Kategorie-Archiv: Realitätsverlust

Das Dritte Reich und die DDR waren Wertegemeinschaften – wir sollen uns tunlichst davon fernhalten

Von Giuseppe Gracia. Politiker reden im Moment gern von „Wertegemeinschaft“ oder „Leitkultur“. Als wolle man uns in bewegten Zeiten mit harmonisierenden Werten und Ansichten beglücken. Was bedeutet der Versuch, politische Programme mit Verweis auf höhere Werte verbindlich ans Gewissen der Bürger zu binden und Alternativen als ethisch minderwertig abzukanzeln?

 

Von Giuseppe Gracia.

Im Klassiker „L’etranger“ von Albert Camus (1942) wird der Fremde, eine Figur von verstörender Ehrlichkeit, hingerichtet: letztlich nicht deshalb, weil er auf jemanden schiesst, sondern weil er an der Beerdigung seiner Mutter nicht weint und sich auch sonst weigert, mehrheitsfähige Gefühle und Ansichten an den Tag zu legen. Er verstösst gegen die moralische Konformität, das wird ihm zum Verhängnis.

Wie sieht es heute aus mit dem Zwang zur moralischen Konformität? Kürzlich sprach die Publizistin Cora Stephan hier von „Denkverboten statt Debatte„. Sie beschreibt das Phänomen einer sich verengenden Meinungsäusserungsfreiheit in Europa, bei Reizthemen wie Islam, Migrationspolitik oder Gender. Tatsächlich scheinen nicht wenige Leute das Gefühl zu haben, irgendwo da draussen gäbe es eine fürsorgliche Aufklärungs-Gendarmerie, die zwar nicht über totalitäre Strukturen verfügt, doch aber über eine massenmediale Schwarmintelligenz.  Was bedeutet das für unser Selbstverständnis als säkulare Gesellschaft? Säkularismus meint ja nicht nur die Trennung von Staat und Religion, von Gesetzgebung und persönlicher Weltanschauung. Sondern die Erkenntnis, dass eine liberale Gesellschaft allen Mitgliedern eine gedanklich-moralische Sphäre der Freiheit garantieren muss. Das geht nicht ohne Trennung von Macht und Moral.

Und dennoch reden Politiker im Moment gern von „Wertegemeinschaft“ oder „Leitkultur“. Als wolle man uns in bewegten Zeiten mit harmonisierenden Werten und Ansichten beglücken. Der Mitte-Links-Block tut dies gewöhnlich mit einem merkwürdig missionarischen Relativismus, der zwar nichts wissen will von einer zivilisatorischen Überlegenheit des Westens, aber trotzdem danach strebt, möglichst viele in diesen Westen hinein zu erziehen. Im bürgerlichen Mitte-Block dominiert ein geglätteter Pragmatismus zwecks Machterhalt, verkauft als angebliche Vernunft der Mehrheit. Während man im rechten Block von der Wiedergeburt einer patriotischen Gesinnungsgemeinschaft träumt – von einer Gemeinschaft, die auch als gedanklicher Grenzzaun gegen fremdländische Identitätsverwirrungen taugt.

Das Dritte Reich war eine Wertegemeinschaft – wir sollten uns davon fernhalten

Was ist davon zu halten? Was bedeutet der Versuch, politische Programme mit Verweis auf höhere Werte verbindlich ans Gewissen der Bürger zu binden und Alternativen als ethisch minderwertig abzukanzeln? Dazu der Philosoph Robert Spaemann 2001: „Es ist gefährlich, vom Staat als ‚Wertegemeinschaft‘ zu sprechen, denn die Tendenz besteht, das säkulare Prinzip zu Gunsten einer Diktatur der politischen Überzeugungen zu untergraben. Das Dritte Reich war eine Wertegemeinschaft. Die Werte – Nation, Rasse, Gesundheit – hatten dem Gesetz gegenüber immer den Vorrang. Das Europa von heute sollte sich von diesem gefährlichen Weg fernhalten.“

Und wie sieht es mit unseren Medien aus? Gewiss ist die Rede von der „Lügenpresse“ übertrieben und führt in den Nebel der Verschwörungstheorien. Trotzdem darf man feststellen, dass einige Medienschaffende, sei es beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen oder in der Presse, . Statt für Meinungsfreiheit kämpfen sie lieber gegen die „Hetze“ politischer Gegner. Statt einen Pluralismus der Anschauungen zuzulassen schüchtern sie lieber mit der Diskriminierungs-Keule ein – Seite an Seite mit Politikern und ausgewählten Sozialingenieuren. Das Ziel ist offenbar nicht mehr die Vermittlung umstrittener Sachverhalte, sondern die Formung eines moralisch erwünschten Volkskörpers.

Nur folgerichtig, wenn es dann zur journalistisch verpackten Propaganda für gesinnungsverwandte Regierungsprogramme kommt, wie eine aktuelle Studie der Hamburg Media School zeigt. Die Auswertung von 34 000 Pressebeiträgen zwischen 2009 und 2015 zum Thema Flüchtlinge ergab: 82 Prozent der Beiträge waren positiv, nur 6 Prozent hinterfragten kritisch die Flüchtlingspolitik der Regierung. Leider gibt es keinen Grund zur Annahme, dass eine solche Regierungsnähe nur in deutschen Medien oder nur beim Thema Migration vorkommt. So wenig wie die Verfolgung des sogennaten „Hate speech“ nur bei Facebook stattfindet.

Die Kirchen dienen sich dem Staat als Moralinspender an

Dazu erklärt die Amerikanische Anwaltskammer sinngemäss: Äussert sich jemand heutzutage über eine Gruppe von Menschen, die sich deswegen beleidigt fühlt, ist das bereits „Hate Speech“. Mit anderen Worten: es werden Gefühle und Anschauungen kriminalisiert und aus der Öffentlichkeit verbannt, mit Regierungsbeteiligung. Ein Beispiel aus Deutschland ist Bundesjustizminister Heiko Maas: dieser arbeitet seit 2015 mit Facebook und anderen Organisationen an „Vorschlägen für den nachhaltigen und effektiven Umgang mit Hasskriminalität“. Das geht in Richtung einer Mind Police, die ihre Einsatzwagen bestimmt nicht nur durch die sozialen Medien fahren lassen wird.

Dass diese Probleme zur Zeit durch einen anti-säkularen Islam verschärft werden, ist bekannt. Aber wie verhalten sich eigentlich die christlichen Kirchen? Im Moment empfehlen sie sich der Gesellschaft weniger durch den Anspruch, den geoffenbarten Willen Gottes kundzutun und die Auferstehung von den Toten zu bezeugen, als durch das Angebot, die Gesellschaft durch Wertevermittlung zu stabilisieren. Also auch hier eine Liebschaft zwischen Macht und Moral? Es sieht leider danach aus, wenn man sich dem Staat als zivilreligiöser Moralinspender anbietet.

Und dann gibt es ja auch bei den Christen das Lager der Fundamentalisten, die den Säkularismus überhaupt ablehnen und die Moderne dämonisieren. Das ist eine tragische Entwicklung. Nicht nur deshalb, weil damit der freiheitliche Staat ohne genuin christliche Verteidigung bleibt. Sondern auch deshalb, weil Jesus selbst die Unterscheidung zwischen Gott und Kaiser gemacht hat, zwischen weltlicher Macht und persönlicher Weltanschauung.

Christen, die das ernst nehmen, könnten für die Verteidigung des Rechtsstaates heute sehr wertvoll sein. Sie müssen den Säkularismus nicht als Gegensatz zum Christentum oder als Feind des Glaubens sehen, sondern als Kind aus der gleichen Familie. Dazu erklärt der Oxford-Professor Larry Siedentop im Buch „Die Erfindung des Individuums„, wie das christliche Denken den Weg zum Liberalismus nicht nur geebnet, sondern überhaupt erst ermöglicht hat und warum der Säkularismus aufgrund seiner religiösen Wurzeln gerade von Christen verteidigt werden sollte.

Ein Stein, den wir im Einsatz für die Freiheit immer wieder hochrollen müssen

So scheint die Trennung zwischen Macht und Moral immer weniger Verbündete zu finden. Sei es aufgrund eines Staates, der sich als Wertegemeinschaft versteht, oder aufgrund der Volkstherapeutik einer humanistisch erleuchteten Elite. Aber vielleicht gehört es gerade zum Wesen der individuellen Freiheit, dass ihre Verteidgung so anspruchsvoll ist. Denn der Einsatz für diese Freiheit schliesst stets die Freiheit dessen mitein, der mir Widerstand leistet, der mich ärgert und abstösst. Das bedeutet laufende Toleranzzumutungen und eine Pflicht zur Selbstdisziplinierung.

Natürlich darf man sich in einer Demokratie wünschen, dass die Mehrheit der Menschen, die zum Gesetzesgehorsam verpflichtet sind, die Wertintuitionen teilen, die den Gesetzen zugrunde liegen. Sonst haben auf die Dauer die Gesetze selber keinen Bestand. Aber diese Intuitionen zu teilen, kann nicht selbst wiederum erzwungen oder zur Bürgerpflicht erhoben werden. Denn das wäre ein Verrat an der Freiheit, die es ja gerade zu verteidigen gilt. Eine Verteidigung, die ohne Generallösungen auskommen muss und nie aufhört.

Das bringt uns zu Albert Camus zurück. Im „Mythos von Sysiphos“ (1942) beschreibt er, wie Sysiphos von den Göttern dazu verdammt wurde, auf dem Rücken eines unbesiegbaren Berges auf Ewig einen Stein hochzurollen, nur um ihn jedes Mal wieder hinabrollen zu sehen. Camus sieht darin ein Sinnbild der Existenz: den ebenso absurden wie grossen Kampf um die Freiheit. Camus schlägt vor, dass wir uns Sysiphos als glücklichen Menschen vorstellen, weil er trotz seiner Lage nicht aufgibt und dadurch grösser wird als sein Schicksal. Eine bis heute treffende Parabel. Zumindest dann, wenn wir uns vorstellen, dass unser aktuelles Ringen um die Trennung von Macht und Moral sich so anfühlt wie dieser Stein, den wir im Einsatz für die Freiheit immer wieder hochrollen müssen, auf den Berg menschlicher Schwächen und Bedrohungen.

Giuseppe Gracia ist freier Autor und Infobeauftrager des Bistums Chur

Siehe auch:

Dieses unser Land gehört wieder einmal selbsternannten Eliten, diesmal den neuen Moralisten.

https://psychosputnik.wordpress.com/2016/07/18/dieses-unser-land-gehoert-wieder-einmal-selbsternannten-eliten-diesmal-den-neuen-moralisten/

und

Psychokratie – eine neue Nomenklatura in Deutschland

https://psychosputnik.wordpress.com/2015/06/13/psychokratie-eine-neue-nomenklatura-in-deutschland/

Westliche Zivilcourage ist, sich an seinen Henker enger zu schmiegen

Wenn wieder einmal, wie diese Woche in Brüssel, muslimische Terroristen ein Blutbad unter den Kufar anrichten, dann wird eine mittlerweile recht routinierte Betroffenheitsmaschine angeworfen. In die zahllosen „Je sui . . .“-Motivbildchen muss bloß noch der jeweilige Ort des Geschehens eingetragen werden, Facebook bietet die jeweiligen Nationalfarben als müheloses Bekenntnis-Tool an, und sämtliche Politiker schalten tapfer in den „Wir lassen uns unsere Werte nicht von denen nehmen“-Modus um.

Das war’s dann, bis zum nächsten Mal. Die Bekenntnisrituale westlicher Staatsspitzen gewönnen freilich deutlich an Glaubwürdigkeit, kuschelten sie nicht mit zunehmender Intensität mit genau jenen Regimes, die mehr oder weniger direkt zu den Paten jenes Terrors gezählt werden können.

So gilt etwa die große Moschee von Brüssel nicht eben als Zentrum der Deradikalisierung junger muslimischer Männer mit erhöhtem Jungfrauen-Bedarf. Ganz im Gegenteil: „Saudische Imame verbreiten von dieser Moschee aus die Lehre des Wahhabismus. Diese ultraorthodoxe Form des Islams ist ein Nährboden für Radikalisierung“, meint die belgische Parlamentarierin Yamila Idrissi.

Finanziert wird dieser Inkubator des Dschihadismus seit Jahrzehnten von Saudi-Arabien, ohne dass je einer der belgischen Betroffenheitspolitiker dem Spuk robust ein Ende gesetzt hätte. Der Grund ist simpel: Saudi-Arabien ist ein wichtiger Markt für westliche Produkte und ein geostrategischer Verbündeter des Westens. Da wird man doch wohl in Brüssel ein kleines Terrornest bezahlen dürfen.

Auch das Bekenntnis der französischen Eliten zu den unverhandelbaren Werten des Westens leidet ein wenig unter dem prostituiertenhaften Gehabe der abgetakelten Grande Nation gegenüber dem stinkreichen Gas-Scheichtum Katar. Dort ist zwar Sklavenarbeit an der Tagesordnung, werden Schwule ausgepeitscht und spricht sogar die US-Regierung von einem Hotspot der Terrorfinanzierung – aber dafür springt Katar immer gerne und großzügig ein, wenn die Regierung in Paris wieder einmal klamm ist. Dass keine französische Regierung angesichts dieser delikaten Gemengelage einen allzu indiskreten Blick auf die Terror-Connections der Kataris wirft, erstaunt nicht wirklich.

Einem nicht unähnlichen Muster folgen ja auch die jüngsten Zugeständnisse der EU gegenüber der Türkei. Nur dass es in diesem Fall nicht um Geld geht, sondern um den Job des Türstehers, den Ankara für Berlin erledigen soll. Dass einer jüngst veröffentlichten Umfrage zufolge 20 Prozent der Türken religiöse Gewalt, wie sie der IS ausübt, für ganz okay halten, hindert die EU nicht, diese Leute in Zukunft unbürokratisch und visumfrei nach Europa einreisen zu lassen. Das wird sicher ein enormer Beitrag zur Bekämpfung des Terrors werden.

Wir haben es letztlich mit immer neuen Variationen des immer gleichen Problems zu tun: Ein ökonomisch, aber auch habituell immer schwächeres Europa ist immer stärker auf die Hilfe derartiger Regimes angewiesen, um weiter in seiner Komfort-Illusion leben zu können, eine Zeit lang noch. Und beim nächsten Terroranschlag kann man ja wieder seine Betroffenheit raushängen lassen.

Zuerst erschienen in der Wiener Zeitung

line-wordpress-long

Es gibt doch immer noch Lichtblicke im deutschen Fernsehen, auch wenn sie rar sind. Einer davon war Claus Strunz‘ Kommentar nach den Terroranschlägen von Brüssel im Sat 1- Frühstücksfernsehen:
„Wir leben in israelischen Verhältnissen. Angst und dauernde Bedrohung inklusive. Die wichtigste Aufgabe des Staates ist es, die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten. Deshalb müssen wir uns jetzt mehr an Israel orientieren, als an unserer naiven Vorstellung vom friedlichen Miteinander der Kulturen. Das bedeutet: im Zweifel geht Sicherheit vor Freiheit. Das eine ist die Voraussetzung für das Andere.“

Diese goldenen Worte sollte man eigentlich im deutschen Bundestag auf die Handtücher sticken lassen. Und im Plenarsaal an die Wand schreiben. Denn das Gefühl, in einem sicheren Land zu leben, ist den Deutschen schon seit einer Weile abhandengekommen. Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls brachte es in einem Interview auf den Punkt: „Wir sind im Krieg.“ Das ist ein Zustand, auf den sich die Europäer einrichten müssen, so wie die Israelis es seit über sechzig Jahren tagtäglich tun. Nur, was bedeutet das konkret für unseren Alltag?

Es hört sich schlimmer an, als es ist. Jeder, der schon öfter in Israel war, weiß das. Was einem zuerst ins Auge sticht, ist die Präsenz von Sicherheitspersonal, wo man sie als Deutscher nicht gewohnt ist, zum Beispiel vor Cafés, Geschäften und Einkaufszentren. Taschenkontrollen, mitunter auch Ausweiskontrollen sind dort Routine, ebenso die Fragen, ob man Waffen bei sich trägt. Das, was man hier immer als den exklusiv zur Demütigung der arabischen Bevölkerung erfundenen, schwerst inhumanen und ultimativ völkerrechtlich relevanten Misstand darstellt, nämlich das Passieren eines Checkpoints, gehört in Israel zum normalen Alltag. Unvermeidlich ist diese Sicherheitsmaßnahme beispielsweise auf dem Gang zur Klagemauer, und der ganze Vorgang ist in etwa so erniedrigend, wie bei Starbucks einen Macchiato zu bestellen.

Mal ganz ehrlich, man fühlt sich weitaus mehr verarscht, wenn man als demokratieverliebte, steuerzahlende und sogar von Flensburger Punkten komplett unbelastete Bürgerin am Hamburger Flughafen nach einen innereuropäischen Flug noch zwanzig Minuten an der Passkontrolle stehen muss und barsch gefragt wird, ob man nicht noch ein aktuelles Porträtfoto dabeihätte, während es am anderen Ende des Landes überhaupt kein Problem ist, mit gefälschten Pässen, und, wie man leider immer wieder hört, auch gänzlich unkontrolliert einzureisen.

Schwerer, aber mit Sicherheit irgendwann unvermeidlich wird es sein, sich an Militärpräsenz zu gewöhnen. Und an den Anblick von schweren Handfeuerwaffen. Aber genau das ist ein Grund, warum man sich in Israel selbst in Zeiten mit täglichen Raketenangriffen, ständiger Terrorgefahr und jederzeit möglichen Messerattacken nie so ausgeliefert fühlen würde, wie beispielsweise in meiner Heimatstadt.

In Israel ist beinahe jeder Bürger Soldat oder Soldat gewesen. Bei einigen Terrorattacken haben mitunter mehr Israelische Bürger die Verfolgung und Unschädlichmachung der Täter übernommen, als sich Freiwillige um deren Opfer gekümmert haben. Die Zivilcourage und die Wehrhaftigkeit der Menschen in diesem Land sind eine Selbstverständlichkeit. Aus gutem Grund. Die Israelis wissen, was auf dem Spiel steht.

Vor einigen Tagen hörte ich von einer Bekannten, dass der homosexuelle Sohn ihrer Freundin zusammen mit seinem Date über zehn Minuten von zehn oder zwölf arabischen Männern verfolgt, geschlagen, getreten und beschimpft wurde. Und zwar nicht irgendwo in einer dunklen, einsamen Gegend, sondern am helllichten Tag auf dem Hamburger Jungfernstieg. Hunderte von Hamburgern haben es gesehen, keiner hat reagiert, nicht einmal die Polizei wurde gerufen. Und warum sollte man auch. Als das Verbrechen zur Anzeige gebracht wurde, hieß es von der Hamburger Polizei nur lapidar, solche Vorfälle seien dort seit langem Gang und Gäbe. Also in der Innenstadt, auf der beliebten Touristenmeile.

Offenbar sind die Sicherheitskräfte bereits mit den Schwulen-, Frauen- und Judenhassenden Jungmännerhorden, die man gern elegant „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ nennt, und deren monatlicher Unterhalt den Steuerzahler mindestens fünftausend Euro pro Flüchtling kostet (ärztliche, juristische, sozialpädagogische und psychologische Betreuung noch nicht mitgerechnet) schon komplett überfordert. Die Opfer dieser Übergriffe verhöhnt man bei der Polizei, indem man sich bemüßigt fühlt zu erklären, es handele sich ja primär um Diebstahlskriminalität. Der Tatbestand, öffentlich gedemütigt, getreten, geschlagen oder sexuell angegangen zu werden, ist dabei ganz offensichtlich irrelevant.

Was denn nun diese Art von Verbrechen mit dem Bombenterror von Brüssel zu tun hat, wird man sich jetzt sicher fragen. Im Grunde ist es ganz einfach: Die einen wollen uns ins Kalifat bomben, die anderen benehmen sich so, als wären sie schon mitten drin. Das können wir nicht zulassen. Sicherheit ist die Voraussetzung unserer Freiheit.

 http://www.achgut.com/artikel/israel_die_zivilcourage_und_die_wehrhaftigkeit_der_menschen

Worauf es ankommt

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

The peaceful majority is irrelevant

Psychoanalytische Arbeitsstation

Die Anordnungen des Personals sind unter allen Umständen zu befolgen!

Arrêtez la psychanalyse allemande! Vivez la psychanalyse freudienne à nouveau!

refuse-service

The best therapy is the knowledge

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

Атеисты всех стран, соединяйтесь!

„И жить торопиться, и чувствовать спешит“ –

Цитата из стихотворения П.А. Вяземского Первый снег (1822). Поставлена А.С. Пушкиным эпиграфом к 1-й главе Евгения Онегина

„Wir wollen schnell leben und eilig empfinden“

(Übersetzung: JSB). Zitat aus einem Gedicht von P.A.Vjazemskij Erster Schnee (1822). Verwendet von A.S.Puschkin in erstem Kapitel von Eugen Onegin (1833).

Вместо диалектики наступила жизнь, и в сознании должно было выработаться что-то совершенно другое.“ – Преступление и наказание (Федор Достоевский)“

La bêtise insiste toujours, on s’en apercevrait si l’on pensait pas toujours à soi. (Albert Camus, La peste.)

All national institutions of churches, whether Jewish, Christian or Turkish, appear to me no other than human inventions, set up to terrify and enslave mankind, and monopolize power and profit. (…)

The whole religious complexion of the modern world is due to the absence from Jerusalem of a lunatic asylum. – Thomas Paine
„Ehe für alle“ ist ein Anschlag auf jede lustvolle Form der Sexualität.
Antikapitalisten sin Kapitalisten ohne Kapital.
Menschen, die interessante Geschichten erzählen können, benötigen keine Psychotherapie.
Psychotherapie ist grundsätzlich für langweilige Menschen, die sich sich wichtig machen wollen, sowohl als Patienten als auch als ihre Psychotherapeuten.
Die herrschenden Eliten verteidigen ihre Uversehrtheit und ihre Privilegien mit allen gesetzlichen und ungesetzlichen Mitteln, während sie die mörderischen Attentate der islamofaschisten auf einfache Bürger achselzuckend mit der Bemerkung quittieren „Man muß sich halt daran gewöhnen.“
Das Leben hat weder Sinn noch Wert, es hat nur ästhetische Eigenschaften: entweder ist es schön oder häßlich, lustvoll oder schmerzhaft.
Wer keine Lebensfreude hat, der hat Moral.
Es ist schwierig eine Tyrannei zu bekämpfen, die keinen Tyrannen hat.
Empörung ist der Agens des moralisierenden Narzißmus.
 
Moral / Ethik ist nicht mehr als eine narzistische Bessetzung des eigenen aggressiven Triebes, desssen ausagieren unter dem Deckmantel der Moral als extrem lustvoll empfunden wird, so daß Zufügen von Schmerzen, verbreiten von Angst und Schrecken, schädigen und vernichten des Lebens sogar als etwas Edles und Wertvolles gepriesen wird, weil es im Namen der Moral betrieben wird.  Alles Monströse fängt immer mit der Verfolgung der Sexualität an. Wer keine Lebensfreude hat, der hat die Moral. Die Moralisten haben keine Freude an etwas Schönem, sondern lediglich die Schadenfreude, wenn sie jemandem dessen Spaß verderben. Der Orgasmus der Moral ist die Empörung. Die Geschichte der Moral ist die Geschichte einer grausamen Perversion. Lebensfreude ist eine Lust, die man empfindet, wenn man dabei weder sich noch jemand anderem schadet.

Das beste Mittel gegen Depressionen ist das zu tun, was getan werden soll.

Merkel hat einen Haufen Psychopathen nach Deutschland eingeschleust, zufällig dunkelhäutige.

Die Deutschen gehen zwar immer seltener in die Kirche, dafür jedoch predigen sie selbst ohne Ende.

Kassandra sei für den fortschrittlichen Trojaner eine „populistische Hetzerin“.

„Das Leben sei ein Märchen, erzählt von einem Idioten“ – Shakespeare in Macbeth.

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ – Grabinschrift von Ingeborg Bachmann

Statt der Dialektik erfolgte das Leben, und das Bewußtsein mußte es verarbeiten, das es etwas ganz anderes ist.“ – Verbrechen und Strafe (Fjodor Dostojewski)“ (Übersetzung JSB.)

Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht. (Norbert Bolz)

Geschlossenheit ist gut, Diskurs ist Streit, also verwerflich. Sagen ausgerechnet die, die Kritik an den Regierenden als Grundprinzip ihrer Profession ausgegeben hatten. Aber nur, bis sie die Meinungsführerschaft errungen hatten. An der halten sie nun fest.

Die sich in ihrem Aufgeschlossensein und ihrer Weltoffenheit Sonnenden sind weder aufgeschlossen noch weltoffen. Sie sind Besserwisser, die es besser wissen wollen, als es die Fakten nahe legen. Die Toleranten sind intolerant. Die Gleichmacher spalten. Die Diversitätsprediger streben nach Hegemonie. Die Antibürgerlichen sind die übelsten Spießbürger. Die Faschisten gebärden sich als Anarchisten, und die frei gewählte Monarchin kennt keine Parteien mehr.

In Deutschland herrscht ein Neuer Totalitarismus der selbsternannten „Guten“, die jede andere als eigene, herrschende Ansicht mit Geschrei, Diffamierungen, Ausschluß und Denunziation zum Schweigen zu bringen versuchen. In Deutschland ist Faschismus nicht verschwunden, er hat nur die Seiten gewechselt und neue inoffizielle mediale helldeutsche Reichsschrifttumskammern aufgestellt, die darüber wachen, daß über ihre Fetische (z.B. die Invasion der Heiligen, pauschal Flüchtlinge genannt) nur huldigend und anhimmelnd gesprochen wird. Für mich sind diese in eigener Moral mit Schaum vor dem Mund sich selbst zur Extase des Hasses hochgeputschten Hetzer gegen jede von ihrer eigenen abweichende Meinung die neuen Nazis. Antifa ist Nazifa. Wie Max Liebermann angesichts des Nazi-Deutschland zuletzt sagte, ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.Wie zu Kaisers Zeiten – Der Mainstream-Populismus gefährdet die offene Gesellschaft.

 

Während in der Türkei Menschen verfolgt, ermordet, drangsaliert und gequält werden, der Islamofaschismus zunehmend erstarkt,  und nach Europa greift,
echauffieren sich Deutsche über Trumps Wahl auf dem Niveau von Diskussionen über Ergebnisse von Eurovision Song oder DSDS und der große Freund von Erdogan zum deutschen Bundespräsidenten gewählt werden soll.

Die Erkenntnis ist kein fertiges Ding, sondern ein dialektischer Prozeß, in dem eine neue Erkenntnis nur durch Negation und Aufhebung einer bestehenden Erkenntnis gebildet werden kann. Die gegenwärtige Gesellschaft und vor allem ihre selbsternannten „Eliten“ verhindern, diffamieren und bekämpfen andere als gerade herrschende, etablierte Meinungen und verwandeln damit lebendige Erkenntnis in eine tote, verdinglichte Ideologie, die damit vom Wissen zum Unwissen, zum Fetisch wird. Das gilt für alle institutionalisierten lediglich eigene Macht selbst akkumulierenden Bürokratien, die Politik, die Wissenschaft, die Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse und andere.

Die Psychoanalyse muß sich hüten, erbaulich sein zu wollen.

Nicht die Flutwelle der Ankömmlinge, sondern die hier Ansäßigen sind traumatisiert.

„Der Nationalsozialismus lebt nach, und bis heute wissen wir nicht, ob bloß als Gespenst dessen, was so monströs war, daß es am eigenen Tode noch nicht starb; oder ob es gar nicht erst zum Tode kam; ob die Bereitschaft zum Unsäglichen fortwest in den Menschen wie in den Verhältnissen, die sie umklammern.“ (Theodor W. Adorno, 1959)

Deutsche neigen zur Wahnbildung einer „Willkommenskultur“ zwecks Angstverdrängung ihres schwachen ICHs angesichts des Islamofaschismus, ihr Autoritärer Charakter (Adorno) erträgt Ambivalenzen nicht.

Der Mensch ist ein Text, der eine wie von Marcel Proust, der andere wie aus der Apotheker Umschau.  In einer Beziehung wird immer ein Buch geschrieben, ein Gedicht, ein Essay, eine Erzählung, ein Roman, ein Polizeiprotokoll, eine Bankbillanz, ein Einkaufszettel, eine Notiz – je nachdem. Liebe ist Hermeneutik, beide Texte gemeinsam zu lesen und gegenseitig in Einem mieinander  weiterzuschreiben. Sex ist dabei die Typografie und das Papier, das Aussehen das Cover, die Illustrationen.

Der Mensch ist ein sich aus sich selbst heraus fortschreibender (eo ipso) Text, und Psychoanalyse (falls sie eine solche ist)  ist Hermeneutik dieses Textes, im psychoanalytischen Prozeß wird der Text verstanden und unter Mitwirkung des Analytikers vom Analysanden weitergeschrieben, weitergestaltet.

»Die Sprache ist [.] ein Werkstück, und jeder kann auf sie draufhauen« (Elfriede Jelinek)

In seinem Vortrag „Marxismus und Dichtung“, gelesen 1935 auf dem Congrès pour la Défense de la Culture in Paris, schreibt Bloch, dass im sozialistischen Denken als dem einzig orientierenden, mancher marxistischer Dichter meint, „…er sei durch die Kälte dieser Berührung behindert. Das Innen kommt nicht gut dabei weg, das Gefühl und die sorgsame Lust, es zu sagen, werden nicht immer zur Kenntnis genommen. Jede Blume gilt dann als Lüge, und der Verstand scheint nur als trocken, oder, wenn er Saft hat nur als Säure erlaubt.“[1]

[1] [1] Ernst Bloch: Literarische Aufsätze.  Frankfurt a.  Main 1985, S.  138.

Deutschland ist eins der am meisten, wenn nicht das am meinsten durchtherapierte Land der Welt, Psychotherapie, Selbsterfahrung, Coaching, psychologische Seminare überall, vom Flüchtling bis Bankvorstand. Deutschland ist das Land der Betreuten und der Betreuer, der Behandelten und der Behandler, der Patienten und ihrer Therapeuten. Kein Wunder, daß auch in der Politik Deutschland die Rolle eines Psychotherapeuten für den Rest der Welt, für ihren Patienten, beansprucht. Nach so viel Psychotherapie müssten Deutsche die Vernünftigsten, die Mutigsten und die Zufriedensten in der Welt sein, anstatt die Irrationalsten, die Ängstlichsten und die Unzufriedensten. Wieso ist es so?

Es ist so, weil Deutsche Selbsterkenntnis mit Selbstsucht und Tiefsinnigkeit mit Selbstbezogenheit verwechseln und was sie für Psychotherapie und Selbsterkenntnis halten, lediglich eine Bestärkung eigener narzistischer Opferrolle ist, mit Erklärungen, daß für das eigene Schicksal nur andere verantwortlich, also schuldig seien, vorwiegend die Mutter, der Kapitalismus, die Amerikaner und die Juden (Israel, Zionisten). Reflektion niergendwo, überall nur Beschuldigungs- und Betreuungsindustrie. Das ist, was Deutsche für Psychotherapie halten, das ist die herrschende Psychokratie in Deutschland, ein Werkzeug der Volksverdummung. Nirgendwo Aufklärung, nirgendwo Reflektion, die Unwissenheit ist Stärke, rot-rot-grüner Anton Reiser überall, Theodor Wiesengrund nirgends mehr.

Man ist das, was man in der Welt wahrnimmt und in seinem Leben macht. Wer sich mit sich selbst beschäftigt, beschäftigt sich mit gar nichts, außer daß man sein narzisstisches Selbst aufbläst.

Wenn 1.000.000 Menschen an ein Kalb mit 3 Köpfen glauben , dann nennt man es Religion, wenn 10.000 Menschen an ein Kalb mit 3 Köpfen glauben, dann nennt man es eine Sekte, wenn 1 Mensch an ein Kalb mit 3 Köpfen glaubt , dann nennt man es Paranoia.

Die Linken und Grünen sind heute der Staat, sie feiern sich selbst und ihre Politik unter den knatternden Fahnen. Der Protest der Jugend kommt deswegen von Rechts.

Da die Herrschenden heute sich Links und Grün nennen, kann Opposition nur Rechts heißen.

Zur Psychoanalyse, psychoanalytischer Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierter (psychoanalytisch orientierter) Psychotherapie gehören als zentrales Thema gesellschaftliche Probleme. Es geht nicht immer nur um die Mutterbrust,
sondern auch um Konflikte in der Gesellschaft, in der der Mensch lebt und von der er formiert und deformiert wird.

Die real existierende Psychoanalyse in Deutschland ist ein politisch korrekter institutionalisierter Kastrat, der jedes konflikthafte Thema meidet, verhindert, zensiert, kontroverse Psychoanalytiker mundtot macht. Was Carl Müller-Braunschweig, Felix Boehm, Schultz-Hencke, Ernest Jones eingebrockt und Annemarie Luise Christine Dührssen für die nächsten 1000 Jahre dingfest festgebacken hat, ist für die Katze. „Zwar war Freuds Psychologie des Unbewußten längst von deutschen Mandarinen »verwissenschaftlicht« und die Psychoanalytische Bewegung durch Hitlers Terror zum Stillstand gebracht worden. Doch auch in den aktuellen Theorie- und Praxis-Gestalten der reimportierten, medizinalisierten und konventionalisierten Psychoanalyse glomm noch der Funke der Freudschen Ideologiekritik.“ – (Helmut Dahmer, In: Konkret 02/92, S. 52.)
Die Medizinalisierung und Technokratisierung der Psychoanalyse machte sie zum toten Ding, zum Fetisch im saturierten Strukturalismus, der weder die Postmoderne noch den Dekonstruktivismus erfahren hat.

Ich haben nach vielen Auseinandersetzung mit der herrschenden Psychokratie verstanden: das Psychokraten-Racket präsentiert sich aktuell als selbstveredelte Omertà mit Enigma-Chiffriermaschine und Vertuschungshoheit, Verschweigeprivileg, Bemäntelungsbefugnis, Lizenz zum Retouchieren, Zensieren, Relativieren. Aufdeckende Methoden in der Psychotherapie sind damit verbannt und werden bald verboten. Nihil novi sub sole. Unwissenheit ist Stärke.

Rackets – nach Adorno mafiaartige bürorkatische alienähnliche selbt machtakkumulierende Verwaltunsorgane, mächtiger als Kapitalismus.

Die Welt ist nicht von Oberlehrern geschaffen. Ihr wesentliches Element ist das noch ungelebte Wirkliche. – Ernst Bloch

 Materialismus ist, die Welt ohne vorgefaßte idealistische (religiöse) Schrullen zu betrachten.

Die stärkste alles beherrschende, selbstakkumulierende Macht ist nicht mehr der Kapitalismus, sondern die Bürokratie, die Rackets der Verwaltung.

Islam ist eine gewaltverherrlichende faschistische menschenverachtende Antikultur

Die Natur macht das Ei und das Kind, Gott macht den Hahn und den Mann.

„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert,
es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ – Karl Marx

Der Bescheidene weiß bescheid.

Deutsche erkennen die Verkommenheit der Ankommenden nicht, weil sie die Eigene verdrängen. Das macht Angst.

Intelligenz und Charakter sind angeboren, vererbt, wie Augenfarbe, Nase, Füße, usw.

Seit 2001 bestimmt eine einzige Religion die Debatte: Der Islamofaschismus.

Es gibt keinen richtigen Islam im falschen.

Das Gutmenschen-Syndrom : die Gedankenlosigkeit, die Ignoranz, die Heuchelei (Hypokrisie) und die Verleumdungssucht.

Der Blick aufs Leben ist übergegangen in die Ideologie, die darüber betrügt, daß es keines mehr gibt. (Adorno)

Was nicht anfaßbar ist, wird unfaßbar, das Unberühbare wird zum Fetisch.

Der Mensch ist nicht nur ein gesellschaftliches und psychisches Wesen, er ist auch ein natürliches, biotisches Wesen.

Der kategorische Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. (Karl Marx)

Ohne daß die Massen, und zwar gerade wegen ihrer sozialen Integration, ihr gesellschaft­liches Schicksal irgend mehr in der Hand hätten als vor 120 Jahren, entra­ten sie nicht nur der Klassensolidarität, sondern des vollen Bewußtseins dessen, daß sie Objekte, nicht Subjekte des gesellschaftlichen Prozesses sind, den sie doch als Subjekte in Gang halten. (Adorno) Die Beziehung zwischen objektivierten Subjekten und subjektivierten Objekt kennzeichnet die gesellschaftliche Struktur der kapitalistischen Gesellschaft. Aber um das zu begreifen, müsste man das andere Kapital lesen. (Paul Stegemann)

Nur der Tod ist vorhersehbar, das Leben nicht.

Empörungskollektive behindern die Erkenntnis.

CYNIC, n. A blackguard whose faulty vision sees things as they are, not as they ought to be.  – Ambrose Bierce [pseudonym Grile Dod]

Reiche sind Arme mit viel Geld

Deutsche Psychoanalyse verwechselt Leblosigkeit mit Abstinenz und Beziehungslosigkeit mit Sachlichkeit.

Die ersten sechs Generalbundesanwälte der BRD waren sämtlich ehemals Mitglieder der NSDAP.

Wer nicht klar schreiben kann, der kann auch nicht klar denken.

Islam eine totalitäre Ideologie der Unterwerfung, der religiös verbrämten Machtergreifung. Täter sind Muslime, Muslime sind Sympatisanten der Täter.

Dreams unite, ideas divide.

Politik: Widerwertigkeit einer zum Staat gewordenen Kloake.

„Sooft ich eine politische Rede höre oder lese, was die uns Regierenden schreiben, bin ich entsetzt, seit Jahren nichts zu vernehmen, was einen menschlichen Klang hätte. Es sind immer die gleichen Worte, die die gleichen  Lügen berichten. Und daß die Menschen sich damit abfinden, daß der Zorn des Volkes diese Hampelmänner noch nicht zerschmettert hat, ist für mich der Beweis, daß die Menschen ihrer Regierung keinerlei Bedeutung zumessen und daß sie spielen, ja wahrhaftig mit einem ganzen Teil ihres Lebens und ihrer sogenannten lebenswichtigen Interessen spielen.“ – Albert Camus

Für Antisemitismus braucht man keine Juden, man braucht nur Antisemiten.

Jeder ist anders. Wirklich. Einheitliche Front ist eine Illusion, eine Täuschung, eine Lüge.
Konflikte und Koalitionen werden in Masken ausgetragen.
Realität ist anders.
Angela Merkel ist an Andreas-Lubitz-Syndrom erkrankt und fliegt Deutschland gegen die Wand.

„Die Wilden sind nicht bessere Menschen“ – Adorno

Der „autoritäre Charakter“ mit seiner narzisstischen Kränkung und seinem Sado-Masochismus, offenbart eine reaktionäre „Furcht vor der Freiheit“.

Ex Oriente Tenebris

Um Menschen zu verstehen, muß man den Sinn fürs Absurde haben.

Faschismus hat die Seiten gewechselt

„The only reason people do work for airlines is because the Nazi party is no longer hiring.“ –
Die beste Therapie ist das Wissen

Angela Merkel in BILD-Zeitung, 29. November 2004 auf die Frage, welche Empfindungen Deutschland in ihr weckt: „Ich denke an dichte Fenster! Kein anderes Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen.“

„Wenn ein Truthahn nach tausend Tagen geschlachtet wird, erscheint der Todestag dem Truthahn als unvorhersehbar, nicht aber dem Metzger.“ – Nassim Nicholas Taleb

Schnick, Schnack, Schnuck – Schere, Stein, Papier – Extremistan, Mediokristan, Absurdistan

Die FAZ, das intellektuelle Flagschiff der Republik hat sich zu Merkel mit der Breitseite gewendet.
Dummköpfe, in Deutschland „Eliten“ genannt, werden diesen Ausdruck für eine freundliche Geste halten, für eine deutche Übersetzung des „Always Look on the Bright Side of Life“.
In den geistigen Anal-Phabetismus dieser „Eliten“ sind die „Flüchtlinge“ ohne Weiteres integrierbar, einer geht immer noch herein.
„Wart Pac pałaca, a pałac Paca“, sagen dazu die Polen, “ der eine taugt sowenig wie der andere“.
Steht doch diesem Staat eine Frau ohne Eigenschaften vor, die den von Robert Musil beschriebenen Zerfall kurz vor 1914 (huch, was war denn da?) repräsentiert und betreibt.

„Das deutsche Volk kann Revolution machen nur noch gegen sich selbst.“ – Ulrich Sonnemann

„Weil das Notwendige nicht getan werden will, eröffnet sich der Spielplatz der Selbstverwirklichung; wem Vernunft als dogmatisch gilt, der hat jedenfalls Verstand genug, seine Halluzinationen auf Punkt und Komma zum totalen System der Sozialreform auszuarbeiten. Die materialistische Kritik hatte zwar 1848 versucht, sich einen Überblick zu verschaffen, denn „Ökonomisten, Philantrophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter“ wetteiferten schon damals darum, den „wahren“ deutschen Sozialismus (der besten, größten, stärksten in der Welt Philantropie, nämlich der deutschen, à la Merkel) auf Touren zu bringen.“ – Joachim Bruhn

»Kann sein«, fuhr er in seiner Schilderung der Zukunft Österreichs fort, »daß uns, wenn wir mit den Türken Krieg führen, die Deutschen in den Rücken falln, weil die Deutschen und die Türken zusammenhalten. Wir können uns aber mit Frankreich verbünden, das seit dem Jahr einundsiebzig auf Deutschland schlecht zu sprechen is. Und schon wirds gehn. Es wird Krieg geben, mehr sag ich euch nicht.« – sagte Schwejk.

„Es gibt doch tatsächlich eine verständige Definition der Widervernunft als solcher, statt den Massenmord als den irren Versuch scharfsinniger Rindviecher zu entziffern, die paradoxe, an sich selbst unbegreifliche Identität des Kapitals als automatisches Subjekt zu liquidieren und es als fixe Qualität zu verdinglichen, als Versuch daher des volksgemeinschaftlichen Mordkollektivs, das Kapital als naturale Eigenschaft sich einzuverleiben, d.h. das „Geldrätsel“ zu lösen, indem man G — G‘ (Geld macht Geld Anm.JSB) zum Wesen des Deutschtums erhob. Weil das Mordkollektiv vom Wahn inspiriert war, in der jüdischen „Gegenrasse“ sei das Geheimnis endlos gelingender Akkumulation quasi genetisch inkorporiert, so daß es des kollektiven Raubmords bedürfe, dieses Geheimnis den Juden aus dem Leib zu reißen und den Deutschen einzuverleiben, weil es ihre negative Utopie ausmacht, sich in den „Kapitalfetisch“ zu verwandeln und sich selbst als „reiner Automat“69 darzustellen: daher konnte der Versuch, das „Tausendjährige Reich“ der definitiven Abschaffung aller Vermittlung und der Selbstdarstellung des Deutschtums als des automatischen Fetischs schlechthin nur in der barbarischen Einheit von Verstandesdiktatur und Apokalypse münden.
Der Nationalsozialismus war in dieser Perspektive „nichts anderes als“ der Versuch des Subjekts, sich selbst zu rassifizieren, um das Kapital unmittelbar als natürliche „Eigenschaft“ sich anzueignen, d.h. sein „Naturrecht“ auf die so endlos wie krisenfrei gelingende Akkumulation zu verwirklichen : eben das ist der (ja, auch: Lust-) Gewinn, den das Kollektiv aus Verfolgungswahn und Massenmord einstrich. Das war die Geschichte des Nationalsozialismus als Produktionsverhältnis, das ist der Grund dafür, daß die Deutschen nie deutscher waren als am 9. Mai 1945, daß sie seitdem die absolute Transzendenz ihrer Geschichte niemals werden vergessen können, bis endlich die „Emanzipation der Deutschen zu Menschen“(Marx) doch noch revolutionär gelingen möge. Es ist diese Überbietung jedweder Vermittlung im Mord an den Juden, die seitdem „aufgearbeitet“, bzw. voller Sehnsucht rekapituliert wird. Der öffentliche ,Diskurs‘ über den NS gleicht nicht nur einer nicht enden wollenden Trauerrede — wenn etwa die FAZ jammert, Hitler habe „das Selbstbewußtsein der einfachen Menschen gestärkt und seine Arbeitsleistung gewürdigt. Der Sinn für das Allgemeinwohl, dessen Träger der Staat ist, wurde wieder geweckt.“ — , sondern dieser ‚Diskurs‘ ist nichts anders als die Selbstdressur in die doch noch gelingen mögende Erfüllung des Hitlerschen Vermächtnisses. Es ist sein „Politisches Testament“ vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem „internationalen Judentum und seinen Helfern“ den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, daß in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß „die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden.“ Die restlose Verschmelzung der Individuen als Körper mit ihrer gesellschaftlichen Subjektfunktion hat stattgefunden, die deutsche Utopie war schon einmal Wirklichkeit gewesen: das ist der Grund für das allseits festgestellte Ausbleiben einer jeden Panik und Hysterie in der größten Krise des Kapitals seit 1929, der Grund auch dafür, das die konformistischen Revolteure etwa der Bewegung gegen das Stuttgarter Bahnhofsgrab selig identisch und zur Melodie von „Freude, schöner Götterfunken“ singen können: „Wir sind das Volk, wir sind das Geld.“ Das Urvertrauen in den Souverän ist ungebrochen (wenn nur diese Regierung nicht wäre!). (…) Der Warenhüter, das (juristische) Subjekt, in die Antinomie von Bourgeois und Citoyen, deren Synthese der Souverän in der Gestalt negativer Versöhnung ist, wie sie zuerst in der Form des Soldaten erscheint: kasernierte Mordenergie, bedingungslose Bereitschaft zum Töten und Getötetwerden, damit die Dezision (Entscheidung Anm.JSB) über Leben und Tod in letzter Instanz. (…) Im Normalzustand der Akkumulation ist der Souverän als Bedingung der Möglichkeit der Existenz von Staatsapparaten unsichtbar. Aber die Souveränität als reines Verhältnis von Befehl und Kommando, als die bedingungslose Pflicht zum Opfer und als unbedingte Freiheit zum Morden, wie sie im allgemeinen Menschen präsent ist, tritt in der großen Krise hinter den Staatsapparaten hervor und aus ihnen heraus, hebt die Gewaltenteilung auf und setzt sich absolut als „frei aus sich selbst Anfangendes“, als so ableitungs- und begründungs- wie rechtfertigungsloses „Ich will.“ (Hegel)
Die Begriff des Nationalsozialismus ist demnach, d.h., wie ihn auch der Materialist Johann Georg Elser praktisch zu fassen suchte, in der Perspektive zu entwickeln, daß Hitler als Erscheinung des allgemeinen Deutschen, als der Souverän, hinter den Staatsapparaten hervortrat und als Person unmittelbar alles, was deutsch ist, verkörperte. Darin nun konvergieren die Kritik der politischen Ökonomie und gewisse Einsichten der Psychiatrie, denn eine barbarische Gesellschaft kann nur von einem Subjekt repräsentiert und ausagiert werden, das seiner psychischen Konstitution zufolge nichts anderes als ist als eben: die negative Aufhebung des Subjekts, d.h.: ein Barbar sondergleichen.  (…) Die Gestalt des unmittelbar allgemeinen Deutschen, der in einer Person inkarnierten Souveränität, ist der archimedische Punkt, zu dessen Begriff die materialistische Kritik dringend ihrer Belehrung durch Psychiatrie und Psychoanalyse bedarf. (…)
In der Konsequenz der unmittelbaren Erscheinung des allgemeinen Deutschen erblüht ein grandioses Verschmelzungserlebnis von Masse und Macht: das Glück vermittlungsloser Identität in der verkehrten Gesellschaft. Es ist, „als ob“ die Utopie des wahren deutschen Sozialismus, „man könne allen Waren den Stempel unmittelbarer Austauschbarkeit aufdrücken“, d.h. „alle Katholiken zu Päpsten machen‘, sich in der Volksgemeinschaft realisiert hat. Das Verhältnis von Volk und Führer mündet, je intensiver der Mordwille sich ausagiert, in zwar geborgter, gleichwohl fugenloser Identität, zumindest solange, wie auch nur ein Jude noch am Leben ist und die Jagd weitergehen darf bzw.: muß. (Darum ist Israel den Deutschen Verheißung und Schrecken zugleich, eben: „Das letzte Tabu deutscher Außenpolitik“90, d.h. Objekt von Angstlust par excellence.) Der Nazifaschismus war ein Traum — das ist der Profit, den Babi Jar und Treblinka den Deutschen abgeworfen haben, denn im Massenmord hatten sie sich die absolute Transzendenz einmal schon angeeignet. Die gern beschwatzte „Unfähigkeit zu trauern“ gründet darin, daß man die Verschmelzung niemals wird vergessen können und den Staat als den Garanten sine qua non ihrer möglichen Wiederkehr versteht, d.h. als Versprechen. Es ist die Hoffnung auf das organisierte Pogrom, was gegen Panik immun macht.
Das bedeutet nicht, daß dem System des erst pazifizierten, dann oberflächlich parlamentarisierten Wahns der deutschen Ideologie keine bemerkenswerten Einsichten in die Zukunft der Krise möglich sind, auch wenn dessen Lautsprecher nicht wissen, was sie denken, bevor sie hören, was sie sagen oder lesen, was sie schreiben — so der FAZ-Kolumnist Frank Schirrmacher, der, mutmaßlich den Einflüsterungen Dietmar Daths erlegen, dies zu bedenken gibt: „Wer meint, daß die aktuelle Vernichtung des Grundvertrauens in die Rationalität ökonomischen Handelns ohne Folgen bleibt, wird sich spätestens bei den nächsten Wahlen enttäuscht sehen. Über Nacht ist die Welt des Geldes fiktionalisiert worden. Die Flucht in die Verstaatlichung, die von den Banken selbst angeführt wird ist der Bankrott der Metaphysik des Marktes.“ So verständig schreibt kein „Neues Deutschland“. Und weiter: „Jetzt, da völlige Unklarheit darüber herrscht, was ist und was nicht ist, kann nur der Staat noch dezisionistisch darüber verfügen, daß etwas und nicht vielmehr nichts existiert.“ Noch ist nicht von Juden, sondern vom Geldwert die Rede, aber jeder weiß, was gemeint ist, nämlich die Erklärung des obersten Volkswirts in der Wolfsschanze. In derlei traumwandlerischen, aber zielsicheren Inszenierungen des Staatlichkeitswahns wird die sehnsüchtige Erinnerung an wie die tätige Hoffnung auf das (neuerliche) Erscheinen des unmittelbar allgemeinen Deutschen beschworen, denn wenn schon die aktuellen „Notstandsgesetze“ nichts weniger bedeuten als eine „Revolution von oben“ — wo ist dann der Kyffhäuser, wo wartet der authentisch deutsche Revolutionär? Es ist diese unheimliche Sehnsucht, die die Linkspartei mit der Rechtspartei trotz aller, oberflächlich betrachtet, verschiedener Terminologie lange schon eint, bevor sie nun, im sich warmlaufenden „Extremismus der Mitte“, zur Volksfront sich finden werden, zugleich der Grund dafür, warum ein ausgemachter Prä-Faschist wie der „Professor für BWL an der FH Worms“, Max Otte, den Horst Köhler und die Sarah Wagenknecht in einem Atemzug und fürs haarscharf Gleiche loben kann, für deren Programm „Werden Sie ,Volkskapitalist‘!“ und für ihren Appell: „Gebt das Geld in unsere Hände!„93 Denn wer, wenn nicht wir, ist das Geld? (…) Der Traum der deutschen Ideologie ist die Verwandlung der Volksgenossen in die lebendige Münze. In diesen Verschmelzungsphantasien läuft sich die neuerliche Transformation des bürgerlichen wie des proletarischen Besitzindividuums langsam warm in das, was Johann Most treffend die „Eigentumsbestie“94 genannt hat, d.h. die selbstbewußt zynische Verschmelzung der Individuen als homogene Subjekte mit der Akkumulation. Die gesellschaftliche Mitte, d.h. der Angelpunkt der falschen Gesellschaft wie der Nullpunkt ihres Bewußtseins zugleich, hat längst G — G‘ als ihr Naturrecht proklamiert und sinnt jetzt auf Rache dafür, daß niemand „den echten Wert der Bilanzen“‚ kennt. Denn, so Marx, „in dem zinstragenden Kapital ist die Vorstellung vom Kapitalfetisch vollendet, die Vorstellung, die dem … Geld die Kraft zuschreibt, durch eine eingeborene geheime Qualität, als reiner Automat, in geometrischer Progression Mehrwert zu erzeugen, so daß es … allen Reichtum dieser Welt für alle Zeiten als ihm von Rechts wegen gehörig und zufallend schon längst diskontiert hat.“96 Das ist die historische Mission der Eigentumsbestie, daß es den Fetischismus und die Naturalisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse nicht länger, wie es der akademische Marxismus glauben machen möchte, als die nur historische „zweite Natur“, d.h. bloße Kulisse und Simulation des „als ob“ dulden mag, sondern als die erste, rassische Qualität des Deutschtums setzen und sich einverleiben will.
„Aller Reichtum dieser Welt für alle Zeiten“, und dies von Staats und „von Rechts wegen“, sagt Marx, d.h. eben: das tausendjährige Reich glücklich gelingender Akkumulation im endlich doch noch vollbrachten Endsieg vollendeter Selbstrassifizierung.  (…) Wo alle darum kämpfen, ein kleines Licht in einer großen Finsternis zu sein, wo ein jeder seine Utopie „vorlebt“, da treibt man sich gegenseitig in die allgemeine Umnachtung und hat sein Spaßvergnügen dabei 
“ – Joachim Bruhn

„Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv.“ – Max Horkheimer/Theodor W. Adorno

Der Mensch ist nur noch eine staatsnotwendige Fiktion und als solche ist er das natürliche Material des Staates, der homogenisierte Lehm, der gelehmte Homo, aus dem die Staatspyramiden entstehen.

Zum Lernen muß man alleine sein. Wer nicht alleine sein kann, kann nicht lernen. Beziehuhngssüchtige, die ständig in Gruppen sein wollen, die ständig Kontakte suchen, auch elektronisch, im Internet, Handy, Kneipe, in sonstigen Gemeinschaften, Communities, werden zu Loosern, wenn sie es nicht bereits sind. Der Mensch ist ein Idividuum, er will jedoch lieber wie ein Regenwurm in einem Wurmhaufen vegetieren. Wo ein Wir ist, verschwindet das Ich. Aber nur ein Ich kann denken, das Wir kann lediglich fühlen, wie Würmer, die nur aus Bäuchen bestehen. Dann gibt es eine Volksgemeinschaft, die nicht denken kann, aber auf ihr Bauchgefühl stolz ist. Die Folge vom Bauchgefühl ist, was hinten herauskommt. Und darauf, was hinten herauskommt sagt der Deutsche, kommt es ja an. Und hinten kommt bestenfalls nur heiße Luft und Scheiße heraus.

“I think it’s very healthy to spend time alone. You need to know how to be alone and not be defined by another person.” ― Oscar Wilde

Das Leben: zum Teil Freiheit, zum Teil Sicherheit
Totale Freiheit, totale Sicherheit bringen nur den Tod.

„Nie waren die Deutschen deutscher als am 9. Mai 1945, und deshalb war der Nazi-Fa­schismus keine Enthüllung und keine Offenbarung, sondern ein Produktionsverhältnis im durchschlagendsten Sinne: die Produktion der Barbarei als einer qualitativ neuen, dem Kapital im doppelten Sinne des Wortes entsprungenen Gesellschaftlichkeit. Der Antisemitismus er­schöpft sich keineswegs ,schon‘ darin, eine Verfolgungs- und Vernichtungspraxis zu initiieren, d.h. die sog. „Endlösung“, sondern er war zugleich die Produktion des Deutschen an und für sich, d.h. die Transformation der Bevölkerung in das deutsche Volk, d.h. dessen tatsächliche Enderlösung. Die entscheidende Frage ist also, was eigentlich das Mordkollektiv davon gehabt hat, was sein Movens war, die Tat zu begehen, und wie es sich selber begierig, lustvoll und lei­denschaftlich in der Verfolgung und Ermordung der Juden als etwas substantiell Neues konsti­tuiert hat — und wie das, was schließlich konstituiert worden ist, in der Gegenwart als die zum „Tausendjährigen Reich“ noch fehlenden 988 Jahre fortwest und die Bedingung der Möglich­keit dessen ist, daß die Krise, wie sie seit Jahren in den schwarzen Messen des nationalökono -mischen Okkultismus abgefeiert wird, von den Landsleuten so überaus gelassen, fast stoisch schon, hingenommen wurde und wird.“ – Joachim Bruhn

Die Kontrolle über die unkontrollierte Masseneinwanderung haben sich Einwanderer erkämpft.

Es gilt die Gesinnung, nicht die Realität«Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus.‘ Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus.» – Ignazio Silone
«Antifa ist die linke Ausprägung des Faschismus. Sie ist also selbst das, was sie vorgibt zu bekämpfen.»

Sklaven träumen nicht davon, freie Menschen, sondern Sklavenhalter zu werden.

„Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.“ – Norbert Bolz

„Die Sprache ist im Guten wie im Schlechten nicht mehr Medium der Erkenntnis, sondern der kulturellen Hegemonie. (..) Wo sich statt Antagonismen Spannungsfelder auftun, hat der Geist bereits kapituliert. (…) Eine Welt, in der alle einander wechselseitig als kompatibel anerkennen und stets »das Gemeinschaftliche im Auge behalten«, kann schwerlich etwas anderes als die Hölle auf Erden sein. (…) Die Beliebigkeit ist also nicht harmlos, sondern hat hier wie auch sonst ein bestimmtes Ziel: die Zerstörung individueller Urteilskraft zugunsten einer Logik der »Anerkennung«, in der jeder Lüge Recht gegeben und jede triftige Erkenntnis in die Schranken ihres »Standorts« verwiesen wird.“ – Magnus Klaue

„Hochverrat ist eine Frage des Datums“ – Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord

Die Skandalisierung eines Skandals ist eine in deutschen Medien meisterhaft beherrschte Disziplin.

„Es ist eine alte Weisheit, dass Macht stets die Verführung mit sich bringt, sie zu missbrauchen.“ – Wolfgang Schmidbauer

„C.G.Jung war ein psychoanalytischer Faschist, ein faschistisch schäumender Psychoanalytiker. “ – Ernst Bloch

„Die tatsächlich bestehenden und einsichtigen Leuten schon längst bekannten Verschiedenheiten der germanischen und jüdischen Psychologie sollen nicht mehr verwischt werden, was der Wissenschaft nur förderlich sein kann“ (…) „Die Gesellschaft (die Internationale Allgemeine Ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie (IAÄGP). Anm.JSB) setzt von allen ihren schriftstellerisch und rednerisch tätigen Mitgliedern voraus, daß sie Adolf Hitlers grundlegendes Buch ›Mein Kampf‹ mit allem wissenschaftlichen Ernst durchgearbeitet haben und als Grundlage anerkennen. Sie will mitarbeiten an dem Werke des Volkskanzlers, das deutsche Volk zu einer heroischen, opferfreudigen Gesinnung zu erziehen.“ C.G.Jung

„Ich weiß nicht, was passieren muss, bis endlich was passiert.“
„Ulrike Maria Stuart“ von Elfriede Jelinek

„Auch der sublimste erkenntnistheoretische Idealismus führt unweigerlich zum Solipsismus, zur Vergottung des Ichs, einer Elite, einer Rasse und endet schließlich im blutigsten Imperialismus.“ John F. Rottmeister

„Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“ – Angela Merkel 

Psychoanalyse ist eine Erhebung über die Situation. Von oben hat man bessere Aussicht.

„Kritische Theorien, wie die Freudsche, artikulieren eine Erfahrung, die mit den jeweils herrschenden Denk- und Wahrnehmungsweisen unvereinbar ist. Gerade in dem, was der Konvention als unbrauchbar, als Abfall gilt und wovon in Wissenschaft und Lebenspraxis methodisch abgesehen wird, entdecken die Revolutionäre der Denkart das Neue, das ei¬ne bestehende Einrichtung des Lebens in Frage stellt. Indem sie an das Ausgegrenzte und erfolgreich Vergessene erinnern, markieren sie den Mangel der Ordnung, die über dem Grab der verworfenen Alternativen triumphierend sich erhebt. Und das dem Status quo verschworene Kollektiv stempelt solche Alchimisten, die aus Dreck Gold zu machen schei¬nen, stets zu Außenseitern6 . Aus der Erfahrung dessen, was den vorherrschenden, institutionalisierten Zwecken widerstrebt, erschüttern die Neuerer deren fraglose Geltung.“ – Helmut Dahmer

Die Umwälzung nach 1945  führte nicht zur Überwindung des Nationalsozialismus  als Ideologie der deutschen Volksgemeinschaft, sondern rief lediglich die eitle Illusion hervor, daß mit der Kritik am Nationalsozialismus das nationalsozialistische Dünken selbst und seine innere Konflikthaftigkeit mit dem Judentum überwunden sei.

„Wie es Tatbestände gibt, die die Sinne in die Irre führen, wie im Fall der optischen Täuschung, so gibt es welche, die die unangenehme Eigenschaft haben, dem Intellekt Schlüsse zu suggerieren, die gleichwohl falsch sind.“ – Christoph Türcke

Das Geschlecht ist ein sozialer Konstrukt? Berg, Tal, See und das Meer auch!

Bereits Marx diagnostizierte den Deutschen das Umkippen von Ideologie in Wahn und Lüge. Wie gegenwärtig der Fall ist, neigen die Deutschen zu Ausbrüchen des kollektiven Wahns, der Massenpsychose mit zunehmendem Realitätsverlust.
Der Wahn ist kurz, die Reue lang, pflegte meine Großmutter zu sagen.

Nach dem I. Psychosputnik-Gesetz verwandelt sich der frei florierende Zynismus ab gewissem Verdichtungsgrad seiner Intensität in hochprozentige Heuchelei, analog zu einer atomaren Kernschmelzereaktion. Diesen Prozess der zunehmenden Zynismuskonzentration mit anschliessender Explosion der Heuchelei kann man sehr deutlich gegenwärtig in Deutschland beobachten. Das Denken ist weggeblasen, pulverisiert, das (Hoch)Gefühl ist voll an seine Stelle getreten.

»Indem (der gesunde Menschenverstand) sich auf das Gefühl, sein inwendiges Orakel, beruft, ist er gegen den, der nicht übereinstimmt, fertig; er muß erklären, daß er dem weiter nichts zu sagen habe, der nicht dasselbe in sich finde und fühle; – mit anderen Worten, er tritt die Wurzel der Humanität mit Füßen. Denn die Natur dieser ist, auf die Übereinkunft mit anderen zu dringen, und ihre Existenz nur in der zustande gebrachten Einheit der Bewußtseine. Das Widermenschliche, das Tierische besteht darin, im Gefühle stehenzubleiben und nur durch dieses sich mitteilen zu können.« – G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes

„Die Verschleierung eigener Positionen durch Zitate und Zitatselektion dient dazu, eigene Positionen unkenntlich zu machen.“ – Ursula Kreuzer-Haustein

„Die Neurose ist das Wappen der Kultur.“ – Dr. Rudolf Urbantschitsch, Seelenarzt; „Sehr schön, aber es laufen derzeit schon weit mehr Heraldiker als Adelige herum.“ – Karl Kraus, Schriftsteller

„Zuerst verlieren die Menschen die Scham, dann den Verstand, hernach die Ruhe, hierauf die Haltung, an der vorletzten Station das Geld und zum Schluß die Freiheit.“ – Karl Kraus

„Ausbeutung heißt Beute machen, sich etwas durch Gewalt aneignen, was nicht durch eigene Arbeit geschaffen wurde, sich etwas nehmen, ohne Gleichwertiges zurückzugeben – Maria Mies

»Die Psychoanalyse ist eine Panne für die Hierarchie des Denksystems« – Pierre Legendre

Psychoanalyse entwickelt sich nicht weiter, weil sie nicht angewandt wird, es wird nur über sie gesprochen.

»Sie wissen, daß der Kampf des wissenschaftlichen Geistes gegen die religiöse Weltan­schauung nicht zu Ende gekommen ist, er spielt sich noch in der Gegenwart unter unseren Augen ab … Die erste Einwendung, die man hört, lautet, … die Wissenschaft ist zur Be­urteilung der Religion nicht zuständig. Sie sei sonst ganz brauchbar und schätzenswert, solange sie sich auf ihr Gebiet beschränkt, aber die Religion sei nicht ihr Gebiet, da habe sie nichts zu suchen … Die Religion darf nicht kritisch geprüft werden, weil sie das Höch­ste, Wertvollste, Erhabenste ist, was der menschliche Geist hervorgebracht hat, weil sie den tiefsten Gefühlen Ausdruck gibt, allein die Welt erträglich und das Leben lebenswür­dig macht … Darauf braucht man nicht zu antworten, indem man die Einschätzung der Religion bestreitet, sondern indem man die Aufmerksamkeit auf einen anderen Sachver­halt richtet. Man betont, daß es sich gar nicht um einen Übergriff des wissenschaftlichen Geistes auf das Gebiet der Religion handelt, sondern um einen Übergriff der Religion auf die Sphäre des wissenschaftlichen Denkens. Was immer Wert und Bedeutung der Religion sein mögen, sie hat kein Recht, das Denken irgendwie zu beschränken, also auch nicht das Recht, sich selbst von der Anwendung des Denkens auszunehmen … Eine auf die Wissen­schaft aufgebaute Weltanschauung hat außer der Betonung der realen Außenwelt wesent­lich negative Züge, wie die Bescheidung zur Wahrheit, die Ablehnung der Illusionen« (Freud, 1933, S. 182 ff. und S. 197).

„Freuds »Religions«-Kritik galt den »Neurosen« genannten Privatreligionen (Heiraten, romantische Liebe, Gier, Ethik und Moral, etc. Anm. JSB) ebenso wie den kollektiven (Nation, Gutmenschen, Sport, etc. Anm. JSB);“ – Helmut Dahmer

Freud prognostizierte, die bestehende Gesellschaft werde an einem Übermaß nicht absorbierba­rer Destruktivität zugrundegehen. (sofern nicht »Eros« interveniere (Eros ist nicht Ficken, sondern Caritas. Anm. JSB)).

„Wer dem Kult der »Werte« frönt, kann unsanft erwachen, wenn im Kampf der Klassen und Parteien, von dem er sich fernhält, Gruppen obsiegen, auf deren Pro­gramm eine »Umwertung der Werte«, z. B. die Aufwertung von »Un­werten« steht.“ – Helmut Dahmer

»Hinsichtlich der allgemeinen nervlichen Belastung wirkte die Lage im Dritten Reich auf den psychischen Zustand des Volkes ziemlich ambivalent. Es unterliegt kaum einem Zwei­fel, daß die Machtergreifung zu einer weitverbreiteten Verbesserung der emotionalen Ge­sundheit führte. Das war nicht nur ein Ergebnis des Wirtschaftsaufschwungs, sondern auch der Tatsache, daß sich viele Deutsche in erhöhtem Maße mit den nationalen Zielen identifizierten. Diese Wirkung ähnelte der, die Kriege normalerweise auf das Auftreten von Selbstmorden und Depressionen haben. (Das Deutschland der Nazizeit verzeichnete diese Erscheinung zweimal: nämlich 1933 und 1939.) Aber gleichzeitig führte das intensi­vere Lebensgefühl, das von der ständigen Stimulierung der Massenemotionen herrührte, auch zu einer größeren Schwäche gegenüber dem Trinken, Rauchen und Vergnügungen« – Richard Grunberger

Von Anfang an hat­te Hitlers Regime auch den Anstrich der Rechtmäßigkeit

„Die psychiatrischen Truppen der »kaiserlichen deutschen Psychiatrie« (Alexander und Selesnick, 1966, S. 214) jedoch, die 1914 ins Feld zogen, bekriegten immer noch die Krankheit, den äußeren Eindringling in ein gesundes System, und nicht die Neurose, das innere Ungleichgewicht zwischen Psychodynamik, Umwelt und Geschichte.“ – Geoffrey C. Cocks (Diese Einstellung herrscht bis heute in der deutschen Psychotherapie und findet explosionsartige Vermehrung im KOnzept der sog. „Traumatisierung“. Anm- JSB)

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

„Ich bin eine Feministin. Das bedeutet, daß ich extrem stark behaart bin und daß und ich alle Männer haße, sowohl einzelne als auch alle zusammen, ohne Ausnahmen.“Bridget Christie

„Die Tragödie isolierter persönlicher Leidenschaften ist für unsere Zeit zu fade. Aber weshalb? Weil wir in einer Epoche der sozialen Leidenschaften leben. Die Tragödie unserer Epoche ist der Zusammenstoß der Persönlichkeit mit dem Kollektiv.“ –  LeoTrotzki 1923

line-wordpress

“I think it’s very healthy to spend time alone. You need to know how to be alone and not be defined by another person.” ― Oscar Wilde

Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Love: only, and not always, a mother loves her child, just as it is, otherwise you have to meet the expectations of others, to be accepted.

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno
„What one must be judged by, scholar or no, is not particularised knowledge but one’s total harvest of thinking, feeling, living and observing human beings.“ (…) „While the practice of poetry need not in itself confer wisdom or accumulate knowledge, it ought at least to train the mind in one habit of universal value: that of analysing the meanings of words: of those that one employs oneself, as well as the words of others. (…) what we have is not democracy, but financial oligarchy. (…) Mr. Christopher Dawson considers that “what the non-dictatorial States stand for today is not Liberalism but Democracy,” and goes on to foretell the advent in these States of a kind of totalitarian democracy. I agree with his prediction. (…) That Liberalism is something which tends to release energy rather than accumulate it, to relax, rather than to fortify. (…) A good prose cannot be written by a people without convictions. (..) The fundamental objection to fascist doctrine, the one which we conceal from ourselves because it might condemn ourselves as well, is that it is pagan. (..) The tendency of unlimited industrialism is to create bodies of men and women—of all classes—detached from tradition, alienated from religion and susceptible to mass suggestion: in other words, a mob. And a mob will be no less a mob if it is well fed, well clothed, well housed, and well disciplined. (…) The rulers and would-be rulers of modern states may be divided into three kinds, in a classification which cuts across the division of fascism, communism and democracy. (…) Our preoccupation with foreign politics during the last few years has induced a surface complacency rather than a consistent attempt at self-examination of conscience. (…) What is more depressing still is the thought that only fear or jealousy of foreign success can alarm us about the health of our own nation; that only through this anxiety can we see such things as depopulation, malnutrition, moral deterioration, the decay of agriculture, as evils at all. And what is worst of all is to advocate Christianity, not because it is true, but because it might be beneficial. (…) To justify Christianity because it provides a foundation of morality, instead of showing the necessity of Christian morality from the truth of Christianity, is a very dangerous inversion; and we may reflect, that a good deal of the attention of totalitarian states has been devoted, with a steadiness of purpose not always found in democracies, to providing their national life with a foundation of morality—the wrong kind perhaps, but a good deal more of it. It is not enthusiasm, but dogma, that differentiates a Christian from a pagan society.“ (…)  It would perhaps be more natural, as well as in better conformity with the Will of God, if there were more celibates and if those who were married had larger families. (…) We are being made aware that the organisation of society on the principle of private profit, as well as public destruction, is leading both to the deformation of humanity by unregulated industrialism, and to the exhaustion of natural resources, and that a good deal of our material progress is a progress for which succeeding generations may have to pay dearly. I need only mention, as an instance now very much before the public eye, the results of “soil-erosion”—the exploitation of the earth, on a vast scale for two generations, for commercial profit: immediate benefits leading to dearth and desert. I would not have it thought that I condemn a society because of its material ruin, for that would be to make its material success a sufficient test of its excellence; I mean only that a wrong attitude towards nature implies, somewhere, a wrong attitude towards God, and that the consequence is an inevitable doom. For a long enough time we have believed in nothing but the values arising in a mechanised, commercialised, urbanised way of life: it would be as well for us to face the permanent conditions upon which God allows us to live upon this planet. And without sentimentalising the life of the savage, we might practise the humility to observe, in some of the societies upon which we look down as primitive or backward, the operation of a social-religious-artistic complex which we should emulate upon a higher plane. We have been accustomed to regard “progress” as always integral; and have yet to learn that it is only by an effort and a discipline, greater than society has yet seen the need of imposing upon itself, that material knowledge and power is gained without loss of spiritual knowledge and power. “ – T.S.Eliot
“I am a feminist. All this means is that I am extremely hairy and hate all men, both as individuals and collectively, with noexceptions.” – Bridget Christie

DIE UEBERWIEGENDE MEHRZAHL DER PSYCHOTHERAPEUTINNEN SIND FRAUEN

„DIE UEBERWIEGENDE MEHRZAHL DER PSYCHOTHERAPEUTINNEN SIND FRAUEN“ – (Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen)

„Aus einem verzagten Arsch kommt selten ein fröhlicher Furz.“  – Martin Luther

genus sexus

 

Von JULIAN REICHELT

Sechs erwachsene, geistig klare Menschen sprechen in einer gebührenfinanzierten Talkshow („Hart aber fair“) über Gleichberechtigung. Argumente, Spitzen – ein paar Zoten. Ein in einem freien Land wundervoll normaler Vorgang. Dann schlägt der Irrsinn der ARD-Gremien zu.

Weil der „Deutsche Frauenrat“ Frank Plasbergs Sendung „Sexismus“ und „ungeheuerlichen Machtmissbrauch“ vorwirft, schreitet der Rundfunkrat ein. Im Rundfunkrat sitzen Politiker und Kirchenvertreter.

Sie nennen die Sendung „unseriös“ und empfehlen, diese nie mehr zu wiederholen und aus der Mediathek zu löschen. Zensur!

Das ist eine gefährliche Entwicklung. Politik, Kirchen, Verbände haben niemals zu beurteilen, welche Art Journalismus als „unseriös“ getilgt gehört. „Unseriös“ ist der schwammige Vorwurf, den Regime ohne Pressefreiheit gern erheben, um Medien zum Schweigen zu bringen.

Wem in unserem freien Land eine Talk-Sendung nicht passt, für den gibt es ein einfaches Mittel: ausschalten!

 

Der umstrittene Talk
Sexismus-Beschwerde! | Plasberg-Sendung mit Thomalla zensiert

 

 

22.08.2015

Von G. BRANDENBURG, N. HARBUSCH und F. KAIN

In Sachen Zensur sitzen Sie in diesem Fall ganz sicher in der ersten Reihe. 2,98 Millionen Zuschauer sahen am 2. März 2015 die ARD-Talkshow „Hart aber fair“. Moderator Frank Plasberg (58) hatte zum Thema Gleichberechtigung Gäste wie Schauspielerin Sophia Thomalla (25) und FDP-Vize Wolfgang Kubicki (63) eingeladen.

Ein halbes Jahr war die Sendung in der ARD-Mediathek abrufbar, doch in dieser Woche löschte der WDR den Gender-Talk! Der unglaubliche Vorgang: Am Dienstag hatte der WDR-Rundfunkrat nach einer Sexismus-Beschwerde von Frauenverbänden zwar von einer Rüge gegen Plasberg abgesehen, aber empfohlen, die Sendung aus dem Netz zu nehmen.

kubicki

Von der ARD gelöscht: Talkshow-Gast Sophia Thomalla (25)

Foto: Oliver Ziebe/WDR

 

WDR-Rundfunkrats-Vorsitzende Ruth Hieronymi zu BILD: „Die Auswahl der Gäste und die Gesprächsleitung waren für die Ernsthaftigkeit des Themas nicht ausreichend.“ Und auch der WDR-Programmausschuss urteilte: „Es ist mit einem gesellschaftlichen Thema in einer unseriösen Weise umgegangen worden – nicht zuletzt durch den Moderator.“

Aber was soll zu hart und unfair gewesen sein? BILD schaute sich die Sendung noch einmal an. Plasberg macht sich z.B. darüber lustig, dass es in Deutschland 190 Professoren für Geschlechterforschung gibt, 180 davon weiblich. Er mokiert sich, dass die Umbenennung eines „Studentenwerks“ in „Studierenden-Werk“ 1 Mio. Euro kostet.

Mehrfach prallen Gast Birgit Kelle („Gender gaga“) und Bloggerin Anne Wizorek („Auf Herrenklos gibt es selten Wickeltische“) aufeinander. Kubicki sagt zu Grünen-Fraktionschef Hofreiter: „Sie sehen ja schon gendermäßig aus.“

plasberg

Die Talkrunde bei „Hart aber fair“: Bloggerin Anne Wizorek, Anton Hofreiter (Grüne), Wolfgang Kubicki (FDP), Sophia Thomalla, Autorin Birgit Kelle und Moderator Frank Plasberg (von links)

Foto: Oliver Ziebe/WDR

 

Fazit: TV-Polit-Unterhaltung, eher harmlos! Trotzdem drückte der WDR die Löschtaste, sagte BILD: „Die Sendung war von Frauenverbänden und Gleichstellungsbeauftragten als unseriös empfunden worden und hatte zu Programmbeschwerden und zahlreichen Protestbriefen geführt. Die Redaktion musste zur Kenntnis nehmen, dass viele Frauen die Sendung offenbar anders empfunden haben, als sie gemeint war.“

 

Kommentar zum Thema von Julian Reichelt
Kommentar Irrsinn bei der ARD!

 

Talkshow-Gast Wolfgang Kubicki fordert jetzt: „Die Sendung muss wieder raus aus dem Giftschrank, rein in die Mediatheken. In welchem Land leben wir, wenn feministische Extremisten in der Lage sind, mit einem organisierten Shitstorm die Meinungsfreiheit einzuschränken?“

Sophia Thomalla: „Ich als Frau soll frauenfeindlich sein? Immer wieder erstaunlich, was Frauen sich so einfallen lassen, um Frauen vor so Frauen wie mir zu beschützen. Verbote von Meinungen kenne ich eigentlich aus dem Geschichtsbuch.“ Frank Plasberg wollte sich nicht äußern.

http://www.bild.de/news/standards/julian-reichelt/irrsinn-bei-der-ard-42277336.bild.html

line-wordpress-long

four-apes

Vom Pyrrhus-Sieg zum feministischen Supergau

Wie nahe Sieg und Niederlage beeinander liegen, das erleben derzeit die Frauenverbände und Frauenräte, denen die Meinungsfreiheit in Deutschland zu weit geht. Gerade haben sie beim WDR Rundfunkrat durchgesetzt, dass die Sendung “Hart aber Fair, Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn” aus der Mediathek gelöscht wurde, da bricht ein Sturm der Berichterstattung über die Frauenräte herein.

WDRKaum ein deutsches Medium scheint sich die Geschichte entgehen lassen zu wollen, niemand will in seinem Beitrag auf den obligatorischen Link auf YouTube verzichten, wo die Sendung vom 2. März immer noch zu sehen ist – in ihrer ganzen Länge und Lächerlichkeit – jedenfalls meinen die sich beschwerdenden Frauenräte, dass die Sendung den Genderismus und das Gender Mainstreaming lächerlich gemacht habe. Als bräuchte es dazu die Sendung von Plasberg, als reichten die Vorschläge zur Sprachverhunzung, *X_Innen, zu Unisextoiletten, zu Frauenquote im Cockpit nicht aus, um den Genderismus lächerlich zu machen.

Und nun, nachdem sie es durchgesetzt haben, das Plasbergs Sendung aus der Mediathek des WDR gelöscht wurde, dass sie herauszensiert wurde, nun haben sich die Frauenräte und -verbände mit ihrer Beschwerde-Onanie vollständig der Lächerlichkeit preisgegeben (Man muss in diesem Zusammenhang von Onanie sprechen, denn wie wir gezeigt haben, enthalten die vermeintlichen Beschwerden keinerlei Argument).

Die Lächerlichkeit und Peinlichkeit der Frauenräte, sie hat klar benennbare Ursachen:

Offensichtlich hält der Genderismus nicht einmal eine Talkshow aus, in der die obligatorische politische Korrrektheit, die offensichtlich der Wohlfühlfaktor für Genderisten ist, nicht eingehalten wird.

Offensichtlich fehlt es dem Genderismus an “Fachlichkeit“, wie die Frauenräte es wohl nennen würden, um sich in der Diskussion mit anderen zu behaupten.

Offensichtlich fehlt es den Genderisten an Argumenten, mit denen sie der Kritik, die am Genderismus vorgebracht wird, begegnen können (Dass dem so ist, wird darin dokumentiert, dass die einfachen Fragen nach der wissenschaftlichen Grundlage, dem Erkenntnisinteresse und dem Erkenntnisgewinn von Gender Studies, die wir nun schon seit Monaten an entsprechende Lehrstuhlbesetzer gestellt haben, immer noch unbeantwortet geblieben sind.).

scully facepalmOffensichtlich haben Genderisten Angst vor Meinungsfreiheit, Angst davor, in der richtigen Welt, außerhalb ihrer universitären und instutionellen Schutzräume auf die Wirklichkeit zu stoßen, mit der Wirklichkeit konfrontiert zu werden. Deshalb muss die Wirklichkeit zensiert werden. Deshalb müssen Meinungen, die mit Fakten und somit auf Basis der Wirklichkeit begründet werden, unterdrückt am besten verboten werden.

Und was sind Organisationen, Räte, Einzelakteure, die durch eine Talkshow aus dem Gleichgewicht geworfen werden, die keine Argumente zur Verteidigung der eigenen Sache vorbringen können, die nur heulend zum nächsten Patriarchen laufen können, um dort darum zu betteln, dass ihr Schutzraum, in dem sie weder von Realität noch von anderen Meinungen behelligt werden, wieder hergestellt wird?

Peinlich und lächerlich!

Und deshalb wird sich der Pyrrhus-Sieg in Kürze zum feministischen Supergau entwickeln: Darüber lacht das Land, schon deshalb, weil die Frauenräte es geschafft haben, dass eine Sendung, die fast in Vergessenheit geraten war, eine neue YouTube Karriere gestartet hat und sich viraler Nachfrage erfreut.

http://sciencefiles.org/2015/08/22/vom-pyrrhus-sieg-zum-feministischen-supergau/

line-wordpress-long

achgut.com

Schriftsteller, Gruppensex und Sprachmörder (Teil 1)

Bernhard Lassahn   22.08.2015

 

Wissen deutsche Schriftsteller überhaupt noch, wie sie heißen und was sie sind? Wollen sie wirklich gleichgestellt werden? Warum lügen Sexisten so gerne?

Gibt es Antworten? Es sieht nicht danach aus. Beim diesjährigen Schriftstellerkongress hat der Landesverband Berlin/Brandenburg vorgeschlagen, den „VS Verband deutscher Schriftsteller“ in „VSS Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ umzubenennen.

Warum? Warum nicht?

Schwer zu sagen. Sie konnten sich nicht einigen. Nun wollen sie eine Umfrage durchführen. Ich finde, sie sollten es lassen. Es ist blamabel genug! Wenn die Schriftsteller heute nicht mehr wissen, wie sie sich nennen sollen, schlage ich den Namen ‚Club der toten Dichter’ vor. Oder wenn ihnen das lieber ist: ‚Club der toten Dichterinnen und Dichter’.

Wenn die Schriftsteller aufgrund ihres besonderen Umgangs mit der Sprache, den man eigentlich von ihnen erwartet, nicht in der Lage sind, selbst eine passende Bezeichnung zu finden, dann müssen sie eben eine Werbeagentur beauftragen oder eine Expertin wie der/die/das Profx Hornscheidt von der Humboldt-Universität um Rat bitten, die vermutlich „Schriftstellx“ vorschlagen würde oder aber bei den Abgeordneten der Grünen, der Linken, der SPD oder der CDU/CSU nachfragen, welche Bezeichnung man ihnen entsprechend der aktuellen Gesinnungslage zubilligt.

Warum konnten sie sich nicht einigen? Dagegen sprach unter anderem, dass die Namensänderung mit nicht unbeträchtlichen Verwaltungskosten verbunden ist und dass der Name inzwischen eine gewisse Tradition hat (als wenn es keine wirklich gewichtigen Gründe gäbe, die dagegen sprechen), dafür sprach nur ein einziges Argument: der Gleichstellungsaspekt.

Das sehe ich ganz anders. Der Gleichstellungsaspekt ist kein Argument dafür, sondern dagegen. Gleichstellung und Schriftsteller: das geht gar nicht!

Es ist nicht die Aufgabe der Schriftsteller, Gleichstellungspolitik zu betreiben, sondern vielmehr, sich ihr entgegenzustellen. Schriftsteller sollten die Falschheiten dieser Politik nicht besinnungslos übernehmen, sie sollten sie vielmehr aufdecken. Schriftsteller hätten dazu auch die geeigneten Werkzeuge: ihren Sinn für Sprache.

Menschen sind nicht gleich. Gruppen sind es auch nicht.

Was bedeutet Gleichstellung? Gleichstellung geht von Gruppen aus und geht über Individuen hinweg. Das Zauberwort der Gleichstellung heißt: gruppenbezogen. Das heißt, dass Gleichstellung stets auf „Gruppen bezogen“ erreicht werden soll. Dazu wird zunächst die Existenz einer Gruppe behauptet, die an die Stelle des mündigen Bürgers tritt, der gerade krank geschrieben ist. Er wird von nun an von einem fiktiven Kollektiv vertreten, das über seinen Kopf hinweg gebildet wurde.

Da darf man sich schon fragen, ob es diese Gruppe überhaupt gibt und – falls nicht – ob es sie denn geben sollte. Gibt es diese gigantische Großgruppe „der“ Frauen wirklich oder wird sie nur beschworen? Sollte es sie etwa in Zukunft geben? Und gibt es entsprechend dazu – im Schatten dieser Frauengruppe – die gleichgeschaltete Gruppe „der“ Männer?

Wenn man einen Sinn für Geschichte hat, fragt man sich außerdem: Seit wann gibt es diese Gruppen? Warum gab es sie nicht schon vorher? Worin liegt das Versäumnis der bisherigen Sichtweise, die eine solche Gruppenbildung nicht vorgenommen hat? Ist es überhaupt ein Versäumnis?

Ich will nicht länger um den kalten Brei herum reden: Ich halte die pauschale Unterteilung in Männer und Frauen für grundfalsch. Damit wird nachhaltig Schaden angerichtet. Einen Nutzen sehe ich nicht. Derjenige, der diese Unterteilung durchsetzen und sprachlich deutlich machen will – bzw. diejenige, die das will – ist jetzt gefragt; er – bzw. sie – ist in Beweisnot; er ¬– bzw. sie – soll erklären, warum er ¬– bzw. sie – das sinnvoll findet. Ich finde es nicht sinnvoll.

Falsch finde ich die Unterteilung, weil die Unterschiede innerhalb so einer Pseudo-Gruppe, wie man sie korrekterweise nennen sollte, dermaßen groß sind, dass es sich von selbst verbietet, die vielen verschiedenen Einzelpersonen zu einer Einheit zusammenzufassen, die in Wirklichkeit keine ist. Da wird ein einzelnes Merkmal einer Person (womöglich eins, das dem Betreffenden gar nicht so wichtig ist) rausgepickt und, nur weil sich dieses Merkmal auch bei anderen findet, wird er mit denen in eine Schublade getan, obwohl er mit ihnen so gut wie nichts gemeinsam hat.

Erich Kästner hat einmal ein Gedicht geschrieben, in dem er die Müller-Partei vorstellte – eine neue Partei, bei der jeder Mitglied werden konnte, der zufälligerweise Müller hieß. Ansonsten hatte die Partei kein Programm, keinen gemeinsamen Nenner. Wer sowieso schon Müller hieß und natürlich von dem Projekt begeistert war oder wer in Zukunft den Namen Müller annehmen würde, um auch mit dabei zu sein, gehörte automatisch zur Partei von Max Müller:

 

Müller liebte alle Klassen.

Politische Meinungen hatte er keine.

Wichtig war ihm nur das eine:

Sämtliche Müllers zusammenzufassen.

 

Kästner hatte die Machenschaften durchschaut. Er hat sich Fragen gestellt, die wir uns auch stellen sollten: Welche Interessen stehen hinter so einer Gruppenbildung? Wir ahnten es schon. Die Müllers verschafften sich Vorteile. Das war alles. Der faule Zauber beruhte allein auf der willkürlichen Gruppenbildung, bei der das windige, aber zugleich ausschlaggebende Kriterium allein der Nachname „Müller“ war.

Sexismus geht uns alle an. Aber was ist eigentlich Sexismus?

Bei der Gleichstellungspolitik ist das Geschlecht das ausschlaggebende Kriterium. Genau gesagt: das biologische Geschlecht, auch wenn ständig von „gender“ die Rede ist, womit das soziale – neuerdings spricht man auch vom „kulturellen“ – Geschlecht gemeint sein soll. Es kommt jedoch in keiner Statistik vor. Auch bei keiner Quotenregelung.

Das kann es auch nicht; denn ein soziales oder kulturelles Geschlecht ist nicht eindeutig feststellbar. Damit kann man keine Politik machen. Damit kann man keine Gruppen bilden. Das geht nur mit einem klaren Entweder-oder-Kriterium. Es geht also doch immer nur um das biologische Geschlecht, oder volkstümlich gesagt: um das, was man in der Unterhose hat. Während es zur Zeit der Müller-Partei genügte, den Ausweis vorzuzeigen, um das entscheidende Erkennungszeichen zu präsentieren, heißt es heute: Hose runter!

Aber ist die Geschlechtszugehörigkeit wirklich ein brauchbares Kriterium, um Schriftsteller, die bekanntlich mit Sprache arbeiten und nicht etwa im horizontalen Gewerbe tätig sind oder eine Sauna betreiben, in Gruppen einzuteilen und angemessen zu etikettieren? Für Sexisten schon. Für die geht es immer nur um das eine. Sowieso. Für andere wiederum ist es kein geeignetes Kriterium.

Damit drängt sich die Frage auf: Was sind Sexisten? Das sind Leute, für die ihre Zugehörigkeit zu einem der beiden Geschlechter das entscheidende Kriterium ist, hinter dem alle anderen Aspekte – und zwar alle anderen – zurücktreten. Sehen wir uns so einen Sexisten näher an. Viele halten ihn für einen unangenehmen Zeitgenossen, der von einem übermäßig starken Begehren befallen ist. Er ist in etwa das, was man früher einen Erotomanen nannte. So jemand erzählt womöglich zweifelhafte Witze. So jemand ist sexbesessen, vielleicht sogar sexsüchtig. Das lässt – hoffentlich – irgendwann nach.

Das ist auch nicht weiter schlimm. So jemand hat gewisse Probleme mit seinem Sexleben – und das wird wiederum für Leute, die damit belästigt werden, zum Problem. Doch solche Kleinkriege verbleiben in einem überschaubaren Personenkreis. Solange man so jemanden relativ problemlos meiden und leicht abwimmeln kann, stellt er keine Gefahr dar. Er wird schon merken, wo er Freunde findet und wo nicht.

Schlimmer sind Leute, die vermutlich auch Probleme mit ihrem Sexleben haben, sich aber hauptsächlich um die Intimitäten anderer kümmern, speziell um Leute, die sie gar nicht kennen, deren Leben sie aber regulieren möchten. Es geht ihnen um alle. Und um alles. Sie treten mit dem Anspruch auf, am besten zu wissen, wie Menschen heutzutage ihr Privatleben gestalten müssen und sie versuchen, ihre aktuellen Vorstellungen mit ständig neuen Vorschriften durchzudrücken, wobei sie sich selbst als Gutmenschen und alle anderen als Schlechtmenschen darstellen.

Bei dieser Sorte von Sexisten geht es um Politik. Es geht um einen umfassenden Macht- und Geltungsanspruch. So ein Sexist beansprucht allein schon aufgrund der Zugehörigkeit zu einem der beiden Geschlechter eine grundsätzliche Überlegenheit, ganz unabhängig davon, ob er selber ein abwechslungsreiches Nachtleben hat oder nicht. Er sieht sich als Mensch erster Klasse, weil bei ihm Sex ganz oben auf der Liste seiner Wertmaßstäbe steht. Danach kommt lange nichts. So sind sie. Sexisten haben alle dieselbe Brille, durch die sie die Welt betrachten.

Es ist doppelt schlimm. Erstens fühlt sich ein Sexist allen des jeweils anderen Geschlechts überlegen. Ohne guten Grund. Auch ohne schlechten Grund. Er fühlt sich grundsätzlich allen vom anderen Ufer überlegen, nur weil er sich zum „besseren“ Geschlecht rechnet („besser“ natürlich in Anführungszeichen, weil es ein besseres Geschlecht nicht gibt). Zweitens fühlt sich so einer auch den eigenen Geschlechtsgenossen überlegen, sofern sie nicht ebenfalls Sexisten sind und – so wie er es tut – die Geschlechtszugehörigkeit als das alles entscheidende Kriterium ansehen. Sexisten sind so etwas wie die Neuen Herrenmenschen.

Der offensichtliche Sexismus der Frauen, den niemand sehen soll

Viele halten Sexismus für eine reine Männerkrankheit. Den Eindruck kann man leicht haben; denn Sexismus begegnet einem zumeist als Vorwurf, der von Frauen gegen Männer erhoben wird. Doch hinter dem Schleier der Empörung verbergen Frauen ihren eigenen, sehr speziellen Sexismus. Frauen sind auch sexistisch. Besser gesagt: Feministen sind es. Sie sind es grundsätzlich. Sie haben damit angefangen.

Wir sollten an dieser Stelle nicht abwinken und uns auf ein voreiliges Unentschieden einlassen, als gäbe es halt auf beiden Seiten Sexisten, und die Sache wäre irgendwie ausgeglichen. Das ist sie nicht. Feministen haben inzwischen die politische Macht und sie haben auch die öffentliche Meinung – und die so genannte Defma (Definitionsmacht) – auf ihrer Seite. Es gibt in dieser Sache keine Gleichverteilung. Wenn wir das auf die politische Ebene übertragen wollen, müssen wir uns zwei Nachbarländer vorstellen, von denen eines von beiden Vernichtungswaffen besitzt das andere aber nicht.

Feministen haben „Sexismus“ zu ihrem Kampfbegriff gemacht und sind nun die Nutznießer in einem abgekarteten Spiel, in dem Männer nicht etwa Täter, sondern ausschließlich Opfer sind. Eine Bemerkung, die als sexistisch verstanden wird, kann die Karriere eines Mannes gründlich ruinieren. Aktuelles Beispiel ist der Nobelpreisträger Tim Hunt, der wegen angeblichen sexistischen Äußerungen* seine Stelle am University College London aufgeben musste. Dabei hat er keiner einzigen Frau etwas angetan, nur der imaginären Gruppe „der“ Frauen. Deshalb konnte es auch keine Entschuldigung oder Richtigstellung geben. Keine Verwarnung. Keine Möglichkeit, Einspruch zu erheben.

Gleichstellungspolitik ist sexistisch. Feministen, die sich per Definition als Sexisten sehen, sind die treibende Kraft hinter der Gleichstellungspolitik, so wie Max Müller die treibende Kraft hinter dem Erfolg der Müller-Partei war. Die Feministen haben Erfolg, sie haben es tatsächlich geschafft, die beiden Pseudo-Gruppen „die“ Männer und „die“ Frauen in die Welt zu setzen und daraus ihre Vorteile zu ziehen.

Am Anfang dieser Entwicklung stand die Einrichtung des Ministeriums für „Frauen“. Damit wurde ein neuer Zuständigkeitsbereich geschaffen, eine neue falsche Verallgemeinerung wurde in Beton gegossen. Sie hatte fortan Gesetzeskraft. Sie ist total, sie ist gnadenlos, sie kennt keine Ausnahmen: Frau oder Nicht-Frau – das ist die Frage. So wurde nach und nach eine Politik etabliert und ausgebaut, die man, wenn man es freundlich formulieren will, als Müllerismus bezeichnen kann – weniger freundlich als neu eingekleideten Rassismus.

Wie soll man sensible mit der großen Axt umgehen?

Natürlich wird ständig betont, dass es „die“ Frauen in Wirklichkeit nicht gibt und dass man keinesfalls verallgemeinern dürfe – und dann wird genau das getan. Gleichstellung geht mit dem Charme einer Planierraupe grundsätzlich gruppenbezogen vor und sorgt dafür, dass die beiden Pseudo-Gruppen überall da, wo man sie beobachtet, gleich groß sind. Wenn nicht, dann sollen sie künstlich angeglichen werden.

Um diesen Prozess voranzutreiben, soll die Gruppe „der“ Frauen bei jeder Gelegenheit erwähnt werden. Daher gibt es Sprachvorschriften für „geschlechtersensible“ Sprache, die eine Doppelnennung wie „Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ verpflichtend macht. Es gibt bereits Hochschulen, die Arbeiten von Studenten ablehnen, wenn sie dieser Pflicht nicht nachkommen.

Oder sie drohen mit Punktabzug. „Du kannst das Ganze natürlich ignorieren“, schrieb eine Tutorin im Auftrag ihrer Dozentin an der TU Berlin einem Studenten des Studiengangs Verkehrswesen; sollten ihm dann allerdings die entscheidenden Punkte fehlen, dann „ … wirst du dich ärgern“, schrieb sie weiter, „denn da hilft dann auch alles diskutieren nichts.”

Der Student war irritiert, als er die Richtlinien zum Abfassen wissenschaftlicher Arbeiten gelesen hatte, da stand nämlich: „Auch die korrekte Verwendung von männlichen und weiblichen Ausdrucksformen und somit einer gendersensiblen Sprache wird in einer wissenschaftlichen Arbeit erwartet. Allgemein bedeutet Gender Mainstreaming ‚bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.’ BMFSFJ 2012“

Aha. Das steckte also dahinter: das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, kurz BMFSFJ, das Zentrum der weiblichen Sexisten, die Kommandozentrale der gruppenbezogenen Gleichstellungspolitik. In deren Welt gibt es nur zwei große Gruppen, die Gruppe der Müller und die der Nicht-Müller – sorry: die der Frauen, die der Männer. Das Ministerium sieht die Welt als Scheibe. Zweidimensional. Deshalb glauben sie, dass es in der Sprache ausschließlich „männliche und weibliche Ausdrucksformen“ gibt. Nur diese beiden. Mehr nicht. Mehr braucht ein Sexist nicht. Denn er sieht erstens bis zehntens sein eigenes – gutes – Geschlecht und sieht unter ferner liefen das – weniger gute – andere. So einfach.

Doch die Sprache ist nicht so einfach wie die Weltsicht der Sexisten. Die Sprache kennt grammatische Formen, die wir „männlich“ oder „weiblich“ nennen (was nichts mit Menschen zu tun hat, die wir so nennen) und die obendrein übergeschlechtlich sein können. Außerdem kennt die Sprache das Neutrum. Das Ministerium nicht. Das Ministerium verkündet, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt. Gibt es nicht. Hamwer nicht. Kriegen wir auch nicht wieder rein. Basta.

Was einen Sexisten nicht interessiert, gibt es nicht. Wenn das Ministerium „korrekt“ sagt, meint es nicht „korrekt“ im Sinne eines korrekten Gebrauchs der Grammatik oder „korrekt“ im Sinne einer richtigen Darstellung eines Sachverhalts, sondern „korrekt“ im Sinne der Gleichstellungspolitik. Die Politik versucht, die vielfältigen Möglichkeiten der Sprache so zu reduzieren, dass damit bloß noch ihre primitive Weltsicht ausgedrückt werden kann.

Also muss unser armer am Verkehrswesen interessierter Student (gemeint ist der Straßenverkehr, nicht der Geschlechtsverkehr), die „Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern“ separat aufführen, auch wenn er es gar nicht will, weil er dafür keinen Grund sieht und er auch keine unterschiedliche Interessen von Frauen und Männer erkennen kann (aber so tun muss, als gäbe es welche und als wären die ganz, ganz wichtig). Er will auch die Verkehrsteilnehmer nicht als zwei von einander Gruppen darstellen, sondern als eine einzige mit einem gemeinsamen Interesse in einer konkreten Lebenssituation, in der es keine Rolle spielt, ob jemand männlich oder weiblich ist. Das darf er nicht. Das gibt Minuspunkte.

Wieso fühlt sich eigentlich das Ministerium mit der Buchstabenkombination BMFSJSF zuständig für den Sprachgebrauch an der TU Berlin? Noch eine Frage: Warum orientiert sich eine Dozentin, die eigentlich die Freiheit der Wissenschaft schätzen müsste, an den Marotten der aktuellen Frauenpolitik, die sie, wenn sie – was wir annehmen dürfen – intelligent ist, leicht als falsch zumindest als fragwürdig erkennen könnte? Warum hat sie ihren kritischen Geist, den sie sicher hat, kurzzeitig ausgeschaltet? Ganz einfach. Weil es eine übergreifende Seilschaft der Sexisten gibt. Da treffen sich Schwestern im Geiste. Für Sexisten ist nun mal die Geschlechtszugehörigkeit das aller- allerwichtigste.

Die Tutorin und die Dozentin sehen die Welt durch die neue 2-D-Sexisten-Brille, die im Ministerium mit den vielen Buchstaben Pflicht ist. Sie teilen dieselbe Weltanschauung. Das richtige Geschlecht hat bei ihnen grundsätzlich Vorfahrt. Glücklicherweise gehören sie selbst dazu. Alles, was sonst noch von Bedeutung sein könnte, ist zweit- oder drittrangig. Zum Beispiel das wissenschaftliche Arbeiten an einer Hochschule. Oder die sprachlich und sachlich korrekte Darstellung in der Hausarbeit eines Studenten (der übrigens nicht zum richtigen Geschlecht gehört). Oder die Wahrheit.

Die Tutorin hat den Studenten angelogen. Sie hat ihm geschrieben: „Bei der gendersensiblen Sprache handelt es sich nicht um eine Empfehlung, sondern um Vorgaben seitens der TU Berlin … Dies hat einfach damit zu tun, dass sich die Gleichstellung von Frau und Mann inzwischen als gesellschaftlicher Konsens auch in wissenschaftlichen Ausarbeitungen niedergeschlagen hat. Und dafür gibt es tatsächlich (im weiteren Sinne) auch rechtliche Vorgaben in verschiedenen Bereichen …“

Stimmt das? Gibt es wirklich einen „gesellschaftlichen Konsens“, der sich auch in wissenschaftlichen Ausarbeitungen „niederschlägt“? Wir wissen es nicht. Aber eines wissen wir: Die „rechtlichen Vorgaben“, von denen die Tutorin schreibt, gibt es nicht. Das schrieb sie zwar. Doch es stimmt nicht. Der irritierte Student wandte sich an die Rechtsabteilung und erhielt die Auskunft, dass es eine Vorgabe, die so genannte geschlechtergerechte Sprache zu verwenden, nicht gibt.

Hatte ihn die Tutorin fahrlässig oder vorsätzlich angelogen? Egal. Sie gehört zum richtigen Geschlecht. Wer tatsächlich glaubt, dass sich so jemand irgendwann einmal entschuldigen oder sich auf eine ernsthafte Diskussion über die gendersensible Sprache einlassen würde, der kennt Sexisten nicht.

Sie sind an der Macht. Sie lügen, weil sie es können. Niemand hindert sie. Das trifft sich gut. Denn sie könnten ihre Vorstellungen gar nicht anders – womöglich mit überzeugenden Argumenten – durchsetzen. Es geht nur mit Lügen. Es geht nur ohne Begründungen. Sie haben Erfolg damit. Sie haben inzwischen die Sprache der Bürokratie erobert. Auch die Sprache der Politik. Auch die Sprache im öffentlichen Raum. Nun greifen sie nach der Sprache der Wissenschaft, von der man eigentlich annehmen sollte, dass sie resistent ist. Ist sie das?

Als nächstes ist die Sprache der Schriftsteller dran. Was werden die Schriftsteller tun? Werden sie klein beigeben?

 

Fußnote*

Tim Hunt hatte überlegt, ob es für die Wissenschaft besser wäre, wenn Männer und Frauen getrennt in Labors arbeiten, weil sie sich ansonsten ineinander verlieben. Das war eine launige Überlegung – ohne Anspruch, das auch umzusetzen. Es war ein Scherz. Warum gilt das als sexistisch? Es ist nicht nur eine Position, die man durchaus vertreten darf, es ist sogar eine, die bei anderer Gelegenheit von Feministen selber vertreten wird. Denn sie sind es, die ernsthaft eine Geschlechter-Apartheid wollen. An jedem Girls’ Day wird eine strenge Geschlechtertrennung vorgenommen.

 

 

Und nun?

  • Im zweiten Teil geht es darum zu zeigen, dass es grundsätzlich leicht möglich ist, mit Sprache zu lügen.
  • Im dritten Teil schauen wir Schriftstellern über die Schulter, wenn sie sich fragen: Wohin mit Herta Müller?
  • Im vierten Teil geht es um die Frage, was Sexisten wirklich wollen.
  • Im fünften und letzten Teil geht es um die grundsätzliche Frage, ob das grammatische und das natürliche    Geschlecht eins sind.

 

achgut.com

Schriftsteller, Gruppensex und Sprachmörder (Teil 2)

Im ersten Teil wurde berichtet, dass der Verband der deutschen „Schriftsteller VS“ überlegt, sich in Verband deutscher „Schriftstellerinnen und Schriftsteller VSS“ umzubenennen, um den Gleichstellungsaspekt zu berücksichtigen. Ich habe zunächst erklärt, was Gleichstellung bedeutet: Es setzt ein gruppenbezogenes Denken voraus, bei dem die Gruppenbildung nach einem sexistischen Kriterium erfolgt – nämlich nach dem der nackten Geschlechtszugehörigkeit. Mit der Gleichstellung hat sich ein Sexismus breit gemacht, den man möglicherweise nicht bemerkt und als solchen hat. Sexisten haben ein nicht hinterfragtes Überlegenheitsgefühl, was dazu führt, dass sie ihre Vorstellungen vom richtigen Sprachgebrauch nicht zur Diskussion stellen, sondern mit Macht durchsetzen wollen. Was bedeutet das für Schriftsteller?

Mögen deutsche Schriftsteller Gruppensex? Wollen sie aufklären oder wollen sie betrügen? Sie müssen sich entscheiden.

Menschen sind nicht gleich. Dass man sie nicht gleichstellen kann, ist offensichtlich. Gruppen sind auch nicht gleich und lassen sich genauso wenig gleichstellen. Doch bei Gruppen fällt es nicht auf den ersten Blick auf. Damit es nicht doch irgendwann auffällt, werden bei der Gleichstellungspolitik immer nur Quantitäten gesehen, nie Qualitäten. Quantitäten kann man gleichstellen. Jedenfalls dann, wenn man sich nicht für Qualitäten interessiert. Es zählt dann nicht die Bedeutung der Worte, sondern die Häufigkeit, mit der sie verwendet werden.

Einem Schriftsteller ist das alles fremd. Ihm ist der Sexismus fremd, vor allem aber das gruppenbezogene Denken. Ein Schriftsteller – wie jeder andere Künstler – ist ein individueller Fall. Schreiben ist etwas sehr Persönliches. Ein sexuelles Erlebnis ist es auch.

Wenn sich ein Schriftsteller einer Sichtweise unterwirft, die gruppenbezogen ist, dann verliert er seine Individualität und damit gleichzeitig seine Qualität. Darauf kommt es, wenn er sich der Gleichstellung unterwirft, nicht mehr an. Es ist dann nicht mehr so wichtig, ob sein Text gut oder schlecht, wichtiger ist, ob er die weibliche Form beachtet. Wer so schreibt, ist kein Schriftsteller mehr.

Er muss auch keinen eigenen Text mehr schreiben, es genügt, wenn er den Text der Gruppe, in der er aufgeht wie ein Aspirin in einem Glas Wasser, zusammen mit den anderen Gruppenmitgliedern unterschreibt. Albert Einstein hat es auf die berühmte Formel gebracht: „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“

Ein unabhängiger Schriftsteller könnte das nicht. Er müsste dem gruppenbezogenen Denken etwas opfern, das er nicht opfern kann, ohne sich dabei aufzugeben. Gruppenbezogenheit ist die Endstation im Lebenslauf eines Schriftstellers, der einst an seine eigene Stimme geglaubt hat.

Sexismus ist auch nichts für Schriftsteller. Sexismus ist Gruppensex der besonderen Art: Es geht immer nur um Sex und um das Bedürfnis der Gruppe. Ein Schriftsteller sollte sein Bekenntnis zu dieser Art von Gruppensex lieber nicht so laut ausposaunen. Wer sich Sexismus auf die Fahne schreibt, dem flattert er wie eine Alkoholfahne voraus. Wir können uns schon denken, wie ein Text von so jemandem aussieht.

Es ist ein zweitklassiger Text. Texte können schlecht lügen und verraten oft mehr, als ein Schriftsteller sagen wollte. Jeder Text, bei dem schriftstellerische Ansprüche hintangestellt wurden, gibt das auch zu erkennen. Das gilt besonders für Texte, die sich einer politischen Mode unterordnen.

Bei Schriftstellern ist es besonders peinlich. Wenn sie sich Sprachvorgaben, die ihnen fremd sind, unterordnen, sind sie wie Soldaten, die vernichtend geschlagen wurden, die bedingungslos kapituliert haben und nun ihre Waffen abgeben. Sie müssen die Uniform des Feindes anziehen und kriegen neue Waffen ¬– Waffen, die ähnlich aussehen, aber anders funktionieren.

Mit dem Feind, der sie besiegt hat, meine ich Politiker. Mit den Waffen, die sie abliefern müssen, meine ich das, was ich als die Werkzeuge der Schriftsteller bezeichnet habe – also: den Sinn für Sprache, die besondere Sensibilität; die liebevolle, aber zugleich kritische Aufmerksamkeit, die Selbstreflexion, das Streben nach Wahrhaftigkeit, das Ideal der adaequatio intellectus et rei. All das muss aufgegeben werden. Sie kriegen neues Werkzeug: die Regeln der geschlechtergerechten Sprache, die neuerdings auch als „faire“ Sprache bezeichnet wird.

Die Bedingungen der Kapitulation

Die Umbenennung von VS zu VSS brächte nicht nur einen Buchstaben mehr in die Abkürzung, es brächte auch ein Bekenntnis zu einem neuen – nämlich zu einem sexistischen – Verständnis von Grammatik mit sich. Wenn sich der VS umbenennt und symbolisch neu taufen lässt, verkündet er damit, dass er zu einem Glauben konvertiert ist, bei dem drei Gebote unbedingt gelten:

Das natürliche und das grammatische Geschlecht sind eins
Es gibt keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit
Der Plural hat ein Geschlecht

Aber, aber. Wer sich nach diesen Geboten richten will, kann nicht mehr ernsthaft schreiben. Wenn sich Schriftsteller dazu bekennen sollten, dann können sie ihren neuen Namen gleich als Grabinschrift verwenden. Im Ernst: Wer mir widersprechen will, sollte im Anhang Texte beifügen, die er unter Beachtung dieser drei Gebote verfasst hat.

Schriftsteller haben nicht die Möglichkeit, faule Ausreden zu nutzen und zu sagen: „Mir ist das eh wurscht“ oder: „Sprache ist irgendwie nicht so mein Ding“. Politiker stümpern auffallend oft, wenn sie mit Sprache umgehen. Schlimm genug. Wir sollten es ihnen nicht länger nachsehen und uns nicht daran gewöhnen, dass es bei ihnen halt so ist. Und bei Schriftstellern?

Mind the gap!

Augustinus hatte darauf hingewiesen, dass Worte Zeichen sind, die sich von der Sache, die sie bezeichnen sollen, lösen können und das auch tun. Wir können diese Zeichen aber weiterhin benutzen, selbst wenn wir die Sache nicht wirklich kennen und auch nicht in der Lage sind, sie zu definieren. An einer richtigen Übereinstimmung vom Wort mit dem Bezeichneten mangelt es nicht nur in bedauerlichen Einzelfällen, sondern – schlimmer noch – in den allermeisten Fällen. Mehr oder weniger in allen. „So kann man,“ sagt Augustinus, „den Worten nicht einmal die Rolle zugestehen, den Gedanken des Sprechenden wiederzugeben, denn der ist sich ja gar nicht sicher, ob er das, was er sagt, auch weiß.“

Dieses grundsätzliche Problem hat Humboldt zu dem Satz verleitet, dass in jedem Verstehen ein Missverstehen liegt. Auch Cicero, auf den der Begriff von der adaequatio intellectus et rei zurückgeht, sieht, dass im menschlichen Verstande nichts besser, aber auch nichts schlechter ist als die Sprache. Weil eben die wirkliche Übereinstimmung nicht gegeben ist.

Nun kommt es drauf an, wie wir damit umgehen. Es kommt darauf an, was wir wollen. Wenn wir die guten Seiten der Sprache nutzen wollen, um richtig verstanden zu werden, dann müssen wir dieses grundsätzliche Dilemma bedenken. Dann müssen wir bereit sein, über diesen „gap“ – also über die Lücke zwischen den Zeichen und der Sache – zu reden und uns mit unseren Zuhörern und Lesern darüber verständigen.

Dass viele das nicht wollen, wusste schon Augustinus: „Nimm hinzu alle Lügner und Täuscher, und du wirst leicht verstehen, dass die Worte den Inhalt eines Gedankens nicht nur nicht enthüllen sondern ihn sogar verbergen können.“ Hier liegt eine unvermeidbare Gefahrenstelle. Leider, leider. So ist es. Sie lockt alle an, die lügen, täuschen und betrügen wollen. Gelegenheit macht Diebe.

Stellen wir uns vor: Es gibt ein nicht verschließbares Schmuckkästchen an einem öffentlich zugänglichen Ort. Oder denken wir an wertvolle Kunstwerke in einer Kirche, deren Türen stets geöffnet sind. Eine Gemeinschaft kann sich das leisten, wenn diese Schätze von allen respektiert werden; wenn bei allen ein wirklicher Gemeinsinn vorhanden ist und wenn niemand etwas, das allen gehört, zu seinem persönlichen Vorteil verwenden will. Auch die Sprache gehört allen.

Wenn nun jemand auftritt, der Aufsehen erregt, weil er mit teurem Schmuck behängt ist, dann muss er sich die Frage gefallen lassen, woher er den hat. Er muss die Frage beantworten, ob er ihn rechtmäßig erworben hat. Genauso muss sich ein Redner, der mit seiner Sprache als Gesetzgeber auftreten will, die Frage zulassen, wie er das eigentlich meint, was er sagt. Er muss verraten, ob er die Begriffe weiterhin in dem Sinne, wie ihn die anderen verstehen, verwendet oder ob er versucht, den Worten einen neuen Gehalt unterzuschieben. Er muss sagen, warum er Neologismen verwendet und was sie bedeuten.

Jedenfalls muss er mit sich reden lassen und seine Wortwahl zur Diskussion stellen und offenlegen, warum er etwas so und nicht anders formuliert. Schriftsteller schreiben nicht nur, sie interpretieren auch. Das können andere auch. Das können Lehrer. Das können Schüler. So schwer ist es nicht.

Zwar heißt es bei Karl Kraus: „In keiner Sprache kann man sich so schwer verständigen wie in der Sprache“, aber so schlimm ist es auch nicht. Man kann die Sprache durchaus zur Aufklärung nutzen, mit den allgemein zugänglichen Werkzeugen der Interpretation kann man Manipulationsversuche auffliegen lassen; ja, man kann sich mit der Sprache sogar über die speziellen Fallstricke der Sprache verständigen. Da geht was. In keiner Sprache kann man das so gut wie in der Sprache. Das sollte sich Karl Kraus mal gesagt sein lassen.

Wenn wir akzeptieren, dass Sprache grundsätzlich die beschriebenen Möglichkeiten und Tücken bereithält, dann sind wir wieder bei der Frage angekommen, die sich schon bei Augustinus aufgetan hat, bei der Frage nämlich, wie wir damit umgehen und was wir eigentlich wollen. Wer Erkenntnisse gewinnen und sich verständlich machen will, der lässt Fragen zu, der gesteht Fehler ein, der lässt andere teilhaben an seinen Versuchen, die richtigen Schlüssel auszuprobieren.

Wer dagegen blenden will, wer seine Zuhörer betrügen und täuschen will, der kneift. Der steigt aus. Es gibt zwei Antiquitätenhändler auf dem Bazar. Der eine ist redlich und sagt seinen Kunden ehrlich, woher er seine Stücke hat und wie alt sie sind. Er gibt offen zu, wenn er es nicht weiß. Der andere trachtet nur danach, seinen Kunden übers Ohr zu hauen, er belügt ihn bewusst an und täuscht ihn über den wahren Wert und über die tatsächliche Herkunft seines Angebotes.

Hier scheiden sich die Geister. Glücklicherweise haben wir die Möglichkeit, Sprachbetrüger zu entlarven. Mit Fragen. Ob sie Verantwortung für ihre Formulierungen übernehmen, erkennen wir daran, ob sie Fragen beantworten oder nicht. Die Fragen kommen im dritten und im vierten Teil. Es sind Fragen, die sich redliche Schriftsteller und Antiquitätenhändler sowieso ständig stellen. Ich wette jedoch um eine Jean-Paul-Gesamtausgabe, dass die Befürworter der sprachfeministischen Vorschriften, die mit der Gleichstellungspolitik einhergehen, der Befragung nicht standhalten.

Ich habe mir die Mühe gemacht, den Werkzeugkasten der Schriftsteller auszupacken und die Formulierungen, um die es geht, in seinen Einzelheiten zu beleuchten. Womöglich erinnert es uns daran, wie Deutschunterricht früher einmal war; es erinnert uns an Fragen wie: Was will uns der Dichter damit sagen? Oder an Aufgaben wie: Interpretieren Sie diesen Text im Zusammenhang! Es ist lang geworden – es gibt fünf Teile –, aber es ist leicht zu verstehen. Es ist keine Hexerei. Jeder, der diesen Text bis hier hin lesen konnte, wird keine Schwierigkeiten haben, er kann gerne mitmachen, er kann gerne zu eigenen Antworten und eigenen Erkenntnissen kommen.

Mir reicht es: Ich habe noch einmal schlucken müssen, eh ich mich zu der Formulierung durchgerungen konnte, die nun in aller Deutlichkeit kommt: Ich habe keine Nachsicht mehr mit Falschspielern und Gaunern. Schriftsteller, Politiker und Wissenschaftler können keinen Jugendschutz geltend machen, sie können nicht auf eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit plädieren und mildernde Umstände erwarten. Auch Frauen können das nicht.

Wer in unserem Alter schreibt und spricht, muss wissen, was er tut und er muss es verantworten können. Wir unterscheiden bekanntlich zwischen Totschlag und Mord, weil es bei der moralischen Bewertung eine Rolle spielt, ob jemand vorsätzlich handelt oder nicht. Das gilt auch für das Sprechen, das Sprachhandeln. Wenn ich sehe, höre und lese, wie Sexisten unsere Sprache verunstalten, dann will ich keine Entschuldigungen mehr gelten lassen. Ich sehe die Gralshüter der geschlechtergerechten Sprache nicht mehr als Schlampensäcke, sondern als Sprachmörder.

Die Monster kommen demnächst mit Begleitung

Die feministisch verseuchte Politikersprache hat sich mehr und mehr von der Kultursprache entfernt. Die treibende Kraft dahinter war das Ministerium für „Frauen“, das sich in jeder Saison eine andere Bezeichnung gab, sich jedoch durchgehend als Kultusministerium aufspielte und nach eigenem Bekunden einen Kulturwandel bewirken wollte. Den hat es auch bewirkt. Alle Politiker üben sich inzwischen artig im verordneten Feministen-Deutsch, verneigen sich vor dem Hut von Frau Gessler und sprechen nur noch von „Bürgerinnen und Bürgern“, als wären es zwei Gruppen, die man unbedingt voneinander unterscheiden müsse.

Im Bundesgleichstellungsgesetz heißt es unter § 1 „Ziel des Gesetzes“ unter (2): „Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Bundes sollen die Gleichstellung von Frauen und Männern sprachlich zum Ausdruck bringen. Dies gilt auch für den dienstlichen Schriftverkehr.“

Das gilt auch sonst. Es gilt für alle. Alle sollten die Gleichstellungspolitik sprachlich zum Ausdruck bringen. Am Wahlabend wird nur noch von „Wählerinnen und Wählern“ gesprochen, als wären wir nicht etwa eine Gemeinschaft von Wählern mit gemeinsamen Interessen, sondern missgünstige Konkurrenten, die längst vergessen haben, dass sie zusammengehören. Doch bei einer Wahl geht es gerade darum, darüber abzustimmen, was das Beste für die Gemeinschaft ist. Ein übergeordnetes Gemeinschaftsgefühl ist die Voraussetzung für eine Demokratie – sonst könnte jeder wählen, auch derjenige, der nicht am Wohl der Gemeinschaft interessiert ist, weil er sowieso nicht dazugehört.

Stellen wir uns vor, bei der nächsten Landtagswahl in Stuttgart würden die freundlichen Moderatoren nicht mehr von „Wählerinnen und Wählern“ sprechen, sondern von „Badensern und Württembergern“, als wären es zwei verschiedene Gruppe, bei denen man sich ernsthaft fragen muss, wieso sie einen Landtag wählen, der beide vertreten soll. Die Moderatoren lächeln auch immer so süffisant, weil die Badenser vorher klar und deutlich erklärt haben, dass sie sich ausschließlich für die Interessen der Badenser interessieren und dass die ihnen viel, viel wichtiger sind als irgendein gemeinsames Interesse für ganz Baden-Württemberg.

So verhält es sich mit den „Wählerinnen und Wählern“: Wählerinnen sind ausschließlich für sich selbst und für ihre exklusive Frauenpolitik zuständig, die sich inzwischen dem bekannten politischen System, das verschiedene Parteien mit verschiedenen Farben (rot, schwarz, gelb, grün) hervorgebracht hat, übergeordnet hat. Wenn heute immer wieder zwanghaft von „Wählerinnen und Wählern“ gesprochen wird, dann wird damit verkündet, dass es kein Gemeinschaftsgefühl mehr gibt – was wir daran erkennen, dass unsere Demokratie „die Wähler“ verloren hat.

Nur in der Prosa haben die „Wähler“ überlebt. Noch. Da gibt es sie noch, die alten, bisher gültigen Pluralformen, die neuerdings bei Feministen als „männliche“ Formen – als so genannte generische Maskulina – verschrien sind und abgeschafft werden sollen. Wie lange werden sie durchhalten?

Auch die „Fußgänger“ überleben nur noch in der Prosa und im täglichen Sprachgebrauch. In der neuen Straßenverkehrsordnung – wo sie eigentlich hingehören – kennt man sie nicht mehr, sie wurden durch „zu Fuß Gehende“ ersetzt. Aus Studenten wurden „Studierende“, aus Teilnehmern wurden „Teilnehmende“. Alles im Namen der Gleichstellungspolitik. Sie beschert uns mit dem Rückenwind einer angeblich gültigen gesetzlichen Regelung (von der man nicht genau weiß, wie sie angewendet werden soll und ob sie wirklich Gesetzeskraft hat) eine verkrampfte Propagandasprache, die unsere Muttersprache ersetzen soll, als würde eine neue Datei mit anderem Inhalt aber mit gleichem Namen die alte überschreiben.

Die Übergriffe mehren sich. Den gröbsten leistete sich die scheinheilige Bibelübersetzung (die keine „Übersetzung“ ist, sondern eine Interpretation, was eine gute Übersetzung eben gerade nicht ist) in – wie sie es selbst nennen – „gerechter Sprache“ (die es nicht gibt, Formulierungen sind entweder zutreffend oder nicht, aber nicht gerecht oder ungerecht). Sie hat uns die „Makkabäerinnen und Makkabäer“ und die „Jüngerinnen und Jünger“ auf den Altar gelegt, und hat damit aus dem Wort Gottes die Wahrhaftigkeit herausgefiltert, hat die Christenheit noch nachträglich in Teile zerlegt und hat aus den „Jüngerinnen“ Kampflesben gemacht.

Inzwischen gibt es auch Beispiele an Stellen, wo man sie nicht vermutet. In einem aktuellen Bestseller ist mitten im munteren Plätschern einer gefälligen Prosa von „Dichterinnen und Dichtern“ die Rede. Wir haben auch die Kunde vernommen, dass sich in einigen Fantasy-Romanen die „Zwerginnen und Zwerge“ vorgekämpft haben, und es ist anzunehmen, dass ihnen demnächst die „Monsterinnen und Monster“ folgen werden. Ich höre sie schon schnaufen.

Politiker und Schriftsteller sprechen nicht dieselbe Sprache. Das Nebeneinander schafft eine ständige Unruhe. Das geht nicht lange gut. Das Dilemma offenbart sich bei jeder Pluralbildung. Das Gebot der Gleichstellungspolitik heißt: Jeder Plural soll ein Geschlecht haben. Damit es geschlechtergerecht behandeln werden kann.

Bei so einer Sache macht man mit oder nicht. Eins von beiden. Es gibt keine Kompromisse. Es ist nicht etwa so, dass die Sprache der Politiker, die sich der „gerechten“ Sprache unterordnen, fehlerhaft wäre und dass man nur ein paar Missgriffe korrigieren müsste, schon wäre alles im Lot. Nein. Die feministisch verpestete Sprache der Politiker ist nicht fehlerhaft, sie ist falsch. Sie beruht auf falschen Voraussetzungen.

Viele sehen das nicht so streng, sie bemerken zwar wirre Auswüchse wie die Vorschläge, die der/die/das (im ersten Teil) erwähnte Profx Hornscheidt in die Debatte geworfen hat, sie halten das jedoch für Petitessen, für harmlose Kuriositäten und sehen nicht, dass es die Symptome einer schweren Krankheit sind und dass es nicht hilft, die Symptome gelegentlich zu überpudern und ansonsten alles dafür zu tun, dass sich die Krankheit weiter ausbreiten kann.

Die Sprache der Gleichstellungspolitik folgt unerbittlich den drei Geboten, die ich weiter oben genannt habe. Dazu sagt man entweder Ja oder Nein. Es gibt keine dritte Möglichkeit. Der Vorschlag, sich in „VSS Verband der Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ umzubenennen, ist ein Zeichen, das den Politikern signalisiert:

Wir geben auf. Wir laufen zu euch über. Eine Politikerinnen- und Politikersprache ist uns wichtiger als die Sprache der Schriftsteller, die diesen Verband einst gegründet haben.

Teil 1 finden Sie hier

Im dritten Teil schauen wir Schriftstellern über die Schulter, wenn sie sich fragen: Wohin mit Herta Müller?

Im vierten Teil geht es um die Frage, was Sexisten wirklich wollen.

Im fünften (und letzten) Teil. Da geht es um die grundsätzliche Frage, ob das grammatische und das natürliche Geschlecht eins sind.

 

achgut.com

Schriftsteller, Gruppensex und Sprachmörder (Teil 3)

Was bisher geschah: Die deutschen Schriftsteller überlegen, ob sie ihren Namen ändern sollen oder nicht. Wenn sie sich wirklich, wie vorgeschlagen, in „Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ umbenennen, dann reichen sie damit dem Sprachfeminismus den kleinen Finger und kämen in Teufels Küche. Sie müssten dann drei Gebote befolgen: 1. Das natürliche und das grammatische Geschlecht sind eins! 2. Es gibt keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit! 3. Der Plural hat ein Geschlecht!

Schauen wir ihnen über die Schulter, wenn sie mit Formulierungen ringen. Stellen wir ihnen Fragen dazu. Es geht nicht nur um einen Blick in die Werkstatt. Es geht um mehr. Im zweiten Teil habe ich heftige Worte gewählt und gesagt, dass sich durch Interpretation zeigen lässt, ob Schriftsteller Aufklärer oder Betrüger sind. Das wollen wir sehen:

Deutsche Schriftsteller sind ratlos. Sie leiden an der Innenwelt und wissen nicht wohin mit Herta Müller

Liebe Schriftsteller,
nun mal ehrlich, unter uns: die Formulierung „Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ hat einen Haken. Aber wo? Es gibt zwei mögliche Stellen. Es kommt ganz darauf an, was wir zum Ausdruck bringen wollen.

Wenn wir sagen wollen, dass die „Schriftstellerinnen“ zur Gesamtmenge der Schriftsteller dazugehören, dann wäre es eine falsche Aufzählung. Das wäre der Haken an dieser Stelle. Denn etwas, das bereits als Teilmenge in einer Menge enthalten ist, wird in einer Aufzählung nicht noch einmal extra aufgeführt. Die korrekte Formulierung wäre in diesem Fall „Schriftsteller einschließlich der Schriftstellerinnen“. Das klingt banal und überflüssig. Das wollen wir nicht sagen. Frauen waren von Anfang an mit dabei. Das ist nichts Neues.

Neu ist, dass die beiden Gruppen beziehungslos nebeneinander gestellt werden, obwohl das Verhältnis, in dem Männer und Frauen zueinander stehen, keinesfalls ein einfaches Nebeneinander ist. Es ist komplizierter. Auf dem Land sagten wir gerne: „stumpf ist Trumpf!“ Vielleicht war es gerade die Stumpfheit, die Formeln wie „Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ so eine enorme Verbreitung beschert hat, auch wenn sie viel zu primitiv sind, um wahr zu sein. Das Verhältnis von Mann und Frau besteht in Wirklichkeit aus wechselseitigen Abhängigkeiten. Es ist ein komplexes Ineinander. Kein Nebeneinander.

Die Gleichstellungspolitik kennt aber nur ein Nebeneinander. Deshalb bringt sie auch so erstaunliche und zugleich verräterische Modeworte wie „Work-Life-Balance“ hervor. Auch hier werden zwei Begriffe – Arbeit und Leben – nebeneinander gestellt, die sich grundsätzlich nicht voneinander trennen lassen und die man deshalb auch nicht nebeneinanderstellen und in eine Balance bringen kann wie eine Wippe auf dem Spielplatz, die stillsteht und gerade nicht wippt, weil an beiden Enden Kindern sitzen, die genau gleich schwer sind.

Die Formulierung evoziert Bilder, die uns eine falsche Vorstellung von der Sache, die bezeichnet werden soll, geben. Wir „begreifen“ sie dadurch nicht richtig; wir machen uns dann einen falschen „Begriff“. Einen falschen Begriff machen wir uns auch, wenn wir das Verhältnis von Männern und Frauen als unverbundenes Nebeneinander beschreiben, das kein Ganzes mehr ergibt.

Es wird dann so getan, als könnte man (es folgt eine Version im Singular für etwas Lebendiges), ein Organ heraustrennen, als wäre es ein Fremdkörper und könnte es außen vor lassen, ohne zu sehen, dass der Körper demnächst abstirbt. Oder (es folgt eine Version im Plural für etwas Mechanisches), als könnte man aus einem Gerät einige Einzelteile herausnehmen und daneben legen. Man hätte dann auf der einen Seite eine defekte Uhr, bei der ein paar Rädchen fehlen und auf der anderen Seite eben diese Rädchen. Wenn wir versuchen, die beiden Seiten in eine Balance zu bringen oder sie gleichzustellen, dann merken wir schnell, dass es nicht geht.

Oder nehmen wir ein anderes Bild: Stellen wir uns eine Einheit als Kreis vor, in dem es gleich viele männliche (schwarze) und weibliche (weiße) Elemente gibt. Wenn wir die getrennt aufführen wollen, wie stellen wir uns das vor? Als getrennt nebeneinander stehende Halbkreise, die gleich auseinanderfallen oder so wie in dem Ying-Yang-Symbol?

Schriftsteller sind es gewohnt, sich ständig zu fragen, warum sie etwas genau so und nicht anders sagen wollen. Wenn es keine Abgabetermine gäbe, würden sie bis ans Ende ihrer Tage redigieren und korrigieren und sich Gedanken darüber machen, wie das, was sie schreiben, verstanden werden kann und wie es wirkt.

Also: Was soll ausgesagt werden? Warum soll es „Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ heißen? Wie darf der liebe Leser das interpretieren? Soll er es so verstehen, dass Frauen und Männer in einem leicht zu trennenden Nebeneinander stehen?

Betrachten wir die Möglichkeit etwas genauer: Wenn gesagt werden soll, dass es sich einerseits um die Untergruppe der weiblichen und andererseits um die Untergruppe der männlichen Schriftsteller handelt, die neuerdings separat aufgeführt werden, dann wird die Formulierung „Schriftsteller“ anders verwendet, als wir es bisher getan haben.

Das wäre der Haken an dieser Stelle. Denn bisher waren mit dem Plural „Schriftsteller“ alle gemeint. Nun wird so getan, als würden damit ausschließlich männliche Schriftsteller bezeichnet.

Wenn wir das so sagen wollen, dann müssen wir es auch tun und ausdrücklich von „männlichen Schriftstellern“ reden. Die richtige Formulierung wäre in diesem Fall also „Schriftstellerinnen und männliche Schriftsteller“ oder (was auf dasselbe hinausläuft) „weibliche und männliche Schriftsteller“. Das klingt ebenfalls banal – und überflüssig. Das wollen wir auch nicht sagen. Aber was dann?

Es ist wichtig, den Unterschied zu sehen: „Schriftsteller“ und „männliche Schriftsteller“ sind nicht dasselbe. Böll und Grass sind Schriftsteller. Beide sind Nobelpreisträger. Man kann sie zusammenfassend als „Schriftsteller“ und als „Nobelpreisträger“ bezeichnen.

Dass sie auch noch männlich sind, wissen wir zwar, es wird uns aber nicht explizit mitgeteilt. Ein Außenstehender, der sich nicht mit deutscher Literatur auskennt, wüsste es nicht. Der Plural hat kein Geschlecht. (Oder doch? Das ist eben die Frage).

Politisch korrekt oder poetisch korrekt?

Nun kommt noch Herta Müller dazu. Dass sie auch „Müller“ heißt wie der Parteigründer in einem Gedicht von Kästner, ist reiner Zufall (im ersten Teil habe ich das Gedicht als Beispiel für eine willkürliche Gruppenbildung herangezogen). Prima, prima, prima! Nun haben wir drei Schriftsteller und drei Nobelpreisträger.

Der Plural „Schriftsteller“ ist nach wie vor übergeschlechtlich, er ist, um das erneut zu betonen, nicht exklusiv männlich. Herta Müller gehört mit dazu. Zu den „Schriftstellern“, zu den „Nobelpreisträgern“.

Oder?

Hier stellt sich die Gretchenfrage des Sprachfeminismus: Gibt es einen Begriff, der beide Geschlechter umfasst oder nicht? Sitzen alle Autoren in einem Boot oder haben sie neuerdings zwei Boote – woher auch immer das zweite Boot gekommen sein soll?

Es ist eine Frage, die wir aus der Mengenlehre kennen: Gibt es eine Menge oder zwei? Der Sprachfeminismus sagt: Es gibt zwei. Es muss alles zerteilt werden, so dass überall die Trennung sichtbar wird – die Scheidung, die Scheide.

Hier erkennen wir den Schaden, den uns der Sprachfeminismus eingebrockt hat und weiterhin einbrocken will: Er will uns einen übergeordneten Begriff wegnehmen, mit dem wir – ohne ständig auf das Geschlecht zu verweisen – etwas Gemeinsames bezeichnen können. Der Sprachfeminismus, der von Sexisten propagiert wird, besteht jedoch darauf, dass wir bei jeder Gelegenheit auf das Geschlecht hinweisen. Bei jeder! Er bestreitet sogar, dass es einen Begriff, der alle umarmt, geben könnte. Denn so etwas wäre eine geschlechtsneutrale Wirklichkeit. Die gibt es nicht. (Oder doch? Das wäre die nächste Frage).

Für Sexisten gibt es immer nur die „männliche“ oder die „weibliche“ Form, die stets gegeneinander in Stellung gebracht werden, aber niemals unter einem gemeinsamen Dach Unterschlupf finden können. Nun haben wir den Salat. Wir haben sogar zwei Salate. Wir haben zwei Gruppen statt einer: Schriftstellerinnen und Schriftsteller. In welche von beiden Gruppen gehört Herta Müller? Wohin mit ihr?

Wenn ich sage „Herta Müller ist mir von allen Schriftstellern die liebste“, dann vergleiche ich sie mit allen Schriftstellern, egal ob männlich oder weiblich, beispielsweise mit Böll oder Grass. Wozu brauche ich dann die „Schriftstellerinnen“?

Zu denen gehört Herta Müller nicht. Wenn ich nämlich sage „Herta Müller ist mir von allen Schriftstellerinnen die liebste“, dann vergleiche ich Herta Müller nur mit anderen Frauen, die schreiben. Nicht mit Böll oder Grass. „Schriftstellerinnen“ sind exklusiv weiblich.

„Jelinek und Müller sind Schriftstellerinnen und Nobelpreisträgerinnen“ Wie sieht es damit aus? Im Unterschied zu dem Satz, in dem es um Böll und Grass ging, erfahren wir an dieser Stelle mehr: Jelinek und Müller schreiben Bücher, sie sind vom Nobelpreiskomitee ausgezeichnet worden ¬– und sie sind weiblich! Das wird – anders als es bei den Männern der Fall war – ausdrücklich und unmissverständlich erwähnt. Die angehängten „-innen“ verraten es.

Die haben es in sich, diese „-innen“! Sie sind tückisch. Sie sind überflüssig. Wir sollten sie meiden.

Die Innenwelt gegen den Rest der Welt

Wir dürfen uns nicht einlullen lassen: Die Innen-Form ist eine schlimme Plage. Ein Fluch. Sie ist eine Kampfansage. Sie ist die Flagge der Kampflesben, der Feministen, der männlichen und weiblichen Sexisten, sie ist ihre Marseillaise. Die Innen-Form ist ein bösartiger Virus. Mit ihr wird ohne Rücksicht auf Verluste ein sexistisches Verständnis von Sprache auf die Grammatik übertragen. Damit wird die Sprache geschändet und nach und nach zugrunde gerichtet.

Wir sind inzwischen mit verschiedenen Varianten (SchriftstellerInnen, Schriftsteller(innen), Schriftsteller_innen, Schriftsteller/innen, Schriftsteller*innen, Schriftsteller-innen – und eben auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller) überschwemmt worden – mit Doppelnennungen, Schrägstrichen, Klammern, Unterstrichen und Sternchen, die dazu führen, dass die Sprache unaussprechlich wird. Als Peter Handke im Jahre 1969 den Band ‚Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt’ herausbrachte, konnte man davon noch nichts ahnen. Die Flut kam erst in den siebziger Jahren und bescherte uns zum Beispiel eine BenutzerInnenoberfläche.

Nun haben wir eine Invasion von Pseudo-Gruppen mit angehängten Innen-Schwänzen, selbst an Stellen, an denen wir sie nicht erwartet hätten, wie bei den erwähnten Benutzerinnen. Traurige Berühmtheit erlangten die gefallenen deutschen „Soldatinnen und Soldaten“, von denen Ursula von der Leyen gesprochen hat. In Afghanistan sind jedoch keine weiblichen, deutschen Soldaten gefallen. Dieser Innen-Club hat keine Mitglieder. Und was sind das für Frauen, denen Kulturstaatsministerin Monika Grütters gedachte, als sie im Andenken an das Attentat auf Hitler von den „Frauen und Männern um Graf von Stauffenberg“ sprach? Friedrich Olbricht? Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim? Werner von Haeften? Henning von Treschow? Ludwig Beck? Cuno Raabe? Carl Friedrich Goerdeler? Julius Leber? Wilhelm Leuschner? Albrecht von Hagen? (Habe ich einen vergessen?) Sie hat sogar wiederholt von den „Frauen und Männern um Graf von Stauffenberg“ gesprochen. Sie hat ihre Worte wohl überlegt – und von höchster Stelle bewusst die Unwahrheit gesagt. So wie diese Frauen-Gruppe rund um Graf von Stauffenberg so sind auch andere Innen-Gruppen reine Gespenster-Gruppen, die lediglich im Blubbern der geschlechtergerechten Sprache existieren. Sonst nicht.

Fragen wir nach – erste Frage: Wird mit der Innen-Form eine Gruppe bezeichnet, die es tatsächlich gibt? Bei der Gruppe „Jelinek & Müller“ ist das der Fall. Ausnahmsweise. Aber sonst? Zweite Frage: Falls damit eine Gruppe bezeichnet wird, die sich neuerdings von einer bisher intakten Gemeinschaft abgespalten hat, was war der Grund dafür? Gibt es einen anderen als den, dass jemand nicht über den Tellerrand seiner Geschlechtszugehörigkeit hinausschauen kann? Oder nicht will?

Auf Dauer entsteht der Eindruck, dass der Plural eben doch ein Geschlecht hat: „Schriftstellerinnen“ ist ein Plural. Alle, die damit bezeichnet werden, sind weiblich. Na bitte! Der Plural hat ein Geschlecht. Also doch. So wird es von Frauenseite behauptet, und es sieht auf den ersten Blick so aus, als wären die vielen Innen-Formen auch viele, viele kleine Beweise.

Sie sind es nicht. Unser Beispiel von der Mini-Gruppe „Jelinek & Müller“ war die einsame Ausnahme – die einzige, die mir auf die Schnelle eingefallen ist. Alle anderen Innen-Gruppen, die mir einfallen, sind Luftnummern. Lügen.

Manchmal werde ich wehmütig. Die Sprache in der Zeit der Innenwelt, wie sie Peter Handke beschrieben hat, war schöner und klarer. Die Innen-Formen haben uns mehr Probleme gebracht als Lösungen. Sie gaukeln uns falsche Verhältnisse vor.

Weg mit ihnen. Weg mit den Innen! Wir brauchen sie nicht. Kürzen wir sie. Hier ein Tipp für alle, die sowieso schon genervt sind. Es gibt einen Browser, der ‚Binnen-I-be-gone’ heißt. Damit wird das lästige Binnen-I beseitigt. Aus der BenutzerInnenoberfläche wird wieder eine Benutzeroberfläche. Doppelnennungen – wie bei „Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ – werden damit jedoch nicht gelöscht. Schade. Doppelnennungen sind genauso verzichtbar wie das Binnen-I. Sie verstümmeln die Sprache, sie geben ihr Unschärfe und Verkrampfung und nehmen ihr Leichtigkeit und Eleganz.

Das überrascht nicht. Der Feminismus richtet sich nicht nur gegen Männer, gegen Kinder und gegen Objektivität, sondern auch gegen Schönheit. Denken wir an Schlampen-Paraden. Denken wir an Angriffe auf Schönheitsfarmen, auf Schönheitswettbewerbe, auf das Barbie-Haus, auf eine Sendung wie ‚Germany’s Next Topmodel’. Die Ideale hinter solchen Sendungen und Wettbewerben mögen umstritten sein, aber rechtfertigen sie Attacken? Schönheitsideale sind keine Vorschriften, sie sind – das haben sie mit der Kunst gemein – frei verhandelbar. Es genügt, wenn man sich ‚Germany’s Next Topmodel’ nicht anschaut und sich keine Barbiepuppe kauft – aber die Freiheit der anderen respektiert.

Es ist verständlich (aber deshalb noch lange nicht gerechtfertigt), wenn engagierte Frauen Aktionen lostreten, mit denen sie „fat shaming“ (wenn dünne Männer fette Frauen diskriminieren) anprangern oder „lookism“ (wenn Frauen, die sich nicht besonders schön finden, sich von Männerblicken diskriminiert fühlen). Man kann sich gut vorstellen, dass sich da so manche Frau persönlich getroffen fühlt.

Doch was spricht gegen sprachliche Schönheit? Welche Frau könnte sich davon diskriminiert fühlen? Mir fehlt jegliches Verständnis dafür, dass der Sprachfeminismus bewusst etwas Schönes in etwas Hässliches umwandeln will. Doch genau das will er: Er will die Musikalität der Sprache zunichte machen; er will die Architektur gut gebauter Sätze zum Einsturz bringen; er will den Fluss einer fein gestalteten Prosa stören und das Gesamtbild ruinieren, als würde er ein krakeliges Graffiti an einer frisch gestrichenen Hausfassade hinterlassen. Es handelt sich nicht etwa um einen Kollateralschaden, der für einen guten Zweck in Kauf genommen werden muss. Es ist schon der Zweck. Nicht etwa der gute, sondern der schlechte Zweck.

Der Sprachfeminismus ist ein Säureattentat auf die Anmut der Sprache. Das verschafft vielleicht gewissen Frauen eine Art Genugtuung, doch es ist die Genugtuung von Kindern, denen man nie Grenzen gesetzt hat und die sich diebisch freuen, dass sie etwas kaputtgemacht haben. Es bringt ihnen einen Machtschwips, keinen großartigen Machtrausch, aber immerhin einen Schwips: Juhu! Sie haben es geschafft, sie haben den Männern etwas aufgezwungen. Dabei ging es ihnen nicht darum, was sie ihnen aufgezwungen haben, sondern dass sie es geschafft haben, ihnen etwas aufzuzwingen. Als hätten sie Vegetarier genötigt, Fleisch zu essen.

Das vermute ich. Ich habe nämlich den Eindruck, dass der Sprachfeminismus den Feministen selber gar nicht so wichtig ist, wie sie behaupten. Sie schätzen ihn nicht als Wert an sich. Sie schätzen ihn vielmehr als Möglichkeit, mit Männern in negativen Kontakt zu treten. Ich habe mich ein wenig im Internet umgesehen, da ist es mir aufgefallen: Frauen, die das Thema irgendwo eingebracht hatten, berichteten stolz, dass die Männerwelt irritiert war, als läge darin der eigentliche Erfolg, den sie auch ursprünglich angestrebt hatten.

Es ist kein Erfolg, der sie glücklich macht. Jedenfalls nicht lange. Sie wissen selber – was jeder Inquisitor weiß –, dass sie immer nur Lippenbekenntnisse erpressen können. Deshalb ist nie Ruhe in der Kiste. Da ist immer Bewegung. Eine Forderung folgt der nächsten. Und die wieder der nächsten. Die Forderung, nach „VSS Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ ist inzwischen nicht mehr auf dem neuesten Stand der aktuellen Wünsche von Sexisten. Die Schriftstellerinnen hinken der Entwicklung hinterher.

Inzwischen wollen die Feministen den Unterstrich „Schriftsteller_innen“ (mit kleinem i), um damit all denen einen Raum zu geben, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen können. Oder sie fordern analog zu den vorgeschriebenen Studierenden die „Schreibenden“, was an die „Kulturschaffenden“ erinnert, die es in der DDR gab. Dann würde es also „VS der Schriftsteller_innen“ oder „VS der/die Schreibenden“ heißen. Wie wäre das?

Frauen, die solche Verunstaltungen einfordern, sind feige Tyrannen. Männer, die sich dem Sprachfeminismus anpassen, sind traurige Gestalten. Wenn sie sich zu Wort melden, klingt es jedes Mal wie das jämmerliche Gestammel von verunsicherten Befehlsempfängern. Sie haben sich die Möglichkeit nehmen lassen, auf eigene Art höflich, rücksichtsvoll und liebevoll zu Frauen zu sein. Sie sollen in Zukunft keine eigene Art mehr haben. Alle müssen es auf ein und dieselbe Art tun. Männern sind die Formulierungen vorgeschrieben, mit denen sie Frauen „gerecht“ werden müssen.

Und wie? Immer Doppelnennungen verwenden. Frauen nicht auf etwas „festnageln“, sie nicht auf etwas „reduzieren“, sie nicht „marginalisieren“, nicht „exkludieren“ oder gar „unsichtbar machen“.

Reicht das? Nein. Männer müssen obendrein sorgfältig auf ihre Wortwahl achten, als hielte man ihnen eine Pistole vor die Brust mit einer Drohung, wie man sie aus Krimis kennt: „Kein falsches Wort!“ (jedes Wort kann falsch sein, nicht nur „Dirndl“ oder „Tanzkarte“). Inzwischen gilt auch das so genannte generische Maskulinum (also die bisher übliche Pluralbildung) als falsches Passwort für den Zugang zur geschlechtergerechten Sprache.

Männer können die immer dringlicher werdenden Offensiven nicht länger ignorieren. Sie müssen sich dazu verhalten. Sie sollen aber nicht etwa nur genervt, gnädig oder womöglich gönnerhaft erdulden, dass Frauen unbeherrscht und schlampig daherreden; sie sollen es nicht länger einfach nur tolerieren, sie sollen es vielmehr akzeptieren; sie sollen selber so sprechen und ihrerseits dazu beitragen, dass die deutsche Sprache zu einem nicht mehr übersetzbaren, kuriosen Provinzdialekt verkommt, den keiner mag.

Schriftsteller wissen, was sie tun. Mit Sprache umzugehen gehört zu ihren täglichen Routinen und Aufgaben. Viele von ihnen beherrschen außerdem eine Fremdsprache. Dann wollen wir doch mal sehen:

Aufgabe. Übersetzten Sie bitte:
Schriftstellerinnen und Schriftsteller lesen gerne
……………

Vergleichen Sie dazu:
Weibliche und männliche Schriftsteller lesen gerne
…………..

Vergleichen Sie dazu:
Schriftsteller lesen gerne
………….

Erläutern Sie die Unterschiede!
………….

Ich bin sicher, dass jeder Politiker, jeder Lehrer, jeder Pastor – kurz jeder, der eine geschlechtergerechter Sprache fordert und anderen vorschreiben will, an dieser simplen Aufgabe scheitert. Mit diesem Test können wir die Sprachmörder überführen. Ich wiederhole mich: Ich habe gezögert, den Ausdruck „Sprachmörder“ zu verwenden. Aber ich bleibe dabei.

Teil 1 finden Sie hier

Teil 2 finden Sie hier.


Im vierten Teil
geht es um die Frage, was Sexisten wirklich wollen.

Im fünften (und letzten) Teil
geht es um die grundsätzliche Frage, ob das grammatische und das natürliche Geschlecht eins sind.

 

achgut.com

Schriftsteller, Gruppensex und Sprachmörder (Teil 4)

Worauf kommt es an? Was wollen Schriftsteller? Was wollen Sexisten? Warum ist Sarah sauer?

Was bisher geschah: die deutschen Schriftsteller wissen nicht, ob sie sich weiterhin „Schriftsteller“ oder lieber „Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ nennen sollen. Was wäre wenn?

Wir sind alle gleich. Das heißt: Du bist so wie ich

Eine Namensgebung gibt bekannt, worauf jemand Wert legt. Also? Wie ist es? Worauf legen Schriftsteller besonderen Wert?

Wie würde der Name „Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ wirken? Wie würde er wirken, wenn wir ihn in „weibliche und männliche Schriftsteller“ umformulierten? Wie würde man das verstehen? Das erkennen wir, wenn wir die Frauen- und Männerfrage kurz beiseite legen und uns die mögliche Wirkung an einem anderen Beispiel klarmachen.

Man könnte sich – und dafür gäbe es aus der Geschichte eine gewisse Berechtigung – eine Vereinigung vorstellen, die sich „Verband ostdeutscher und westdeutscher Schriftsteller“ nennt. Damit wären Schriftsteller bezeichnet, die sich zwar zu einem Dachverband zusammengefunden haben, die aber gleichwohl betonen wollen, dass sie eigentlich aus zwei Untergruppen bestehen und dass sie sehr großen, ja allergrößten Wert auf die Bezeichnung „ostdeutsch“ bzw. „westdeutsch“ legen, weil sie meinen, dass erst damit ihr Schriftstellerdasein richtig und vollständig beschrieben wird, so dass sie nicht ohne diesen Zusatz gesehen werden wollen.

Berechtigt wäre so eine Bezeichnung nur, wenn sich sowohl die ostdeutschen als auch die westdeutschen Schriftsteller in diesem Punkt einig wären und wenn beide den Hinweis auf ihre ost- bzw. westdeutsche Besonderheit ganz, ganz wichtig fänden. Es dürfte nicht so sein, dass beispielsweise nur die Westdeutschen gesteigerten Wert darauf legten, den Ostdeutschen das jedoch egal wäre oder sie es lieber unerwähnt lassen wollten.

Entsprechend verhielte es sich, wenn wir von „männlichen und weiblichen Schriftstellern“ sprächen. Das wäre nur akzeptabel, wenn es sowohl die männlichen als auch die weiblichen Schriftsteller gleichermaßen wollten und beide gleichermaßen Wert darauf legten, ihrer Geschlechtszugehörigkeit auszustellen und zu beleuchten. Wenn also – anders gesagt – beide Seiten gleichermaßen sexistisch wären in dem Sinne, wie ich Sexismus im ersten Teil beschrieben habe.

Frauen haben nicht nur ein anderes, und zwar ein deutlich verschärftes Interesse an einer Gruppenbildung, sie verstehen darunter auch etwas anderes. Es fällt auf: Es sind die Frauen, von denen der Druck ausgeht, Gruppenbildungen, wie sie die Gleichstellungspolitik wünscht, vorzunehmen und es sind andererseits die bockigen Männer, die sich drehen und winden, aber eigentlich schon verführt sind, ohne dass sie es bemerkt haben. Es ist zu spät. In dem Moment, als das unverbindliche Plaudern über Frauen und Männer zur verbindlichen Politik versteinerte – das war im Jahre 1986, mit Rita Süßmuth als erster Bundesministerin für „Frauen“ –, wurde offiziell anerkannt, dass es die Gruppe „der“ Frauen tatsächlich gibt. Damit gab es – Simsalabim – auch die Gruppe „der“ Männer, ob die einzelnen Männer das wollten oder nicht.

Männer neigen auch zur Gruppen- oder Bandenbildung. Doch sie tun es auf eine andere Art als Frauen. Typische Männergruppen finden wir auf Schiffen, beim Sport, beim Militär, in der Musik. In solchen Fällen ist die Gruppe stets mehr als die Summe ihrer Einzelteile; der einzelne ist nicht austauschbar. Der Koch kann nicht Kapitän sein, der Triangel-Spieler nicht Geiger.

Anders sieht es in typischen Frauengruppen aus. Quotenfrauen sind austauschbar. In einem Vorstand sind sie so wertvoll wie ein leerer Stuhl. In einem Orchester könnte der Triangel-Spieler problemlos durch eine Frau ersetzt werden, sofern sie das Instrument beherrscht und ihren Einsatz nicht verpatzt. Eine Frau könnte auch ohne Schwierigkeiten auf einem Schiff den Koch ersetzten, wenn sie kochen kann und nicht seekrank wird. Ein Professor an einer Universität kann jedoch keine Quotenstelle kriegen, die für Professorinnen vorgesehen ist, auch dann nicht, wenn er dafür hervorragend qualifiziert ist. Das ist der Unterschied. Sexismus macht den Unterschied. Für einen Sexisten steht die Geschlechterfrage immer an erster Stelle.

Sexistische Frauen und Männer, die ihre Texte nachsprechen, bewerten die Bedeutung einer Gruppe und die Bedeutung individueller Leistungen anders als es Leute tun, für die Sex nicht das Killerkriterium ist.

Man sagt, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte. Ich meine, dass tausend Worte etwas anderes sagen als ein einziges Bild. Wie auch immer. Schauen wir mal. Es folgt ein kleines Stückchen Prosa – zur Illustration:

“Es ist wirklich interessant mit Lady Westholme zu reisen”, zwitscherte Frau Pierce zu Sarah.
“Ist es?”, sagte Sarah giftig, aber Frau Pierce entging der raue Ton, also zwitscherte sie munter weiter.
“Ich habe Ihren Namen so oft in der Zeitung gesehen. Es ist so klug von Frauen, in das öffentliche Leben zu gehen und dort zu bestehen. Ich bin immer froh, wenn eine Frau etwas erreicht.”
“Und warum?”, zischte Sarah aufgebracht.
Das traf Frau Pierce unvorbereitet, sie stotterte ein wenig.
“Oh, weil…, ich meine…, eben weil…, nun, es ist schön, dass eine Frau in der Lage ist, Dinge zu tun.”
“Das sehe ich anders”, sagte Sarah. “Es ist schön, wenn jeder Mensch etwas in seinem Leben erreicht, wonach es sich zu streben lohnt. Ob ein Mann oder eine Frau etwas erreicht, spielt doch gar keine Rolle. Warum sollte es eine Rolle spielen?
“
“Nun, natürlich”, sagte Frau Pierce, “Ja, ich sehe ein…, natürlich, wenn man es in diesem Licht betrachtet …” Dabei wirkte sie etwas entgeistert.
Sarah ergänzte etwas sanfter: “Es tut mir leid, aber ich hasse diese Unterscheidung zwischen den Geschlechtern. ‘Eine moderne Frau hat eine durch und durch geschäftsmäßige Einstellung zum Leben’, diese Art von Weisheit. Das ist einfach falsch. Einige Frauen sind geschäftsmäßig, andere nicht. Manche Männer sind sentimental und zerstreut, andere haben einen klaren Kopf und sind logisch. Es gibt einfach unterschiedliche Arten von Gehirnen. Geschlecht spielt nur da eine Rolle, wo es um Sex geht.”
Bei “Geschlecht” errötete Frau Pierce etwas und dann wechselte sie geschickt das Thema. *

Sie kommen nicht zusammen. Das Wasser ist viel zu tief

Sexisten sollten eigentlich mit der Formel „weibliche und männliche Schriftsteller“ zufrieden sein. Sie genügt dem Gleichstellungsgebot: beide Geschlechter werden ausdrücklich genannt, keine Gruppe ist „nur mitgemeint“. Damit wäre genau das erreicht, was Sexisten – angeblich – wollen; denn sie wollen ja, dass bei jeder Gelegenheit die Duftmarke der Geschlechtszugehörigkeit hinterlassen wird. Und sie wollen, dass die Gruppen „gleich“ sind.

Sie sind aber nicht zufrieden. Sie wollen mehr. Sexisten fühlen sich dem anderen Geschlecht grundsätzlich überlegen und wollen nicht mit zweitklassigen Menschen gleichgestellt werden. Sie wollen die Trennung.

Die frühen Feministen hatten die Formel „Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad“. Die Möglichkeit einer Gemeinsamkeit von Mann und Frau; ja, allein schon die Existenz einer Sphäre, in der sich beide aufhalten und gewinnbringend für beide Seiten aufeinander beziehen, lag damit jenseits ihres Vorstellungsvermögens.

Die späten Feministen bescherten uns den Lesbenfriedhof. Er verkörpert nicht etwa – wie beim Eheversprechen – das Gebot einer Treue „bis der Tod euch scheidet“, sondern im Gegenteil das Beharren auf der Unversöhnlichkeit der Geschlechter über den Tod hinaus.

Deshalb wollen Sexisten die Innen-Form. Sie bringt die Trennung. Sie ist die große Axt, die alles Gemeinsame zerteilt. Sie macht aus einer Gruppe zwei. Das ist der Unterschied zu Formulierungen wie „Schriftsteller einschließlich der Schriftstellerinnen“ oder „weibliche und männliche Schriftsteller“. In beiden Fällen bliebe die Einheit der Schriftsteller erhalten. Mit dem Plural „Schriftsteller“ wären beide Male alle gemeint. Egal ob weiblich oder männlich. Genau das will der Sexist nicht.

Mit der Bezeichnung „weibliche Schriftsteller“ konnte man immer schon – wenn man es unbedingt wollte – eine Gruppe von Schriftstellern bezeichnen, die ausschließlich aus Frauen besteht. Doch wer wollte das?

Dass die Formulierung „weibliche Schriftsteller“ in unseren Ohren fremd klingt, hat einen einfachen Grund: Wir haben bisher nicht so geredet. Dass wir es nicht getan haben, hat ebenfalls einen einfachen Grund: Wir wollten es nicht. Es ging auch so. Wir brauchten so eine Form nicht. Wir brauchen sie heute auch nicht. Wir haben früher nicht von „weiblichen und männlichen Schriftstellern“ geredet, weil es dazu keine Veranlassung gab. Welche gibt es heute?

Stellen wir uns vor, es gäbe eine Studie, die den Arbeitsalltag von Schriftstellern untersucht und der Frage nachgeht, welche Tageszeiten bevorzugt werden. Wenn man dabei – aber warum eigentlich? Eben das ist die entscheidende Frage! – Frauen und Männer getrennt betrachtet, kämen Sätze heraus wie „weibliche Schriftsteller schätzen die Morgenstunden, männliche Schriftsteller neigen eher zu Nachtschichten“. Oder umgekehrt.

Egal. Damit hätte man Belanglosigkeiten korrekt formuliert. So eine Studie wäre nicht besonders aussagekräftig. Sie könnte auch zu einem anderen Ergebnis kommen. Aber immerhin: In so einem künstlichen Arrangement wären die Formulierungen angebracht. Sonst nicht. Oder fällt jemandem ein Beispiel ein?

So eine Studie gab es nicht. Deshalb wurden solche Formulierungen nicht gebraucht. Wozu? Man hätte damit nur bedeutungslose Nebensächlichkeiten, aus denen nichts folgt, erforschen und beschreiben können. Da gab es nichts zu erforschen und zu beschreiben, das von Belang ist. Da ist immer noch nichts.

Das wird auch nicht anders, wenn wir statt von „weiblichen Schriftstellern“ von „Schriftstellerinnen“ sprechen und statt von „weiblichen Schriftstellern, die im Unterschied zu männlichen Schriftstellern früh aufstehen“ von „Frühaufsteherinnen und Frühaufstehern“. Mehr als bedeutungsloses Geraune gibt es dann auch nicht.

Politiker sehen das anders. Sie gehen davon aus, dass es sehr wohl Unterschiede gibt. So begründen sie die Strategie „Gender Mainstreaming“: Geschlechtergerechtigkeit bedeutet, bei allen gesellschaftlichen und politischen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern zu berücksichtigen.

Denn, so heißt es weiter: Die Gleichstellungspolitik „ … basiert auf der Erkenntnis, dass (…) Männer und Frauen in sehr unterschiedlicher Weise von politischen und administrativen Entscheidungen betroffen sein können.“

Aha. Es gibt sogar „sehr“ große Unterschiede. Welche mögen das sein? Das ist das große Geheimnis der Gleichstellungspolitik, es sind die nicht vorhandenen Kleider der Kaiserin, die in Wahrheit nackt sind. Benannt werden die Unterschiede nicht. Sie werden nur behauptet. Sie werden als wichtig hingestellt. Als sehr wichtig sogar. Sie begründen und beschwören die Trennung zwischen Mann und Frau. Die haben wir nun. Wir sind getrennt. Wir sind getrennt und sollen nicht wieder zusammenkommen, weil wir so unsagbar und so unüberwindlich verschieden sind in allen unseren Lebenssituationen und Interessen.

Der Hintergrund ist der: Die Gleichstellungspolitik ignoriert Kinder. Eigentlich weiß es jeder: Wenn man Kinder kriegen will, muss man die Unterschiede zwischen Mann und Frau fruchtbar machen, man muss die wunderbaren Seite dieser Unterschiedlichkeit sehen und man muss sich – wie man so schön sagt – voll darauf einlassen. Alles Trennende wird dann einen Moment lang überwunden, auf dass etwas Neues entsteht. Doch das sehen die Gleichstellungspolitiker nicht. Und so erscheinen ihnen die Unterschiede unüberwindlich und sind ein Grund, Mann und Frau grundsätzlich als getrennt voneinander zu sehen.

Die Politiker sollten uns in Ruhe lassen. Wir können uns viel besser über unsere angeblich so unterschiedlichen Lebenssituationen verständigen, als sie sich das vorstellen.

Wir sind getrennt. Jetzt müssen wir die Trennung immer schon gewollt haben

Wenn wir heute die „geschlechtergerechte Sprache“ verwenden sollen, dann ist das kein nett gemeinter Vorschlag mehr, es ist in vielen Fällen schon eine Vorschrift. „Studenten“ soll man nicht sagen, weil es neuerdings als männliche Form gilt (was in den Augen der Feministen eine Benachteiligung der Frauen ist), „Studentinnen und Studenten“ ist mühsam, wie man in der Schweiz sagen würde, und so wird die Bezeichnung „Studierende“ durchgedrückt, obwohl sie sachlich falsch ist. Sie wird verordnet. Koste es, was es wolle.

Wenn da jemand von „weiblichen und männlichen Studenten“ spräche, wäre es den Sprach-Diktatoren nicht recht. Dabei ließe es sich gut zu „w/m Studenten“ oder zu „WM Studenten“ abkürzen, was viel eleganter wäre als die „SchriftstellerInnen“ oder „Schriftsteller/innen“ ¬– und was sich auch besser aussprechen ließe. Was spricht dagegen? Warum steht es gar nicht erst zur Diskussion? Weil es nicht die Einheit der Studentenschaft zerschlägt und nicht die Trennung behauptet. Darum. Es ist verräterisch.

Was ist der Unterschied? Wenn wir sagen „weibliche Schriftsteller“, dann wissen wir, dass es dazu ein Pendant gibt, nämlich die männlichen Schriftsteller. Wenn wir dagegen „Schriftstellerinnen“ sagen, dann gibt es kein passendes Gegenstück. Wenn wir Gleichstellung und geschlechtergerechte Sprache anstreben (ich wiederhole: Ich will das nicht, aber tun wir mal so, als wäre das ein erstrebenswertes Ziel), dann geht das nicht mit der Innen-Form, es geht nicht mit den separatistischen Schriftstellerinnen. Mit weiblichen und männlichen Schriftstellern, ginge es.

Denn da ist die Geschlechtsbezeichnung in beiden Fällen hinzugegeben. Doch bei „Schriftstellerinnen“ ist die Geschlechtsbezeichnung integraler Teil des Begriffes und macht die Aussage, dass es sich dabei um Menschen handelt, die schreiben, zweitrangig gegenüber der Aussage, dass es sich dabei um Frauen handelt. Da hat eine Art Meuterei stattgefunden: das Beiwort hat die Kontrolle über das Hauptwort übernommen.

Also: Wer sagt, dass es ihm um den Gleichstellungsaspekt geht und er deswegen die Form „Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ will, der widerspricht sich: Gleichstellung geht eben gerade nicht mit der Innen-Form. Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit sind die falschen Flaggen. Gemeint ist Unterwerfung unter eine sexistische Sichtweise.

Es bleibt dabei. Mit der Innen-Form wird keine Gleichstellung erreicht, sondern die Trennung betont und symbolisch die Möglichkeit einer Vereinigung der Geschlechter abgestritten. Mehr nicht. Die Innen-Form hat keine weiteren Inhaltsstoffe. Für die Trennung werden keine Gründe genannt. Was sollen das auch für Gründe sein? Sie liegen allein in der Befindlichkeit der Sexisten.

Die Schriftstellerin Eva Musterfrau und der Schriftsteller Adam Mustermann haben in Hinblick auf ihre schriftstellerische Arbeit ausschließlich Gemeinsamkeiten. Trennendes gibt es nur jenseits ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Wenn man nachfragen würde, worin die Unterschiede zwischen „den“ Männern und „den“ Frauen bei Schriftstellern liegen, kämen dieselben Banalitäten hervor, die bisher nicht der Rede Wert waren ¬– und es heute auch nicht sind.

Innen-Formen sind die bösen Träume von Sexisten, die sich ständig neue Innenräume wünschen. Doch diese Räume sind hohl. Sie haben keinen Inhalt. Kein Leben. In den vielen, neu geschaffenen Innenräumen ist es kalt und dunkel. Die gespenstischen Innenräume sind nichts weiter als virtuelle Frauenparkplätze, virtuelle Frauenbuchläden, virtuelle Lesbenfriedhöfe.

Sollte „VSS Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ tatsächlich der neue Name des Verbandes werden – was dann? Dann würde damit ein Bekenntnis zur Verlogenheit der Politikersprache abgelegt. Dann würde deutlich gemacht, dass Schriftsteller nicht besonders gut mit Sprache umgehen können. Der Verband würde wie ein Verein wirken, der sich um korrekte Rechtschreibung kümmern will und auf seiner Visitenkarte mehrere Rechtschreibfehler hätte.

Er wirkte wie ein Gesangverein, der sich „Disharmonia“ nennt. Der Verband schriebe sich ein herzliches „Ja“ zu stilistischer Unbeholfenheit auf seine Fahne, die er als Preis für das Bekenntnis zum Sexismus zahlt. Er wäre wie ein Veranstalter von Marathonläufen, der eine Krücke und einen Bikini im Logo führt.
* Der Text ist ein Ausschnitt aus ‚Appointment with Death’ (‚Der Tod wartet’) von Agatha Christie aus dem Jahre 1938. Den Hinweis verdanke ich ‚ScienceFiles’ Kritische Wissenschaft – Critical Science.
Im zweiten Teil geht es darum zu zeigen, dass es grundsätzlich leicht möglich ist, mit Sprache zu lügen.

Im dritten Teil schauen wir Schriftstellern über die Schulter, wenn sie sich fragen: Wohin mit Herta Müller?

Im vierten Teil geht es um die Frage, was Sexisten wirklich wollen.

Im fünften und letzten Teil geht es um die grundsätzliche Frage, ob das grammatische und das natürliche Geschlecht eins sind.

 

achgut.com

Schriftsteller, Gruppensex und Sprachmörder (Teil 5)

Deutsche Schriftsteller in der Krise. Wie sollen sie sich nennen? Wie ist ihr Verhältnis zur Natur und zur Grammatik? Wann stirbt das letzte Einhorn?

Was bisher geschah: Der Verband „VS Schriftsteller“ erwägt, sich umzubenennen in „VSS Schriftstellerinnen und Schriftsteller“. In bisher vier Teilen ging es darum, wie sich schriftstellerische Arbeit und Gleichstellungspolitik verträgt, bzw. eben gerade nicht verträgt: Die Gleichstellungspolitik bringt nämlich eine Vorstellung von Sprache mit sich, die drei Gebote kennt: 1. Das natürliche und das grammatische Geschlecht sind eins! 2. Es gibt keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit! 3. Der Plural hat ein Geschlecht!

Dieser Teil gipfelt in einem Aufruf an die Schriftsteller, sich nicht umzubenennen. Tut es nicht!

Es soll kein Sammeltaxi geben

Der Sprachfeminismus verlangt große Opfer von uns. Wir müssen unser Sprachempfinden stets aufs Neue überstrapazieren, wenn wir uns den Quälgeisterinnen und Quälgeistern fügen und uns dabei den drei Geboten der sexistischen Sprache unterwerfen wollen. Es gelingt sowieso nicht. Die geschlechtergerechte Sprache, die auf Doppelnennungen oder angehängten Innen-Schwänzen besteht, stellt Ansprüche, die nicht erfüllt werden können. Wie sieht es mit folgendem Satz aus: „Frauen sind die besseren Autofahrer“? Kann man das noch so sagen oder muss es „Autofahrerinnen und Autofahrer“ heißen? Nein? Dann eben nicht. Nicht so schlimm.

Schlimm ist, dass wir der Doppelnennung alle Begriffe opfern sollen, die etwas Gemeinsames bezeichnen. So erklärt sich auch die Feindschaft gegen das so genannte generische Maskulinum („die Schriftsteller“, „die Autofahrer“, „die Fußgänger“ …), das eben nicht nur deshalb ausgerottet werden soll, weil es irgendwie männlich wirkt und deshalb den männerfeindlichen Feministen ein Dorn im Auge ist, sondern auch weil es eine neutrale Sammelstelle sein will. Hier kommen gleich zwei schlechte Gründe zusammen.

Die Frauenbewegung in Tübingen forderte in den achtziger Jahren ein eigenes Frauentaxi. Die Busverbindungen waren nicht ausreichend, ein normales Taxi war ihnen zu teuer. Die Stadt bot schließlich einen Kompromiss an: ein spezielles Sammeltaxi, das in den Nachtstunden verkehren sollte. Das wollten die Frauen nicht. In so einem Taxi könnten ja auch Männer mitfahren. Sie protestierten mit dem Gedicht: „Sammeltaxi, das ist fein -/ der Vergewaltiger steigt mit ein.“

Also kein Sammeltaxi. Keine Sammelstelle für alle. Die sollte es nicht mehr geben. Nicht in Tübingen, nicht im Rest der Welt. Nicht in der Wirklichkeit. Nicht in der Sprache. Neutrale Begriffe sollen durch das zweigeteilte Modell „Innen-Form/nicht-Innen-Form“ ersetzt werden, durch das „duale System“ der so genannten ZweiGenderung, mit der überall der Keil der Trennung in bestehende Gemeinschaften getrieben wird, als sollten wir alle verpflichtet werden, ein Bild von der Welt anzuerkennen, das aussieht wie das zerrissene Foto von einem Ehepaar, das inzwischen geschieden ist.

Zwar werden uns solche verkrampften und sachlich falschen Bezeichnungen wie „Studierende“ und „Teilnehmende“ vorgeschlagen und als „neutrale“ und deshalb auch gerechte Formen angepriesen, als hätte man plötzlich bisher unentdeckte Möglichkeiten der deutschen Sprache in irgendeinem Antiquariat gefunden – aber nichts da. Dass es mit der Neutralität solcher Begriffe nicht weit her ist, merken wir, wenn es wieder um Einzelfälle geht und es beispielsweise heißt: „der oder die Studierende, der oder die das Protokoll geführt hat, möge sich …“ Da haben wir wieder die Geschlechter-Apartheid, die sich die Sexisten wünschen.

Wie sehr uns ein geschlechtsneutraler Sammelbegriff fehlt, haben wir schon im dritten Teil an der Frage gesehen, welche Gruppe wir Herta Müller zuordnen wollen. Wenn sich der Verband der Schriftsteller tatsächlich in VSS umbenennen würde, stünde er wahrlich dumm da. Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge die Schlagzeilen der Spötter-Presse:

Die deutschen Schriftsteller haben ihre Gemeinsamkeit aufgekündigt.
Die deutschen Schriftsteller wissen nicht mehr, wie man einen Plural bildet.

Schriftsteller, die noch bei Trost sind, meiden die Innenform in allen Varianten (siehe dazu auch den Teil 4), ein Binnen-I kommt in ihrer Prosa nicht vor. Gar nicht. In Hörbüchern sowieso nicht – kleiner Scherz. Allerdings kein guter. Es gibt tatsächlich Überlegungen, wie man durch besondere Betonungen ein Binnen-I hörbar machen kann. Man könnte sich da an einer Aussprache mit Schnalzlauten, wie man sie von den Xhosa kennt, orientieren.

Scherz beiseite. Es bleibt dabei: Schriftsteller können es grundsätzlich nicht akzeptieren, dass der Plural ein Geschlecht haben soll und dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt. Das ist nicht verhandelbar.

Oder doch? Die Überlegung des Schriftstellerverbandes, einen neuen Namen anzunehmen, um damit eine Gleichstellung auch unter Schriftstellern anzuzeigen, zeigt Verhandlungsbereitschaft und signalisiert ein Entgegenkommen an die Politik.

Die Gleichstellungspolitik besteht darauf. Denn so eine Politik kann es nur geben, wenn man sich vorstellt, dass der Plural ein Geschlecht hat. Gleichstellungspolitik arbeitet grundsätzlich gruppenbezogen, sie sortiert die Gruppen nach „männlich“ und „weiblich“ und weist ihnen als erste Maßnahme ein Geschlecht zu. Daraufhin werden die Gruppen im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit gleichgestellt.

Es kommt noch schlimmer. Wenn der Plural ein Geschlecht haben soll, muss ein strenges Reinheitsgebot angewendet werden. Es müssen zu 100% reine Gruppen sein – rein männlich oder rein weiblich. Sonst kann man ihnen kein Geschlecht zuweisen. Die Gruppen dürfen keinesfalls gemischt sein.

Wo gibt es solche Gruppen?

In der Utopie der Gleichstellungspolitik. Sonst nicht. Die Gleichstellungspolitik erschafft solche Gruppen erst und verlangt, dass in Zukunft noch mehr davon geschaffen werden – beispielsweise die Gruppe der rein weiblichen Quotenfrauen, die der rein weiblichen Gleichstellungsbeauftragten, die wiederum nur von Frauen gewählt werden dürfen, oder die rein weibliche Gruppe der Nutznießerinnen des Professorinnen-Programmes. Am einflussreichsten war und ist vermutlich der rein weibliche Deutsche Juristinnenbund e.V., der die Zerstörung der Familien in den Gerichtssälen vorantreibt.

Nein. Keine Widerrede: Die „Bürgerinnen und Bürger“ mögen das. Die Politiker wissen das. Sie gehen davon aus. Das tun sie gerne. Sie „gehen davon aus …“ Sie beschreiben uns als verblödete Masse, denen man jedwede sprachliche Dummheit bieten kann. Sie glauben tatsächlich, dass wir beeindruckt sind von der Zielgenauigkeit (!) und von der Qualität (!), die sie an den Tag legen. Dadurch wird sogar, wie sie meinen, die Akzeptanz (!) erhöht. Wenn nicht, dann hilft das Gesetz nach. Sehen wir selber – und achten wir auf die Erkenntnis (!), auf der das alles gegründet ist, sie wird beschrieben in der „Strategie Gender Mainstreaming“:

„Dieses Vorgehen, für das sich international der Begriff ‚Gender Mainstreaming’ etabliert hat, basiert auf der Erkenntnis, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt (…) Das Leitprinzip der Geschlechtergerechtigkeit verpflichtet die Politik, Entscheidungen so zu gestalten, dass sie zur Förderung einer tatsächlichen Gleichberechtigung der Geschlechter beitragen. Ein solches Vorgehen erhöht nicht nur die Zielgenauigkeit und Qualität politischer Maßnahmen, sondern auch die Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern.“

Dazu gibt es auch rechtliche Vorgaben, die lesen sich so: „Verpflichtungen zur Umsetzung einer effektiven Gleichstellungspolitik im Sinne des ‚Gender Mainstreaming’ ergeben sich sowohl aus dem internationalen Recht als auch aus dem nationalen Verfassungsrecht.“

Es soll niemand sagen können, wir hätten es nicht gewusst. Wir wissen es wohl, wollen es aber nicht wahrhaben: Wir werden von einem totalitären, sexistischen Staat regiert, der sich in alle Lebensbereiche einmischt und eine beängstigende Machtvollkommenheit erreicht hat. So eine Politik hat es nicht nötig, sich hinter Schleiern zu verstecken, sie sagt es offen: sie „ … basiert auf der Erkenntnis“! Erkenntnis? Ist das eine Erkenntnis?

Nein. Das wissen die Politiker auch. Es ist keine Erkenntnis. Es ist eine Annahme. Noch dazu eine, die offensichtlich falsch ist. Die Politiker betrügen uns vorsätzlich – mit Ansage. Oder wie der Schwabe sagen würde: mit Fleiß. Sie wissen, dass wir kuschen, und dass es niemand wagen wird, sie zu kritisieren. Ihnen gehört die Sprache. Sie bestimmen, was eine „Erkenntnis“ ist. Sie bestimmen, wie wir in Zukunft zu reden haben. Das machen wir brav und eingeschüchtert und wir erkennen nicht die ansteckende Krankheit, die wir damit verbreiten. Dazu fehlt uns wiederum die Erkenntnis.

Gibt es ein Einhorn im richtigen Leben? Schafft Sprache Wirklichkeit?

Hinter all den Überlegungen zur richtigen Benennung steht die zentrale Frage, die im ersten der drei Gebote formuliert ist: Ist das grammatische Geschlecht mit dem natürlichen Geschlecht gleichzusetzen? Ja oder Nein?

Wenn wir diese Frage mit „Nein“ beantworten, dann ist die Debatte an dieser Stelle beendet, die Schriftsteller hätten keine Sorgen, sie könnten weiterschreiben wie bisher, könnten bei ihrem traditionellen Namen bleiben und könnten zufrieden sein.

Die Politiker wären nicht zufrieden. Denn die Politik der Gleichstellung, die angestrengt versucht, eine künstliche Gleichstellung von Frauen und Männern durch Quotenregelungen und Sprachvorschriften zu erzwingen, funktioniert nur, wenn man das grammatische und das natürliche Geschlecht gleichsetzt und so tut, als ginge es nicht um Worte, sondern um Menschen. Manche können sich das schon nicht mehr anders vorstellen.

Wenn die als „männlich“ definierten Sprachformen ausgemistet werden, dann steckt dahinter nicht etwa ein Gefühl für Sprache, sondern ein Gefühl gegen Männer – gegen Männer aus der wirklichen Welt. Wenn man die weiblichen Formen im Sprachgebrauch verbreiten will, dann wird so getan, als hätte man damit etwas Gutes für Frauen in der wirklichen Welt getan.

So wie in dem Film vom letzten Einhorn den Kindern erzählt wird, dass ein Einhorn stirbt, wenn das Kind nicht mehr an das Einhorn glaubt, so wird den Männern erzählt, dass eine Frau weint, wenn ein Mann nicht konsequent die Innen-Form verwendet. In so schönen Worten wird es nicht gesagt, es heißt vielmehr, dass Frauen „diskriminiert“, dass sie „marginalisiert“, dass sie „unsichtbar gemacht“ werden. Ihnen wird mit Sprache „Gewalt angetan“, sie werden mit Sprache „vergewaltigt“.

Es sind nicht meine Worte. So sagen es Luise F. Pusch und Senta Trömel-Plötz. Das klingt, als hätte sich Loriot diese Namen ausgedacht, doch so ist es nicht. Es ist auch nicht lustig. Die Vorwürfe stehen immer noch im Raum. Es sind heftige Vorwürfe. Sie funktionieren nur unter der Voraussetzung, dass man eine Gleichheit von grammatischem und natürlichem Geschlecht annimmt. Daran muss man glauben. Deshalb wird es immer wieder behauptet.

Obwohl es nicht so ist. Arthur Brühlmeier hat schon vor Jahren auf diesen verhängnisvollen Irrtum hingewiesen. Egal. Genau dieser Irrtum ist nach wie vor die Grundlage für den Sprachfeminismus.

(Ich nehme an, dass Schriftsteller den kleinen Text von Brühlmeier kennen, falls nicht, hier ist der link:  ‚Sprachfeminismus in der Sackgasse’).

Sexisten sind gefährliche Pantoffelhelden

Was ist los? Wie kann es sein, dass gleichzeitig zwei Auffassungen nebeneinander existieren, obwohl nur eine von beiden richtig sein kann? Und wie kann es sein, dass die Auffassung, das natürliche und das grammatische Geschlecht seien gleich, mehr und mehr Anhänger gewinnt, obwohl sie falsch ist?

Weil es Sexisten sind, die so denken. Besser gesagt: so fühlen. Bei ihnen steht Sex an erster Stelle. Nicht die Suche nach Wahrheit oder ein intellektueller Anspruch. Ein Sexist ist schon fertig mit seiner Weltanschauung. Er will keine andere. Wenn man einem Sexisten erklärt, dass Galileo einst ausgeführt hat, dass zwei Sätze, die sich widersprechen nicht gleichzeitig wahr sein können, dann sagt der Sexist nur: „Galileo? War das nicht ein Mann?“

Man kann nicht mit ihm diskutieren. Wenn man ihm erklärt, dass das grammatische und das natürliche Geschlecht zwei Paar Schuhe sind, sagt er: „Ich will nur ein Paar. Die anderen Schuhe passen mir nicht“. Wenn man ihm mit Objektivität kommt, kommt er mit Subjektivität. Es stört ihn nicht, dass die Schuhe, die er hat, billige Pantoffeln sind. Für seine Innenwelt reicht es.

Der Verband der Schriftsteller ist eine recht geräumige Anlaufstelle, er bietet Platz für Autoren, die hermetische Texte schreiben oder für Künstler, die sich in einfacher Sprache an jugendliche Leser wenden oder für Künstler, die das Ungefähre mögen und sich auf schwer zugängliche Lyrik spezialisiert haben. Das alles gibt es. Das alles soll es auch geben. Wenn nun aber jemand eine Formulierung vorschlägt, die für alle gelten soll, dann muss er seine Eigenwelt verlassen können und sich auf einen allgemeinen Nenner einlassen. Dann muss er in der Lage sein zu argumentieren. Dann reicht ein Satz wie „Ich fühle es aber so“ nicht. Auch nicht: „Ich höre Stimmen von fremden Mächten aus der Politik, denen ich mich fügen muss.“

Wir leben in einer Zeit, in der Sexismus staatstragend geworden ist; in einer Zeit, in der weibliche Sexisten offiziell gefördert werden und männliche Sexisten versuchen, wenigstens eine kleine Scheibe von der Wurst abzukriegen – und Angst haben müssen, andernfalls als Sexisten bestraft zu werden. Deshalb gibt es so viele Sexisten – oder viele, die wenigstens so tun, als wären sie Sexisten. Das heißt jedoch nicht, dass ihre Vorstellung von Sprache richtig ist. Ist sie nicht. Sie ist nach wie vor falsch.

Die Verwechslung von grammatischem und natürlichem Geschlecht bringt einen Rattenschwanz von Problemen mit sich. Es gibt in Wirklichkeit drei grammatische Geschlechter – der, die, das –, jedoch nur zwei biologische. Damit wird aus einer dreidimensionalen Sicht der Welt eine zweidimensionale. Wie wird das Problem gelöst?
Es wird einfach behauptet, dass es „keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt“. Das sagen sie. So sind sie. Sie verkünden es im Brustton der Überzeugung. Sie sagen tatsächlich (und stellen damit Möglichkeit und Wirklichkeit gleich), dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit „gibt“, obwohl sie fairerweise „geben möge“ sagen müssten oder „in Zukunft nicht mehr geben dürfe“, denn noch gibt es gewisse Reste von Neutralität.

Noch. Sie werden nach und nach abgeschafft. Neutralität gilt inzwischen nicht mehr als „neutral“, sondern als typisch männlich. Wie Objektivität. Deshalb werden neuerdings beide Begriffe reflexartig mit dem Beiwort „vermeintlich“ versehen, man spricht also von „vermeintlicher Objektivität“, von „vermeintlicher Neutralität“ oder von „vermeintlichen biologischen Tatsachen“ und nimmt den Begriffen damit ihre Bedeutung. Natürlich darf auch der Plural, wie wir gesehen haben, nichts Neutrales mehr an sich haben und muss entweder weiblich oder männlich sein.

Wenn es keine Neutralität geben darf, dann muss auch das „das“ weg. Dann muss ein Kind, zu dem man früher unbefangen „das Kind“ gesagt hat, so früh wie möglich sexualisiert werden, damit man es entweder als männlich oder als weiblich ansehen kann, es darf jedenfalls nicht länger Neutrum (ne-utrum, also keins von beiden) sein. Dann steht auch Gott nicht mehr jenseits von irdischen Geschlechterfragen, dann ist Gott weiblich und ist eine Freundin von Margot Käßmann.

Früher gab es einen Spruch (das war vor der bemannten Raumfahrt), da sagte man, wenn man gewisse Leute loswerden wollte: „Die müsste man alle auf den Mond schießen“. Daran muss ich immer wieder denken. Man sollte es tun. Dann werden es die Politiker selber merken: Den berühmten Mann im Mond, der als männlich angesehen wird, gibt es gar nicht, es gibt aber – nicht nur da oben – eine geschlechtsneutrale Wirklichkeit.
Die Schriftsteller haben es versäumt, sich von Anfang an gegen die hinterhältigen Angriffe auf die Muttersprache zu wehren. Sie haben sich zurichten lassen wie der berühmte Frosch, der sich bei lebendigem Leibe kochen ließ, der allerdings sofort aus dem Topf gesprungen wäre, wenn er gleich mit dem heißen Wasser in Berührung gekommen wäre. So war es nicht. Das Wasser wurde langsam immer heißer und der Frosch hat den Absprung verpasst. Dann war es zu spät.

Ist es nun zu spät für ein klares „Nein“ gegen die VSS-Form? Trauen sich die Schriftsteller inzwischen nicht mehr, einem Politiker oder gar einer Frau zu widersprechen? Lassen sie sich freiwillig zu Bazillenträgern einer sexistischen Weltanschauung machen, zu der sie sich bei jeder Pluralbildung bekennen müssen?
Als ich im ersten Teil sagte: „Gleichstellung und Schriftsteller – das geht gar nicht“, war das ernst gemeint. Es geht wirklich nicht. Schriftsteller können die drei Gebote nicht akzeptieren, sie können sich dem gruppenbezogenen Denken nicht unterwerfen – und Schriftsteller sollten keine Sexisten sein. Sie sollten ihr Sprachgefühl nicht verraten wie jemand, der aus Angst vor dem Tod Selbstmord begeht.

Schriftsteller sollten weiterhin versuchen, so gut es eben geht, auf eigene Faust die Wirklichkeit mit sprachlichen Mitteln zu beschreiben. Gleichstellungspolitik versucht das Gegenteil. Sie versucht, die Wirklichkeit zu verunstalten, dass sie zu ihrer falschen Sprache passt.

Dem kann ein Schriftsteller, der seinen Hammer noch nicht an den Nagel gehängt hat, entgegentreten, indem er den Sprachfeminismus entlarvt und ihn mit den eigenen Waffen –nämlich mit denen der Sprache – schlägt. Das sollte er tun. Dazu möchte ich ihn ausdrücklich ermuntern und ihm zum Schluss die Worte zurufen, die mein Vater zu mir gesagt hat, als ich drei Jahre alt war und mich nicht traute, die Rutschbahn runterzurutschen:
„Na los! Sei kein Frosch!“

Zum Schluss möchte ich mich mit einem Gedicht aus der Affäre ziehen, in dem es um den achtsamen oder gerade nicht achtsamen Umgang mit Worten geht. Es geht um diejenigen, die keine Fragen mehr zulassen und von unumstößlichen Erkenntnissen ausgehen – und was sie damit anrichten. Es ist eines der frühen Gedichte von Rainer Maria Rilke:
Gebet der Mädchen zur Maria

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

Deshalb hatte ich mich durchgerungen, im zweiten Teil – und schon in der Überschrift – in aller Deutlichkeit von „Sprachmördern“ zu sprechen. Ein heftiges Wort. Ich weiß. Das ist sonst nicht meine Art. Doch ich stehe dazu: Erst wird das Wort umgebracht, dann das Ding.
Im zweiten Teil geht es darum zu zeigen, dass es grundsätzlich leicht möglich ist, mit Sprache zu lügen.

Im dritten Teil schauen wir Schriftstellern über die Schulter, wenn sie sich fragen: Wohin mit Herta Müller?

Im vierten Teil geht es um die Frage, was Sexisten wirklich wollen.

line-wordpress-long

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2008, Nr. 236, S. 38 Der Gast, nicht die Gästin Wie der Feminismus das Maskulinum verbreitet hat Wie kann man die Bedeutung deutscher Wörter mit maskulinem sprachlichen Genus angemessen beschreiben? Für Ausdrücke wie Einwohner, Gast, Student oder Kollege stehen mit Blick auf das Geschlecht zwei Möglichkeiten im Raum. Zum einen könnte grundsätzlich gelten, dass sie sich auf männliche und weibliche Personen beziehen; man spricht hier auch von generischer Referenz. Zum anderen lässt sich annehmen, dass sie männliche Personen bezeichnen, sprachliches und biologisches Geschlecht also in eins fallen. Letztere Sicht wurde bekanntlich von der feministischen Sprachbetrachtung favorisiert und zum Ausgangspunkt für ein großes Sprachreformprojekt erhoben. Für die generische Referenz stehen Sätze wie „Berlin hat 3,4 Millionen Einwohner“. Aus einem solchen Satz wird niemand schließen, dass es dann insgesamt fast sieben Millionen sein dürften. Einwohner meint auch -innen. Ähnliches gilt für die Feststellung, dass zu einer Feier viele Gäste anreisten. Ausdrücke wie Filmstar und Liebling zeigen ähnliche Eigenschaften. Sie stehen keinesfalls genau für männliche Personen, sondern können männliche, weibliche oder männliche und weibliche Menschen bezeichnen. Selbst maskuline Pronomina lassen sich auf dieser Linie betrachten. Vernimmt man die Frage „Wer hat denn hier seinen Lippenstift liegen gelassen?“, so bedeutet das nicht, dass wegen des Wörtchens seinen nur ein vergesslicher Mann gemeint sein kann. Aber auch die feministische Betrachtung kann angesichts des gegenwärtigen Sprachgebrauchs gute Befunde für ihre Position geltend machen. Wenn man hört, dass der Student die Prüfung bestanden hat, so wird man ganz überwiegend annehmen, dass eine männliche Person erfolgreich war. Ähnliches kann man am Ausdruck Kollege zeigen. Wenn ein Mann seiner Frau ankündigt, dass er sich abends mit einem Kollegen treffen will, so würde er besondere Gründe haben, wenn es sich bei dieser Person um eine Frau handelte. Und sollte eine Firma per Anzeige einen neuen Mitarbeiter suchen, so wird das bei vielen weiblichen Arbeitssuchenden eine gewisse Irritation, wenn nicht gar Entmutigung auslösen, weil nur männliche Bewerber angesprochen sein könnten. Die Semantik maskuliner Wörter ist also kompliziert. Einen neuen Vorschlag zur grammatischen Beschreibung der Situation hat nun der Bamberger Sprachwissenschaftler Thomas Becker vorgelegt. Er geht in seinem Entwurf grundsätzlich von der generischen Referenz der fraglichen Ausdrücke aus. Den eindeutigen Bezug auf das natürliche Geschlecht leitet er dagegen aus der jeweiligen Kommunikationssituation ab. Demnach schließen Sprecher aus kommunikativen Konstellationen, ob ein maskuliner Ausdruck aktuell nur männliche Personenkreise anspricht. Es wirken „konversationelle Implikaturen“, durch die die generische Lesart durch eine geschlechtsbezogene ersetzt wird. Das gilt vor allem für Situationen, in denen das natürliche Geschlecht besonders relevant ist und auch alternative Formen kursieren. So gibt es beispielsweise keine femininen Gegenstücke zu den Ausdrücken Gast, Star, Liebling. Die geschlechtsspezifische maskuline Lesart liegt deshalb eher fern. Anders bei den Ausdrücken Student, Kollege, Mitarbeiter. Hier existieren Pendants. Weiß man zudem, dass entsprechende feminine Formen in Kontexten wie Stellenanzeigen und Anreden durchaus üblich sind, schließt man als kompetenter Sprecher des Deutschen, dass mit den sprachlich maskulinen Ausdrücken in solchen Zusammenhängen eben männliche Personen angesprochen sind. Das lässt sich generalisieren: Wenn feminine Gegenstücke zu generischen Wörtern gebräuchlich werden, verschiebt sich die ursprünglich neutrale Bedeutung zur maskulinen Semantik. Das kommt dem Umstand gleich, dass ein Ausdruck wie Kollege, mindest übergangsweise, zwei Bedeutungen besitzt: Die erste, fundamentale ist die generische Bedeutung. Sie ist geschlechtsunabhängig. Die zweite entspricht einer besonderen Gebrauchsbedeutung jüngeren Datums in bestimmten Kontexten. Sie entstand durch die Konkurrenz zu Kollegin und transportiert somit spezifisch Männliches, das sich allmählich auch in weitere Kontexte ausdehnt und am Ende möglicherweise die generische Bedeutung zum Verschwinden bringt. Die maskuline Bedeutung wird umso prominenter, je häufiger die entsprechenden femininen Bezeichnungen auftauchen. Zugespitzt gesagt: Je öfter der Ausdruck Kollegin genutzt wird – womöglich noch in unmittelbarem Kontakt zum Gegenstück: „Liebe Kolleginnen und Kollegen“ – desto wahrnehmbarer wird das maskuline Element im Wort Kollege, das ursprünglich kaum vorhanden war. Unter dieser Perspektive lässt sich auch ein Blick auf das sprachkritische Programm des Feminismus werfen. Sein Ausgangspunkt, dass nämlich sprachlich maskuline Wörter Menschen femininen Geschlechts ausschließen, dürfte anfangs an vielen Punkten falsch gewesen sein. Dadurch allerdings, dass dieses Plädoyer die Verwendung explizit femininer Formen faktisch stark förderte, hat sich mittlerweile das semantische Profil der Wörter mit maskulinem sprachlichen Genus verändert. In der Folge stehen ursprünglich generische Ausdrücke nun tatsächlich häufig für männliche Personen. Daraus wiederum resultiert die Konsequenz, dass Geschlechterfragen in Sprache und Kommunikation heutzutage unbestreitbar eine höhere Bedeutung besitzen als vor den feministischen Analysen. Aus der Perspektive der feministischen Zielsetzungen ist diese Änderung vermutlich als Erfolg zu verbuchen. Dass diese Entwicklung mit einer problematischen Bestandsaufnahme ansetzte, hat ihr offensichtlich nichts von ihrer Durchsetzungskraft genommen. Womöglich wurde sie dadurch sogar noch gestützt? Sprachhistorisch ist jedenfalls zu konstatieren, dass sich in der deutschen Sprache das Verhältnis von sprachlichem Genus und natürlichem Sexus jüngst an bestimmten Punkten gewandelt hat. Ursprünglich semantisch eher geschlechtsneutrale Wörter sind mittlerweile geschlechtsspezifisch aufgeladen. Wo sprachlich früher ein Maskulinum und referenziell ein Generikum war, ist heute oft nur noch Maskulines vorhanden. Mit anderen Worten: Nach den feministischen Sprachinterventionen ist das Maskulinum verbreiteter als zuvor, aber sicher nicht mehr das, was es einmal war. WOLF PETER KLEIN Thomas Becker: „Zum generischen Maskulinum: Bedeutung und Gebrauch der nicht-movierten Personenbezeichnungen im Deutschen“, in: Linguistische Berichte, Bd. 213 (2008).

 

line-wordpress-long

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2011, Nr. 129, S. 33

Eselinei

Wir lassen uns die „Bürgerinnen und Bürger“, die „Leserinnen und Leser“, die „Soldatinnen und Soldaten“ und zur Not, aber wirklich nur zur Not auch noch den „Studierendenausweis“ gefallen. Man braucht den femininen Plural genauso wenig wie dieses absurde, verdruckste Partizipialmonster. Dergleichen ist umständlich und war bei der Herstellung der Geschlechtergerechtigkeit wohl auch noch nicht sonderlich hilfreich. Genau genommen wird damit sogar eine neue Ungerechtigkeit begangen. Denn bei den Lehrern und Autoren, den Ärzten und Redakteuren wollen die Frauen begreiflicherweise dabei sein, nicht aber bei den Mördern, Dieben und sonstigen Verbrechern. Diese werden gewissermaßen immer nur mit ihrem männlichen Vornamen angeredet. Von einer Meldung wie „Nach der Mörderin oder dem Mörder wird noch gefahndet“ oder von einer „Verbrecherinnen- und Verbrecherkartei“ hat man jedenfalls noch nichts gehört, obwohl ja eigentlich erst wirkliche Gerechtigkeit hergestellt wäre, wenn bei der Nennung einer bestimmten Personengruppe auch nicht eine einzige Frau unterschlagen wird, was ja bedeuten würde, dass die Frau als solche dadurch quasi schon unterdrückt wäre. Sei es drum. Wenn diese Eseleien, die es in keiner anderen Sprache gibt, dem sozialen Frieden dienen – bitte sehr. Man kann, wie dies an dieser Stelle schon mehrmals, aber wahrscheinlich zu zaghaft versucht wurde, noch so oft darauf hinweisen, dass das grammatische Geschlecht (Genus) mit dem biologischen Geschlecht (Sexus) nicht zwingend etwas zu tun hat und es also den weiblichen Gast genauso gibt wie die männliche Geisel. Und es hilft wahrscheinlich auch nicht viel, daran zu erinnern, dass im Deutschen das primäre grammatische Geschlecht nun einmal männlich ist. Die Leute wollen es einfach nicht begreifen. Sie reden und schreiben mit einer idiotisch-bürokratischen Umstandskrämerei mitsamt diesen hässlichen Schrägstrichen („der/die Wähler/in“), die in seltsamem Kontrast zu dem Bedürfnis nach Bequemlichkeit steht, das sich sonst allenthalben breitmacht. Dies alles lassen wir uns, wie gesagt, noch gefallen. Aber gerade kommt uns Post auf den Schreibtisch, die das Fass zum Überlaufen bringt. Der Deutsche Germanistenverband wendet sich in einem Rundschreiben doch tatsächlich an „Mitgliederinnen und Mitglieder“. Hätte man in diesen Taginnen und Tagen nichts Besseres zu tun, man müsste dieser Vereinin/diesem Verein, wo frau/man es eigentlich besser wissen müsste, glatt die Grammatikpolizei ins Haus schicken. Menschinnenskindnochmal! edo.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2011, Nr. 129, S. 33

 

line-wordpress-long

Zur Ontologie der Differenz
Über die Unmöglichkeit poststrukturalistischer Gesellschaftskritik

Alex Gruber

(Aus: Bahamas Nr. 57/2009)

 

Die Anrufung der Vielheit und der Differenz ist aus der linken Diskussion über Rassismus oder Geschlecht nicht mehr wegzudenken, sodass man geneigt sein könnte, Antirassismus, Anti(hetero)sexismus und Poststrukturalismus zusehends als Synonyme zu betrachten. Dies gilt für gleichermaßen für die undogmatisch-linksradikalen Kommandoerklärungen, wie sie in zahlreichen Internetforen und auf Blogs veröffentlicht werden, wie für die akademische Diskussion, wo der „linguistic“ bzw. „cultural turn“ an den Universitäten seinen Siegeszug längst erfolgreich abgeschlossen hat. So formuliert etwa Christina Thürmer Rohr, Professorin an der TU Berlin, dass Allgemeinbegriffe wie Mann oder Frau nichts anderes darstellen als „ein Ergebnis von Kategorisierungsverfahren, die selbst Ausdruck von Gewalt sind“, Ausdruck „einer gewaltsamen Einteilung der Vielheit der Menschen in zwei Geschlechter“; „Kategorisierungen von Menschen“ also, „die deren Pluralität zerstören.“ (Thürmer Rohr 2005) Und der linke Differenztheoretiker weiß, dass der islamische Raum ein wahres Paradies für homosexuelle Vielheiten wäre, hätte nicht der ‚westliche Diskurs’ gewaltsam seine ‚heteronormative Zwangsidentität’ weltweit durchgesetzt (Vgl. Klauda 2008) – damit auch die dieser Identität entsprechende Denkform – und ihre gewalttätig Einheit stiftende Begrifflichkeit, den durch Differenz charakterisierten Menschen eingeschrieben.

Restitution von Heteronomie

Das poststrukturalistische Bedürfnis, das sich in Aussagen wie den zitierten ausdrückt, versteht sich als Generalangriff auf das, was ihm identitätslogische Denkform oder abendländische Metaphysik heißt. Seine Intention und sein Anspruch ist es, gegen jenes Denken anzugehen, das begriffliche Allgemeinheiten kennt, unter die eine Vielzahl von Einzeldingen subsumiert werden: Gegen die starre Einheit der Logik, deren Gesetz „das der Reflexion ist, das Eine, das zwei wird“ (Deleuze/Guattari 1976: 8), und die so die Gegensätze von Subjekt und Objekt, von Begriff und Sache oder von Geist und Natur überhaupt erst produziere und in die Welt setze; gegen diese Einheit soll der lebendigen, jedoch von der Metaphysik und ihrer „Tyrannei des Buchstabens“ (Lyotard 1977: 108) geknechteten Vielheit zu ihrem Recht verholfen werden: „Der Vorrang der Identität […] entspringt der Welt der Repräsentation [durch den Geist, den Buchstaben, usw.; A.G.]. Das moderne [i.e. poststrukturalistische; A.G.] Denken aber entspringt dem Scheitern der Repräsentation wie dem Verlust der Identitäten und der Entdeckung all der Kräfte, die unter der Repräsentation des Identischen wirken.“ (Deleuze 1992: 11)

Die Vielheit soll von ihrem Bezug auf ein Identisches, auf ein Allgemeines, von dem sie differiert, befreit werden und als eigenes Prinzip erkannt werden: „(N)ur, wenn das Viele als Substantiv, als Vielheit, behandelt wird, hat es keine Beziehung mehr zum Einen als Subjekt und Objekt, als Natur und Geist, als Bild und Welt.“(Deleuze/Guattari 1978: 13; Hervorhebung des Verfassers) Um die Abhängigkeit der Vielheit von einem ihm durch die Logik aufoktroyierten Allgemeinen aufzulösen, sei es notwendig die einheitlichen und identischen Begriffe zu dekonstruieren; d.h. es sollen alle Bedeutungen „Schicht für Schicht abgetragen werden“ (Derrida 2004: 152), „deren Ursprung in der Bedeutung des Logos liegt“ (Ebd.: 23), um so zu einem neuen Denken zu kommen, einem mehrdimensionalen Denken, dem Denken der „Differenz an sich selbst“, für die Jauques Derrida sogar ein eigenes Wort erfindet: das der „différance“.

Diese Vielheit sei die zu sich selbst gekommene Differenz, die nicht der Begrifflichkeit angehört, aber auch nicht der Sinnlichkeit: „(E)s wird also auf eine Ordnung verwiesen, die jener für die Philosophie grundlegenden Opposition zwischen dem Sensiblen und dem Intelligiblen widersteht“ (Derrida 1999: 34), und die so den Dualismus der Metaphysik überwinde, weil sie reine Bewegung sei, die aller Bestimmung und Unterscheidung stets schon vorausgehe – die also Bestimmung und Unterscheidung überhaupt erst hervorbringe und ermögliche. Die von Derrida ins Auge gefasste Ordnung, die „différance“ ist dementsprechend als dem Gegensatz zwischen Geist und Natur widerstehend gedacht, den die metaphysische Philosophie aufmacht: Sie widersteht dem Gegensatz und somit dem Dualismus, weil sie ihm quasi zugrunde liegt und ihn trägt, weil sie sein zureichender, wenn auch unbestimmbarer, weil unbestimmter Grund ist, der „immer schon am Werk war“, vom logischen Denken aber „immer wieder neutralisiert, reduziert (wurde): und zwar durch einen Gestus, der der Struktur ein Zentrum geben und sie auf einen Punkt der Präsenz, auf einen festen Ursprung beziehen wollte.“ (Derrida 2006: 422) Dieser Versuch, die Differenz zu materialisieren und ihrerseits als Einheit zu hypostasieren, sei die Geburtsstunde und der Kardinalfehler der Metaphysik in einem. Diese ist demnach gedacht als dem Umstand geschuldet, dass „unsere Freunde der métis [der Weisheit; A.G.]“ (Lyotard 1977: 89) der Erkenntnis nicht standhalten können, dass Philosophie zwar einen Urgrund habe, über diesen Urgrund jedoch nichts auszusagen in der Lage ist, weswegen eben jene Unbestimmtheit von ihnen stets wieder vereindeutigt würde und so ein Schöpfer eingesetzt, der Sinn verbürgt.

Das Denken habe jedoch über diese imperiale Setzung hinauszugehen und die vom Poststrukturalismus postulierte Unmöglichkeit einer Grundlage zu ihrer Grundlage zu machen,[1] um so dem Wirken der Vielheit gerecht zu werden. So wie die „différance“ das sei, „was die Gegenwärtigung des gegenwärtig Seienden ermöglicht, so gegenwärtigt sie sich nie als solche. Sie gibt sich nie dem Gegenwärtigen hin. Niemandem. Indem sie sich zurückhält und nie exponiert, übersteigt sie genau in diesem Punkt und geregelterweise die Ebene der Wahrheit“. (Derrida 1999: 34) Die Vielheit ist konzipiert als jener Ort bzw. Unort, der den Phänomenen zugrundegelegt werden muss, aber nicht bestimmt werden kann – jeder Versuch, ihn zu benennen, d.h. etwas qualitatives über ihn aussagen zu wollen, falle in die Aporien der Identitätslogik, in die Metaphysik also zurück.

Die Vielheit ohne Einheit ist als das konzipiert, wodurch das Gegebene als verschiedenes gegeben ist; als jene Spur, die der Präsenz gewissermaßen vorausgeht, aber nicht als Vorausgehendes gedacht werden kann, die ebenso ursprünglich ist, wie nachträglich, die vorhanden ist, aber nicht konkretisierbar, die sich einschreibt, aber kein schreibendes Subjekt sein soll, sondern nur der Prozess des Einschreibens selbst. „Nach den Forderungen der klassischen Begrifflichkeit würde man sagen, daß ‚différance’ die konstituierende, produzierende und originäre Kausalität bezeichnet, den Prozeß von Spaltung und Teilung, dessen konstituierte Produkte oder Wirkungen die différents oder die différences wären. […] Und wir werden sehen, warum das, was sich durch ‚différance’ bezeichnen lässt weder aktiv noch passiv ist, sondern eher eine mediale Form ankündigt oder in Erinnerung ruft, eine Operation zum Ausdruck bringt, die keine Operation ist, die weder als Erleiden noch als Tätigkeit eines Subjekts bezogen auf ein Objekt, weder von einem Handelnden noch von einem Leidenden aus, weder von diesen Termini ausgehend noch im Hinblick auf sie, sich denken läßt.“ (Ebd.: 37; Hervorhebung im Original) Jede Vermittlung, jeder Gegensatz und jeder Widerspruch wird von diesem Denken kassiert; es darf und kann nichts geben, was außerhalb des Prozesses des Einschreibens liegt und darin nicht restlos aufgeht; alles ist unmittelbar durch die „différance“, die unbestimmte Vielheit, determiniert und konstituiert, die mit Eigenleben ausgestattet ihre Spur durch die Geschichte zieht.

Der Taschenspielertrick, die Vielheit an die Stelle der Einheit zu setzen und zu behaupten, sie firmiere nun als etwas ganz anderes denn als Einheit, ermöglicht es dem Poststrukturalismus als gewitztes und radikal-emanzipatives Denken aufzutreten, das die identitätslogische Philosophie hinter sich lasse und ein Ende der Bevormundung durch repressive Allgemeinbegriffe einleite. Das Denken soll aus der Metaphysik austreten und sich von der „Usurpierung durch die Buchstaben“ lösen, um zu einer „anderen Logik“ zu gelangen als jener, „in welche Platonismus und Judentum mit vereinten Kräften immer noch versuchen […], diese Spasmen [Zuckungen der Vielheit; A.G.] einzusperren und zu neutralisieren.“ (Ebd.: 106 ff.) Was sich in dieser Denkbewegung ausdrückt ist der Wunsch, jedwede Einheit und damit selbst noch den Gedanken einer vernünftigen Allgemeinheit exorzieren zu wollen. Das antiidentitär auftretende Denken erweist sich als gegenaufklärerisches, das die Logik regressiv überwinden möchte und in seiner Verwerfung der Metaphysik zu einer Ontologie der Differenz gelangt, die die herrschaftlichen Momente der traditionellen Logik und des Idealismus bei weitem übersteigt. Die Differenz, die den Ausweg aus der Metaphysik weisen soll, ist gedacht als etwas, das den Erscheinungen zugrunde liegt und sie hervorbringt, das aber selbst nicht wieder festgemacht werden könne und dürfe, das sich jeder Bestimmung entzieht. Die Grundlage, die keine sein soll, aber als solche angenommen werden muss und für die weder ein Subjekt noch ein Substrat angegeben werden kann, erweist sich so als Kategorie, die den poststrukturalistischen Ideologen zu einem Seinsbegriff eigner Qualität gerät, was sie als in der Tradition der Ontologie eines Martin Heidegger stehend ausweist – in der Tradition eines regressiven Denken, das im Besitz des ganzen Rüstzeugs der Philosophie eine Weltsicht restituieren möchte, gegen die die Aufklärung einst angetreten war. (Vgl. Adorno 2008: 54) Das postmoderne Bedürfnis erweist sich so als eines, das mit autonomen geistigen Mitteln das Denken abschaffen und Heteronomie (wieder)herstellen möchte, und das solcherart die gesellschaftlich produzierte Heteronomie durch das Kapital nicht nur verdoppelt und affirmiert, sondern sogar in einem bewussten Akt exekutieren möchte.

Schöpfungsgeschichte ohne Schöpfer

Das durch den prozessierenden Wert vermittelte herrschaftliche wie ideologische Moment, das sich in der idealistischen Denkbewegung äußert, in der das Allgemeine das Einzelne gewaltsam unter sich subsumiert und die identitäre Einheit als konstituierendes Moment des Besonderen auffasst, ist nicht zu leugnen. An kritischer Theorie wäre es jedoch, diese Identität als Reflexionsform repressiver Vergleichung durch Staat und Kapital kenntlich zu machen, also auf eben jenes herrschaftliche Moment zu reflektieren, anstatt der Einheit in abstrakter Negation ein scheinbares Gegenmodell gegenüberzustellen. Vielmehr ist dieses isolierte Gegenüber als eine Denkfigur auszuweisen, die sich aus dem Unmittelbarkeitswahn der poststrukturalistischen Weltanschauung speist und die als logische Unmöglichkeit zu charakterisieren ist: Einheit und Vielheit, Allgemeines und Besonderes sind nur in ihrer Vermittlung zu denken. Die Einheit stellt das Gemeinsame an verschiedenem Besonderen dar; sie ist die Kategorie, vor der das Besondere als bestimmtes Besonderes und nicht als bloß flüchtiger Sinneseindruck überhaupt nur bestehen kann[2]: Schlechterdings Inkommensurables, die „Differenz an sich selbst“, die begriffslose Vielheit als solche wäre nicht einmal benennbar. Diese Verwiesenheit auf Objektivität, die Tatsache, dass das Differente und Besondere in sich durch gesellschaftliche Objektivität vermittelt ist, bricht sich im Poststrukturalismus schließlich auch unreflektiert Bahn, wenn etwa die Begriffe der Metaphysik als identitätslogische verworfen und durch die „différance“ ersetzt werden, die diesen – wie aller Präsenz – vorgängig sei und von ihnen bloß verdrängt werde: „Indem die Vielheit als solche, die „Differenz an sich selbst“, jeden Bezug auf Identität kündigt, wird sie selbst das, womit sie nichts mehr zu tun haben will: Identität par excellence.“ (Türcke 2005: 167; Hervorhebung im Original) „Die différance ist noch eine Umdrehung mysteriöser als dieser Gott [der deus absconditus, der verborgene Gott der Theologie; A.G.]. Sie ist dasjenige, was übrig bleibt, wenn man vom Schöpfungsakt den Schöpfer und das Geschaffene abzieht und auch noch leugnet, daß das was zurückbleibt, ein Schöpfungsakt sei.“ (Ebd.: 187)

Es kann Kritik nicht darum gehen, die Einheit als solche zu verwerfen, sondern vielmehr darum, das Verhältnis in Blick zu bekommen, in dem die Vermittlung von Allgemeinem und Besonderem stattfindet. Die Erkenntnis, dass die Vermittlung von Allgemeinen und Besonderem in der über den Wert vergesellschafteten Gesellschaft eine gewaltsame ist; dass hier das Allgemeine in Form des selbstbezüglich prozessierenden Werts das Besondere als bloßes Durchgangsmoment seiner Bewegung setzt; dass es das Besondere unter sich subsumiert, indem es von seinen Besonderheiten abstrahiert und es als bloßes Anhängsel seines Prozesses setzt; diese Erkenntnis kann nicht davon dispensieren, das Bestehende als gesellschaftliche Totalität, als übergreifende Einheit begrifflich zu entfalten. Vielmehr ist dies geradezu die Voraussetzug jeder Ideologiekritik, die sich die Idee einer vernünftigen Allgemeinheit, die im Besonderen ihre Substanz hat; sprich: die Idee der freien Assoziation der freien Individuen nicht abmarkten lassen möchte.

Sowie die falsche Vermittlung von Allgemeinen und Besonderem zu kritisieren ist, so ist es auch der poststrukturalistische Glaube, man könne mit den metaphysischen Allgemeinbegriffen durch Akte der Dekonstruktion tabula rasa machen und die Differenz unmittelbar dagegensetzen. Gegen solchen Unmittelbarkeitswahn ist auf die Vermittlung von Allgemeinem und Besonderen im Begriff zu bestehen, der dieser Vermittelheit durch Reflexion innewerden und so seine angemaßte Allmacht durchbrechen kann. Der Begriff wäre zu fassen als Identität von Identität und Nichtidentität: Als Begrifflicher ist er Begriff des Nicht-Begrifflichen, das er unter sich befasst, und dessen er eingedenk werden muss, will er nicht in idealistischer Weise als Geist erscheinen, der Materie aus sich heraus hervorbringt. Jene Selbstreflexivität, jenes „Eingedenken der Natur im Subjekt“ (Horkheimer/Adorno 1997: 58), das Versöhnung erst ermöglicht, bedarf damit selbst noch des Begriffs und also der Logik, die sich im Zuge der herrschaftlich verfassten Menschheitsgeschichte konstituiert hat. Die Verfahren der Logik, wie etwa die Abstraktion und darüber vermittelt die Bildung von Allgemeinbegriffen, selbst sind es, die Vernunft entbinden und es so ermöglichen, der Unhaltbarkeit des (idealistischen) Totalitätsanspruchs der erkennenden Vernunft gewahr zu werden.

Das Denken ist notwendig auf die Tradition verwiesen, um sie transzendieren zu können und kann nicht dem Herrschenden abstrakt sein scheinbares Antidot gegenübersetzen, etwa die Vielheit der Einheit, die „différance“ der Metaphysik, und dann glauben, damit dem Herrschenden entkommen zu sein und ein ganz neues Denken etabliert zu haben – jenes Denken der ewig währenden „différance“ als einer „Urschrift ohne anwesenden Ursprung“. (Derrida 1999: 45)[3] Insofern ist das poststrukturalistische Philosophieren das Gegenteil von kritischer Theorie: Nicht nur, dass es keinen kritischen Begriff vom falschen Ganzen hat, sondern darüber hinaus sabotiert es auch die Universalität der Emanzipation, die darin bestünde eine Einheit der Vielen ohne Zwang zu sein. Kritik an der falschen Objektivität, am repressiven Allgemeinen bedeutet eben keineswegs, das Hypostasieren der Differenz um ihrer selbst willen, das diese wiederum zur falschen Allgemeinheit macht, sosehr es auch beteuert, über Identitätslogik hinaus zu sein. Kritik zielt vielmehr auf eine vernünftige Allgemeinheit, die vom Besonderen ausgeht, in der es also möglich ist, „ohne Angst verschieden zu sein“ (Adorno 1997: 116) – um einen Terminus aus den Minima Moralia zu zitieren, den die Ideologen des Poststrukturalismus regelmäßig in Anspruch nehmen, um zu suggerieren, die kritische Theorie Adornos sei die Vorläuferin von Foucault, Derrida & Co.[4]

Sprachmagie…

Das poststrukturalistische Denken, will nicht bloß dekretieren, dass es keine Einheit mehr gebe sondern nur noch Vielheit, es will vielmehr selbst diese Vielheit sein, es beansprucht Denken zu sein, das Vielheit macht. Das Denken soll aufhören Bedeutungsträger zu sein, es soll aufhören sich anzumaßen, Einheit und Ordnung in die Vielheit zu bringen und das „Imperium des Signifikanten“ (Lyotard 1977: 63) zu errichten. Es soll vielmehr jenes Wuchern und Sprießen selbst sein, jenes Verknüpfen und Verketten, welches die Wirklichkeit zu einer einzigen großen Vielheit macht, und umgekehrt diese Vielheit zu einer einzigen großen Spur, die sich unablässig ein-, fort- und überschreibt. So wie das Denken, das die Identitätslogik überwinde „Rhizom“ sei, so sei das „Rhizom“ zugleich Denken, Text und Diskurs – die Wirklichkeit also das permanente Schreiben ihrer selbst: „Das Viele (multiple) muß man machen.“(Deleuze/Guattri 1977: 11) „(M)acht Rhizom, nicht Wurzeln, pflanzt nichts an! Seid nicht eins oder viele, seid Vielheiten!“ (Ebd.: 41)

Dieses Denken, will dezidiert hinter die platonische und aristotelische Unterscheidung von Sprache und Gegenstand, von Denken und den Objekten, auf die dieses sich richtet zurückkehren, um endlich der Vielheit gerecht zu werden, die seit der Zeit dieser Philosophen verstellt sei. Es geht ihm um die Überwindung des Platonismus als das „Vorurteil […], es gäbe eine Wirklichkeit zu erkennen“ (Lyotard 1977: 12) sowie um die Erfindung einer „nichtaristotelischen Logik“, d.h. um die Schaffung eines dezentralisierten Diskurses der produktiven Einbildungskraft, der unmittelbar Wirklichkeiten schafft. (Vgl. ebd. 20 f.)

Was Adorno in Bezug auf Heidegger ausgeführt hat (Vgl. Adorno 2008: 40 ff.), gilt auch für dessen poststrukturalistische Adepten: So wie Heidegger den Vorsokratiker Parmenides zum größten Denker der Philosophiegeschichte erklärte, so wollen auch die poststrukturalistischen Denker zurück hinter die Platonsche Ideenlehre, die das Reich des Geistes vom Reich der Natürlichen, das als Erscheinung dieses Geistes gedacht ist, trennt, und auch sie beziehen sich dabei auf ein Moment des parmenidischen Denkens und zwar auf dessen Vorstellung, dass Denken und Sein dasselbe seien – was sie dahingehend interpretieren, dass zwischen dem Denken bzw. dem Diskurs und dem Objekt, auf das dieses Denken sich richtet, nicht zu unterscheiden sei. Das Denken, dass sich als Neustes anpreist, speist sich also aus dem Wunsch nach Regression in die frühesten Sphären der Geistesgeschichte, aus dem Wunsch nach Begriffen, die ihre Aura aus der Tatsache ziehen, dass sie zugleich mehr als bloß faktisch sein sollen und doch etwas von jener Konkretion haben, die sie als anderes denn begriffliche Abstraktionen ausweisen soll. Genau in diesem Zusammenhang begründet sich auch jene eigentümliche Stellung, die Derrida seiner différance zuspricht, jene Stellung jenseits des Intelligiblen und der Sinnlichkeit gleichermaßen, jene Frontstellung gegen eine Philosophie des Begriffs und gegen eine Philosophie der Realität, die Adorno schon als charakteristisch für die Heideggersche Ontologie erkannte (Vgl. ebd.: 55), und die eine begriffliche Verdopplung des Kapitalverhältnisses darstellt.

Die Vorstellung einer nicht greifbaren wie unbegreiflichen Bewegung, die dennoch absolut überdeterminierend ist, ist als Rationalisierung des in seiner Prozession sich totalisierenden Werts zu charakterisieren, der als Realabstraktion einerseits mehr ist als Begriff, anderseits aber selbst keine dingliche Qualität besitzt und sich deswegen vergegenständlichen muss. Der Wert muss sich in den Waren materialisieren, um sich verwerten zu können; zugleich aber widerspricht jede besondere Gestalt seiner Bestimmung als allgemeiner Reichtum, der sich im allgemeinen Äquivalent ausdrückt. Das Kapital ist jenes sinnlich-übersinnliche Wesen, dem die Kraft zukommt, in jedem stofflichen Ding zu stecken, ohne selbst Stoff zu sein;[5] jenes Wesen, das den gesellschaftlichen Zusammenhang als geschichtslose, jeder subjektiven Sinnsetzung vorgeordnete zweite Natur konstituiert. Als Rationalisierung dieses Zwangszusammenhang zu einer Seinslehre erweist sich, dass weder die Existentialontologie eines Heidegger noch die Ontologie der Differenz eines Derrida altertümliches, quasi vorsokratisches Denken sind, das ja zu seiner Zeit einen Fortschritt des Geistes gegenüber dem Animismus bedeutete, sondern modernes Denken, das zugleich antimodern ist, das hinter bereits erreichte Standards des Aufklärung regredieren und dabei das Kapital als zweite Natur, als bloße Herrschaft, die keine Vermittlung mehr kennt, verewigen möchte.

Die erkenntniskritische Aussage, dass ein Begriff sich notwendig auf ein Objekt als sein Substrat bezieht, das in dieser begrifflichen Erfassung nicht aufgeht, wird von den Ideologen des Diskurses verleugnet bzw. als metaphysische Anmaßung betrachtet, mittels derer ein Dualismus von Begrifflichem und Außerbegrifflichem eröffnet werde, der die Vielheit der Herrschaft des Zentrums unterwirft. Im Anspruch, den „Zugang zur Mehrdimensionalität“ (Derrida 2004: 156) zurück zu gewinnen, der aufgrund „der Ethik, der Logik, der Politik des Abendlandes seit mehr als zweitausend Jahren“ (Lyotard 1977: 90) verstellt sei, wird auf das Prinzip der sozialen und diskursiven Konstruiertheit aller Phänomene gesetzt; auf jene tautologische und leere, weil dem Objekt jedwede Einzelexistenz absprechende Rede, in der sich die poststrukturalistische Wertschätzung für das Besondere als Wunsch nach dessen restloser Einverleibung erweist.

Im Glauben, die idealistische Vorstellung zu durchbrechen, jene Vorstellung, der das Subjekt und dessen Geist als das absolute und erzeugende Prinzip und die Natur als qualitätsloses Material gilt, das vom Geist mittels klassifikatorischer Begriffe zugerichtet wird, gehen die poststrukturalistische Sprachspielerei dieser Vorstellung auf den Leim und verdoppelt sie zu einer fugendichten Ontologie, aus der es kein Entkommen geben kann und soll. Die Vorstellung vom Begriff als dem Realität Schaffenden wird nicht kritisiert, sondern übernommen und bloß gegen den „Diskurs der Herrschenden“ gewendet: „Das Wort, das in dieser Mitte [der griechischen Politeia, aus der die Frauen ausgeschlossen sind; A.G.] gesprochen wird, erweist sich als konstituierend für die [abendländische; A.G.] Gesellschaft in ihrer Gesamtheit.“ (Ebd.: 66) Weit entfernt davon, Kritik der idealistischen Vorstellung vom Geist als dem erzeugenden Prinzip zu sein, wird deren Hybris sogar noch übertroffen, wenn es das gesprochene Wort sein soll, das unmittelbar gesellschaftliche Realität schafft. Dass solch sprachmagische Vorstellung sich zwangsläufig in logische Widersprüche verwickeln muss, reflektiert sich in dem von Lyotard konstruierten Zirkel, der das Ergebnis – die „philosophisch-phallokratische“ Gesellschaft – im Ausgangspunkt – der Frauen ausschließenden Gemeinschaft der Männer – bereits voraussetzt.

… als Glaubenserfahrung

Am Idealismus wird also nicht dessen Hypostasierung des Geistes kritisiert, der seiner Vermittlung durch Natur nicht eingedenk ist und sich so zur übergreifenden Allmacht aufschwingt, die er nicht ist; am Idealismus wird vielmehr bemängelt, dass er überhaupt einen Unterschied zwischen Natur und Geist macht, dass er behauptet, dass „Materie und Vernunft verschieden sind.“ (Ebd. 67) Auch hier das altbekannte Spiel: Vermittlung – in diesem Fall die zwischen Natur und Gesellschaft – soll stillgestellt und abgeschafft bzw. durch ein direktes Bestimmungsverhältnis, das der diskursiven Konstruktion abgelöst werden. In der radikal sich gerierenden Behauptung, dass es keine außerdiskursive Natur gebe, da Natur selbst nur diskursive Konstruktion und damit der Einzelne nichts als „Effekt innerhalb eines Systems, […] der différance“ (Derrida 1999: 46) sei, erweist sich das postmoderne Bedürfnis als Denkbewegung, die die gesellschaftlich produzierte zweite Natur als absolut determinierende und unüberwindbare setzt. Natur ist diesem Denken nur noch der Inbegriff des gesellschaftlich auf sie Projizierten, ein rein gesellschaftliches Konstrukt, keine von Gesellschaft unterschiedene, in ihr nicht aufgehende, aber von Vernunft erkennbare Qualität, weil es Kategorien eigener Qualität nicht mehr geben darf, diese vielmehr in die absolute Immanenz hereingeholt werden sollen.

Jedes Thematisieren einer eigenständigen Qualität von Natur, jedes Räsonieren über das Verhältnis von Begrifflichem und Nichtbegrifflichem, ist dem poststrukturalistischen Denken Anathema bzw. Ausfluss des noch in herrschaftlichen und identitätslogischen Kategorien befangenen Denkens, das nicht erkennen will, dass jeder Versuch einer Reflexion über Natur selbst ein Moment der diskursiven Konstruierung dieser ist. Natur erweise sich so als Kategorie, deren unterstellte eigene und erkennbare Qualität rein aus Projektion erwächst, womit alle Formen der Auseinandersetzung mit Natur als prinzipiell gleichwertig gesetzt sind und qualitative Unterscheidung zwischen spezifischen Formen der Vergesellschaftung nicht mehr möglich ist. Dementsprechend wird der bloße Anspruch, die Menschheitsgeschichte von den Kategorien des Fortschritts, der Emanzipation und der Versöhnung her zu verhandeln, ein Anspruch, von dem Ideologiekritik nicht lassen kann, will sie sich nicht selbst durchstreichen, zu einem usurpatorischen Akt erklärt, der den eigenen gesellschaftlichen Diskurs über den anderer stellt und damit in die alte metaphysische Falle des abendländischen Denkens tappt, das die Minderheiten zu repräsentieren trachtet, indem es sie interpretiert und sich selbst das „Recht [setzt], den Sinn zu geben.“ (Lyotard 1977: 66)[6]

Dagegen gelte es zu erkennen, dass es keine Universalität des Denkens gibt, dass auch hier die Vielheit herrscht. „Wie kennen keine Wissenschaftlichkeit und keine Ideologie mehr. Wir kennen nur noch Verkettungen. Es gibt nur noch maschinelle Wunschverkettungen als Aussageverkettungen.“ (Deleuze/Guattari 1976: 36) Es gehe darum Signifikanz und Subjektivierung zu überwinden, da jeder bedeutungsgebende Wunsch auf unterworfene Subjekte verweise und zwangsläufig in den herrschenden Bedeutungen gefangen bleibe. Stattdessen gelte es, eine Logik zu etablieren, „wo es keine Metasprache mehr gäbe, […] weil Lüge und Wahrhaftigkeit ununterscheidbar sind.“ (Lyotard 1977: 35) Gegen das, was dem Poststrukturalismus Metaphysik heißt, gegen die herrschaftliche Setzung einer Einheit in der „différance“, stellt er das Argument von der Minderwertigkeit identitätslogischer Gesetzmäßigkeiten und die Neigung lieber ein Spiel mit ihnen zu treiben als ihnen zu folgen. Die Rede von der Vielheit beansprucht den Regeln der Logik zu entfliehen, indem sie behauptet, diese gelten für sie nicht mehr. Sie inszeniert sich als Wissen, das den Bruch vollzieht mit einer Denktradition, die auf Kritik und die Kraft des Arguments vertraut und versteht sich als Einspruch gegen den „Rückstrom eines hartnäckigen Glaubens an die Einheit, die Totalität und die Finalität eines Sinns“, als Bruch also mit einer Tradition, die „Tätigkeit und Denken im Glauben daran [hält], daß die Wahrheit das höchste aller Güter ist“. (Ebd. 11 f.) Die Pointe des Poststrukturalismus ist, dass er die Vielheit als das schlechthin andere der Logik postuliert, als dasjenige, das unidentifizierbar und ungreifbar ist, und gerade diese Unbestimmbarkeit bürgt ihm für dessen unhintergehbare Geltung.

Damit ist dieses Denken hermetisch gegen jede Kritik abgedichtet: Jede Nachfrage nach dem durch und durch tautologischen Prinzip, jeder Hinweis darauf, dass der Poststrukturalismus mittels der zur Befreiungskraft hypostasierten Differenz eine ontologische Seinslehre errichtet, wird als noch gänzlich der Identitätslogik und ihrem Glauben an die begründete Rede verhaftetes Denken abgekanzelt, das niemals an die Differenz heranreiche. (Vgl. Türcke 2005: 180 ff.) Letztere ist quasi das Zauberwort, mittels dessen man sich der Identitätslogik enthoben sieht, und das dementsprechend immer wieder wiederholt und variiert wird, ohne dass der Begriff jemals in einem Argumentationsverfahren entfaltet würde, wird doch dem Argument als Instrument der Logik vielmehr mit jener Überheblichkeit begegnet, die sich als Geringschätzung und Abneigung erweist. Und auch hier ist der Zusammenhang mit der vernunftverlassenen Theologie offen zu Tage liegend: Wie diese mit dem Auseinanderfallen von Gottes- und Vernunftbegriff, wie es sich im Universalienstreit reflektiert, die Glaubenserfahrung in den Mittelpunkt rückt, die einer rationalen Begründung nicht zugänglich ist – eben weil sie Erfahrung des Göttlichen ist, die niemand nachvollziehen kann, der sie nicht selbst gemacht hat – so konstituiert der Poststurkturalismus eine Glaubensgemeinde der besonderen Art: Nur der, über den die Erfahrung des „noch nicht Benennbaren, das sich erst ankündigt und dies nur tun kann […] in der Gestalt der Nicht-Gestalt“ (Derrida 1999: 441) wie eine rettende Engelserscheinung gekommen ist; nur wer solcherart die Herrlichkeit der „différance“ geschaut hat, nur der kann teilhaben, weil er erkannt hat. Alle anderen befinden sich noch im Reich der Metaphysik, dem minderen Reich der Identitätslogik, in dem man das mehrdimensionale Denken der Vielheit gar nicht begreifen und so in allen Kritikversuchen stets nur verfehlen kann: „Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen“. (Goethe: Faust I)

Gesellschaft als Usurpation der Vielheit

Allein schon von Gesellschaft zu sprechen und damit mehr zu meinen als das frei Fluten der Vielheiten, das unablässige Wuchern und Gedeihen der Differenz, ist dem poststrukturalistischen Denken eine metaphysische Anmaßung, die auf herrschaftlichen Willen zur Macht verweist. Der Begriff der Einheit ist ihm ein durch und durch pejorativer, gegen die Vielheit gerichteter, der sich herstellt, wenn etwa die „Herren“ und die „Freunde der Weisheit“ qua ihres gemeinsamen herrschaftlichen Willens zur Macht der Vielheit gewaltsam eine Ordnung oktroyieren, indem sie eine Metaaussage installieren, die von sich behauptet, sie sei allen anderen Aussagen vorgeordnet, und die jeden, der sich ihr nicht fügt, des Verstoßes gegen die Rationalität bezichtigt. (Vgl. Lyotard 1977: 32) Überdeutlich wird dieses Ressentiment gegen den Allgemeinbegriff und damit gegen einen Begriff von gesellschaftlicher Totalität, wenn – was selten genug vorkommt – die Theoretiker des postmodernen Bedürfnisses auf den Faschismus zu sprechen kommen: Dieser sei eine Verhärtung gegen das „Rhizom“, mittels derer versucht wird, einem Signifikanten die Macht zu überantworten und ein Subjekt herzustellen, wo doch eigentlich nur Wuchern, Sprießen und unendliche Verkettung sei. „Gruppen und Individuen“, schreiben Deleuze und Guattari, „enthalten Mikrofaschismen, die darauf warten auszukristallisieren.“ (Deleuze/Guattari 1976: 17)[7] Doch bereits der Versuch, einen Allgemeinbegriff des Faschismus zu bilden, gilt den beiden als Ausfluss dieses Mikrofaschismus, der in uns allen steckt: „Man sucht keine gemeinsame Gattung, deren Spezies die Faschismen oder sogar die Totalitarismen wären. Man sucht auch keine besondere Spezies, die den Faschismen oder besser dem deutschen Faschismus zueigen wäre und sich von allen anderen unterscheiden würde. […] (E)s gibt gleichzeitig die verschiedensten Arten von deutschen Faschismen mit rechten und linken ‚Strömungen’, Massenlinien und Fluchtlinien, städtischen und ländlichen Spielarten. […] Fragen der Bedeutung und der Zuordnung sind immer sekundär im Verhältnis zum Begriff, der zunächst als Vielheit betrachtet werden muß […]. Wenn der Begriff wirklich eine Vielheit bezeichnet, wird er den Gesellschaften nach bestimmten Linien, den Gruppen und Familien nach anderen und den Individuen nach wieder anderen Linien zugeordnet; und alles dem er zugeordnet wird, ist selbst eine Vielheit. Andernfalls handelt es sich um einen schlechten Begriff.“ (Ebd.: 43, Fn. 4)

Mit demselben Argument, mit dem in großen Teilen der Linken die Kritik am Islam zurückgewiesen wird, mit dem Argument nämlich, dass es „den Islam“ nicht gäbe, sondern nur viele islamische Traditionen und Lesarten und letztlich wohl so viele Islame wie Muslime selbst, weswegen jeder Versuch einen allgemeinen Begriff des Islam zu bilden nur westliche Überheblichkeit und Orientalismus sei; mit demselben Argument weisen Deleuze/Guattari, einen Allgemeinbegriff des Faschismus und erst Recht einen des Nationalsozialismus zurück. Die Feststellung, dass die Formierung der Volksgemeinschaft über die Vernichtung der europäischen Juden das Spezifikum des Nationalsozialismus ist, das ihn von den Faschismen seiner Zeit qualitativ unterscheidet, gilt den französischen Meisterdenkern als identitätslogische Anmaßung, die dem „mikrofaschistischen“ Wunsch nach Subjektivität, Sinnstiftung und Macht über die Vielheit entspringt. Ihre Weltanschauung erweist sich so als Generalangriff auf die Vernunft; indem sie die Bildung von Allgemeinbegriffen als faschistisch denunziert, arbeitet sie daran, das Denken überhaupt zu perhorreszieren.

So wie es keinen allgemeinen Faschismus gebe, so gebe es auch keinen universellen Kapitalismus, da auch dieser immer im Schnittpunkt von allen möglichen Formationen existiere. So wie der Faschismus eine „Auskristallisierung“ des imperialen Charakters der Logik sei, so ist auch der Kapitalismus als Ausfluss einer Metaaussage gefasst, die sich gewaltsam inthronisiert. Der Kapitalismus verdanke sich, wie Marx herausgefunden habe, „einer Aussage oder Aussagengruppe zweiter Ordnung, die den Wahrheitswert aller Aussagen erster Ordnung, der Gleichungen, die den kapitalistischen Tausch: Waren/Geld regeln, sicherstellen.“ (Lyotard 1977: 34) Doch Marx selbst sei noch Metaphysiker, da er der kapitalistischen Metaaussage nur seine eigene entgegenstellt, welche für wahr erklärt, „daß der Wert jeder Ware in der Menge der zu ihrer Produktion notwendigen durchschnittlichen gesellschaftlichen Arbeitszeit besteht.“ Lyotard meint, in dieser Marxschen „Gleichung“ den „Meta-Operator aller anderen“ gefunden zu haben und glaubt darin allen Ernstes, Marx kritisiert zu haben. (Ebd.) Die Setzung eines solchen „Meta-Operators“, der die Wahrheitswerte einer Aussagenmenge festlegt, sei nämlich überhaupt der zentrale Punkt der gesamten Identitätslogik, denn nur durch ihn ist es überhaupt möglich den Anspruch auf Wahrheit aufrecht zu erhalten. Nur wenn es der Instanz einer Macht gelingt, eine Metaaussage zu installieren, die nicht zu der Klasse aller anderen Aussagen gehört, nur dann ist es ihr möglich die Wahrheit oder Falschheit der anderen, dieser Metaaussage untergeordneten Aussagen zu behaupten. Die Instanz der Macht, der dies gelingt setzte sich also widerrechtlich als Souverän, der das Recht hat, Sinn zu setzen und so Einheit herzustellen; widerrechtlich, da seine Aussage eigentlich auch nur derselben Klasse angehört wie alle anderen Aussagen auch und lediglich von der Macht der „Herren“, als autoritäre Ordnung gesetzt wurde, als Ordnung, die alles versucht, um die „Künstlichkeit dieser Konstruktion [zu] verbergen“. (Ebd.: 84)

Der Poststrukturalismus versteht gesellschaftliche Allgemeinheit immer nur als Usurpation, als unerlaubte Machtergreifung eines Diskurses, als Selbstinthronisierung der einheitsstiftenden Logik, als einen Fremdkörper an der Vielheit, der sich gewaltsam als Zentrum zu setze und so die Vielheit vereindeutige und ihres Rechts beraube. Eines der zentralen Instrumente dieser imperialen Bestrebungen sei die Psychoanalyse, die das Unbewusste als zentriertes System betrachte, das interpretiert werden kann. Auf diese diktatorische Konzeption gründe die Psychoanalyse ihre eigene diktatorische Macht, die Macht des Analytikers über den Analysierten, die die Macht der Identität über die Differenz repräsentiert. Das Ziel der Freudschen Theorie sei es, repressiv ein Allgemeines zu setzen und so die Einzelschicksale zu Abziehbildern dieser vorausgesetzten Einheit zu reduzieren, indem sie etwa die Entwicklung des Kindes, seiner Triebe und Partialobjekte als Stadien auf einer genetischen Achse und als Positionen einer Tiefenstruktur betrachtet und nicht als unmittelbare politische Optionen für Probleme, die das Kind mit der ganzen Kraft seines Begehrens erlebt. (Vgl. Deleuze/Guattari 1976: 22) Die Psychoanalyse, die die Wünsche und das Begehren des Kindes nicht in ihrer Unmittelbarkeit annimmt, wähle lediglich das aus und isoliere es, was sie gemäß ihrer vorausgesetzten Ordnung reproduzieren möchte. Sie schaffe sich den von ihr gewünschten Menschen anhand eines Bildes, das sie immer schon gemäß ihrer eigenen Prinzipien der Erfassung und Bedeutungsgebung konstruiert hat, um so die Vielheiten zu organisieren und zu strukturalisieren. Das Triebhafte der Vielheit nämlich „ist das was noch nicht aufgehoben ist, was noch nicht vom Geschwätz der philosophischen Schleiereule aufgenommen, wiederholt und widerrufen ist, was noch nicht auf die Zeitachsen der vernünftigen Erzählungen verteilt ist […], was noch nicht als Bedeutung in der Zeit konstituiert ist.“ (Lyotard 1977: 99) Die Identitätslogik der Freudschen Theorie ziele auf Verwaltung dieser unmittelbaren Urkraft der Vielheit, indem sie ihre eigenen Redundanzen injiziert, überträgt und so weiterverbreitet. Die Logik im Allgemeinen wie die Psychoanalyse im Besonderen zerbreche so unaufhörlich das „Rhizom“, indem sie es verstopft, auf das der Wunsch, nicht mehr strömen kann. Aufgrund dieser Entwurzelung, die am unmittelbaren Begehren vorgenommen wird, stirbt dieses ab und es bleibt nur das Subjekt übrig, das die Neutralisierung und Verwaltung dieses Begehrens darstellt. (Vgl. Deleuze/Guattari 1976: 23 f.)

Zivilisation und damit untrennbar verbundene Triebsublimierung sind dem regressiven Bedürfnis, das sich in solchen Aussagen reflektiert, ein Gräuel. In seinem Unmittelbarkeits- und Ursprünglichkeitswahn, kann es darin nur herrschaftliche Anmaßung sehen, die die Schwachen auch noch um ihr Begehren und damit um ihr Leben bringen will, und es ruft dazu auf, eine libidinöse Kraft zu „entdecken, die vom Ich und seinen Identifizierungen unabhängig ist, die die Rechte und Gewaltsamkeiten der Aneignung, also auch Schuldgefühle nicht kennt; sie wäre einfacher Wille zur Macht, eine unwiderstehliche Überflutung von Zonen geringerer Intensität durch die Triebe.“ (Lyotard 1977: 97) Nicht soll es diesem Denken um die Frage der Vermittlung zwischen Natur und Geist, zwischen Triebwesen und Gesellschaftswesen gehen, welche die Psychoanalyse in den Blick zu bekommen versucht. Stattdessen wird eine Form gesetzt, die die herrschaftlich vergesellschafteten Einzelnen unmittelbar in all ihren Beschädigungen affirmiert[8] und dem „unerhellte[n] Trieb“ (Horkheimer/Adorno 1997: 196) zum direkten Ausbruch verhelfen möchte. Diese Figur ist die Rationalisierung des Wunsches nach Regression, des Wunsches, endlich einmal die Fesseln der Zivilisation abwerfen und so richtig enthemmt ‚die Sau herauslassen’ zu dürfen.

Rebellion gegen die Einheit als kollektive Enthemmung

Während die Differenz einerseits als das Unbestimmbare und Unbeherrschbare gefasst ist, „über dessen Gedächtnis man noch nicht verfügt (Derrida 1992: 18), besitzt sie andrerseits die Konkretion dessen, das immer schon gewesen ist. Derrida versteht sein Denken als eines, das sich sowohl gegen das wiederholende Denken wendet, das nur Altbekanntes anhäuft, wie gegen die Idee des vollkommen Neuen, der „neuen Ordnung“, in der „das Gesepenst des Schlimmsten wiederkehrt“ (Ebd.) und Lyotard konzipiert die Vielheit als eine „Gruppe von heterogenen Räumen, als ein großes Patchwork aus lauter singulären Minoritäten“, denen „die Aufgabe zufällt immer wieder von neuem einen modus vivendi [ihres Zusammenlebens; A.G.] zu finden“ (Lyotard 1977: 37 f.) – also ebenfalls als etwas, das allzeit vorhanden, aber immer im Kommen ist und deswegen stets aufs Neue gemacht werden muss. Die Gesellschaft, die der „différance“ gerecht wird, ist also gedacht, als ein Konglomerat „von Gesetzen und Sitten (heutzutage sagt man Kulturen) ohne Zentrum“ (Ebd.: 8), deren Diskurse und Praktiken per se die gleiche Wertigkeit besitzen, und die ihr Zusammenleben durch den permanenten Dialog regeln; einen Dialog des „wehrlose[n] Sich-Aussetzen[s]“, der kein Allgemeines kennt, da dieses „dem Leib eines Singulären, eines Idioms oder einer Kultur“ gewaltsam Einheit einschreibt. (Derrida 1992: 53) Alles in allem wäre die Welt also ein fröhliches dezentriertes Treiben, wären nur nicht die „Herren“ und die Logiker, die diesem ein Ende setzen möchten, um sich selbst an die Macht zu bringen, ein Imperium zu errichten und Grenzen zu ziehen, die die Vielheit durchschneiden. Auf solche Art werden diejenigen jenseits der Grenze konstruiert: die Wilden, die Barbaren, die das Zentrum einerseits zu seiner als solche zu Selbstvergewisserung braucht,[9] die es aber andrerseits erziehen, zivilisieren, sich selbst gleichmachen möchte, woraus sein imperialer Charakter resultiert. Diese Grenze die das Imperium errichtet, sei aber nicht so sehr die Grenze zwischen einem Innen und einem Außen, als die sie sich darstellt, sondern vielmehr die „Bruchlinie zwischen einem empirisch Gegebenen […] und der transzendenten oder transzendentalen Ordnung, die sich ihm appliziert, um zu versuchen, ihm einen Sinn zu geben.“ (Lyotard 1977: 67)

Jenes empirisch Gegebene ist es dann auch das zum Widerstand bläst, zum Widerstand der Minoritäten, die sich gegen die Usurpation zur Wehr setzen und versuchen, ihre „Geschäfte selbst in die Hand zu nehmen, ohne all die Vermittlungen des Zentrums zu passieren“. (Ebd.: 39) Diese Minoritäten, die sich gegen die Macht auflehnen, seien ihrerseits keine Mächte, keine zentrierenden Subjekte, sondern deren glattes Gegenteil – bloß flüchtige Knoten: „Ihre Einheit entsteht weder durch ein Zentrum, noch durch ein Gesetz, sie ergibt sich aus dem einfachen Zusammenfallen der Triebe, die die Körper aufpeitschen und in eine prekäre anonyme Bruderschaft verwandeln.“ (Ebd.: 106) Worauf die Argumentation hier abzielt ist die Zusammenrottung der sich zu kurz gekommen Fühlenden zum Rudel, das zum Schlag gegen das verhasste vergleichende Prinzip ausholt; die Konstituierung eines Kollektivs „verfolgender Unschuld“ (Karl Kraus), das das Gefühl umtreibt von korrumpierten Mächten systematisch belogen und hintergangen zu werden. Die poststrukturalistische Weltanschauung Lyotards richtet sich die Welt so her, wie sie sie sieht: als Konglomerat von Minoritäten, die gemeinsam die Vielheit bilden und gegen die ihnen angetane Schmach aufbegehren, und erweist sich so als Sehnsucht nach Enthemmung und Ausnahmezustand. „Das ist der Humor des Willens zur Macht: die Ohmacht führt nur in der Zeit der Akkumulation zur Verzweiflung; in der Zeit der kairoi [der hereinbrechenden günstigen Augenblicke, wo der Überschuss die Alltäglichkeit durchdringt; A.G.] ist sie von einer unbekümmerten Heiterkeit begleitet“. (Ebd.: 103)

In der Intensität, die sich in solchen Augenblicken ankündigt, werde deutlich, dass die Trennungen, die das Imperium konstituiert, um zu kontrollieren und zu herrschen, nicht mit den politischen Grenzen zusammenfallen die es oberflächlich zieht, sondern jeden einzelnen Körper durchqueren (Vgl. ebd. 63) – dass also jeder Einzelne ein Opfer des Zentrums ist. Solcherart stellt sich die poststrukturalistische Theoriebildung als Erscheinungsform eines gesamtgesellschaftlichen Bedürfnisses dar: Die dem Kapitalverhältnis Unterworfenen fühlen sich als permanente Opfer von List und Trug, von finsteren Machenschaften, Verfolgung und Diskriminierung. Dies ist der Hintergrund der inflationär werdenden Rede von Rassismus, der zum Synonym von Ungerechtigkeit schlechthin wird. Das Individuum wird sich selbst zur kleinsten existierenden Minderheit und begreift sich selbst nach dem Muster verfolgter Völker. (Vgl. dazu Nachtmann 2003: 59) Die Einzelnen begreifen sich selbst zusehends nach dem Muster schützenswerter Kulturen, die kein anderer verstehen kann und die deswegen respektiert werden müssen und prinzipiell nicht kritisiert werden dürfen. Kritik wird zusehends als Anmaßung begriffen, als illegitimer Übergriff, mittels dessen dem Einzelnen ein fremder Diskurs als allgemeiner aufgezwungen und damit quasi eine Metaaussage über ihm etabliert werden soll, was nur die Entscheidung eines „Herren“ repräsentiere, die Welt seinem eigenen Sprechort zu unterwerfen. In jener der Vielheit gemäß eingerichteten Welt, die der Poststrukturalismus herbeiführen möchte, gäbe es solche Anmaßungen jedoch nicht mehr, da die „maschinelle Verkettung oder maschinelle Gesellschaft, jeden zentralisierenden und vereinheitlichenden Automaten als ‚asozialen Eindringling’ abweist.“ (Deleuze/Guattari 1976: 28)

Dass solche Formulierungen an die Ausführungen von Islamisten erinnern, die Israel als asozialen Stachel im Fleisch der arabischen Welt bezeichnen, als Eindringling, der abzuweisen und auszusondern wäre, ist alles andere als zufällig, wissen doch auch die poststrukturalistischen Theoretiker, wer an vorderster Front steht, wenn es darum geht, die Vielheit der Welt einem einheitlichen Prinzip zu unterwerfen. „In einer Abstimmung haben die Vereinten Nationen den Zionismus als Rassismus verurteilt – zum großen Entsetzen der Abendländer, die plötzlich in der Minderheit waren. Eines Tages wird die UNO die Vorherrschaft, die man dem theoretischen Diskurs einräumte, als männlichen Sexismus verurteilen, zum großen Entsetzen von… uns allen.“ (Lyotard 1977: 69) Die Ideologen der Differenz liefern die Philosophie für die antisemitische Internationale, die sich unter dem Dach der UNO am 20. 04. 2009 in Genf ihr antirassistisches Stelldichein geben wird.

 

Literatur:

Adorno, Theodor W. 1997: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben; in: Ders.: Gesammelte Schriften Bd. 4, Frankfurt/M.

Ders. 2008: Ontologie und Dialektik. Frankfurt/M.

Deleuze Gilles 1992: Differenz und Wiederholung, München

Deleuze, Gilles/Guattari, Félix 1976: Rhizom, Berlin

Derrida, Jaques 1992: Das andere Kap. Erinnerungen, Antworten und Verantwortungen; in: Ders.: Das andere Kap. die vertagte Demokratie. Zwei Essays zu Europa, Frankfurt/M. S. 9-80

Ders. 1999: Die Différance; in: Ders.: Randgänge der Philosophie, Wien S. 31-56

Ders. 2004: Grammatologie, Frankfurt/M.

Ders. 2006: Die Struktur, das Zeichen und das Spiel im Diskurs der Wissenschaften vom Menschen; in: Ders.: Die Schrift und die Differenz, Frankfurt/M., S. 422-442

Horkheimer, Max/Adorno, Theodor W. 1997: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente; in: Ders.: Gesammelte Schriften Bd. 3, Frankfurt/M.

Klauda, Georg 2003: Globalizing Homophobia. Die Schwulenverfolgung in der islamischen Welt, die sich propagandistisch gegen den Westen richtet, setzt paradoxerweise den Import seines Identitätsmodells voraus; http://gigi.x-berg.de/texte/globalizing

Ders. 2008: Die Vertreibung aus dem Serail. Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt, Hamburg

Krug, Uli/Kunstreich, Tjark 1998: Dekonstruktion heißt Domestizierung. Judith Butlers Staatsbürgerkunde für die queer nation, in: Bahamas, Nr. 26; S. 35-42

Lyotard, Jean-François 1977: Das Patchwork der Minderheiten. Für eine herrenlose Politik, Berlin

Nachtmann, Clemens 1997: Adornos Orthodoxie. Das Fortbestehen der Revolutionstheorie nach ihrem Ende; in: Bahamas, Nr. 22; S. 44-50

Ders. 2003: Drittes Reich, Dritte Welt, Dritter Weg. Über Rassismus und Antirassismus; in: Bahamas; Nr. 43, S. 53-60

Saharso, Sawitri 2008: Gibt es einen multikulturellen Feminismus? Ansätze zwischen Universalismus und Anti-Esenzialismus; in: Sauer, Birgit/Strasser, Sabine: Zwangsfreiheiten. Multikulturalität und Feminismus, Wien

Thürmer-Rohr, Christina 2005: Feministische Störpraxis. Veränderungen der feministischen Gewaltdebatte in den letzten 30 Jahren; http://auf-einefrauenzeitschrift.at/throhr.php

Türcke, Christoph 2005: Vom Kainszeichen zum genetischen Code. Kritische Theorie der Schrift, München

 

[1] Warum es etwas gänzlich anderes als Grundlagen- bzw. Ursprungsphilosophie sein soll, die Unmöglichkeit einer Grundlage zu eben jener Grundlage zu erklären, wird wohl auf ewig das Rätsel des Poststrukturalismus bleiben; jenes Rätsel aus dem sich die Scheinradikalität dieses Weltbildes speist, die darin besteht, jenen logischen Zirkel par excellence als Königsweg zu verkaufen.

[2] Die ist auch der Grund, warum moderne Individualität als Reflexionsform der Abstraktion und Vergleichgültigung zu kritisieren ist, die das Kapital an den Einzelnen vornimmt, aber gleichzeitig gegen jeden regressiven Angriff, wie etwa die Verkündigung des ‚Todes des Subjekts’, zu verteidigen ist. Der freie Einzelne wäre Resultat selbstrefllexiv gewendeter Vernunft, die das überschießende Moment von Individualität gegen deren eigene Konstitution, zur Geltung brächte und nicht die Verwerfung der Subjektform als bloßes „Produkt einer epistomologischen Falte“, die „verschwinden wird, sobald unser Wissen eine neue Form gefunden haben wird.“ (Klauda, Georg 2003)

[3] Hierin erweist sich die poststrukturalistische Schöpfungsgeschichte als jeder klassischen Theologie hoffnungslos unterlegen: Insofern die biblische Schöpfungsgeschichte Gott als jenes Prinzip ansieht, in dem die Einheit realisiert ist, die auf Erden mit der Vertreibung aus dem Paradies – also der Menschwerdung – zerfallen ist, erhält die Religion im Wissen um die Unerlöstheit der Welt den Wunsch nach Transzendierung der schlechten Verhältnisse, also den Wunsch nach Versöhnung aufrecht – ein Gedanke der in der jüdischen Idee des Messias wohl am schlagendsten vor Augen tritt, und der im Christentum durch die Vorstellung der Erlösung durch den Tod Jesus’ ins Jenseits verlagert wurde. Diese Idee der Versöhnung wird von der poststrukturalistischen Ideologie als Onto-Theologie verhöhnt und dagegen wird eine Transzendenz gesetzt, die keine mehr sein möchte, und die schon gar kein transzendierendes Moment mehr kennen möchte und sich damit gleichzeitig als reine Immanenz erweist.

[4] Dass die Adepten des Poststrukturalismus erfolgreich die Behauptung verbreiten, die von ihnen aufgemachte Ontologie der Differenz bzw. des Anderen sei die logische Weiterentwicklung des Adornoschen Begriffs des Nichtidentischen und damit auch bei kritisch sich wähnenden Zeitgenossen offene Türen einrennen, verweist auf das allumfassend gewordene Bedürfnis, das durch solcherart Theoriebildung befriedigt wird, sowie auf die Geistverlassenheit noch von Theoretikern, die sich selbst in der Tradition der kritischen Theorie stehend betrachten. Zum Begriff des Nichtidentischen und dessen Verhältnis zur poststrukturalistischen Differenz vgl. Nachtmann, Clemens 1997

[5] Dieser Tatsache ist auch die Scheinplausibilität des poststrukturalistischen Arguments geschuldet, dass Sprache ein abstrakt-selbstreferentielles System sei, ein stoffloses Vermittlungssystem, das aus nichts als der zeitlosen Unendlichkeit der ‚Signifikantenkette’ besteht – eine Rationalisierung der permanenten Akkumulation des gegen seine stoffliche Gestalt gleichgültigen Kapitals, die sich als unendliche Kette von Tauschakten darstellt. (Vgl. Krug, Uli/Kunstreich, Tjark 1998) Lyotard etwa gesteht dies auch ganz offen ein, wenn er sagt, dass es keine „Identität gibt, die von den jeweiligen Umständen unabhängig ist, […] keine Prädikate, die wichtiger sind als andere“, und dass es immer „ebensoviele qualifizierte Subjekte [gibt] wie Situationen“, „was auf eine Zerstörung der Absoluta, der Substanzen“ hinausläuft, die sich der „Zirkularität des Kapitals“ verdankt. Die „Herren“ hätten Angst vor diesem „allgemeinen Tausch der Werte“ gegen den sie versuchen, den absoluten Wert zu instituieren. (Lyotard 1977: 80 f.) Ähnlich wie Habermas rationalisiert Lyotard also den Warentausch zu nichts als herrschaftsfreiem Diskurs, Austausch von Werten, der dem herrschaftlichen Gebaren der „Herren“ entgegenzusetzen ist.

[6] Der Schamanismus ist diesem Denken genau so eine Form der Auseinandersetzung mit der in den Riten konstruierten menschlichen Natur, wie die moderne Medizin; der Animismus genau so eine Auseinandersetzung mit der Welt, wie die Newtonsche oder die Quantenphysik – qualitative Unterscheidung zwischen ihnen sei dementsprechend nur um den Preis von Herrschaft, Abwertung und Diskriminierung zu haben. Als pars pro toto sei hier auf den Aufsatz Sawitri Saharsos verwiesen, in dem sie ausführt, dass es rassistisch sei, die Entfernung der Klitoris als Verstümmelung (Mutilation) zu bezeichnen und zu verbieten: „Das Problem eines solchen Verbots ist aber, dass viele Lebensweisen mit Praktiken der Geschlechterdiskriminierung verbunden sind. […] Eine Praktik aufgrund von Geschlechterdiskriminierung zu untersagen, würde bedeuten, dass all diese Praktiken nicht mehr länger rechtens wären. Dies würde aber unzulässigerweise persönliche Freiheiten einschränken.“ (Saharso, Sawitri 2008: 19)

[7] Diese Mikrofaschismen sind zu betrachten als der Wunsch nach „der Kontrolle des ‚Gegebenen’, die weit über die Idee der Repression hinausgeht […]. Man braucht nicht das Waffenarsenal eines Hitler, das alles kann in einem demokratischen System bewerkstelligt werden.“ (Lyotard 1977: 19) Der Nationalsozialismus wird so seiner Spezifik beraubt und über die gesamte Geschichte ausgedehnt, damit auch der poststrukturalistische Ideologe sich als dessen Opfer fühlen kann.

[8] „Liebe Deine Symptome wie Dich selbst!“ nennt Slavoj Žižek sein Buch über „Jaques Lacans Psychoanalyse und die Medien“.

[9] Hier ist der Anschlusspunkt für den Prozess des „Othering“, der in den antirassistischen Diskursen eine so zentrale Rolle spielt.

 

http://www.cafecritique.priv.at/OntologieDerDifferenz.html

 

line-wordpress-long

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2014, Nr. 76, S. 14

Alles gleich

Im Brief „Es gibt nicht ,die‘ Gender-Theorie“ (F.A.Z. vom 20. März) schreibt Leserin Dr. Regina Frey, es gebe nicht eine Gender-Theorie, sondern bloß Gender Studies und daher theoretische Vielfalt. Da verharmlost sie die Hegemonie einer bestimmten Richtung aber sehr, wie jeder weiß, der an einer philosophischen Fakultät oder in einem kulturwissenschaftlich ausgerichteten Fach lehrt oder studiert. Doch nicht etwa aus taktischen Gründen? Durchgesetzt hat sich in den letzten etwa zwanzig Jahren eine Kulturtheorie, nach der es keine Eigenschaften, sondern nur Zuschreibungen gibt. Alles ist kulturell. Das heißt bekanntlich „Anti-Essentialismus“ und hat sich zum Ziel gesetzt, die Kategorie Sexus zu entnaturalisieren. Der Biologismus des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts soll durch einen Soziologismus abgelöst werden. Diesen Siegeszug der Gender-Theorie in den Geisteswissenschaften und darüber hinaus sollte Dr. Frey nicht verkleinern. So hieß zum Beispiel schon 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking das Labor, in welchem es um die Identifizierung von x- und y-Chromosomen ging, „Gender Verification Lab“. Da kann man im Moment wohl nur abwarten, ob ein Sieg, der zu total ausfällt, nicht eine Niederlage ist, denn wenn es keinen Sexus mehr gibt, dann gibt es auch keinen Genus mehr – dann ist alles gleich. PROFESSOR DR. ROLF BREUER, PADERBORN

 

 

line-wordpress-long

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2013, Nr. 127, S. N3

 

HochzeitsvorbereiterInnen auf dem Lande

 

Ein Übergangsritus wird korrekt und professionalisiert

 

Sattsam bekannt, dass Kafka arge Schwellenbeschwerden anfielen, so sich ihm eine Ehe-Eventualität disponierte; beizeiten verengte er dann den möglichen Übergang, blieb listig und briefelang auf Verlobungsabstand bedacht und schob die jeweils angängige Heirat, sogar auch literarisch, ganz weit hinaus – notfalls aufs Land: Der Verlobte reist dann zwar artig hin zur Braut, kommt aber (typisch kafkaesk) nimmer an. Ein Musterfall der Schwellenangst.

Die Theoretiker der Übergangsriten wissen so gut wie erfahrene Menschen (diese mitunter sogar bewährter) von den Nöten und Eigenarten der Umschwünge und Hürdenläufe durchs Menschenleben. Obendrein bewältigen Soziologen, Anthropologen und Ethnologen (diesbezüglich etwa: Arnold van Gennep, Victor Turner) die Verzwicktheiten solcher „Liminalitäten“ (lat. limen, Schwelle) auch terminologisch, spekulativ und, auf ihre Weise, schriftlich. Zu den zentralen Schwellenkalamitäten gehört die Hochzeit; auch die hiesige ist ebendarum hilfreich ausgerüstet mit allerhand Brauchtum und Passagehilfen, darunter Überkommenes wie Polterabend, Brautentführung und Wadenraten (Braut und Bräutigam müssen einander an den entblößten Waden erkennen); zudem wird das Traufest liturgisch mit schlichten Plausibilitäten versorgt, wozu eingebaute Mutmacher, Vorsatzfestiger und allerlei Kniffs zählen: Eide, Ringe, Schnäpse, Mitgift und Paten. Früher vollzog man diese Hochzeitsbräuche einfach nach alter Sitte; neuerdings freilich lässt man die Hochzeitsfeier, wie lange schon die Bestattung, oder zuweilen sogar den Urlaub, professionell arrangieren. So jedenfalls liest man.

Ebendiese Neuheit, in Österreich und Deutschland, behandelt ein Buch (besser: ein Buch zur Studie) Hilde Schäfflers („Ritual als Dienstleistung. Die Praxis professioneller Hochzeitsplanung“, Dietrich Reimer Verlag Berlin 2012). Es ist das Resultat eines Forschungsprojektes im „DOC-Team am Gender-Kolleg der Universität Wien“ und verheißt Aufklärendes zur „Praxis professioneller Hochzeitsplanung“, und dies „unter Berücksichtigung gegenwärtiger Gesellschaftsentwicklungen des Neoliberalismus, der Individualisierung sowie Re-Privatisierung“. So jedenfalls setzt die Schrift den Leser in Erwartung.

Folglich verspricht der Text auch für Betriebsfremdlinge nicht nur lehrreich, sondern nebenbei auch amüsant zu werden, denn die Schrift macht sich hochauf im Spreiz zwischen Sozio-, Anthropo- und Methodologie einerseits und banalem Hochzeitsbrauchtum nach neu-österreich-wiener Art andererseits. Sogleich auch bevölkert den Text ein seltsam korrekt gekleidetes, obzwar gefiedert wirkendes Personal von „HochzeitsplanerInnen“, „StandesbeamtInnen“ und „ProfessionalistInnen“; auch „OrganistInnen“, „PyrotechnikerInnen“ und „FreundInnen“ defilieren vorbei, ja sogar noch mit „HändchenhalterInnen“ und „BrautentführerInnen“ ist die Studie bestückt, und es amtiert einmal sogar auch ein ganz sachlich quotierter „ExpertInnenstatus“. Etwas erstaunlich, ob ihres Mangels an (den irgendwie immer furchtbar phallisch wirkenden) Binnenmajuskeln, kommen vereinzelt „Diakone“, „Seelsorger“, „Verwandte“ und „Bekannte“ vor. „NachbarInnen“ sorgen sodann und abermals in Doppel- und Überzahl für tadelmeidende Vollausstattung. So jedenfalls nimmt’s allenthalben wunder.

Diese vorderhand für einen arglosen Leser (hier Genus, nicht Sexus, ,der Leser‘ also bilateral oder neutral gemeint), die für diesen Leser (mich) also schrullig oder gar „ludisch“ wirkenden „Elemente“, meinen es gleichwohl sehr ernst. Und so möchte beim Lesen der Studie ins Auge fallen, dass diese selbst und ihr Forschungsergebnis sowohl seltsam wie beiläufig auf eins hinauslaufen – auf Risiko- und Fehlervermeidung. Aus Furcht vor Kontrollverlust und Unsicherheiten, aus Angst vor familiärer Einmischung, rituellen Desastern und peinlichem Altbrauchtum, so die Thesen der Schäfflerschen Studie, gäben akut zahlreiche Paare die Trauung in professionelle Obhut. Die Außeninstanz vereinfache und entlaste den verzwickten Passageritus. Gut, aber: Die Studie selbst rangiert ja ebenso besorgt innerhalb eines heiklen, hier wissenschaftspraktischen Rituals: Es will scheinen, dass Studien, Veröffentlichungen und Dissertationen heute selbst brisante „Übergangsriten“ sind und, Übel zu meiden, sicherer als auch gedeihlicher in „Teams“ diskutiert, korrekt formuliert und beaufsichtigt werden. Mithin auch hier nun eine absichernde Außeninstanz. Das Unvorhergesehene, Riskante und den Unfall zu meiden, lässt das Paar seine Trauung arrangieren – und auch die Forschung sichert sich neuerdings ebenso institutionell (im Kolleg, im Team) ab. Schiefgehen kann’s trotzdem: Angemerkt sei, dass die Korrektschreibung die Binnenmajuskel jetzt durch einen leeren Substrich, die „Low line“, ersetzt: derzeit wäre also „Florist_innen“ satt „FloristInnen“ ziemlich.

Überdies: ein unbetreutes Hochzeitsfest gewöhnlicher Art möchte wahrscheinlich beseelender anschlagen, selbst oder gerade wenn es tumultös ausartete und ebendarum Funken, gar Fetzen flögen. Die betreute Hochzeit ist, wie die zeitgemäße Beisetzung, ein von Veränderungen stark befallenes, vermutlich sogar ein sich zersetzendes Traditionsgefüge. Bleiben uns künftig nur fade Feste noch? und kontrollierte Empfänge? Die Ergebnisse der Studie bleiben hierzu schmal und sonst auch wenig überraschend, und ihre Sprache weilt tuchtrocken. Irgendwie schlägt eben die „Tabakprävention“ durch, welche die Autorin noch nebenamtlich zu betreiben scheint, was alles nicht weiter schlimm wäre, beschenkte einen die Studie mit frisch dargereichtem Frappantem.

Zu verblüffen weiß immerhin der abermals tugendhafte Schluss: Die professionell arrangierte Hochzeit „für eine Elite“ wird in Differenz gesetzt zur „binationalen“, „sogenannten“ Scheinehe. So die Moral von der Geschicht. Was täte Luhmann dazu sagen? Und was hat das Buch mit Kafka zu schaffen? Gar nichts.

 

THOMAS KAPIELSKI

 

 

line-wordpress-long

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2013, Nr. 21, S. 6

 

Zur Ausbreitung der Partizipialmonster

 

Zum Leserbrief „Ein Zeichen von philologischer Halbbildung“ (F.A.Z. vom 9. Januar): Der vom Leser Professor Dr. Reinhart Staats beklagte Gebrauch des Begriffs „Studierende“ verdankt seine Einführung dem Sprachfeminismus, der selbst gern von „geschlechtergerechter Sprache“ spricht und der sich an dem Begriff „Studenten“ stieß, weil hierin das weibliche Geschlecht nicht zum Ausdruck kommt. Wesentliche Forderung der feministischen Linguistik ist, Frauen nicht nur mitzumeinen, sondern ausdrücklich zu erwähnen. So kommt es dann zur Doppelnennung, worin sich besonders unsere Politiker gefallen. Die Doppelnennung findet ihre ideologischen Grenzen, denn von einer Warnung vor Taschendiebinnen und Taschendieben wird man wohl nichts hören.

Inkonsequent ist doch aber auch das Ausweichen auf den Begriff Studierende. Denn auch hier wird das weibliche Geschlecht nicht ausdrücklich genannt. Abgesehen davon, dass Studenten und Studierende nicht dasselbe sind, sträubt sich auch die Sprachästhetik bei den Komposita, den Wortzusammensetzungen (Fußgängerinnen-und-Fußgänger-Überweg, vom Studierendenausweis bis zum Studierendenfutter) und mehr noch bei der Koppelung zweier Funktionen (Schülervertreter). Es dürfte konsequenterweise auch keine Dozenten mehr geben, keine Wanderer, Spaziergänger, Marktforscher, Bäcker oder Mitarbeiter. Dass es hier einen Unterschied gibt, zeigt beispielsweise, dass ein Mitarbeitender kein Angestellter oder ein Backender kein Bäcker sein muss.

Alle die sprachlichen Verrenkungen beruhen auf der Gleichsetzung der biologischen Geschlechtlichkeit (Sexus) mit dem grammatischen Geschlecht (Genus): Es gibt aber nur zwei Geschlechter, in der deutschen Sprache jedoch drei Genera (Maskulinum, Femininum, Neutrum), zum anderen wird auch Ungeschlechtlichem ein grammatisches Geschlecht zugeordnet (der Löffel, die Gabel).

Es ist tröstlich, dass wenigstens unsere Zeitungen diesem Zeitgeist nicht frönen, die Doppelnennung würde nicht nur die Lesbarkeit stören, wie viel mehr Bäume müssten durch Aufblähen der Texte abgeholzt werden! Und bei Ausbreitung der Partizipialmonster hätten es die Zeitungsverkaufenden sicher nicht leichter, ihre Blätter an die Lesenden zu bringen.

NORBERT DÖRNER, HANNOVER

 

line-wordpress-long

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2009, Nr. 209, S. N3

 

Wessen Großmutter?

Biologie und Grammatik

 

Zuweilen weiß jemand nicht mehr, ob er Männlein oder Weiblein ist, zumal dann, wenn er der deutschen Sprache und ihren Redeweisen vertraut. Die Genderforschung mit ihrer Unterscheidung von biologischem und sozialem Geschlecht sorgt dagegen eher für Klarheit, so auch die feministische Linguistik, wenn sie Schreibungen wie „StudentInnen“ etabliert, die zuverlässig beide Geschlechter markieren. Schwierigkeiten bereiten per se schon die drei Genera im Deutschen. Wenn Tische oder Uhren männlich oder weiblich sein sollen statt, wie man erwarten könnte, sächlich, wird klar, dass zwischen Semantik und Grammatik kein direkter Zusammenhang besteht. Wo ein solcher vermutet wird, müssen auch regionalsprachliche Lautungen wie „das Inge“ irritieren, welche die Frau zum Neutrum verkehren.

„Das Mädchen“ ist auch in der Hochsprache normal, ebenso „das Rotkäppchen“. Das neutrale Geschlecht folgt hierbei aus der Verkleinerungsendung „-chen“, die auch den verkleinerten Mann, das Männchen, zum Neutrum macht. Wen besucht Rotkäppchen aber nun, seine oder ihre Großmutter? Dem geht Elke Donalies in einem Aufsatz nach („Wen besucht Rotkäppchen, seine oder ihre Großmutter? Korrespondenz zwischen Genus und Sexus“, in: Sprachreport Jg. 25, Heft 2, Mannheim 2009). Die Frage stelle sich, so die Autorin, weil ein Zusammenhang zwischen Sexus und Genus naheliegend erscheine – nur darum ist ja von Maskulinum (von lateinisch masculus für Männchen), Femininum (femina, die Frau) und Neutrum (von neuter, also keiner von beiden) die Rede. Dennoch ist der Zusammenhang nicht gegeben, wie auch „die Drohne“ belegt, die männliche Biene. Herkömmlicherweise wird das grammatische Geschlecht konsequent verwendet, ungeachtet des Sexus, weswegen Rotkäppchen „seine“ Oma besuchen müsste. Donalies findet indessen zahlreiche Belege, in denen das biologische Geschlecht dominiert, so dass Rotkäppchen etwa „ihren Korb“ auspackt. Donalies folgert: „Beides ist gebräuchlich“, beide Schreibungen müssten daher als korrekt gelten.

Immer mehr orientiert sich die grammatische Forschung an tatsächlichen sprachlichen Verwendungsweisen. Dass der Bezug des Pronomens nicht ohne weiteres deutlich ist, wenn es sich nach dem biologischen Geschlecht richtet, dürfte einsehbar sein. So kann Klarheit durchaus auch mit Unübersichtlichkeit erkauft werden. Und die Irritation bleibt.

 

THOMAS GROSS

 

line-wordpress-long

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2007, Nr. 64, S. 9

 

Demokratisches Schamanentum

 

Von Professor Dr. Uwe Volkmann

 

Einst versammelte sich das Volk um die Schamanen und die Altäre, um sich in der Vertreibung der bösen Geister zumindest kurzzeitig als stark und geeint zu erfahren. Heute versammelt sich eine demokratisch verfasste Gesellschaft, die ohne gesicherte Wahrheit auskommen muss und deren Mitglieder einander fremd geworden sind, um das Recht – das symbolische Recht.

In den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen haben soll, versammelte sich die Gemeinschaft des Stammes in bestimmten, meist genau bemessenen Abständen am zentralen Platz des Dorfes, um dort die höheren Mächte um Beistand gegen die Fährnisse des Alltags wie zur Bewältigung des Kommenden anzurufen. Man huldigte einem Baal oder einem anderen Götzen des Dorfes, holte das Totem hervor, beschwor die bösen wie die guten Geister, sich der Geschicke der Gemeinschaft anzunehmen und die großen Plagen fernzuhalten. Aus solchen äußeren Zeichen und Handlungen schöpfte der Stamm neue Kraft und erfuhr sich selbst zugleich als ein Wille, gerüstet für kommende Herausforderungen.

Seit alters erfüllen so bestimmte Riten und Symbole die Aufgabe der Sinnund Gemeinschaftsstiftung, bieten Halt gegen die tägliche Erfahrung von Kontingenz, bannen die Furcht vor der eigenen Machtlosigkeit und Vergänglichkeit. Auch spätere Ordnungen mochten auf solche bildhaften Versicherungen gegen das eigene Scheitern lange nicht verzichten. Das Auge des Gesetzes, die Waage der Gerechtigkeit, das Szepter des Herrschers als Inbegriff der im Amt verkörperten Würde: Noch weit in die Neuzeit hinein wiesen solche Bilder und Zeichen über die Profanität des Alltags und seine vielen Gewöhnlichkeiten hinaus. Dass das Auge des Gesetzes nicht alles sieht, die Waage der Gerechtigkeit sich manchmal zur falschen Seite neigt, die Inhaber der Ämter sich nicht selten unwürdig verhalten, dies alles kommt nicht an gegen die Wirkung des Bildes, in dem die Möglichkeit eines Besseren jederzeit wie in einem Kelch aufbewahrt ist.

Mit dem Siegeszug einer kausalwissenschaftlich fundierten Rationalität schienen solche rituellen Handlungen für die gesellschaftliche und politische Integration zunehmend an Bedeutung zu verlieren. Statt der beständigen Vergewisserung der metaphysischen Urgründe rückte nun die praktische Bewältigung des Alltags in den Mittelpunkt des Interesses, während die eigene Darstellung als Gemeinschaft und die rituelle Beschwörung eines Höheren, dem diese sich unterwarf, eher suspekt wurden. Seit einiger Zeit lässt sich allerdings beobachten, wie auch die Bewältigung der Alltagsprobleme durchsetzt wird mit Elementen, die in manchem wieder an die alten Beschwörungen erinnern. Zum bevorzugten Mittel wird ausgerechnet das Recht, das mehr und mehr nicht nur als Mittel rationaler Problemlösung, sondern als Träger höherer Bedeutungen in Anspruch genommen wird.

Entdeckt und in seinen Wirkungen erstmals beschrieben wurde dieses Phänomen Anfang der sechziger Jahre von dem norwegischen Rechtssoziologen Vilhelm Aubert, der ein in seiner Heimat erlassenes Gesetz zur Verbesserung der Lage der Haushaltsgehilfinnen auf seine Wirksamkeit hin untersucht hatte. Das Gesetz war entstanden, nachdem verschiedene Berichte über schreiende Missstände in diesem Bereich die Öffentlichkeit aufgewühlt hatten. Wie Aubert zeigte, war es jedoch von vornherein so konstruiert, dass seine Anwendung von niemandem gefürchtet werden musste; es diente lediglich dazu, die Wogen der allgemeinen Empörung zu glätten und – stellvertretend für die Gesellschaft – das Mitgefühl des Parlaments mit den Betroffenen zum Ausdruck zu bringen. Diesen Zweck erfüllte das Gesetz allerdings vollkommen; nach seinem Inkrafttreten verstummte die gesamte Debatte so schnell, wie sie aufgekommen war.

Etwa um dieselbe Zeit versuchte der Amerikaner Joseph Gusfield zu zeigen, dass der Sinn des Rechts nicht notwendig in der wirksamen Problemlösung bestehen müsse. Als Beleg diente ihm ausgerechnet die Prohibitionsgesetzgebung in den Vereinigten Staaten der zwanziger Jahre. Statt den Alkoholkonsum dauerhaft zu unterbinden, hatte sie ein neues Betätigungsfeld für das organisierte Verbrechen eröffnet. Für Gusfield selbst war die Prohibition dennoch nicht vergebens: Im Akt der Gesetzgebung hatte der demokratische Souverän in einer die Gesellschaft wesentlich berührenden Frage emphatisch Stellung bezogen und bestimmte Werte – die Werte der Pflicht, der Abstinenz, der Ordnung – stellvertretend für die Gesamtheit bekräftigt.

Spätestens seitdem weiß man, dass Recht immer auch symbolische Wirkung hat. Jeder Strafprozess dient nicht zuletzt dazu, das Vertrauen in die Geltung der Norm, das durch die voraufgegangene Tat erschüttert war, wiederherzustellen, den Normbruch als solchen zu isolieren und die verletzte Norm symbolisch auf der öffentlichen Bühne zu bekräftigen. Man kann sogar das Recht insgesamt als eine symbolische Form ansehen, die neben den sichtbaren Wirkungen immer auch etwas Unsichtbares oder Ungesagtes transportiert, eine Art Subtext, der nicht selten religiöse oder zivilreligiöse Qualitäten hat.

Mittlerweile hat sich das symbolische Recht zu einer eigenen Kategorie ausgebildet. Sein prägender Zug ist eine Diskrepanz zwischen Expressivität und Instrumentalität, also zwischen dem, was mit dem Recht nach außen hin bekundet werden soll, und seinem praktischen Nutzen: Immer behauptet das symbolische Recht mehr, als es von seinen spezifischen Wirkungen als Recht her am Ende einlösen kann. Die Übergänge sind dabei fließend; es gibt Regelungen, die überhaupt nur symbolischen Charakter haben, so wie es andererseits auch Regelungen gibt, in denen das symbolische Element eher Beiwerk ist, die äußere Zutat zu einem realen Regelungskern.

Ein gutes Beispiel für reine Symbolik bildet das, was um die Definition der „Sache“ in Paragraph 90 des Bürgerlichen Gesetzbuchs herum geschehen ist. Die Definition lautet heute wie vor hundert Jahren: „Sachen im Sinne des Gesetzes sind nur körperliche Gegenstände.“ Dass darunter auch Tiere fielen, so dass man an diesen wie an toter Materie Eigentum erwerben, sie verkaufen oder verpfänden konnte, wurde allerdings von Nichtjuristen zunehmend als zynisch empfunden. Um ihren Protesten Rechnung zu tragen, wurde dem Gesetz daher vor einiger Zeit ein neuer Paragraph 90a eingefügt. Dieser legt nunmehr in Satz 1 ausdrücklich fest, dass Tiere keine Sachen sind. Auf sie werden allerdings, so sagt es Satz 2, in aller Regel die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend angewendet. Bei oberflächlicher Betrachtung ist die Neuregelung damit ganz offenbar überflüssig: Rechtlich gilt nichts anderes als vorher auch. Verstehen kann sie nur, wer ihre Entstehungsgeschichte kennt. Aus dieser geht hervor, dass es dem Gesetzgeber in erster Linie darum ging, die Tierschützer zu beruhigen und ihnen zu signalisieren, dass man ihrem Anliegen aufgeschlossen gegenübersteht.

Vergleichbares lässt sich dem kürzlich neu geschaffenen Paragraphen 105a BGB bescheinigen, nach dem nun auch Geschäftsunfähige Geschäfte des täglichen Lebens rechtswirksam abschließen können, wenn diese mit geringwertigen Mitteln bewirkt werden und Leistung und Gegenleistung sofort erfolgen. Auch hier geht es damit in erster Linie darum, Empathie zu bekunden, für ein soziales Anliegen, für die Benachteiligten und Entrechteten, für das unendliche Projekt einer besseren und humaneren Welt. Der Gesetzgeber zeigt sich darin nicht nur als eigenschaftslose Abstraktion, sondern als einer von uns, als Mitmensch mit eigenen Gefühlen, einem Herzen für die vom Schicksal Geschlagenen.

Regelungen dieser Art sind vergleichsweise harmlos; mag ihnen auch kein messbarer Erfolg beschieden sein, so richten sie andererseits auch nicht viel Unheil an. Man sollte daher meinen, dass es sich eher um eine Randerscheinung handelt, die die Realität des heutigen Rechtslebens nicht wesentlich bestimmt. Das Gegenteil ist der Fall. Hat man die symbolische Geste im Recht als eigenständige Kategorie erst einmal entdeckt und den neueren Rechtsstoff darauf mit dem geschulten Blick durchforstet, ist man beinahe überrascht, wie oft man fündig wird. Nicht immer ist es ein ganzes Gesetz, das symbolische Geste ist. Aber fast jedes Gesetz enthält heute – oft schon im Titel – eine solche Geste, die Prätention eines besseren und höheren Zieles, dem es zu dienen bestimmt ist.

Beispielhaft dafür stehen die inflationär zunehmenden Bekämpfungsgesetze: die Gesetze zur „Bekämpfung“ der organisierten Kriminalität, des Terrorismus, der Schwarzarbeit, der Steuerunehrlichkeit, die allesamt schon durch ihre Benennung eine Entschlossenheit und ein Aufräumen suggerieren, die sie von ihren tatsächlichen Wirkungen her oft gar nicht einzulösen imstande sind. Und bei jedem Gesetz, das etwas auf sich hält, erklärt der Gesetzgeber heute in einem ersten Paragraphen „Zweck des Gesetzes“, wozu sein Werk eigentlich gut sein soll. Juristisch ist das weitgehend folgenlos; wahrscheinlich muss kein einziges praktisches Problem anders entschieden werden, als es ohne einen solchen Vorspruch der Fall wäre. Aber der Gesetzgeber demonstriert seine lauteren Absichten: Mag das Gesetz selbst auch nicht viel helfen, so war es doch wenigstens gut gemeint.

Ähnlichen Proklamationscharakter hat die geschlechtsneutrale oder besser geschlechtergerechte Formulierung, auf die beim Erlass neuerer Gesetze, Verordnungen oder Satzungen vermehrt zu achten ist. Statt „jeder“ soll es deshalb fortan „jede Person“ heißen, statt „Studenten“ nun „Studierende“, statt „der Kandidat“ jetzt „der Kandidat/die Kandidatin“. In der Sache selbst ist damit für die Gleichberechtigung noch nicht viel gewonnen, so wie das Projekt überhaupt auf einer unzutreffenden Gleichsetzung von grammatikalischem und biologischem Geschlecht, von Genus und Sexus, beruht. Beide müssen sich aber nicht notwendig decken. Im Nichtraucherabteil durften deshalb seit jeher auch Frauen nicht rauchen, und der Bürgersteig war immer auch schon für die Bürgerinnen da. Es geht im Grunde nur um eine sprachliche Konvention, die nun öffentlichkeitswirksam aufgekündigt wird, und der praktische Effekt ist gleich null. Die geschlechtergerechte Formulierung einer Promotionsordnung bewirkt ja zunächst nur, dass diese selbst schwerer lesbar wird, leistet aber nicht das Mindeste dafür, dass am Ende genauso viele Frauen wie Männer promovieren. Allenfalls das alte, noch unveränderte Recht klingt plötzlich seltsam verloren, wenn es in einem Umfeld geschlechtlicher Neutralität weiter am grammatikalischen Maskulinum festhält. Der „Mörder“ im Strafgesetzbuch etwa ist wie eh und je noch männlich, vielleicht ja auch das eine symbolische Aussage.

Über die Bewertung des Phänomens gehen die Ansichten auseinander. Sieht man den prägenden Charakterzug des Rechts in seiner Durchsetzbarkeit, ist das rein symbolische Recht möglicherweise auch gar kein echtes Recht, sondern bloß ein Recht minderer Güte, ein Scheinrecht, ähnlich wie der Scheinriese aus dem Kinderbuch, der nur von ferne bedrohlich und groß aussieht, aber immer kleiner und harmloser wird, je näher man ihm kommt. Oft geht es dann auch nur darum, in der Fülle der Aufgaben, die dem Staat mittlerweile übertragen sind, das Unvermögen zu wirklicher Steuerung zu kaschieren. Allerdings kann man immer häufiger beobachten, dass die symbolische Geste im Recht sich nicht mehr selbst genügt und vermehrt dazu drängt, handfest zu werden. Sichtbar geworden ist dies in der Vergangenheit vor allem im Recht der inneren Sicherheit, das sich zusammen mit dem Umweltrecht als besonders anfällig für symbolische Gesetzgebung erwiesen hat. Vieles, was hier in den letzten Jahren zum Schutz vor der organisierten Kriminalität, dem Terrorismus, den Kinderschändern auf den Weg gebracht worden ist, hat in Bezug auf das Übel, das es vorgeblich kurieren soll, von vornherein nur palliativen oder sedierenden Charakter; es dient bestenfalls einer Verunsicherung möglicher Täter einerseits und der Beruhigung der restlichen Bevölkerung andererseits, der immerhin signalisiert wird, dass der Staat sie mit ihren Ängsten nicht alleinlässt.

Andererseits ist es eben auch nicht völlig folgenlos; es gibt, wie die kürzlich vom Bundesverfassungsgericht kassierte Rasterfahndung gezeigt hat, immer auch Betroffene, die von der Maßnahme erfasst werden, in ein Raster oder das Visier einer Ermittlung geraten, während die an sich Gemeinten weitgehend unbehelligt bleiben. Wahrscheinlich wird man Ähnliches bald von dem Verbot gewaltverherrlichender Computerspiele sagen können. Ob ein solches Verbot je durchzusetzen sein wird oder ob damit nur die jetzt schon enorme Menge der Vollzugsdefizite wächst, steht ebenso dahin wie die Frage, ob man damit die Ursache des Übels wirklich trifft. Aber Taten wie die von Erfurt oder Emsdetten, die Erkenntnis, dass das Unheil mitten unter uns ist und jederzeit hervorbrechen kann, erzeugen Verstörung, Unsicherheit, Angst, sie rühren an die Tiefenschichten des kollektiven Gemüts, und obwohl im tiefsten Innern jeder weiß oder doch ahnt, dass mit gesetzgeberischen Schnellschüssen gegen sie nicht viel auszurichten ist, verlangen sie doch nach einer Reaktion. Es kehrt dann erst einmal Ruhe ein, bis der nächste Amoklauf erneut verstört und nach weiteren Reaktionen ruft, um deren spätere Durchsetzung sich ebenfalls niemand ernsthaft kümmert. Das Problem liegt so gesehen nur darin, dass es am Ende doch den einen oder anderen Dummen treffen wird, der sich bei der Nutzung solcher Spiele erwischen lässt und dann völlig zu Recht die Frage stellt, warum gerade in seinem Fall zum Anlass für ein Durchgreifen wird, was in so vielen anderen Fällen sanktionslos bleibt.

Überhaupt ist man von der Warte traditioneller Rechtsbetrachtung aus geneigt, das symbolische Recht in erster Linie als Verfallserscheinung wahrzunehmen. Sieht man die innere Bestimmung des Rechts in der praktischen Bewältigung der tatsächlichen Probleme einer Gesellschaft, so wirkt es geradezu wie die Karikatur eines solchen Rechts, die nachträgliche Verhöhnung des bekannten Satzes von Montesquieu, der gegen die Gesetzgebungsflut unserer Tage oft bemüht wird: Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, ist es notwendig, kein Gesetz zu machen.

Vor allem aber scheint das symbolische Recht eine Beziehung aufzukündigen, die für das moderne, von Menschen gesetzte Recht prägend und für dessen Siegeszug ausschlaggebend war. Dies war die Beziehung zwischen Gesetz und Vernunft, so wie sie schon in Ciceros berühmter Formel vom Gesetz als „ratio scripta“, als geschriebener Vernunft, angelegt war. In ihrer ursprünglichen Verwendung sollte sie noch auf das Wirken eines ewigen, gleichsam göttlichen Naturrechts verweisen, von dem das menschliche Gesetz bloß der Abglanz und Widerschein war. Spätestens mit der neuzeitlichen Entkoppelung von weltlicher und geistlicher Ordnung wird die Formel aber zum Motor einer Entwicklung, in deren Verlauf das Recht selber aller metaphysischen Bezüge entkleidet und schließlich zum Inbegriff einer Rationalität wird, die alles Jenseitige abgestreift hat.

Demgegenüber zieht mit dem symbolischen Recht in den Prozess der Rechtserzeugung wieder ein irrationales Moment ein. Statt um sachliche Angemessenheit geht es nun auch um Selbsttröstung und Selbstberuhigung, um Solidaritäts- und Verständnisadressen, um Zeichenhaftigkeit und Wertbekundung, um Prädikate also, die in der klassischen Theorie der Gesetzgebung gar nicht vorgesehen sind. Auch von den Grundannahmen der liberalen Demokratietheorie bleibt auf diese Weise wenig übrig: Dass sich in der öffentlichen Diskussion, im Wettstreit der Meinungen, in Rede und Gegenrede am Ende das Richtige vom Falschen, das Notwendige vom Überflüssigen sondere – all dies trifft auf die symbolische Gesetzgebung ja nur sehr bedingt zu. Stattdessen könnte es gerade dies unmittelbar Demokratische sein, das in den Rationalitätsanspruch des Rechts einbricht: in der Art und Weise, wie die Aufgeregtheiten der öffentlichen Meinung, die ganzen medial verstärkten Stimmungen aufgesogen und sie dem Handauflegen des Schamanen gleich in die politische Tat umgesetzt werden.

Was in der zunehmenden Tendenz zu symbolischer Gesetzgebung so gesehen zum Ausdruck käme, wäre ein neuartiger Versuch demokratischer Gesellschaften, mit dem eigenen Ungenügen umzugehen, es als Herausforderung anzunehmen und sich gleichzeitig nicht ganz einzugestehen. Damit einher geht auf der anderen Seite ein nicht weniger neues Bedürfnis nach Expressivität und Wertbekundung, nach einzelnen verbindlichen Orientierungs- und Haltepunkten in einem Ozean der Unverbindlichkeit. Man sehnt sich offenbar wieder wie früher nach der Vereinigung in bestimmten sinn- und einheitsstiftenden Ritualen, nur dass es jetzt oft die fragilen, von heute auf morgen schon wieder änderbaren Anschauungen einer zufälligen Mehrheit sind, die an die Stelle einer abgelegten Gemeinschaftlichkeit getreten sind und sich nun selber feiern.

Das eigentlich Beunruhigende läge dann viel eher darin, dass in diesem Spiel mit der symbolischen Geste leicht das Gespür für das rechte Maß verlorengehen kann. Je stärker die Entscheidungen der maßgeblichen Stellen mit solchen Gesten aufgeladen werden, desto eher erscheinen sie nicht mehr nur als fallibler Kompromiss zwischen verschiedenen Interessen, sondern immer zugleich auch als Ausdruck eines Wahren, Guten und Richtigen, das darin als ihr eigentlicher Kern unaufhebbar beschlossen liegt.

Ein Recht, in dem die rhetorische Bekräftigung der eigenen Gewissheiten als ständige Begleitung mitläuft, ist deshalb beständig in Gefahr, zu überdrehen und in seinem Furor über das Ziel hinauszuschießen. Studieren lässt sich das derzeit schon im Strafrecht, das unter der Welle der Bekämpfungsgesetze und Antiterrorpakete von manchen bereits in Richtung auf ein neues Freund-Feind-Recht weiter- und fortgesponnen wird, mit dem Schädling im Visier, der sich selbst durch sein Handeln außerhalb der Gemeinschaft stellt. Aber auch unterhalb dieser Schwelle ist am Beispiel des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes oder der staatlichen Mobilmachung gegen das Rauchen zu beobachten, wie selbst die ehrenwertesten Pläne durch moralische Überfrachtung leicht einen unangenehm rechthaberischen, volkserzieherischen Zug bekommen, aus dem heraus sie dann gar keine Grenzen mehr kennen. Aber das Grundmuster ist seit der Prohibition gleich und kann dann problemlos auf immer neue Gruppen wie jetzt etwa die Raucher angewandt werden, mit denen man sonst gar nicht viel Mitleid haben muss: Wo es um Wertbekräftigung geht, befinden sich der Staat und sein Recht immer latent auf dem Kreuzzug, und wehe dem, der erst einmal als möglicher Gegner entdeckt ist. Das symbolische Recht wird dann schnell zum militanten Recht, zum Recht der moralisch Untadeligen, der Blaukreuzler oder der Bigotten, das häufig nur durch seine eigene Ineffektivität in Schach gehalten wird, und diese Ineffektivität wäre so gesehen wohl noch das Beste, was man ihm nachsagen kann.

Selbst wo dieser Gefahr entgangen wird, erhält das Recht im Zuge dieser Entwicklung nun selber etwas von einem Glaubensbekenntnis, wenn nicht einer kultischen Handlung. Es war deshalb offenbar verfrüht, wenn man von dem modernen Staat gesagt hat, er sei solcher Handlungen wie überhaupt einer geistigen Selbstdarstellung als Staat nicht mehr fähig. Das Bedürfnis nach einer solchen Selbstdarstellung ist nach wie vor da, es sucht sich nur andere Formen als die früheren Versammlungen und Feste, wechselt vom Sakralen ins Profane, vom Feiertag in den Alltag über. Eine Gesellschaft, die wie die heutige ohne gesicherte Wahrheit auskommen muss und deren Mitglieder einander fremd geworden sind, muss sich nun selber ihrer schmalen, noch vorhandenen Wertgrundlagen wie ihrer Problemlösungsfähigkeit im täglichen Handeln beständig vergewissern, als fürchtete sie, beides könne ihr sonst entgleiten. Möglicherweise liegt darin nur eine sublimierte Form des früheren Wunderglaubens, des Vertrauens auf die heilsame Kraft der Zeichen und Beschwörungen, und man brauchte dies alles nicht, wenn wir uns noch wie einst um die Schamanen und die Altäre versammeln könnten, wo man sich in der Vertreibung der bösen Geister zumindest kurzzeitig als stark und geeint erfuhr. Aber dieser Weg ist auf Dauer versperrt.

* Der Verfasser lehrt Rechtsphilosophie und Öffentliches Recht an der Universität Mainz.

 

line-wordpress-long

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.1993, Nr. 64, S. 13

 

Täter und Täterinnen

 

Nichts gegen „Doctrix“ (F.A.Z. vom 9. März), auch nichts gegen „Dx. rer. nat.“ – nur sind wir damit noch weit entfernt von dem „geschlechtsgerechten“ Deutsch, das uns die Frauenbeauftragte der Technischen Universität Berlin und andere Spracherneuerinnen verheißen. Die bange Frage bleibt: Wie kriegen wir grammatisches und natürliches Geschlecht (genus und sexus) über einen Leisten?

Was machen wir zum Beispiel mit dem geschlechtslosen Neutrum, wenn doch das natürliche Geschlecht „real vorkommt“: das Weib, das Mannsbild, das Mannequin? Und was mit dem offensichtlich „falschen“ Geschlecht: der Backfisch, die Drohne? Wie tilgen wir die vielen „sexistischen“ Ungerechtigkeiten, bei denen „Mann“ grammatisch alles vereinnahmt, während ihm doch nur die Hälfte zusteht: der Embryo, der Feigling, der Mensch? Dürfen wir dulden, daß sich umgekehrt das grammatische Femininum breitmacht: die Person, die Fachkraft, die Leiche? Ist dann der Kadaver eine männliche Leiche? Schmerzt bei Männern der Brust und bei Frauen die Busen? (Oder der Prostata und die Uterus?) Muß auch im Plural Apartheid herrschen: Gäste und Gästinnen? Hat München eine Million Einwohner und Einwohnerinnen – oder eine halbe Million Einwohner plus eine halbe Million Einwohnerinnen – oder eine Million Einwohner/innen?

Ja, der/die Gerechte muß viel leiden. Was halten wir beispielsweise von bürger/ innen/nahem Politiker/innen/gehabe? Oder von der amtlich erwünschten „Ergreifung des unbekannten Täters“: des/der Täters/in oder Täter(s)/in – oder noch anders? Und machen wir uns die Trennschärfe des Saarländischen Krankenhausgesetzes von 1987 zu eigen? „Der/Die sterbende Patient/Patientin hat . . . Anspruch auf eine seiner/ihrer Würde entsprechende Behandlung . . . Hierzu gehört auch, ihm/ihr auf seinen/ihren Wunsch hin das Sterben zu Hause zu ermöglichen.“

Ist schließlich, nach Abschaffung des bisherigen geschlechtsungerechten Prinzips, der/die poeta laureatus ein androgynes Sprachgenie, ein/e dichtende/r Zwitter/ in? Benutzen wir die Anrede „collega“ nur noch für die Frau Doctrix – und der Herr Doktor geht leer aus? Oder sollten wir vielleicht doch mal in einer deutschen Grammatik nachlesen? Womöglich steht da was über genus und sexus. Wer immer strebend sich bemüht, den/die können wir erlösen.

Dr. Wolfgang Büsgen, Wiesbaden

line-wordpress-long

Eine der gängigsten Floskeln bei jung und mittelalt lautet: „Keine Ahnung!“ Und dann legt man trotzdem irgendwie los. Egal was man sagt. „Keine Ahnung“ ob’s stimmt oder nicht. Nur Politiker sagen nie: „Keine Ahnung.“ Das dürfen sie wahrscheinlich nicht. Muss wohl irgendwo in den Dienstverträgen stehen. Dabei gibt es ein großes Thema, bei dem „keine Ahnung“ die einzig korrekte Antwort wäre: den nicht enden wollende Flüchtlingsstrom.

Der Strom der Zuwanderer zeigt gnadenlos die Grenzen der Politik auf. Die „Gestalter“ in Parlamenten und Regierungen stehen hilflos da wie fremde Reisende vor den U-Bahn-Karten-Automaten deutscher Großstädte.

Ich jedenfalls kenne keinen, der eine überzeugende Antwort auf die moderne Völkerwanderung hat. Ausnahmen sind die Neonazis. Doof bumst nicht nur gut, doof schreit, schlägt und zündelt auch gut. Aber Leute mit einem Funken Gehirn kratzen sich ratlos an dem Körperteil, in dem sich die grauen Zellen befinden. Wo soll man überhaupt ansetzen?

Der Ärger beginnt ja damit, dass die Länder, aus denen die Millionen fliehen, von brutalen Fanatikern und korrupten „Staaten“-Lenkern zur Hölle auf Erden gemacht worden sind. Wer da nicht das Weite sucht, ist entweder zu arm, zu blöd oder zu stolz um zu gehen! Wäre ich dort, ich würde sagen: Nichts wie weg. Der pfiffige Rat vieler westlicher Politiker, man müsse in der Heimat der Fliehenden für Ordnung sorgen, ist allerdings so billig wie ein indisches Kinderarbeits-T-Shirt. Wann und wie bitte soll das geschehen? Wer soll es tun? Ähnlich realistisch war das Versprechen der Altkommunisten, dass alles gut wird, wenn erst einmal das Arbeiter- und Bauernparadies verwirklicht ist.

Das andere Problem ist, dass es sich in West- und Mitteleuropa so unverschämt gut leben lässt. Wir selber haben es vergessen. Nicht aber die, die draußen vor der Tür stehen. Wohin geht man, wenn man aus der Hölle kommt? Dorthin wo es vergleichsweise paradiesisch ist. Der Flüchtlingsstrom, diese Abstimmung mit den Füßen, ist ein großes Kompliment an Europa und eine schonungslose Verurteilung der Verhältnisse im Nahen Osten und Teilen Ostafrikas und ihrer Verursacher. Was denen allerdings wurscht zu sein scheint.

Es gibt aber auch Flüchtlinge, die nicht aus der Hölle kommen, sondern aus Gegenden, die halt nur ein bisschen unbequem sind. Die könnte man schnell wieder nach Hause schicken, wenn man keine politische Angst vor den Übergütigen hätte, die jede, aber auch jede arme Seele aufnehmen wollen.

Aber der Migrationsdruck wird so sehr wachsen, dass diese politische Angst nach und nach in den Hintergrund tritt. Wer aus dem Osten Europas als Asylsuchender kommt, wird wohl nicht mehr lange auf die Langsamkeit der Mühlen unserer Bürokratie hoffen können. Aber noch traut man sich nicht. Es ist wie mit den langen Hamburger Nächten. Sie fangen gaaanz langsam an, aber dann, aber dann … . Immerhin ein Hoffnungsschimmer.

Die Flüchtlinge aus Syrien und Co aber sind nun mal echte Flüchtlinge und gehören hereingelassen, was ja auch geschieht. Dass sich die einzelnen europäischen Länder wie die Kesselflicker darüber streiten, wer wie viele beziehungsweise wie wenige aufnimmt beziehungsweise nicht aufnimmt, ist ein klassisches Stück EU: Wenn es darauf ankommt, ist sich jeder selbst der nächste. Die Folge wird sein, dass die unkontrollierte Reisefreiheit an den Grenzen, eine der schönsten Errungenschaften der Europäischen Union, einen stillen Tod sterben wird. Die alten Warteschlangen werden wieder auferstehen. Die Flüchtlinge bauen so sich selbst und auch für uns neue Mauern.

Und dann sind da die Schlepperbanden, die die Leute zu hunderten verrecken lassen, weil es sich bezahlt macht. Es macht sich bezahlt, weil Europas Polizeien kaum in der Lage sind, ihnen das Handwerk zu legen. So ist es ja auch mit den Einbrecherbanden aus Osteuropa, die als Wanderräuber mal schnell vorbeischauen, klauen und wieder abdampfen. Es wäre eine schöne polizeiliche Aufgabe, diesen rasenden Verbrechern, ob Schlepper oder Panzerknacker, das lukrative Leben wirklich schwer zu machen. Vorerst fehlt da wohl noch der grenzüberschreitende politische Wille. Und damit das Personal. In England gab es zeitweise die Situation, dass die Polizei wechselweise nur noch auf Einbruchsmeldungen bei geraden oder ungeraden Hausnummern reagierte. Aus Personalmangel wurde die Polizeiarbeit zur Lotterie.

Und dann ist da noch die vertrackte Sache, die alles auf den Kopf stellt. Oder vom Kopf auf die Füße. Und das ist die Tatsache, dass wir vor allem in Deutschland ja dringend Einwanderer brauchen, damit wir auch in der nächsten Generation unsere Wirtschaft und unsere Sozialsysteme am Laufen halten.

Wir brauchen sie, aber wir wollen sie nicht. Oder die, die wir brauchen, kommen nicht, weil wir sie nicht willkommen heißen. Also kommen nur die, die wir nicht brauchen. Oder die, die wir nicht wollen, brauchen wir eigentlich doch, aber wir können nicht über unseren Schatten springen und sie doch wollen, weil wir sie brauchen, auch wenn wir sie eigentlich lieber doch nicht wollen. Also lassen wir sie zwar rein, lassen sie aber nicht das tun, was wir dringend von ihnen bräuchten. Alles klar?

Wenn ja, warum ist das so? Weil wir „kein Einwanderungsland“ sind, obwohl die Leute zu hunderttausenden in unser Nichteinwanderungsland kommen. Auch da stoßen sich die Dinge hart im Raum. Denn eines von beiden muss eine Fata Morgana sein: „Kein Einwanderungsland“ oder die Einwanderer. Aber was von beiden ist die Fata Morgana? Tja, was wohl. Will man es wirklich wissen? Nein, lieber nicht. Die Antwort könnte peinlich sein.

Wo man also hinschaut, nichts als Probleme, Vertracktheiten, Ungereimtheiten, Ärgernisse. Was macht man, wenn alles ein bisschen zu viel wird? Na klar: Augen zu und durch. Durch was? „Keine Ahnung.“ Wenn es doch einer sagen würde.

line-wordpress-long

Ach, früher … ich weiß nicht, wie lange es schon her ist, doch ich erinnere mich, als wäre es vorgestern gewesen: Ich kam übermüdet mit der Bahn in der Statione di Venezia Santa Lucia an. Da sah ich es. Nicht weit davon auf der anderen Seite des Canal Grande liegt das große Parkhaus für die, die mit dem Auto gekommen sind. Da war es. Da hing ein riesiger Werbebanner mit der Aufschrift: „CinZano“. Für mich war es ein gutes Omen, ein heiterer Willkommensgruß, das Zeichen eines gütigen Gottes, der Beweis, dass ein besseres Leben möglich ist, ein Schimmer vom Goldstaub des Paradieses.

Na, gut – ich übertreibe. Aber das tun viele, die von Venedig schwärmen. Was war da los? Ich glaube, dass das, was mich so stark beeindruckt hat, das herausragende Z mitten in dem Zauberwort CinZano war. Ich entdeckte dieses steile Z in dem verheißungsvollen Wort „CinZano“ auch hier und da auf dreieckigen Aschenbechern in den Bars von Venedig. Toll. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Doch. Hatte ich. Ich kannte so etwas. Ich kannte den herausragenden Großbuchstaben, den es eigentlich nur am Anfang eines Wortes geben darf – und nur bei Hauptwörtern oder nach einem Punkt – auch aus Deutschland. Ich kannte das von der Abkürzung „GmbH“.

Zumindest in meiner Erinnerung waren „GmbH“ und „CinZano“ lange Zeit die einzigen Beispiele für einen herausragenden Grußbuchstaben mitten im Wort. Zwei sehr unterschiedliche Beispiele, wie ich sagen muss. Der Unterschied könnte kaum größer sein: Das eine steht für eine lockere Lebensart, das andere für bürokratische Rechthaberei, das eine steht für einen italienischen Wermut, das andere für deutsche Wehmut.

Ich erinnere mich, dass damals in Deutschland eine generelle Kleinschreibung zur Diskussion stand. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft GEW propagierte das für den Unterricht, um die Sprache zu vereinfachen, die Fehlerquote bei Diktaten zu senken und so den Notendurchschnitt für schlechte Schüler zu verbessern. Die Gewerkschaft ging selber mit gutem Beispiel voran: in ihren mitteilungsblättern wurde die kleinschreibung vorgemacht, da konnte jeder mit eigenen augen sehen, ob es wirklich eine erleichterung mit sich brachte.

Aber dann. Dann kamen sie, die Großbuchstaben

Man fand die Kleinschreibung auch in zeitgenössischer Lyrik und bei der Bahn, die damals die Parole ausgab: „fahr lieber mit der bundesbahn“ (alles klein geschrieben, das „fahr“ am Anfang des Satzes und die „bundesbahn“ am Ende). Aber dann. Dann kamen sie, die Großbuchstaben. Sie kamen an Stellen, wo sie nicht hingehörten. Ich glaube „interRent“ war der Wegbereiter dieser Mode. Das Wort fiel auf: Obwohl es ein Hauptwort war, fing es lässig mit einem kleinen Buchstaben an, überraschte dann aber mit einem großen R in der Mitte. So kam der Großbuchstabe auf die Räder – oder unter die Räder. Noch lange vor der „BahnCard“.

Die Mode breitete sich fix aus. Verschiedene Kleinkunstbühnen boten nun ein neues „ProGramm“, das nicht etwa eine Alternative zur Diät sein sollte (nach dem Motto: Sie können getrost ein paar Gramm zunehmen), das Programmangebot sollte damit allein von der graphischen Anmutung her irgendwie interessanter wirken – und an der falschen Stelle zum Nachdenken anzuregen. Das Binnen-I kam wenig später. Zunächst galt die Doppelnennung: „Leserinnen und Leser“. Die Doppelnennung machte den Eindruck, als ginge es lediglich um eine Ausweitung der Höflichkeitsform „Damen und Herren“. Viele verstehen das immer noch so. Sie haben nicht erkannt, dass die feministische Forderung nicht etwa darauf abzielte, männliche Höflichkeit, die es sowieso schon gibt, einzufordern und zu strapazieren, sondern etwas Neues einzuführen. Besonders neu wirkte es nicht. Jedenfalls nicht in den Anfängen.

Die Formulierung „Wählerinnen und Wähler“ gab es schon auf historischen Wahlplakaten. So alt sind die Plakate wiederum nicht. Vor 1918 wird es die nicht gegeben haben. Doch die „Leserinnen und Leser“ sind alt. Die Formulierung wurde aber nicht durchgehend verwendet. Sie findet sich in frühen Publikationen, die man unabhängig von der aktuellen Währung als „Groschenromane“ bezeichnet. Es gibt sie also nicht in der Hochkultur, sondern da, wo speziell eine weibliche Leserschaft angesprochen werden soll; eine Leserschaft, der man, so gut es ging, Honig um den Bart schmieren wollte. Offenbar war das erfolgreich. Auch wenn die Leserrinnen keinen Bart haben.

Die „Leserinnen und Leser“ und die „Wählerinnen und Wähler“ wurden aber nur einmal aufgerufen. Nur am Anfang. Das reichte. Wenn man eine Doppelnennung konsequent durchführen will, wird es anstrengend. Dann verliert die Sprache Geschmeidigkeit und Eleganz. So dachte man noch in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Deshalb wurde die Doppelnennung nicht durchgängig angewendet und nach Möglichkeit abgekürzt, indem man Klammern verwendete wie in „Leser(innen)“. Klammern waren aber nicht sehr bliebt, weil Frauen nicht nur in Klammern erwähnt werden wollten, als wären sie nicht so wichtig. Es gab ersatzweise die Version mit einem Schrägstrich: „Leser/innen“. Doch die Version war ebenfalls unbeliebt, weil Frauen, wie sie selber sagten „nicht auf den Schrägstrich geschickt werden“ wollten.

Da wirkte das Binnen-I – wie in „LeserInnen“ – als idealer Kompromiss, auch wenn es Klagen gab, dass dieses I irgendwie „phallisch“ in die Höhe ragt (wenn Sigmund Freud das erleben könnte, er würde noch im Grab eine Erektion kriegen). Dennoch verbreitete sich das Binnen–I wie eine Seuche. Es wurde zum Fähnlein der aufrechten Frauenfreunde.

Es schien alle Vorteile auf sich zu vereinen: Es war praktisch, leicht anzuwenden, gut zu verstehen und es tat so, als wären damit keinerlei Risiken und Nebenwirkungen verbunden, nach denen man sich bei einem Arzt oder bei einem Apotheker erkundigen müsste. Damit kamen gleich die nächsten Probleme: Müsste es nicht „Ärztin und Arzt“ und „Apothekerin und Apotheker“ heißen? Viele dachten noch, dass es nur eine Höflichkeitsformel ist, die man zur Begrüßung aufsagt. Damit hätte man dann seine Pflicht und Schuldigkeit getan und könnte weiterreden wie bisher. Pustekuchen. Mehr und mehr wurde deutlich, dass es kein Halten gibt, wenn man sich auf den Sprachfeminismus einlässt.

Auf Schönheit und Eleganz kam es inzwischen auch nicht mehr an. Schön musste die Sprache längst nicht mehr sein. Die neue Frauenbewegung kämpfte gegen Schönheitsfarmen, protestierte gegen Miss-Wahlen und gegen repressive Schönheitsideale. Später sollten noch Schlampen-Paraden das Bild abrunden. Unter solchen Umständen waren Geschmeidigkeit und Anmut bei der Sprache auch nicht mehr nötig. Die Sprache durfte – jedenfalls wenn es nach Feministen geht – getrost verunstaltet werden.

Wir kriegten es nun mit „BürgerInnenmeisterInnenkandidatInnen“ zu tun. Die Marotte, einen Großbuchstaben zu verwenden, um so die Geschlechterperspektive in die Sprache zu zwingen, machte das Schriftbild flächendeckend hässlich. Doch das verstand nicht jedeR, oft bemerkte es keineR und insgesamt hatte man oder frau oder mensch (klein geschrieben) den Eindruck, dass es sowieso keineR mochte. Damit wurde nebenbei bemerkt auch der Schreibfluss verdorben, den eine gepflegte Handschrift braucht und auch die Musikalität der Sprache ging flöten.

Verständnisprobleme gab es auch bei der „PorNO-Kampagne“

Verständnisprobleme gab es auch bei der „PorNO-Kampagne“ der späten achtziger Jahre. Da reichte es nicht, wenn man irgendwie mal was davon gehört hatte. Um richtig zu verstehen, wie die Kampagne der ‚Emma‘ gemeint war, musste man schon hingucken. Hier zeigte sich wieder, dass man Pornographie schlecht definieren kann, sie aber sofort erkennt, wenn man sie sieht. Wenn sie sich nur durch Hörensagen verbreitet hätte, hätte die Kampagne leicht das falsche Publikum erreicht und falsche Unterstützer angelockt. Das ist eben das Problem bei so einer Schreibweise: Großbuchstaben sind wie schlafende Hunde. Sie geben nicht Laut. Sie sehen nur gut aus. Man hört sie nicht.

Heute gibt es einen „Sex positiven“ Feminismus, der ein entspanntes Verhältnis zur Pornographie hat, solange Frauen nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera stehen, sitzen oder liegen. Man spricht auch von „Porn“, statt von „Porno“, so dass sich eine Kampagne, die feministische Pornofilme bewerben will, „PornOh!“ nennen könnte – mit Ausrufezeichen. Tatsächlich nennt sie sich „PorYes“. Wer nicht weiß, worum es geht und jemanden fragen hört „Wie wäre es zur Abwechslung mit ein bisschen Poryes?“, denkt womöglich, es handele sich um eine vegane Delikatesse oder um eine Entspannungsübung.

Es ist also, wie wir sehen, nicht so einfach. Das arme, kleine i ist mit den neuen Aufgaben oft genug überfordert. Das große auch. Nicht nur, dass man den Unterschied, den ein hervorragender Großbuchstabe markieren soll, nicht hört, man sieht ihn auch schlecht. Man kann ein großes I (ih) oft nicht von einem kleinen l (el) unterscheiden, bei einem kleinen i (ih) muss man schon sehr genau hingucken, ob es wirklich ein kleines oder nicht vielmehr großes I (ih) sein soll oder eben doch ein l (el). Zwei kleine i (ih) hintereinander, sehen aus wie ein ü (üh). Vielleicht haben wir deshalb noch nie von einem Yeti und einer Yetiin (Yetün) gehört, was aber auch daran liegt, dass beide nur selten anzutreffen sind und es kaum einen Anlass gibt, sie zu erwähnen.

Die iranische Revolution von 1978/79 wurde erwähnt. Allerdings. Darüber wurde ausführlich berichtet und die Berichterstattung dazu brachte so manchen Fachausdruck in die Printmedien. Da sich die Korrekturleser (vielleicht waren es auch damals schon Korrekturprogramme) nicht so schnell auf die neuen Begriffe einstellen konnten, wurde gelegentlich noch vom „Schlittenführer“ Ajatollah Chomeini berichtet. Wenn auch selten. Das kann passieren. Das i wird leicht zum Stolperstein. Es wird leicht missverstanden.

Facebook veranstaltet ein bescheuertes Wischiwaschi

Auf facebook ist das Stolpern Pflicht. Das Binnen-I ist vorgegeben. Wenn sich ein Lokalpolitiker eine eigene Seite einrichten will, damit jeder sehen kann, was er für Bücher und Filme mag, wird er als „PolitikerIn“ geführt, egal ob er männlich oder weiblich ist, obwohl es leicht möglich wäre, einen Seitenbetreiber in die Lage zu versetzen, eine korrekte Angabe über sein Geschlecht zu machen. Nicht bei facebook. Bei einer Politikerin ist das phallisch herausragende I nicht gerade grob falsch, es ist jedoch überflüssig und fehl am Platz. Ein kleines i reichte. Bei einem Politiker ist es falsch.

Die Tücke liegt darin, dass das Binnen-I für den Singular genutzt wird – es geht ja auch um die Seite einer Einzelperson, auf der individuelle Vorlieben vorgezeigt werden. Wir nutzen das Binnen-I aber nur für den Plural. Es leitet die Form „-innen“ ein, nicht die Form „-in“. Es bezeichnet eine Gruppenzugehörigkeit. Wer einer Gruppe angehört, deren Bezeichnung mit „-innen“ endet, ist weiblich. Das ist der Sinn der Sache. Das soll damit gesagt sein.

Im Singular wird es kompliziert. Es geht eigentlich nicht. Ich kann sagen „Das wissen alle Leserinnen und Leser“ oder – kurz mit Binnen-I – „Das wissen alle LeserInnen“. Im Singular würde ich sagen „Das weiß jeder Leser und jede Leserin“. Wenn ich hier das Binnen-I anwenden will, habe ich Pech. Dann müsste es heißen: „Das weiß jedeR LeserIn“. Im Singular gibt es eine Rückkoppelung, die sich auswirkt. (Übrigens hat der Satz „Das wissen alle Leserinnen und Leser“ im Unterschied zu der Version im Singular eine Macke, die man nicht sofort bemerkt: siehe dazu diesen Text).

Es ist auch nicht nötig. Wenn sich eine Politikerin schon durch die Endung „-in“ unbestritten als weiblich identifiziert hat, muss das i nicht auch noch groß sein. Einem Politiker, der männlich ist, ein „In“ anzuhängen (ob mit großem oder kleinem i) und ihn damit ausdrücklich weiblich zu machen, ist Quatsch.

Das große I geht unter

Facebook macht solchen Quatsch. Facebook veranstaltet – warum auch immer – ein bescheuertes Wischi-Waschi mit der Geschlechtszughörigkeit seiner UserInnen, was sich auch daran zeigt, dass man neuerdings zwischen 60 verschiedenen sexuellen Identitäten wählen kann, in England zwischen 58, in den USA zwischen 76 (die Zahlen variieren je nach Tageslaune), als ginge es bei der Frage nach der Sexualität um Geschmacksrichtungen bei Eiscreme. Da ist, wenn man Glück hat, die Bandbreite des Angebotes manchmal erstaunlich groß (zum Beispiel bei der einen Eisdiele in meiner unmittelbaren Nähe).

Nun kommen neue Probleme auf das Binnen-I zu: Unterstrich und Gender-Star machen das große I wieder klein, es heißt neuerdings „Wähler_innen“; es heißt auch „Leser*innen“ oder „Teilnehmer_innen“. Auch „Jüdinnen_Juden“ gibt es heute. Jeweils mit kleinem i. Das große I hat bei solchen Schreibweisen ausgedient. Mit dem Unterstrich oder mit dem Sternchen sollen Menschen berücksichtigt werden, die transsexuell sind. Speziell für diese Leute, sowie für alle Menschen, die sich nicht eindeutig einer der beiden Geschlechter (weiblich oder männlich) zuordnen können und die unter der Zwangsheterosexualität leiden, soll damit „Platz geschaffen“ werden.

Wie kam es dazu? Ein Transsexueller, der womöglich in Bielefeld lebt (vielleicht auch in Karlsruhe), der seinen Namen lieber nicht nennen will, hat die Fraktionen der Piraten, der Grünen, der Linken und auch der SPD angeschrieben und ihnen sein Leid geklagt: Er fühle sich nicht genug beachtet und möchte anregen, dass man ihm, sowie allen anderen missachteten Transsexuellen, einen Platz in der politischen Sprache schaffen möge. Nach Möglichkeit in jedem Satz. Sonst wäre er sehr, sehr traurig.

Die Grünen, die schon lange überlegt haben, wie man die Sprachzerstörung noch weiter vorantreiben kann, haben den Vorschlag begeistert aufgegriffen und beschlossen, bei allen zukünftigen Treffen auf Bundes- und auf Landesebene zuerst gemeinsam das Lied ‚Ein Stern, der deinen Namen trägt‘ anzustimmen. Der Gender-Stern soll damit ganz groß rauskommen, er soll verpflichtend werden und in seinem Glanz sollen alle erstrahlen, die bisher im Schatten standen.

Der Bundesvorstand der Grünen begründet seinen Vorstoß so: „Transsexuelle, transgender und intersexuelle Personen werden so nicht mehr unsichtbar gemacht und diskriminiert.“ Gesine Agena, die frauenpolitische Sprecherin der Grünen erklärt: „Wir halten den Gender-Star für geeignet, weil er das gesamte Spektrum von Geschlechtern und Identitäten berücksichtigt.“ Na dann. Hoffentlich wird der Gender-Stern nicht so verstanden, dass damit das gesamte Spektrum von Geschlechtern und Identitäten zur bloßen Fußnote gemacht wird.

Ein Genderstar am grünen Horizont

Doch es muss dringend aufgeräumt werden. Deshalb haben die Grünen bei der letzten Bundesdelegiertenkonferenz im November 2015 folgendes beschlossen: „Wir gendern, indem wir im Regelfall den Gender-Star verwenden (Bürger*innen, Student*innen …)“ und „die weibliche Form explizit mit nennen (Bürgerinnen und Bürger, Studentinnen und Studenten …)“

Damit lichtet sich der Nebel, den die Grünen selbst geschaffen haben. Im Jahre 2013 schrieben sie noch von „BildungsverliererInnen“ und „StromverbraucherInnen“, im Jahre 2014 machten sich aber schon die „Miesmacher*innen“ und „Überwacher*innen“ bemerkbar. Der Stern setzte sich schließlich durch. Die Großschreibung wurde gekippt. Damit war das Aus gekommen für den _Unterstrich – auch „gender-gap“ genannt – („mind the gap“). Es war auch das Aus für das Binnen-I. Traurig bin ich nicht. Mir hat das Binnen-I nie gefallen. Ich empfehle weiterhin den Browser ‚Binnen-I-be-gone‚. Damit wird das lästige und überflüssige Binnen-I beseitigt. Aus der BenutzerInnenoberfläche wird wieder eine Benutzeroberfläche.

Es ist aber nicht besser geworden. Mir geht es übrigens auch so, dass ich immer, wenn ich aufgeräumt habe, anschließend erst rechts nichts wiederfinde. So auch hier. Es wurde aufgeräumt – und damit wurde gleich ein neues Chaos erschaffen. Denn die allseits gefürchtete „-innen“-Form ist geblieben. Doch jetzt wird sie nicht mehr durch ein steil aufragendes, großes I als Neuerung kenntlich gemacht. Damit ist die ursprünglich exklusiv für das Weibliche vorgesehene „-innen“-Form unauffällig zur Grundform geworden, die alles umfasst, wie das bei den berühmten Professorinnen von Leipzig, die in Wirklichkeit Männer sind, der Fall ist.

Neulich habe ich gehört, dass die „Wählerinnenschaft der AfD hauptsächlich aus Männern besteht“. Ich habe auch schon von Rechtspopulistinnen, Wutbürgerinnen und Rassisten gehört, wenn ausschließlich alte, weiß, heterosexuelle Männer gemeint waren. Anton Hofreiter erzählt stolz von seinen „weiblichen Freundinnen“, die er hoffentlich gut von seinen männlichen Freundinnen unterscheiden kann. Aber womöglich kommt es darauf längst nicht mehr an.

Bei den Studentinnen kommt es drauf an. Die können ein „Studentenwerk“ nicht länger ertragen und bestehen auf der „neutralen“ Form „Studierendenwerk“. Jeder, der behauptet, dass so eine Umbenennung überflüssig ist, weil die Form „die Studenten“ genauso neutral ist wie die Form „die Studierenden“, wird sofort exmatrikuliert und darf sich der Universität nicht mehr nähern.

Der grassierende Wunsch nach Umbenennung

Die Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres erklärte dazu, dass der Wunsch nach der Umbenennung von den Studierenden selber und – was in dem Fall ausschlaggebend ist – von der Frauenbeauftragten gekommen sei. Die ‚Berliner Morgenpost‘ zitiert sie: „Die Bezeichnung ‚Student‘ schließe weibliche Studentinnen aus.“ Das scheint sie ernst zu meinen.

Wenn das so ist, muss das schnell geändert werden. Man sollte noch wissen, dass Sandra Scheeres früher einen Ponyhof geleitet hat und sich da schon sehr engagiert für Pferde-Gerechtigkeit eingesetzt hat. So hat sie immer wieder betont, dass die Bezeichnung „Pferde“ die „weißen Schimmel“ ausschließe. Daraufhin haben ihr enge Freundinnen empfohlen, in die Politik zu gehen. Gerade in der SPD würde man solche Frauen brauchen. So weit ist es gekommen. Was wird nun werden? Ob uns jemals ein/e Retter*in auf einem Pferd-seienden Wesen reitend die Erleuchtung bringen ­– oder wenigstens die Beleuchtung für alle, die immer noch im Dunkel kauern? Wir wissen es nicht.

Ja, ich sehne mich, ehrlich gesagt, nach alten Tagen zurück. Ich sage es offen: Ich würde sie nicht vermissen: nicht den Gender-Star, nicht den Unterstrich, nicht die Klammer mitten im Wort, nicht den Schrägstrich, nicht den hervorragenden Grußbuchstaben, nicht die überflüssige „-innen“-Form.

Für mich hat das immer die Tristesse von GmbH, nie den Charme von CinZano.

Siehe auch die Seite: Bernhard Lassahn

line-wordpress-long

Siehe auch:

 

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

»Die Psychoanalyse ist eine Panne für die Hierarchie des Denksystems« – Pierre Legendre

»Sie wissen, daß der Kampf des wissenschaftlichen Geistes gegen die religiöse Weltan­schauung nicht zu Ende gekommen ist, er spielt sich noch in der Gegenwart unter unseren Augen ab … Die erste Einwendung, die man hört, lautet, … die Wissenschaft ist zur Be­urteilung der Religion nicht zuständig. Sie sei sonst ganz brauchbar und schätzenswert, solange sie sich auf ihr Gebiet beschränkt, aber die Religion sei nicht ihr Gebiet, da habe sie nichts zu suchen … Die Religion darf nicht kritisch geprüft werden, weil sie das Höch­ste, Wertvollste, Erhabenste ist, was der menschliche Geist hervorgebracht hat, weil sie den tiefsten Gefühlen Ausdruck gibt, allein die Welt erträglich und das Leben lebenswür­dig macht … Darauf braucht man nicht zu antworten, indem man die Einschätzung der Religion bestreitet, sondern indem man die Aufmerksamkeit auf einen anderen Sachver­halt richtet. Man betont, daß es sich gar nicht um einen Übergriff des wissenschaftlichen Geistes auf das Gebiet der Religion handelt, sondern um einen Übergriff der Religion auf die Sphäre des wissenschaftlichen Denkens. Was immer Wert und Bedeutung der Religion sein mögen, sie hat kein Recht, das Denken irgendwie zu beschränken, also auch nicht das Recht, sich selbst von der Anwendung des Denkens auszunehmen … Eine auf die Wissen­schaft aufgebaute Weltanschauung hat außer der Betonung der realen Außenwelt wesent­lich negative Züge, wie die Bescheidung zur Wahrheit, die Ablehnung der Illusionen« (Freud, 1933, S. 182 ff. und S. 197).

„Freuds »Religions«-Kritik galt den »Neurosen« genannten Privatreligionen (Heiraten, romantische Liebe, Gier, Ethik und Moral, etc. Anm. JSB) ebenso wie den kollektiven (Nation, Gutmenschen, Sport, etc. Anm. JSB);“ – Helmut Dahmer

Freud prognostizierte, die bestehende Gesellschaft werde an einem Übermaß nicht absorbierba­rer Destruktivität zugrundegehen. (sofern nicht »Eros« interveniere (Eros ist nicht Ficken, sondern Caritas. Anm. JSB)).

„Wer dem Kult der »Werte« frönt, kann unsanft erwachen, wenn im Kampf der Klassen und Parteien, von dem er sich fernhält, Gruppen obsiegen, auf deren Pro­gramm eine »Umwertung der Werte«, z. B. die Aufwertung von »Un­werten« steht.“ – Helmut Dahmer

»Hinsichtlich der allgemeinen nervlichen Belastung wirkte die Lage im Dritten Reich auf den psychischen Zustand des Volkes ziemlich ambivalent. Es unterliegt kaum einem Zwei­fel, daß die Machtergreifung zu einer weitverbreiteten Verbesserung der emotionalen Ge­sundheit führte. Das war nicht nur ein Ergebnis des Wirtschaftsaufschwungs, sondern auch der Tatsache, daß sich viele Deutsche in erhöhtem Maße mit den nationalen Zielen identifizierten. Diese Wirkung ähnelte der, die Kriege normalerweise auf das Auftreten von Selbstmorden und Depressionen haben. (Das Deutschland der Nazizeit verzeichnete diese Erscheinung zweimal: nämlich 1933 und 1939.) Aber gleichzeitig führte das intensi­vere Lebensgefühl, das von der ständigen Stimulierung der Massenemotionen herrührte, auch zu einer größeren Schwäche gegenüber dem Trinken, Rauchen und Vergnügungen« – Richard Grunberger

Von Anfang an hat­te Hitlers Regime auch den Anstrich der Rechtmäßigkeit

„Die psychiatrischen Truppen der »kaiserlichen deutschen Psychiatrie« (Alexander und Selesnick, 1966, S. 214) jedoch, die 1914 ins Feld zogen, bekriegten immer noch die Krankheit, den äußeren Eindringling in ein gesundes System, und nicht die Neurose, das innere Ungleichgewicht zwischen Psychodynamik, Umwelt und Geschichte.“ – Geoffrey C. Cocks (Diese Einstellung herrscht bis heute in der deutschen Psychotherapie und findet explosionsartige Vermehrung im KOnzept der sog. „Traumatisierung“. Anm- JSB)

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

„Ich bin eine Feministin. Das bedeutet, daß ich extrem stark behaart bin und daß und ich alle Männer haße, sowohl einzelne als auch alle zusammen, ohne Ausnahmen.“Bridget Christie

„Die Tragödie isolierter persönlicher Leidenschaften ist für unsere Zeit zu fade. Aber weshalb? Weil wir in einer Epoche der sozialen Leidenschaften leben. Die Tragödie unserer Epoche ist der Zusammenstoß der Persönlichkeit mit dem Kollektiv.“ –  LeoTrotzki 1923

line-wordpress

Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Love: only, and not always, a mother loves her child, just as it is, otherwise you have to meet the expectations of others, to be accepted.

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno
„What one must be judged by, scholar or no, is not particularised knowledge but one’s total harvest of thinking, feeling, living and observing human beings.“ (…) „While the practice of poetry need not in itself confer wisdom or accumulate knowledge, it ought at least to train the mind in one habit of universal value: that of analysing the meanings of words: of those that one employs oneself, as well as the words of others. (…) what we have is not democracy, but financial oligarchy. (…) Mr. Christopher Dawson considers that “what the non-dictatorial States stand for today is not Liberalism but Democracy,” and goes on to foretell the advent in these States of a kind of totalitarian democracy. I agree with his prediction. (…) That Liberalism is something which tends to release energy rather than accumulate it, to relax, rather than to fortify. (…) A good prose cannot be written by a people without convictions. (..) The fundamental objection to fascist doctrine, the one which we conceal from ourselves because it might condemn ourselves as well, is that it is pagan. (..) The tendency of unlimited industrialism is to create bodies of men and women—of all classes—detached from tradition, alienated from religion and susceptible to mass suggestion: in other words, a mob. And a mob will be no less a mob if it is well fed, well clothed, well housed, and well disciplined. (…) The rulers and would-be rulers of modern states may be divided into three kinds, in a classification which cuts across the division of fascism, communism and democracy. (…) Our preoccupation with foreign politics during the last few years has induced a surface complacency rather than a consistent attempt at self-examination of conscience. (…) What is more depressing still is the thought that only fear or jealousy of foreign success can alarm us about the health of our own nation; that only through this anxiety can we see such things as depopulation, malnutrition, moral deterioration, the decay of agriculture, as evils at all. And what is worst of all is to advocate Christianity, not because it is true, but because it might be beneficial. (…) To justify Christianity because it provides a foundation of morality, instead of showing the necessity of Christian morality from the truth of Christianity, is a very dangerous inversion; and we may reflect, that a good deal of the attention of totalitarian states has been devoted, with a steadiness of purpose not always found in democracies, to providing their national life with a foundation of morality—the wrong kind perhaps, but a good deal more of it. It is not enthusiasm, but dogma, that differentiates a Christian from a pagan society.“ (…)  It would perhaps be more natural, as well as in better conformity with the Will of God, if there were more celibates and if those who were married had larger families. (…) We are being made aware that the organisation of society on the principle of private profit, as well as public destruction, is leading both to the deformation of humanity by unregulated industrialism, and to the exhaustion of natural resources, and that a good deal of our material progress is a progress for which succeeding generations may have to pay dearly. I need only mention, as an instance now very much before the public eye, the results of “soil-erosion”—the exploitation of the earth, on a vast scale for two generations, for commercial profit: immediate benefits leading to dearth and desert. I would not have it thought that I condemn a society because of its material ruin, for that would be to make its material success a sufficient test of its excellence; I mean only that a wrong attitude towards nature implies, somewhere, a wrong attitude towards God, and that the consequence is an inevitable doom. For a long enough time we have believed in nothing but the values arising in a mechanised, commercialised, urbanised way of life: it would be as well for us to face the permanent conditions upon which God allows us to live upon this planet. And without sentimentalising the life of the savage, we might practise the humility to observe, in some of the societies upon which we look down as primitive or backward, the operation of a social-religious-artistic complex which we should emulate upon a higher plane. We have been accustomed to regard “progress” as always integral; and have yet to learn that it is only by an effort and a discipline, greater than society has yet seen the need of imposing upon itself, that material knowledge and power is gained without loss of spiritual knowledge and power. “ – T.S.Eliot
“I am a feminist. All this means is that I am extremely hairy and hate all men, both as individuals and collectively, with noexceptions.” – Bridget Christie

 

The Betreuungsgeld or The Idea of a Christian Society AND Notes towards the Definition of Culture

Murat Altuglu   31.07.2015   Achgut.com

The Betreuungsgeld

 

In 2012, the Merkel government introduced an infant support scheme, called the Betreuungsgeld. The aim of it was to assist families in taking care of their child between the ages of one and three.

The reader outside Germany might come to the conclusion that this propitious policy would have received universal acclaim in Germany. What is more natural than to support a mother looking after her child?

Well, one must not know that the German elite is dominated by leftist, and that the moral decay of this elite is at terminal stage. From the very beginning, this ostensibly benevolent bill was viciously attacked by the German state and private media and the leftist parties, particularly the Greens and the SPD, and even from within the CDU. One can visit the respective media websites and just type in Betreuungsgeld and click search.

One will be overwhelmed by the sheer volume of negative and demagogic attacks on supporting families who look after their children at home. In the words of the secretary-general of the SPD, this type of support for families is “bonkers.” (An expression that is quite revealing on the intellectual exiguity of the secretary-general of Germany’s second largest party.)

Despite this public lynching – to use a most apposite metaphor – of the bill, the Merkel government was reelected, and the opposition lost. Thus the Greens and the SPD lost the opportunity to kill this bill democratically.

Hence, the German left had to resort to its secret weapon; the German constitutional court, which ruled the child support scheme unconstitutional.

More important to discuss than the legalistic fiat of the German constitutional court is the prevalent mindset in Germany that taking care of one’s child at home is something bad. The ruling merely exemplifies to what extent the democratic process is interjected and circumvented. Thus a few sentences on the ruling have to suffice.

Now, the ruling of the constitutional court is not a legal but a political ruling. If a family receives 150 Euros per month for a child, is at the discretion of the elected and accountable legislators, who have the so called power of the purse. The Federal government provides all kinds of subsidies to specific groups.

Reading the briefs of the Bavarian state government and the Federal government, arguments are provided for why it is OK for the Federal government to support families.

Yet if the ruling of the court is read, not a single argument against the child support subsidy is given. Instead, behind the typical verbal virtuosity and obscurantist language of the intellectual elite is the simple admission hidden: ‘It ain’t gonna happen, ‘cause I say so.’ http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2015/07/fs20150721_1bvf000213.html

That the decision was nothing else than sheer abuse of power by overriding the legislative act of the Bundestag, was inadvertently admitted in a Freudian slip by a journalist in the state media: The judiciary “made politics.” http://www.tagesschau.de/kommentar/kommentar-csu-betreuungsgeld-101.html

Consequently, the government can give incentives to send infants to state run daycare, but it is verboten to give incentives to look after your child in your own home. If someone can find common sense in this, please drop me a line.

Why then this aversion, in fact hysteria at the idea of having a normal family relationship, especially that between a mother and a child?

Now, it is not possible to answer this question within the boundaries of a blog-article. A magnum opus of the type of Erich Fromm and Sigmund Freud is necessary to address the psychological underpinnings of this moral decay. Thus I have to confine myself to a few preliminary answers.

The axiomatic cause for the moral breakdown among the German intelligentsia is a cultural, particularly religious disintegration in German society, and especially – yet not exclusively – among the left.

William II, the last German emperor, had expressed his worries that “his” people should remain a Christian people and not slide into atheism. But this is exactly what happened over the last hundred years.

In the aftermath of the Great War, the elite in Germany was transformed. This was accompanied by a socialist-collectivist re-education of the masses. Through a nationalist socialism in the 30s and 40s, a Soviet-type socialism in East Germany, and a cultural Marxism beginning in the 60s in West Germany, all had part in altering German society, i.e. the German family.

Today’s political, educational, cultural, and media elite is the outcome of this (ongoing) process of extirpating family values. Hence, a minister for education in a West German state is able to utter a sentence like: “No mother can offer to her child what a daycare center can.” (It was Vera Reiß, SPD, from Rhineland-Palatinate, not that the person matters.)

This statement is not exemplary for the lack of morals of one person, but is symptomatic for an entire stratum of German society.

A person, who is capable of uttering such nonsense, is not shunned but promoted in public life.

A body of people must have said: “Hey, let’s put her in a leading position within the party.”

A body of people must have said: “Hey, let’s make her a candidate for state parliament.”

A body of people must have said: “Hey, let’s vote for a party that makes her a candidate for public office.”

A body of people must have said: “Hey, let’s make her a minister of education.”

Thus, what we are confronted with are not simply individual anomalies but a systemic change and decline of moral values.

I recommend reading T.S. Eliot’s Christianity and Culture, to find excellent explanations for the cultural transformation mentioned here. While Eliot was addressing events in English society, his insights are more than applicable to the German case, too.

The socialist and collectivist remaking of society, in any of the three versions mentioned above, requires to reduce the value of the family (and by default of faith), and replace it with different “values.”

With religious zeal (and the ideology of the left is nothing but a god-less religion in its own way) is the left enforcing its ideology. The left cannot and does not allow any deviation from its belief system. This is why the family support scheme was doomed from the start – it went against one of the precepts of the left – thou shall not raise thy child, but rather the state.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/the_betreuungsgeld

line-wordpress-long

Christianity and Culture
           The Idea of a Christian Society AND
Notes towards the Definition of Culture

            BY T. S. Eliot

Contents

The Idea of a Christian Society

Preface

Notes

Postscript

Appendix

Notes towards the Definition of Culture

Preface

Introduction

  1. The Three Senses of “Culture”
  1. The Class and the Elite

III. Unity and Diversity: The Region

  1. Unity and Diversity: Sect and Cult
  1. A Note on Culture and Politics
  1. Notes on Education and Culture: and Conclusion

APPENDIX: The Unity of European Culture

The Idea of a Christian Society

has appeared too recently for me to have made use of it). And I am deeply indebted to the works of Jacques Maritain, especially his Humanisme intégral.

I trust that the reader will understand from the beginning that this book does not make any plea for a “religious revival” in a sense with which we are already familiar. That is a task for which I am incompetent, and the term seems to me to imply a possible separation of religious feeling from religious thinking which I do not accept—or which I do not find acceptable for our present difficulties. An anonymous writer has recently observed in The New English Weekly (July 13, 1939) that

“men have lived by spiritual institutions (of some kind) in every society, and also by political institutions and, indubitably, by economic activities. Admittedly, they have, at different periods, tended to put their trust mainly in one of the three as the real cement of society, but at no time have they wholly excluded the others, because it is impossible to do so.”

This is an important, and in its context valuable, distinction; but it should be clear that what I am concerned with here is not spiritual institutions in their separated aspect, but the organisation of values, and a direction of religious thought which must inevitably proceed to a criticism of political and economic systems.

CHAPTER I

THE fact that a problem will certainly take a long time to solve, and that it will demand the attention of many minds for several generations, is no justification for postponing the study. And, in times of emergency, it may prove in the long run that the problems we have postponed or ignored, rather than those we have failed to attack successfully, will return to plague us. Our difficulties of the moment must always be dealt with somehow: but our permanent difficulties are difficulties of every moment. The subject with which I am concerned in the following pages is one to which I am convinced we ought to turn our attention now, if we hope ever to be relieved of the immediate perplexities that fill our minds. It is urgent because it is fundamental; and its urgency is the reason for a person like myself attempting to address, on a subject beyond his usual scope, that public which is likely to read what he writes on other subjects. This is a subject which I could, no doubt, handle much better were I a profound scholar in any of several fields. But I am not writing for scholars, but for people like myself; some defects may be compensated by some advantages; and what one must be judged by, scholar or no, is not particularised knowledge but one’s total harvest of thinking, feeling, living and observing human beings.

While the practice of poetry need not in itself confer wisdom or accumulate knowledge, it ought at least to train the mind in one habit of universal value: that of analysing the meanings of words: of those that one employs oneself, as well as the words of others. In using the term “Idea” of a Christian Society I do not mean primarily a concept derived from the study of any societies which we may choose to call Christian; I mean something that can only be found in an understanding of the end to which a Christian Society, to deserve the name, must be directed. I do not limit the application of the term to a perfected Christian Society on earth; and I do not comprehend in it societies merely because some profession of Christian faith, or some vestige of Christian practice, is retained. My concern with contemporary society, accordingly, will not be primarily with specific defects, abuses or injustices but with the question, what—if any—is the “idea” of the society in which we live? to what end is it arranged?

The Idea of a Christian Society is one which we can accept or reject; but if we are to accept it, we must treat Christianity with a great deal more intellectual respect than is our wont; we must treat it as being for the individual a matter primarily of thought and not of feeling. The consequences of such an attitude are too serious to be acceptable to everybody: for when the Christian faith is not only felt, but thought, it has practical results which may be inconvenient. For to see the Christian faith in this way—and to see it in this way is not necessarily to accept it, but only to understand the real issues—is to see that the difference between the Idea of a Neutral Society (which is that of the society in which we live at present) and the Idea of a Pagan Society (such as the upholders of democracy abominate) is, in the long run, of minor importance. I am not at this moment concerned with the means for bringing a Christian Society into existence; I am not even primarily concerned with making it appear desirable; but I am very much concerned with making clear its difference from the kind of society in which we are now living. Now, to understand the society in which he lives, must be to the interest of every conscious thinking person. The current terms in which we describe our society, the contrasts with other societies by which we—of the “Western Democracies”—eulogise it, only operate to deceive and stupefy us. To speak of ourselves as a Christian Society, in contrast to that of Germany or Russia, is an abuse of terms. We mean only that we have a society in which no one is penalised for the formal profession of Christianity; but we conceal from ourselves the unpleasant knowledge of the real values by which we live. We conceal from ourselves, moreover, the similarity of our society to those which we execrate: for we should have to admit, if we recognised the similarity, that the foreigners do better. I suspect that in our loathing of totalitarianism, there is infused a good deal of admiration for its efficiency.

The political philosopher of the present time, even when he is a Christian himself, is not usually concerned with the possible structure of a Christian state. He is occupied with the possibility of a just State in general, and when he is not an adherent of one or another secular system, is inclined to accept our present system as one to be improved, but not fundamentally altered. Theological writers have more to say that is relevant to my subject. I am not alluding to those writers who endeavour to infuse a vague, and sometimes debased, Christian spirit into the ordinary conduct of affairs; or to those who endeavour, at moments of emergency, to apply Christian principles to particular political situations. Relevant to my subject are the writings of the Christian sociologists—those writers who criticise our economic system in the light of Christian ethics. Their work consists in proclaiming in general, and demonstrating in particular, the incompatibility of Christian principle and a great deal of our social practice. They appeal to the spirit of justice and humanity with which most of us profess to be inspired; they appeal also to the practical reason, by demonstrating that much in our system is not only iniquitous, but in the long run unworkable and conducive to disaster. Many of the changes which such writers advocate, while deducible from Christian principles, can recommend themselves to any intelligent and disinterested person, and do not require a Christian society to carry them into effect, or Christian belief to render them acceptable: though they are changes which would make it more possible for the individual Christian to live out his Christianity. I am here concerned only secondarily with the changes in economic organisation, and only secondarily with the life of the devout Christian: my primary interest is a change in our social attitude, such a change only as could bring about anything worthy to be called a Christian Society. That such a change would compel changes in our organisation of industry and commerce and financial credit, that it would facilitate, where it now impedes, the life of devotion for those who are capable of it, I feel certain. But my point of departure is different from that of the sociologists and economists; though I depend upon them for enlightenment, and a test of my Christian Society would be that it should bring about such reforms as they propose; and though the kind of “change of spirit” which can testify for itself by nothing better than a new revivalistic vocabulary, is a danger against which we must be always on guard.

My subject touches also upon that of another class of Christian writer: that of the ecclesiastical controversialists. The subject of Church and State is, again, not my primary concern. It is not, except at moments which lend themselves to newspaper exploitation, a subject in which the general public takes much interest; and at the moments when the public’s interest is aroused, the public is never well enough informed to have the right to an opinion. My subject is a preliminary to the problem of Church and State: it involves that problem in its widest terms and in its most general interest. A usual attitude is to take for granted the existing State, and ask “What Church?” But before we consider what should be the relation of Church and State, we should first ask: “What State?” Is there any sense in which we can speak of a “Christian State,” any sense in which the State can be regarded as Christian? for even if the nature of the State be such, that we cannot speak of it in its Idea as either Christian or non-Christian, yet is it obvious that actual States may vary to such an extent that the relation of the Church to the State may be anything from overt hostility to a more or less harmonious co-operation of different institutions in the same society. What I mean by the Christian State is not any particular political form, but whatever State is suitable to a Christian Society, whatever State a particular Christian Society develops for itself. Many Christians there are, I know, who do not believe that a Church in relation to the State is necessary for a Christian Society; and I shall have to give reasons, in later pages, for believing that it is. The point to be made at this stage is that neither the classical English treaties on Church and State, nor contemporary discussion of the subject, give me the assistance that I need. For the earlier treatises, and indeed all up to the present time, assume the existence of a Christian Society; modern writers sometimes assume that what we have is a pagan society: and it is just these assumptions that I wish to question.

Your opinion of what can be done for this country in the future, and incidentally your opinion of what ought to be the relations of Church and State, will depend upon the view you take of the contemporary situation. We can abstract three positive historical points: that at which Christians are a new minority in a society of positive pagan traditions—a position which cannot recur within any future with which we are concerned; the point at which the whole society can be called Christian, whether in one body or in a prior or subsequent stage of division into sects; and finally the point at which practising Christians must be recognised as a minority (whether static or diminishing) in a society which has ceased to be Christian. Have we reached the third point? Different observers will give different reports; but I would remark that there are two points of view for two contexts. The first is that a society has ceased to be Christian when religious practices have been abandoned, when behaviour ceases to be regulated by reference to Christian principle, and when in effect prosperity in this world for the individual or for the group has become the sole conscious aim. The other point of view, which is less readily apprehended, is that a society has not ceased to be Christian until it has become positively something else. It is my contention that we have today a culture which is mainly negative, but which, so far as it is positive, is still Christian. I do not think that it can remain negative, because a negative culture has ceased to be efficient in a world where economic as well as spiritual forces are proving the efficiency of cultures which, even when pagan, are positive; and I believe that the choice before us is between the formation of a new Christian culture, and the acceptance of a pagan one. Both involve radical changes; but I believe that the majority of us, if we could be faced immediately with all the changes which will only be accomplished in several generations, would prefer Christianity.

I do not expect everyone to agree that our present organisation and temper of society—which proved, in its way, highly successful during the nineteenth century—is “negative”: many will maintain that British, French and American civilisation still stands integrally for something positive. And there are others who will insist, that if our culture is negative, then a negative culture is the right thing to have. There are two distinct arguments to be employed in rebuttal: one, an argument of principle, that such a culture is undesirable; the other, a judgment of fact, that it must disappear anyway. The defenders of the present order fail to perceive either how far it is vestigial of a positive Christianity, or how far it has already advanced towards something else.

There is one class of persons to which one speaks with difficulty, and another to which one speaks in vain. The second, more numerous and obstinate than may at first appear, because it represents a state of mind into which we are all prone through natural sloth to relapse, consists of those people who cannot believe that things will ever be very different from what they are at the moment. From time to time, under the influence perhaps of some persuasive writer or speaker, they may have an instant of disquiet or hope; but an invincible sluggishness of imagination makes them go on behaving as if nothing would ever change. Those to whom one speaks with difficulty, but not perhaps in vain, are the persons who believe that great changes must come, but are not sure either of what is inevitable, or of what is probable, or of what is desirable.

What the Western world has stood for—and by that I mean the terms to which it has attributed sanctity—is “Liberalism” and “Democracy.” The two terms are not identical or inseparable. The term “Liberalism” is the more obviously ambiguous, and is now less in favour; but the term “Democracy” is at the height of its popularity. When a term has become so universally sanctified as “democracy” now is, I begin to wonder whether it means anything, in meaning too many things: it has arrived perhaps at the position of a Merovingian Emperor, and wherever it is invoked, one begins to look for the Major of the Palace. Some persons have gone so far as to affirm, as something self-evident, that democracy is the only régime compatible with Christianity; on the other hand, the word is not abandoned by sympathisers with the government of Germany. If anybody ever attacked democracy, I might discover what the word meant. Certainly there is a sense in which Britain and America are more democratic than Germany; but on the other hand, defenders of the totalitarian system can make out a plausible case for maintaining that what we have is not democracy, but financial oligarchy.

Mr. Christopher Dawson considers that “what the non-dictatorial States stand for today is not Liberalism but Democracy,” and goes on to foretell the advent in these States of a kind of totalitarian democracy. I agree with his prediction, but if one is considering, not merely the non-dictatorial States, but the societies to which they belong, his statement does less than justice to the extent to which Liberalism still permeates our minds and affects our attitude towards much of life. That Liberalism may be a tendency towards something very different from itself, is a possibility in its nature. For it is something which tends to release energy rather than accumulate it, to relax, rather than to fortify. It is a movement not so much defined by its end, as by its starting point; away from, rather than towards, something definite. Our point of departure is more real to us than our destination; and the destination is likely to present a very different picture when arrived at, from the vaguer image formed in imagination. By destroying traditional social habits of the people, by dissolving their natural collective consciousness into individual constituents, by licensing the opinions of the most foolish, by substituting instruction for education, by encouraging cleverness rather than wisdom, the upstart rather than the qualified, by fostering a notion of getting on to which the alternative is a hopeless apathy, Liberalism can prepare the way for that which is its own negation: the artificial, mechanised or brutalised control which is a desperate remedy for its chaos.

It must be evident that I am speaking of Liberalism in a sense much wider than any which can be fully exemplified by the history of any political party, and equally in a wider sense than any in which it has been used in ecclesiastical controversy. True, the tendency of Liberalism can be more clearly illustrated in religious history than in politics, where principle is more diluted by necessity, where observation is more confused by detail and distracted by reforms each valid within its own limited reference. In religion, Liberalism may be characterised as a progressive discarding of elements in historical Christianity which appear superfluous or obsolete, confounded with practices and abuses which are legitimate objects of attack. But as its movement is controlled rather by its origin than by any goal, it loses force after a series of rejections, and with nothing to destroy is left with nothing to uphold and with nowhere to go. With religious Liberalism, however, I am no more specifically concerned than with political Liberalism: I am concerned with a state of mind which, in certain circumstances, can become universal and infect opponents as well as defenders. And I shall have expressed myself very ill if I give the impression that I think of Liberalism as something simply to be rejected and extirpated, as an evil for which there is a simple alternative. It is a necessary negative element; when I have said the worst of it, that worst comes only to this, that a negative element made to serve the purpose of a positive is objectionable. In the sense in which Liberalism is contrasted with Conservatism, both can be equally repellant: if the former can mean chaos, the latter can mean petrifaction. We are always faced both with the question “what must be destroyed?” and with the question “what must be preserved?” and neither Liberalism nor Conservatism, which are not philosophies and may be merely habits, is enough to guide us.

In the nineteenth century the Liberal Party had its own conservatism, and the Conservative Party had its own liberalism; neither had a political philosophy. To hold a political philosophy is in fact not the function of a political, that is, a Parliamentary party: a party with a political philosophy is a revolutionary party. The politics of political parties is not my concern. Nor am I concerned with the politics of a revolutionary party. If a revolutionary party attains its true end, its political philosophy will, by a process of growth, become that of a whole culture; if it attains its more facile end, its political philosophy will be that of a dominant class or group, in a society in which the majority will be passive, and the minority oppressed. But a political philosophy is not merely a formalised system set forth by a theorist. The permanent value of such treaties as Aristotle’s Politics and Poetics is found at the opposite extreme to anything that we can call doctrinaire. Just as his views on dramatic poetry were derived from a study of the existing works of Attic drama, so his political theory was founded on a perception of the unconscious aims implicit in Athenian democracy at its best. His limitations are the condition of his universality; and instead of ingenious theories spun out of his head, he wrote studies full of universal wisdom. Thus, what I mean by a political philosophy is not merely even the conscious formulation of the ideal aims of a people, but the substratum of collective temperament, ways of behaviour and unconscious values which provides the material for the formulation. What we are seeking is not a programme for a party, but a way of life for a people: it is this which totalitarianism has sought partly to revive, and partly to impose by force upon its peoples. Our choice now is not between one abstract form and another, but between a pagan, and necessarily stunted culture, and a religious, and necessarily imperfect culture.

The attitudes and beliefs of Liberalism are destined to disappear, are already disappearing. They belong to an age of free exploitation which has passed; and our danger now is, that the term may come to signify for us only the disorder the fruits of which we inherit, and not the permanent value of the negative element. Out of Liberalism itself come philosophies which deny it. We do not proceed, from Liberalism to its apparent end of authoritarian democracy, at a uniform pace in every respect. There are so many centres of it—Britain, France, America and the Dominions—that the development of Western society must proceed more slowly than that of a compact body like Germany, and its tendencies are less apparent. Furthermore, those who are the most convinced of the necessity of étatisme as a control of some activities of life, can be the loudest professors of libertarianism in others, and insist upon the preserves of “private life” in which each man may obey his own convictions or follow his own whim: while imperceptibly this domain of “private life” becomes smaller and smaller, and may eventually disappear altogether. It is possible that a wave of terror of the consequences of depopulation might lead to legislation having the effect of compulsory breeding.

If, then, Liberalism disappears from the philosophy of life of a people, what positive is left? We are left only with the term “democracy,” a term which, for the present generation, still has a Liberal connotation of “freedom.” But totalitarianism can retain the terms “freedom” and “democracy” and give them its own meaning: and its right to them is not so easily disproved as minds inflamed by passion suppose. We are in danger of finding ourselves with nothing to stand for except a dislike of everything maintained by Germany and/or Russia: a dislike which, being a compost of newspaper sensations and prejudice, can have two results, at the same time, which appear at first incompatible. It may lead us to reject possible improvements, because we should owe them to the example of one or both of these countries; and it may equally well lead us to be mere imitators à rebours, in making us adopt uncritically almost any attitude which a foreign nation rejects.

We are living at present in a kind of doldrums between opposing winds of doctrine, in a period in which one political philosophy has lost its cogency for behaviour, though it is still the only one in which public speech can be framed. This is very bad for the English language: it is this disorder (for which we are all to blame) and not individual insincerity, which is responsible for the hollowness of many political and ecclesiastical utterances. You have only to examine the mass of newspaper leading articles, the mass of political exhortation, to appreciate the fact that good prose cannot be written by a people without convictions. The fundamental objection to fascist doctrine, the one which we conceal from ourselves because it might condemn ourselves as well, is that it is pagan. There are other objections too, in the political and economic sphere, but they are not objections that we can make with dignity until we set our own affairs in order. There are still other objections, to oppression and violence and cruelty, but however strongly we feel, these are objections to means and not to ends. It is true that we sometimes use the word “pagan,” and in the same context refer to ourselves as “Christian.” But we always dodge the real issue. Our newspapers have done all they could with the red herring of the “German national religion,” an eccentricity which is after all no odder than some cults held in Anglo-Saxon countries: this “German national religion” is comforting in that it persuades us that we have a Christian civilisation; it helps to disguise the fact that our aims, like Germany’s, are materialistic. And the last thing we should like to do would be to examine the “Christianity” which, in such contexts as this, we say we keep.

If we have got so far as accepting the belief that the only alternative to a progressive and insidious adaptation to totalitarian worldliness for which the pace is already set, is to aim at a Christian society, we need to consider both what kind of a society we have at this time, and what a Christian society would be like. We should also be quite sure of what we want: if your real ideals are those of materialistic efficiency, then the sooner you know your own mind, and face the consequences, the better. Those who, either complacently or despairingly, suppose that the aim of Christianisation is chimerical, I am not here attempting to convert. To those who realise what a well-organised pagan society would mean for us, there is nothing to say. But it is as well to remember that the imposition of a pagan theory of the State does not necessarily mean a wholly pagan society. A compromise between the theory of the State and the tradition of society exists in Italy, a country which is still mainly agricultural and Catholic. The more highly industrialised the country, the more easily a materialistic philosophy will flourish in it, and the more deadly that philosophy will be. Britain has been highly industrialised longer than any other country. And the tendency of unlimited industrialism is to create bodies of men and women—of all classes—detached from tradition, alienated from religion and susceptible to mass suggestion: in other words, a mob. And a mob will be no less a mob if it is well fed, well clothed, well housed, and well disciplined.

The Liberal notion that religion was a matter of private belief and of conduct in private life, and that there is no reason why Christians should not be able to accommodate themselves to any world which treats them good-naturedly, is becoming less and less tenable. This notion would seem to have become accepted gradually, as a false inference from the subdivision of English Christianity into sects, and the happy results of universal toleration. The reason why members of different communions have been able to rub along together, is that in the greater part of the ordinary business of life they have shared the same assumptions about behaviour. When they have been wrong, they have been wrong together. We have less excuse than our ancestors for un-Christian conduct, because the growth of an un-Christian society about us, its more obvious intrusion upon our lives, has been breaking down the comfortable distinction between public and private morality. The problem of leading a Christian life in a non-Christian society is now very present to us, and it is a very different problem from that of the accommodation between an Established Church and dissenters. It is not merely the problem of a minority in a society of individuals holding an alien belief. It is the problem constituted by our implication in a network of institutions from which we cannot dissociate ourselves: institutions the operation of which appears no longer neutral, but non-Christian. And as for the Christian who is not conscious of his dilemma—and he is in the majority—he is becoming more and more de-Christianised by all sorts of unconscious pressure: paganism holds all the most valuable advertising space. Anything like Christian traditions transmitted from generation to generation within the family must disappear, and the small body of Christians will consist entirely of adult recruits. I am saying nothing at this point that has not been said before by others, but it is relevant. I am not concerned with the problem of Christians as a persecuted minority. When the Christian is treated as an enemy of the State, his course is very much harder, but it is simpler. I am concerned with the dangers to the tolerated minority; and in the modern world, it may turn out that the most tolerable thing for Christians is to be tolerated.

To attempt to make the prospect of a Christian society immediately attractive to those who see no prospect of deriving direct personal benefit from it, would be idle; even the majority of professing Christians may shrink from it. No scheme for a change of society can be made to appear immediately palatable, except by falsehood, until society has become so desperate that it will accept any change. A Christian society only becomes acceptable after you have fairly examined the alternatives. We might, of course, merely sink into an apathetic decline: without faith, and therefore without faith in ourselves; without a philosophy of life, either Christian or pagan; and without art. Or we might get a “totalitarian democracy,” different but Having much in common with other pagan societies, because we shall have changed step by step in order to keep pace with them: a state of affairs in which we shall have regimentation and conformity, without respect for the needs of the individual soul; the puritanism of a hygienic morality in the interest of efficiency; uniformity of opinion through propaganda, and art only encouraged when it flatters the official doctrines of the time. To those who can imagine, and are therefore repelled by, such a prospect, one can assert that the only possibility of control and balance is a religious control and balance; that the only hopeful course for a society which would thrive and continue its creative activity in the arts of civilisation, is to become Christian. That prospect involves, at least, discipline, inconvenience and discomfort: but here as hereafter the alternative to hell is purgatory.

CHAPTER II

MY thesis has been, simply, that a liberalised or negative condition of society must either proceed into a gradual decline of which we can see no end, or (whether as a result of catastrophe or not) reform itself into a positive shape which is likely to be effectively secular. We need not assume that this secularism will approximate closely to any system in the past or to any that can now be observed in order to be apprehensive about it: the Anglo-Saxons display a capacity for diluting their religion, probably in excess of that of any other race. But unless we are content with the prospect of one or the other of these issues, the only possibility left is that of a positive Christian society. The third will only commend itself to those who agree in their view of the present situation, and who can see that a thoroughgoing secularism would be objectionable, in its consequences, even to those who attach no positive importance to the survival of Christianity for its own sake.

I am not investigating the possible lines of action by which such a Christian society could be brought into being. I shall confine myself to a slight outline of what I conceive to be essential features of this society, bearing in mind that it can neither be mediaeval in form, nor be modelled on the seventeenth century or any previous age. In what sense, if any, can we speak of a “Christian State”? I would ask to be allowed to use the following working distinctions: the Christian State, the Christian Community, and the Community of Christians, as elements of the Christian Society.

I conceive then of the Christian State as of the Christian Society under the aspect of legislation, public administration, legal tradition, and form. Observe that at this point I am not approaching the problem of Church and State except with the question: with what kind of State can the Church have a relation? By this I mean a relation of the kind which has hitherto obtained in England; which is neither merely reciprocal tolerance, nor a Concordat. The latter seems to me merely a kind of compromise, of doubtful durability, resting on a dubious division of authority, and often a popular division of loyalty; a compromise which implies perhaps a hope on the part of the rulers of the State that their rule will outlast Christianity, and a faith on the part of the Church that it will survive any particular form of secular organisation. A relation between Church and State such as is, I think, implied in our use of the term, implies that the State is in some sense Christian. It must be clear that I do not mean by a Christian State one in which the rulers are chosen because of their qualifications, still less their eminence, as Christians. A regiment of Saints is apt to be too uncomfortable to last. I do not deny that some advantages may accrue from persons in authority, in a Christian State, being Christians. Even in the present conditions, that sometimes happens; but even if, in the present conditions, all persons in positions of the highest authority were devout and orthodox Christians, we should not expect to see very much difference in the conduct of affairs. The Christian and the unbeliever do not, and cannot, behave very differently in the exercise of office; for it is the general ethos of the people they have to govern, not their own piety, that determines the behaviour of politicians. One may even accept F. S. Oliver’s affirmation—following Buelow, following Disraeli—that real statesmen are inspired by nothing else than their instinct for power and their love of country. It is not primarily the Christianity of the statesmen that matters, but their being confined, by the temper and traditions of the people which they rule, to a Christian framework within which to realise their ambitions and advance the prosperity and prestige of their country. They may frequently perform un-Christian acts; they must never attempt to defend their actions on un-Christian principles.

The rulers and would-be rulers of modern states may be divided into three kinds, in a classification which cuts across the division of fascism, communism and democracy. There are such as have taken over or adapted some philosophy, as of Marx or Aquinas. There are those who, combining invention with eclecticism, have devised their own philosophy—not usually distinguished by either the profundity or the consistency one expects of a philosophy of life—and there are those who pursue their tasks without appearing to have any philosophy at all. I should not expect the rulers of a Christian State to be philosophers, or to be able to keep before their minds at every moment of decision the maxim that the life of virtue is the purpose of human society—in the sense of Thomas Von Aquin „virtuosa igitur vita est congregationis humanae finis“; but they would neither be self-educated, nor have been submitted in their youth merely to that system of miscellaneous or specialised instruction which passes for education: they would have received a Christian education. The purpose of a Christian education would not be merely to make men and women pious Christians: a system which aimed too rigidly at this end alone would become only obscurantist. A Christian education would primarily train people to be able to think in Christian categories, though it could not compel belief and would not impose the necessity for insincere profession of belief. What the rulers believed, would be less important than the beliefs to which they would be obliged to conform. And a skeptical or indifferent statesman, working within a Christian frame, might be more effective than a devout Christian statesman obliged to conform to a secular frame. For he would be required to design his policy for the government of a Christian Society.

The relation of the Christian State, the Christian Community, and the Community of Christians, may be looked at in connexion with the problem of belief. Among the men of state, you would have as a minimum, conscious conformity of behaviour. In the Christian Community that they ruled, the Christian faith would be ingrained, but it requires, as a minimum, only a largely unconscious behaviour; and it is only from the much smaller number of conscious human beings, the Community of Christians, that one would expect a conscious Christian life on its highest social level.

For the great mass of humanity whose attention is occupied mostly by their direct relation to the soil, or the sea, or the machine, and to a small number of persons, pleasures and duties, two conditions are required. The first is that, as their capacity for thinking about the objects of faith is small, their Christianity may be almost wholly realised in behaviour: both in their customary and periodic religious observances, and in a traditional code of behaviour towards their neighbours. The second is that, while they should have some perception of how far their lives fall short of Christian ideals, their religious and social life should form for them a natural whole, so that the difficulty of behaving as Christians should not impose an intolerable strain. These two conditions are really the same differently stated; they are far from being realised today.

The traditional unit of the Christian Community in England is the parish. I am not here concerned with the problem of how radically this system must be modified to suit a future state of things. The parish is certainly in decay, from several causes of which the least cogent is the division into sects: a much more important reason is urbanisation—in which I am including also sub-urbanisation, and all the causes and effects of urbanisation. How far the parish must be superseded will depend largely upon our view of the necessity of accepting the causes which tend to destroy it. In any case, the parish will serve my purpose as an example of community unit. For this unit must not be solely religious, and not solely social; nor should the individual be a member of two separate, or even overlapping units, one religious and the other social. The unitary community should be religious-social, and it must be one in which all classes, if you have classes, have their centre of interest. That is a state of affairs which is no longer wholly realised except in very primitive tribes indeed.

It is a matter of concern not only in this country, but has been mentioned with concern by the late Supreme Pontiff, speaking not of one country but of all civilised countries, that the masses of the people have become increasingly alienated from Christianity. In an industrialised society like that of England, I am surprised that the people retains as much Christianity as it does. For the great majority of the people—and I am not here thinking of social classes, but of intellectual strata—religion must be primarily a matter of behaviour and habit, must be integrated with its social life, with its business and its pleasures; and the specifically religious emotions must be a kind of extension and sanctification of the domestic and social emotions. Even for the most highly developed and conscious individual, living in the world, a consciously Christian direction of thought and feeling can only occur at particular moments during the day and during the week, and these moments themselves recur in consequence of formed habits; to be conscious, without remission, of a Christian and a non-Christian alternative at moments of choice, imposes a very great strain. The mass of the population, in a Christian society, should not be exposed to a way of life in which there is too sharp and frequent a conflict between what is easy for them or what their circumstances dictate and what is Christian. The compulsion to live in such a way that Christian behaviour is only possible in a restricted number of situations, is a very powerful force against Christianity; for behaviour is as potent to affect belief, as belief to affect behaviour.

I am not presenting any idyllic picture of the rural parish, either present or past, in taking as a norm, the idea of a small and mostly self-contained group attached to the soil and having its interests centred in a particular place, with a kind of unity which may be designed, but which also has to grow through generations. It is the idea, or ideal, of a community small enough to consist of a nexus of direct personal relationships, in which all iniquities and turpitudes will take the simple and easily appreciable form of wrong relations between one person and another. But at present not even the smallest community, unless so primitive as to present objectionable features of another kind, is so simplified as this; and I am not advocating any complete reversion to any earlier state of things, real or idealised. The example appears to offer no solution to the problem of industrial, urban and suburban life which is that of the majority of the population. In its religious organisation, we may say that Christendom has remained fixed at the stage of development suitable to a simple agricultural and piscatorial society, and that modern material organisation—or if “organisation” sounds too complimentary, we will say “complication”—has produced a world for which Christian social forms are imperfectly adapted. Even if we agree on this point, there are two simplifications of the problem which are suspect. One is to insist that the only salvation for society is to return to a simpler mode of life, scrapping all the constructions of the modern world that we can bring ourselves to dispense with. This is an extreme statement of the neo-Ruskinian view, which was put forward with much vigour by the late A. J. Penty. When one considers the large amount of determination in social structure, this policy appears Utopian: if such a way of life ever comes to pass, it will be—as may well happen in the long run—from natural causes, and not from the moral will of men. The other alternative is to accept the modern world as it is and simply try to adapt Christian social ideals to it. The latter resolves itself into a mere doctrine of expediency; and is a surrender of the faith that Christianity itself can play any part in shaping social forms. And it does not require a Christian attitude to perceive that the modern system of society has a great deal in it that is inherently bad.

We now reach a point from which there is a course that I do not propose to take; and as it is an obvious course, and to some may appear to be the main thoroughfare, I ought to explain as briefly as I can why I do not propose to take it. We are accustomed to make the distinction (though in practice we are frequently confused) between the evil which is present in human nature at all times and in all circumstances, and the evil in particular institutions at particular times and places, and which, though attributable to some individuals rather than others, or traceable to the cumulative deflection of the wills of many individuals throughout several generations, cannot at any moment be fastened upon particular persons. If we make the mistake of assuming that this kind of evil results from causes wholly beyond the human will, then we are liable to believe that only other non-human causes can change it. But we are equally likely to take another line, and to place all our hopes in the replacement of our machinery. Nevertheless, the lines of thought, which I am doing no more than indicate, for the realisation of a Christian society, must lead us inevitably to face such problems as the hypertrophy of the motive of Profit into a social ideal, the distinction between the use of natural resources and their exploitation, the use of labour and its exploitation, the advantages unfairly accruing to the trader in contrast to the primary producer, the misdirection of the financial machine, the iniquity of usury, and other features of a commercialised society which must be scrutinised on Christian principles. In ignoring these problems, I am not taking refuge in a mere admission of incompetence, though the suspicion that I am incompetent might operate against the acceptance of any observations that I made; nor am I simply resigning them to the supposed technical authorities, for that would be a surrender of the primacy of ethics. My point is that, while there is a considerable measure of agreement that certain things are wrong, the question of how they should be put right is so extremely controversial, that any proposal is immediately countered by a dozen others; and in this context, attention would be concentrated on the imperfections of my proposals, and away from my main concern, the end to be attained. I confine myself therefore to the assertion, which I think few will dispute, that a great deal of the machinery of modern life is merely a sanction for un-Christian aims, that it is not only hostile to the conscious pursuit of the Christian life in the world by the few, but to the maintenance of any Christian society of the world. We must abandon the notion that the Christian should be content with freedom of cultus, and with suffering no worldly disabilities on account of his faith. However bigoted the announcement may sound, the Christian can be satisfied with nothing less than a Christian organisation of society—which is not the same thing as a society consisting exclusively of devout Christians. It would be a society in which the natural end of man—virtue and well-being in community—is acknowledged for all, and the supernatural end—beatitude—for those who have the eyes to see it.

I do not wish, however, to abandon my previous point, that a Christian community is one in which there is a unified religious-social code of behaviour. It should not be necessary for the ordinary individual to be wholly conscious of what elements are distinctly religious and Christian, and what are merely social and identified with his religion by no logical implication. I am not requiring that the community should contain more “good Christians” than one would expect to find under favourable conditions. The religious life of the people would be largely a matter of behaviour and conformity; social customs would take on religious sanctions; there would no doubt be many irrelevant accretions and local emphases and observances—which, if they went too far in eccentricity or superstition, it would be the business of the Church to correct, but which otherwise could make for social tenacity and coherence. The traditional way of life of the community would not be imposed by law, would have no sense of outward constraint, and would not be the result merely of the sum of individual belief and understanding.

The rulers, I have said, will, qua rulers, accept Christianity not simply as their own faith to guide their actions, but as the system under which they are to govern. The people will accept it as a matter of behaviour and habit. In the abstraction which I have erected, it is obvious that the tendency of the State is toward expediency that may become cynical manipulation, the tendency of the people toward intellectual lethargy and superstition. We need therefore what I have called “the Community of Christians,” by which I mean, not local groups, and not the Church in any one of its senses, unless we call it “the Church within the Church.” These will be the consciously and thoughtfully practising Christians, especially those of intellectual and spiritual superiority. It will be remarked at once that this category bears some resemblance to what Coleridge has called “the clerisy”—a term recently revived, and given a somewhat different application, by Mr. Middleton Murry. I think that my “Community of Christians” is somewhat different from either use of the term “clerisy.” The content which Coleridge gave to the term, certainly, has been somewhat voided by time. You will remember that Coleridge included in the extension of meaning three classes: the universities and great schools of learning, the parochial pastorate, and the local schoolmasters. Coleridge’s conception of the clerical function, and of its relation to education, was formed in a world that has since been strangely altered: his insistence that clergy should be “in the rule married men and heads of families” and his dark references to a foreign ecclesiastical power, now sound merely quaint; and he quite failed to recognise the enormous value which monastic orders can and should have in the community. The term which I use is meant to be at once wider and more restricted. In the field of education it is obvious that the conformity to Christian belief and the possession of Christian knowledge, can no longer be taken for granted; nor can the supremacy of the theologian be either expected or imposed in the same way. In any future Christian society that I can conceive, the educational system will be formed according to Christian presuppositions of what education—as distinct from mere instruction—is for; but the personnel will inevitably be mixed: one may even hope that the mixture may be a benefit to its intellectual vitality. The mixture will include persons of exceptional ability who may be indifferent or disbelieving; there will be room for a proportion of other persons professing other faiths than Christianity. The limitations imposed upon such persons would be similar to those imposed by social necessity upon the politician who, without being able to believe the Christian faith, yet has abilities to offer in the public service, with which his country could ill dispense.

It would be still more rash of me to embark upon a criticism of the contemporary ideals of education, than it is for me to venture to criticise politics; but it is not impertinent to remark upon the close relationship of educational theory and political theory. One would indeed be surprised to find the educational system and the political system of any country in complete disaccord; and what I have said about the negative character of our political philosophy should suggest a parallel criticism of our education, not as it is found in practice here or there, but in the assumptions about the nature and purpose of education which tend to affect practice throughout the country. And I do not need to remind you that a pagan totalitarian government is hardly likely to leave education to look after itself, or to refrain from interfering with the traditional methods of the oldest institutions: of some of the results abroad of such interference on the most irrelevant grounds we are quite well aware. There is likely to be, everywhere, more and more pressure of circumstance towards adapting educational ideals to political ideals, and in the one as in the other sphere, we have only to choose between a higher and a lower rationalisation. In a Christian Society education must be religious, not in the sense that it will be administered by ecclesiastics, still less in the sense that it will exercise pressure, or attempt to instruct everyone in theology, but in the sense that its aims will be directed by a Christian philosophy of life. It will no longer be merely a term comprehending a variety of unrelated subjects undertaken for special purposes or for none at all.

My Community of Christians, then, in contrast to Coleridge’s clerisy, could hardly include the whole of the teaching body. On the other hand, it would include, besides many of the laity engaged in various occupations, many, but not all, of the clergy. A national clergy must of course include individual priests of different intellectual types and levels; and, as I suggested before, belief has a vertical as well as a horizontal measurement: to answer fully the question “What does A believe?” one must know enough about A to have some notion of the level on which he is capable of believing anything. The Community of Christians—a body of very nebulous outline—would contain both clergy and laity of superior intellectual and/or spiritual gifts. And it would include some of those who are ordinarily spoken of, not always with flattering intention, as “intellectuals.”

That culture and the cultivation of philosophy and the arts should be confined to the cloister would be a decline into a Dark Age that I shudder to contemplate; on the other hand, the segregation of lay “intellectuals” into a world of their own, which very few ecclesiastics or politicians either penetrate or have any curiosity about, is not a progressive situation either. A good deal of waste seems to me to occur through pure ignorance; a great deal of ingenuity is expended on half-baked philosophies, in the absence of any common background of knowledge. We write for our friends—most of whom are also writers—or for our pupils—most of whom are going to be writers; or we aim at a hypothetical popular audience which we do not know and which perhaps does not exist. The result, in any case, is apt to be a refined provincial crudity. What are the most fruitful social conditions for the production of works of the first order, philosophical, literary or in the other arts, is perhaps one of those topics of controversy more suitable for conversation than for writing about. There may perhaps be no one set of conditions most suitable for the efflorescence of all these activities; it is equally possible that the necessary conditions may vary from one country and civilisation to another. The régime of Louis XIV or of the Tudors and Stuarts could hardly be called libertarian; on the other hand, the rule of authoritarian governments in our time does not appear conducive to a renascence of the arts. Whether the arts flourish best in a period of growth and expansion, or in one of decay, is a question that I cannot answer. A strong and even tyrannous government may do no harm, so long as the sphere of its control is strictly limited; so long as it limits itself to restricting the liberties, without attempting to influence the minds, of its subjects; but a régime of unlimited demagogy appears to be stultifying. I must restrict my consideration to the position of the arts in our present society, and to what it should be in such a future society as I envisage.

It may be that the conditions unfavourable to the arts today lie too deep and are too extensive to depend upon the differences between one form of government and another; so that the prospect before us is either of slow continuous decay or of sudden extinction. You cannot, in any scheme for the reformation of society, aim directly at a condition in which the arts will flourish: these activities are probably by-products for which we cannot deliberately arrange the conditions. On the other hand, their decay may always be taken as a symptom of some social ailment to be investigated. The future of art and thought in a democratic society does not appear any brighter than any other, unless democracy is to mean something very different from anything actual. It is not that I would defend a moral censorship: I have always expressed strong objections to the suppression of books possessing, or even laying claim to literary merit. But what is more insidious than any censorship, is the steady influence which operates silently in any mass society organised for profit, for the depression of standards of art and culture. The increasing organisation of advertisement and propaganda—or the influencing of masses of men by any means except through their intelligence—is all against them. The economic system is against them; the chaos of ideals and confusion of thought in our large scale mass education is against them; and against them also is the disappearance of any class of people who recognise public and private responsibility of patronage of the best that is made and written. At a period in which each nation has less and less “culture” for its own consumption, all are making furious efforts to export their culture, to impress upon each other their achievements in arts which they are ceasing to cultivate or understand. And just as those who should be the intellectuals regard theology as a special study, like numismatics or heraldry, with which they need not concern themselves, and theologians observe the same indifference to literature and art, as special studies which do not concern them, so our political classes regard both fields as territories of which they have no reason to be ashamed of remaining in complete ignorance. Accordingly the more serious authors have a limited, and even provincial audience, and the more popular write for an illiterate and uncritical mob.

You cannot expect continuity and coherence in politics, you cannot expect reliable behaviour on fixed principles persisting through changed situations, unless there is an underlying political philosophy: not of a party, but of the nation. You cannot expect continuity and coherence in literature and the arts, unless you have a certain uniformity of culture, expressed in education by a settled, though not rigid agreement as to what everyone should know to some degree, and a positive distinction—however undemocratic it may sound—between the educated and the uneducated. I observed in America, that with a very high level of intelligence among undergraduates, progress was impeded by the fact that one could never assume that any two, unless they had been at the same school under the influence of the same masters at the same moment, had studied the same subjects or read the same books, though the number of subjects in which they had been instructed was surprising. Even with a smaller amount of total information, it might have been better if they had read fewer, but the same books. In a negative liberal society you have no agreement as to there being any body of knowledge which any educated person should have acquired at any particular stage: the idea of wisdom disappears, and you get sporadic and unrelated experimentation. A nation’s system of education is much more important than its system of government; only a proper system of education can unify the active and the contemplative life, action and speculation, politics and the arts. But “education,” said Coleridge, “is to be reformed, and defined as synonymous with instruction.” This revolution has been effected: to the populace education means instruction. The next step to be taken by the clericalism of secularism, is the inculcation of the political principles approved by the party in power.

I may seem to have wandered from my course, but it seemed necessary to mention the capital responsibility of education in the condition which we find or anticipate: a state secularised, a community turned into a mob, and a clerisy disintegrated. The obvious secularist solution for muddle is to subordinate everything to political power: and in so far as this involves the subordination of the money-making interests to those of the nation as a whole, it offers some immediate, though perhaps illusory relief: a people feels at least more dignified if its hero is the statesman however unscrupulous, or the warrior however brutal, rather than the financier. But it also means the confinement of the clergy to a more and more restricted field of activity, the subduing of free intellectual speculation, and the debauching of the arts by political criteria. It is only in a society with a religious basis—which is not the same thing as an ecclesiastical despotism—that you can get the proper harmony and tension, for the individual or for the community.

In any Christian society which can be imagined for the future—in what M. Maritain calls a pluralist society—my “Community of Christians” cannot be a body of the definite vocational outline of the “clerisy” of Coleridge: which, viewed in a hundred years’ perspective, appears to approximate to the rigidity of a caste. The Community of Christians is not an organisation, but a body of indefinite outline; composed of both clergy and laity, of the more conscious, more spiritually and intellectually developed of both. It will be their identity of belief and aspiration, their background of a common system of education and a common culture, which will enable them to influence and be influenced by each other, and collectively to form the conscious mind and the conscience of the nation.

The Spirit descends in different ways, and I cannot foresee any future society in which we could classify Christians and non-Christians simply by their professions of belief, or even, by any rigid code, by their behaviour. In the present ubiquity of ignorance, one cannot but suspect that many who call themselves Christians do not understand what the word means, and that some who would vigorously repudiate Christianity are more Christian than many who maintain it. And perhaps there will always be individuals who, with great creative gifts of value to mankind, and the sensibility which such gifts imply, will yet remain blind, indifferent, or even hostile. That must not disqualify them from exercising the talents they have been given.

The foregoing sketch of a Christian society, from which are omitted many details that will be considered essential, could not stand even as a rough sketch—an ébauche—without some treatment, according to the same economy, of the relation of Church and State in such a society. So far, nothing has suggested the existence of an organised Church at all. But the State would remain under the necessity of respecting Christian principles, only so far as the habits and feelings of the people were not too suddenly affronted or too violently outraged, or so far as it was deterred by any univocal protest of the most influential of the Community of Christians. The State is Christian only negatively; its Christianity is a reflection of the Christianity of the society which it governs. We have no safeguard against its proceeding, from un-Christian acts, to action on implicitly un-Christian principles, and thence to action on avowedly un-Christian principles. We have no safeguard for the purity of our Christianity; for, as the State may pass from expediency to lack of principle, and as the Christian Community may sink into torpor, so the Community of Christians may be debilitated by group or individual eccentricity and error. So far, we have only a society such that it can have a significant relation to a Church; a relationship which is not of hostility or even of accommodation. And this relation is so important that without discussing it we have not even shown the assembled skeleton of a Christian Society, we have only exposed the unarticulated bones.

CHAPTER III

I HAVE spoken of this essay as being, in one aspect, a kind of preface to the problem of Church and State; it is as well, at this point, to indicate its prefatorial limitations. The problem is one of concern to every Christian country—that is, to every possible form of Christian society. It will take a different form according to the traditions of that society—Roman, Orthodox, or Lutheran. It will take still another form in those countries, obviously the United States of America and the Dominions, where the variety of races and religious communions represented appears to render the problem insoluble. Indeed, for these latter countries the problem might not appear even to exist; these countries might appear to be committed from their origin to a neutral form of society. I am not ignoring the possibility of a neutral society, under such conditions, persisting indefinitely. But I believe that if these countries are to develop a positive culture of their own, and not remain merely derivatives of Europe, they can only proceed either in the direction of a pagan or of a Christian society. I am not suggesting that the latter alternative must lead to the forcible suppression, or to the complete disappearance of dissident sects; still less, I hope, to a superficial union of Churches under an official exterior, a union in which theological differences would be so belittled that its Christianity might become wholly bogus. But a positive culture must have a positive set of values, and the dissentients must remain marginal, tending to make only marginal contributions.

However dissimilar the local conditions, therefore, this question of Church and State is of importance everywhere. Its actuality in Europe may make it appear all the more remote in America, just as its actuality in England raises a number of considerations remote to the rest of Europe. But if what I say in the following pages has its direct application only in England, it is not because I am thinking of local matters without relation to Christendom as a whole. It is partly that I can only discuss profitably the situations with which I am most familiar, and partly that a more generalised consideration would appear to deal only with figments and fancies. I have therefore limited my field to the possibility of a Christian society in England, and in speaking of Church and State it is the Anglican Church that I have in mind. But it must be remembered that such terms as “Establishment” and “Established Church” can have a wider meaning than we ordinarily give them. On the other hand, I only mean such a Church as can claim to represent the traditional form of Christian belief and worship of the great mass of people of a particular country.

If my outline of a Christian society has commanded the assent of the reader, he will agree that such a society can only be realised when the great majority of the sheep belong to one fold. To those who maintain that unity is a matter of indifference, to those who maintain even that a diversity of theological views is a good thing to an indefinite degree, I can make no appeal. But if the desirability of unity be admitted, if the idea of a Christian society be grasped and accepted, then it can only be realised, in England, through the Church of England. This is not the place for discussing the theological position of that Church: if in any points it is wrong, inconsistent, or evasive, these are matters for reform within the Church. And I am not overlooking the possibility and hope of eventual reunion or reintegration, on one side and another; I am only affirming that it is this Church which, by reason of its tradition, its organisation, and its relation in the past to the religious-social life of the people, is the one for our purpose—and that no Christianisation of England can take place without it.

The Church of a Christian society, then, should have some relation to the three elements in a Christian society that I have named. It must have a hierarchical organisation in direct and official relation to the State: in which relation it is always in danger of sinking into a mere department of State. It must have an organisation, such as the parochial system, in direct contact with the smallest units of the community and their individual members. And finally, it must have, in the persons of its more intellectual, scholarly and devout officers, its masters of ascetic theology and its men of wider interests, a relation to the Community of Christians. In matters of dogma, matters of faith and morals, it will speak as the final authority within the nation; in more mixed questions it will speak through individuals. At times, it can and should be in conflict with the State, in rebuking derelictions in policy, or in defending itself against encroachments of the temporal power, or in shielding the community against tyranny and asserting its neglected rights, or in contesting heretical opinion or immoral legislation and administration. At times, the hierarchy of the Church may be under attack from the Community of Christians, or from groups within it: for any organisation is always in danger of corruption and in need of reform from within.

Although I am not here concerned with the means by which a Christian society could be brought about, it is necessary always to consider the idea in relation to particular existing societies; because one does not expect or desire that its constitution would be identical in all Christian countries. I do not assume that the relation of Church and State in England, either as it is or as it might be, is a model for all other communities. Whether an “Establishment” is the best relation in the abstract, is nowhere my question. Were there no Establishment in England, we should have to examine its desirability. But as we have the Establishment, we must take the situation as we find it, and consider for a moment the merits of the problem of Disestablishment. The advocates of this course, within the Church, have many cogent reasons to expose: the abuses and scandals which such a change might remedy, the inconsistencies which might be removed, and the advantages which might accrue, are too patent to require mention. That abuses and defects of another kind might make their appearance in a disestablished Church, is a possibility which has not perhaps received enough attention. But what is much more to my point is the gravity of the abdication which the Church—whether voluntarily or under pressure—would be making. Setting aside the anomalies which might be corrected without going to that length, I will admit that an Established Church is exposed to peculiar temptations and compulsions: it has greater advantages and greater difficulties. But we must pause to reflect that a Church, once disestablished, cannot easily be re-established, and that the very act of disestablishment separates it more definitely and irrevocably from the life of the nation than if it had never been established. The effect on the mind of the people of the visible and dramatic withdrawal of the Church from the affairs of the nation, of the deliberate recognition of two standards and ways of life, of the Church’s abandonment of all those who are not by their wholehearted profession within the fold—this is incalculable; the risks are so great that such an act can be nothing but a desperate measure. It appears to assume something which I am not yet ready to take for granted: that the division between Christians and non-Christians in this country is already, or is determined to become, so clear that it can be reduced to statistics. But if one believes, as I do, that the great majority of people are neither one thing nor the other, but are living in a no man’s land, then the situation looks very different; and disestablishment instead of being the recognition of a condition at which we have arrived, would be the creation of a condition the results of which we cannot foresee.

With the reform of the Establishment I am not here concerned: the discussion of that requires a familiarity with constitutional, canon, and civil law. But I do not think that the argument from the prosperity of the disestablished Church of Wales, sometimes brought forward by advocates of disestablishment, is to the point. Apart from the differences of racial temperament which must be taken into account, the full effect of disestablishment cannot be seen from the illustration of a small part of the island; and, if disestablishment were made general, the full effect would not appear at once. And I think that the tendency of the time is opposed to the view that the religious and the secular life of the individual and the community can form two separate and autonomous domains. I know that a theology of the absolute separation of the life of the Spirit and the life of the World has spread from Germany. Such a doctrine appears more plausible, when the Church’s position is wholly defensive, when it is subject to daily persecution, when its spiritual claims are questioned and when its immediate necessity is to keep itself alive and to keep its doctrine pure. But this theology is incompatible with the assumptions underlying everything that I have been saying. The increasing complexity of modern life renders it unacceptable, for, as I have already said, we are faced with vital problems arising not merely out of the necessity of cooperating with non-Christians, but out of our unescapable implication in non-Christian institutions and systems. And finally, the totalitarian tendency is against it, for the tendency of totalitarianism is to re-affirm, on a lower level, the religious-social nature of society. And I am convinced that you cannot have a national Christian society, a religious-social community, a society with a political philosophy founded upon the Christian faith, if it is constituted as a mere congeries of private and independent sects. The national faith must have an official recognition by the State, as well as an accepted status in the community and a basis of conviction in the heart of the individual.

Heresy is often defined as an insistence upon one half of the truth; it can also be an attempt to simplify the truth, by reducing it to the limits of our ordinary understanding, instead of enlarging our reason to the apprehension of truth. Monotheism or tritheism is easier to grasp than trinitarianism. We have observed the lamentable results of the attempt to isolate the Church from the World; there are also instances of the failure of the attempt to integrate the World in the Church; we must also be on guard against the attempt to integrate the Church in the World. A permanent danger of an established Church is Erastianism: we do not need to refer to the eighteenth century, or to prewar Russia, to remind ourselves of that. Deplorable as such a situation is, it is not so much the immediate and manifest scandals but the ultimate consequences of Erastianism that are the most serious offences. By alienating the mass of the people from orthodox Christianity, by leading them to identify the Church with the actual hierarchy and to suspect it of being an instrument of oligarchy or class, it leaves men’s minds exposed to varieties of irresponsible and irreflective enthusiasm followed by a second crop of paganism.

The danger of a National Church becoming a class Church, is not one that concerns us immediately today; for now that it is possible to be respectable without being a member of the Church of England, or a Christian of any kind, it is also possible to be a member of the Church of England without being—in that sense—respectable. The danger that a National Church might become also a nationalistic Church is one to which our predecessors theorising about Church and State could hardly have been expected to devote attention, since the danger of nationalism itself, and the danger of the super-session of every form of Christianity, could not have been very present to their minds. Yet the danger was always there: and, for some persons still, Rome is associated with the Armada and Kingsley’s Westward Ho! For a National Church tends to reflect only the religious-social habits of the nation; and its members, in so far as they are isolated from the Christian communities of other nations, may tend to lose all criteria by which to distinguish, in their own religious-social complex, between what is universal and what is local, accidental, and erratic. Within limits, the cultus of the universal Church may quite properly vary according to the racial temperaments and cultural traditions of each nation. Roman Catholicism is not quite the same thing (to the eye of the sociologist, if not to that of the theologian) in Spain, France, Ireland and the United States of America, and but for central authority it would differ much more widely. The tendency to differ may be as strong among bodies of the same communion in different countries, as among various sects within the same country; and, indeed, the sects within one country may be expected to show traits in common, which none of them will share with the same communion abroad.

The evils of nationalistic Christianity have, in the past, been mitigated by the relative weakness of national consciousness and the strength of Christian tradition. They have not been wholly absent: missionaries have sometimes been accused of propagating (through ignorance, not through cunning) the customs and attitudes of the social groups to which they have belonged, rather than giving the natives the essentials of the Christian faith in such a way that they might harmonise their own culture with it. On the other hand, I think that some events during the last twenty-five years have led to an increasing recognition of the supra-national Christian society: for if that is not marked by such conferences as those of Lausanne, Stockholm, Oxford, Edinburgh—and also Malines—then I do not know of what use these conferences have been. The purpose of the labours involved in arranging intercommunion between the official Churches of certain countries is not merely to provide reciprocal sacramental advantages for travellers, but to affirm the Universal Church on earth. Certainly, no one today can defend the idea of a National Church, without balancing it with the idea of the Universal Church, and without keeping in mind that truth is one and that theology has no frontiers.

I think that the dangers to which a National Church is exposed, when the Universal Church is no more than a pious ideal, are so obvious that only to mention them is to command assent. Completely identified with a particular people, the National Church may at all times, but especially at moments of excitement, become no more than the voice of that people’s prejudice, passion or interest. But there is another danger, not quite so easily identified. I have maintained that the idea of a Christian society implies, for me, the existence of one Church which shall aim at comprehending the whole nation. Unless it has this aim, we relapse into that conflict between citizenship and church-membership, between public and private morality, which today makes moral life so difficult for everyone, and which in turn provokes that craving for a simplified, monistic solution of statism or racism which the National Church can only combat if it recognises its position as a part of the Universal Church. But if we allowed ourselves to entertain for Europe (to confine our attention to that continent) the ideal merely of a kind of society of Christian societies, we might tend unconsciously to treat the idea of the Universal Church as only the idea of a supernatural League of Nations. The direct allegiance of the individual would be to his National Church alone, and the Universal Church would remain an abstraction or become a cockpit for conflicting national interests. But the difference between the Universal Church and a perfected League of Nations is this, that the allegiance of the individual to his own Church is secondary to his allegiance to the Universal Church. Unless the National Church is a part of the whole, it has no claim upon me: but a League of Nations which could have a claim upon the devotion of the individual, prior to the claim of his country, is a chimaera which very few persons can even have endeavoured to picture to themselves. I have spoken more than once of the intolerable position of those who try to lead a Christian life in a non-Christian world. But it must be kept in mind that even in a Christian society as well organised as we can conceive possible in this world, the limit would be that our temporal and spiritual life should be harmonised: the temporal and spiritual would never be identified. There would always remain a dual allegiance, to the State and to the Church, to one’s countrymen and to one’s fellow-Christians everywhere, and the latter would always have the primacy. There would always be a tension; and this tension is essential to the idea of a Christian society, and is a distinguishing mark between a Christian and a pagan society.

CHAPTER IV

IT SHOULD be obvious that the form of political organisation of a Christian State does not come within the scope of this discussion. To identify any particular form of government with Christianity is a dangerous error: for it confounds the permanent with the transitory, the absolute with the contingent. Forms of government, and of social organisation, are in constant process of change, and their operation may be very different from the theory which they are supposed to exemplify. A theory of the State may be, explicitly or implicitly, anti-Christian: it may arrogate rights which only the Church is entitled to claim, or pretend to decide moral questions on which only the Church is qualified to pronounce. On the other hand, a régime may in practice claim either more or less than it professes, and we have to examine its working as well as its constitution. We have no assurance that a democratic régime might not be as inimical to Christianity in practice, as another might be in theory: and the best government must be relative to the character and the stage of intelligence and education of a particular people in a particular place at a particular time. Those who consider that a discussion of the nature of a Christian society should conclude by supporting a particular form of political organisation, should ask themselves whether they really believe our form of government to be more important than our Christianity; and those who are convinced that the present form of government of Britain is the one most suitable for any Christian people, should ask themselves whether they are confusing a Christian society with a society in which individual Christianity is tolerated.

This essay is not intended to be either an anti-communist or an anti-fascist manifesto; the reader may by this time have forgotten what I said at the beginning, to the effect that I was less concerned with the more superficial, though important differences between the regimens of different nations, than with the more profound differences between pagan and Christian society. Our preoccupation with foreign politics during the last few years has induced a surface complacency rather than a consistent attempt at self-examination of conscience. Sometimes we are almost persuaded that we are getting on very nicely, with a reform here and a reform there, and would have been getting on still better, if only foreign governments did not insist upon breaking all the rules and playing what is really a different game. What is more depressing still is the thought that only fear or jealousy of foreign success can alarm us about the health of our own nation; that only through this anxiety can we see such things as depopulation, malnutrition, moral deterioration, the decay of agriculture, as evils at all. And what is worst of all is to advocate Christianity, not because it is true, but because it might be beneficial. Towards the end of 1938 we experienced a wave of revivalism which should teach us that folly is not the prerogative of any one political party or any one religious communion, and that hysteria is not the privilege of the uneducated. The Christianity expressed has been vague, the religious fervour has been a fervour for democracy. It may engender nothing better than a disguised and peculiarly sanctimonious nationalism, accelerating our progress towards the paganism which we say we abhor. To justify Christianity because it provides a foundation of morality, instead of showing the necessity of Christian morality from the truth of Christianity, is a very dangerous inversion; and we may reflect, that a good deal of the attention of totalitarian states has been devoted, with a steadiness of purpose not always found in democracies, to providing their national life with a foundation of morality—the wrong kind perhaps, but a good deal more of it. It is not enthusiasm, but dogma, that differentiates a Christian from a pagan society.

I have tried to restrict my ambition of a Christian society to a social minimum: to picture, not a society of saints, but of ordinary men, of men whose Christianity is communal before being individual. It is very easy for speculation on a possible Christian order in the future to tend to come to rest in a kind of apocalyptic vision of a golden age of virtue. But we have to remember that the Kingdom of Christ on earth will never be realised, and also that it is always being realised; we must remember that whatever reform or revolution we carry out, the result will always be a sordid travesty of what human society should be—though the world is never left wholly without glory. In such a society as I imagine, as in any that is not petrified, there will be innumerable seeds of decay. Any human scheme for society is realised only when the great mass of humanity has become adapted to it; but this adaptation becomes also, insensibly, an adaptation of the scheme itself to the mass on which it operates: the overwhelming pressure of mediocrity, sluggish and indomitable as a glacier, will mitigate the most violent, and depress the most exalted revolution, and what is realised is so unlike the end that enthusiasm conceived, that foresight would weaken the effort. A wholly Christian society might be a society for the most part on a low level; it would engage the cooperation of many whose Christianity was spectral or superstitious or feigned, and of many whose motives were primarily worldly and selfish. It would require constant reform.

I should not like it to be thought, however, that I considered the presence of the higher forms of devotional life to be a matter of minor importance for such a society. I have, it is true, insisted upon the communal, rather than the individual aspect: a community of men and women, not individually better than they are now, except for the capital difference of holding the Christian faith. But their holding the Christian faith would give them something else which they lack: a respect for the religious life, for the life of prayer and contemplation, and for those who attempt to practise it. In this I am asking no more of the British Christian, than is characteristic of the ordinary Moslem or Hindu. But the ordinary man would need the opportunity to know that the religious life existed, that it was given its due place, would need to recognise the profession of those who have abandoned the world, as he recognises the professions practised in it. I cannot conceive a Christian society without religious orders, even purely contemplative orders, even enclosed orders. And, incidentally, I should not like the “Community of Christians” of which I have spoken, to be thought of as merely the nicest, most intelligent and public-spirited of the upper middle class—it is not to be conceived on that analogy.

We may say that religion, as distinguished from modern paganism, implies a life in conformity with nature. It may be observed that the natural life and the supernatural life have a conformity to each other which neither has with the mechanistic life: but so far has our notion of what is natural become distorted, that people who consider it “unnatural” and therefore repugnant, that a person of either sex should elect a life of celibacy, consider it perfectly “natural” that families should be limited to one or two children. It would perhaps be more natural, as well as in better conformity with the Will of God, if there were more celibates and if those who were married had larger families. But I am thinking of “conformity to nature” in a wider sense than this. We are being made aware that the organisation of society on the principle of private profit, as well as public destruction, is leading both to the deformation of humanity by unregulated industrialism, and to the exhaustion of natural resources, and that a good deal of our material progress is a progress for which succeeding generations may have to pay dearly. I need only mention, as an instance now very much before the public eye, the results of “soil-erosion”—the exploitation of the earth, on a vast scale for two generations, for commercial profit: immediate benefits leading to dearth and desert. I would not have it thought that I condemn a society because of its material ruin, for that would be to make its material success a sufficient test of its excellence; I mean only that a wrong attitude towards nature implies, somewhere, a wrong attitude towards God, and that the consequence is an inevitable doom. For a long enough time we have believed in nothing but the values arising in a mechanised, commercialised, urbanised way of life: it would be as well for us to face the permanent conditions upon which God allows us to live upon this planet. And without sentimentalising the life of the savage, we might practise the humility to observe, in some of the societies upon which we look down as primitive or backward, the operation of a social-religious-artistic complex which we should emulate upon a higher plane. We have been accustomed to regard “progress” as always integral; and have yet to learn that it is only by an effort and a discipline, greater than society has yet seen the need of imposing upon itself, that material knowledge and power is gained without loss of spiritual knowledge and power. The struggle to recover the sense of relation to nature and to God, the recognition that even the most primitive feelings should be part of our heritage, seems to me to be the explanation and justification of the life of D. H. Lawrence, and the excuse for his aberrations. But we need not only to learn how to look at the world with the eyes of a Mexican Indian—and I hardly think that Lawrence succeeded—and we certainly cannot afford to stop there. We need to know how to see the world as the Christian Fathers saw it; and the purpose of re-ascending to origins is that we should be able to return, with greater spiritual knowledge, to our own situation. We need to recover the sense of religious fear, so that it may be overcome by religious hope.

I should not like to leave the reader supposing that I have attempted to contribute one more amateur sketch of an abstract and impracticable future: the blue-print from which the doctrinaire criticises the piecemeal day to day efforts of political men. These latter efforts have to go on; but unless we can find a pattern into which all problems of life can have their place, we are only likely to go on complicating chaos. So long, for instance, as we consider finance, industry, trade, agriculture merely as competing interests to be reconciled from time to time as best they may, so long as we consider “education” as a good in itself of which everyone has a right to the utmost, without any ideal of the good life for society or for the individual, we shall move from one uneasy compromise to another. To the quick and simple organisation of society for ends which, being only material and worldly, must be as ephemeral as worldly success, there is only one alternative. As political philosophy derives its sanction from ethics, and ethics from the truth of religion, it is only by returning to the eternal source of truth that we can hope for any social organisation which will not, to its ultimate destruction, ignore some essential aspect of reality. The term “democracy,” as I have said again and again, does not contain enough positive content to stand alone against the forces that you dislike—it can easily be transformed by them. If you will not have God (and He is a jealous God) you should pay your respects to Hitler or Stalin.

I believe that there must be many persons who, like myself, were deeply shaken by the events of September 1938, in a way from which one does not recover; persons to whom that month brought a profounder realisation of a general plight. It was not a disturbance of the understanding: the events themselves were not surprising. Nor, as became increasingly evident, was our distress due merely to disagreement with the policy and behaviour of the moment. The feeling which was new and unexpected was a feeling of humiliation, which seemed to demand an act of personal contrition, of humility, repentance and amendment; what had happened was something in which one was deeply implicated and responsible. It was not, I repeat, a criticism of the government, but a doubt of the validity of a civilisation. We could not match conviction with conviction, we had no ideas with which we could either meet or oppose the ideas opposed to us. Was our society, which had always been so assured of its superiority and rectitude, so confident of its unexamined premises, assembled round anything more permanent than a congeries of banks, insurance companies and industries, and had it any beliefs more essential than a belief in compound interest and the maintenance of dividends? Such thoughts as these formed the starting point, and must remain the excuse, for saying what I have to say.

September 6th, 1939. The whole of this book, with Preface and Notes, was completed before it was known that we should be at war. But the possibility of war, which has now been realised, was always present to my mind, and the only additional observations which I feel called upon to make are these: first, that the alignment of forces which has now revealed itself should bring more clearly to our consciousness the alternative of Christianity or paganism; and, second, that we cannot afford to defer our constructive thinking to the conclusion of hostilities—a moment when, as we should know from experience, good counsel is liable to be obscured.

Notes

Page 6. In using the term “Idea” I have of course had in mind the definition given by Coleridge, when he lays down at the beginning of his Church and State that: “By an idea I mean (in this instance) that conception of a thing, which is not abstracted from any particular state, form or mode, in which the thing may happen to exist at this or that time; nor yet generalised from any number or succession of such forms or modes; but which is given by the knowledge of its ultimate aim.”

  1. 7. Christian sociologists. I am deeply indebted to several Christian economists and sociologists, both in England and elsewhere, and notably to R. H. Tawney. My difference of approach in these pages need not be further elaborated, but it is interesting to compare the treatment of the problem of Church and State by V. A. Demant in his very valuable Christian Polity, p. 120 ff. and p. 135 ff. Fr. Demant observes that the authority of the Church “cannot now be claimed on the ground that it represents all citizens.” But while the Church does not represent all citizens in the sense in which a Member of Parliament may be said to “represent” his constituents, even those who vote consistently against him, yet its function seems to me wider than only to “safeguard the individual in his right to pursue certain purposes which are not political purposes”; what I am primarily concerned with throughout is not the responsibility of the Church towards the individual but towards the community. The relation of the Church with the State may be one of checks and balances, but the background and justification of this relation is the Church’s relation to Society. Fr. Demant gives a very good account of the forces tending towards acceptance of the absolutist State, and remarks truly that: “This fact of the secularisation of human life does not arise mainly from the extension of the State’s powers. This is rather the effort of the State to recover significance in the life of a people which has become disintegrated through the confusion of social means and ends which is its secularisation.”

One of the causes of the totalitarian State is an effort of the State to supply a function which the Church has ceased to serve; to enter into a relation to the community which the Church has failed to maintain; which leads to the recognition as full citizens only of those who are prepared to accept it in this relation.

I agree cordially with Fr. Demant’s observation that: “The fact which renders most of our theories of Church and State irrelevant is the domination of politics by economics and finance; and this is most true in democratic states. The subservience of politics to plutocracy is the main fact about the State confronting the Church today.”

Fr. Demant is concerned with the reform of this situation, in a secular society; and with the right position of the Church in a secular society. But unless I have misunderstood him, he appears to me to take this secularisation for granted. Assuming that our present society is neutral rather than non-Christian, I am concerned with enquiring what it might be like if it took the Christian direction.

  1. 15. “Totalitarianism can retain the terms ‘freedom’ and ‘democracy’ and give them its own meaning.” A letter appeared in The Times (April 24, 1939) from General J. F. C. Fuller, who, as The Times had previously stated, was one of the two British visitors invited to Herr Hitler’s birthday celebrations. General Fuller states that he is “a firm believer in the democracy of Mazzini, because he places duty to the nation before individual rights.” General Fuller calls himself a “British Fascist,” and believes that Britain “must swim with the out-flowing tide of this great political change” (i.e. to a fascist system of government).

From my point of view, General Fuller has as good a title to call himself a “believer in democracy” as anyone else.

  1. 15. Imitation à rebours. A column in the Evening Standard of May 10, 1939, headed “Back to the Kitchen Creed Denounced,” reported the annual conference of the Civil Service Clerical Association.

“Miss Bower of the Ministry of Transport, who moved that the association should take steps to obtain the removal of the ban (i.e. against married women Civil Servants) said it was wise to abolish an institution which embodied one of the main tenets of the Nazi creed—the relegation of women to the sphere of the kitchen, the children and the church.”

The report, by its abbreviation, may do less than justice to Miss Bower, but I do not think that I am unfair to the report, in finding the implication that what is Nazi is wrong, and need not be discussed on its own merits. Incidentally, the term “relegation of women” prejudices the issue. Might one suggest that the kitchen, the children and the church could be considered to have a claim upon the attention of married women? or that no normal married woman would prefer to be a wage-earner if she could help it? What is miserable is a system that makes the dual wage necessary.

  1. 15. Fascist doctrine. I mean only such doctrine as asserts the absolute authority of the state, or the infallibility of a ruler. “The corporative state,” recommended by Quadrigesimo Anno, is not in question. The economic organisation of totalitarian states is not in question. The ordinary person does not object to fascism because it is pagan, but because he is fearful of authority, even when it is pagan.
  2. 16. The red herring of the German national religion. I cannot hold such a low opinion of German intelligence as to accept any stories of the revival of pre-Christian cults. I can, however, believe that the kind of religion expounded by Professor Wilhelm Hauer is really in existence—and I am very sorry to believe it. I rely upon the essay contributed by Dr. Hauer to a very interesting volume, Germany’s New Religion (Allen and Unwin, 1937), in which orthodox Lutheranism is defended by Karl Heim, and Catholicism by Karl Adam.

The religion of Hauer is deistic, claiming to “worship a more than human God.” He believes it to be “an eruption from the biological and spiritual depths of the German nation,” and unless one is prepared to deny that the German nation has such depths, I do not see that the statement can be ridiculed. He believes that “each new age must mold its own religious forms”—alas, many persons in Anglo-Saxon countries hold the same belief. He professes himself to be particularly a disciple of Eckhart; and whether or not one believes that the doctrines condemned by the Church were what Eckhart strove to propagate, it is certainly the condemned doctrine that Hauer holds. He considers that the “revolt of the German from Christianity reached its culmination in Nietzsche”: many people would not limit that revolt to the German. He advocates tolerance. He objects to Christianity because “it claims to possess the absolute truth, and with this daim is bound up the idea that men can only achieve salvation in one way, through Christ, and that it must send to the stake those whose faith and life do not conform, or pray for them till they quit the error of their ways for the kingdom of God.” Thousands of people in Western countries would agree with this attitude. He objects to sacramental religion, because “everyone has an immediate relation to God, is, in fact, in the depths of his heart one with the eternal Ground of the world.” Faith comes not from revelation but from “personal experience.” He is not interested in “the mass of intellectuals,” but in the “multitudes of ordinary people” who are looking for “Life.” “We believe,” he says, “that God has laid a great task on our nation, and that he has therefore revealed himself specially in its history and will continue to do so.” To my ear, such phrases have a not altogether unfamiliar ring. Hauer believes also in something very popular in this country, the religion of the blue sky, the grass and flowers. He believes that Jesus (even if he was wholly Semitic on both sides) is one of the “great figures who soar above the centuries.”

I have quoted so much, in order to let Professor Hauer declare himself for what he is: the end product of German Liberal Protestantism, a nationalistic Unitarian. Translated into English terms, he might be made to appear as simply a patriotic Modernist. The German National Religion, as Hauer expounds it, turns out to be something with which we are already familiar. So, if the German Religion is also your religion, the sooner you realise the fact the better.

  1. 18. “Hygienic morality.” M. Denis de Rougemont, in his remarkable book L’Amour et l’occident, has this sentence (p. 269) which is to the point: “L’anarchie des moeurs et l’hygiène authoritaire agissent à peu près dans le même sens: elles déçoivent le besoin de passion, héréditaire ou acquis par la culture; elles détendent ses ressorts intimes et personnels.”
  2. 18. It may be opportune at this point to say a word about the attitude of a Christian Society towards Pacifism. I am not concerned with rationalistic pacifism, or with humanitarian pacifism, but with Christian pacifism—that which asserts that all warfare is categorically forbidden to followers of Our Lord. This absolute Christian pacifism should be distinguished again from another: that which would assert that only a Christian society is worth fighting for, and that a particular society may fall so far short, or may be so positively anti-Christian, that no Christian will be justified or excused for fighting for it. With this relative Christian pacifism I cannot be concerned, because my hypothesis is that of a Christian Society. In such a society, what will be the place of the Christian pacifist?

Such a person would continue to exist, as sects and individual vagaries would probably continue to exist; and it would be the duty of the Christian who was not a pacifist to treat the pacifist with consideration and respect. It would also be the duty of the State to treat him with consideration and respect, having assured itself of his sincerity. The man who believes that a particular war in which his country proposes to engage is an aggressive war, who believes that his country could refuse to take part in it without its legitimate interests being imperilled, and without failing in its duty to God and its neighbours, would be wrong to remain silent (the attitude of the late Charles Eliot Norton in regard to the Spanish-American War of 1898 is to the point). But I cannot but believe that the man who maintains that war is in all circumstances wrong, is in some way repudiating an obligation towards society; and in so far as the society is a Christian society the obligation is so much the more serious. Even if each particular war proves in turn to have been unjustified, yet the idea of a Christian society seems incompatible with the idea of absolute pacifism; for pacifism can only continue to flourish so long as the majority of persons forming a society are not pacifists; just as sectarianism can only flourish against the background of orthodoxy. The notion of communal responsibility, of the responsibility of every individual for the sins of the society to which he belongs, is one that needs to be more firmly apprehended; and if I share the guilt of my society in time of “peace,” I do not see how I can absolve myself from it in time of war, by abstaining from the common action.

  1. 20. The Community of Christians. This term is perhaps open to objection. I did not wish to employ Coleridge’s term “clerisy” while altering its meaning, but I assume that the reader is familiar with “clerisy” in his Church and State, and with Mr. Middleton Murry’s use of the same word. Perhaps the term “Community of Christians” may connote to some a kind of esoteric chapelle or fraternity of the self-appointed, but I hope that what is said later in this chapter may prevent that inference. I wished to avoid excessive emphasis on nominal function, as it seemed to me that Coleridge’s “clerisy” might tend to become merely a brahminical caste.

I should add, as a note on the use of the phrase “superior intellectual and/or spiritual gifts” (p. 30), that the possession of intellectual or spiritual gifts does not necessarily confer that intellectual understanding of spiritual issues which is the qualification for exerting the kind of influence here required. Nor is the person who possesses this qualification necessarily a “better Christian” in his private life than the man whose insight is less profound; nor is he necessarily exempt from doctrinal error. I prefer that the definition should be, provisionally, too comprehensive rather than too narrow.

  1. 29. Christian Education. This note, as well as that on “The Community of Christians,” is elicited by a searching comment by Bro. George Every, S.S.M., who has been so kind as to read this book in proof. Those who have read a paper called “Modern Education and the Classics,” written in a different context, and published in a volume entitled Essays Ancient and Modern, may assume that what I have in mind is simply the “classical education” of earlier times. The problem of Education is too large to be considered in a brief book like this, and the question of the best curriculum is not here raised. I limit myself to the assertion that the miscellaneous curriculum will not do, and that education must be something more than the acquisition of information, technical competence, or superficial culture. Furthermore, I am not here concerned with what must occupy the mind of anyone approaching the subject of Education directly, that is the question of what should be done now. The point upon which all who are dissatisfied with contemporary Education can agree, is the necessity for criteria and values. But one must start by expelling-from one’s mind any mere prejudice or sentiment in favour of any previous system of education, and recognising the differences between the society for which we have to legislate, and any form of society which we have known in the past.
  2. 33. Uniformity of culture. In an important passage in Beyond Politics (pp. 23-31) Mr. Christopher Dawson discusses the possibility of an “organisation of culture.” He recognises that it is impossible to do this “by any kind of philosophic or scientific dictatorship,” or by a return “to the old humanist discipline of letters, for that is inseparable from the aristocratic ideal of a privileged caste of scholars.” He asserts that “a democratic society must find a correspondingly democratic organisation of culture”; and finds that “the form of organisation appropriate to our society in the field of culture as well as in that of politics is the party—that is to say a voluntary organisation for common ends based on a common ‘ideology.’”

I think that I am in close sympathy with Mr. Dawson’s aims, and yet I find it difficult to apprehend the meaning of this “culture” which will have no philosophy (for philosophy, he reminds us, has lost its ancient prestige) and which will not be specifically religious. What, in the kind of society to which we are approximating, will be a “democratic organisation of culture”? To substitute for “democratic” a term which for me has greater concreteness, I should say that the society which is coming into existence, and which is advancing in every country whether “democratic” or “totalitarian,” is a lower middle class society: I should expect the culture of the twentieth century to belong to the lower middle class as that of the Victorian age belonged to the upper middle class or commercial aristocracy. If then for Mr. Dawson’s phrase we substitute the words “a lower middle class society must find a correspondingly lower middle class organisation of culture” we have something which seems to me to possess more meaning, though it leaves us in greater perplexity. And if Mr. Dawson’s Culture Party—about which, however, our information is still meagre—is to be representative of this future society, is it likely to provide anything more important than, for example, a lower middle class Royal Academy instead of one supplying portrait painters for aldermen?

It may be that I have wholly failed to understand what Mr. Dawson is after: if so, I can only hope that he will let us have a fuller exposition of his ideas. Unless some useful analogy can be given from the past, I cannot understand the “organisation of culture,” which appears to be without precedent; and in isolating culture from religion, politics and philosophy we seem to be left with something no more apprehensible than the scent of last year’s roses. When we speak of culture, I suppose that we have in mind the existence of two classes of people: the producers and the consumers of culture—the existence of men who can create new thought and new art (with middlemen who can teach the consumers to like it) and the existence of a cultivated society to enjoy and patronise it. The former you can only encourage, the latter you can only educate.

I would not belittle the importance, in a period of transition, of the rearguard action; of such institutions, in their various special ways, as the National Trust, the Society for the Preservation of Ancient Buildings, even the National Society. We ought not to cut down old trees until we have learned to plant new ones. But Mr. Dawson is concerned with something more important than the preservation of relics of former culture. My provisional view can only be that “culture” is a by-product, and that those who sympathise with Mr. Dawson in resenting the tyranny of politics, must direct their attention to the problem of Education, and of how, in the lower middle class society of the future, to provide for the training of an élite of thought, conduct and taste.

When I speak of a probable “lower middle class society” I do not anticipate—short of some at present unpredictable revolution—the rise in Britain of a lower middle class political hierarchy, though our ruling class will have to cultivate, in its dealings with foreign countries, an understanding of that mentality. Britain will presumably continue to be governed by the same mercantile and financial class which, with a continual change of personnel, has been increasingly important since the fifteenth century. I mean by a “lower middle class society” one in which the standard man legislated for and catered for, the man whose passions must be manipulated, whose prejudices must be humoured, whose tastes must be gratified, will be the lower middle class man. He is the most numerous, the one most necessary to flatter. I am not necessarily implying that this is either a good or a bad thing: that depends upon what lower middle class Man does to himself, and what is done to him.

  1. 40. Advocates of Disestablishment. It is interesting to compare Bishop Hensley Henson’s vigorous defence of the Establishment, Cut Bono?, published more than forty years ago, with his more recent Disestablishment, in which he took a contrary view, but too great importance could be attached, by one side or the other, to this recantation. The argument for Establishment in the early essay, and the argument against it in the later, are both well presented, and both deserve study. What has happened seems to me to be simply that Bishop Hensley Henson has come to take a different view of the tendencies of modern society; and the changes since the end of the last century are great enough to excuse such a change of opinion. His early argument is not invalidated; he might say that the situation is now such that it cannot be applied.

I must take this occasion for calling attention to the great excellence of Bishop Hensley Henson’s prose, whether it is employed in a volume prepared at leisure, or in an occasional letter to The Times. For vigour and purity of controversial English, he has no superior today, and his writings should long continue to be studied by those who aspire to write well.

  1. 41. The dangers of a nationalistic Church. Doubts about the doctrinal security of a national Church must come to the mind of any reader of Mr. Middleton Murry’s The Price of Leadership. The first part of this book I read with the warmest admiration, and I can support all that Mr. Murry says in favour of a National Church against sectarianism and private Christianity. But at the point at which Mr. Murry allies himself with Dr. Thomas Arnold I begin to hesitate. I have no first-hand acquaintance with the doctrines of Dr. Arnold, and must rely upon Mr. Murry’s exposition of them. But Mr. Murry does not engage my complete confidence in Arnold; nor do the citations of Arnold reassure me about the orthodoxy of Mr. Murry. Mr. Murry holds that “the real conflict that is preparing is the conflict between Christianity and anti-Christian nationalism”: but surely a nationalism which is overtly antagonistic to Christianity is a less dangerous menace for us than a nationalism which professes a Christianity from which all Christian content has been evacuated. That the Church in England should be identical with the nation—a view which Mr. Murry believes he has found in Arnold and before him in Coleridge, and which Mr. Murry himself accepts—is a laudable aim so long as we keep in mind that we are speaking of one aspect of the Church; but unless this is balanced by the idea of the relation of the Church in England to the Universal Church, I see no safeguard for the purity or the catholicity of its doctrine. I am not even sure that Mr. Murry desires such a safeguard. He quotes, with apparent approval, this sentence by Matthew Arnold: “Will there never arise among Catholics some great soul, to perceive that the eternity and universality, which is vainly claimed for Catholic dogma and the ultramontane system, might really be possible for Catholic worship?”

Well! if eternity and universality is to be found, not in dogma, but in worship—that means, in a common form of worship which will mean to the worshippers anything that they like to fancy, then the result seems to me to be likely to be the most corrupt form of ritualism. What does Mr. Murry mean by Christianity in his National Church, except whatever the nation as such may decide to call Christianity, and what is to prevent the Christianity from being degraded to the nationalism, rather than the nationalism being raised to Christianity?

Mr. Murry holds that Dr. Arnold introduced a new Christian spirit into the public schools. I would not deny to Dr. Arnold the honour of having reformed and improved the moral standards inculcated by public schools, or dispute the assertion that to him and to his son “we owe the tradition of disinterested public service.” But at what price? Mr. Murry believes that the ideals of Dr. Arnold have been degraded and adulterated by a subsequent generation: I would like to be sure that the results were not implicit in the principles. To me there appear to be further possible results. Mr. Murry says: “The main organ of this new national and Christian society is the state; the state is, indeed, the organ indispensable to its manifestation. For this reason it is inevitable that in the new national society, if it is to be in some real sense a Christian society, the Church and the state should draw together. On the nature of this drawing together of Church and state, everything depends.”

This paragraph, especially in conjunction with Mr. Murry’s suggestion that the public schools should be taken over by the State, makes me suspect that Mr. Murry is ready to go a long way towards totalitarianism; and without any explicit statement on his part about the Christian beliefs which are necessary for salvation, or about the supernatural reality of the Church, we might even conclude that he would go some way in the direction of an English National Religion, the formulation of which would be taken in hand by the moral re-armament manufacturers.

Mr. Murry appears (p. 111) to follow Dr. Arnold in attaching little importance to the apostolical succession. With regard to the position of Matthew Arnold, he says (p. 125), “in this situation no mere revival of Christian piety could possibly avail: not even a rebirth of Christian saintliness (such as he admired in Newman) could be efficacious against it.” It is only a short step from employing the adjective mere to ignoring Christian piety. He continues, “What was required was a renovation of Christian understanding, an enlarged conception of the spiritual life itself.”

How such an enlargement of the conception of the spiritual life is to take place without spiritual masters, without the re-birth of saintliness, I cannot conceive.

  1. 46. Wave of revivalism. “Moral re-armament” has been competently and authoritatively analysed from the theological point of view by Fr. Hilary Carpenter, O.P., in the April 1939 issue of Blackfriars, and by Professor H. A. Hodges in the May issue of Theology. But I feel that everything that remains of clear thinking in this country should be summoned to protest against this abuse of Christianity and of English. A reading of Mr. H. W. Austin’s compilation Moral Re-Armament suggests several lines of thought. Our immediate reflection is upon the extraordinary facility with which men of the greatest eminence will lend their names to any public appeal, however obscure or ambiguous. Another thought is that the kind of mental activity exposed by these letters must have a very demoralising effect upon the language. Coleridge remarked that “in a language like ours, where so many words are derived from other languages, there are few modes of instruction more useful or more amusing than that of accustoming young people to seek for the etymology, or primary meaning, of the words they use. There are cases, in which more knowledge of more value may be conveyed by the history of a word, than by the history of a campaign.” For instance, in a letter to The Times reprinted in Mr. Austin’s pamphlet, it is said that “national security at home and abroad can only be gained through moral regeneration.” Even allowing that “moral regeneration” is intended to represent some milder form of parturition than regeneration, it is a very striking adaptation of the words of the Gospel to declare that unless a nation be born again it cannot achieve national security. The word regeneration appears to have degenerated. In the next paragraph “regeneration” has been replaced by “re-armament.” I do not doubt that the term “moral and spiritual re-armament” was originally coined merely as a striking reminder that we need something more than material equipment, but it has quickly shrunk to imply another kind of equipment on the same plane: that is, for ends which need be no better than worldly.

In spite of the fervour which tinges the whole correspondence, I cannot find anything to suggest that Christianity is needed. Some of the signers, at least, I know to be Christians, but the movement in itself, to judge by this pamphlet, is no more essentially Christian than the German National Religion of Professor Hauer. I have no first-hand experience of the Buchmanite Movement, by which this pamphlet appears to be inspired, but I have never seen any evidence that to be a Buchmanite it was necessary to hold the Christian Faith according to the Creeds, and until I have seen a statement to that effect, I shall continue to doubt whether there is any reason to call Buchmanism a Christian movement.

I am alarmed, by what are not necessary implications, but are certainly possibilities, and to my mind probabilities, of further development of this kind. It is the possibility of gradually adapting our religion to fit our secular aims—some of which may be worthy aims, but none of which will be criticised by a supernatural measure. Moral re-armament in my opinion may easily lead to a progressive Germanisation of our society. We observe the efficiency of the German machine, and we perceive that we cannot emulate it without a kind of religious enthusiasm. Moral re-armament will provide the enthusiasm, and be the most useful kind of political drug—that is to say, having the potency at once of a stimulant and a narcotic: but it will supply this function to the detriment of our religion.

“There is a tendency, especially among the English-speaking Protestant peoples, to treat religion as a kind of social tonic that can be used in times of national emergency in order to extract a further degree of moral effort from the people. But apart from the Pelagian conception of religion that this view implies, it is not wholly sound from the psychological point of view, since it merely heightens the amount of moral tension without increasing the sources of spiritual vitality or resolving the psychological conflicts from which the society suffers.”

Christopher Dawson: Beyond Politics, p. 21.

“While the humanistic religious sentiment which expresses itself by the catch in the throat at the last Evensong in the old School Chapel, the community singing of Abide with me at a torchlight tattoo, and the standing to attention during the Two Minutes’ Silence, can be utilised by totalitarianism, a religion which speaks of redemption by the incarnate Son of God, which offers mankind the sacramental means of union with the eternal life of the God-Man Jesus Christ, and which makes the perpetual representation of His atoning Sacrifice its essential act of worship must be the declared enemy of all who see in the state the be-all and end-all of man’s life.”

Humphrey Beevor: Peace and Pacifism p. 207.

  1. 51. I have permission to reprint, from The Times of October 5, 1938, the following letter, which might serve either as prologue or epilogue to all that I have said, and which provided the immediate stimulus for the lectures which form this book.

3rd October, 1938.

Sir,

The lessons which are being drawn from the unforgettable experiences through which we have lived during the past few days do not for the most part seem to me to go deep enough. The period of grace that has been given us may be no more than a postponement of the day of reckoning unless we make up our minds to seek a radical cure. Our civilisation can recover only if we are determined to root out the cancerous growths which have brought it to the verge of complete collapse. Whether truth and justice or caprice and violence are to prevail in human affairs is a question on which the fate of mankind depends. But to equate the conflict between these opposing forces with the contrast between democracies and dictatorships, real and profound as is this difference, is a dangerous simplification of the problem. To focus our attention on evil in others is a way of escape from the painful struggle of eradicating it from our own hearts and lives and an evasion of our real responsibilities.

The basal truth is that the spiritual foundations of western civilisation have been undermined. The systems which are in the ascendant on the continent may be regarded from one point of view as convulsive attempts to arrest the process of disintegration. What clear alternative have we in this country? The mind of England is confused and uncertain. Is it possible that a simple question, an affirmative answer to which is for many a matter of course and for many others an idle dream or sheer lunacy, might in these circumstances become a live and serious issue? May our salvation lie in an attempt to recover our Christian heritage, not in the sense of going back to the past but of discovering in the central affirmations and insights of the Christian faith new spiritual energies to regenerate and vitalise our sick society? Does not the public repudiation of the whole Christian scheme of life in a large part of what was once known as Christendom force to the front the question whether the path of wisdom is not rather to attempt to work out a Christian doctrine of modern society and to order our national life in accordance with it?

Those who would give a quick, easy or confident answer to this question have failed to understand it. It cannot even be seriously considered without a profound awareness of the extent to which Christian ideas have lost their hold over, or faded from the consciousness of, large sections of the population; of the far-reaching changes that would be called for in the structure, institutions and activities of existing society, which is in many of its features a complete denial of the Christian understanding of the meaning and end of man’s existence; and of the stupendous and costly spiritual, moral and intellectual effort that any genuine attempt to order the national life in accordance with the Christian understanding of life would demand. Realistically viewed the task is so far beyond the present capacity of our British Christianity that I write as a fool. But if the will were there, I believe that the first steps to be taken are fairly clear. The presupposition of all else, however, is the recognition that nothing short of a really heroic effort will avail to save mankind from its present evils and the destruction which must follow in their train.

I am, Sir,

Yours etc.

(Signed) J. H. OLDHAM

Postscript

A distinguished theologian, who has been so kind as to read the proofs of this book, has made criticisms of which I should have liked to avail myself by a thorough revision of the text. He has allowed me to quote the following passage from his criticism, which the reader may find helpful in correcting some of the defects of my presentation:

“The main theses of this book seem to me so important, and their application so urgently necessary, that I want to call attention to two points which I think need further emphasis, lest the point of the argument should be missed.

“A main part of the problem, as regards the actual Church and its existing members, is the defective realisation among us of the fundamental fact that Christianity is primarily a Gospel-message, a dogma, a belief about God and the world and man, which demands of man a response of faith and repentance. The common failure lies in putting the human response first, and so thinking of Christianity as primarily a religion. Consequently there is among us a tendency to view the problems of the day in the light of what is practically possible, rather than in the light of what is imposed by the principles of that truth to which the Church is set to bear witness.

“Secondly, there is a general vagueness about ‘the Community of Christians.’ I fear the phrase will be interpreted to mean nice Christianly-minded people of the upper middle class (p. 48). But the Community of Christians ought to mean those who are gathered into unity in the sacramental life of the visible Church: and this community in the life of faith ought to be producing something of a common mind about the questions of the day. It cannot indeed be assumed that the mind of the Community of Christians is truly reflected in the ecclesiastical pronouncements which from time to time appear: that mind does not form itself quickly, in these matters in which it is so hard to see the way. There ought however to be, and to some real extent there is now, in the minds of Christian people a sense of the proportion of things and a spirit of discipline, which are direct fruits of the life of faith: and it is these that need to be brought to bear if the questions are to be answered in the light of Christian principles.”

Appendix

The following broadcast talk, delivered in February 1937 in a series on “Church, Community and State,” and printed in “The Listener,” has some relevance to the matter of the preceding pages of this book.

THAT there is an antithesis between the Church and the World is a belief we derive from the highest authority. We know also from our reading of history, that a certain tension between Church and State is desirable. When Church and State fall out completely, it is ill with the commonwealth; and when Church and State get on too well together, there is something wrong with the Church. But the distinction between the Church and the World is not so easy to draw as that between Church and State. Here we mean not any one communion or ecclesiastical organisation but the whole number of Christians as Christians; and we mean not any particular State, but the whole of society, the world over, in its secular aspect. The antithesis is not simply between two opposed groups of individuals: every individual is himself a field in which the forces of the Church and the world struggle.

By “the Church’s message to the World” you might think that what was meant was only the business of the Church to go on talking. I should like to make it more urgent by expanding the title to “the Church’s business to interfere with the World.” What is often assumed, and it is a principle that I wish to oppose, is the principle of live-and-let-live. It is assumed that if the State leaves the Church alone, and to some extent protects it from molestation, then the Church has no right to interfere with the organisation of society, or with the conduct of those who deny its beliefs. It is assumed that any such interference would be the oppression of the majority by a minority. Christians must take a very different view of their duty. But before suggesting how the Church should interfere with the World, we must try to answer the question: why should it interfere with the World?

It must be said bluntly that between the Church and the World there is no permanent modus-vivendi possible. We may unconsciously draw a false analogy between the position of the Church in a secular society and the position of a dissenting sect in a Christian society. The situation is very different. A dissenting minority in a Christian society can persist because of the fundamental beliefs it has in common with that society, because of a common morality and of common grounds of Christian action. Where there is a different morality there is conflict. I do not mean that the Church exists primarily for the propagation of Christian morality: morality is a means and not an end. The Church exists for the glory of God and the sanctification of souls: Christian morality is part of the means by which these ends are to be attained. But because Christian morals are based on fixed beliefs which cannot change they also are essentially unchanging: while the beliefs and in consequence the morality of the secular world can change from individual to individual, or from generation to generation, or from nation to nation. To accept two ways of life in the same society, one for the Christian and another for the rest, would be for the Church to abandon its task of evangelising the world. For the more alien the non-Christian world becomes, the more difficult becomes its conversion.

The Church is not merely for the elect—in other words, those whose temperament brings them to that belief and that behaviour. Nor does it allow us to be Christian in some social relations and non-Christian in others. It wants everybody, and it wants each individual as a whole. It therefore must struggle for a condition of society which will give the maximum of opportunity for us to lead wholly Christian lives, and the maximum of opportunity for others to become Christians. It maintains the paradox that while we are each responsible for our own souls, we are all responsible for all other souls, who are, like us, on their way to a future state of heaven or hell. And—another paradox—as the Christian attitude towards peace, happiness and well-being of peoples is that they are a means and not an end in themselves, Christians are more deeply committed to realising these ideals than are those who regard them as ends in themselves.

Now, how is the Church to interfere in the World? I do not propose to take up the rest of my time by denouncing Fascism and Communism. This task has been more ably performed by others, and the conclusions may be taken for granted. By pursuing this charge, I might obtain from you a kind of approval that I do not want. I suspect that a good deal of the dislike of these philosophies in this country is due to the wrong reasons as well as the right, and is coloured with complacency and sanctimony. It is easy, safe and pleasant to criticise foreigners; and it has the advantage of distracting attention from the evils of our own society. We must distinguish also between our opposition to ideas and our disapproval of practices. Both Fascism and Communism have fundamental ideas which are incompatible with Christianity. But in practice, a Fascist or a Communist State might realise its idea more or less, and it might be more or less tolerable. And on the other hand, the practices, or others equally objectionable, might easily intrude themselves into a society nominally attached to quite different principles. We need not assume that our form of constitutional democracy is the only one suitable for a Christian people, or that it is in itself a guarantee against an anti-Christian world. Instead of merely condemning Fascism and Communism, therefore, we might do well to consider that we also live in a mass-civilisation following many wrong ambitions and wrong desires, and that if our society renounces completely its obedience to God, it will become no better, and possibly worse, than some of those abroad which are popularly execrated.

By “the World,” then, I mean for my present purpose particularly the world in this island. The influence of the Church can be exerted in several ways. It may oppose, or it may support, particular actions at particular times. It is acclaimed when it supports any cause that is already assured of a good deal of secular support: it is attacked, quite naturally, when it opposes anything that people think they want. Whether people say that the Church ought to interfere, or whether they say it ought to mind its own business, depends mostly on whether they agree or disagree with its attitude upon the issue of the moment. A very difficult problem arises whenever there is occasion for the Church to resist any innovation—either in legislation or in social practice—which is contrary to Christian principles. To those who deny, or do not fully accept, Christian doctrine, or who wish to interpret it according to their private lights such resistance often appears oppressive. To the unreasoning mind the Church can often be made to appear to be the enemy of progress and enlightenment. The Church may not always be strong enough to resist successfully: but I do not see how it can ever accept as a permanent settlement one law for itself and another for the world.

I do not wish, however, to pursue the question of the kinds of issue which may arise from time to time. I want to suggest that a task for the Church in our age is a more profound scrutiny of our society, which shall start from the question: to what depth is the foundation of our society not merely neutral but positively anti-Christian?

It ought not to be necessary for me to insist that the final aims of the churchman, and the aims of the secular reformer, are very different. So far as the aims of the latter are for true social justice, they ought to be comprehended in those of the former. But one reason why the lot of the secular reformer or revolutionist seems to me to be the easier is this: that for the most part he conceives of the evils of the world as something external to himself. They are thought of either as completely impersonal, so that there is nothing to alter but machinery; or if there is evil incarnate, it is always incarnate in the other people—a class, a race, the politicians, the bankers, the armament makers, and so forth—never in oneself. There are individual exceptions: but so far as a man sees the need for converting himself as well as the World, he is approximating to the religious point of view. But for most people, to be able to simplify issues so as to see only the definite external enemy, is extremely exhilarating, and brings about the bright eye and the springy step that go so well with the political uniform. This is an exhilaration that the Christian must deny himself. It comes from an artificial stimulant bound to have bad after-effects. It causes pride, either individual or collective, and pride brings its own doom. For only in humility, charity and purity—and most of all perhaps humility—can we be prepared to receive the grace of God without which human operations are vain.

It is not enough simply to see the evil and injustice and suffering of this world, and precipitate oneself into action. We must know, what only theology can tell us, why these things are wrong. Otherwise, we may right some wrongs at the cost of creating new ones. If this is a world in which I, and the majority of my fellow-beings, live in that perpetual distraction from God which exposes us to the one great peril, that of final and complete alienation from God after death, there is some wrong that I must try to help to put right. If there is any profound immorality to which we are all committed as a condition of living in society at all, that is a matter of the gravest concern to the Church. I am neither a sociologist nor an economist, and in any case it would be inappropriate, in this context, to produce any formula for setting the world right. It is much more the business of the Church to say what is wrong, that is, what is inconsistent with Christian doctrine, than to propose particular schemes of improvement. What is right enters the realm of the expedient and is contingent upon place and time, the degree of culture, the temperament of a people. But the Church can say what is always and everywhere wrong. And without this firm assurance of first principles which it is the business of the Church to repeat in and out of season, the World will constantly confuse the right with the expedient. In a society based on the use of slave labour men tried to prove from the Bible that slavery was something ordained by God. For most people, the actual constitution of Society, or that which their more generous passions wish to bring about, is right, and Christianity must be adapted to it. But the Church cannot be, in any political sense, either conservative, or liberal, or revolutionary. Conservatism is too often conservation of the wrong things: liberalism a relaxation of discipline; revolution a denial of the permanent things.

Perhaps the dominant vice of our time, from the point of view of the Church, will be proved to be Avarice. Surely there is something wrong in our attitude towards money. The acquisitive, rather than the creative and spiritual instincts, are encouraged. The fact that money is always forthcoming for the purpose of making more money, whilst it is so difficult to obtain for purposes of exchange, and for the needs of the most needy, is disturbing to those who are not economists. I am by no means sure that it is right for me to improve my income by investing in the shares of a company, making I know not what, operating perhaps thousands of miles away, and in the control of which I have no effective voice—but which is recommended as a sound investment. I am still less sure of the morality of my being a money-lender: that is, of investing in bonds and debentures. I know that it is wrong for me to speculate: but where the line is to be drawn between speculation and what is called legitimate investment is by no means clear. I seem to be a petty usurer in a world manipulated largely by big usurers. And I know that the Church once condemned these things. And I believe that modern war is chiefly caused by some immorality of competition which is always with us in times of “peace”; and that until this evil is cured, no leagues or disarmaments or collective security or conferences or conventions or treaties will suffice to prevent it.

Any machinery, however beautiful to look at and however wonderful a product of brains and skill, can be used for bad purposes as well as good: and this is as true of social machinery as of constructions of steel. I think that, more important than the invention of a new machine, is the creation of a temper of mind in people such that they can learn to use a new machine rightly. More important still at the moment would be the diffusion of knowledge of what is wrong—morally wrong—and of why it is wrong. We are all dissatisfied with the way in which the world is conducted: some believe that it is a misconduct in which we all have some complicity; some believe that if we trust ourselves entirely to politics, sociology or economics we shall only shuffle from one makeshift to another. And here is the perpetual message of the Church: to affirm, to teach and to apply, true theology. We cannot be satisfied to be Christians at our devotions and merely secular reformers all the rest of the week, for there is one question that we need to ask ourselves every day and about whatever business. The Church has perpetually to answer this question: to what purpose were we born? What is the end of Man?

Notes towards
the Definition of Culture

DEFINITION: 1. The setting of bounds; limitation (rare)—1483

Oxford English Dictionary

To
PHILIP MAIRET
in gratitude and admiration

  Preface

THIS essay was begun four or five years ago. A preliminary sketch, under the same title, was published in three successive numbers of The New English Weekly. From this sketch took shape a paper called “Cultural Forces in the Human Order,” which appeared in the volume Prospect for Christendom, edited by Mr. Maurice B. Reckitt (Faber, 1945): a revision of this paper forms the first chapter of the present book. The second chapter is a revision of a paper published in The New English Review in October, 1945.

I have added as an appendix the English text of three broadcast talks to Germany which have appeared under the title of “Die Einheit der Europaeischen Kultur” (Carl Habel Verlagsbuchhandlung, Berlin, 1946).

Throughout this study, I recognise a particular debt to the writings of Canon V. A. Demant, Mr. Christopher Dawson, and the late Professor Karl Mannheim. It is the more necessary to acknowledge this debt in general, since I have not in my text referred to the first two of these writers, and since my debt to the third is much greater than appears from the one context in which I discuss his theory.

I have also profited by reading an article by Mr. Dwight Macdonald in Politics (New York) for February 1944, entitled “A Theory of ‘Popular Culture’ ”; and an anonymous critique of this article in the issue of the same periodical for November 1946. Mr. Macdonald’s theory strikes me as the best alternative to my own that I have seen.

  1. S. E.

January, 1948.

Introduction

I think our studies ought to be all but purposeless. They want to be pursued with chastity like mathematics.—ACTON.

MY purpose in writing the following chapters is not, as might appear from a casual inspection of the table of contents, to outline a social or political philosophy; nor is the book intended to be merely a vehicle for my observations on a variety of topics. My aim is to help to define a word, the word culture.

Just as a doctrine only needs to be defined after the appearance of some heresy, so a word does not need to receive this attention until it has come to be misused. I have observed with growing anxiety the career of this word culture during the past six or seven years. We may find it natural, and significant, that during a period of unparalleled destructiveness, this word should come to have an important role in the journalistic vocabulary. Its part is of course doubled by the word civilisation. I have made no attempt in this essay to determine the frontier between the meanings of these two words: for I came to the conclusion that any such attempt could only produce an artificial distinction, peculiar to the book, which the reader would have difficulty in retaining; and which, after closing the book, he would abandon with a sense of relief. We do use one word, frequently enough, in a context where the other would do as well; there are other contexts where one word obviously fits and the other does not; and I do not think that this need cause embarrassment. There are enough inevitable obstacles, in this discussion, without erecting unnecessary ones.

In August, 1945, there was published the text of a draft constitution for a “United Nations Educational Scientific and Cultural Organisation.” The purpose of this organisation was, in Article I, defined as follows:

  1. To develop and maintain mutual understanding and appreciation of the life and culture, the arts, the humanities, and the sciences of the peoples of the world, as a basis for effective international organisation and world peace.
  2. To co-operate in extending and in making available to all peoples for the service of common human needs the world’s full body of knowledge and culture, and in assuring its contribution to the economic stability, political security, and general well-being of the peoples of the world.

I am not at the moment concerned to extract a meaning from these sentences: I only quote them to call attention to the word culture, and to suggest that before acting on such resolutions we should try to find out what this one word means. This is only one of innumerable instances which might be cited, of the use of a word which nobody bothers to examine. In general, the word is used in two ways: by a kind of synecdoche, when the speaker has in mind one of the elements or evidences of culture—such as “art”; or, as in the passage just quoted, as a kind of emotional stimulant—or anaesthetic.1

At the beginning of my first chapter I have endeavoured to distinguish and relate the three principal uses of the word: and to make the point, that when we use the term in one of these three ways we should do so in awareness of the others. I then try to expose the essential relation of culture to religion, and to make clear the limitations of the word relation as an expression of this “relation.” The first important assertion is that no culture has appeared or developed except together with a religion: according to the point of view of the observer, the culture will appear to be the product of the religion, or the religion the product of the culture.

In the next three chapters I discuss what seem to me to be three important conditions for culture. The first of these is organic (not merely planned, but growing) structure, such as will foster the hereditary transmission of culture within a culture: and this requires the persistence of social classes. The second is the necessity that a culture should be analysable, geographically, into local cultures: this raises the problem of “regionalism.” The third is the balance of unity and diversity in religion—that is, universality of doctrine with particularity of cult and devotion. The reader must keep in mind that I am not pretending to account for all the necessary conditions for a flourishing culture; I discuss three which have especially struck my attention.1 He must also remember that what I offer is not a set of directions for fabricating a culture. I do not say that by setting about to produce these, and any other additional conditions, we can confidently expect to improve our civilisation. I say only that, so far as my observation goes, you are unlikely to have a high civilisation where these conditions are absent.

The remaining two chapters of the book make some slight attempt to disentangle culture from politics and education.

I dare say that some readers will draw political inferences from this discussion: what is more likely is that particular minds will read into my text a confirmation or repudiation of their own political convictions and prejudices. The writer himself is not without political convictions and prejudices; but the imposition of them is no part of his present intention. What I try to say is this: here are what I believe to be essential conditions for the growth and for the survival of culture. If they conflict with any passionate faith of the reader—if, for instance, he finds it shocking that culture and equalitarianism should conflict, if it seems monstrous to him that anyone should have “advantages of birth”—I do not ask him to change his faith, I merely ask him to stop paying lip-service to culture. If the reader says: “the state of affairs which I wish to bring about is right (or is just,1 or is inevitable); and if this must lead to a further deterioration of culture, we must accept that deterioration”—then I can have no quarrel with him. I might even, in some circumstances, feel obliged to support him. The effect of such a wave of honesty would be that the word culture would cease to be abused, cease to appear in contexts where it does not belong: and to rescue this word is the extreme of my ambition.

As things are, it is normal for anybody who advocates any social change, or any alteration of our political system, or any expansion of public education, or any development of social service, to claim confidently that it will lead to the improvement and increase of culture. Sometimes culture, or civilisation, is set in the forefront, and we are told that what we need, must have, and shall get, is a “new civilisation.” In 1944 I read a symposium in The Sunday Times (November 31) in which Professor Harold Laski, or his headline writer, affirmed that we were fighting the late war for a “new civilisation.” Mr. Laski at least asserted this:

If it is agreed that these who seek to rebuild what Mr. Churchill likes to call “traditional” Britain have no hope of fulfilling that end, it follows that there must be a new Britain in a new civilisation.

We might murmur “it is not agreed,” but that would be to miss my point. Mr. Laski is right to this extent, that if we lose anything finally and irreparably, we must make do without it: but I think he meant to say something more than that.

Mr. Laski is, or was convinced that the particular political and social changes which he desires to bring about, and which he believes to be advantageous for society, will, because they are so radical, result in a new civilisation. That is quite conceivable: what we are not justified in concluding, with regard to his or any other changes in the social framework which anybody advocates, is that the “new civilisation” is itself desirable. For one thing, we can have no notion of what the new civilisation will be like: so many other causes operate than those we may have in mind, and the results of these and the others, operating together, are so incalculable, that we cannot imagine what it would feel like to live in that new civilisation. For another thing, the people who live in that new civilisation will, by the fact of belonging to it, be different from ourselves, and they will be just as different from Mr. Laski. Every change we make is tending to bring about a new civilisation of the nature of which we are ignorant, and in which we should all of us be unhappy. A new civilisation is, in fact, coming into being all the time: the civilisation of the present day would seem very new indeed to any civilised man of the eighteenth century, and I cannot imagine the most ardent or radical reformer of that age taking much pleasure in the civilisation that would meet his eye now. All that a concern for civilisation can direct us to do, is to improve such civilisation as we have, for we can imagine no other. On the other hand, there have always been people who have believed in particular changes as good in themselves, without worrying about the future of civilisation, and without finding it necessary to recommend their innovations by the specious glitter of unmeaning promises.

A new civilisation is always being made: the state of affairs that we enjoy today illustrates what happens to the aspirations of each age for a better one. The most important question that we can ask, is whether there is any permanent standard, by which we can compare one civilisation with another, and by which we can make some guess at the improvement or decline of our own. We have to admit, in comparing one civilisation with another, and in comparing the different stages of our own, that no one society and no one age of it realises all the values of civilisation. Not all of these values may be compatible with each other: what is at least as certain is that in realising some we lose the appreciation of others. Nevertheless, we can distinguish between higher and lower cultures; we can distinguish between advance and retrogression. We can assert with some confidence that our own period is one of decline; that the standards of culture are lower than they were fifty years ago; and that the evidences of this decline are visible in every department of human activity.1 I see no reason why the decay of culture should not proceed much further, and why we may not even anticipate a period, of some duration, of which it is possible to say that it will have no culture. Then culture will have to grow again from the soil; and when I say it must grow again from the soil, I do not mean that it will be brought into existence by any activity of political demagogues. The question asked by this essay, is whether there are any permanent conditions, in the absence of which no higher culture can be expected.

If we succeed even partially in answering this question, we must then put ourselves on guard against the delusion of trying to bring about these conditions for the sake of the improvement of our culture. For if any definite conclusions emerge from this study, one of them is surely this, that culture is the one thing that we cannot deliberately aim at. It is the product of a variety of more or less harmonious activities, each pursued for its own sake: the artist must concentrate upon his canvas, the poet upon his typewriter, the civil servant upon the just settlement of particular problems as they present themselves upon his desk, each according to the situation in which he finds himself. Even if these conditions with which I am concerned, seem to the reader to represent desirable social aims, he must not leap to the conclusion that these aims can be fulfilled solely by deliberate organisation. A class division of society planned by an absolute authority would be artificial and intolerable; a decentralisation under central direction would be a contradiction; an ecclesiastical unity cannot be imposed in the hope that it will bring about unity of faith, and a religious diversity cultivated for its own sake would be absurd. The point at which we can arrive, is the recognition that these conditions of culture are “natural” to human beings; that although we can do little to encourage them, we can combat the intellectual errors and the emotional prejudices which stand in their way. For the rest, we should look for the improvement of society, as we seek our own individual improvement, in relatively minute particulars. We cannot say: “I shall make myself into a different person”; we can only say: “I will give up this bad habit, and endeavour to contract this good one.” So of society we can only say: “We shall try to improve it in this respect or the other, where excess or defect is evident; we must try at the same time to embrace so much in our view, that we may avoid, in putting one thing right, putting something else wrong.” Even this is to express an aspiration greater than we can achieve: for it is as much, or more, because of what we do piecemeal without understanding or foreseeing the consequences, that the culture of one age differs from that of its predecessor.

1 The use of the word culture, by those who have not, as it seems to me, pondered deeply on the meaning of the word before employing it, might be illustrated by countless examples. Another instance may suffice. I quote from the Times Educational Supplement of November 3, 1945 (p. 522):

“‘Why should we bring into our scheme for international collaboration machinery concerning education and culture?’ Such was the question asked by the Prime Minister when, in addressing the delegates of nearly 40 nations attending the United Nations Conference to establish an Educational and Cultural Organisation in London on Thursday afternoon, he extended to them the greetings of His Majesty’s Government. . . . Mr. Attlee concluded with a plea that if we were to know our neighbours we must understand their culture, through their books, newspapers, radio and films.”

The Minister of Education committed herself to the following:

“Now we are met together: workers in education, in scientific research, and in the varied fields of culture. We represent those who teach, those who discover, those who write, those who express their inspiration in music or in art. . . . Lastly we have culture. Some may argue that the artist, the musician, the writer, all the creative workers in the humanities and the arts, cannot be organised either nationally or internationally. The artist, it has been said, works to please himself. That might have been a tenable argument before the war. But those of us who remember the struggle in the Far East and in Europe in the days preceding the open war know how much the fight against Fascism depended upon the determination of writers and artists to keep their international contacts that they might reach across the rapidly rising frontier barriers.”

It is only fair to add, that when it comes to talking nonsense about culture, there is nothing to choose between politicians of one stripe or another. Had the election of 1945 brought the alternative party into power, we should have heard much the same pronouncements in the same circumstances. The pursuit of politics is incompatible with a strict attention to exact meanings on all occasions. The reader should therefore abstain from deriding either Mr. Attlee or the late regretted Miss Wilkinson.

1 In an illuminating supplement to the Christian News-Letter of July 24, 1946, Miss Marjorie Reeves has a very suggestive paragraph on “The Culture of an Industry.” If she somewhat enlarged her meaning, what she says would fit in with my own wáy of using the word “culture.” She says, of the culture of an industry, which she believes quite rightly should be presented to the young worker: “it includes the geography of its raw materials and final markets, its historical evolution, inventions and scientific background, its economics and so forth.” It includes all this, certainly; but an industry, if it is to engage the interest of more than the conscious mind of the worker, should also have a way of life somewhat peculiar to its initiates, with its own forms of festivity and observances. I mention this interesting reminder of the culture of industry, however, as evidence that I am aware of other nuclei of culture than those discussed in this book.

1 I must introduce a parenthetical protest against the abuse of the current term “social justice.” From meaning “justice in relations between groups or classes” it may slip into meaning a particular assumption as to what these relations should be; and a course of action might be supported because it represented the aim of “social justice,” which from the point of view of “justice” was not just. The term “social justice” is in danger of losing its rational content—which would be replaced by a powerful emotional charge. I believe that I have used the term myself: it should never be employed unless the user is prepared to define dearly what social justice means to him, and why he thinks it just.

1 For confirmation from a point of view very different from that from which this essay is written, see Our Threatened Values by Victor Gollancz (1946).

CHAPTER I
  The Three Senses of “Culture”

THE term culture has different associations according to whether we have in mind the development of an individual, of a group or class, or of a whole society. It is a part of my thesis that the culture of the individual is dependent upon the culture of a group or class, and that the culture of the group or class is dependent upon the culture of the whole society to which that group or class belongs. Therefore it is the culture of the society that is fundamental, and it is the meaning of the term “culture” in relation to the whole society that should be examined first. When the term “culture” is applied to the manipulation of lower organisms—to the work of the bacteriologist or the agriculturalist—the meaning is clear enough, for we can have unanimity in respect of the ends to be attained, and we can agree when we have or have not attained them. When it is applied to the improvement of the human mind and spirit, we are less likely to agree as to what culture is. The term itself, as signifying something to be consciously aimed at in human affairs, has not a long history. As something to be achieved by deliberate effort, “culture” is relatively intelligible when we are concerned with the self-cultivation of the individual, whose culture is seen against the background of the culture of the group and of the society. The culture of the group also has a definite meaning in contrast to the less developed culture of the mass of society. The difference between the three applications of the term can be best apprehended by asking how far, in relation to the individual, the group, and society as a whole the conscious aim to achieve culture has any meaning. A good deal of confusion could be avoided, if we refrained from setting before the group, what can be the aim only of the individual; and before society as a whole, what can be the aim only of a group.

The general, or anthropological sense of the word culture, as used for instance by E. B. Tylor in the title of his book Primitive Culture, has flourished independently of the other senses: but if we are considering highly developed societies, and especially our own contemporary society, we have to consider the relationship of the three senses. At this point anthropology passes over into sociology. Amongst men of letters and moralists, it has been usual to discuss culture in the first two senses, and especially the first, without relation to the third. The most easily remembered example of this selection is Matthew Arnold’s Culture and Anarchy. Arnold is concerned primarily with the individual and the “perfection” at which he should aim. It is true that in his famous classification of “Barbarians, Philistines, Populace” he concerns himself with a critique of classes; but his criticism is confined to an indictment of these classes for their shortcomings, and does not proceed to consider what should be the proper function or “perfection” of each class. The effect, therefore, is to exhort the individual who would attain the peculiar kind of “perfection” which Arnold calls “culture,” to rise superior to the limitations of any class, rather than to realise its highest attainable ideals.

The impression of thinness which Arnold’s “culture” conveys to a modern reader is partly due to the absence of social background to his picture. But it is also due, I think, to his failure to take account of another way in which we use the word “culture,” besides the three already mentioned. There are several kinds of attainment which we may have in mind in different contexts. We may be thinking of refinement of manners—or urbanity and civility: if so, we shall think first of a social class, and of the superior individual as representative of the best of that class. We may be thinking of learning and a close acquaintance with the accumulated wisdom of the past: if so, our man of culture is the scholar. We may be thinking of philosophy in the widest sense—an interest in, and some ability to manipulate, abstract ideas: if so, we may mean the intellectual (recognising the fact that this term is now used very loosely, to comprehend many persons not conspicuous for strength of intellect). Or we may be thinking of the arts: if so, we mean the artist and the amateur or dilettante. But what we seldom have in mind is all of these things at the same time. We do not find, for instance, that an understanding of music or painting figures explicitly in Arnold’s description of the cultured man: yet no one will deny that these attainments play a part in culture.

If we look at the several activities of culture listed in the preceding paragraph, we must conclude that no perfection in any one of them, to the exclusion of the others, can confer culture on anybody. We know that good manners, without education, intellect or sensibility to the arts, tends towards mere automatism; that learning without good manners or sensibility is pedantry; that intellectual ability without the more human attributes is admirable only in the same way as the brilliance of a child chess prodigy; and that the arts without intellectual context are vanity. And if we do not find culture in any one of these perfections alone, so we must not expect any one person to be accomplished in all of them; we shall come to infer that the wholly cultured individual is a phantasm; and we shall look for culture, not in any individual or in any one group of individuals, but more and more widely; and we are driven in the end to find it in the pattern of the society as a whole. This seems to me a very obvious reflection: but it is frequently overlooked. People are always ready to consider themselves persons of culture, on the strength of one proficiency, when they are not only lacking in others, but blind to those they lack. An artist of any kind, even a very great artist, is not for this reason alone a man of culture: artists are not only often insensitive to other arts than those which they practise, but sometimes have very bad manners or meagre intellectual gifts. The person who contributes to culture, however important his contribution may be, is not always a “cultured person.”

It does not follow from this that there is no meaning in speaking of the culture of an individual, or of a group or class. We only mean that the culture of the individual cannot be isolated from that of the group, and that the culture of the group cannot be abstracted from that of the whole society; and that our notion of “perfection” must take all three senses of “culture” into account at once. Nor does it follow that in a society, of whatever grade of culture, the groups concerned with each activity of culture will be distinct and exclusive: on the contrary, it is only by an overlapping and sharing of interests, by participation and mutual appreciation, that the cohesion necessary for culture can obtain. A religion requires not only a body of priests who know what they are doing, but a body of worshippers who know what is being done.

It is obvious that among the more primitive communities the several activities of culture are inextricably interwoven. The Dyak who spends the better part of a season in shaping, carving and painting his barque of the peculiar design required for the annual ritual of head-hunting, is exercising several cultural activities at once—of art and religion, as well as of amphibious warfare. As civilisation becomes more complex, greater occupational specialisation evinces itself: in the “stone age” New Hebrides, Mr. John Layard says, certain islands specialise in particular arts and crafts, exchanging their wares and displaying their accomplishments to the reciprocal satisfaction of the members of the archipelago. But while the individuals of a tribe, or of a group of islands or villages, may have separate functions—of which the most peculiar are those of the king and the witch-doctor—it is only at a much further stage that religion, science, politics and art become abstractly conceived apart from each other. And just as the functions of individuals become hereditary, and hereditary function hardens into class or caste distinction, and class distinction leads to conflict, so do religion, politics, science and art reach a point at which there is conscious struggle between them for autonomy or dominance. This friction is, at some stages and in some situations, highly creative: how far it is the result, and how far the cause, of increased consciousness need not here be considered. The tension within the society may become also a tension within the mind of the more conscious individual: the clash of duties in Antigone, which is not simply a clash between piety and civil obedience, or between religion and politics, but between conflicting laws within what is still a religious-political complex, represents a very advanced stage of civilisation: for the conflict must have meaning in the audience’s experience before it can be made articulate by the dramatist and receive from the audience the response which the dramatist’s art requires.

As a society develops towards functional complexity and differentiation, we may expect the emergence of several cultural levels: in short, the culture of the class or group will present itself. It will not, I think, be disputed that in any future society, as in every civilised society of the past, there must be these different levels. I do not think that the most ardent champions of social equality dispute this: the difference of opinion turns on whether the transmission of group culture must be by inheritance—whether each cultural level must propagate itself—or whether it can be hoped that some mechanism of selection will be found, so that every individual shall in due course take his place at the highest cultural level for which his natural aptitudes qualify him. What is pertinent at this point is that the emergence of more highly cultured groups does not leave the rest of society unaffected: it is itself part of a process in which the whole society changes. And it is certain—and especially obvious when we turn our attention to the arts—that as new values appear, and as thought, sensibility and expression become more elaborate, some earlier values vanish. That is only to say that you cannot expect to have all stages of development at once; that a civilisation cannot simultaneously produce great folk poetry at one cultural level and Paradise Lost at another. Indeed, the one thing that time is ever sure to bring about is the loss: gain or compensation is almost always conceivable but never certain.

While it appears that progress in civilisation will bring into being more specialised culture groups, we must not expect this development to be unattended by perils. Cultural disintegration may ensue upon cultural specialisation: and it is the most radical disintegration that a society can suffer. It is not the only kind, or it is not the only aspect, under which disintegration can be studied; but, whatever be cause or effect, the disintegration of culture is the most serious and the most difficult to repair. (Here, of course, we are emphasising the culture of the whole society.) It must not be confused with another malady, ossification into caste, as in Hindu India, of what may have been originally only a hierarchy of functions: even though it is possible that both maladies have some hold upon British society today. Cultural disintegration is present when two or more strata so separate that these become in effect distinct cultures; and also when culture at the upper group level breaks into fragments each of which represents one cultural activity alone. If I am not mistaken, some disintegration of the classes in which culture is, or should be, most highly developed, has already taken place in one level of society and another. Religious thought and practice, philosophy and art, all tend to become isolated areas cultivated by groups in no communication with each other. The artistic sensibility is impoverished by its divorce from the religious sensibility, the religious by its separation from the artistic; and the vestige of manners may be left to a few survivors of a vanishing class who, their sensibility untrained by either religion or art and their minds unfurnished with the material for witty conversation, will have no context in their lives to give value to their behaviour. And deterioration on the higher levels is a matter of concern, not only to the group which is visibly affected, but to the whole people.

The causes of a total decline of culture are as complex as the evidence of it is various. Some may be found in the accounts given, by various specialists, of the causes of more readily apprehended social ailments for which we must continue to seek specific remedies. Yet we become more and more aware of the extent to which the baffling problem of “culture” underlies the problems of the relation of every part of the world to every other. When we concern ourselves with the relation of the great nations to each other; the relation of the great to the small nations;1 the relation of intermixed “communities,” as in India, to each other; the relation of parent nations to those which have originated as colonies; the relation of the colonist to the native; the relation between peoples of such areas as the West Indies, where compulsion or economic inducement has brought together large numbers of different races: behind all these perplexing questions, involving decisions to be made by many men every day, there is the question of what culture is, and the question whether it is anything that we can control or deliberately influence. These questions confront us whenever we devise a theory, or frame a policy, of education. If we take culture seriously, we see that a people does not need merely enough to eat (though even that is more than we seem able to ensure) but a proper and particular cuisine: one symptom of the decline of culture in Britain is indifference to the art of preparing food. Culture may even be described simply as that which makes life worth living. And it is what justifies other peoples and other generations in saying, when they contemplate the remains and the influence of an extinct civilisation, that it was worth while for that civilisation to have existed.

I have already asserted, in my introduction, that no culture can appear or develop except in relation to a religion. But the use of the term relation here may easily lead us into error. The facile assumption of a relationship between culture and religion is perhaps the most fundamental weakness of Arnold’s Culture and Anarchy. Arnold gives the impression that Culture (as he uses the term) is something more comprehensive than religion; that the latter is no more than a necessary element, supplying ethical formation and some emotional colour, to Culture which is the ultimate value.

It may have struck the reader that what I have said about the development of culture, and about the dangers of disintegration when a culture has reached a highly developed stage, may apply also in the history of religion. The development of culture and the development of religion, in a society uninfluenced from without, cannot be clearly isolated from each other: and it will depend upon the bias of the particular observer, whether a refinement of culture is held to be the cause of progress in religion, or whether a progress in religion is held to be the cause of a refinement of the culture. What perhaps influences us towards treating religion and culture as two different things is the history of the penetration of Graeco-Roman culture by the Christian Faith—a penetration which had profound effects both upon that culture and upon the course of development taken by Christian thought and practice. But the culture with which primitive Christianity came into contact (as well as that of the environment in which Christianity took its origins) was itself a religious culture in decline. So, while we believe that the same religion may inform a variety of cultures, we may ask whether any culture could come into being, or maintain itself, without a religious basis. We may go further and ask whether what we call the culture, and what we call the religion, of a people are not different aspects of the same thing: the culture being, essentially, the incarnation (so to speak) of the religion of a people. To put the matter in this way may throw light on my reservations concerning the word relation.

As a society develops, a greater number of degrees and kinds of religious capacity and function—as well as of other capacities and functions—will make their appearance. It is to be noticed that in some religions the differentiation has been so wide that there have resulted in effect two religions—one for the populace and one for the adepts. The evils of “two nations” in religion are obvious. Christianity has resisted this malady better than Hinduism. The schisms of the sixteenth century, and the subsequent multiplication of sects, can be studied either as the history of division of religious thought, or as a struggle between opposing social groups—as the variation of doctrine, or as the disintegration of European culture. Yet, while these wide divergences of belief on the same level are lamentable, the Faith can, and must, find room for many degrees of intellectual, imaginative and emotional receptivity to the same doctrines, just as it can embrace many variations of order and ritual. The Christian Faith also, psychologically considered—as systems of beliefs and attitudes in particular embodied minds—will have a history: though it would be a gross error to suppose that the sense in which it can be spoken of as developing and changing, implies the possibility of greater sanctity or divine illumination becoming available to human beings through collective progress. (We do not assume that there is, over a long period, progress even in art, or that “primitive” art is, as art, necessarily inferior to the more sophisticated.) But one of the features of development, whether we are taking the religious or the cultural point of view, is the appearance of scepticism—by which, of course, I do not mean infidelity or destructiveness (still less the unbelief which is due to mental sloth) but the habit of examining evidence and the capacity for delayed decision. Scepticism is a highly civilised trait, though, when it declines into pyrrhonism, it is one of which civilisation can die. Where scepticism is strength, pyrrhonism is weakness: for we need not only the strength to defer a decision, but the strength to make one.

The conception of culture and religion as being, when each term is taken in the right context, different aspects of the same thing, is one which requires a good deal of explanation. But I should like to suggest first, that it provides us with the means of combating two complementary errors. The one more widely held is that culture can be preserved, extended and developed in the absence of religion. This error may be held by the Christian in common with the infidel, and its proper refutation would require an historical analysis of considerable refinement, because the truth is not immediately apparent, and may seem even to be contradicted by appearances: a culture may linger on, and indeed produce some of its most brilliant artistic and other successes after the religious faith has fallen into decay. The other error is the belief that the preservation and maintenance of religion need not reckon with the preservation and maintenance of culture: a belief which may even lead to the rejection of the products of culture as frivolous obstructions to the spiritual life. To be in a position to reject this error, as with the other, requires us to take a distant view; to refuse to accept the conclusion, when the culture that we see is a culture in decline, that culture is something to which we can afford to remain indifferent. And I must add that to see the unity of culture and religion in this way neither implies that all the products of art can be accepted uncritically, nor provides a criterion by which everybody can immediately distinguish between them. Esthetic sensibility must be extended into spiritual perception, and spiritual perception must be extended into esthetic sensibility and disciplined taste before we are qualified to pass judgment upon decadence or diabolism or nihilism in art. To judge a work of art by artistic or by religious standards, to judge a religion by religious or artistic standards should come in the end to the same thing: though it is an end at which no individual can arrive.

The way of looking at culture and religion which I have been trying to adumbrate is so difficult that I am not sure I grasp it myself except in flashes, or that I comprehend all its implications. It is also one which involves the risk of error at every moment, by some unperceived alteration of the meaning which either term has when the two are coupled in this way, into some meaning which either may have when taken alone. It holds good only in the sense in which people are unconscious of both their culture and their religion. Anyone with even the slightest religious consciousness must be afflicted from time to time by the contrast between his religious faith and his behaviour; anyone with the taste that individual or group culture confers must be aware of values which he cannot call religious. And both “religion” and “culture,” besides meaning different things from each other, should mean for the individual and for the group something towards which they strive, not merely something which they possess. Yet there is an aspect in which we can see a religion as the whole way of life of a people, from birth to the grave, from morning to night and even in sleep, and that way of life is also its culture. And at the same time we must recognise that when this identification is complete, it means in actual societies both an inferior culture and an inferior religion. A universal religion is at least potentially higher than one which any race or nation claims exclusively for itself; and a culture realising a religion also realised in other cultures is at least potentially a higher culture than one which has a religion exclusively to itself. From one point of view we may identify: from another, we must separate.

Taking now the point of view of identification, the reader must remind himself, as the author has constantly to do, of how much is here embraced by the term culture. It includes all the characteristic activities and interests of a people: Derby Day, Henley Regatta, Cowes, the twelfth of August, a cup final, the dog races, the pin table, the dart board, Wensleydale cheese, boiled cabbage cut into sections, beetroot in vinegar, nineteenth-century Gothic churches and the music of Elgar. The reader can make his own list. And then we have to face the strange idea that what is part of our culture is also a part of our lived religion.

We must not think of our culture as completely unified—my list above was designed to avoid that suggestion. And the actual religion of no European people has ever been purely Christian, or purely anything else. There are always bits and traces of more primitive faiths, more or less absorbed; there is always the tendency towards parasitic beliefs; there are always perversions, as when patriotism, which pertains to natural religion and is therefore licit and even encouraged by the Church, becomes exaggerated into a caricature of itself. And it is only too easy for a people to maintain contradictory beliefs and to propitiate mutually antagonistic powers.

The reflection that what we believe is not merely what we formulate and subscribe to, but that behaviour is also belief, and that even the most conscious and developed of us live also at the level on which belief and behaviour cannot be distinguished, is one that may, once we allow our imagination to play upon it, be very disconcerting. It gives an importance to our most trivial pursuits, to the occupation of our every minute. which we cannot contemplate long without the horror of nightmare. When we consider the quality of the integration required for the full cultivation of the spiritual life, we must keep in mind the possibility of grace and the exemplars of sanctity in order not to sink into despair. And when we consider the problem of evangelisation, of the development of a Christian society, we have reason to quail. To believe that we are religious people and that other people are without religion is a simplification which approaches distortion. To reflect that from one point of view religion is culture, and from another point of view culture is religion, can be very disturbing. To ask whether the people have not a religion already, in which Derby Day and the dog track play their parts, is embarrassing; so is the suggestion that part of the religion of the higher ecclesiastic is gaiters and the Athenaeum. It is inconvenient for Christians to find that as Christians they do not believe enough, and that on the other hand they, with everybody else, believe in too many things: yet this is a consequence of reflecting, that bishops are a part of English culture, and horses and dogs are a part of English religion.

It is commonly assumed that there is culture, but that it is the property of a small section of society; and from this assumption it is usual to proceed to one of two conclusions: either that culture can only be the concern of a small minority, and that therefore there is no place for it in the society of the future; or that in the society of the future the culture which has been the possession of the few must be put at the disposal of everybody. This assumption and its consequences remind us of the Puritan antipathy to monasticism and the ascetic life: for just as a culture which is only accessible to the few is now deprecated, so was the enclosed and contemplative life condemned by extreme Protestantism, and celibacy regarded with almost as much abhorrence as perversion.

In order to apprehend the theory of religion and culture which I have endeavoured to set forth in this chapter, we have to try to avoid the two alternative errors: that of regarding religion and culture as two separate things between which there is a relation, and that of identifying religion and culture. I spoke at one point of the culture of a people as an incarnation of its religion; and while I am aware of the temerity of employing such an exalted term, I cannot think of any other which would convey so well the intention to avoid relation on the one hand and identification on the other. The truth, partial truth, or falsity of a religion neither consists in the cultural achievements of the peoples professing that religion, nor submits to being exactly tested by them. For what a people may be said to believe, as shown by its behaviour, is, as I have said, always a great deal more and a great deal less than its professed faith in its purity. Further-more, a people whose culture has been formed together with a religion of partial truth, may live that religion (at some period in its history, at least) with greater fidelity than another people which has a truer light. It is only when we imagine our culture as it ought to be, if our society were a really Christian society, that we can dare to speak of Christian culture as the highest culture; it is only by referring to all the phases of this culture, which has been the culture of Europe, that we can affirm that it is the highest culture that the world has ever known. In comparing our culture as it is today, with that of non-Christian peoples, we must be prepared to find that ours is in one respect or another inferior. I do not overlook the possibility that Britain, if it consummated its apostasy by reforming itself according to the prescriptions of some inferior or materialistic religion, might blossom into a culture more brilliant than that we can show today. That would not be evidence that the new religion was true, and that Christianity was false. It would merely prove that any religion, while it lasts, and on its own level, gives an apparent meaning to life, provides the framework for a culture, and protects the mass of humanity from boredom and despair.

1 This point is touched upon, though without any discussion of the meaning of “culture,” by E. H. Carr: Conditions of Peace, Part I, ch. iii. He says: “In a clumsy but convenient terminology which originated in Central Europe, we must distinguish between ‘cultural nation’ and ‘state nation.’ The existence of a more or less homogeneous racial or linguistic group bound together by a common tradition and the cultivation of a common culture must cease to provide a prima facie case for the setting up or the maintenance of an independent political unit.” But Mr. Carr is here concerned with the problem of political unity, rather than with that of the preservation of cultures, or the question whether they are worth preserving, in the political unit.

CHAPTER II
  The Class and the Elite

IT would appear, according to the account of levels of culture put forward in the previous chapter, that among the more primitive societies, the higher types exhibit more marked differentiations of function amongst their members than the lower types.1 At a higher stage still, we find that some functions are more honoured than others, and this division promotes the development of classes, in which higher honour and higher privilege are accorded, not merely to the person as functionary but as member of the class. And the class itself possesses a function, that of maintaining that part of the total culture of the society which pertains to that class. We have to try to keep in mind, that in a healthy society this maintenance of a particular level of culture is to the benefit, not merely of the class which maintains it, but of the society as a whole. Awareness of this fact will prevent us from supposing that the culture of a “higher” class is something superfluous to society as a whole, or to the majority, and from supposing that it is something which ought to be shared equally by all other classes. It should also remind the “higher” class, in so far as any such exists, that the survival of the culture in which it is particularly interested is dependent upon the health of the culture of the people.

It has now become a commonplace of contemporary thinking, that a society thus articulated is not the highest type to which we may aspire; but that it is indeed in the nature of things for a progressive society eventually to overcome these divisions, and that it is also within the power of our conscious direction, and therefore a duty incumbent upon us, to bring about a classless society. But while it is generally supposed that class, in any sense which maintains associations of the past, will disappear, it is now the opinion of some of the most advanced minds that some qualitative differences between individuals must still be recognised, and that the superior individuals must be formed into suitable groups, endowed with appropriate powers, and perhaps with varied emoluments and honours. Those groups, formed of individuals apt for powers of government and administration, will direct the public life of the nation; the individuals composing them will be spoken of as “leaders.” There will be groups concerned with art, and groups concerned with science, and groups concerned with philosophy, as well as groups consisting of men of action: and these groups are what we call élites.

It is obvious, that while in the present state of society there is found the voluntary association of like-minded individuals, and association based upon common material interest, or common occupation or profession, the élites of the future will differ in one important respect from any that we know: they will replace the classes of the past, whose positive functions they will assume. This transformation is not always explicitly stated. There are some philosophers who regard class divisions as intolerable, and others who regard them merely as moribund. The latter may simply ignore class, in their design for an élite-governed society, and say that the élites will “be drawn from all sections of society.” But it would seem that as we perfect the means for identifying at an early age, educating for their future role, and settling into positions of authority, the individuals who will form the élites, all former class distinctions will become a mere shadow or vestige, and the only social distinction of rank will be between the élites and the rest of the community, unless, as may happen, there is to be an order of precedence and prestige amongst the several élites themselves.

However moderately and unobtrusively the doctrine of élites is put, it implies a radical transformation of society. Superficially, it appears to aim at no more than what we must all desire—that all positions in society should be occupied by those who are best fitted to exercise the functions of the positions. We have all observed individuals occupying situations in life for which neither their character nor their intellect qualified them, and so placed only through nominal education, or birth or consanguinity. No honest man but is vexed by such a spectacle. But the doctrine of élites implies a good deal more than the rectification of such injustice. It posits an atomic view of society.

The philosopher whose views on the subject of élites deserve the closest attention, both for their own value and because of the influence they exert, is the late Dr. Karl Mannheim. It is, for that matter, Dr. Mannheim who has founded the fortunes, in this country, of the term élite. I must remark that Dr. Mannheim’s description of culture is different from that given in the previous chapter of this essay. He says:

A sociological investigation of culture in liberal society must begin with the life of those who create culture, i.e. the intelligentsia and their position within society as a whole.1

According to the account which I have given, a “culture” is conceived as the creation of the society as a whole: being, from another aspect, that which makes it a society. It is not the creation of any one part of that society. The function of what Dr. Mannheim would call the culture-creating groups, according to my account, would be rather to bring about a further development of the culture in organic complexity: culture at a more conscious level, but still the same culture. This higher level of culture must be thought of both as valuable in itself, and as enriching the lower levels: thus the movement of culture would proceed in a kind of cycle, each class nourishing the others.

This is, already, a difference of some importance. My next observation is that Dr. Mannheim is concerned rather with élites than with an élite.

We may distinguish [he says, in Man and Society, p. 82] the following types of élites: the political, the organising, the intellectual, the artistic, the moral and the religious. Whereas the political and organising élites aim at integrating a great number of individual wills, it is the function of the intellectual, aesthetic, and moral-religious élites to sublimate those psychic energies which society, in the daily struggle for existence, does not fully exhaust.

This departmentalisation of élites already exists, to some extent; and to some extent it is a necessary and a good thing. But, so far as it can be observed to exist, it is not altogether a good thing. I have suggested elsewhere that a growing weakness of our culture has been the increasing isolation of élites from each other, so that the political, the philosophical, the artistic, the scientific, are separated to the great loss of each of them, not merely through the arrest of any general circulation of ideas, but through the lack of those contacts and mutual influences at a less conscious level, which are perhaps even more important than ideas. The problem of the formation, preservation and development of the élites is therefore also the problem of the formation, preservation and development of the élite, a problem upon, which Dr. Mannheim does not touch.

As an introduction to this problem, I must draw attention to another difference between my view and that of Dr. Mannheim. He observes, in a passage which I think contains an important truth (p. 85):

The crisis of culture in liberal-democratic society is due, in the first place, to the fact that the fundamental social processes, which previously favoured the development of the culturally creative élites, now have the opposite effect, i.e. have become obstacles to the forming of élites because wider sections of the population take an active part in cultural activities.

I cannot, of course, admit the last clause of this sentence as it stands. According to my view of culture, the whole of the population should “take an active part in cultural activities”—not all in the same activities or on the same level. What this clause means, in my terms, is that an increasing proportion of the population is concerned with group culture. This comes about, I think Dr. Mannheim would agree, through the gradual alteration of the class-structure. But at this point it seems to me that Dr. Mannheim begins to confuse élite with class. For he says (p. 89):

If one calls to mind the essential forms of selecting élites which up to the present have appeared on the historical scene, three principles can be distinguished: selection on the basis of blood, property and achievement. Aristocratic society, especially after it had entrenched itself, chose its élites primarily on the blood principle. Bourgeois society gradually introduced, as a supplement, the principle of wealth, a principle which also obtained for the intellectual élite, inasmuch as education was more or less available only to the offspring of the well-to-do. It is, of course, true that the principle of achievement was combined with the two other principles in earlier periods, but it is the important contribution of modern democracy as long as it is rigorous, that the achievement principle increasingly tends to become the criterion of social success.

I am ready to accept, in a rough and ready way, this account of three historical periods. But I would remark that we are here not concerned with élites but with classes or, more precisely, with the evolution from a class to a classless society. It seems to me that at the stage of the sharpest division into classes we can distinguish an élite also. Are we to believe that the artists of the Middle Ages were all men of noble rank, or that the hierarchy and the statesmen were all selected according to their pedigrees?

I do not think that this is what Dr. Mannheim wishes us to believe; but I think that he is confusing the élites with the dominant section of society which the élites served, from which they took their colour, and into which some of their individual members were recruited. The general scheme of the transition of society, in the last five hundred years or so, is usually accepted, and I have no interest in questioning it. I would only propose one qualification. At the stage of dominance of bourgeois society (I think it would be more exact to say here, “upper middle class society”) there is a difference applying particularly to England. However powerful it was—for its power is now commonly said to be passing—it would not have been what it was, without the existence of a class above it, from which it drew some of its ideals and some of its criteria, and to the condition of which its more ambitious members aspired. This gives it a difference in kind from the aristocratic society which preceded it, and from the mass-society which is expected to follow it.

I now come to another passage in Dr. Mannheim’s discussion, which seems to me true. His intellectual integrity prevents him from dissimulating the gloom of our present position; but he succeeds, so far as I can judge, in communicating to most of his readers a feeling of active hopefulness, by infecting them with his own passionate faith in the possibilities of “planning.” Yet he says quite clearly:

We have no clear idea how the selection of élites would work in an open mass society in which only the principle of achievement mattered. It is possible that in such a society the succession of the élites would take place much too rapidly, and social continuity which is essentially due to the slow and gradual broadening of the influence of the dominant groups would be lacking in it.1

This raises a problem of the first importance to my present discussion, with which I do not think Dr. Mannheim has dealt in any detail: that of the transmission of culture.

When we are concerned with the history of certain parts of culture, such as the history of art, or of literature, or of philosophy, we naturally isolate a particular class of phenomena; though there has been a movement, which has produced books of interest and value, to relate these subjects more closely to a general social history. But even such accounts are usually only the history of one class of phenomena interpreted in the light of the history of another class of phenomena and, like that of Dr. Mannheim, tend to take a more limited view of culture than that adopted here. What we have to consider is the parts played by the élite and by the class in the transmission of culture from one generation to the next.

We must remind ourselves of the danger, mentioned in the previous chapter, of identifying culture with the sum of distinct cultural activities; and if we avoid this identification we shall also decline to identify our group culture with the sum of the activities of Dr. Mannheim’s élites. The anthropologist may study the social system, the economics, the arts, and the religion of a particular tribe, he may even study their psychological peculiarities: but it is not merely by observing in detail all of these manifestations, and grasping them together, that he will approach to an understanding of the culture. For to understand the culture is to understand the people, and this means an imaginative understanding. Such understanding can never be complete: either it is abstract—and the essence escapes—or else it is lived; and in so far as it is lived, the student will tend to identify himself so completely with the people whom he studies, that he will lose the point of view from which it was worth while and possible to study it. Understanding involves an area more extensive than that of which one can be conscious; one cannot be outside and inside at the same time. What we ordinarily mean by understanding of another people, of course, is an approximation towards understanding which stops short at the point at which the student would begin to lose some essential of his own culture. The man who, in order to understand the inner world of a cannibal tribe, has partaken of the practice of cannibalism, has probably gone too far: he can never quite be one of his own folk again.1

I have raised this question, however, solely in support of my contention that culture is not merely the sum of several activities, but a way of life. Now the specialist of genius, who may be fully qualified on the ground of his vocational attainment for membership of one of Dr. Mannheim’s élites, may very well not be one of the “cultured persons” representative of group culture. As I have said before, he may be only a highly valued contributor to it. Yet group culture, as observable in the past, has never been co-extensive with class, whether an aristocracy or an upper middle class. A very large number of members of these classes always have been conspicuously deficient in “culture.” I think that in the past the repository of this culture has been the élite, the major part of which was drawn from the dominant class of the time, constituting the primary consumers of the work of thought and art produced by the minority members, who will have originated from various classes, including that class itself. The units of this majority will, some of them, be individuals; others will be families. But the individuals from the dominant class who compose the nucleus of the cultural élite must not thereby be cut off from the class to which they belong, for without their membership of that class they would not have their part to play. It is their function, in relation to the producers, to transmit the culture which they have inherited; just as it is their function, in relation to the rest of their class, to keep it from ossification. It is the function of the class as a whole to preserve and communicate standards of manners—which are a vital element in group culture.1 It is the function of the superior members and superior families to preserve the group culture, as it is the function of the producers to alter it.

In an élite composed of individuals who find their way into it solely for their individual pre-eminence, the differences of background will be so great, that they will be united only by their common interests, and separated by everything else. An élite must therefore be attached to some class, whether higher or lower: but so long as there are classes at all it is likely to be the dominant class that attracts this élite to itself. What would happen in a classless society—which is much more difficult to envisage than people think—brings us into the area of conjecture. There are, however, some guesses which seem to me worth venturing.

The primary channel of transmission of culture is the family: no man wholly escapes from the kind, or wholly surpasses the degree, of culture which he acquired from his early environment. It would not do to suggest that this can be the only channel of transmission: in a society of any complexity it is supplemented and continued by other conduits of tradition. Even in relatively primitive societies this is so. In more civilised communities of specialised activities, in which not all the sons would follow the occupation of their father, the apprentice (ideally, at least) did not merely serve his master, and did not merely learn from him as one would learn at a technical school—he became assimilated into a way of life which went with that particular trade or craft; and perhaps the lost secret of the craft is this, that not merely a skill but an entire way of life was transmitted. Culture—distinguishable from knowledge about culture—was transmitted by the older universities: young men have profited there who have been profitless students, and who have acquired no taste for learning, or for Gothic architecture, or for college ritual and form. I suppose that something of the same sort is transmitted also by societies of the masonic type: for initiation is an introduction into a way of life, of however restricted viability, received from the past and to be perpetuated in the future. But by far the most important channel of transmission of culture remains the family: and when family life fails to play its part, we must expect our culture to deteriorate. Now the family is an institution of which nearly everybody speaks well: but it is advisable to remember that this is a term that may vary in extension. In the present age it means little more than the living members. Even of living members, it is a rare exception when an advertisement depicts a large family or three generations: the usual family on the hoardings consists of two parents and one or two young children. What is held up for admiration is not devotion to a family, but personal affection between the members of it: and the smaller the family, the more easily can this personal affection be sentimentalised. But when I speak of the family, I have in mind a bond which embraces a longer period of time than this: a piety towards the dead, however obscure, and a solicitude for the unborn, however remote. Unless this reverence for past and future is cultivated in the home, it can never be more than a verbal convention in the community. Such an interest in the past is different from the vanities and pretensions of genealogy; such a responsibility for the future is different from that of the builder of social programmes.

I should say then that in a vigorous society there will be both class and élite, with some overlapping and constant interaction between them. An élite, if it is a governing élite, and so far as the natural impulse to pass on to one’s offspring both power and prestige is not artificially checked, will tend to establish itself as a class—it is this metamorphosis, I think, which leads to what appears to me an oversight on the part of Dr. Mannheim. But an élite which thus transforms itself tends to lose its function as élite, for the qualities by which the original members won their position will not all be transmitted equally to their descendants. On the other hand, we have to consider what would be the consequence when the converse took place, and we had a society in which the functions of class were assumed by élites. Dr. Mannheim seems to have believed that this will happen; he showed himself, as a passage which I have quoted indicates, aware of the dangers; and he does not appear to have been ready to propose definite safeguards against them.

The situation of a society without classes, and dominated exclusively by élites is, I submit, one about which we have no reliable evidence. By such a society, I suppose we must mean one in which every individual starts without advantage or handicap; and in which, by some mechanism set up by the best designers of such machinery, everybody will find his way, or be directed, to that station of life which he is best fitted to fill, and every position will be occupied by the man or woman best fitted for it. Of course, not even the most sanguine would expect the system to work as well as that: if, by and large, it seemed to come nearer to putting the right people in the right places than any previous system, we should all be satisfied. When I say “dominated,” rather than “governed” by élites, I mean that such a society must not be content to be governed by the right people: it must see that the ablest artists and architects rise to the top, influence taste, and execute the important public commissions; it must do the same by the other arts and by science; and above all, perhaps, it must be such that the ablest minds will find expression in speculative thought. The system must not only do all this for society in a particular situation—it must go on doing it, generation after generation. It would be folly to deny that in a particular phase of a country’s development, and for a limited purpose, an élite can do a very good job. It may, by expelling a previous governing group, which in contrast to itself may be a class, save or reform or revitalise the national life. Such things have happened. But we have very little evidence about the perpetuation of government by élite, and such as we have is unsatisfactory. A considerable time must elapse before we can draw any illustration from Russia. Russia is a rude and vigorous country; it is also a very big country; and it will need a long period of peace and internal development. Three things may happen. Russia may show us how a stable government and a flourishing culture can be transmitted only through élites; it may lapse into oriental lethargy; or the governing élite may follow the course of other governing élites and become a governing class. Nor can we rely upon any evidence from the United States of America. The real revolution in that country was not what is called the Revolution in the history books, but is a consequence of the Civil War; after which arose a plutocratic élite; after which the expansion and material development of the country was accelerated; after which was swollen that stream of mixed immigration, bringing (or rather multiplying) the danger of development into a caste system1 which has not yet been quite dispelled. For the sociologist, the evidence from America is not yet ripe. Our other evidence for government by élite comes chiefly from France. A governing class, which, during a long period in which the Throne was all-powerful, had ceased to govern, was reduced to the ordinary level of citizenship. Modern France has had no governing class: her political life in the Third Republic, whatever else we may say of it, was unsettled. And here we may remark that when a dominant class, however badly it has performed its function, is forcibly removed, its function is not wholly taken over by any other. The “flight of the wild geese” is perhaps a symbol of the harm that England has done to Ireland—more serious, from this point of view, than the massacres of Cromwell, or any of the grievances which the Irish most gladly recall. It may be, too, that England has done more harm to Wales and Scotland by gently attracting their upper classes to certain public schools, than by the wrongs (some real, some imaginary, some misunderstood) voiced by their respective nationalists. But here again, I wish to reserve judgment about Russia. That country, at the time of its revolution, may still have been at so early a stage of its development, that the removal of its upper class may prove not only not to have arrested that development but to have stimulated it. There are, however, some grounds for believing that the elimination of an upper class at a more developed stage can be a disaster for a country: and most certainly when that removal is due to the intervention of another nation.

I have, in the preceding paragraphs, been speaking mainly of the “governing class” and the “governing élite.” But I must remind the reader again that in concerning ourselves with class versus élite, we are concerned with the total culture of a country, and that involves a good deal more than government. We can yield ourselves with some confidence to a governing élite, as the republican Romans surrendered power to dictators, so long as we have in view a defined purpose in a crisis—and a crisis may last a long time. This limited purpose also makes it possible to choose the élite, for we know what we are choosing it for. But, if we are looking for a way to select the right people to constitute every élite, for an indefinite future, by what mechanism are we to do this? If our “purpose” is only to get the best people, in every walk of life, to the top, we lack a criterion of who are the best people; or, if we impose a criterion, it will have an oppressive effect upon novelty. The new work of genius, whether in art, science or philosophy, frequently meets with opposition.

All that concerns me at the moment is the question whether, by education alone, we can ensure the transmission of culture in a society in which some educationists appear indifferent to class distinctions, and from which some other educationists appear to want to remove class distinctions altogether. There is, in any case, a danger of interpreting “education” to cover both too much and too little: too little, when it implies that education is limited to what can be taught; too much, when it implies that everything worth preserving can be transmitted by teaching. In the society desired by some reformers, what the family can transmit will be limited to the minimum, especially if the child is to be, as Mr. H. C. Dent hopes, manipulated by a unified educational system “from the cradle to the grave.” And unless the child is classified, by the officials who will have the task of sorting him out, as being just like his father, he will be brought up in a different—not necessarily a better, because all will be equally good, but a different—school environment, and trained on what the official opinion of the moment considers to be “the genuinely democratic lines.” The élites, in consequence, will consist solely of individuals whose only common bond will be their professional interest: with no social cohesion, with no social continuity. They will be united only by a part, and that the most conscious part, of their personalities; they will meet like committees. The greater part of their “culture” will be only what they share with all the other individuals composing their nation.

The case for a society with a class structure, the affirmation that it is, in some sense, the “natural” society, is prejudiced if we allow ourselves to be hypnotised by the two contrasted terms aristocracy and democracy. The whole problem is falsified if we use these terms antithetically. What I have advanced is not a “defence of aristocracy”–an emphasis upon the importance of one organ of society. Rather it is a plea on behalf of a form of society in which an aristocracy should have a peculiar and essential function, as peculiar and essential as the function of any other part of society. What is important is a structure of society in which there will be, from “top” to “bottom,” a continuous gradation of cultural levels: it is important to remember that we should not consider the upper levels as possessing more culture than the lower, but as representing a more conscious culture and a greater specialisation of culture. I incline to believe that no true democracy can maintain itself unless it contains these different levels of culture. The levels of culture may also be seen as levels of power, to the extent that a smaller group at a higher level will have equal power with a larger group at a lower level; for it may be argued that complete equality means universal irresponsibility; and in such a society as I envisage, each individual would inherit greater or less responsibility towards the commonwealth, according to the position in society which he inherited–each class would have somewhat different responsibilities. A democracy in which everybody had an equal responsibility in everything would be oppressive for the conscientious and licentious for the rest.

There are other grounds upon which a graded society can be defended; and I hope, in general, that this essay will suggest lines of thought that I shall not myself explore; but I must constantly remind the reader of the limits of my subject. If we agree that the primary vehicle for the transmission of culture is the family, and if we agree that in a more highly civilised society there must be different levels of culture, then it follows that to ensure the transmission of the culture of these different levels there must be groups of families persisting, from generation to generation, each in the same way of life.

And once again I must repeat, that the “conditions of culture” which I set forth do not necessarily produce the higher civilisation: I assert only that when they are absent, the higher civilisation is unlikely to be found.

1 I am anxious to avoid speaking as if the evolution of primitive culture to higher forms was a process which we knew by observation. We observe the differences, we infer that some have developed from a stage similar to that of the lower stages which we observe: but however legitimate our inference, I am here not concerned with that development.

1 P. 81, Man and Society in an Age of Reconstruction, 1940, New York, Harcourt, Brace.

1 Dr. Mannheim proceeds to call attention to a tendency in mass-society to renounce even the achievement principle. This passage is important; but as I agree with him that the dangers from this are still more alarming, it is unnecessary to quote it here.

1 Joseph Conrad’s Heart of Darkness gives a hint of something similar.

1 To avoid misunderstanding at this point, it should be observed that I do not assume that “good manners” should be peculiar to any one stratum of society. In a healthy society, good manners should be found throughout. But as we distinguish between the meanings of “culture” at the several levels, so we distinguish also between the meanings of more and less conscious “good manners.”

1 I believe that the essential difference between a caste and a class system is that the basis of the former is a difference such that the dominant class comes to consider itself a superior race.

CHAPTER III
  Unity and Diversity: The Region

A diversification among human communities is essential for the provision of the incentive and material for the Odyssey of the human spirit. Other nations of different habits are not enemies: they are godsends. Men require of their neighbours something sufficiently akin to be understood, something sufficiently different to provoke attention, and something great enough to command admiration.

  1. N. WHITEHEAD: Science and the Modern World

IT is a recurrent theme of this essay, that a people should be neither too united nor too divided, if its culture is to flourish. Excess of unity may be due to barbarism and may lead to tyranny; excess of division may be due to decadence and may also lead to tyranny: either excess will prevent further development in culture. The proper degree of unity and of diversity cannot be determined for all peoples at all times. We can only state and illustrate some departments in which excess or defect is dangerous: what is necessary, beneficial or deleterious for a particular people at a particular time, must be left to the wisdom of the sage and the insight of the statesman. Neither a classless society, nor a society of strict and impenetrable social barriers is good; each class should have constant additions and defections; the classes, while remaining distinct, should be able to mix freely; and they should all have a community of culture with each other which will give them something in common, more fundamental than the community which each class has with its counterpart in another society. In the previous chapter we considered the special developments of culture by class: we have now to consider the special developments of culture by region.

Of the advantages of administrative and sentimental unity we hardly need to be reminded, after the experience of war; but it is often assumed that the unity of wartime should be preserved in time of peace. Amongst any people engaged in warfare, especially when the war appears, or can be made to appear, purely defensive, we may expect a spontaneous unity of sentiment which is genuine, an affectation of it on the part of those who merely wish to escape odium, and, from all, submission to the commands of the constituted authorities. We should hope to find the same harmony and docility among the survivors of a shipwreck adrift in a lifeboat. People often express regret that the same unity, self-sacrifice and fraternity which prevail in an emergency, cannot survive the emergency itself. Most audiences at Barrie’s play, The Admirable Crichton, have drawn the inference that the social organisation on the island was right, and that the social organisation at the country seat was wrong: I am not sure that Barrie’s play is not susceptible of a different interpretation. We must distinguish at all events between the kind of unity which is necessary in an emergency, and that which is appropriate for the development of culture in a nation at peace. It is conceivable, of course, that a period of “peace” may be a period of preparation for war, or of continuation of warfare in another form: in which situation we may expect a deliberate stimulation of patriotic sentiment and a rigorous central government control. It might be expected, too, in such a period, that “economic warfare” would be conducted by strict government discipline, not left to the guerillas and privateers of enterprise. But I am concerned here with the kind and degree of unity desirable in a country which is at peace with other countries: for if we cannot have periods of real peace, it is futile to hope for culture at all. The kind of unity with which I am concerned is not expressible as a common enthusiasm or a common purpose: enthusiasms and purposes are always transient.

The unity with which I am concerned must be largely unconscious, and therefore can perhaps be best approached through a consideration of the useful diversities. Here I have to do with diversity of region. It is important that a man should feel himself to be, not merely a citizen of a particular nation, but a citizen of a particular part of his country, with local loyalties. These, like loyalty to class, arise out of loyalty to the family. Certainly, an individual may develop the warmest devotion to a place in which he was not born, and to a community with which he has no ancestral ties. But I think we should agree that there would be something artificial, something a little too conscious, about a community of people with strong local feeling, all of whom had come from somewhere else. I think we should say that we must wait for a generation or two for a loyalty which the inhabitants had inherited, and which was not the result of a conscious choice. On the whole, it would appear to be for the best that the great majority of human beings should go on living in the place in which they were born. Family, class and local loyalty all support each other; and if one of these decays, the others will suffer also.

The problem of “regionalism” is seldom contemplated in its proper perspective. I introduce the term “regionalism” deliberately, because of the associations which it is apt to conjure up. It means, I think, to most people, the conception of some small group of local malcontents conducting a political agitation which, because it is not formidable, is regarded as ludicrous–for any movement for what is assumed to be a lost cause always excites ridicule. We expect to find “regionalists” attempting to revive some language which is disappearing and ought to disappear; or to revive customs of a bygone age which have lost all significance; or to obstruct the inevitable and accepted progress of mechanisation and large-scale industry. The champions of local tradition, indeed, often fail to make the best of their case; and when, as sometimes happens, they are most vigorously opposed and derided by others among their own people, the outsider feels that he has no reason to take them seriously. They sometimes misconceive their own case. They are inclined to formulate the remedy wholly in political terms; and as they may be politically inexperienced, and at the same time are agitated by deeper than political motives, their programmes may be patently impracticable. And when they put forward an economic programme, there, too, they are handicapped by having motives which go deeper than economics, in contrast with men who have the reputation of being practical. Furthermore, the usual regionalist is concerned solely with the interests of his own region, and thereby suggests to his neighbour across the border, that what is to the interest of one must be to the disadvantage of the other. The Englishman, for instance, does not ordinarily think of England as a “region” in the way that a Scottish or Welsh national can think of Scotland or Wales; and as it is not made clear to him that his interests also are involved, his sympathies are not enlisted. Thus the Englishman may identify his own interests with a tendency to obliterate local and racial distinctions, which is as harmful to his own culture as to those of his neighbours. Until the case is generalised, therefore, it is not likely to meet with a fair hearing.

At this point the professed regionalist, if he reads these pages, may suspect that I am playing a trick which he sees through. What I am up to, he may think, is trying to deny him the political and economic autonomy of his region, and appease him by offering him a substitute, “cultural autonomy,” which, because it is divorced from political and economic power, will only be a shadow of the real thing. I am quite aware that the political, the economic and the cultural problems cannot be isolated from each other. I am quite aware that any local “cultural revival” which left the political and economic framework unaffected, would hardly be more than an artificially sustained antiquarianism: what is wanted is not to restore a vanished, or to revive a vanishing culture under modern conditions which make it impossible, but to grow a contemporary culture from the old roots. But the political and economic conditions of healthy regionalism are not the concern of the present essay; nor are they matters on which I am qualified to pronounce. Nor, I think, should the political or the economic problem be the primary concern of the true regionalist. The absolute value is that each area should have its characteristic culture, which should also harmonise with, and enrich, the cultures of the neighbouring areas. In order to realise this value it is necessary to investigate political and economic alternatives to centralisation in London or elsewhere: and here, it is a question of the possible–of what can be done which will support this absolute value of culture, without injury to the island as a whole and by consequence to that part of it also in which the regionalist is interested. But this is beyond my scope.

We are, you will have noticed, primarily concerned with the particular constellation of cultures which is found in the British Isles. The clearest among the differences to be considered is that of the areas which still possess languages of their own. Even this division is not so simple as it looks: for a people (like the English-speaking Irish) which has lost its language may preserve enough of the structure, idiom, intonation and rhythm of its original tongue (vocabulary is of minor importance) for its speech and writing to have qualities not elsewhere found in the language of its adoption. And on the other hand a “dialect” may preserve the vestiges, on the lowest level of culture, of a variety of the language which once had equal status with any. But the unmistakable satellite culture is one which preserves its language, but which is so closely associated with, and dependent upon, another, that not only certain classes of the population, but all of them, have to be bi-lingual. It differs from the culture of the independent small nation in this respect, that in the latter it is usually only necessary for some classes to know another language; and in the independent small nation, those who need to know one foreign language are likely to need two or three: so that the pull towards one foreign culture will be balanced by the attraction of at least one other. A nation of weaker culture may be under the influence of one or another stronger culture at different periods: a true satellite culture is one which, for geographical and other reasons, has a permanent relation to a stronger one.

When we consider what I call the satellite culture, we find two reasons against consenting to its complete absorption into the stronger culture. The first objection is one so profound that it must simply be accepted: it is the instinct of every living thing to persist in its own being. The resentment against absorption is sometimes most strongly felt, and most loudly voiced, by those individuals in whom it is united with an unacknowledged awareness of inferiority or failure; and on the other hand it is often repudiated by those individuals for whom adoption into the stronger culture has meant success–greater power, prestige or wealth than could have been theirs had their fortunes been circumscribed by their area of origin.1 But when the testimony of both these types of individual has been discounted, we may say that any vigorous small people wants to preserve its individuality.

The other reason for the preservation of local culture is one which is also a reason for the satellite culture continuing to be satellite, and not going so far as to try to cut itself off completely. It is that the satellite exercises a considerable influence upon the stronger culture; and so plays a larger part in the world at large than it could in isolation. For Ireland, Scotland and Wales to cut themselves off completely from England would be to cut themselves off from Europe and the world, and no talk of auld alliances would help matters. But it is the other side of the question that interests me more, for it is the side that has received less acknowledgment. It is that the survival of the satellite culture is of very great value to the stronger culture. It would be no gain whatever for English culture, for the Welsh, Scots and Irish to become indistinguishable from Englishmen–what would happen, of course, is that we should all become indistinguishable featureless “Britons,” at a lower lever of culture than that of any of the separate regions. On the contrary, it is of great advantage for English culture to be constantly influenced from Scotland, Ireland and Wales.

A people is judged by history according to its contribution to the culture of other peoples flourishing at the same time and according to its contribution to the cultures which arise afterwards. It is from this point of view that I look at the question of the preservation of languages–I am not interested in languages in an advanced state of decay (that is to say, when they are no longer adequate to the needs of expression of the more educated members of the community). It is sometimes considered an advantage, and a source of glory, that one’s own language should be a necessary medium for as many foreigners as possible: I am not sure that this popularity is without grave dangers for any language. A less dubious advantage of certain languages which are native to large numbers of people, is that they have become, because of the work done by scientists and philosophers who have thought in those languages, and because of the traditions thus created, better vehicles than others for scientific and abstract thought. The case for the more restricted languages must be put on grounds which have less immediate appeal.

The question we may ask about such a language as Welsh, is whether it is of any value to the world at large, that it should be used in Wales. But this is really as much as to ask whether the Welsh, qua Welsh, are of any use? not, of course, as human beings, but as the preservers and continuers of a culture which is not English. The direct contribution to poetry by Welshmen and men of Welsh extraction, writing in English, is very considerable; and considerable also is the influence of their poetry upon poets of different racial origins. The fact that an extensive amount of poetry has been written in the Welsh language, in the ages when the English language was unknown in Wales, is of less direct importance: for there appears no reason why this should not be studied by those who will take the trouble to learn the language, on the same terms as poetry written in Latin or Greek. On the surface, there would seem to be every reason why Welsh poets should compose in the English language exclusively: for I know of no instance of a poet having reached the first rank in both languages; and the Welsh influence upon English poetry has been the work chiefly of Welsh poets who wrote only in English. But it must be remembered, that for the transmission of a culture–a peculiar way of thinking, feeling and behaving–and for its maintenance, there is no safeguard more reliable than a language. And to survive for this purpose it must continue to be a literary language–not necessarily a scientific language but certainly a poetic one: otherwise the spread of education will extinguish it. The literature written in that language will not, of course, make any direct impact upon the world at large; but if it is no longer cultivated, the people to whom it belongs (we are considering particularly the Welsh) will tend to lose their racial character. The Welsh will be less Welsh; and their poets will cease to have any contribution to make to English literature, beyond their individual genius. And I am of opinion, that the benefits which Scottish, Welsh and Irish writers have conferred upon English literature are far in excess of what the contribution of all these individual men of genius would have been had they, let us say, all been adopted in early infancy by English foster-parents.

I am not concerned, in an essay which aims at least at the merit of brevity, to defend the thesis, that it is desirable that the English should continue to be English. I am obliged to take that for granted: and if this assumption is called into question, I must defend it on another occasion. But if I can defend with any success the thesis, that it is to the advantage of England that the Welsh should continue to be Welsh, the Scots Scots and the Irish Irish, then the reader should be disposed to agree that there may be some advantage to other peoples in the English continuing to be English. It is an essential part of my case, that if the other cultures of the British Isles were wholly superseded by English culture, English culture would disappear too. Many people seem to take for granted that English culture is something self-sufficient and secure; that it will persist whatever happens. While some refuse to admit that any foreign influence can be bad, others assume complacently that English culture could flourish in complete isolation from the Continent. To many it has never occurred to reflect that the disappearance of the peripheral cultures of England (to say nothing of the more humble local peculiarities within England itself) might be a calamity. We have not given enough attention to the ecology of cultures. It is probable, I think, that complete uniformity of culture throughout these islands would bring about a lower grade of culture altogether.

It should be clear that I attempt no solution of the regional problem; and the “solution” would have in any case to vary indefinitely according to local needs and possibilities. I am trying only to take apart, and leave to others to reassemble, the elements in the problem. I neither support nor dispute any specific proposals for particular regional reforms. Most attempts to solve the problem seem to me to suffer from a failure to examine closely either the unity, or the differences, between the cultural, political and economic aspects. To deal with one of these aspects, to the exclusion of the others, is to produce a programme which will, because of its inadequacy, appear a little absurd. If the nationalistic motive in regionalism were pushed very far, it certainly would lead to absurdity. The close association of the Bretons with the French, and of the Welsh with the English, is to the advantage of everybody: an association of Brittany and Wales which ruptured their connexions with France and England respectively, would be an unqualified misfortune. For a national culture, if it is to flourish, should be a constellation of cultures, the constituents of which, benefiting each other, benefit the whole.

At this point I introduce a new notion: that of the vital importance for a society of friction between its parts. Accustomed as we are to think in figures of speech taken from machinery, we assume that a society, like a machine, should be as well oiled as possible, provided with ball bearings of the best steel. We think of friction as waste of energy. I shall not attempt to substitute any other imagery: perhaps at this point the less we think in analogies the better. In the last chapter I suggested that in any society which became permanently established in either a caste or a classless system, the culture would decay: one might even put it that a classless society should always be emerging into class, and a class society should be tending towards obliteration of its class distinctions. I now suggest that both class and region, by dividing the inhabitants of a country into two different kinds of groups, lead to a conflict favourable to creativeness and progress. And (to remind the reader of what I said in my introduction) these are only two of an indefinite number of conflicts and jealousies which should be profitable to society. Indeed, the more the better: so that everyone should be an ally of everyone else in some respects, and an opponent in several others, and no one conflict, envy or fear will dominate.

As individuals, we find that our development depends upon the people whom we meet in the course of our lives. (These people include the authors whose books we read, and characters in works of fiction and history.) The benefit of these meetings is due as much to the differences as to the resemblances; to the conflict, as well as the sympathy, between persons. Fortunate the man who, at the right moment, meets the right friend; fortunate also the man who at the right moment meets the right enemy. I do not approve the extermination of the enemy: the policy of exterminating or, as is barbarously said, liquidating enemies, is one of the most alarming developments of modern war and peace, from the point of view of those who desire the survival of culture. One needs the enemy. So, within limits, the friction, not only between individuals but between groups, seems to me quite necessary for civilisation. The universality of irritation is the best assurance of peace. A country within which the divisions have gone too far is a danger to itself: a country which is too well united–whether by nature or by device, by honest purpose or by fraud and oppression–is a menace to others. In Italy and in Germany, we have seen that a unity with politico-economic aims, imposed violently and too rapidly, had unfortunate effects upon both nations. Their cultures had developed in the course of a history of extreme, and extremely sub-divided regionalism: the attempt to teach Germans to think of themselves as Germans first, and the attempt to teach Italians to think of themselves as Italians first, rather than as natives of a particular small principality or city, was to disturb the traditional culture from which alone any future culture could grow.

I may put the idea of the importance of conflict within a nation more positively, by insisting on the importance of various and sometimes conflicting loyalties. If we consider these two divisions alone, of class and region, these ought to some extent to operate against each other: a man should have certain interests and sympathies in common with other men of the same local culture as against those of his own class elsewhere; and interests and sympathies in common with others of his class, irrespective of place. Numerous cross-divisions favour peace within a nation, by dispersing and confusing animosities; they favour peace between nations, by giving every man enough antagonism at home to exercise all his aggressiveness. The majority of men commonly dislike foreigners, and are easily inflamed against them; and it is not possible for the majority to know much about foreign peoples. A nation which has gradations of class seems to me, other things being equal, likely to be more tolerant and pacific than one which is not so organised.

So far, we have proceeded from the greater to the less, finding a national culture to be the resultant of an indefinite number of local cultures which, when themselves analysed, are composed of still smaller local cultures. Ideally, each village, and of course more visibly the larger towns, should have each its peculiar character. But I have already suggested that a national culture is the better for being in contact with outside cultures, both giving and receiving: and we shall now proceed in the opposite direction, from the smaller to the larger. As we go in this direction, we find that the content of the term culture undergoes some change: the word means something rather different, if we are speaking of the culture of a village, of a small region, of an island like Britain which comprehends several distinct racial cultures; and the meaning is altered much more when we come to speak of “European culture.” We have to abandon most of the political associations, for whereas in such smaller units of culture as I have just mentioned there is normally a certain unity of government, the unity of government of the Holy Roman Empire was, throughout most of the period covered by the term, both precarious and largely nominal. Of the nature of the unity of culture in Western Europe, I have written in the three broadcast talks–composed for another audience and therefore in a somewhat different style from the body of this essay–which I have added as an appendix under the title of “The Unity of European Culture.” I shall not attempt to cover the same ground in this chapter, but shall proceed to enquire what meaning, if any, can be attached to the term “world culture.” The investigation of a possible “world culture” should be of particular interest to those who champion any of the various schemes for world-federation, or for a world government: for, obviously, so long as there exist cultures which are beyond some point antagonistic to each other, antagonistic to the point of irreconcilability, all attempts at politico-economic unification will be in vain. I say “beyond some point,” because in the relations of any two cultures there will be two opposite forces balancing each other: attraction and repulsion–without the attraction they could not affect each other, and without the repulsion they could not survive as distinct cultures; one would absorb the other, or both would be fused into one culture. Now the zealots of world-government seem to me sometimes to assume, unconsciously, that their unity of organisation has an absolute value, and that if differences between cultures stand in the way, these must be abolished. If these zealots are of the humanitarian type, they will assume that this process will take place naturally and painlessly: they may, without knowing it, take for granted that the final world-culture will be simply an extension of that to which they belong themselves. Our Russian friends, who are more realistic, if not in the long run any more practical, are much more conscious of irreconcilability between cultures; and appear to hold the view that any culture incompatible with their own should be forcibly uprooted.

The world-planners who are both serious and humane, however, might–if we believed that their methods would succeed–be as grave a menace to culture as those who practise more violent methods. For it must follow from what I have already pleaded about the value of local cultures, that a world culture which was simply a uniform culture would be no culture at all. We should have a humanity de-humanised. It would be a nightmare. But on the other hand, we cannot resign the idea of world-culture altogether. For if we content ourselves with the ideal of “European culture” we shall still be unable to fix any definite frontiers. European culture has an area, but no definite frontiers: and you cannot build Chinese walls. The notion of a purely self-contained European culture would be as fatal as the notion of a self-contained national culture: in the end as absurd as the notion of preserving a local uncontaminated culture in a single county or village of England. We are therefore pressed to maintain the ideal of a world culture, while admitting that it is something we cannot imagine. We can only conceive it, as the logical term of relations between cultures. Just as we recognise that the parts of Britain must have in one sense, a common culture, though this common culture is only actual in diverse local manifestations, so we must aspire to a common world culture, which will yet not diminish the particularity of the constituent parts. And here, of course, we are finally up against religion, which so far, in the consideration of local differences within the same area, we have not had to face. Ultimately, antagonistic religions must mean antagonistic cultures; and ultimately, religions cannot be reconciled. From the official Russian point of view there are two objections to religion: first, of course, that religion is apt to provide another loyalty than that claimed by the State; and second, that there are several religions in the world still firmly maintained by many believers. The second objection is perhaps even more serious than the first: for where there is only one religion, it is always possible that that religion may be subtly altered, so that it will enjoin conformity rather than stimulate resistance to the State.

We are the more likely to be able to stay loyal to the ideal of the unimaginable world culture, if we recognise all the difficulties, the practical impossibility, of its realisation. And there are further difficulties which cannot be ignored. We have so far considered cultures as if they had all come into being by the same process of growth: the same people in the same place. But there is the colonial problem, and the colonisation problem: it is a pity that the world “colony” has had to do duty for two quite different meanings. The colonial problem is that of the relation between an indigenous native culture and a foreign culture, when a higher foreign culture has been imposed, often by force, upon a lower. This problem is insoluble, and takes several forms. There is one problem when we come into contact with a lower culture for the first time: there are very few places in the world where this is still possible. There is another problem where a native culture has already begun to disintegrate under foreign influence, and where a native population has already taken in more of the foreign culture than it can ever expel. There is a third problem where, as in some of the West Indies, several uprooted peoples have been haphazardly mixed. And these problems are insoluble, in the sense that, whatever we do towards their solution or mitigation, we do not altogether know what we are doing. We must be aware of them; we must do what we can, so far as our understanding will take us; but many more forces enter into the changes of the culture of a people than we can grasp and control; and any positive and excellent development of culture is always a miracle when it happens.

The colonisation problem arises from migration. When peoples migrated across Asia and Europe in pre-historic and early times, it was a whole tribe, or at least a wholly representative part of it, that moved together. Therefore, it was a total culture that moved. In the migrations of modern times, the emigrants have come from countries already highly civilised. They came from countries where the development of social organisation was already complex. The people who migrated have never represented the whole of the culture of the country from which they came, or they have represented it in quite different proportions. They have transplanted themselves according to some social, religious, economic or political determination, or some peculiar mixture of these. There has therefore been something in the removements analogous in nature to religious schism. The people have taken with them only a part of the total culture in which, so long as they remained at home, they participated. The culture which develops on the new soil must therefore be bafflingly alike and different from the parent culture: it will be complicated sometimes by whatever relations are established with some native race, and further by immigration from other than the original source. In this way, peculiar types of culture-sympathy and culture-clash appear, between the areas populated by colonisation and the countries of Europe from which the migrants came.

There is finally the peculiar case of India, where almost every complication is found to defeat the culture-planner. There is stratification of society which is not purely social but to some extent racial, in a Hindu world which comprehends peoples with an ancient tradition of high civilisation, and tribesmen of very primitive culture indeed. There is Brahminism and there is Islam. There are two or more important cultures on completely different religious foundations. Into this confused world came the British, with their assurance that their own culture was the best in the world, their ignorance of the relation between culture and religion, and (at least since the nineteenth century) their bland assumption that religion was a secondary matter. It is human, when we do not understand another human being, and cannot ignore him, to exert an unconscious pressure on that person to turn him into something that we can understand: many husbands and wives exert this pressure on each other. The effect on the person so influenced is liable to be the repression and distortion, rather than the improvement, of the personality; and no man is good enough to have the right to make another over in his own image. The benefits of British rule will soon be lost, but the ill effects of the disturbance of a native culture by an alien one will remain. To offer another people your culture first, and your religion second, is a reversal of values: and while every European represents, for good or ill, the culture to which he belongs, only a small minority are worthy representatives of its religious faith.1 The only prospect of stability in India seems the alternative of a development, let us hope under peaceful conditions, into a loose federation of kingdoms, or to a mass uniformity attainable only at the price of the abolition of class distinctions and the abandonment of all religion–which would mean the disappearance of Indian culture.

I have thought it necessary to make this brief excursion into the several types of culture relation between one nation and the different kinds of foreign area, because the regional problem within the nation has to be seen in this larger context. There can be, of course, no one simple solution. As I have said, the improvement and transmission of culture can never be the direct object of any of our practical activities: all we can do is to try to keep in mind that whatever we do will affect our own culture or that of some other people. We can also learn to respect every other culture as a whole, however inferior to our own it may appear, or however justly we may disapprove of some features of it: the deliberate destruction of another culture as a whole is an irreparable wrong, almost as evil as to treat human beings like animals. But it is when we give our attention to the question of unity and diversity within the limited area that we know best, and within which we have the most frequent opportunities for right action, that we can combat the hopelessness that invades us, when we linger too long upon perplexities so far beyond our measure.

It was necessary to remind ourselves of those considerable areas of the globe, in which the problem takes a different form from ours: of those areas particularly, in which two or more distinct cultures are so inextricably involved with each other, in propinquity and in the ordinary business of living, that “regionalism,” as we conceive it in Britain, would be a mockery. For such areas it is probable that a very different type of political philosophy should inspire political action, from that in terms of which we are accustomed to think and act in this part of the world. It is as well to have these differences at the back of our mind, that we may appreciate better the conditions with which we have to deal at home. These conditions are those of a homogeneous general culture, associated with the traditions of one religion: given these conditions, we can maintain the conception of a national culture which will draw its vitality from the cultures of its several areas, within each of which again there will be smaller units of culture having their own local peculiarities.

1 It is not unknown, however, that the successful self-exile sometimes manifests an exaggerated sentiment towards his native region, to which he may return for his holidays, or to enjoy the affluent retirement of his declining years.

1 It is interesting to speculate, even though we cannot prove our conclusions, what would have happened to Western Europe had the Roman conquest imposed a culture pattern which left the religious beliefs and practices unaffected.

CHAPTER IV
  Unity and Diversity: Sect and Cult

IN the first chapter I tried to place myself at a point of view from which the same phenomena appear both religious and cultural. In this chapter I shall be concerned with the cultural significance of religious divisions. While the considerations put forward should, if worthy of being taken seriously, have a particular interest for those Christians who are perplexed over the problem of Christian reunion, they are primarily intended to show that Christian divisions, and therefore schemes for Christian reunion, should be of concern not only to Christians, but to everybody except those who advocate a kind of society which would break completely with the Christian tradition.

I asserted, in the first chapter, that in the most primitive societies no clear distinction is visible between religious and non-religious activities; and that as we proceed to examine the more developed societies, we perceive a greater distinction, and finally contrast and opposition, between these activities. The sort of identity of religion and culture which we observe amongst peoples of very low development cannot recur except in the New Jerusalem. A higher religion is one which is much more difficult to believe. For the more conscious becomes the belief, so the more conscious becomes unbelief: indifference, doubt and scepticism appear, and the endeavour to adapt the tenets of religion to what people in each age find easiest to believe. In the higher religion, it is more difficult also to make behaviour conform to the moral laws of the religion. A higher religion imposes a conflict, a division, torment and struggle within the individual; a conflict sometimes between the laity and the priesthood; a conflict eventually between Church and State.

The reader may have difficulty in reconciling these assertions with the point of view set forth in my first chapter, according to which there is always, even in the most conscious and highly developed societies that we know, an aspect of identity between the religion and the culture. I wish to maintain both these points of view. We do not leave the earlier stage of development behind us: it is that upon which we build. The identity of religion and culture remains on the unconscious level, upon which we have superimposed a conscious structure wherein religion and culture are contrasted and can be opposed. The meaning of the terms “religion” and “culture” is of course altered between these two levels. To the unconscious level we constantly tend to revert, as we find consciousness an excessive burden; and the tendency towards reversion may explain the powerful attraction which totalitarian philosophy and practice can exert upon humanity. Totalitarianism appeals to the desire to return to the womb. The contrast between religion and culture imposes a strain: we escape from this strain by attempting to revert to an identity of religion and culture which prevailed at a more primitive stage; as when we indulge in alcohol as an anodyne, we consciously seek unconsciousness. It is only by unremitting effort that we can persist in being individuals in a society, instead of merely members of a disciplined crowd. Yet we remain members of the crowd, even when we succeed in being individuals. Hence, for the purposes of this essay, I am obliged to maintain two contradictory propositions: that religion and culture are aspects of one unity, and that they are two different and contrasted things.

I attempt, as far as possible, to contemplate my problems from the point of view of the sociologist, and not from that of the Christian apologist. Most of my generalisations are intended to have some applicability to all religion, and not only to Christianity; and when, as in what follows in this chapter, I discuss Christian matters, that is because I am particularly concerned with Christian culture, with the Western World, with Europe, and with England. In saying that I aim at taking, as consistently as I can, the sociological point of view, I must make clear that I do not think that the difference between the religious and the sociological point of view is so easily maintained as the difference between a couple of adjectives might lead us to suppose. We may here define the religious point of view, as that from which we ask the question, whether the tenets of a religion are true or false. It follows that we shall be taking the religious point of view, if we are atheists whose thinking is based on the assumption that all religions are untrue. From the sociological point of view, the truth or falsity is irrelevant: we are concerned only with the comparative effects of different religious structures upon culture. Now, if students of the subject could be neatly divided into theologians, including atheists, and sociologists, the problem would be very different from what it is. But, for one thing, no religion can be wholly “understood” from the outside—even the sociologist’s purposes. For another, no one can wholly escape the religious point of view, because in the end one either believes or disbelieves. Therefore, no one can be as wholly detached and disinterested as the ideal sociologist should be. The reader accordingly must try, not only to make allowance for the religious views of the author, but, what is more difficult, to make allowance for his own—and he may never have examined thoroughly his own mind. So both writer and reader must be on guard against assuming that they are wholly detached.1

We have now to consider unity and diversity in religious belief and practice, and enquire what is the situation most favourable to the preservation and improvement of culture. I have suggested in my first chapter that those among the “higher religions” which are most likely to continue to stimulate culture, are those which are capable of being accepted by peoples of different cultures: those which have the greatest universality—though potential universality by itself may be no criterion of a “higher religion.” Such religions can provide a ground pattern of common belief and behaviour, upon which a variety of local patterns can be embroidered; and they will encourage a reciprocal influence of peoples upon each other, such that any cultural progress in one area may quicken development in another. In certain historical conditions, a fierce exclusiveness may be a necessary condition for the preservation of a culture: the Old Testament bears witness to this.2 In spite of this particular historical situation, we should be able to agree that the practice of a common religion, by peoples each having its own cultural character, should usually promote the exchange of influence to their reciprocal advantage. It is of course conceivable that a religion may be too easily accommodated to a variety of cultures, and become assimilated without assimilating; and that this weakness may tend to bring about the opposite result, if the religion breaks up into branches or sects so opposed that they cease to influence each other. Christianity and Buddhism have been exposed to this danger.

From this point it is with Christianity alone that I am to be concerned; in particular with the relation of Catholicism and Protestantism in Europe and the diversity of sects within Protestantism. We must try to start without any bias for, or against, unity or reunion or the maintenance of the separate corporate identity of religious denominations. We must take note of whatever injury appears to have been done to European culture, and to the culture of any part of Europe, by division into sects. On the other hand, we must acknowledge that many of the most remarkable achievements of culture have been made since the sixteenth century, in conditions of disunity: and that some, indeed, as in nineteenth-century France, appear after the religious foundations for culture seem to have crumbled away. We cannot affirm that if the religious unity of Europe had continued, these or equally brilliant achievements would have been realised. Either religious unity or religious division may coincide with cultural efflorescence or cultural decay.

From this point of view, we may take a moderate satisfaction, which should not be allowed to settle into complacency, when we review the history of England. In a nation in which no tendency to Protestantism appeared, or in which it was negligible, there must always be a danger of religious petrifaction, and of aggressive unbelief. In a nation in which the relations of Church and State run too smoothly, it does not matter much, from our present point of view, whether the cause is ecclesiasticism, the dominance of State by Church, or erastianism, the dominance of Church by State. Indeed, it is not always easy to distinguish between the two conditions. The effect equally may be, that every disaffected person, and every sufferer from injustice, will attribute his misfortunes to the inherent evil of the Church, or to an inherent evil in Christianity itself. Formal obedience to the Roman See is itself no assurance that, in a wholly Catholic nation, religion and culture will not become too closely identified. Elements of local culture—even of local barbarism—may become invested with the sanctity of religious observances, and superstition may flourish under the guise of piety: a people may tend to slip back towards the unity of religion and culture that pertains to primitive communities. The result of the unquestioned dominance of one cult, when a people is passive, may be torpor: when a people is quick and self-assertive, the result may be chaos. For, as discontent turns to disaffection, the anticlerical bias may become an anti-religious tradition; a distinct and hostile culture grows and flourishes, and a nation is divided against itself. The factions have to continue to live with each other; and the common language and ways of life which they retain, far from mollifying animosity, may only exasperate it. The religious division becomes a symbol for a group of associated differences, often rationally unrelated; around these differences swarm a host of private grievances, fears and interests; and the contest for an indivisible heritage may terminate only in exhaustion.

It would here be irrelevant to review those sanguinary passages of civil strife, such as the Thirty Years War, in which Catholics and Protestants fought over such an heritage. Explicit theological contentions between Christians no longer attract to themselves those other irreconcilable interests which seek a decision by arms. The deepest causes of division may still be religious, but they become conscious, not in theological but in political, social and economic doctrines. Certainly, in those countries in which the prevailing faith has been Protestant, anti-clericalism seldom takes a violent form. In such countries, both faith and infidelity tend to be mild and inoffensive; as the culture has become secularised, the cultural differences between faithful and infidel are minimal; the boundary between belief and unbelief is vague; the Christianity is more pliant, the atheism more negative; and all parties live in amity, so long as they continue to accept some common moral conventions.

The situation in England, however, differs from that in other countries, whether Catholic or Protestant. In England, as in other Protestant countries, atheism has been mostly of a passive kind. No statistician could produce an estimate of the numbers of Christians and non-Christians. Many people live on an unmarked frontier enveloped in dense fog; and those who dwell beyond it are more numerous in the dark waste of ignorance and indifference, than in the well-lighted desert of atheism. The English unbeliever, of some social status however humble, is likely to conform to the practices of Christianity on the occasions of birth, death and the first venture in matrimony. Atheists in this country are not yet culturally united: their types of atheism will vary according to the culture of the religious communion in which they, or their parents, or their grandparents were reared. The chief cultural differences in England have, in the past, been those between Anglicanism and the more important Protestant sects; and even these differences are far from clearly defined: first, because the Church of England itself has comprehended wider variations of belief and cult than a foreign observer would believe it possible for one institution to contain without bursting; and second, because of the number and variety of the sects separated from it.

If my contentions in the first chapter are accepted, it will be agreed that the formation of a religion is also the formation of a culture. From this it should follow that, as a religion divides into sects, and as these sects develop from generation to generation, a variety of cultures will be propagated. And, as the intimacy of religion and culture is such that we may expect what happens one way to happen the other, we are prepared to find that the division between Christian cultures will stimulate further differentiations of belief and cult. It does not fall within my purpose to consider the Great Schism between East and West which corresponds to the shifting geographical boundary between two cultures. When we consider the Western World, we must recognise that the main cultural tradition has been that corresponding to the Church of Rome. Only within the last four hundred years has any other manifested itself; and anyone with a sense of centre and periphery must admit that the western tradition has been Latin, and Latin means Rome. There are countless testimonies of art and thought and manners; and among these we must include the work of all men born and educated in a Catholic society, whatever their individual beliefs. From this point of view, the separation of Northern Europe, and of England in particular, from communion with Rome represents a diversion from the main stream of culture. To pronounce, upon this separation, any judgment of value, to assume that it was a good or a bad thing, is what in this investigation we must try to avoid; for that would be to pass from the sociological to the theological point of view. And as I must at this point introduce the term sub-culture to signify the culture which pertains to the area of a divided part of Christendom, we must be careful not to assume that a sub-culture is necessarily an inferior culture; remembering also that while a sub-culture may suffer loss in being separated from the main body, the main body may also be mutilated by the loss of a member of itself.

We must recognise next, that where a sub-culture has in time become established as the main culture of a particular territory, it tends to change places, for that territory, with the main European culture. In this respect it differs from those sub-cultures representing sects the members of which share a region with the main culture. In England, the main cultural tradition has for several centuries been Anglican. Roman Catholics in England are, of course, in a more central European tradition than are Anglicans; yet, because the main tradition of England has been Anglican, they are in another aspect more outside of the tradition than are Protestant dissenters. It is Protestant dissent which is, in relation to Anglicanism, a congeries of sub-cultures: or, when we regard Anglicanism itself as a sub-culture, we might refer to it as a congeries of “sub-sub-cultures”—as this term is too clownish to be admitted into good company, we can only say “secondary sub-cultures.” By Protestant dissent I mean those bodies which recognise each other as “the Free Churches,” together with the Society of Friends, which has an isolated but distinguished history: all minor religious entities are culturally negligible. The variations of character among the chief religious bodies, have to some extent to do with the peculiar circumstances of their origins, and the length of the separation. It is of some interest that Congregationalism, which has a long history, numbers several distinguished theologians; whereas Methodism, with a briefer history, and less theological justification for its separate existence, appears to rely chiefly on its hymnology, and to need no independent theological structure of its own. But whether we consider a territorial sub-culture, or a secondary sub-culture within a territory or scattered over several territories, we may find ourselves led to the conclusion, that every sub-culture is dependent upon that from which it is an offshoot. The life of Protestantism depends upon the survival of that against which it protests; and just as the culture of Protestant dissent would perish of inanition without the persistence of Anglican culture, so the maintenance of English culture is contingent upon the health of the culture of Latin Europe, and upon continuing to draw sustenance from that Latin culture.

There is, however, a difference between the division of Canterbury from Rome, and the division of Free Protestantism from Canterbury, which is important for my purposes. It corresponds to a difference presented in the previous chapter, between colonisation by mass migration (as in the early movements westwards across Europe) and colonisation by certain elements separating themselves from a culture which remains at home (as in the colonisation of the Dominions and the Americas). The separation precipitated by Henry VIII had the immediate cause of personal motives in high quarters; it was reinforced by tendencies strong in England and in Northern Europe, of more respectable origin. Once released, the forces of Protestantism went further than Henry himself intended or would have approved. But, although the Reformation in England was, like any other revolution, the work of a minority, and although it met with several local movements of stubborn resistance, it eventually carried with it the greater part of the nation irrespective of class or region. The Protestant sects, on the other hand, represent certain elements in English culture to the exclusion of others: class and occupation played a large part in their formation. It would probably be impossible for the closest student to pronounce how far it is adherence to dissenting tenets that forms a sub-culture, and how far it is the formation of a sub-culture that inspires the finding of reasons for dissent. The solution of that enigma is fortunately not necessary for my purpose. The result, in any case, was a stratification of England by sects, in some measure proceeding from, in some measure aggravating, the cultural distinctions between classes.

It might be possible for a profound student of ethnology and of the history of early settlement in this island, to argue the existence of causes of a more stubborn and more primitive nature, for the tendencies to religious fission. He might trace them to ineradicable differences between the culture of the several tribes, races and languages which from time to time held sway or contested for supremacy. He might, furthermore, take the view that cultural mixture does not necessarily follow the same course as biological mixture; and that, even if we assumed every person of purely English descent to have the blood of all the successive invaders mingled in his veins in exactly the same proportions, it need not follow that cultural fusion ensued. He might therefore discover, in the tendency of various elements in the population to express their faith in different ways, to prefer different types of communal organisation and different styles of worship, a reflection of early divisions between dominant and subject races. Such speculations, which I am too unlearned to support or oppose, lie outside of my scope; but it is as well for both writer and readers to remind themselves that there may be deeper levels than that upon which the enquiry is being conducted. If differences persisting to the present day could be established in descent from primitive differences of culture, this would only reinforce the case for the unity of religion and culture propounded in my first chapter.

However this may be, there are curiosities enough to occupy our attention in the mixture of motives and interests in the dissensions of religious parties within the period of modern history. One need not be a cynic to be amused, or a devotee to be saddened, by the spectacle of the self-deception, as well as the frequent hypocrisy, of the attackers and defenders of one or another form of the Christian Faith. But from the point of view of my essay, both mirth and sorrow are irrelevant, because this confusion is just what one must expect, being inherent in the human condition. There are, certainly, situations in history in which a religious contest can be attributed to a purely religious motive. The life-long battle of St. Athanasius against the Arians and Eutychians need not be regarded in any other light than the light of theology: the scholar who endeavoured to demonstrate that it represented a culture-clash between Alexandria and Antioch, or some similar ingenuity, would appear to us at best to be talking about something else. Even the purest theological issue, however, will in the long run have cultural consequences: a superficial acquaintance with the career of Athanasius should be enough to assure us that he was one of the great builders of western civilisation. And, for the most part, it is inevitable that we should, when we defend our religion, be defending at the same time our culture, and vice versa: we are obeying the fundamental instinct to preserve our existence. And in so doing, in the course of time we make many errors and commit many crimes—most of which may be simplified into the one error, of identifying our religion and our culture on a level on which we ought to distinguish them from each other.

Such considerations are relevant not only to the history of religious strife and separation: they are equally pertinent when we come to entertain schemes for reunion. The importance of stopping to examine cultural peculiarities, to disentangle religious from cultural hindrances, has hitherto been overlooked—and I should say more than overlooked: deliberately though unconsciously ignored—in the schemes of reunion between Christian bodies adopted or put forward. Hence the appearance of disingenuousness, of agreement upon formulae to which the contracting parties can give different interpretations, which provokes a comparison with treaties between governments.

The reader unacquainted with the details of “oecumenicity,” should be reminded of the difference between inter-communion and reunion. An arrangement of inter-communion between two national churches—such as the Church of England and the Church of Sweden—or between the Church of England and one of the Eastern Churches, or between the Church of England and a body such as the “Old Catholics” found in Holland and elsewhere on the Continent, does not necessarily look any further than what the term implies: a reciprocal recognition of the “validity of orders” and of the orthodoxy of tenets; with the consequence that the members of each church can communicate, the priests celebrate and preach, in the churches of the other country. An agreement of inter-communion could only lead toward reunion in one of two events: the unlikely event of a political union of the two nations, or the ultimate event of a world-wide reunion of Christians. Reunion, on the other hand, means in effect either reunion of one or another body having episcopal government, with the Church of Rome, or reunion between bodies separated from each other in the same areas. The movements towards reunion which are at the present time most active, are of the second kind: reunion between the Anglican Church and one or more of the “Free Church” bodies. It is with the cultural implications of this latter kind of reunion that we are here specially concerned. There can be no question of reunion between the Church of England and, let us say, the Presbyterians or Methodists in America: any reunion would be of American Presbyterians with the Episcopal Church in America, and of English Presbyterians with the Church of England.

It should be obvious, from the considerations advanced in my first chapter, that complete reunion involves community of culture—some common culture already existing, and the potentiality of its further development consequent upon official reunion. The ideal reunion of all Christians does not, of course, imply an eventual uniform culture the world over: it implies simply a “Christian culture” of which all local cultures should be variants—and they would and should vary very widely indeed. We can already distinguish between a “local culture” and a “European culture”; when we use the latter term we recognise the local differences; similarly a universal “Christian culture” should not be taken to ignore or override the differences between the cultures of the several continents. But the existence of a strong community of culture between various Christian bodies in the same area (we must remember that we here mean “culture” as distinguished from “religion”) not only facilitates reunion of Christians in that area, but exposes such reunion to peculiar dangers.

I have put forward the view that every division of a Christian people into sects brings about or aggravates the development of “sub-cultures” amongst that people; and I have asked the reader to examine Anglicanism and the Free Churches for confirmation of this view. But it should now be added, that the cultural divisions between Anglicans and Free Churchmen have, under changing social and economic conditions, become attenuated. The organisation of rural society from which the Church of England drew much of its cultural strength is in decay; the landed gentry have less security, less power and less influence; the families which have risen in trade and in many places succeeded to territorial proprietorship are themselves progressively reduced and impoverished. A diminishing number of Anglican clergy come from public schools or the old universities, or are educated at their families’ expense; bishops are not wealthy men, and are embarrassed in keeping up palaces. Anglican and Free Church laymen have been educated at the same universities and often at the same schools. And finally, they are all exposed to the same environment of a culture severed from religion. When men of different religious persuasions are drawn together by common interests and common anxieties, by their awareness of an increasingly oppressive non-Christian world, and by their unawareness of the extent to which they are themselves penetrated by non-Christian influences and by a neutral culture, it is only to be expected that the vestiges of the distinctions between their several Christian cultures should seem to them of minor significance.

With the dangers of reunion on erroneous or evasive terms I am not here concerned; but I am much concerned with the danger that reunion facilitated by the disappearance of the cultural characteristics of the several bodies reunited might accelerate and confirm the general lowering of culture. The refinement or crudity of theological and philosophical thinking is itself, of course, one of the measures of the state of our culture; and the tendency in some quarters to reduce theology to such principles as a child can understand or a Socinian further danger, from our point of view, in schemes of reunion which attempt to remove the difficulties, and protect the self-assertiveness, of everybody. In an age like our own, when it has become a point of politeness to dissimulate social distinctions, and to pretend that the highest degree of “culture” ought to be made accessible to everybody—in an age of cultural levelling, it will be denied that the several Christian fragments to be re-united represent any cultural differences. There is certain to be a strong pressure towards a reunion on terms of complete cultural equality. Too much account may even be taken of the relative numbers of the membership of the uniting bodies: for a main culture will remain a main culture, and a sub-culture will remain a sub-culture, even if the latter attracts more adherents than the former. It is always the main religious body which is the guardian of more of the remains of the higher developments of culture preserved from a past time before the division took place. Not only is it the main religious body which has the more elaborated theology; it