Kategorie-Archiv: Stillen

Männer zeigen was sie können, Frauen zeigen ihre Brüste

Running Woman

„Running woman“ 2004 © by Julian S. Bielicki 140x100cm oil on canvas

 

Der begehrende Mann ist nicht mehr zurechnungsfähig.

Die Weltwoche, Ausgabe 36/2014

Man sollte eine gewisse Toleranz entwickeln für Männer, die ihren Trieben legal zum Opfer fallen.

Editorial von Roger Köppel

 

Gespräche an einem Abendessen: Es gibt zwischen Männern und Frauen ein Naturgesetz: Der Mann muss die Frau begehren. Die Frau wiederum lebt davon, dass der Mann sie begehrt. Die Macht der Frau ist das Begehren (die Geilheit) des Mannes. Männer sind codiert, Frauen zu begehren. Frauen sind mit Kräften ausgestattet worden, das Begehren im Mann zu wecken. Männer begehren irrational, mitunter krankhaft. Frauen bleiben vernünftig, selbst wenn sie intensiv begehrt werden. Sein genetisch eingepflanztes Vermögen, die Frau unbedingt zu wollen, ist die grosse Schwachstelle des Mannes, seine Achillesferse, die empfindliche Lücke im Panzer.

Der begehrende Mann ist nicht mehr zurechnungsfähig. Er befindet sich in einem Rausch, der durch Lockstoffe ausgelöst wird, die ihm die Frau subtil übermittelt. Es kann kein echtes Begehren geben ohne die Frau, die dem Mann Signale gibt, die ihn annehmen lassen, sein Begehren könne erwidert werden. Der Mann ist am verwundbarsten, wenn er begehrt. Nie ist die Macht der Frau, nie ist die Ohnmacht des Mannes grösser. Was rätselhaft erscheint, ist nur eine List der Natur. Der Mann muss begehren, um seinen Paarungstrieb zu erfüllen, damit die Spezies überlebt. Deshalb ist dieser Trieb bei ihm so nerven- und gehirnbetäubend stark. Das Begehren oder besser: das Begehrtwerdenwollen der Frau ist kalkulierter, überlegener, weniger Zeugungs-, mehr Machttrieb, der erst dann ins Irrationale, für den Mann Zerstörerische umschlägt, wenn die Frau vom Mann enttäuscht wird.

Jeder Mann muss Techniken entwickeln, wie er mit seinem Begehren zurechtkommt. Die meisten Männer bringen sich rechtzeitig in Sicherheit, indem sie sich vor der extremen Hitze, die von der begehrten Frau ausgeht, verkriechen. Nicht alle haben die Kraft, sich dem zermürbenden Kampf zu stellen, an dessen Ende entweder der eigene Untergang oder eben die Eroberung der so heissersehnten Frau steht. Männer, die erfolglos begehren, es aber trotzdem versuchen, sind wie Motten, die am Licht verglühen.

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Frauen wollen, ja sie müssen begehrt werden. Sie setzen alles daran, begehrt zu werden. Man darf ihnen das nicht übelnehmen. So wie der Mann unter Umständen seine ganze Existenz am Schmelzpunkt des totalen Verlangens bündelt, so richtet sich die Frau mit allen Fasern darauf aus, begehrt zu werden. Das Begehrtwerden durch den Mann ist die stärkste Droge, ist das stärkste Aufputschmittel der Frau. Mathematisch formuliert: Das weibliche Selbstvertrauen ist die Summe des männlichen Begehrens im Quadrat. Je heftiger das Begehren des Mannes, desto überproportional grösser ist die existenzielle Zufriedenheit der Frau, ihre Geborgenheit im Leben. Frauen wollen sehen, dass der Mann sie begehrt. Sie sind süchtig nach Beweisen männlichen Begehrens. Er begehrt mich, also bin ich.

Interessanterweise können Männer, die aus Selbstschutz aufs Begehren verzichten, besser mit diesem Mangel leben als die Frau, die nicht mehr begehrt wird. Männern, die nicht begehren, geht es besser als Frauen, die nicht begehrt werden. Aus diesem Missverhältnis resultiert letztlich der unverständlich scheinende Hass, den Frauen gegen Männer kanalisieren können, von denen sie nicht mehr begehrt werden. Jeder Mann muss wissen: Nichts ist gefährlicher als das nachlassende Verlangen nach einer Frau, die man einst begehrte. Der Mann, der die Frau nicht mehr begehrt, entzieht ihr den Treibstoff ihres Selbstbewusstseins. Das kann nicht ohne Kollateralschaden für den Mann abgehen.

Die Liebe ist eine Höllenmacht. Damit sind die Qualen gemeint, die der erfolglos begehrende Mann durchleidet. Aber es sind auch die Torturen angesprochen, welche die Frau gegen den Mann anwendet, der sie nicht mehr begehrt. Männer, die sich auf Einladung der Frau vor der Frau öffnen, ja entblössen dürfen, können nicht damit rechnen, selber über den Zeitpunkt zu bestimmen, an dem sie die gefährliche Dialektik von Begehren und Begehrtwerden beenden. Nur Dummköpfe glauben, sie seien in der Lage, die Kräfte zu kon­trollieren, die sie durch ihr Begehren in den Frauen entfesseln. Der Mann, der sich einfach davonschleicht, wird von den Energien eingeholt, die er freisetzte. Nicht der Mann, die Frau beherrscht charismatisch die Unterwelt der Intimität. Männer, die das Gegenteil vermuten, werden irgendwann durch die Wirklichkeit brutal eines Besseren belehrt.

Männer, die Frauen sitzenlassen, sind schäbig. Frauen aber, die im Mann das Begehren wecken, um dieses Begehren nachher zur Waffe gegen den entwaffneten Mann umzuschmieden, brechen das Naturgesetz, das Männer und Frauen im Innersten verbindet. Es ist mehr als eine Gemeinheit, es ist streng genommen ein Verstoss gegen die Natur, wenn eine Frau die verwundbarsten Stellen des Mannes freilegt, ihn zur Hingabe verlockt, ehe sie seinen Paarungstrieb, seine grösste Schwäche, aggressiv gegen den Mann wendet, um ihn beispielsweise öffentlich blosszustellen. Die Rache der enttäuschten Frau kann grausam sein. Sie hat sich lebenspraktisch, aber auch als wirksames Instrument der Zähmung und Zivilisierung des Mannes bewährt. Männer lassen sich von den Frauen auch deshalb steuern und erziehen, weil sie um die Macht der weiblichen Sanktionsarsenale wissen.

Männern, die sich gegenüber den falschen Frauen entblössen, ist nicht zu helfen. Sie scheitern kläglich in der Wildnis. Handkehrum sollte die Gesellschaft eine gewisse Toleranz entwickeln gegenüber Männern, die ihren Trieben legal zum Opfer fallen. Der Mann ist schwach in seiner Eigenschaft als begehrendes Tier, weil ihn die Natur so gebaut hat. Frauen, die das ausnützen, sind keine Heldinnen. Sie missbrauchen nur die Macht, die ihnen die Natur in die Wiege legte.

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2014-36/editorial-begehren-die-weltwoche-ausgabe-362014.html

 

Mein Kommentar: Bravo! Klar beobachtet und mit Zivilcourage vorgetragen. In Deutschland, im Land des fast vollendeten Staatsfeminismus, hätten man diese Meinung nicht veröffentlichen können, Kritik an Frauen ist hier Tabu.

„Ökonomisch gesehen ist die Situation der Prostituierten mit der einer verheirateten Frau vergleichbar. Der einzige Unterschied zwischen denen, die sich durch Prostitution veräußern und denen, die sich durch die Ehe veräußern, besteht im Preis und in der Dauer des Vertrages”

Simone de Beauvoir

Wegen solcher Gedankenäußerungen wurde Leo Tolstoi 1901 exkommuniziert.

Ich habe neulich auf die Frage einer Kunsthistorikerin zur Interpretation vom Hohen Lied des Salomo (huch, was ist das?) ihr geantwortet: „Ist doch klar, das männliche Sexgestöhne an eine Frau, umgewandelt in eine Ode an Jerusalem, wie immer, wird das Geilheitsheulen als Liebe ausgegeben, klingt ja „besser“. Sie haben darin keine Erfahrung, fragen Sie aber Ihren Mann, er wird es wissen. 😉 „

Oft werde ich von Frauen gefragt, als ob ich ein Wahrsager wäre, ob der Mann, mit dem sie anbandeln, sie heiraten werde und ich antworte: „Wenn Sie ihm seinen Verstand rauben, so daß er den Kopf für Sie verliert, dann ja.“ Und damit er bleibt, muß die Anästhesie weiterwirken, der Stoff des Begehrens muß stetig sorgfältig verabreicht werden, damit der Mann aus dem künstlichen Koma nicht aufwacht, denn sobald er wach wird und nicht mehr begehrt, dann haut er ab. Das ist eben die Kunst der Betörung, der Anästhesie, denn nicht jeder ist für das gleiche Anästhetikum anfällig, frau muß die für den Patienten richtige Mixtur machen und diese auch passend dosieren. Und das ist schön eine hohe Kunstfertigkeit. Aber von nichts kommt nichts und von so was, kommt so was.

Männer regieren die Welt und Frauen regieren die Männer.

Und was für den Mann sein Trieb bezogen auf Frauhabenwollen (oder was nach Frau aussieht, es kann auch ein anderer Männerhintern sein, usw.), das ist für die Frau ihr Trieb bezogen auf Kinderhabenwollen (oder was nach Kindern aussieht, hauptsache mit großen Augen und kuschelig, Koalabärchen, Robbenbabies, Katzen, Pferde, usw.. Kinder und Kinderähnliches sind am meisten sexy für die Frau.

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Die Kunst empirischer Sozialforschung

Ich hab’s ja immer schon vermutet: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Stillzeit und Lebenserfolg. Dieser Verdacht hat gerade durch eine brasilianische Sozialstudie neue Nahrung bekommen:

Für den Nachweis fängt diese Wissenschaft erstmal an zu zählen: Sie nimmt 3500 Probanden, ermittelt 1., ob und wie lange sie von ihren Müttern gestillt wurden, unterzieht sie 2. als 30jährige Erwachsene einem Intelligenztest und checkt 3. ihr aktuelles Monatseinkommen.

Dann setzt sie die Ergebnisse aus 1. bis 3. in eine Tabelle ein, behauptet einen qualitativen Zusammenhang zwischen den ermittelten Zahlenkolonnen, wühlt im Handbuch für empirische Sozialforschung nach einem Korrelationskoeffizienten, mit dem sich die Signifikanz dieses Zusammenhangs mathematisch einwandfrei berechnen lässt – und schon kommt dabei raus:
,,Menschen, die als Babys gestillt wurden, sind nach einer neuen Studie im Fachmagazin ‘Lancet’ im Erwachsenenalter intelligenter und bekommen zudem höhere Gehälter”. Etwas genauer vielleicht? Bitte sehr: ,,Ein Mensch, der als Baby mindestens ein Jahr lang gestillt wurde, legte nach der Studie durchschnittlich um vier IQ-Punkte zu, wies 0,9 Jahre mehr an Schulbildung auf und hatte ein um 341 brasilianische Real (98 Euro) höheres Monatseinkommen als diejenigen Studienteilnehmer, die kürzer als einen Monat gestillt worden waren.”

Je Stillzeit, desto schlauer, je schlauer, desto Einkommen – endlich wissen wir Bescheid: Nicht der Arbeitgeber entscheidet über meinen Lohn, sondern meine Intelligenz. Und die ist umso höher, je länger ich gestillt wurde. Wer ist also schuld, wenn’s nicht so klappt wie gedacht: Mutter! Hätte sie mich doch länger stillen sollen, dann gäb’s heute mehr Kohle und ich wäre mindestens Leiter einer sozialwissenschaftlichen Forschungsgruppe…

Aber echt besorgt bin ich, wenn ich im selben Artikel lesen muss, dass die ,,Nationale Stillkommission (!), ein am Bundesinstitut für Risikobewertung (!!) angesiedeltes Expertenkomitee” feststellen muss, dass die bundesdeutsche Mutter im Schnitt nur 7,5 Monate stillt. Mindestens viereinhalb zu wenig! Und überhaupt stillen nur 82% der Mütter! Wenn das keine Verschwendung von nationalem Potential ist! Einerseits. Auf der anderen Seite: Wenn sie jetzt alle stillen wie die Weltmeister – wer bekommt dann eigentlich noch die Billiglöhne, mit denen Deutschlands Kapitalisten ihre Konkurrenz untereinander führen?

Alle Zitate aus: (F.A.Z. vom 19.3.2015)

http://keinort.de/?p=799