Monatsarchive: April 2016

Kiffen macht dumm!

Macht kiffen dumm? (Ja!)

https://i0.wp.com/jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ch/christian-helten/text/regular/924814.jpg
Multiple Sklerose, Cannabis und Kognition
Quelle: InFo Neurologie & Psychiatrie Quellendetails

 

Fragestellung: Beeinflusst gerauchtes Cannabis bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) und Spastik das kognitive Leistungsspektrum und lassen sich gegebenenfalls morphologische Änderungen im zentralen Nervensystem nachweisen?
Anzeige

Hintergrund: Viele Patienten (nicht nur mit MS) messen Cannabis eine besondere, sogar heilende Wirkung bei, auch wenn es keine einzige Studie gibt, die eine kausal-therapeutische Bedeutung belegen würde. Tatsächlich ist vor vier Jahren die Kombination aus Delta-9-Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol zur Behandlung der Spastik zugelassen worden, wobei es sich hier um zwei einzelne, hoch aufgereinigte Cannabinoide handelt. Kliniker mit psychiatrischer Erfahrung wissen natürlich, dass Cannabis – in herkömmlicher Form geraucht – bei entsprechender Disposition auch zu schweren Psychosen führen kann. Weniger gut sind kognitive Veränderungen bei dauerhaftem „Genuss“ von Cannabis in gerauchter Form untersucht.

Patienten und Methoden: In dieser Studie haben kanadische Kollegen 20 MS-Patienten, die regelmäßig Cannabis zur symptomatischen Behandlung von Spastik oder Schmerzen rauchten, mit 19 gemachten MS-Patienten verglichen, die kein Cannabis rauchten. Dazu wurden die Patienten zunächst ausführlich im Rahmen einer neuropsychologischen Testbatterie und dann mit einer speziellen, strukturierenden Technik der Magnetresonanztomografie untersucht. Die Bilder wurden in grauer und weißer Substanz segmentiert und mit dem sogenannten Partial-least-square-Verfahren untersucht, einer datengestützten Technik, die untersuchte Hirnregionen mit Verhalten korrelieren kann.

Ergebnisse: In beiden Gruppen zeigte die Partial-least-square-Analyse eine eindeutige Korrelation zwischen den kognitiven Scores aus der neuropsychologischen Testung und dem Volumen der grauen und weißen Substanz. Das Volumen der grauen Substanz in Thalamus, Basalganglien, medio-temporalen und medial präfrontalen Regionen sowie dem Volumen der weißen Substanz in der Fornix korrelierte ebenfalls signifikant mit den kognitiven Scores.

Insgesamt war der Umfang der Hirnvolumenreduktion sowie die Reduktion der kognitiven Scores in der Cannabisgruppe deutlich höher als in der nicht Cannabis rauchenden MS-Gruppe.

Schlussfolgerungen: Die Arbeitsgruppe schließt daraus, dass Cannabis– zumindest in gerauchter Form– nicht nur zu umfangreichen kognitiven Einschränkung führen kann, sondern dass diesen Effekten auch morphologische Änderungen des Hirnparenchyms vorausgehen, die mit modernen MRT-Methoden erkennbar und quantifizierbar sind.

Kommentar von Volker Limmroth, Köln

CAVE mit gerauchtem Cannabis!

Cannabis hat bis heute eine Aura, etwas Magisches und wird immer wieder als Wundermittel betrachtet. Tatsächlich können einzelne aufgereinigte Cannabinoide zur Behandlung der Spastik eingesetzt werden, wobei der analgetische Effekt in allen bisher durchgeführten Studien eher begrenzt ist. Das ist die erste Studie, die sich der Frage widmet, ob gerauchtes Cannabis (das wahrscheinlich über 50 verschiedene Cannabinode freisetzt) zu kognitiven Einschränkungen führen kann und ob diese Effekte gegebenenfalls sogar auf nachweisbaren, morphologischen Änderungen beruhen.

Die Antwort auf diese Fragen ist ein klares JA. Cannabis in gerauchter Form führt bei MS-Patienten verstärkt zu kognitiven Einschränkungen und dabei lassen sich sogar die morphologischen Änderungen nachweisen. Ob diese morphologischen Änderungen allein durch das verrauchte Cannabis selbst oder (auch beziehungsweise wesentlich) durch die bei der Verbrennung des Tabaks freiwerdenden Substanzen erfolgen, muss im Detail noch geklärt werden.

Wichtig ist jedoch: Die Einnahme von Cannabis durch Inhalation im Rahmen der Tabakverbrennung ist nicht sinnvoll, führt zu signifikanten kognitiven Einschränkungen und zur Schädigung der ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogenen Hirnsubstanz. Von Cannabisrauchen sollte daher aus medizinischen Gründen dringend abgeraten werden.

Losgelöst von der medizinischen Seite bei MS-Patienten macht die Studie aber auch sonst nachdenklich: Gerauchtes Cannabis ist nicht gut für das Gehirn – das sollte auch klar in die Öffentlichkeit getragen werden. Eine unkontrollierte Freigabe von Cannabis muss nach dieser Studie klar abgelehnt werden.

Prof. Dr. med. Volker Limmroth, Köln-Merheim

Chefarzt der Klinik für Neurologie und
Palliativmedizin Köln-Merheim

Literatur

Romero K, Pavisian B, Staines WR, Feinstein A. Multiple sclerosis, cannabis, and cognition: A structural MRI study. Neuroimage Clin 2015; 8: 140 – 7 [CrossRef][PubMed]

Zeitschrift: InFo Neurologie & Psychiatrie 2016/4
publiziert am: 1.4.2016 0:00 Autor: Prof. Dr. med. Volker Limmroth Quelle: Springer Medizin (2016) DOI: 10.1007/s15005-016-1711-y

http://www.springermedizin.de/macht-kiffen-dumm/6252518.html

Der Untermensch ist an allem Schlechten schuld und heißt mit Vornamen Iwan.

rationalgalerie.de

Pawlow bei der TAGESSCHAU

Himmlers Untermensch ist wieder da

Autor: U. Gellermann
Datum: 25. April 2016

Als die Wehrmacht im Sommer 1941 in die Sowjetunion einfiel, veröffentlichte der Reichsführer SS Heinrich Himmler eine Broschüre mit dem Titel Der Untermensch. Das Heft sollte die deutsche Bevölkerung zum Hass gegen die Völker der Sowjetunion aufstacheln und die Kampfmoral der Truppen stärken. Ganz so plump geht es heute in der Propaganda natürlich nicht mehr zu. Doch das Grundmuster – der Untermensch ist an allem Schlechten schuld und heißt mit Vornamen Iwan – gilt bis heute. Mit dieser Methode soll der Feind aus der politisch-sozialen Wertegemeinschaft ausgeschlossen und bekämpft werden.

Die TAGESSCHAU und ihre Derivate pflegen eine Art Pawloschen Reflex gegenüber „den Russen“. Kenner warten darauf, dass demnächst an der Wetterfront alle Tiefs „Iwan“ genannt werden, oder, leicht modernisiert, „Wladimir“. Wenn dann künftig das jeweilige Hoch den schönen Namen „Hillary“ tragen wird oder „Donald“ heißen sollte, wird dann endgültig klar, aus welcher Gegend der Futternapf kommt mit dem die Konditionierung der TAGESSCHAU-Redaktion gesichert wird. – Wie die ARD-Beobachtungsstelle Bräutigam & Klinkhammer am Beispiel des jüngsten Pflegebetrugs nachweist, wird auch in diesem Fall dem „Russen“ die Schuld zugeschoben. Auch wenn die Ursache einfach nur in der Privatisierung staatlicher Einrichtungen durch die Schröder-Blair-Mafia liegt.

Programmbeschwerde
Zur Berichterstattung über Betrug in den Pflegeeinrichtungen
 
Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
ein paar Tage vor der der rechtlichen Klarstellung, dass das BKA auf zum Teil verfassungswidriger Grundlage agiert, versuchte die Behörde in typischer Public Relation-Manier vom rechtlichen Problem abzulenken und auf die eigene Unentbehrlichkeit hinzuweisen. Und wie immer reagierten die Mainstream-Medien, incl ARD-aktuell, prompt und unterstützend. ARD-aktuell brachte zwischen dem 16. und 18. April in allen seinen Formaten, sowohl in der Tagesschau als auch im Internet, vom BKA initiierte Berichte über Betrügereien in der ambulanten Pflege. Zitate aus http://www.tagesschau.de/inland/pflege-betrug-bka-101.html die in gleicher Weise auch in den TV-Sendungen angeboten wurden (Hervorhebungen von uns): 

„ … haben Kranken- und Pflegekassen sowie Sozialämter zuletzt jährlich deutlich über 20 Milliarden Euro für die Patientenversorgung ausgegeben. Teile dieses Geldes sind allerdings in kriminelle Kanäle geflossen, schätzt das Bundeskriminalamt (BKA). … geht die Behörde davon aus, dass vor allem russische Pflegedienste systematisch und organisiert in diesem System betrügen. … die Behörde hat in erster Linie russische Pflegedienste im Verdacht.  … liegen interne Dokumente vor, in denen das BKA unter anderem folgendes Fazit zieht: „Beim Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen durch ambulante Pflegedienste, die mehrheitlich von Personen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion geführt werden, handelt es sich um ein bundesweites Phänomen.“
Weiter heißt es in den Dokumenten: „In Einzelfällen sind Informationen bekannt, laut denen die Investition in russische, ambulante Pflegedienste ein Geschäftsfeld russisch-eurasischer Organisierter Kriminalität ist.“
Die vertraulichen Berichte selbst kann das BKA nicht kommentieren. Schriftlich teilt es aber Grundsätzliches mit: „Insbesondere den kommunalen Sozialhilfeträgern sowie den gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, also letztlich der Allgemeinheit, entstehen beträchtliche finanzielle Schäden. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns gemeinsam mit den Polizeibehörden der Bundesländer mit diesem Phänomen befassen und Straftaten aufklären.“ Aktuellen Schätzungen zufolge liegt der so entstandene Schaden bei jährlich mindestens einer Milliarde Euro. …  Bundesweit laufen Dutzende Ermittlungsverfahren.“
Die Hervorhebungen machen kenntlich, was wir in diesen Berichten vor uns haben: distanz- und kritiklose Wiedergabe von Spekulationen, Mutmaßungen und Schätzungen des Bundeskriminalamts, einer längst selbst auch nicht mehr vollkommen unverdächtigen Geheimpolizei. Diese „Nachrichten“ von ARD-aktuell wurden ersichtlich nicht eigenständig überprüft, es erfolgte keine Kontrolle ihres Wahrheitsgehalts. Weder wurde nachgefragt, wieviele staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren gegen Pflegedienste tatsächlich eingeleitet wurden. Noch, in welchem Mengenverhältnis einheimische und ausländische Pflegedienste im Visier der Ermittler sind. Es wird nur von „dutzenden Ermittlungsverfahren“ berichtet. Es ist demnach noch nicht enmal eine einzige Anklage erhoben worden. Auf Basis bloß spekulativer Behauptungen einer Behörde betreibt ARD-aktuell reinsten Verlautbarungsjournalismus, wie ein Regierungsorgan das eben so macht.  
Und wie selbstverständlich wird wieder die antirussische Karte gezogen. Unbedacht und unerwähnt bleibt, dass mehr als zwei Millionen ‚Russischsprachige‘ sich ins geeinte Deutschland integriert haben und nun unter Generalverdacht stehen, (der erste Schritt zur pegida-vergleichbaren Hetze gegen andere Bevölkerungsteile).
Einige der „Russischstämmigen“ haben möglicherweise ein Unternehmen zur Betreuung von pflegebedürftigen Deutschen aufgemacht, insbesondere wegen der im Pflegebereich gesetzlich begünstigten Ausbeutungspotentiale von billigen ausländischen Arbeitskräften. Ein „Vorteil“, den in dieser Branche allerdings nicht nur „Russen“ nutzen. Manche der privaten Pflegedienste betreiben ihr Unternehmen in äußerst fragwürdiger Weise. Aber andere als „russische“ Betrüger in diesem Geschwäftszweig (es gibt solche Schwarzen Schafe fraglos auch in anderer Nationalität)  werden mit keinem Wort genannt. 
Auszug aus dem NDR-Staatsvertrag, Programmauftrag, § 8, Abs. 3: 
Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalistischen Grundsätzen,… zu entsprechen. Sie müssen unabhängig und sachlich sein. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen.  
Bei Berichten über Betrügereien in der Pflege gehörte zu den anerkannten journalistischen Grundsätzen, die Angaben einer Regierungsbehörde auf Faktentreue und objektiven Gehalt zu überprüfen, erst recht, wenn es sich bei dem Hinweisgeber um eine Behörde handelt, die, wie die anderen Geheimdienste auch, längst keinen Ruf mehr zu verlieren hat. Weil ausdrücklich nur von „Verdacht“ die Rede war und die Behörde selbst lediglich „Einschätzungen“ liefert, ein „Fazit“ zieht und „davon ausgeht“, im übrigen aber „nicht kommentieren kann“, hätte es zu den journalistischen Grundsätzen gehört und gemäß Staatsvertragsaufgabe auf Wahrheit geprüft werden müssen, was an Konkretem hinter der antirusissische Heißluft des BKA steht. Die bloße Bezugnahme der Tagesschau auf „vertrauliche Berichte“ einer geheimdienstlichen Behörde entspricht nicht der Verpflichtung zur Sachlichkeit, die der Staatsvertrag ausdrücklich verlangt. Die Redaktion hätte zumindest nachfragen müssen, welche weiteren Verdächtigen es gibt, wieviele Anklagen erhoben wurden, wieviele Verurteilungen vorliegen, wer die Beschuldigten sind. Stattdessen wurde nur ein Schwall von Vermutungen und allgemeinen Verdächtigungen vorgebracht.
Zu den anerkannten journalistischen Grundsätzen hätte es gehört, das Thema rational einzuordnen: Abrechnungs- und Steuerbetrug sind in unserer Gesellschaft gang und gäbe. Ein „geschätzter“ (!) Schadensumfang von 1 Mrd Euro ist, gemessen am Gesamtschaden, den dieser Form der Kriminalität unserem Gemeinwesen zufügt, nur die Spitze des Eisberges..
Mit unabhängiger und um Objektivität bemühter Berichterstattung hatte ARD-aktuell auch in diesem Fall wieder einmal nichts am Hut. 
Wir stellen einen groben Verstoß gegen die Bestimmungen des Staatsvertrags fest und bitten um Überprüfung.

Höflich grüßen 
Volker Bräutigam + Friedhelm Klinkhammer


Kommentare

Folgende Leserbriefe wurden zu diesem Artikel geschrieben:

Am 26. April 2016 schrieb Ulrike Spurgat:

Als Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes möchte ich einiges zum Thema anmerken:
Die Privatisierung hat die Türen für möglichen Missbrauch geöffnet. Nur dieses dumme Gequatsche um vom wesentlichen abzulenken bringt nicht weiter, denn Altenpflege und vieles andere in der Gesellschaft hat nichts in Händen derer zu suchen deren Interessen im absolutem Widerspruch zu dem stehen was eine humane Gesellschaft sein muss.
Sie behandeln die alten Menschen wie Kunden. Also, mit anderen Worten, es wird eine sogenannte Dienstleistung an den Menschen verkauft, die eine minutiöse Abrechnung dann zur Folge hat. Der Mensch erlebt eine Entwertung, die dem System als solchem Nutzen bringt. Es fängt bereits bei der Feststellung und anschließenden Bestimmung der Pflegestufe an. Der medizinische Dienst der Krankenkassen entscheidet nach einem Hausbesuch über die mögliche Einstufung des Betreffenden.
Er/sie werden in eine unerträgliche Situation gebracht. Sie müssen beweisen, dass die Notwendigkeit gegeben ist eine Pflegestufe genehmigt zu bekommen. Die Interessen der Krankenkassen muss ich nicht erörtern. Ein Mensch der alt und krank ist wird in einen psychischen und physischen Ausnahmezustand versetzt, und hat, wenn Familienangehörige nicht in ausreichendem Maße über ihre Rechte informiert worden sind: Angst. Angst was da mit ihm/ihr passiert.Angst, dass massiv in das Leben eingegriffen wird, und das Heim am Ende eines manchmal langen Lebens steht. Das Pflegesystem muss in Frage gestellt werden. Wer Menschen zur Dokumentationsmappe macht, wo jeder Furz aufgeschrieben wird, zeigt doch deutlich um was es geht: Die rechtliche Absicherung für den jeweiligen Pflegedienst, und um die Kontrolle der Mitarbeiter. Die „Kunden“ werden im Minutentakt abgefertigt und die Mitarbeiter stehen unter einem starken Druck, weil klare Zeitangaben vorgegeben worden sind. Schwierig wird es, wenn unvorhergesehenes passiert. Z. B.
Ein Sturz, eine Krankheit, eine sogenannte Depression, oft so diagnostiziert, obwohl bei näherer Betrachtung der Mangel an menschlichem Kontakt die Ursache für die Diagnose ist. Und viele Frauen und Männern, die bei schlechter Bezahlung immer wieder ihr Bestes geben, muss der Rücken gestärkt werden..– Die Pflegedienste die wie Pilze aus dem Boden geschossen sind waren doch die Folge der Privatisierung. Jeder Hinz und Kunz konnte einen Pflegedienst anbieten. Die Hürden sind so gering, dass auch sogenannte „schwarze Schafe“ sich dort tummeln können. Gesetzliche Regelungen lassen genau dieses zu—- Solange der Pflegebegriff nicht vom Kopf auf die Füße gestellt wird muss ein „Sündenbock“ her, sonst fliegt einem das System der Pflege um die Ohren. Dieses System hat Nutzen für einige Wenige. Die Fürsorge und Zuwendung, die Menschen brauchen, können nicht geleistet werden, weil dafür keine Zeit vorgesehen ist. ————-
Seit zehn Jahren bin ich in diesem Bereich tätig. Ein russischer Pflegedienst ist mir nicht bekannt, dafür aber dubiose Betreuer, die von einem Gericht bestellt werden können und im Leben der Betroffenen so ziemlich „alles“ dürfen.
Meine Kollegen arbeiten oftmals über ihre Grenzen. Dem Menschen nicht als Menschen begegnen zu können, weil die Zeit es nicht erlaubt macht die Arbeit um einiges schwieriger. Zum Sterben, zur Palliativ Medizin….., es ist ein Thema, wo noch vieles gesagt werden muss.—-Diese Berichterstattung, die von keine Ahnung, und davon ne ganze Menge an Blödheit nicht zu übertreffen ist entbehrt jeglicher Grundlage. Vor allen Dingen arbeiten die meisten Pflegedienste seriös.
Um vom kompletten Versagen der Kontrollen abzulenken sind es nun dieses mal die russischen Pflegedienste. Man, hat das nen langen Bart.


Am 25. April 2016 schrieb Lutz Jahoda:

POLITISCH WETTERFEST VORAN?
SCHUTZGEIMPFT VON GELLERMANN!
ANGEREICHERT MIT TIPS VON LUTZ
FÜR WESTBEDARF AN NACHRICHTEN-SCHMUTZ.

Vorauseilende Gehorsamsempfehlung
zur zuverlässigen Wetterfrontstählung,
auch über facebook, youtube und twitter,
warnend vor drohendem Stahlgewitter
und kontaminierten Graupelgüssen,
gespeist aus verseuchten Seen und Flüssen;
Europa zerstörend, auf Putin hörend,
vom toten Stalin ferngebissen.
Auch solches stehe gewiss außer Frage.
Selbst einer Russlandhoch-Schönwetterlage,
wenn auch matroschkalieb anzuschauen,
sei demzufolge nicht mehr zu trauen.Falls Redakteure noch etwas suchen,
wäre bei mir noch dies hier zu buchen:
Pflegebedürftige Rentner in Bussen
zwangsentführt von gierigen Russen!


Am 25. April 2016 schrieb Hans Jürgen Ochsenfahrt:

Beruflich kenne ich den Pflegebereich aus erster Hand. Hab am eigenen Leib erlebt, wie das Pendel in Richtung Privatisierung, Flexiblisierung des Dientsplans, Teilzeitarbeit, Verlagerung der Schwerpunkte auf den ambulanten Bereich vollzogen wurde.

Zertifizierung und Standardisierung, Perfektionierung der Dokumentation usw usw.

Ich bin auf ne Menge Kollegen gestossen, die ganz schön unter Druck gehalten wurden. Trotzdem haben die meisten sich förmlich ein Bein ausgerissen und waren hoch motiviert. Auch die Sozialarbeiter und Verwaltungsmenschen, auf die ich in der Einrichtung gestossen bin, waren durch die Bank integer.

Ich lass mal das menschliche Element weg. Das ist ja eher das Salz in der Suppe.

Auch die Betreuer und Richter, die mir so über den Weg gelaufen sind. Undenkbar, dass die so plump betrügen oder sich bereichern. Die möglichen Kritikpunkte liegen ganz woanders.
Gut, aus den Gazetten sind Fälle an mein Ohr gekommen, war es nicht in Bayern, wo Betreuer sich der Immobilien von in Pflegeeinrichtungen geschafften Senioren bemächtigt hatten. In dem Bereich, wo ich mich auskenne, ist das einfach nicht möglich.
Was für ein Imageschaden mit solchen halbgedroschenen Campagnen angerichtet wird, und was letztlich wieder für zusätzliche Kosten für den Sozialstaat emtstehen werden, darüber machen sich diese Schmierfinken mit ihrem Russentick keine Gedanken. Immer schön im top down verordneten Mainstream mitschmieren. Ohne Beweise, ohne jede journalistische Sorgfalt.
Unmöglich!
Danke für diesen Blog.


Am 25. April 2016 schrieb Christian Dicke:

Der einzig untersuchte Fall geht auf das Konto von Ukrainern, nicht von Russen. Siehe die Welt: http://www.welt.de/wirtschaft/article154426270/So-funktioniert-der-Milliarden-Betrug-der-Pflege-Mafia.html
„Diese ließ im Juni 2015 die Büros der Firma durchsuchen, mehrere aus der Ukraine stammende Gesellschafter und leitende Mitarbeiter wurden wegen des Verdachts auf gewerbs- und bandenmäßigen Betrug festgenommen.“ oder hier im Freitag: https://www.freitag.de/autoren/30sec/jeder-schuss-ein-russ


Am 25. April 2016 schrieb Manfred Ebel:

„Ganz so plump geht es heute in der Propaganda natürlich nicht mehr zu.“
Die Theorie der Wertigkeit der Menschenrassen entstand als ein Zeitereignis der bürgerlichen Wissenschaften und am Ende konkreter Wissenschaftler. Von der Rassentheorie über Vermessung menschlicher Physiognomie bis konkret zur Diskreditierung der `Neger´ und den `asiatischen Untermenschen´diente diese Wissenschaft ganz offensichtlich kapitalen Interessen.
Was hat sich daran bis heute geändert? Was ist heute weniger plump? Am Wesen, Auftrag – am Klassenauftrag der bürgerlichen Wissenschaftler und Medienmacher, an der unbedingten Notwendigkeit finanzieller Verwertung, am Warenwert von all und jedem hat sich gar nichts geändert. Bürgerliche Wissenschaft und bürgerliche Medien sind nicht weniger plump, sie sind nicht weniger falsch und verfälschend, sie sind nicht weniger idealistisch, nicht ein bisschen mehr materialistisch, nicht ein bisschen mehr dialektisch. Höchstens sind sie in sich schlüssig, dennoch in den Grundlagen falsch. Deren scheinbare Schlüssigkeit verblendet.
Sogar die Pseudotheorien von den Herren- und Untermenschen wurde mit neuen Bezeichnungen ungebrochen und unglaublich perfider weitergeführt.
So werden bürgerliche Wissenschaften und Medien bis an ihr Ende sein.
Sie liefern Begründungen für Ausbeutergesellschaften und sind deren Sprachrohr.
Gegen derartige Klassenaufträge helfen auch keine Beschwerden – Aufklärung schon.

Agitprop der Deutschen heute

Wenn Anja Reschke einen Beitrag für PANORAMA anmoderiert, hat das den großen Vorteil, dass man den Beitrag nicht mehr sehen muss, weil in der Moderation schon alles gesagt wurde. Gestern ging es um das in der Tat traurige Schicksal eines schwer verletzten Syrers im Lager von Idomeni. Den Flüchtingen, sagt Frau Reschke, habe man die Grenze „vor der Nase zugemacht“, sie könnten weder vor noch zurück. Dass sie den „Umzug“ in ein reguläres Lager, in dem sie wenigstens versorgt würden, verweigern, weil ihnen von gewissenlosen „Flüchtlingshelfern“ eingeredet wird, sie könnten es doch schaffen, das lässt Frau Reschke unerwähnt. Sie scheint auch keine Ahnung von Geografie und Länderkunde zu haben. Idomeni liegt nicht an der bayrisch-griechischen Grenze, sondern etwas weiter südlich. Selbst wenn Mazedonien seine Grenze aufmachen und die Flüchtlinge reinlassen würde, müssten sie noch etwa fünf weitere Grenzen überwinden, um dort anzukommen, wo Frau Reschke den Most holt. Das ist nicht Journalismus, das ist Agitprop.

„Engagieren“ und „Abschrecken“? – NATO-Kriegstreiberei in den Mainstreammedien

Die Propagandaschau

ard_logoAm 30. März 1941, nachdem Hitler der Wehrmachtführung seine Kriegsziele mitgeteilt hatte, notierte Joseph Goebbels in sein Tagebuch:

Unser Aufmarsch ist fast vollendet. Draußen hat kein Mensch auch nur eine Ahnung, was der Führer vorhat. Umso vernichtender werden seine Schläge sein. Unsere Tarnung ist vollkommen gelungen.

Schon Adolf Hitler benutzte jene Methoden der Kriegspropaganda, die wir heute wieder tagtäglich in den Staats- und Konzernmedien vorgesetzt bekommen: Lüge, Täuschung, Feindbildung – militärische Aufrüstung zur angeblichen „Verteidigung“.

Ursprünglichen Post anzeigen 294 weitere Wörter

Fördermittel und Kulturpreise für Antisemiten als Waffe im totalen Kampf gegen Rechts.

Ein Theaterprojekt für Flüchtlinge soll vom Berliner Senat mit einem sechsstelligen Betrag gefördert und von der Bundesregierung mit einem Kulturpreis bedacht werden. Als sich jedoch herausstellt, dass die Führungsfiguren der Initiative veritable Antisemiten sind, werden die entsprechenden Anträge zurückgezogen. Dass der Senat und die Bundesregierung aus Schaden klug werden, darf man gleichwohl bezweifeln.

Was der Berliner Refugee Club Impulse (RCI) bezweckt, klingt erst einmal durchaus vorbildlich. Auf seiner Website bezeichnet sich das Theaterprojekt als »das beste Beispiel für eine Selbstorganisation, bei der die Geflüchteten ihre Ideen verwirklichen, zusammenarbeiten und sich so einbringen, wie sie es gerne möchten«. Man wolle Flüchtlinge ermutigen, ihre Gefühle und Probleme künstlerisch auf der Bühne auszudrücken, und strebe zudem an, »in der Zukunft noch mehr soziale und kulturelle Projekte« auf die Beine zu stellen.

Ein ehrgeiziges und anspruchsvolles Unterfangen, das vor allem der Arbeiterwohlfahrt (AWO) so sehr zusagte, dass sie beim Berliner Senat 100.000 Euro an Fördermitteln für den RCI beantragte. Eine Jury schlug den Refugee Club Impulse zudem für den Sonderpreis für Kulturprojekte mit Flüchtlingen vor, der von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters (CDU), verliehen wird. Dieser Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, schon für die Nominierung gibt es eine Prämie von 2.500 Euro.

Besonders gründlich schien sich aber weder die AWO noch die Jury mit dem RCI beschäftigt zu haben, anders als Fabian Weißbarth von der Berliner Dependance des American Jewish Committee (AJC). Weißbarth fand nämlich heraus, dass sich die künstlerische Leiterin des RCI, Nadia Grassmann, und die pädagogische Leiterin, Maryam Somaya Grassmann, seit Jahren aktiv am sogenannten Al-Quds-Tag beteiligen. Im Zentrum dieser Manifestation, zu der das iranische Regime weltweit aufruft und die seit 1996 regelmäßig auch in der deutschen Hauptstadt stattfindet, stehen antisemitische, islamistische Aufmärsche, bei denen die Eroberung Jerusalems und die Vernichtung Israels gefordert werden. Hauptorganisator der Berliner Demonstration ist Jürgen Grassmann, der Vater der beiden RCI-Führungsfiguren.

Karneval und Hisbollah-Ohrringe

Dieser wird von seinen Töchtern unterstützt, wie das AJC recherchierte und die Berliner Zeitung berichtete. Demnach belegen Fotos und Videos beispielsweise, »wie Nadia Grassmann auf dem Lautsprecherwagen mitfährt und ihre Schwester Maryam Plakate bereitstellt, Flyer verteilt und Spenden sammelt«. Darüber hinaus ist auf mehreren Bildern zu sehen, dass Maryam Grassmann auffällige Ohrringe mit dem Logo der Hisbollah trägt . Die libanesische Terrororganisation hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben und greift weltweit immer wieder jüdische und israelische Ziele an. Zudem ist die Gotteskriegerpartei, wie das AJC zu Recht anmerkt, »an der Seite des syrischen Machthabers Assad aktiv im Bürgerkrieg in Syrien beteiligt und dadurch ein wesentlicher Grund dafür, dass viele Menschen überhaupt flüchten mussten und müssen«. Ein Widerspruch, gar ein Problem scheint das für die Grassmann-Schwestern gleichwohl nicht zu sein.

Zwei führende RCI-Aktivistinnen sind also veritable Israelhasserinnen. Und dass dieser Hass auf den jüdischen Staat auch für die politische Arbeit des Refugee Club Impulse eine nicht unerhebliche Rolle spielt, ließ sich beispielsweise am »Karneval der Geflüchteten« erkennen, der am 20. März dieses Jahres stattfand. Hauptinitiator dieses »Aktionstags«, in dessen Mittelpunkt eine »antirassistische« Demonstration stand, war der RCI, wie eine Presseerklärung des verantwortlichen Aktionsbündnisses My Right Is Your Right zeigt.

Der Aufruf zum »Karneval« wurde zudem von der Gruppierung F.O.R. Palestine unterstützt, die für die Beseitigung Israels sowie für einen palästinensischen Staat vom Jordan bis zum Mittelmeer eintritt und die tödlichen Messerattacken auf jüdische Israelis ausdrücklich legitimiert. Zu den aufrufenden Organisationen gehörte überdies BDS Berlin, eine Vereinigung, die Boykotte und Sanktionen gegen den jüdischen Staat befürwortet. Auf dem vom RCI initiierten »Karneval der Geflüchteten« waren diese Initiativen dann auch präsent und aktiv. Offenkundig gehört es zu ihrem Verständnis von Flüchtlingsarbeit, die Geflüchteten antisemitisch zu indoktrinieren respektive deren bereits vorhandenen Antisemitismus zu bekräftigen.

Antisemitismus als »Privatangelegenheit«

Als die Recherchen des AJC von der Berliner Zeitung aufgegriffen und verbreitet wurden, nahmen der Berliner Senat, die AWO und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien schließlich Abstand von den Vorhaben, den RCI auszuzeichnen und finanziell zu unterstützen. Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters widerrief die Nominierung des Refugee Club Impulse für den Sonderpreis für kulturelle Projekte mit Flüchtlingen und stellte klar, dass auch die Nominierungsprämie nicht ausgezahlt werde. Die AWO zog ihren Antrag auf Förderung des RCI aus den Mitteln des Projektfonds Kulturelle Bildung zurück.

Der für die Mittelvergabe zuständige Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) schrieb in einem Brief an das AJC: »Wir würden zu keinem Zeitpunkt dulden, dass öffentliche Gelder unmittelbar oder mittelbar Personen oder Gruppen zugutekommen, die das Existenzrecht Israels infrage stellen, antisemitische oder antijüdische Positionen vertreten.« Ein Bekenntnis, an dem man zweifeln darf, schließlich wäre dem Senat ohne die Arbeit des AJC und den Bericht der Lokalzeitung nichts Verfängliches aufgefallen.

Beim RCI ist man nun in Not, schließlich waren die Gelder dort fest eingeplant. In einer Erklärung distanzierte sich das Projekt dann auch pflichtschuldig »von jeglicher Form von Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus oder anti-demokratischer Haltung«, es behauptete, mit Organisationen wie F.O.R. Palestine und BDS Berlin eigentlich gar nichts zu tun zu haben, und zog sich darauf zurück, die Positionen seiner künstlerischen und seiner pädagogischen Leiterin (!) seien lediglich »Einzelmeinungen«.

Da das jedoch niemand glaubte, ließ der RCI zwei Tage später eine Pressekonferenz folgen, auf der Ahmed Shah, einer seiner Mitbegründer, eine schriftliche Erklärung von Nadia und Maryam Grassmann verlas, in der es hieß: »Aufgrund der Geschehnisse distanzieren wir uns von der Al-Quds-Veranstaltung und werden an dieser nicht mehr teilnehmen.« Falls erforderlich, werde man zudem von seinen Ämtern zurücktreten. Auch Shah hielt die antisemitischen Aktivitäten der Schwestern jedoch für deren »Privatangelegenheit«.

Das ist allerdings nicht verwunderlich, wenn man weiß, dass Shah bei seinem künstlerischen Wirken ähnliche Positionen vertritt wie die Grassmanns. In seinem Theaterstück »Intifada im Klassenzimmer!?« beispielsweise werden »Vergleiche zum Nationalsozialismus und zur Shoa angestellt, um die Situation von Arabern und Moslems in Deutschland und die der Paläs­ti­nen­ser darzustellen«, wie Patrick Neu im Mai 2006 in der Jungle World schrieb. Bilder aus nationalsozialistischen Vernichtungslagern würden auf eine Leinwand hinter der Bühne projiziert, und es fielen Sätze wie: »Panzer im Heiligen Land, dann sprengen sich die Menschen in die Luft.«

Die Friedrich-Ebert-Stiftung und das AJC kamen in einer 2007 veröffentlichten Studie dann auch zu dem Schluss, dass das Theaterstück bei der Zielgruppe »antisemitische Stereotype reproduziere und diese so bei den Jugendlichen verfestige, statt sie zu dekonstruieren«. Es werde »politische Propaganda« produziert. Dennoch zeichnete die SPD das Stück mit dem Jugendpreis »Goldener Alex« aus. Und der Berliner Senat förderte Shahs Theater. Zudem verlieh Kulturstaatsministerin Grütters im Jahr 2015 dem von Shah und seinem JugendTheaterBüro Berlin betriebenen Projekt »KulTür auf« einen mit 20.000 Euro dotierten »Preis Kulturelle Bildung«. Aus dem mit Mitteln des Landes Berlin gespeisten »Projektfonds Kulturelle Bildung« erhält Shah – wie auch der RCI – ebenfalls finanzielle Zuwendungen. Ob sich daran in Zukunft etwas ändern wird?

Zuerst erschienen auf der Seite http://www.mena-watch.com

Eine Verpflichtungserklärung für Flüchtlinge zu unterschrieben, kann Ruin zur Folge haben.

Der Weg zur Hölle ist bekanntlich mit guten Vorsätzen gepflastert, nicht mit schlechten. Gute Vorsätze hatten die Gründer des Hamburger Vereins https://herberge-fuer-menschen.de/ zweifellos, als sie sich dazu entschlossen, auf eigene Faust, eigene Kosten und eigenes Risiko Flüchtlinge aus Syrien nach Deutschland zu holen. Denn alles, was die deutsche Regierung diesbezüglich unternehme, sei bei weitem nicht ausreichend, im Gegenteil, sie betreibe „Flüchtlingspolitik wie Schädlingsbekämpfung“, so einer der Gründer in der ARD-Sendung „Gott und die Welt“.

Nun lassen sich Schädlinge (deren Ausdruck, nicht meiner!) in den seltensten Fällen dadurch bekämpfen, dass man ihnen Sicherheit und Freiheit bietet, sie unterbringt, ernährt, ihnen Sprachunterricht erteilt und ihnen Jobs besorgt. Den Vereinsgründern muss das irgendwie entgangen sein. Im letzten Jahr sind rund 1,1 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Im Januar 2016 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt 52.103 Asylanträge gestellt. Dies bedeutet einen Anstieg von 108,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat Januar 2015. Davon wurde beinahe die Hälfte von Syrern gestellt. Das reicht der „Herberge für Menschen“ natürlich vorn und hinten nicht. Denn die Flüchtlinge könnten alle ihr Leben verlieren, wir in Europa hingegen höchstens einen Teil unseres Vermögens. Oder auch einen großen Teil. Im schlimmsten Fall durchaus auch alles, was wir besitzen, aber das ist nicht schlimm, sondern noch relativ gut. Schließlich ertrinken andere im Mittelmeer. Wenn man deswegen Nachts nicht mehr ruhig schlafen kann, schafft „Herberge für Menschen“ schnell Abhilfe.

Mit ihrer Initiative sollen Bundesbürger dazu angeregt werden, für Flüchtlinge eine sogenannte Verpflichtungserklärung zu übernehmen. Oder Menschen, die eine solche unterschrieben haben, mit Spenden zu unterstützen. Eine Verpflichtungserklärung nach §§ 66-68 Aufenthaltsgesetz ist, notabene, die private Einladung eines ausländischen Bürgers. Damit verpflichtet man sich, für die Dauer seines Aufenthaltes den gesamten Lebensunterhalt dieses Menschen aus eigener Tasche zu bestreiten. Das Land Hamburg hat sich aufgrund der momentanen Flüchtlingskrise dazu bereit erklärt, die Krankenkosten für solche Menschen zu übernehmen. Den Rest aber zahlt der Verpflichtungsgeber.

Wenn es nach dem Verein „Herberge für Menschen“ ginge, dann könnte jeder Singlehaushalt mit einem monatlichen Nettoeinkommen von € 1650.- schon problemlos einen Flüchtling versorgen, vorausgesetzt man kann einen Wohnraum für ihn zur Verfügung stellen oder ein Untermietverhältnis für ihn bestreiten. Soweit, so gut.

Eine Partie Russisches Roulette gefällig?

Aufgrund zahlloser desaströser Erfahrungen in der Vergangenheit, besonders häufig im Fall von Einladungen potentieller Ehepartner nach Deutschland, hat man sich dazu durchgerungen, die Dauer der Verpflichtungserklärung auf fünf Jahre zu begrenzen. Aber in fünf Jahren kann genug passieren. Mir ist persönlich ein Fall bekannt, wo ein Ärztepaar sich den netten Bellboy aus dem afrikanischen Urlaubsland mitbrachte. Der junge Mann, für den sie bürgten, arbeitete ein paar Monate schwarz, konsumierte reichlich Drogen und brach eines Tages bei der Arbeit zusammen. Das Ehepaar raste umgehend zum Krankenhaus, zerrte das lebende Souvenir aus dem Bett und schleifte ihn zur nächsten Maschine zurück nach Mombasa. Nicht gerade sehr gastfreundlich, aber so konnten sie wenigstens Haus und Hof behalten.

Juristen raten in der Regel eindringlich davon ab, eine Verpflichtungserklärung zu unterschreiben. Denn dass eingegangene Risiko ist schlicht unkalkulierbar. Hat man einmal eine Verpflichtungserklärung unterschrieben, ist diese praktisch unwiderruflich. In Bundesländer, in denen nicht automatisch die Krankheitskosten von der Allgemeinheit getragen werden, zahlt der Verpflichtungsgeber nicht nur Wohnung und sämtliche Lebenshaltungskosten, sondern muss auch eine Krankenversicherung tragen. Verzichtet man auf dieselbe, ist es, als würde man eine Partie Russisches Roulette spielen. Eine lebensrettende Operation plus sechs Wochen Reha – da wird man mit 1650.- € monatlich noch im selben Monat an seine Grenzen kommen.

Sollte sich die (in der Regel komplett unbekannte) Person gar strafbar machen oder ins europäische Ausland absetzen, wird man sich wünschen, man hätte vorher besser mal nachgedacht. Oder man wäre nie geboren worden. Da kann es unter Umständen noch besser sein, wenn der Eingeladene schnell wieder abgeschoben werden muss. Für die Kosten muss man als Verpflichtungsgeber selbstverständlich auch aufkommen, aber in solch einem Fall bleiben sie nur im fünfstelligen Bereich.

Einer der Gründerväter von „Herberge für Menschen“ hat auf diese Art einen syrischen Staatsbürger importiert und in seinem Haus untergebracht. Zu diesem gehören eigentlich noch eine Frau und fünf Kinder. Das sechste ist schon unterwegs. Die schwangere Frau und die Kinder müssen leider in der Türkei bleiben, bis Papa genug Geld in Deutschland verdient, um acht Menschen zu ernähren. Wie sagte der bekannte Bibelübersetzer und Antisemit Martin Luther? Bürgen sollte man würgen.

Politische Indoktrination bereits in der Schule

Von Johannes Kaufmann.

Die Zulassung von Schulbüchern ist ein langwieriges Verfahren. Überhaupt zählt das Buch nicht gerade zu den schnellsten Medien. Das kann im Politikunterricht schon mal zu Problemen führen. Politiklehrer, die 2006 nach der Gründung der Piratenpartei abgewartet haben, bis ein Schulbuch die neue politische Bewegung aufgreift, verpassten die Aufnahme eines aktuellen Themas, das ihre Schüler womöglich stark interessierte, in ihren Unterricht und riskierten, auf Unterrichtsmaterial zu warten, das bei Erscheinen bereits veraltet sein würde.

Reihen wie „Schroedel aktuell“ schaffen bei diesem Problem Abhilfe. Der Schulbuch-Verlag veröffentlicht auf seiner Internetseite Arbeitsblätter zu aktuellen Themen. Das ist löblich, aber nicht unproblematisch. Zum Beispiel, wenn Schüler aufgefordert werden, ein Parteiprogramm zu bewerten, das noch gar nicht erschienen ist. So geschehen beim Arbeitsblatt „Wahlprogramm: Was die AfD wirklich will“, das Politiklehrer für den Unterricht in den Klassenstufen 7 bis 10 für 1,40 Euro hier erwerben können.

Die Quelle, anhand derer die Schüler ermitteln sollen, „was die AfD wirklich will“, ist die tendenziöse Kommentierung eines durchgesickerten Entwurfs durch das Recherchezentrum „Correctiv“, erschienen in der „Zeit“. Etwas mager, möchte man meinen. Im Sinne der für Schulbücher stets eingeforderten Multiperspektivität und Quellenvielfalt würde man zumindest eine zweite Quelle erwarten, in der die Partei, um deren Kern es hier ja immerhin geht, selbst zu Wort kommt. Doch dem Text wird lediglich noch eine Karikatur mit derselben Aussage zur Seite gestellt.

Statt der Schüler dechiffriert jetzt der Politkommissar

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) findet das völlig in Ordnung so. „Das entspricht dem Stand, wie man sowas macht“, behauptet der Vorstandsvorsitzende in Niedersachsen gegenüber der Braunschweiger Zeitung. Das Arbeitsblatt betreibe Aufklärung über die AfD. Dass dies allein auf Grundlage einer kommentieren Sekundärquelle geschehe, sei normal, schließlich seien politische Formulierungen, zumal in Parteiprogrammen, häufig „zu verschwiemelt“, um von den Schülern „dechiffriert“ werden zu können.

Also übernimmt man das „Dechiffrieren“ offenbar kurzerhand selbst und legt den Schülern das politisch-korrekt Vorgekaute und Vorverdaute zum anschließenden Verspeisen vor. Das eröffnet interessante Möglichkeiten – auch für den Deutschunterricht. Jeder, der sich schon mal durch eine Novelle von Heinrich Kleist quälen musste, weiß, wie „verschwiemelt“ die Formulierungen in den Endlossätzen dieses Klassikers sind. Vielleicht sollte man Schülern das Lesen solcher Primärtexte in Zukunft generell ersparen und Romane und Ähnliches einzig auf Grundlage von Verrissen im Feuilleton einer Zeitung bewerten lassen.

Im Falle des Arbeitsblatts des Schroedel-Verlags zum AfD-Programm verraten schon die gefetteten Überschriften, wohin die Reise geht. „Mehr Waffen, mehr Polizei, mehr Schadstoffe“. Das stand so auch in der „Zeit“, aber ob das für die jungen, manipulierbaren Schüler auch wirklich eindeutig genug ist? Vielleicht hätte man daraus besser „Die AfD will uns alle vergiften“, machen sollen, nur um sicher zu gehen, dass die Botschaft auch ankommt. Aus dem Bekenntnis der AfD zur „traditionellen Familie als Leitbild“ macht das Arbeitsblatt „Frauen zurück an den Herd“. Aus der Forderung, die „rasante Besiedlung Deutschlands aus anderen Kulturen zu stoppen“, wird die etwas eigenwillige Überspitzung „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus also“. Aus dem geforderten Verbot der Vollverschleierung – in Frankreich längst Gesetz – wird „Muslime schikanieren“.

Politisch korrekte Indoktrination statt Erziehung zum kritischen Denken

Mit der in der Schule propagierten Hilfe zu kritischer Meinungsbildung hat das wahrlich nichts zu tun – das ist pure Meinungsmache. Dass der Landesvorsitzende GEW das so richtig findet, muss erschrecken. Es zeigt, dass es der GEW nicht darum geht, kritische Schüler zu erziehen, sondern einzig und allein, die politisch-korrekte Meinung zu lehren.

Die AfD dürfte sich angesichts des Arbeitsblatts des Schroedel-Verlags in ihrer Überzeugung bestätigt sehen, dass sie vom „Establishment“ aus Lehrer, Professoren, Politikern und vielen Medien marginalisiert und diffamiert wird. AfD-Sprecher Jörg Meuthen erinnert in einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite entsprechend gleich an „die dunkelsten Stunden unserer Geschichte“ und spricht von „politischer Indoktrination“. Ersteres mag übertrieben sein, mit letzerem hat er leider Recht.

Johannes Kaufmann (Jahrgang 1981) arbeitet als Wissenschaftsredakteur bei der Braunschweiger Zeitung. Neben Wissenschaftsthemen von der Grünen Gentechnik über die Infektionsforschung bis zur Lebensmittelsicherheit beschäftigt er sich vor allem mit der Geschichte der israelischen Armee.

« Ältere Einträge