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Die Struktur der deutschen Universitäten als System von Rackets

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„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

Protektion und Protest

Die „offene Universität“ als Wunschbild und Albtraum

Die Struktur der deutschen Universitäten als System von Rackets[i] zu analysieren, ist nicht neu, mag aber so erscheinen, weil es in Erinnerung ruft, was umso gründlicher verdrängt wird, je offenbarer es zutage tritt – dass die als so selbstverständlich angesehenen bürokratischen Institutionen[ii], sozialen „Felder“ und „Subsysteme“ der „Moderne“ kein Produkt einer transparenten Rationalität sind, auf die vernünftige Menschen sich im freien kommunikativen Austausch immer wieder aufs Neue einigen können, sondern Ergebnis von Willkürakten und Manifestationen von Herrschaft, die im Nachhinein als rational legitimierter „Konsens“ ausgegeben werden, auf den sich jeder, der dabei sein möchte, zu beziehen habe. Gesellschaftliche Institutionen als Rackets zu verstehen, zielt insofern nicht einfach darauf, „undemokratische“ Residuen formaler Demokratien als solche zu brandmarken, sondern soll im Gegenteil die gewaltförmigen Grundlagen einer bürgerlichen Demokratie zu kritisieren helfen, die ihren eigenen Anspruch permanent verrät. Rackets sind demnach kein feudaler oder bandenförmiger Überrest innerhalb formaler Demokratien, sondern stecken als deren verleugnete Voraussetzung und ständig aktualisierbare Möglichkeit in diesen selbst und drohen sich umso brutaler durchzusetzen, je deutlicher die Fassadenhaftigkeit gesellschaftlicher „Rationalität“ ins Bewusstsein der, sich als auf sich selbst zurückgeworfenen, Opfer fühlenden Individuen tritt. Deshalb vermögen Rackets sich weitgehend widerstandslos und „von unten“ zu etablieren: Sie knüpfen an das vom preisgegebenen bürgerlichen Emanzipationsversprechen losgelassene regressive Bedürfnis der atomisierten Einzelnen an, Herrschaft nicht aufzuheben, sondern als Patronage des kleinen Mannes, der ohne sie vollends ohnmächtig sei, zu bejahen.

Autorität und Individuation

Um das Desaster des gegenwärtigen Bildungswesens zumindest halbwegs angemessen in den Blick zu bekommen, genügt es daher nicht, die sich abschottenden universitären Eliten an den Pranger zu stellen, den Abbau sozialer Chancengleichheit zu kritisieren, abstrakt eine kostenlose „Bildung für alle“ zu fordern usw., wobei dann regelmäßig die entmündigten und ausgebeuteten Studenten den autoritären, ökonomisch abgesicherten und ignoranten Repräsentanten des Universitätssystems gegenübergestellt werden. Statt dessen wäre zu fragen, was für ein Studium sich diejenigen, die öffentlichen Protest äußern, überhaupt wünschen, wieso die redselig beklagte universitätspolitische Apathie nicht durchbrochen wird – und, in letzter Konsequenz, mit welcher Art von Subjekten zu rechnen hat, wer sich heute für ein „selbstbestimmtes Studium“ engagiert. Vor dem zu diesem Zweck notwendigen Abstieg in die Niederungen der Empirie sind einige Vorüberlegungen zum Begriff der Autorität, dem Lieblingsfeind aller Studentenproteste, angebracht. Autorität ist sowohl als politische wie als sozialpsychologische Kategorie zunächst ein analytischer, kein von vornherein pejorativer Begriff. Eine Gesellschaft, die den Einzelnen nicht nur als Exemplar einer ethnisch, geschlechtlich oder kulturell homogen definierten Gruppe, also letztlich als bloßes Gattungswesen bestimmt, wird ihm gerade um der Möglichkeit zur Entfaltung seiner Individualität willen die Begegnung mit Autoritäten kaum ersparen können. In Auseinandersetzung mit Autorität erwirbt der Einzelne allererst jenes Wissen um die Dialektik von Autonomie und Anerkennung, durch die hindurch sich Individualität im empathischen Sinn, wie prekär und labil auch immer, vielleicht einmal gewinnen läßt. Insofern besteht eine Affinität zwischen der Notwendigkeit der Anerkennung von Autorität und dem bürgerlichen Ideal freier Konkurrenz, das dem Individuum als Leistungsträger zumindest idealiter die Möglichkeit bietet, dem Sog des Ursprungs zu entkommen, nach Maßgabe eigener Wünsche neu anzufangen, sich neu zu entscheiden und neu zu bestimmen. Bei alldem geht es nicht um Unterwerfung unter Autorität, sondern um ihre Anerkennung und Reflexion. Auf das Bildungswesen übertragen hieße dies: Lehrer sind notwendig sowohl als Sachautorität, ohne die doch Lernprozesse welcher Art auch immer unmöglich wären, wie auch als Repräsentanten einer pädagogischen Autorität, Träger eines Ich-Ideals der Schüler, das nicht blind introjiziert, aber eben auch nicht blind abgelehnt werden darf, sondern in einem wahrscheinlich immer schmerzhaften Lernprozess von jedem Individuum auf eigene Weise in seiner Fragwürdigkeit zu erkennen und aufzuheben wäre. Insofern ist die Begegnung mit Autorität als Moment sozialer Individuation unumgänglich; wer sich ihr von vornherein verweigert, Hierarchien, Normen usw. unabhängig von ihrer jeweiligen Funktion und Begründung immer schon als repressiv, wenn nicht gar gleich als faschistisch abwehrt, der formt sein eigenes Selbst im Kampf gegen den Popanz kapitalistischer Unterdrückung bewusstlos nach dem Modell ebenjenes autoritären Charakters, gegen den verbal Sturm gelaufen wird.

Feindbild Massenuniversität

In den aktuell noch vorhandenen Formen studentischen Protests ist das Wissen um diese Zusammenhänge jedoch kaum vorhanden. Statt dessen dominiert der Eindruck, dass Autorität im hier skizzierten Sinne überhaupt nicht kritisiert oder aufgehoben werden soll, sondern im Gegenteil als paternalistische Schutzmacht der sich als hilflos und prekarisierungsbedroht vorstellenden, oft in einer Haltung aggressiven Beleidigtseins verharrenden Studenten geradezu eingefordert wird. Das studentische „Alternative Veranstaltungsverzeichnis für Berlin und Potsdam“ vom Sommer 2008 (AVV), das für jedes Semester verschiedene „autonome“ Seminare und studentische Workshops der Region zusammenstellt und insofern als halbwegs repräsentativ gelten kann, gibt schon im Titelbild die Stimmung vor, aus der solcher Protest sich speist (1): Endlos viele kindlich gezeichnete Studenten sitzen an Schultischen wie an einem Fließband, um sinnlose Arbeiten zu verrichten. Damit mag die Standardisierung der geisteswissenschaftlichen Studiengänge kritisiert werden, vor allem aber wird das Angstbild einer anonymen Massenuniversität entworfen, die ausschließlich atomisierte, auf sich zurückgeworfene Einzelkämpfer produziert, deren fremdbestimmte Arbeit mit ihrem individuellen Interesse a priori unvereinbar zu sein scheint. Die angeprangerte Fremdbestimmtheit bezieht sich dabei indessen zunehmend auf eine vergangene Epoche, denn das damit assoziierte Modell der Massenuniversität gehört im Zeitalter florierender Privat- und Fachhochschulen nicht mehr zum angestrebten Hochschulideal. Dennoch wird dieses Schreckbild in der Broschüre vielfach variiert. Ihm stehen die „Projekte“, „Kulturzentren“ und „offenen Unis“ gegenüber, die offenbar allesamt in schönen, alten Gebäuden mit überschaubarer Innenarchitektur, ruhigem Umfeld und reichem Baumbestand untergebracht sind: Bei Heidegger im Hotzenwald studiert zu haben, muss wirklich gemütlicher gewesen sein als bei Szondi in Berlin. Dass eine Massenuniversität, in der man wahrscheinlich herzlos verwaltet, aber eben auch nicht, wie im hortus conclusus des Geistes, tagtäglich wiedererkannt und persönlich beaufsichtigt wird, auch ihre Vorteile haben könnte, ist gründlich verdrängt. Dem entspricht, was sich die Protestierenden unter universitärer „Offenheit“ vorzustellen scheinen. Über die „Offene Uni BerlinS“ (OUBS) etwa schreiben die Organisatoren: „Allen Menschen ohne Beschränkungen [!] soll ermöglicht werden, Lehrstoff zu hinterfragen und Wissen fernab von Leistungsdruck selbstbestimmt und kostenlos anzueignen und weiterzugeben […] – aber auch bei gemütlichen VoKü-, Film- und Musikabenden oder beim Kickern anderen begegnen [!] und sich zu vernetzen […] Die OUBS erstrebt es auch, Schutzraum zu sein vor Diskriminierung jeder Art. Vorurteile, Rücksichtslosigkeit, Hierarchien und Ignoranz sind hier unerwünscht. Vielmehr wollen wir nicht nur von- und miteinander lernen, sondern auch im alltäglichen Umgang miteinander soziale Grenzen in Frage stellen. Unter Bildung werden hier nicht nur sachliche Kenntnisse verstanden, sondern genauso auch Bildung des Selbst im praktischen Erproben gleichberechtigter und horizontaler [!] Begegnung […] sowie in der kritischen Auseinandersetzung mit dem, was uns umgibt“ [alle Hervorhebungen hier und im Folgenden von mir]. Umgeben ist man an der OUBS von „allerlei Ausstattung: […] ein Bewegungsraum, ein Fotolabor, ein Beamer-Kino, PC-Pool mit Internetanschluss, Küche und eine Bibliothek“; die OUBS, so heißt es, sei „weder Dienstleistungsbetrieb noch Erlebnisgastronomie“, es gebe dort weder „Hausleitung“ noch „Angestellte“ oder ein „zentrales Plenum“, sondern nur „AGs“, die sich „einbringen“, jedoch „keinen Zustand der Vollendung“ anstreben. Dieses Schreckbild eines Altersheims für Jugendliche bestimmt die „offene Uni“ ohne Duldung grundsätzlichen Widerspruchs als Ort, an dem man sich nicht etwa eigenständig geistig entwickeln können soll – was ganz ohne „Leistungsdruck“, ohne Curriculum und Selbstdisziplin kaum funktionieren dürfte –, an dem man aber auch nicht nach Herzenslust genießen und sich erholen können darf, sondern als ein „Schutzraum“ vor einer begrifflich nicht näher bestimmten und daher auch nicht kritisch negierbaren diskriminierenden Außenwelt fungiert. Die Sprache beweist, dass schon das Ansinnen, einen kohärenten Gedanken zu entfalten oder einen grammatisch korrekten Satz zu formulieren, im Grunde als Zumutung, als irgendwie hierarchische Rücksichtslosigkeit abgewiesen wird. Das Ideal der kostenlosen und selbstbestimmten „Aneignung“ und „Weitergabe“ von Wissen folgt selbst der Logik des Racket, wonach niemand aufgrund seiner Leistungen und individuellen Fähigkeiten legitimerweise Anspruch auf intellektuelle Superiorität auf bestimmten Gebieten des Geistes erheben darf, sondern jedem unabhängig von Interesse und Kompetenz qua Naturrecht ein Anteil am universitären Raum zusteht, den er notfalls eben gewaltsam zu besetzen hat. Leistungsnachweise, Bildungsstandards und thematische Festlegungen werden lediglich als Einengungen einer „Freiheit“ empfunden, die inhaltlich völlig leer bleibt.

Die aggressiv Braven

Das Ressentiment gegen die Forderung, der Einzelne müsse sich auf die Realität, die er kritisieren will, zunächst einmal sachlich einlassen und womöglich gewisse Kenntnisse und Erfahrungen erwerben, bevor er sich über sie erhaben fühlen kann, bestimmt auch die inzwi­schen wieder auf die Tagesordnung gekommene „linke“ Schulkritik. Ein Seminar der Berliner Gruppe [paeris] zum Thema „Setzen, Sechs! – Kritik der Schule“ wird mit folgendem Jingle beworben: „Früh morgens aufstehen – Angebrüllt werden oder verständnisvolle Lehrerinnen ertragen – Klausuren und Noten – Auswendig lernen – Sich auf Kommando sportlich betätigen – ‚pubertär‘ oder ‚engagiert‘ genannt werden – Aufsätze über blödsinnige Fragestellungen schreiben – Ex-linke Lehrerinnen – Bleierne Langeweile […] Und dann sind da auch noch die Mitschüler, die ihre Kreativität ausspielen, um dem ganzen Horror des Schulalltags noch die besondere Note zu geben. Wir wollen in der Diskussion und anhand von Texten und Lehrplänen klären, […] warum die Schülerinnen untereinander nicht zufällig die Ellenbogen ausfahren, nicht abschreiben lassen, wild stolz auf ihre Noten sind und entlang dieser genau wissen, wer die ‚Streberin‘ und wer der ‚Doofe‘ der Klasse ist.“ Was vermutlich witzig klingen soll, definiert Kritik und Protest gegen schulische Autorität in Wahrheit schlicht als Verweigerung jeder Lern- und Erfahrungsfähigkeit: Autoritäre Lehrer sind dieser Optik gemäß ebenso scheiße wie verständnisvolle, „Fragestellungen“ sind von vornherein, ganz einfach weil sie der Lehrer stellt, „blödsinnig“, jede Bewertung schulischen Sozialverhaltens durch die Institution ist ungerecht und einengend, Stolz auf gute Noten ist ebenso grundsätzlich abzulehnen wie frühes Aufstehen. Lehrer und Mitschüler erscheinen gleichermaßen als Charaktermasken eines zwar überhaupt nicht näher bestimmten, aber eben darum pauschal perhorreszierten Schweinesystems, bei dem jeder irgendwie mitmacht, zugleich aber jeder irgendwie Opfer ist. Dass die reale Katastrophe im gegenwärtigen Schulwesen eher damit zu tun haben könnte, dass grundlegende zivilisatorische Techniken wie Lesen und Schreiben, die Fähigkeit zur angemessenen Artikulation, Rücksichtnahme, Achtung von Kompetenz und „Engagement“, sowie die Bereitschaft, das Bedürfnis nach pubertärer Triebentladung aufzuschieben, um die eigene Reflexionsfähigkeit im Umgang mit zwar vorgegebenen, deshalb aber nicht gleich „blödsinnigen“ Gegenständen zu schärfen, längst erodiert sind; dass die größte Gefahr für Schüler heute nicht von rohrstockbewehrten Lehrern ausgeht, die „Setzen, Sechs“ brüllen, sondern von messerbewaffneten Mitschülern, die „Jude“ oder „Schwule Sau“ skandieren; dass die wahre Hausmacht auf vielen Schulgeländen gar nicht mehr von der Institution, sondern von pubertären Banden ausgeübt wird – all das kommt „Linken“, die seit Jahren keine Schule von innen gesehen haben, sich aber gerade deshalb als unverkrampfte Sozialhelfer der Jugend empfehlen, nicht in den Sinn. Idealer Adressat dieses Antiautoritarismus, der im Stil autonomer Flugblattprosa zwar alles in den Dreck zieht, aber nirgends konkrete Kritik übt, um im imaginären Kampf gegen die als Anmaßung empfundene Wirklichkeit möglichst viele Opfer ins Boot zu holen, ist nicht das um seine Autonomie fürchtende Individuum, sondern der um seine volksgemeinschaftliche Sicherheit fürchtende autoritäre Charakter: der Typus des aggressiv Braven, der sich schon vor seiner Volljährigkeit als schutzbedürftig versteht und weder wirklich aus seinen Lebensverhältnissen ausbrechen noch sich durch Intelligenz oder Leistungen hervortun, sondern für seinen als notwendigen Zwang empfundenen Dienst nach Vorschrift mit einem Stück vom Kuchen der Obrigkeit belohnt werden will. Autorität will er nicht aufheben, sondern dort unsichtbar machen, wo sie als maßregelnde oder urteilende sich möglicherweise gegen ihn selbst wenden könnte. Zementiert werden soll sie als Protektion, als Schutzmacht, die allen, die sie blind bejahen, das Lebensrecht garantiert, das, wie jeder heimlich weiß, kein Menschenrecht ist, sondern verdient werden will. Dieses Bedürfnis, Herrschaft in ihrer paternalen Erscheinungsform um jeden Preis zu erhalten, von ihren notwendig damit verbundenen gewaltförmigen Momenten aber nichts wissen zu wollen, ist selbst konstitutiv für die Etablierung von Rackets. Demgegenüber endlich laut einzufordern, dass das Lebensrecht weder an Leistung noch an Unterwerfung gebunden sein darf, wird objektiv unmöglich, wo die Aufhebung jeder Konkurrenz, also auch jeder Vergleichung untereinander, als vermeintlicher Königsweg zur Freiheit postuliert wird. Denn außer dem erbarmungslosen, aber ideologisch strikt dementierten Kampf aller gegen alle, der den Anpassungsfähigsten zum Sieg verhilft, wäre dabei nichts gewonnen.

Das Lager in uns allen

Wie das Repressions- und Diskriminierungssystem konkret vorgestellt wird, vor dem die „offene Universität“ als „Schutzraum“ die Studierenden bewahren soll, läßt sich allenfalls indirekt aus den „alternativen“ Veranstaltungen erschließen. So finden sich jedenfalls keine Seminare, in denen es um den Versuch geht, die Geschichte des Bildungsbegriffs, die Formen universitätspolitischer Demokratisierung seit den sechziger Jahren, das Verhältnis von körperlicher und geistiger Arbeit, die Vereinbarung von Studium und Erwerbsarbeit, den Elitebegriff oder sonstige Fragen zum Gegenstand zu machen, die mit dem Ideal der Studienfreiheit, für das man kämpft, ganz unmittelbar zu tun haben. Statt dessen tritt die schlechte Wirklichkeit in folgenden Erscheinungsformen auf: als „Heteronormativität“ (Seminar „Queere Einbrüche in die Politikwissenschaft“), die mit dem rackettauglichen Slogan „We are here, we are queer, get fucking used to it“ beantwortet wird; als „postkoloniale Positionierung“, die in „Zusammenarbeit von Schwarzen deutschen, […] migrantischen und weißen deutschen Positionen“ zu bearbeiten sei; als „Ganzheitsparadigma“, dem man sich durch „Rhizom machen“ entziehen solle, um „klar definierbare Fachbereichsgrenzen“ zugunsten eines „übergreifenden, produktiv vermittelnden Denkens“ zu verabschieden; vor allem aber als globalisiertes „Lager“, in das jeder Einzelne spätes­tens nach Auszug bei den Eltern deportiert zu werden droht („Mensch und Lager“): „Das 20. Jahrhundert gilt als das ‚Jahrhundert der Lager‘, da es sich über die verschiedenen Lagersysteme (angefangen bei den Internierungslagern der Kolonialmächte bis hin zu Abschiebelagern und außerordentlichen Gefangenenlagern) definiere. [Untersucht wurden bereits] die Funktion und Bedeutung der Lagersysteme in den jeweiligen Herrschaftssystemen, die Dynamiken, die sich dort entwickelte [!], die Wahrnehmung des Lageralltags durch die Insassinnen und das ‚Personal‘ […] Diese Fragen sollen nun […] für Lagersysteme nach 1945 weitergeführt werden […] Hierzu gehören auch Ansätze, die im Lager bzw. im Ausnahmezustand ein Paradigma der Moderne sehen.“ Ganz im Sinn Agambens gilt die Existenz von NS-Vernichtungslagern als zu selbstverständlich, um überhaupt noch erwähnt zu werden angesichts eines Zustands, in dem „das Lager“ als „Paradigma der Moderne“ in jedem Asylantenheim, auf jedem Arbeitsamt und natürlich auch in jeder Bildungseinrichtung vom qua Globalisierung kolonisierten postmodernen Subjekt nachgeschmeckt werden kann. Anders als selbst noch bei Agamben wird der „Ausnahmezustand“ dabei offensichtlich aber nicht mehr als Entkoppelung der Herrschaft von jeder Zweckbindung, als Umschlag repressiver Formen gesellschaftlicher Organisation in Desorganisation, Regression und Barbarei begriffen, sondern einseitig als Zustand von „Unsicherheit“. Im Präsentationstext des Seminars „Entsichert – Widerstände gegen den alltäglichen Ausnahmezustand“ geht es nicht um die sehr reale Gefahr, dass immer mehr Normalbürgern die zivilisatorischen Sicherungen durchbrennen, vielmehr wird im Geiste Norbert Blüms festgestellt: „Immer mehr Bereiche unseres Lebens werden entsichert; prekäre Arbeitsverhältnisse, Grundrechtsabbau oder Entdemokratisierung – zunehmend sehen wir uns mit dem Verlust […] gewohnter Garantien in unserer Gesellschaft konfrontiert.“ „Ausnahmezustand“, so diagnostiziert man mit wohligem Schaudern, sei „ein Wort, bei dem wir an Gegenden wie Afghanistan oder Irak“ dächten: „Wenn jedoch die Tornados nicht nur in Afghanistan, sondern auch über Mecklenburger Zeltlagern fliegen, wenn mithilfe des Sonderparagraphen 129a die gesamte linke Szene zum terroristischen Umfeld erklärt [wird], dann ist auch bei uns im Alltag der Ausnahmezustand ganz nah. […] Anhand von […] Beispielen wie etwa dem ‚War on Terror‘ in den USA, Sondergesetzen für Ausländer in Deutschland sowie Exkursen in die deutsche Geschichte wollen wir das Thema vertiefen“. Der Ausnahmezustand wird hier nicht als etwas gedacht, das „unserem Alltag“ als ständige Möglichkeit innewohnt und damit den Begriff des Alltags selbst diskreditiert, sondern lediglich als dessen Bedrohung, vor der es sich durch Einforderung der „gewohnten Garantien“  zu schützen gilt, die, auf ihren eigenen Zwangscharakter hin nicht befragt werden. Dieser gemeinsame Kampf für Alltag und Gewohnheit und gegen „das Lager“ in uns allen wird dann mit dem Begriff der Solidarität belegt. Von der politischen Ökonomie bleibt dabei konsequent folgendes übrig („Einführung in die solidarische Ökonomie“): „Jeder Euro, der in die Fonds der globalisierten Finanzmärkte gelangt, steht dort als Heuschreckenkapital zur Verfügung, das gegen uns eingesetzt werden kann. Die vielen Poren, durch die diese Diffusion des Geldes aus der Realwirtschaft erfolgen kann, müssen ermittelt und verschlossen werden. Erwerbstätige wie Verbraucher müssen unbedingt verhindern, dass der Wert ihrer Arbeit ihrem Verfügungsbereich entzogen wird.“ Von vornherein versteht man sich affirmativ als „Erwerbstätiger“ und als „Verbraucher“, der diese Rolle nicht etwa überschreiten, sondern den „Wert“ seiner „Arbeit“ vor den Diffusionen des Finanzkapitals schützen und die Verfügungsmacht über die Produkte des eigenen Schaffens behalten soll. Dass solche „Solidarität“ unter Berufung auf Marx begründet wird, läßt vollends daran zweifeln, ob es einen qualitativen Unterschied zwischen der politisch erwünschten „reformierten“ Universität der Zukunft und der studentisch erwünschten „offenen Uni“ gibt.

Profilierung und geistiges Profil

Das zentrale Phantasma regressiver universitätspolitischer Kritik ist in der zitierten Heuschreckenmetaphorik präzise zusammengefasst: Es geht darum, eine als „diffus“ qualifizierte Außenwelt abzuwehren, indem man alle „Poren“, durch die sie Eingang ins reflektierende Bewusstsein finden könnte, „ermittelt“ und „verschließt“, also in eigener, vermeintlich „autonomer“ Sache betreibt, was man im gleichen Atemzug wahlweise Wolfgang Schäuble oder dem CIA unterstellt. Einerseits wittert man überall (und durchaus ja nicht zu Unrecht) den Überwachungsstaat, andererseits tut man selbst sein Bestes, den für sich genommen heteronomen, erst qua „Selbstermächtigung“ zum freien Ort zu machenden universitären Raum vor „unerwünschten“ Übergriffen aller Art zu schützen. Die ideale Uni wird in einem beigefügten Flugblatt beschrieben als „Raum für freie Gedanken“, wo man „ohne Hemmung“ sagen dürfe, was man denkt, sich „nicht profilieren“ müsse, der aber auch „überschaubar“ sei und an dem man sich „wohl“ fühlen könne. Dass freies Denken, sofern sich überhaupt so allgemein davon sprechen läßt, weniger mit Hemmungslosigkeit oder Wellness als mit Differenziertheit, also eben auch mit „Profilierung“ zu tun haben könnte, will man lieber gar nicht so genau wissen. Wann, wie und weshalb der Zwang zur intellektuellen „Profilierung“ und die „Unübersichtlichkeit“ der Institution die Autonomie der Subjekte zu liquidieren drohen, wäre erst genau zu bestimmen. Wer dagegen hemmungsloses Reden über alles Mögliche abstrakt als Bedingung der Möglichkeit geistiger Freiheit behauptet, zementiert objektiv einen Zustand, in dem die Erosion des intellektuellen Kanons und des universitären Curriculums als deren „transdiziplinäre Überschreitung“ abgefeiert und im Grunde überhaupt nicht gewünscht wird, dass tatsächlich jeder Student ein individuelles geistiges „Profil“ erlangen, mithin zu einem gebildeten Menschen werden kann. Eine solche Profilierung, für die universitärer Protest die Voraussetzungen zu schaffen hätte, wird offenbar von der Mehrheit der Studenten ebensowenig gewollt wie von der universitären Institution, die geistige Menschen auch früher lediglich als, freilich zum Selbsterhalt notwendige, Ausnahme geduldet hat und ansonsten vom leicht gehobenen Mittelmaß zu leben pflegt. Wer die Möglichkeit zur Profilierung in diesem Sinne einforderte, würde von Universitätsleitung und AStA gleichermaßen als universitätspolitisch konservativ und spalterisch abgelehnt. Statt dessen findet man sich nicht aus strategischen Gründen, sondern weil die Sicherheit das eigentliche Herzensanliegen ist, unter Slogans wie „Raum für freie Gedanken“ zusammen, die sich schon rein sprachlich kaum von der Propaganda des jeweiligen Präsidiums unterscheiden. Auch die meisten Themen der „alternativen“ Seminare sind nicht alternativ, sondern konform: Queere Politik, Ausnahmezustand, Lager, Rhizom, Gender und Postkolonialismus sind längst bekannte Stichworte eines im schlimmsten Sinne universitätsfeindlichen Denkens, das vom inneren Zusammenhang zwischen universitärer Ordnung und Denkform, von den materiellen und institutionellen Voraussetzungen der Einheit von Forschung und Lehre usw. nichts wissen möchte und die Universität letztlich nur als Arbeitsagentur für die verschiedenen „Projekte“ und „Baustellen“ in Dienst nehmen will, mit denen man seine jeweilige Klientel in Lohn und Brot zu bringen gedenkt und zu deren Zweck man die universitäre Institution in nebeneinander herarbeitende, nur noch durch paternalistischen Zwang, aber nicht durch die Logik des Gegenstands zusammengehaltene „Cluster“ parzelliert. Insofern zielt studentischer Protest in vielen seiner Erscheinungsformen „von unten“ letztlich auf dasselbe, was die Universität mit unerwünschten sozialen Nebenwirkungen „von oben“ betreibt: auf den Rückbau der Universität in ein Bündel chaotischer, aber durch „Freundschaft“ und „Teamgeist“ zusammengeschweißter Cliquen, denen es nicht um Erkenntnis, sondern ums Überleben geht und die aus dieser Lebensnotwendigkeit heraus eine Form von Basisdemokratie entwickeln sollen, die es auch den Studenten, etwa durch Evaluation, erlaubt, potentielle Dissidenten frühzeitig zu identifizieren und abzuwatschen.

Das liquidierte Privileg

Die Lehrevaluation, wie sie als Element verstärkter „Leistungskontrolle“ immer wichtiger werden wird, soll für den Studenten sein, was die Volksbefragung für den Kleinbürger ist – eine Möglichkeit, die reale eigene Ohnmacht vor dem großen Ganzen zu kompensieren, indem man von seinem partikularen Recht Gebrauch macht, unter den Repräsentanten des Systems, als dessen Opfer man sich fühlt, die leutseligen Kumpane von den spröden Autoritären zu scheiden und diejenigen, die einem zu viel geistige Autonomie zumuten, im Namen der statistischen studentischen Durchschnittsintelligenz zumin­dest per Fragebogen abzustrafen. Evaluationen nehmen die Studierenden unter dem Alibi studentischer Mitbestimmung als Agenten ebenjener Ordnung in Dienst, die mittels studentischer Evaluationen angeblich „liberalisiert“ werden soll. Tatsächlich schneiden bei solchen Lehrevaluationen in der Mehrzahl diejenigen am besten ab, die zugleich am besten dem universitätspolitisch und medial präformierten Bild des eloquenten und entertainmentbewussten Elitejuniors entsprechen, während akademische Außenseiter und „Alte“, etwa traditionell konservative Philologen, statistisch noch einmal marginalisiert werden. Im Einzelfall mögen die Ergebnisse optimistischer stimmen; der Tendenz nach aber „korrigiert“ die studentische Evaluation das institutionelle akademische Wunschprofil nicht, sondern bestätigt es und liefert ihm die „basisdemokratische“ Legitimation. Dass Studenten solcherart bewusstlos und gegen ihr erklärtes bildungspolitisches Interesse sanktionieren, was abzuschaffen wäre, hat nicht zuletzt mit dem skizzierten Zerrbild von „Autorität“ zu tun: Die universitäre Autorität, gegen die man sich im Namen geistiger Freiheit glaubt wehren zu müssen, wird nach einem Modell feudaler bzw. klerikaler Herrschaft gedacht, die als archaisch abzuweisen sei. Konsequent karikiert die erwähnte Broschüre die Präsidenten der FU und HU Berlin als „Dita v. Lenzen, Alleinherrscherin der Freien Universität“ und „Abt Christof Marksius“, denen das „Ende der Demokratie“, die „Willkürherrschaft“ sowie der „Abbau kritischer Fächer“ als erklärte Intentionen zugeschrieben werden. Insofern sich im Racket gewisse feudale Elemente sozialer Ordnung wie etwa der persönliche, nicht über Institutionen vermittelte Zwang oder die Bedeutung von „Freundschaft“ und Klientelbewusstsein, auf veränderte Weise aktualisieren, trifft dieser Spott etwas Richtiges. Falsch wird er, weil er zuvor­derst gar nicht die „Refeudalisierung“ der Universität kritisiert, sondern das Ressentiment gegen Privilegien bedient, die in der Figur der Adligen und des Abtes als anachronistischer Firlefanz verworfen werden, und damit einen Zustand verfehlt, der, wie Adorno es formuliert hat, kein Privileg mehr duldet und doch ganz in dessen Bann steht. Statt im Namen einer Verallgemeinerung des Privilegs gegen die Liquidation der wenigen verbliebenen Vorteile zu protestieren, die „nutzlosen“ Fächern wie den traditionellen Philologien bisher zwecks Garantie ihres Fortbestands gewährt wurden, imaginiert man die Agenten des Clustersystems als „Privilegierte“, als Verkörperungen jener feudalen Anmaßung, deren konkrete Artikulation umso weniger geduldet wird, je mehr sie im Modus des Rackets als universales Herrschaftsprinzip zu sich selbst kommt.

So wundert es nicht, dass die Vorschläge, die das AVV unter dem Motto „Bildung schadet nicht“, das einiges über die psychische Disposition der Adressaten aussagt, am Ende zur Vorbereitung „autonomer“ Seminare unterbreitet, sich wie die schlichtere Variante dessen lesen, was Bachelor-Studenten an Rhetorik-Schulungen längst ertragen müssen: „Werdet euch […] klar, welche unterschiedlichen Wissensstände es in eurer Gruppe gibt; das macht denen mit größerem Vorwissen bewusst, dass sie sprachlich Rücksicht nehmen müssen […] und gibt allen das Gefühl das [!] Nachfragen erlaubt sind. […] Es ist wichtig, dass ihr eure Ziele und eure Arbeitsweise häufiger diskutiert, v.a. dann wenn sich einzelne unwohl fühlen […] Ganz gleich, ob sich jemensch diskriminiert, über- oder unterfordert fühlt, […] wenn über all das auch offen gesprochen werden kann […] – dann schreibt uns bitte, bitte wie ihr das gemacht habt, damit wir euer Wissen weiterreichen können.“ Im gleichen Ton wird erläutert, wie „kreative und produktive Diskussionen“ in Arbeitsgruppen aussehen mögen, wie man „Situationen, in denen Redelisten nötig werden“, vermeiden könne (Hierarchie!), wie man „Ergebnisse sichern“ und „in einem Wiki anderen zugänglich“ machen könne usf.: „Plant immer genug Pausen ein!“, „Reflektiert regelmäßig über eure Ziele und eure Zufriedenheit“, „Heißt neue Leute immer erstmal willkommen“, „Achtet auf stille Leute […] und versucht diese mit einzubeziehen“. Wenn auch sonst nichts, so wird mit solchen Rezepten in jedem Fall erreicht, dass sich niemand außer den „stillen Leuten“ unwohl fühlt, dass „Rücksicht“ auf den niedrigsten Wissensstand genommen, dass dieser Wissensstand „gesichert“ und „weitergereicht“ wird und sich jeder Einzelne ohne  Notwendigkeit als Objekt sozialtherapeutischer Behandlung erfährt, einfach weil man eine Familie, eine Clique, ein „Netzwerk“ – alles mögliche, nur keine Versammlung denkender Individuen ist. Hauptsache, keiner spricht auch nur einen Augenblick lang über die Köpfe anderer hinweg oder heftet seiner intellektuellen Physiognomie einen Adelstitel an. Hauptsache, jeder kommt mit, dann verwindet man ganz leicht die Enttäuschung darüber, dass es im Grunde um gar nichts geht. Nicht als Versammlung individuierter Philosophenkönige wird die ersehnte Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden denn auch in einem beigeordneten Cartoon gezeichnet – dabei würde sich „jemensch“ diskriminiert fühlen –, sondern als Bande, die den fetten Chef entthront, um sich an seiner statt, jeder Einzelne sein eigener „Rädelsführer“, auf dem Boden breit zu machen. Die gesichtslose Masse, als die die studentischen Rackets hier vorgestellt sind, unterscheidet sich vom zuvor gezeichneten Schreckbild der anonymen Masse, deren Mitglieder durch die Institution gepeitscht würden, ledig­lich darin, dass sie eher einer amorphen Menge als einem militärisch geordneten Komplex gleicht: dasselbe wie vorher, nur ohne Ordnung. Es bleibt zu hoffen, dass sich die studentische Vision einer „anderen Universität“ nicht in diesem Alptraum erschöpft.

Magnus Klaue (Bahamas 57 / 2009)

 

 

Der Text ist die geringfügig überarbeitete Fassung eines Vortrags, der im vergangenen Jahr im Rahmen einer Veranstaltung der AG Antifa des Studentenrats der Uni Halle gehalten wurde. Ich danke Anja Worm und Jan Gerber für ihre Unterstützung.

 

 

Anmerkung:

1)    Alle im Folgenden erwähnten Texte und Bilder finden sich unter http://wiki.bildung-schadet-nicht.de/images/a/a8/AVV-sommer_2008.pdf.

http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web57-1.html

 

[i] Racket (crime)

From Wikipedia, the free encyclopedia

A racket is a service that is fraudulently offered to solve a problem, such as for a problem that does not actually exist, that will not be put into effect, or that would not otherwise exist if the racket did not exist. Conducting a racket is racketeering. Particularly, the potential problem may be caused by the same party that offers to solve it, although that fact may be concealed, with the specific intent to engender continual patronage for this party. An archetype is the protection racket, wherein a person or group indicates that they could protect a store from potential damage, damage that the same person or group would otherwise inflict, while the correlation of threat and protection may be more or less deniably veiled, distinguishing it from the more direct act of extortion.

Racketeering is often associated with organized crime, and the term was coined by the Employers‘ Association of Chicago in June 1927 in a statement about the influence of organized crime in the Teamsters union.

 

[ii] Verwaltete Welt

Der Begriff verwaltete Welt wird auf Theodor W. Adorno zurückgeführt. Er benutzte ihn für den Band Dissonanzen (Erstausgabe 1956) als Untertitel: „Musik in der verwalteten Welt“. Adorno gebrauchte den Begriff als eine synonyme Bezeichnung für die spätkapitalistische, genauer: nachliberale und nachfaschistische Gesellschaft, in der die „Allherrschaft des Tauschprinzips“ von der „Allherrschaft des Organisationsprinzips“ überlagert wird. Karl Korn hat ihn dann wenige Jahre später für den Buchtitel seiner kritischen Sprachanalysen – Sprache in der verwalteten Welt (Erstausgabe 1959) – aufgegriffen.

Racket-Theorie als Vorläufer

Der Begriff entstammt einem theoretischen Kontext, dessen Grundlage die in den 1940er Jahren in der US-amerikanischen Emigration vorgelegten Theorieentwürfe von Friedrich Pollock und Max Horkheimer bildeten. Anknüpfend an Pollocks – bereits in der damaligen Emigrantengruppe des Instituts für Sozialforschung – umstrittene Diagnose des Faschismus als eines autoritären Staatskapitalismus mit dem Merkmal der Kommando-Wirtschaft, in der sich „die Wirtschaftsmagnaten mit den mächtigsten Militärs sowie den Kadern aus Politik und Bürokratie zu einer Clique verbündet, die den Rest der Gesellschaft in Schach hält“, formulierte Horkheimer seine „Soziologie des Rackets“. Racket, ein Begriff aus der organisierten Kriminalität, verstand Horkheimer, Christoph Türcke und Gerhard Bolte zufolge, als „verschworene Clique, welche alle ausschließt, die sich nicht bedingungslos ihrem Willen unterwerfen“ und „der strengen Hierarchie von Führer und Gefolgschaft“ gehorchen. Rackets werden auch als Machtgruppen und Monopole in einer anarchischen Konkurrenz um die Macht verstanden.

Adorno übernahm davon die These, dass die ökonomischen Bewegungsgesetze der „liberalen Episode“ angehörten und durch die Rackets außer Kraft gesetzt wurden. Schließlich zog er daraus die Schlussfolgerung einer Verselbständigung der Verwaltung – „Primat der Administration“, heißt es in der Ästhetischen Theorie – gegenüber Gesellschaft und Ökonomie.

 

Siehe auch:

Psychokratie – eine neue Nomenklatura in Deutschland

und

L’Allemagne est malade!

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!
I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein sozialer Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein sozialer Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten:

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ – Evidenz-basierte Ansichten