Kategorie-Archiv: la Grande Déculturation

Worauf es ankommt

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

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The peaceful majority is irrelevant

Psychoanalytische Arbeitsstation

Die Anordnungen des Personals sind unter allen Umständen zu befolgen!

Arrêtez la psychanalyse allemande! Vivez la psychanalyse freudienne à nouveau!

refuse-service

The best therapy is the knowledge

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
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https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

Атеисты всех стран, соединяйтесь!

„И жить торопиться, и чувствовать спешит“ –

Цитата из стихотворения П.А. Вяземского Первый снег (1822). Поставлена А.С. Пушкиным эпиграфом к 1-й главе Евгения Онегина

„Wir wollen schnell leben und eilig empfinden“

(Übersetzung: JSB). Zitat aus einem Gedicht von P.A.Vjazemskij Erster Schnee (1822). Verwendet von A.S.Puschkin in erstem Kapitel von Eugen Onegin (1833).

Вместо диалектики наступила жизнь, и в сознании должно было выработаться что-то совершенно другое.“ – Преступление и наказание (Федор Достоевский)“

La bêtise insiste toujours, on s’en apercevrait si l’on pensait pas toujours à soi. (Albert Camus, La peste.)

All national institutions of churches, whether Jewish, Christian or Turkish, appear to me no other than human inventions, set up to terrify and enslave mankind, and monopolize power and profit. (…)

The whole religious complexion of the modern world is due to the absence from Jerusalem of a lunatic asylum. – Thomas Paine
Menschen, die interessante Geschichten erzählen können, benötigen keine Psychotherapie.
Psychotherapie ist grundsätzlich für langweilige Menschen, die sich sich wichtig machen wollen, sowohl als Patienten als auch als ihre Psychotherapeuten.
Die herrschenden Eliten verteidigen ihre Uversehrtheit und ihre Privilegien mit allen gesetzlichen und ungesetzlichen Mitteln, während sie die mörderischen Attentate der islamofaschisten auf einfache Bürger achselzuckend mit der Bemerkung quittieren „Man muß sich halt daran gewöhnen.“
Das Leben hat weder Sinn noch Wert, es hat nur ästhetische Eigenschaften: entweder ist es schön oder häßlich, lustvoll oder schmerzhaft.
Wer keine Lebensfreude hat, der hat Moral.
Es ist schwierig eine Tyrannei zu bekämpfen, die keinen Tyrannen hat.
Empörung ist der Agens des moralisierenden Narzißmus.
 
Moral / Ethik ist nicht mehr als eine narzistische Bessetzung des eigenen aggressiven Triebes, desssen ausagieren unter dem Deckmantel der Moral als extrem lustvoll empfunden wird, so daß Zufügen von Schmerzen, verbreiten von Angst und Schrecken, schädigen und vernichten des Lebens sogar als etwas Edles und Wertvolles gepriesen wird, weil es im Namen der Moral betrieben wird.  Alles Monströse fängt immer mit der Verfolgung der Sexualität an. Wer keine Lebensfreude hat, der hat die Moral. Die Moralisten haben keine Freude an etwas Schönem, sondern lediglich die Schadenfreude, wenn sie jemandem dessen Spaß verderben. Der Orgasmus der Moral ist die Empörung. Die Geschichte der Moral ist die Geschichte einer grausamen Perversion. Lebensfreude ist eine Lust, die man empfindet, wenn man dabei weder sich noch jemand anderem schadet.

Das beste Mittel gegen Depressionen ist das zu tun, was getan werden soll.

Merkel hat einen Haufen Psychopathen nach Deutschland eingeschleust, zufällig dunkelhäutige.

Die Deutschen gehen zwar immer seltener in die Kirche, dafür jedoch predigen sie selbst ohne Ende.

Kassandra sei für den fortschrittlichen Trojaner eine „populistische Hetzerin“.

„Das Leben sei ein Märchen, erzählt von einem Idioten“ – Shakespeare in Macbeth.

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ – Grabinschrift von Ingeborg Bachmann

Statt der Dialektik erfolgte das Leben, und das Bewußtsein mußte es verarbeiten, das es etwas ganz anderes ist.“ – Verbrechen und Strafe (Fjodor Dostojewski)“ (Übersetzung JSB.)

Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht. (Norbert Bolz)

Geschlossenheit ist gut, Diskurs ist Streit, also verwerflich. Sagen ausgerechnet die, die Kritik an den Regierenden als Grundprinzip ihrer Profession ausgegeben hatten. Aber nur, bis sie die Meinungsführerschaft errungen hatten. An der halten sie nun fest.

Die sich in ihrem Aufgeschlossensein und ihrer Weltoffenheit Sonnenden sind weder aufgeschlossen noch weltoffen. Sie sind Besserwisser, die es besser wissen wollen, als es die Fakten nahe legen. Die Toleranten sind intolerant. Die Gleichmacher spalten. Die Diversitätsprediger streben nach Hegemonie. Die Antibürgerlichen sind die übelsten Spießbürger. Die Faschisten gebärden sich als Anarchisten, und die frei gewählte Monarchin kennt keine Parteien mehr.

In Deutschland herrscht ein Neuer Totalitarismus der selbsternannten „Guten“, die jede andere als eigene, herrschende Ansicht mit Geschrei, Diffamierungen, Ausschluß und Denunziation zum Schweigen zu bringen versuchen. In Deutschland ist Faschismus nicht verschwunden, er hat nur die Seiten gewechselt und neue inoffizielle mediale helldeutsche Reichsschrifttumskammern aufgestellt, die darüber wachen, daß über ihre Fetische (z.B. die Invasion der Heiligen, pauschal Flüchtlinge genannt) nur huldigend und anhimmelnd gesprochen wird. Für mich sind diese in eigener Moral mit Schaum vor dem Mund sich selbst zur Extase des Hasses hochgeputschten Hetzer gegen jede von ihrer eigenen abweichende Meinung die neuen Nazis. Antifa ist Nazifa. Wie Max Liebermann angesichts des Nazi-Deutschland zuletzt sagte, ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.Wie zu Kaisers Zeiten – Der Mainstream-Populismus gefährdet die offene Gesellschaft.

 

Während in der Türkei Menschen verfolgt, ermordet, drangsaliert und gequält werden, der Islamofaschismus zunehmend erstarkt,  und nach Europa greift,
echauffieren sich Deutsche über Trumps Wahl auf dem Niveau von Diskussionen über Ergebnisse von Eurovision Song oder DSDS und der große Freund von Erdogan zum deutschen Bundespräsidenten gewählt werden soll.

Die Erkenntnis ist kein fertiges Ding, sondern ein dialektischer Prozeß, in dem eine neue Erkenntnis nur durch Negation und Aufhebung einer bestehenden Erkenntnis gebildet werden kann. Die gegenwärtige Gesellschaft und vor allem ihre selbsternannten „Eliten“ verhindern, diffamieren und bekämpfen andere als gerade herrschende, etablierte Meinungen und verwandeln damit lebendige Erkenntnis in eine tote, verdinglichte Ideologie, die damit vom Wissen zum Unwissen, zum Fetisch wird. Das gilt für alle institutionalisierten lediglich eigene Macht selbst akkumulierenden Bürokratien, die Politik, die Wissenschaft, die Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse und andere.

Die Psychoanalyse muß sich hüten, erbaulich sein zu wollen.

Nicht die Flutwelle der Ankömmlinge, sondern die hier Ansäßigen sind traumatisiert.

„Der Nationalsozialismus lebt nach, und bis heute wissen wir nicht, ob bloß als Gespenst dessen, was so monströs war, daß es am eigenen Tode noch nicht starb; oder ob es gar nicht erst zum Tode kam; ob die Bereitschaft zum Unsäglichen fortwest in den Menschen wie in den Verhältnissen, die sie umklammern.“ (Theodor W. Adorno, 1959)

Deutsche neigen zur Wahnbildung einer „Willkommenskultur“ zwecks Angstverdrängung ihres schwachen ICHs angesichts des Islamofaschismus, ihr Autoritärer Charakter (Adorno) erträgt Ambivalenzen nicht.

Der Mensch ist ein Text, der eine wie von Marcel Proust, der andere wie aus der Apotheker Umschau.  In einer Beziehung wird immer ein Buch geschrieben, ein Gedicht, ein Essay, eine Erzählung, ein Roman, ein Polizeiprotokoll, eine Bankbillanz, ein Einkaufszettel, eine Notiz – je nachdem. Liebe ist Hermeneutik, beide Texte gemeinsam zu lesen und gegenseitig in Einem mieinander  weiterzuschreiben. Sex ist dabei die Typografie und das Papier, das Aussehen das Cover, die Illustrationen.

Der Mensch ist ein sich aus sich selbst heraus fortschreibender (eo ipso) Text, und Psychoanalyse (falls sie eine solche ist)  ist Hermeneutik dieses Textes, im psychoanalytischen Prozeß wird der Text verstanden und unter Mitwirkung des Analytikers vom Analysanden weitergeschrieben, weitergestaltet.

»Die Sprache ist [.] ein Werkstück, und jeder kann auf sie draufhauen« (Elfriede Jelinek)

In seinem Vortrag „Marxismus und Dichtung“, gelesen 1935 auf dem Congrès pour la Défense de la Culture in Paris, schreibt Bloch, dass im sozialistischen Denken als dem einzig orientierenden, mancher marxistischer Dichter meint, „…er sei durch die Kälte dieser Berührung behindert. Das Innen kommt nicht gut dabei weg, das Gefühl und die sorgsame Lust, es zu sagen, werden nicht immer zur Kenntnis genommen. Jede Blume gilt dann als Lüge, und der Verstand scheint nur als trocken, oder, wenn er Saft hat nur als Säure erlaubt.“[1]

[1] [1] Ernst Bloch: Literarische Aufsätze.  Frankfurt a.  Main 1985, S.  138.

Deutschland ist eins der am meisten, wenn nicht das am meinsten durchtherapierte Land der Welt, Psychotherapie, Selbsterfahrung, Coaching, psychologische Seminare überall, vom Flüchtling bis Bankvorstand. Deutschland ist das Land der Betreuten und der Betreuer, der Behandelten und der Behandler, der Patienten und ihrer Therapeuten. Kein Wunder, daß auch in der Politik Deutschland die Rolle eines Psychotherapeuten für den Rest der Welt, für ihren Patienten, beansprucht. Nach so viel Psychotherapie müssten Deutsche die Vernünftigsten, die Mutigsten und die Zufriedensten in der Welt sein, anstatt die Irrationalsten, die Ängstlichsten und die Unzufriedensten. Wieso ist es so?

Es ist so, weil Deutsche Selbsterkenntnis mit Selbstsucht und Tiefsinnigkeit mit Selbstbezogenheit verwechseln und was sie für Psychotherapie und Selbsterkenntnis halten, lediglich eine Bestärkung eigener narzistischer Opferrolle ist, mit Erklärungen, daß für das eigene Schicksal nur andere verantwortlich, also schuldig seien, vorwiegend die Mutter, der Kapitalismus, die Amerikaner und die Juden (Israel, Zionisten). Reflektion niergendwo, überall nur Beschuldigungs- und Betreuungsindustrie. Das ist, was Deutsche für Psychotherapie halten, das ist die herrschende Psychokratie in Deutschland, ein Werkzeug der Volksverdummung. Nirgendwo Aufklärung, nirgendwo Reflektion, die Unwissenheit ist Stärke, rot-rot-grüner Anton Reiser überall, Theodor Wiesengrund nirgends mehr.

Man ist das, was man in der Welt wahrnimmt und in seinem Leben macht. Wer sich mit sich selbst beschäftigt, beschäftigt sich mit gar nichts, außer daß man sein narzisstisches Selbst aufbläst.

Wenn 1.000.000 Menschen an ein Kalb mit 3 Köpfen glauben , dann nennt man es Religion, wenn 10.000 Menschen an ein Kalb mit 3 Köpfen glauben, dann nennt man es eine Sekte, wenn 1 Mensch an ein Kalb mit 3 Köpfen glaubt , dann nennt man es Paranoia.

Die Linken und Grünen sind heute der Staat, sie feiern sich selbst und ihre Politik unter den knatternden Fahnen. Der Protest der Jugend kommt deswegen von Rechts.

Da die Herrschenden heute sich Links und Grün nennen, kann Opposition nur Rechts heißen.

Zur Psychoanalyse, psychoanalytischer Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierter (psychoanalytisch orientierter) Psychotherapie gehören als zentrales Thema gesellschaftliche Probleme. Es geht nicht immer nur um die Mutterbrust,
sondern auch um Konflikte in der Gesellschaft, in der der Mensch lebt und von der er formiert und deformiert wird.

Die real existierende Psychoanalyse in Deutschland ist ein politisch korrekter institutionalisierter Kastrat, der jedes konflikthafte Thema meidet, verhindert, zensiert, kontroverse Psychoanalytiker mundtot macht. Was Carl Müller-Braunschweig, Felix Boehm, Schultz-Hencke, Ernest Jones eingebrockt und Annemarie Luise Christine Dührssen für die nächsten 1000 Jahre dingfest festgebacken hat, ist für die Katze. „Zwar war Freuds Psychologie des Unbewußten längst von deutschen Mandarinen »verwissenschaftlicht« und die Psychoanalytische Bewegung durch Hitlers Terror zum Stillstand gebracht worden. Doch auch in den aktuellen Theorie- und Praxis-Gestalten der reimportierten, medizinalisierten und konventionalisierten Psychoanalyse glomm noch der Funke der Freudschen Ideologiekritik.“ – (Helmut Dahmer, In: Konkret 02/92, S. 52.)
Die Medizinalisierung und Technokratisierung der Psychoanalyse machte sie zum toten Ding, zum Fetisch im saturierten Strukturalismus, der weder die Postmoderne noch den Dekonstruktivismus erfahren hat.

Ich haben nach vielen Auseinandersetzung mit der herrschenden Psychokratie verstanden: das Psychokraten-Racket präsentiert sich aktuell als selbstveredelte Omertà mit Enigma-Chiffriermaschine und Vertuschungshoheit, Verschweigeprivileg, Bemäntelungsbefugnis, Lizenz zum Retouchieren, Zensieren, Relativieren. Aufdeckende Methoden in der Psychotherapie sind damit verbannt und werden bald verboten. Nihil novi sub sole. Unwissenheit ist Stärke.

Rackets – nach Adorno mafiaartige bürorkatische alienähnliche selbt machtakkumulierende Verwaltunsorgane, mächtiger als Kapitalismus.

Die Welt ist nicht von Oberlehrern geschaffen. Ihr wesentliches Element ist das noch ungelebte Wirkliche. – Ernst Bloch

 Materialismus ist, die Welt ohne vorgefaßte idealistische (religiöse) Schrullen zu betrachten.

Die stärkste alles beherrschende, selbstakkumulierende Macht ist nicht mehr der Kapitalismus, sondern die Bürokratie, die Rackets der Verwaltung.

Islam ist eine gewaltverherrlichende faschistische menschenverachtende Antikultur

Die Natur macht das Ei und das Kind, Gott macht den Hahn und den Mann.

„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert,
es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ – Karl Marx

Der Bescheidene weiß bescheid.

Deutsche erkennen die Verkommenheit der Ankommenden nicht, weil sie die Eigene verdrängen. Das macht Angst.

Intelligenz und Charakter sind angeboren, vererbt, wie Augenfarbe, Nase, Füße, usw.

Seit 2001 bestimmt eine einzige Religion die Debatte: Der Islamofaschismus.

Es gibt keinen richtigen Islam im falschen.

Das Gutmenschen-Syndrom : die Gedankenlosigkeit, die Ignoranz, die Heuchelei (Hypokrisie) und die Verleumdungssucht.

Der Blick aufs Leben ist übergegangen in die Ideologie, die darüber betrügt, daß es keines mehr gibt. (Adorno)

Was nicht anfaßbar ist, wird unfaßbar, das Unberühbare wird zum Fetisch.

Der Mensch ist nicht nur ein gesellschaftliches und psychisches Wesen, er ist auch ein natürliches, biotisches Wesen.

Der kategorische Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. (Karl Marx)

Ohne daß die Massen, und zwar gerade wegen ihrer sozialen Integration, ihr gesellschaft­liches Schicksal irgend mehr in der Hand hätten als vor 120 Jahren, entra­ten sie nicht nur der Klassensolidarität, sondern des vollen Bewußtseins dessen, daß sie Objekte, nicht Subjekte des gesellschaftlichen Prozesses sind, den sie doch als Subjekte in Gang halten. (Adorno) Die Beziehung zwischen objektivierten Subjekten und subjektivierten Objekt kennzeichnet die gesellschaftliche Struktur der kapitalistischen Gesellschaft. Aber um das zu begreifen, müsste man das andere Kapital lesen. (Paul Stegemann)

Nur der Tod ist vorhersehbar, das Leben nicht.

Empörungskollektive behindern die Erkenntnis.

CYNIC, n. A blackguard whose faulty vision sees things as they are, not as they ought to be.  – Ambrose Bierce [pseudonym Grile Dod]

Reiche sind Arme mit viel Geld

Deutsche Psychoanalyse verwechselt Leblosigkeit mit Abstinenz und Beziehungslosigkeit mit Sachlichkeit.

Die ersten sechs Generalbundesanwälte der BRD waren sämtlich ehemals Mitglieder der NSDAP.

Wer nicht klar schreiben kann, der kann auch nicht klar denken.

Islam eine totalitäre Ideologie der Unterwerfung, der religiös verbrämten Machtergreifung. Täter sind Muslime, Muslime sind Sympatisanten der Täter.

Dreams unite, ideas divide.

Politik: Widerwertigkeit einer zum Staat gewordenen Kloake.

„Sooft ich eine politische Rede höre oder lese, was die uns Regierenden schreiben, bin ich entsetzt, seit Jahren nichts zu vernehmen, was einen menschlichen Klang hätte. Es sind immer die gleichen Worte, die die gleichen  Lügen berichten. Und daß die Menschen sich damit abfinden, daß der Zorn des Volkes diese Hampelmänner noch nicht zerschmettert hat, ist für mich der Beweis, daß die Menschen ihrer Regierung keinerlei Bedeutung zumessen und daß sie spielen, ja wahrhaftig mit einem ganzen Teil ihres Lebens und ihrer sogenannten lebenswichtigen Interessen spielen.“ – Albert Camus

Für Antisemitismus braucht man keine Juden, man braucht nur Antisemiten.

Jeder ist anders. Wirklich. Einheitliche Front ist eine Illusion, eine Täuschung, eine Lüge.
Konflikte und Koalitionen werden in Masken ausgetragen.
Realität ist anders.
Angela Merkel ist an Andreas-Lubitz-Syndrom erkrankt und fliegt Deutschland gegen die Wand.

„Die Wilden sind nicht bessere Menschen“ – Adorno

Der „autoritäre Charakter“ mit seiner narzisstischen Kränkung und seinem Sado-Masochismus, offenbart eine reaktionäre „Furcht vor der Freiheit“.

Ex Oriente Tenebris

Um Menschen zu verstehen, muß man den Sinn fürs Absurde haben.

Faschismus hat die Seiten gewechselt

„The only reason people do work for airlines is because the Nazi party is no longer hiring.“ –
Die beste Therapie ist das Wissen

Angela Merkel in BILD-Zeitung, 29. November 2004 auf die Frage, welche Empfindungen Deutschland in ihr weckt: „Ich denke an dichte Fenster! Kein anderes Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen.“

„Wenn ein Truthahn nach tausend Tagen geschlachtet wird, erscheint der Todestag dem Truthahn als unvorhersehbar, nicht aber dem Metzger.“ – Nassim Nicholas Taleb

Schnick, Schnack, Schnuck – Schere, Stein, Papier – Extremistan, Mediokristan, Absurdistan

Die FAZ, das intellektuelle Flagschiff der Republik hat sich zu Merkel mit der Breitseite gewendet.
Dummköpfe, in Deutschland „Eliten“ genannt, werden diesen Ausdruck für eine freundliche Geste halten, für eine deutche Übersetzung des „Always Look on the Bright Side of Life“.
In den geistigen Anal-Phabetismus dieser „Eliten“ sind die „Flüchtlinge“ ohne Weiteres integrierbar, einer geht immer noch herein.
„Wart Pac pałaca, a pałac Paca“, sagen dazu die Polen, “ der eine taugt sowenig wie der andere“.
Steht doch diesem Staat eine Frau ohne Eigenschaften vor, die den von Robert Musil beschriebenen Zerfall kurz vor 1914 (huch, was war denn da?) repräsentiert und betreibt.

„Das deutsche Volk kann Revolution machen nur noch gegen sich selbst.“ – Ulrich Sonnemann

„Weil das Notwendige nicht getan werden will, eröffnet sich der Spielplatz der Selbstverwirklichung; wem Vernunft als dogmatisch gilt, der hat jedenfalls Verstand genug, seine Halluzinationen auf Punkt und Komma zum totalen System der Sozialreform auszuarbeiten. Die materialistische Kritik hatte zwar 1848 versucht, sich einen Überblick zu verschaffen, denn „Ökonomisten, Philantrophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter“ wetteiferten schon damals darum, den „wahren“ deutschen Sozialismus (der besten, größten, stärksten in der Welt Philantropie, nämlich der deutschen, à la Merkel) auf Touren zu bringen.“ – Joachim Bruhn

»Kann sein«, fuhr er in seiner Schilderung der Zukunft Österreichs fort, »daß uns, wenn wir mit den Türken Krieg führen, die Deutschen in den Rücken falln, weil die Deutschen und die Türken zusammenhalten. Wir können uns aber mit Frankreich verbünden, das seit dem Jahr einundsiebzig auf Deutschland schlecht zu sprechen is. Und schon wirds gehn. Es wird Krieg geben, mehr sag ich euch nicht.« – sagte Schwejk.

„Es gibt doch tatsächlich eine verständige Definition der Widervernunft als solcher, statt den Massenmord als den irren Versuch scharfsinniger Rindviecher zu entziffern, die paradoxe, an sich selbst unbegreifliche Identität des Kapitals als automatisches Subjekt zu liquidieren und es als fixe Qualität zu verdinglichen, als Versuch daher des volksgemeinschaftlichen Mordkollektivs, das Kapital als naturale Eigenschaft sich einzuverleiben, d.h. das „Geldrätsel“ zu lösen, indem man G — G‘ (Geld macht Geld Anm.JSB) zum Wesen des Deutschtums erhob. Weil das Mordkollektiv vom Wahn inspiriert war, in der jüdischen „Gegenrasse“ sei das Geheimnis endlos gelingender Akkumulation quasi genetisch inkorporiert, so daß es des kollektiven Raubmords bedürfe, dieses Geheimnis den Juden aus dem Leib zu reißen und den Deutschen einzuverleiben, weil es ihre negative Utopie ausmacht, sich in den „Kapitalfetisch“ zu verwandeln und sich selbst als „reiner Automat“69 darzustellen: daher konnte der Versuch, das „Tausendjährige Reich“ der definitiven Abschaffung aller Vermittlung und der Selbstdarstellung des Deutschtums als des automatischen Fetischs schlechthin nur in der barbarischen Einheit von Verstandesdiktatur und Apokalypse münden.
Der Nationalsozialismus war in dieser Perspektive „nichts anderes als“ der Versuch des Subjekts, sich selbst zu rassifizieren, um das Kapital unmittelbar als natürliche „Eigenschaft“ sich anzueignen, d.h. sein „Naturrecht“ auf die so endlos wie krisenfrei gelingende Akkumulation zu verwirklichen : eben das ist der (ja, auch: Lust-) Gewinn, den das Kollektiv aus Verfolgungswahn und Massenmord einstrich. Das war die Geschichte des Nationalsozialismus als Produktionsverhältnis, das ist der Grund dafür, daß die Deutschen nie deutscher waren als am 9. Mai 1945, daß sie seitdem die absolute Transzendenz ihrer Geschichte niemals werden vergessen können, bis endlich die „Emanzipation der Deutschen zu Menschen“(Marx) doch noch revolutionär gelingen möge. Es ist diese Überbietung jedweder Vermittlung im Mord an den Juden, die seitdem „aufgearbeitet“, bzw. voller Sehnsucht rekapituliert wird. Der öffentliche ,Diskurs‘ über den NS gleicht nicht nur einer nicht enden wollenden Trauerrede — wenn etwa die FAZ jammert, Hitler habe „das Selbstbewußtsein der einfachen Menschen gestärkt und seine Arbeitsleistung gewürdigt. Der Sinn für das Allgemeinwohl, dessen Träger der Staat ist, wurde wieder geweckt.“ — , sondern dieser ‚Diskurs‘ ist nichts anders als die Selbstdressur in die doch noch gelingen mögende Erfüllung des Hitlerschen Vermächtnisses. Es ist sein „Politisches Testament“ vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem „internationalen Judentum und seinen Helfern“ den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, daß in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß „die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden.“ Die restlose Verschmelzung der Individuen als Körper mit ihrer gesellschaftlichen Subjektfunktion hat stattgefunden, die deutsche Utopie war schon einmal Wirklichkeit gewesen: das ist der Grund für das allseits festgestellte Ausbleiben einer jeden Panik und Hysterie in der größten Krise des Kapitals seit 1929, der Grund auch dafür, das die konformistischen Revolteure etwa der Bewegung gegen das Stuttgarter Bahnhofsgrab selig identisch und zur Melodie von „Freude, schöner Götterfunken“ singen können: „Wir sind das Volk, wir sind das Geld.“ Das Urvertrauen in den Souverän ist ungebrochen (wenn nur diese Regierung nicht wäre!). (…) Der Warenhüter, das (juristische) Subjekt, in die Antinomie von Bourgeois und Citoyen, deren Synthese der Souverän in der Gestalt negativer Versöhnung ist, wie sie zuerst in der Form des Soldaten erscheint: kasernierte Mordenergie, bedingungslose Bereitschaft zum Töten und Getötetwerden, damit die Dezision (Entscheidung Anm.JSB) über Leben und Tod in letzter Instanz. (…) Im Normalzustand der Akkumulation ist der Souverän als Bedingung der Möglichkeit der Existenz von Staatsapparaten unsichtbar. Aber die Souveränität als reines Verhältnis von Befehl und Kommando, als die bedingungslose Pflicht zum Opfer und als unbedingte Freiheit zum Morden, wie sie im allgemeinen Menschen präsent ist, tritt in der großen Krise hinter den Staatsapparaten hervor und aus ihnen heraus, hebt die Gewaltenteilung auf und setzt sich absolut als „frei aus sich selbst Anfangendes“, als so ableitungs- und begründungs- wie rechtfertigungsloses „Ich will.“ (Hegel)
Die Begriff des Nationalsozialismus ist demnach, d.h., wie ihn auch der Materialist Johann Georg Elser praktisch zu fassen suchte, in der Perspektive zu entwickeln, daß Hitler als Erscheinung des allgemeinen Deutschen, als der Souverän, hinter den Staatsapparaten hervortrat und als Person unmittelbar alles, was deutsch ist, verkörperte. Darin nun konvergieren die Kritik der politischen Ökonomie und gewisse Einsichten der Psychiatrie, denn eine barbarische Gesellschaft kann nur von einem Subjekt repräsentiert und ausagiert werden, das seiner psychischen Konstitution zufolge nichts anderes als ist als eben: die negative Aufhebung des Subjekts, d.h.: ein Barbar sondergleichen.  (…) Die Gestalt des unmittelbar allgemeinen Deutschen, der in einer Person inkarnierten Souveränität, ist der archimedische Punkt, zu dessen Begriff die materialistische Kritik dringend ihrer Belehrung durch Psychiatrie und Psychoanalyse bedarf. (…)
In der Konsequenz der unmittelbaren Erscheinung des allgemeinen Deutschen erblüht ein grandioses Verschmelzungserlebnis von Masse und Macht: das Glück vermittlungsloser Identität in der verkehrten Gesellschaft. Es ist, „als ob“ die Utopie des wahren deutschen Sozialismus, „man könne allen Waren den Stempel unmittelbarer Austauschbarkeit aufdrücken“, d.h. „alle Katholiken zu Päpsten machen‘, sich in der Volksgemeinschaft realisiert hat. Das Verhältnis von Volk und Führer mündet, je intensiver der Mordwille sich ausagiert, in zwar geborgter, gleichwohl fugenloser Identität, zumindest solange, wie auch nur ein Jude noch am Leben ist und die Jagd weitergehen darf bzw.: muß. (Darum ist Israel den Deutschen Verheißung und Schrecken zugleich, eben: „Das letzte Tabu deutscher Außenpolitik“90, d.h. Objekt von Angstlust par excellence.) Der Nazifaschismus war ein Traum — das ist der Profit, den Babi Jar und Treblinka den Deutschen abgeworfen haben, denn im Massenmord hatten sie sich die absolute Transzendenz einmal schon angeeignet. Die gern beschwatzte „Unfähigkeit zu trauern“ gründet darin, daß man die Verschmelzung niemals wird vergessen können und den Staat als den Garanten sine qua non ihrer möglichen Wiederkehr versteht, d.h. als Versprechen. Es ist die Hoffnung auf das organisierte Pogrom, was gegen Panik immun macht.
Das bedeutet nicht, daß dem System des erst pazifizierten, dann oberflächlich parlamentarisierten Wahns der deutschen Ideologie keine bemerkenswerten Einsichten in die Zukunft der Krise möglich sind, auch wenn dessen Lautsprecher nicht wissen, was sie denken, bevor sie hören, was sie sagen oder lesen, was sie schreiben — so der FAZ-Kolumnist Frank Schirrmacher, der, mutmaßlich den Einflüsterungen Dietmar Daths erlegen, dies zu bedenken gibt: „Wer meint, daß die aktuelle Vernichtung des Grundvertrauens in die Rationalität ökonomischen Handelns ohne Folgen bleibt, wird sich spätestens bei den nächsten Wahlen enttäuscht sehen. Über Nacht ist die Welt des Geldes fiktionalisiert worden. Die Flucht in die Verstaatlichung, die von den Banken selbst angeführt wird ist der Bankrott der Metaphysik des Marktes.“ So verständig schreibt kein „Neues Deutschland“. Und weiter: „Jetzt, da völlige Unklarheit darüber herrscht, was ist und was nicht ist, kann nur der Staat noch dezisionistisch darüber verfügen, daß etwas und nicht vielmehr nichts existiert.“ Noch ist nicht von Juden, sondern vom Geldwert die Rede, aber jeder weiß, was gemeint ist, nämlich die Erklärung des obersten Volkswirts in der Wolfsschanze. In derlei traumwandlerischen, aber zielsicheren Inszenierungen des Staatlichkeitswahns wird die sehnsüchtige Erinnerung an wie die tätige Hoffnung auf das (neuerliche) Erscheinen des unmittelbar allgemeinen Deutschen beschworen, denn wenn schon die aktuellen „Notstandsgesetze“ nichts weniger bedeuten als eine „Revolution von oben“ — wo ist dann der Kyffhäuser, wo wartet der authentisch deutsche Revolutionär? Es ist diese unheimliche Sehnsucht, die die Linkspartei mit der Rechtspartei trotz aller, oberflächlich betrachtet, verschiedener Terminologie lange schon eint, bevor sie nun, im sich warmlaufenden „Extremismus der Mitte“, zur Volksfront sich finden werden, zugleich der Grund dafür, warum ein ausgemachter Prä-Faschist wie der „Professor für BWL an der FH Worms“, Max Otte, den Horst Köhler und die Sarah Wagenknecht in einem Atemzug und fürs haarscharf Gleiche loben kann, für deren Programm „Werden Sie ,Volkskapitalist‘!“ und für ihren Appell: „Gebt das Geld in unsere Hände!„93 Denn wer, wenn nicht wir, ist das Geld? (…) Der Traum der deutschen Ideologie ist die Verwandlung der Volksgenossen in die lebendige Münze. In diesen Verschmelzungsphantasien läuft sich die neuerliche Transformation des bürgerlichen wie des proletarischen Besitzindividuums langsam warm in das, was Johann Most treffend die „Eigentumsbestie“94 genannt hat, d.h. die selbstbewußt zynische Verschmelzung der Individuen als homogene Subjekte mit der Akkumulation. Die gesellschaftliche Mitte, d.h. der Angelpunkt der falschen Gesellschaft wie der Nullpunkt ihres Bewußtseins zugleich, hat längst G — G‘ als ihr Naturrecht proklamiert und sinnt jetzt auf Rache dafür, daß niemand „den echten Wert der Bilanzen“‚ kennt. Denn, so Marx, „in dem zinstragenden Kapital ist die Vorstellung vom Kapitalfetisch vollendet, die Vorstellung, die dem … Geld die Kraft zuschreibt, durch eine eingeborene geheime Qualität, als reiner Automat, in geometrischer Progression Mehrwert zu erzeugen, so daß es … allen Reichtum dieser Welt für alle Zeiten als ihm von Rechts wegen gehörig und zufallend schon längst diskontiert hat.“96 Das ist die historische Mission der Eigentumsbestie, daß es den Fetischismus und die Naturalisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse nicht länger, wie es der akademische Marxismus glauben machen möchte, als die nur historische „zweite Natur“, d.h. bloße Kulisse und Simulation des „als ob“ dulden mag, sondern als die erste, rassische Qualität des Deutschtums setzen und sich einverleiben will.
„Aller Reichtum dieser Welt für alle Zeiten“, und dies von Staats und „von Rechts wegen“, sagt Marx, d.h. eben: das tausendjährige Reich glücklich gelingender Akkumulation im endlich doch noch vollbrachten Endsieg vollendeter Selbstrassifizierung.  (…) Wo alle darum kämpfen, ein kleines Licht in einer großen Finsternis zu sein, wo ein jeder seine Utopie „vorlebt“, da treibt man sich gegenseitig in die allgemeine Umnachtung und hat sein Spaßvergnügen dabei 
“ – Joachim Bruhn

„Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv.“ – Max Horkheimer/Theodor W. Adorno

Der Mensch ist nur noch eine staatsnotwendige Fiktion und als solche ist er das natürliche Material des Staates, der homogenisierte Lehm, der gelehmte Homo, aus dem die Staatspyramiden entstehen.

Zum Lernen muß man alleine sein. Wer nicht alleine sein kann, kann nicht lernen. Beziehuhngssüchtige, die ständig in Gruppen sein wollen, die ständig Kontakte suchen, auch elektronisch, im Internet, Handy, Kneipe, in sonstigen Gemeinschaften, Communities, werden zu Loosern, wenn sie es nicht bereits sind. Der Mensch ist ein Idividuum, er will jedoch lieber wie ein Regenwurm in einem Wurmhaufen vegetieren. Wo ein Wir ist, verschwindet das Ich. Aber nur ein Ich kann denken, das Wir kann lediglich fühlen, wie Würmer, die nur aus Bäuchen bestehen. Dann gibt es eine Volksgemeinschaft, die nicht denken kann, aber auf ihr Bauchgefühl stolz ist. Die Folge vom Bauchgefühl ist, was hinten herauskommt. Und darauf, was hinten herauskommt sagt der Deutsche, kommt es ja an. Und hinten kommt bestenfalls nur heiße Luft und Scheiße heraus.

“I think it’s very healthy to spend time alone. You need to know how to be alone and not be defined by another person.” ― Oscar Wilde

Das Leben: zum Teil Freiheit, zum Teil Sicherheit
Totale Freiheit, totale Sicherheit bringen nur den Tod.

„Nie waren die Deutschen deutscher als am 9. Mai 1945, und deshalb war der Nazi-Fa­schismus keine Enthüllung und keine Offenbarung, sondern ein Produktionsverhältnis im durchschlagendsten Sinne: die Produktion der Barbarei als einer qualitativ neuen, dem Kapital im doppelten Sinne des Wortes entsprungenen Gesellschaftlichkeit. Der Antisemitismus er­schöpft sich keineswegs ,schon‘ darin, eine Verfolgungs- und Vernichtungspraxis zu initiieren, d.h. die sog. „Endlösung“, sondern er war zugleich die Produktion des Deutschen an und für sich, d.h. die Transformation der Bevölkerung in das deutsche Volk, d.h. dessen tatsächliche Enderlösung. Die entscheidende Frage ist also, was eigentlich das Mordkollektiv davon gehabt hat, was sein Movens war, die Tat zu begehen, und wie es sich selber begierig, lustvoll und lei­denschaftlich in der Verfolgung und Ermordung der Juden als etwas substantiell Neues konsti­tuiert hat — und wie das, was schließlich konstituiert worden ist, in der Gegenwart als die zum „Tausendjährigen Reich“ noch fehlenden 988 Jahre fortwest und die Bedingung der Möglich­keit dessen ist, daß die Krise, wie sie seit Jahren in den schwarzen Messen des nationalökono -mischen Okkultismus abgefeiert wird, von den Landsleuten so überaus gelassen, fast stoisch schon, hingenommen wurde und wird.“ – Joachim Bruhn

Die Kontrolle über die unkontrollierte Masseneinwanderung haben sich Einwanderer erkämpft.

Es gilt die Gesinnung, nicht die Realität«Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus.‘ Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus.» – Ignazio Silone
«Antifa ist die linke Ausprägung des Faschismus. Sie ist also selbst das, was sie vorgibt zu bekämpfen.»

Sklaven träumen nicht davon, freie Menschen, sondern Sklavenhalter zu werden.

„Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.“ – Norbert Bolz

„Die Sprache ist im Guten wie im Schlechten nicht mehr Medium der Erkenntnis, sondern der kulturellen Hegemonie. (..) Wo sich statt Antagonismen Spannungsfelder auftun, hat der Geist bereits kapituliert. (…) Eine Welt, in der alle einander wechselseitig als kompatibel anerkennen und stets »das Gemeinschaftliche im Auge behalten«, kann schwerlich etwas anderes als die Hölle auf Erden sein. (…) Die Beliebigkeit ist also nicht harmlos, sondern hat hier wie auch sonst ein bestimmtes Ziel: die Zerstörung individueller Urteilskraft zugunsten einer Logik der »Anerkennung«, in der jeder Lüge Recht gegeben und jede triftige Erkenntnis in die Schranken ihres »Standorts« verwiesen wird.“ – Magnus Klaue

„Hochverrat ist eine Frage des Datums“ – Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord

Die Skandalisierung eines Skandals ist eine in deutschen Medien meisterhaft beherrschte Disziplin.

„Es ist eine alte Weisheit, dass Macht stets die Verführung mit sich bringt, sie zu missbrauchen.“ – Wolfgang Schmidbauer

„C.G.Jung war ein psychoanalytischer Faschist, ein faschistisch schäumender Psychoanalytiker. “ – Ernst Bloch

„Die tatsächlich bestehenden und einsichtigen Leuten schon längst bekannten Verschiedenheiten der germanischen und jüdischen Psychologie sollen nicht mehr verwischt werden, was der Wissenschaft nur förderlich sein kann“ (…) „Die Gesellschaft (die Internationale Allgemeine Ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie (IAÄGP). Anm.JSB) setzt von allen ihren schriftstellerisch und rednerisch tätigen Mitgliedern voraus, daß sie Adolf Hitlers grundlegendes Buch ›Mein Kampf‹ mit allem wissenschaftlichen Ernst durchgearbeitet haben und als Grundlage anerkennen. Sie will mitarbeiten an dem Werke des Volkskanzlers, das deutsche Volk zu einer heroischen, opferfreudigen Gesinnung zu erziehen.“ C.G.Jung

„Ich weiß nicht, was passieren muss, bis endlich was passiert.“
„Ulrike Maria Stuart“ von Elfriede Jelinek

„Auch der sublimste erkenntnistheoretische Idealismus führt unweigerlich zum Solipsismus, zur Vergottung des Ichs, einer Elite, einer Rasse und endet schließlich im blutigsten Imperialismus.“ John F. Rottmeister

„Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“ – Angela Merkel 

Psychoanalyse ist eine Erhebung über die Situation. Von oben hat man bessere Aussicht.

„Kritische Theorien, wie die Freudsche, artikulieren eine Erfahrung, die mit den jeweils herrschenden Denk- und Wahrnehmungsweisen unvereinbar ist. Gerade in dem, was der Konvention als unbrauchbar, als Abfall gilt und wovon in Wissenschaft und Lebenspraxis methodisch abgesehen wird, entdecken die Revolutionäre der Denkart das Neue, das ei¬ne bestehende Einrichtung des Lebens in Frage stellt. Indem sie an das Ausgegrenzte und erfolgreich Vergessene erinnern, markieren sie den Mangel der Ordnung, die über dem Grab der verworfenen Alternativen triumphierend sich erhebt. Und das dem Status quo verschworene Kollektiv stempelt solche Alchimisten, die aus Dreck Gold zu machen schei¬nen, stets zu Außenseitern6 . Aus der Erfahrung dessen, was den vorherrschenden, institutionalisierten Zwecken widerstrebt, erschüttern die Neuerer deren fraglose Geltung.“ – Helmut Dahmer

Die Umwälzung nach 1945  führte nicht zur Überwindung des Nationalsozialismus  als Ideologie der deutschen Volksgemeinschaft, sondern rief lediglich die eitle Illusion hervor, daß mit der Kritik am Nationalsozialismus das nationalsozialistische Dünken selbst und seine innere Konflikthaftigkeit mit dem Judentum überwunden sei.

„Wie es Tatbestände gibt, die die Sinne in die Irre führen, wie im Fall der optischen Täuschung, so gibt es welche, die die unangenehme Eigenschaft haben, dem Intellekt Schlüsse zu suggerieren, die gleichwohl falsch sind.“ – Christoph Türcke

Das Geschlecht ist ein sozialer Konstrukt? Berg, Tal, See und das Meer auch!

Bereits Marx diagnostizierte den Deutschen das Umkippen von Ideologie in Wahn und Lüge. Wie gegenwärtig der Fall ist, neigen die Deutschen zu Ausbrüchen des kollektiven Wahns, der Massenpsychose mit zunehmendem Realitätsverlust.
Der Wahn ist kurz, die Reue lang, pflegte meine Großmutter zu sagen.

Nach dem I. Psychosputnik-Gesetz verwandelt sich der frei florierende Zynismus ab gewissem Verdichtungsgrad seiner Intensität in hochprozentige Heuchelei, analog zu einer atomaren Kernschmelzereaktion. Diesen Prozess der zunehmenden Zynismuskonzentration mit anschliessender Explosion der Heuchelei kann man sehr deutlich gegenwärtig in Deutschland beobachten. Das Denken ist weggeblasen, pulverisiert, das (Hoch)Gefühl ist voll an seine Stelle getreten.

»Indem (der gesunde Menschenverstand) sich auf das Gefühl, sein inwendiges Orakel, beruft, ist er gegen den, der nicht übereinstimmt, fertig; er muß erklären, daß er dem weiter nichts zu sagen habe, der nicht dasselbe in sich finde und fühle; – mit anderen Worten, er tritt die Wurzel der Humanität mit Füßen. Denn die Natur dieser ist, auf die Übereinkunft mit anderen zu dringen, und ihre Existenz nur in der zustande gebrachten Einheit der Bewußtseine. Das Widermenschliche, das Tierische besteht darin, im Gefühle stehenzubleiben und nur durch dieses sich mitteilen zu können.« – G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes

„Die Verschleierung eigener Positionen durch Zitate und Zitatselektion dient dazu, eigene Positionen unkenntlich zu machen.“ – Ursula Kreuzer-Haustein

„Die Neurose ist das Wappen der Kultur.“ – Dr. Rudolf Urbantschitsch, Seelenarzt; „Sehr schön, aber es laufen derzeit schon weit mehr Heraldiker als Adelige herum.“ – Karl Kraus, Schriftsteller

„Zuerst verlieren die Menschen die Scham, dann den Verstand, hernach die Ruhe, hierauf die Haltung, an der vorletzten Station das Geld und zum Schluß die Freiheit.“ – Karl Kraus

„Ausbeutung heißt Beute machen, sich etwas durch Gewalt aneignen, was nicht durch eigene Arbeit geschaffen wurde, sich etwas nehmen, ohne Gleichwertiges zurückzugeben – Maria Mies

»Die Psychoanalyse ist eine Panne für die Hierarchie des Denksystems« – Pierre Legendre

Psychoanalyse entwickelt sich nicht weiter, weil sie nicht angewandt wird, es wird nur über sie gesprochen.

»Sie wissen, daß der Kampf des wissenschaftlichen Geistes gegen die religiöse Weltan­schauung nicht zu Ende gekommen ist, er spielt sich noch in der Gegenwart unter unseren Augen ab … Die erste Einwendung, die man hört, lautet, … die Wissenschaft ist zur Be­urteilung der Religion nicht zuständig. Sie sei sonst ganz brauchbar und schätzenswert, solange sie sich auf ihr Gebiet beschränkt, aber die Religion sei nicht ihr Gebiet, da habe sie nichts zu suchen … Die Religion darf nicht kritisch geprüft werden, weil sie das Höch­ste, Wertvollste, Erhabenste ist, was der menschliche Geist hervorgebracht hat, weil sie den tiefsten Gefühlen Ausdruck gibt, allein die Welt erträglich und das Leben lebenswür­dig macht … Darauf braucht man nicht zu antworten, indem man die Einschätzung der Religion bestreitet, sondern indem man die Aufmerksamkeit auf einen anderen Sachver­halt richtet. Man betont, daß es sich gar nicht um einen Übergriff des wissenschaftlichen Geistes auf das Gebiet der Religion handelt, sondern um einen Übergriff der Religion auf die Sphäre des wissenschaftlichen Denkens. Was immer Wert und Bedeutung der Religion sein mögen, sie hat kein Recht, das Denken irgendwie zu beschränken, also auch nicht das Recht, sich selbst von der Anwendung des Denkens auszunehmen … Eine auf die Wissen­schaft aufgebaute Weltanschauung hat außer der Betonung der realen Außenwelt wesent­lich negative Züge, wie die Bescheidung zur Wahrheit, die Ablehnung der Illusionen« (Freud, 1933, S. 182 ff. und S. 197).

„Freuds »Religions«-Kritik galt den »Neurosen« genannten Privatreligionen (Heiraten, romantische Liebe, Gier, Ethik und Moral, etc. Anm. JSB) ebenso wie den kollektiven (Nation, Gutmenschen, Sport, etc. Anm. JSB);“ – Helmut Dahmer

Freud prognostizierte, die bestehende Gesellschaft werde an einem Übermaß nicht absorbierba­rer Destruktivität zugrundegehen. (sofern nicht »Eros« interveniere (Eros ist nicht Ficken, sondern Caritas. Anm. JSB)).

„Wer dem Kult der »Werte« frönt, kann unsanft erwachen, wenn im Kampf der Klassen und Parteien, von dem er sich fernhält, Gruppen obsiegen, auf deren Pro­gramm eine »Umwertung der Werte«, z. B. die Aufwertung von »Un­werten« steht.“ – Helmut Dahmer

»Hinsichtlich der allgemeinen nervlichen Belastung wirkte die Lage im Dritten Reich auf den psychischen Zustand des Volkes ziemlich ambivalent. Es unterliegt kaum einem Zwei­fel, daß die Machtergreifung zu einer weitverbreiteten Verbesserung der emotionalen Ge­sundheit führte. Das war nicht nur ein Ergebnis des Wirtschaftsaufschwungs, sondern auch der Tatsache, daß sich viele Deutsche in erhöhtem Maße mit den nationalen Zielen identifizierten. Diese Wirkung ähnelte der, die Kriege normalerweise auf das Auftreten von Selbstmorden und Depressionen haben. (Das Deutschland der Nazizeit verzeichnete diese Erscheinung zweimal: nämlich 1933 und 1939.) Aber gleichzeitig führte das intensi­vere Lebensgefühl, das von der ständigen Stimulierung der Massenemotionen herrührte, auch zu einer größeren Schwäche gegenüber dem Trinken, Rauchen und Vergnügungen« – Richard Grunberger

Von Anfang an hat­te Hitlers Regime auch den Anstrich der Rechtmäßigkeit

„Die psychiatrischen Truppen der »kaiserlichen deutschen Psychiatrie« (Alexander und Selesnick, 1966, S. 214) jedoch, die 1914 ins Feld zogen, bekriegten immer noch die Krankheit, den äußeren Eindringling in ein gesundes System, und nicht die Neurose, das innere Ungleichgewicht zwischen Psychodynamik, Umwelt und Geschichte.“ – Geoffrey C. Cocks (Diese Einstellung herrscht bis heute in der deutschen Psychotherapie und findet explosionsartige Vermehrung im KOnzept der sog. „Traumatisierung“. Anm- JSB)

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

„Ich bin eine Feministin. Das bedeutet, daß ich extrem stark behaart bin und daß und ich alle Männer haße, sowohl einzelne als auch alle zusammen, ohne Ausnahmen.“Bridget Christie

„Die Tragödie isolierter persönlicher Leidenschaften ist für unsere Zeit zu fade. Aber weshalb? Weil wir in einer Epoche der sozialen Leidenschaften leben. Die Tragödie unserer Epoche ist der Zusammenstoß der Persönlichkeit mit dem Kollektiv.“ –  LeoTrotzki 1923

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“I think it’s very healthy to spend time alone. You need to know how to be alone and not be defined by another person.” ― Oscar Wilde

Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Love: only, and not always, a mother loves her child, just as it is, otherwise you have to meet the expectations of others, to be accepted.

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno
„What one must be judged by, scholar or no, is not particularised knowledge but one’s total harvest of thinking, feeling, living and observing human beings.“ (…) „While the practice of poetry need not in itself confer wisdom or accumulate knowledge, it ought at least to train the mind in one habit of universal value: that of analysing the meanings of words: of those that one employs oneself, as well as the words of others. (…) what we have is not democracy, but financial oligarchy. (…) Mr. Christopher Dawson considers that “what the non-dictatorial States stand for today is not Liberalism but Democracy,” and goes on to foretell the advent in these States of a kind of totalitarian democracy. I agree with his prediction. (…) That Liberalism is something which tends to release energy rather than accumulate it, to relax, rather than to fortify. (…) A good prose cannot be written by a people without convictions. (..) The fundamental objection to fascist doctrine, the one which we conceal from ourselves because it might condemn ourselves as well, is that it is pagan. (..) The tendency of unlimited industrialism is to create bodies of men and women—of all classes—detached from tradition, alienated from religion and susceptible to mass suggestion: in other words, a mob. And a mob will be no less a mob if it is well fed, well clothed, well housed, and well disciplined. (…) The rulers and would-be rulers of modern states may be divided into three kinds, in a classification which cuts across the division of fascism, communism and democracy. (…) Our preoccupation with foreign politics during the last few years has induced a surface complacency rather than a consistent attempt at self-examination of conscience. (…) What is more depressing still is the thought that only fear or jealousy of foreign success can alarm us about the health of our own nation; that only through this anxiety can we see such things as depopulation, malnutrition, moral deterioration, the decay of agriculture, as evils at all. And what is worst of all is to advocate Christianity, not because it is true, but because it might be beneficial. (…) To justify Christianity because it provides a foundation of morality, instead of showing the necessity of Christian morality from the truth of Christianity, is a very dangerous inversion; and we may reflect, that a good deal of the attention of totalitarian states has been devoted, with a steadiness of purpose not always found in democracies, to providing their national life with a foundation of morality—the wrong kind perhaps, but a good deal more of it. It is not enthusiasm, but dogma, that differentiates a Christian from a pagan society.“ (…)  It would perhaps be more natural, as well as in better conformity with the Will of God, if there were more celibates and if those who were married had larger families. (…) We are being made aware that the organisation of society on the principle of private profit, as well as public destruction, is leading both to the deformation of humanity by unregulated industrialism, and to the exhaustion of natural resources, and that a good deal of our material progress is a progress for which succeeding generations may have to pay dearly. I need only mention, as an instance now very much before the public eye, the results of “soil-erosion”—the exploitation of the earth, on a vast scale for two generations, for commercial profit: immediate benefits leading to dearth and desert. I would not have it thought that I condemn a society because of its material ruin, for that would be to make its material success a sufficient test of its excellence; I mean only that a wrong attitude towards nature implies, somewhere, a wrong attitude towards God, and that the consequence is an inevitable doom. For a long enough time we have believed in nothing but the values arising in a mechanised, commercialised, urbanised way of life: it would be as well for us to face the permanent conditions upon which God allows us to live upon this planet. And without sentimentalising the life of the savage, we might practise the humility to observe, in some of the societies upon which we look down as primitive or backward, the operation of a social-religious-artistic complex which we should emulate upon a higher plane. We have been accustomed to regard “progress” as always integral; and have yet to learn that it is only by an effort and a discipline, greater than society has yet seen the need of imposing upon itself, that material knowledge and power is gained without loss of spiritual knowledge and power. “ – T.S.Eliot
“I am a feminist. All this means is that I am extremely hairy and hate all men, both as individuals and collectively, with noexceptions.” – Bridget Christie

Politische Psychologie des Djihadismus

Helmut Dahmer 01. Juli 2015   kritiknetz.de

Zur politischen Psychologie der „Djihadisten“ aus westlichen Ländern

Helmut Dahmer beschreibt im vorliegenden Aufsatz zunächst die soziale Lage von Muslimen in der heutigen Weltgesellschaft sowie die Grundzüge der historischen Entwicklung, die sie in diese Lage gebracht hat. Dann geht er auf die Lage muslimischer Migranten in Westeuropa ein und erklärt mit Hilfe der Psychoanalyse, wie aus dieser sozialen Lage in Verbindung mit hierzulande verbreiteten antiamerikanischen/antiwestlichen/(antisemitischen Anm.JSB) Ressentiments vor allem in der zweiten/dritten Generation der Immigranten gegen „den Westen“ gerichtete ressentimentgeladene rebellische Tendenzen erwachsen. Sie bilden den Nährboden, den sich fundamentalistische islamische Ideologen zunutze machen, um die Dynamik der rebellischen Tendenzen in die Bahnen des fanatischen Djihads zu lenken, der nicht ruht und rastet, bis dass jede Differenz ausgelöscht ist und totale Identität, die Friedhofsruhe des All-eins-seins herrscht. Schließlich stellt Dahmer die Frage. „Was ist zu tun?“ und gibt die Antwort:

  1. Es müssen viele Milliarden Steuergelder für den sozialen Wohnungsbau, für Bildungseinrichtungen („kompensatorische Erziehung“; Djihad-Prophylaxe) und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen aufgewandt werden, soll es nicht beim wohlfeilen Gerede über „Inklusion“ oder „Integration“ bleiben.
  2. Es muss in Kindergärten, Schulen, Polizeischulen, Universitäten und Parlamenten der Kampf gegen die Diskriminierung von Menschen, die anderen Glaubens sind und aus anderen Ländern stammen, aufgenommen werden.
  3. Es muss endlich an die Stelle des pseudo-respektvollen Beschweigens der Indoktrinierung durch muslimische Fanatiker (unter dem Vorwand der „Religionsfreiheit“ und des „Antirassismus“) die öffentliche Kritik von deren Ideologie treten.

Heinz Gess

Menschen sind das Produkt widersprüchlicher gesellschaftlicher Verhältnisse, durch die sie geprägt werden und denen sie widerstreben. Ihre luxurierenden Bedürfnisse opponieren dem Arrangement der jeweils von ihnen geforderten Verzichte und der ihnen zugestandenen, klassenspezifischen Kompensationen. Beschreibung und Analyse der objektiven Verhältnisse und ihrer Dynamik bedürfen darum einer Ergänzung durch „Psychologie“, durch die Lehre von den Reaktionsweisen der Individuen und Gruppen, die den Kampf um eine Verschiebung der Grenzen zwischen dem, was bereits möglich ist, und dem, was noch als unmöglich gilt, sowohl in ihrem Inneren als auch politisch ausfechten. In diesem Zusammenhang ist vor allem das von Freud und seinen Schülern entwickelte Modell des psychischen „Reizbewältigungsapparats“ und seiner „Instanzen“ sowie die Theorie der „Abwehrmechanismen“ von Belang.‘

Dahmer

Zur politischen Psychologie der „Djihadisten“ aus westlichen Ländern

Helmut Dahmer

Innerhalb der europäischen Feudalgesell­schaft entwickelten sich seit dem Hochmittel­alter Tausende von untereinander vernetzten, städtischen Handwerks- und Handelszentren mit einem wehrhaften Bürgertum.2 Das wa­ren die Keimzellen einer neuartigen Form indirekter, geldvermittelter Marktvergesell­schaftung, die sich nur in Europa entwickelt hat und die sich in der Folge, im Laufe von Jahrhunderten, mit Hilfe von Eroberungs- und Landnahmekriegen, Handel und „Mission“ über die ganze Welt verbreitet hat.

Die Umwandlung direkter in indirekte Verge­sellschaftung führte zur Gleich-Berechtigung der freigesetzten, verselbständigten Individu­en, die sich nun als Tauschpartner auf Märk­ten gegenübertraten. Die Menschenrechtser­klärungen von 1776 und 1789 haben diese formelle Gleichstellung aller Klassenindividu­en der modernen Gesellschaft als „Natur­recht“ festgeschrieben.

In der Praxis des geldvermittelten Waren­tauschs wurde eine spezifische Form von „Rationalität“ kultiviert: die kontinuierliche Rentabilitätsberechnung aller Transaktionen, wie sie überhaupt „nur auf dem Boden freier Arbeit [möglich ist]“.3 Diese kollektiv – in der Tauschpraxis – erbrachte, enorme Abstrakti­onsleistung implizierte eine „Entzauberung der Welt“ (M. Weber):

2 „Die okzidentale Stadt in ihren Anfängen ist zu­nächst Wehrverband, Vereinigung der ökonomisch Wehrhaften, die imstande sind, sich selbst auszu­rüsten und ausbilden zu lassen.“ „Der typische Bür­ger der mittelalterlichen Zunftstadt ist Kaufmann oder Handwerker; Vollbürger ist er, wenn er Haus­besitzer ist.“. Weber, Max (1924): Wirtschaftsge­schichte. München, Leipzig (Duncker & Humblot), Kap. IV, § 7 („Das Bürgertum“), S. 275 und S. 283. Vgl. dazu auch Kulischer, Josef (1928): All­gemeine Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchge-sell-schaft) 1971, Bd. I, Kap. 17 („Die Stadt“).

3 Weber (1924), a. a. 0. (Anm. 2), S. 240.

Menschen und Dinge wurden nun in erster Linie (also unbeschadet ihrer Qualität, ihres Gebrauchswerts) nach ihrem Marktwert beurteilt, als potentielle Waren, und das heißt: als unterschiedliche Mengen (durchschnittlicher) Arbeitskraft, die in sie investiert worden ist. Ein Waldstück galt nicht mehr als heiliger Hain oder als Idyl­le, sondern als das Äquivalent von so und so vielen Kubikmetern Nutzholz zu Marktpreisen oder als ein möglicher Baugrund. Die heilsgeschichtliche Aura, die das menschliche Leben umfangen und ihm Sinn verliehen hatte, ver­blasste, die Religionen verloren an Verbind­lichkeit; sie wurden (durch „Reformationen“) zeitgerecht modifiziert und instrumentalisiert. Das Interesse an profitabler Kapitalverwer­tung beförderte die Tendenz, Naturprozesse und soziale Beziehungen durch Verdinglichung (Quantifizierung) berechenbar zu ma­chen. Das wiederum war die entscheidende Voraussetzung für die permanente Revolution der Technik, die für die kapitalistische Pro­duktionsweise charakteristisch ist und die eine ungeheure Steigerung der Arbeitspro­duktivität nach sich zog.

Wurde schon in Europa die Umwandlung der traditionellen Agrarwirtschaften in moderne Industriegesellschaften politisch in zahllosen Aufständen, Revolutionen und Gegenrevoluti­onen ausgekämpft, so ist auch die von den europäischen Staaten und Handelsgesell­schaften ausgehende Kolonialisierung der außereuropäischen Welt immer wieder auf erbitterten Widerstand gestoßen.4 In diesen Kriegen, die auf beiden Seiten mit entsetzlicher Grausamkeit geführt wurden, siegten die unterworfenen und dezimierten Völker und Stämme zwar in einzelnen Schlachten, scheiterten aber mit dem Versuch, sich der Einbeziehung in die moderne Wirtschaftsweise zu entziehen. Die von den Kolonisatoren vorgefundene sozioökonomische Struktur der unterworfenen Länder wurde von ihnen ruiniert. Doch die gewaltsam dem Weltmarkt angeschlossenen Kolonien zogen nur geringen Nutzen aus der Implantation bestimmter europäischer „Errungenschaften“. Die Kolonien wurden nur insoweit „modernisiert“, als das den europäischen Mächten zur Ausbeutung von Mensch und Natur notwendig schien.

4 „Die Kolonialerwerbungen der europäischen Staa­ten haben bei ihnen allen zu einer riesenhaften Vermögensakkumulation innerhalb Europas ge­führt. […] Diese Vermögensakkumulation ist aus­nahmslos und von allen Ländern durch Gewalt gesichert worden.“ Ebd., S. 256.

Geldvermittelte Marktverge­sellschaftung: der europäische Sonderweg

Ungleichmäßige und kombi­nierte Entwicklung

So bildete sich die heutige Welt-Unordnung heraus, in der einige Staaten und Staatenblöcke mit hochentwickelter Arbeitsproduktivität und luxuriösem Lebensstandard (bei fortbe­stehender innerer Ungleichheit) mit einer Rei­he von Staaten mit „kombinierter Entwick­lung“ und mit Elendsregionen und „failed States“ koexistieren, in denen etwa ein Fünf­tel der gegenwärtig lebenden Menschen ve­getiert. Keiner der Staaten mit überwiegend muslimischer Bevölkerung hat bisher die Pro­duktivität der höchstentwickelten Wirtschafts­gesellschaften erreicht und ein parlamentari­sches Regierungssystem etablieren können, das jedermann gleiche Menschen- und Bür­gerrechte garantiert. 5 Industrialisierung und Urbanisierung erzeugten im 19. Jahrhundert in Europa einen enormen Bevölkerungsüber­schuss, der zu einem großen Teil von den Kolonien absorbiert wurde. Das mit dem europäischen vor 150 Jahren vergleichbare Be­völkerungswachstum in vielen außereuropäischen (postkolonialen) Staaten, in denen Massenarbeitslosigkeit herrscht, hat in den letzten Jahrzehnten Millionen von Menschen zur Flucht aus den von Kriegen verwüsteten Armutsländern getrieben. Im Zuge einer un­geheuren „Abstimmung mit den Füßen“ su­chen sie in den kapitalistischen Wohlstandoasen Zuflucht, die Sicherheit und Luxus bieten. Deren Regierungen tun alles, um die unge­liebten Zuwanderer, die oft ihr Leben aufs Spiel setzen, um in die gelobten Länder, in denen Milch und Honig fließt, zu kommen (und die die Europäer und Nordamerikaner an die Ungleichheit der Lebenschancen im Weltmaßstab erinnern), fernzuhalten und abzuschrecken.

5 Darum ist der Islam „zur Religion der Wahl für die Stigmatisierten und Unterdrückten geworden. Im Unterschied zum Christentum hat er eine antiwest­liche, (antisemitische Anm.JSB) und antiimperialistische Tendenz“, schreibt der Pariser Soziologe Farhad Khosrokhavar. Khosrokhavar (2015): „The mill of Muslim radicalism in France.“ International New York Times, 26. 1. 2015, S. 8.

 

Die muslimischen Migranten, die aus dem Maghreb, aus dem Jemen, aus Somalia oder Tschetschenien nach Frankreich, Deutsch­land, Belgien oder Österreich kommen, wol­len teilhaben am Lebensstandard der höchst­entwickelten Gesellschaften, sind sich aber nur vage dessen bewusst, dass sie in eine „andere Welt“ kommen, in der Individuum und Staat sich weitgehend der Kontrolle durch die überlieferte(n) Religion(en) entzo­gen haben. Die Lebensweise der „ungläubi­gen“ Mehrheit halten glaubenstreue Muslime (ob sie sich das eingestehen oder nicht) im Grunde für eine sündhafte, unmoralische (für „haram“). Um dem Anpassungsdruck, dem die Flüchtlinge und Immigranten ausgesetzt sind, standzuhalten, klammern sie sich – und in der Folge dann mehr noch ihre Kinder, die zweite oder dritte Generation der Zuwanderer – an das Eigene, an ihr kulturelles Gepäck, an die religiöse, Gott wohlgefällige, disziplina­rische Regelung des Alltagslebens, die zu der Lebensweise in der alten Heimat so gut pass­te und zu der in den Gastländern praktizier­ten so gar nicht stimmen will. Aus dieser Dissonanz speist sich ein schwer erträglicher, schwelender moralischer Konflikt, der unter bestimmten Umständen durch eine rigide Wendung gegen die „Verführung“ zum westli­chen „way of life“ , nämlich durch eine „Kon­version“ zum einzig wahren Glauben der Vä­ter (und Erzväter) gelöst werden kann. Fort­an wird das Verlockende in Gestalt von un­gläubigen „Westlern“ und lauen Muslimen guten Gewissens attackiert.

Von Tunesien bis Usbekistan, von Nigeria bis Indonesien gibt es gegenwärtig Aufstandsbe­wegungen radikaler Muslime, die sich gegen imperialistische Unterdrückung, „unislamische“ Regierungen und die westliche Welt richten, deren Kommunikations- und Waffen­technik sie gern adoptieren und deren Le­bensform sie ablehnen. Sie sind die Nachfol­ger sowohl der älteren antikolonialen Rebelli­onen millenaristischen Typs6 als auch der „sozialistisch“, also weltlich orientierten Be­freiungsbewegungen.‘ Ziel der nicht religiös inspirierten Kolonial-Aufstände war nicht bloß die politische Unabhängigkeit, sondern der Anschluss an die westliche Moderne (mitunter auch deren Überbietung). Die (vorläufig) letzten radikal antikapitalistischen, national und „weltlich“ ausgerichteten, in einer pseu­do-„marxistischen“ Politreligion befangenen

6 In Europa ist am ehesten der gegen ägyptische und britische Truppen gerichtete Aufstand des „Mahdi“ Muhammad Ahmad in Erinnerung, der in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts im Su­dan ein Kalifat (mit der Hauptstadt Omdurman) errichtete, das bis 1898 bestand (und dann militä­risch zerschlagen wurde).

7 Der Djihad ist „die einzige weltumspannende Sache, sozusagen der letzte globale Grund, den es noch gibt, für etwas zu kämpfen“, sagt der franzö­sische Politologe und Islamexperte Olivier Roy in einem Interview mit Julia Amalia Heyer: „Der Kommunismus ist verschwunden, genau wie die extreme Linke. Die [deutsche] RAF war die erste Gruppe, die Gewalt globalisiert hat, die an einem Tag für die Palästinenser gekämpft hat und am nächsten Tag gegen einen Bankdirektor. Was frü­her, in den Sechziger- und Siebzigerjahren Che Guevara, die RAF oder die Weltrevolution war, ist heute der Dschihad.“ „Hauptsache, Held sein“, Spiegel-Gespräch mit 0. Roy. Der Spiegel, 17. 1. 2015, S. 92.

Guerilla-Bewegungen, die der „Roten Khmer“ in Kambodscha und die des „Leuchtenden Pfads“ in Pert, suchten schon, ähnlich wie die (internationalistischen) muslimischen Gottes­krieger von heute, ihre Zukunft in der Ver­gangenheit. Da aber die Vergangenheit, die reale wie die geträumte, unwiederbringlich verloren ist, wird die von den kämpfenden Parteien verfolgte Politik zu einer rein de­struktiven; aus der Utopie wird die Dystopie, das eroberte Territorium wird zur Schädel­stätte.

Inzwischen haben die zu Djihadisten mutier­ten Offiziere der früheren Armee Saddam Husseins in den zerfallenden Staaten Irak und Syrien ein großes Gebiet unter ihre Kon­trolle gebracht und dort im Sommer 2014, einige frühere Ansätze überholend, ein neues Kalifat unter dem Namen „Islamischer Staat“ ausgerufen. Dieser parasitäre Raubstaat fi­nanziert sich vor allem aus Öl- und Antiken-Verkäufen, Steuereinnahmen, Spenden und Lösegeldern und verfolgt das Fernziel, plant, die von Muslimen bewohnten Länder dereinst in einer transnationalen Theokratie zusammenzufassen.

Das „Kalifat“ unterstützt nicht nur diverse Bürgerkriegsparteien und bewaff­nete Terrorgruppen, sondern rekrutiert unter europäischen und nordamerikanischen Mus­limen Einzelkämpfer, die sowohl zur Teilnah­me am Krieg in Syrien als auch zu Attentaten

8 Im Nordosten Nigerias versucht die Terrortruppe „Boko Haram“ (was etwa „Westliche Bildung ist unrein“ bedeutet), ein afrikanisches Pendant zum „Islamischen Staat“, gleichfalls ein „Kalifat“ zu e­tablieren. „Der Terror hat [hier] seither über 13.000 Menschenleben gekostet […]. Die Vereinten Nationen schätzen, dass insgesamt rund andert­halb Millionen Nigerianer aus der Krisenregion geflohen sind.“ Einer der Flüchtlinge erzählt, wie eine „Boko Haram“-Horde im Juni 2014 über sein Dorf herfiel: „>Sie kamen auf Motorrädern und nagelneuen Geländewagen und wüteten wie wilde Bestien.< Die Terroristen plünderten, brannten Häuser nieder und töteten die Bewohner, vermut­lich starben 300 Menschen. […] Boko Haram ver­bietet Fußball, freizügige Kleidung, Musik, Tanz und Alkohol.“ Grill, Bartholomäus (2015): „Die Mörder im Haus.“ Der Spiegel, 31. 1. 2015, S. 75 ff.

in westeuropäischen Städten (London, Mad­rid, Frankfurt, Toulouse, Brüssel, Paris…) animiert werden. Einige Tausend westeuropä­ische Glaubenskrieger sind im Laufe des ver­gangenen Jahres (über die Türkei) nach Sy­rien aufgebrochen, darunter auch etliche junge Frauen sowie Konvertiten; Dutzende von ihnen sind umgekommen, Hunderte sind inzwischen auch (enttäuscht, traumatisiert oder fanatisiert) zurückgekehrt.

Die radikal islamischen, „salafistischen“ Gruppen in den muslimischen Gemeinden Westeuropas verstehen sich als Missionare im Land der Ungläubigen, als Rächer des Pro­pheten und aller Unbill, die Muslime jahrhun­dertelang von christlichen Herrschern und Kolonisatoren erduldet haben. Zugleich wol­len sie mit ihren Schreckenstaten die lauen Muslime aufrütteln. Bestimmte Moscheen, in denen radikal antiwestliche Prediger zum Heiligen Krieg aufrufen, dienen ihnen als Vor­posten und Brückenköpfe einer missiona­risch-terroristischen Kolonisation, der sie, in Umkehrung der europäischen Expansion, die Bevölkerung der westlichen Gesellschaften (und Feindstaaten) unterziehen wollen.

Die „abrahamitischen“, monotheistischen Weltreligionen weisen – ebenso wie die nicht­monotheistischen, bei denen die absolute Wahrheit nicht personalisiert erscheint9 ­eine strukturelle Gemeinsamkeit auf, die ei­ner doppelten Bindung. Sie verpflichten die Gläubigen zum Gehorsam gegenüber dem (jeweiligen) exklusiven Gott und seinen Ge­boten, die er Propheten (wie Moses und Mo­hammed) oder durch einen Messias (wie Christus) „offenbart“ hat. Diese Offenbarun­gen wurden samt Berichten über das Leben

9 Vgl. dazu Althoff, Gerd, Th. Bauer, P. Schmidt-Leukel (2015): „Wie auch Christen und Buddhisten metzeln.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. 2. 2015, S. 12.

der Propheten und ihrer Schüler von Schrift­kundigen aufgeschrieben, von Priesterkolle­gien ausgelegt und redigiert, und bildeten später einen Kanon „heiliger“ Schriften. Der Gehorsam gegenüber Gott (oder wem auch immer Anm.JSB) und Gottes „Wort“, (permanentes Beleidigtsein und Haß gegen alles Jüdische Anm.JSB) verbindet die Gläubigen; als (auserwählte) Gotteskinder solidarisieren sie sich mit Ihres­gleichen in weltweiten, imaginären Gemein­schaften (Judentum, Christenheit, „Umma“) und grenzen sich dadurch von Un- und An­dersgläubigen ab. Das daraus resultierende Wir-Gefühl ist in der heutigen Christenheit vergleichsweise am schwächsten ausprägt, doch auch bei Christen (verschiedener Rich­tung) meldet es sich – so zuverlässig wie das Nationalgefühl -, sobald irgendwo auf der Welt Glaubensgenossen von Natur- oder Sozialkatastrophen betroffen sind. Ahmad Man­sour, ein arabisch-israelischer Psychologe, macht die latente Solidarität aller Muslime, unbeschadet ihrer religiösen und politischen Fraktionierungen, für das eigentümliche Zö­gern vieler islamischer Geistlicher und Laien verantwortlich, öffentlich gegen fanatische Prediger, djihadistische Attentäter und fun­damentalistisch (salafistisch) orientierte Re­gime (wie das saudiarabische) Front zu ma­chen:

„Wir haben es immer noch mit einem ge­spaltenen Weltbild bei vielen, vielen Mus­limen zu tun. Wir hören, wie Imame und Vorstände von muslimischen Verbänden […] in Deutschland und in Europa die Ta­ten von Paris [im Januar 2015] verab­scheuen. Dieselben Prediger verlieren je­doch kein Wort darüber, dass in fast der gesamten islamischen Welt, von Pakistan über Iran bis zum Maghreb, Tausende von Karikaturisten, Regisseure, Dichter, Jour­nalisten, Schriftsteller bedroht werden, verhaftet, misshandelt, mundtot gemacht. In dieser Welt gehören Märtyrer der Mei­nungsfreiheit, wie der Blogger Raif Bada-wi, der vor einigen Tagen in Dschidda, Saudi-Arabien, öffentlich ausgepeitscht wurde, zur geheiligten Tradition. Dass dies zugelassen, toleriert und gutgeheißen wird, dazu trägt auch die aktuelle Praxis des Islam in Europa bei, in der darüber >tolerant< geschwiegen wird. Statt diese Praxis kritisch ins Auge zu fassen, produ­zieren Imame Tausende Predigten, halten Tausende Unterrichtsstunden ab, in denen sie schreiend und weinend die Muslime dazu aufrufen, die beleidigte Ehre des Propheten zu verteidigen.,,10

 

Mansour führt die aus Unsicherheit und Ori­entierungslosigkeit resultierende Neigung viel zu vieler islamischer Jugendlicher, sich mit djihadistischen Attentätern und den Kampf­gruppen des neuen Kalifats zu solidarisieren, auf deren familiale, religiöse Sozialisation zurück:

„Verlässt man die oberflächliche Analyse und gräbt etwas tiefer, zeigt sich, dass Ta­ten wie die in Paris erst möglich wurden, weil wir Muslime Generationen von Kin­dern entmündigt haben. Sie durften, dür­fen nicht denken, sie dürfen nicht hinter­fragen – Fragen werden als Anmaßung, als Frechheit geahndet. […] Ein Allah wird den Kindern geschildert, der zornig ist, keinen Zweifel zulässt, keine Selbstentfal­tung duldet, eine schreckliche Hölle schafft» […] Das ist ein brutaler und furchterregender Fundamentalist, der mit Allah, dem Barmherzigen, kaum etwas gemein hat. Aber er passt exakt zum rea­len autoritären Vater, der seine Macht mit >Ehre<, mit Kontrolle und Strafen sichert. Jugendliche, die mit diesem Gott-Vaterbild aufwachsen, sind in demokratischen Strukturen oft überfordert, verloren und

 

10 Mansour, Ahmad (2015): „Jetzt mal unter uns.“ Der Spiegel, 17. 1.2015, S. 133.

11 Beim Lesen dieses Textes fragt man sich, ob die „Freiheit eines [gewöhnlichen] Christenmenschen“ groß genug ist, um ihn in dem Spiegel, den ihm Mansour hier vorhält, auch die eigene, verblasste Glaubensdoktrin erkennen zu lassen… orientierungslos. Auch das macht sie an­fällig für Radikalisierung, für Verschwö­rungstheorien und Gewalt, solche Jugend­liche sind dauerbeleidigt.12

„Dauerbeleidigt“ sein heißt, dass „alles“ in ihrem Milieu sie kränkt, weil sie, im Nie­mandsland zwischen der familial vermittelten Glaubenswelt und der gottverlassenen Mo­derne alleingelassen, nirgendwo wirklich zu­hause sind, sich überall missachtet fühlen.

Der Islamwissenschaftler Montasser Al-De’emeh13 sagt in einem Spiegel-Interview:

„Wir leben in einem zerrissenen Land.“ „Vielen jungen Muslimen fehle eine Identi­tät, sie fühlten sich nicht als Belgier, weil es Belgien als Nation gar nicht gebe. Fla­men, Wallonen und deutschsprachige Min­derheit lebten hier nebeneinander her. >Die klaren Strukturen eines islamischen Gottesstaates sind für viele daher attrak­tiv. < In der Politik [..] fühlten die meisten Muslime sich nicht repräsentiert. […] Die rechtspopulistische flämische Partei Vlaams Belang macht [in Brüssel] seit Jahren Stimmung gegen die Muslime im Land. >Die Jugendlichen finden auch im Islam hier keinen Halt. < Es gibt in Flan­dern 150 Moscheen, in fast allen sprächen die Imame nur Arabisch, sodass die Ju­gendlichen sie nicht verstehen. Auf You-Tube hören sie dann saudi-arabische Hassprediger, sehen Menschen in Syrien leiden. >Sie fahren nach Syrien, um sich zu heilen.<„14

12 Mansour, a. a. 0.

13 AIDe’emeh wurde als Sohn palästinensischer Eltern in einem jordanischen Flüchtlingslager gebo­ren, wuchs im Brüsseler Distrikt Molenbeek auf und arbeitet an einer Dissertation über „Westliche Kämpfer im Kontext des internationalen Dschiha-dismus“.

14 Kuntz, Katrin, und Gregor Peter Schmitz (2015): „Paradies statt Lasagne.“ Der Spiegel, 24. 1. 2015, S. 88. – Entsprechend schreibt Lamya Kaddor, die als Kind syrischer Eltern in Deutschland aufgewachsen ist und in Dinslaken-Lohberg Islam-Unterricht erteilt: „Entscheidend ist die Bereitschaft der Jugendlichen, aus ihrem alten Leben zu fliehen. […] Der Unmut über die Verhältnisse zu Hause treibt Jugendliche ebenso um wie der Frust über die sie ausgrenzende Mehrheitsgesellschaft, in der sie leben, und die Wut über die eigene, unklare Identität. Wenn muslimische Jugendliche die Rebel­lion suchen, finden sie sie im Salafismus.“ (Frau Kaddor berichtet, dass sich zu ihrem Schrecken fünf ihrer ehemaligen Schüler der islamistischen, etwa zwanzig Personen umfassenden „Lohberg-Brigade“ anschlossen, die nach Syrien in den Dji-had zog; einer von den Fünfen sei noch immer dort…) Kaddor (2015): „Der Dschihad und der Islam.“ Der Spiegel, 31. 1. 2015, S. 104-107. den Menschen); darum bieten sie den Gläu­bigen Rituale der Unterwerfung, der Reue, der Buße und der (periodischen) Entsühnung an. Der muslimisch erzogene Jugendliche hat den strengen Vater-Gott als „Gewissen“ (oder „Über-Ich“) verinnerlicht. Das Leben unter Ungläubigen setzt ihn enormen Versuchungen aus. Passt er sich deren „hedonistischer“ Lebensweise an, teilt er die Vergnügungen seiner nichtmuslimischen Alterskollegen, ver­stößt er gegen die Tabus seiner Religion. Die Folge sind Gewissensbisse, und wem sein Gewissen das Leben vergällt, der weiß auch, dass er nichts taugt. Zwischen dem „Ich“ (der seelischen Instanz, die für Anpassungsleis­tungen zuständig ist) und dem „Über-Ich“ (der innerseelischen Religionspolizei) baut sich eine unerträgliche Spannung auf.15 Ei­nen Ausweg bietet die Konversion (oder „Er­leuchtung“) – die Kapitulation des Ichs vor der verinnerlichten väterlichen Gewalt, der es sich unterwirft, indem es ein für allemal den Verlockungen der Welt der Ungläubigen ent­sagt und sich vornimmt, seine Schuld zu til­gen. Dazu genügt es ihm nicht, selbst ein „reines“, Gott wohlgefälliges Leben zu führen; vielmehr muss er der unreinen Welt, in der er aufgewachsen ist, den Krieg erklären, also den aus dem Schuldgefühl resultierenden Selbsthass nach außen kehren. Lust bereitet ihm künftig nicht mehr die Sünde, sondern die Verfolgung der Sünder, und die kann nicht grausam genug sein. So lockt der Dji-had seine neuen Konvertiten mit Bildern von verängstigten, demütigen Gruppen von Skla­vinnen ebenso wie mit Videos von Geisel-Enthauptungen, Verstümmelungen und Kreu­zigungen. Der Reuige wird nicht nur zu einem „Frommen“, sondern zum Berserker.16 Die Konversion, die manische Verschmelzung von Ich und Gewissen, führt zur Freisetzung see­lischer Energien, die zuvor zur Abwehr von Trieb- und Über-Ich-Anforderungen benötigt wurden.“ Die neu erlangte Teilhabe an der Macht des Gewissens – also an ver­innerlichter sozialer Gewalt – kommt einem „narzisstischen Triumph“ gleich, einer enor­men Steigerung des Selbstwertgefühls; sie wird durch die Aufnahme in den kriegerischen Männerbund der „wahrhaft Gläubigen“ stabili­siert. Dem Konvertiten scheint mit einem Mal „alles“ möglich; „es ist, als sei das Leben unglaublich intensiviert worden“.18 Freilich hat die „manische Regression“ (die Tilgung der Differenz zwischen Ich und Über-Ich) ihren Preis: Die Ich-Funktion der Realitäts­prüfung wird reduziert, „Offenbarungen“ aller Art wird Glauben geschenkt, fortbestehende Herrschaftsverhältnisse werden verleugnet, wüste Projektionen werden unkontrolliert für bare Münze genommen. Otto Fenichel schreibt:

   „Es ist, als habe [die manische Regression den Konvertiten] aus einer verpönten und gefährlichen Welt in eine angenehme Welt der Wunscherfüllung versetzt“; „eine Fülle zumeist oraler Triebregungen [tritt] auf, die […] das Leben im Gegensatz zu der bedrückenden Leere während der Depres­sion [als] erfüllt erscheinen lassen“; wie bei Festen wird es den real nach wie vor „Machtlosen […] gestattet, sich eine Teil­habe an der Macht vorzuspielen. Das ver­setzt sie in [gehobene] Stimmung und ermöglicht es ihnen, ein weiteres Jahr nur zu gehorchen.“ 19

Depression und Manie unter muslimischen Migranten

 

Die gesellschaftlichen Konflikte einer be­stimmten Zeit und eines bestimmten Milieus werden nicht nur in Familien, auf dem Forum und am Stammtisch besprochen (oder be-schwiegen), in Kabinetten und Parlamenten verhandelt, vor Gerichten und auf Schlacht­feldern ausgetragen, sondern immer auch im Seelenleben der vergesellschafteten Individu­en. Der Widerstreit der Interessen und Kultu­ren erscheint hier als Konflikt zwischen ver­schiedenen psychischen Instanzen. Dem be­wussten Ich obliegt, der Freudschen Theorie zufolge, sowohl die (anti-illusionäre) „Reali­tätsprüfung“ als auch die Zensur des Wahr­genommenen und Gedachten. Es gilt als eine schwache Instanz, die zwischen (überborden­den) Triebwünschen und gesellschaftlichen Verbotsnormen brüchige Kompromisse finden muss, die die Selbsterhaltung gewährleisten. Dass einer „dauerbeleidigt“ ist, heißt, dass er außerstande ist, eine für ihn selbst be­friedigende – und auch für seine Bezugsgrup­pen halbwegs überzeugende – Kompromiss­lösung für seine widerstreitenden Interessen zu finden. Er ist ein „Zerrissener“, verschie­dene Seelen wohnen in seiner Brust. Die gro­ßen Religionen, auch der Islam, definieren den Menschen als sündhaft; er ist ihren Ge­boten nicht gewachsen und verstrickt sich stets wieder in Schuld (gegenüber Gott und den Menschen); darum bieten sie den Gläu­bigen Rituale der Unterwerfung, der Reue, der Buße und der (periodischen) Entsühnung an. Der muslimisch erzogene Jugendliche hat den strengen Vater-Gott als „Gewissen“ (oder „Über-Ich“) verinnerlicht. Das Leben unter Ungläubigen setzt ihn enormen Versuchungen aus. Passt er sich deren „hedonistischer“ Lebensweise an, teilt er die Vergnügungen seiner nichtmuslimischen Alterskollegen, ver­stößt er gegen die Tabus seiner Religion. Die Folge sind Gewissensbisse, und wem sein Gewissen das Leben vergällt, der weiß auch, dass er nichts taugt. Zwischen dem „Ich“ (der seelischen Instanz, die für Anpassungsleis­tungen zuständig ist) und dem „Über-Ich“ (der innerseelischen Religionspolizei) baut sich eine unerträgliche Spannung auf.15 Ei­nen Ausweg bietet die Konversion (oder „Er­leuchtung“) – die Kapitulation des Ichs vor der verinnerlichten väterlichen Gewalt, der es sich unterwirft, indem es ein für allemal den Verlockungen der Welt der Ungläubigen ent­sagt und sich vornimmt, seine Schuld zu til­gen. Dazu genügt es ihm nicht, selbst ein „reines“, Gott wohlgefälliges Leben zu führen; vielmehr muss er der unreinen Welt, in der er aufgewachsen ist, den Krieg erklären, also den aus dem Schuldgefühl resultierenden Selbsthass nach außen kehren. Lust bereitet ihm künftig nicht mehr die Sünde, sondern die Verfolgung der Sünder, und die kann nicht grausam genug sein. So lockt der Dji-had seine neuen Konvertiten mit Bildern von verängstigten, demütigen Gruppen von Skla­vinnen ebenso wie mit Videos von Geisel-Enthauptungen, Verstümmelungen und Kreu­zigungen. Der Reuige wird nicht nur zu einem „Frommen“, sondern zum Berserker.16 Die———–

15 „Die Schüler sehen sich häufig in einer Art Bring-schuld Gott gegenüber, der sie hoffnungslos ausge­liefert sind. Während er unsere Geschicke be­stimmt, haben wir Menschen eigentlich nur zu parieren oder zu reagieren.“ Kaddor, a. a. 0.

16 „Durch Aussagen junger Rekruten, die sich den Dschihadisten angeschlossen haben, ist bekannt,

Die gesellschaftlichen Konflikte einer be­stimmten Zeit und eines bestimmten Milieus werden nicht nur in Familien, auf dem Forum und am Stammtisch besprochen (oder be-schwiegen), in Kabinetten und Parlamenten verhandelt, vor Gerichten und auf Schlacht­feldern ausgetragen, sondern immer auch im Seelenleben der vergesellschafteten Individu­en. Der Widerstreit der Interessen und Kultu­ren erscheint hier als Konflikt zwischen ver­schiedenen psychischen Instanzen. Dem be­wussten Ich obliegt, der Freudschen Theorie zufolge, sowohl die (anti-illusionäre) „Reali­tätsprüfung“ als auch die Zensur des Wahr­genommenen und Gedachten. Es gilt als eine schwache Instanz, die zwischen (überborden­den) Triebwünschen und gesellschaftlichen Verbotsnormen brüchige Kompromisse finden muss, die die Selbsterhaltung gewährleisten. Dass einer „dauerbeleidigt“ ist, heißt, dass er außerstande ist, eine für ihn selbst be­friedigende – und auch für seine Bezugsgrup­pen halbwegs überzeugende – Kompromiss­lösung für seine widerstreitenden Interessen zu finden. Er ist ein „Zerrissener“, verschie­dene Seelen wohnen in seiner Brust. Die gro­ßen Religionen, auch der Islam, definieren den Menschen als sündhaft; er ist ihren Ge­boten nicht gewachsen und verstrickt sich stets wieder in Schuld (gegenüber Gott und den Menschen); darum bieten sie den Gläu­bigen Rituale der Unterwerfung, der Reue, der Buße und der (periodischen) Entsühnung an. Der muslimisch erzogene Jugendliche hat den strengen Vater-Gott als „Gewissen“ (oder „Über-Ich“) verinnerlicht. Das Leben unter Ungläubigen setzt ihn enormen Versuchungen aus. Passt er sich deren „hedonistischer“ Lebensweise an, teilt er die Vergnügungen seiner nichtmuslimischen Alterskollegen, ver­stößt er gegen die Tabus seiner Religion. Die Folge sind Gewissensbisse, und wem sein Gewissen das Leben vergällt, der weiß auch, dass er nichts taugt. Zwischen dem „Ich“ (der seelischen Instanz, die für Anpassungsleis­tungen zuständig ist) und dem „Über-Ich“ (der innerseelischen Religionspolizei) baut sich eine unerträgliche Spannung auf.15 Ei­nen Ausweg bietet die Konversion (oder „Er­leuchtung“) – die Kapitulation des Ichs vor der verinnerlichten väterlichen Gewalt, der es sich unterwirft, indem es ein für allemal den Verlockungen der Welt der Ungläubigen ent­sagt und sich vornimmt, seine Schuld zu til­gen. Dazu genügt es ihm nicht, selbst ein „reines“, Gott wohlgefälliges Leben zu führen; vielmehr muss er der unreinen Welt, in der er aufgewachsen ist, den Krieg erklären, also den aus dem Schuldgefühl resultierenden Selbsthass nach außen kehren. Lust bereitet ihm künftig nicht mehr die Sünde, sondern die Verfolgung der Sünder, und die kann nicht grausam genug sein. So lockt der Djihad seine neuen Konvertiten mit Bildern von verängstigten, demütigen Gruppen von Skla­vinnen ebenso wie mit Videos von Geisel-Enthauptungen, Verstümmelungen und Kreu­zigungen.

Der bereits erwähnte belgische Djihadist Abaaoud posierte in einem (in der Nähe der syrischen Stadt Hraytan aufgenommenen) Video am Steuer eines Dodge-Pickups, der Leichen über ein Feld zog. In einer später (ebenfalls in Syrien) gefilmten Video-Botschaft rief er die Muslime in Europa und anderswo auf, ihm nach Syrien in den Djihad zu folgen, wo Genüsse ihrer warteten, die sie daheim nie haben würden: >Als ich in Europa lebte, habe ich nie Speisen bekommen, wie ich sie hier gekostet habe<, sagte er, hinter Sandsäcken kauernd, unter dem Geknatter des Gewehrfeuers. >Ich bin in Villen und Paläste gekommen, die, Gott sei gelobt, durch den Willen Allahs hier für uns vorgese­hen sind.<„20 Den Bildern manischer Horden junger Krieger, die auf erbeuteten Pickups mit aufgebocktem Maschinengewehr unter schwarzer Fahne querfeldein rasen, um neue Untaten zu begehen, Sklaven einzufangen, Beute zu machen, Dörfer niederzubrennen, Kirchen und Moscheen in die Luft zu spren­gen, folgt hier die Verheißung, dass die Letz­ten aus den Banlieues die Ersten im Kalifat sein werden, dass nicht nur die Märtyrer ins Elysium eingehen, sondern auch die überle­benden Gotteskrieger schon im irdischen Paradies des Kalifats herrlich und in Freuden leben können.

 

15 „Die Schüler sehen sich häufig in einer Art Bring-schuld Gott gegenüber, der sie hoffnungslos ausge­liefert sind. Während er unsere Geschicke be­stimmt, haben wir Menschen eigentlich nur zu parieren oder zu reagieren.“ Kaddor, a. a. 0.

16 „Durch Aussagen junger Rekruten, die sich den Dschihadisten angeschlossen haben, ist bekannt, dass einige der Gedanke gelockt hat, den eigenen Gewaltphantasien, der eigenen Wut und den eige­nen Rachegelüsten freien Lauf lassen zu können. Ungefährdet von Recht und Gesetz mit einem an­deren Menschen machen zu können, was man will. Ihn zu verprügeln, zu quälen, ihn auch zu töten. Sich eine Frau zu nehmen, wie man will. Sich am Hab und Gut der Opfer zu bereichern. Kaddor, a. a.0.

17 „Der Triumph hat die Bedeutung einer wiederer­langten Selbstmächtigkeit und wird desto intensi­ver empfunden, je plötzlicher der Wechsel von der Machtlosigkeit zur Macht aufgetreten ist. […] Ein Mensch ist gehobener Stimmung, wenn er sich einer bisher bestehenden Verpflichtung, Verant­wortlichkeit oder allgemeinen Abhängigkeit ledig weiß (rebellischer Triumph) oder wenn er äußere bzw. innere Vergebung erlangt, wenn er wieder geliebt wird und das Gefühl hat, etwas Rechtes getan zu haben (anbiedernder Triumph).“ Fenichel (1945), a. a. 0. (Anm. 1), Bd. II, Kap. XVII („De­pression und Manie“), S. 300.

   18 Ebd., S. 299.

19 Fenichel (1945), a. a. 0. (Anm. 1), Bd. II, Kap. XVII und XVIII. Zitate auf den Seiten 320 und 301.

20 Higgins (2015), a. a. 0. (Anm. 12).

 

Was ist zu tun?

 

Was ist – abgesehen von dem, was ohnehin geschieht: der Kriegserklärung der Koalition der 60 Staaten und den Luftangriffen auf IS-Truppen zur Unterstützung der kurdischen Kämpfer in und um Kobane – zu tun? Die Minderheit der Vernünftigen, die es weder mit den imperialistischen Mächten, noch mit den Gotteskriegern hält, kann nur versuchen, die Regierungen und die schweigende Mehrheit der Bevölkerung der imperialistischen Mächte davon abzubringen, sich auf destruktive In­terventionskriege (wie die gegen Afghanis­tan, Irak und Syrien) einzulassen, und dafür plädieren, die frei werdenden Kriegs-Milliarden darauf zu verwenden, die Lebens­verhältnisse der Mehrheit in den Diktatur-und Elendsländern zu verbessern. (Das ist ein Jahrhundert-Projekt…) Sie kann weiterhin innenpolitisch die Binsenweisheit publik ma­chen, dass die Terrorismus-Bekämpfung mit Hilfe von Polizei, Geheimdienst und Armee allenfalls dazu taugt, ein Symptom (die Par­teinahme für den Djihad) zu unterdrücken, nicht aber dessen „Ursache“ zu beseitigen: die Marginalisierung und Diskriminierung eines Großteils der eingewanderten Muslime. Um dieser entgegenzuwirken, bedarf es in den Einwanderungsländern einer kostspieli­gen Neuorientierung:

  1. Es müssen viele Milliarden Steuergelder für den sozialen Wohnungsbau, für Bildungsein­richtungen („kompensatorische Erziehung“; Djihad-Prophylaxe) und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen aufgewandt werden, soll es nicht beim wohlfeilen Gerede über „Inklusion“ oder „Integration“ bleiben.
  1. Es muss in Kindergärten, Schulen, Polizei­schulen, Universitäten und Parlamenten der Kampf gegen die Diskriminierung von Men­schen, die anderen Glaubens sind und aus anderen Ländern stammen, aufgenommen werden.
  2. Es muss endlich an die Stelle des pseudo­respektvollen Beschweigens der Indoktrinie­rung durch muslimische Fanatiker (unter dem Vorwand der „Religionsfreiheit“ und des „An­tirassismus“) die öffentliche Kritik von deren Ideologie treten. Den aufgrund ihrer Situation für Djihad-Propaganda anfälligen Jugendli­chen muss laut und deutlich gesagt werden, dass die Flucht aus ihrem bedrückenden Mi­lieu in das derzeit vom „Islamischen Staat“ gehaltene Gebiet eine Flucht ins Elend des modernen Kriegs, eine Reise ins Nichts ist; dass sie, ohne militärische Ausbildung und unzureichend bewaffnet, als Kanonenfutter in Konflikten, die sie nicht überschauen, ver­heizt werden; dass sie nicht nur danach fra­gen müssen, wer die Muslime in den Ländern des Nahen Ostens mit wessen Hilfe unter­drückt, sondern wer deren selbsternannte Befreier, den neuen Kalifen und seine Trup­pen kontrolliert; dass die Untergangs­propheten, denen sie vertrauen, ihre militäri­schen und geistlichen Führer, selbst nur Schachfiguren im globalen Stellvertreterkrieg der Randstaaten Syriens und der Großmächte sind, von denen sie, je nach Opportunität, alimentiert oder im Stich gelassen werden; dass die Kalifats-Krieger, von allem anderen abgesehen, auch deshalb keine Chance ha­ben, weil sie nicht nur gegen den „Westen“ und die Regime der „Abtrünnigen“ Krieg füh­ren, sondern weil sie die Mehrheit der Musli­me gegen sich haben, die keineswegs von der ihnen mit Terror und Massakern aufgenö­tigten asketischen Lebensführung begeistert sind, die im „Kalifat“ für sie vorgesehen ist.

Kritiknetz – Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft
ISSN 1866-4105

Politische Psychologie des Djihadismus

http://www.kritiknetz.de/index.php/religionskritik/1300-politische-psychologie-des-djihadismus

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Das grüne Band der Sympathie

Justus Wertmüller
Nationale Identitätssucht und völkische Aggressivität, Antisemitismus und Verfolgungswohn: Die deutsche Liebe zum Islam hat eine Solidargemeinschaft ganz eigener Art hervorgebracht

Zu den argumentativen Tricks deutscher Freunde des Islam gehört es seit jeher, ein einseitiges Araberbild in der deutschen Offentlichkeit zu beklagen sowie auf rassistische und eurozentrische Vorurteile hinzuweisen, die stets zu Gunsten des prowestlichen Israels gingen. Die Warnung vor antiislamischer Gesinnung findet jedoch in der Wirklichkeit kaum einen Anlaß, sondern ist in erster Linie Ausdruck eines Ressentiments.
Deutsche und muslimische Ideologen haben gemeinsam, daß sie die eigenen Völker für fremdbestimmt und finsteren Mächten ausgesetzt erklären, ihre gegenseitige Solidarität ist eine von Sich-Verfolgt-Wähnenden. Als Deutschland im März 96 auf Drängen der USA einen internationalen Steckbrief gegen einen iranischen Minister erließ, der für Terroranschläge verantwortlich ist, beschimpfte die iranische Regierung nicht etwa die deutschen Strafverfolgungsbehörden, sondern „zionistische Kräfte“, die die Deutschen dazu veranlaßt hätten. Wenn islamistische Killerkommandos Israelis ermorden, werden die Angegriffenen von deutschen Politikern und Kommentatoren zu Sanftmut und Friedenswillen ermahnt – daß die Motive der Mörder dem politisierten Islam entstammen, bleibt in der Regel unerwähnt. Noch das beste in deutscher Sprache erhältliche Buch über den politisierten Islam (Meier: Der politische Auftrag des Islam) bringt es fertig, Auszüge aus der Gründungscharta der Hamas abzudrucken, ohne deren berüchtigten Artikel 7 zu zitieren. Diesem zufolge „wird der Tag des Gerichts kommen, und die Moslems werden die Juden bekämpfen und sie töten. Dann werden die Juden versuchen, sich hinter den Felsen und Bäumen zu verbergen, aber die Felsen und Bäume werden ausrufen: „Moslem, hinter mir verbirgt sich ein Jude, komm und töte ihn.“ Schließlich bemüht sich Meier ja um interkulturelle Toleranz, soll heißen: Er engagiert sich für ein islamisches Identitätsprojekt jenseits extremistischer Ausprägungen, und damit steht er für die herrschende Politik hierzulande.
„Eine gewisse Islamisierung des christlichen Abendlandes, das nach dem Tod Gottes den Glauben an sich selbst verloren hat, … (kann) auch Europa nachhelfen“, meint Claus Leggewie (Alhambra, 1993). Der Kulturjournalist Ingo Arendt räsoniert in der „Taz“ vom 8.9.95: „Zwar ist das erotische Sufi-Märtyrertum, die Freude zu sterben, um eins mit Gott zu sein, auch Vorbild für die Todesbereitschaft fundamentalistischer Mordbanden. Wie wichtig aber eine ernsthafte Erörterung dieser Fragen wäre, zeigt auch unsere anschwellende sozialwissenschaftliche Diskussion um eine neue Aktualität der Askese.“ Die Vorstellungen der Sufis „von der Unmittelbarkeit von Welt und Natur“ seien heute wieder attraktiv, weil sie „Indiz für die Verlustseiten des Prozesses unserer Zivilisation“ seien. Und der Bundespräsident fragt in seiner Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Annemarie Schimmel unschuldig: „Ist es nicht denkbar, daß wir uns mit dem Islam so schwertun, weil er auf tiefer Volksfrömmigkeit beruht, während wir selbst in einer weitgehend säkularisierten Welt leben?“
Unbehagen an westlicher Rationalität, eine vermeintliche Sinnkrise und die Sehnsucht nach Identität tauchen in allen der zahlreichen proislamischen Verlautbarungen der letzten Jahre auf. Das Verlorengeglaubte scheint in der islamischen Welt aufgehoben zu sein, mit der die Deutschen, so glauben sie, mancherlei gemein haben: „Arabern und Deutschen ist dort, wo sie frei aus sich selbst leben, ein Einheitsdenken eigen, das Weltliches und Religiöses im gesamten Leben miteinander vereinbart, so daß Lebensbejahung und Weltzugewandtheit in einem tief im Relidösen verankerten Dasein eine widerspruchslose, natürliche Sinneinheit bildep. … Die beiden großen Völker haben viele Eigenschaften und Tugenden gemeinsam. Beide sind durch ihren kriegerischen Mut, ihre Heldenhaftigkeit und männliche Gesinnung bekannt, und beide schätzen die Ehre und verherrlichen das Recht und die Freiheit.“
Diese Erwägungen stammen von Sigrid Hunke (Kamele auf dem Kaisermantel, 1978). In der Person dieser Erfolgsautorin manifestiert sich die Kontinuität deutsch-islamischer Freundschaft: 1942 promovierte sie bei dem SS-Rassepsychologen C.F. Clauß, seit mehr als dreißig Jahren schreibt sie über islamische Kulturleistungen, nebenher ist sie Mitglied in der neofaschistische Religionsgemeinschaft „Deutsche Unitarier und Ehrenmitglied im „Obersten Rat für islamische Angelegenheiten“. Noch 1993 empfahl Rudolf Bahro während einer Vorlesungsreihe an der Berliner Humboldt-Universität ihre Bücher wärmstens.

Völkischer Nationalismus vs. westliche Rationalität
Die tiefe Freundschaft zwischen den Deutschen und westasiatischen Völkerschafte setzte nach dem Ersten Weltkrieg ein. Aktivitäten wie das Bagdad-Bahn-Projekt und de Kaiserbesuch in Palästina 1898 hatten im Ersten Weltkrieg zwar zu einer Koalition mit dem osmanischen Reich geführt, die Mehrheit der vorderasiatischen Völker war ab auf Seiten der Alliierten, die ihnen nationale Souveränität versprochen hatten, in den Krieg gegen die Hohe Pforte eingetreten. Als 1919/20 klar wurde, daß England und Frankreich keineswegs bereit waren, ihre westasiatischen Mandatsgebiete in die Unabhängigkeit zu entlassen, wandte sich die islamische Welt praktisch und ideologisch von den Kolonialmächten ab. Seither orientier(t)en sich islamische, besonders arabische Nationalisten am Kriegsverlierer Deutschland, in dessen Schicksal sie das eigene wiederzuerkennen glaub(t)en.
Die Gründungsfigur des modernen arabischen Nationalismus, Sati al-Husri (1882-1968), ist als der „arabische Fichte“ in die Ideologiegeschichte eingegangen. Mit ihm setzte die nationale Identitätssuche im Zeichen einer aus Deutschland importierten völkischen Substanzideologie ein – in ausdrücklicher Abkehr vom politisch-rationalistischen Begriff der Nation, wie ihn die englische und französische Aufklärung entwickelt hatte. Nationen sind dieser Lehre zufolge biologisch und kulturalistisch vorgeprägte Kollektive, deren Auftrag darin liege, einen ihnen gemäßen „Volksstaat“ zu gründen. Der al-Husri Schüler Michel Aflaq (1912-1989), Gründer und Chefideologe der Baath-Bewegung, wußte seinen Lehrer politisch zu aktualisieren, nicht zuletzt durch die Lektüre von Rosenbergs Mythus des 20. Jahrhunderts, ein Buch, das er 1937 studierte und zwar, wie die folgenden Ausführungen zeigen, offensichtlich mit Gewinn. 1943 hielt Aflaq in der Universität Damaskus einen Vortrag, dessen Hauptthesen nicht nur jedem deutschen Nazi-ldeologen aus dem Herzen sprechen müssen, sondern heute von fast allen islamischen Ländern und Bewegungen geteilt werden: „Seit eineinhalb Jahrhunderten sind die Araber mit dem Westen erneut verbunden infolge des Angriffs Napoleons auf Ägypten. Dieser gewiefte Mensch hat jene Verbindung in Gang gesetzt, indem er Flugblätter anbringen ließ, auf denen die Verse des Koran an der Seite der Erklärung der Menschenrechte niedergeschrieben waren. Seit jenem Augenblick haben die Araber nicht davon abgelassen, … ihr neues Erwachen in eine verzerrte Richtung zu lenken“ (Aflaq: Ewige Botschaft der arabischen Nation, zit. n. Meier).
Bei derart gravierenden Verzerrungen – ausgelöst vom gleichen welschen Teufel, der schon Fichte und Arndt zur Begründung des deutschen Nationalismus anstachelte – droht Identitätsverlust, „das heißt, daß die europäische Kultur ihre eigene (die der Araber, J.W.) überflüssig werden läßt“. Um dem abzuhelfen, empfiehlt Aflaq einen religiös-kulturalistisch angereicherten arabischen Nationalismus. Seine Trumpfkarte ist der Islam, der nie eine der westlichen Religionskritik vergleichbare Beschädigung erfahren hat und damit geeignet ist, jene Leerstelle zu füllen, die der Identitätswahn völkischer Nationalismen immer offen läßt. Der Islam sei für die Araber „stärkster Ausdruck der Einheit ihrer Identität, in der das Wort und das Empfinden mit dem Denken, die Anschauung mit dem Handeln, die Seele mit dem Schicksal in Einklang stehen“. Das Mißtrauen gegen eine kritische Vernunft, mit der Nationalstaaterei zwar teilweise begründet, noch Ieichter jedoch grundsätzlich in Frage gestellt werden kann, führt Aflaq zur spirituellen Verbindung von Geist, Volk und Auftrag. Zu jener Traditionslinie also, die von Fichte zu Rosenberg und weiter über die oben zitierte Hunke zu Bahro und dem Bundespräsidenten Herzog führt. „Es reicht nicht aus, daß die Theorien und Reformen in sich logisch aufgebaut sind, sondern sie müssen sich organisch aus einem allgemeinsten Geist entfalten, der ihre Quelle und ihr Ursprung ist.“ Das Prinzip des Ursprungs „ist vor allem anderen spiritueller Natur: es ist der Glaube der Nation an ihre Botschaft, und der Glaube ihrer Söhne an sie.“

Freundschaft im Zeichen des Antiimperialismus
1981 zeichneten deutsche Gelehrte im Auftrag der offiziösen „Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik“ das arabische Deutschland-Bild und das deutsche Geschichtsverständnis in einem Zug: „Araber und Deutsche waren die Hauptverlierer der Nachkriegsregelungen nach dem Ersten Weltkrieg; und nun nach dem Zweiten befand sich Deutschland in arabischen Augen in einer ganz ähnlichen Lage wie die Araber: seiner nationalen Einheit beraubt, in mehrere Teile zerrissen, von fremden Mächten militärisch besetzt, politisch bevormundet und wirtschaftlich durch Demontagen und Reparationen ausgeplündert.“ Zwar wird keineswegs bestritten, daß „sich junge Nationalisten in verschiedenen arabischen Ländern vom Aufstieg des Faschismus in Europa haben beeindrucken lassen“, bedeutsamer aber ist der Hinweis, „daß Deutschland – selbst nie als Kolonialmacht in der Region aufgetreten – zum Befreier von britischer und französischer Herrschaft hätte werden können“ (Büttner/Hünseler: „Die politischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den arabischen Staaten“, in: Kaiser/Steinbach: Deutsch-Arabische Beziehungen, 1981).
Woher diese Ideologen des Schmidt/Genscher-Außenmi nisteriums ihren Antiimperialismus bezogen haben, belegt folgender Ausschnitt aus einem Kulturprogramm der Interradio AG, verbreitet in arabischer Sprache über die Sender Athen, Tunis und Rom am 12. Dezember 1940: „Die beiden großen Völker haben viele Eigenschaften und Tugenden gemeinsam. Beide sind durch ihren kriegerischen Mut, ihre Heldenhaftigkeit und männliche Gesinnung bekannt, und beide schätzen die Ehre und verherrlichen das Recht und die Freiheit. Außerdem sind beide Völker noch durch andere Bande verbunden. Die Leiden und Ungerechtigkeiten, unter denen sie nach dem Ausgang des Weltkriegs zu leiden hatten, mußten sie teilen, denn beide großen Völker wurden in ihrer Ehre beleidigt, ihre Rechte wurden ihnen verleugnet und mit Füßen getreten. Beide bluteten aus denselben Wunden, aber beide hatten auch einen gemeinsamen Feind: nämlich die Alliierten, die sie zerspalteten und ihnen keinen Anspruch auf Ehre gönnten“ (zit.n. Schwanitz: Jenseits der Legenden, 1994).
Wilhelm Döhle, deutscher Generalkonsul in Jerusalem, schrieb in einem Bericht an das Auswärtige Amt vom 22. März 1937, daß die palästinensischen Araber „eine große Sympathie für das neue Deutschland und seinen Führer (zeigten), eine Sympathie, die um so höher zu werten ist, als sie auf ideeller Grundlage ruht“. Ausschlaggebend dafür sei der Umstand, daß sie „in ihrem Kampf um ihre Existenz einen arabischen Führer ersehnen und weil sie sich im Kampf gegen die Juden in einer Front mit den Deutschen fühlen“ (zit.n. Tillmann: Deutschlands Araberpolitik im Zweiten Weltkrieg, 1965).
Die gemeinsame Front aus Deutschen und Arabern auf antikolonialistischer, mithin „ideeller“ Grundlage ist Wirklichkeit geworden. Seit Mitte der dreißiger Jahre forcierte Deutschland eine Nahost-Politik, die zunächst 1943 mit Rommels Niederlage in Nordafrika endete. Die Deutschen konnten sich bei ihren arabischen Unternehmungen breiter Unterstützung durch die arabische Bevölkerung sicher sein, das gilt vor allem für die Palästinenser und die irakischen Faschisten unter ihrem Führer al-Gailani.
Nach dem gescheiterten Volksaufstand der Palästinenser 1936 gegen die britische Mandatsherrschaft erklärte der damalige deutsche Außenminister von Neurath: „Die Bildung eines Judenstaates oder jüdisch geleiteten Staatsgebildes … Iiegt nicht im deutschen Interesse, da ein Palästina-Staat das Weltjudentum nicht absorbiert, sondern zusätzliche völkerrechtliche Machtbasis für internationales Judentum schaffen würde … Es besteht daher ein deutsches Interesse an Stärkung des Arabertums als Gegengewicht gegen etwaigen solchen Machtzuwachs des Judentums“ („Aus Akten des Auswärtigen Amtes“, „Taz“, 16.2.91). Loyalster Verbündeter aus dem „Arabertum“ war der Palästinenserführer und Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini (1895-1974), der mit seinem gegen die Juden gerichteten Vernichtungswillen eine nationale Tradition im arabischen Raum begründete, die vom palästinensischen Nationalrat, der unter Vorsitz al-Husseinis am I . Oktober 1948 in Gaza tagte, bis zur Hamas reicht. Während eines Besuchs bei Hitler erklärte Husseini am 30. November 1941: „Die Araber seien die natürlichen Freunde Deutschlands, da sie die gleichen Feinde wie Deutschland, nämlich die Engländer, die Juden und die Kommunisten hätten … Die Araber erstrebten die Unabhängigkeit und Einheit Palästinas, Syriens und des Irak und die Beseitigung der national-jüdischen Heimat“ (ebd.).
Al-Husseini stellte Hitler eine aktive arabische Kriegsbeteiligung in Aussicht, „und zwar nicht nur negativ durch Verübung von Sabotageakten und Anstiftung von Revolutionen, sondern auch positiv durch die Bildung einer arabischen Legion“. Die kam dann auch zustande. Insgesamt mehr als 6.000 arabische und nordafrikanische Muslime kämpften 1943 in Tunesien für Deutschland. Über 20.000 Muslime aus Südosteuropa, aber auch aus Kaukasien wurden zur muslimischen SS-Division „Hanjar“ (Schwert) zusammengezogen und erhielten Spezialaufgaben. Mehrheitlich waren es bosnische Muslims, die 1943 von Husseini persönlich in Sarajevo rekrutiert wurden (s. Enzyklopadie des Holocaust, 1993, Bd. II). Gemeinsam mit Kroaten beteiligten sie sich nicht nur an der Vernichtung der jugoslawischen Juden, sie widmeten sich auch der Massenliquidierung serbischer Zivilisten. Die kaukasischen Angehörigen dieser SS-Divisionen kämpften für freie, muslimische Kaukasusstaaten, Tschetschenien zum Beispiel. In einer Buchreihe, die für christlich-muslimisches Verständnis wirbt, erklärte ein deutscher Mullah 1981, daß viele Muslims in die SS eingetreten seien, „um an der Seite der deutschen Truppen für die Befreiung ihrer bereits vom zaristischen Rußland annektierten Heimatgebiete zu kämpfen…. Die moslemischen Soldaten in der deutschen Wehrmacht waren ebensowenig Faschisten wie die Freiheitskämpfer in Afghanistan“ (Abdullah: Geschichte des Islams in Deutschland, 1981). Auch dem Berliner Professor mit Forschungsschwerpunkt Vorderer Orient, Gerhard Höpp, ist es um eine „differenzierte“ Darstellung der muslimischen SS-Einheiten und ihres Gründers zu tun. Simon Wiesenthals 1947 erschienenes Buch über al-Husseini, Großmufti – Großagent der Achse, bezeichnete er 1994 als „emotionsgeladenes Pamphlet“.
Al-Husseini ist 1945 aus Frankreich in den Nahen Osten geflohen, wo ihm noch Jahrzehnte unermüdlichen Wirkens für die arabische Sache vergönnt waren, zum Beispiel als langjähriger Präsident der palästinensischen Exil-Regierung. Er war nicht der einzige, der sein Werk nach 1945 ungestört fortsetzen konnte: Hunderte deutsche Kriegsverbrecher, vor allem SS-Angehörige, flohen wie der Mufti in den Nahen Osten. Sie fanden nicht nur in den dortigen deutschen Gemeinden, die zugleich rührige NSDAP-Auslandsabteilunge n waren (z.B. in Kairo und Damaskus), tatkräftige Unterstützung, sondern mehr noch in den arabischen Nationalstaaten und Mandatsgebieten, allen voran Ägypten, das allerlei Verwendung für ihre Kenntnisse und Gesinnung beim Aufbau von Streitkräften, Befreiungsarmeen und Folterzentren hatte. Stellvertretend für sie alle mag hier Gottlieb Judejahn stehen, die Romanfigur aus Wolfgang Koeppens Tod in Rom (1954), ein Freikorps-Landser und Judenschlächter: „Wo Judejahn befahl, war Preußens alte Gloria, und wo Judejahn hinkam, war sein Großdeutschland. Der Sand der Wüste war noch immer der Sand der Mark. Judejahn war verjagt, aber er war nicht entwurzelt; er trug sein Deutschland, an dem die Welt noch immer genesen mochte, in seinem Herzen … Auf grünem Tuch leuchtete nun rot der Morgenstern. Hier konnte man noch Ladenhüter verkaufen, Nationalstaatstrug, Mark der Treue und Feindschaft den Israelis, diesen immer nützlichen Brüdern, denen Judejahn auch heute wieder Geld, Ansehen und Stellung verdankte.“

Nach dem Krieg
Am 10. September 1952 wurde das Wiedergutmachungsabkomm en zwischen der BRD und Israel geschlossen. Für alte Freunde Deutschlands ein herber Schlag. In einem Memorandum beklagte die „Delegation der arabischen Staaten“ „die groteske Situation, daß ausgerechnet unsere Freunde zu Helfern unserer Feinde werden wollen“, und drohte Wirtschaftssanktionen an.
Wiedergutmachungszahlungen an Israel, die Westeinbindung der BRD und schließlich Waffenverkäufe an Israel unter dem damaligen Kriegsminister F.J. Strauß trübten die deutsch-arabischen Beziehungen nachhaltig: Islamische Staaten nahmen diplomatische Beziehungen zur garantiert antizionistischen DDR auf, die in jeder nationalchauvinistischen Regung der islamischen Welt ein Zeichen fortschrittlichen Strebens nach nationaler Unabhängigkeit entdeckte.
Mit dem Sechs-Tage-Krieg erreichte die Sympathie der BRD-Deutschen für Israel einen kurzen, aber heftigen Höhepunkt. Mit ihrer Begeisterung für den israelischen Sieg projizierten sie ihre enttäuschten Hoffnungen auf Blitzkrieg und Massenvernichtung auf die Opfer von damals, die nun angeblich mit den Arabern das taten, was zuvor die Deutschen an ihnen verübt hatten. Die „Aufarbeitung“ der Verbrechen an den Juden war damit zu einem befriedigenden Ergebnis gekommen, weitere Solidarität mit Israel wurde zunehmend als Ärgernis empfunden. 1981 konnte im Auftrag der „Gesellschaft für Auswärtige Politik“ eine Erdmute Heller ein Fazit ziehen: „Die jahrelange einseitige Parteinahme für Israel auf Kosten des Ansehens der Araber war eine falsche Form der Vergangenheitsbewältigung“ (zit.n. Kaiser/ Steinbach). Die wenigen Journalisten, „die in den Jahren vor 1973 gegen den politischen Strom schrieben, mußten innerhalb der deutschen Medien mit Desinteresse und Widerstand rechnen. Bei mangelnder Konformität in Sachen Israel gab es selbst nach 1973 in Rundfunkanstalten noch Versuche der israelischen Lobby, über die Aufsichtsgremien Disziplinarverfahren einzuleiten und damit solche Journalisten mit dem Vorwurf der mangelnden Objektivität bzw. des Antisemitismus zu disqualifizieren.“
Nach 1967 hatte zunächst die neue Linke mit ihrem unter dem Deckwort „Antizionismus“ feilgebotenen Antisemitismus mit dazu beigetragen, diese „falsche Form der Vergangenheitsbewältigung“ zu korrigieren. Das weitere taten der Jom-Kippur Krieg, der zur allseitigen Zufriedenheit klarmachte, daß Israel besiegbar ist, und die daran sich anschließende Änderung der deutschen Außenpolitik unter sozialdemokratischer Verantwortung. „Die Fesselung durch das „Auschwitz-Syndrom“, der oftmals vernommene israelische Vorwurf deutscher Untreue… beeinflußten die bundesdeutsche Politik in erheblichem Maße,“ resümiert ein Kinan Jaeger in der offiziösen Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (13.4.95) diesen Schwenk. Es sei dabei zu „einem ausgeprägten Konflikt zwischen Moral- und Realpolitik (gekommen)“, was „wohl zwangsläufig zu einer sehr ambivalenten bundesdeutschen Haltung gegenüber den am Nahost-Konflikt beteiligten Parteien“ hätte führen müssen.
Wohin die moralisierende Realpolitik zielte, machte Helmut Schmidt am 30. April 1981 in der ARD klar: „Man kann nicht im Palästinenser-Konflikt der einen Seite alle Moral zuerkennen und gegenüber der anderen Seite die Achseln zucken. Das geht insbesondere nicht, wenn man Deutscher ist, in einer geteilten Nation lebt und den moralischen Anspruch auf Selbstbestimmung des deutschen Volks erhebt. Dann muß man auch den moralischen Anspruch auf das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes anerkennen.“ Menachem Begin verstand, woher der Wind weht, wenn ein deutscher Kanzler das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser zu einer Frage deutscher Verantwortung erhebt: „Es ist nackte Arroganz und Frechheit, meiner Generation der Generation der Vernichtung und der jüdischen Wiedergeburt zu sagen, daß es uns gegenüber keine, den Arabern gegenüber hingegen wohl eine Verpflichtung gibt! Solche Worte wurden nicht vernommen, seit die Welt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs sah, was uns in den Krematorien angetan worden ist“ („FAZ“, 5.5.81). Schmidt, mutmaßte Begin, fühle sich anscheinend immer noch an seinen Fahneneid als deutscher Wehrmachtsoffizier gebunden.
Einen Fahneneid in Sachen Antisemitismus und völkischer Verfolgungswahn haben sie beide abgelegt, die Deutschen und die islamischen Nationen. Jetzt, wo es Deutschland gelungen ist, qua Wiedervereinigung ein schönes Stück Identität hinzuzugewinnen, kann die moralische Verpflichtung, das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen und anderer islamischer Völker zu verteidigen, erst so richtig ihre Wirkung entfalten. Vom leidigen „Auschwitz-Syndrom“ ist man ohne souveränitätseinschränkend e Siegermächte längst befreit. Gemeinsam mit islamischen Nationen gibt man die Verantwortung für Auschwitz an diejenigen, die es befreit haben, zurück. An der „Rampe von Srebrenica“ (Freimut Duve) reichen deutsche Freunde des muslimischen Befreiungskampfes ihren islamischen Kampfgenossen die Hand. „Es ist eine unumstößliche Tatsache, daß das, was sich gegen die Muslime Bosnien-Herzegowinas abspielt, eine Operation der Ausrottung darstellt, die in der jüngeren und ferneren Geschichte einzigartig ist .. Eine Ausrottung, vor der die Vernichtungsaktionen, die Hitler und die Abteilungen der Gestapo gegen die Juden in aller Welt begangen haben, gering erscheinen! … Diese Ausrottung ist systematisch geplant in der Absicht, die Wurzeln des Islams mitsamt den Muslimen aus dem gesamten europäischen Kontinent herauszureißen.“
Nein, das ist kein Flugblatt des Dschihad, sondern ein – nach Meier: Der politische Auftrag des Islum zitierter – Leitartikel des Reißmüllers vom Dienst der halboffiziellen ägyptischen Tageszeitung „al-Gumburiya“ vom 21. November 1992.

http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr231s.htm

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Vortrag und Diskussion in Berlin

Montag, den 15. Juni 2015, um 19.30 Uhr
HU-Hauptgebäude, Unter den Linden 6, Raum 1072

Die Paradiesvögel des Djihad
Identifikation, Selbsthass und der Weg zur Selbstverwirklichung europäischer Djihadistinnen

Mit Lisa Lübars

Die Frau­en, die als Dji­ha­dis­tin­nen nach Sy­ri­en zie­hen, wer­den häu­fig als trau­ma­ti­siert, ver­führt, kurz­um, als Opfer der Män­ner­welt ver­nied­licht. Dem wi­der­spricht die hand­fes­te Tä­ter­schaft, die sie als Puff­müt­ter und Ver­ge­wal­ti­gungs­hel­fe­rin­nen an ye­si­di­schen Frau­en ver­üben, und ihr öf­fent­li­ches Er­schei­nen: als Koran­fes­te und selbst zur Waffe grei­fen­de Sit­ten­po­li­zei kön­nen sie auch auf Glau­bens­schwes­tern un­mit­tel­bar Ge­walt aus­üben. Damit geht diese Ge­walt im IS nicht aus­schließ­lich von den männ­li­chen Dji­ha­dis­ten aus: der in der is­la­mi­schen Re­li­gi­on be­ding­te Hass aufs (ei­ge­ne) weib­li­che Ge­schlecht und damit sich selbst fin­det für diese Frau­en sein un­mit­tel­ba­res Ven­til. Die Me­cha­nis­men der Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Islam stel­len eben keine Eman­zi­pa­ti­on dar, auch wenn diese Frau­en schein­bar die tra­di­tio­nel­le Rolle der Haus­frau und Mut­ter durch­bre­chen. Die Re­gres­si­on in an­ti­zi­vi­li­sa­to­ri­sche Bar­ba­rei ist ge­wiss in allen mo­der­nen Ge­sell­schaf­ten an­ge­legt. Der Islam, das zei­gen die An­hän­ge­rin­nen von IS, ist nicht nur ein Aus­stiegs­mo­dell wie an­de­re auch, son­dern zu­gleich po­pu­lä­res An­ge­bot, die ei­ge­ne Grau­sam­keit un­mit­tel­bar aus­zu­le­ben. Wer diese Frau­en ver­harm­lost, ver­kennt die Bar­ba­ri­sie­rung ihrer selbst durch ihre völ­li­ge Ent­gren­zung als die wah­ren Ver­tre­te­rin­nen des Islam.

http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web70-2.html

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Siehe auch:

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!
I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein sozialer Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein sozialer Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären

Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell

von Meinungsumfragen vorgestellt; kein Sample jedoch wird je repräsentativ

genug sein, um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalye heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

line-wordpress

Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ – Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.

Die grauenvolle Utopie des IS-lam

Unterwerfung
Der Islam in Frankreich und Badious Utopie des Grauens

Kategorie: Ideologie- und Religionskritik

Veröffentlicht am Dienstag, 26. Mai 2015

Geschrieben von Stefan Zenklusen

 

Über vorauseilende Unterwerfung, politisch korrekten Antisemitismus und Neofaschismus im Linksjargon

In seinem Text über „Die roten Banner und die Trikolore“ (ursprünglich in Le Monde, 27. 1. 2015) in der linken „Wochen Zeitung“ (Zürich, vom 12. 2. 2015) (https://www.woz.ch/-59ec), gelingt es Alain Badiou nur mit gröbsten Verzerrungen und absurden historischen Vergleichen, die These vom allgegenwärtigen antiarabischen Rassismus und der „Islamophobie“ in Frankreich zu konstruieren.“ (Zenklusen)

In der folgenden Replik auf diesen Text widerlegt Stefan Zenklusen dieses Konstrukt Alain Badious. Er weist das Konstrukt als Ideologie aus, die auf trügerischen begrifflichen Verkehrungen, Verschiebungen, falschen Zustellungen und wild entschlossener Abdichtung gegen Empirie beruht. Badiou verhält sich demnach wie ein umgekehrter Psychoanalytiker und kritischer Theoretiker.

 

Während diese über derartige intellektuelle Operationen als Rationalisierungsoperationen kritisch aufklären, auf dass die Menschen sich nicht länger über sich selbst betrügen, indem sie sich ihre vorauseilende Unterwerfung und ihren klammheimlichen Antisemitismus als menschliche Emanzipation schönreden, sondern stattdessen den Selbstbetrug im Bann des konformistischern Götzendienstes (Warenfetischismus) als solchen erkennen, und eine bessere Praxis beginnen, benutzt er umgekehrt all diese Operationen, um sich in vorauseilendem Gehorsam denen als geistiger Wegbereiter anzudienen, von denen er glaubt, dass ihnen bald nicht nur Frankreich, sondern die ganze Welt gehört, wenn sie sich nur mit der „antifaschistischen Linken“ vereinigen. „Er erträumt sich eine Revolution ohne Laizität und Charlie Hebdo, dafür Hand in Hand mit den reaktionärsten, paläofaschistisch-islamischen Fraktionen der französischen Bevölkerung und  unter Mithilfe von Hamas und Hezbollah: eine Vision des Grauens. (Zenklusen, S. 7)

Heinz Gess

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Badious Utopie des Grauens

  Der Islam in Frankreich undBadious Utopie des GrauensÜber vorauseilende Unterwerfung, politisch korrekten Antisemitismus und Neofaschismus im LinksjargonStefan Zenklusen

 

Zitation: Zenklusen, Stefan (2015): Der Islam in Frankreich und Badious Utopie des Grauens: Über vorauseilende Unterwerfung, politisch korrekten Antisemitismus und Neofaschismus im Linksjargon. In: Kritiknetz – Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft.

 

http://www.kritiknetz.de/index.php/ideologiekritik/1292-der-islam-in-frankreich-und-badious-utopie-des-grauens

 

Der Philosoph Alain Badiou lässt sich gerne als eine Art Widerstandskämpfer innerhalb des intellektuellen Betriebs feiern, einer der letzten Mohikaner, die das Wort Kommunis­mus noch in den Mund nehmen. Bei näherer Betrachtung erweist er sich aber als durchaus traditioneller Nachfolger des philosophischen Mandarinentums, dem empirische Befunde nicht allzu wichtig sind. Auch seine Darstel­lung des Schicksals der Muslime in Frankreich ist weit über die Linke hinaus Konsens: Ge­zeichnet wird das Bild einer Minderheit, die ubiquitärem Rassismus ausgesetzt ist und vom Staat in Ghettos gesteckt wurde, wo sie ein elendes Dasein fristet. Daraus entstünde der Islamismus, der allerdings, und hier ist fast das gesamte französische Establishment mit Badiou einverstanden, absolut nichts mit dem Islam zu tun habe. Die prononcierte Islamophilie Badious und seine explizite Sympathie für Organisationen wie Hamas oder Hezbolla ist keineswegs originell, son­dern wird von vielen Fraktionen der französi­schen Linken geteilt. Schliesslich waren auch die Pariser Intellektuellen, die in den sechzi­ger Jahren noch zum Stalinismus standen, Legion. Badiou hielt es später eher mit Pol Pot und den Roten Khmer, was er freilich im Nachhinein bereute. Auch mit seinem über­dimensionierten Ego steht Badiou in der Nachfolge vieler Absolventen der geisteswis­senschaftlichen Eliteschmiede Ecole Normale Supérieure (ENS). Eine seiner letzten Publi­kationen ist eine Übersetzung der Politeia Platons, in Form eines Remakes, aufgetunt mit dem Programm und der Terminologie Badious.

Badiou mag Platon, nicht aber Charlie Hebdo. Aus seiner Sicht ist Charlie Hebdo ein „schmieriges (…) Magazin“, das den Muslim mit Sarkasmus überhäuft und das freie Unternehmertum verteidigt.

 

1 Selbst der Bourdieuschüler Loïc Wacquant wider­setzt sich diesem Klischee. Vgl. Wacquant, Parias urbains, Paris 2007; Das Janusgesicht des Ghettos und andere Essays, Wien 2006. Die französischen Banlieues haben entstehungsgeschichtlich nichts mit den rassisch-ethnischen Ghettos in den USA zu tun.

2 Badiou, Zweites Manifest für die Philosophie, Wien 2010, p. 124

3 Vgl. Badious Artikel in Le Monde, 17. 1. 1979.

4 Platons „Staat“, Zürich 2013

 

Badious Utopie des Grauens

 

Diese Einschätzung ist schlechterdings un­haltbar. Zunächst sei erwähnt, dass sich Charlie Hebdo nie und nirgends über Muslime lustig gemacht hat, sondern über Mohammed oder Islamisten. Charlie Hebdo ist fundamen­tal antirassistisch. Die meisten Mohammed-Karikaturen waren zwar nicht besonders ge­lungen. Doch gerade der Humor bei Charlie Hebdo geht prinzipiell nie gegen Schwächere. In insgesamt 523 Ausgaben zwischen 2005 und 2015 schaffte es der Islam ganze sieben Mal auf die Titelseite. Auch dass das Blatt das freie Unternehmertum verherrlichen soll, ist vollkommen grotesk. Der am Attentat vom 7. 1. 2015 erschossene Ökonom Bernard Maris schrieb jahrzehntelang für Charlie Hebdo als „Oncle Bernard“ gegen den Neoliberalismus an. Dass Badiou sich solchen Fantasmen hin­gibt, ist kein Zufall. Es dokumentiert, dass er nicht nur nie einen kritischen Begriff des Is­lam entwickelt hat, sondern ein apriorisch-dogmatischer Islamophiler ist, der bei gewis­sen Themen exakt wie islamische oder is­lamistische Pressure Groups argumentiert. Tatsächlich verwendet Badiou auch den Scheinbegriff der „Islamophobie“ inflationär, der in Frankreich in erster Linie dazu dient, den islamkritischen Widerstand gegen den Antisemitismus, die Erosion von Menschen-und Bürgerrechten und den zunehmenden Hass auf Schwule und Frauen als rassistisch zu delegitimieren. In dieser Hinsicht steht Badiou exakt auf dem Standpunkt von Figu­ren ganz rechts aussen wie Alain Soral und enthüllt, in welchem katastrophalen Zustand die Linke in theoretischen Belangen sich in­zwischen befindet.

Gewiss hat der militant-terroristische Is­lamismus bzw. Neofundamentalismus zu ei­nem guten Teil durch die desaströse imperia­listische Politik des Westens im Nahen und

 

5 Den epochalen Betrug der sogenannten „Islamo-phobie“ haben analysiert und aufgedeckt I. Kersi-mon u. J.-C. Moreau , Islamophobie – la contre-enquête, Paris 2014.

 

Mittleren Osten Zulauf erhalten. Dazu hat auch beigetragen, dass (insbesondere der angelsächsische) Westen säkulare oder pa­narabische Regimes bekämpft und gleichzei­tig die Golfstaaten hofiert hat. Doch die spe­zifische Ausformung dieser Ideologie und ihrer Armeen kann ohne ihr Fundament, den Islam, nicht verstanden werden.

 

6 Vgl. dazu Max Weber: „Interessen (…), nicht Ideen, beherrschen unmittelbar das Handeln der Menschen. Aber: die ‚Weltbilder’, welche durch ‚Ideen’ geschaffen wurden, haben sehr oft als Wei­chensteller die Bahnen bestimmt, in denen die Dynamik des Interesses das Handeln fortbewegte. Nach dem Weltbild richtet sich ja: ‚wovon’ und ‚wozu’ man erlöst sein wollte und – nicht zu ver­gessen: – konnte.“ (Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie I, S. 252 , Tübingen 1920, 1988 (9. Aufl.)

 

Über die für den Islam spezifische Verschlingung von Interessen und religiöser Lehre schreibt M. Weber: Im Islam vereinnahme das religiöse Inte­resse die religiösen Grundlagen derart, dass sie „der religiösen Unterbauung kriegerischer Furchtlo­sigkeit“ dienen. „Freilich: In Situationen, in denen es nicht um das ausseralltägliche, sondern das alltägliche Daseinsschicksal geht, wird die ‚rück­sichtslose Selbstvergessenheit’ zurückgedrängt zugunsten unsystematischer utilitaristischer Werk­heiligkeit oder tatsächlich ‚leicht fatalistischer Züge’ (Kismeth).“ (Max Weber, zit. nach W. Schluchter, Religion und Lebensführung, Bd. 2, Frankf./M. 1991, p. 306) Die „Konfiskation“ der religiösen Grundlagen für die innerweltliche islamische Hel­den- und Kriegerethik hat ihre Voraussetzungen in (1) der Lehre vom Heiligen Krieg (Jihad) und (2) der Lehre von der Spaltung der Welt in das Haus des Islam und in das Haus des Krieges (Dar al-Islam; Dar al-Harb).

Vom Calvinismus unterscheide sich der Islam nicht so sehr durch seinen Gottesbegriff und seine Glau­bensgrundlagen – die seien bei beiden ähnlich, sondern beide Religionen unterschieden sich durch die praktisch-psychologischen Wirkungen dieser ähnlichen religiösen Quellen. Sie ermöglichen im Falle des Calvinismus „eine Lebensführung inner-weltlicher Berufsaskese“ Wolfgang Schluchter 1991, p. 307), im Falle des Islam dagegen die „Askese des Kriegslagers oder eines kriegerischen Ritterordens, nicht mönchische und erst recht nicht bürgerliche asketische Systematik der Lebensfüh­rung – immer nur periodisch wirklich herrschend und stets im zum Umschlagen in Fatalismus dispo­niert.“ (M. Weber, zit. nach Schluchter, a .a. O., S.307)

Deshalb revolutioniere der Islam auch nicht die Wirtschaftsgesinnung. Sie bliebe feudal, klein­bürgerlich oder abenteuerkapitalistisch, immer traditionell bestimmt. (W. Schluchter, a. a. O. p..307)

 

Badious Utopie des Grauens

 

Der Islam ist ein Glaubenssystem und zu­gleich eine totale Weltanschauungslehre mit einem Rechtssystem und einer integralen politischen Ideologie im Sinne eines autoritär-hierarchischen Herrschaftsmodells. Bei den Islamisten handelt es sich keineswegs um Spinner oder reine Blender, die ihre Religion ganz bewusst verfälschen und zweckentfrem­den. Vielmehr sind sie meist tiefgläubige Muslime, die den Koran und die Sunna aus­wendig lernen. Das Fatale besteht darin, dass sie aus dem Koran, der Sunna und den Hadithen durchaus Stellen extrahieren kön­nen, die ihr Tun legitimieren. Da der Koran unveränderliche, unmittelbar göttliche Einge­bung ist (etwa im Gegensatz zum Alten und Neuen Testament) und das Abrogationsprinzip die späteren, aggressiveren (medinesischen) Suren bevorteilt, ist so etwas wie eine reformatorische Koranhermeneutik (Interpretation) grund­sätzlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Da dies Badiou nicht sieht und nicht sehen will, sieht er sich gezwungen, die Pariser At­tentate als „faschistisch“ zu bezeichnen. Auch ihr antisemitischer Charakter wird kaum zu­gegeben, wird doch das massive Aufkommen des Antisemitismus unter den französischen Muslimen für Badiou entweder als Teil der imperialistischen Staatspropaganda bezeich­net oder kleingeredet. In einem noch unübersetzten Text, den Badiou mit seinem Verleger veröffentlichte, leugnet Badiou wider alle Fakten die Ausweitung des Antisemitismus in Frankreich. Die Verbreitung der Auffassung, wonach der Antisemitismus zunehme, sei, so Badiou, Teil einer grossangelegten islamophoben Kampagne, die von der Brutalität der israelischen Armee ablenken wolle.

Badiou ist der Ansicht, der Hass der Muslime auf die Juden in Frankreich habe nichts mit

 

Den Hinweis auf M. Weber und W. Schluchter verdanke ich Heinz Gess., Hg. des Kritiknetzes

7 A. Badiou, E. Hazan, L’antisémitisme partout, Paris 2011

 

einem „klassischen“, faschistisch-völkischen Antisemitismus zu tun. Vielmehr handle es sich um ein Missverständnis: Die Juden wür­den fälschlicherweise als Vertreter Israels gesehen. Wer dies als Antisemitismus werte, beteilige sich aber an der Stigmatisierung der Araber und Muslime.

In Wirklichkeit ist es unmöglich, zwischen diesem „fehlgeleiteten“ Antizionismus und dem Antisemitismus eine Demarkationslinie zu ziehen. Dies bestätigen inzwischen auch Studien, die bei den Muslimen Frankreichs und Europas erhöhte Antisemitismuswerte nachweisen.Immer wieder ist zu beobach­ten, dass sich Badiou in keiner Weise um empirische Bestände kümmert. Dies ist un­bedingt mit seinem Versuch der Repristination der Philosophie in Beziehung zu setzen.

Die These, wonach es in Frankreich keine Zunahme des Antisemitismus gebe, und der muslimische Antizionismus klinisch vom Anti­semitismus zu trennen sei, gewinnt nochmals an Schärfe, wenn man sie vor dem Hinter­grund einer weiteren abenteuerlichen These Badious liest, dass nämlich Israel selber anti­semitisch sei. Dies ist einer der Schlüsse, die Badiou in einem ebenfalls noch unübersetzt gebliebenen Text über den „Juden“ als Na­men bzw. Signifikanten zieht. Der Gedankengang ist folgender: Der Gehalt des Begriffs „jüdisch“ kann in den Augen

 

8 Vgl. für Frankreich : Fondation pour l’innovation politique, L’antisémitisme dans l’opinion publique française, 2014 ; Ergebnisse auf dem Web ein­zusehen in Le Monde, 14. 11. 2014. Für Europa : G. Jikeli, Antisemitismus und Diskriminierungs­wahrnehmungen junger Muslime in Europa, Essen 2012.

9 Badiou, Circonstances 3- Portées du mot „juif“ (Bedeutungen des Namens »Jude »), Paris 2005. Vgl. die Besprechungen von Eric Marty und Joel Naber : Marty, Alain Badiou und Israel; Naber, Verleugnung des Namens, beide in: sans phrase 2 / 2013, Freiburg. Ich danke Heinz Gess für den Hinweis auf die kritischen Besprechungen in dieser Ausgabe von sans phrase .

 

Badious nur „inexistieren“, er kann nur eine substraktive Existenz haben. Das Jüdische ist das Universalistische und Deterritorialisierte – Badiou erwähnt gerne den Ausspruch des von ihm verehrten (jüdischen) Apostels Pau­lus: „Hier ist kein Jude noch Grieche (…)“. Die Essenz des Jüdischen hat also die para­doxe Struktur einer Essenz ohne Essenz bzw. Identität – Jüdischsein wäre eine Identität ohne jegliches Prädikat. Insofern ist der „identitäre“ jüdische Staat sowohl antisemi­tisch als auch kolonial. Ein kolonialer Staat ist er aber nicht im hergebrachten Sinn. Israel ist nicht kolonialistisch, weil es unrechtmässig Gebiete okkupiert, sondern das Koloniale besteht in der Existenz des Staates Israel selbst: „Es ist sein eigenes Territorium, des­sen Kolonisator der Staat Israel ist.“

Die neueste Ausprägung der Leugnung des Namens „Jude“, die durch Israel vollbracht wird, nimmt gegenüber den Palästinensern genozidäre Züge an: „Es wird bereits der Wille bekundet, sie um jeden Preis zu zer­streuen, sie immer weiter fort zu jagen, sie bei jeder Gelegenheit zu vernichten, auf ihre Kinder zu schiessen.“ Was geschieht in Badious Kopf, wenn er das antisemitische Motiv vom Kindermord hervorkramen muss?

 

10 Galater 3:28

11 Für Naber handelt es sich hier um eine „antinati­onale Heiligenbildchenmalerei“, die „aus dem Stoff der christlichen Ahasver-Legende gebildet wurde“. Naber, a. a. O., p. 121

12 E. Marty, a. a. O., p. 124. – „So wird man sagen können, dass, wenn der Staat Israel ein kolonialer Staat in dem Sinn ist, wie Badiou es sagt, so ein­fach deshalb, weil in seinen Augen die jüdische Tatsache gar kein Territorium hat, wo sie sich auf legitime Weise zu erkennen geben kann, und weil jegliche Territorialisierung des jüdischen Seins nur eine Kolonisierung dieser Erde sein kann, da das jüdische Sein als jüdisches aller Erde fremd ist. Und gesagt wird dies entweder mittels einer ge­waltsamen Leugnung einer im eigentlichen Sinn jüdischen Geschichte des jüdischen Volkes, und eines Verweises dieser Geschichte auf den Status einer Fabel, oder, von einem nahezu entgegenge­setzten Vorurteil ausgehend, mittels einer radikalen Idealisierung des jüdischen Volkes im paradoxen Modus der Nicht-Identität.“ Marty, a. a. O., p. 125

13 Badiou, a. a. O., p. 26

 

Insgesamt vollzieht Badiou, wie so oft, eine Umkehrungsoperation, bei der am Ende Isra­el als antisemitisches Gebilde dasteht, wäh­rend die palästinensische Diaspora gleichsam zur Statthalterin dessen wird, was der Name des „Juden“ in seiner eigentlichen Bedeutung umfasst.

 

Doch zurück zum Artikel über „Die roten Banner und die Trikolore“. Auch Badious Ver­schwörungstheorie, wonach der Staat, die Politik, die Medien seit Jahren an einem Kon­strukt des bösen Muslim arbeiteten, geht gerade in Frankreich vollkommen an der Rea­lität vorbei. Seit der Entstehung der grossen antirassistischen Bewegung SOS Racisme in den frühen achtziger Jahren gibt es in den französischen Filmen nur noch gute, tolerante und weltoffene Muslime, sekundiert von anti­rassistischen Linksliberalen, die zusammen gegen die bösen, provinzlerischen Rassisten kämpfen. Eine systematische Sichtung der vier Presserzeugnisse von nationaler Aus­strahlung (Figaro, Le Monde, Libération, Hu-manité) fördert so gut wie keine Diskussion über den Islam als Ideologie (nicht den Is­lamismus) zutage – es gilt das eherne Ge­setz, dass der Islamismus dem Islam völlig fremd ist und letzterer prinzipiell friedlich und tolerant. Nach all den Jahrzehnten, in denen der Autor vorliegender Zeilen französisches TV schaut, kann er sich an keine einzige (es sei wiederholt: KEINE EINZIGE) kontradikto­rische und kritische Sendung über den Islam erinnern – dies selbst im Gegensatz zu Deutschland. Vielerorts kann, wer einen kriti­schen Begriff des Islam hat, sich eine akade­mische Karriere ans Bein streichen. Dies wirkt sich immer stärker auch auf die franko­phone Westschweiz aus: Nach 20 Jahren hat der Autor aufgehört, den welschen Radiosen­der RSR1 zu hören – es ist einfach nicht mehr auszuhalten, jeden Tag hören zu müssen, wie friedlich, tolerant und sinnlich der Islam sei. Die Diagnose ist deprimierend: die fran­zösisch sprechenden Teile Europas erliegen seit Jahrzehnten einer regressiven, semitotalitären Islamophilie. Badiou ist einer der pro­minentesten Propagandisten dieser kol­lektiven Regression, die zahllose Wähler aus Protest in die Arme des Front National treibt.

Auch mit Badious permanenter Bezugnahme auf die populären Schichten ist es nicht so weit her. Im Gegenteil: Durch die Negierung der spezifisch islamischen Gewalt verhält sich Badiou wie ein typisches Mitglied des Pariser Establishments, das gar nicht mehr sehen will, was sich im Land draussen abspielt. Es ist eine traurige Tatsache, dass dies nur in Erfahrung bringen kann, wer Provinzzeitun­gen (oder in der Region Paris die Zeitung Le Parisien) liest. Die alltägliche Gewalt ist quan­titativ und in ihren Formen im europäischen Vergleich bemerkenswert: Nicht nur die Poli­zei (auf die inzwischen scharf geschossen wird), sondern auch die Feuerwehr ist regel­mässig Opfer schwerster Attacken, Schulen, Kindergärten und Bibliotheken brennen, An­griffe auf Frauen, Quartierfremde, Schwule, Juden, selbst auf Ärzte und Pfleger sind Alltag geworden. Fast ausnahmslos führen die französischen Soziologen solche Phäno­mene auf die Armut, also sozioökonomische Faktoren, und das Habitat zurück. Eine The­se, die hoffnungslos überholt ist. Der Sozial­geograph Christophe Guilluy versetzte ihr den Todesstoss, indem er nachwies, dass 85% der Armen in Frankreich nicht in den Ban-ieues, sondern in periurbanen und ländlichen Gebieten leben, wo der Anteil oben erwähnter Gewaltphänomene gering ist. Der vulgär­materialistisch argumentierenden Soziologie wurde ein weiterer Schlag versetzt durch den Banlieueforscher Hugues Lagrange, der nachweisen konnte, wie eminent wichtig Kul tur und Religion für das Verhalten auch der Bewohner der Banlieues ist.

 

14 Die muslimisch dominierten Teile der Pariser Banlieue haben zahllose einst idealistische Ärzte aus Gründen der Gewalt verlassen. Siehe hierzu die Berichte des Observatoire de la sécurité des méde-cins auf dem Web.

15 Vgl. C. Guilluy, Fractures Françaises, Paris 2010.

 

Er wies auch darauf hin, dass es nicht unbedingt die chro­nologisch als letzte angekommenen Immig­ranten sind, die sich am schlechtesten integ­rieren, sondern dass Islam und Patriarchalis­mus eine entscheidende Rolle spielen. Be­wusste Phänomene der Gewalt korrelieren keineswegs mit Armut und einem schlechten Habitat, sehr wohl aber mit einer starken Präsenz des Islam.

Es versteht sich von selbst, dass Lagrange und Guilluy in manchen Medien als „Neokon­servative“ (oder noch übler) behandelt wer­den. Was sich in Frankreich „Antirassismus“ nennt, ist inzwischen partiell zu einem In­strument faschistoider Repression avanciert: eine Art pseudolinks-islamischer Maccarthyismus.

All dies muss Badiou fremd bleiben, da er es restlos durch seine Imperialismustheorie meint auflösen zu können (wobei der ara­bisch-islamische Imperialismus kaum eine Rolle spielt). Er ist gar nicht imstande, sich zu fragen, weshalb in Frankreich durch die (Re-)Islamisierung Probleme mit der Laizität auf­tauchen (nämlich, weil es im Islam keine Unterscheidung zwischen Säkularem und Religiösen gibt). Vielmehr ergreift er die Flucht nach vorne und will die Laizität in toto auflösen. Selbst sie ist für Badiou ein verrot­tetes Instrument des französischen Kapitals.

Wenn dem so wäre, gäbe es keine Erklärung dafür, dass die Korollarien an Problemen, die eine hohe Präsenz des Islam nach sich zieht, in Europa eben keineswegs nur im assimilatorisch-laizistischen System auftauchen. Sie treten genauso im schwedischen Integrati­onssystem auf, das seit Jahren am meisten

 

16 H. Lagrange, Le déni des cultures, Paris 2010

17 Vgl. Zenklusen, Ist der Antirassismus faschistoid geworden?, auf der Page der Gesellschaft für Auf­klärung und Menschenrechte GAM

 

Asylbewerber aufnimmt, und sie treten auch

im        englischen,  eher    segregierend- mulitikulturellen System auf – nicht umsonst erhielt London den Übernamen „Londonis-tan“.

 

Überdies muss immer wieder an die Tatsache erinnert werden, dass angesprochene Prob­leme mit dem Judentum, dem Konfuzianismus, dem Buddhismus, dem Hinduismus etc. nie und nirgends in Europa in demselben Masse beobachtbar sind.

 

Darüber hinaus sei festgehalten, dass die laizistische Schule gerade einen nach aussen abgegrenzten Raum garantieren soll, der religiöse, familiale, kommerzielle Einflüsse möglichst verhindert: im Idealfall ganz gemäss…Platons

Aufgabe eines zeitdiagnostischen Philosophen sollte es sein, den Wahnsinn in der Welt zu analysieren und zu reflektieren. Doch Badiou lässt sich vom Wahnsinn anstecken. Weder Universalismus noch Kommunismus sind mit Islam und Islamophilie vereinbar. Entgegen den eigenen Beteuerungen versucht Badiou, uns vom Gegenteil zu überzeugen. Der posi­tive Bezug zum Kopftuch gegen Ende des Textes entlarvt ihn einmal mehr: Er erträumt sich eine Revolution ohne Laizität und Charlie Hebdo, dafür Hand in Hand mit den reaktionärsten, paläofaschistisch-islamischen Frak­tionen der französischen Bevölkerung und unter Mithilfe von Hamas und Hezbollah: eine Vision des Grauens.

 

Nein, die Begeisterung für Pol Pot und die Roten Khmer war keine Jugendsünde – das hat bei Badiou System.

 

Stefan Zenklusen (1966) ist Philosoph in Basel

 

Literaturverzeichnis

[Literatur]

 

© 2015 beim Autor und/oder bei www.kritiknetz.de, Hrsg. Heinz Gess, ISSN 1866-4105

 

http://www.kritiknetz.de/index.php/ideologiekritik/1292-der-islam-in-frankreich-und-badious-utopie-des-grauens

 

Nr. 07/2015 vom 12.02.2015

Die Idee des Kommunismus
Die roten Banner und die Trikolore

Nach den Attentaten von Paris ist in Frankreich der «republikanische Pakt» beschworen worden. Doch dieser sei nur ein Feigenblatt für den räuberischen Kapitalismus, meint der Philosoph Alain Badiou und fordert dagegen die wirkliche Form der Humanität: den wahren Kommunismus.

Von Alain Badiou

Heutzutage ist die Welt vollkommen vom globalen Kapitalismus umstellt, der internationalen Oligarchie unterworfen, die ihn regiert, und der monetären Abstraktion als einziger universell anerkannter Form hörig. In diesem Kontext hat sich ein mittelmässiger intellektueller Konformismus etabliert, eine Resignation, zugleich jammernd und selbstzufrieden, die die Abwesenheit jeder Zukunft begleitet, wenn diese nicht die Wiederholung des Vorhandenen darstellt.

Wir sehen auch, wie angesichts der Vermischung eines korrumpierten Kapitalismus mit einem mörderischen Gangstertum eine manische Antwort auftaucht, subjektiv vom Todestrieb gesteuert, die sich gegen die verschiedensten Identitäten richtet. Diese Antwort löst ihrerseits Antiidentitäten aus, die anmassend identitär sind (das heisst auf angeblich ursprüngliche, unverrückbare Gruppenidentitäten setzen). Angesichts des Antagonismus von «Abendland», der Heimat des herrschenden zivilisierten Kapitalismus, und «Islamismus», der sich auf einen blutigen Terrorismus bezieht, erscheinen auf der einen Seite mörderische, bewaffnete Banden oder hoch aufgerüstete Individuen, die ihre Fahnen schwingen, um dem Leichnam irgendeines Gottes Gefolgschaft zu verschaffen. Auf der anderen Seite werden im Namen der Menschenrechte und der Demokratie barbarische internationale Militärexpeditionen geführt, die ganze Staaten zerstören (Jugoslawien, Irak, Libyen, Afghanistan, Sudan, Kongo, Mali, Zentralafrika …) und Tausende von Opfern fordern, ohne mehr zu erreichen, als dass mit den korruptesten Banditen ein prekärer Frieden über Brunnen, Bergwerke, Nahrungsmittel und jene Enklaven ausgehandelt wird, in denen die Multis florieren.

Es ist eine Verfälschung, diese Kriege und ihre kriminellen Auswirkungen als zentralen Widerspruch der gegenwärtigen Welt darzustellen. Die Armeen und Polizeien des «Kriegs gegen den Terrorismus», die bewaffneten Banden, die sich auf einen tödlichen Islamismus berufen, und alle Staaten gehören heute der gleichen Welt an, einem räuberischen Kapitalismus.

Verschiedene pathologische Identitäten fühlen sich allen anderen überlegen, streiten sich in dieser vereinheitlichten Welt heftig um die Überbleibsel lokaler Herrschaft. Man findet in der gleichen Welt, in der die Interessen der Handelnden überall die gleichen sind, die liberale Version des Abendlands, die autoritäre und nationale Version Chinas oder Russlands unter Wladimir Putin, die theokratische Version der Arabischen Emirate, die faschistoide Version der bewaffneten Banden … Die Bevölkerungen werden überall aufgefordert, uneingeschränkt jene Version zu verteidigen, die die lokalen Mächte stützen.

Das wird so weitergehen, solange der wahre Universalismus – wenn die Menschheit ihr eigenes Geschick in die Hand nimmt und sich so die Idee des Kommunismus historisch-politisch neu und entscheidend verkörpert – seine Macht auf dem globalen Terrain nicht entfalten kann, es ihm also nicht gelingt, die Unterjochung der Staaten durch die Oligarchie der Besitzenden und deren Bediensteten, die monetäre Abstraktion und schliesslich die Identitäten und Gegenidentitäten, die den menschlichen Geist verwüsten und den Tod anrufen, aufzuheben.

Gegen «Charlie Hebdo»

Der linken Revolte der Achtundsechziger entsprungen, ist die Zeitschrift «Charlie Hebdo», wie zahlreiche Intellektuelle, PolitikerInnen, «neue Philosophen», machtlose Ökonominnen und diverse Unterhalter, eine zugleich ironische und fieberhafte Verteidigerin der Demokratie geworden, der Republik, des Laizismus, der Meinungsfreiheit, des freien Unternehmertums, befreiter Sexualität, des freiheitlichen Staats, kurzum: der herrschenden politischen und moralischen Ordnung.

Seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wird allerdings ein neuer Feind im Innern konstruiert: «der Muslim». Diese Konstruktion hat sich im Gleichschritt mit der Etablierung verschiedener erbärmlicher Gesetze vollzogen, von der Einschränkung der Meinungsfreiheit über die pedantische Kontrolle von Kleidern und Verbote hinsichtlich der Geschichtsschreibung bis hin zu neuen Befugnissen für die Polizei. Diese Konstruktion hat sich zudem mit dem unaufhaltsamen Aufstieg des Front National, der seit dem Algerienkrieg freizügig und offen einen kolonialen Rassismus praktiziert, in einer Art Konkurrenz von «links» vollzogen. Was auch immer die unterschiedlichen Gründe sein mögen, Tatsache ist, dass sowohl «der Muslim» zu Zeiten Mohammeds wie auch der heutige das schlechte Objekt der Begierde von «Charlie Hebdo» geworden ist. Den Muslim mit Sarkasmus zu überhäufen und über seine Gestalt zu lachen, ist der Geschäftszweck dieses schmierigen «humoristischen» Magazins geworden, so wie man sich vor knapp einem Jahrhundert mit dem Namen «Bécassine» über die armen Bauernmädchen (die damals Christinnen waren) lustig machte, die aus der Bretagne nach Paris gekommen waren, um die Hintern der Bürgerkinder abzuwischen.

Die französische Identität

In diesem Krieg der Identitäten versucht Frankreich, sich durch ein Totem eigener Erfindung hervorzuheben: die «demokratische und laizistische Republik» oder den «republikanischen Pakt». Diesem Totem huldigt die etablierte parlamentarische Ordnung in Frankreich – zumindest seit ihrem Gründungsakt 1871, als 20 000 ArbeiterInnen der Commune in den Strassen von Paris durch Adolphe Thiers, Jules Ferry, Jules Favre und andere Grössen der «republikanischen» Linken abgeschlachtet wurden. Dieser «republikanische Pakt», um den sich viele Exlinke, auch «Charlie Hebdo», geschart haben, hat immer den Verdacht gehegt, dass sich schreckliche Dinge in den Vorstädten, in den Fabriken der Peripherie, in den schummrigen Bistros der Banlieues vollziehen. Die Republik hat immer starke Polizeibataillone an diese Orte geschickt und unter unzähligen Vorwänden die Gefängnisse mit jungen, anrüchigen, schlecht ausgebildeten Männern, die in den Banlieues leben, gefüllt. Die Republik hat auch die Massaker und neuen Formen der Sklaverei vervielfacht, die zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Kolonialreich nötig waren.

Eine beträchtliche Anzahl der Jungen, die unsere Banlieues bevölkern, haben proletarische Eltern afrikanischer Herkunft oder sind selbst aus Afrika gekommen, um zu überleben. Sie gehören deshalb, folgerichtig, oft der islamischen Religion an. Kurzum, sie sind zugleich Proletarier und Kolonisierte – zwei Gründe, ihnen zu misstrauen und mit repressiven Massnahmen zu begegnen.

Nehmen wir an, Sie seien ein junger Schwarzer oder ein Junge mit arabischem Aussehen oder auch eine junge Frau, die – schlichtweg, um sich gegen das Verbot aufzulehnen – entschieden hat, die Haare zu bedecken. Es besteht eine sieben- bis achtmal grössere Wahrscheinlichkeit, dass Sie durch die demokratische Polizei auf den Strassen angehalten und aufs Polizeirevier gebracht werden, als wenn Sie wie ein Franzose aussehen, das heisst die Gesichtszüge von jemandem haben, der vermutlich weder proletarisch ist noch aus den Kolonien stammt. Und auch nicht Muslim ist.

«Charlie Hebdo» bellt also in gewissem Sinn mit polizeilichem Gebaren in jenem «amüsanten» Stil von Witzchen mit sexuellem Beigeschmack. Das ist nichts Neues. Betrachten wir nur die Obszönitäten Voltaires gegenüber Jeanne d’Arc: Seine «Jungfrau von Orleans» (1752) ist «Charlie Hebdo» durchaus angemessen. Dieses schmierige Gedicht gegen eine Heldin, die bewunderungswürdig christlich ist, erlaubt uns zu sagen, dass die wahren und starken Aufklärer des kritischen Denkens nicht durch diesen Voltaire aus der Gosse vertreten werden.

Es verdeutlicht die Weisheit von Robespierre, als er all jene verurteilte, die die antireligiöse Gewalt zum Herzen der Revolution machen wollten und damit lediglich erreichten, dass viele Menschen ihre Gefolgschaft aufkündigten und der Bürgerkrieg ausbrach. Denn daran scheidet sich die demokratische französische Meinung: Entweder steht man, bewusst oder unbewusst, auf der Seite des immer progressiven und wirklich demokratischen Rousseau oder auf der Seite des Geschäftemachers und Spitzbuben, des reichen, skeptischen Spekulanten und Lüstlings, der wie ein böser Geist in Voltaire sass, der übrigens gelegentlich auch wirkliche Kämpfe austrug.

Das faschistische Verbrechen

Und die drei jungen Franzosen, die die Polizei so schnell getötet hat? Die drei jungen Männer haben ein Verbrechen verübt, das man meines Erachtens als Verbrechen faschistischen Typs charakterisieren muss. Ein solches faschistisches Verbrechen hat drei Merkmale.

Zuerst einmal ist es gezielt und keine blinde Tat, denn die Motivation ist eine ideologische, und zwar eine faschistische, das heisst, das Verbrechen bezieht sich strikt auf Merkmale der Identität: national, rassisch, ethnisch, der Kleidung, religiös … Im vorliegenden Fall sind die Mörder antisemitisch. Öfter zielt das faschistische Verbrechen auf Publizisten, auf Journalistinnen, auf Intellektuelle oder Schriftsteller, die die Mörder als RepräsentantInnen der Gegenseite betrachten. Im vorliegenden Fall also «Charlie Hebdo».

Zweitens ist das faschistische Verbrechen extrem gewalttätig, spektakulär, weil es die Idee einer absoluten und kalten Entschiedenheit aufzwingen möchte, die im Selbstmordattentat auch die Möglichkeit des Tods der Mörder einschliesst. Das ist der Aspekt «Es lebe der Tod!», die nihilistische Haltung dieser Aktionen.

Drittens hat dieses Verbrechen durch seine gewaltige Grösse, seinen Überraschungseffekt, sein jede Norm sprengendes Mass einen Effekt des Terrors erzielt. Damit hat es aufseiten des Staats und der öffentlichen Meinung unkontrollierte Reaktionen, die sich ganz auf eine rachsüchtige Gegenidentität beziehen, hervorgerufen, die in den Augen der Verbrecher und ihrer Auftraggeber nachträglich symmetrisch das blutige Attentat rechtfertigen. Und genau dies ist geschehen. In diesem Sinn hat das faschistische Verbrechen eine Art Sieg errungen.

Der Staat und die Meinung

Von Anfang an hat sich der Staat des faschistischen Verbrechens in einer masslosen und höchst gefährlichen Art bedient, weil er in das Register des weltweiten Kriegs die Identität eingeschrieben hat. Dem «fanatischen Muslim» hat man schamlos den guten demokratischen Franzosen gegenübergestellt.

Die Verwirrung erreichte ihren Höhepunkt, als der Staat geradezu autoritär zur Demonstration aufrief. Es fehlte nur noch, dass Premierminister Manuel Valls in Betracht gezogen hätte, die Abwesenden einzusperren. Und die Menschen, nachdem sie ihren identitären Gehorsam unter dem Banner der Trikolore gezeigt hatten, zu ermahnen, sich daheim zu verkriechen oder ihre ReservistInnenuniformen hervorzuholen und dem Signalhorn in Syrien zu folgen.

Sprechen wir also von der Meinungsäusserungsfreiheit. Während der ersten Tage dieser Geschehnisse war es praktisch unmöglich, auf das, was geschehen war, anders zu reagieren, als in den Jubelchor über unsere Freiheiten und unsere Republik einzustimmen, die Korrumpierung unserer Identität durch die jungen islamistischen ProletarierInnen und die so schrecklich verschleierten jungen Frauen zu verfluchen und sich männlich auf den Krieg gegen den Terrorismus vorzubereiten. Man hörte sogar den folgenden Ruf, bewundernswert in seiner ausdrucksvollen Freizügigkeit: «Wir sind alle Polizisten.»

Es versteht sich, dass das Gesetz unseres Lands in Wahrheit dem Einheitsdenken und der furchtsamen Unterwerfung entspricht. Aber besteht insbesondere die Freiheit – jene des Denkens, der Meinungsäusserung und der Aktion inbegriffen, ja die des Lebens schlechthin – wirklich darin, Hilfskräfte der Polizei zu werden für die Treibjagd auf eine Handvoll als Faschisten Klassifizierter, die umfassende Denunziation bärtiger oder verschleierter Verdächtiger voranzutreiben und die düsteren Banlieues andauernd zu verdächtigen, jene Erbschaften der Vorstädte, wo man andernfalls ein Gemetzel wie dasjenige an der Commune von 1871 veranstaltet? Oder besteht die zentrale Aufgabe der Emanzipation, der öffentlichen Freiheit, nicht darin, möglichst gemeinsam mit den jungen ProletarierInnen der Banlieues zu handeln, möglichst gemeinsam mit jungen Frauen zu handeln, ob verschleiert oder nicht, was keine Rolle spielt im Rahmen einer neuen Politik, die sich an keine Identität richtet («ProletarierInnen haben kein Vaterland») und die egalitäre Form einer Humanität vorbereitet, die sich ihrer wahren Bestimmung bemächtigt? Einer Politik, die rational in Betracht zieht, dass unsere unerbittlichen Herren, die reichen Herrscher unseres Schicksals, endlich verabschiedet werden?

Es gibt in Frankreich seit längerem zwei Demonstrationsformen: jene unter der roten Fahne und jene unter der Trikolore. Glauben Sie mir: Ohne die kleinen faschistischen Banden identitären und mörderischen Typs zu verharmlosen – ob sie sich auf sektiererische Formen des Islam, auf die nationale Identität oder auf die Überlegenheit des Abendlands berufen: Wirksam sind nicht die von unseren führenden Köpfen herbeibefohlenen und ausgenützten Trikoloren. Sondern es sind die anderen Banner, die roten, die man wieder hervorholen sollte.

Erweiterte und bearbeitete Fassung eines 
am 27. Januar 2015 in der Zeitung «Le Monde» erschienenen Beitrags. Aus dem Französischen von Stefan Howald.

Ein anstössiger Philosoph

Alain Badiou (78) ist Philosoph, Mathematiker und Romancier. Er gilt als einer der bedeutendsten sowie kontroversesten politisch-philosophischen Denker der Gegenwart und als Verfechter der kommunistischen Idee.

Badiou lehrte an der École normale supérieure und ist als Mitbegründer der Bürgerrechtsorganisation Organisation politique politisch aktiv. Als Grundlagenwerke seines philosophischen Denkens gelten «Das Sein und das Ereignis» (1988/2005) und «Logiken der Welten. Das Sein und das Ereignis 2» (2006/2010). Auf Deutsch erschienen zuletzt «Kino. Gesammelte Schriften zum Film» (2014) und «Pornografie der Gegenwart» (2013/14).

https://www.woz.ch/-59ec

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  • Wenn der Kolonialismus das Hauptproblem wäre, dann müsste man dazusagen, dass auch Muslime immer noch Kolonialherren sind – und nicht eben sonderlich „menschliche“.
  • Islamischer Dschihad und islamische Gewalt; die Billigung von Sexsklaverei; die Entmenschlichung von Frauen; Hass auf Nichtmuslime und deren Verfolgung – all das ist in der islamischen Welt seit jeher gang und gäbe, schon seit der Gründung dieser Religion. Man leugnet alles und macht „die Ungläubigen“ für alles verantwortlich.
  • Ist es vielleicht Amerika, das diese Männer dazu anhält, ihre Frauen oder Schwestern als Menschen zweiter Klasse zu behandeln? Wenn wir den Westen für das kritisieren wollen, was in der muslimischen Welt passiert, dann sollten wir ihn dafür kritisieren, dass er nicht mehr tut, diese Grausamkeiten zu stoppen.
  • Wer versucht, den Schaden zu leugnen, den die islamische Ideologie der muslimischen Welt zugefügt hat, und gleichzeitig dem Westen die Schuld an den islamischen Gräueln gibt, wird den Muslimen niemals helfen, sich ihr Versagen einzugestehen und fortschrittliche Lösungen für ihre Probleme zu entwickeln.

Jedes Mal, wenn über ISIS, Boko Haram, den Iran oder irgendeine andere Terrorgruppe der muslimischen Welt diskutiert wird, neigen viele Leute dazu, den Westen für die von diesen verübten Verwüstungen und Morde verantwortlich zu machen. Nichts könnte von der Wahrheit weiter entfernt sein. Den westlichen Nationen die Schuld für die in der muslimischen Welt anzutreffenden Versäumnisse zuzuschieben, zeugt von Fanatismus und ist nichts anderes als ein Versuch, die Schuld zu verlagern und uns daran zu hindern, die wirklichen Wurzeln des Problems zu verstehen.

Die Idee, dass der Westen schuld daran sei, dass diese islamischen Terrorgruppen Frauen entführen, um sie als Sexsklavinnen bzw. „Ehefrauen“ zu verkaufen; daran, dass sie Massenkreuzigungen und Zwangskonversionen durchführen; daran, dass sie massenhaft unschuldige Menschen enthaupten; daran, dass sie religiöse Minderheiten ausrotten wollen und unersetzliche archäologische Stätten zerstören – diese Idee ist haarsträubend, beleidigend und falsch.

Westliche Staaten versuchen – wie viele andere Staaten auch –, die Sicherheit ihrer Bürger zu bewahren. Dafür benötigen sie als Partner friedliche Staaten, mit denen sie wirtschaftliche und diplomatische Beziehungen pflegen können. Was sie nicht brauchen, sind genozidale Terrorgruppen, die in weiten Teilen der muslimischen Welt Leben, Frieden und Stabilität zerstören.

Auch haben westliche Staaten demokratische und humanitäre Werte, die die islamischen Staaten nicht besitzen. Die religiösen und historischen Erfahrungen, die die westliche Welt und die islamische jeweils gemacht haben, sind voneinander so grundlegend verschieden, dass sich in den beiden Welten völlig verschiedene Kulturen und Werte etabliert haben.

Der Westen hat, aufbauend auf jüdischen, christlichen und säkularen Werten, eine viel menschlichere, freiere und demokratischere Kultur erschaffen. Die Kultur hingegen, die die muslimische Welt traurigerweise unter dem islamischen Gesetz der Scharia erschaffen hat, ist frauenfeindlich, gewalttätig und totalitär.

Das bedeutet nicht, dass der Westen perfekt und ohne Sünde wäre. Er verübt immer noch schreckliche Verbrechen: Europa trägt die Schuld auf sich, der Ermordung von sechs Millionen Juden im Holocaust den Weg geebnet zu haben, und immer noch beschützt es nicht seine jüdischen Gemeinden. Selbst in unserer Zeit hängen viele europäische Staaten einer verdrehten Logik an, die sie dazu bringt, die Hamas anzuerkennen, die offen sagt, dass sie einen Völkermord an den Juden verüben will.

Und der Westen trägt die Verantwortung für das, was auf seinem Boden passiert – etwa seine Unfähigkeit, europäische Frauen vor muslimischen Vergewaltigern zu beschützen. Diese Männer sind nach Europa gezogen, um von den dortigen Möglichkeiten und Privilegien zu profitieren, doch statt der europäischen Bevölkerung und den Regierungen dankbar zu sein, vergewaltigen sie die dortigen Frauen und versuchen, ihnen das islamische Gesetz der Scharia aufzuzwingen.

Wenn wir den Westen für das kritisieren wollen, was in der muslimischen Welt passiert, dann sollten wir ihn dafür kritisieren, dass er nicht mehr tut, diese Grausamkeiten zu stoppen.

Der Westen, allen voran die USA, sollte all seine Macht nutzen, um diesen Verbrechen Einhalt zu gebieten – das gilt insbesondere für die Genozide, die in der muslimischen Welt an Juden, Christen und anderen Nichtmuslimen verübt werden.

Auch sollten wir die westlichen Staaten – und auch andere, wie etwa die Vereinten Nationen und ihren verzerrten Bericht über den Gazakrieg – für die Unterstützung kritisieren, die sie denjenigen zukommen lassen, die stolzen Hauptes Terrorangriffe auf israelische Zivilisten verüben. Und wir sollten den Westen dafür kritisieren, dass er dem Staat Israel im Angesicht genozidalen Judenhasses nicht beisteht.

Wir sollten den Westen dafür kritisieren, dass er den islamischen Antisemitismus in Europa immer weiter wachsen lässt und so das Leben der Juden unerträglich macht, Tag für Tag.

Wir sollten den Westen dafür kritisieren, dass er seit über 40 Jahren die türkische Besatzung Nordzyperns akzeptiert, ohne zu murren.

Auch sollten wir den Westen dafür kritisieren, dass er das Schicksal der Kurden, eines verfolgten und staatenlosen Volkes, der Türkei, dem Iran, dem Irak, Syrien und nun auch noch dem Islamischen Staat auf Gedeih und Verderb ausgeliefert hat. Erst vor wenigen Tagen, am 25. Juni, wurden bei einem weiteren tödlichen Anschlag des IS in Kobane viele Dutzend Menschen getötet und verwundet.

Vor allem aber sollten wir die derzeitige US-Regierung dafür kritisieren, dass sie nicht willens ist, ernsthaft zu handeln, um ISIS, Boko Haram und andere islamische Gruppen zu stoppen. [1]

Man könnte diese Liste endlos fortsetzen. Alles andere als realistisch wäre hingegen die Behauptung, diese Gruppen und Regimes hätten die Lehren ihrer Religion alle auf genau dieselbe Art missverstanden.

Es wäre ebenfalls nicht realistisch zu behaupten, der Westen hätte die vielen Hundert islamischen Terrorgruppen ins Leben gerufen, die es überall in der muslimischen Welt gibt.

Die Frage lautet also: Wer oder was hat all diese terroristischen Gruppen und Regimes erschaffen?

In fast allen Teilen der muslimischen Welt grassiert eine systematische Diskriminierung – bis hin zum Mord. Das trifft insbesondere Frauen und Nichtmuslime. Extremistische islamische Organisationen sind jedoch nicht die einzigen Täter. Viele muslimische Zivilisten, die keinerlei Verbindungen zu islamistischen Organisationen haben, verüben solche Angriffe täglich. Dschihad (Krieg im Dienste des Islam) und die Unterwerfung von Nichtmuslimen sind in den Schriften und der Geschichte des Islam tief verwurzelt.

Seit dem siebten Jahrhundert haben muslimische Armeen stets die Gebiete von Juden, Christen, Hindus und Buddhisten überfallen und erobert. Seit nunmehr 1.400 Jahren führen sie ihren Dschihad – islamische Raubzüge – gegen andere Religionen.

Viele Menschen sind berechtigterweise schockiert von der Barbarei des IS, doch der islamische Dschihad ist nicht etwas, was allein dem IS eigentümlich wäre. Der gewaltsame Dschihad ist eine jahrhundertealte Tradition der islamischen Ideologie. Der IS ist nur eine der dschihadistischen Armeen des Islam. Es gibt ihrer viele.

All dies ist ein Problem des Islam. Der freie Westen hat absolut nichts mit der Schöpfung und Aufrechterhaltung dieser Kultur der Unfreiheit zu tun.

Vielmehr ist er selbst immer das Opfer der islamischen Feldzüge und imperialistischen Bestrebungen gewesen: Über Jahrhunderte waren christliche Völker Europas den Invasionen und der Unterdrückung des Osmanischen Reichs ausgesetzt. Der Untergang des Byzantinischen Reichs markierte den Höhepunkt des islamischen Dschihad gegen die Länder der Christenheit. Viele Regionen Europas – u.a. die der heutigen Staaten Griechenland, Bulgarien, Albanien, Bosnien, Kroatien, Ungarn, Serbien und Zypern – wurden von den osmanischen Armeen überfallen und besetzt. Andere Ziele der islamischen Eroberer, darunter etwa Venedig, Österreich und Polen, mussten ihre Territorien in blutigen Kriegen beschützen.

Die historischen und gegenwärtigen Übel in der muslimischen Welt sind also keine, die von außen „importiert“ worden wären; es handelt sich um innere kulturelle und politische Probleme, die die muslimischen Regimes und Völker seit Jahrhunderten immer wieder reproduzieren.

Die Zeitschrift The Week listete kürzlich einige der Dinge auf, die Frauen in Saudi-Arabien nicht dürfen: Saudische Frauen dürfen nicht „ohne einen männlichen Aufpasser irgendwo hingehen; ein Bankkonto ohne Zustimmung des Ehemanns eröffnen; ein Auto fahren; an Wahlen teilnehmen; Schwimmen gehen; an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen; beim Einkauf Kleider anprobieren; einen Friedhof betreten; ein unzensiertes Modemagazin lesen; eine Barbiepuppe kaufen – usw. usf..“

Natürlich steht in islamischen Schriften nichts über Autos, Modemagazine oder Barbiepuppen, aber es gibt dort genug, was anzeigt, warum diese und andere Missstände überall in der islamischen Welt verbreitet sind, und warum die Geistlichen, Imame und Muftis sie billigen.

Um das alles zu begreifen, muss man verstehen, wie die von der islamischen Theologie gezogenen Linien den Boden bereiten, auf dem diese Art der Diskriminierung reift, warum sie gepflegt und wie sie propagiert wird.

Saudi-Arabien ist nicht das einzige muslimische Land, in dem Frauen entmenschlicht werden. Überall in der muslimischen Welt – auch in der Türkei, die als eines der „liberalsten“ muslimischen Länder gilt – werden beständig Frauen von ihren Ehemännern, Ex-Männern, Freunden, Vätern, Brüdern oder anderen Männern missbraucht oder getötet. [2]

Ist es vielleicht Amerika, das diese Männer dazu anhält, ihre Frauen oder Schwestern als Menschen zweiter Klasse zu behandeln?

Ist es wirklich der Westen, der sie daran hindert, Menschenrechte zu achten und ihre politischen Angelegenheiten auf diplomatische und friedliche Weise zu regeln? Sind Muslime zu dumm, vernünftige Entscheidungen zu treffen und verantwortungsvoll zu handeln? Warum sollten Amerikaner oder Europäer dem Rest der Welt Böses wünschen?

Westliche Nationen zu dämonisieren – und das sogar ihres kulturellen, wissenschaftlichen und rationalen Fortschritts zum Trotz –, ist schlicht und einfach Rassismus.

„Der Glaube, dass der Westen immer schuldig sei, ist eine von einem Dutzend schlechter Ideen für das 21. Jahrhundert“, schrieb der australische Pastor Dr. Mark Durie einmal. „Diese irrationale und schädliche Idee wird heutzutage in vielen Schulen gelehrt und ist mittlerweile in vieler Leute Weltanschauung eingewoben. Es ist im Wesentlichen eine Strategie, um andere zum Schweigen zu bringen und kritisches Denken zu sabotieren.“

Ein anderes Phänomen, das Leute daran hindert, die Wurzeln der Konflikte in der muslimischen Welt zu verstehen, ist der „moralische Relativismus“ – ein politisch korrekter Ausdruck, der in Wirklichkeit moralische Feigheit meint.

Den „moralischen Relativismus“ zu verteidigen und zu sagen: „Alle Kulturen sind gleich“, ist nichts anderes, als zu sagen, eine Kultur, die dazu anstiftet, Kinder zu verheiraten, Frauen zu schlagen und Mädchen auf Sklavenmärkten zu verkaufen, habe denselben Wert wie eine Kultur, die Frauen respektiert, ihre Rechte anerkennt und mutwillige Gewalt ablehnt.

Ein anderes beliebtes Ziel für diejenigen, die andere für das Versagen der muslimischen Welt verantwortlich machen wollen, ist die frühere britische Kolonialherrschaft.

Wenn der Kolonialismus jedoch das Hauptproblem wäre, dann müsste man dazusagen, dass auch Muslime immer noch Kolonialherren sind – und darüber hinaus nicht eben sonderlich „menschliche“. Die muslimischen Kolonisatoren scheinen noch nicht einmal viel zur Kultur der Länder beigetragen zu haben, die sie überfallen und kolonisiert haben. Im Gegenteil haben sie den Fortschritt in den von ihnen kolonisierten Gebieten gebremst. Die Druckerpresse z.B. erreichte erst knapp 200 Jahre nach ihrer Verbreitung in Europa die Provinzen des Osmanischen Reichs.

„Bücher … untergraben die Macht derer, die das mündlich überlieferte Wissen kontrollieren, da sie dieses Wissen jedem zur Verfügung stellen, der lesen kann“, schreiben die Professoren Daron Acemoglu und James Robinson. „Dies bedrohte den herrschenden Status quo, in welchem Wissen von den Eliten kontrolliert wurde. Die osmanischen Sultane und religiösen Autoritäten fürchteten die schöpferische Zerstörung, die daraus resultieren würde. Ihre Lösung bestand darin, den Buchdruck zu verbieten.“[3]

„Europäische Imperien – Briten, Franzosen, Italiener – hatten in Nordafrika und dem Nahen Osten nur eine kurzlebige Präsenz, verglichen mit der des Osmanischen Reichs, das die Region über 500 Jahre lang beherrschte“, sagt der Historiker Niall Ferguson.

„Die Kultur, wie sie heute im Größeren Nahen Osten und in Nordafrika existiert, hat sehr, sehr wenig mit der Kultur gemein, die die Europäer dort zwischen dem späten 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts zu pflanzen versuchten.“

„Man kann nicht dem Imperialismus die Schuld geben und gleichzeitig das am längsten existierende Imperium des Nahen Ostens auslassen: das Osmanische Reich, ein muslimisches Reich, dessen Anfänge viel weiter zurückreichen als die irgendeiner europäischen Großmacht.“

Auch heute noch sind muslimische Staaten in etlichen Gebieten der Welt Besatzungs- und Kolonialmächte – etwa in Kurdistan, Belutschistan und dem nördlichen Teil Zyperns, einem Mitgliedsstaat der EU.

„Eine der tragischsten Folgen der türkischen Invasion von 1974 und der darauf folgenden illegalen Besatzung von 36,2 Prozent des Territoriums der Republik Zypern“, so das Außenministerium der Republik Zypern, „ist die gewaltsame und systematische Zerstörung des kulturellen und religiösen Erbes in dem besetzten Gebiet.“

„Hunderte von historischen und religiösen Stätten in verschiedenen Regionen der besetzten Gebiete wurden zerstört, geplündert und verwüstet. Illegale ‚Ausgrabungen‘ wurden durchgeführt und kulturelle Schätze aus Museen und privaten Sammlungen gestohlen, um sie ins Ausland zu verkaufen.“

Auch in der Gegenwart sind indigene Völker Verfolgung vonseiten muslimischer Gruppen und Regimes ausgesetzt – etwa die Assyrer, die Chaldäer, die Mandäer, die Schabaken, die Kopten, die Jesiden und die Beduinen, um nur einige zu nennen.

„Ein großer Teil der Beduinenbevölkerung lebt ständig unter der Drohung der Deportation“, sagt der Wissenschaftler Ben Cohen. „Etwa 120.000 Beduinen haben keine Staatsbürgerschaft und keine der daraus resultierenden Rechte.“

„Ihre Mitglieder erhalten keine Geburts- oder Heiratsurkunde, keinen Personalausweis und keinen Führerschein. Sie erhalten keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheits- und Bildungswesen. Ihr Status zweiter Klasse bedeutet zudem, dass sie nicht vor Gericht ziehen können, um gegen ihre gut dokumentierte Diskriminierung zu klagen. Und in den seltenen Fällen, wo sie ihren Mut zusammennehmen und öffentlich protestieren – wie 2011, als Demonstranten Schilder mit Aufschriften wie ‚Ich habe einen Traum‘ trugen –, reagieren die Sicherheitskräfte mit außergewöhnlicher Brutalität und machen rücksichts- und hemmungslos von Wasserwerfern, Schockgranaten und Tränengas Gebrauch.“

Die Verbrechen gegen die Gemeinschaft der Beduinen werden nicht vom Westen oder von Israel verübt – sondern von Kuwait, einem reichen islamischen Staat, der diese schutzlosen Menschen wie Sklaven behandelt.

In Katar, einem anderen wohlhabenden islamischen Staat, „stirbt alle zwei Tage ein Gastarbeiter aus Nepal beim Bau eines Fußballstadions. … Diese Zahl berücksichtigt noch nicht die Todesfälle unter den Arbeitern aus Indien, Sri Lanka und Bangladesch. … Nach Angaben von Nepals Agentur zur Förderung der Beschäftigung im Ausland sind zwischen Januar und Mitte November [letzten Jahre] 157 von dessen Arbeitern in Katar gestorben. 2013 lag die Zahl bei 168.“

Die Familie eines in Katar verstorbenen nepalesischen Gastarbeiters bereitet sich auf die Beerdigung vor. Nepalesische Arbeiter in Katar werden gezwungen, unter gefährlichen Bedingungen zu arbeiten, alle zwei Tage stirbt einer von ihnen. (Foto: Video-Screenshot des Guardian)

„In Libyen kann nur Staatsbürger werden, wer arabischer Abstammung ist“, berichtet der Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR). „Auch viele Achdam im Jemen, eine kleine ethnische Minderheit, die möglicherweise Nachfahren afrikanischer Sklaven sind, können Berichten zufolge nicht die Staatsbürgerschaft erwerben.“

Ist das keine Apartheid?

In Kuwait können nur muslimische Antragsteller die Staatsbürgerschaft bekommen; Libyens Staatsbürgerschaftsgesetz sieht vor, dass jemandem die Staatsbürgerschaft entzogen werden kann, wenn er vom Islam zu einer anderen Religion konvertiert.

Ist das keine Apartheid? Apartheidsgesetze herrschen offensichtlich vielerorts in der muslimischen Welt.

Wer versucht, den Schaden zu leugnen, den die islamische Ideologie der muslimischen Welt zugefügt hat, und gleichzeitig dem Westen die Schuld an den islamischen Gräueln gibt, wird den Muslimen niemals helfen, sich ihr Versagen einzugestehen und fortschrittliche Lösungen für ihre Probleme zu entwickeln.

„Die gesamte muslimische Welt hat weniger Nobelpreisträger hervorgebracht als das Trinity College in Cambridge. Allerdings hat sie im Mittelalter große Leistungen vollbracht“, schrieb der Evolutionsbiologe Richard Dawkins einmal auf Twitter (dafür wurde er von anderen Twitternutzern mit Kritik überhäuft).

Wie es aussieht, schafft ein Reichtum an Ölvorkommen, der im Pro-Kopf-Maßstab alles in den Schatten stellt, was die westlichen Staaten zu ihrer Verfügung haben, keine führenden Wissenschaftsnationen.

Was hält die Muslime zurück, wo sie doch den unvergleichlichen Vorteil von Bodenschätzen auf ihrer Seite haben? Warum fand die wissenschaftliche Revolution nicht in der muslimischen Welt statt? Warum ist ein so großer Teil der islamischen Geschichte von aggressivem Dschihad geprägt?

Islamischer Dschihad und islamische Gewalt; die Billigung von Sexsklaverei; die Entmenschlichung von Frauen; Hass auf Nichtmuslime und deren Verfolgung – all das ist in der islamischen Welt seit jeher gang und gäbe, schon seit der Gründung dieser Religion.

Zahlreiche in den islamischen Schriften verewigte Lehren und die Biografien des Religionsstifters haben die Rahmenbedingungen geschaffen, unter denen all diese Missstände nicht nur vorkommen, sondern in gigantischem Maßstab unter Schutz gestellt werden. Sie sind die Lehren, die zur Kultur der muslimischen Welt geworden sind.

Traurigerweise haben die meisten Muslime viel Zeit, Energie und Ressourcen auf das Töten und Zerstören verwendet, nicht aber – wenn man von dem überwältigenden künstlerischen Prunk einiger Zivilisationen absieht – auf wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritt.

Scheich Hamad bin Jassim bin Jaber al-Thani, der ehemalige Ministerpräsident von Katar, sagte kürzlich, Behauptungen, wonach Katar für das Recht, die Fußball-WM 2022 auszutragen, Bestechungsgelder gezahlt habe, seien „nicht fair“ und wurzelten in der Islamophobie des Westens und seinem Rassismus gegenüber Arabern.

Wie die jüngsten Entwicklungen zeigen, war er derjenige, der – im günstigsten Fall – „falsch informiert“ war.

Leugne alles und mache „die Ungläubigen“ für deine Unzulänglichkeiten verantwortlich. Nichts ist wichtiger als deine Ehre, und nichts schlimmer als deine Schande.

Sollten die Muslime den Wunsch haben, eine bessere Zukunft zu schaffen, dann hält uns niemand davon ab, außer uns selbst. Wir müssen lernen, unsere Gegenwart und Vergangenheit kritisch zu untersuchen.

Menschenrechtsaktivisten und Akademiker im Westen belügen die Muslime über ihre Kultur und beschimpfen und bedrohen Amerika, Europa oder „den Zionismus“ wegen der Probleme der Muslime; davon können niemals positive Entwicklungen für die muslimische Welt ausgehen. Es sind die islamische Kultur und die religiöse Ideologie, die für diese Probleme verantwortlich sind.

Wenn es in der muslimischen Welt jemals eine Aufklärung, Reformation oder Renaissance geben sollte, dann können nur ein ungetrübter Blick und schonungslose Fragen der Anfang davon sein.

Uzay Bulut, als Muslimin geboren und aufgewachsen, ist eine türkische Journalistin und lebt in Ankara.


[1] Das gilt auch für die Muslimbruderschaft, die Islamische Republik Iran, al-Qaeda, Al-Badr, al-Gama’a al-Islamiyya, den Islamischen Dschihad, die al-Nusra Front, Hizb-ut-Tahrir, Al Ghurabaa, Al-Itihaad al-Islamiya, Al-Mourabitoun, die Abdullah-Azzam-Brigaden, Jaish al-Muhajireen wal-Ansar, Jamaat Ul-Furquan, Jamaat-ul-Ahrar, Jamaat-ul-Mujahideen Bangladesch, Jamiat al-Islah al-Idzhtimai, die Front der Vorkämpfer für den Islamischen Großen Osten, Al-Shabaab, Abu Sayyaf, Tehreek-e-Nafaz-e-Shariat-e-Mohammadi und die Oberste Majlis ul-Shura-Armee der Vereinigten Mudschaheddinstreitkräfte des Kaukasus, um nur einige wenige zu nennen.

[2] Siehe: „Gender Equality Gap Greatest in Islamic Countries, Survey Shows“ von Patrick Goodenough, 29. Oktober 2014; „The Treatment of Women In Islam“ von Rachel Molschky, 7. Oktober 2013; „Women Suffer at the Hands of Radical Islam“ von Raymond Ibrahim, 9. Januar 2014; „As Muslim women suffer, feminists avert their gaze“ von Robert Fulford, National Post. Die renommierte türkische Journalistin Ayse Onal schreibt ihrem Buch Honour Killing: Stories of Men Who Killed, allein in der Türkei werde im Durchschnitt jeden Tag ein Ehrenmord verübt – 1.806 wurden zwischen 2000 und 2005 registriert.

[3] Acemoglu Daron und James Robinson: Warum Nationen scheitern. Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut, Frankfurt a.M. 2014.

http://de.gatestoneinstitute.org/6072/graeuel-muslimischen-welt

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  29.06.2015   Achgut.com

Warten auf 2050

Wir befinden uns im Weltkrieg gegen den Terror, meint Stefan Aust in der WELT – “besiegen” können den Jihadismus aber “nur die Muslime selbst”:

Wirklich nur die Muslime selbst? Das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Islam, in die “peace-keeping mission” von Moscheen und Imamen in Deutschland gegenüber dem gewaltbereiten Islamismus, erscheint ungefähr so naiv, wie vor 40 Jahren die Vorstellung eines “mäßigenden” Einflusses der SPD (oder “gemäßigter Linker”) auf die RAF, oder vor 80 Jahren der Einfluß der Konservativen auf die Nazis gewesen wäre. Eine auf Jahrzehnte angelegte, viel Papier, manche neue Lehrstühle und zahllose Dialogveranstaltungen produzierende Strategie, aber ohne jede Aussicht auf Erfolg. Denn zugleich – allen islamischen Gräueln zum Trotz – wächst die Anziehungskraft dieser Religion auf allen Kontinenten – 2050 wird der Islam 2050 die stärkste Religion weltweit sein – und erhöht damit die Siegeszuversicht der Muslime.

Insbesondere jener, die mit Khomeini der Auffassung sind, dass “der Islam es allen erwachsenen Männern zur Pflicht macht, sich für die Eroberung bereit zu machen, auf dass dem Wort des Islam in jedem Lande Folge geleistet werde”. Warum sollten gerade sie sich in einen innerislamischen Linienkampf stürzen, wenn es trotz Terrors und trotz des “IS” doch unterm Strich so gut für den Islam läuft? Und haben Fatwas oder eine “theologische” Verurteilung von angeblicher religiöser “Abweichung” schon jemals die irrenden Fanatiker oder “Abweichler” von ihrem Kurs abgebracht und zur Umkehr gezwungen?

Auf islamische Selbstheilung zu vertrauen, während die islamistische Ansteckungsgefahr zunimmt, ist bei weitem der gefährlichste Therapievorschlag angesichts der erschreckenden Faszination, derer sich der Islamismus und der Jihadismus derzeit erfreuen. Akute Massenansteckung verhindert man nur durch konsequente Isolierung und Quarantäne der Infizierten – und durch strenge Verhaltensvorschriften für den Umgang mit ihnen. Zugleich gilt das Vorbeugeprinzip gegenüber den noch nicht Angesteckten. Konkret für uns im Westen bedeutet das die strikte Unterordnung aller Religionen einschließlich des Islam unter die gültige Rechtsordnung und unter das Säkularstaatsprinzip.

Dieses verhindert, dass sich schleichend die Scharia und ihre zahllosen, zur gegengesellschaftlichen Differenz aufrufenden “göttlichen” Rechts- und Verhaltensnormen neben und über die vom Naturrecht abgeleitete Grund- und Menschenrechtsordnung unseres Landes etabliert. Man muss sich nur einfach wieder bewusst werden und es zu schätzen wissen, dass es dieses historisch begründete fundamentale Prinzip der Trennung von Religion und Politik resp. Staat überhaupt gibt. Dass es die Basis der zivilisatorischen Identität Europas darstellt. Angesichts der akuten Tendenz, alles kulturrelativistisch einzuebnen, was zu den unverhandelbaren Grundlagen der modernen europäischen Zivilgesellschaft gehört, und es mit den Werten anderer, vormoderner Kulturen “gleichzustellen”, droht dieses Wissen von der friedensstiftenden Rolle des Säkularprinzips allmählich verloren zu gehen.

Die schleichende Selbst-Entsäkularisierung des Westens ist der Kern und das Einfallstor der vielfach zu beobachtenden “Islamisierung”, die vor allem ein Projekt orientierungsloser Linker und einiger islamischer Verbandsfunktionäre ist, die sich dazu arbeitsteilig verbunden haben: “Eine gewisse Islamisierung des Abendlandes, das nach dem Tod Gottes den Glauben an sich selbst verloren hat, kann nicht nur den modernen Muslimen aufhelfen, sondern auch Europa nachhelfen” (Claus Leggewie, “Alhambra – Der Islam im Westen”, Rowohlt 1993).

Der “Weltkrieg gegen den Terror” lässt sich durch säkularstaatliche Prinzipienfestigkeit allein natürlich nicht gewinnen. Dazu bedarf es auch der Macht- und Gewaltmittel des Staates und der internationalen Staatengemeinschaft. Aber mit der Betonung und Respektierung des Säkularstaatsprinzips können wir verhindern, dass die gesellschaftlichen Immunkräfte gegen Intoleranz, Anti-Pluralismus und Machtanspruch des Scharia-Islam schwächer werden und der Islamismus/Jihadismus sich dadurch ermutigt fühlt.

Erst wenn wir unsere eigene Wertschätzung der demokratisch-säkularen Leitkultur Europas wiedergewinnen, hätten unsere Gesellschaften eine Chance, dass der Ausbreitung und dem Zusammenwachsen der inzwischen schon zahllosen Scharia-Enklaven im europäischen Alltag – von der Duldung polygamer Ehen über die Zulassung des Kopftuchs im öffentlichen Dienst bis hin zu islamisch beeinflussten Schwimm- und Speiseordnungen in staatlichen oder kommunalen Institutionen – Einhalt geboten wird.

Das wäre nicht zuletzt auch ein Segen für all jene Muslime, die aus den Ländern des realdominanten Scharia-Islam gerade wegen der dort herrschenden vormodern-kollektivistischen Unfreiheiten hierher zu uns gefunden haben.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/warten_auf_2050

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Siehe auch:

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!
I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein sozialer Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein sozialer Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären

Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell

von Meinungsumfragen vorgestellt; kein Sample jedoch wird je repräsentativ

genug sein, um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalye heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 

 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ – Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.

Der islamische Faschismus, das Elend der Postmoderne und das Verschwinden der politischen Urteilskraft

Wanderer-2015

 

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Philosophie des Eiertanzes

JAN HUISKENS

 

prodomo-online.org Ausgabe  #19 vom 03.06.2015

Der islamische Faschismus, das Elend der Postmoderne und das Verschwinden der politischen Urteilskraft

Als Angela Merkel die Deutschen sogar in ihrer traditionell richtungsweisenden Neujahrsansprache vor der Pegida-Bewegung warnte, musste auch der letzte Idiot verstanden haben, dass ausländerfeindliche Massenaufmärsche aus der Sicht des Staates unerwünscht sind. Die 17.000 Dresdner, die gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straßen gegangen waren, gelten der Kanzlerin als Volksmob, der gefährlichen Rattenfängern auf den Leim gegangen sei. Zwar beeilten sich die Politiker von links bis rechts, vor Pauschalvorwürfen gegen ihre potentielle Wählerschaft zu warnen, aber insgeheim müssen auch sie kapiert haben, dass zumindest in Ostdeutschland die Fremdenfeindlichkeit immer schon ein einigendes Band der sich bedroht und betrogen wähnenden Volksgenossen war. Allerdings ist es nicht nur aus wahlstrategischen Gründen unstatthaft, die Dresdner als das zu bezeichnen, was sie sind – autoritäre Volksfreunde –, sondern auch, weil sich die Xenophobie mit Argumenten schmückt, die einem politischen Diskurs entlehnt sind, der in respektableren Kreisen gepflegt wird. Ein Tor, wer leugnen wollte, dass Islamfeindlichkeit heute in Deutschland nur die Herzensangelegenheit der einschlägig Verrückten aus den Internetforen wäre. Publizisten aus dem tatsächlich meinungsbildenden Umfeld der liberalen Website „Achse des Guten“, konservative Transatlantiker und Abendlandschützer, aber auch antideutsche Ideologiekritiker schreiben seit Jahren gegen eine Islamisierung des Westens an. Ihnen gegenüber steht eine linke und linksliberale Öffentlichkeit, die zwar penetrant und unermüdlich im Auftrag der Staatsräson unterwegs ist, aber längst nicht mehr die Mehrheit repräsentiert, nicht einmal die der herrschenden Klasse. Der ostdeutsche Mob, der nicht nur ausländer-, sondern auch staatsfeindlich ist, hat nun die linke Dauerwarnung vor „Islamophobie“ aufgegriffen, um sich als mundtot gemachte Minderheit zu inszenieren; die linke Elite, gegen die Pegida demonstriert, bevormunde das Volk und führe damit die Demokratie ad absurdum – wobei mit „Demokratie“ selbstverständlich nicht die westlich-repräsentative, sondern die Paranoia des Volkszorns gemeint ist, der in Herrschaftspraxis übersetzt werden soll. Auch die islamfeindlichen Intellektuellen stellen sich als Hüter der Demokratie dar und gehen konsequenterweise ein Bündnis mit dem Mob ein. Henryk Broder etwa ist ein Beispiel für die absurde Situation, dass ein politischer Autor mit seiner Europa- und Islamkritik gerade bei jenem Publikum besonders beliebt ist, das ihm antisemitische E-Mails schreibt, wenn es um deutschen Antisemitismus geht. Der Konservatismus, der tendenziell immer schon fremdenfeindlich, wertekonservativ und nationalistisch war, hat in der „Berliner Republik“ nach Jahren des Außenseitertums wieder an politischem Gewicht gewonnen. Dieser Erfolg verdankt sich der Strategie, sich als Fürsprecher der vom linken Mainstream unterdrückten Opfer aufzuführen und den Marginalisierten eine politische Stimme zu verleihen. Und tatsächlich ist diese Stimme in fast allen politischen Spektren mittlerweile wieder vernehmbar. Die Regierung steckt dadurch in einer Zwickmühle: Einerseits ist der islamfeindliche Konservatismus – der auch ostzonal-staatsfeindlich daherkommen kann – fest im eigenen Wählerkreis verankert, andererseits gefährdet der politische Bodensatz dieser Strömung – von Pegida bis zu Moscheen anzündenden Neonazis – Deutschlands Bild als weltoffene, kosmopolitische Republik. Verschärfend hinzu tritt, dass die Untaten der islamischen Community ja keine Erfindungen der Islamfeinde sind, sondern die demokratische Freiheit ganz real bedrohen. Insofern ist die Regierung gezwungen, ständig hin und her zu schwanken zwischen Signalen an die verschiedenen Wählerschichten – an die konservativen Kräfte, die Zivilgesellschaftsideologen, die pro-israelischen Liberalen (einschließlich der Antideutschen) und natürlich auch an die Muslime selbst. Ein Eiertanz, der der Sache geschuldet ist.

Verdrängung der Gefahr

In dieser konflikthaften Situation ist es jedem politischen Lager ein leichtes, Konsequenzen zu fordern. Die linken Ideologen nutzen die Gunst der Stunde und denunzieren jeden, der nicht nur gegen „radikal-fundamentalistische Islamisten“ das Wort erhebt, sondern auch auf den Zusammenhang von islamischem Faschismus und islamischer Kultur verweist, ein Pegida-Aktivist im Geiste – also ein Staatsfeind – zu sein. Das musste zuletzt auch die Georg-Weerth-Gesellschaft Köln (GWG) erleben, als sie angesichts der antisemitischen Aufmärsche während des letzten Gazakrieges gegen die islamistische Vereinigung Millî Görüş demonstrierte, die unaufhörlich gegen Israel hetzt. In der vielgelesenen Online-Zeitschrift „Ruhrbarone“, die auch in israelsolidarischen Kreisen eine gewisse Reputation hat, durfte der Redakteur Sebastian Weiermann seine Meinung kundtun, die GWG sei „auf der Überholspur Richtung Pro NRW unterwegs“. Scheinheilig fragte er, „ob es wieder so weit ist, dass junge Deutsche vor Gotteshäuser von Minderheiten ziehen“, als ob die SA-Kundgebungen vor Moscheen von antisemitischen Islamverbänden abgehalten und gegen Antizionismus protestiert hätte. Die implizite Gleichsetzung der Juden mit antisemitischen Türken, die beide vielsagend als „Minderheiten“ bezeichnet werden, diente nur einem Zweck: Kritiker des islamischen Faschismus als Wiedergänger der Nazis bloßzustellen.

„Islamfeindschaft“ gilt als Makel, von dem sich sogar die Dresdner distanzieren: Man sei nicht gegen den Islam, sondern nur dagegen, dass die Muslime nach Deutschland kämen. Dass Gruppen wie die GWG sich mehrfach deutlich gegen die deutsche Abschiebepraxis positioniert haben, weil das zwar banal, aber angesichts der politischen Situation notwendig ist, hält ihre Gegner nicht davon ab, immerzu eine ideologische Nähe zu behaupten, die schlicht nicht da ist. Aus Gründen der Vernunft gegen die islamische Kultur und Religion zu sein, weil sie das Individuum unterdrücken und für den Wahn anfällig machen, der heute massenhaft zur Gewalt gegen die „Ungläubigen“ führt, bedeutet nicht, Muslime ausweisen, entrechten oder inhaftieren zu wollen. Anders als die Staatsanwaltschaft, die sehr zu Recht nur gegen Straftäter (etwa Personen, die Terroranschläge planen oder terroristische Vereinigungen unterstützen) vorgeht, richtet sich der kommunistische Kritiker gegen die Ideologie des Einzelnen, um diesen zur besseren Einsicht zu bewegen, von seinem Vorhaben abzubringen oder zumindest einzuschüchtern. Mehr kann kritische Theorie, die notwendig interventionistisch gestimmt ist, nicht ausrichten, will sie ihr aufklärerisches Erbe nicht preisgeben; zugleich aber bedeutet das, gegen den Islam nicht wirklich etwas ausrichten zu können.

Diese Ohnmacht muss bewusst gemacht werden, ohne dass dies eine Rechtfertigung dafür wäre, die bescheidenen Waffen zu strecken, über die man dann eben doch noch verfügt. Angesichts der Vernichtungswut und des imperialistischen Anspruchs des islamischen Faschismus käme das Verstummen einer gleichsam suizidalen Kapitulation gleich. Es mag im scheinbar sicheren Deutschland albern klingen, aber der „Islamische Staat“, Hamas, Hisbollah, Al Kaida, Boko Haram und nicht zuletzt der Iran sind Europa näher, als so mancher glaubt. Diese Wahnsinnigen kennen allenfalls temporäre Waffenstillstände, ihr Endziel ist – das sprechen sie immer wieder aus – die Weltherrschaft. Man sollte sich nicht täuschen und nicht beschwichtigen lassen: Auch wenn es dem IS nicht gelingt, die schwarze Fahne auf dem Weißen Haus zu hissen, wie er vollmundig verkündet, so kann er doch mit relativ einfachen Mitteln Angst, Schrecken und Tod auch in Europa verbreiten. Was schon jetzt in Nord­afrika und im Nahen Osten geschieht, ist ein gigantischer Massenmord. Dieses Grauen kleinzureden, indem die Islamfeindlichkeit, die in eben jenem Grauen auch einen rationalen Grund hat, allen Ernstes zur ebenbürtigen Gefahr erklärt wird, ist eine Form der Verdrängung, die dem islamischen Faschismus sein Werk erleichtert. Nicht zufällig führen die salafistischen Prediger, die in Deutschland durch die Talkshows tingeln, ständig das Wort „Islamophobie“ im Munde.

Der deutsche Staat jedoch glaubt noch immer, durch Handelsbeziehungen, diplomatisches Appeasement und Outsourcing des Islamismus ruhig seinen Geschäften nachgehen zu können. Konsequenterweise will man arabische Terroristen wahlweise abschieben oder in ihrer Reisefreiheit beschränken – nicht, weil man fürchtet, sie könnten in Syrien Verbrechen begehen, sondern weil sie irgendwann nach Deutschland zurückkommen. Um seine Politik ideologisch zu rechtfertigen, zieht der Staat sich seit eh und je Geisteswissenschaftler heran, die ein feines Gespür für die Nöte der Nation haben. Bezogen auf den Islam werden die plumpen Apologeten, die in den letzten Jahren so sehr genervt haben, zunehmend unbrauchbar. Es bedarf Theoretikern, die den Eiertanz beherrschen, die also auf der einen Seite Islamismus, Antisemitismus und Sexismus ablehnen, auf der anderen Seite aber den Appeasementkurs der Regierung zu legitimieren in der Lage sind. All jene, die dazwischenfunken und die Islamisten durch ungebührliches Verhalten „provozieren“ könnten, müssen stillgestellt, die Kritik am islamischen Terror in staatsmännische Hände unter universitärer Aufsicht gegeben werden.

Ein Ideologe bewirbt sich

Einer, der sich hierfür seit einigen Jahren besonders eifrig bewirbt, ist Floris Biskamp. Er war jahrelang im antideutschen Umfeld unterwegs und hat dort gelernt, dass Antizionismus und Islamismus schlecht, der „Westen“ und der Rechtsstaat aber gut sind. Die Antideutschen als intellektuelle Avantgarde des deutschen Weges in den postnazistisch-postnationalen Westen haben nolens volens Figuren wie ihn hervorgebracht, die sich besonders für den (freilich prekären) Posten des Staatsideologen eignen. Doch Biskamp ist noch in der Probezeit, er muss noch unter Beweis stellen, dass er kein Kommunist mehr ist, sondern nur die „legitimen Anteile“ der antideutschen Kritik aufgesaugt hat. Und so nutzt er jede Gelegenheit, sich von seinen ehemaligen Genossen zu distanzieren und zugleich seine Tauglichkeit für Staatszwecke unter Beweis zu stellen. Weil das nicht ausreicht, klatscht er unter jedes Elaborat, das er verfasst, noch den Hinweis, dass er bald ein akademisch zertifizierter Denker sein wird: „Floris Biskamp promoviert [sic!] über kritische Theorie, Postcolonial Studies und antimuslimischen Rassismus in Deutschland“.

Bevor es soweit ist, verlegt sich Biskamp aber auf linke und linksradikale Medien, die ihn drucken, weil sie den Jargon auch gern so gut beherrschen würden wie er selbst. Ohne Frage strebt Biskamp nach Höherem: Es soll nicht die Phase 2 sein, sondern eines Tages einmal die Zeit oder die Süddeutsche Zeitung. Einen Vorgeschmack gab er Ende November auf dem journalistischen Nachwuchsblog Publikative.org, das unter dem vielsagenden Motto „Die vierte Gewalt klärt auf!“ von der Amadeu Antonio Stiftung betrieben wird und 2013 völlig zurecht den Alternativen Medienpreis erhalten hat. Unter dem Titel „Abgründe der Israelsolidarität“ rechnete Biskamp mit den Organisatoren der Kölner Demonstration „Es gibt kein Menschenrecht auf Israelkritik!“ ab, die gegen die antizionistischen Aufmärsche im Sommer 2014 gerichtet gewesen war. Genau wie der bereits erwähnte Weiermann behauptete auch Biskamp, das temporär bestehende „Bündnis gegen Israelkritik NRW“ (in dem die GWG Mitglied war) sei „tendenziell rassistisch“. Um diesen ja doch harten Vorwurf zu begründen, führte Biskamp weitschweifig vor, dass sich sein Studium der Politikwissenschaft gelohnt hat: Wie in akademischen Qualifikationsarbeiten üblich, referierte er zunächst die verschiedenen Rassismustheorien, die in „der Forschung“ kursieren. Selbstverständlich – das gehört zum Ritual dazu – seien diese Theorien alle mangelhaft, weshalb er eine eigene vorlegen müsse, die die Stärken der anderen vereine und deren Schwächen vermeide. Wie instrumentell er dabei vorging, hatte schon etwas Hemdsärmeliges: Allzu offensichtlich war, dass eine Rassismusdefinition gefunden werden sollte, die das israelsolidarische Bündnis auf Biegen und Brechen der Ausländerfeindlichkeit überführte. Das gelang zwar nicht, weil sich der Gegenstand trotz allen Bemühens beharrlich der Manipulation verweigerte, aber Biskamp hatte zumindest gezeigt, dass er ein großer Theoretiker ist, der weiß, wovon er spricht.

Ohne sich um die vorherigen Ausführungen zu scheren, ging Biskamp dann zur Textexegese über und analysierte den Aufruftext der Demonstration sowie die dort verlesenen Redebeiträge: „Das mindeste, was man sagen kann, ist, dass die Autor_innen sich keinerlei Mühe gegeben haben, differenzierende Formulierungen zu wählen. Liest man den Aufruf, findet man keinen Hinweis darauf, dass es innerhalb der islamischen Tradition Brüche, Spaltungen, Differenzen und Dynamiken gibt, oder gar darauf, dass individuelle Muslim_innen vielfältige Möglichkeiten haben, sich zu dieser Tradition zu positionieren.“ Biskamp warf also dem Bündnis vor, undifferenziert zu sein und die Existenz eines nicht-antisemitischen Islams unerwähnt zu lassen. Dass ein Aufruftext nicht dazu gemacht ist, alle Möglichkeiten und Eventualitäten zu berücksichtigen, sondern sich notwendig polemisch zu seinem Gegenstand verhält, weil er die Menschen zum Selbstdenken bewegen will, blieb Biskamp verborgen. Er kann sich Texte nur als Forschungsarbeiten denken, in denen der Autor seine souveräne Verfügungsgewalt über die Realität unter Beweis stellt.

Viel hatte Biskamp bis zu diesem Satz noch nicht erreicht, obwohl er an dieser Stelle doch schon eine halbe Bachelorarbeit verfasst hatte: Undifferenziertheit ist kein Rassismus. Deshalb bescheinigte Biskamp dem Bündnis eine „homogenisierende und entmenschlichende Sprache“: Es gehe nicht an, Muslime, die gegen Israel auf der Straße randalieren, „Lumpen“, „Brüller“ und „Mob“ zu nennen. Was daran „entmenschlichend“ ist, wo doch nur ein Mensch, nicht aber ein Affe ein „Lump“ sein kann (brüllen können sie beide) und eine Herde kein Mob ist, musste er nicht verraten, weil niemand nachfragte. Homogenisierend“ war der Aufruf nur insofern, als er alle, die sich positiv auf den Dschihad beziehen, denunzierte. Das liest sich etwa so: „Bei den meisten der Jünglinge wird der Alltag nicht so sehr von Moscheebesuchen als von schlechtem Hiphop und stupidem Krafttraining geprägt sein. Bei den Mädchen wäre großteils von einem möglichst sorgfältigen Kontrollregime über ihr Leben auszugehen, das bei manchen von ihnen in totale Affirmation, totale Identifikation, totale Selbstnegation – arabisch ‚Dschihad‘ – umschlägt. Deutlich zu sehen bei den verschleierten Fanatikerinnen, die etwa in Köln die schwarze Flagge des dschihadistischen Terrors über ihren Köpfen schwangen, dem Symbol ihrer totalen Entrechtung als Frauen. Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland.

Biskamp aber resümierte: „Man kann in dem Aufruf nichts über Probleme im Islam erfahren, sondern nur Hass auf den Islam als Ganzen lernen. Es wird keine Kritik geübt, sondern eine kollektive Selbstvergewisserung in Sachen Gesinnung vorgenommen. Die Muslim_innen werden hier zu einer homogenen, gefährlichen, zu bekämpfenden Masse von Ungeheuern stilisiert, der Islam zur einer radikal abzuschaffenden mörderischen Ideologie.“ Sind Terror und Entrechtung etwa keine „Probleme im Islam“? Ist das Anprangern von Judenfeindschaft „keine Kritik“? Von Biskamp jedenfalls ist über diese „Probleme“ nicht viel zu hören. Zu groß ist die Gefahr, undifferenziert zu werden. Den Begriff der „antisemitischen Gesellschaft“, der von Adorno und Horkheimer in der Dialektik der Aufklärung verwendet wird, muss er ablehnen. Antisemitisch, so insinuiert Biskamp, kann nur ein Individuum sein, dabei sämtliche Erkenntnisse der Massenpsychologie vergessend, die darauf verweisen, dass Judenfeindschaft ein Kitt ist, der noch die heterogensten Individuen zur Masse, zum „Mob“ homogenisiert. An dieser Homogenisierung soll aber weder die Ideologie noch die autoritäre Gemeinschaft schuld sein, aus der die Antisemiten kommen, sondern der Antisemitismuskritiker, der unzulässigerweise durch seine Sprache aus Einzelnen eine undifferenzierte Masse macht.

Ontologie des Antiessentialismus

Zu Biskamps heiliger Trias „Undifferenziertheit“, „Entmenschlichung“ und „Homogenisierung“ gesellte sich aber noch ein vermeintliches viertes Merkmal von Rassismus, das einen kleinen Exkurs erfordert: Die Rede ist von der berüchtigten „Essentialisierung“. Die ist in den Universitäten verboten, seit jemand spitz gekriegt hatte, dass Platon nicht mehr den „state of the art“ der Erkenntnistheorie abgibt. Postmodernen Ideologen ist es tatsächlich gelungen, den philosophischen Wesensbegriff einfach mit jenem zeitenthobenen unveränderlichen Himmelswesen schlechthin gleichzusetzen und damit all jene anrüchig oder zumindest alt (in der Universität ist das dasselbe) erscheinen zu lassen, die sich nicht zum antiessentialistischen „Anything goes“ der Postmoderne bekennen. Dass gerade Hegel den Wesensbegriff zutiefst historisch-genetisch verstand, muss ignoriert werden, um die philosophischen Nebelkerzen weiter zünden zu können. Die Ablehnung des Wesensbegriffs aber ist eins mit der Absage an begriffliches Denken, letztlich an das Denken als synthetisierendes (also verstehendes) Prinzip schlechthin. Sie entspricht letztlich dem politisch geforderten Eiertanz, der die divergierenden Interessengruppen in der postnazistischen Demokratie nicht mehr zum Ausgleich bringt oder zum Kompromiss nötigt, sondern mit den Stimmungen und Meinungen spielt und jegliche Gewissheit aufzuheben gedenkt, um tun zu können, was je gerade „sachlich erforderlich“ ist. Die Absage an einen substantiellen Wahrheitsbegriff ist auch mit einem politischen „Anything goes“ verknüpft, das nur noch dem anonym wirkenden „Sachzwang“ gehorcht, der selbst nicht wahrheitsfähig ist. Die Aufspaltung der Welt in heterogene Differenzen, die nichts vereint außer ihre Nichtidentität – das Bezogensein auf die reine Negativität, den Wert –, ist ein geistiger Nachvollzug des Zerfalls der Gesellschaft in widerstreitende, aber sich die Beute „pragmatisch“ teilende Rackets.

Die Ontologie der reinen Differenz, wie sie von Derrida und anderen Postmodernen gepredigt wird, ist somit etwas völlig anderes als Adornos Philosophie des Nichtidentischen, die nicht einseitig gegen die synthetisierende und subsumierende Allgemeinheit des Begriffs Stellung bezog, sondern das, was in ihm nicht aufgeht, zu retten bestrebt ist. Während Adorno mit dem Begriff gegen den Begriff denkt, setzt die Postmoderne autoritär und eigentlichkeitsfixiert die angeblich ursprüngliche Differenz voraus, affirmiert sie (und damit das Bestehende) und stellt ihr abstrakt, strukturell bereits antisemitisch, ein Allgemeines gegenüber, das mit der Macht o.ä. identifiziert wird. Dass die Philosophie der différance, ihrem Vater Heidegger folgend, essentialistischer ist als es Hegel und Marx je sein konnten, ficht deren Verfechter nicht an. Was „Differenz“ oder „Vielfalt“ heißt, könne, auch wenn es an sich so unbestimmt bleibt wie beim „Hitler des Denkens“ nur das „Sein“, partout nichts wesenhaftes sein. Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. 

Dass die Postmoderne, wie bereits ausgeführt, nicht nur eine philosophische Denkschule ist, sondern in vielerlei Hinsicht Objektivität für sich beanspruchen kann, weil die schlechte Wirklichkeit ihr tatsächlich entgegenkommt, zeigt sich auch daran, dass der islamische Faschismus, der mit säkularen Denkern wie Derrida, der auch noch jüdischer Abstammung war, eigentlich nichts zu schaffen haben will, ohne größere Schwierigkeiten in den postmodernen Kategorienapparat eingepasst werden kann.1 Das hat nichts mit einer Verschwörung zu tun, sondern hat seinen Grund in der Krisis kapitalistischer Vergesellschaftung. Je unübersehbarer wird, dass der Wert keine positive Synthesis ist, sondern ein Unwesen, „ein gesellschaftliches Verhältnis, in dem die heterogenen Teile nur durch ihre Lebensnot aufeinander bezogen bleiben“2, um so mehr verfällt auch die bürgerliche Ideologie des Liberalismus, die noch von dem Gedanken beseelt war, das Zusammenwirken der Vielen ergebe letztlich – wenn auch über Widersprüche vermittelt – ein harmonisches Ganzes. Schon Marx hatte mit diesem Glauben aufgeräumt, war aber davon ausgegangen, dass das Proletariat als Klasse der Ausgeschlossenen das harmonische Ganze in spe verkörpere und revolutionär verwirklichen werde. Bekanntlich kam es dazu nicht, stattdessen zerfiel die Gesellschaft in Rackets, die miteinander um Macht und Reichtum rangen. Diese Dis­integration der Gesellschaft korrespondierte mit der totalen Integration des Individuums, das als Vereinzeltes nicht mehr überleben kann, sondern sich den Rackets anschließen muss. Die vermittlungslose Vielfalt, der sich der Einzelne ausgesetzt sieht und die durch den „Wert heckenden Wert“ (Marx) reproduziert statt aufgehoben wird, stellt sich als Schicksal dar, dem nicht zu entkommen ist. Nur durch Affirmation, durch unbedingten Anpassungswillen kann es dem Individuum scheinbar noch gelingen, auf der Seite der Sieger zu stehen: zum Siegen aber ist es verdammt. Der islamische Faschismus steht wie der Nationalsozialismus für solch eine Herrenmenschenideologie, die die Vielfalt der Rackets im Kampf gegen die Juden entfesselt und der allseitigen Konkurrenz damit eine Richtung gibt. Der Gottesbegriff der Islamisten entspricht solcherart dem des Seins bei Heidegger oder dem des Schicksals bei Hitler, die ebenfalls eine vorgängige, mythische und für die menschliche Ratio uneinholbare Einheit des Mannigfaltigen (des Seienden) postulierten, der sich der Einzelne zu unterwerfen habe.3 Der Islam ist aus historischen Gründen die Religion des Rackets par excellence, weil schon Mohammed die heterogene Vielheit der arabischen Stämme mittels einer Feinderklärung zur Einheit zusammenschweißte, die ihren materiellen Grund im Kampf um Kriegsbeute hatte. Darin geht der Islam selbstverständlich nicht auf, aber dieses konstitutive Moment macht ihn für die Krieger der Gegenwart so attraktiv.

Die Rehabilitation Heideggers

Sind nicht wenige postmoderne Denker also aus ganz „philosophischen“ Gründen vom radikalen Islam fasziniert, so kann es auch nicht verwundern, dass ein Bedenkenträger wie Floris Biskamp, der jegliche begriffliche Islamkritik als rassistisch verunglimpft, die Ontologie des Antiessentialismus für sich entdeckt hat. In einem kürzlich erschienenen Artikel, den er gemeinsam mit dem Stammtischphilosophen Sebastian Schreull in der Phase 2 veröffentlicht hat, erläuterte er sein Verständnis von kritischer Theorie. Dieses Mal ging es nicht um den Islam, sondern um die Postmoderne, aber der Gegenstand ist vollkommen unerheblich, denn immer wiederholt sich dasselbe Muster.

Schreull, der seine Inspirationen regelmäßig auf dem Blog „Wonnegrausen“ veröffentlicht, hält sich für einen großen Denker, der in immer neuen Anläufen dem imaginierten Publikum beweisen muss, dass er sich viel besser mit Adorno und dem Poststrukturalismus auskennt als Alex Gruber[i], Gerhard Scheit und andere ideologiekritische Autoren, die in den letzten Jahren die Postmoderne so schmerzhaft seziert haben. Wie Biskamp in seinem Großangriff auf die begriffliche Islamkritik nur noch Lippenbekenntnisse gegen den antisemitischen Terror zustande brachte, so beginnt auch die Verteidigung der Postmoderne mit einer Apologie Martin Heideggers. Weil Gruber et al. immer wieder auf den Ursprung der Postmoderne in der nationalsozialistischen Existentialontologie Freiburger Bauart hingewiesen haben, bemühen sich Biskamp und Schreull, Heidegger als Denker zu rehabilitieren. Das Nichtverstehen leistet ihnen dabei unschätzbare Dienste: Hatten Gruber und Scheit in einem in der Jungle World veröffentlichten Aufsatz die „Inszenierung der Debatte“ um Heideggers Schwarze Hefte beklagt, so weisen Biskamp und Schreull darauf hin, dass etliche Zeitungen Heideggers Antisemitismus klar verurteilt haben. Dass die Inszenierung jedoch schon darin bestanden haben könnte, überhaupt darüber zu diskutieren, ob Heideggers Philosophie nationalsozialistisch ist, wo dies doch bereits hinlänglich bewiesen ist, sprengt ihren Denkhorizont. Nach den Büchern von Schneeberger (1962), Adorno (1964), Farias (1987), Wolin (1991), Faye (2005) und vielen anderen noch einmal darüber zu diskutieren, ob Heideggers Philosophie nationalsozialistisch ist, entspricht in etwa dem legendären Titanic-Titelcover „Schrecklicher Verdacht: War Hitler Antisemit?“. Offenbar geht aber noch immer eine – in der Sache begründete – Faszination von Heidegger aus, der als prototypischer Philosoph der Unmittelbarkeit Wärme, Orientierung und Halt verspricht, wo längst schon kein Sinn mehr auszumachen ist. Der vermittlungslosen Viel-falt der spätkapitalistischen Gesellschaft wird ein gemeinsamer Grund – das Sein – unterstellt, der nicht nur festen Boden unter den Füßen bereitstellt, sondern die Bestimmungslosigkeit und Leere der Partikularitäten gewissermaßen beseelt; eine mystische Kraft, die dem Einzelnen – welcher bei Heidegger als unwesentliches Moment treffend, wenn auch affirmativ gefasst wird – nicht nur seinen inferioren Status in der Seinsordnung zuweist, sondern ihn auch noch ganz und gar als das zu setzen vermag, was in Wahrheit nur das gesellschaftliche Verhältnis Kapital vermag: als bloße, verschwindende, jederzeit austauschbare Funktion des Seins. Das Nichts als Sein oder, was dasselbe ist: den Wert als Subjekt zu denken, ist zwar schlechthin unmöglich, aber gleichsam zwingend. Und nur weil Heideggers Philosophie der konsequenteste Ausdruck notwendig falschen Bewusstseins ist (das allerdings impliziert Fetischismus und fanatische Bejahung), wird diese überhaupt noch immer im Fach Philosophie behandelt anstatt, wie es eine Autorin der Washington Times schon vor ein paar Jahren forderte, nur noch in den Geschichtswissenschaften als Quellentext neben Hitler, Rosenberg und Goebbels.

Schreull und Biskamp aber fordern eine „immanente Kritik“ Heideggers und meinen damit im Stile der Junius-Einführungsbände die gedankliche wie terminologische Reproduktion von Sein und Zeit. Hatten Gruber und Scheit das „Sein zum Tode“ als Vernichtungswahn entschlüsselt, so wenden die Immanenzkritiker treudoof ein: „‚Sein zum Tode‘ klingt nach jener Parole, mit der Antisemiten ihrem Vernichtungswillen Ausdruck verliehen [sic!]: ‚Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod!‘ Schlägt man jedoch Sein und Zeit einmal auf, zeigt sich, dass diese ‚Interpretation‘ mehr als nur gewagt ist. Das ‚Sein zum Tode‘ ist Reflexionstitel für ein Selbstverhältnis, in dem sich das Dasein als einzelnes begreife: Weil ich nun einmal für mich allein sterbe und den Tod nicht als Einzelner erfahre, da ich mit seinem Eintreten überhaupt nicht mehr bin, kann ich meinen eigenen Tod nicht als etwas verdinglichen, von dem ich mich bloß fürchten könnte, wie vor etwas, das mir als etwas Äußeres oder ‚Dingliches‘ zustößt.“ In der Tat: Wer Sein und Zeit „einmal“ aufschlägt und sich nicht die Mühe macht, über das, was er da liest, nachzudenken, der erkennt auch nicht die Barbarei, die im „Sein zum Tode“ lauert. Die eigene Existenz als Vorlauf zum Tod denken, ja, zu „erfahren“, bedeutet eine radikale Absage an das irdische Glück, aber auch an die Vernunft, der durch den Tod als Ziel allen Daseins gleichsam das Rückgrat gebrochen wird. Dass der bewusste Widerstand gegen den Tod, welchen man zwar nicht selbst erfahren kann, sehr wohl aber den damit verbundenen Schmerz, die Voraussetzung für dieses Glück ist (auch wenn es sich nicht einstellen sollte), stellt für einen virtuellen Selbstmordattentäter wie Heidegger die größte Provokation dar. Der „Versteifung auf die je erreichte Existenz“, also dem pragmatischen Sicheinrichten in der Welt, setzt Heidegger das verführerische Motto entgegen, das auch die Kämpfer vom „Islamischen Staat“ umtreibt: Einfach mal loslassen und sich hineinreißen lassen in den unermüdlichen Strom des Seins. 

Biskamp und Schreull können einen Nazi nur erkennen, wenn er „Sieg Heil!“ oder „Der Führer schützt das Recht!“ schreit. Aber selbst dann noch fordern sie eine „immanente Kritik“, ist ihnen doch jede politische Urteilskraft abhanden gekommen. Dass man Hitler oder al-Bagdadi nicht durch immanente Widersprüche ihrer „Philosophie“ als Barbaren überführen muss, sondern es vollkommen ausreicht, ihnen zuzuhören und zuzusehen, können Biskamp und Schreull nicht akzeptieren. Für alles bedarf es einer Forschungsarbeit, die so lange alles in seine Einzelteile zerlegt, bis kein wahrheitsfähiges, weil aufs Ganze gehendes Urteil mehr möglich ist. Laut rufen sie aus, Heidegger sei schließlich – anders als Hitler – ein Philosoph! Wo aber der kategorische Unterschied zwischen Mein Kampf und Sein und Zeit liegen sollen, vermögen sie nicht anzugeben.

Doch all dies ist nur ein Vorspiel, um die eigentlichen Helden zu retten: Die Postmodernen, die gar keine seien, weil sie – wir kennen dieses Muster bereits – alle so unterschiedlich, so heterogen und widersprüchlich seien. Die gemeinsame Bezugnahme ausnahmslos aller postmodernen Denker – seien es Foucault, Lyotard und Derrida oder die vermeintlichen Postmodernekritiker Badiou, Agamben und Žižek – auf Heidegger indiziert zwar eine gemeinsame philosophisch-ideologische Grundlage, aber auch hier muss um jeden Preis vermieden werden, zu einem Wesensbegriff der Postmoderne zu gelangen. Ein gemeinsames Wesen, und sei es nur im banalen Sinne eines gemeinsamen Nenners, darf es für Biskamp und Schreull nicht geben – alles ist Vielfalt. Und so schließt sich der Kreis: Kritik, die aufs Ganze geht und sich nicht mit akademischen Fingerübungen bescheidet, soll verunmöglicht werden. Gegen den Islam darf nur sprechen, wer es islamwissenschaftlich gebildet tut und schon im ersten Nebensatz irgendwas von „Vielfalt“ raunt, die Postmoderne darf nur angreifen, wer Derridas Heideggerkritik nicht als Radikalisierungsversuch dechiffriert, sondern die Idiotie herunterrasselt, keiner sei wie der andere und man dürfe da nicht pauschalisieren.  Alles ist irgendwie „interessant“ und Gründe, die Gesellschaft zu kritisieren, gibt es nicht mehr. Stattdessen unendliches, selbstzweckhaftes Differenzieren, ein diskursives Dauerrauschen, bei dem gehört wird, wer am fleißigsten „hier“ schreit. Hinter dem nicht abreißen wollenden Wortschwall verbirgt sich intellektuelles Großmaultum, zugleich aber wird dieses sedierende Geschwätz benötigt, um jeden Zweifel aus der Welt zu räumen, dass die „Kraft der Negation“ (Bakunin) doch etwas verändern könnte.

 

  1. Vgl. dazu Alex Gruber/Philipp Lenhard: Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft. Freiburg i. B. 2011.

 

  1. Philipp Lenhard: Die Kontraktion des Kapitals. Überlegungen zum Charakter der Totalität im Spätkapitalismus, in: Prodomo, Nr. 16 (2012).

 

  1. So „modern“ die Islamisten damit sind, so wichtig ist es, angesichts der allgemeinen Verdrängung darauf hinzuweisen, dass sie damit selbstverständlich an die islamische Tradition ­anschli­­eßen können. Die Islamiste­­­­­n verstehen den Koran und „missbrauchen“ ihn nicht. Das besagt allerdings nicht, dass man sich aus dieser Tradition nicht auch einen anderen modernen Islam basteln kann, wenn man es denn will. Der Fantasie sind in dieser Hinsicht keine Grenzen gesetzt.

 

http://www.prodomo-online.org/ausgabe-19/archiv/artikel/n/philosophie-des-eiertanzes.html

 

[i]

Alex Gruber, Philipp Lenhard (Hg.)GegenaufklärungDer postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der GesellschaftFrühjahr 2011, 302 Seiten, 18€, ISBN: 978-3-86259-101-5

Die postmoderne Philosophie ist nichts anderes als “das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie” (Adorno). Weil der radikale Bruch mit dem Denken, das zu Auschwitz führte, ausblieb, weil vielmehr bereits in den sechziger Jahren gerade von links in vermeintlich tabubrecherischer Weise versucht wurde, die nationalsozialistische Philosophie für scheinbar “emanzipatorische” Projekte nutzbar zu machen, erscheint die deutsche Ideologie heute als links und progressiv. Diese neueste deutsche Ideologie ist nicht nur eine philosophische Strömung, sondern Ausdruck einer gesellschaftlichen Tendenz. Die postmoderne Übung, jede allgemeine Begriffsbestimmung als “logozentrisch” und jede Betrachtung der Gesellschaft unter Vernunftkriterien als totalitär zu denunzieren, ist sowohl Reflex der objektiven Unbrauchbarkeit der Welt unter den Verhältnissen spätkapitalistischer Vergesellschaftung als auch der Versuch einer Sinnstiftung ebendieser Verhältnisse. In seinem Kult der Unmittelbarkeit schließlich sucht der Poststrukturalismus den Schulterschluß mit dem radikalen Islam und verrät jede Idee von Versöhnung.

Mit Beiträgen von Manfred Dahlmann, Martin Dornis, Alex Gruber, Birte Hewera, Tjark Kunstreich, Philipp Lenhard, Niklaas Machunsky, Florian Ruttner und Gerhard Scheit.

Siehe auch:

Gibt es sie also doch: “Die Islamisierung des Abendlandes”?

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Der Kampf gegen den «Weltzionismus»

Matthias Küntzel im Gespräch mit Alexander Hasgall

Der Politologe und Publizist Matthias Küntzel vertritt die These, daß der Antisemitismus nicht nur eine Beigabe zum Islamismus darstellt, sondern vielmehr «dessen Kern» ausmacht. Ein Gespräch über die Einflüsse des Nationalsozialismus auf Ideologien der islamistischen Terrorgruppen.

Tachles: In Europa und anderswo werden Organisationen wie die Hamas gerne als Widerstandsorganisationen gegen die schwierigen Lebensbedingungen der Palästinenser in den besetzten Gebieten wahrgenommen. Weswegen kritisieren Sie diese Haltung?

Matthias Küntzel: Die europäische Öffentlichkeit hat sich mit dem bequemen Gedanken angefreundet, daß sich die Hamas und andere islamistische Gruppen – als eine Art antikoloniale Revolte – erst im Zuge des Kolonialismus entwickelt haben und so eine antikoloniale Berechtigung in sich tragen. Diese oberflächliche Betrachtungsweise ignoriert, wie stark die islamistischen Bewegungen durch die europäischen Faschismen und insbesondere durch den Nationalsozialismus beeinflusst worden sind. So wird in den meisten Darstellungen der Beginn dieses Islamismus etwa mit Ende der sechziger Jahre, nach dem Sechstagekrieg, angegeben. In Wirklichkeit ist jedoch unbestreitbar, daß der Anfang dieser Bewegung in den zwanziger und dreissiger Jahren lag. Sie wurde in den dreissiger Jahren vom Nationalsozialismus beeinflusst und zum Teil auch direkt gefördert. Dies zeigt sich auch anhand der Geldzuwendungen, mit denen die antijüdischen Manifestationen und Ausschreitungen der Moslimbruderschaften in Ägypten auch durch den Nationalsozialismus finanziert wurden.

Tachles: Würde also eine Ausrufung eines unabhängigen Staates in der Westbank und im Gazastreifen an der Politik der Hamas und anderer Islamisten nichts ändern?

Matthias Küntzel: Der islamische Fundamentalismus in Palästina, in dem die Hamas die stärkste Fraktion bildet, versteht sich als Bewegung, die sich gegen den „Weltzionismus“ wendet. Der Kampf der Hamas ist also nicht alleine auf Israel beschränkt, sondern richtet sich gegen Juden überall in der Welt. Sicherlich wird deren Kampf so lange weitergehen, bis Israel als ganzes nicht mehr existiert. So erklärte Scheich Ahmed Yassin, der Gründer und Chef der Hamas, daß es Israel 40 Jahre nach Ausbruch der ersten Intifada, im Jahre 2027, nicht mehr geben wird. Das sind die Zeitdimensionen, in denen dort gedacht wird.

Tachles: Wie liessen sich Gruppen wie die Hamas ansonsten schwächen?

Matthias Küntzel: Sie müßten schon ihre Financiers und ihre Unterstützer in der Welt verlieren. Das setzt voraus daß die arabischen Länder, desgleichen die Europäer, aufhören, die Hamas zu unterstützen. Doch auch der Entscheid des EU-Ministerrats vom 6. September, die Hamas auf die Liste der terroristischen Organisationen zu setzen, bedeutet nicht automatisch ein Ende der Unterstützung. Es fliesst weiterhin Geld an so genannte „Sozialunterstützungsgruppen“, welche mit der Hamas eng zusammenarbeiten. Als zweites müßte der harte Kern der Ideologen von deren Unterstützern getrennt werden. Dieser harte Kern macht sich aus einer Verbesserung der Lage nichts, ganz im Gegenteil, die Kader der Hamas gehen davon aus, daß jede Verschlechterung ihnen nützt und jede Verbesserung der Lage ihnen schadet.

Tachles: Sie erwähnen in Ihrem Buch die ägyptische Muslimbruderschaft als eigentliche „Erfinder“ der neuzeitlichen Jihad-Ideologie. Worin bestehen die ideologischen Anknüpfungspunkte zwischen der Bruderschaft und dem Nationalsozialismus?

Matthias Küntzel: Der gemeinsame Nenner aller Faschisten auf der Welt ist – der Antisemitismus. Zwar konstituierte sich die Bruderschaft als regressive Bewegung gegen britische Herrschaft und „kulturelle Moderne“: Sie war antiparlamentarisch, ihr ging es um Abschaffung von Zins und Profit zugunsten einer diktatorisch durchgesetzten Interessengemeinschaft von Arbeit und Kapital. Sie lehnte das Konzept des Individuums ab und kämpfte gegen die sinnlichen Versuchungen der „materialistischen“ Welt.
Die „Jihad-Kampagnen“ richteten sich jedoch nicht gegen die britische Herrschaft, sondern gegen den Zionismus und die Juden. Erst als antijüdische Bewegung wurden die Muslimbrüder zur Massenorganisation. 1936 zählten sie 800 Mitglieder, 1938 waren es 200000. In diesen zwei Jahren wurden antijüdische Massendemonstrationen, Judenboykotte und antisemitische Hetzkampagnen durchgeführt.

Tachles: Die Orientierung des Islamismus an der Politik und Ideologie der deutschen Nationalsozialisten wird kaum thematisiert. Meistens wird Antisemitismus als blosses Nebenprodukt der islamistischen Ideologie wahrgenommen, kaum als bestimmendes Moment.

Matthias Küntzel: Die Aktionseinheit zwischen dem Mufti von Jerusalem – auch er ist den Muslimbrüdern eng verbunden – und Adolf Hitler sollte eigentlich bekannt sein. Es finden sich Reden des Muftis, in denen er die ideologische Kohärenz zwischen der NSDAP und islamistischem Denken dargelegt hat. Darin schwärmt der Mufti von der deutschen „Arbeitsdisziplin“ oder auch dem Führerdenken.

Tachles: Und im heutigen Islamismus?

Matthias Küntzel: Bis heute prägt der Antisemitismus das Denken der Islamisten. In der Charta der Hamas (welche übrigens, wie viele andere antisemitische Grundlagenwerke des Islamismus, nicht vollständig ins Deutsche übersetzt worden ist) werden unter anderem die „Protokolle der Weisen von Zion“ zitiert, den Juden wird die Verantwortung für den Ersten und den Zweiten Weltkrieg in die Schuhe geschoben. Der Wahn einer jüdischen Weltverschwörung findet sich hier wieder. Arafat selbst war in seiner Jugend selbst Mitglied der Muslimbruderschaft und hat sich noch im letzten Jahr auf die Politik des Muftis positiv bezogen.

Tachles: In Ihrem Buch zitieren Sie aus einer 1936 veröffentlichten Schrift von al-Banna, dem Gründervater der Muslimbrüder: „Nur derjenigen Nation, welche die Industrie des Todes perfektioniert und die weiss, wie man edel stirbt, gibt Gott ein stolzes Leben auf dieser Welt und ewige Gunst in dem Leben, das noch kommt.“ Was für eine Rolle spielt diese Todessehnsucht für die islamistische Ideologie?

Matthias Küntzel: In diesem Punkt liegt die vielleicht wichtigste Unterscheidung zwischen dem Islam als Privatreligion und den Islamisten als religiös-politische Kampfgemeinschaft. Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft.

Aus: „die jüdische“ vom 10.10.2003 –

© 2003 tachles Jüdisches Wochenmagazin

Am 25. September hielt der Politologe und Publizist Matthias Küntzel an der Universität Zürich ein Referat zum Thema „Treibt sie ins Meer. Djihadismus, der antijüdische Krieg gegen Israel“. Die Veranstaltung wurde von der Gruppe gegen Antisemitismus und Antizionismus organisiert.

Wichtigste Veröffentlichungen Küntzels:

http://www.ca-ira.net/isf/beitraege/kuentzel-diejuedische.html

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Verkehrte Welt: Mobbing gegen kopftuchfreie Mädchen

Im Frühjahr 2008 begannen die türkischstämmigen, gut integrierten Eltern der 14-jährigen Aylin sich Sorgen zu machen. Das Mädchen hatte sich über Jahre völlig unbeschwert und altersgemäß entwickelt, besuchte eine Hauptschule in Rheinland-Pfalz und hatte zahlreiche türkische wie deutsche Freundinnen. Wie aus dem Nichts traten plötzlich Ängste auf, Appetitlosigkeit, ständige Kopfschmerzen, schließlich wollte Aylin nicht mehr zur Schule gehen. Die besorgten Eltern suchten ärztliche Hilfe und folgten dem Rat, mit dem Mädchen eine Kinder- und Jugendpsychotherapeutin aufzusuchen.

Nach mehreren intensiven Sitzungen mit Aylin bat die Therapeutin die Eltern zu einem Gespräch. Einen wirklichen Reim konnte auch sie sich auf das Störungsbild des sonst so aufgeschlossenen jungen Mädchens nicht machen. Wie nebenbei erwähnte Aylins Mutter dabei, dass die Zahl der Kopftuchträgerinnen an Aylins Schule stetig steige und ihre Tochter sich schon einmal über dumme Bemerkungen beklagt habe, die sie täglich zu hören bekam. Stil:

„Willst Du aussehen wie eine Deutsche?“ Oder: „Das Kopftuch ist unsere Ehre – hast Du keine?“ Und: „Deinen Eltern ist es wohl egal, wie über Dich geredet wird.“ Die darauf angesprochene Aylin kämpfte mit den Tränen und sagte schließlich: „Es wird immer schlimmer. Und seit ich neulich im Ramadan mein Schulbrot ausgepackt habe, ist es ganz aus. Die Kopftuch-Mädels mobben mich total.“ Das also war der Grund für die Schulmüdigkeit der 14-Jährigen.

Aylin ist kein Einzelfall. In Schulen und Ballungszentren mit hohem Anteil konservativ-muslimischer Familien wird aus der „Freiheit“ zum Kopftuch schnell der Zwang, es tragen zu müssen; eine Entwicklung, die man in der islamischen Welt allenthalben beobachten kann.

Warum? Was steckt hinter dem Kopftuch bzw. wofür steht das Kopftuch? Die Vielfalt seiner Trägerinnen und VerfechterInnen verbietet eigentlich eine eindimensionale Erklärung, und doch laufen letztlich alle Erläuterungen der Gelehrten auf ein- und dasselbe heraus: Es geht um die Verhüllung der weiblichen Reize und den Erhalt der islamischen Ordnung, die für das Verhältnis von Mann und Frau genau drei Modelle vorsieht: Strenge Distanz, enge Verwandtschaft oder Ehe. Ein natürliches Miteinander der Geschlechter gibt es nicht. Die sexuelle Anziehung zwischen den Geschlechtern gilt – außer bei sehr enger Verwandtschaft – als geradezu unbeherrschbar stark, so dass es der Anstand gebiete, die Geschlechter so weit wie möglich zu trennen und den weiblichen Körper so zu verhüllen, dass seine Reize keinen Schaden anrichten können und sexuelles Fehlverhalten gar nicht erst entstehen kann.

Während im Koran lediglich in sehr allgemeiner Form von der sittsamen Bekleidung der Frau die Rede ist, soll der Religionsstifter Mohammed (um 570 bis 632) eine leicht bekleidete Frau konkret angewiesen haben, in der Öffentlichkeit nur Gesicht und Hände zu zeigen. Das war vor 14 Jahrhunderten.

Bis heute lautet die Mehrheitsmeinung der Gelehrten, dass die Frau ab der Pubertät den ganzen Körper mit Ausnahme des Gesichtes, der Hände und gegebenenfalls der Füße zu verhüllen habe und dies als Pflicht zu betrachten sei, deren Beachtung nicht in ihrem persönlichen Ermessen liegt. Dieser Haltung wird sowohl von Seiten des politischen Islam als auch bei der Erziehung der Mädchen in religiös-islamischen Familien Rechnung getragen. Dass man hierzulande trotz allem immer wieder das Begriffspaar aus Kopftuch & Freiheit in die Debatte wirft – von der „Freiheit zum Kopftuch“ bis zur „Freiheit unter dem Kopftuch“ – ist schlichtweg zynisch.

In konservativ islamischen Ländern mit entsprechenden Regimen ist die streng islamische Verhüllung der Frauen verbindlich vorgeschrieben, meist auch für die Angehörigen religiöser Minderheiten und für ausländische Besucherinnen. Jedes Zuwiderhandeln, das bereits beim Herauslugen einer kleinen Haarlocke gegeben ist, wird streng geahndet; die Missachtung der Gemeinschaft der Gläubigen gilt der ‚ehrlosen‘ Frau allemal. Mit der stetig anwachsenden Einflussnahme des politischen Islam greift die islamische Bekleidung seit Mitte der 80er Jahre auch in Europa um sich. Der Grad der Verschleierung der Musliminnen gilt als Gradmesser islamischer Rechtschaffenheit.

Auch das Straßenbild muslimischer Großstädte hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert. In den 1960er und 1970er Jahren war das Kopftuch von Kairo bis Kabul weitgehend verschwunden und westlicher Kleidung bis hin zum Minirock gewichen. Dabei waren die Menschen nicht etwa vom Glauben abgefallen, sondern sahen vielmehr das Kopftuch als Äußerlichkeit an, die im 20. Jahrhundert nicht mehr zeitgemäß und vor allem nicht wesentlich für ein gottgefälliges Leben sei.

Das aber hat sich gründlich geändert. Eine systematische Propaganda, die internationale islamische Einflussnahme und die Entschlossenheit, die Frauen in ihre Schranken zu weisen, haben das Kopftuch wieder zum Inbegriff islamischen Lebens gemacht. Finanzkräftige Sponsoren sind sich nicht zu schade dafür, etwa in Oberägypten Vätern Geld anzubieten, wenn die studierenden Töchter das Kopftuch tragen. Und 30 Dollar im Monat sind ein überzeugendes Argument für eine Familie, die sich wirtschaftlich kaum über Wasser halten kann.

Folgt man der islamistischen Quellenauslegung kann die unverschleierte Frau so gut, verantwortungsbewusst und sozial leben wie sie nur will – sie wird niemals Gottes Wohlgefallen erlangen, da sie durch die Zurschaustellung ihrer Reize zur Unzucht verführt und damit die islamische Ordnung gefährdet.

Im orthodoxen islamistischen Schrifttum, das übrigens zu einem guten Teil von Frauen verantwortet und verbreitet wird, finden sich eindrucksvolle Schilderungen der Höllenstrafen, die diejenigen Frauen erwarten, die durch lockere Bekleidung die Sinne der Männer betören und sie zum Verstoß gegen göttliches Gesetz verführen: Ihre langen Haare sind wahre Fallstricke des Teufels.

Anders, aber mit demselben Grundtenor, lesen sich gemäßigte moderne Äußerungen zum Thema. Darin wird das Kopftuch als Schutz der Frauen vor den begehrlichen Blicken der Männer dargestellt, als Garant ihrer Würde und Gleichberechtigung und als eindeutiges Signal nach außen, dass sie ‚nicht zur Verfügung steht‘. Doch werden Frauen und junge Mädchen auch aus dieser Perspektive reduziert auf das Körperliche und die Eigenschaft der potenziellen Verführerin; andere menschliche Eigenschaften der Frauen können, wenn überhaupt, erst zum Tragen kommen und wahrgenommen werden, wenn die Weiblichkeit verhüllt ist.

Übrigens: auch für den männlichen Teil der muslimischen Bevölkerung ist diese Moralvorstellung nicht gerade ein Kompliment: Sie werden reduziert auf primitiv Reagierende mit einem Reiz-Reaktionsschema, bei dem Verstand und Selbstbeherrschung im Angesicht eines halbwegs als weiblich erkennbaren Wesens aussetzen.

Ein solches Menschenbild darf selbstverständlich in unseren Schulen nicht vermittelt werden. Oder? Im Namen der „persönlichen Freiheit jedes Einzelnen“, argumentierte ein Sprecher des NRW-Schulministeriums 2008, müsse jede muslimische Schülerin das Recht auf ihr Kopftuch haben. Dass es gerade mit dieser persönlichen Freiheit der muslimischen Mädchen in vielen Fällen nicht zum Besten steht, sollte eigentlich auch im Düsseldorfer Schulministerium angekommen sein.

In religiös-islamischen Familien werden Mädchen wie selbstverständlich und einseitig auf die Übernahme islamischer Normen und Lebensweise und natürlich auch zum Kopftuch erzogen, nicht aber zur Freiheit eigener Meinungsfindung und persönlicher Lebensgestaltung. Von klein auf lernen sie, Bedürfnisse, die nicht opportun sind, gar nicht erst wahrzunehmen, geschweige denn zu artikulieren und durchzusetzen.

Bis auf wenige Ausnahmefälle haben Mädchen aus konservativ-islamischen Familien überhaupt keine Wahl: Sie müssen das Kopftuch tragen und werden massiv unter Druck gesetzt wenn sie es nicht tun wollen – oder gar bekennen, dazu gezwungen zu sein. Viele geben diesen Druck an ihre muslimischen Mitschülerinnen ohne Kopftuch weiter, sekundiert von ihren Eltern, die es als ihre Pflicht ansehen, alle Muslime zur wahren Glaubensausübung anzuhalten. Dass die meisten muslimischen Mädchen unter diesen Umständen beteuern, das Kopftuch „freiwillig“ zu tragen, ist nicht verwunderlich – auf dieser Grundlage politische Entscheidungen zu treffen jedoch fahrlässig.

Parallel zur Islamisierung des äußeren Erscheinungsbildes treten erhebliche weitere Beschränkungen der Bewegungsfreiheit muslimischer Mädchen ein, die vom Kopftuch nicht zu trennen sind. Alterstypische Interessen und Freizeitbeschäftigungen wie Popmusik, das unbeaufsichtigte Treffen Gleichaltriger, Partys, Kino etc. sind für sie tabu. Im schulischen Bereich werden Forderungen nach partieller Befreiung von der Schulpflicht sowie Nicht-Teilnahme an Klassenfahrten immer lauter. In manchen Schulen gibt es inzwischen bereits keine Klassenfahrten mehr – einst integraler Bestandteil deutscher Schulkultur. Bei bis zu 75 Prozent muslimischer SchülerInnen haben Schulleiter und Lehrerkollegien kapituliert; nicht selten werden sie von den vorgesetzten Behörden im Stich gelassen.

Als die mutige Leiterin einer Remscheider Realschule den Antrag auf Schwimmbefreiung für eine 12-Jährige ablehnte, zogen deren Eltern vor Gericht. Im Mai 2008 hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf dann die Klage mit dem Hinweis auf den unteilbaren Bildungsauftrag des Staates abgewiesen (AZ 18 K 301/08). Endlich hat ein Gericht verwirklicht, was selbstverständlich sein sollte: Muslimische Kinder haben dasselbe Recht auf freie Entfaltung und umfassendes Lernen wie nichtmuslimische. Will ihnen das jemand vorenthalten, so muss der Staat für sie eintreten.

Ein staatliches Kopftuchverbot für Schülerinnen wäre ein deutliches Signal, um dem Gleichheitsgrundsatz – eine der größten Errungenschaften der Zivilisation – für alle eine Chance zu geben. Allerdings steht den EinzelkämpferInnen für Freiheit und Gleichheit aller Schülerinnen und Schüler weiterhin eine pro-islamische Lobby gegenüber, die die Realitäten verschleiert. Schülerinnen, wie Aylin, und LehrerInnen, die einer immer stärker werdenden islamischen Interessenvertretung machtlos gegenüberstehen, wird jede Unterstützung verweigert. Stattdessen werden unter dem Deckmantel von Toleranz und Integration Gleichheits- und Freiheitsrechte auch noch ausgehebelt.

Ein trauriges Beispiel dafür ist die „Handreichung“ von 2008 des nordrheinwestfälischen Integrationsministeriums, die den Umgang mit Islam und MuslimInnen in den Schulen lösungsorientiert unterstützen soll. Denn leider geht es darin wieder einmal nicht um die Vermittlung und Vertretung hierzulande gültiger unveräußerlicher Werte und Normen für alle SchülerInnen, sondern um die Sonderbehandlung und einseitige Privilegierung der MuslimInnen, deren religiös begründeten Sonderwünschen im Schulalltag so weit wie möglich Rechnung getragen werden soll. So verhindert man Integration und verfestigt Parallelgesellschaften – zum einseitigen Nachteil der muslimischen Mädchen.

Im Kapitel über die Kleidungsvorschriften wird der Eiertanz geradezu grotesk. „Von Unterdrückung keine Spur!“, so lautet das grundlegende Credo der Broschüre zum Kopftuch. Dass es auch das erzwungene Kopftuch gibt, wird eingeräumt. Die LehrerInnen hätten in solch einer Situation allerdings besondere Sensibilität aufzuweisen für die Zerrissenheit zwischen zwei Welten und sollten das Gespräch mit den Eltern, gerne auch bei einem Hausbesuch (!) suchen, um die Folgen für die Jugendlichen zu mildern. Dabei werden gerade diese Eltern einem solchen Gespräch wohl kaum aufgeschlossen sein und dem Lehrer oder der Lehrerin eher die kalte Schulter zeigen.

In jedem Fall, so die NRW-Handreichung weiter, sei die religiöse Bekleidung von Musliminnen zu akzeptieren und nicht-muslimischen MitschülerInnen zu vermitteln – mit Ausnahme der Ganzkörperverhüllung (mit Handschuhen, Gesichtsschleiern oder gar Burkas).

Hier und da schlagen inzwischen Grundschulen und sogar Kindergärten Alarm, die in Ermangelung einer rechtlichen Handhabe der Verhüllung und Sexualisierung der kleinen Mädchen hilflos zusehen müssen. Unsere Broschüre aus NRW beruhigt diesbezüglich mit der Feststellung, es handele sich hier von Elternseite keinesfalls um den Versuch das Kind zu unterdrücken, im Gegenteil: Die Verschleierung der kleinen Mädchen sei Ausdruck besonderer Liebe und Fürsorge. Von einer solchen Integrationspolitik hat Aylin also kaum Hilfe zu erwarten.

Die 14-jährige Deutsch-Türkin hat jetzt die Schule gewechselt und ist in dem neuen liberaleren Umfeld sichtlich aufgeblüht. Was für das Mädchen im Moment subjektiv die beste Lösung war, ist objektiv allerdings ein Punktsieg für die ‚mobbenden Kopftuch-Mädels‘ – und eine Schlappe für die freiheitliche Demokratie. Ein generelles Kopftuchverbot in Schulen wäre die bessere Antwort.

Rita Breuer ist Islamwissenschaftlerin. Zuletzt erschien von ihr: „Zwischen Ramadan und Reeperbahn“ sowie „Familienleben im Islam“ (beide Herder TB)

http://www.emma.de/artikel/verkehrte-welt-mobbing-gegen-kopftuchfreie-maedchen-264094

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Meinung 21.07.15 welt.de

Verlust kreativer Kraft
Der unaufhaltsame Niedergang des Islam

Selbst ein Land wie die Türkei findet keinen Weg in die Moderne. Geblieben ist ein negativer und aggressiver „Discount-Islam“, der weltweit sein Unwesen treibt, meint der Autor Zafer Senocak. Von Zafer Senocak

Es gibt kein einziges international patentiertes pharmazeutisches Produkt, das in der Türkei entwickelt worden ist. Die Nachricht stand neulich in einer türkischen Tageszeitung. Die Türkei ist eines der wissenschaftlich und technologisch am weitesten entwickelten muslimischen Länder.

Die Muslime auf der Welt produzieren keine Heilmittel. Sie verbreiten Krankheiten wie den radikalen Salafismus (Link: http://radikalen%20Salafismus) . Es sind chronische, unheilbare Krankheiten.

Dabei war die Heilkunst im Mittelalter im Orient zu Hause. Muslimische und jüdische Ärzte waren Vorreiter in ihrem Beruf. Aus dem heilenden Islam ist im Laufe der Jahrhunderte ein unheilbarer Islam geworden, der inzwischen eine weltweite Bedrohung darstellt.

Die Unheilbarkeit der muslimischen Psyche hängt unmittelbar mit dem Verlust der kreativen Kräfte der islamischen Kultur zusammen. Muslime wachsen in einer Welt der unterschiedlichsten Abhängigkeiten auf. Die Frauen in der Abhängigkeit von Männern, die Jugendlichen in der Abhängigkeit von Älteren, die gesamte islamische Welt in der Abhängigkeit der restlichen überlegenen Welt.

Wo Demütigung herrscht, gibt es keine Demut

Nun ist Abhängigkeit allein kein ausreichender Grund für einen schweren Defekt. Schon gar nicht im Zeitalter der globalen Vernetzung. Die Muslime aber empfinden diese Abhängigkeiten als Unterordnung, fühlen sich immer in der Defensive und erfahren Kontrollverlust.

Die Unheilbarkeit ist eine Folge der permanenten Unterlegenheit gegenüber einer auf allen Ebenen überlegenen fremden Kultur. Die Krankheit verhindert jede Art von Versöhnung. Sie hat ihre Ursachen aber auch in einer Obdachlosigkeit in der eigenen Kultur. Um im medizinischen Bild zu bleiben: Die Heilmethoden aus der Blütezeit der islamischen Zivilisation sind heute weitgehend vergessen.

Jede Zivilisation wird früher oder später am Grad ihrer Empfindsamkeit gegenüber der eigenen Umwelt gemessen. Die Umwelt ist der Teil der Welt, der uns Schutz und Geborgenheit gibt. In der islamischen Welt ist die Beziehung der Menschen zu ihrer Umwelt (Link: http://www.welt.de/140327901) zerstört. Sie gewinnen aus ihr weder Kraft noch Anregung. Vielmehr dient sie als Entsorgungsfläche des Abfalls, für planlose Bebauung und ökologisch fragwürdige Landwirtschaft. Der Zusammenbruch der städtischen Kultur in den islamischen Metropolen sorgt für albtraumhafte Lebensverhältnisse.

Wo Demütigung herrscht, gibt es keine Demut. Die islamische Kultur hat ihre Demut verloren, da sie einer permanenten Demütigung ausgesetzt ist. Zur Unheilbarkeit des muslimischen Komplexes gehört der feste Glaube an eine Verschwörungstheorie. An der eigenen Misere sind grundsätzlich nur andere schuld. Die USA, der Westen oder auch Israel (Link: http://www.welt.de/109340674) sind beliebte Ausflugsziele der muslimischen Paranoia. Nirgendwo wird die Brüchigkeit solcher Thesen so offensichtlich wie in der Türkei.

Kein Stolz auf säkularen Staat und Demokratie

Die Türkei übt sich seit einem Jahrhundert in Demokratie und Säkularisierung. Doch nicht wenige Muslime in der Türkei leiden an derselben unheilbaren Krankheit wie der Rest der islamischen Welt.

In derselben Zeitung, die davon berichtet, dass in der Türkei bislang kein einziges medizinisches Präparat erfunden worden ist, steht auch, dass sich mehr als 10.000 Menschen in den letzten drei Jahren der Terrororganisation Islamischer Staat angeschlossen haben. Für mich sind diese beiden Meldungen zwei Seiten einer Medaille. Die türkische Regierung, immerhin Nato-Staat, hat es fertiggebracht, in den Verdacht zu geraten, den Islamischen Staat zumindest logistisch zu unterstützen.

Die Türken hätten einigen Grund, stolz zu sein auf ein säkulares System, das ihnen relative Stabilität in einer unruhigen Region beschert hat. Stattdessen trauern aber viele einer muslimischen Gesellschaft nach, schicken ihre Kinder in religiöse Schulen und sehen taten- und regungslos zu, wie im Namen ihres Glaubens die abscheulichsten Verbrechen begangen werden.

Es sind auch in der Türkei nicht wenige, die glauben, der Westen stecke hinter all dem Unglück des Nahen Ostens. Bücher über den Ersten Weltkrieg und das Zeitalter des Imperialismus haben Konjunktur. Als hätte der Zweite Weltkrieg gar nicht stattgefunden.

Geschichte ist nur Kolonialgeschichte

Im Bewusstsein der meisten Muslime hat er auch nicht stattgefunden. Das Schlachthaus Europa hat kaum einen Schatten auf die islamische Welt geworfen. Stattdessen sind die Erinnerungen an die Kolonialzeit wach, und sie werden wachgehalten von einer psychischen Deformation, die jede Art von rationaler Analyse zunichtemacht.

Die moderne Türkei wehrt sich zunehmend gegen den Islamismus. Doch die europäischen Eliten haben sie dabei weitgehend alleingelassen. Ist das ein Tribut an den melancholischen Postmodernismus oder der Beginn einer Abkehr von den Idealen der Aufklärung?

Die Wehrhaftigkeit der türkischen Intellektuellen gegen den Islamismus wird vielleicht die Republik in der Türkei vor einem Abdriften in einen islamischen Staat schützen, löst aber kein einziges Problem in der islamischen Welt.

Denn die Muslime von Marokko bis Malaysia (Link: http://www.welt.de/141964677) und in der durch die Migration anwachsenden Diaspora sind in ihrer unheilbaren Krankheit immun gegen einen intellektuellen Diskurs, der sie zu einer kritischen Sichtung der eigenen Positionen anleiten könnte. Die islamische Welt ist in einer Phantasmagorie des eigenen kulturellen, moralischen und sozialen Abstiegs versunken, die keinen Ausgang mehr bietet.

Die muslimischen Gelehrten sind eine Minderheit

Der Weg zu den Heilkünsten des 21. Jahrhunderts scheint für Muslime versperrt zu sein. Die Krankheit, an der sie leiden, ist unheilbar. Denn durch das Zeitgeröll der Jahrhunderte belastetes Gedankengut und die beschädigte Psyche sind eine unheilvolle Allianz eingegangen. Die Erreger der Krankheit sitzen im Denkapparat und haben längst die Strukturen des Denkens kontaminiert.

Alle Versuche, der Krankheit mental Herr zu werden, sind bislang gescheitert. Doch hat man wirklich alles versucht? Die gut ausgebildeten, philosophisch versierten muslimischen Gelehrten (Link: http://www.welt.de/141572567) halten sich für immun gegen die Krankheit, die ihren Glauben erfasst hat. Was für ein Irrtum! Eine Krankheit, die das Denken erfasst hat, macht nicht halt vor den vermeintlichen Schutzräumen der Intellektuellen. Im Gegenteil: Sie sucht sich gerade dort einen Nährboden, wo Ideen produziert und kommuniziert werden.

Im Zeitalter der digitalen Kommunikation erstreckt sich dieser Nährboden weltweit und weitgehend unkontrollierbar. Die einfachen, Mühe und Kosten sparenden Koran- und Imamschulen, oftmals nur Winkelschulen und nicht etwa die aufwendig eingerichteten theologischen Fakultäten, haben in der islamischen Welt längst die Hoheit über Lehre und Praxis gewonnen.

Der Westen muss diesen Zivilisationsbruch bekämpfen

Gerade in der Diaspora, wo die Bildungsferne von Generation zu Generation vererbt wird, breitet sich ein solcher „Discount-Islam“ rasend schnell aus.

Früher oder später, mit mehr oder weniger Verlusten, wird die freiheitliche Welt auf den Zivilisationsbruch in der islamischen Welt reagieren müssen, ähnlich wie die USA 1941 auf Nazi-Deutschland reagiert haben.

Müsste aber jenseits der kriegerischen Handlungen nicht auch eine lebensbejahende Sprache gefunden werden? Wenn junge Demokratien wie Tunesien attackiert werden, brauchen wir eine Antwort, die der Zivilgesellschaft in diesem Land den Rücken stärkt. Und nicht nur dort.

Erfahren Dissidenten, die sich für eine offene Gesellschaft in der islamischen Welt einsetzen, genug Solidarität? Ist ein Land wie Saudi-Arabien (Link: http://www.welt.de/136750754) wirklich ein Verbündeter im Kampf gegen den extremistischen Islam? Warum gelingt es nicht, unserer Wertegemeinschaft ein Gesicht zu geben, das sich vor solchen Fragen nicht verstecken muss?

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Nach­dem der Erste Senat des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts im März die­ses Jah­res ver­kün­det hatte, dass ein pau­scha­les Kopf­tuch­ver­bot für Leh­re­rin­nen im Schul­dienst nicht rech­tens sei, weil das mus­li­mi­sche Kopf­tuch weder den Schul­frie­den kon­kret ge­fähr­de noch die Neu­tra­li­tät des Staa­tes un­ter­lau­fe (1), reich­ten die ton­an­ge­ben­den Stim­men der Ber­li­ner Re­pu­blik die gän­gi­gen Su­per­la­ti­ve aus dem Kom­pen­di­um po­li­ti­scher Sonn­tags­re­den nach. Wäh­rend Vol­ker Beck (Grüne) die Stim­mungs­ka­no­ne gab: „Das ist ein guter Tag für die Re­li­gi­ons­frei­heit“, zeig­te sich Theo Som­mer (Zeit) von schwe­rer Last be­freit und kon­ze­dier­te, dass das Ur­teil nicht we­ni­ger be­deu­te, als einen „spä­ten Sieg des ge­sun­den Men­schen­ver­stan­des“. Ein Tri­umph, der den in Hoch­stim­mung ver­setz­ten He­ri­bert Prantl (Süd­deut­sche Zei­tung) dazu ani­mier­te, das Motto „Mehr Kopf­tuch wagen“ für die kom­men­den Jahre aus­zu­ge­ben.Dass ge­ra­de die Mei­nungs­ma­cher bei der Vor­stel­lung ver­mumm­ter Frau­en im Staats­dienst in Ent­zü­ckung ge­ra­ten, hat neben dem per­sön­li­chen Zer­fall der mo­ra­li­schen Ur­teils­kraft den Grund, dass die no­to­ri­schen Schön­red­ner des Islam be­stä­tigt be­kom­men, dass ihr Ein­satz für die deutsch-is­la­mi­sche Ver­brü­de­rung mit der Ver­fas­sung die­ses Lan­des kon­form geht. Höchst­rich­ter­lich ab­ge­seg­net ist nun auch der ideo­lo­gi­sche und prak­ti­sche Bei­trag, den der Islam bei der schu­li­schen Elends­ver­wal­tung von Schü­lern mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund leis­ten kann. Wäh­rend die is­la­mi­schen So­zi­al­struk­tu­ren die De­klas­sier­ten bei der Stan­ge hal­ten, auch wenn sie keine Per­spek­ti­ven mehr haben, be­deu­tet der Ein­zug des Islam in die Schu­len, dass Schü­lern, für die als Er­wach­se­ne der Dö­ner­la­den des On­kels oder Hartz IV vor­ge­se­hen ist, von klein auf bei­ge­bracht wer­den kann, dass sich mit ein biss­chen Re­spekt von der Mehr­heits­ge­sell­schaft und dem Islam als Trost­preis auch ohne greif­ba­re Chan­cen so schlecht nicht leben lässt. Wenn Udo Ulfkot­te, or­di­nä­re Aus­län­der­has­ser oder no­to­risch be­lei­dig­te Zonis die so­ge­nann­te „Is­la­mi­sie­rung des Abend­lan­des“ für eine Ver­schwö­rung gegen Deutsch­land hal­ten, ba­sie­ren sol­che Fehl­schlüs­se im Re­gel­fall auf der ge­stör­ten Wahr­neh­mung auf­ge­schreck­ter Deut­scher. Das Es­ta­blish­ment der Ber­li­ner Re­pu­blik, das den Islam für sich ent­deckt hat, ob­wohl des­sen Ge­bräu­che ein Hohn auf den de­mo­kra­ti­schen Jar­gon sind, den man an an­de­rer Stel­le pflegt, sieht ge­ra­de in der Ein­bin­dung des Is­lams das na­tio­na­le In­ter­es­se ge­wahrt: „Wir brau­chen ganz selbst­ver­ständ­lich mus­li­mi­sche Leh­re­rin­nen und Leh­rer, mus­li­mi­sche Be­am­te, Rich­ter, Po­li­zis­ten. Für mich ist es eben­falls nur kon­se­quent, dass wir ge­mein­sam dar­über nach­den­ken, wie auch mus­li­mi­sche Wohl­fahrts­or­ga­ni­sa­tio­nen so­zi­al­staat­li­che Auf­ga­ben wahr­neh­men kön­nen oder wie die mus­li­mi­sche Ge­mein­schaft sich noch stär­ker ein­brin­gen kann in die ethi­schen De­bat­ten in Deutsch­land.“ (Sig­mar Ga­bri­el)Dass es den Karls­ru­her Rich­tern nicht un­we­sent­lich um volks­päd­ago­gi­sche Un­ter­wei­sun­gen von ganz oben ging, ver­deut­li­chen Auf­for­de­run­gen wie die, be­son­ders in Ge­mein­schafts­schu­len „den Schü­le­rin­nen und Schü­lern To­le­ranz auch ge­gen­über an­de­ren Re­li­gio­nen und Welt­an­schau­un­gen zu ver­mit­teln.“ (2) Die dem post­mo­der­nen Zeit­al­ter ge­mä­ße Selbst­ver­pflich­tung auf den in­ter­kul­tu­rel­len Ver­stän­di­gungs­kitsch ent­puppt sich dabei als Un­fä­hig­keit, ein auch nur an­nä­hernd der Rea­li­täts­prü­fung ver­pflich­te­tes Ur­teil zu fäl­len. Der „Ein­griff in die Glau­bens­frei­heit“ der bei­den mus­li­mi­schen Klä­ge­rin­nen, die gegen ihre Ent­las­sung aus dem Schul­dienst ge­klagt hat­ten, wiege schwer, so die Mehr­heit der Rich­ter, da es sich im Falle ihres Kopf­tuchs „– ent­spre­chend dem Selbst­ver­ständ­nis von Tei­len im Islam − um ein im­pe­ra­ti­ves re­li­giö­ses Be­de­ckungs­ge­bot in der Öf­fent­lich­keit han­delt, das zudem nach­voll­zieh­bar ihre per­sön­li­che Iden­ti­tät be­rührt.“ (3) Dass ein im­pe­ra­ti­ves Be­de­ckungs­ge­bot in der Öf­fent­lich­keit kein Grund zur Sorge, son­dern bloß ein will­kom­me­ner An­lass ist, die Glau­bens­frei­heit zu adeln, die ja im Falle des Islam auf nichts an­de­res hin­aus­läuft, als auf die Frei­heit zur Dumm­heit und De­struk­ti­vi­tät, liegt daran, dass die obers­ten Rich­ter des Lan­des die in der is­la­mi­schen All­tags­kul­tur gän­gi­gen Ge­walt- und Un­ter­drü­ckungs­ver­hält­nis­se un­be­küm­mert weg­fil­tern. Statt zur Kennt­nis zu neh­men, dass über­all dort, wo das Kopf­tuch als kol­lek­ti­ves Gebot ge­setzt ist, die In­di­vi­du­al­rech­te auf kör­per­li­che Un­ver­sehrt­heit und freie Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit von vor allem Mäd­chen und Frau­en − aber nicht nur von ihnen − kas­siert wer­den, er­klärt man die Iden­ti­tät zwei­er Ge­sin­nungs­tä­te­rin­nen zum schüt­zens­wer­ten Gut einer Ge­sell­schaft, die sich von der Ver­nunft ver­ab­schie­det hat, und fällt damit allen in den Rü­cken, die sich ein Leben au­ßer­halb der für sie vor­ge­se­he­nen kul­tu­rel­len Knast­struk­tu­ren wün­schen. So nimmt es auch nicht wun­der, dass man mit der „per­sön­li­chen Iden­ti­tät“ genau die­je­ni­ge Lieb­lings­vo­ka­bel des neu­deut­schen Kul­tur­schut­zes ins Zen­trum der Ar­gu­men­ta­ti­on rückt, die vor Jah­ren in eso­te­ri­schen The­ra­pie­krei­sen aus der Taufe ge­ho­ben wurde, in­zwi­schen aber immer dann zum Ein­satz kommt, wenn ir­gend­ei­ner Scheuß­lich­keit unter strik­ter Ab­se­hung von Wahr­heits­kri­te­ri­en das Wort ge­re­det wer­den soll.

Alle gegen alle

Nur wenn das Tra­gen der „re­li­giö­sen Be­klei­dung“ eine „hin­rei­chend kon­kre­te Ge­fahr“ für den Schul­frie­den und die Neu­tra­li­tät des Staa­tes dar­stel­le, sei die Grund­la­ge für ein Ver­bot ge­ge­ben. (4) Was nach der be­schei­de­nen Aus­ge­wo­gen­heit eines bloß noch wohl­wol­lend mo­de­rie­ren­den Staa­tes klingt, hin­ter­treibt in Wirk­lich­keit die Si­cher­stel­lung eines ei­ni­ger­ma­ßen ra­tio­na­len und kal­ku­lier­ba­ren Schul­ab­laufs. Dass durch re­ni­ten­ten Pro­test von außen in den schu­li­schen Ab­lauf ein­ge­grif­fen wer­den kann, wer­den ins­be­son­de­re El­tern, die bei der Er­zie­hung ihrer Kin­der ein als Glau­bens­frei­heit kos­tü­mier­tes ideo­lo­gi­sches In­ter­es­se ver­fol­gen, sehr schnell be­grei­fen. Zu­sätz­lich zur fal­schen Ent­schei­dung, das Kopf­tuch über­haupt zu­zu­las­sen und da­durch das Re­pres­si­ons­be­stre­ben sowie die Pro­pa­gan­da­mit­tel der is­la­mi­schen Or­tho­pra­xie zu un­ter­stüt­zen, er­mun­tert das Ur­teil po­ten­ti­el­le Kra­wall­ma­cher dazu, ihren nied­rigs­ten In­stink­ten frei­en Lauf zu las­sen.

Das Ge­richt, das en pas­sant an den Schu­len das Recht des Stär­ke­ren ein­führt, stellt es den Schu­len oder Schul­be­zir­ken frei, zu un­ter­schied­li­chen Re­ge­lun­gen zu kom­men: in den bes­ser si­tu­ier­ten Ge­gen­den wer­den die Schü­ler von Kopf­tü­chern ver­schont, weil es dort ers­tens kaum Leh­re­rin­nen mit Kopf­tuch­wunsch gibt und zwei­tens die Ein­hei­mi­schen den hoch­ge­schätz­ten frem­den Kul­tu­ren ihre be­droh­li­chen Ge­bräu­che doch lie­ber selbst über­las­sen, um sie aus der Ferne umso to­le­ran­ter kon­su­mie­ren zu kön­nen. (5) In den is­la­misch ge­präg­ten Be­zir­ken, wo is­la­mi­sche Sit­ten­wäch­ter ihren See­len­frie­den jetzt schon kon­kret ge­fähr­det sehen, wenn ihnen frei­zü­gig ge­klei­de­te Frau­en, Juden oder als un­gläu­big Ver­schmäh­te über den Weg lau­fen, wer­den die au­to­ri­tä­ren Ein­peit­scher samt Ge­folg­schaft so lange Zir­kus ma­chen, bis das Kopf­tuch auch in der Schu­le durch­ge­setzt ist. Sie wer­den auch kei­nen Grund sehen, nicht auch für wei­te­re Is­la­mi­sie­rungs­maß­nah­men in den Ring zu stei­gen. Zum Bei­spiel dann, wenn ein Kreuz oder gar ein Da­vidsstern an einer Hals­ket­te oder eine un­züch­tig ge­klei­de­te Leh­re­rin einen wei­te­ren An­lass lie­fert, das Faust­recht des Glau­bens­kamp­fes für sich in An­spruch zu neh­men.

Der Ver­band Bil­dung und Er­zie­hung, der zu den Kri­ti­kern des Kopf­tu­chur­teils zählt, weil die dort or­ga­ni­sier­ten Leh­rer die teils be­droh­li­chen Schul­rea­li­tä­ten aus ei­ge­ner Er­fah­rung ken­nen, gibt denn auch zu be­den­ken, „dass be­reits heute im All­tag von Schu­le und Un­ter­richt er­heb­li­che Schwie­rig­kei­ten durch un­an­ge­mes­se­nes bzw. un­duld­sa­mes (und das heißt: in­to­le­ran­tes) Ein­tre­ten für ra­di­kal-re­li­giö­se Über­zeu­gun­gen z. B. durch El­tern ent­ste­hen, wie sie u.a. durch tra­di­tio­nel­le mus­li­mi­sche Grup­pen pro­pa­giert wer­den.“ (6)

Un­duld­sa­men An­hän­gern ra­di­kal-re­li­giö­ser Über­zeu­gun­gen wird das Er­zie­hungs­ge­schäft künf­tig auch da­hin­ge­hend er­leich­tert, dass sie unter Hin­weis auf die sitt­sa­me Leh­re­rin mit Kopf­tuch die ei­ge­nen Töch­ter noch stär­ker unter Druck set­zen kön­nen als bis­her. Die Pra­xis, schon Min­der­jäh­ri­ge un­ters Kopf­tuch zu zwin­gen, ihnen alles zu un­ter­sa­gen, was in die­sem Alter Spaß macht, und mög­li­chen Wi­der­stand durch au­to­ri­tä­res Dro­hen und re­li­gi­ös au­to­ri­sier­tes Angst­ein­flö­ßen nie­der­zu­hal­ten, kurz: das sys­te­ma­ti­sche Ver­der­ben der Kind­heit von Mäd­chen aus mus­li­mi­schen Fa­mi­li­en, er­hält durch das Karls­ru­her Ur­teil den ver­fas­sungs­recht­li­chen Segen. Auch El­tern, die ihren Kin­dern die Frei­heit las­sen wol­len, nicht sitt­sam her­um­zu­lau­fen, wer­den so dem so­zia­len Druck re­li­giö­ser Ei­fe­rer aus­ge­lie­fert.

Wer der Selbst­er­mäch­ti­gung is­la­mi­scher Kiez­po­li­ti­ker das Wort redet, hat frei­lich auch kein Pro­blem mit dem Tra­gen von Kopf­tü­chern im Un­ter­richt, von dem „für sich ge­nom­men noch kein wer­ben­der oder gar mis­sio­nie­ren­der Ef­fekt“ aus­ge­he, so die Rich­ter. Dass ein Kopf­tuch auch dann eine Be­deu­tung hat, wenn ihre Trä­ge­rin nicht un­ver­hoh­len zum Kon­ver­tie­ren auf­ruft, über­steigt die Vor­stel­lungs­kraft post­mo­dern ver­blö­de­ter Ver­fas­sungs­stra­te­gen. Ab­ge­se­hen vom ob­jek­ti­ven Be­deu­tungs­ge­halt, den ein po­li­ti­sches Sym­bol auch un­ab­hän­gig von den Ei­gen­schaf­ten sei­nes Trä­gers hat, wirkt eine Leh­re­rin als Per­son und wird von ihren Schü­lern, ob sie will oder nicht, als Re­prä­sen­tan­tin der herr­schen­den Ord­nung wahr­ge­nom­men. Ge­ra­de bei jün­ge­ren Schü­lern fir­miert sie an­ders als das Holz­kreuz an der Wand als Iden­ti­fi­ka­ti­ons­ob­jekt und Pro­jek­ti­ons­flä­che un­be­wuss­ter Trie­b­im­pul­se. Trägt sie ein Kopf­tuch, ver­mit­telt sie un­ab­hän­gig von dem, was sie sagt, nicht nur die dem staat­li­chen Schul­er­zie­hungs-Auf­trag zu­wi­der­lau­fen­de Un­gleich­heit zwi­schen Mann und Frau, son­dern auch die Bot­schaft, dass es nor­mal ist, un­ter­wor­fen zu sein.

In der Taz er­fährt man von einer mus­li­mi­schen Leh­re­rin, die sich zwecks Aus­übung der Leh­rer­tä­tig­keit im­mer­hin dazu durch­rin­gen konn­te, das Kopf­tuch im Un­ter­richt ab­zu­le­gen, wie is­la­misch-or­tho­dox so­zia­li­sier­te Frau­en ti­cken: „Plötz­lich muss­te ich Be­rei­che zei­gen, die für mich zur In­tim­sphä­re ge­hö­ren. Eine Be­kann­te sagte zu mir: Du hast be­stimmt schö­nes Haar. Den an­de­ren wird das ge­fal­len. Okay. Aber für mich ist das in etwa so, als würde je­mand sagen: Du hast be­stimmt tol­les, ge­well­tes Scham­haar. Zeig es mir doch mal!“ (7)

Das zu­tiefst scham­be­setz­te Selbst­bild die­ser Leh­re­rin ist kein in­di­vi­du­el­ler Spleen, son­dern das ori­gi­nä­re Pro­dukt einer auf weib­li­che Jung­fräu­lich­keit fi­xier­ten Er­zie­hungs­pra­xis, die das Ziel ver­folgt, Mäd­chen und Frau­en so lange zu dres­sie­ren, bis sie als keu­sche Vor­zei­ge­frau­en der Fa­mi­li­en­eh­re pa­rie­ren. Da­durch, dass dem is­la­mi­schen Mäd­chen nicht nur dau­ernd ein­ge­re­det wird, dass so­wohl sein Ge­schlecht als auch seine Lust allem zu­wi­der läuft, was hei­lig ist, son­dern die ein­ge­for­der­te Un­ver­dor­ben­heit auch Ge­gen­stand per­ma­nen­ter Über­prü­fung ist, er­lebt es unter der sys­te­ma­tisch ver­ängs­ti­gen­den Kon­troll­pra­xis der zum Über­wa­chungs­kol­lek­tiv for­mier­ten Fa­mi­lie den rest­lo­sen Ver­lust von Selbst­kon­trol­le und Au­to­no­mie. Aus dem Emp­fin­den der Schlech­tig­keit und Schmut­zig­keit des ei­ge­nen Kör­pers, des ei­ge­nen Be­geh­rens und der ei­ge­nen Wün­sche re­sul­tiert jenes im Kopf­tuch­wahn zum Aus­druck kom­men­de Scha­memp­fin­den, das sich durch die in der is­la­mi­schen Ge­mein­schaft all­ge­gen­wär­ti­ge Dä­mo­ni­sie­rung der Frau zur vi­ru­len­ten Stö­rung ra­di­ka­li­siert. Das Ge­fühl des Klein­seins, das is­lam­ver­narr­te Kul­tur­re­la­ti­vis­ten zu­wei­len als be­son­ders schät­zens­wer­te Form weib­li­cher Dank­bar­keit pro­pa­gie­ren, ist be­glei­tet von einer miss­trau­isch bis feind­lich ge­sinn­ten Wahr­neh­mung der Au­ßen­welt, wozu auch das pa­ra­no­ide Ge­fühl zählt, unter Dau­er­be­ob­ach­tung zu ste­hen und bei jedem Aus­gang ten­den­zi­ell alle Män­ner an­zug­ei­len. Das ge­well­te Scham­haar auf dem Kopf ist das Sinn­bild einer Re­li­gi­on, deren An­hän­ger vor lau­ter Fi­xie­rung aufs Se­xu­el­le no­to­risch ver­stört sind und ge­ra­de des­we­gen allen an­de­ren mit ihrer de­for­mier­ten Sitt­lich­keit zu Leibe rü­cken.

Sozialarbeit in korangemäßer Fassung

Man muss un­ter­des­sen kein pas­sio­nier­ter Se­xu­al­päd­ago­ge sein, um zu wis­sen, dass es im Leh­rer­job si­cher nicht un­vor­teil­haft ist, eine ge­wis­se Ge­las­sen­heit ge­gen­über den pu­ber­tä­ren Pro­vo­ka­tio­nen und der kol­lek­tiv aus­a­gier­ten Trieb­haf­tig­keit von Schü­lern an den Tag legen zu kön­nen. Das setzt je­doch vor­aus, nicht schon in der Be­wäl­ti­gung der ei­ge­nen Trieb­kon­flik­te voll­ends über­for­dert zu sein und an den is­la­mi­schen Psy­cho­ticks ma­ni­fest zu lei­den, ohne auch nur auf die Idee zu kom­men, dass der Grund fürs irre Scha­mer­le­ben nicht in den ein­ge­bil­de­ten Lust­bli­cken der an­de­ren, son­dern in den is­la­mi­schen Zu­mu­tun­gen zu su­chen ist, denen man sich mit Haut und Haar ver­schrie­ben hat. Schü­ler und El­tern, die nicht nur das Kopf­tuch selbst, son­dern auch seine ge­sell­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen und in­di­vi­dual­psy­cho­lo­gi­schen Ne­ben­wir­kun­gen als fremd und be­droh­lich er­le­ben, sind nicht klein­ka­riert oder gar ras­sis­tisch, son­dern haben sich die Mün­dig­keit be­wahrt, die die Ver­fas­sung den Ge­sell­schafts­mit­glie­dern für ge­wöhn­lich un­ter­stellt. El­tern, für die das Mit­tel der Saal­schlacht nicht in­fra­ge kommt, die aber kei­nes­falls Kom­pli­zen der is­la­mi­schen Ideo­lo­gie und ihrer Trä­ger sein wol­len, und die auch dann ein Pro­blem damit haben, dass ihre Kin­der an die Bar­ba­rei ge­wöhnt wer­den sol­len, wenn diese als ge­mä­ßigt und ver­fas­sungs­kon­form er­scheint, wer­den sich im Ernst­fall nach schu­li­schen Al­ter­na­ti­ven um­schau­en müs­sen.

Weil man die in man­chen Pro­blem­schu­len all­ge­gen­wär­ti­ge Aso­zia­li­tät is­la­misch so­zia­li­sier­ter Jung­män­ner, die sich so­wohl gegen Leh­rer als auch gegen Mit­schü­ler rich­tet, mit den gän­gi­gen päd­ago­gi­schen Mit­teln nicht mehr in den Griff be­kommt, setzt man ihnen dem­nächst ein paar Leh­re­rin­nen im Kopf­tuch vor die Nase und hofft, dass die in­ter­kul­tu­rel­le Päd­ago­gik aus ers­ter Hand zur Be­ru­hi­gung des Un­ter­richts bei­trägt. Ein biss­chen is­la­mi­sche Tra­di­ti­on und Er­zie­hung in Form is­la­mi­scher Mut­ter­er­satz­fi­gu­ren kann auch an deut­schen Schu­len nicht scha­den, so­fern es um die Un­ter­schich­ten geht, so die im­pli­zi­te Bot­schaft der­je­ni­gen, die nun auch in den Schu­len mehr Kopf­tuch wagen wol­len. Dass die me­tho­disch ver­sier­ten und de­mo­kra­tisch sich ge­ben­den Un­ter­richts­maß­nah­men und schu­li­schen Er­zie­hungs­idea­le der Ber­li­ner Re­pu­blik mit dem is­la­mi­schen Er­zie­hungs­di­ri­gis­mus punk­tu­ell zu­sam­men­ge­hen sol­len, mag ir­ri­tie­ren. Doch der Islam, des­sen er­zie­he­ri­scher Auf­trag in ers­ter Linie darin be­steht, den Nach­wuchs zum Ge­hor­sam ge­gen­über Allah an­zu­hal­ten und die Her­an­wach­sen­den in die vom Schöp­fer vor­ge­se­he­ne Ord­nung ein­zu­fü­gen, un­ter­schei­det sich in der For­de­rung nach grund­sätz­li­cher An­pas­sungs­be­reit­schaft nicht we­sent­lich von der be­sin­nungs- und wunsch­lo­sen Hin­ga­be an das als un­ver­än­der­bar ab­ge­hak­te Elend, die den Men­schen im Spät­ka­pi­ta­lis­mus ab­ver­langt wird.

Auch in der Zeit ver­traut man auf die päd­ago­gi­sche Wirk­sam­keit ge­zielt ver­ab­reich­ter Dosen Islam und un­ter­legt den Ruf nach einer Aus­wei­tung des Is­lam­un­ter­richts mit auf­dring­li­cher On­kel­haf­tig­keit: „Ihr seid will­kom­men, ihr ge­hört zu uns, wir neh­men euren Glau­ben ernst. Au­ßer­dem ist er ein Mo­sa­ik­stein in der Prä­ven­ti­ons­ar­beit gegen Ex­tre­mis­mus, wenn die Mo­sche­en Ju­gend­li­che auf Sinn­su­che nicht er­rei­chen, und diese dann den Islam nur von Dji­ha­dis­ten im In­ter­net bei­ge­bracht be­kom­men.“ (8) Die herr­schen­de päd­ago­gi­sche Vor­stel­lung, dass man voll­ends ver­roh­te Sa­dis­ten, die sich an Hin­rich­tungs­vi­de­os von Dji­ha­dis­ten im In­ter­net auf­gei­len an­statt al­ters­ge­mä­ßen Be­schäf­ti­gun­gen nach­zu­ge­hen, da­durch auf den rich­ti­gen Weg zu­rück­füh­ren könne, dass man ihnen mit ak­zep­tie­ren­der So­zi­al­ar­beit in ko­ran­ge­mä­ßer Fas­sung kommt, lässt sich an­schei­nend durch nichts wi­der­le­gen. Nicht mal vom ekla­tan­ten Miss­er­folg der ge­ra­de sehr an­ge­sag­ten Prä­ven­ti­ons­ar­beit. (9)

Kopftuchpunks für Deutschland

Bei der mar­ke­ting­stra­te­gi­schen Auf­rüs­tung, die der bun­des­deut­sche Ver­band­sis­lam zwecks Image­wech­sel ak­tu­ell be­treibt, spielt das Bild der Aka­de­mi­ke­rin mit Kopf­tuch eine her­aus­ra­gen­de Rolle. In Zei­ten, in denen die mi­li­tan­ten Voll­stre­cker der rei­nen Lehre der Welt täg­lich die Ab­grün­de ihres Glau­bens vor Augen füh­ren und so die Mär vom prin­zi­pi­ell to­le­ran­ten Islam gründ­lich wi­der­le­gen, wird die Vor­füh­rung be­son­ne­ner Is­lam­ver­tre­ter mit Hoch­schul­ab­schluss immer wich­ti­ger. An­ders als die Ein­kaufs­tü­ten schlep­pen­de Haus­frau, die in Kopf­tuch und Se­cond-Hand-Klei­dung ihrem Mann hin­ter­her­trot­tet, steht die kopf­tuch­ab­wärts mo­disch ge­klei­de­te und elo­quent par­lie­ren­de Re­prä­sen­tan­tin des Islam für Fort­schritt, der je nach Kul­tur­spar­te auch als Re­bel­li­on der Bit­ches da­her­kom­men kann: „Oft schwirrt das Bild der mit Al­di-Tü­ten be­pack­ten Kopf­tuch-Tür­kin mit lan­gem Man­tel im Kopf herum – das ist vor­bei, Bit­ches! Wacht auf! Das Kopf­tuch ist längst kein Zei­chen der un­ge­bil­de­ten Ka­na­ken-Putz­frau mehr – das Kopf­tuch ist Punk!“ (Lady Bitch Ray)

Nicht Punk, aber ein biss­chen Hips­ter sind auch die paar Frau­en, die das Kopf­tuch mit Ac­ces­soires, Röh­ren­jeans oder Horn­bril­len kom­bi­nie­ren, um auf diese Weise dem dunk­len Image des Kopf­tuchs ent­ge­gen­zu­wir­ken, dabei aber in ers­ter Linie die Ver­träg­lich­keit von is­la­misch prä­for­mier­ter Ich-Ver­pan­ze­rung und bun­tem Kopf­tuch samt mo­di­schem Style unter Be­weis stel­len: „Ge­ra­de in Deutsch­land den­ken viele Men­schen, dass Kopf­tü­cher dun­kel sein und zu lan­gen, wei­ten Män­teln ge­tra­gen wer­den müs­sen. Meine bunte und fröh­li­che Weise, damit um­zu­ge­hen, über­rascht.“ (10) Was mehr über­rascht, ist, wie mü­he­los es den Kopf­tuchi­deo­lo­gen zu ge­lin­gen scheint, auch mo­di­sche Klei­dung rest­los zu as­si­mi­lie­ren und in den Dienst einer bunt auf­ge­hübsch­ten Uni­for­mie­rung zu stel­len.

Die is­la­mi­sche Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on JUMA – jung, mus­li­misch, aktiv tritt etwas se­riö­ser auf, will aber eben­falls dar­auf hin­aus, dass die Zeit der Ka­na­ken-Putz­frau vor­bei ist. (11) Mit­in­itia­to­rin Saw­san Cheb­li, die in­zwi­schen im Aus­wär­ti­gen Amt als Vi­ze­spre­che­rin Dienst tut, muss wis­sen, was gut für Deutsch­land ist: „Acht­zig Pro­zent un­se­rer JU­MA-Mäd­chen tra­gen ein Kopf­tuch, sind sehr ge­bil­det und eine Res­sour­ce für Deutsch­land.“ (12) Mög­lich, dass man ge­ra­de als jun­ger, mus­li­mi­scher und ak­ti­ver Mensch eine Res­sour­ce für Deutsch­land sein kann, was genau ge­nom­men weder für die einen noch für die an­de­ren spricht. Schlicht­weg un­be­grün­det aber ist die Be­haup­tung, dass selbst­be­wuss­te Kopf­tuch­trä­ge­rin­nen für die Harm­lo­sig­keit des Kopf­tuchs oder gegen Un­ter­drü­ckung spre­chen, so­bald sie auf eine „bunte und fröh­li­che Weise“ damit um­ge­hen und sich eine Horn­bril­le auf­set­zen.

Um in Er­fah­rung zu brin­gen, dass sich die um de­mo­kra­ti­sche Kom­pa­ti­bi­li­tät be­müh­ten Vor­zei­ge­mus­li­ma von Ver­tre­tern des mi­li­tan­ten Flü­gel ihrer Re­li­gi­on meist nur gra­du­ell un­ter­schei­den, ge­nügt es manch­mal, ihnen ein­fach zu­zu­hö­ren. Fe­resh­ta Ludin, Deutsch­lands po­pu­lärs­te Kämp­fe­rin fürs Recht auf Kopf­tuch, die schon vor Jah­ren mit der Aus­sa­ge glänz­te, dass sie sich vor lau­ter Dis­kri­mi­nie­rung „wie kurz vor dem Ho­lo­caust“ vor­kom­me, und die al­lei­ne wegen die­ser mo­ra­lisch ver­kom­me­nen Selbst­vik­ti­mi­sie­rung in kei­ner Schu­le etwas ver­lo­ren hat, wird heute von ganz an­de­ren Sor­gen ge­plagt: „Schon immer hat es mich ir­ri­tiert, wenn Frau­en sich für frem­de Män­ner über­trie­ben hübsch mach­ten.“ (13) Der weib­li­che Bonus fürs Mit­ma­chen in der pa­tri­ar­cha­len Zwangs­ge­mein­schaft ist der li­bi­di­nö­se Lust­ge­winn, der aus der ei­ge­nen Un­ter­wer­fung ge­zo­gen wird. Das pas­siert, indem sich die Koran­treu­en zur Kom­pen­sa­ti­on des Ver­zichts auf selbst­ge­setz­te Trieb­zie­le als Hü­te­rin­nen der Moral auf­spie­len und sich an­de­ren Frau­en über­le­gen wäh­nen, die sich – was immer das hei­ßen mag – über­trie­ben hübsch ma­chen. (14)

Mög­li­cher­wei­se ist es Lud­ins Gang durch die Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen zu ver­dan­ken, dass sie ihrer Ir­ri­ta­ti­on nicht auch noch da­durch Nach­druck ver­leiht, dass sie die ihrer An­sicht nach über­trie­ben Hüb­schen als west­li­che Schlam­pen ti­tu­liert, wie es in Schu­len mit hohem Is­la­man­teil be­reits Usus unter den „gläu­bi­gen“ Schü­lern ge­wor­den ist. Viel mehr als le­dig­lich etwas ge­mä­ßig­te Bös­wil­lig­kei­ten im Namen von kol­lek­ti­ver Ehre und Sitt­lich­keit kann man aber auch vom ge­bil­de­ten Islam nicht er­hof­fen. Den Gläu­bi­gen gilt auch Wis­sens­er­werb als blo­ßes Mit­tel zum rech­ten Glau­ben, Er­kennt­nis­ge­winn soll nichts an­de­rem die­nen, als die zu Hö­he­rem Be­ru­fe­nen zum in­ten­si­ve­ren Koran­pau­ken an­zu­hal­ten. Ab­ge­se­hen davon, dass Bil­dung noch nie ein Ga­rant für gute Ab­sich­ten war und der Hang zu Kul­tur­gü­tern zu­wei­len so­wohl mit lä­cher­li­chem Dün­kel als auch mit der Be­reit­schaft zur Bru­ta­li­tät har­mo­niert, be­legt das blin­de Ver­trau­en aufs de­mons­tra­ti­ve Bil­dungs­ge­schwätz schein­bar eman­zi­pier­ter Kopf­tuch­frau­en auch, dass kei­ner mehr einen Be­griff vom Ideal in­di­vi­du­el­ler Frei­heit zu haben scheint, das im klas­si­schen Bil­dungs­be­griff steckt.

Auch wenn die Bil­dung der Per­sön­lich­keit, die von allem Ge­sell­schaft­li­chen ab­stra­hie­ren­de Rück­wen­dung des ge­stal­ten­den Wil­lens auf sich selbst, zur „Ver­här­tung der ein­zel­nen Men­schen, zum Hoch­mut, zum Pri­vi­leg­be­wusst­sein und der Ver­düs­te­rung der Welt“ (15) bei­ge­tra­gen hat, taugt das im klas­si­schen Bil­dungs­be­griff ex­pli­zier­te Ver­spre­chen von Zi­vi­li­sa­ti­on und Hu­ma­ni­tät auch heute noch als Ein­spruch gegen die Frei­heits­ver­ach­tung und Ein­för­mig­keit der is­la­mi­schen All­tags­kul­tur. Warum etwa Wil­helm von Hum­boldts Auf­for­de­rung an die Ein­zel­nen, die herr­schen­de Kul­tur zwar an­zu­er­ken­nen, mit­tels „pro­por­tio­nir­lichs­ter Bil­dung“ aber auch über sie hin­aus­zu­den­ken, im Islam keine Rolle spielt, hat einen ein­fa­chen Grund: wer die Auf­for­de­rung an­näh­me, hätte Allah ab­zu­schwö­ren.

Überall Sexfallen

Was Leh­rer heute in­ten­si­ver be­schäf­tigt als die Frage nach den Mög­lich­kei­ten von Bil­dung in der ver­wal­te­ten Welt, sind die Pro­ble­me, die der Sexus auf­wirft. Der Kon­sum von In­ter­net­por­nos oder früh­rei­fes Ver­hal­ten ge­hö­ren zu den be­lieb­tes­ten The­men auf Päd­ago­gik­kon­fe­ren­zen, wo die neu­es­ten Schreck­nis­se aus der se­xua­li­sier­ten Ge­sell­schaft mit einer fins­te­ren Miene vor­ge­tra­gen wer­den, die man sonst nur in Ka­ta­stro­phen­fil­men sieht, wenn der Prä­si­dent vor die Ka­me­ras tritt und der von den Bild­schir­men ver­sam­mel­ten Mensch­heit ver­kün­det, dass es gleich zum letz­ten Mal knallt. Wäh­rend die einen zur Ab­wehr ani­ma­li­scher Ge­fah­ren auf se­xu­al­päd­ago­gisch ge­schul­te Not­fall­hel­fer set­zen, die mit Dil­dos und Kon­do­men be­stückt in die Schu­len ein­rü­cken, um vor­zu­füh­ren, wie man’s rich­tig macht und als Zu­ga­be die Kin­der dazu auf­for­dern, Über­le­gun­gen über Bor­del­le, Stel­lun­gen oder Anal­ver­kehr an­zu­stel­len, gehen die an­de­ren bei der Vor­stel­lung auf die Bar­ri­ka­den, dass die Kin­der etwas an­de­res ken­nen­ler­nen könn­ten als die Tris­tesse der Ehe, die man ihnen täg­lich vor­lebt.

Ein Würz­bur­ger Gym­na­si­um, das nicht mehr län­ger ge­willt ist, der gras­sie­ren­den Scham­lo­sig­keit ta­ten­los zu­zu­se­hen, hat un­längst eine Klei­der­ord­nung er­las­sen, in der die un­ter­frän­ki­schen Lo­li­tas prä­ven­tiv zur Ord­nung ge­ru­fen wer­den: „Auch wenn dein Bauch­na­bel ein Hin­gu­cker ist, soll­test du ihn nicht der Schu­löf­fent­lich­keit prä­sen­tie­ren.“ (16) Ab­ge­se­hen davon, dass sol­che Aus­künf­te im Zwei­fels­fall mehr über die be­sorg­ten Hin­gu­cker ver­ra­ten, als über die Mäd­chen, die mit bauch­frei­en Shirts her­um­lau­fen: Das Be­dürf­nis, po­ten­ti­el­le Er­re­gungs­quel­len aus der Öf­fent­lich­keit zu ver­ban­nen, teilt der ver­klemm­te Leh­rer aus Würz­burg mit dem über­zeug­ten Mos­lem, der al­ler­dings eine Re­li­gi­on hin­ter sich hat, die noch über ge­nü­gend Vi­ta­li­tät und Ein­fluss auf die ei­ge­ne An­hän­ger­schaft ver­fügt, um kör­per­li­che Reize aus der Öf­fent­lich­keit zu re­le­gie­ren. Die Er­zie­hungs­re­geln und Fa­mi­li­en­struk­tu­ren je­doch wer­den auch für Nicht-Mos­lems at­trak­tiv, so­fern diese zu nichts an­de­rem mehr in der Lage sind, als die bloß noch in per­hor­res­zier­ter Ge­stalt wahr­ge­nom­me­ne kind­li­che und frem­de Se­xua­li­tät mit hei­li­gem Eifer zu be­feh­den. Das Ap­peas­e­ment ge­gen­über dem Islam rührt auch an die über das Schu­li­sche hin­aus­ge­hen­de Frage der Se­xua­li­tät im Spät­ka­pi­ta­lis­mus. Die is­la­mi­sche Ab­sa­ge an In­di­vi­dua­li­tät, Las­ter­haf­tig­keit und se­xu­el­le Kon­kur­renz scheint die zi­vi­li­sa­ti­ons­mü­den Eu­ro­pä­er nicht zu schre­cken, son­dern zu­wei­len an­zu­zie­hen. Die un­heim­li­che Liebe der Re­gre­die­ren­den zum Islam speist sich nicht zu­letzt dar­aus, dass der Islam in ihren Augen für eine Welt steht, in der es schein­bar auch dann noch Zu­spruch gibt, wenn man weder öko­no­mi­sche noch zwi­schen­mensch­li­che Er­fol­ge vor­zu­wei­sen hat, und in der sol­cher­art das Kopf­tuch die ne­ga­ti­ve Auf­he­bung der se­xu­el­len Kon­kur­renz ver­sinn­bild­licht.

Das über­dreh­te In­ter­es­se am Kör­per­li­chen und Se­xu­el­len ist Folge eines Wirt­schafts­sys­tems, das alle Di­men­sio­nen des Da­seins in Regie nimmt. Durch die Ver­schmel­zung von Ar­beit und All­tag über­tra­gen sich die Re­geln und Kon­kur­renz­mus­ter des Be­triebs auch auf die ar­beits­freie Zeit, in der mit der Aus­wei­tung der Frei­zü­gig­keit und der kom­pe­ti­ti­ven Spor­ti­fi­zie­rung der Se­xua­li­tät eine Kampf­zo­ne ent­stand, in der sich re­pres­siv Ent­sub­li­mier­te, die ihr ver­bis­se­nes und im Dienst der Ent­sa­gung ste­hen­des Ge­rödel als ur­ba­ne Lust- und Ge­nuss­ori­en­tie­rung miss­ver­ste­hen, zu Höchst­leis­tun­gen trei­ben las­sen, um der Schwä­che und dem Al­tern ihres Kör­pers ein Schnipp­chen zu schla­gen – sei es durch Ge­sund­heits­wahn, Fett­ab­sau­gen oder ma­nisch be­trie­be­nes „work-out“. Der un­be­ding­te Wille, auch au­ßer­halb der Ar­beit er­folg­reich zu sein, das ehr­gei­zi­ge und mit buch­hal­te­ri­scher Dis­zi­plin be­werk­stel­lig­te Zu­recht­ma­chen für po­ten­ti­el­le Part­ner und deren Zu­spruch oder mehr noch: der selbst­be­züg­li­che Be­weis des ei­ge­nen Er­fol­ges noch bis in die Poren des Kör­pers hin­ein gleicht der Pseu­do­ak­ti­vi­tät im Be­trieb aufs Haar. Das auf Dauer ge­nau­so freud­lo­se wie an­stren­gen­de kör­per­li­che und se­xu­el­le Ab­ge­stram­pel im Zei­chen des Nar­ziss­mus, der ge­sell­schaft­lich ad­äqua­ten Form der Re­gres­si­on, kor­re­spon­diert mit quä­len­der Er­mü­dung. Ir­gend­wann will das kri­sen­ge­schüt­tel­te und von jedem kri­ti­schen Ge­dan­ken, jeder Hoff­nung und Uto­pie be­frei­te nach­bür­ger­li­che Sub­jekt nur noch auf die Couch oder phan­ta­siert sich auf die Insel der Un­glück­se­li­gen, deren Be­geh­ren von An­be­ginn aus­ra­diert wird wie das der Kopf­tuch­trä­ge­rin­nen.

Vom Zi­vi­li­sa­ti­ons­fort­schritt des Ero­ti­schen, vom Reiz des Frem­den, das man im an­de­ren sucht, ist nur die trübe Be­zie­hungs­ar­beit phy­sio­gno­misch und geis­tig Gleich­ge­schal­te­ter ge­blie­ben. Statt Glück sucht man An­er­ken­nung und Be­wun­de­rung in der nächst­bes­ten Wohl­fühl­ge­mein­schaft, die ge­nau­so gut die Yo­ga-Grup­pe wie die Dis­ko­be­kannt­schaft sein kann. Die Welt, mit der die nar­ziss­ti­schen Mo­na­den nichts mehr an­zu­fan­gen wis­sen, wird nur noch unter dem Ge­sichts­punkt der Stär­kung oder Krän­kung des ver­küm­mer­ten Selbst ka­ta­lo­gi­siert. Spä­tes­tens dann, wenn den em­si­gen Frei­zeit­ma­lo­cher im dau­ern­den Ver­gleich mit an­de­ren klar wird, dass man in der aufs Kör­per­li­che und Ju­gend­li­che abon­nier­ten Kampf­zo­ne al­lei­ne schon des­we­gen nicht auf ewig mit­hal­ten kann, weil man älter wird, kann sich die zu­neh­mend von Se­xu­al­neid ge­präg­te Sicht auf die Welt in den stie­ren Blick des Has­sen­den ver­wan­deln. Ihn drängt es dazu, sich von den An­for­de­run­gen des Den­kens ab­zu­schot­ten und die ei­ge­ne Un­zu­läng­lich­keit bei der Be­wäl­ti­gung der trie­böko­no­mi­schen Über­for­de­rung und nar­ziss­ti­schen Frus­tra­ti­on durch über­se­xua­li­sie­ren­de Dese­xua­li­sie­rung auf­zu­he­ben. Kehr­sei­te der re­pres­si­ven Ent­sub­li­mie­rung ist die pa­thi­sche Pro­jek­ti­on, der Drang, die ge­sell­schaft­li­chen For­men hin­ter sich zu las­sen, um an den hal­lu­zi­nier­ten Ver­ur­sa­chern der tief sit­zen­den Un­zu­frie­den­heit Rache zu neh­men.

Die Rache der kleinen Manus

Dass die Se­xu­alta­bus bei aller Sex­shop-Li­ber­ti­na­ge nicht ge­fal­len sind und am an­de­ren immer noch wild be­kämpft wird, was man selbst be­gehrt, be­zeu­gen die stän­dig wie­der­keh­ren­den Ver­fol­gungs­ri­tua­le gegen so­ge­nann­te Kin­der­schän­der, die kol­lek­ti­ve Ent­rüs­tung über die Vor­lie­ben an­de­rer, oder die ge­ho­be­ne Häme gegen die Flach­heit und Un­na­tür­lich­keit kul­tur­in­dus­tri­el­ler Her­vor­brin­gun­gen. Prin­zi­pi­ell kann es alles und jeden tref­fen, wenn dem aus der Fas­sung ge­ra­te­nen Deut­schen die pas­sen­den Stich­wor­te ge­lie­fert wer­den. Die ab­grund­tie­fe Häss­lich­keit des ge­sun­den Volks­emp­fin­dens zeig­te sich zu­letzt im kol­lek­ti­ven Auf­stand gegen die Fern­seh­sen­dung Ger­ma­nys Next Top­mo­del (GNTM), in der junge Frau­en mit dem Be­rufs­wunsch Model in al­ber­nen Spiel­chen und teils ent­wür­di­gen­den Sze­na­ri­en um die Gunst der Ju­ro­ren wer­ben. So weit, so harm­los. Dass aus­ge­rech­net diese eine Mo­dels­en­dung, die sich ja von vie­len wei­te­ren Fern­seh­ba­na­li­tä­ten nicht un­ter­schei­det, in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den aufs Gif­tigs­te be­fein­det wird, liegt daran, dass das von den Ju­ro­ren scha­den­froh kom­men­tier­te kon­kur­renz­ge­trie­be­ne Ge­zänk ganz un­ge­wollt of­fen­legt, wie es in der fle­xi­bi­li­sier­ten Ar­beits­welt zu­geht. Jeden Un­sinn mit­ma­chen zu müs­sen und dabei noch dem Hohn der Kol­le­gen aus­ge­setzt sein, die sich ge­gen­sei­tig umso mehr an­wi­dern, je dras­ti­scher ihnen der be­triebs­ge­mein­schaft­li­che Team­kla­mauk auf­ge­drückt wird, das ken­nen auch die auf Selbst­be­haup­tung dres­sier­ten Kri­ti­ker von GNTM, sie wol­len es aber nicht auch noch hören und sehen. Die dar­ge­bo­te­nen Ge­häs­sig­kei­ten der Kon­kur­renz wären aber aus­zu­hal­ten, wenn die Frau­en, um die es geht, nicht hüb­sche Mäd­chen wären, die – wie naiv auch immer − davon träu­men, nach Mai­land oder Paris zu kom­men, statt mit vier­zig noch auf ir­gend­ei­ner Dorf­kir­mes rum­zu­hän­gen. Im Mo­del­ge­schäft kann der bo­den­stän­di­ge Deut­sche nichts als Ei­tel­keit und Ge­fühls­käl­te er­ken­nen. Lie­ber um­gibt er sich mit sei­nes­glei­chen, als sich den Ge­fah­ren von Schön­heit und ober­fläch­li­cher Ver­füh­rung aus­zu­set­zen, deren Un­er­reich­bar­keit er als Krän­kung emp­fin­det, die Ver­gel­tung ver­dient.

Nach­dem das Fi­na­le der dies­jäh­ri­gen Staf­fel wegen einer Bom­ben­dro­hung ab­ge­bro­chen wer­den muss­te, zeig­te sich das kol­lek­ti­ve Ver­gel­tungs­be­dürf­nis in rü­des­ter Ge­stalt. Dass den als „Kotz­mo­dels“ ti­tu­lier­ten Frau­en die Show ver­mas­selt wurde, ver­setz­te den Kom­men­tar­spal­ten­mob in freu­di­ge Er­re­gung. Kotz­mo­del ist dabei die twit­ter­kom­pa­ti­ble Va­ri­an­te der lai­en­me­di­zi­ni­schen Fern­dia­gno­se Ma­ger­sucht, die Lauf­steg­mo­dels für ge­wöhn­lich im Feuille­ton aus­ge­stellt wird, weil sie der deut­schen Vor­lie­be für frucht­ba­re Land­mäd­chen nicht ent­spre­chen. Eine Manu, die auch nichts an­de­res als Ka­lo­ri­en im Kopf hat, fan­ta­sier­te sich im Eifer der Ka­ta­stro­phen­geil­heit in die Rolle der Amok­läu­fe­rin im Feld­zug gegen dünne Mä­dels und steht dabei auch stell­ver­tre­tend für den er­schre­ckend her­un­ter­ge­kom­me­nen Humor der Durch­schnitts­deut­schen: „Ich habe ne Ka­lo­ri­en­bom­be rein­ge­wor­fen. Jetzt flüch­ten alle dün­nen Mä­dels aus der Halle“ (17) Ob Manu ein­fach so gars­tig ist, weil die Kan­di­da­tin­nen Sa­chen tra­gen kön­nen, die für sie nicht in­fra­ge kom­men, weiß man nicht. Was man aber mit Ge­wiss­heit sagen kann, ist, dass die in Form miss­glück­ter Iro­nie aus­a­gier­te la­ten­te Ge­walt­be­reit­schaft nicht das Pri­vi­leg kom­men­tie­ren­der Wut­bür­ge­rin­nen ist, son­dern auch unter aus­ge­bil­de­ten Jour­na­lis­ten zum guten Ton ge­hört. Das näm­lich stell­te Jörg Tha­de­usz unter Be­weis, der nach et­li­chen Jah­ren als bra­ver Mo­dera­tor und Re­por­ter der Öf­fent­lich-Recht­li­chen in der Frank­fur­ter Rund­schau nun doch noch seine re­bel­li­sche Seite ent­deck­te, indem er sich gegen die 17 bis 19-jäh­ri­gen Man­ne­quins he­ro­isch in Pose schmiss: „So­lan­ge nie­man­dem etwas pas­siert, ist eine Bom­ben­dro­hung für die Top­mo­del-Sen­dung wie ein Wie­ner Schnit­zel für ein Man­ne­quin nach drei Tagen ka­lo­ri­en­frei­er Pho­to­syn­the­se: Ver­bo­ten, aber ein­fach herr­lich.“ (18)

Ein­fach herr­lich soll es sein, ein paar Tau­send Men­schen in Angst und Schre­cken zu ver­set­zen. Ein­fach herr­lich fin­den so etwas auch die Is­la­mis­ten, die seit Jah­ren gegen Schön­heits­wett­be­wer­be auf dem Kon­ti­nent mobil ma­chen. Im­mer­hin: An­ders als die Is­la­mis­ten will Tha­de­usz, dass nie­man­dem was pas­siert, aber in Bünd­nis­sen wie die­sen sind die Mit­tel be­kannt­lich Ver­hand­lungs­sa­che, so­lan­ge der Feind steht. Bis­her konn­te nicht er­mit­telt wer­den, wer die Dro­hung ver­ur­sacht hat. Dass es ten­den­zi­ell alle ge­we­sen sein könn­ten, ist ein Grund zur Be­sorg­nis.

Dass die zeit­ge­nös­si­sche Ge­sell­schaft dem Islam nicht mehr viel ent­ge­gen­zu­set­zen hat, kommt jen­seits der Feuille­ton-Hä­me darin zum Aus­druck, dass auch die deutsch-kon­ser­va­ti­ven Is­lam-Geg­ner bei der Feind­be­stim­mung in die Bre­douil­le ge­ra­ten. In der Zeit­schrift Tu­mult, wo schwer­punkt­mä­ßig im Carl-Schmitt-Duk­tus rechts­in­tel­lek­tu­ell über Wer­te­ver­fall und Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit ge­raunt wird, be­stimmt Gerd Koe­nen den Islam stan­des­ge­mäß als Feind in ei­ge­ner Ge­stalt und kommt dabei in psy­cho­so­zia­len Stress: „Wir kön­nen sogar mit Si­cher­heit sagen, dass die Be­frei­ung der Frau­en aus ihrer sub­al­ter­nen Stel­lung und die Ent­fal­tung ihrer pro­duk­ti­ven Po­ten­tia­le der Schlüs­sel zur Ent­wick­lung vie­ler und ge­ra­de der is­la­mi­schen Län­der ist. Was al­ler­dings un­ter­schätzt wird, ist die Trag­wei­te die­ser so­zi­al­kul­tu­rel­len Um­wäl­zun­gen und der sehr reale psy­cho­so­zia­le Stress, der mit der völ­lig selbst­be­stimm­ten und po­ten­ti­ell schran­ken­lo­sen Part­ner­wahl oder mit dem vol­len Ein­tritt der Frau­en in das pro­fes­sio­nel­le Be­rufs­le­ben und in die ge­sell­schaft­li­che Öf­fent­lich­keit ver­bun­den war und ist.“ (19) Ver­mut­lich ist der sehr reale psy­cho­so­zia­le Stress auch der Grund dafür, dass man sich in die Mo­ti­ve der Is­la­mis­ten, deren Vi­ta­lis­mus man ins­ge­heim be­wun­dert, so pro­blem­los ein­füh­len kann, auch wenn man ihnen das In­stinkt­haf­te noch Übel nimmt: „Die is­la­mis­ti­sche Ge­gen­re­ak­ti­on speist sich viel­leicht we­ni­ger aus Pu­ri­ta­nis­mus und Prü­de­rie (die eher ein christ­li­ches Erb­teil ist), son­dern fast im Ge­gen­teil: aus einer in­stinkt­haf­ten, ag­gres­si­ven Ab­wehr­re­ak­ti­on gegen die ten­den­zi­ell ab­stump­fen­den Wir­kun­gen, die eine per­ma­nen­te se­xua­li­sier­te In­fra­rot­be­strah­lung ja in der Tat hat.“

Erziehung zur Entbarbarisierung

In der bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft ist es die vor­nehm­li­che Auf­ga­be der Schu­le, ihre Mit­glie­der zum selb­stän­di­gen Ver­kauf ihrer Ar­beits­kraft an­zu­lei­ten und ihnen die nö­ti­gen staats­bür­ger­li­chen Tu­gen­den bei­zu­brin­gen. Die schu­li­sche Pra­xis er­schöpft sich je­doch nicht im Zu­rich­ten auf Ka­pi­tal­pro­duk­ti­vi­tät und Staats­loya­li­tät, son­dern stellt den Ein­zel­nen in ge­wis­sem Grade auch die be­griff­li­chen Mit­tel zur Ver­fü­gung, das Ver­häng­nis in kri­ti­scher Ab­sicht re­flek­tie­ren zu kön­nen. Im bes­ten Fall wird beim Schü­ler der Wunsch ge­weckt, durch An­stren­gung und Re­fle­xi­on die ei­ge­ne Be­schränkt­heit zu über­win­den und sich aus der Bor­niert­heit von Fa­mi­lie und an­de­ren Her­kunfts­ge­mein­schaf­ten her­aus­zu­ar­bei­ten.

Der im Wi­der­spruch von Zu­rich­tung und Be­fä­hi­gung ste­cken­de zi­vi­li­sa­to­ri­sche Mehr­wert droht ak­tu­ell kas­siert zu wer­den: Das Schul­kind ist zum so­zi­al­päd­ago­gisch be­treu­ten Fall ge­wor­den, dem vom Bünd­nis aus El­tern und Leh­rern jeder Ei­gen­sinn aus­ge­trie­ben wird, und das ir­gend­wann so ka­putt ist, dass es ge­mein­sam mit Leh­rern und El­tern für die Um­welt und gegen Ame­ri­ka de­mons­triert, wäh­rend die herr­schen­de prak­ti­sche Bil­dungs­po­li­tik und Un­ter­richts­ge­stal­tung dar­auf ab­zielt, aus ihm einen fle­xi­blen Bü­ro­trot­tel zu ma­chen.

So lange aber die Schu­le auch Räume er­öff­net, in denen in Ruhe zu­ge­hört und ge­lernt wer­den kann, und so lange die in­sti­tu­tio­nel­len Re­geln dafür sor­gen, dass der Schutz der Un­ter­rich­te­ten vor phy­si­scher Ge­walt und un­mit­tel­ba­rer In­dok­tri­na­ti­on ge­währ­leis­tet ist, be­wahrt sie den als Ver­hei­ßung ge­gen­wär­ti­gen zi­vi­li­sa­to­ri­schen Über­schuss. Nicht nur, aber ganz be­son­ders, für Schü­ler aus streng is­la­misch ge­präg­ten Fa­mi­li­en bie­tet die Schu­le oft­mals die ein­zi­ge Mög­lich­keit, Klü­ge­res und Zi­vi­li­sier­te­res ken­nen­zu­ler­nen als das, was man von zu Hause ge­wöhnt ist: Eine At­mo­sphä­re, die nicht voll­ends von Enge, Hass und Angst ge­prägt ist. Die gän­gi­gen Un­ter­richts­fä­cher, so be­schränkt sie auch sein mögen, ken­nen­zu­ler­nen, ohne dau­ernd mit Fa­mi­li­en­eh­re und stump­fem Ko­ran­zeug ge­nervt zu wer­den, ist in ihrem Fall eine evi­dent wich­ti­ge Er­fah­rungs­mög­lich­keit. Indem die Karls­ru­her Ver­fas­sungs­rich­ter dazu bei­tra­gen, dass die­ser Er­fah­rungs­raum suk­zes­si­ve schwin­det, tra­gen sie aktiv dazu bei, die letz­ten Reste des schu­li­schen Auf­klä­rungs­bei­trags zu zer­stö­ren.

Die bil­dungs­theo­re­ti­schen Schrif­ten Ador­nos und Hork­hei­mers, denen es nicht nur um die Ret­tung in­di­vi­du­el­ler Bil­dung, son­dern auch um die Gren­zen und Mög­lich­kei­ten von Mün­dig­keit und Ree­du­ca­ti­on ging, of­fe­rie­ren zwar keine Hand­ha­be gegen den ak­tu­el­len Auf­klä­rungs­ver­rat, bei ihnen kann man aber Satz für Satz nach­le­sen, was der­zeit so sträf­lich ver­säumt wird. Wie wenig die ent­schei­den­den Texte von ihrer Ak­tua­li­tät ein­ge­büßt haben, wird auch in den The­sen zum Ver­hält­nis von Schu­le und Fa­mi­lie deut­lich. Man­che Pas­sa­ge liest sich, als sei sie als Ge­gen­re­de aufs Karls­ru­her Ur­teil kon­zi­piert: „In Fäl­len, wo vom El­tern­haus star­ker Ge­gen­druck aus­ge­übt wird, dürf­te ein Er­zie­her auch vor Kon­flik­ten mit den El­tern nicht zu­rück­schre­cken. Er müss­te die Kin­der leh­ren, dass das, was sie zu Hause hören, nicht lau­te­res Gold ist, dass ihre El­tern irren kön­nen, und warum.“ (20)

Auf­ga­be wäre neben der drin­gen­den ge­sell­schaft­li­chen So­li­da­ri­tät mit Schü­lern, die auf den Trich­ter kom­men, dass das, was sie zu Hause hören, nicht lau­te­res Gold ist, den Fa­mi­li­en­ty­ran­nen, die es zum Ein­mi­schen in die Schu­len treibt, kon­kre­te Gren­zen auf­zu­zei­gen. Im Um­gang mit den po­li­ti­sie­ren­den Mos­lems wäre auf­zu­grei­fen, was Ador­no in den Sech­zi­gern gegen die An­ti­se­mi­ten emp­fahl: „Wo sie sich ernst­haft vor­wa­gen […], müs­sen die wirk­lich zur Ver­fü­gung ste­hen­den Macht­mit­tel ohne Sen­ti­men­ta­li­tät an­ge­wandt wer­den, gar nicht aus Straf­be­dürf­nis oder um sich an die­sen Men­schen zu rä­chen, son­dern um ihnen zu zei­gen, dass das ein­zi­ge, was ihnen im­po­niert, näm­lich wirk­lich ge­sell­schaft­li­che Au­to­ri­tät, einst­wei­len dann doch noch gegen sie steht.“

Die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Macht­mit­tel gegen die re­ak­tio­närs­te Be­we­gung die­ser Tage an­zu­wen­den, das hieße selbst­ver­ständ­lich auch, das Kopf­tuch­ver­bot für Leh­re­rin­nen und Schü­le­rin­nen ohne Wenn und Aber durch­zu­set­zen. Es gibt nur ein Pro­blem: dass die ge­sell­schaft­li­che Au­to­ri­tät of­fen­kun­dig nicht gegen den Islam steht, son­dern dabei ist, ihm über­all dort, wo er sich vor­wagt, den Weg frei­zu­ma­chen.

Anmerkungen:
  1. https://​www.​bun​desv​erfa​ssun​gsge​rich​t.​de/​SharedDocs/​Pre​ssem​itte​ilun​gen/​DE/​2015/​bvg15-​014.​html
  2. Ebd.
  3. Ebd.
  4. Von re­li­giö­ser Be­klei­dung ist des­we­gen die Rede, weil man ganz plump-athe­is­tisch nicht nur nicht zwi­schen den Re­li­gio­nen un­ter­schei­den will, son­dern allen Erns­tes das Kreuz als grö­ße­res Pro­blem aus­weist: „Denn mit dem Tra­gen eines Kopf­tuchs durch ein­zel­ne Päd­ago­gin­nen ist – an­ders als dies beim staat­lich ver­ant­wor­te­ten Kreuz oder Kru­zi­fix im Schul­zim­mer der Fall ist – keine Iden­ti­fi­zie­rung des Staa­tes mit einem be­stimm­ten Glau­ben ver­bun­den.“ (Ebd.)
  5. Mit der in­di­rek­ten Auf­for­de­rung zum Ein­mi­schen wer­den in Ge­gen­den, deren Be­woh­ner aus Über­zeu­gung deutsch sind, eben­falls be­son­ders häss­li­che Sze­nen be­feu­ert: Falls eine Leh­re­rin auf die un­gu­te Idee kom­men soll­te, bei­spiels­wei­se in ir­gend­ei­nem Ost­kaff mit Kopf­tuch un­ter­rich­ten zu wol­len (was wohl sel­ten der Fall sein wird, weil in die­sen Ge­gen­den fast aus­schließ­lich au­to­chtho­ne Ost­deut­sche hau­sen), könn­te dies dazu füh­ren, dass die lo­ka­le Na­zi-Sze­ne Rab­batz macht.
  6. http://​www.​vbe.​de/​meinung/​positionen/​kopftuch-​im-​unterricht.​html?​type=98
  7. http://​www.​taz.​de/​1/​archiv/​digitaz/​artikel/?​ressort= sp&dig=2015%2F04%2F24%2Fa0085&cHash=c 9561c6457e40e­a­d2e34d36112667c­d6
  8. http://​www.​zeit.​de/​ges​ells​chaf​t/​schule/​2015-​03/​ rel​igio​nsfr​eihe​it-​kop​ftuc​hver​bot-​gekippt-​bun​desv​erfa​ssun​ gsge​rich​t
  9. Vgl.: http://​gru​ppem​orge​ntha​u.​com/​punk-​ist-​keine-​religion/
  10. http://​www.​welt.​de/​icon/​art​icle​1426​1005​2/​Sie-​feiern-​das-​Kopftuch-​als-​modisches-​Accessoire.​html
  11. http://​www.​juma-​projekt.​de/​das-​projekt-​juma-​jung-​muslimisch-​aktiv/
  12. http://​www.​taz.​de/!​5077905/
  13. http://​www.​taz.​de/!​5014270/
  14. Vgl.: Maul, Tho­mas: Die Macht der Mul­lahs.
  15. Hork­hei­mer, Max: Be­griff der Bil­dung, in: Ge­sam­mel­te Schrif­ten, Bd. 8, 409–420.
  16. http://​www.​augsburger-​allgemeine.​de/​bayern/​Zu-​tiefe-​ Einblicke-​Streit-​um-​Kle​ider​ordn​ung-​an-​Gymnasium-​id34141932.​ html
  17. http://​www.​focus.​de/​digital/​internet/​topmodel-​finale- ​abgebrochen-​so-​unv​ersc​haem​t-​reagierte-​das-​netz-​auf-​die-​bom​ bend​rohu​ng-​bei-​gntm_​id_​4683144.​html
  18. http://​www.​fr-​online.​de/​kolumnen/​bom​bend​rohu​ng-​gntm-​lieber-​herr-​thadeusz-,29976192,30706216.​html
  19. Tu­mult, Früh­jahr 2015, 15
  20. Ador­no, T.W.: Zur Be­kämp­fung des An­ti­se­mi­tis­mus heute, in: Kri­tik, Klei­ne Schrif­ten zur Ge­sell­schaft (1971), 123
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Von Eric Allen Bell

Wie einen Film über die Vertei­di­gung des Rechts der Mus­lime, in Amerika eine Moschee zu bauen, zu drehen meine Weltan­schau­ung verän­dert hat.

Neulich passierte mir etwas selt­sames, als ich am Fed­eral Build­ing in Los Ange­les vor­bei­fuhr. Da waren eine Menge Leute mit Schildern, auf denen es hiess, Israel sei eine aggres­sive Gewalt im Nahen Osten, und auf dem Iran werde herumge­hackt. Als ich an einer roten Ampel anhielt, hörte ich einen Mann mit einem Mega­fon die Demon­straten mit einem Singsang anführen, der Obama des Völk­er­mordes beschuldigte. Ich sah viele junge Men­schen und mehrere mus­lim­is­che Frauen mit bedeck­ten Köpfen. Es war eine Anti-Kriegs-Demonstration, die ich wahrschein­lich vor einem Jahr unter­stützt hätte. Aber obwohl ich nicht für mil­itärischen Aktion­is­mus bin, weiss ich, dass der Iran nicht ein weit­erer Irak ist, und dass in der Tat mehr läuft, als dieses übermäs­sig vere­in­fachte Bild, das die Demon­stran­ten mal­ten, während Autos hupend vor­bei­fuhren, um ihre Unter­stützung auszu­drücken. Als die Ampel auf Grün sprang, fiel meinem Auge ein weit­eres Schild auf — ein Bild der bren­nen­den Twin Tow­ers, auf dem zu lesen war: “9/11 war ein Insider-Job”. Als ich auf das Meer palästi­nen­sis­cher Fah­nen und Trom­meln schla­gen­der College-Kids schaute, emp­fand ich eine gewisse Frus­tra­tion — Frus­tra­tion, die auf einer Reihe von Ereignis­sen fusste, die mein Welt­bild verän­dert haben.

Im Som­mer 2010, ger­ade Hol­ly­wood, Kali­fornien, entkom­men um eine drin­gend benötigte Pause von meinem Beruf als Filmemacher zu machen, war ich in meinem Auto unter­wegs und hörte mir eine Geschichte auf NPR an. Es scheint, dass die Men­schen in meinem neuen Zuhause von Murfrees­boro wegen des geplanten Baus einer 5000-Quadratmeter-Mega-Moschee in Aufruhr waren, die in ihrer kleinen Stadt in der Mitte des amerikanis­chen Bibel­gür­tels gebaut wer­den sollte.

Ich hörte den Ton­schnipseln derer, von denen, die sich in einer Bürg­erver­samm­lung zeigten, um ihren Wider­stand zu äussern, aufmerk­sam zu und, als jemand, der ziem­lich neu im Süden war, wurde ich von dem, was ich da hörte, überrascht. “Amerika ist eine christliche Nation, und es gibt nur einen Gott, und sein Name ist nicht Allah und sein Sohn ist Jesus Chris­tus” und “Amerika ist eine christliche Nation” und “Die Mus­lime teilen nicht meine Werte, und ich will sie nicht in meinem Hin­ter­hof”. Aufgewach­sen in Süd-Kalifornien, hatte ich so etwas noch nie zuvor in meinem Leben gehört. Und ich begann, die Geschichte mit grossem Inter­esse zu verfolgen.

Am äusseren Rand der Stadt, an einer kleinen Land­strasse, gab es ein grosses Grund­stück, direkt neben einer Bap­tis­tenkirche, mit einem grossen Schild mit der Auf­schrift, “Zukün­ftiges Heim des Islamis­chen Cen­ters von Murfrees­boro”. Im Laufe der let­zten 6 Monate war das Schild zweimal ver­schan­delt wor­den. Das eine Mal war es entzweige­brochen und ein anderes Mal wur­den die Worte “Nicht Willkom­men” darüber gesprayt.

Ruther­ford County, in dem Murfrees­boro liegt, hat nur knapp mehr als 100’000 Ein­wohner, und doch hat die Gegend fast 200 christliche Kirchen aufzuweisen. Nach­dem ich weder ein grosser Fan des Islam, noch des Chris­ten­tums, noch von Reli­gion im All­ge­meinen bin (und das ist noch milde aus­ge­drückt) betra­chtete ich dies als so etwas wie eine David-gegen-Goliath-Geschichte — mit fanatis­chen Evan­ge­likalen, die eine friedliche mus­lim­is­che Bevölkerung mobben, die seit über 30 Jahren in der Gemeinde gewe­sen war, ohne dass es jemals irgendwelche Prob­leme gab. Und nach­dem ich gehört hatte, dass es im Juli eine grosse Parade die Haupt­strasse runter zum Stadt­platz geben sollte, um gegen den Bau dieser neuen Moschee zu demon­stri­eren, entsch­ied ich, dass es wirk­lich jeman­den braucht, der einen Doku­men­tarfilm über diese Sache macht. Und selbst wenn ich nach Murfrees­boro gegan­gen war, um der Filmwelt für eine Weile zu entkom­men, schien es ziem­lich klar, dass, wenn ich das nicht in einem Film doku­men­tierte, es nie­mand sonst tun würde. Ich wollte der Welt zeigen, was ich sah. Also habe ich eine kleine Film­crew zusam­mengestellt und begann mit der Pro­duk­tion an einem Doku­men­tarfilm, den ich “Nicht Willkom­men” betiteln würde.

Ich hatte noch nie mehr amerikanis­che Flaggen an einem Ort gese­hen, wie an diesem heis­sen Julimor­gen, als sich die Anti-Moschee-Menschenmenge im Basis­lager ver­sam­melte, um die Parade vorzu­bere­iten. Viele der Demon­stran­ten tru­gen rot, weiss und blau. Ich hatte 4 Kam­eras mit einer Crew zur Abdeck­ung des Ereignisses bei den Linksak­tivis­ten, die eine Gegen­demon­stra­tion durch­führten, und den Rest der Kam­eras bei mir, mit denen, die gegen die Moschee marschierten. Ich führte mehrere Inter­views auf dem Schul­park­platz, wo Ein­heimis­che und diejeni­gen, die stun­den­lang herge­fahren waren, sich ver­sam­melten, bereit, gegen das zu marschieren, was sie nicht nur als eine Bedro­hung für ihre Art zu leben sahen, son­dern auch als so etwas wie eine Belei­di­gung angesichts der Ereignisse vom 11. Sep­tem­ber 2001 wahrnah­men. Zwei Kon­gresskan­di­daten tauchten auf, die beide ver­sprachen, “das islamis­che Train­ingslager zu stop­pen” und die Gele­gen­heit für Wahlkampf nutzten, einer von ihnen gab sogar eine Rede über ein Mega­fon und mah­nte die Leute, für ihn zu stim­men, wenn sie ver­hin­dern woll­ten, dass die Scharia nach Murfrees­boro komme. Der Pas­tor der Bap­tis­tenkirche ver­sam­melte alle zusam­men im Gebet, und die Parade zog die Haupt­strasse hin­unter mit Schildern, die “Google den Koran” und “Stop haus­gemachten Ter­ror­is­mus” und jemand in der Menge verteilte Hun­derte von kleinen israelis­chen Flaggen, während mehrere hun­dert Süd­staatler gegen die Moschee marschierten.

Etwa sechs Monate später hatte ich über 300 Stun­den Film­ma­te­r­ial ange­sam­melt, mit Inter­views des Parade­v­er­anstal­ters, bei­der Kon­gresskan­di­daten, des Bürg­er­meis­ters, des Imams der Moschee und mehrerer ihrer Vor­standsmit­glieder, zahlre­ichen betrof­fe­nen Bewohn­ern auf bei­den Seiten des Prob­lems, mus­lim­is­chen Ein­wohn­ern, Stadträten, einem christlichen Zionisten-Lobbyisten, der die Oppo­si­tion gegen die Moschee organ­isiert hatte — und ich hatte sogar wochen­lang das Gerichtsver­fahren geflimt, als eine lokale Gruppe Klage gegen den Land­kreis ein­gere­icht hatte, um die Erteilung der Bau­genehmi­gun­gen des Islamis­chen Zen­trums zu ver­hin­dern. Das Gerichtsver­fahren war wirk­lich ein Zirkus mit einem ländlichen Recht­san­walt in schrillem Anzug mit einer Fliege, der argu­men­tierte, dass der Islam keine Reli­gion sei, und er sei bereit, diese Angele­gen­heit bei Bedarf bis zum Ober­sten Gericht­shof zu brin­gen. Diese Klage scheit­erte, und zwar kläglich. Und obwohl viele der Stadt­be­wohner in der Tat eine Reihe von sehr berechtigten Bedenken hat­ten, fühlte ich, dass diejeni­gen, die sie gewählt hat­ten, um sie zu vertreten, nicht ihre beste Wahl darstell­ten. In viel­er­lei Hin­sicht für die Men­schen in Murfrees­boro, Ten­nessee,  erwies sich dies als eine inter­na­tionale Pein­lichkeit — angesichts der Aufmerk­samkeit der Presse.

Auch ver­suchte jemand, Feuer an ein paar Bau­maschi­nen auf der Baustelle der neuen Moschee zu legen und eine Stu­den­te­nak­tivis­ten­gruppe, die sich “Mit­tlere Ten­nesseer für Reli­gions­frei­heit” nan­nten, stell­ten eine Kerzenlicht-Mahnwache auf die Beine, wo sich Hun­derte von Men­schen der Stadt in Unter­stützung von Tol­er­anz sehen liessen. Ein paar junge Män­ner kamen in einem Pick-up-Truck und hupten immer wieder während der ganzen Mah­nwache. Ihre Klei­dung schien darauf hinzudeuten, dass sie den Arbeit­stag mit Trock­en­bauar­beiten ver­bracht hat­ten. Und als sie ein riesiges Schild auf der Rück­seite ihres Trucks mon­tierten, auf dem “Keine Moschee” zu lesen war, mit einem Schreibfehler im Wort Moschee, zögerte ich nicht, sie zu fil­men, und auch um über sie zu spot­ten, um eine gute Reak­tion für die Kam­era zu provozieren . Und ich bekam sie. Einer von ihnen sagte, wir soll­ten die Ver­fas­sung aus­set­zen und fuhr fort, dass “Alle diese Muus­lims nach Hause ver­schickt wer­den soll­ten”, auch diejeni­gen, die hier geboren wurden.

Noch mehr Öl ins Feuer war ein Vor­fall, der stat­tfand, als ich ver­suchte, Kevin Fisher bei einer Ver­anstal­tung der Tea-Party auf dem Stadt­platz zu inter­viewen. Meiner Mei­n­ung nach hat­ten, um Vor­würfe der Big­ot­terie zu ver­mei­den, die Geld­in­ter­essen (eine christliche zion­is­tis­che Organ­i­sa­tion namens Proklamiere Gerechtigkeit für die Völker) die einzige far­bige Per­son, die bere­its in dieser Frage beteiligt war, aus­gewählt, die Parade anzuführen und Mitk­läger in der Klage zu sein. Kevin Fisher war ein afroamerikanis­cher Stu­di­en­ab­brecher, der als Gefäng­niswärter gear­beitet hatte und ein lei­den­schaftlicher Geg­ner der neuen Moschee wurde, nach­dem seine Frau sich von ihm schei­den liess, und, Sie ahnen es, zum Islam kon­vertierte. Als ich auf dem Platz mit einer Crew auf ihn zug­ing, zu der 4 Kam­eras gehörten und “Hallo, Kevin” sagte, nahm er sein Handy und wählte 9–1-1 und sagte, er werde “ras­sis­tisch belästigt”. Dies machte nicht nur Schlagzeilen in der Lokalzeitung, der Vor­fall, ein­schliesslich der Tonauf­nahme des 9–1-1-Anrufs, wurde in jener Nacht in den lokalen Abend­nachrichten rauf und runter gespielt. Dies wurde zu einer Art Run­ning Gag. Wenn ich beispiel­sweise im Super­markt in Murfrees­boro erkannt wurde, zeigten die Leute oft auf mich und sagten: “Hey, hör auf, mich ras­sis­tisch zu belästi­gen”, und dann lachten wir alle her­zlich darüber. Und islamis­che Blogs wie Loonwatch.com waren nur zu glück­lich, einen Artikel darüber zu brin­gen, wie ein Geg­ner der Moschee “die Ras­sis­tenkarte ausspielt” gegen einen Filmemacher, der nur ver­sucht, Fra­gen zu stellen.

CNN wehte durch die Stadt und pro­duzierte einen schnellen Hau-Drauf-Bericht, indem sie alle Moscheegeg­ner als unge­bildete Red­necks darstell­ten und die islamis­che Gemein­schaft als nor­male All­t­ags­men­schen, die zu Unrecht ver­folgt wur­den. Der Pro­duzent von Soledad O’Brien bot mir an, einige meiner Auf­nah­men zu kaufen, mit dem aus­drück­lichen Ver­sprechen, dass ihr Bericht den Namen “Islam: In Amer­ica” tra­gen würde und der sich nicht mehr als ein paar Minuten auf Murfrees­boro fokussieren würde. Nach einem Geheimtipp, dass dieser Pro­duzent mich anlüge, kon­fron­tierte ich ihn und bekam einige ziem­lich vage Antworten. Also lehnte ich es ab, ihm irgendwelches Mate­r­ial von mir zu lizen­zieren. Und tat­säch­lich, die CNN Doku­men­ta­tion konzen­tri­erte sich auss­chliesslich auf Mufrees­boro und hieß “Nicht Willkom­men: Die Mus­lime von nebe­nan”. Irgend­wie hatte Hol­ly­wood es mit seinen üblichen hin­ter­hälti­gen Tricks geschafft, mich in meinem Ver­steck in Ten­nessee zu finden.

Ich hatte eine Menge gutes Film­ma­te­r­ial ange­sam­melt. Das, kom­biniert mit der zunehmenden Zahl von physis­chen Dro­hun­gen gegen meine Per­son während der Drehar­beiten in grossen Men­schen­men­gen, und Mord­dro­hun­gen, die per E-Mail ein­trudel­ten (was mich dazu brachte, überall über die Schul­ter schauen, wo immer ich hin ging, und es erforder­lich machte, ein kleines Ver­mö­gen für pri­vate Sicher­heits­di­en­ste auszugeben) sagten mir, dass es Zeit war. Die Schrift stand an der Wand. Es war Zeit für mich, Murfrees­boro zu ver­lassen, einen pro­fes­sionellen Edi­tor einzustellen, und mein Mate­r­ial zu einer Doku­men­ta­tion in Spielfilm­länge für den Kinover­leih zusammenzustellen.

Bevor ich weit­er­ma­che, sollte ich erwäh­nen, dass ich mich, während all dies geschah, von der Geschichte hatte mitreis­sen lassen. Ich nahm Stel­lung. Ich ergriff die Seite der islamis­chen Gemein­schaft in ihrem Recht­sanspruch darauf, ein Gotte­shaus zu bauen, und wenn ich von den lokalen Zeitun­gen inter­viewt wurde (schliesslich war es in einer so kleinen Stadt nicht alltäglich, dass jemand einen Doku­men­tarfilm dreht), und gefragt, wie ich sel­ber zum Thema stehe, habe ich nie gezögert, meinen Stand­punkt zum Besten zu geben. Nach einiger Zeit wurde meine Sicht auch von grösseren Zeitun­gen und mehrere lokalen und syn­dizierten Radio-Programmen nachge­fragt — die meist kon­ser­v­a­tiv waren und meinen Stand­punkt meist prob­lema­tisch fan­den. Und ich wurde auch ein­ge­laden, mehrere Berichte für Michael Moores Blog zu schreiben.

Obwohl ich die Stadt ver­lassen hatte, um zu arbeiten, gab es weit­er­hin Leser­briefe in ein paar lokalen Zeitun­gen, die sagten, dass ich Ten­nessee ver­lassen und dahin zurück­kehren sollte, woher ich gekom­men war. Ich kon­nte kaum glauben, auf welche prim­i­tive Art diejeni­gen, die gegen die Moschee waren, ihren Fall vortru­gen. Ich fühlte mich auf der rechten Seite dieser Sache — abso­lut sicher. Aber in Wirk­lichkeit lag ich falsch.

Alles, was ich Ihnen bis jetzt erzählt habe – diese Ver­sion meiner Geschichte — ist genau das, wie ich die Dinge sah, bis sich etwas verän­derte. Ich ging nach Hause nach Los Ange­les, zeigte eini­gen Dis­trib­u­toren und Geldge­bern meine 25-Minuten-Kurzversion des Doku­men­tarfilms und machte den üblichen Wer­bezirkus, der immer so gut funk­tion­iert hatte, um Geld zu sam­meln für andere Film­pro­jekte, an denen ich in der Ver­gan­gen­heit beteiligt war. Und tat­säch­lich sagte jemand, sie wür­den die Fer­tig­stel­lung des Films finanzieren. Es wurde beschlossen, dass der Schw­er­punkt auf “dem Feind zu Hause” sein würde, den wir das “Apoka­lyp­tis­che Chris­ten­tum” nen­nen wür­den (weil es Besorg­nis gab über die Ver­wen­dung des Wortes “Zion­is­mus” in “christlicher Zion­is­mus”). Das Murfreesboro-Problem sollte so etwas wie ein Aus­gangspunkt sein, um einen Blick auf den sich aus­dehnen­den Ein­fluss der Lobby der Endzeit-Evangelikalen in den Vere­inigten Staaten zu wer­fen und wie sie ihren Ein­fluss zu nutzen, um Zus­tim­mung für die Bom­bardierung der ölre­ichen islamis­chen Län­der herzustellen und die Poli­tik in sozialen Fra­gen zu bee­in­flussen. Der Film würde sich auf die Prob­leme konzen­tri­eren, die wir in Amerika mit unseren eige­nen religiösen wahnsin­ni­gen Rän­dern haben, anstatt auf eine friedliche Gruppe von Nicht-Christen, die nur einen Ort der Anbe­tung bauen wollten.

Nach­dem ich ein paar Artikel für Michael Moore geschrieben hatte, schrieb ich auch für einen Linken Blog namens Gemein­same Träume (“Com­mon Dreams”) und mehr als hun­dert Artikel für den Daily Kos, einen linken Blog, der so beliebt ist, dass er mehr als eine Mil­lion Besucher pro Tag hat. Ich hatte das Gefühl, die Under­dogs zu schützen und gegen die Tyran­nen vorzuge­hen. Ich glaubte, dass ich auf der richti­gen Seite dieser Sache stehe.

Aber etwas nagte an mir aus dem Bauch her­aus. Etwas an all dem fühlte sich nicht ganz richtig an. Der ara­bis­che Früh­ling, den ich unter­stützte, begann, in den islamistis­chen Win­ter zu entarten und ich wurde immer besorgter. Ich flog zurück nach Nashville, um eine Kon­ferenz darüber zu fil­men, ob der Islam mit demokratis­chen Werten vere­in­bar ist, und auf dem Weg zu meinem Hotelz­im­mer hörte ich, dass mein Tax­i­fahrer aus Ägypten war. Ich fragte ihn, was er für Gefühle über den Sturz Mubaraks hatte, einem Dik­ta­tor mit über $ 70 Mil­liar­den Dol­lar in der Tasche, während so viele in seinem Land in Armut lebten, und er sagte mir, er sei besorgt. Besorgt? War das denn nicht eine gute Nachricht? Der Tax­i­fahrer war ein kop­tis­cher Christ, und er erzählte mir, dass er um seine Fam­i­lie Zuhause fürchtete. “Wenn die Mus­lime die Kon­trolle übernehmen, und das wer­den sie, dann wird es sehr gefährlich für meine Eltern und meine Schwest­ern. Ich habe jetzt schon Angst um sie.” Nach diesem Gespräch begann ich, mehr Aufmerk­samkeit auf die Nachrichten aus der islamis­chen Welt im Nahen Osten zu lenken.

In den kom­menden Monaten beobachtete ich, wie die Mus­lim­brud­er­schaft die poli­tis­che Macht in Ägypten gewann. Ich sah die schlimm­sten Befürch­tun­gen des Tax­i­fahrers wahr wer­den, wie kop­tis­che Chris­ten von islamis­chen Mobs ange­grif­fen wur­den. Ich sah Tune­sien die Scharia ein­führen, das bru­tale islamis­che Gesetz. Nach dem Fall von Libyen führte auch die dor­tige Übergangsregierung das islamis­che Recht ein. Die nuk­lear­be­waffnete islamis­che Regierung von Pak­istan ver­haftete und bestrafte diejeni­gen, die mit den Vere­inigten Staaten bei der Tötung Osama bin Ladens zusam­mengear­beitet hat­ten. Eine Frau unter der islamis­chen Regierung Afghanistans sah sich für das Ver­brechen, verge­waltigt wor­den zu sein, mit der Todesstrafe kon­fron­tiert. Ähnliche Nachrichten kamen aus dem Iran. Ein Mann, der in Indone­sien, dem grössten islamis­chen Land der Welt, “Es gibt keinen Gott” in seinen Facebook-Status tippte, wurde wegen Blas­phemie festgenommen.

Mehrere mus­lim­is­che Män­ner wur­den in Lon­don für das Verteilen von Flug­blät­tern ver­haftet, die forderten, dass Homo­sex­uelle auf­grund ihres Lebensstils wegen Ver­stosses gegen islamis­ches Recht durch Erhän­gen exeku­tiert wer­den sollten .

Und es fiel mir wie Schup­pen von den Augen. Auch wenn diese wüten­den Städter in Mufrees­boro, Ten­nessee ihr Anliegen nicht sehr gut artikulierten, so lagen sie doch nur zur Hälfte falsch. Ich erin­nerte mich, wie ich Frank Gaffney traf, um ihn vor dem Gerichts­ge­bäude zu inter­viewen und ihn zu fra­gen, ob er wirk­lich glaubte, dass die friedlichen Mus­lime hier tat­säch­lich eine echte Bedro­hung für Amerika darstell­ten, und er sagte nein. Das überraschte mich, so dass ich fragte, ob er wirk­lich dachte, dass es eine glaub­würdige Bedro­hungslage sei, dass eine Gemein­schaft, die ger­ade mal ein Prozent der Bevölkerung der Vere­inigten Staaten aus­macht, sich plöt­zlich eines Tages erheben kön­nte und ver­suchen würde, das Land zu übernehmen und uns allen die Scharia aufzuzwin­gen. Wieder sagte er Nein. Dann sagte er mir, dass ich die falschen Fra­gen stelle. Er unter­stellte, dass ich nur solche Antworten suchte, die die Schlussfol­gerun­gen, zu denen ich bere­its gelangt war, unter­stützen wür­den. Er sagte, er sei nach vie­len Nach­forschun­gen zu einem anderen Satz von Schlussfol­gerun­gen gelangt, und er forderte mich auf, ein wenig tiefer zu suchen. Er gab mir einen Bericht zu lesen und viele, viele Monate später habe ich ihn tat­säch­lich angeschaut.

Es war zu dieser Zeit, dass ich zu meinen Geldge­bern ging und ihnen sagte, dass wir keinen ehrlichen Doku­men­tarfilm machten. Ich fühlte, dass alles, was ich in die 25-minütige Kurzver­sion gesteckt hatte (die, die ich für die Geldbeschaf­fung für die Fer­tig­stel­lung gemacht hatte), zwar wahr war, aber nur die halbe Wahrheit. Es war wichtig, dass wir auch die sehr realen Bedro­hun­gen zeigen, die inner­halb des Islam existieren. Wir mussten zeigen, dass das, was dieser kleinen Gemeinde friedlicher Mus­lime in Amerika geschieht, die Aus­nahme von der Regel ist. Ich wollte zeigen, was in Län­dern passiert, wenn sie eine mus­lim­is­che Mehrheit gewin­nen, wie Frauen behan­delt wer­den, dass Homo­sex­uelle hin­gerichtet wer­den, dass die Mei­n­ungs­frei­heit nicht mehr existiert, dass das erzwun­gene islamis­che Recht nicht im Ein­klang steht mit demokratis­chen Werten — alles und jedes, von dem ich mir aus­malte, dass es bei einer Linken Denkweise eine Saite anschlägt. Und die Antwort, die ich erhielt, war, “Eric Sie begin­nen, islam­o­phob zu klin­gen. Wir wollen keinen Film, der Angst macht. Lassen Sie uns ein­fach am beste­hen­den Plan fes­thal­ten, okay? ”

Ich kämpfte und kämpfte. Ich zeigte ihnen ein Buch mit dem Titel “Die Wahrheit über Mohammed”, das wurde aber abgewiesen, da der Autor ein Mann namens Robert Spencer war und meine Geldge­bern darauf hin­wiesen, dass das South­ern Poverty Law Cen­ter seine Web­seite “Jihad Watch” als Teil einer Has­s­gruppe beze­ich­nete. Ich bat sie, einen Doku­men­tarfilm namens “Islam: Was der Westen wis­sen muss” anzuse­hen und wies darauf hin, dass ich unab­hängig recher­chiert und die Wahrheit dessen, was dort präsen­tiert wurde, überprüft hatte, aber sie woll­ten sich diesen Doku­men­tarfilm nicht ein­mal anschauen, weil sie sicher waren, dass es nur “Has­srede” und “Pro­pa­ganda, um Angst zu ver­bre­iten” sei. Es ver­steht sich wohl von selbst, dass ich mit­tler­weile sehr frus­tri­ert war. Ich zeigte meinen neuen Geldge­bern mehrere Verse aus dem Koran, die zur Tötung der Ungläu­bi­gen aufrufen, und mir wurde gesagt, dass diese Verse wahrschein­lich aus dem Zusam­men­hang geris­sen seien. Ich zeigte ihnen einen Video­clip von MEMRI TV von einem jun­gen, ägyp­tis­chen Kind, das einen Hadith rez­i­tiert, der zur Tötung von Juden aufruft und mir wurde gesagt, dass “Sie MEMRI nicht ver­trauen kön­nen, weil sie eine Agenda haben.”

Ich erwäh­nte die beliebte Islamophobie-Watchdog-Website “Loon­watch” und wie ich ein Muster der Ablenkung aller Kri­tik am radikalen und gewalt­täti­gen Islam beobachtet hatte, indem alle, die öffentlich Bedenken äussern, als “Blöd­män­ner” betitelt wur­den, und ich das Gefühl hatte, dass das eine gezielte Anstren­gung war, eine Nebel­wand für die Ter­ror­is­ten aufzubauen. Ich habe auch fest­gestellt, dass alles, was Loon­watch sagte, im Ein­klang mit dem Rat über amerikanisch-islamische Beziehun­gen (CAIR) stand und dass CAIR jetzt ein nicht angeklagter Mitver­schwörer war bei der Ver­fol­gung der Holy Land Foun­da­tion — ein­mal die grösste islamis­che Wohltätigkeit­sor­gan­i­sa­tion, von der man her­aus­fand, dass sie Gelder an islamis­che Ter­ro­ror­gan­i­sa­tio­nen fliessen liess. Ich habe auch fest­gestellt, dass CAIR Verbindun­gen sowohl zur Hamas, als auch zur Mus­lim­brud­er­schaft hatte, und dass Al-Qaida aus der Mus­lim­brud­er­schaft ent­standen war. Ich äusserte meine Bedenken, dass der ägyp­tis­che Imam des Islamis­chen Zen­trums Murfrees­boro Verbindun­gen zu den MB haben kön­nte, etwas, was ich ord­nungs­gemäss zu unter­suchen ver­säumt hatte. Aber da CAIR die Unter­stützung von Glenn Green­walds und Amy Good­mans Sendung “Democ­racy Now” hatte, wurde mir gesagt, dass ich mit meinen Fak­ten völ­lig falsch liegen würde. Es wurde auch darauf hingewiesen, wenn CAIR ange­blich eine Art von ter­ror­is­tis­cher Front sei,  warum haben sie dann noch einen beson­deren Steuer­sta­tus und warum existieren sie dann überhaupt noch? Als ich sagte, ich weiss nicht, aber es ist möglich, dass die Regierung es vielle­icht vorzieht, auf offenem Feld auf sie aufzu­passen, als dass sie in den Unter­grund gehen, da wurde mit gesagt, dass mein Urteil immer weniger klar klingt, und dass ich vielle­icht eine Weile von dem Pro­jekt zurück­treten sollte.

Als let­zten Ver­such zeigte ich ihnen Auf­nah­men vom Imam in Murfrees­boro, der Steini­gung duldet, weil Mohammed jemand zu Tode gesteinigt hatte, der sagt, dass Frauen kein Geld anver­traut wer­den kann, weil sie irra­tional sind. Dann wies ich darauf hin, dass gegen ein Vor­standsmit­glied des Islamis­chen Zen­trums Murfrees­boro auf­grund von Bildern ermit­telt wird, die auf seiner MySpace-Seite auf­tauchten und starke Sym­pa­thien für die Hamas ver­muten liessen. Ich wurde daran erin­nert, dass die Hamas auch eine poli­tis­che Partei sei, die demokratisch gewählt wurde und dass ich mich entschei­den sollte — entweder beim ursprünglichen Plan zu bleiben oder das Geld zurück­geben und einen neuen Spon­sor finden. Also tat ich das. Ich ging. Wenn ich keinen ehrliche Doku­men­tarfilm machen kann, dann bin ich im falschen Geschäft. Ich wollte nicht mehr zu dem Lärm, der da draussen ist, hinzufü­gen — ich wollte etwas machen, das die Wahrheit sagte, auch wenn diese Wahrheit schwer zu schlucken ist.

Es ist schon komisch, weil ich eine Web­site namens Global One TV betreibe, die bisher etwa 23 Mil­lio­nen Besucher hatte, und das Thema dieses Blogs ist “Innere Rev­o­lu­tion erzeugt äussere Rev­o­lu­tion”. Und hier war ich und musste meine eigene Medi­zin schlucken. Meine eigene innere Rev­o­lu­tion — die Hin­ter­fra­gung der eige­nen Schlussfol­gerun­gen auf der Suche nach einer tief­eren Wahrheit — hatte mich an einen sehr selt­samen Ort geführt. Ich dachte an das berühmte Nietzsche-Zitat, in dem es heisst: “Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.” Und da ich nichts mehr zu ver­lieren hatte, nutzte ich meine Stel­lung bei Daily Kos, um die Wahrheit zu sagen.

Im Jan­uar 2012 schrieb ich drei aufeinan­der­fol­gende Artikel für den Daily Kos. Der erste trug den Titel “Loonwatch.com und radikaler Islam”. Hier wies ich darauf hin, wie Loon­watch nur ablenkt von der Kri­tik am radikalen Islam. Ich war auch kri­tisch gegenüber der islamis­chen The­olo­gie, während ich aber immer wieder darauf hin­wies, dass die meis­ten Mus­lime friedlich waren. Der Kom­men­tar­bere­ich beim Daily Kos gab mir das Gefühl, als würde ich meiner eige­nen Beerdi­gung bei­wohnen. Es war wie eine öffentliche Steini­gung. Es gab kaum Reak­tio­nen auf einen der in meinem Artikel dargelegten Punkte, son­dern Hun­derte von Kom­mentaren, die mich beschuldigten, ein “Rechter”, ein “Frömm­ler” und “Eiferer” sowie “islam­o­phob” zu sein. Das war enttäuschend.

Am näch­sten Tag erhielt ich eine Email von Loonwatch.com mit einem Artikel, der meinen Namen und ein Foto von meinem Gesicht enthielt, der in den Grossteil der islamis­chen Welt hin­aus­ging und mich als der “Grosser Blöd­mann”  beze­ich­nete. Dieser Artikel wurde von IslamophobiaToday.com und TheAmericanMuslim.org aufgenom­men — später von zahlre­ichen islamis­chen Blogs auf der ganzen Welt weit­er­ver­bre­itet, ein­schliesslich an den Orten der Welt, von denen alle wis­sen, was jeman­dem passiert, der als Feind Allahs wahrgenom­men wird, oder der eine “Belei­di­gung” des Islam wagt.

Mein näch­ster Artikel ver­suchte, meinen Punkt in Bezug auf diese Wölfe im Schaf­spelz weiter zu unter­mauern, die sich “Islam­o­pho­bie Watchdog-Sites” nen­nen, und auf deren erste Vertei­di­gungslinie hinzuweisen, einer Blo­gosphäre Linker ungläu­biger Lem­minge, die vor­pro­gram­miert sind, das Wort “ISLAMOPHOBIE” auf ein Stich­wort hin her­auszu­platzen. Dieser Artikel hiess “Wie und warum Loon­watch ein Net­zw­erk mit ter­ror­is­tis­chem Dreh ist”. Und wie Sie vielle­icht schon erraten haben, wurde diesem Text mit der gle­ichen Mob-Mentalität derer begeg­net, die, anstatt den Artikel zu lesen und zu kri­tisieren und ihn in der Sache zu tre­f­fen, stattdessen mit der Anklage der “Islam­o­pho­bie” auf den Überbringer der Botschaft schiessen. Es gab auch zwei Daily-Kos-Artikel zur Antwort, die mich per­sön­lich angrif­fen, einen weit­eren Loonwatch-Artikel, in dem jemand vorschlug, ich müsse aus Ten­nessee sein, sei unge­bildet und habe keine Ahnung usw. Und noch ein­mal wurde durch ein Net­zw­erk von islamis­chen Blogs mein Name auf der Strasse aus­ge­bre­itet, ein­schliesslich der Ein­stiegs­seite von CAIR, mit einer Form von islamis­cher Dop­pelzüngigkeit, die für jeden ern­sthaften Dschi­hadis­ten übersetzt “Feind Allahs” und “Belei­di­gung des Islam” heisst.

Angesichts der unglaublichen Ver­bohrtheit des beliebten Linken Geistes, dass die Leser meiner Artikel nicht in der Lage waren, zu sehen, dass die Überzeu­gun­gen des Islam in direk­tem Kon­flikt mit Men­schen­rechten, Rechten der Homo­sex­uellen, Frauen­rechten und demokratis­chen Grundw­erten stand, schrieb ich einen let­zten Artikel mit dem Titel, “Sind Sie für Men­schen­rechte?” und der hat mir natür­lich die Ver­ban­nung vom Daily Kos einge­bracht. Es sollte beachtet wer­den, dass in einem der Loonwatch.com-Artikel der Autor, eine Per­son, die sich ein­fach “Dan­ios” nan­nte, von DKOS forderte, mich zum Schweigen zu brin­gen und einen Link für seine Leser brachte, der die Redak­tion des Daily Kos per E-Mail auf­forderte, diesen “Islam­o­phoben” zu zen­sieren. Und es hat funk­tion­iert — was wieder ein­mal die Öl– und Wasser-Beziehung zwis­chen Islam und Tol­er­anz für freie Mei­n­ungsäusserung beweist.

Von da an wur­den die Dinge noch selt­samer. Robert Spencer selbst schrieb mir eine Email und wir führten einen ziem­lich inter­es­san­ten Dia­log. Es wurde fast sofort deut­lich, dass an diesem Mann nichts auch nur im ent­fer­n­testen has­ser­fülltes war. Als also Robert Spencer mich fragte, ob ich nichts dage­gen hätte, wenn er meine Email-Antworten auf seine Emails auf Jihad Watch brin­gen würde, sagte ich: “Klar, warum nicht?” Sobald diese aufge­taucht waren, fiel der Fre­un­dezäh­ler auf meiner Facebook-Fanseite plöt­zlich. Fre­unde und Bekan­nte sagten mir, ich sei ein Has­ser gewor­den, ein Angstver­bre­iter und Islam­o­phober. Ich wies darauf hin, dass ein Islam­o­phober jemand ist mit einer irra­tionalen Angst vor dem Islam, aber es gab keine vernün­ftige Diskus­sion mit Leuten, die so tief von der Tyran­nei der poli­tis­chen Kor­rek­theit indok­triniert sind.

Und fast wie gerufen kam die Geschichte über das NYPD, das als Train­ingsvideo einen Doku­men­tarfilm mit einem gläu­bi­gen Mus­lim als Erzäh­ler benutzte, der gegen Ter­ror­is­mus und Jihad ist, jemand, der Strafver­fol­gungs­be­hör­den beraten und in der Armee gedi­ent hat und auch als Arzt von hochrangi­gen Mit­gliedern der Regierung der Vere­inigten Staaten. Jene Doku­men­ta­tion hiess “Der Dritte Jihad” und die Geschichte lief so, dass CAIR den Film “islam­feindlich” nan­nte und forderte, dass die NYPD ihn sofort zurückzieht, was sie natür­lich taten. CAIR forderte die Ent­las­sung der Spitze der New Yorker Polizei und die lib­erale Blo­gosphäre sang die zweite Stimme — vor allem mit Artikeln in der Huff­in­g­ton Post, die “The Third Jihad” Pro­pa­ganda, Has­sre­den und natür­lich ein­mal mehr “Islam­o­pho­bie” nan­nten. Als ich einen Link zu dieser Doku­men­ta­tion auf meiner Facebook-Seite postete, wurde ich mit noch mehr Islam­o­pho­bievor­wür­fen eingedeckt von Men­schen, die mir erst vor kurzem erzählt hat­ten, wie sehr sie von meinen Schriften inspiri­ert und bee­in­flusst wor­den waren.

Nach­dem Jamie Glazov von Frontpagemag.com — Teil des David-Horowitz-Freedom-Center — sich an mich wandte, um mich zu bit­ten, in seiner Radioshow aufzutreten (womit ich mich ein­ver­standen erk­lärte), surfte ich ein biss­chen im Inter­net, um ein besseres Gefühl dafür zu bekom­men, wer David Horowitz war. Es wurde ziem­lich schnell deut­lich, dass wir nicht die gle­ichen poli­tis­chen Ansichten teilen, aber eine Sache sagte Horowitz mit erstaunlicher Klarheit, näm­lich dass es eine unheilige Allianz zwis­chen der Linken und dem Islam gibt, mit deren Hilfe der radikale Islam eine Nebel­wand für sich auf­baut — ein Ort, an dem radikales als mod­erat erscheint und Unter­stützung von Links erhält. Er sagte weiter, dass in vie­len Uni­ver­sitäten in ganz Amerika die Stu­den­ten radikalisiert wür­den, von ganz Links indok­triniert. Und ich erin­nerte mich an etwas. Fast alle der Organ­isatoren für die Aktivis­ten­gruppe, die im College-Alter waren, die für die neue Moschee in Murfrees­boro demon­stri­erten, waren entweder Sozial­is­ten oder Kom­mu­nis­ten. Es waren Kinder, und sie schienen alle einen Pro­fes­sor gemein­sam zu haben, der so etwas wie ein Men­tor für sie war, ein Sozial­ist, der immer auf ihren College-Parties herumhing, ihre sozialen Szene infil­tri­erte, wobei er die intel­li­gen­teren und artikuliert­eren unter seine Fit­tiche nahm, während ihre Campus-Gruppe, die sich ein­fach “Sol­i­dar­ität” nan­nte, an der Zahl wuchs — in der Tat nicht wenige Stu­den­ten rekru­tierte, während sie sich zugun­sten der Moschee organ­isierte. Huch.

Und so sind wir heute hier, während Kuwait islamistisch wird und die NYPD auf CAIR reagiert, den Zweig einer ter­ror­is­tis­chen Vere­ini­gung, aus lauter Sorge um poli­tis­che Kor­rek­theit. Bin ich durch all das zum Kon­ser­v­a­tiven gewor­den? Nicht wirk­lich. Ich bin immer noch gegen die Inva­sion des Irak. Ich fühle immer noch, dass alle Kriege, wenn möglich, ver­mieden wer­den soll­ten. Ich denke immer noch, dass George W. Bush eines der schlimm­sten Dinge war, die Amerika in meinem Leben passiert sind. Ich unter­stütze immer noch Ehe­gle­ich­stel­lung. Aber ich bin auch immer noch Pro-Life. Sehen Sie hier einen Trend? Ich unter­stütze die Men­schen­rechte und bin gegen alles, worin ich eine Ver­let­zung der Men­schen­rechte sehe.

Wie stehe ich zum Islam? Schauen wir uns seinen Grün­der an — ein Mann, der ein 9-jähriges Mäd­chen verge­waltigte, ein Sklaven­hal­ter, einen Führer, der anord­nete, dass Men­schen gefoltert wer­den, dass Ehe­brecher gesteinigt wer­den, dass zahllose Ungläu­bige enthauptet wer­den, ein Killer, ein Kriegstreiber, der seine “Reli­gion des Friedens” durch das Schw­ert ver­bre­it­ete, ein Mann, der unter Hal­luz­i­na­tio­nen von Stim­men litt, die ihm erzählten, er müsse gewalt­tätige Dinge tun, ein Tyrann, ein Amok­läufer, vielle­icht das Äquiv­a­lent von 100’000 Osama Bin Ladens. Und dieser sadis­tis­che Irre gilt im Islam als der “ide­ale Mann”. Was muss noch mehr über den Islam gesagt werden?

Also in diesem Klima, in dem unschuldige Men­schen getötet wer­den, wenn Korane ver­brannt wer­den, wenn es Unruhen und Bomben­dro­hun­gen und Morde wegen Karika­turen gibt, die Mus­lime belei­di­gen, wenn ein Schrift­steller wie Salman Rushdie vom indis­chen Nachrich­t­en­di­enst darauf hingewiesen wird, dass es für ihn nicht sicher ist, in diesem Land das weltweit grösste Lit­er­atur­fes­ti­val zu besuchen, wenn die Mus­lime ausser­halb des Fes­ti­vals mit Gewalt dro­hen, so dass die Ver­anstal­ter entschei­den, sogar das Abspie­len eines Videos von Rushdie auf der Kon­ferenz zu unter­lassen, in einer Welt, wo ein Mann, Theo van Gogh, erschossen, ein paar Dutzend Mal am hel­l­lichten Tag niedergestochen, und dann, auf dem Bürg­er­steig einer europä­sis­chen Strasse, ein Schw­ert in sein Herz ger­ammt bekam, ein­fach nur wegen der Pro­duk­tion eines 10-Minuten-Films über die Mis­shand­lung von mus­lim­is­chen Frauen — in einer solchen Welt, die ständig durch mil­i­tante Islamis­ten ter­ror­isiert wird, deren Irrsinn von einer Armee von Linken Blog­gern vertei­digt wird, die Recht­fer­ti­gun­gen für sie erfinden — die uns sagen, dass 9/11 wohl unsere eigene Schuld war — was wird aus meinem Doku­men­tarfilm wer­den, wenn ich ihn zu Ende bringe?

Wie wird “Nicht Willkom­men” aufgenom­men wer­den? Wer­den Kinos sich weigern, ihn zu zeigen, wie die vie­len Buch­hand­lun­gen, die die dänis­chen Karika­turen aus den Regalen ent­fer­n­ten? Wer­den Film­fes­ti­vals Angst haben, ihn zu zeigen? Wird mein Leben in Gefahr sein? Wer­den einige ver­rückte islamis­che Geistliche eine Fatwa erlassen, die meinem Tod ver­langt? Wird CAIR noch mehr poli­tis­chen Ein­fluss gewin­nen und inner­halb des Sys­tems arbeiten, um ihn als “Has­srede” zu ver­ban­nen? Wer­den Kri­tiker um ihr Leben fürchten und sich daher weigern, eine Filmkri­tik zu schreiben?

Ist die linke Ansicht, dass der getarnte Jihad nur eine idi­o­tis­che Ver­schwörungs­the­o­rie ist, wirk­lich wahr? Wer wird gewin­nen — Mei­n­ungs­frei­heit oder die Wild­heit eines wach­senden Mobs, der auf den Jihad vers­essen ist? Ich kann Ihnen nur eines sagen. Ich werde nicht nachgeben. Ich lasse mich nicht mobben, bedro­hen, zwin­gen oder durch die “Reli­gion des Friedens” terrorisieren.

Wir haben alle eine Ver­ant­wor­tung gegenüber den anderen Men­schen auf diesem Plan­eten, und vor allem für diejeni­gen, denen wir diesen Plan­eten überlassen, nach­dem wir gegan­gen sind. Und das bedeutet manch­mal, einen unpop­ulären Stand­punkt einzunehmen, um die Rechte unschuldiger Men­schen zu schützen. Loon­watch, CAIR und die anderen zahlre­ichen Ter­ror­spin­s­teuerungsnet­zw­erke — ihr habt noch nicht mein Ende gese­hen. Noch lange nicht. Wie das Sprich­wort sagt: “Sie haben ein Recht, Ihre Fäuste zu schwin­gen, aber das Recht endet, wenn Ihre Faust sich mit meiner Nase verbindet”.

Und übrigens glaube ich immer noch, dass, wenn sie nicht gegen das Gesetz ver­stossen, das Islamic Cen­ter of Murfrees­boro einen Recht­sanspruch darauf hat, ihr Gotte­shaus zu bauen. Wir müssen es nicht mögen, aber dann wiederum ist der erste Ver­fas­sungszusatz nicht konzip­iert wor­den, um pop­uläre Ideen zu schützen – diesen Schutz brauchen sie nicht – son­dern unpop­uläre Ideen eben­falls zu schützen. Dies ist etwas, das Sie in keinem islamis­chen Land finden und es ist auch etwas, das zu schützen wert ist – auch wenn die so genan­nte “Reli­gion des Friedens” ver­sucht, das zu verhindern.

Frieden.

Zuerst erschienen in frontpagemag.com im Jahre 2012.  Auf Deutsch jetzt hier. Wir bedanken uns bei Daniel Heiniger für die Übersetzung ins Deutsche.

 

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_hohe_preis_dafuer_die_wahrheit_ueber_den_islam_zu_sagen

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[Editor’s note: The article below is written by Eric Allen Bell, a filmmaker who was recently banned from blogging at  the “Daily Kos” because he wrote three articles that ran afoul of the mindset there, specifically naming “Loonwatch.com” as a “terrorist spin control network.” This article first appeared in our Feb 7 issue and we have decided to rerun it due to the massive interest and reaction it received. Don’t miss Eric Bell on Frontpage’s television program, The Glazov Gang.]

A strange thing happened to me the other day when I was driving past the Federal Building in Los Angeles.  There were a crowd of people assembled there with signs which said that Israel is an aggressive force in the Middle East and that Iran is being picked on.  As I stopped at a red light I heard a man with a mega phone lead the protesters in a chant charging Obama with genocide.  I saw many young people and several Muslim women with their heads covered.  It was an anti-war demonstration that probably a year ago I would have supported.  But although I am not in favor of military action, I know that Iran is not another Iraq, and that in fact there is more going on here than the overly-simplified picture that the protestors were painting, as cars drove by honking in support.  As the light turned green another sign caught my eye – a picture of the Twin Towers burning which read “911 Was an Inside Job”.  As I looked at a sea of Palestinian flags and college kids banging on drums I felt a certain frustration – frustration based on a series of events that have changed my world view.

In the Summer of 2010, having recently escaped Hollywood, CA to take a much needed break from my profession as a film maker, I was driving in my car listening to a story on NPR.  It seems the people in my new home of Murfreesboro, TN were up in arms over the proposed construction of a 53,000 square foot mega mosque, to be built in their small town in the middle of the American Bible Belt.

I listened carefully, to the sound bytes, of those who had shown up to a town hall meeting to voice their opposition and, as someone who was rather new to the South, I was surprised by what I was hearing.   “America is a Christian nation and there is only one God and his name is not Allah and his son is Jesus Christ” and “America is a Christian Nation” and “These Muslims do not share my values and I don’t want them in my backyard”.  Growing up in Southern California, I had never heard anything like this before in my life.  And I started to follow the story with great interest.

On the outer edge of town, off a small country road, there was a large parcel of land, right next door to a Baptist church, with a big sign that read, “Future Home of the Islamic Center of Murfreesboro”.  Over the past 6 months that sign had been defaced twice.  Once it was broken in half and another time the words “Not Welcome” were spray painted over it.

Rutherford County, which includes Murfreesboro, only has a little over 100,000 residents and yet the area boasts nearly 200 Christian churches.  Having not been much of a fan of Islam or Christianity or religion in general (and that’s putting it mildly) I saw this as something of a David vs. Goliath story – with fanatical Evangelicals bullying a peaceful Muslim population, which had been in the community for over 30 years without there ever being any trouble.  And, after learning that in July there was to be a big parade down Main Street to the town square, protesting the construction of this new mosque, I decided someone really needed to make a documentary about this.  And even though I had gone to Murfreesboro to escape the film world for a while, it seemed pretty clear that if I did not document this in a movie, no one else would.  I wanted to show the world what I was seeing.  So I put together a small film crew and began production on a documentary I would title, “Not Welcome”.

I had never seen more American flags assembled together in one place than I had on that hot July morning as the anti-mosque crowd gathered at the base camp to prepare for the parade.  Many of the marchers showed up wearing red, white and blue.  I had 4 cameras covering the event with one crew embedded with the Liberal activists who were going to counter-demonstrate and the rest of the cameras with me, embedded with those who were to march against the mosque.  I conducted several interviews in the school parking lot where locals and those who had driven for hours gathered, prepared to march against what they perceived to be not only a threat to their way of life, but also something of an insult given the events of September 11, 2001.  Two Congressional candidates, both promising to “stop the Islamic training camp” showed up and used this opportunity to campaign, one of whom even gave a speech through a mega phone reminding folks to vote for him if they wanted to stop Sharia Law from coming to Murfreesboro.  The pastor of Baptist church gathered everyone together in prayer, and the parade took off down Main Street with signs that read “Google the Koran” and “Stop Homegrown Terrorism” and someone in the crowd handed out hundreds of small Israeli flags as several hundred Southerners marched against the mosque.

About six months later I had accumulated over 300 hours of footage, interviewing the parade organizer, both Congressional candidates, the Mayor, the Imam at the mosque and several of its board members, numerous concerned residents on both sides of the issue, Muslim residents, city council members, a Christian Zionist lobbyist who was organizing the opposition to the mosque – and I had even filmed weeks of court proceedings, as a local group had filed suit against the County to stop them from issuing any construction permits to the Islamic Center.  The court proceedings were truly a circus with a country lawyer in loud suit with a bow tie argued that Islam is not a religion and that he was prepared to take this matter to the Supreme Court if necessary.  That legal action had failed and failed miserably.  And although many of the townspeople did in fact have a number of very valid concerns, I felt that those whom they had chosen to represent them were not their best foot forward.  In many ways, for the people of Murfreesboro, TN this turned out to be an international embarrassment – given the level of interest from the press.

Also, someone tried to set fire to some construction equipment at the site of the new mosque and the student activist group, calling themselves “Middle Tennesseans for Religious Freedom” put together a candle light vigil where hundreds of townspeople showed up in support of tolerance.  A few young men showed up in a pickup truck and honked their horn repeatedly throughout the vigil.  Their clothes seemed to indicate they had spent the work day hanging drywall.  And when they put up a huge sign in the back of their truck which read “No Mosque” while misspelling the word mosque, I did not hesitate to film them but to also sort of taunt them, in order to provoke a good response on camera.  And I got it.  One of them said we should suspend the Constitution and went on to say that “All them Mooslums should be shipped home” even the ones who were born here.

Adding more fuel to that fire was an incident that took place when I attempted to interview Kevin Fisher at a Tea Party event on the town square.  It was my opinion that in order to avoid accusations of being bigoted, the money interests (a Christian Zionist organization called Proclaiming Justice to the Nations) chose the only person of color, already involved in this issue, to lead the parade and to be a plaintiff in the lawsuit.  Kevin Fisher was an African American college dropout, who worked as a prison guard and became a passionate opponent of the new mosque, after his wife divorced him and became, you guessed it, a Muslim convert.  When I approached him on the square with a crew that included 4 cameras, saying only “Hi, Kevin” he dialed his cell phone and called 9-1-1 saying that he was being “racially harassed”.  This not only made the headlines of the local paper but the incident, including audio from the 9-1-1 call was played over and over that night on the local evening news.  This became something of a running joke, when I was recognized at the grocery store in Murfreesboro for instance, people would often point at me and say, “Hey, stop racially harassing me” and then we would all have a big laugh.  And Islamic blogs such as Loonwatch.com were only too happy to run an article about how an opponent of the mosque was “playing the race card” against a filmmaker who was just trying to ask questions.

CNN breezed through town and produced a quick hit piece painting all of the mosque opponents as uneducated rednecks and the Islamic community as everyday people who were being wrongly persecuted.  Soledad O’Brien’s producer offered to buy some of my footage from me with the explicit promise that their piece was going to be called “Islam: In America” and would not focus more than a few minutes on Murfreesboro.  After an inside tip that this producer was lying to me, I confronted him and got some rather vague answers.  So I declined to license him any of my material.  And sure enough, the CNN documentary did in fact focus exclusively on Mufreesboro and was called “Unwelcome: The Muslims Next Door”.  Somehow Hollywood, with its usual backstabbing tricks, had managed to find me hiding out in Tennessee.

I had accumulated a lot of good quality footage.  That, combined with the increasing number of physical threats to me personally while filming in large crowds, and death threats that had arrived via email (causing me to look over my shoulder everywhere I went and making it necessary to spend a small fortune on private security) told me it was time.  The writing was on the wall.  It was time for me to leave Murfreesboro, hire a professional Editor and get to work on assembling my footage to create a feature length documentary for theatrical distribution.

Before I go any further, I should mention that, while all of this was happening, I had become involved in the story itself.  I took sides.  I sided with the Islamic community in their legal right to build a house of worship and when I was interviewed by the local papers (it’s not every day that a small town like this has someone shooting a documentary there) when I was asked where I stood on the issue I never hesitated to give my point of view.  And after a time my point of view was sought out by larger newspapers and several local and syndicated radio programs – mostly Conservative and mostly taking issue with my stance.  And I was also invited to write several pieces for Michael Moore’s blog as well.

Although I had left town to edit, there continued to be letters to the editor on a few of the local papers saying that I should leave TN and go back to where I came from.  I could not believe the cartoonish way in which those who opposed the mosque were making their case.  I felt like I was on the right side of this thing – absolutely certain.  But in fact, I was wrong.

Everything I have told you up until now – this version of my story – is exactly how I was seeing things up until something changed.  I went home to Los Angeles, showed my 25 minute short version of the documentary to some distributors and backers, and did the usual dog and pony show that had worked so well to raise funds, for other motion picture projects I had been involved with in the past.  And sure enough someone said they would back the completion of the movie.  It was decided that the focus would be on “the enemy at home” that being what we were calling “Apocalyptic Christianity” (as there was concern about using the word “Zionism” in “Christian Zionism”).  The Murfreesboro issue was to be used as something of a jumping off point to take a look at the expanding influence of the End Times Evangelical lobby in the United States and how they use their influence to manufacture consent for the bombing of oil rich Islamic countries and to influence policy on social issues.  The theme would focus on the problems we have in America, with our own religious lunatic fringe, rather than on a peaceful group of non-Christians who just wanted to build a place of worship.

After writing a few articles for Michael Moore, I also wrote for a liberal blog called Common Dreams and I wrote over a hundred articles for the Daily Kos, a liberal blog so popular that they receive over one million visitors a day.  I felt I was protecting the underdog, going after the bullies.  I really believed that I was on the right side of this thing.

But something kept nagging at me on a gut level.  Something about all of this didn’t quite feel right.  The Arab Spring, which I supported, started to degenerate into the Islamist Winter, and I grew more and more concerned.  I flew back to Nashville to shoot a conference on whether or not Islam was conducive with Democratic Values and on the way to my hotel room I learned that my cab driver was from Egypt.  I asked him how he felt about the fall of Mubarak, a dictator worth over $70 billion dollars while so much of his country was living in poverty and he told me he was concerned.  Concerned?  Wasn’t this good news?  The cab driver was a Coptic Christian and he told me that he feared for his family back home.  “If the Muslims take control, and they will, it will be very dangerous for my parents and my sisters.  I’m scared for them right now”.  After that conversation, I started to pay more attention to the news coming from the Islamic world in the Middle East.

Over the coming months I watched as the Muslim Brotherhood gained political power in Egypt.  I saw that cab driver’s worst fears come true as Coptic Christians were attacked by Islamic mobs.  I saw Tunisia institute Sharia, the brutal Islamic Law.  After Libya fell, the Transitional Council also instituted Islamic Law.  The nuclear armed Islamic government of Pakistan arrested and punished those who cooperated with the United States in killing Osama Bin Laden.  A woman under the Islamic government of Afghanistan faced execution for the crime of being raped.  Similar news stories emerged from Iran.  A man who typed “there is no god” as his Facebook status in Indonesia, the largest Islamic country in the world, was arrested for blasphemy.

Several Muslim men in England were arrested for handing out leaflets to Londoners demanding that homosexuals be executed by hanging for violating Islamic Law with their lifestyle.

And it struck me.  Even though these angry townspeople in Mufreesboro, TN had not articulated their concerns very well, they were only half wrong.  I remember meeting Frank Gaffney and interviewing him in front of the courthouse and asking him if he really thought that the peaceful Muslims here actually presented a real threat to America and he said no.  That caught me off guard so I asked if he really thought it was a credible threat that a community that makes up about one percent of the United States population was just going to suddenly rise up one day and try to take over the country and force Sharia Law onto all of us.  Again he said no.  Then he told me I was asking the wrong questions.  He suggested that I was only looking for answers that would support the conclusions I had already arrived at.  He said he had, after much research, arrived at a different set of conclusions and he challenged me to look a little deeper.  He gave me a report to look at and many, many months later I did look at his report.

It was at this time that I went to my backers and told them that we were not making an honest documentary.  I felt that everything I had put into the 25 minute short version (the one I used to raise the completion funds) was true, but only half true.  It was critical that we also show the very real threats that exist within Islam.  We needed to show that what is happening to these small communities of peaceful Muslims in America are the exception to the rule.  I wanted to show what happens to countries when they gain a Muslim majority, how women are treated, that homosexuals were executed, that free speech did not exist, that the forced Islamic Law was not consistent with Democratic Values – anything and everything I could think of that ought to strike a chord with the Liberal mindset.  And the response I received was, “Eric you are starting to sound like an Islamophobe.  We don’t want to make a movie that promotes fear.  Let’s just stick with the existing plan, okay?”

I fought and I fought.  I showed them a book called “The Truth About Mohammed” but was struck down since the author was a man named Robert Spencer and my backers pointed out that the Southern Poverty Law Center named his “Jihad Watch” site as part of a hate group.  I asked them to watch a documentary called “Islam: What the West Needs to Know” and pointed out that I had researched independently and verified the truth of what was being presented there, but they would not even watch this documentary as they were sure in advance that it was “hate speech” and “propaganda designed to spread fear”.  It probably goes without saying that by now I was very frustrated.  I showed my new backers several verses from the Koran that call for the killing of infidels and was told that these verses were probably being taken out of context.  I showed them a video clip from MEMRI TV of a young Egyptian child reciting a Hadith that calls for the killing of Jews and was told that “you can’t trust MEMRI because they have an agenda”.

I mentioned the popular Islamophobia watchdog site “Loonwatch” and how I had noticed a pattern of deflection all criticisms of radical and violent Islam by calling anyone who publicly raises these concerns a “Loon” and how I felt this was an intentional effort to provide a smoke screen for the terrorists.  I also noted that everything Loonwatch said was in lockstep with the Council on American Islamic Relations (CAIR) and now CAIR was named an unindicted co-conspirator in the prosecution of the Holy Land Foundation – the largest Islamic charity at one time, which was found to be funneling monies to Islamic terrorist organizations.  I also noted that CAIR had ties to both Hamas and the Muslim Brotherhood and that Al Qeada had come out of the Muslim Brotherhood.  I expressed my concerns that the Egyptian Imam of the Islamic Center of Murfreesboro might have ties to the MB, something I had failed to properly investigate.  But since CAIR had the support of Glenn Greenwald and Amy Goodman’s show, Democracy Now, I was told that I had my facts all wrong.  It was also pointed out to me that if CAIR was allegedly some kind of terrorist front then why do they still have a special tax status and why are they still around?  When I said I do not know but it was possible that the government might prefer to watch them out in the open rather than risk them going underground I was told that my judgment was sounding less and less clear and that maybe I needed to take a step back from the project for a while.

As a last attempt I showed them footage of the Imam in Murfreesboro condoning stoning, admitting that Mohammed had stoned someone to death, saying that women cannot be trusted with money because they are irrational.  Then I pointed out that a board member of the Islamic Center of Murfreesboro was investigated after pictures from his MySpace page had surfaced indicating his strong sympathies for Hamas.  I was reminded that Hamas was also a political party which was voted in Democratically and that I needed to make a choice – either stick with the original blueprint or else give the money back and go find myself another backer.  So I did.  I walked.  If I can’t make an honest documentary then I’m in the wrong business.  I didn’t want to add to more of the noise that’s out there – I wanted to make something that told the truth, even if that truth is hard to swallow.

It’s funny because I run a website called Global One TV, which has had about 23 million visitors so far, and the theme of this blog is that “Inward Revolution Creates Outward Revolution”.  And here I was having to take my own medicine.  My own inward revolution – the questioning of one’s conclusions in search of a deeper truth – had led me to a very strange place.  I thought of the famous Nietzsche quote that says “When you look into the abyss, the abyss also looks into you”.  And with nothing left to lose, I used my position at Daily Kos to go about telling the truth.

In January of 2012 I wrote 3 consecutive articles for the Daily Kos.  The first was entitled “Loowatch.com and Radical Islam”.  Here I pointed out the how Loonwatch only deflects criticism of radical Islam.  I was also critical of Islamic theology while noting over and over that most Muslims were peaceful.  The comments section of Daily Kos made me feel like I was attending my own funeral.  It was like a public stoning.   There wasn’t much in the way of responding to any of the points laid out in my article but hundreds of comments accusing me of being “right wing” a “bigot” and an “lslamophobe”.  This was disappointing.

The next day I received an email from Loonwatch.com with an article showing my name and a photograph of my face, going out to much of the Islamic world, calling me the “Loon at Large”.  This article was picked up by IslamophobiaToday.com and TheAmericanMuslim.org – later being repurposed by numerous Islamic blogs around the world, including in places where we all know what happens to anyone who is perceived to be the enemy of Allah or who dares to “insult” Islam.

My next article sought to further substantiate my point with regard to these wolves in sheep’s clothing calling themselves “Islamophobia Watchdog sites” and their first line of defense, that being a blogosphere of liberal lemming infidels who are pre-programmed to blurt out the word “Islamophobe” on cue.  That article was called “How and Why Loonwatch is a Terrorist Spin Control Network”.  And as you might have guessed, this piece was met with the same mob mentality of those who, rather than read the article and criticize it on its merits, instead shot the messenger with charges of “Islamophobia”.  There were also 2 Daily Kos articles written in response attacking me personally, another Loonwatch article where someone suggested I must be from TN and have no education, etc.  And once again, my name was put out on the street through a network of Islamic Blogs, including the landing page for CAIR, using a form of Islamic double speak which translated to any serious Jihadist means “enemy of Allah” and “insulting Islam”.

Given the incredible density of the popular Liberal mind, how the readers of my articles were unable to see how the beliefs of Islam were in direct conflict with human rights, gay rights, women’s rights and basic Democratic Values, I wrote a final piece called, “Are You In Favor of Human Rights?” and that one of course got me banned from Daily Kos.  It should be noted that in one of the Loonwatch.com articles the author, a person simply calling himself “Danios” demanded that DKOS silence me and provided a link for its readers to email the editors of the Daily Kos, demanding that this “Islamophobe” be censored.  And it worked – once again proving the oil and water relationship between Islam and tolerance for free speech.

Things got even stranger from there.  Robert Spencer himself wrote me an email and we had a rather interesting dialogue.  It became apparent almost immediately that there was nothing about this man that was even remotely hateful.  So when Robert Spencer asked if I minded if he reprint my email in response to his on Jihad Watch, I said “sure, why not?”  Once that surfaced, the friend count on my Facebook fan page dropped suddenly.  Friends and acquaintances told me I had become a hatemonger, a fear monger and an Islamophobe.  I pointed out that an Islamophobe is someone with an irrational fear of Islam but there was no reasoning with anyone so deeply indoctrinated into the tyranny of political correctness.

And almost right on cue the news story broke about the NYPD using as a training video a documentary narrated by a devout Muslim who opposes terrorism and jihad, someone who has advised law enforcement and served in the military and as a physician to highly placed members of the United States government.  That documentary was called “The Third Jihad” and the story surfaced that CAIR was calling this film “Islamophobic” and demanding that the NYPD pull it right away, which of course they did.  CAIR demanded the removal of the head of the NYPD and the liberal blogosphere sang backup – most notably with articles on Huffington Post calling “The Third Jihad” propaganda, hate speech and of course more “Islamophobia”.  When I posted a link to this documentary on my Facebook page I was met with more charges of being an Islamophobe by  people who had only recently told me how much they had been inspired and influenced by my writings.

After Jamie Glazov of Frontpagemag.com – part of the David Horowitz Freedom Center – reached out to me to ask me to be on his radio show (which I agreed to) I surfed the web a bit trying to get a better sense of who exactly David Hororwitz was.  It became clear almost immediately that we do not share the same political views, but one thing Horowitz did say that came through with stunning clarity was an assertion that there was an unholy alliance between the Left and Islam, with radical Islam using the Liberal media to create a smoke screen for it – a place where radical can appear moderate and receive Liberal support.  He also went on to say that in many universities across America that students were being radicalized, indoctrinated into the far Left.  And I remembered something.  Nearly all of the organizers for the college aged activist group who demonstrated in favor of the new mosque in Murfreesboro were either Socialists or Communists.  These were kids and they all seemed to share one Professor in particular who was something of a mentor to them, a Socialist who always seemed to be hanging around their college parties, infiltrating into their social scene, taking the smarter and more articulate ones under his wing as their campus group called simply “Solidarity” grew in numbers – in fact recruiting quite a few students while organizing in favor of the mosque.  Yikes.

So here we are today, as news that Kuwait goes Islamist and the NYPD answers to CAIR, an arm of a terrorist organization, out of concern for political correctness.  Have I become a Conservative out of all of this?  Not really.  I still oppose the invasion of Iraq.  I still feel that all wars should be avoided unless absolutely necessary.  I still think that George W. Bush was one of the worst things to happen to America in my lifetime.  I still support marriage equality.  But I’m also still pro-life.  Do you see a trend here?  I support human rights and oppose anything which I perceive to be in violation of human rights.

Where do I stand on Islam?  Let’s look at its founder – a man who raped a 9 year old girl, a slave owner, a leader who ordered people to be tortured, for adulterers to be stoned, for countless nonbelievers to be beheaded, a killer, a warmonger who spread his “religion of peace” by the sword, a man who suffered from hallucinations of voices telling him to do violent things, a tyrant, a homicidal maniac perhaps the equivalent of 100,000 Osama Bin Ladens.  And this sadistic lunatic is considered to be the “ideal man” in Islam.  What more needs to be said about Islam than that?

So in this climate where innocent people are killed when Korans are burned, when there are riots and bomb threats and killings over cartoons that offend Muslims, when a novelist such as Salman Rushdie is advised by Indian intelligence authorities that it is unsafe for him to enter the country to attend the world’s largest literary festival, when Muslims outside the festival threaten violence such that the festival organizers decide to cancel even patching in a video of Rushdie for the conference, in a world where a man, Theo Van Gough, was shot a couple dozen times in broad daylight, then stabbed, then had a sword rammed into his heart on the sidewalk of a European street simply for making a 10 minute film about the mistreatment of Muslim women – in such a world that is constantly terrorized by Islamic militants whose insanity is co-opted by an army of Liberal bloggers who make excuses for them – who tell us that 911 was probably our fault – what will become of my documentary when I finish it?

How will “Not Welcome” be received?  Will movie theaters refuse to show it, just like those many bookstores who removed the Danish cartoons from their shelves?  Will film festivals be afraid to screen it?  Will my life be in danger?  Will some lunatic Islamic cleric issue a Fatwa ordering my death?  Will CAIR gain even more political influence and work within the system to get it banned as “hate speech”?  Will critics fear for their lives and thus refuse to review it?

Is the Liberal view that Stealth Jihad is just some whacky conspiracy theory really true?  Who will win – free speech or the savagery of a growing mob hell bent on Jihad?  I can only tell you this.  I will not back down.  I will not be bullied, threatened, coerced or terrorized by the “religion of peace”.

We each have a responsibility to the other people on this planet, and especially to those whom we will leave this planet to after we are gone.  And this sometimes means taking an unpopular stand in order to protect the rights of innocent people.  Loonwatch, CAIR and the other numerous terrorist spin control networks – you’ve not seen the end of me.  Not by a long shot.  As the saying goes, “You have a right to swing your fists, but that right ends when your fist connects with my nose”.

And by the way, I still believe that unless they break the law, the Islamic Center of Murfreesboro has a legal right to build their house of worship.  We don’t have to like it, but then again the First Amendment was designed not to protect popular ideas – as they don’t need protecting – but to protect unpopular ideas as well. This is something you won’t find in any Islamic country and it is also something worth protecting  – even when the so-called “religion of peace” tries to shut you down.

Peace,

Eric Allen Bell

Eric Allen Bell is a writer and filmmaker. His directorial debut, a short film entitled „Missing Sock“ was placed on Film Threat’s prestigious „Top 10 Short Films“ of 2004. He went on to direct his first full length feature, „The Bondage“ which premiered at the South By South West Film Festival, receiving multiple offers and securing full theatrical distribution. His current project, a documentary entitled „Not Welcome“ chronicles the backlash concerning the building of a 53,000 square foot mega-mosque in the middle of America’s Bible Belt.  He can be reached at: Eric@BellMedia.org.

Freedom Center pamphlets now available on Kindle: Click here

http://www.frontpagemag.com/fpm/122048/high-price-telling-truth-about-islam-eric-allen-bell

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  19.08.2015

Tagesschau-Kommentar: RWE-Belagerung und WDR-Verblödung

Von Tim Tressel

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit Erziehungsauftrag hat schon viel hervorgebracht: eine stets pseudo-kritische Caren Miosga, einen Rainald Becker der meint, wer keine Komplettüberwachung möchte, der solle sich „zu Hause hinter seinem Herd verkriechen“ und selbst einen weinenden Claus Kleber. Mit dem Kommentar “Unangemessen und absurd“ über die Besetzung des RWE-Abbaugeländes ist allerdings endgültig die Grenze des Erträglichen überschritten.

Dem Zuschauer soll in diesem Falle unmissverständlich vermittelt werden, was Recht und was Unrecht ist und das auf eine möglichst eindringliche Weise. Bekanntermaßen wird ja bereits alles, was von grün-linker Seite als Umweltschutz bezeichnet wird, positiv rezipiert – schließlich meinen sie es ja nur gut und genau das scheint der öffentlich-rechtliche Rundfunk vermitteln zu wollen. Wozu sollen hier also noch die Hintergründe beleuchtet oder gar die tatsächlichen Ambitionen hinterfragt werden? Statt dessen wurde der Kommentar „Unangemessen und absurd“ des natürlich vollkommen unabhängigen und sachlichen Autors „Jürgen Döschner“ (er wurde unter anderem 2014 von Solarlobbyisten für sein Engagement ausgezeichnet) von der Tagesschau an ein Millionenpublikum gestreut.

Döschner schreibt in einer Art Märtyrer-Hymne an die Aktivisten „Die Proteste im rheinischen Braunkohlerevier mögen nicht immer legal gewesen sein, aber sie sind angesichts der Ignoranz von Geld und Macht und angesichts der Bedrohung, die es abzuwehren gilt, völlig legitim“ auch „Hut ab! Die Klima-Aktivisten (…) verdienen Hochachtung und Respekt“.

Was ist geschehen? Etwa 800 Demonstranten haben sich aus der eigentlichen Demonstration gegen die Braunkohlegewinnung entfernt, die polizeilichen Absperrungen durchbrochen und das Betriebsgelänge sowie einen Großbagger besetzt. Dabei kam es zu Übergriffen auf RWE-Mitarbeiter und Polizei, darunter Angriffe mit Fäusten und Steinen – kein ganz klassischer Einsatz der friedlichen Gandhi-Strategie, wie man zweifelsohne merkt.

Einige Bilder, die zeigen, dass große Steine genau in Kopfhöhe der Fahrer geworfen wurden, sind im Internet zu finden. Mehrere Stunden brauchte die Polizei um dem juristisch aller Wahrscheinlichkeit nach Haus- und Landfriedensbruch Herr zu werden. Der sogenannte ARD-Energieexperte stellt fest: „noch glaubt RWE, dieses Wandel (Energiewende) mit Schlagstöcken und Pfefferspray aufhalten zu können“. Es sei darüber hinaus „absurd“, dass RWE nun versuche die Aktivisten zu „kriminalisieren“. Ja … möchte der öffentliche-rechtliche Rundfunk mit diesen Worten jetzt tatsächlich die Straftaten legitimieren? Mit anderen Worten: Die Umsetzung des geltenden Rechts ist also für den ARD-Energieexperten absurd.

Wie „absurd“ wäre es denn, wenn plötzlich „Anti-GEZ-Aktivist_Innen“ den WDR stürmten und verwüsteten? Wäre dann der Kampf gegen die „Bedrohung“ durch „Geld und Macht“ in Form einer Zwangsabgabe auch eine legitime Form zivilen Ungehorsams? Wahrscheinlich nicht, dann wäre wohl auch der vollkommen sachliche und unabhängige Herr Döschner der Erste, der die 110 wählte und jeden mit drakonischen Strafen belegte, der sich nicht seiner ökologisch korrekten Meinung unterwerfen würde. Hut ab, bei dieser Bigotterie wird einem doch speiübel!

Erschienen auf http://gunsandburgers.com

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_rwe_belagerung_falsches_journalistisches_traenendruesengas

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein sozialer Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein sozialer Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag m