckt hat. Denn was, wenn nicht die Belohnung durch eine Frau, sollte einen jungen Mann dazu veranlassen, sich mit Begeisterung für den Verkauf eines x-beliebigen Markenartikels einzusetzen, während draußen vor seinem Bürofenster eine ganze Welt voll interessanter Abenteuer auf ihn wartet? Sein Trieb ist so stark, daß er auf die ganze Welt draußen verzich­tet und sich mit dem so schwer erbeuteten Geld eine Frau kauft. Doch nennt er diese Frau dann auch sein »Abenteuer« – sie ist niemals ein Ersatz für das Verlorene: Bei seiner Begegnung mit einer Frau verläuft alles nach dem strengen System von Angebot und Nachfrage, das festen Regeln gehorcht und bei dem Überraschungen selten sind.

Die alte Weisheit, das Schicksal der Frau sei ihre Anatomie, trifft tatsächlich zu, insofern man unter Schicksal etwas Positives versteht. Im negativen Sinn könnte dieser Spruch heutzutage allerdings eher auf den Mann passen, denn während die Frau von ihren anatomischen Besonderheiten profitiert, wo sie nur kann, bleibt er ewig Sklave der seinen. Die Erektion des männlichen Gliedes ist für eine Frau so grotesk, daß es ihr, wenn sie zum ersten Mal davon erfährt, vollkommen unmöglich erscheint, daß es so etwas ge­ben kann. Und wenn sie dann bemerkt, daß es nicht einmal der Gegenwart einer nackten Frau bedarf, um dieses Phänomen – das so simpel ist wie ein Patelar-sehnenreflex – zu erzeugen, sondern daß bereits der Anblick eines Filmes oder einer Photographie dazu genügt, kommt sie aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Es hat wohl nie etwas Absurderes gegeben als die Freudsche Illusion vom Penisneid. Das männliche Glied nebst Hodensäcken erscheint der Frau lediglich als etwas völlig Überflüssiges am sonst so aufgeräumten Körper des Mannes, als etwas beinahe Unordentliches (es ist ihr unverständlich, daß der Penis nach Gebrauch nicht wie die Antenne eines Kofferradios im Körper des Mannes versenkt werden kann), kein kleines Mädchen würde auf die Idee kommen – auch nicht im tiefsten Unterbewußtsein -, einen kleinen Jungen darum zu beneiden (daß es vor ihm benachteiligt wird, empfindet es schon gar nicht, denn es wird ja bevorzugt).

Freud war der Dressur durch weibliche Selbsterniedrigung zum Opfer gefallen, die seine Mutter und später seine Ehefrau – und wohl auch seine Töchter -an ihm durchgeführt hatten. Er verwechselte Ursache und Wirkung: Eine Frau denkt ja nicht, der Mann sei mehr wert als sie selbst, sie sagt es nur. Die Macht der Frau wäre eher ein Grund zum Neid – aber der Mann hat ja Lust an seiner Ohnmacht.
Die weibliche Libido

Die weibliche Sexualität bereitet den Männern Unbehagen. Denn sexuelle Erregbarkeit und Orgasmus las­sen sich bei der Frau – ganz im Gegensatz zum Mann – schwer kontrollieren. Die Männer sind also bei ih­ren Untersuchungen hauptsächlich auf jene Informationen angewiesen, die ihnen die Frauen freiwillig zu­kommen lassen. Und da eine Frau an wissenschaftlich exakten Ergebnissen in keiner Weise interessiert ist und immer nur an den nächstliegenden Vorteil denkt, wird sie immer nur gerade das aussagen, was ihr in dieser oder jener speziellen Situation opportun erscheint. Deshalb führen die vielen Untersuchungen – etwa über die Frigidität der Frau, über ihre Genußfähigkeit beim Geschlechtsakt, ob sie einen mit dem des Man­nes vergleichbaren Orgasmus hat – zu genau entgegen gesetzten Resultaten (es sei unterstellt, daß auch Masters & Johnson die Durchschnittsfrau nicht auf ihren Prüfstand bekamen). Der Mann schwankt daher zwischen der Annahme, die Frau habe überhaupt keinen Sexualtrieb, und alles sei nur Komödie, und der Furcht, sie sei in Wirklichkeit viel potenter als er (und verschweige ihm das aus Mitleid), ständig hin und her. Um sich Gewißheit zu verschaffen, arbeitet er immer neue, noch besser ausgeklügelte Fragen und Fra­gebogen aus, in der selbstverständlichen Erwartung, die Frauen beantworteten sie im Dienst der höheren Sache gewissenhaft. Eine trügerische Erwartung!

Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte: Die Frauen sind zwar nicht wild auf Geschlechtsver­kehr (sonst gäbe es sicher mehr männliche Prostitution), andererseits ist ihnen der Geschlechtsakt auch nicht verhaßt, wie oft behauptet wird.

Die Frau existiert auf einem animalischen Niveau, sie ißt gern, trinkt gern, schläft gern, und auch Sex ge­fällt ihr – vorausgesetzt, sie versäumt dadurch nichts Besseres und muß sich dafür nicht übermäßig an­strengen. Im Gegensatz zum Mann würde sie nie größere Strapazen auf sich nehmen, um einen Partner ins Bett zu bekommen: Wenn sie ihn aber schon in ihrem Bett hat (und wenn sie nicht gerade eine kosmeti­sche Großaktion beabsichtigt oder im Fernsehen ein Programm läuft, das sie gern sehen würde), ist sie -vorausgesetzt, dieser Mann übernimmt die aktive Rolle – dem Geschlechtsverkehr durchaus nicht abge­neigt. Denn auch die schöne Bezeichnung »aktiv« für den männlichen Part und »passiv« für den weibli­chen kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich die Frau auch im Bett – wie sonst überall im Leben -vom Mann bedienen läßt. Auch wenn er dem Mann Lust verschafft, ist der Geschlechtsakt doch letzten Endes nichts weiter als eine Art Service an der Frau, bei dem der Mann der bessere Liebhaber ist, der einer Frau geschickter rascher und länger Lust verschafft.

Weil die Männer zumindest ahnen, daß eigentlich sie diejenigen sind, die während des Geschlechtsakts mißbraucht werden, hatten sie schon immer eine gewisse Angst vor der weiblichen Libido. Man findet diese Angst in vielen Riten vergangener Kulturen, in den philosophischen Werken Schopenhauers, Nietz­sches, in den Romanen Baudelaires, Balzacs, Monther-lants, in den Dramen von Strindberg, Tennessee Williams, O’Neill. Doch seit der Erfindung der Geburtenkontrolle durch Ovulationshemmer – der soge­nannten Anti-Baby-Pille – hat diese Angst hysterische Formen angenommen. Es werden ganze Bücher dar­über geschrieben, ob und wie sehr der Mann die Frau in sexueller Hinsicht fürchten müsse, ganze Zweige der Publizistik leben davon, den Männern Ratschläge für eine überlegene Rolle im Geschlechtsverkehr zu verkaufen.

Denn mit der Erfindung der medikamentösen Empfängnisverhütung hat sich der Mann (natürlich hat er diese Erfindung gemacht) des einzigen Triumphs beraubt, den er bei all seiner sexuellen Abhängigkeit von der Frau noch hatte: Sie war ihm in diesem Punkt in gewisser Weise ausgeliefert. Jetzt ist sie plötzlich auch hier überlegen: Sie kann Kinder haben, soviel, sowenig und von wem sie will (also möglichst von einem Reichen), und auch wenn sie keine Fortpflanzungsabsichten hat, kann sie den Geschlechtsakt voll­ziehen, sooft es ihr vorteilhaft erscheint.

Der Mann kann das nicht. Er hat sich immer den Anschein gegeben, seine sexuelle Potenz sei unendlich groß, und nur die Zurückhaltung der Frau hindere ihn daran, sie unter Beweis zu stellen. Doch heute muß er Farbe bekennen, heute kann sich jede Frau in der erstbesten Illustrierten darüber informieren, wie es um die männliche Potenz bestellt ist. Sie weiß jetzt, wie potent ein Mann in einem bestimmten Alter zu sein hat, ob er nachmittags potenter ist als nachts, ob er vor dem Essen potenter sein sollte als nachher, ob See­oder Gebirgsluft seine Potenz steigern, und wie oft hintereinander er in der Lage sein muß, eine Frau zu befriedigen. Und da die Männer die Statistik nie belügen – der männliche Mann lügt überhaupt nicht, Lü­gen ist für in ein Eingeständnis der Schwäche -, kann sie sich auf diese Daten hundertprozentig verlassen. Anhand der Tabellen, welche die Männer für sie ausgearbeitet haben, kann sie die Potenz eines bestimmten Mannes feststellen. – Nicht nur feststellen, sondern, daß der Geschlechtsverkehr kein Risiko mehr für sie birgt, mit der eines jeden beliebigen anderen vergleichen. Doch sie wird nicht – wie der Mann in seiner Angst glaubt – die Potenzen gegeneinander abwägen und sich für den Potentesten entscheiden. Da sie – wie bereits gesagt wurde – nicht wild ist auf Sex, wird sie (falls die anderen Bedingungen gleich sind) eher den weniger Potenten bevorzugen und mit ihren Intimkenntnissen erpressen.

Denn der Mann ist auf sexuellem Gebiet mehr noch als sonst ein Opfer des Leistungsprinzips, nach dem er dressiert wurde. Er gibt sich selbst Zensuren: dreimal hintereinander = sehr gut, zweimal = gut, einmal = befriedigend. Sexuelles Versagen bedeutet für ihn Versagen auf jedem Gebiet (auch wenn er ein brillanter Wissenschaftler ist, wird er nicht mehr glücklich werden). Die Frau weiß das und sieht darin mehrere Mög­lichkeiten, sich Vorteile zu verschaffen: a) Sie kann so tun, als wisse sie nicht, daß ihr Mann eine geringe Potenz hat, und ihn trotzdem für seine Potenz loben (vermutlich die am meisten verbreitete Methode), b) Sie kann den Mann glauben machen, seine geringe sexuelle Leistungsfähigkeit sei ein großes Handikap, und er könne sich glücklich schätzen, wenn sie trotzdem bei ihm bleibe, c) Sie kann drohen, ihn öffentlich bloßzustellen, wenn er sich ihr nicht genügend versklavt. Und weil der Mann sich noch lieber einen Dieb oder Totschläger schelten läßt als einen Impotenten, wird er sich in jedem Fall beugen und tun, was sie von ihm verlangt.

Die Potenz des Mannes hängt noch mehr als jede andere Körperfunktion von psychischen Faktoren ab, und wenn es einmal angefangen hat, gerät er tatsächlich mit der Zeit in immer größere Potenzschwierigkeiten. Er steigert sich in die Angst, die Frau nicht mehr zu brauchen, denn aufgrund seiner Dressur identifiziert er diese Abhängigkeit mit seiner Männlichkeit. Man muß sich den Widersinn einmal klarmachen: Er tut alles, um sich die Abhängigkeit von der Frau zu erhalten. Aphrodisiaka – früher unter dem Ladentisch verkauft und von Quacksalbern zubereitet – sind längst salonfähig geworden und Bestseller der pharmazeutischen Industrie. Sogar in seriösen Blättern häufen sich die Artikel über Beischlafschwierigkeiten, und Herrenwit­ze – die bekanntlich der männlichen Kastrationsangst entspringen – haben mehr denn je Hochkonjunktur, obwohl ihnen der »Witz« meistens fehlt. Die zahlreichen pornografischen Magazine kauft sich der Mann bestimmt nicht zum Vergnügen – amüsieren würde er sich auf einem anderen Niveau besser -, sondern in der verzweifelten Hoffnung, durch diese starken Reize immer fit zu sein und auf der Höhe seines Männ­lichkeitsmythos zu bleiben.

Und bei alledem ist er wieder einmal das Opfer seiner Gewohnheit, die eigenen Wertmaßstäbe für die Be­urteilung der Frau anzuwenden. Er glaubt, die Frau habe nun, da es eine zuverlässige Verhütungsmethode gibt, nichts anderes mehr im Kopf, als alles Versäumte nachzuholen und nur noch das zu machen, was er -wegen seiner gründlichen Dressur – für das höchste aller Vergnügen hält – Sex. Das ist selbstverständlich ein Irrtum – denn Sex ist zwar ein Vergnügen für die Frau, aber lang nicht das größte. Die Freude, die einer Frau ein Orgasmus verschafft, rangiert auf ihrer Wertskala weit hinter der, die ihr zum Beispiel der Besuch einer Cocktailparty bereitet oder der Kauf von einem Paar auberginefarbenen Lackstiefeln.

Die Angst der Männer, durch die neugewonnene Freiheit der Frauen von diesen sexuell übertroffen oder gar physisch geschwächt zu werden, ist deshalb absurd. Eine Frau wird einen Mann, der für sie sorgt, im­mer nur so weit außer Gefecht setzen, daß er am darauffolgenden Morgen pünktlich in seinem Bürosessel Platz nehmen kann. Weshalb sollte sie in diesem Punkt Risiken eingehen? Selbst eine feurige Geliebte wird, wenn ihrem Mann wegen durchlebter Nächte auch nur der geringste Nachteil in seiner beruflichen Laufbahn entstehen könnte, den Geschlechtsverkehr sofort auf ein ungefährliches Maß reduzieren. Nym­phomanische Frauen gibt es fast nur im Film und im Theater. Gerade weil sie im Leben selten sind, ist das Publikum auf sie neugierig (aus demselben Grund handeln so viele Filme und Romane von extrem reichen Leuten, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung ja auch sehr gering ist).

Wenn die Frauen an der männlichen Potenz interessiert sind, so hauptsächlich wegen der zu zeugenden Kinder. Kinder braucht die Frau – wie wir später noch sehen werden – zur Verwirklichung ihrer Pläne. Vie­le Frauen wären vermutlich froh, wenn die sexuelle Potenz ihres Ehepartners nach der Zeugung von zwei bis drei Kindern versiegen würde, ließen sich doch so für sie eine Unmenge kleiner Komplikationen ver­meiden.

Daß der Frau die körperliche Liebesfähigkeit des Mannes nicht so wichtig ist, beweist auch die Tatsache, daß gutverdienende Männer auch dann unbeirrt geheiratet werden und verheiratet bleiben, wenn sie impo­tent sind (man könnte sich umgekehrt kaum vorstellen, daß Frauen ohne Vagina irgendwelche Aussichten auf die Ehe mit einem normal veranlagten Mann hätten).

 

Dressur durch Bluff

Der starke Sexualtrieb des Mannes, seine hervorragende Intelligenz und sein Verlangen nach einem Sys­tem, das ihm seine große Verantwortung abnimmt (die er aufgrund eben dieser Intelligenz erkannt hat), gestatten der Frau die sinnvolle Verwertung von Institutionen, die eigentlich der Vergangenheit angehören: der Kirchen, Sekten und anderen Glaubensgemeinschaften einer jeglichen Richtung, die sie kaltblütig zur Dressur ihrer kleinen Kinder mißbraucht und deren Heere von Angestellten, die Geistlichen, ihr auch spä­ter, wenn diese Kinder erwachsen sind, als eine Art Polizeitruppe dienen, die darauf achtet, daß ihre Inte­ressen immer gewahrt bleiben. Dabei kommt es ihr zustatten, daß sie selbst, wie wir gesehen haben, weder gläubig noch abergläubisch ist. Auch die Männer glauben später nicht an die Lehren ihrer Kirche (es sei denn, eine Dressur wäre – wie etwa bei einem Priester – besonders gut gelungen), doch wenn man sie die­sen Lehren früh genug zuführt, kann man gewisse Archetypen in ihnen züchten, Maßstäbe für Gut und Böse, die nicht in ihrem Verstand verwurzelt sind, sondern in ihrem Unterbewußtsein, und die sie deshalb nie mehr vergessen können. Und diese Maßstäbe sind ihrem Wesen nach immer Maßstäbe der Frau.

Jedes Glaubenssystem gründet sich auf Dressur, denn es besteht aus einer gewissen Anzahl von Regeln oder Geboten und einem Katalog von Strafen, die der Übertretung dieser Regeln (der sogenannten »Sün­de«) folgen. Natürlich folgen diese Strafen niemals wirklich, denn der Glaube an eine Art Überbewußtsein ist ja ein System ohne reale Basis, und es gibt daher auch niemand, der von einer heimlichen Sünde wissen oder sie bestrafen könnte. Man sagt deshalb, daß Unglücksfälle, die sich sowieso ereignen, wie etwa Erd­beben oder der Verlust eines Freundes (früher, bei noch wenig entwickelten Naturwissenschaften, auch Seuchen, Mißernte, Blitzeinschlag), solche Strafen für begangene Sünden seien und daß man diese durch bedingungslose Unterwerfung unter die Regeln oder durch Buße (eine Art Gehirnwäsche) von sich selbst abwenden könne. Natürlich wird der Mensch in dem Maß, wie er seine Intelligenz entwickelt, diese Fikti­on durchschauen und das Ausbleiben der Strafen verifizieren können. Doch die tief verwurzelte Angst vor den Strafen (das Gefühl der Sünde), das in jenen ersten Jahren in ihm gezüchtet wurde, wird ihn auch als Erwachsenen nach Möglichkeit Handlungen meiden lassen, die in seiner Jugend als »böse« galten. Oder er wird, wenn er sie begeht, zumindest ein schlechtes Gewissen dabei haben.

Eine der Sünden, die sich in beinahe allen diesen Katalogen findet, ist die Freude am Geschlechtsakt, der nicht der Fortpflanzung dient. Und da die Männer – von den Frauen dazu provoziert – immer Lust auf Sex haben, dieser Lust so oft wie möglich nachgeben möchten und dabei nie an Fortpflanzung denken (wäh­rend des Orgasmus empfindet der Mann bestimmt jede Art von Freude, nur nicht die Freude auf das Kind, das er gerade zeugt – er wird also in diesem Augenblick noch mehr betrogen als gewöhnlich), verstoßen sie ständig zumindest gegen eine der Regeln ihres Kinderglaubens und tragen so immer ein Gefühl von Sünde mit sich herum. Die Frauen hingegen, die ihren Trieb konditioniert haben und den Geschlechtsakt meist aus einem bestimmten Grund ausführen, und nicht zu ihrem Vergnügen (Broterwerb, Fortpflanzung, Be­friedigung des Mannes – im letzten Fall also karitativ), begehen dadurch meist keine Sünde; selbst wenn sie darauf Wert legen würden, blieben sie von Gewissensbissen verschont. Im Gegensatz zum Mann, der zwar immer wieder gute Vorsätze faßt, diese jedoch in der Praxis nicht einhalten kann, hätten sie, auch

wenn sie daran glaubten, kein Schuldkonto bei ihrem System. In ihrem Hang zur Selbsterniedrigung, ihrem verstümmelten, unterdrückten Sexualtrieb (und auch in der Selbstverständlichkeit, mit der sie ohne einträg­liche Beschäftigung auskommen und andere für sich arbeiten lassen) ähneln sie jenen Figuren – Jesus, Gandhi -, die sie ihren Männern als Vorbilder anpreisen lassen. Vorbilder, die diese in ihrer Triebbeses­senheit natürlich nie erreichen können und die sie in ihrem Verdacht bestätigen, alle wirklich anbetungs­würdigen Qualitäten seien doch letzten Endes weiblich.

Dabei sind weder die Frauen am Sexualtrieb des Mannes sonderlich interessiert, noch deren Polizei. Das Tabu müßte nicht unbedingt Sex sein, sie haben es nur deshalb gewählt, weil Sex die größte und reinste -vielleicht die einzige – Freude des Mannes ist. Wenn er den gleichen oder einen noch größeren Genuß beim Essen von Schweinefleisch oder beim Rauchen empfände, würden sie natürlich sein Gefühl für Sünde mit der Zigarette oder dem Schweinefleisch koppeln. Hauptsache, er lebt überhaupt in Sünde – in Angst – und bleibt so manipulierbar. Der Katalog wird deshalb auch je nach Alter variiert. Für die Kleinen ist die Lüge Sünde, das Begehren fremden Eigentums oder die unzureichende Ehrerbietung gegenüber Vater und Mutter. Für die Älteren ist es die Lust auf Sex und das Begehren »des Weibes ihres Nächsten«.

Doch wie sollen sie diese Sünden erkennen, wenn sie zunächst weder die Regeln kennen noch das System, in dessen Namen sie errichtet wurden? Wie sollen sie an etwas glauben, daß es nicht gibt, oder sich einer Freude schämen, die niemand schadet? Da alles, was mit religiösem Glauben zu tun hat, dermaßen gegen die Logik verstößt, muß die Dressur in einem Alter durchgeführt werden, in dem man noch nicht logisch denken kann. Sie muß nach Möglichkeit an einem Ort stattfinden, dessen absurde Architektur der Absurdi­tät des Vorgetragenen entspricht und es so etwas weniger unglaubhaft erscheinen läßt. Und wenn möglich, sollten diejenigen, die diese Schulung im alogischen Denken betreiben, anders aussehen als gewöhnliche Menschen. Wenn es zum Beispiel Männer sind, die Frauenkleider tragen oder irgendeine andere Maskera­de, wird die Verwirrung und Einschüchterung der Kinder besser gelingen, und der Respekt, den sie vor diesen Wesen empfinden, wird sie auch bei späteren Begegnungen nie ganz loslassen.

Dabei haben die Frauen von Anfang an dafür gesorgt, daß ihre Lobby, die Geistlichen, ausschließlich aus Männern besteht. Denn erstens könnte es dem weiblichen Image schaden, wenn sie ihre Interessen selbst vertreten würden (man könnte sie womöglich für berechnend halten!), und zweitens wissen sie, daß der Mann nicht allzuviel von ihrem Verstand hält und daß sie deshalb immer nur über die Gefühle auf ihn ein­wirken können. Aber Ratschläge, die ihm ein anderer Mann erteilt – besonders einer, den er von Kind an als Respektperson kennengelernt hat -, wird er anhören und vielleicht sogar befolgen. Daß diese Ratschlä­ge immer den Frauen zugute kommen (sie raten zum Beispiel, bei einer ungeliebten Frau auszuharren oder für Kinder zu sorgen, die sie nicht gewollt haben), entspricht nicht etwa einer Feindseligkeit dieser Lobby gegenüber den »normalen« Männern, sondern ist eine direkte Konsequenz aus deren finanzieller Abhän­gigkeit von den Frauen.

Die Frauen könnten gut ohne Kirchen existieren (sie brauchen sie, wie gesagt, nur zur Dressur von Män­nern und Kindern oder als Kulisse zur Vorführung von Garderoben zu besonderen Gelegenheiten), die Kirche selbst wäre jedoch ohne die Unterstützung der Frauen schnell ruiniert. Wenn es der Frau einfiele, ihre Kinder nur noch außerhalb der Kirchen zu dressieren – was zuweilen schon geschieht -, wenn sie dar­auf verzichteten, das Kirchenschiff als den wirkungsvollsten Rahmen für ein weißes Kleid zu betrachten, und wenn sie sich bei der Trauzeremonie mit der Einschüchterung des Bräutigams durch einen Standesbe­amten begnügten, stünden die Kirchen innerhalb weniger Jahre vollkommen leer (in der Sowjetunion ha­ben die sogenannten »Heiratspaläste« die Kirchen als Kulisse ersetzt). Man würde sie plötzlich als das er­kennen, was sie sind, Relikte aus einer vergangenen Kultur, und ihnen unverzüglich alle staatlichen und privaten Zuwendungen sperren – die doch letzten Endes immer von Männern kommen, denn natürlich zahlt der Mann, da es sonst niemand für ihn tut, seine Peiniger stets selbst. Wenn daher jemand sagt, die Kirchen hätten erwiesenermaßen etwas Magisches an sich, weil sie mit ihren jahrtausende alten Lehren auch heute noch so viele Menschen in ihren Bann zögen, dann ist das ganz einfach eine Fehlinterpretation. Nicht die Kirchen haben dieses Magische, sondern die Frauen. Die Glaubensgemeinschaften sind längst zu Instru­menten der Frauen umgemünzt und tun wohl nie etwas anderes als das, was diese von ihnen verlangen.

Die Leidtragenden sind nicht zuletzt die Repräsentanten der Religionsgemeinschaften selbst. Sie wollen nichts weiter als ein friedliches, kampfloses Leben führen (freilich auf Kosten der männlichen Männer -aber die Frauen tun ja nichts anderes) und werden nun von den Frauen als eine Art Mafia benutzt, mit de­ren Hilfe sie ihre Kinder erschrecken, ihre Partner versklaven, den Fortschritt bremsen. Sie werden ge­zwungen (unter Boykottdrohung), bei besonderen Anlässen in einer lächerlich-weibischen Maskerade auf­zutreten, mit lauter Stimme groteske Lieder zu intonieren und vor einem – manchmal sogar intelligenten -Auditorium Schauermärchen zu verbreiten, die allen modernen theologischen Erkenntnissen widerspre­chen, die sie auf ihren Universitäten gelernt haben und mit denen sie sich vor diesem Auditorium unsäglich blamieren.

Denn mit der modernen Theologie, die dem Zucker-brot-und-Peitsche-Prinzip völlig entsagt, kann man niemand mehr schrecken und selten Leistungen steigern. Was die Frauen brauchen, sind die alten Ge­schichten aus der Mottenkiste von Himmel und Hölle, Engel und Teufel, Paradies und Jüngstem Gericht. Nur wenn der Tod eine Tür zu ewigem Glück oder ewiger Verdammnis ist, an der nach einem Punktsys­tem die auf Erden vollbrachten Leistungen im Sinne der Frau abgerechnet werden, ist er ein brauchbares Dressurmittel. Und wenn man das ewige Leben als etwas Wirkliches hinstellt, zu dessen Erwerb nur Treue und Sklaverei erforderlich sind, dann ist das den Interessen der Frauen viel zuträglicher, als wenn ihre Männer tatsächlich nach der biologischen Unsterblichkeit forschen würden, die womöglich dann doch ein paar Generationen auf sich warten ließe.

Von alledem bleiben die Frauen selbst natürlich ganz unberührt. Sie gehen in ihre Kirchen, wann immer es erforderlich scheint, und bleiben ohne Gewissensbisse fern, wann immer es ihnen paßt. Zu den großen Ze­remonien (die nie etwas anderes sind als Einschüchterungsversuche – Einschüchterungsversuche der Frau­en, nicht der Priester) erwerben sie mit viel Aufwand festliche Toiletten (Brautkleider, Taufkleider, Trau­erkleider, Firmungskleider) und stecken die sie begleitenden Männer in die gewohnten dunklen Anzüge. Sie spielen die Gläubigen, Abergläubischen oder auch die Zweiflerinnen, doch bei allem denken sie über den Glauben selbst nie nach. Die Erwägungen der Männer, ob es physikalische Voraussetzungen dafür gäbe, durch einen Zaubertrick auf dem Meer zu wandeln, Wasser zu Wein zu verzaubern oder durch Zau­berei »unbefleckt« ein Kind zu empfangen, lassen sie kalt. Sie sind, wie immer, auf die Sache selbst nicht neugierig, ihr Interesse liegt bei deren Verwertbarkeit. Und wenn sie auf einen Mann treffen, der einen anderen Glauben hat und zur Bedingung macht, daß sie den ihren aufgeben, tun sie es ohne Zögern.

Kommersialisierte Gebete

Die meisten Männer vergessen, wie gesagt, ihren Kinderglauben. Was bleibt, sind andressierte Verhal­tensmuster, wie etwa die Wahrheitsliebe, die Freude an der Arbeit oder die Lust an der Unfreiheit.

Vom moralischen Standpunkt aus ist das Recht auf Lüge eines jener Menschenrechte, die eigentlich jedem zustehen sollten, denn mit der Lüge kann man allzu dreiste Überwachungsversuche der Gesellschaft ab­wehren und so den eigenen Existenzkampf verringern. Ungünstig ist dabei nur, daß lügen nur dann sinn­voll ist, wenn nicht jeder lügt. Das heißt, damit jemand belogen werden kann, muß er wahrheitsliebend sein und das auch bei anderen voraussetzen. Die Lüge ist also gewissermaßen ein Luxusartikel, sie hat Sel­tenheitswert; und der muß – durch unablässige Verteufelung – im Interesse der Lügner unbedingt erhalten bleiben. Aus diesem Grund ist es so wichtig, daß die Frau den Mann zur Wahrheitsliebe dressiert: Nur wenn er die Wahrheit liebt, kann sie sich diesen Luxus leisten.

Die Wahrheitsliebe des Mannes ist für das Überleben der heutigen Gesellschaftsordnung, in der alle wich­tigen Arbeiten von Männern verrichtet werden, ohnehin Voraussetzung: Auf der Lüge könnte man keine funktionstüchtigen – das heißt logischen – Systeme errichten. In unserem hochentwickelten, arbeitsteiligen Gesellschaftssystem muß einer mit dem anderen zusammenarbeiten und sich auf dessen Daten vollkom­men verlassen können. Würden die Männer lügen – würden sie, nur weil es ihnen in einem Augenblick nützlich wäre, etwa falsche Angaben über die Abfahrtszeiten von Zügen, Kapazitäten von Frachtern oder Benzinvorräten von Flugzeugen an ihre Kollegen melden -, so hätte dies für das gesamte Wirtschaftssys­tem verheerende Konsequenzen; binnen kürzester Zeit entstünde ein komplettes Chaos.

Eine Frau kann ruhig lügen. Da sie nicht in den Arbeitsprozeß eingegliedert ist, schadet ihre Lüge immer nur einem einzelnen Menschen – meist ihrem Mann -, und sie nennt sie, wenn sie zuweilen doch ertappt wird, auch nicht »Lüge« oder »Betrug«, sondern »weibliche List«. Und solange sie nur »weibliche List« anwendet (solange es nichts mit einer körperlichen Untreue zu tun hat – das einzige Delikt, das ihr der Mann nicht verzeihen würde), findet niemand etwas Anstößiges an ihrer Lügerei. Es scheint dem Mann (wegen der an ihm vorgenommenen Dressur durch Selbsterniedrigung der Frau) ganz natürlich, daß eine Frau, schwach und abhängig wie sie ist, solche Listen gebraucht, um ihn, den starken, triebbesessenen Ko­loß (dieses »unselige Tier«), auf den richtigen Weg zu lenken. Und es ist deshalb kein Wunder, daß erfolg­reiche Erfahrungen in dieser Sparte unter den Frauen ganz offen diskutiert und sogar in ihren Gazetten, den Frauenzeitschriften, veröffentlicht werden können. Die Mütter geben sie an ihre Töchter weiter und diese an die ihren. Sie empfinden diesen Erfahrungsaustausch als völlig legitim, denn sie sind ja häufig dazu gezwungen, beide den gleichen Mann auszubeuten (erst den der Mutter, dann den der Tochter), und ihr ganzes Wohlergehen hängt davon ab, wie er pariert.

Natürlich sagen sie einem erwachsenen Mann nicht offen, daß er nicht lügen darf. Sie tun nichts weiter, als mit seiner Lüge Unlustgefühle zu verbinden. Das machen sie – wie wir gesehen haben – entweder über den Umweg der Glaubenssysteme, bei denen auf Lügen fiktive Strafen stehen, oder direkt, durch eine Art per­sönlicher Magie. Wenn eine Frau ihrem Kind sagt: »Lügen ist etwas Böses, du darfst deine Mutter niemals belügen«, dann bekommt das Kind automatisch beim Lügen Gewissensbisse. Sie braucht dieses »Böse« nicht weiter zu begründen, das Kind glaubt es einfach so, es ist darauf angewiesen, ihr zu glauben, und vertraut darauf, daß sie es ihrerseits auch nicht belügt (was natürlich Unsinn ist, denn Mütter belügen ihre Kinder ständig.

Es ist die gleiche Magie, mit der die Frau später ihren Mann überzeugt: »Untreue ist etwas Erbärmliches, du darfst mich nie betrügen«, oder bei den sogenannten »großzügigen« Frauen: »Wenn du mich betrügst, ist es nicht so schlimm, nur verlassen darfst du mich nicht.« Der Mann folgt diesem Befehl – denn es ist ein Befehl -, ohne dessen Berechtigung zu bezweifeln: Er wird eine solche Frau gelegentlich betrügen, doch verlassen wird er sie selten (obwohl doch das Eingeständnis einer solch maßlosen Gleichgültigkeit für ihn ein Signal zum sofortigen Aufbruch sein müßte).

Im Allgemeinen lügt der Mann nur in einer einzigen Situation, nämlich dann, wenn er – seinem starken Geschlechtstrieb folgend – eine Frau, die er liebt, trotzdem mit einer anderen betrogen hat. In diesem Fall bekommt er es dermaßen mit der Angst vor den möglichen Konsequenzen (daß die geliebte Frau etwa Gleiches mit Gleichem vergelten könnte), daß er eher die größten Unlustgefühle in Kauf nimmt, als die Wahrheit zu gestehen. Wenn es aber zum Beispiel darum geht, einen schweren, selbstverschuldeten Auto­unfall zu beichten, einen menschlichen Verrat oder einen verbummelten Arbeitstag, unterdrückt er seine Angst vor Komplikationen und erleichtert sich bei ihr lieber mit einem vollen Geständnis.

Bei der Frau verhält es sich genau umgekehrt: Sie verheimlicht ihrem Mann alles, nur nicht ihr Interesse an einem anderen Mann oder dessen Interesse an ihr. Wenn sich schon ein zweiter oder dritter Mann für sie interessiert, dann muß dieses Interesse auch umgehend kommerzialisiert werden und so einen Sinn be­kommen: Der Mann, dem sie es eingesteht, muß begreifen, daß es notfalls noch andere gibt, die für sie sorgen würden. Das wird augenblicklich seine Produktivität steigern und ihn wieder auf Trab bringen.

Über die männliche Lust an der Unfreiheit wurde in einem anderen Teil dieses Buches berichtet. Sie führt zur Religiosität und zu Gebeten. – Eine Modifikation der kindlichen Gebete sind die Schlager: Der frühere Gott wird kurzerhand direkt durch die viel glaubwürdigere Göttin Frau ersetzt (denn von ihr hängt ja tat­sächlich das Glück des Mannes ab), die Inhalte – Sehnsucht nach Unterwerfung, Bitte um Erhörung, Flehen um Gnade oder ganz einfach Idealisierung – bleiben praktisch gleich. Ob man singt »You’re driving me crazy… « oder »Befiehl du deine Wege…«, ob man singt »Fly me to the moon… « oder »So nimm denn meine Hände…«, kommt auf das gleiche heraus. Manche modernen Schlager besingen auch tatsächlich noch den alten Gott, man merkt dann nur an Formulierungen wie »du läßt alles wachsen« oder dergleichen, daß die Frauen nicht direkt gemeint sind.

Gebete und religiöse Lieder (vertonte Gebete) beschwichtigen die Existenzangst, weil sie immer an ein Überbewußtsein appellieren, von dessen Wohlwollen alles abhängt: Man kann sich gehenlassen, braucht um sein Glück nicht mehr selbst zu kämpfen, alles liegt ja in der Hand des Angebeteten. Je erwachsener der Mann wird, desto größer wird auch seine Angst (von der er jetzt weiß, daß sie begründet ist), und desto größer auch wird sein Verlangen, sich wenigstens für Augenblicke gehenzulassen und in die Allmacht ei­nes anderen zu begeben. Früher haben die intellektuellen Jünglinge Liebesgedichte verfaßt, die als Gebete eine ähnlich beruhigende Wirkung auf sie hatten. Heutzutage ist diese Form der Anbetung überflüssig ge­worden, denn das Angebot an Schlagern – die dunklen Triebe der Männer werden selbstverständlich immer auf deren eigene Kosten kommerzialisiert – wird von Jahr zu Jahr reichhaltiger, und viele Texte, wie bei­spielsweise die der Beatles, genügen jetzt auch höchsten Ansprüchen.

Natürlich gibt es auch Schlager, die den Mann anbeten: Wenn nämlich ein solches vertontes Gebet, das zunächst durch eine Männerstimme zum Hit wurde, nun auch von einer Frau gesungen werden soll. Im allgemeinen besingen die Frauen nicht den Mann, sondern die Liebe (was ihnen, da der Mann sie zur Liebe braucht, letzten Endes doch wieder selbst zugute kommt). Irgendwann müssen sie dabei entdeckt haben, daß es ihnen auch möglich ist, sich selbst zu besingen, ohne dabei allzu sehr aufzufallen. Seither preisen sie unbekümmert ihre eigene Göttlichkeit, ihre Unberechenbarkeit, ihre Grausamkeit oder die Selbstherr­lichkeit, mit der sie sich diesem oder jenem hingeben, ihn dadurch vernichten oder erlösen: »Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt, denn das ist meine Welt und sonst gar nichts. Das ist, was soll ich ma­chen, meine Natur, ich kann halt lieben nur und sonst gar nichts. Männer umschwirren mich, wie Motten das Licht, und wenn sie verbrennen, – ja, dafür kann ich nichts!«

So singt Marlene Dietrich im »Blauen Engel«. Wenn die Frauen sich selbst so göttlich finden, wie göttlich müssen sie dann erst sein! Im Leben betreiben sie die Ausbeutung der Männer subtiler als in diesem Film, sie ruinieren sie vor allem nicht so rasch (niemand wird ein Huhn schlachten, das goldene Eier legt), son­dern im Lauf eines ganzen Lebens; daher lachten die Männer über die unglückliche Gestalt des Gymnasi­alprofessors, statt sich darin selbst zu erkennen. Heute singt Nancy Sinatra, etwas abgewandelt:

»These boots are made for walking and that’s what they’re going to do – one of these days these boots will walk an over you.«

– Ein Hit, denn das befriedigt ebensogut die Sehnsucht der Männer nach einer grausamen Göttin wie die Ansprüche der Frauen auf Allmacht.

 

Selbstdressur

Das Ideal eines Dompteurs wäre, ein Tier so weit zu bringen, daß es sich selbst dressiert. Das hat es bisher noch nicht gegeben. Beim Mann verhält es sich anders: Von einem bestimmten Stadium an tut er es (er ist ja viel intelligenter als seine Dompteuse). Wichtig ist dabei nur, daß er Ziel, Belohnung und Strafe immer vor Augen hat.

Wir haben bereits eine Variante dieser Eigendressur in der Idealisierung der Frau durch die Schlagerindust­rie kennengelernt. Die beste Möglichkeit zur Selbstdressur bietet jedoch die Werbewirtschaft; dort ideali­siert er die Frau nicht, weil es ihm masochistische Lust verschafft, sondern weil diese Idealisierung für ihn zu einer Frage des Überlebens wird. Nur die Ausbeuterinnen haben genug Zeit und Geld, seine Produktion zu kaufen und zu konsumieren. Um die Frau in seiner eigenen Vorortvilla mit Kaufkraft zu versehen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als ganze Legionen ebenso kauflustiger Frauen in anderen Vorortvillen zu züchten, die seine Produkte kaufen. Er dreht sich dabei in einem Teufelskreis, und er dreht sich immer schneller, bis ihm der Atem ausgeht und ein anderer seine Rolle übernimmt. Aussteigen und davonlaufen gibt es nicht.

Die Marktforschungsinstitute fahnden vorzugsweise nach unbewußten weiblichen Wünschen (die anderen sind ja längst befriedigt) und verkaufen ihre Trophäen für viel Geld an die Konsumgüterindustrie. Die be­eilt sich, die erkannten »Marktlücken« – als wenn es welche wären – zu schließen. Auch der umgekehrte Weg wird gegangen: Männer produzieren von sich aus einen neuen Artikel, von dem sie sich ausrechnen, daß die Frauen nach einer entsprechenden Werbekampagne Geschmack daran finden könnten. Sie beauf­tragen dann eine Werbeagentur damit, die Sehnsucht nach dem neuen Produkt zu wecken. Sie muß nicht immer erfolgreich sein. Es ist zum Beispiel in keinem europäischen Land gelungen, Fertighäuser nach amerikanischem Vorbild im großen Stil zu verkaufen.

Alle paar Jahre geht wegen dieser kostspieligen Förderung weiblicher Konsumfreudigkeit eine Welle der Entrüstung durch die Reihen der Männer, denn das Klischee von der Frau als Opfer männlicher Ausbeu­tung ist in ihrem Bewußtsein so stark verankert, daß sie noch bei einem so eindeutigen Beweis ihrer eige­nen Ausbeutung mit Blindheit geschlagen sind. Die Frau werde, sagen sie, durch die Werbung manipuliert, ihre Naivität und Gutgläubigkeit (sprich Dummheit) werde in schamloser Weise zu Zwecken der Absatz­steigerung mißbraucht. Diese Männer sollten sich doch besser einmal fragen, wer denn hier manipuliert wird: derjenige, dessen verborgenste Wünsche entdeckt, gehätschelt und befriedigt werden, oder jener, der (um sich die Zuneigung des ersten zu erhalten oder zu erwerben) diese Wünsche entdecken, hätscheln und befriedigen muß? Es galt dem Mann schon immer als höchstes Ziel, die geheimen Wünsche einer geliebten Frau zu erfüllen, »von ihren Augen abzulesen«, wie es in konventionellen Romanen heute noch heißt. Es ist soweit: Es gibt keinen weiblichen Wunsch mehr, der verborgen bliebe, und fast keinen, der nicht durch entsprechende Anstrengung erfüllbar wäre.

Daß so die Frauen notgedrungen immer noch dümmer werden und die Männer immer noch intelligenter -daß sich also der Abstand immer mehr vergrößert, eine Verständigung immer unmöglicher wird -, fällt kaum noch auf. Es ist ein biologisches Grundprinzip, daß Intelligenz sich nur im Wettbewerb entwickelt. Die Frau aber steht außerhalb jeden Wettbewerbs, das Überangebot an Komfort schläfert sie ein und läßt auch die letzten Überbleibsel ihrer geistigen Anlagen verkümmern. Während der Mann, gerade wegen des weiblichen Komfortsbedürfnisses, immer neue Geldquellen erschließen und seine Erfindungsgabe zu im­mer größeren Leistungen anspornen muß, wird seine von steigendem Luxus umgebene Frau von Tag zu Tag stumpfer und gleichgültiger. Und so wird der Begriff der Weiblichkeit, der bisher einfach nur Gebär­fähigkeit und Käuflichkeit bezeichnete, immer mehr zu einem Gütezeichen für Gebärfähigkeit, Käuflich­keit und Schwachsinn.

Wenn Marx recht hat und es tatsächlich zutrifft, daß das Sein das Bewußtsein bestimmt – also zum Beispiel die Antibabypille die Sexualmoral und das Atompatt die Friedensideologien -, dann ist das Bewußtsein der westlichen Frau, deren Lebensbedingungen sich in den letzten zwanzig Jahren grundlegend gewandelt (»verbessert«) haben, in einem akuten Stadium der Veränderung begriffen. Und diese Veränderung – die nur in der vollständigen Verblödung der Frauen enden kann – ist deshalb so gefährlich, weil niemand sie bemerkt. Denn das Image der Frau wird heute nicht mehr von der Frau selbst gemacht, sondern von der Werbung – vom Mann also -, und sobald jemand an ihrem hohen Wert irgendwie zweifeln könnte, stehen hundert zündende Werbeargumente dagegen. Die Frau ist witzig, geistreich, erfinderisch, phantasievoll, warmherzig, praktisch und immer geschickt, sagt die Werbung. Milde lächelnd, wie eine Göttin, serviert sie ihrer dankbaren Kinderschar das neueste Instantgetränk, die Augen ihres Mannes sind anbetend auf sie gerichtet, weil ihm ihr neues Fertiggericht besonders gut schmeckt oder weil sie ihm gerade ein Frottee­handtuch reicht, das durch ein neues Spülmittel noch weicher ist als gewohnt. Dieses Image – das der Mann für den Verkauf seiner Konsumgüter braucht und aus diesem Grund eigens geschaffen hat – wird auf der ganzen westlichen Hemisphäre über alle Massenmedien pausenlos wiederholt und jeden Tag neu ge­festigt. Wie sollte da noch jemand auf die Idee kommen, die Frauen seien in Wirklichkeit dumm, phanta­sielos und unsensibel? Die Frau kann es nicht, und der Mann darf es nicht.

Die Frau ist der Kunde, der Mann der Verkäufer. Einen Kunden gewinnt man nicht, indem man sagt: Das ist etwas Gutes, das mußt du kaufen. Man sagt: Du bist großartig, warum solltest du dich mit minderwerti­gen Dingen umgeben; du hast Komfort verdient, er steht dir zu! Der Mann muß also die Frau, abgesehen von allem anderen, auch noch deshalb loben, weil er sie als Kundin braucht. Es fällt auf, daß er sich hier eines ähnlichen Tricks bedient wie die Frau bei der Dressur an ihm. Doch leider so, daß er sich gegen ihn selbst kehrt: Sie lobt ihn, damit er für sie arbeitet, er lobt sie, damit sie sein Geld ausgibt. Wenn er der Frau seines Nachbarn schmeichelt und ihr dabei einen neuen Teppichboden für ihr Wohnzimmer aufschwatzt, muß er damit rechnen, daß der gleiche Nachbar am nächsten Tag seiner eigenen Frau eine beheizbare Ba­dewanne andreht – denn womit sollte er sonst den Teppichboden bezahlen?

Der Mann sitzt in der Falle, er hat sie sich selbst gebaut: Während draußen der Kampf ums Geld immer härter wird, verblödet ihm zu Hause seine Frau, und seine Wohnung füllt sich von Tag zu Tag mehr mit jenem Plunder und Schnickschnack, mit dem sie die Verblödung der Frauen seiner Konkurrenten finan­ziert. Der Mann, der eigentlich das Schlichte und Funktionale liebt, findet sich jeden Tag mehr in einem Gestrüpp aus Schnörkeln und allerlei Zierat. In seinem Wohnzimmer häufen sich Porzellankatzen, Barho­cker, Glastische, Kerzenständer und seidene Kissen, in seinem Schlafzimmer sind die Wände tapeziert mit Blümchenstoff, in seinen Schränken stehen zwölf Sorten verschiedener Gläser, und wenn er in seinem Ba­dezimmer einen Platz für seinen Rasierapparat sucht, sind alle Borde belegt mit den tausend Cremes und Schminkutensilien seiner kunstgewerblerisch bemalten Frau.

Dabei ist es interessant, daß man auch ihm selbst fast nur solche Produkte verkaufen kann, die irgendwie der Frau zugute kommen: Sportwagen (um Frauen zu ködern), Luxusartikel für die Frau oder Dinge für den Haushalt (also auch für die Frau, der dieser Haushalt de facto gehört – er selbst ist ja ein Heimatloser, der zwischen einem Büro und einem Bungalow hin und her pendelt). Die Frauen selbst würden ihren Män­nern von deren Geld gern auch etwas kaufen, und sie versuchen es auch, wann immer man ihnen dazu Ge­legenheit gibt (sie schenken ihnen Krawatten, bunte Freizeithemden, Aschenbecher, Brieftaschen, so oft es nur geht). Das Problem besteht darin, daß ein Mann so wenig braucht: Seine Kleidung ist genormt und daher billig, sein Konsum an Speisen und Getränken ist schon im Interesse seiner Leistungsfähigkeit be­schränkt, und für den Konsum anderer Güter – außer der Zigarette, die er während der Arbeit raucht – hat er keine Zeit. Alle Anstrengungen der Industrie, Männer zum Konsum von Duftwässern, Haarsprays oder farbenfroher -also modisch kurzlebiger – Kleidung zu überreden, waren bisher mehr oder weniger vergeb­lich. Nur sehr junge Männer (deren Arbeitsproduktivität für die Frauen noch ungenügend ist), Reiche (die ohnehin »geliebt« werden), Künstler (eine Art Amüsiertruppe der Frauen) oder Päderasten gehen nach der jeweils neuesten Dandymode. Es ist zum Beispiel trotz aller Bemühungen der Werbeleute nicht gelungen, den sogenannten »Vatertag« zu etablieren, während der »Muttertag« in jedem Jahr für alle Branchen ein glänzendes Geschäft ist. An dem Tag, an dem sie eigentlich gefeiert werden sollten, gehen die Männer bestenfalls für ein paar Stunden in irgendein Lokal und trinken dort in Ruhe ein Glas Bier.

Es gibt außer Essen, Trinken und Rauchen nur noch eine Tätigkeit, bei der der Mann selbständig konsu­miert: nämlich dann, wenn es darum geht, seinen Sexualtrieb zu befriedigen. Es ist daher kein Wunder, daß inzwischen ganze Wirtschaftszweige darauf spezialisiert sind, diesen Trieb auszubeuten, das heißt, ihn aufzugeilen und seine ohnehin schon große Lust auf Sex zu vervielfachen. Befriedigen muß er diese Lust dann allerdings, zum üblichen Preis, bei einer Frau.

Da diese Unternehmen selbstverständlich in der Hauptsache von Männern betrieben werden, bedeutet dies, daß der Mann (zum Überleben) in der peinlichen Lage ist, seine Geschlechtsgenossen selbst aufgeilen zu müssen. Er züchtet deren Lust auf die Frau mit allen irgendwie dazu geeigneten Mitteln und verführt dabei ebenso gründlich wie Alexander Pawlow bei seiner berühmten Dressur am Hund. So wie dieser die Spei­chelsekretion des dressierten Hundes nicht nur beim Anblick einer Mahlzeit bewirken konnte, sondern bereits auf ein bestimmtes Klingelzeichen hin, kann der Mann die Erektion seiner Geschlechtsgenossen nicht nur durch die Anwesenheit einer Frau, sondern schon durch das Foto eines halbnackten Busens, ei­nen Seufzer auf einer Schallplatte oder einen bestimmten Satz in einem Buch bedingen. Deshalb produziert er solche Anregungen gleich serienmäßig und stellt sie den anderen Männern gegen bares Geld zur Verfü­gung. Dieser Mechanismus kommt natürlich nicht nur der Erotika-Industrie zugute, sondern auch noch allen anderen Industriezweigen, die dem Mann für die Frau etwas verkaufen wollen, denn auch Konsum­güter für Frauen werden ihm mittels attraktiver Frauenbusen leichter verkauft. Er erwirbt ein bestimmtes Buch, geht in einen bestimmten Film oder liest ein bestimmtes Magazin, weil er sich dabei einen Kitzel für seinen Sexualtrieb erhofft, und ganz nebenbei wird so noch seine Lust auf eine Weltreise zu zweit, ein Wochenendhaus in den Bergen oder einen neuen Sportwagen erweckt.

Eines der am besten gemachten Zeugnisse dieser Variante männlicher Selbstdressur ist das amerikanische Herrenmagazin »Playboy«, wo dem Mann zwischen wundervollen Busen, die seine Lust entfachen, und hervorragenden theoretischen Abhandlungen, die ihn unterhalten (und ihm Gelegenheit geben, sich vor dem nächsten Busen von seiner Erektion zu erholen), abwechselnd teure Autos, Spirituosen, überflüssige Kleidung und Tabakwaren angeboten werden. Auf Frauen wirken solche Magazine gespenstisch, doch beim Mann scheint sich der Busenkult inzwischen so weit verselbständigt zu haben, daß ihm jedes Maß für das Groteske seiner Situation abhanden gekommen ist. Die Industrie, die seinen Sexualtrieb ausbeutet, suggeriert ihm so geschickt, daß der weibliche Busen zur Lust des Mannes da ist, daß er darüber ganz ver­gessen hat, wozu die Frauen ihre Brüste wirklich haben. Die Illusion gelingt hundertprozentig, denn seit der Erfindung des vollwertigen Muttermilchersatzes bekommt er kaum noch ein saugendes Baby zu Ge­sicht.

 

Kinder als Geiseln

Daß Kinder über alle Maßen liebenswert sind, ist noch lang keine Rechtfertigung dafür, sie auf die Welt zu bringen: Wer Kinder macht, macht Erwachsene – also Männer und Frauen. Die meisten Männer leben aber als Erwachsene in der Hölle. Und das Glück der Frauen ist dermaßen primitiv und geht zudem so sehr auf Kosten anderer, daß es auch keinen Grund dafür geben kann, Frauen zu machen.

Es entspräche nicht der Wahrheit, wenn man behaupten wollte, nur Frauen seien an der Zeugung von Kin­dern interessiert: Auch Männer wünschen sich Kinder, denn diese gehören zu den zwei bis drei Ausreden, mit denen sie nach außen hin ihre Unterwerfung unter die Frau rechtfertigen können. Die Frau hingegen rechtfertigt damit ihre Faulheit, Dummheit und Verantwortungslosigkeit. So mißbraucht jeder das Kind für seine eigenen Zwecke.

Obwohl die Welt voll ist von halbverhungerten Waisen, bekommt jedes Ehepaar immer wieder seinen ei­genen Nachwuchs. Denn der Mann muß ja einen Grund dafür haben, daß er sich auch später noch, wenn sein sexuelles Begehren längst nachgelassen hat, einer bestimmten Frau versklavt (der Mutter seiner Kin­der) und nicht irgendeiner anderen. Da für ihn die Frau vor allem ein Alibi zur Unterwerfung ist, kann er zur gleichen Zeit immer nur eine gebrauchen (in jeder Industriegesellschaft ist der Mann monotheistisch -das heißt monogam – veranlagt), mehrere Götter (Frauen) würden ihn unsicher machen, seine Identifikati­on mit sich selbst erschweren und ihn in jene Freiheit zurückstoßen, vor der er ständig auf der Flucht ist.

Für die Frau zählen solche Gründe nicht. Da sie nicht abstrakt denkt, hat sie, wie wir gesehen haben, auch keine Existenzangst und kein Bedürfnis nach einem Gott, der ihrer Welt einen höheren Sinn gäbe. Sie braucht nur eine Ausrede dafür, daß ausgerechnet dieser spezielle Mann für sie arbeiten soll (der längst nicht mehr sonderlich gern mit ihr ins Bett geht), und dafür braucht sie Kinder von eben diesem Mann. Angenommen, auf unserem Planeten würde Männerüberschuß herrschen und auf jede Frau kämen bei­spielsweise drei Männer, dann hätte die Frau selbstverständlich keinerlei Hemmungen, sich von jedem der drei ein Kind machen und ihn für dieses Kind (das heißt, für sie selbst) arbeiten zu lassen. Sie könnte dann diese drei Männer gegeneinander ausspielen und dadurch deren Leistungen – und somit ihren eigenen Komfort – enorm steigern. Sie wäre – entgegen der landläufigen Auffassung – zur Polygamie viel eher prä­destiniert als der Mann.

Ein Mann, der mit einer Frau Kinder zeugt, gibt ihr Geiseln in die Hand und hofft, daß sie ihn damit bis in alle Ewigkeit erpressen wird. Nur so hat er in seinem absurden Dasein einen Halt und die sinnlose Sklave­rei, auf die er dressiert wurde, eine Rechtfertigung. Wenn er für Frau und Kind arbeitet, arbeitet er nicht nur für zwei Menschen, von denen der eine nichts tun will, weil er weiblich ist, und der andere nichts tun kann, weil er noch zu klein ist. Er arbeitet für etwas, das mehr ist als diese Frau und dieses Kind: für ein System, das alles umschließt, was arm, hilflos und schutzbedürftig ist auf dieser Welt (das Arme und das Hilflose und das Schutzbedürftige an sich) und das -wie er glaubt – seiner bedarf. Durch Frau und Kind schafft er sich ein Alibi für seine Sklaverei, eine künstliche Rechtfertigung für seine trostlose Existenz, und er nennt dieses System, diese heilige Gruppe, die er sich willkürlich geschaffen hat, seine »Familie«. Die Frau nimmt seine Dienste im Namen der »Familie« freudig entgegen: Sie akzeptiert die Geiseln, die er ihr anvertraut, und macht damit, was er sich wünscht (kettet ihn immer fester an sich und erpreßt ihn bis an sein Lebensende) – und zieht daraus den Nutzen.

Beide, Mann und Frau, haben also nur Vorteile von ihren Kindern (sonst würden sie ja keine zeugen). Der

Mann hat den Vorteil, dadurch seinem Leben rückwirkend einen höheren Sinn zu geben und sich auf ewig versklaven zu dürfen, und die Frau hat alle übrigen Vorteile. Diese Vorteile müssen für sie enorm sein, denn so gut wie jede von ihnen kann wählen zwischen Berufsleben und Kindern, und so gut wie jede wählt die Kinder.

Man könnte hier einwenden, daß die Frauen sich nur deshalb für Kinder entscheiden und nicht für den Be­ruf, weil sie Kinder lieben. Dagegen ist zu sagen, daß eine Frau so großer Gefühle, wie sie eine reine Liebe zu Kindern erfordern würde, gar nicht fähig ist. Der Beweis ist dadurch gegeben, daß so gut wie alle Frau­en sich immer nur um ihre eigenen Kinder kümmern und nie um fremde. Sie nehmen sich nur dann eines fremden Kindes an, wenn sie aus medizinischen Gründen keine eigenen bekommen können (und auch dann erst, wenn alle Versuche gescheitert sind, inklusive künstlicher Befruchtung durch den Samen eines fremden Mannes). Obwohl die Waisenhäuser der ganzen Welt voll sind von reizenden, hilfsbedürftigen Kindern, und obwohl Fernsehen und Zeitungen fast täglich die Zahlen der kleinen Afrikaner, Inder und Südamerikaner veröffentlichen, die den Hungertod gestorben sind, nehmen die Frauen – die doch vorge­ben, Kinder zu lieben – eher noch einen streunenden Hund oder Kater in ihr Heim auf als ein verlassenes Kind. Und obwohl in jedem Nachrichtenmagazin die hohe Rate der Mißgeburten nachzulesen ist, die jähr­lich gezeugt werden (eines von sechzig – Kinder mit Wasserkopf, fehlenden Gliedmaßen, blinde, taube, schwachsinnige Kinder), lassen sie sich dadurch nicht beeindrucken und setzen – als wären sie durch einen bösen Zauber dazu verurteilt – eines nach dem anderen in diese Welt. Wenn eine von ihnen dann solch einen mißgestalteten Menschen geboren hat, fühlt sie sich dadurch nicht in ihrem Egoismus entlarvt und zur Verantwortung gezogen: Als Mutter einer Mißgeburt wird sie in unserer Gesellschaft wie eine Märty­rerin verehrt. Von einer Frau, die ein schwachsinniges Kind geboren hat, spricht man mit dem allerhöchs­ten Respekt, und wenn sie noch kein gesundes Kind hat, wird sie so rasch wie möglich eines bekommen, ein »normales«, das wie die Kinder der anderen Frauen ist, um ihre Gesundheit zu beweisen (und sie zwingt damit dieses gesunde Kind, seine ganze Jugend, sein ganzes Leben in der Gesellschaft eines Schwachsinnigen zu verbringen).

Daß die Frauen Kinder nicht lieben und nur zu ihrem Vorteil mißbrauchen, ist deshalb so schwer zu entlar­ven, weil Schwangerschaft, Geburt und die Betreuung eines sehr kleinen Kindes tatsächlich mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden sind. Doch wie gering sind diese Unannehmlichkeiten gegen das, was sie dafür eintauschen: lebenslange Sicherheit, Komfort und Freiheit von Verantwortung. Was müßte ein Mann auf sich nehmen, um etwas annähernd Gleichwertiges für sich zu erreichen?

Daß eine Schwangerschaft nicht so unangenehm ist, wie es scheint, hat sich inzwischen sogar schon bis zu den Männern herumgesprochen. Manche Frauen fühlen sich während dieser- Zeit besonders wohl, und es ist neuerdings Mode geworden, das sogar offen zuzugeben. Daß sie alle dadurch häßlich und unansehnlich werden, mit klobiger Figur, aufgedunsenem Gesicht, fleckiger Haut, spröden Haaren und geschwollenen Beinen, braucht sie wenig zu kümmern. Sie suchen ja während dieser Zeit keinen Mann, sie haben schon einen, und wenn der mit ansehen muß, wie seine Frau sich vom Schmetterling zur Raupe wandelt, hat er sich das ja selbst zu verdanken. Es ist ja sein Kind, das sie erwartet, er hat sie dermaßen entstellt – welches Recht hätte er da, sie plump und abstoßend zu finden (außerdem ist sie ja gerade dabei, ihm »ihre Jugend zu schenken«)?

Über den Gebärvorgang selbst grassieren noch Gerüchte, die so furchterregend sind, daß der Mann nie auf die Idee kommen kann, eine Frau bekäme ihre Kinder zu ihrem eigenen Vorteil und nicht zu seinem. Die Redensart »Sie schenkte ihm ein Kind«, die früher in den Romanen vorkam, gerät zwar in der Literatur allmählich aus dem Gebrauch, im Bewußtsein der Männer ist sie jedoch immer noch stark genug verwur­zelt, um bei der Geburt ihrer Nachkommenschaft nichts als Schuldgefühle in ihnen zu erzeugen (Schuldge­fühle, wohlgemerkt, gegenüber der Frau, nicht etwa gegenüber dem Neugeborenen!).

Ein Mann müßte sich nur einmal vorstellen, daß er sich durch eine sechsstündige Sitzung bei seinem Zahnarzt eine kleine Lebensrente verdienen könnte – würde er das nicht tun? Natürlich gibt es zuweilen auch schwierige Geburten (sie sind wegen der Narkose weitgehend schmerzlos), im Allgemeinen jedoch ist die Entbindung von einem Kind für eine Frau nicht schlimmer als eine lange Sitzung beim Zahnarzt. Was die Männer von ihren Frauen über den Geburtsvorgang erfahren, sind meist schamlose Übertreibun­gen. Die wüsten Schreie, die häufig durch die Türen der Entbindungszimmer zu ihnen dringen, lassen sich am besten durch fehlenden Stolz und mangelnde Selbstbeherrschung erklären (beides wurde an anderer Stelle ausführlich erläutert). Seit Jahren gibt es die schmerzlose Geburt, bei der Frauen ihre Kinder nach einer Vorbereitungszeit mit Gymnastik und autogenem Training ohne Narkose zur Welt bringen und sich nicht beklagen. Die Frauen täten deshalb gut daran, sich zu verabreden, ob die Entbindung von einem Kind nun weh tut oder nicht. Solang die einen dies erzählen und die anderen jenes, bringen sie sich in Mißkredit und schaden so der gemeinsamen Sache.

Natürlich hat die Frau für das Erzeugen kleiner Menschen noch ein paar andere Gründe als den, daß sie sich damit einen Anstrich von Hilflosigkeit gibt und so ihre Tage bei leichter Arbeit und ohne Vorgesetzte verbringen kann. Zum Beispiel entdeckt sie eines Tages, daß ihr Körper wie ein Automat funktioniert, in den man nur etwas ganz Unscheinbares hineinstecken muß, damit etwas ganz Tolles herausfällt. Es reizt sie natürlich, dieses wundervolle Spiel einmal auszuprobieren. Und wenn sie es einmal gespielt hat, möch­te sie es wieder und wieder spielen (es klappt fast immer – nach genau neun Monaten kommt ein Mensch), sie ist ganz verrückt vor Begeisterung und findet sich wunderbar. Die Bedienung des Automaten ist natür­lich im Grunde so legitim, wie wenn ein Mensch einem anderen den

Schädel einschlägt (und dieser dann automatisch umfällt), nur weil das biologisch möglich ist. – Wenn nicht jedes dieser Spiele mit ihrem Körperautomaten hinterher ein bißchen Mühe für sie bedeuten würde, wäre sie dabei unersättlich. So ist sie gezwungen, sich eine Grenze zu setzen: dort, wo noch ein Kind mehr nur eine Vergrößerung ihres Arbeitspensums mit sich brächte und keine Steigerung von Sicherheit und Komfort.

Diese Grenze ist in der Regel ganz leicht zu fixieren und wird hauptsächlich durch das Stadium der Auto­matisierung des jeweiligen Haushalts bedingt: In hochindustrialisierten Ländern wünscht sich eine Frau durchschnittlich zwei bis drei Kinder. Bei der Nordamerikanerin, deren Haushalt vollautomatisiert ist, liegt das Optimum näher bei drei, bei der Westeuropäerin (der noch einige Haushaltsgeräte fehlen) näher bei zwei. Ein einziges Kind wird selten gewünscht, und mehr als drei Kinder gelten schon fast als asozial we­gen ihres Lärms und des Wäschegeruchs. Ein Einzelkind bringt keinen Vorteil mit sich, nur Nachteile. Eine Frau mit nur einem Kind erscheint nie so schutzlos und ans Haus gefesselt, wie sie sollte. Auch könn­te diesem einen Kind etwas zustoßen – womöglich in einem Alter, wenn die Frau nicht mehr gebärfähig ist -, es gäbe dann keine Ausrede mehr für sie, es sich bequemer zu machen als ihr Mann, und er hätte keine Ausrede mehr, ausgerechnet für sie zu arbeiten. Außerdem hätte ein solches Einzelkind ja keinen Spielka­meraden, die Frau müßte womöglich selbst mit ihm spielen – und wenn es etwas gibt, was Frauen hassen, dann ist es, mit ihren Kindern zu spielen. Während Kinder sich für alles interessieren, nach allem fragen, interessiert sich ja die Frau prinzipiell für nichts (außer für die schwachsinnigen Amüsiermöglichkeiten, die ihr der Haushalt und ihr eigener Körper bieten). Es fällt der Frau deshalb – selbst, wenn sie den besten Willen dazu hat – ausgesprochen schwer, auf die abenteuerliche Welt eines Kindes einzugehen. Sie hat zwar ein Repertoire läppischer Redensarten zur Unterhaltung sehr kleiner Kinder (»Ei, ei, wer kommt denn da?«), doch sobald sie älter sind als zwei Jahre und selbst anfangen zu denken, ist es aus. Das sprichwörtli­che Klischee über die gemeinsamen Interessen von Vater und Sohn (der Vater, der nicht von der elektri­schen Modelleisenbahn seines Sohnes lassen kann) gibt es in Bezug auf Mutter und Sohn nicht, ja nicht einmal in Bezug auf Mutter und Tochter. Wenn sich eine Frau dennoch überwindet und täglich eine halbe Stunde mit ihrem Kind spielt (»… mehr wäre auch schädlich für seine geistige Entwicklung«), erzählt sie es überall herum wie eine Großtat (und das mit Recht, denn ein solches Maß an Selbstüberwindung ist für sie tatsächlich eine Großtat).

Zwei bis drei Kinder erst garantieren materielle Sicherheit, sie lassen die Frau hilflos und erwerbsunfähig erscheinen, und das Risiko, im Alter ohne Kinder (ohne Enkelkinder) dazusitzen, ohne jemand, der ihr für die mütterliche Fürsorge seine Reverenz erweisen könnte, wird geringer. Außerdem können die Kinder miteinander spielen, während sich die Frau ihren »höheren« Vergnügungen, zum Beispiel dem Nähen oder dem Kuchenbacken, hingibt. Die mütterliche Fürsorge besteht in diesem Fall darin, die Kinder zusammen in ein Zimmer zu sperren und dieses erst dann wieder zu betreten, wenn sich eines verletzt und laut genug brüllt.

Hinzu kommt, daß die Erziehung und Dressur von zwei und mehr Kindern viel leichter zu bewerkstelligen ist als die eines einzigen Kindes. Um den Gehorsam eines einzigen Kindes muß man kompliziert werben, man muß sich Methoden ausdenken, um es zu übertölpeln (»zu überreden«, »zur Einsicht zu bringen«), oder man muß es züchtigen (was für die Frau nur lästig sein kann, so daß sie es ihrem Mann überläßt). Mehrere Kinder hingegen erzieht man durch Erpressung. Da sie alle auf die Anerkennung ihrer Mutter angewiesen sind, genügt es, eines von ihnen ein klein wenig zu bevorzugen, damit die anderen sofort alles tun, was sie von ihnen verlangt. Jedes Kind lebt in ständiger Furcht, daß ihm die Mutter ihre »Liebe« ent­ziehen und einem anderen zuwenden könnte, und wenn diese Furcht in der Regel auch keine Zuneigung zwischen Geschwistern entstehen läßt (als ob die Frauen daran interessiert wären!), so fördert sie doch den Wettbewerb und somit die Leistung. Und auch später, wenn diese Kinder längst erwachsen sind, werden sie im Grunde nichts anderes wollen, als sich gegenseitig zu übertrumpfen und vor ihrer Mutter auszuste­chen. Die Söhne befriedigen ihren Ehrgeiz im Beruf, die Töchter überbieten sich gegenseitig in der Anhäu­fung von Besitztümern. Und von Zeit zu Zeit kehren sie alle immer wieder zu ihrer Mutter zurück (die das für Sympathiekundgebungen hält und das Interesse der Geschwister aneinander »Familiensinn« nennt), um auf ihre neuesten Errungenschaften aufmerksam zu machen.

Alle diese Vorteile gelten jedoch nur für eine Zahl von zwei bis drei Kindern. Eine Frau mit mehr als drei Kindern (in unserer heutigen Zeit meistens aus irgendeinem Versehen heraus oder wegen religiöser Bin­dungen des Mannes) hat ein paar Jahre lang tatsächlich ziemlich viel zu tun – wenn auch bei freier Ar­beitseinteilung, ohne Verantwortung für den Lebensunterhalt (Verantwortung für Kinder ist den meisten Frauen ohnehin fremd) und ohne Vorgesetzte. Doch diese erhöhte Aktivität dauert nur so lange, bis das jüngste Kind das Kindergartenalter erreicht hat, und bietet ihr noch einen kleinen Vorteil: Sie kann sicher sein, daß sie ihr Mann, solange die Kinder nicht erwachsen sind, niemals sitzenläßt. Denn ein Mann, der eine Frau mit vier und mehr Kindern verläßt (und sei es auch nur deshalb, weil er diese Frau einfach nicht mehr ausstehen kann), gilt in unserer Gesellschaft praktisch als kriminell.

Wie dem auch sei: Wenn die Kinder das Schul- oder Kinderschulalter erreicht haben, ist auch für die kin­derreiche Frau die meiste Arbeit ihres Lebens getan. Sie hat wieder Zeit und oft auch Geld genug, ihr Le­ben einigermaßen zu genießen. Sie geht zum Friseur, arrangiert Blumen in Vasen, bestreicht Möbel nach den Vorschlägen der Frauenzeitschriften bunt und pflegt ihren kostbaren Körper. In den meisten westlichen Ländern dauert der Schulunterricht fast den ganzen Tag, und in den wenigen, wo es noch keine Ganz­tagsschulen gibt, sind die Männer bereits mit dem üblichen Elan dabei, sie zu errichten. Sie haben auf­grund ihrer Untersuchungen festgestellt, daß Kinder, die nicht den halben Tag lang dem Einfluß ihrer Müt­ter ausgesetzt sind, ihre geistigen Fähigkeiten besser entfalten können und somit später leistungsfähiger sein werden. Die praktische Verwertung dieser Erkenntnis, die sie in keiner Weise als kränkend empfinden (da sie die »Ehre« des Mannes nicht kennen, kann man sie auf diese Art nicht verletzen), liegt also in dop­pelter Hinsicht im Interesse der Frauen.
Die weiblichen Laster

Wenn ein Stapel gebügelter Leintücher ordentlich in einem Schrankfach liegt, wenn ein Braten schön gleichmäßig von allen Seiten bräunt, wenn ein Löckchen auf die gewünschte Weise in die Stirn fällt, wenn das Rosa eines Nagellacks genau zum Rosa eines Lippenstifts paßt, wenn sauber gewaschene Wäschestü­cke im Wind flattern, wenn zehn Paar Schuhe frisch geputzt in Reihen stehen, wenn Fensterscheiben so blank sind, daß sie die Passanten blenden, wenn der Mann pünktlich zur Arbeit gefahren ist und wenn die Kinder friedlich miteinander in der Sonne spielen, dann ist die Welt der meisten Frauen hundertprozentig in Ordnung. In solchen Stunden befinden sie sich auf dem Gipfel ihrer Genußfähigkeit, ihr Glücksgefühl läßt sich durch nichts mehr überbieten. Und damit sie in dieser Hochstimmung bleiben, backen sie rasch noch einen Kuchen, gießen den Gummibaum am Wohnzimmerfenster oder stricken an einem Pullover für ihr Jüngstes. Denn wer nicht arbeitet, hat andere Genüsse als einer, der arbeitet. Eine Frau lümmelt sich nicht mit einer Zeitung auf der Couch herum, ihr Müßiggang ist von dem, was Männer unter Müßiggang verstehen, grundverschieden (und deshalb erscheint sie diesen ja auch so fleißig): Wenn eine Frau nicht arbeiten will, so nicht, weil sie es sich bequem machen und ausruhen möchte – wovon sollte sie sich ausru­hen? -, sondern weil sie unerhört vergnügungssüchtig ist und weil sie für ihre Vergnügungen Zeit braucht. Diese Vergnügungen sind: Kuchenbacken, Wäschebügeln, Kleidernähen, Fensterputzen, Löckchendrehen, Fußnägel lackieren und zuweilen – bei sehr hochentwickelten Frauen, wir werden später noch auf sie zu sprechen kommen – auch Maschineschreiben und Stenografieren. Und damit es nicht auffällt, nennt sie ihre Amüsements im Haus »Hausarbeit«. Körperpflege betreibt sie ohnehin nur zur Freude ihres Partners, und ihre läppischen Vergnügungen in den Vorzimmern der berufstätigen Männer – die darin bestehen, daß sie, in voller Maskerade am Schreibtisch sitzend, deren fertig formulierte Gedanken in ein optisches Medium überträgt – bezeichnet sie als »anregende geistige Tätigkeit«. Auf diese Weise schwelgt sie mit ihrer Clique in einem großen, permanenten Fest, lebt sie in einer Welt der Freiheit, Verantwortungslosigkeit und des rationalen Glücks, von der ein Mann für sich selbst nicht einmal zu träumen wagt und die er allenfalls bei Hippies oder Südseeinsulanern vermuten würde, aber nie in seiner eigenen Umgebung.

Es gäbe natürlich gegen diese unschuldigen Orgien nichts einzuwenden, wenn die Männer wüßten, daß es solche sind. Wenn sie nicht ihr ganzes Leben ruinierten in dem Glauben, die Frauen hätten es noch viel schlechter als sie. Denn auf den Gedanken, daß dies alles die Vergnügungen ihrer Frauen sind, können Männer von allein nicht kommen. Dazu müßten sie begreifen, wie abgrundtief dumm diese Frauen sind: so dumm, daß sie sich nur auf dem allerniedrigsten Niveau und auf ewig gleichbleibende Weise amüsieren können, und ein solches Maß an Dummheit liegt für einen Mann außerhalb jedes Vorstellungsvermögens.

Nicht einmal die Psychologen, die sich doch ständig mit der weiblichen Intelligenz befassen (als Männer interessieren sie sich nun einmal mehr für Frauen als für sich selbst), sind bisher auf die Idee verfallen, daß ihnen die »weibliche« Psyche möglicherweise nur deshalb so sonderbar vorkommt, weil Frauen so blöde sind. Daß ihnen die »weiblichen« Tätigkeiten nur deshalb so unattraktiv erscheinen, weil es ihnen an der zum Verständnis notwendigen Dummheit mangelt. Wenn diese Fachleute mit ihren Untersuchungen etwa feststellen, daß Schulmädchen fast ausschließlich in jenen Fächern reüssieren, in denen man nicht zu den­ken braucht, wo man also, wie beim Sprachenstudium, auswendig lernen kann – dabei kann ein gutes Ge­dächtnis bekanntlich ebensogut ein Symptom für Schwachsinn sein – oder wo, wie in der Mathematik, alles nach strengen Regeln verläuft, die man wiederum auswendig lernt, und daß sie in gewissen anderen (Phy­sik, Chemie, Biologie) weitgehend versagen, dann folgern sie daraus nicht etwa, daß es diesen Mädchen an Intelligenz mangelt, sondern sie sprechen von einer »typisch weiblichen« Intelligenz. Daß diese Art von »Intelligenz« eine erworbene (also nicht angeborene) Art von Dummheit ist, die daher rührt, daß eine Frau durchschnittlich im Alter von fünf Jahren zum letzten Mal einen originellen Gedanken äußert und sich dann unter Anleitung einer total verblödeten Mutter darum bemüht, jede Form von Intelligenzentfaltung abzubremsen, würden diese Psychologen nie begreifen.

Und auch die übrigen Männer mögen sich die grenzenlose Dummheit ihrer Partnerinnen nicht recht einge­stehen: Sie seien zwar nicht besonders gescheit, meinen sie, dafür hätten sie jedoch Instinkt – und sie nen­nen diesen Instinkt, im Unterschied zum tierischen, den weiblichen. Aber leider ist dieser vielgerühmte Instinkt nur ein anderes Wort für statistische Wahrscheinlichkeit: Weil Frauen sich in alles einmischen und zu allem ihre Meinung äußern (da sie dumm sind, merken sie nicht, wie sie sich blamieren), kann es natür­lich nicht ausbleiben, daß sie mit ihren Prognosen zuweilen recht behalten. Die meisten Prognosen sind ohnehin negativ und nie sehr exakt formuliert: »Das kann nur eine Katastrophe geben«, sagen sie, »… von dieser Sache würde ich lieber die Finger lassen«, oder »… mit deinen sogenannten Freunden wirst du nichts als Enttäuschungen erleben.« Solche Prophezeiungen könnte jeder bei jeder Gelegenheit wagen. Und wenn Frauen manchmal tatsächlich klarer sehen als Männer, so deshalb, weil sie im Unterschied zu den Männern ohne Gefühle urteilen.

Dabei ist die Dummheit der Frauen nur eine allzu logische Konsequenz ihrer ganzen Einstellung zum Le­ben: Was könnte eine Frau, die sich schon als Kind dafür entscheidet, später auf Kosten eines Mannes zu leben (alle fünfjährigen Mädchen wollen später heiraten, einen Haushalt führen und Kinder zur Welt brin­gen, und die zehn-, fünfzehn- und zwanzigjährigen wollen es immer noch), mit Intelligenz und den da-

durch bedingten Einsichten wohl anfangen? Sie muß sich doch dafür bereithalten, später ganz auf die Nei­gungen und Interessen jenes Menschen einzugehen, der für sie sorgt (sie muß ihn ja wegen dieser Neigun­gen und Interessen sogar noch loben), und sie hat doch im voraus keine Ahnung, was das für einer sein wird. Was könnte es ihr schon nützen, sich beispielsweise frühzeitig für den Sozialismus zu engagieren (demonstrierende Studentinnen sind immer mit einem demonstrierenden Studenten liiert), wenn sie später womöglich einen wohlhabenden Fabrikanten heiraten wird? Was käme denn dabei heraus, wenn sie aus lauter Sensibilität zur Vegetarierin würde und dann womöglich einem Viehzüchter nach Australien folgen müßte? Und wozu sollte sie sich zum Atheismus bekehren, wenn sie dann vielleicht doch ihr Leben in ei­nem rosenumsponnenen Pfarrhaus verbringt?

Was hätte es Jacqueline Bouvier genützt, wenn sie in ihrer Jugend irgendwelche ideologischen Konzepte entwickelt hätte? Ein Faible für Demokratie jedenfalls wäre ihr nur bei ihrer ersten Heirat mit /. F. K. zus­tatten gekommen, ein Faible für Faschismus nur bei der zweiten. Und da sie eine der »weiblichsten« Frau­en überhaupt ist, legt sie vermutlich auf die Achtung der Männer ohnehin keinen Wert: Im Grunde kommt es ihr nur darauf an, den Frauen zu gefallen und sie zu beeindrucken.

Es ist also besser, wenn eine Frau der Gesellschaft, in ihrer Jugend nur ein bißchen über Kunst, ein bißchen Tischsitten und ein bißchen Sprachen lernt. Wenn sie tatsächlich einmal in die Verlegenheit kommen soll­te, eine Rolle im öffentlichen Leben zu spielen – als Frau eines Mannes, der im öffentlichen Leben eine Rolle spielt -, genügt es vollkommen, wenn sie beteuert, daß eine »echte« Frau vor allem für ihren Mann und für ihre Kinder da sein sollte, und alle Welt wird dies als ein Zeichen größter Bescheidenheit werten und ihr dafür Beifall zollen.

Die Dummheit der Frauen ist so überwältigend, daß alles, womit sie in Berührung kommen, gleichsam wie von ihr durchtränkt wird. Sie fällt nur deshalb nicht mehr auf, weil ihr jeder von der ersten Sekunde seines Lebens an ausgeliefert war und sich so unmerklich an sie gewöhnen konnte. Bisher wurde sie daher von den Männern auch entweder ignoriert oder als typisch weibliche Eigenschaft betrachtet, die niemand stör­te. Doch mit dem Zuwachs an Zeit und Geld ist auch das Unterhaltungsbedürfnis der Frauen gestiegen, was bedeutet, daß diese Dummheit sich nun auch im öffentlichen Leben immer mehr breitmacht. Nicht nur jede Bodenvase, jedes Schlafzimmerbild und jeder Brokatvorhang eines Haushalts, jede Cocktailparty und jede Sonntagspredigt spiegelt sie jetzt wider, auch in den sogenannten Massenmedien beansprucht sie in­zwischen immer mehr Platz. Die Frauensendungen in Hörfunk und Fernsehen nehmen überhand, die Spal­ten mit Gesellschaftsklatsch, Verbrechen, Mode, Horoskop, Kochrezepten werden auch in seriösen Tages­zeitungen immer länger, und die speziellen Publikationsorgane der Frauen kommen jeden Tag zahlreicher und üppiger auf den Markt. Und ganz allmählich wird so nicht nur die private Sphäre der Männer, sondern auch das gesamte öffentliche Leben von dieser Dummheit verseucht.

Es gibt zum Beispiel Publikationen über Politik, Philosophie, Naturwissenschaften, Wirtschaft, Psycholo­gie und solche über Kleidung, Kosmetik, Wohnkultur, Gesellschaftsklatsch, Kochen, Verbrechen, Liebes­affären. Die ersten werden fast ausschließlich von Männern gelesen, die letzten ausschließlich von Frauen, und beiden – Männern sowohl als auch Frauen – erscheint die Lektüre des anderen so abstoßend und öde, daß sie sich lieber zu Tode langweilen, ehe sie sich daran vergreifen. Tatsache ist, daß die Männer sich wirklich dafür interessieren, ob es auf dem Mars primitive Lebensformen gibt oder ob die Argumente der Chinesen im russisch-chinesischen Grenzkonflikt stichhaltiger sind als die der Russen, und daß solche Probleme die Frauen absolut kalt lassen. Sie interessieren sich dafür, wie man braune Häschen stickt, Klei­der häkelt und ob sich eine bestimmte Filmschauspielerin scheiden läßt oder nicht. So leben beide schön voneinander getrennt, jeder mit seinem eigenen Horizont und ohne jemals mit dem anderen in wirkliche Berührung zu kommen. Das einzige Thema, das sie beide interessiert, ist die Frau.

Natürlich bleiben einige Männer trotzdem nicht davor verschont, sich mit den speziellen Frauenpublikationen zu befassen, denn so wie auch die weibliche Mode, die ja die meisten Männer nicht im geringsten inte­ressiert, von männlichen Sklaven gemacht wird (die Frauen sagen dann seelenruhig, sie beugten sich dem Diktat der großen Couturiers), werden auch die Unterhaltungsorgane für Frauen von solchen hergestellt und vertrieben. Und diese Bemühungen können erst dann erfolgreich sein, wenn die Männer sich ganz auf die geistige Ebene der Frau hinabbegeben und herauszubekommen versuchen, was ihr gefällt. Da dies für einen Mann ein beinahe hoffnungsloses Unterfangen ist, läßt er sich dabei von einem Stab weiblicher Re­dakteure beraten, der ihm sagt, was eine Frau gut unterhält. Die Verantwortung für Gestaltung, Verkauf und Auflagensteigerung dieser Organe bleibt ihm jedoch auf alle Fälle.

Diese Blätter unterhalten die Frau (zum Beispiel Ladies‘ Home Journal, McCall’s), befriedigen ihre Klatschsucht (Gente, Movie Life), beraten sie bei der Auswahl ihrer Maskerade (Vogue, Bazaar) und ver­einen manchmal auch diese verschiedenen Elemente in einer einzigen Publikation (Elle, Brigitte, Grazia). Und ihnen allen ist gemein, daß sie den Mann völlig ignorieren (das Hauptthema der Herrenjournale dage­gen ist die Frau). Wenn sie ihn erwähnen, so prinzipiell nur in Zusammenhang mit seinen Vorlieben in bezug auf Frau, Heim oder Speisen (»Tragen Sie in diesem Sommer hautfarbene Unterwäsche, Männer mögen das«, »Ein natürliches Make-up für das erste Rendezvous«, »Stellen Sie Kerzen auf, das stimmt ihn romantisch«, »Drei Gerichte, für die er Sie lieben wird« usw.). Und weil eine solche pauschale Kenntnis seiner Vorlieben nur dem Zweck dienen kann, mit ihrer Hilfe irgendeinen Mann leichter zu ködern oder länger zu fesseln (die Leserinnen dieser Blätter sind allesamt entweder ledig, und somit auf der Suche nach einer Arbeitskraft, oder verheiratet, also darauf angewiesen, die bereits eroberte Kraft zu halten), sind sie letzten Endes doch nichts weiter als Gebrauchsanweisungen. Gebrauchsanweisungen für den immer noch zuverlässigsten Arbeitsroboter der Welt, als den sie den Mann betrachten. Häufig heißen die Überschriften denn auch ganz offen: »So angeln Sie sich den Mann fürs Leben«, »Zehn Dinge, die ihn bei Laune halten« oder »Ratschläge für die ersten drei Ehejahre«. Und diese Anweisungen lesen sich so klar und übersicht­lich, als handle es sich um Tips zum Erwerb eines Wagens oder um Pflegeanleitungen für einen Kaschmir­pullover.

Wegen der Begrenztheit der weiblichen Interessen kommt es in den Redaktionen solcher Blätter natürlich häufig zu Stoffmangel. Dann müssen die Redakteure auf sogenannte Männerthemen zurückgreifen (von denen es ja, da die Männer sich für alles interessieren, genug gibt) und diese durch ein kompliziertes Um­wandlungsverfahren auf das Niveau ihrer Leserinnen zurechttrimmen. Dabei lautet das oberste Gesetz: Jeder Artikel muß den Eindruck erwecken, als handle es sich um einen Bericht über Frauen. Nur unter ei­ner Überschrift wie »Frauen waren mein Ruin« könnte über einen gealterten Boxer berichtet werden, ein Komponist muß während des Interviews zumindest einmal sagen, daß ihn Frauen inspiriert haben und daß ja auch ein schönes Mädchen wie eine Melodie sei – nur noch schöner. Wenn diese Tarnung gut gelingt, ist es durchaus möglich, die entferntesten Themen an die Frauen heranzutragen. Es hat sich herausgestellt, daß man sogar über die Aufgaben eines Verteidigungsministeriums etwas für Frauen schreiben kann, wenn man das Ganze als einen Bericht über das Familienleben des betreffenden Ministers aufzieht (dabei darf natürlich der Platz für die Fotos von Frau und Kindern des Ministers nicht zu knapp bemessen sein), und sogar über fremde Länder läßt sich etwas bringen, wenn man die Reportagen als Artikel tarnt, die das Le­ben einer Frau aus dem Milieu der Leserinnen schildert, die einen Mann aus einem solchen fernen Land geheiratet hat (»Mein Mann ist Japaner, Ägypter, Chilene, Israeli«).

Dieses Prinzip trifft eigentlich auf alle Sparten zu und gilt ganz besonders für die Politik. Da Frauen sich nur für Frauen interessieren und nicht für Männer, kann man ihnen auch aktuelle politische Ereignisse nur dann nahebringen, wenn diese den Eindruck erwecken, als hätten sie eine Frau zum Mittelpunkt. Der Viet­namkrieg etwa wurde erst populär, als die ersten Fotos jener sagenhaften Madame Nhu in der Presse er­schienen, die Probleme der nordirischen Katholiken sind erst seit Bernadette Devlin aktuell, und das Dra­ma um die unfruchtbare Soraya hat wahrscheinlich zum Verständnis der Probleme des Iran mehr beigetra­gen als alle anderen Publikationen über dieses Land zusammengenommen.

Die erste politische Tat eines Machthabers sollte daher seine Heirat mit einer möglichst fotogenen Frau sein. Man kann nur ahnen, welch einen Gewinn es für Länder wie Israel oder Indien bedeutet hätte, wenn

Golda Meir oder Indira Gandhi nach den strengen Maßstäben der Frauen schön gewesen wären, wenn ihre Fotos anstelle der Gracias von Monaco, Sirikits von Thailand oder Farah Dibas von Persien die Titelseiten der Illustrierten geschmückt hätten. Die entsprechenden Reportagen hätten dann Überschriften gehabt wie »Die Juwelen der Golda Meir« oder »Was den Männern an Indira Gandhi so gefällt« – und ganz nebenbei hätte man auch der anderen Hälfte der ‚Weltbevölkerung (der wohlhabenderen Hälfte) immer wieder klar­machen können, daß beispielsweise in Israel der Teufel los ist und in Indien jedes Jahr soundsoviel hun­derttausend Kinder den Hungertod sterben (die man von dem Geld leicht ernähren könnte, das Frauen für Nagellack und Nagellackentferner ausgeben).

Die Weiblichkeitsmaske

Zwischen einer ungeschminkten, kahlen und nackten Frau und einem ungeschminkten, kahlen und nackten Mann gibt es kaum einen Unterschied. Mit Ausnahme jener Organe, die der Fortpflanzung dienen, wird alles, was Mann und Frau voneinander unterscheidet, künstlich erzeugt. Der Mann wird zum Mann durch die Entwicklung seiner Intelligenz und die dadurch mögliche Produktivität (seine Erscheinung bleibt dabei fast unverändert), die Frau wird zur Frau durch graduelle Verdummung und durch die Verwandlung ihres Äußeren, und diese Differenzierung der Geschlechter geschieht ausschließlich auf Veranlassung der Frau.

Ein Mann gilt, wie wir gesehen haben, erst nach einer Reihe weiblicher Dressurakte als »männlich«, die Frau selbst jedoch verwandelt sich in eigener Regie und macht sich »weiblich« mit Hilfe der Kosmetik, Frisierkunst und Garderobe. Diese artifiziell hergestellte Weiblichkeit besteht aus zwei Komponenten: der Betonung der sekundären Geschlechtsmerkmale, die bereits an anderer Stelle beschrieben wurde, und der Verfremdung durch den Maskeneffekt. Denn mit ihren vielfältigen Masken verfolgt die Frau immer nur den Zweck, den Unterschied zwischen sich und einem beliebigen Mann so auffällig wie möglich zu gestal­ten.

Durch die Betonung ihrer Geschlechtsmerkmale wird sie für den Mann begehrenswert, durch die übrige Maskerade wird sie geheimnisvoll für ihn – sie wird das fremde, das schillernde, das »andere« Geschlecht, und daß sie das wird, erleichtert ihm seine Unterwerfung. Mit Hilfe der weiten Skala von Verwandlungs­möglichkeiten, die ihr zur Verfügung stehen – eine »richtige« Frau sieht jeden Tag ein wenig anders aus -, frappiert und überrascht sie den Mann jedes Mal aufs neue. Außerdem gewinnt sie Zeit: Während er hinter ihrem veränderten Äußeren mühsam die Frau vom Tag zuvor wiederfinden muß, kann sie in Ruhe ihre eigenen Pläne realisieren – die darin bestehen, diesen Mann in eine möglichst ausweglose Position zu ma­növrieren – und ihn dabei geschickt von jenem Verwesungsgeruch ablenken, den ihr unter der gefälligen Maskerade dahinfaulender Geist überall verströmt.

Eine Frau betrachtet sich daher immer nur als Rohstoff für eine Frau: Nicht das Material wird beurteilt, sondern was daraus entsteht. Ohne Make-up, Lockenfrisur und Kettchen sind Frauen praktisch noch nicht vorhanden – das erklärt auch, weshalb so viele von ihnen völlig ungeniert mit Lockenwicklern und einge­fettetem Gesicht herumlaufen: Das sind ja noch nicht sie, sie werden erst noch gemacht! -, und diese Fikti­on gelingt ihnen um so leichter, als ihnen dabei ihre Intelligenz nicht im Weg steht.

Damit diese Metamorphose zur Frau gelingt, haben sie von jeher keine Mühe gescheut. Keine kosmetische Prozedur war einer Frau je zu zeitraubend oder kostspielig, wenn es darum ging, jenes Endprodukt herzu­stellen, das sich vom Mann in so auffälliger Weise unterscheidet. Indem sie ihre Haut einfettete, wurde diese immer glatter und immer verschiedener von der des Mannes, indem sie ihre Haare lang trug oder lockig, unterschied sie sich ebenfalls von ihm, und indem sie ihre Augen mit schwarzer Schminke um­rahmte, wurden sie zwar nicht schöner, aber ganz und gar anders als Männer äugen: fremd, geheimnisvoll, beunruhigend.

Das alles war der ursprüngliche Sinn der weiblichen Maskerade, doch er ist inzwischen fast in Vergessen­heit geraten. Da die bürgerliche Frau in den letzten Jahrzehnten durch den von Männern geschaffenen Wohlstand von einer vielbeschäftigten Hausangestellten zu einer Art Kokotte avanciert ist, konnte es nicht ausbleiben, daß sich ihre früher zweckgebundenen Spiele mit ihrer äußeren Erscheinung verselbständigten. Sie hat jetzt Zeit und Geld und möchte sich mehr denn je unterhalten wissen. Und weil das Spiel mit ihrem Körper zu ihren bevorzugten Unterhaltungen zählt (häufig ist es sogar ihr einziges Vergnügen, denn be­sonders wohlhabenden Frauen muß es ja auch noch die Hausarbeit ersetzen), wird es auch von allen Seiten forciert – von den Männern, die ihre .Schminkutensilien produzieren, von denen, die ihre Kleider und Fri­suren entwerfen und produzieren, und von denen, die davon leben, für dieses Spiel immer neue Varianten vorzuschlagen: den Redakteuren von Frauenfunk und Frauenzeitschriften. Dabei hat sich inzwischen tat­sächlich so etwas wie eine ganz eigene Kultur unter den Frauen entwickelt, eine Art Kunstgewerbe, in dessen Schutz sie völlig ungestört und unter sich leben können, und das sie in Höhen (vielmehr Tiefen) führt, wohin ihnen der Mann – mit Ausnahme der darauf spezialisierten Arbeitssklaven – nicht mehr folgen kann.

»Sorgen Sie dafür, daß Ihre Lippenhaut geschmeidig bleibt«, rät beispielsweise eine renommierte Frauen­zeitschrift einer Leserin, die über »zu tiefe« Lippenfalten klagt, »bürsten Sie Ihre Lippen täglich vorsichtig mit einer nassen Zahnbürste, und benutzen Sie mehrmals am Tag Lippenpomade. Nehmen Sie Lippenstifte ohne Perlmuttschimmer, sie setzen sich nicht so leicht in den Falten fest.« »Messen Sie nach«, befiehlt sie allen Frauen, »Ihr Beckenumfang darf Ihre Taillenweite um 25, den Brustumfang höchstens um acht Zen­timeter übersteigen.« »Bürsten Sie Ihre Brauen immer erst in Form, bevor Sie sie nachstricheln. Malen Sie nie einen glatten Bogen, sondern stricheln Sie sorgfältig Härchen für Härchen. Ganz natürlich sieht es aus, wenn Sie direkt neben der Nasenwurzel fast senkrechte Striche malen und wenn Sie zwei Farben mischen, zum Beispiel Grau und Braun.« »Hängen Sie einen Spiegel in Ihre Küche: er hilft Ihnen kontrollieren, ob Sie beim Kochen unbewußt Grimassen schneiden oder Ihre Stirn in Falten legen, und er erinnert Sie auch, wenn Ihre Frisur sich aufgelöst hat.«

Und die Frauen, für jede neue Spielregel dankbar (denn sie haben ja nicht genug Phantasie, selbst solche zu erfinden), führen alles gewissenhaft aus: messen ihren Beckenumfang, bürsten ihre Lippen, stricheln ihre Augenbrauen und hängen sich, zur Vermeidung von Denkfalten, kleine Spiegel in die Küche. Und wenn sie das getan haben, warten schon wieder neue Spielvorschläge: Es gibt heute tatsächlich Frauen, die ihre Brüste täglich zehn Minuten lang in kaltem Wasser baden (»Das macht sie straff«), die sich, ohne krank zu sein, jeden Morgen von Kopf bis Fuß einölen, die ihre Haare alle paar Tage auf mindestens drei­ßig Lockenwickler drehen und die allein für das Make-up ihrer Augen über eine halbe Stunde benötigen. Und da sie dank all dieser, in seinen Augen absurden Tätigkeiten dem Mann immer fremder, immer unbe­rechenbarer -immer weiblicher – erscheinen, sind es häufig gerade diese Frauen, denen er sich am willigs­ten versklavt.

Inzwischen geht das Spiel immer weiter. Wer mitspielen will, wer den Anschluß an die Clique nicht verlie­ren möchte, muß immer neue Regeln beachten, denn die Anforderungen, die die Frauen gegenseitig an sich stellen (die Männer sind aus dem Spiel längst ausgeschieden), werden enorm, die Unterhaltungsmöglich­keiten mit dem eigenen Körper sind ins Unendliche gewachsen und nehmen von Tag zu Tag weiter zu. Dabei ist es natürlich unvermeidbar, daß viele Frauen halbwegs auf der Strecke bleiben und sich wieder vornehmlich den Amüsements des Haushalts zuwenden. Es entstehen, durch das unterschiedliche Ein­kommen der Männer bedingt, Klassenunterschiede zwischen sehr gut, gut und weniger gut maskierten Frauen, wobei die ersteren allen anderen als Idole dienen und ihnen durch ihre perfekte Maskerade, die sie über ihre speziellen Publikationsorgane ständig überwachen, eine Art Ersatzbefriedigung bieten.

Doch auch für die nur mittelmäßig maskierte Frau werden die Spielregeln immer komplizierter: Zum Schwimmen beispielsweise geht sie nur noch mit wasserfestem Spezial-Make-up, sorgfältig enthaarten Beinen und Achselhöhlen, eingefettetem Körper und mit unter der von Gummiblüten übersäten Bademütze aufgedrehten Haaren; vor der Fahrt zum Supermarkt pflegt sie sich zumindest mit mattschimmernder Ta­gescreme, einem Tupfer Rouge und hellbrauner Wimperntusche; bei Beerdigungen nimmt sie zur schwar­zen Mantilla eine besonders helle Teintgrundierung und fast unsichtbaren Lippenstift; und das Schminken und Ankleiden für eine ganz gewöhnliche Cocktailparty, die sie vielleicht nach ein paar Minuten schon wieder verläßt, beansprucht inzwischen Stunden. Wo sie früher einen einzigen Lidschatten auftragen muß­te, nimmt sie jetzt drei (etwa weiß, gold und grün), ihre Lippen pflegt sie mit Lippenpomade, Konturen­stift, Perlmuttstift und Puder, ihre falschen Wimpern werden nicht mehr en bloc aufgeklebt, sondern Wim­per für Wimper (»Das wirkt natürlicher«), und in die eigene Frisur wird immer häufiger ein falsches Haar­teil eingeflochten, das selbstverständlich, genau wie das eigene Haar, immer frisch gereinigt und gelockt sein muß. Allein für das Make-up von Augen und Augenbrauen braucht eine Frau folgendes: ein Band falscher Wimpern, Spezialkleber und Pinzette für das Befestigen dieser Wimpern, Mascarastift, Wimpern-tusche, Eyeliner, Lidschatten (drei Farben), Brauenstifte (zwei Farben), Brauenpuder mit abgeschrägtem Pinsel, Brauenbürstchen, ölhaltige Pads für das Abschminken und Spezialaugen-creme.

Und den Männern, die ihre Göttinnen zwar göttlich mögen (fremd, schillernd, das heißt weiblich), aber nicht mit zusehen wollen, wie sie Stunden um Stunden sklavisch vor dem Spiegel verbringen, wird es bei dieser Entwicklung immer unbehaglicher. Denn genau wie bei der Hausarbeit, die in ihren Augen gegen die menschliche Würde verstößt und von der sie nicht glauben können, daß sie ihren Frauen Vergnügen verschafft, können sie dies auch von der Kosmetik nicht annehmen. Jeder Mann weiß zwar von sich selbst, daß er keinen Wert darauf legt, daß seine Frau zur Pflege ihrer Augenlider drei verschiedene Puderfarben verwendet (genauso, wie er weiß, daß er keine Zimmerpflanzen und keine Spitzenvorhänge an seinem Fenster brauchte), doch er denkt, genau wie bei der Hausarbeit, daß die anderen Männer oder die Gesell­schaft dies von einer Frau verlangen, und er bedauert sie deswegen und fühlt sich für diese Entwicklung persönlich verantwortlich. Da er weiß, daß er und seine Geschlechtsgenossen nur auf das Äußere einer Frau Wert legen, auf Sexsymbole und eine gewisse Verfremdung durch Schminke, die sich jedoch in Grenzen hält (worauf sollen sie bei der Dummheit und Gefühlsarmut der Frau eigentlich sonst Wert le­gen?), folgert er, daß deren unermüdliche Beschäftigung mit ihrem Körper sich nur mit einem Übereifer bei der Erfüllung der männlichen Ansprüche erklären läßt, und fühlt sich schuldbewußt und gerührt. Durch seine primitiven Bedürfnisse mache er die Frau zum Objekt, meint er (zum Lustobjekt), unterdrücke ihre wertvollen Eigenschaften (die ja tatsächlich nirgends zu finden sind!) – und geht damit natürlich wieder einmal haarscharf an der Wahrheit vorbei. Denn daß diese ganze Entwicklung die bisher höchste Stufe weiblicher Kultur ist, daß Frauen sich durch Mode und Kosmetik nicht zu Objekten machen, sondern daß ihre fortwährende Beschäftigung mit diesen Dingen der geistigen Aktivität unendlich primitiver Subjekte entspricht, mag er in seinem eigenen Interesse nicht denken.

Und noch etwas kann er nicht wissen: daß nämlich die Art, wie eine Frau sich sozusagen Tag für Tag völ­lig neu erschafft, wie sie sich durch ihre vielfältigen Maskeraden immer wieder vor sich selbst verfremdet, sie nicht nur amüsiert, sondern auch noch ihr ohnehin sehr schwaches Religionsbedürfnis (das, wie wir im Kapitel über die »Lust an der Unfreiheit« gesehen haben, durch ihre geringe Intelligenz bedingt ist) befrie­digt. Jeder Schritt zu einer solchen Verwandlung erfordert ja ganz neutrale, kritische Selbstbeobachtung

von ihr und zwingt sie praktisch dazu, sich ständig mit den Augen einer fremden Zuschauerin zu sehen und ihr Werk mit deren Maßstäben im Laufe eines Tages tausendmal zu überprüfen. Folglich kann sie sich, wenn die Verwandlung gelingt, wenn die Maskerade den Anforderungen der Fremden entspricht oder die­se sogar noch übertrifft, mit deren Augen auch hemmungslos bewundern. Sie ist durch diesen Trick sozu­sagen in der Lage, sich selbst zu verherrlichen, und bleibt damit vor jedem System, das dazu dient, die menschliche Lust an der Unfreiheit zu befriedigen (Ideologien, Religionen, Verherrlichung eines anderen), weitgehend verschont.

Aus allem, was die Frauen mit sich anstellen, und was immer ihrer Verschönerung dient, ergibt sich für die Männer eine logische Konsequenz: daß Frauen nämlich Männer, selbst wenn sie sie beachten würden, auf keinen Fall schön finden könnten. Es heißt zwar, »ein Mann muß nicht schön sein«, und viele Männer zi­tieren diese Weisheit ganz ohne Hintergedanken sogar noch selbst, aber offensichtlich ist es doch so, daß er nicht nur nicht schön sein muß, sondern daß er, selbst wenn er es wünschte, in den Augen der Frauen nicht einmal schön sein könnte. Wenn die Frauen sich in ihrer albernen Maskerade selbst schön finden (und nichts deutet das Gegenteil an), können sie nicht zugleich die weitgehend ungeschminkten, unifor­mierten Männer schön finden; diese wären in ihren Augen ja bestenfalls Vorstufen zu Menschen, Rohma­terial, Entwürfe. Ein Mann ist daher für die Frau in gewissem Sinn sowieso immer häßlich, und folglich kann sie bei ihrer Wahl sein Äußeres auch völlig ignorieren und sich ganz frei – das heißt nur nach dem Lebensstandard, den er ihr bieten könnte – entscheiden.

Besonders sensible Männer müssen dies in jüngerer Zeit auch selbst empfunden haben und versuchen da­her, nach den Maßstäben der Frau schön zu werden und diese endlich auch einmal durch ihr Äußeres zu beeindrucken. Doch dieser Ausbruchversuch ist inzwischen so gut wie gescheitert: Erstens konnten alle diese Männer unmöglich von heute auf morgen das erreichen, was Frauen in Generationen kultiviert haben (das lange Haar eines Mannes ist nie so seidig, seine Haut nie so zart und seine Garderobe nie so erlesen extravagant wie die einer Frau), zweitens haben die Legionen versklavter Männer diese Verräter sofort aus ihrer Gemeinschaft ausgestoßen und ihnen weitgehend die Verdienstmöglichkeiten gesperrt.

Heute maskieren sich fast nur noch jene – Dichter, Maler, Musiker in Beatbands, Hippies, Schauspieler, Journalisten, Fotografen – die gerade mit dieser Maskerade, als eine Art Hofnarren der Bourgeoisie, ihr Geld verdienen, und fast jeder von ihnen hat auch eine Frau, die dieses Geld sofort wieder verwertet. Beim Dichter ist es die Muse, beim Maler das Modell und bei den jungen Beatmusikern das Groupie, das auf ihre Kosten lebt. Und sollten sich wirklich einmal lange Haare oder Halsketten für Männer allgemein durchsetzen (was durchaus möglich ist, denn alle hundert Jahre gibt es, meist wegen der inzwischen verän­derten Arbeitsbedingungen, auch in der Herrenmode kleine Varianten), dann werden diese langen Haare bei allen genau gleich lang sein, und die Ketten, die sie anstelle der Krawatten tragen, werden ebenso dis­kret und unauffällig sein wie diese.

Berufswelt als Jagdrevier

Die vielen berufstätigen Frauen – Sekretärinnen, Fabrikarbeiterinnen, Verkäuferinnen, Stewardessen -, de­nen man überall begegnet, die sportlichen jungen Mädchen, die in immer größerer Zahl Colleges und Hochschulen bevölkern, könnten einen fast auf die Idee bringen, die Frau habe sich in den letzten zwanzig Jahren grundlegend verändert. Sie könnten einen glauben machen, das moderne junge Mädchen sei fairer als seine Mutter und habe sich – vielleicht von einem großen Mitleid mit seinem Opfer überwältigt – ent­schlossen, nicht mehr die Ausbeuterin des Mannes zu sein, sondern seine Partnerin.

Dieser Eindruck täuscht. Die einzig wichtige Tat im Leben einer Frau ist die Wahl des richtigen Mannes (sie darf sich sonst überall irren, hier nicht), und deshalb trifft sie diese Wahl meist dort, wo sie die männ­lichen Qualitäten, auf die es ihr ankommt, am besten beurteilen kann: beim Studium und bei der Arbeit. Büros, Fabriken, Colleges und Universitäten sind für sie nichts weiter als gigantische Heiratsmärkte.

Welches Milieu sie zum Ködern ihres künftigen Arbeitssklaven tatsächlich wählt, hängt weitgehend vom Einkommen des Mannes ab, der sich vorher für sie versklavt hatte – ihres Vaters. Die Töchter gutverdie­nender Männer suchen sich den Mann zum Heiraten vorzugsweise auf Hochschulen und Universitäten, denn dort bestehen die größten Chancen, einen mindestens ebenso gut verdienenden Mann zu finden (au­ßerdem ist ein Pro-Forma-Studium bequemer als eine – wenn auch vorläufige – Berufstätigkeit). Mädchen aus weniger gutem Hause müssen sich zum gleichen Zweck vorübergehend in einer Fabrik, einem Laden, Büro oder Krankenhaus verdingen. Beide Formen des Engagements sind provisorisch – sie dauern bis zur Hochzeit, in Härtefällen bis zur Schwangerschaft – und haben einen großen Vorteil: Jede Frau, die heute heiratet, hat »dem Mann ihrer Wahl zuliebe« entweder einen Beruf oder ein Studium aufgegeben. Und solche »Opfer« verpflichten.

Berufstätigkeit und Studium der Frau verfälschen also nur die Statistik und dienen außerdem dazu, den Mann noch hoffnungsloser zu versklaven – denn sowohl Beruf als auch Ausbildung sind für Mann und Frau etwas völlig verschiedenes.

Für den Mann geht es im Beruf immer um Leben und Tod. Gerade die ersten Jahre sind meist für seine ganze Zukunft entscheidend – ein Mann, der mit fünfundzwanzig noch nicht auf dem Weg nach oben ist, gilt als hoffnungsloser Fall -, in dieser Zeit entfaltet er alle seine Fähigkeiten, der Kampf mit seinen

Konkurrenten ist ein Kampf bis aufs Messer. Hinter einer Maske großzügiger Kollegialität liegt er ständig auf der Lauer; jedes Zeichen von Überlegenheit eines anderen wird ängstlich registriert, jedes Zeichen von dessen Schwäche muß er sofort zu seinen Gunsten ausnützen. Und bei alldem ist er immer nur ein Rädchen in einem gigantischen Wirtschaftsgetriebe, das ihn nach allen Regeln der Kunst auswertet: Wenn er andere schindet, schindet er sich selbst am meisten, die Befehle, die er gibt, sind Befehle anderer über ihm. Wird er gelegentlich von seinen Vorgesetzten gelobt, geschieht das nie, um ihm eine Freude zu machen, sondern immer mit dem Ziel, ihn noch weiter anzuspornen. Für ihn, der darauf dressiert wurde, stolz und ehrenhaft zu sein, ist jeder Tag im Berufsleben eine endlose Kette von Demütigungen: Er begeistert sich für Marken­artikel, die ihn nicht interessieren, lacht über Witze, die er geschmacklos findet, vertritt Meinungen, die nicht die seinen sind. Und bei alldem darf er sich nicht eine Sekunde lang vergessen: Die kleinste Nachläs­sigkeit kann Degradierung bedeuten, ein einziges falsches Wort kann das Ende der Karriere sein.

Die Frau, um die es bei diesen Kämpfen in erster Linie geht und unter deren Augen sich das alles abspielt, sieht dem gelassen zu. Für sie ist die Zeit ihrer Berufstätigkeit eine Zeit der Flirts, Rendezvous, Neckereien – in der als Vorwand auch noch ein bißchen Arbeit erledigt wird, mit der meist keinerlei Verantwortung verbunden ist. Sie weiß, daß das alles vorübergeht (und falls nicht, dann hat sie wenigstens jahrelang in dieser Illusion gelebt). Die Kämpfe der Männer beobachtet sie deshalb aus sicherer Distanz, gelegentlich applaudiert sie einem der Kämpfer, tadelt oder ermutigt ihn. Und während sie ihnen Kaffee kocht, ihre Post öffnet und ihre Telefongespräche abhört, trifft sie kaltblütig ihre Wahl. Sobald sie den Mann fürs Le­ben gefunden hat, zieht sie sich zurück und überläßt das Terrain dem Nachwuchs.

Beim Studium ist es nicht anders. In den USA findet man auf Colleges und Hochschulen mehr Frauen denn je, doch die Zahl derer, die fertig studieren, ist geringer als vor dem zweiten Weltkrieg. Während die Studentinnen in den Vorlesungen ihre Frühjahrsgarderobe entwerfen, in den Pausen kokettieren und, mit unter durchsichtigen Gummihandschuhen blutrot lackierten Fingernägeln, an Leichen herumsezieren, geht es bei ihren männlichen Partnern immer um alles oder nichts. Einer Frau genügt es, College oder Universi­tät mit einem Verlobungsring abzuschließen, beim Mann reicht nicht einmal ein Diplom. Diplome kann man leicht durch Auswendiglernen erwerben (es gibt wenig Prüfer, die zwischen Wissen und Bluff unter­scheiden können), der Mann aber muß auch begreifen, worum es geht. Von der Fundiertheit seiner Kennt­nisse wird später sein materieller Erfolg abhängen, sein Prestige und häufig sogar das Leben von Men­schen.

Die Frau kennt keinen Kampf. Wenn sie ihr Studium abbricht und einen Universitätsdozenten heiratet, hat sie ohne Anstrengung das gleiche erreicht wie er. Als Ehefrau eines Fabrikanten wird man sie mit noch größerer Ehrerbietung behandeln als diesen (und nicht wie jemand, den man in der gleichen Fabrik besten­falls am Fließband beschäftigen könnte). Als Frau hat sie immer den Lebensstandard und das Sozialpresti­ge ihres Mannes und muß nichts tun, um diesen Standard und dieses Prestige zu erhalten – das tut er. Der kürzeste Weg zum Erfolg ist deshalb für sie immer noch die Heirat mit einem erfolgreichen Mann. Und den bekommt sie weder durch Fleiß noch durch Strebsamkeit oder Ausdauer, sondern einzig und allein durch eine attraktive Erscheinung.

Man hat gesehen, welche Anforderungen die gut dressierten Männer an das Aussehen der Frauen stellen. Die besten Dompteusen bekommen automatisch also ohne sich im geringsten bemühen zu müssen – die erfolgreichsten Kämpfer unter ihnen. Da diese sogenannten »schönen« Frauen auch meist die sind, die es seit ihren Kindertagen am leichtesten hatten und somit noch weniger als die anderen einen Grund zur Ent­wicklung ihrer geistigen Anlagen fanden (Intelligenz entfaltet sich nur im Wettbewerb), ergibt sich die logische Konsequenz, daß sehr erfolgreiche Männer meist abgrundtief blöde Frauen haben (es sei denn, man bewertet das Geschick einer Frau, sich als Köder herauszuputzen, als Intelligenzleistung).

Es ist fast schon ein Klischee, daß ein Mann, der es besonders weit gebracht hat (als Wirtschaftsboß, Fi­nanzmakler, Großreeder, Dirigent), auf dem Gipfel seines Erfolgs (also meist in zweiter oder dritter Ehe) ein Fotomodell heimführt. Männer, die durch Erbschaft reich sind, leisten sich meist schon in erster Ehe ein solches Superweib (das sie dann freilich im Laufe der Jahre von Zeit zu Zeit auswechseln). Fotomodel­le aber sind meist Frauen, die nicht einmal eine abgeschlossene Schulbildung haben und die bis zu ihrer Heirat nichts anderes tun, als graziös vor Kameras zu posieren. Doch da sie »schön« sind, sind sie poten­tielle Reiche.

Und alle diese Frauen »geben aus Liebe eine Karriere auf«. Jedenfalls erzählen sie das dem Mann, und der glaubt es. Der Gedanke, daß er durch seinen Antrag die Frau im letzten Augenblick vor der Mühe eines Abiturs oder Staatsexamens gerettet hat, wäre nicht so schmeichelhaft für ihn, deshalb schiebt er ihn weit von sich und berauscht sich statt dessen an der »kompromißlosen« Liebe, die diese Frau nach ihren eige­nen Angaben für ihn empfindet. Wer weiß, denkt er – immer seinen eigenen Wertmaßstäben folgend -, vielleicht wäre eines Tages aus ihr eine berühmte Chirurgin (gefeierte Primaballerina, brillante Journalis­tin) geworden – und das alles hat sie aufgegeben, für ihn! Die naheliegende Idee, daß sie lieber die Frau eines berühmten Chirurgen, mit dessen Einkommen, dessen Prestige und ohne dessen Arbeit und Verant­wortung ist, kommt ihm nicht. Er nimmt sich vor, ihr das Leben an seiner Seite so angenehm wie möglich zu gestalten, damit sie ihr großes Opfer nie bereuen muß.

Ein geringer Prozentsatz der Studentinnen westlicher Industrienationen (10-20 %) schafft dennoch vor der Heirat ein Hochschuldiplom. Trotz gelegentlicher Ausnahmen sind es meist die weniger attraktiven Frau­en, denen es nicht gelungen ist, während ihrer Studienzeit eine brauchbare Arbeitskraft zu engagieren. Die­ses Diplom erhöht dann automatisch ihren Marktwert, denn eine gewisse Sorte Mann fühlt sich – vorausge­setzt, er hat selbst ein Diplom – durch den Titel seiner Frau persönlich geschmeichelt (wie gescheit muß er sein, daß diese hochgebildete Frau sich für ihn interessiert!). Und wenn seine Koryphäe dann noch eini­germaßen sexy ist, fühlt er sich im siebenten Himmel.

Doch nicht lang. Denn auch die Ärztin, Juristin oder Soziologin wird ihre Karriere für die seine »opfern« oder zumindest zurückstellen. Sie wird in eine Vorortvilla ziehen, Kinder gebären, Blumenbeete anlegen und sein Heim mit dem üblichen Kitsch anfüllen. Nach ein paar Jahren hat sie über diesen Amüsements ihr bißchen auswendiggelerntes Fachwissen vollkommen vergessen und wird im Grund genauso sein wie ihre Nachbarinnen.
Die »emanzipierte« Frau

Es gibt aber auch Frauen über fünfundzwanzig, die berufstätig sind. Das kann verschiedene Gründe haben:

  1. Die Frau ist mit einem »Versager« verheiratet (mit einem Mann; der nicht genug Geld verdient, um ihre Kitschorgien zu finanzieren).
  2. Die Frau ist aus biologischen Gründen kinderlos (einige Männer sehen dann nach dem Abklingen ihrer Leidenschaft keine Veranlassung mehr, sie zu versorgen).
  3. Die Frau ist häßlich.
  4. Die Frau ist emanzipiert.
  5. Die Frau hat Interesse an einem bestimmten Beruf (und verzichtet daher von vornherein auf den eige­nen Sklaven und die eigenen Kinder).

Die Motive für die Berufstätigkeit von a) und b) liegen nahe. Wichtig sind die beiden nächsten Gruppen, denn die häßliche Frau gilt oft als emanzipiert, und das ist falsch. Die Chancen, einem Exemplar der letz­ten Kategorie zu begegnen (einer Frau, die geistigen Interessen zuliebe – oder gar aus Fairness! – auf Kom­fort und Leibeigene verzichtet), sind fast aussichtslos.

Die häßliche Frau (die Frau, die nach dem Geschmack der Männer häßlich ist, weil ihre sekundären Ge­schlechtsmerkmale entweder unvollkommen entwickelt oder ungenügend zur Schau gestellt sind, und weil ihren Gesichtszügen jeglicher Baby-Look fehlt) arbeitet aus dem gleichen Grund wie der Mann: weil es sonst niemand für sie tut. Doch während der Mann mit seinem Gehalt Frau und Kinder ernährt, arbeitet sie immer nur für sich selbst und nie, um mit dem verdienten Geld das Leben eines schönen jungen Mannes zu finanzieren.

Diese Frau ist oft ziemlich intelligent. Anfangs läßt sie zwar wie alle Frauen, dem Beispiel ihrer Mutter folgend und im Vertrauen auf den künftigen Arbeitssklaven, ihre geistigen Anlagen verkümmern. Doch je älter sie wird, desto mehr sieht sie ihre Chancen auf einen solchen Sklaven dahinschwinden. Und eines Tages bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich der letzten Überbleibsel ihrer Intelligenz zu erinnern und daraus das Beste zu machen.

Manche Frauen aus dieser Gruppe bringen es damit sogar sehr weit: als Schriftstellerinnen, Politikerinnen, Journalistinnen, Ärztinnen, Juristinnen kommen sie nicht selten (und gerade, weil sie als intelligente Frau­en so sehr aus dem Rahmen fallen) zu großen Ehren. Damit erweisen sie natürlich der Ausbeuterin in der Vorortvilla unschätzbare Dienste: »Seht ihr«, sagt diese, »wir Frauen könnten auch so manches, wir ver­zichten nur immer zugunsten der Männer.« Und anhand der abschreckenden Beispiele dieser Intelligenz­bestien kann sie dem Sklaven an ihrer Seite immer wieder klarmachen, wie häßlich, hart und uncharmant (wie »unweiblich«) eine große Leistung die Frau macht. Und er wird selbstverständlich die Gehirnampu­tierte in seinem Bett jener anderen immer noch tausendmal vorziehen (reden kann er ja notfalls auch mit Männern).

Auch die Häßliche verzichtet trotz ihres Erfolges nie ganz auf ihren weiblichen Sonderstatus und erwartet mit größter Selbstverständlichkeit, daß ihre Umwelt sie – »als Frau, die erfolgreich war« – wie eine Art Weltwunder betrachtet. Es ist fast obszön, wie sehr gerade diese Frau immer ihre »Weiblichkeit« heraus­streicht. Sie produziert sich vor Presse und Fernsehen, wann immer es geht, läßt ihren schwabbeligen Bu­sen über ihre große Schreibtischplatte hängen und klagt, wie schwer gerade sie, »als Frau«, es in ihrer ho­hen Position habe.

Wie dem auch sei, im Vergleich zur landläufigen Ausbeuterin ist sie einigermaßen respektabel. Daß sie zu ihrer Respektabilität gezwungen wird – man braucht ihr nur ins Gesicht zu sehen, um zu wissen, warum sie so gescheit ist -, ist eine andere Sache. Denn Häßlichkeit ist natürlich kein persönliches Verdienst.

Kompliziert wird es bei der sogenannten emanzipierten Frau. Denn während man die ersten drei Katego­rien der berufstätigen Frauen (die Häßliche allerdings nur, bevor sie Erfolg hat) durch entsprechende Geld­angebote ohne weiteres von ihren beruflichen Plänen abbringen könnte, arbeitet die Emanzipierte nie für Geld. Sie war per definitionem in ihrer Jugend immer attraktiv und hat daher immer einen gutverdienenden Sklaven zur Hand. Emanzipieren kann sich nur die »schöne« Frau: Die häßliche hat, genauso wie der Mann, nichts, wovon sie sich emanzipieren könnte; niemand hat sie je zu korrumpieren versucht, sie hatte nie die Wahl.
Die Emanzipierte hat auch Kinder (allerdings oft nur eins bis zwei), eine komfortable Wohnung und alle Statussymbole ihrer Clique. Doch sie findet ihre Vergnügungen nicht nur im Heim und auf den von ihren Geschlechtsgenossinnen organisierten Maskenbällen: Am besten amüsiert sie sich mit untergeordneten Handlangerdiensten, bei denen sie viel Publikum hat. Man findet sie ätherisch durch Korridore von Verla­gen und Zeitungsredaktionen schwebend, im Vorzimmer der Film-, Fernseh- und Theaterbosse, in der Rol­le der Regieassistentin, der Dolmetscherin, an den Schaltern der Reisebüros, in Juwelier- und Antiquitä­tengeschäften, in Boutiquen. Kurz, überall dort, wo sich reiche und interessante Leute treffen. Das Geld, das sie verdient, verbraucht sie meist restlos für ihre aufwendigen Maskeraden, mit deren Hilfe sie sich an ihrem Arbeitsplatz jeden Tag von neuem wieder in Szene setzt.

Die emanzipierte Frau ist genauso dumm wie die anderen, aber sie möchte nicht für so dumm gehalten werden: Von Hausfrauen spricht sie nur auf die abfälligste Art. Sie glaubt, allein die Tatsache, daß sie eine Arbeit ausführt, die auch eines Mannes nicht unwürdig wäre, mache sie intelligent. Sie verwechselt dabei Ursache mit Wirkung: Die Männer arbeiten ja nicht, weil sie so intelligent sind, sondern weil sie müssen. Ihre Intelligenz könnten die meisten von ihnen erst dann sinnvoll gebrauchen, wenn sie frei von finanziel­len Verpflichtungen wären (so frei wie die Hausfrauen zum Beispiel). In der Regel hätte eine Frau in ihrer Vorortvilla viel bessere Voraussetzungen für ein reges Geistesleben als zwischen Schreibmaschine und Diktiergerät.

Die Arbeit der Emanzipierten ist selten schwierig oder verantwortungsvoll, doch sie lebt in dem Wahn, sie sei sowohl das eine als auch das andere. Diese Arbeit »füllt sie aus«, »regt sie an«, sie könnte »ohne sie nicht existieren«. Doch wirklich angewiesen ist sie auf diese Arbeit nie, sie kann sie jederzeit aufgeben, denn die Emanzipierte arbeitet, im Unterschied zur Häßlichen, nie ohne Rettungsautomatik: Immer gibt es einen Mann, der irgendwo im Hintergrund bereitsteht und bei der ersten Schwierigkeit zu Hilfe eilt.

Daß sie langsamer aufsteigt als ihre männlichen Kollegen, findet sie zwar unfair, doch an deren mörderi­schen Kämpfen nimmt sie deshalb noch lange nicht teil. Das sei eben so: »als Frau«, selbst wenn man »emanzipiert« sei, habe man nicht die gleichen Chancen. Anstatt an Ort und Stelle für eine Veränderung der Tatsachen zu sorgen, rennt sie, geschminkt wie ein Clown und über und über mit Lametta behangen, auf die Versammlungen ihrer Clique und schreit nach Gleichberechtigung. Daß die Frauen selbst – und nicht die Männer – wegen ihrer Interesselosigkeit, ihrer Dummheit, ihrer Unzuverlässigkeit, ihrer Käuf­lichkeit, ihren albernen Maskeraden, ihren ewigen Schwangerschaften (und vor allem wegen ihrer erbar­mungslosen Dressur am Mann) die Schuld an diesen Zuständen trifft, kommt ihr nicht in den Sinn.

Man könnte nun annehmen, die Männer der Emanzipierten hätten es besser als die anderen, weil sie die Verantwortung nicht allein tragen. Das Gegenteil ist der Fall: Die sogenannte emanzipierte Frau macht ihren Mann unglücklich. Denn dieser Mann wurde natürlich, wie alle seines Geschlechts, nach dem Leis­tungsprinzip dressiert und muß ihr deshalb immer ein paar Schritte voraus sein: Die Übersetzerin hat einen Schriftsteller zum Mann, die Sekretärin einen Abteilungsleiter, die Kunstgewerblerin einen Bildhauer, die Feuilletonistin einen Chefredakteur.

Die emanzipierte Frau ist deshalb nie eine Entlastung für ihren Mann: Sie beutet ihn noch mehr aus als die anderen. Je höher sie hinaufkommt, desto unbarmherziger treibt sie ihn an (und manchmal kommt eine solche Frau, durch Zufall oder die Protektion eines Mannes – denn sie ist ja attraktiv – tatsächlich in eine wichtige Stellung). Wenn er nicht selbst eine hohe Position hat, wird jede ihrer Gehaltserhöhungen für ihn zum Trauma, jede ihrer beruflichen Anerkennungen kann ihn in Panik versetzen. Er lebt ständig in Angst, sie könnte ihn eines Tages doch noch überrunden, und findet keinen Augenblick Ruhe. Die fremden Män­ner, die sie täglich trifft, stürzen ihn in wilde Eifersucht. Er fühlt sich überflüssig, sein ganzes Dasein scheint ihm sinnlos, denn er glaubt, daß sie ihn nicht mehr braucht. Das Glück des Sklaven – das einzige Glück, das den Männern nach ihrer Dressur noch erreichbar ist – bleibt ihm versagt.

Und auch ihre Kinder macht die Emanzipierte unglücklich. Denn sie ist ja nicht besser als der Rest, nur anders: Sie vergnügt sich mehr bei einer stupiden Büroarbeit als bei der Versorgung ihrer intelligenten Kinder. Doch auf das Gebären wird sie deshalb noch lang nicht verzichten: Als Frau, sagt sie, brauche man ein Kind, sonst bliebe man sein Leben lang »unerfüllt«.

Die Emanzipierte verzichtet prinzipiell auf nichts: Sie ißt die Torte und den Kuchen auch noch. Damit sie ihrer »anregenden geistigen Tätigkeit« nicht entsagen muß, gibt sie ihre Kinder in Tagesheime und Internate oder läßt sie von jenen Hausfrauen erziehen, die sie so sehr verachtet. Und auch die Hausarbeit macht sie natürlich nicht allein: Sie erledigt sie mit ihrem Mann gemeinsam nach Büroschluß. Dafür darf er sich auch beim Parkettbohnern, Blümchengießen und Silberputzen mit seiner »geistig regen« Frau »anregend« unterhalten. Denn auf den traditionellen Plunder ihrer Sippschaft verzichtet die Emanzipierte natürlich genauso wenig wie auf den Arbeitssklaven und die Kinder.

Um ihrem Anspruch auf die männlichen »Privilegien« Nachdruck zu verleihen (ihren Anspruch auf die gutdotierten Stellungen der Männer, nicht etwa auf die »Privilegien« des Soldaten), organisiert die Eman­zipierte von Zeit zu Zeit sogenannte Emanzipationsbewegungen. Bei solchen Gelegenheiten lenkt sie dann mit viel Gezeter die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich, steckt sich Kampfabzeichen an den jeweils neuesten Suffragetten-Look, stellt zur Demonstration ihrer politischen Interessen etwa Kerzen an ihr Wohnzimmerfenster, kneift unter den Augen des Fernsehpublikums Bauarbeitern in die Hinterbacken und macht dergleichen Mätzchen mehr. Regelmäßig befreit sie sich dabei auch von irgendwelchen »Fes­seln«. Und diese »Fesseln« versteht sie (da ihr geistige Fesseln fremd sind) immer ganz wörtlich: Zu Be­ginn dieses Jahrhunderts war es das Korsett, von dem sie sich befreite, in den siebziger Jahren war es der Büstenhalter (damit diese Sensation auch niemandem entgehen konnte, ließ sie ihre Sklaven die durchsich­tige Bluse erfinden), und bei der nächsten Emanzipationswelle wird es vielleicht der unbequeme lange Rock sein, den sie gerade gegen den Willen der Männer mit viel Koketterie in ihren Maskenfundus auf­nimmt. Nur ihre Dummheit, ihre Albernheit, ihre Lächerlichkeit, ihre Verlogenheit, ihre Gefühlskälte und ihr abgrundtief blödes Geschwätz das hat sie bei einer solchen Gelegenheit noch nie abgelegt.

Und selbstverständlich wird sie dem Mann an ihrer Seite, auch wenn sie noch so gut verdient, nie die häus­liche Domäne überlassen und an seiner Stelle die Verantwortung für Lebensunterhalt und Sozialprestige auf sich nehmen. Obwohl es möglich ist, daß sie sich im Berufsleben tatsächlich »erfüllt« und »glücklich« vorkommt – sie ist ja viel unsensibler als der Mann und kann deshalb bei einer stumpfsinnigen Arbeit auch nicht so sehr leiden -, wird sie ihm mit ihrem Geld niemals die Möglichkeit für ein besseres Leben schaf­fen. Sie wird ihm weder Feuer geben noch Türen für ihn öffnen, sie wird weder Lebensversicherungen zu seinen Gunsten abschließen noch bei der Scheidung eine Rente für ihn aussetzen. Das wäre denn gar zu »unweiblich«. Und auch dem Mann würde eine solche Regelung nicht in den Sinn kommen, dazu ist er zu gut dressiert. Der Mann der Emanzipierten wird sich nach einem Kuß die Creme-, Puder- und Lippenstift-spuren aus dem Gesicht wischen und sich wieder in den Kampf stürzen.

Was ist Liebe?

Der Mann wird von der Frau so dressiert, daß er ohne sie nicht leben kann und deshalb alles tut, was sie von ihm verlangt. Er kämpft um sein Leben und nennt das Liebe. Es gibt Männer, die drohen ihrer Ange­beteten mit Selbstmord, wenn sie nicht erhört werden. Das ist für sie kein Risiko: Sie haben nichts zu ver­lieren.

Aber auch die Frau kann ohne den Mann nicht existieren, sie ist für sich allein so lebensuntüchtig wie eine Bienenkönigin. Auch sie kämpft um ihr Leben, und auch sie nennt das Liebe. – Einer braucht den anderen, und es sieht so aus, als gäbe es doch wenigstens ein gemeinsames Gefühl zwischen ihnen. Aber die Ursa­chen und das Wesen dieses Gefühls und ihre Konsequenzen sind für Mann und Frau völlig verschieden.

Für die Frau bedeutet Liebe Macht, für den Mann Unterwerfung. Für die Frau ist Liebe ein Vorwand für kommerzielle Ausbeutung, für den Mann ein emotions-getränktes Alibi für seine Sklavenexistenz. »Aus Liebe« tut die Frau Dinge, die ihr nützen, der Mann solche, die ihm schaden. Die Frau arbeitet »aus Liebe« nicht mehr, wenn sie heiratet; der Mann arbeitet, wenn er heiratet, »aus Liebe« für zwei. Die Liebe ist für beide Teile ein Kampf ums Überleben. Aber der eine überlebt nur durch Sieg, der andere nur durch Nie­derlage. Es ist eine Ironie, daß die Frauen auch ihre größten Gewinne im Augenblick ihrer größten Passivi­tät ernten und daß ihnen das Wort »Liebe« auch bei ihrem erbarmungslosesten Betrug am Mann den Glo­rienschein der Selbstlosigkeit gibt.

Der Mann vernebelt sich mit »Liebe« seinen feigen Selbstbetrug und macht sich glauben, seine sinnlose Sklaverei für die Frau und deren Geiseln sei ehrenhaft und habe einen höheren Sinn. Er ist zufrieden mit seiner Rolle, als Sklave ist er am Ziel seiner Wünsche. Und weil die Frau ohnehin nur Vorteile aus diesem System zieht, wird sich nichts ändern; das System zwingt sie zwar zur Korruption, aber niemand findet etwas dabei. Man darf von einer Frau nichts anderes erwarten als Liebe, solange sie damit alles andere eintauschen kann. Und den zum Sklaven dressierten Mann werden seine Anstrengungen immer nur im Sinn der Dressur weiterbringen, nie zu seinem Vorteil. Er wird immer noch mehr leisten, und je mehr er leistet, desto weiter wird die Frau sich von ihm entfernen. Je mehr er sich ihr anbiedert, desto anspruchs­voller wird sie werden. Je mehr er sie begehrt, desto weniger wird er selbst für sie begehrenswert sein. Je mehr er sie mit Komfort umgibt, desto bequemer, desto dümmer, desto unmenschlicher wird sie werden, und desto einsamer er selbst.

Nur die Frauen könnten den Teufelskreis von Dressur und Ausbeutung brechen. Sie werden es nicht tun, es gibt dafür keinen rationalen Grund. Auf ihre Gefühle darf man schon gar nicht hoffen -, Frauen sind ge­fühlskalt und ohne jedes Mitleid. Die Welt wird also immer weiter in diesem Kitsch, in dieser Barbarei, in diesem Schwachsinn Weiblichkeit versinken, und die Männer, diese wunderbaren Träumer, werden nie­mals aus ihren Träumen erwachen.

http://de.wikimannia.org/images/Esther-Vilar_Der-Dressierte-Mann.pdf

Die grauenvolle Utopie des IS-lam

Unterwerfung
Der Islam in Frankreich und Badious Utopie des Grauens

Kategorie: Ideologie- und Religionskritik

Veröffentlicht am Dienstag, 26. Mai 2015

Geschrieben von Stefan Zenklusen

 

Über vorauseilende Unterwerfung, politisch korrekten Antisemitismus und Neofaschismus im Linksjargon

In seinem Text über „Die roten Banner und die Trikolore“ (ursprünglich in Le Monde, 27. 1. 2015) in der linken „Wochen Zeitung“ (Zürich, vom 12. 2. 2015) (https://www.woz.ch/-59ec), gelingt es Alain Badiou nur mit gröbsten Verzerrungen und absurden historischen Vergleichen, die These vom allgegenwärtigen antiarabischen Rassismus und der „Islamophobie“ in Frankreich zu konstruieren.“ (Zenklusen)

In der folgenden Replik auf diesen Text widerlegt Stefan Zenklusen dieses Konstrukt Alain Badious. Er weist das Konstrukt als Ideologie aus, die auf trügerischen begrifflichen Verkehrungen, Verschiebungen, falschen Zustellungen und wild entschlossener Abdichtung gegen Empirie beruht. Badiou verhält sich demnach wie ein umgekehrter Psychoanalytiker und kritischer Theoretiker.

 

Während diese über derartige intellektuelle Operationen als Rationalisierungsoperationen kritisch aufklären, auf dass die Menschen sich nicht länger über sich selbst betrügen, indem sie sich ihre vorauseilende Unterwerfung und ihren klammheimlichen Antisemitismus als menschliche Emanzipation schönreden, sondern stattdessen den Selbstbetrug im Bann des konformistischern Götzendienstes (Warenfetischismus) als solchen erkennen, und eine bessere Praxis beginnen, benutzt er umgekehrt all diese Operationen, um sich in vorauseilendem Gehorsam denen als geistiger Wegbereiter anzudienen, von denen er glaubt, dass ihnen bald nicht nur Frankreich, sondern die ganze Welt gehört, wenn sie sich nur mit der „antifaschistischen Linken“ vereinigen. „Er erträumt sich eine Revolution ohne Laizität und Charlie Hebdo, dafür Hand in Hand mit den reaktionärsten, paläofaschistisch-islamischen Fraktionen der französischen Bevölkerung und  unter Mithilfe von Hamas und Hezbollah: eine Vision des Grauens. (Zenklusen, S. 7)

Heinz Gess

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Badious Utopie des Grauens

  Der Islam in Frankreich undBadious Utopie des GrauensÜber vorauseilende Unterwerfung, politisch korrekten Antisemitismus und Neofaschismus im LinksjargonStefan Zenklusen

 

Zitation: Zenklusen, Stefan (2015): Der Islam in Frankreich und Badious Utopie des Grauens: Über vorauseilende Unterwerfung, politisch korrekten Antisemitismus und Neofaschismus im Linksjargon. In: Kritiknetz – Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft.

 

http://www.kritiknetz.de/index.php/ideologiekritik/1292-der-islam-in-frankreich-und-badious-utopie-des-grauens

 

Der Philosoph Alain Badiou lässt sich gerne als eine Art Widerstandskämpfer innerhalb des intellektuellen Betriebs feiern, einer der letzten Mohikaner, die das Wort Kommunis­mus noch in den Mund nehmen. Bei näherer Betrachtung erweist er sich aber als durchaus traditioneller Nachfolger des philosophischen Mandarinentums, dem empirische Befunde nicht allzu wichtig sind. Auch seine Darstel­lung des Schicksals der Muslime in Frankreich ist weit über die Linke hinaus Konsens: Ge­zeichnet wird das Bild einer Minderheit, die ubiquitärem Rassismus ausgesetzt ist und vom Staat in Ghettos gesteckt wurde, wo sie ein elendes Dasein fristet. Daraus entstünde der Islamismus, der allerdings, und hier ist fast das gesamte französische Establishment mit Badiou einverstanden, absolut nichts mit dem Islam zu tun habe. Die prononcierte Islamophilie Badious und seine explizite Sympathie für Organisationen wie Hamas oder Hezbolla ist keineswegs originell, son­dern wird von vielen Fraktionen der französi­schen Linken geteilt. Schliesslich waren auch die Pariser Intellektuellen, die in den sechzi­ger Jahren noch zum Stalinismus standen, Legion. Badiou hielt es später eher mit Pol Pot und den Roten Khmer, was er freilich im Nachhinein bereute. Auch mit seinem über­dimensionierten Ego steht Badiou in der Nachfolge vieler Absolventen der geisteswis­senschaftlichen Eliteschmiede Ecole Normale Supérieure (ENS). Eine seiner letzten Publi­kationen ist eine Übersetzung der Politeia Platons, in Form eines Remakes, aufgetunt mit dem Programm und der Terminologie Badious.

Badiou mag Platon, nicht aber Charlie Hebdo. Aus seiner Sicht ist Charlie Hebdo ein „schmieriges (…) Magazin“, das den Muslim mit Sarkasmus überhäuft und das freie Unternehmertum verteidigt.

 

1 Selbst der Bourdieuschüler Loïc Wacquant wider­setzt sich diesem Klischee. Vgl. Wacquant, Parias urbains, Paris 2007; Das Janusgesicht des Ghettos und andere Essays, Wien 2006. Die französischen Banlieues haben entstehungsgeschichtlich nichts mit den rassisch-ethnischen Ghettos in den USA zu tun.

2 Badiou, Zweites Manifest für die Philosophie, Wien 2010, p. 124

3 Vgl. Badious Artikel in Le Monde, 17. 1. 1979.

4 Platons „Staat“, Zürich 2013

 

Badious Utopie des Grauens

 

Diese Einschätzung ist schlechterdings un­haltbar. Zunächst sei erwähnt, dass sich Charlie Hebdo nie und nirgends über Muslime lustig gemacht hat, sondern über Mohammed oder Islamisten. Charlie Hebdo ist fundamen­tal antirassistisch. Die meisten Mohammed-Karikaturen waren zwar nicht besonders ge­lungen. Doch gerade der Humor bei Charlie Hebdo geht prinzipiell nie gegen Schwächere. In insgesamt 523 Ausgaben zwischen 2005 und 2015 schaffte es der Islam ganze sieben Mal auf die Titelseite. Auch dass das Blatt das freie Unternehmertum verherrlichen soll, ist vollkommen grotesk. Der am Attentat vom 7. 1. 2015 erschossene Ökonom Bernard Maris schrieb jahrzehntelang für Charlie Hebdo als „Oncle Bernard“ gegen den Neoliberalismus an. Dass Badiou sich solchen Fantasmen hin­gibt, ist kein Zufall. Es dokumentiert, dass er nicht nur nie einen kritischen Begriff des Is­lam entwickelt hat, sondern ein apriorisch-dogmatischer Islamophiler ist, der bei gewis­sen Themen exakt wie islamische oder is­lamistische Pressure Groups argumentiert. Tatsächlich verwendet Badiou auch den Scheinbegriff der „Islamophobie“ inflationär, der in Frankreich in erster Linie dazu dient, den islamkritischen Widerstand gegen den Antisemitismus, die Erosion von Menschen-und Bürgerrechten und den zunehmenden Hass auf Schwule und Frauen als rassistisch zu delegitimieren. In dieser Hinsicht steht Badiou exakt auf dem Standpunkt von Figu­ren ganz rechts aussen wie Alain Soral und enthüllt, in welchem katastrophalen Zustand die Linke in theoretischen Belangen sich in­zwischen befindet.

Gewiss hat der militant-terroristische Is­lamismus bzw. Neofundamentalismus zu ei­nem guten Teil durch die desaströse imperia­listische Politik des Westens im Nahen und

 

5 Den epochalen Betrug der sogenannten „Islamo-phobie“ haben analysiert und aufgedeckt I. Kersi-mon u. J.-C. Moreau , Islamophobie – la contre-enquête, Paris 2014.

 

Mittleren Osten Zulauf erhalten. Dazu hat auch beigetragen, dass (insbesondere der angelsächsische) Westen säkulare oder pa­narabische Regimes bekämpft und gleichzei­tig die Golfstaaten hofiert hat. Doch die spe­zifische Ausformung dieser Ideologie und ihrer Armeen kann ohne ihr Fundament, den Islam, nicht verstanden werden.

 

6 Vgl. dazu Max Weber: „Interessen (…), nicht Ideen, beherrschen unmittelbar das Handeln der Menschen. Aber: die ‚Weltbilder’, welche durch ‚Ideen’ geschaffen wurden, haben sehr oft als Wei­chensteller die Bahnen bestimmt, in denen die Dynamik des Interesses das Handeln fortbewegte. Nach dem Weltbild richtet sich ja: ‚wovon’ und ‚wozu’ man erlöst sein wollte und – nicht zu ver­gessen: – konnte.“ (Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie I, S. 252 , Tübingen 1920, 1988 (9. Aufl.)

 

Über die für den Islam spezifische Verschlingung von Interessen und religiöser Lehre schreibt M. Weber: Im Islam vereinnahme das religiöse Inte­resse die religiösen Grundlagen derart, dass sie „der religiösen Unterbauung kriegerischer Furchtlo­sigkeit“ dienen. „Freilich: In Situationen, in denen es nicht um das ausseralltägliche, sondern das alltägliche Daseinsschicksal geht, wird die ‚rück­sichtslose Selbstvergessenheit’ zurückgedrängt zugunsten unsystematischer utilitaristischer Werk­heiligkeit oder tatsächlich ‚leicht fatalistischer Züge’ (Kismeth).“ (Max Weber, zit. nach W. Schluchter, Religion und Lebensführung, Bd. 2, Frankf./M. 1991, p. 306) Die „Konfiskation“ der religiösen Grundlagen für die innerweltliche islamische Hel­den- und Kriegerethik hat ihre Voraussetzungen in (1) der Lehre vom Heiligen Krieg (Jihad) und (2) der Lehre von der Spaltung der Welt in das Haus des Islam und in das Haus des Krieges (Dar al-Islam; Dar al-Harb).

Vom Calvinismus unterscheide sich der Islam nicht so sehr durch seinen Gottesbegriff und seine Glau­bensgrundlagen – die seien bei beiden ähnlich, sondern beide Religionen unterschieden sich durch die praktisch-psychologischen Wirkungen dieser ähnlichen religiösen Quellen. Sie ermöglichen im Falle des Calvinismus „eine Lebensführung inner-weltlicher Berufsaskese“ Wolfgang Schluchter 1991, p. 307), im Falle des Islam dagegen die „Askese des Kriegslagers oder eines kriegerischen Ritterordens, nicht mönchische und erst recht nicht bürgerliche asketische Systematik der Lebensfüh­rung – immer nur periodisch wirklich herrschend und stets im zum Umschlagen in Fatalismus dispo­niert.“ (M. Weber, zit. nach Schluchter, a .a. O., S.307)

Deshalb revolutioniere der Islam auch nicht die Wirtschaftsgesinnung. Sie bliebe feudal, klein­bürgerlich oder abenteuerkapitalistisch, immer traditionell bestimmt. (W. Schluchter, a. a. O. p..307)

 

Badious Utopie des Grauens

 

Der Islam ist ein Glaubenssystem und zu­gleich eine totale Weltanschauungslehre mit einem Rechtssystem und einer integralen politischen Ideologie im Sinne eines autoritär-hierarchischen Herrschaftsmodells. Bei den Islamisten handelt es sich keineswegs um Spinner oder reine Blender, die ihre Religion ganz bewusst verfälschen und zweckentfrem­den. Vielmehr sind sie meist tiefgläubige Muslime, die den Koran und die Sunna aus­wendig lernen. Das Fatale besteht darin, dass sie aus dem Koran, der Sunna und den Hadithen durchaus Stellen extrahieren kön­nen, die ihr Tun legitimieren. Da der Koran unveränderliche, unmittelbar göttliche Einge­bung ist (etwa im Gegensatz zum Alten und Neuen Testament) und das Abrogationsprinzip die späteren, aggressiveren (medinesischen) Suren bevorteilt, ist so etwas wie eine reformatorische Koranhermeneutik (Interpretation) grund­sätzlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Da dies Badiou nicht sieht und nicht sehen will, sieht er sich gezwungen, die Pariser At­tentate als „faschistisch“ zu bezeichnen. Auch ihr antisemitischer Charakter wird kaum zu­gegeben, wird doch das massive Aufkommen des Antisemitismus unter den französischen Muslimen für Badiou entweder als Teil der imperialistischen Staatspropaganda bezeich­net oder kleingeredet. In einem noch unübersetzten Text, den Badiou mit seinem Verleger veröffentlichte, leugnet Badiou wider alle Fakten die Ausweitung des Antisemitismus in Frankreich. Die Verbreitung der Auffassung, wonach der Antisemitismus zunehme, sei, so Badiou, Teil einer grossangelegten islamophoben Kampagne, die von der Brutalität der israelischen Armee ablenken wolle.

Badiou ist der Ansicht, der Hass der Muslime auf die Juden in Frankreich habe nichts mit

 

Den Hinweis auf M. Weber und W. Schluchter verdanke ich Heinz Gess., Hg. des Kritiknetzes

7 A. Badiou, E. Hazan, L’antisémitisme partout, Paris 2011

 

einem „klassischen“, faschistisch-völkischen Antisemitismus zu tun. Vielmehr handle es sich um ein Missverständnis: Die Juden wür­den fälschlicherweise als Vertreter Israels gesehen. Wer dies als Antisemitismus werte, beteilige sich aber an der Stigmatisierung der Araber und Muslime.

In Wirklichkeit ist es unmöglich, zwischen diesem „fehlgeleiteten“ Antizionismus und dem Antisemitismus eine Demarkationslinie zu ziehen. Dies bestätigen inzwischen auch Studien, die bei den Muslimen Frankreichs und Europas erhöhte Antisemitismuswerte nachweisen.Immer wieder ist zu beobach­ten, dass sich Badiou in keiner Weise um empirische Bestände kümmert. Dies ist un­bedingt mit seinem Versuch der Repristination der Philosophie in Beziehung zu setzen.

Die These, wonach es in Frankreich keine Zunahme des Antisemitismus gebe, und der muslimische Antizionismus klinisch vom Anti­semitismus zu trennen sei, gewinnt nochmals an Schärfe, wenn man sie vor dem Hinter­grund einer weiteren abenteuerlichen These Badious liest, dass nämlich Israel selber anti­semitisch sei. Dies ist einer der Schlüsse, die Badiou in einem ebenfalls noch unübersetzt gebliebenen Text über den „Juden“ als Na­men bzw. Signifikanten zieht. Der Gedankengang ist folgender: Der Gehalt des Begriffs „jüdisch“ kann in den Augen

 

8 Vgl. für Frankreich : Fondation pour l’innovation politique, L’antisémitisme dans l’opinion publique française, 2014 ; Ergebnisse auf dem Web ein­zusehen in Le Monde, 14. 11. 2014. Für Europa : G. Jikeli, Antisemitismus und Diskriminierungs­wahrnehmungen junger Muslime in Europa, Essen 2012.

9 Badiou, Circonstances 3- Portées du mot „juif“ (Bedeutungen des Namens »Jude »), Paris 2005. Vgl. die Besprechungen von Eric Marty und Joel Naber : Marty, Alain Badiou und Israel; Naber, Verleugnung des Namens, beide in: sans phrase 2 / 2013, Freiburg. Ich danke Heinz Gess für den Hinweis auf die kritischen Besprechungen in dieser Ausgabe von sans phrase .

 

Badious nur „inexistieren“, er kann nur eine substraktive Existenz haben. Das Jüdische ist das Universalistische und Deterritorialisierte – Badiou erwähnt gerne den Ausspruch des von ihm verehrten (jüdischen) Apostels Pau­lus: „Hier ist kein Jude noch Grieche (…)“. Die Essenz des Jüdischen hat also die para­doxe Struktur einer Essenz ohne Essenz bzw. Identität – Jüdischsein wäre eine Identität ohne jegliches Prädikat. Insofern ist der „identitäre“ jüdische Staat sowohl antisemi­tisch als auch kolonial. Ein kolonialer Staat ist er aber nicht im hergebrachten Sinn. Israel ist nicht kolonialistisch, weil es unrechtmässig Gebiete okkupiert, sondern das Koloniale besteht in der Existenz des Staates Israel selbst: „Es ist sein eigenes Territorium, des­sen Kolonisator der Staat Israel ist.“

Die neueste Ausprägung der Leugnung des Namens „Jude“, die durch Israel vollbracht wird, nimmt gegenüber den Palästinensern genozidäre Züge an: „Es wird bereits der Wille bekundet, sie um jeden Preis zu zer­streuen, sie immer weiter fort zu jagen, sie bei jeder Gelegenheit zu vernichten, auf ihre Kinder zu schiessen.“ Was geschieht in Badious Kopf, wenn er das antisemitische Motiv vom Kindermord hervorkramen muss?

 

10 Galater 3:28

11 Für Naber handelt es sich hier um eine „antinati­onale Heiligenbildchenmalerei“, die „aus dem Stoff der christlichen Ahasver-Legende gebildet wurde“. Naber, a. a. O., p. 121

12 E. Marty, a. a. O., p. 124. – „So wird man sagen können, dass, wenn der Staat Israel ein kolonialer Staat in dem Sinn ist, wie Badiou es sagt, so ein­fach deshalb, weil in seinen Augen die jüdische Tatsache gar kein Territorium hat, wo sie sich auf legitime Weise zu erkennen geben kann, und weil jegliche Territorialisierung des jüdischen Seins nur eine Kolonisierung dieser Erde sein kann, da das jüdische Sein als jüdisches aller Erde fremd ist. Und gesagt wird dies entweder mittels einer ge­waltsamen Leugnung einer im eigentlichen Sinn jüdischen Geschichte des jüdischen Volkes, und eines Verweises dieser Geschichte auf den Status einer Fabel, oder, von einem nahezu entgegenge­setzten Vorurteil ausgehend, mittels einer radikalen Idealisierung des jüdischen Volkes im paradoxen Modus der Nicht-Identität.“ Marty, a. a. O., p. 125

13 Badiou, a. a. O., p. 26

 

Insgesamt vollzieht Badiou, wie so oft, eine Umkehrungsoperation, bei der am Ende Isra­el als antisemitisches Gebilde dasteht, wäh­rend die palästinensische Diaspora gleichsam zur Statthalterin dessen wird, was der Name des „Juden“ in seiner eigentlichen Bedeutung umfasst.

 

Doch zurück zum Artikel über „Die roten Banner und die Trikolore“. Auch Badious Ver­schwörungstheorie, wonach der Staat, die Politik, die Medien seit Jahren an einem Kon­strukt des bösen Muslim arbeiteten, geht gerade in Frankreich vollkommen an der Rea­lität vorbei. Seit der Entstehung der grossen antirassistischen Bewegung SOS Racisme in den frühen achtziger Jahren gibt es in den französischen Filmen nur noch gute, tolerante und weltoffene Muslime, sekundiert von anti­rassistischen Linksliberalen, die zusammen gegen die bösen, provinzlerischen Rassisten kämpfen. Eine systematische Sichtung der vier Presserzeugnisse von nationaler Aus­strahlung (Figaro, Le Monde, Libération, Hu-manité) fördert so gut wie keine Diskussion über den Islam als Ideologie (nicht den Is­lamismus) zutage – es gilt das eherne Ge­setz, dass der Islamismus dem Islam völlig fremd ist und letzterer prinzipiell friedlich und tolerant. Nach all den Jahrzehnten, in denen der Autor vorliegender Zeilen französisches TV schaut, kann er sich an keine einzige (es sei wiederholt: KEINE EINZIGE) kontradikto­rische und kritische Sendung über den Islam erinnern – dies selbst im Gegensatz zu Deutschland. Vielerorts kann, wer einen kriti­schen Begriff des Islam hat, sich eine akade­mische Karriere ans Bein streichen. Dies wirkt sich immer stärker auch auf die franko­phone Westschweiz aus: Nach 20 Jahren hat der Autor aufgehört, den welschen Radiosen­der RSR1 zu hören – es ist einfach nicht mehr auszuhalten, jeden Tag hören zu müssen, wie friedlich, tolerant und sinnlich der Islam sei. Die Diagnose ist deprimierend: die fran­zösisch sprechenden Teile Europas erliegen seit Jahrzehnten einer regressiven, semitotalitären Islamophilie. Badiou ist einer der pro­minentesten Propagandisten dieser kol­lektiven Regression, die zahllose Wähler aus Protest in die Arme des Front National treibt.

Auch mit Badious permanenter Bezugnahme auf die populären Schichten ist es nicht so weit her. Im Gegenteil: Durch die Negierung der spezifisch islamischen Gewalt verhält sich Badiou wie ein typisches Mitglied des Pariser Establishments, das gar nicht mehr sehen will, was sich im Land draussen abspielt. Es ist eine traurige Tatsache, dass dies nur in Erfahrung bringen kann, wer Provinzzeitun­gen (oder in der Region Paris die Zeitung Le Parisien) liest. Die alltägliche Gewalt ist quan­titativ und in ihren Formen im europäischen Vergleich bemerkenswert: Nicht nur die Poli­zei (auf die inzwischen scharf geschossen wird), sondern auch die Feuerwehr ist regel­mässig Opfer schwerster Attacken, Schulen, Kindergärten und Bibliotheken brennen, An­griffe auf Frauen, Quartierfremde, Schwule, Juden, selbst auf Ärzte und Pfleger sind Alltag geworden. Fast ausnahmslos führen die französischen Soziologen solche Phäno­mene auf die Armut, also sozioökonomische Faktoren, und das Habitat zurück. Eine The­se, die hoffnungslos überholt ist. Der Sozial­geograph Christophe Guilluy versetzte ihr den Todesstoss, indem er nachwies, dass 85% der Armen in Frankreich nicht in den Ban-ieues, sondern in periurbanen und ländlichen Gebieten leben, wo der Anteil oben erwähnter Gewaltphänomene gering ist. Der vulgär­materialistisch argumentierenden Soziologie wurde ein weiterer Schlag versetzt durch den Banlieueforscher Hugues Lagrange, der nachweisen konnte, wie eminent wichtig Kul tur und Religion für das Verhalten auch der Bewohner der Banlieues ist.

 

14 Die muslimisch dominierten Teile der Pariser Banlieue haben zahllose einst idealistische Ärzte aus Gründen der Gewalt verlassen. Siehe hierzu die Berichte des Observatoire de la sécurité des méde-cins auf dem Web.

15 Vgl. C. Guilluy, Fractures Françaises, Paris 2010.

 

Er wies auch darauf hin, dass es nicht unbedingt die chro­nologisch als letzte angekommenen Immig­ranten sind, die sich am schlechtesten integ­rieren, sondern dass Islam und Patriarchalis­mus eine entscheidende Rolle spielen. Be­wusste Phänomene der Gewalt korrelieren keineswegs mit Armut und einem schlechten Habitat, sehr wohl aber mit einer starken Präsenz des Islam.

Es versteht sich von selbst, dass Lagrange und Guilluy in manchen Medien als „Neokon­servative“ (oder noch übler) behandelt wer­den. Was sich in Frankreich „Antirassismus“ nennt, ist inzwischen partiell zu einem In­strument faschistoider Repression avanciert: eine Art pseudolinks-islamischer Maccarthyismus.

All dies muss Badiou fremd bleiben, da er es restlos durch seine Imperialismustheorie meint auflösen zu können (wobei der ara­bisch-islamische Imperialismus kaum eine Rolle spielt). Er ist gar nicht imstande, sich zu fragen, weshalb in Frankreich durch die (Re-)Islamisierung Probleme mit der Laizität auf­tauchen (nämlich, weil es im Islam keine Unterscheidung zwischen Säkularem und Religiösen gibt). Vielmehr ergreift er die Flucht nach vorne und will die Laizität in toto auflösen. Selbst sie ist für Badiou ein verrot­tetes Instrument des französischen Kapitals.

Wenn dem so wäre, gäbe es keine Erklärung dafür, dass die Korollarien an Problemen, die eine hohe Präsenz des Islam nach sich zieht, in Europa eben keineswegs nur im assimilatorisch-laizistischen System auftauchen. Sie treten genauso im schwedischen Integrati­onssystem auf, das seit Jahren am meisten

 

16 H. Lagrange, Le déni des cultures, Paris 2010

17 Vgl. Zenklusen, Ist der Antirassismus faschistoid geworden?, auf der Page der Gesellschaft für Auf­klärung und Menschenrechte GAM

 

Asylbewerber aufnimmt, und sie treten auch

im        englischen,  eher    segregierend- mulitikulturellen System auf – nicht umsonst erhielt London den Übernamen „Londonis-tan“.

 

Überdies muss immer wieder an die Tatsache erinnert werden, dass angesprochene Prob­leme mit dem Judentum, dem Konfuzianismus, dem Buddhismus, dem Hinduismus etc. nie und nirgends in Europa in demselben Masse beobachtbar sind.

 

Darüber hinaus sei festgehalten, dass die laizistische Schule gerade einen nach aussen abgegrenzten Raum garantieren soll, der religiöse, familiale, kommerzielle Einflüsse möglichst verhindert: im Idealfall ganz gemäss…Platons

Aufgabe eines zeitdiagnostischen Philosophen sollte es sein, den Wahnsinn in der Welt zu analysieren und zu reflektieren. Doch Badiou lässt sich vom Wahnsinn anstecken. Weder Universalismus noch Kommunismus sind mit Islam und Islamophilie vereinbar. Entgegen den eigenen Beteuerungen versucht Badiou, uns vom Gegenteil zu überzeugen. Der posi­tive Bezug zum Kopftuch gegen Ende des Textes entlarvt ihn einmal mehr: Er erträumt sich eine Revolution ohne Laizität und Charlie Hebdo, dafür Hand in Hand mit den reaktionärsten, paläofaschistisch-islamischen Frak­tionen der französischen Bevölkerung und unter Mithilfe von Hamas und Hezbollah: eine Vision des Grauens.

 

Nein, die Begeisterung für Pol Pot und die Roten Khmer war keine Jugendsünde – das hat bei Badiou System.

 

Stefan Zenklusen (1966) ist Philosoph in Basel

 

Literaturverzeichnis

[Literatur]

 

© 2015 beim Autor und/oder bei www.kritiknetz.de, Hrsg. Heinz Gess, ISSN 1866-4105

 

http://www.kritiknetz.de/index.php/ideologiekritik/1292-der-islam-in-frankreich-und-badious-utopie-des-grauens

 

Nr. 07/2015 vom 12.02.2015

Die Idee des Kommunismus
Die roten Banner und die Trikolore

Nach den Attentaten von Paris ist in Frankreich der «republikanische Pakt» beschworen worden. Doch dieser sei nur ein Feigenblatt für den räuberischen Kapitalismus, meint der Philosoph Alain Badiou und fordert dagegen die wirkliche Form der Humanität: den wahren Kommunismus.

Von Alain Badiou

Heutzutage ist die Welt vollkommen vom globalen Kapitalismus umstellt, der internationalen Oligarchie unterworfen, die ihn regiert, und der monetären Abstraktion als einziger universell anerkannter Form hörig. In diesem Kontext hat sich ein mittelmässiger intellektueller Konformismus etabliert, eine Resignation, zugleich jammernd und selbstzufrieden, die die Abwesenheit jeder Zukunft begleitet, wenn diese nicht die Wiederholung des Vorhandenen darstellt.

Wir sehen auch, wie angesichts der Vermischung eines korrumpierten Kapitalismus mit einem mörderischen Gangstertum eine manische Antwort auftaucht, subjektiv vom Todestrieb gesteuert, die sich gegen die verschiedensten Identitäten richtet. Diese Antwort löst ihrerseits Antiidentitäten aus, die anmassend identitär sind (das heisst auf angeblich ursprüngliche, unverrückbare Gruppenidentitäten setzen). Angesichts des Antagonismus von «Abendland», der Heimat des herrschenden zivilisierten Kapitalismus, und «Islamismus», der sich auf einen blutigen Terrorismus bezieht, erscheinen auf der einen Seite mörderische, bewaffnete Banden oder hoch aufgerüstete Individuen, die ihre Fahnen schwingen, um dem Leichnam irgendeines Gottes Gefolgschaft zu verschaffen. Auf der anderen Seite werden im Namen der Menschenrechte und der Demokratie barbarische internationale Militärexpeditionen geführt, die ganze Staaten zerstören (Jugoslawien, Irak, Libyen, Afghanistan, Sudan, Kongo, Mali, Zentralafrika …) und Tausende von Opfern fordern, ohne mehr zu erreichen, als dass mit den korruptesten Banditen ein prekärer Frieden über Brunnen, Bergwerke, Nahrungsmittel und jene Enklaven ausgehandelt wird, in denen die Multis florieren.

Es ist eine Verfälschung, diese Kriege und ihre kriminellen Auswirkungen als zentralen Widerspruch der gegenwärtigen Welt darzustellen. Die Armeen und Polizeien des «Kriegs gegen den Terrorismus», die bewaffneten Banden, die sich auf einen tödlichen Islamismus berufen, und alle Staaten gehören heute der gleichen Welt an, einem räuberischen Kapitalismus.

Verschiedene pathologische Identitäten fühlen sich allen anderen überlegen, streiten sich in dieser vereinheitlichten Welt heftig um die Überbleibsel lokaler Herrschaft. Man findet in der gleichen Welt, in der die Interessen der Handelnden überall die gleichen sind, die liberale Version des Abendlands, die autoritäre und nationale Version Chinas oder Russlands unter Wladimir Putin, die theokratische Version der Arabischen Emirate, die faschistoide Version der bewaffneten Banden … Die Bevölkerungen werden überall aufgefordert, uneingeschränkt jene Version zu verteidigen, die die lokalen Mächte stützen.

Das wird so weitergehen, solange der wahre Universalismus – wenn die Menschheit ihr eigenes Geschick in die Hand nimmt und sich so die Idee des Kommunismus historisch-politisch neu und entscheidend verkörpert – seine Macht auf dem globalen Terrain nicht entfalten kann, es ihm also nicht gelingt, die Unterjochung der Staaten durch die Oligarchie der Besitzenden und deren Bediensteten, die monetäre Abstraktion und schliesslich die Identitäten und Gegenidentitäten, die den menschlichen Geist verwüsten und den Tod anrufen, aufzuheben.

Gegen «Charlie Hebdo»

Der linken Revolte der Achtundsechziger entsprungen, ist die Zeitschrift «Charlie Hebdo», wie zahlreiche Intellektuelle, PolitikerInnen, «neue Philosophen», machtlose Ökonominnen und diverse Unterhalter, eine zugleich ironische und fieberhafte Verteidigerin der Demokratie geworden, der Republik, des Laizismus, der Meinungsfreiheit, des freien Unternehmertums, befreiter Sexualität, des freiheitlichen Staats, kurzum: der herrschenden politischen und moralischen Ordnung.

Seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wird allerdings ein neuer Feind im Innern konstruiert: «der Muslim». Diese Konstruktion hat sich im Gleichschritt mit der Etablierung verschiedener erbärmlicher Gesetze vollzogen, von der Einschränkung der Meinungsfreiheit über die pedantische Kontrolle von Kleidern und Verbote hinsichtlich der Geschichtsschreibung bis hin zu neuen Befugnissen für die Polizei. Diese Konstruktion hat sich zudem mit dem unaufhaltsamen Aufstieg des Front National, der seit dem Algerienkrieg freizügig und offen einen kolonialen Rassismus praktiziert, in einer Art Konkurrenz von «links» vollzogen. Was auch immer die unterschiedlichen Gründe sein mögen, Tatsache ist, dass sowohl «der Muslim» zu Zeiten Mohammeds wie auch der heutige das schlechte Objekt der Begierde von «Charlie Hebdo» geworden ist. Den Muslim mit Sarkasmus zu überhäufen und über seine Gestalt zu lachen, ist der Geschäftszweck dieses schmierigen «humoristischen» Magazins geworden, so wie man sich vor knapp einem Jahrhundert mit dem Namen «Bécassine» über die armen Bauernmädchen (die damals Christinnen waren) lustig machte, die aus der Bretagne nach Paris gekommen waren, um die Hintern der Bürgerkinder abzuwischen.

Die französische Identität

In diesem Krieg der Identitäten versucht Frankreich, sich durch ein Totem eigener Erfindung hervorzuheben: die «demokratische und laizistische Republik» oder den «republikanischen Pakt». Diesem Totem huldigt die etablierte parlamentarische Ordnung in Frankreich – zumindest seit ihrem Gründungsakt 1871, als 20 000 ArbeiterInnen der Commune in den Strassen von Paris durch Adolphe Thiers, Jules Ferry, Jules Favre und andere Grössen der «republikanischen» Linken abgeschlachtet wurden. Dieser «republikanische Pakt», um den sich viele Exlinke, auch «Charlie Hebdo», geschart haben, hat immer den Verdacht gehegt, dass sich schreckliche Dinge in den Vorstädten, in den Fabriken der Peripherie, in den schummrigen Bistros der Banlieues vollziehen. Die Republik hat immer starke Polizeibataillone an diese Orte geschickt und unter unzähligen Vorwänden die Gefängnisse mit jungen, anrüchigen, schlecht ausgebildeten Männern, die in den Banlieues leben, gefüllt. Die Republik hat auch die Massaker und neuen Formen der Sklaverei vervielfacht, die zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Kolonialreich nötig waren.

Eine beträchtliche Anzahl der Jungen, die unsere Banlieues bevölkern, haben proletarische Eltern afrikanischer Herkunft oder sind selbst aus Afrika gekommen, um zu überleben. Sie gehören deshalb, folgerichtig, oft der islamischen Religion an. Kurzum, sie sind zugleich Proletarier und Kolonisierte – zwei Gründe, ihnen zu misstrauen und mit repressiven Massnahmen zu begegnen.

Nehmen wir an, Sie seien ein junger Schwarzer oder ein Junge mit arabischem Aussehen oder auch eine junge Frau, die – schlichtweg, um sich gegen das Verbot aufzulehnen – entschieden hat, die Haare zu bedecken. Es besteht eine sieben- bis achtmal grössere Wahrscheinlichkeit, dass Sie durch die demokratische Polizei auf den Strassen angehalten und aufs Polizeirevier gebracht werden, als wenn Sie wie ein Franzose aussehen, das heisst die Gesichtszüge von jemandem haben, der vermutlich weder proletarisch ist noch aus den Kolonien stammt. Und auch nicht Muslim ist.

«Charlie Hebdo» bellt also in gewissem Sinn mit polizeilichem Gebaren in jenem «amüsanten» Stil von Witzchen mit sexuellem Beigeschmack. Das ist nichts Neues. Betrachten wir nur die Obszönitäten Voltaires gegenüber Jeanne d’Arc: Seine «Jungfrau von Orleans» (1752) ist «Charlie Hebdo» durchaus angemessen. Dieses schmierige Gedicht gegen eine Heldin, die bewunderungswürdig christlich ist, erlaubt uns zu sagen, dass die wahren und starken Aufklärer des kritischen Denkens nicht durch diesen Voltaire aus der Gosse vertreten werden.

Es verdeutlicht die Weisheit von Robespierre, als er all jene verurteilte, die die antireligiöse Gewalt zum Herzen der Revolution machen wollten und damit lediglich erreichten, dass viele Menschen ihre Gefolgschaft aufkündigten und der Bürgerkrieg ausbrach. Denn daran scheidet sich die demokratische französische Meinung: Entweder steht man, bewusst oder unbewusst, auf der Seite des immer progressiven und wirklich demokratischen Rousseau oder auf der Seite des Geschäftemachers und Spitzbuben, des reichen, skeptischen Spekulanten und Lüstlings, der wie ein böser Geist in Voltaire sass, der übrigens gelegentlich auch wirkliche Kämpfe austrug.

Das faschistische Verbrechen

Und die drei jungen Franzosen, die die Polizei so schnell getötet hat? Die drei jungen Männer haben ein Verbrechen verübt, das man meines Erachtens als Verbrechen faschistischen Typs charakterisieren muss. Ein solches faschistisches Verbrechen hat drei Merkmale.

Zuerst einmal ist es gezielt und keine blinde Tat, denn die Motivation ist eine ideologische, und zwar eine faschistische, das heisst, das Verbrechen bezieht sich strikt auf Merkmale der Identität: national, rassisch, ethnisch, der Kleidung, religiös … Im vorliegenden Fall sind die Mörder antisemitisch. Öfter zielt das faschistische Verbrechen auf Publizisten, auf Journalistinnen, auf Intellektuelle oder Schriftsteller, die die Mörder als RepräsentantInnen der Gegenseite betrachten. Im vorliegenden Fall also «Charlie Hebdo».

Zweitens ist das faschistische Verbrechen extrem gewalttätig, spektakulär, weil es die Idee einer absoluten und kalten Entschiedenheit aufzwingen möchte, die im Selbstmordattentat auch die Möglichkeit des Tods der Mörder einschliesst. Das ist der Aspekt «Es lebe der Tod!», die nihilistische Haltung dieser Aktionen.

Drittens hat dieses Verbrechen durch seine gewaltige Grösse, seinen Überraschungseffekt, sein jede Norm sprengendes Mass einen Effekt des Terrors erzielt. Damit hat es aufseiten des Staats und der öffentlichen Meinung unkontrollierte Reaktionen, die sich ganz auf eine rachsüchtige Gegenidentität beziehen, hervorgerufen, die in den Augen der Verbrecher und ihrer Auftraggeber nachträglich symmetrisch das blutige Attentat rechtfertigen. Und genau dies ist geschehen. In diesem Sinn hat das faschistische Verbrechen eine Art Sieg errungen.

Der Staat und die Meinung

Von Anfang an hat sich der Staat des faschistischen Verbrechens in einer masslosen und höchst gefährlichen Art bedient, weil er in das Register des weltweiten Kriegs die Identität eingeschrieben hat. Dem «fanatischen Muslim» hat man schamlos den guten demokratischen Franzosen gegenübergestellt.

Die Verwirrung erreichte ihren Höhepunkt, als der Staat geradezu autoritär zur Demonstration aufrief. Es fehlte nur noch, dass Premierminister Manuel Valls in Betracht gezogen hätte, die Abwesenden einzusperren. Und die Menschen, nachdem sie ihren identitären Gehorsam unter dem Banner der Trikolore gezeigt hatten, zu ermahnen, sich daheim zu verkriechen oder ihre ReservistInnenuniformen hervorzuholen und dem Signalhorn in Syrien zu folgen.

Sprechen wir also von der Meinungsäusserungsfreiheit. Während der ersten Tage dieser Geschehnisse war es praktisch unmöglich, auf das, was geschehen war, anders zu reagieren, als in den Jubelchor über unsere Freiheiten und unsere Republik einzustimmen, die Korrumpierung unserer Identität durch die jungen islamistischen ProletarierInnen und die so schrecklich verschleierten jungen Frauen zu verfluchen und sich männlich auf den Krieg gegen den Terrorismus vorzubereiten. Man hörte sogar den folgenden Ruf, bewundernswert in seiner ausdrucksvollen Freizügigkeit: «Wir sind alle Polizisten.»

Es versteht sich, dass das Gesetz unseres Lands in Wahrheit dem Einheitsdenken und der furchtsamen Unterwerfung entspricht. Aber besteht insbesondere die Freiheit – jene des Denkens, der Meinungsäusserung und der Aktion inbegriffen, ja die des Lebens schlechthin – wirklich darin, Hilfskräfte der Polizei zu werden für die Treibjagd auf eine Handvoll als Faschisten Klassifizierter, die umfassende Denunziation bärtiger oder verschleierter Verdächtiger voranzutreiben und die düsteren Banlieues andauernd zu verdächtigen, jene Erbschaften der Vorstädte, wo man andernfalls ein Gemetzel wie dasjenige an der Commune von 1871 veranstaltet? Oder besteht die zentrale Aufgabe der Emanzipation, der öffentlichen Freiheit, nicht darin, möglichst gemeinsam mit den jungen ProletarierInnen der Banlieues zu handeln, möglichst gemeinsam mit jungen Frauen zu handeln, ob verschleiert oder nicht, was keine Rolle spielt im Rahmen einer neuen Politik, die sich an keine Identität richtet («ProletarierInnen haben kein Vaterland») und die egalitäre Form einer Humanität vorbereitet, die sich ihrer wahren Bestimmung bemächtigt? Einer Politik, die rational in Betracht zieht, dass unsere unerbittlichen Herren, die reichen Herrscher unseres Schicksals, endlich verabschiedet werden?

Es gibt in Frankreich seit längerem zwei Demonstrationsformen: jene unter der roten Fahne und jene unter der Trikolore. Glauben Sie mir: Ohne die kleinen faschistischen Banden identitären und mörderischen Typs zu verharmlosen – ob sie sich auf sektiererische Formen des Islam, auf die nationale Identität oder auf die Überlegenheit des Abendlands berufen: Wirksam sind nicht die von unseren führenden Köpfen herbeibefohlenen und ausgenützten Trikoloren. Sondern es sind die anderen Banner, die roten, die man wieder hervorholen sollte.

Erweiterte und bearbeitete Fassung eines 
am 27. Januar 2015 in der Zeitung «Le Monde» erschienenen Beitrags. Aus dem Französischen von Stefan Howald.

Ein anstössiger Philosoph

Alain Badiou (78) ist Philosoph, Mathematiker und Romancier. Er gilt als einer der bedeutendsten sowie kontroversesten politisch-philosophischen Denker der Gegenwart und als Verfechter der kommunistischen Idee.

Badiou lehrte an der École normale supérieure und ist als Mitbegründer der Bürgerrechtsorganisation Organisation politique politisch aktiv. Als Grundlagenwerke seines philosophischen Denkens gelten «Das Sein und das Ereignis» (1988/2005) und «Logiken der Welten. Das Sein und das Ereignis 2» (2006/2010). Auf Deutsch erschienen zuletzt «Kino. Gesammelte Schriften zum Film» (2014) und «Pornografie der Gegenwart» (2013/14).

https://www.woz.ch/-59ec

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  • Wenn der Kolonialismus das Hauptproblem wäre, dann müsste man dazusagen, dass auch Muslime immer noch Kolonialherren sind – und nicht eben sonderlich „menschliche“.
  • Islamischer Dschihad und islamische Gewalt; die Billigung von Sexsklaverei; die Entmenschlichung von Frauen; Hass auf Nichtmuslime und deren Verfolgung – all das ist in der islamischen Welt seit jeher gang und gäbe, schon seit der Gründung dieser Religion. Man leugnet alles und macht „die Ungläubigen“ für alles verantwortlich.
  • Ist es vielleicht Amerika, das diese Männer dazu anhält, ihre Frauen oder Schwestern als Menschen zweiter Klasse zu behandeln? Wenn wir den Westen für das kritisieren wollen, was in der muslimischen Welt passiert, dann sollten wir ihn dafür kritisieren, dass er nicht mehr tut, diese Grausamkeiten zu stoppen.
  • Wer versucht, den Schaden zu leugnen, den die islamische Ideologie der muslimischen Welt zugefügt hat, und gleichzeitig dem Westen die Schuld an den islamischen Gräueln gibt, wird den Muslimen niemals helfen, sich ihr Versagen einzugestehen und fortschrittliche Lösungen für ihre Probleme zu entwickeln.

Jedes Mal, wenn über ISIS, Boko Haram, den Iran oder irgendeine andere Terrorgruppe der muslimischen Welt diskutiert wird, neigen viele Leute dazu, den Westen für die von diesen verübten Verwüstungen und Morde verantwortlich zu machen. Nichts könnte von der Wahrheit weiter entfernt sein. Den westlichen Nationen die Schuld für die in der muslimischen Welt anzutreffenden Versäumnisse zuzuschieben, zeugt von Fanatismus und ist nichts anderes als ein Versuch, die Schuld zu verlagern und uns daran zu hindern, die wirklichen Wurzeln des Problems zu verstehen.

Die Idee, dass der Westen schuld daran sei, dass diese islamischen Terrorgruppen Frauen entführen, um sie als Sexsklavinnen bzw. „Ehefrauen“ zu verkaufen; daran, dass sie Massenkreuzigungen und Zwangskonversionen durchführen; daran, dass sie massenhaft unschuldige Menschen enthaupten; daran, dass sie religiöse Minderheiten ausrotten wollen und unersetzliche archäologische Stätten zerstören – diese Idee ist haarsträubend, beleidigend und falsch.

Westliche Staaten versuchen – wie viele andere Staaten auch –, die Sicherheit ihrer Bürger zu bewahren. Dafür benötigen sie als Partner friedliche Staaten, mit denen sie wirtschaftliche und diplomatische Beziehungen pflegen können. Was sie nicht brauchen, sind genozidale Terrorgruppen, die in weiten Teilen der muslimischen Welt Leben, Frieden und Stabilität zerstören.

Auch haben westliche Staaten demokratische und humanitäre Werte, die die islamischen Staaten nicht besitzen. Die religiösen und historischen Erfahrungen, die die westliche Welt und die islamische jeweils gemacht haben, sind voneinander so grundlegend verschieden, dass sich in den beiden Welten völlig verschiedene Kulturen und Werte etabliert haben.

Der Westen hat, aufbauend auf jüdischen, christlichen und säkularen Werten, eine viel menschlichere, freiere und demokratischere Kultur erschaffen. Die Kultur hingegen, die die muslimische Welt traurigerweise unter dem islamischen Gesetz der Scharia erschaffen hat, ist frauenfeindlich, gewalttätig und totalitär.

Das bedeutet nicht, dass der Westen perfekt und ohne Sünde wäre. Er verübt immer noch schreckliche Verbrechen: Europa trägt die Schuld auf sich, der Ermordung von sechs Millionen Juden im Holocaust den Weg geebnet zu haben, und immer noch beschützt es nicht seine jüdischen Gemeinden. Selbst in unserer Zeit hängen viele europäische Staaten einer verdrehten Logik an, die sie dazu bringt, die Hamas anzuerkennen, die offen sagt, dass sie einen Völkermord an den Juden verüben will.

Und der Westen trägt die Verantwortung für das, was auf seinem Boden passiert – etwa seine Unfähigkeit, europäische Frauen vor muslimischen Vergewaltigern zu beschützen. Diese Männer sind nach Europa gezogen, um von den dortigen Möglichkeiten und Privilegien zu profitieren, doch statt der europäischen Bevölkerung und den Regierungen dankbar zu sein, vergewaltigen sie die dortigen Frauen und versuchen, ihnen das islamische Gesetz der Scharia aufzuzwingen.

Wenn wir den Westen für das kritisieren wollen, was in der muslimischen Welt passiert, dann sollten wir ihn dafür kritisieren, dass er nicht mehr tut, diese Grausamkeiten zu stoppen.

Der Westen, allen voran die USA, sollte all seine Macht nutzen, um diesen Verbrechen Einhalt zu gebieten – das gilt insbesondere für die Genozide, die in der muslimischen Welt an Juden, Christen und anderen Nichtmuslimen verübt werden.

Auch sollten wir die westlichen Staaten – und auch andere, wie etwa die Vereinten Nationen und ihren verzerrten Bericht über den Gazakrieg – für die Unterstützung kritisieren, die sie denjenigen zukommen lassen, die stolzen Hauptes Terrorangriffe auf israelische Zivilisten verüben. Und wir sollten den Westen dafür kritisieren, dass er dem Staat Israel im Angesicht genozidalen Judenhasses nicht beisteht.

Wir sollten den Westen dafür kritisieren, dass er den islamischen Antisemitismus in Europa immer weiter wachsen lässt und so das Leben der Juden unerträglich macht, Tag für Tag.

Wir sollten den Westen dafür kritisieren, dass er seit über 40 Jahren die türkische Besatzung Nordzyperns akzeptiert, ohne zu murren.

Auch sollten wir den Westen dafür kritisieren, dass er das Schicksal der Kurden, eines verfolgten und staatenlosen Volkes, der Türkei, dem Iran, dem Irak, Syrien und nun auch noch dem Islamischen Staat auf Gedeih und Verderb ausgeliefert hat. Erst vor wenigen Tagen, am 25. Juni, wurden bei einem weiteren tödlichen Anschlag des IS in Kobane viele Dutzend Menschen getötet und verwundet.

Vor allem aber sollten wir die derzeitige US-Regierung dafür kritisieren, dass sie nicht willens ist, ernsthaft zu handeln, um ISIS, Boko Haram und andere islamische Gruppen zu stoppen. [1]

Man könnte diese Liste endlos fortsetzen. Alles andere als realistisch wäre hingegen die Behauptung, diese Gruppen und Regimes hätten die Lehren ihrer Religion alle auf genau dieselbe Art missverstanden.

Es wäre ebenfalls nicht realistisch zu behaupten, der Westen hätte die vielen Hundert islamischen Terrorgruppen ins Leben gerufen, die es überall in der muslimischen Welt gibt.

Die Frage lautet also: Wer oder was hat all diese terroristischen Gruppen und Regimes erschaffen?

In fast allen Teilen der muslimischen Welt grassiert eine systematische Diskriminierung – bis hin zum Mord. Das trifft insbesondere Frauen und Nichtmuslime. Extremistische islamische Organisationen sind jedoch nicht die einzigen Täter. Viele muslimische Zivilisten, die keinerlei Verbindungen zu islamistischen Organisationen haben, verüben solche Angriffe täglich. Dschihad (Krieg im Dienste des Islam) und die Unterwerfung von Nichtmuslimen sind in den Schriften und der Geschichte des Islam tief verwurzelt.

Seit dem siebten Jahrhundert haben muslimische Armeen stets die Gebiete von Juden, Christen, Hindus und Buddhisten überfallen und erobert. Seit nunmehr 1.400 Jahren führen sie ihren Dschihad – islamische Raubzüge – gegen andere Religionen.

Viele Menschen sind berechtigterweise schockiert von der Barbarei des IS, doch der islamische Dschihad ist nicht etwas, was allein dem IS eigentümlich wäre. Der gewaltsame Dschihad ist eine jahrhundertealte Tradition der islamischen Ideologie. Der IS ist nur eine der dschihadistischen Armeen des Islam. Es gibt ihrer viele.

All dies ist ein Problem des Islam. Der freie Westen hat absolut nichts mit der Schöpfung und Aufrechterhaltung dieser Kultur der Unfreiheit zu tun.

Vielmehr ist er selbst immer das Opfer der islamischen Feldzüge und imperialistischen Bestrebungen gewesen: Über Jahrhunderte waren christliche Völker Europas den Invasionen und der Unterdrückung des Osmanischen Reichs ausgesetzt. Der Untergang des Byzantinischen Reichs markierte den Höhepunkt des islamischen Dschihad gegen die Länder der Christenheit. Viele Regionen Europas – u.a. die der heutigen Staaten Griechenland, Bulgarien, Albanien, Bosnien, Kroatien, Ungarn, Serbien und Zypern – wurden von den osmanischen Armeen überfallen und besetzt. Andere Ziele der islamischen Eroberer, darunter etwa Venedig, Österreich und Polen, mussten ihre Territorien in blutigen Kriegen beschützen.

Die historischen und gegenwärtigen Übel in der muslimischen Welt sind also keine, die von außen „importiert“ worden wären; es handelt sich um innere kulturelle und politische Probleme, die die muslimischen Regimes und Völker seit Jahrhunderten immer wieder reproduzieren.

Die Zeitschrift The Week listete kürzlich einige der Dinge auf, die Frauen in Saudi-Arabien nicht dürfen: Saudische Frauen dürfen nicht „ohne einen männlichen Aufpasser irgendwo hingehen; ein Bankkonto ohne Zustimmung des Ehemanns eröffnen; ein Auto fahren; an Wahlen teilnehmen; Schwimmen gehen; an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen; beim Einkauf Kleider anprobieren; einen Friedhof betreten; ein unzensiertes Modemagazin lesen; eine Barbiepuppe kaufen – usw. usf..“

Natürlich steht in islamischen Schriften nichts über Autos, Modemagazine oder Barbiepuppen, aber es gibt dort genug, was anzeigt, warum diese und andere Missstände überall in der islamischen Welt verbreitet sind, und warum die Geistlichen, Imame und Muftis sie billigen.

Um das alles zu begreifen, muss man verstehen, wie die von der islamischen Theologie gezogenen Linien den Boden bereiten, auf dem diese Art der Diskriminierung reift, warum sie gepflegt und wie sie propagiert wird.

Saudi-Arabien ist nicht das einzige muslimische Land, in dem Frauen entmenschlicht werden. Überall in der muslimischen Welt – auch in der Türkei, die als eines der „liberalsten“ muslimischen Länder gilt – werden beständig Frauen von ihren Ehemännern, Ex-Männern, Freunden, Vätern, Brüdern oder anderen Männern missbraucht oder getötet. [2]

Ist es vielleicht Amerika, das diese Männer dazu anhält, ihre Frauen oder Schwestern als Menschen zweiter Klasse zu behandeln?

Ist es wirklich der Westen, der sie daran hindert, Menschenrechte zu achten und ihre politischen Angelegenheiten auf diplomatische und friedliche Weise zu regeln? Sind Muslime zu dumm, vernünftige Entscheidungen zu treffen und verantwortungsvoll zu handeln? Warum sollten Amerikaner oder Europäer dem Rest der Welt Böses wünschen?

Westliche Nationen zu dämonisieren – und das sogar ihres kulturellen, wissenschaftlichen und rationalen Fortschritts zum Trotz –, ist schlicht und einfach Rassismus.

„Der Glaube, dass der Westen immer schuldig sei, ist eine von einem Dutzend schlechter Ideen für das 21. Jahrhundert“, schrieb der australische Pastor Dr. Mark Durie einmal. „Diese irrationale und schädliche Idee wird heutzutage in vielen Schulen gelehrt und ist mittlerweile in vieler Leute Weltanschauung eingewoben. Es ist im Wesentlichen eine Strategie, um andere zum Schweigen zu bringen und kritisches Denken zu sabotieren.“

Ein anderes Phänomen, das Leute daran hindert, die Wurzeln der Konflikte in der muslimischen Welt zu verstehen, ist der „moralische Relativismus“ – ein politisch korrekter Ausdruck, der in Wirklichkeit moralische Feigheit meint.

Den „moralischen Relativismus“ zu verteidigen und zu sagen: „Alle Kulturen sind gleich“, ist nichts anderes, als zu sagen, eine Kultur, die dazu anstiftet, Kinder zu verheiraten, Frauen zu schlagen und Mädchen auf Sklavenmärkten zu verkaufen, habe denselben Wert wie eine Kultur, die Frauen respektiert, ihre Rechte anerkennt und mutwillige Gewalt ablehnt.

Ein anderes beliebtes Ziel für diejenigen, die andere für das Versagen der muslimischen Welt verantwortlich machen wollen, ist die frühere britische Kolonialherrschaft.

Wenn der Kolonialismus jedoch das Hauptproblem wäre, dann müsste man dazusagen, dass auch Muslime immer noch Kolonialherren sind – und darüber hinaus nicht eben sonderlich „menschliche“. Die muslimischen Kolonisatoren scheinen noch nicht einmal viel zur Kultur der Länder beigetragen zu haben, die sie überfallen und kolonisiert haben. Im Gegenteil haben sie den Fortschritt in den von ihnen kolonisierten Gebieten gebremst. Die Druckerpresse z.B. erreichte erst knapp 200 Jahre nach ihrer Verbreitung in Europa die Provinzen des Osmanischen Reichs.

„Bücher … untergraben die Macht derer, die das mündlich überlieferte Wissen kontrollieren, da sie dieses Wissen jedem zur Verfügung stellen, der lesen kann“, schreiben die Professoren Daron Acemoglu und James Robinson. „Dies bedrohte den herrschenden Status quo, in welchem Wissen von den Eliten kontrolliert wurde. Die osmanischen Sultane und religiösen Autoritäten fürchteten die schöpferische Zerstörung, die daraus resultieren würde. Ihre Lösung bestand darin, den Buchdruck zu verbieten.“[3]

„Europäische Imperien – Briten, Franzosen, Italiener – hatten in Nordafrika und dem Nahen Osten nur eine kurzlebige Präsenz, verglichen mit der des Osmanischen Reichs, das die Region über 500 Jahre lang beherrschte“, sagt der Historiker Niall Ferguson.

„Die Kultur, wie sie heute im Größeren Nahen Osten und in Nordafrika existiert, hat sehr, sehr wenig mit der Kultur gemein, die die Europäer dort zwischen dem späten 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts zu pflanzen versuchten.“

„Man kann nicht dem Imperialismus die Schuld geben und gleichzeitig das am längsten existierende Imperium des Nahen Ostens auslassen: das Osmanische Reich, ein muslimisches Reich, dessen Anfänge viel weiter zurückreichen als die irgendeiner europäischen Großmacht.“

Auch heute noch sind muslimische Staaten in etlichen Gebieten der Welt Besatzungs- und Kolonialmächte – etwa in Kurdistan, Belutschistan und dem nördlichen Teil Zyperns, einem Mitgliedsstaat der EU.

„Eine der tragischsten Folgen der türkischen Invasion von 1974 und der darauf folgenden illegalen Besatzung von 36,2 Prozent des Territoriums der Republik Zypern“, so das Außenministerium der Republik Zypern, „ist die gewaltsame und systematische Zerstörung des kulturellen und religiösen Erbes in dem besetzten Gebiet.“

„Hunderte von historischen und religiösen Stätten in verschiedenen Regionen der besetzten Gebiete wurden zerstört, geplündert und verwüstet. Illegale ‚Ausgrabungen‘ wurden durchgeführt und kulturelle Schätze aus Museen und privaten Sammlungen gestohlen, um sie ins Ausland zu verkaufen.“

Auch in der Gegenwart sind indigene Völker Verfolgung vonseiten muslimischer Gruppen und Regimes ausgesetzt – etwa die Assyrer, die Chaldäer, die Mandäer, die Schabaken, die Kopten, die Jesiden und die Beduinen, um nur einige zu nennen.

„Ein großer Teil der Beduinenbevölkerung lebt ständig unter der Drohung der Deportation“, sagt der Wissenschaftler Ben Cohen. „Etwa 120.000 Beduinen haben keine Staatsbürgerschaft und keine der daraus resultierenden Rechte.“

„Ihre Mitglieder erhalten keine Geburts- oder Heiratsurkunde, keinen Personalausweis und keinen Führerschein. Sie erhalten keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheits- und Bildungswesen. Ihr Status zweiter Klasse bedeutet zudem, dass sie nicht vor Gericht ziehen können, um gegen ihre gut dokumentierte Diskriminierung zu klagen. Und in den seltenen Fällen, wo sie ihren Mut zusammennehmen und öffentlich protestieren – wie 2011, als Demonstranten Schilder mit Aufschriften wie ‚Ich habe einen Traum‘ trugen –, reagieren die Sicherheitskräfte mit außergewöhnlicher Brutalität und machen rücksichts- und hemmungslos von Wasserwerfern, Schockgranaten und Tränengas Gebrauch.“

Die Verbrechen gegen die Gemeinschaft der Beduinen werden nicht vom Westen oder von Israel verübt – sondern von Kuwait, einem reichen islamischen Staat, der diese schutzlosen Menschen wie Sklaven behandelt.

In Katar, einem anderen wohlhabenden islamischen Staat, „stirbt alle zwei Tage ein Gastarbeiter aus Nepal beim Bau eines Fußballstadions. … Diese Zahl berücksichtigt noch nicht die Todesfälle unter den Arbeitern aus Indien, Sri Lanka und Bangladesch. … Nach Angaben von Nepals Agentur zur Förderung der Beschäftigung im Ausland sind zwischen Januar und Mitte November [letzten Jahre] 157 von dessen Arbeitern in Katar gestorben. 2013 lag die Zahl bei 168.“

Die Familie eines in Katar verstorbenen nepalesischen Gastarbeiters bereitet sich auf die Beerdigung vor. Nepalesische Arbeiter in Katar werden gezwungen, unter gefährlichen Bedingungen zu arbeiten, alle zwei Tage stirbt einer von ihnen. (Foto: Video-Screenshot des Guardian)

„In Libyen kann nur Staatsbürger werden, wer arabischer Abstammung ist“, berichtet der Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR). „Auch viele Achdam im Jemen, eine kleine ethnische Minderheit, die möglicherweise Nachfahren afrikanischer Sklaven sind, können Berichten zufolge nicht die Staatsbürgerschaft erwerben.“

Ist das keine Apartheid?

In Kuwait können nur muslimische Antragsteller die Staatsbürgerschaft bekommen; Libyens Staatsbürgerschaftsgesetz sieht vor, dass jemandem die Staatsbürgerschaft entzogen werden kann, wenn er vom Islam zu einer anderen Religion konvertiert.

Ist das keine Apartheid? Apartheidsgesetze herrschen offensichtlich vielerorts in der muslimischen Welt.

Wer versucht, den Schaden zu leugnen, den die islamische Ideologie der muslimischen Welt zugefügt hat, und gleichzeitig dem Westen die Schuld an den islamischen Gräueln gibt, wird den Muslimen niemals helfen, sich ihr Versagen einzugestehen und fortschrittliche Lösungen für ihre Probleme zu entwickeln.

„Die gesamte muslimische Welt hat weniger Nobelpreisträger hervorgebracht als das Trinity College in Cambridge. Allerdings hat sie im Mittelalter große Leistungen vollbracht“, schrieb der Evolutionsbiologe Richard Dawkins einmal auf Twitter (dafür wurde er von anderen Twitternutzern mit Kritik überhäuft).

Wie es aussieht, schafft ein Reichtum an Ölvorkommen, der im Pro-Kopf-Maßstab alles in den Schatten stellt, was die westlichen Staaten zu ihrer Verfügung haben, keine führenden Wissenschaftsnationen.

Was hält die Muslime zurück, wo sie doch den unvergleichlichen Vorteil von Bodenschätzen auf ihrer Seite haben? Warum fand die wissenschaftliche Revolution nicht in der muslimischen Welt statt? Warum ist ein so großer Teil der islamischen Geschichte von aggressivem Dschihad geprägt?

Islamischer Dschihad und islamische Gewalt; die Billigung von Sexsklaverei; die Entmenschlichung von Frauen; Hass auf Nichtmuslime und deren Verfolgung – all das ist in der islamischen Welt seit jeher gang und gäbe, schon seit der Gründung dieser Religion.

Zahlreiche in den islamischen Schriften verewigte Lehren und die Biografien des Religionsstifters haben die Rahmenbedingungen geschaffen, unter denen all diese Missstände nicht nur vorkommen, sondern in gigantischem Maßstab unter Schutz gestellt werden. Sie sind die Lehren, die zur Kultur der muslimischen Welt geworden sind.

Traurigerweise haben die meisten Muslime viel Zeit, Energie und Ressourcen auf das Töten und Zerstören verwendet, nicht aber – wenn man von dem überwältigenden künstlerischen Prunk einiger Zivilisationen absieht – auf wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritt.

Scheich Hamad bin Jassim bin Jaber al-Thani, der ehemalige Ministerpräsident von Katar, sagte kürzlich, Behauptungen, wonach Katar für das Recht, die Fußball-WM 2022 auszutragen, Bestechungsgelder gezahlt habe, seien „nicht fair“ und wurzelten in der Islamophobie des Westens und seinem Rassismus gegenüber Arabern.

Wie die jüngsten Entwicklungen zeigen, war er derjenige, der – im günstigsten Fall – „falsch informiert“ war.

Leugne alles und mache „die Ungläubigen“ für deine Unzulänglichkeiten verantwortlich. Nichts ist wichtiger als deine Ehre, und nichts schlimmer als deine Schande.

Sollten die Muslime den Wunsch haben, eine bessere Zukunft zu schaffen, dann hält uns niemand davon ab, außer uns selbst. Wir müssen lernen, unsere Gegenwart und Vergangenheit kritisch zu untersuchen.

Menschenrechtsaktivisten und Akademiker im Westen belügen die Muslime über ihre Kultur und beschimpfen und bedrohen Amerika, Europa oder „den Zionismus“ wegen der Probleme der Muslime; davon können niemals positive Entwicklungen für die muslimische Welt ausgehen. Es sind die islamische Kultur und die religiöse Ideologie, die für diese Probleme verantwortlich sind.

Wenn es in der muslimischen Welt jemals eine Aufklärung, Reformation oder Renaissance geben sollte, dann können nur ein ungetrübter Blick und schonungslose Fragen der Anfang davon sein.

Uzay Bulut, als Muslimin geboren und aufgewachsen, ist eine türkische Journalistin und lebt in Ankara.


[1] Das gilt auch für die Muslimbruderschaft, die Islamische Republik Iran, al-Qaeda, Al-Badr, al-Gama’a al-Islamiyya, den Islamischen Dschihad, die al-Nusra Front, Hizb-ut-Tahrir, Al Ghurabaa, Al-Itihaad al-Islamiya, Al-Mourabitoun, die Abdullah-Azzam-Brigaden, Jaish al-Muhajireen wal-Ansar, Jamaat Ul-Furquan, Jamaat-ul-Ahrar, Jamaat-ul-Mujahideen Bangladesch, Jamiat al-Islah al-Idzhtimai, die Front der Vorkämpfer für den Islamischen Großen Osten, Al-Shabaab, Abu Sayyaf, Tehreek-e-Nafaz-e-Shariat-e-Mohammadi und die Oberste Majlis ul-Shura-Armee der Vereinigten Mudschaheddinstreitkräfte des Kaukasus, um nur einige wenige zu nennen.

[2] Siehe: „Gender Equality Gap Greatest in Islamic Countries, Survey Shows“ von Patrick Goodenough, 29. Oktober 2014; „The Treatment of Women In Islam“ von Rachel Molschky, 7. Oktober 2013; „Women Suffer at the Hands of Radical Islam“ von Raymond Ibrahim, 9. Januar 2014; „As Muslim women suffer, feminists avert their gaze“ von Robert Fulford, National Post. Die renommierte türkische Journalistin Ayse Onal schreibt ihrem Buch Honour Killing: Stories of Men Who Killed, allein in der Türkei werde im Durchschnitt jeden Tag ein Ehrenmord verübt – 1.806 wurden zwischen 2000 und 2005 registriert.

[3] Acemoglu Daron und James Robinson: Warum Nationen scheitern. Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut, Frankfurt a.M. 2014.

http://de.gatestoneinstitute.org/6072/graeuel-muslimischen-welt

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  29.06.2015   Achgut.com

Warten auf 2050

Wir befinden uns im Weltkrieg gegen den Terror, meint Stefan Aust in der WELT – “besiegen” können den Jihadismus aber “nur die Muslime selbst”:

Wirklich nur die Muslime selbst? Das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Islam, in die “peace-keeping mission” von Moscheen und Imamen in Deutschland gegenüber dem gewaltbereiten Islamismus, erscheint ungefähr so naiv, wie vor 40 Jahren die Vorstellung eines “mäßigenden” Einflusses der SPD (oder “gemäßigter Linker”) auf die RAF, oder vor 80 Jahren der Einfluß der Konservativen auf die Nazis gewesen wäre. Eine auf Jahrzehnte angelegte, viel Papier, manche neue Lehrstühle und zahllose Dialogveranstaltungen produzierende Strategie, aber ohne jede Aussicht auf Erfolg. Denn zugleich – allen islamischen Gräueln zum Trotz – wächst die Anziehungskraft dieser Religion auf allen Kontinenten – 2050 wird der Islam 2050 die stärkste Religion weltweit sein – und erhöht damit die Siegeszuversicht der Muslime.

Insbesondere jener, die mit Khomeini der Auffassung sind, dass “der Islam es allen erwachsenen Männern zur Pflicht macht, sich für die Eroberung bereit zu machen, auf dass dem Wort des Islam in jedem Lande Folge geleistet werde”. Warum sollten gerade sie sich in einen innerislamischen Linienkampf stürzen, wenn es trotz Terrors und trotz des “IS” doch unterm Strich so gut für den Islam läuft? Und haben Fatwas oder eine “theologische” Verurteilung von angeblicher religiöser “Abweichung” schon jemals die irrenden Fanatiker oder “Abweichler” von ihrem Kurs abgebracht und zur Umkehr gezwungen?

Auf islamische Selbstheilung zu vertrauen, während die islamistische Ansteckungsgefahr zunimmt, ist bei weitem der gefährlichste Therapievorschlag angesichts der erschreckenden Faszination, derer sich der Islamismus und der Jihadismus derzeit erfreuen. Akute Massenansteckung verhindert man nur durch konsequente Isolierung und Quarantäne der Infizierten – und durch strenge Verhaltensvorschriften für den Umgang mit ihnen. Zugleich gilt das Vorbeugeprinzip gegenüber den noch nicht Angesteckten. Konkret für uns im Westen bedeutet das die strikte Unterordnung aller Religionen einschließlich des Islam unter die gültige Rechtsordnung und unter das Säkularstaatsprinzip.

Dieses verhindert, dass sich schleichend die Scharia und ihre zahllosen, zur gegengesellschaftlichen Differenz aufrufenden “göttlichen” Rechts- und Verhaltensnormen neben und über die vom Naturrecht abgeleitete Grund- und Menschenrechtsordnung unseres Landes etabliert. Man muss sich nur einfach wieder bewusst werden und es zu schätzen wissen, dass es dieses historisch begründete fundamentale Prinzip der Trennung von Religion und Politik resp. Staat überhaupt gibt. Dass es die Basis der zivilisatorischen Identität Europas darstellt. Angesichts der akuten Tendenz, alles kulturrelativistisch einzuebnen, was zu den unverhandelbaren Grundlagen der modernen europäischen Zivilgesellschaft gehört, und es mit den Werten anderer, vormoderner Kulturen “gleichzustellen”, droht dieses Wissen von der friedensstiftenden Rolle des Säkularprinzips allmählich verloren zu gehen.

Die schleichende Selbst-Entsäkularisierung des Westens ist der Kern und das Einfallstor der vielfach zu beobachtenden “Islamisierung”, die vor allem ein Projekt orientierungsloser Linker und einiger islamischer Verbandsfunktionäre ist, die sich dazu arbeitsteilig verbunden haben: “Eine gewisse Islamisierung des Abendlandes, das nach dem Tod Gottes den Glauben an sich selbst verloren hat, kann nicht nur den modernen Muslimen aufhelfen, sondern auch Europa nachhelfen” (Claus Leggewie, “Alhambra – Der Islam im Westen”, Rowohlt 1993).

Der “Weltkrieg gegen den Terror” lässt sich durch säkularstaatliche Prinzipienfestigkeit allein natürlich nicht gewinnen. Dazu bedarf es auch der Macht- und Gewaltmittel des Staates und der internationalen Staatengemeinschaft. Aber mit der Betonung und Respektierung des Säkularstaatsprinzips können wir verhindern, dass die gesellschaftlichen Immunkräfte gegen Intoleranz, Anti-Pluralismus und Machtanspruch des Scharia-Islam schwächer werden und der Islamismus/Jihadismus sich dadurch ermutigt fühlt.

Erst wenn wir unsere eigene Wertschätzung der demokratisch-säkularen Leitkultur Europas wiedergewinnen, hätten unsere Gesellschaften eine Chance, dass der Ausbreitung und dem Zusammenwachsen der inzwischen schon zahllosen Scharia-Enklaven im europäischen Alltag – von der Duldung polygamer Ehen über die Zulassung des Kopftuchs im öffentlichen Dienst bis hin zu islamisch beeinflussten Schwimm- und Speiseordnungen in staatlichen oder kommunalen Institutionen – Einhalt geboten wird.

Das wäre nicht zuletzt auch ein Segen für all jene Muslime, die aus den Ländern des realdominanten Scharia-Islam gerade wegen der dort herrschenden vormodern-kollektivistischen Unfreiheiten hierher zu uns gefunden haben.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/warten_auf_2050

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Siehe auch:

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!
I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein sozialer Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein sozialer Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären

Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell

von Meinungsumfragen vorgestellt; kein Sample jedoch wird je repräsentativ

genug sein, um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalye heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 

 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ – Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.

Arschkriecherei gehört zu Deutschland

lale-akgün

Lale Akgün, SPD-Politikerin und Muslima, schreibt in Ihrem Buch

„Aufstand der Kopftuchmädchen: Deutsche Musliminnen wehren sich gegen den Islamismus“:

»Also klar legen wir diese Botschaften dar für Leute, die denkenSure 10 (»Jona«), Vers 24 *

»Wenn ich wissen will, ob die Koranübersetzung zeitgemäß ist, schaue ich mir die Sure 78, Vers 31–33 an: Wenn es hier heißt: ›(Doch) wahrlich, den Gottesbewussten steht höchste Erfüllung bevor: üppige Gärten und Weingärten und prächtige Gefährten…‹, weiß ich, dass die Übersetzung in Ordnung ist. Wenn aber statt von ›Gefährten‹ von ›Jungfrauen mit schwellenden Brüsten‹ die Rede ist, lege ich das Exemplar zur Seite.« Beyza Bilgin, Theologin

* Alle Koranzitate sind der Übersetzung von Muhammad Asad entnommen. Asad, Muhammad: Die Botschaft des Koran. Patmos Verlag, 2009.

„Ja! Es kann ihn geben, den modernen Islam. Wir müssen nur den Mut dafür aufbringen, den Verstand zu nutzen, um ausgetretene Pfade zu verlassen und den Islam aus seinem fundamentalistischen Gefängnis zu befreien – einem Gefängnis, dessen Fundament aus der Vermengung patriarchalen Denkens und der Scharia besteht.“ (…)             »Aufstand der Kopftuchmädchen« ist allen Musliminnen und Muslimen gewidmet, die es satt haben, sich von den Ewiggestrigen den Islam erklären zu lassen und sich nach einem modernen Islam im Hier und Heute sehnen. Es ist weiterhin jenen interessierten Bürgerinnen und Bürgern gewidmet, die sich nicht durch demagogische Polemik abschrecken lassen und einen Einblick bekommen möchten in einen Islam ohne Kopftuch, Zwangsheirat und Ehrenmord – aber auch in einen Islam ohne Tausendundeine Nacht. (…)

Das Kopftuch ist das Symbol eines Islam, der sich nicht als intime Verbindung zwischen dem Menschen und Allah sieht, sondern als allgegenwärtiges Etikett, das den Menschen auf der Stirn kleben soll. Nicht nur, aber auch: des politischen Islam. Natürlich ist das Kopftuch für die Mädchen und Frauen, die es tragen, auch mehr – Identifikation, Maske, Mode. Die Funktionäre, die das Kopftuch als »islamisches Muss« deklarieren, scheren sich jedoch nicht um Mode, sondern sehen es als Etikett, das ihren Einfluss auf die Menschen sichern soll.

Ein Schuss, der nach hinten losgehen wird. Früher saßen diese Kopftuchmädchen nur zu Hause. Dann wurden sie hinausgeschickt, in die Schulen, an die Universitäten und in die virtuellen Räume des Internets. »Wir sind da, wir sind sichtbar, wir zählen.« Die konservativen Islamfunktionäre und ihre oft ahnungslosen Helfer unter den überforderten Müttern und Vätern vertrauen darauf, dass das bisschen Stoff, das Kopftuch, ihre Mädchen schützt vor den angeblich verrohenden und unsittlichen Einflüssen der Welt da draußen. Die Mädchen und jungen Frauen, die keine andere Sicht der Dinge kennen, sagen deshalb heute noch: »Das Kopftuch ist meine Freiheit. Es beschützt mich.« Sie haben es so gelernt, darum ist ihnen kein Vorwurf zu machen.

Der Vorwurf gilt den Orthodoxen und Ultraorthodoxen, die nicht müde werden, den Gläubigen in den Moscheevereinen den Floh der »Fitna« ins Ohr zu setzen: »Fitna« hat mehrere Bedeutungen, wie »Zwietracht säen«, »jemanden verführen«, »Aufstand« und »Aufwiegeln«, aber auch »schöne Frau«. Diese begriffliche Mannigfaltigkeit zeigt schon auf, wohin die Reise geht: Alles, was schön ist – Liebe, Tanz und Lust –, wird von den Konservativen zu »Fitna« erklärt. Alles, was über die eng gesteckten Grenzen ihrer selbst erfundenen Regelkataloge geht, wird von diesen Predigern als Bedrohung empfunden, die ihre Macht gefährdet, personifiziert in der Weiblichkeit. Daher ist ihr ganzes Bestreben, gegen »Fitna« zu kämpfen.

Die Frau ist in diesem Weltbild die Hure des Teufels, die die soziale Ordnung gefährdet, wenn sie nicht unter Verschluss und an der kurzen Leine gehalten wird.

Ein schönes Beispiel für diese krude Weltsicht: Vor 30 Jahren war das Kopftuch noch eine fromme Ausnahme; heute gehört es schon zum normalen Stadtbild. Auch ein Indiz dafür, dass sich der politische Islam das Kopftuch als Symbol auserkoren hat.

Der Islam politisierte sich nach und nach, angetrieben durch weltweite Ereignisse in den Jahren 1979 und 1980:

Der Schah von Persien wurde gestürzt, und Ajatollah Chomeini rief die sogenannte islamische Revolution im Iran aus.

Die Sowjets marschierten in Afghanistan ein, und eine ganze Generation vor allem junger Männer radikalisierte sich im Kampf gegen die Besatzer, großzügig mit Waffen und Logistik vom Westen, allen voran den USA, unterstützt.

In der Türkei putschte sich das Militär an die Macht – und versuchte, die politischen Bewegungen durch die Betonung der gemeinsamen Religion über eine Homogenisierung der Gesellschaft im Sinne von sunnitisch-hanefitischen Bestrebungen gleichzuschalten. Heute haben wir einen politischen Islam, der vor Gewalt und Terror nicht zurückschreckt und sich zugleich bei den Benachteiligten in der Gesellschaft als Retter und Unterstützer ausgibt.

Die Folgen dieser weltpolitischen Ereignisse sind heute selbst in den letzten Winkeln deutscher Vorstädte zu spüren. Der Islam als politisierte Religion ist bis nach Dinslaken und Bonn gekommen.

Schon in den Neunzigerjahren hingen in Köln Plakate, auf denen in türkischer Sprache stand: »Mein Kopftuch ist meine Fahne! Mein Kopftuch ist meine Ehre.« Diese Botschaften gingen natürlich an den meisten Deutschen der Mehrheitsgesellschaft vorbei, weil sie des Türkischen nicht mächtig waren.

Nur – gesetzt den Fall, alle tragen ein Kopftuch: was kommt dann? Dann wollen die Ultraorthodoxen, so viel ist sicher, die nächsthöhere Stufe der Frömmigkeitsspirale erreichen, indem sie die Burka als Kleidungsstück propagieren. Was sind die nächsten Stufen? Vielleicht sollen die Frauen das Haus irgendwann nicht mehr ohne männliche Begleitung verlassen, wie das heute schon in manchen islamischen Ländern der Fall ist.

Und dann?“

Dann: ferkel

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Bennett editorial cartoon

Das Kopftuch gehört zu Deutschland

  15.03.2015

“Ich fürchte, die Richter haben ein Urteil gefällt, weil sie meinen, sie müssten nun auch auf den Zug aufspringen, dass der Islam zu Deutschland gehöre”, sagte Lale Akgün. Das Kopftuch sei einst vom politischen Islam bewusst als Zeichen des Islam konstruiert worden, erklärte die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete, die selbst dem muslimischen Glauben angehört. “Es war nie das Symbol einer normalen gläubigen Frau.” Die deutsche Gesellschaft habe sich aber daran gewöhnt, nur die Frauen mit Kopftuch als Muslimas zu erkennen. Das Schema “ohne Kopftuch kein Islam” bezeichnete Akgün als weit verbreiteten Denkfehler. Das Kopftuch werde in erster Linie nicht getragen, um sich als Muslimin erkennen zu geben, sondern – zurückzuführen auf den Koran – um sich vor den Blicken der Männer zu schützen. Insofern gehe es bei dem Kopftuch “immer darum, die Frau aus der Gesellschaft irgendwie auszuschließen.”
Eine mit Kopftuch unterrichtende Lehrerin bezeichnete Akgün als “nicht mehr religionsneutral”. http://www.deutschlandfunk.de/kopftuch-urteil-ich-verstehe-auch-die-ganzen-jubelschreie.694.de.html?dram:article_id=314210

Heinz Buschkowsky, der scheidende Bürgermeister des Berliner Problembezirks Neukölln, hat das Urteil zum Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen als groben Fehler kritisiert. “Ich empfinde das Urteil als Katastrophe”, sagte der SPD-Politiker im RBB-Inforadio. Das Bundesverfassungsgericht stelle die Religionsfreiheit Einzelner über das staatliche Gebot wertneutralen Handelns. “Ich halte das für ein Zurückweichen, für die Preisgabe eines elementaren Bausteins unserer Gesellschaft”, sagte Buschkowsky. Das Urteil erschwere den Kampf gegen religiösen Fundamentalismus. http://www.welt.de/politik/deutschland/article138399587/Buschkowsky-sieht-Kopftuch-Urteil-als-Katastrophe.html

Der Widerspruch zwischen der Öffnung der Schule für den muslimischen Religionsunterricht und dem bisher vom Verfassungsgericht gestützten Kopftuchverbot für Lehrerinnen war nicht aufrechtzuerhalten. Man kann noch so oft betonen, dass der Koran das Kopftuch nicht vorschreibt; für viele Frauen ist dieses Symbol der Keuschheit Teil ihrer religiösen Praxis. http://www.welt.de/debatte/kommentare/article138393742/Lasst-die-Lehrerinnen-doch-Kopftuch-tragen.html

Das Tragen des Kopftuchs ist eine demonstrative Bekundung des Glaubens durch einen Laien – und darüber hinaus vielfach auch die Betonung, zu einem anderen als dem hiesigen Kulturkreis zu gehören. So sehr das Tragen des Kopftuchs zu respektieren ist, so sehr ist es auch eine Abgrenzung gegenüber der Mehrheitsgesellschaft. Das darf nicht durch ein Toleranzdiktat ausgeblendet werden. http://www.focus.de/politik/deutschland/fietz-am-freitag/urteil-aus-karlsruhe-zwiespaeltig-wird-das-kopftuch-gleichstellung-von-frau-und-mann-weiter-beeintraechtigen_id_4543127.html

“Das ist alles viel zu schwammig. Wer soll denn darüber urteilen, was eine tatsächliche Gefahr für den Schulfrieden war? Wir kämpfen vor Ort gegen Fundamentalismus, gegen die, die vor den Schulen stehen und den Mädchen Druck machen, ihnen Flugblätter in die Hand drücken mit der Aufforderung, Du musst Dich verhüllen! Und dann kommt ein Gericht und sagt, das ist doch alles nicht so bedeutsam, hier geht es um die individuellen Rechte eines Einzelnen, da hat die Gesellschaft zurückzutreten. Da fährt der Zug rückwärts, und das auch noch in verkehrter Richtung!” http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/int/201503/13/217770.html

Das Bundesverfassungsgericht wies darauf hin, wie plausibel die beiden Klägerinnen dargelegt hätten, dass das Kopftuchverbot ihre Identität berühre und ihnen sogar den Zugang zu ihrem Beruf verstelle. Tatsächlich tragen muslimische Frauen die Kopfbedeckung aus den unterschiedlichsten Motiven. Es kann Gewohnheit sein oder Gegenstand einer bewussten Entscheidung. Oder auch Ausdruck tiefer Religiosität. Doch keines davon lässt Rückschlüsse auf die Qualität des Schulunterrichts zu. http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Das-Kopftuchverbot-war-absurd-article14694731.html

Ich begrüße das Urteil sehr. Mit der heutigen Rechtsprechung werden alle Religionen in unserem Rechtsstaat – zwar mit Einschränkungen – gleich behandelt. Die Regelung von 2003 hat zu einer Privilegierung für die Angehörigen der christlichen oder jüdischen Religion und zu einer Benachteiligung von Muslimen geführt. Das entsprach nicht den Werten einer demokratischen Gesellschaft, in der die Religionsfreiheit ein hohes Gut ist. Das Kopftuchverbot wurde zu einer Hochzeit der Islamfeindlichkeit erlassen und war auch ein Ausdruck davon. http://www.derwesten.de/politik/islamwissenschaftlerin-kopftuchverbot-entsprach-nicht-den-werten-einer-demokratischen-gesellschaft-id10453069.html

“In meiner Einstellung zum Kopftuch bin ich auch in einem Wandel”, räumte aber auch die Frauenrechtlerin ein. Sie sei nicht mehr so grundsätzlich gegen das Kopftuchtragen wie in der Vergangenheit, sondern sehe inzwischen auch, dass es eloquente Frauen und integre Menschen gebe, die das Kopftuch trügen. “Denn wir wissen, auch Frauen ohne Kopftuch werden unterdrückt”, sagte sie. Es sei jetzt eine Herausforderung herauszufinden, wen man da tatsächlich vor sich habe. http://www.deutschlandradiokultur.de/bundesverfassungsgericht-skepsis-nach-dem-kopftuch-urteil.1008.de.html?dram:article_id=314148

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_kopftuch_gehoert_zu_deutschland

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Kindergeld für Kesselflicker

Thilo Sarrazin am 20.03.15 auf Achgut.com

Im Oktober 2009 besuchte ich den damaligen Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, Heinz Buschkowsky, zu einem längeren Gespräch. Ich arbeitete damals an dem Buch „Deutschland schafft sich ab“ und bat ihn, von den Erfahrungen in seinem Bezirk zu erzählen. Er berichtete mir unter anderem, dass sich mittlerweile ein ganzes Dorf rumänischer Roma geschlossen in Neukölln angesiedelt habe und weitere Dörfer folgen würden.

Die Roma meldeten Gewerbe wie Kesselflicker oder Besenbinder an. Sie nutzten die Niederlassungsfreiheit in der Europäischen Union für gewerbliche Unternehmer und erwürben so Aufenthaltsrecht und den Anspruch auf Sozialleistungen wie Kindergeld, welches bei der hohen Kinderzahl der Familien sehr reichlich ausfalle. Er wisse gar nicht, wie er damit umgehen solle und wie die Kinder beschult werden könnten. Beim Innen-, Bildungs- und Sozialsenator stelle man sich tot und wolle davon nichts hören.

Es dauerte noch weitere vier Jahre, bis es bundesweit eine Debatte über den Zuzug von Roma aus dem Balkan gab. Diese erstickte aber bald in politischer Korrektheit. Die Zeitungsleser und Fernsehzuschauer bekamen zu hören, dass Deutschland Zuwanderung brauche, um seine Geburtenlücke zu füllen, außerdem seien die Zustände in den Roma-Dörfern des Balkans wirklich nicht zumutbar. Zumeist hielt man es für diskriminierend, von Roma zu reden, und sprach stattdessen lieber von Einwanderern aus Rumänien und Bulgarien.

Fünf Jahre nach meinem Treffen mit Heinz Buschkowsky leben Zehntausende rumänischer und bulgarischer Roma in der Stadt. Über den Erfolg des Schulbesuchs der Kinder, über die Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt oder die Inanspruchnahme von Sozialleistungen gibt es keine offiziellen Daten. Im Straßenbild sichtbar wird der Zuzug durch die Zunahme von Bettlern, vor allem Kinder und junge Mütter mit Säuglingen .

Seinen Niederschlag findet der Zuzug seit einigen Jahren in der Berliner Kriminalstatistik: 2014 stieg die Zahl der gemeldeten Diebstähle in Berlin um 7,3 % an, darunter der Taschendiebstahl um 55 % und der Diebstahl aus Wohnungen um 5,1 %. (Berlin allein hat mittlerweile doppelt so viele Wohnungseinbrüche wie ganz Bayern) Der Berliner Polizeipräsident teilte dazu mit, es handele sich um „reisende Tätergruppen, die kaum unter Kontrolle zu bekommen sind und fast alle aus Südosteuropa kommen.“ Hätte er die Tätergruppe präziser eingekreist, wäre er wohl in Schwierigkeiten gekommen.

Der betroffene Bürger tappt im Dunkeln. Nimmt er die Aussagen der Politiker wörtlich, so mag er sich damit trösten, dass auch der Zuzug aus dem Balkan Beitrags- und Steuerzahler generiert und so seine künftige Rente sichert.

Der Zufall wollte es, dass die Pressekonferenz des Polizeipräsidenten zur Kriminalitätsstatistik mit zwei weiteren Ereignissen zusammenfiel:

– In Berlin grassierte eine Masernepidemie, und ein ungeimpftes Kleinkind war ihr erstes Todesopfer geworden. Zahlreiche Eltern aus dem Unterschicht- und Einwanderungsmilieu nehmen die kostenlosen Angebote zur Schutzimpfung nicht wahr: So kommt es, dass gegenwärtig in Neukölln 86 Masernfälle auf 100.000 Einwohner kommen, im bürgerlichen Charlottenburg-Wilmersdorf dagegen nur 20. Während der Gesundheitssenator Czaja (CDU) eine Impfpflicht forderte, wurde sie von Linkspartei und Grünen abgelehnt.

– Der Kultusminister von Mecklenburg-Vorpommern Mathias Brodkorb schlug Alarm: 37 % der Schulkinder können nach drei Schuljahren nicht richtig lesen und schreiben und erreichen nicht einmal den Mindeststandard der Kultusminister, weitere 26 % erreichen nicht den Regelstandard. Nur ein Drittel der Schüler kann also nach drei Schuljahren angemessen lesen und schreiben. Bis vor wenigen Jahrzehnten war es im deutschen Schulsystem der Standard gewesen, dass 90 % der Schulkinder nach dem Ersten Schuljahr lesen und schreiben konnten.

Dazu muss man wissen, dass Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern seit einigen Jahren eine gemeinsame, besonders „fortschrittliche“ Rahmenrichtlinie für den Deutschunterricht an Grundschulen verwenden. Danach sind u.a. Diktate abgeschafft, und die Kinder dürfen in den ersten beiden Jahren phonetisch schreiben. Brodkorb will jetzt untersuchen lassen, ob eine falsche Pädagogik zu den katastrophalen Ergebnissen führt. In Berlin, zuverlässig Pisa-Schlusslicht, sind die Ergebnisse wohl noch schlechter. Genaues ist aber nicht bekannt, weil sich die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheres zu solchen Fragen grundsätzlich nicht äußert.

Dreimal darf man raten, zu wie viel Prozent die Roma-Kinder in Berlin nach drei Schuljahren richtig lesen und schreiben können, wenn schon die deutschen Kinder in Mecklenburg an der Praxis der gemeinsamen Rahmenrichtlinie scheitern. Es werden, so vermute ich, keine 10 % sein. Ich kann das gefahrlos behaupten, denn es wird dazu in Berlin bestimmt keine Statistik geben. Nach dieser bewährten Methode vermeidet man zuverlässig genaue Kenntnisse über unerwünschte Sachverhalte.

In 15 Jahren werden wir hören, dass in Deutschland eine verlorene Generation vom Roma-Kindern herangewachsen sei, die den Anforderungen des modernen Berufslebens in keiner Weise entspreche. Grüne, Linkspartei und andere werden dann in ihren Pressemitteilungen Rassismus und Diskriminierung als Ursache geißeln und Sonderprogramme für erwachsene Analphabeten fordern. Zerstoben wird dann die Hoffnung sein, man habe für das alternde und schrumpfende Deutschland tüchtige Steuer- und Beitragszahler gewonnen.

Bislang galten die Deutschen als Weltmeister im Maschinenbau. Bald werden sie für ihre Meisterschaft bewundert werden, an dem Ast zu sägen, auf dem sie sitzen.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/kindergeld_fuer_kesselflicker

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.
Romantic sucks.
 The reality is always stronger than illusions.
 A delusion is characterized by increasing loss of reality, and can be attested to today’s leaders in Germany and the mass media. Loss of reality describes the mental state of a person who is not (any longer) be able to understand the situation in which it is located. So you are ruled by madmen and manipulated by the mass media.
Totalitarianism can only be defeated if one has the courage to call things by their right names, just as they are. Political correctness prevents it promotes totalitarianism and political cowardice and political lie.
The Extinction: Islam is like the sun, who comes too close to him, will burn itself and will flare the rest of the world with him.
Islam does not want any submission! Islam wants victory, destruction and annihilation.
The world was not created just for you.
Time needs time.
What has God with us when he freely admits the devil more and more territories?
It’s not the biggest fear when you look into an abyss, but to note that the abyss looks back at. you.
I is different.
Muslim´s headscarf is less annoying than German mothers with their pushchairs.

Leviathan, oder was mir am Islam gefällt

Was mir am Islam gefällt.

An Islam gefällt mir, daß Islam sich überhaupt nicht für Kultur interessiert, nichts von der Kultur weiß und nichts von der Kultur, von der Literatur, Film, Bildenden Künsten, Musik anderer Länder, überhaupt von anderen Kulturen, wissen will. Das ist sehr sympathisch.

Anders als der Dummdeutsche, der seinen Russen- und Judenhaß in „israelkritische“ und „Putinkritische“ Propaganda zusammenmonologisiert, mit der er Kulturwerke für seine einseitigen politischen Zwecke instrumentalisiert, ab- und aufwertet, ganze Wissenschaftszweige, Soziologie, Politologie, Psychologie, Pädagogik, Psychotherapie, Psychoanalyse, Geschichts- und Kulturwissenschaften für die rot-rot-grüne politische Propaganda (antirussisch, antiisraelisch, diskussionsfeindlich) mißbraucht, benutzt Islam Kultur gar nicht, sie ist ihm egal, außer wenn er ab und an eine Fatwa ausspricht und immerwieder Menschen köpft, wenn sie ihren Kopf außerhalb des islamischen Tellerrands hinausstrecken. Dann gibt es Haue oder Schlimmeres. Islam interessiert sich nur für sich selbst und ist auf eigene Weise tolerant, denn er tangiert ansonsten andere Kulturen nicht, will andere Kulturen gar nicht beherrschen, sonders höchstens auslöschen und selbst dort den dann leeren Platz ausfüllen. Mittelmäßige Schriftsteller, wie Solschenizyn oder Herta Müller („parfümiert und kulissenhaft“) werden hochgelobt, nur weil sie antikommunistische Bücher geschrieben haben, Joseph Brodsky wird für sein Gedicht, in dem er Ukrainer nicht als das Heilige Volk preist, verdammt, weniger als mittelmäßige Schaustellerinnen, die weder singen noch tanzen können, die sich „PussyRiots“ nennen, werden hochgepriesen, nur weil sie angeblich gegen Putin sind, ein mediokrer Film „Leviathan“ erhält Preise in Cannes, weil er angeblich Korruption in Putins Rußland zeigt, Megagangster Chodorkowski, Timoschenko, Poroshenko werden zu Friedensaposteln ausgerufen, nur weil sie sich als Antiputinisten geben.

Leviathan (hebr. לִוְיָתָן liwjatan „der sich Windende“) ist der Name eines Seeungeheuers der jüdisch-christlichen Mythologie, aber auch ein berühmtes Buch Thomas Hobbes „Leviathan or the Matter, Forme and Power of a Commonwealth Ecclesiastical and Civil“ (Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und staatlichen Gemeinwesens)

Leviathan

Titelblatt von Hobbes’ Leviathan. Zu sehen ist der Souverän, der über Land, Städte und deren Bewohner herrscht. Sein Körper besteht aus den Menschen, die in den Gesellschaftsvertrag eingewilligt haben. In seinen Händen hält er Schwert und Krummstab, die Zeichen für weltliche und geistliche Macht. Überschrieben ist die Abbildung durch ein Zitat aus dem Buch Hiob (41,25 EU): „Keine Macht auf Erden ist mit der seinen vergleichbar“.

Und nun auch ein in Cannes ausgezeichneter russischer Film unter diesem Titel Leviathan / „Левиафан, ein russisches Filmdrama des Regisseurs Andrei Swjaginzew aus dem Jahr 2014.

Sowohl die Geschichte eines aufrechten Siedlers, der vom korrupten und kriminellen Politiker vernichtet wird, um an sein Grundstück zu kommen, ist tausende Male in der ganzen Welt bereits erzählt, beschrieben und verfilmt worden, als auch die Aufnahmen, das Schauspiel der Filmdarsteller, die Dialoge, die Kameraführung sind mittelmäßig. Aber wie gesagt, es reicht daß in Rußland jemand eine Antiputinsauce in sein Zeug schmiert, damit die westlichen Medien in Begeisterungsrufe ausbrechen. So auch in diesem Fall. Die FAZ schreibt: „Russischer Film „Leviathan“ Die Wahrheit des heutigen Tages. Eine „antirussische politische Bestellung, gedreht mit russischen Budgetmitteln“? Im Westen wird Andrej Swjaginzews Film „Leviathan“ gefeiert, in der Heimat des Regisseurs verunglimpft. „ und Deutschlandradiokultur: „Film „Leviathan“International bejubelt, in Russland umstritten“

Siehe dazu:

Und wer bis hierher gelesen hat, der wird belohnt! Hier der Film (russisch mit englischen Untertiteln):

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ARD tagesthemen: Miosga lügt und suggeriert politische Zensur in russischem Kinofilm “Leviathan”

propagandaschau.wordpress.com, 02 Montag Feb 2015

Für die westliche Propaganda befindet sich Russland in einer Catch23-Situation. Es ist vollkommen egal, was in Russland passiert, die westlichen Agitatoren werden es in jedem Fall gegen Russland drehen. Eine Vorzeigekünstlerin dieser politischen Agitation ist Golineh Atai. Diese Masche, alles ins Negative zu drehen, findet man bei ihr in nahezu jedem Beitrag. Beispielhaft sei hier an einen Kommentar von ihr anläßlich der Freilassung der als OSZE-Beobachter verbrämten NATO-Spione erinnert:

Atai: “Hat Moskau für die bedingungslose Freilassung der Geiseln gesorgt? Der Sprecher der Kreml sagte heute, man habe offenbar keinen Einfluss mehr auf die Separatisten in der Ostukraine und gab damit erstmals indirekt zu, der Kreml habe bislang DOCH Einfluss auf sie gehabt.” (Klick, ab 2:39m)

Diese Masche zieht sich durch die antirussische Hetze, wie die regelmäßigen PR-Berichte ohne Nachrichtenwert, die zur besten Sendezeit über die USA verbreitet werden. Aktuell kann man diese Methode des in-den-Dreck-ziehens anläßlich eines kritischen russischen Films beobachten: “Leviathan”.

Eigentlich wissen wir aus der Propaganda, dass es keine kritische Opposition in Russland gibt, keine kritischen Medien und dass kritische Künstler alle im Gulag sitzen und 16 Stunden am Tag bei Wasser und Brot Sträflingskleidung häkeln. Wenn dann plötzlich doch ein gesellschaftskritischer Film – obendrein staatlich gefördert – Furore macht, dann hat die Propaganda ein Problem, denn sowas gibt es doch gar nicht, in einem Land, in dem der Zar alles unter Kontrolle hat.

Was also machen?

Natürlich macht man sich den Film inhaltlich zu eigen – so wie man jede Opposition des “Feindes” umarmt und stellt die Kritik an dem Film ins Zentrum der Berichterstattung. So geschehen erwartungsgemäß in den gestrigen tagesthemen.

Caren Miosga lügt gleich zu Beginn frech in die Kamera, der Erfolg des Films würde in Russland totgeschwiegen.

Miosga: “Gemeint sind hier Korruption und Justiz in Russland, die ein russischer Regisseur so grandios seziert hat, dass er in Cannes ausgezeichnet wurde, den Golden Globe bekam und nun sogar für den Oskar nominiert ist. Nur in seiner Heimat wird dieser Triumph erst einmal totgeschwiegen und der Kulturminister ärgerte sich, man werde künftig keine Filme  finanzieren, in denen die Zitat “Regierenden bespuckt werden”.

Die freche Lüge Miosgas zu entlarven ist ein Kinderspiel. Über den Film und seinen Erfolg wird selbstverständlich in den russischen Medien ausgiebig berichtet. Man findet massenhaft Berichte auf RT, der Moscow Times oder der Rossiyskaya Gazeta und anderen. Die Berichte reichen weit ins letzte Jahr zurück, was der Berufslügnerin Miosga entweder nicht bekannt ist oder vorsätzlich verschwiegen wird.

Ein (vermutlich 2 Wochen alter) Beitrag im staatlichen Rossiya1 listet sogar die Preise ausführlich auf, die der Film in den letzten Monaten eingeheimst hat:

10 февраля фильм выиграл главный приз международной федерации кинопрессы на фестивале в американском городе Палм-Спрингс, который неофициально считается стартом сезона наград и предвестником грядущей череды вручения главных американских кинопремий – “Золотого глобуса” и “Оскара”.

“Левиафан” вошел в пятерку номинантов в категории “Лучший неанглоязычный фильм” на премию Британской академии кино и телевизионных искусств BAFTA, церемония награждения которой состоится в Лондоне 8 февраля. 

Кроме того, 11 декабря в австралийском городе Брисбене “Левиафан” получил главный приз как лучший фильм года на церемонии вручения премии Киноакадемии Азиатского-Тихоокеанского региона (Asia Pacific Screen Awards). 8 декабря британская газета “The Guardian” включила “Левиафан” в пятерку лучших фильмов мира за 2014 год.

Мировая премьера фильма “Левиафан” состоялась в основной конкурсной программе 67-го Каннского международного кинофестиваля, где картина была удостоена награды “За лучший сценарий”. Кроме того, фильм уже получил несколько наград европейских и мировых кинофестивалей: главные призы за лучший фильм на кинофестивалях в Мюнхене, Лондоне, сербском Паличе, Абу-Даби, Гоа, а также на фестивале операторского искусства Camerimage; приз Федерации кинокритиков Европы и Средиземноморья FEODORA на кинофестивале в Хайфе (Израиль), призы за лучшую операторскую работу на кинофестивале в Севилье (Испания). (LINK)

Damit nicht genug! Zum Schluss des verlogenen und politisch motivierten Beitrags suggeriert die Berufslügnerin Miosga auch noch, der Film käme in einer politisch zensierten Version in die russischen Kinos:

Miosga: “In Russland kommt Leviathan am 5. Februar in die Kinos – allerdings in einer anderen Variante.” (Link)

Was für eine andere “Variante” das sein soll, verschweigt Miosga vorsätzlich, obwohl es in einem Satz erklärt wäre. Sie will den Zuschauern suggerieren, der unbequeme und kritische Film würde politisch zensiert. Tatsächlich aber wird der Film – wie jeder andere auch – im Hinblick auf Flüche und Schimpfworte nachsynchronisiert. Diese sind seit einem neuen Gesetz aus dem Sommer letzten Jahres im Kino und auf der Bühne verboten. Das ist natürlich reaktionär und kleinkariert, hat aber nichts mit politischer Zensur zu tun, sondern vornehmlich mit dem Einfluß der Kirche und der mehrheitlich konservativen Bevölkerung.

Die beste Pointe kommt manchmal erst zum Schluss. Die Geschichte geht tatsächlich tatsächlich auf ein reales Ereignis in Colorado USA zurück. Auch in der wikipedia wird darauf verwiesen:

“Swjaginzew hörte im Jahr 2008 während der Dreharbeiten zu New York, I Love You von der Geschichte eines Mannes aus Colorado. „Marvin Heemeyer war Besitzer einer Reparaturwerkstatt. Als auf dem Gelände eine Zementfabrik errichtet wurde, war Heemeyer dagegen, denn die Zufahrt zu Heemeyers Werkstatt wurde durch die Fabrik blockiert. Heemeyer war verzweifelt und zerstörte daraufhin mehrere Gebäude seiner Stadt mit seinem Bulldozer. Anschließend brachte er sich um.” Zusammen mit Oleg Negin entwickelte er aus dieser Geschichte heraus und inspiriert durch die Lektüren von Heinrich Kleists Novelle Michael Kohlhaas, dem Buch Ijob und Thomas Hobbes Abhandlung Leviathan, die als Namensgeber für den Film fungierte, das Drehbuch zu Leviathan.”

Die erbärmlichen Hetzer der ARD benutzen also Korruption und die kaputten Zustände der US-Justiz, um gegen Russland Stimmung zu machen. Herrlich!

https://propagandaschau.wordpress.com/2015/02/02/miosga-verbreitet-lugen-und-suggeriert-politische-zensur-in-russischem-kinofilm-leviathan/

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Helmut Dahmer über Jihadisten aus dem Westen
(22.3.2015) Helmut Dahmer gilt als kritische und gemäßigte Stimme in der Auseinandersetzung um Islamismus und Jihadismus, baut seine Analysen jedoch auf stereotypen Vorstellungen auf und blendet Strategien des Westens dabei aus. Dies wurde auch deutlich, als er bei der Präsentation der neuen Ausgabe der Zeitschrift „International“ seinen Beitrag vorstellte.“International“ erscheint seit 1979 in Wien und wird vor allem von PolitikerInnen, JournalistInnen, DiplomatInnen, BeamtInnen, StudentInnen und WissenschafterInnen gelesen. Die Zeitschrift setzt sich kritisch mit internationaler Politik auseinander und folgt nicht dem Mainstream, was bedeutet, dass es Beiträge gibt, die eine andere Sicht auf Griechenland, Syrien, die sogenannte Ukraine-Krise und die Rolle der Medien offenbaren (um nur ein paar  der Themen in der aktuellen Ausgabe zu nennen).Herausgeber Fritz Edlinger meinte, man komme nach dem Attentat auf „Charlie Hedbo“ nicht umhin, sich damit auseinanderzusetzen. Er hätte sich am Cover von „International“ jedes Foto gewünscht, auf dem internationale PolitikerInnen für sich demonstrieren, aber so aufgenommen, dass man die Inszenierung (in einem abgesperrten Bereich) erkennen kann. Entsprechende Bilder fanden aber keine Gnade beim Grafiker, der das PolitikerInnen-Foto nun mit einer Aufnahme von einer Pegida-Kundgebung in Wien (und dem Text „Charlie und die Folgen“) kombinierte. „Die Spannung kommt darin aber gut zum Ausdruck“, meint Edlinger. Mehrere Beiträge (von Udo Bachmair, Hannes Hofbauer und Helmut Dahmer) befassen sich mit dem Titelthema.Edlinger kritisiert in Österreich gezogene Konsequenzen nach Anschlägen in anderen Ländern, etwa die Anschaffung von „Panzern und Helikoptern für die Polizei“ oder dass man „fehlgeleitete 16jährige“ nicht betreut, sondern einsperrt. Dahmer referierte dann über die „politische Psychologie“ von Jihadisten aus westlichen Ländern; ein Thema, mit dem er sich auch in Kommentaren für unterschiedliche anderen Medien von der Jungen Welt bis zum Standard auseinandersetzt.Dabei offenbarte er die privilegierte Weltsicht der reichen weißen Männer und geht davon aus, dass „die Menschenrechtserklärungen von 1776 und 1789“ eine „formelle Gleichstellung aller Klassenindividuen der modernen Gesellschaft als ‚Naturrecht‘ festgeschrieben“ haben. Ausbeutung, der Ausschluss von Frauen und Kolonisierten von Menschenrechten sind Dahmer sicher bewusst, aber anscheinend nicht wichtig genug, um „westliche Werte“ und deren Gültigkeit kritisch zu betrachten (was übrigens an die Gedenkkundgebung der Regierung am 11. Jänner 2015 erinnert).

Den Widerstand der Kolonisierten erwähnt er zwar, schreibt ihnen jedoch (die an Waffen und Mitteln meist heillos unterlegen waren) die gleiche „entsetzliche Grausamkeit „zu wie den Eroberern. Ein wenig scheint er zu bedauern, dass die unterworfenen Völker beim Versuch scheiterten, „sich der Einbeziehung in die moderne Wirtschaftsweise zu entziehen“ und dass ihre „sozioökonomischen Strukturen“ ruiniert wurden, aber letztlich ist die Welt der reichen weißen Männer ja auch moralisch überlegen.

Daher mißt er junge Muslime, die zu uns kommen oder hier aufwachsen, auch ausschliesslich daran, wie sehr sie sich anpassen und bereit sind, sich die Vorstellungen reicher weißer Männer anzueignen und zu begreifen, dass Religion in Europa nur eine untergeordnete Rolle spielt. Zwar würden Progressive in Ländern wie Spanien, Irland oder Polen u.a. angesichts von Auseinandersetzungen um das weibliche Selbstbestimmungsrecht einwenden, dass die katholische Kirche sehr wohl sehr einflussreich sein kann, doch darum geht es Dahmer nicht.

„Die Lebensweise der ‚ungläubigen‘ Mehrheit halten glaubenstreue Muslime (ob sie sich das eingestehen oder nicht) im Grunde für eine sündhafte, unmoralische (für ‚haram‘).“ Dieses Wort steht jedoch für mehrere Bedeutungen, da es „Tabu“, „verboten“ aber auch „heilig“ meinen kann. Bezogen auf den Koran gibt es den Gegensatz zwischen „halal“ (erlaubt, z.B. Speisen) und „haram“ (verboten, z.B. Schweinefleisch und Alkohol). Während in den Heimatländern hier lebender Muslime Religion sehr wichtig ist, gehört sie in Europa zum „kulturellen Gepäck“, das ImmigrantInnen mitbringen und das eine „religiöse, Gott wohlgefällige, disziplinatorische Regelung des Alltagslebens“ vorsieht. In der alten Heimat hat dies sehr gut gepasst, in den Gastländern jedoch keineswegs.

Dahmer spricht von „dauerbeleidigten“ Jugendlichen, die „alles“ in ihrem Milieu kränkt, meint damit muslimische Jugendliche und klammert aus, dass Frauen und Mädchen mit Frustrationen vielfach anders umgehen als änner und Burschen. Er realisiert auch nicht, dass keineswegs alle muslimischen Familien Jugendlichen keine Orientierung bieten, sondern im Gegenteil manche sie in einer Weise auffangen, die nichtmuslimische Elternhäuser in modernen Städten kaum zuwege bringen. Denn es ist z.B. bekannt, dass Familien, die kleine Geschäfte betreiben, Jugendliche durch Mithelfen einbinden, was für diese Struktur und Halt bedeutet.

Der Autor bezieht sich auf Freud und seine These von psychischen Instanzen, die „Realitätsprüfungen“ vornehmen, was er auf die Frage der Religion und damit verbundene Vorstellungen von Sündhaftigkeit umlegt. Wenn das Ich vor der „verinnerlichten väterlichen Gewalt“ kapituliere und „ein für allemal den Verlockungen der Welt der Ungläubigen entsagt und sich vornimmmt, die Schuld zu tilgen“, dann genüge es nicht, selbst ein „reines“ Leben zu führen. „Vielmehr muss er der unreinen Welt, in der er aufgewachsen ist, den Krieg erklären“, und schon haben wir ein paar tausend aus Europa kommende Jihadisten. Ehrlicherweise verwendet Dahmer nur die männliche Form, was jedoch nichts mit Bewusstsein für geschlechtergerechte Sprache zu tun hat.


Fritz Edlinger, Helmut Dahmer

Dass es irgendwo andere Perspektiven und andere Alltagserfahrungen von Frauen geben könnte, scheint ihm ebenso fremd zu sein wie die Vorstellung einer Welt, die weder von (patriarchalischen) monotheistischen Religionen noch vom Kapitalismus geprägt ist. Dass Wälder nicht mehr als „heilige Haine oder Idylle“ galten, sondern in Kubikmetern Nutzholz bewertet wurden, dient nur der Analyse in der Geschichte der modernen Marktwirtschaft. Dabei ist das „heiliger Hain“-Konzept die Urreligion der Völker nicht nur Europas, sondern auch des Nahen Ostens, und zwar in dem Sinn, dass die Natur heilig ist und daraus dann zuerst das göttlich Weibliche, dann Göttinnen und Götter entstanden sind. Was z.B. den einst in Vindobona lebenden KeltInnen der Nemeton war (also der heilige Hain), bedeutete den BeduinInnen in der arabischen Wüste Allat, die Mondgöttin, die jede Nacht lebenswichtigen Tau brachte.

Für Dahmer gibt es nur einen „Glauben der Väter“, ohne dass er dessen Entwicklung in Betracht zieht, die etwa im Iran durchaus noch lebendig ist, da vor dem Islam der Zoroastrismus weit verbreitet war. Heute bilden ZoroastrierInnen eine (anerkannte) Minderheit im Land, ebenso wie das Judentum (wobei ZoroastrierInnen sich zur Gleichberechtigung bekennen). Das Beispiel Iran steht Dahmers Thesen über „den Islam“ im Nahen Osten ebenso entgegen wie Syrien, wo viele Religionen friedlich zusammenlebten, ehe die USA und Golfstaaten zum „regime change“ schritten.

Geht man von durch westliche Lebensart „dauerbeleidigten“ jungen Männern aus, ist es einfach, die Rolle geostrategischer Interessen und verdeckter Operationen von Geheimdiensten auszublenden. Im Gegenteil, wenn man so schablonenartig argumentiert, trägt man dazu bei, diese Komponenten zu verschleiern und auf emotional gefärbte Bilder von „den“ Muslimen zu setzen. Dahmer fällt die Bedrohung der Meinungsfreiheit und ganz konkret von „Tausenden von Karikaturisten, Regisseuren, Dichtern, Journalisten, Schriftstellern“ ein, nicht aber der Umgang im „Westen“ mit jenen, die nicht auf US-Linie sind, sich weder kaufen noch instrumentalisieren lassen, sondern gegen Militäraktionen, „regime change“ und Propaganda auftreten, die für souveräne „westliche“ Staaten sind, die der eigenen Bevölkerung und nicht den reichen weißen US-Männern dienen.

Doppelstandards sind für den Autor kein Thema, obwohl/weil natürlich auch Muslime wissen, dass über „Menschenrechte“ entscheidet, um wessen Interessen es geht. Es ist keine Rebellion gegen „westliche Werte“, jene Heuchelei zu verabscheuen, mit der über Geheimgefängnisse, CIA-Folter, Drohnenmorde, Militärinterventionen, Umstürze und mediale Hetze hinweggegangen wird. All das verletzt Menschenrechte, all das verstösst gegen internationales Recht, all das bleibt ohne Konsequenzen für die Verantwortlichen. Dahmer gibt sich den Anschein, auch „destruktive Interventionskriege“ der „imperialistischen Mächte“ abzulehnen, lobt aber die „Kriegserklärung der Koalition der 60 Staaten und den Luftangriff auf IS-Truppen zur Unterstützung der kurdischen Kämpfer in und um Kobane“.

Nun ist Schutz für die KurdInnen eine Sache; eine andere ist aber, dass die USA und die Golfstaaten IS und Co. zugleich geschaffen und ermöglicht haben und es auch darum geht, offen mit Luftangriffen in Syrien zu intervenieren. Auf Nachfrage kann Dahmer kein Land nennen, in dem der US-„regime change“ Dinge zum Besseren gewandelt und nicht noch mehr Leid gebracht hat; aber von einem Professor, der ständig in den Medien präsent ist, würde man schon erwarten, dass er von sich aus kritisch reflektiert. Auch dass sowohl Religionszugehörigkeit als auch ethnischer Hintergund (siehe Ex-Jugoslawien, siehe Ukraine…) instrumentalisiert werden können, sprach er nicht selbst an.


Fritz Edlinger, Helmut Dahmer

Aus dem Publikum kamen vor allem von Frauen kritische Wortmeldungen,  die darauf hinwiesen, dass es „den Islam“ nicht gibt (schon allein, weil er nicht wie das katholische Christentum zentral interpretiert  wird). Sicher hat Religion in arabischen Ländern einen höheren Stellenwert als bei uns, da der Islam auch für nicht religiöse Menschen mit Identität zu tun hat. Man muss sich auch ansehen, wie die Mehrheitsgesellschaft mit Muslime umgeht: so setzt man in Frankreich auf Assimilation, während z.B. in London pakistanische Viertel mit eigener Infrastruktur existieren. Vielfach sind die Väter junger Männer keineswegs präsent, sondern fehlen, wie man dies etwa in Frankreich beobachten kann – da besteht dann oft die Tendenz, in der Moschee Halt zu suchen.

„Früher wussten viele nicht, ob sie Shiiten oder Sunniten waren“, erinnert sich eine Besucherin; junge Muslime, die sie kannte, riefen ihre Eltern an, um diese zu fragen. Sie weist auch darauf hin, dass man den Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ auch als „vorsätzlichen Mord“ bezeichnen kann, der eine Reaktion auf „ständige Blasphemie“ war (wenn man zumindest die permanent in anderen Medien gezeigten Cartoons betrachtet, so war „Charlie Hebdo“ oft ganz und gar nicht ironisch, sondern auch rassistisch und sexistisch – und eben blasphemisch, und dies besonders gegen den Islam).

Ausgeblendet wird auch, dass die Mehrheit der Muslime in Südostasien lebt, und zwar in Indonesien, während man sich bei uns auf arabische Staaten konzentriert (und auf Muslime bei uns). Helmut Dahmer beruft sich auf die aus seiner Sicht besten Zeitungen der Welt, „New York Times“ und „FAZ“, wenn er betont, dass 40% der Jihadisten aus Tunesien kamen; einem Land, in dem der „arabische Frühling“ zwar etwas besser verlief als in Libyen oder Ägypten, wo aber nach wie vor viele Junge ohne Job sind. Informationsquellen abseits des Mainstream scheinen Dahmer generell etwas suspekt zu sein, auch wenn einige Webseiten seit Jahren seriös über internationale Politik berichten. Er unterstellt Menschen, die auf das Internet hinweisen, dass sie in den von ihm geschätzten Zeitungen ja bloss Teile einer „Lügenpresse“ sehen. Freilich sind die genannten und andere Medien nicht das non plus ultra, bedenkt man ihre Rolle in Kampagnen der USA.

Weitere Beiträge in „International“: „Wien versucht die Kriegsteilnahme“ von Hannes Hofbauer (ebenfalls zu „Charlie Hebdo und die Folgen“), der bereits erwähnte Text von Udo Bachmair „Feindbild Islam von Medien und Politik neu belebt“, zum Schwerpunkt „20 Jahre EU-Beitritt Texte von Franz Vranitzky, Erhard Busek, Franz Fischler und Hannes Swoboda; zu Griechenland ein Artikel von Martin Konecny über „Erfolg und Hindernisse“ und eine Vorstellung der Kampagne „Griechenland entscheidet“.

Hannes Hofbauer hat auch den russischen Botschafter Sergej Netschajew interviewt, der kurz nach dem Abschluss des Minsk II-Abkommens (und vor Redaktionsschluss) optimisch war, was Frieden in der Ukraine betrifft. Ein von den deutschen NachDenkSeiten übernommener Beitrag setzt sich kritisch mit der Münchner Sicherheitskonferenz auseinander (Reiner Braun und Jens Wernicke „Noch mehr Militarismus“). Weitere Themen sind: Syrien und Irak, Flüchtlinge, Wirtschaft, China, Entwicklungszusammenarbeit, eine Bücher- und Zeitschriftenschau.

http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=3369

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Die Attraktion des „Kalifats“

Politik letzter Menschen.

Helmut Dahmer 20. Januar 2015 auf www.kritiknetz.de

Anlässlich der djihadistischen Attentate in Paris statt eines Vorspanns ein Kurzartikel von mir als Vorwort zum Essay von Helmut Dahmer.

Noch am Abend nach den islamistischen, antisemitischen Attentaten auf die Redaktion der – Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ und auf den jüdischen Supermarkt, denen siebzehn Menschen, davon sechs Juden, zum Opfer fielen, ließen der Innenminister De Maizière und die Kanzlerin Merkel verlauten, die Attentate hätten mit dem Islam nichts zu tun und gaben zu erkennen, dass wer anderer Auffassung sei als sie, ressentimentgeladene Islamfeindlichkeit und xenophoben Hass schürten.

 

Doch das Gegenteil ist wahr: Das Attentat war eine Tat des islamischen Djihads gegen Menschen, die von islamischen Führern zu Feinden des Islam erklärt und damit zur Ermordung freigegeben wurden. Und der islamische Djihad hat nun einmal sehr viel mit dem Islam und seiner religiösen Tradition zu tun. Das Attentat war außerdem eine vernichtungsantisemitische Tat. Von den djihadistischen Attentätern wurde ganz bewusst ein jüdischer Supermarkt ausgewählt, um Juden zu ermorden, weil sie, wie einer der Attentäter freimütig bekannte, als Juden schuld an der Unterdrückung der Moslems in der Welt und insbesondere in Israel seien. So ist eine wahnhaft antisemitische Projektion beschaffen. Sie projiziert den ohnmächtigen in den Tätern selbst lodernden Hass und Vernichtungswillen auf die Juden, die in der theologischen Tradition des Islam häufig als seine ‚existenzielle Feinde’ definiert werden. Sie schreibt ihnen zu, was sie selbst, identifiziert mit der gesellschaftlichen Herrschaft des Islam vollbringen wollen, nämlich die Vernichtung alles mit ihm Nicht-Identischen, um dann präventiv zum Heil der Welt zur antisemitischen Tat und zur physischen Ausrottung der Träger der Kritik schreiten zu können.

Mögen Frau Merkel und Herr De Maizière, die der Propaganda der Islamfunktionäre hierzulande diensteifrig Tribut zollen, mich und andere Ideologiekritiker „islamophob“, „rassistisch“ oder einen „irren Professor“ nennen, wie es die Medien in großer Zahl bis hin zur NZZ, schon einmal angesichts meines Gegenaufrufs Gegenaufruf gegen den demagogischen Aufruf „Rassisten sind eine Gefahr, nicht Muslime“. (vom 25.03.2010) schon einmal getan haben, und damit den islamistischen Mob auf uns hetzen, das damals und heute wieder Gesagte bleibt wahr. Es ist kein Wort davon zurück zu nehmen.

Hass sät, wer mordet oder zum Morden aufruft, wie es die Täter der NSU getan haben und es ilamistische Djihadisten es zum ungezählten Male nun wieder getan haben, nicht aber wer die djihadistischen und antisemitischen Motive der Täter, die sie selbst gar nicht einmal verleugnen, bei ihrem richtigen Namen nennt und den Beweggründen und gesellschaftlichen Ursachen nachgeht. Diese haben weniger mit der Religion und sehr vielmehr mit den Verwüstungen zu tun, die die globale kapitalistische Produktionsweise auf Erden anrichtet, ohne damit aufhören zu können: mit der wachsenden Spaltung der Menschheit in wenige Vermögende und eine ungeheure Mehrheit von ohnmächtigen Habenichtsen, zunehmender Verelendung eines großen Teils der Menschheit außerhalb der Zentren der kapitalistischen Produktionsweise sowie Verwüstung der natürlichen Lebensgrundlagen. Auch davon schweigen Merkel und de Mazière. Es ist, als hätten beide einvernehmlich Horkheimers Diktum zur Kenntnis genommen: „Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll auch vom Faschismus schweigen“ und nähmen es beim Worte: Als ‚marktkonforme Demokraten’ wollen sie vom Kapitalismus nicht reden. Also schweigen sie auch von den faschistischen islamistischen Rackets, selbst wenn diese mittlerweile ganze Staatsgebiete unter ihre Herrschaft und Kontrolle gebracht haben. Das ist deutsche Staatsräson à la Merkel.

Hass sät auch, wer die kritische Aufklärung der Taten aus kurzfristigem politischen Kalkül oder Angst vor der Kritik verhindert. Er paktiert klammheimlich zwar nicht mit der Tat, aber mit der menschenfeindlichen Ideologie der Täter, die sie zu Massenmorden anreizt, und macht sich dadurch mitschuldig. Es kommt nicht nur darauf an, die unmittelbare Gewalt zu bekämpfen und Mörder mit antidemokratischer und antisemitischer Gesinnung nach ihren Verbrechen zu verfolgen, sondern es kommt auch und sehr darauf an, solche Ideologien, in Wort und politischer Tat zu bekämpfen, die nicht nur den erreichten Stand der durchs Kapital beschränkten Freiheit gefährden, sondern jede Möglichkeit, darüber hinaus zu kommen vernichten, sollten sie siegen. Das aber geht nur, wenn man sie bei ihrem wahren Namen nennen kann, und die emanzipatorische Kritik an ihnen, die die Kritik der politischen Ökonomie des Kapitals einschließt, nicht tabuisiert. Das ist das Mindeste. Besser wäre es freilich, wenn diese Kritik durch tatkräftige Unterstützung Auftrieb bekäme. Aber das von Politkern hierzulande zu erwarten, ist geradezu abwegig.

Den Lesern des Kritiknetzes dürfte bekannt sein, dass das Kritiknetz von Beginn an dabei nicht mitgemacht, sondern diese Politik des Verschweigens, Verleugnens, Verkehrens, semantischer Verschiebungen, falsche Beschwichtigungen von Beginn an in Wort und Tat bekämpft hat.[1]

Auf dieser Linie liegt auch der Essay von Helmut Dahmer über „Die Attraktion des Kalifats“. In ihm geht der Autor der oben gestellten Frage nach, was marginalisierten muslimischen Jugendlichen im Nahen Osten oder auch in Europa die islamistischen Rackets, die für ein islamisches Kalifat kämpfen, in dem es kein Israel mehr gibt und keinen Juden, der sich nicht mit Haut und Haar unterwirft, so attraktiv erscheinen lässt, dass sie sich ihnen anschließen und mit ihnen in den Djihad ziehen und gibt anschließend Empfehlungen, was im Verhältnis zu diesen Jugendlichen zu tun sei.

Der Aufsatz wurde vor den Attentaten in Paris geschrieben. Das ist jedoch kein Nachteil. Vielmehr wird daran nur deutlich, dass man schon lange vor den Attentaten um die Motivlage potentieller Täter wissen konnte und darum, was besser zu machen sei. Das aber ist ganz gewiss nicht das, was die Kanzlerin und der Innenminister machen.

Heinz Gess (Kritische Theorie)

1 Ich beabsichtige in Kürze eine Zusammenstellung aller wichtigen islamkritischen Artikel mit einem Kommentar von mir zu veröffentlichen

Link zum Essay „Die Attraktion des ‚Kalifats'“        h i e r

www.kritiknetz.de/images/stories/texte/Dahmer_Die_Attraktion_des_Kalifats.pdf

 

http://www.kritiknetz.de/index.php/religionskritik/1290-die-attraktion-des-kalifats

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Die Attraktion des „Kalifats“
Helmut Dahmer

Zitation: [Dahmer, Helmut (2015): Die Attraktion des „Kalifats“, in: Kritiknetz – Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft] © 2015 bei www.kritiknetz.de, Hrsg. Heinz Gess, ISSN 1866-4105

Kalifat-Dahmer

Der Schweizer Nahost-Kommentator Ar­nold Hottinger schreibt: „Mit der Zeit wurde deutlich: Je brutaler die islamistischen Gruppen ihren Kampf führten, desto erfolgreicher waren sie. Die Kämpfer unter [dem selbsternannten „Kalifen“] al-Bagdadi […] taten sich durch zielbewusste Grausamkeit hervor.“ „Die Brutalitäten […] bildeten sensationelles Propagandamaterial im Internet, dazu geeignet, verbitterte Jugendliche aus den islamischen Ländern und aus der islamischen Diaspora in der Emigration zu mobilisieren – genau das Publikum, das IS als Kanonenfutter benötigte. In den von IS beherrschten Räumen, in denen zur Zeit etwa fünf Millionen Menschen leben, verbreiten die offentlich ausgeübten und allen sichtbaren Brutalitäten Furcht und fordern dadurch den Gehorsam.“ „Der Einsatz von Selbstmordbombern [in mit Explosivstoffen gefüllten Lastwagen] zur Eroffnung von Kämpfen“ setzt voraus, „dass große Zahlen von Selbstmordkandidaten zur Verfügung stehen. Sie müssen in einer >Sonderausbildung< psychisch konditioniert werden. Es handelt sich bei ihnen um eine Art <Kanonenfutter<, für welches sich kampferisch unausgebildete und psychisch verletzte oder angeschlagene Freiwillige aus dem Innenbereich [des IS] und aus der Außenwelt eignen. „2

Dass in europaisch-amerikanischen Gesellschaften lebende, zumeist dort aufgewachsene junge Leute zwischen 17 und 40 – radikalisierte Muslime und Konvertiten – ihren Familien und dem ihnen vertrauten Milieu Valet sagen und sich im Nahen Osten, den sie nicht kennen, in blutige Kampfe stürzen, die sie nicht verstehen, hat hiesige Zeitungsleser und Fernsehzuschauer beunruhigt und verwirrt. „Warum ziehen von heute auf morgen Hunderte und Tausende junger Leute aus dem sicheren Westen in einen barbarischen Glaubenskrieg?“, lautet ihre Frage, oder, kurzer: „Was bietet denen der Djihad?“ (Lust. Anm.JSB)

Das Erstaunen über die Faszination, die vom Djihad und von seinen Untaten ausgeht, ist keineswegs ein naives, sondern ein Produkt der Abwehr, namlich der Erinnerungsverweigerung. Helfen wir der Erinnerung ein wenig auf: Gedenken wir der Jugend des deutschen Djihads, die unter Fuhrung eines braunen Kalifen in Blitzkriegen halb Europa eroberte und im Zeichen der Siegrune und des Totenkopfs Grausamkeiten verubte, die im Unterschied zu denen des IS wahrlich unvorstellbar sind. Erinnern wir uns der Schrecken der jahrhundertelang wütenden christlichen Konfessions- und Kolonialkriege, und vergessen wir nicht die Kriegs- und Todesbegeisterung der Generation, die vor 100 Jahren in die Vernichtungsschlachten des ersten Weltkriegs zog.

Von den Motiven, die die ahnungslosen jun-gen Leute aus dem „Westen“ an die Front des Glaubenskrieges treiben, sind einige schon angedeutet. Hottinger spricht zum einen bei-laufig von der Rekrutierung „verbitterter“ Jugendlicher aus der muslimischen Diaspora und verweist zum anderen auf die (kulturell verponte) Lust am Entsetzlichen. Bei Chris-toph Reuter heiBt es erganzend:

Dass die vermummten Dschihadisten, die Sonnenbrille im Haar, auf ihren Pickups im Ausland eine gewisse Faszination hervorrufen, ist nicht zu übersehen. Die militärischen Erfolge des IS, die Umtriebigkeit auf Twitter, Facebook oder YouTube lassen einen Sog entstehen, der auch in Europa und Asien Gefolgschaft anzieht: unter den Verlierern der zweiten Einwanderergeneration in den Vorstadten von Metropolen in Frankreich, England, Belgien, Deutsch­land, in den Armenvierteln von Jordanien, Saudi-Arabien, unter Pakistans Taliban und nordafrikanischen Radikalengruppen.3

Dem ist hinzuzufugen, dass die neuen Kamikaze-Kampfer aus Deutschland, Frankreich, Skandinavien oder aus den angelsachsischen Landern vor allem von ihrem Degout an ihrem Leben als Marginalisierte in den reichen Oasenlandern dieser Welt getrieben sind. Sie wollen heraus aus ihrem Leben zwischen zwei Kulturen, in deren keiner sich recht zu hause fühlt. Sie suchen den Kontrast zu all dem, was sie kennen und verachten, und hoffen, sie fänden irgendwo eine radikal andere Lebensform: Krieg statt Frieden, Askese statt Überfluss, mannerbündlerische Gemeinschaft statt des verwirrend-provozierenden Zusammenlebens der Geschlechter und ihrer Zwischenformen, Todesverachtung statt Sicherheit, Restauration eines goldenen Zeitalters par force, also die Wiederherstellung einer vorkapitalistischen Welt anstelle der frustranen Gegenwart.4 Die neue Mandi-Bewegung hat nicht nur diesem oder jenem Regime, dieser oder jener konkurrierenden Miliz den Kampf angesagt, sondern der westlichen Moderne insgesamt, mit der die Tausende, die ihr jetzt aus den kapitalistischen Zentren zuströmen, nicht zurechtkommen. Auf den Trümmern gescheiterter Staaten wollen sie ein transnationales Imperium errichten. Die Flüchtlinge aus dem Goldenen Westen erfahren schon im Augenblick, da sie die Grenze zum Kalifat Oberschreiten, eine enorme Nobilitierung. Sie gehoren nun – lebend oder tot – zu den Auserwahlten, denen (vom undenkbaren Ungehorsam gegenüber dem einzigen Gott und seinem Kalifen einmal abgesehen) „alles“ erlaubt ist. Gestern noch ein ohnmächtiger Anonymus unter Millionen von Seinesgleichen, ist der Djihadist plotzlich Herr über Leben und Tod „alter“ fur „ungläubig“ Erklärten, gleichgultig, ob sie sich selbst fur Christen, Juden oder Muslime halten. Die Welt ist voll von Ketzern, die vom wahren Glauben abgefallen sind, und von Götzendienern, die Nation und Demokratie huldigen, sie ist also voll von Feinden und potentiellen Opfern. Wer jahrelang Frustrationen (des Größenwahns. Anm.JSB) in sich hineinfraß, kann nun endlich einmal (pathologisch. ANm.JSB) guten Gewissens seinen aufgestauten Aggressionen (listvoll. Anm. JSB)  freien Lauf lassen, fur alle ihm (angeblich. Anm. JSB) widerfahrene Unbill sich rächen. Als Vorkämpfer eines kunftigen Gottesstaats, als Berserker im Heiligen Krieg sind ihm die Sünden seines vorherigen Lebens in den gottlosen Landern erlassen, bleibt ihm selbst im Jenseits die Höllenstrafe erspart. Dafür (für Über-ES. Anm.JSB) scheint kein Preis zu hoch.

Nach dem Scheitern, der Niederschlagung, dem „Verrat“ oder der Bürokratisierung zahlloser Aufstände und veritabler Revolutionen gegen den nationalen und internationalen Status quo erscheint dieser mehr und mehr Menschen als „alternativlos“. Ist aber im Reich des Profanen, im Diesseits, keine Hoff-ung mehr auf einen grundlegenden Wandel der Lebensverhältnisse, dann gewinnt die Sphäre des (angeblich. Anm. JSB) Sakralen, gewinnt das „Jenseits“ wieder an Faszination. Darum beerben die islamistischen Bunde und Sekten gegenwartig die steckengebliebenen antikolonialen Befreiungsbewegungen und die säkularen Parteien und Regime, die aus ihnen hervorgingen, und darum fällt es frommen Fanatikern leicht, das Vakuum zu fullen, das die antidespotischen arabischen Aufstände und die imperialistischen Interventionen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte hinterlassen haben. Der Arbeiter-Internationalismus des 19. und des fruhen 20. Jahrhunderts ist nur mehr eine ferne Erinnerung. Der zuletzt von der kubanischen Regierung praktizierte staatliche Internationalismus Moskauer und Pekinger Prägung ist tot.(So wie die Psychoanaylse auch, nur noch Fetisch, Totem und Tabu. Anm.JSB)Die „Bewegung der Blockfreien Staaten“ ist Geschichte. An die Stelle von Pan-Afrikanismus und Pan-Arabismus sind seit der iranischen Revolution und der Vertreibung der sowjetischen Truppen aus Af­ghanistan der Pan-Schiismus und der (mit ihm konkurrierende) Pan-Sunnitismus (und Pan-Mpb-ismus. Anm. JSB) getreten.

Die neue djihadistische Bewegung und ihr Kampf fur ein neues heiliges Land mit unbestimmten Grenzen sind das jüngste Glied in einer langen Reihe von messianischen Aufbruchsbewegungen, als deren (vorläufig) letzte in Deutschland – wenn wir einmal von der rassistischen Karikatur des Millenarismus durch die Nazis absehen – der Münsteraner Taufer-Staat („Neues Jerusalem“) der Jahre 1534/35 in Erinnerung ist, der in einer Schreckensherrschaft endete. (wie alle moralisierenden Diktaturen. Anm.JSB) 5 Dem weltweiten regressiven Trend, Sinn nicht mehr im weltlichen Leben und in der menschlichen Geschichte zu suchen, sondern in der Heilsgeschichte6 und in der Vorbereitung auf das erhoffte eigentliche Leben in einem imaginierten Jenseits, werden die Ideologen des Kalifats gerecht, die sich und ihre Gefolgschaft in einem apokalyptischen Endkampf wähnen, der den Schrecken unserer Endzeit ein Ende macht und nach Verdammung aller Unglaubigen zur Etablierung eines (erbärmlichen und fürchterlichen. Anm. JSB) Gottesstaats führt, in dem die Gerechten mit dem wiedergekehrten Messias tausend Jahre lang ein paradiesisches Leben führen werden. Sie erneuern damit, unter Rückgriff auf mittelalterliche Schriften, einen alten Mythos, der sich, mit Varianten, in allen Weltreligionen findet und vielleicht am prägnantesten von dem iranischen Religionsstifter Mani (Stifter des Manichäismus. Anm.JSB) im dritten Jahrhundert unserer Zeitrechnung formuliert worden ist.7

Behnam T. Said fasst eine (auf YouTube do-kumentierte) Ansprache des salafistischen Predigers Abu Abdullah (Brahim Belkaid), in der er (auf einer Benefiz-Veranstaltung des Hamburger Vereins „He!fen in Not“ am 21. 4. 2013 zur Unterstutzung des Djihads aufrief), wie folgt zusammen:

„Seinen Auftritt inszeniert er hochemotional und entwirft für das Publikum eine bipolare Welt, in der das Gute gegen das Böse kampft, wobei das Gute der Islam und das Böse der shaitan, also der Teufel ist. „8 „Bereits der Prophet Muhammad habe Syrien als wichtiges Schlachtfeld benannt, und der endzeitliche Kampf zwischen den Anhängern Gottes und denen des Satans (Juden, der Westen, etc. ANm.JSB)  solle auf der Erde Syriens, das Abu Abdullah zumeist mit seinem alten Namen Sham bezeichnet, stattfinden.“9 „Aus der Sicht Abdullahs [haben] die Truppen des shaitan in Syrien bereits hinreichend ihre Kräfte mobilisiert. Gemeint sind […] Bashar al-Asads Truppen und seine Unterstützer aus Iran sowie aus den Reihen der Hizbullah und irakisch-schiitischer Milizen. Die Kampfer des Guten hingegen [müssen] sich gegen eine satanische Übermacht stellen und zudem die muslimischen Zivilisten gegen Gräueltaten des Regimes al-Asads und seiner Verbündeten verteidigen.“1°

Said teilt dann noch einen wörtlichen Auszug aus Abu Abdullahs Predigt mit:

„Ihr müsst nach Syrien gehen, meine lieben Geschwister! […] Es ist die Erde, auf der al Mandi [der Eraser] stehen wird, wenn die großen Kriege des Endes der Zeit beginnen werden. Und deswegen sind diese Kämpfe die Vorbereitungen auf das Ende. Diese Kämpfe […] sind keine Kämpfe um ein Brot, keine Kämpfe, damit die Menschen mehr Geld verdienen. […] Eine andere Zeit hat angefangen […]. Dieser Kampf […] ist die Vorbereitung für das Ende der Zeit, für den [Tag der Wiederauferstehung], für die Vorbereitung der [groBen Schlachten vor dem Jüngsten Tag], der großen Kämpfe zwischen dem Islam und dem Rest der Welt. […] An diesem Ort, in Damaskus, wird al-Mandi stehen […], über den der Prophet berichtete: >Und wenn auch nur ein Tag übrig bleiben wird […], so wird Allah einen Mann schicken, der die Erde füllen wird mit Gerechtigkeit (also mit Mod und Totschlag. Anm.JSB) , genauso wie sie zuvor gefüllt war mit Ungerechtigkeit. < […] Deshalb, liebe Geschwister, es ist kein Spaß, was dort stattfindet. Es ist kein Krieg wie ein anderer Krieg in Libyen oder in Tunesien, es ist keine Revolution wie eine andere. Es sind die Vorbereitungen auf den Islam oder gegen den Islam.‘11

Den jungen Muslimen und Christen, die verzweifelt nach einem Sinn, einem Halt, einer Orientierung suchen, die sie in ihren Familien, Peergroups und Gemeinden nicht finden, mussen die Individuen und Gruppen, denen das Schicksal dieser Fluchtlinge aus der Moderne nicht gleichgültig ist, laut und deutlich sagen,

  • dass die Flucht aus ihrem Herkunftsmilieu ins derzeit von den Djihad-Kampfern gehaltene Territorium, die Flucht aus der Jetztzeit in eine imaginare Vergangenheit, in den Mythos der Heiligen der letzten Tage, eine Flucht ins Elend des modernen Kriegs, eine Reise ins Nichts ist.
  • Dass das Kalifat über kurz oder lang das Schicksal der zahllosen Sektenkolonien teilen wird, die mit unendlicher Anstrengung als Vorposten eines besseren, richtigeren Lebens, einer Zukunftsgesellschaft gegründet wurden und, nach Jahren oder Jahrzehnten, von der sie umgebenden, technisch und kommerziell uberlegenen Mehrheitsgesellschaft erdrückt wurden, nicht ohne sich zuvor in endlosen internen Fraktionsstreitigkeiten aufgerieben zu haben.
  • Ferner, dass die Untergangspropheten, denen sie vertrauen, ihre militarischen und geistlichen Fuhrer, selbst nur Schachfiguren, Marionetten im globalen Stellvertreterkrieg der Randstaaten Syriens und der Großmachte sind, von denen sie, je nach Opportunität, alimentiert oder im Stich gelassen werden.
  • Dass sie nicht nur danach fragen müssen, wer die Muslime in den Ländern des Nahen Ostens mit wessen Hilfe unterdrückt, sondern wer deren selbsternannte Befreier, den neuen Kalifen und seine Truppen kontroliert.
  • Dass sie ihr Leben fur eine verlorene Sache einsetzen, dass sie, ohne militarische Ausbildung und unzureichend bewaffnet, als „Kanonenfutter“ in Konflikten, die sie nicht überschauen, verheizt werden.
  • Dass die Kalifats-Djihadisten vor allem auch darum keine Chance haben, weil sie – wie einst Pol Pots „Rote Khmer“ oder die Fanatiker vom „Leuchtenden Pfad“ in Peru – nicht bloß gegen den „Westen“ und die „Abtrünnigen“ Krieg fuhren, sondern auch die Mehrheit derjenigen, die sie ins tausendjährige Reich führen wollen und die keineswegs an der ihr aufgenötigten asketischen Lebens- und Kriegsfuhrung interessiert ist, nur mit Terror und Massakern zu ihrem vermeintlichen „Gluck“ zwingen konnen…

 

Helmut Dahmer

2 Hottinger, Arnold (2014): „Bald nur noch Failed States?“ (4. 12. 14), S. 7.
3 Reuter, a. a. 0. (Anm. 7), S. 57.
4 „Die wollen ihr altes Leben nicht mehr. Und sie wissen nicht, wie sie sonst da rauskommen sollen. Auf die wird einfach eingeredet. Das sind Leute, die nach dem groBen Sinn suchen und verwirrt sind. Die haben nie denken gelernt, kommen in unserem System nicht klar. Die kannen ihre Rechnungen nicht bezahlen. Einige von denen waren als Junkie geendet, hatten sie nicht zum Glauben gefunden“, meint der in Offenbach aufgewachsene Rapper mit dem schanen Namen „Haftbefehl“ in einem Inter­view mit den Spiegel-Redakteuren Philipp Oehmke und Tobias Rapp. Anhan, Aykut (2014): „Es geht um nichts. Um Schei13.“ Der Spiegel, 8. 12. 2014, S. 133.

5 Die Truppen des Furstbischofs Franz von Waldeck eroberten schlieBlich die Stadt. 600 Einwohner wurden von ihnen massakriert, die gefangenen Anfuhrer der Wiedertaufer nach !anger Haft affent-lich zu Tode gefoltert. Vgl. Van DO!men, Richard (1974): Das Tauferreich zu Munster: 1534-1535. Bericht und Dokumentation. Munchen (dtv).

6 Vgl. Lawith, Karl (1950): Weltgeschichte und Heilsgeschehen. Zur Kritik der Geschichtsphiloso-phie. Stuttgart (Kohlhammer) 1953.

Vgl. dazu Widengren, Geo (1961): Mani und der Manichaismus. Stuttgart (Kohlhammer) 1961.

8 Said, Behnam T. (2014): Islamischer Staat. IS-Miliz, al-Qaida und die deutschen Brigaden. Mun­chen (Beck), S. 147.

9 Ebd., S. 148.

10 Ebd., S. 147.
11 Ebd., S. 148 f.

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  • Es ist ein hässlicher, aber cleverer Schritt, der an die Methoden der Nazi-Propagandamaschinerie der 1930er Jahre erinnert, mit denen die Nazis damals Millionen Menschen für sich vereinnahmten.“Der Drahtzieher“ ist nicht das Produkt eines Haufens verrückter Fanatiker. Es ist ein kalkulierter Schritt von schlauen Politikern, die die Stimmen frommer, antisemitisch eingestellter Muslime gewinnen wollen.

Der größte Feind der Türkei: das sind in den Augen ihrer islamistischen Herrscher nicht etwa die fanatischen Dschihadisten, die derzeit weite Landstriche in den Nachbarländern Syrien und Irak besetzt halten; noch sind es die Tausenden „Schläfer“ im eigenen Land – dieselben Dschihadisten, die zwar noch keinen spektakulären Terroranschlag verübt haben, dies aber jederzeit tun können. Der Feind sind nicht die radikalen Schiiten in der Region, die politisch und militärisch auf dem Vormarsch sind, und auch nicht ein atomar bewaffneter Iran. Es sind nicht die linksextremistischen Terroristen, die kürzlich einen Staatsanwalt ermordet haben. Es ist nicht Russland, China oder die westliche Zivilisation. Als den größten Feind hat Präsident Recep Tayyip Erdogan etwas ausgemacht, das er den „Drahtzieher“ nennt – und dieser, so glaubt er, schmiede unermüdlich Pläne gegen die Türkei.

In einer im Dezember 2014 gehaltenen Rede sagte Erdogan:

„Ich betone das: Glaubt nicht, dass es sich hier um Operationen handeln würde, die auf mich persönlich zielen. Glaubt nicht, dass sich diese Operationen gegen unsere Regierung oder irgendeine [politische] Partei richten würden. Ich sage euch, meine Freunde, das Ziel dieser Operationen ist die Türkei, die Existenz der Türkei, ihre Einheit, der Frieden und die Stabilität. Sie richten sich insbesondere gegen die türkische Wirtschaft und die Unabhängigkeit der Türkei. Ich habe es schon früher gesagt: Hinter all dem steckt ein Drahtzieher, inzwischen ist er in unserem Land zu einem allgegenwärtigen Gesprächsthema geworden. Manche fragen mich: ,Wer ist dieser Drahtzieher?‘ Und ich sage: ,Es liegt an dir, das herauszufinden. Und du weißt, was es ist, du weißt, wer es ist.'“

Der Fernsehsender A Haber, ein eifriger Unterstützer Erdogans, nahm den Befehl an und machte sich daran, Recherchen über „das“ anzustellen. Das Ergebnis war der Dokumentarfilm „Der Drahtzieher“, der am 15. März 2015 erstmals ausgestrahlt und seither wiederholt gesendet wurde; viele Pro-Regierungs-Medien haben ihn auf ihre Websites gestellt.

Das Hauptthema des Films ist die seit 3.500 Jahren andauernde „jüdische Herrschaft über die Welt“. Drei „jüdische“ Figuren der Geschichte (von denen einer gar kein Jude war) werden in den Fokus gerückt: Der mittelalterliche spanische Philosoph und Torahgelehrte Moses Maimonides, Charles Darwin (kein Jude), und der deutsch-amerikanische Philosoph Leo Strauss.

Hier sind einige Zitate aus dem Film, der mit einem Bild des Davidsterns und einem Modell des Tempels in Jerusalem beginnt:

„Der Drahtzieher, dessen Wurzeln Tausende Jahre zurückreichen, der herrscht, brandschatzt, zerstört, die Welt aushungert, Kriege, Revolutionen und Staatsstreiche anzettelt, einen Staat im Staat erschafft – dieser ‚Intellekt‘ ist nicht nur der Fluch der Türkei, sondern der ganzen Welt. Wer ist dieser Drahtzieher? Die Antwort ist verborgen in Wahrheiten und Fakten, die niemand als Verschwörungstheorien abtun kann.

Die Geschichte beginnt in grauer Vorzeit, vor 3.500 Jahren, als Moses sein Volk aus Ägypten nach Jerusalem führte. Der einzige Führer, den er hatte, waren die Zehn Gebote … Wir müssen den Drahtzieher in Jerusalem suchen, wo die Söhne Israels leben.

Maimonides … der im Mittelalter lebte, glaubte, dass die ‚Juden die Herren sind, und alle anderen Völker ihre Sklaven zu sein haben.'“

Anfangstitel des neuen antisemitischen türkischen Dokumentarfilms „Der Drahtzieher“.

Anschließend präsentiert der Film zahlreiche Pro-Erdogan-Koryphäen, Akademiker und Journalisten, die ihre Kommentare über den Drahtzieher abgeben:

„Auf der Suche nach der [verschollenen] Bundeslade zerstören die Juden die ganze Welt“, sagt einer.

„Die Juden benutzen Darwins [Evolutions-] Theorie, damit sie behaupten können, dass Gott sie geschaffen habe, dass aber alle anderen vom Affen abstammen“, sagt ein anderer.

Einer behauptet, die Juden glaubten, sie seien die Nachfahren Isaaks und betrachteten sich selbst als Herren, während „wir alle“ die Nachfahren Ismaels seien und erschaffen, um den Juden zu dienen.

Ein anderer wiederum macht „den Drahtzieher“ – den er gleichzeitig als die Juden und als die USA identifiziert (von denen der Film vorher behauptet hatte, dass sie von den Juden beherrscht würden) – sowohl für die Zerstörung des Osmanischen Reichs als auch für die Putsche in der modernen Türkei verantwortlich, die darauf zielten, islamistische Führer und Parteien zu stürzen.

Am Ende behauptet ein Berater von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu, alle Anti-Regierungs-Aktivitäten in der Türkei seien in Wahrheit Versuche „eines Drahtziehers“, die Türkei zu destabilisieren und die Regierung zu stürzen.

Das klingt surreal? Nicht in der Türkei des Jahres 2015. „Der Drahtzieher“ ist nicht das Produkt eines Haufens verrückter Fanatiker. Es ist ein kalkulierter Schritt von einigen schlauen Politikern, die die Stimmen frommer, antisemitisch eingestellter Muslime gewinnen wollen (was ihnen oft auch gelingt).

Laut den Ergebnissen einer vom Schweizer Meinungsforschungsunternehmen WIN/Gallup International durchgeführten Umfrage bezeichnen sich 79 Prozent der Türken als streng-religiös, verglichen mit 75 Prozent der Befragten in den Palästinensergebieten und nur 30 Prozent in Israel.

Vielen sunnitischen Türken gilt eine antisemitische Geisteshaltung als Voraussetzung für Frömmigkeit. Der Film „Der Drahtzieher“ zielt (zumindest theoretisch, höchstwahrscheinlich aber auch in der Praxis) auf ein Publikum, das 79 Prozent der Türkei ausmacht – mehr als 60 Millionen Menschen –, kurz vor den wichtigen Parlamentswahlen am 7.Juni.

Es ist ein hässlicher, aber cleverer Schritt, der an die Methoden der Nazi-Propagandamaschinerie der 1930er Jahre erinnert, mit denen die Nazis damals Millionen Menschen für sich vereinnahmten.

Für einen solch bösartigen Plan braucht man bloß eine Theorie, die jedes Übel mit den Juden in Verbindung bringt, und ein genügend großes Publikum, das bereit ist, einem die lügnerische Verschwörungstheorie abzukaufen.

Burak Bekdil lebt in Ankara. Er ist ein türkischer Kolumnist von Hürriyet Daily und ein Fellow des Middle East Forum.

 

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/erdogan_und_die_drahtzieher

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Moschee

Was wird eigentlich freitags so in deutschen Moscheen gepredigt? Imam Abdul Adhim Kamouss predigt dankenswerterweise auf Deutsch. Ist das ein Beispiel für Integration? Wenn man hineinhört, was er in der Berliner Bilal-Moschee seinen Gläubigen erzählt, welches Weltbild er verbreitet, dann sind wir es wohl, die sich integrieren sollten.

Wir erfahren nämlich von Imam Kamouss, dass das moderne Europa nichts anderes ist, als die undankbare Tochter der islamischen Zivilisation, denn: „Das moderne Europa ist aus der Gebärmutter der islamischen Zivilisation entstanden.“

Philosophie und Wissenschaft in Europa? Alles nur von den Muslimen geklaut. Nikolaus Kopernikus beispielsweise war ein Plagiator und hat nur den muslimischen Gelehrten Al Tusi kopiert. Überhaupt: „Europa wäre nichtig, wenn nicht die Muslime die Tataren gestoppt hätten!“ Ich Ungläubiger und Unwissender würde jetzt tatsächlich fragen, wann und wo die Muslime Europa vor den Tataren gerettet haben sollen. Leider beantwortet der Imam diese Frage in dem dankenswerterweise von Memri TV veröffentlichten Auszug aus der Berliner Predigt nicht. Aber der Originalton ist dennoch recht erhellend. Weiter hier:

1 Kommentar dentix 07 26. Juli 2015 um 19:28

  1. Die Frage kann der Imam nicht beantworten! Weil die Muslime die Tataren/Mongolen nie gestoppt haben und sogar selbst erobert wurden!

    Wenn mit Al Tusi dieser gemeint ist: Sharaf al-Din Al-Muzaffar ibn Muhammad ibn Al-Muzaffar al-Tusi (1135-1213), dann weiß die allwissende Müllhalde namens Wikipedia z.B. über ihn:
    „Um 1154 ist er in Damaskus, wo er Mathematik und Astronomie (Euklid, Claudius Ptolemäus) unterrichtet,….“
    Und zu Claudius Ptolemäus (um 100-ca.160 n.Chr.) weiß Sie: „… war ein griechischer Mathematiker, Geograf, Astronom, Astrologe, Musiktheoretiker und Philosoph. Insbesondere seine drei Werke zur Astronomie, Geografie und Astrologie galten in Europa bis in die frühe Neuzeit als wichtige umfangreiche Datensammlungen und wissenschaftliche Standardwerke.
    So schrieb Ptolemäus die Mathematike Syntaxis („mathematische Zusammenstellung“), später Megiste Syntaxis („größte Zusammenstellung“), heute Almagest (abgeleitet vom Arabischen al-maǧisṭī) genannte Abhandlung zur Mathematik und Astronomie in 13 Büchern. Sie war bis zum Ende des Mittelalters ein Standardwerk der Astronomie und enthielt neben einem ausführlichen Sternenkatalog eine Verfeinerung des von Hipparchos von Nicäa (um 190 v. Chr.-ca.120 v. Chr.) vorgeschlagenen geozentrischen Weltbildes, das später nach ihm ptolemäisches Weltbild genannt wurde.“
    Somit war Al Tusi auch nur ein Plagiator, und zwar griechischen Wissens aus einer Zeit als der Islam noch rd. 500 Jahre in der Zukunft lag!

     

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Siehe auch:

Unterschiedliche psychische Motivation von Links-, von Rechtsextremen und Islamisten / Diverse mental motivation of left-wing and right-wing extremists and Islamic  Fundamentalists (german/english)

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

Copy-shop als psychoanalytische Methode heute.
Die Psychoanalyse heute ist lediglich die Nachahmung einer vermeintlichen Psychoanalyse, die es so nie gegeben hat, also unbewußte Karikatur, Totemmaske ihrer selbst.
Die Revolution frißt ihre Väter, nicht ihre Kinder.
Jeder verdient eine zweite Chance. Eine zweite, nicht eine zwölfte, zweiundzwanzigste oder einhundertzweite.
In Polen haben amerikanische Geheimdienstler ihre Gefangenen gefoltert, während vor polnischen Gerichten Prozesse gegen polnische Geheimdienstler liefen, die polnische Gefangene gefoltert haben.
Besser irgendwelche Sitten, als gar keine Sitten.
Direkte Gewalt gegen strukturelle Gewalt – lediglich eine Rationalisierung der eigenen Lust als Rechtfertigung für eigene wilde, triebhafte Gewalt. Wer strukturelle Gewalt von Institutionen eines demokratischen Rechtstaates delegitimiert und direkte Gewalt gegen diese Institutionen legitimiert, der gibt jeglicher denkbaren Form von Gewalt freie Hand, denn jede Gewalt kann moralisch begründet werden. Der Teufel ist ein Moralist. Und ein Gewalttäter. Aufrufe zur Gewalt sind in Deutschland strafbar.
National Sozialistische Deutsche Arbeiter Partei (NSDAP) war links,, ihr Kampf gegen Kommunisten und Sozialisten war nicht ideologisch, sondern es war ein Konkurrenzkampf unter Gleichen.
Wer sich für Kunst nicht interessiert, wem Kunst nichts bedeutet, der interessiert sich ebensowenig für Menschen, dem bedeuten Menschen nichts. Denn Kunst ist Ausdruck menschlicher Gefühle, Kunst ist Liebe. Das Erkennen der Realität wird nicht durch Verstand angestossen, sondern durch Empathie, durch Einfühlungsvermögen in das Sinnliche, also durch die Ästhetik. Der Verstand alleine erkennt gar nichts, der Verstand alleine drischt blindlings leeres Stroh und nennt sich zu Unrecht Wissenschaft. Ein solcher Verstand verbraucht sich in der einzigen Leistung, unter Auslassung oder Heranbiegung von Fakten in jedem Fall immer eigene moralische Überlegenheit zu konstruieren.
Manche Menschen schauen in den Spiegel und sagen: „Die Welt ist schrecklich, die Welt ist böse“, und fangen an, dieses Böse in der Welt, aber nicht in sich, zu verfolgen, zu vernichten, auszumerzen. Also andere Menschen, das Andere menschliche, was sie nicht sein wollen, zu exterminieren, zu liquidieren.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

 „…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl.“ (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)
„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Ein Deutscher sei ein Mensch, der keine Lüge aussprechen könne, ohne sie tatsächlich zu glauben – Adorno
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann
„Nein, ihr habt nichts zu tun mit den Arbeitern. Mit Schweißgeruch. Mit Menschen in Maschinenhallen oder an Fließbändern. Mit Möbelpackern oder Heizungsmonteuren. Mit Schützenvereinen und Angelsportclubs. Mit Hauptschülern und sonntäglichen Kirchgängern. Nein, das Volk liegt euch nicht.“ Das ist die Argumentation der wahrhaften, der lafontainistisch-leninistischen Sozialdemokratie – die konsequente Steigerung von Arbeiter, Schweiß, Schützenverein und Alfred Tetzlaff immer weiter hinauf bis ins Volk hinein als dem ultimativen Gully allen deutschen Wahns. – Joachim Bruhn
Dummheit, nicht Denken, Ideologien, Moralismus, führen zum radikalen handeln. radikales Denken verhindert radikales Handeln.
Weltanschauungen sind Vokabelmischungen – Walter Serner
„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.
Romantic sucks.
 The reality is always stronger than illusions.
 A delusion is characterized by increasing loss of reality, and can be attested to today’s leaders in Germany and the mass media. Loss of reality describes the mental state of a person who is not (any longer) be able to understand the situation in which it is located. So you are ruled by madmen and manipulated by the mass media.
Totalitarianism can only be defeated if one has the courage to call things by their right names, just as they are. Political correctness prevents it promotes totalitarianism and political cowardice and political lie.
The Extinction: Islam is like the sun, who comes too close to him, will burn itself and will flare the rest of the world with him.
Islam does not want any submission! Islam wants victory, destruction and annihilation.
The world was not created just for you.
Time needs time.
What has God with us when he freely admits the devil more and more territories?
It’s not the biggest fear when you look into an abyss, but to note that the abyss looks back at you.
I is different.
Muslim´s headscarf is less annoying than German mothers with their pushchairs.
Prostheses people – look like women and men, but they are not.
Global governance the political repair operation begins to repair before something was created.
The extremely increased, ostensibly critical, actually demonizing, German interest in Israel and Jews is perverse.
The Nonanti-Semite is by the current German law an anti-Semite who defames, discriminates, delegitimizes Israel, Jews, , but do not supports expressis verbis the aim of the Third Reich, the Holocaust, the extermination of the Jews.

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

An extreme narcissist is a potential terrorist, and every terrorist is an extreme narcissist.
Islamization means dementia.
Copy-shop as a psychoanalytic method today.
Psychoanalysis today is merely an imitation of a putative psychoanalysis, it has never existed, an unconscious cartoon, totem mask of itselves.
The revolution devours its fathers, not its children.

Everyone deserves a second chance. A second, not a twelfth, twenty-second or one hundred second.

In Poland, American intelligence officials  have tortured their prisoners, while the Polish courts ran trials of Polish intelligence officesr who tortured Polish prisoners.

Better have any manners, than no manners at all.
Direct violence against structural violence only a rationalization of their own desire as justification for their own wild, instinctual violence. Who delegitimizes structural violence of institutions of a democratic state and legitimizes direct violence against these institutions  gives any conceivable form of violence free hand, for any violence can be morally justified. The devil is a moralist. And a perpetrator of violence. Calls for violence are illegal in Germany.
National Socialists German Worker Party (NSDAP) was left, its fight against communists and socialists was not ideological, but it was a competition among equals.
Those who are not interested in art, to whom art means nothing, those are not interested in people, to those  people mean nothing. Because art is an expression of human feelings, art is love.
Some people look in the mirror and say, „The world is terrible, the world is evil,“ and begin to pursue this evil in the world, but not in themselves, destroy, eradicate. So other people, the other humans, what they do not want to be,  to exterminate, to liquidate.

1 x 1 materialist criticism: the aim must be to make appearances in a situation in which they are legible. (…) A new barbarism is always to be feared, is not directly powered from the spirit of National Socialism, but in the guise of democratic anti-fascism of learning from history and political correctness come along. (…) Defence of the open fascism by its democratic denazification and incorporation. (…) The Second World War was a culture industry Massenevent.(..) Specialization and diversification are a contemporary manifestation of massification and uniformity. (…) 

The different pigmentation of human skin is an objective fact, not a mere invention. (…) Breed today is the self-assertion of the bourgeois individual, integrated in the barbaric collective. (Clemens Nachtmann)

„Democracy is nothing more than the rule of the stick over the people by the people for the people. (…) There are three types of despots: the despot who enslaves the body, the despot who enslaves the soul and the despot who enslaves both body and soul. The first is called Prince. The second is called the Pope. The third is called the people. (..) If you want to lead the people, you are forced to follow the mob. (…) The first duty in life is to be as artificial as possible. The second duty is still unknown. Oscar Wilde

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

Stupidity, not thinking, ideologies, moralism, lead to radical acting. radical thinking prevents radical action.
Worldviews are vocabulary mixtures Walter Serner
The main reason of a psychotherapy is – with temporary support of the psychotherapist –. to take his own destiny in own hands.  Who lives with a self-image that the temporary clarifying role of the therapist is an intolerable insult, he must to try to cope with his life alone.“Hans Ulrich Gumbrecht

 

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