Kategorie-Archiv: Simulanten

Psychokratie – eine neue Nomenklatura in Deutschland

Schmalz

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

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Psychokratie – eine neue Nomenklatura in Deutschland

 

Es gibt zweierlei Ethik, die Ethik der Moral und die Ethik der Verantwortung.

Die Ethik der Moral begnügt sich mit dem Alarmismus der permanenten Gefahr des nahenden Weltuntergangs und ruft zur immer stärkeren Finanzierung der Wanderprediger auf, die heute als Psychotherapeuten durch die Medienlandschaft ziehen.

Die Ethik der Verantwortung überlegt die realen Möglichkeiten der psychotherapeutischen Hilfe, auch die Grenzen dessen, was der Behandler und der Patient in einer Psychotherapie leisten und erreichen können.

In regelmäßigen Zeitabständen schlagen Vertreter der psychokratischen Nomenklatura Alarmglocken, daß das Heil der Menschheit gefährlich bedroht sei und daß Tätigkeitsfelder der Psychotherapeuten ausgeweitet werden müssen, damit sie die Leidenden dieser Welt durch ihren Ruach (Atem Gottes) von der Pein des Daseins befreien können. „Traumatisierung“ heißt die Erbsünde heute, die überall lauert, und die ein Psychotherapeut heilen könne, alleine durch seinen guten Willen, denn von Indikation, Methode, Wirksamkeit wird unter Psychotherapeuten gar nicht mehr diskutiert. „Jedem alles und zwar sofort!“ – heißt die Devise, und immer mehr Psychotherapeuten dafür immer mehr vom Mammon. Denn nur wenn es ums Geld geht, wird Kommunikation unter Psychotherapeuten lebhaft. Wenn Deutsche von Moral reden, dann geht es ihnen ums Geld. Wenn jeder jeden wird heiraten können, bald auch Individuen sich selbst, wenn sie sich nur stark genug selbst lieben, oder ihr geliebtes Haustier, mit dem schon manche heute Sex treiben, dann kann ein Psychotherapeut jeden psychotherapieren, auch wenn der Patient sich mit dem Psychotherapeuten nicht verbal verständigen kann, keinerlei Bildung hat, ein Analphabet ist und von Reflektion und Meinungsaustausch noch nie gehört hat. Everything goes! Halleluja! Die Psychotherapie in Deutschland ist zu einer religiösen Sekte geworden und eine ihrer Propheten ist Petra Bühring, die Redakteurin des Deutschen Ärzteblattes. Zuletzt hat sie zwei Apostelbriefe veröffentlicht, „Psychotherapeutische Versorgung: Mehr Flexibilität für alle“ in PP 14, Ausgabe Juni 2015, Seite 241 und „Gesundheitsversorgung von Migranten: Asylbewerber haben Anspruch auf Psychotherapie“ in PP 14, Ausgabe Juni 2015, Seite 246.

Dabei zeigt die TK-Studie, daß immer mehr Menschen mit der Diagnose Depression krankgeschrieben werden. Von 2000 bis 2013 nahmen die Fehlzeiten in Unternehmen aufgrund von Depressionen um fast 70 Prozent (sic! ) zu. Aber das reicht den Psychotherapeuten immer noch nicht, es müssen noch Flüchtlinge, Bundeswehrsoldaten, diese und solche und jene Gruppen in die Behandlungszuständigkeit der Psychotherapeuten verschleppt werden, immer mehr und immer mehr – und das Geld der Krankenkassen dafür natürlich auch, denn wo kämen wir hin, wenn jemand seine Behandlung, mindestens zum Teil, selbst bezahlen müßte? Nein, im Raubtiersozialismus muß der Staat alles zahlen, nix Selbstverantwortung!

Dem gegenüber möchte ich hier erinnern, daß eine Psychotherapie nur eine solche ist, wenn der Psychotherapeut erklären kann, was er und sein Patient in einer Psychotherapie denn konkret machen, wozu und mit welchen Mitteln, und wie lange es voraussichtlich dauern und wieviel das Ganze kosten wird? Diese einfache Frage geht aber in dem kosmischen Überschwang der guten Absicht unter. Gut gemeint ist aber schlecht gemacht. Mit den Mitteln der ambulanten psychodynamischen Psychotherapie (TfP, PA) sollen unbewußte neurotische Konflikte und ihre krankhaften Folgen geklärt und aufgehoben werden. „Trauma“ ist einfach ein schweres Erlebnis, es fängt also mit dem Geburtstrauma an, so daß die ganze Menschheit nach dem Prinzip der „Traumabehandlung“ behandelt werden müßte, wenn es nach Frau Bühring und ihresgleichen ginge. Mit dem Trick des „Traumas“, wird die Ursache des neurotischen Leidens aus dem geistigen Inneren des Individuums in die äußere Welt verschoben, der Mensch ist im Konzept des Traumas lediglich wie eine Billiardkugel, die von Aussen angestoßen wird, und hat keine Verantwortung mehr für sein Leiden, er ist einfach nur noch ein Opfer und Bührings sind seine himmlischen Retter. Nix Psychotherapie, nur noch eine Sekte mit Heilungsritualen, mit Kammern als Betroffenheits- und Empörungskanzeln und den Krankenkassen, also wir alle als Solidargemeinschaft, die diese psychokratischen Wanderprediger bezahlen sollen. Ich bin mit Psychoschmalzvertretern nicht solidarisch.

Helmut Remschnidt schrieb in „Psycho-Boom: Alle entdecken die Seele“ im Deutschen Ärzteblatt 2013; 110(13): A-604 / B-537 / C-537: „Was wir brauchen, ist wieder die Zusammenführung erprobter Therapiemaßnahmen und die Ausgliederung jener, für die es keinerlei Wirksamkeitsnachweise gibt. Was wir brauchen, ist eine ärztliche Ausbildung, die notwendiges Spezialwissen und die Verpflichtung zur Übersicht zu vereinbaren weiß.“

Petra Bühring fordert die Ausweitung der Psychotherapie auf Gebiete außerhalb der Richtlinienpsychotherapie, wohlwissend daß dann eine solche Behandlungsfreiheit grenzenlos wäre. Gottseidank setzen (aber wie lange noch?) Psychotherapierichtlinien und die damit verpflichteten Kontrolleure (sog. Gutachter) dem realitätsfernen megalomanen Anspruch der Psychotherapeuten Grenzen, gegen welche diese immerwieder anrennen.

Zur Erinnerung:

„Schicksalhafte Ereignisse, biographische Schwellensituationen, Fehlverhalten des sozialen Umfelds des Patienten, frühkindliche Traumatisierungen, Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz, Belastungen durch Organminderwertigkeiten usw. – solche Faktoren im weiten Bedingungsfeld der Biographie eines Patienten erbringen allein durch ihr Vorhandensein nicht schon den Nachweis der psychischen Ätiologie einer neurotischen Störung, deren Behandlung damit ausreichend begründet wäre.“ (Siehe Faber/Haarstrick Kommentar Psychotherapie-Richtlinien 9., aktualisierte und ergänzte Auflage, S.17)

„Die vorwiegend strukturell geprägten Persönlichkeitsstörungen, ohne konflikthafte neurotische Aktualproblematik, gehören nicht zum Indikationsbereich der Psychotherapie, weil sie nicht als „seelische Krankheit“ gelten können. Wohl aber können vorwiegend strukturelle Störungen zum Indikationsbereich der psychosomatischen Grundversorgung und vor allem der Psychiatrie gehören und dort in der vertragsärztlichen Versorgung einer verbalen Intervention zugänglich sein.“ (R: C § 21, besonders § 21a 1). (Siehe Faber/Haarstrick Kommentar Psychotherapie-Richtlinien 9., aktualisierte und ergänzte Auflage, S.20)

Gerd Rudolf weist in Forum der Psychoanalyse  2013/3 darauf hin, „dass nicht jedes aktuelle Lebensunglück und gar jede biografische Belastung zwangsläufig eine Traumatisierung bedeutet, dass ferner nicht jede Opferselbstzuschreibung gleichbedeutend ist mit einer posttraumatischen Störung und dass vor allem ein unkritisches therapeutisches Eingehen darauf eher das Risiko einer therapeutischen Schädigung als die Chance eines therapeutischen Nutzens beinhaltet. Wenn mittlerweile in einem erheblichen Teil der tiefenpsychologischen Anträge – und der verhaltenstherapeutischen Anträge ebenso – die genannten Probleme auftauchen, dann liegen die bedenklichen Folgen nicht in den „Nöten der Gutachter“, sondern in der Gefährdung von inadäquat behandelten Patienten; ein Thema, vor dem man nicht die Augen verschließen sollte, wenn man an der Qualität des psychotherapeutischen Versorgungssystems interessiert ist.“

Der psychotherapeutischen Tätigkeit würde es gut tun, wenn Psychotherapeuten mehr sachlich und konkret über die realen Möglichkeiten und Notwendigkeiten ihres Berufes diskutieren würden, anstatt daß sie eigene tatsächliche oder angebliche Kompetenz universal als das einzig denkbar heilende für jede Not marktschreierisch propagieren und dafür immer mehr staatliche Gelder fordern.

 

Veröffentlicht in:

 

Deutsches Ärzteblatt, Ausgabe Psychologischer Psychotherapeut 14, Juli 2015, Seite 324
Mehr auf:

L’Allemagne est malade!

https://psychosputnik.wordpress.com/2014/08/24/904/

 

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Practicus
am Sonntag, 14. Juni 2015
unredlich
diese dumme Situation der ungebremsten Nachfrage bei gebremsten Geldmitteln trifft doch die somatische Medizin in viel größerem Umfang als die wirtschaftlich wesentlich unbedeutendere Psychotherapie.
Warum sollen aber die Psychotherapeuten, die nicht zu einer „zwei.Minuten-Abfertigung“ ausweichen können, die Misere alleine ausbaden?
Die Sprechzimmer der somatischen Medizin quellen über von Menschen, denen nichts fehlt außer Lust auf Arbeit oder ein Gesprächspartner zuhause, oder denen wir Ärzte immer mehr normale Gesundheitszustände als krankhaft verkaufen sollen, weil gerade wieder ein neuer Wirkstoff erfunden wurde. Gerade kommt mit der „female sexual dysfunction“ die nächste für ein Arzneimittel erfundene Krankheit auf uns zu. Genauso, wie der Somatiker seine „Verdünnerscheine“ hat, gibt es auch beim Psychotherapeuten Fälle, die „leicht“ und mit wenig Aufwand behandelt werden können, aber dennoch eine ganze Stunde in Anspruch nehmen… seien sie den Psychotherapeuten doch gegönnt, auch somatische Mediziner sind froh, wenn nicht jeder Ratsuchende wirklich schwer krank ist.
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Die therapeutische Gutmenschenpraxis als ideologische Praxis und Emanzipationsersatz in Warenform
Über Psychowaren, Psychomarkt, Psychoherrschaft, kollektiven Narzissmus und die Ideologie des Sozialwesens als therapeutischer Hilfs- und Beratungsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit in der Krise

Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt der herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist Opium des Volkes. Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertals, dessen Heiligenschein die Religion ist.“ (Marx, MEW 1, S. 378 ff.)
Jeder dieser Sätze lässt sich ohne Abstriche auf die therapeutische Gutmenschenpraxis im Allgemeinen und jede ihrer Varianten im Besonderen beziehen. Man setze an Stelle von „Religion“ in dem obigen Zitat „therapeutische Gutmenschenpraxis, „New Age“; „humanistische Psychologie“, „transpersonale Psychologie“ oder „analytische Tiefenpsychologe“ und erhält wieder neue wahre Sätze und dieselbe richtige Kritik.
Das ist ein klarer und deutlicher Hinweis darauf, dass angeblich postmoderne therapeutische Ideologien und ihre psychoreligiösen Überhöhungen, wie sie in der „transpersonalen Psychologie“ und im „New Age“ mit Anleihen aus ostasiatischen Religionen (Buddhismus, Taoismus und Hinduismus) von der Kulturindustrie fabriziert und an Mann/Frau gebracht werden, in der modernen spätkapitalistischen Gesellschaft das funktionale Äquivalent für „die Rel igion“ sind. Sie sind in der spätkapitalistischen Welt weit mehr als Islam und das Christentum die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, das illusorische Glück der Massen vereinzelter Einzelner, „Opium des Volkes“. Ihre Kritik ist im Keim die Kritik jener spätkapitalistischen Verhältnisse, deren Heiligenschein sie sind und die begründete Forderung einen Zustand aufzugeben, der der therapeutischen Gutmenschenillusionen bedarf.
So wichtig dieser Hinweis von Marx ist, so wenig reicht er doch aus. Er muss ausgeführt werden, um sich in der Wirklichkeit zu bewähren. Dazu gehört, dass nicht nur das Alte der therapeutischen Ideologien erkannt, sondern auch begriffen wird, warum die alten Religionen sich in der voll entwickelten kapitalistischen Gesellschaft  verändern und einen Funktionswandel durchmachen müssen, der sie selbst zu psychoreligiösen Seelenmassage ohne bestimmten Inhalt werden lässt oder am Ende durch die ideologische therapeutisch Praxis und ihren pseudoreligiösen Überbau gänzlich ersetzt. Eben das leisten die im Folgenden wieder neu veröffentlichten Aufsätze aus: „Initiative Sozialistisches Forum, Diktatur der Freundlichkeit, Über Bhagwan, die kommende Psychokratie und Lieferanteneingänge zum wohltätigen Wahnsinn, Freiburg: ça ira 1984“Initiative Sozialistisches Forum
Die Entstehung der Psychokratie aus dem Selbstwiderspruch
der bürgerlichen Gesellschaft
Joachim Bruhn
Unter Zwischenmenschen
Bhagwan Shree Rajneesh und die Verwandlung der bürgerlichen Gesellschaft zur therapeutischen Hilfsgemeinschaft auf GegenseitigkeitAchim Szepanski
Psychoware – der pornographische Blick ins fungible SubjektWolfgang Pohrt
Die Produktion des Charismas in der therapeutischen Gemeinschaft.Hinzu füge ich einen Essay von mir selbst:Heinz Gess
Der „Neue Mensch“ bei Bhagwan, Bahro und Wilhelm ReichHeinz GessLink zum Artikel (PDF): „Die therapeutische Gutmenschenpraxis als ideologische Praxis und Emanzipationsersatz in Warenform „. Klicken Sie bitte hier. line-wordpress-long

Genese und Geltung
Wie sich das Denken mit den Mitteln des Denkens selbst zerstört

Die Enttäuschung an der Realität, die Verzweiflung an der Möglichkeit realer Befriedigungen führt zur Flucht aus der Realität.

Henry Lowenfeld
in: Zur Psychologie des Faschismus
Wenn es um den Schutz der Ge­sund­heit, zu­min­dest im Wes­ten, geht, dann gibt es noch Zi­vil­cou­ra­ge, sogar unter Stu­den­ten. „Sorry, but you can’t smoke on Cam­pus“, wies ein Kom­mi­li­to­ne einen jun­gen Mann höf­lich zu­recht, der sich ver­deckt dabei fil­men ließ, wie er auf dem Uni­ver­si­täts­ge­län­de der Uni­ver­si­ty of Ca­li­for­nia in Ber­ke­ley, die ISIS-Fah­ne schwen­kend, eine Zi­ga­ret­te rauch­te. Ab­ge­se­hen von die­sem kur­zen In­ter­mez­zo ließ man ihn je­doch ge­wäh­ren und ging wort­los an ihm vor­bei. Dies än­der­te sich je­doch schlag­ar­tig, als der junge Mann die ISIS-Fah­ne gegen die des jü­di­schen Staa­tes ein­tausch­te. Nun ha­gel­te es wüste Be­schimp­fun­gen und Dro­hun­gen, das Üb­li­che aus dem Ar­se­nal der „Is­ra­el­kri­ti­ker“: „Kid-Kil­lers, Thie­ves, Ge­no­ci­de“ und der­glei­chen mehr. (1)Wer nun meint, von die­ser Per­for­mance nicht auf die Wirk­lich­keit schlie­ßen zu kön­nen, sieht sich eines Bes­se­ren be­lehrt, wenn er nur einen Blick über den Kanal nach Eng­land wirft. Am 16. Ok­to­ber 2014 be­rich­te­te die Haa­retz von der Insel näm­lich fol­gen­des: „Die na­tio­na­le Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung des ver­ei­nig­ten Kö­nig­reichs hat einen An­trag, der den Is­la­mi­schen Staat ver­ur­teilt, mit der Be­haup­tung zu­rück­ge­wie­sen, die­ser sei is­la­mo­phob.“ Gegen die­sen An­trag hatte eine Stu­den­tin der post­ko­lo­nia­len Theo­rie und der Spra­che (ver­mut­lich An­glis­tik) in Bir­ming­ham, die Ab­ge­ord­ne­te schwar­zer Stu­den­ten, Malia Bouat­tia, mo­bi­li­siert. Die Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung ver­laut­bar­te schließ­lich Fol­gen­des: „Wir an­er­ken­nen, dass die Ver­ur­tei­lung von ISIS zu einer Recht­fer­ti­gung von Krieg und of­fe­ner Is­la­mo­pho­bie ge­kom­men zu sein scheint. […] Diese Rhe­to­rik ver­schlim­mert den Ge­gen­stand, um den es geht, und im We­sent­li­chen ist es ein wei­te­rer An­griff auf die­je­ni­gen, die wir zu ver­tei­di­gen be­ab­sich­ti­gen. […] Die Kam­pa­gne Schwar­zer Stu­den­ten in­ner­halb der na­tio­na­len Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung un­ter­stützt Black com­mu­nities auf dem gan­zen Glo­bus kom­pro­miss­los gegen Im­pe­ria­lis­mus und west­li­che Ein­mi­schung, die, wie die Ge­schich­te zeigt, viel zu oft zum Leid der Schwar­zen ge­führt hat.“ (2) Auf der­sel­ben Sit­zung der na­tio­na­len Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung wurde die eu­ro­pa­skep­ti­sche Par­tei UKIP ver­ur­teilt und zu einem Boy­kott des jü­di­schen Staa­tes auf­ge­ru­fen.

Wilde und Neurotiker

Fast gleich­zei­tig regte sich gegen die „wei­ßen“ Zu­mu­tun­gen auch Wi­der­stand am re­nom­mier­ten lin­ken Golds­miths-Col­le­ge in Lon­don. Die streng be­kopf­tuch­te stu­den­ti­sche Ab­ge­ord­ne­te für Er­zie­hungs­wis­sen­schaf­ten, Sarah El-al­fy, for­der­te dort ihre Kom­mi­li­to­nen in der stu­den­ti­schen Voll­ver­samm­lung der Uni­ver­si­tät dazu auf, dem ein­ge­brach­ten An­trag, doch einen of­fi­zi­el­len Ge­denk­tag des Ho­lo­caust an der Uni ein­zu­füh­ren, und zwar neben denen für die Opfer des Sta­li­nis­mus, des Ho­lo­do­mors, also der Sta­lin­schen Aus­hun­ge­rung der ukrai­ni­schen Be­völ­ke­rung, sowie des Ge­no­zids an den Ar­me­ni­ern eine Ab­fuhr zu er­tei­len, weil ein sol­ches An­sin­nen „eu­ro­zen­trisch“ und „ko­lo­nia­lis­tisch“ wäre. El-al­fy fügte hinzu: „Ge­denk­ta­ge soll­ten nicht bloß auf eine Liste eu­ro­päi­scher ge­schicht­li­cher Er­eig­nis­se re­du­ziert wer­den. […] An­ge­sichts un­se­rer lan­gen Ge­schich­te sich für Di­ver­si­tät und die An­er­ken­nung zahl­rei­cher Kämp­fe ein­zu­set­zen und in An­be­tracht der Tat­sa­che, dass der­zeit der Monat der schwar­zen Ge­schich­te [Black His­to­ry Month] ist, fühle ich, dass der An­trag nicht weit genug ging.“ Ihrer Auf­for­de­rung wurde flugs mit einer durch­aus to­ta­li­tä­ren Mehr­heit von 60 zu 1 Stim­men ent­spro­chen. Ein be­son­ders sen­si­bler Stu­dent wird mit den Wor­ten zi­tiert: „Der An­trag würde Leute dazu zwin­gen, sich an Sa­chen zu er­in­nern, an die sie sich mög­li­cher­wei­se nicht er­in­nern möch­ten.“ (3)

Der­ar­ti­gen Aus­sa­gen und Re­ak­ti­ons­wei­sen mit dem de­zen­ten Hin­weis auf die his­to­ri­schen Tat­sa­chen be­geg­nen, bei­spiels­wei­se dar­auf auf­merk­sam ma­chen zu wol­len, dass die An­nah­me von ho­mo­ge­nen „black com­mu­nities around the world“ ein ras­si­sches Phan­tas­ma dar­stellt, und dass die west­li­che Ein­mi­schung die Skla­ve­rei nicht ein­ge­führt, son­dern ab­ge­schafft und dem we­sent­lich um­fang­rei­che­ren arabo-mus­li­mi­schen Skla­ven­han­del – zwar zö­ger­lich, aber im­mer­hin – den Rie­gel vor­ge­scho­ben hat, oder klar­zu­stel­len, dass die Opfer des Sta­li­nis­mus doch größ­ten­teils im Gulag ver­nich­tet wur­den, die am an­de­ren Ende der Welt, näm­lich in Si­bi­ri­en ge­le­gen waren, dass auch eine von einem pa­läs­ti­nen­si­schen Mos­lem ge­lei­te­te mus­li­mi­sche SS-Di­vi­si­on das Mor­den in Bos­ni­en über­nahm und die­ser Amin al-Hus­s­ei­ni zudem ganz per­sön­lich die Ver­nich­tung der un­ga­ri­schen Juden in die Hand nahm, oder dass der Ge­no­zid an den Ar­me­ni­ern sich doch öst­lich der ter­ri­to­ria­len Gren­ze Eu­ro­pas am Bos­po­rus er­eig­ne­te, oder höf­lich nach­zu­fra­gen, was diese Ver­nich­tun­gen denn über­haupt mit der „An­er­ken­nung zahl­rei­cher Kämp­fe“ zu tun hät­ten, ginge völ­lig ins Leere. Denn man hat es bei den zi­tier­ten Äu­ße­run­gen mit Phä­no­me­nen zu tun, die psy­cho­lo­gi­scher Natur sind: Hier zählt, wie Freud sagt, aus­schließ­lich die „neu­ro­ti­sche Wäh­rung, d.h. nur das in­ten­siv Ge­dach­te, mit Af­fekt Vor­ge­stell­te, des­sen Über­ein­stim­mung mit der Rea­li­tät ne­ben­säch­lich ist.“ (4)

Im zwei­ten Teil sei­ner – in den Augen die­ser auf den post­mo­der­nen Hund ge­kom­me­nen Stu­den­ten, si­cher­lich ganz und gar ver­dam­mens­wer­ten, weil eu­ro­zen­tri­schen – Schrift Totem und Tabu, die den – wor­auf der ös­ter­rei­chi­sche Psy­cho­ana­ly­ti­ker Saama Mani auf­merk­sam ge­macht hat – gänz­lich de­zen­trie­ren­den, weil uni­ver­sa­len Un­ter­ti­tel Ei­ni­ge Über­ein­stim­mun­gen im See­len­le­ben der Wil­den und Neu­ro­ti­ker trägt, geht Freud der Lö­sung des Rät­sels des Tabu nach und spricht dabei fol­gen­de, jeden ech­ten Eu­ro­zen­tri­ker wohl zu­tiefst be­lei­di­gen­de Ver­mu­tung aus: „Es darf uns ahnen, dass das Tabu der Wil­den Po­ly­ne­si­ens doch nicht so weit von uns ab­liegt, wie wir zu­erst glau­ben woll­ten, dass die Sit­ten- und Mo­ral­ver­bo­te, denen wir selbst ge­hor­chen, in ihrem Wesen eine Ver­wandt­schaft mit die­sem pri­mi­ti­ven Tabu haben könn­ten und dass die Auf­klä­rung des Tabu ein Licht auf den dun­keln Ur­sprung un­se­res ei­ge­nen ‚ka­te­go­ri­schen Im­pe­ra­tivs‘ zu wer­fen ver­möch­te.“

In der Frage nach der psy­cho­lo­gi­schen Ge­ne­se des­sen also, was nicht nur in der eu­ro­päi­schen Phi­lo­so­phie der Auf­klä­rung mit zum höchs­ten der Kul­turi­dea­le ge­rech­net wer­den darf, dem ka­te­go­ri­schen Im­pe­ra­tiv der Kant­schen Ver­nunft- bzw. Mo­ral­phi­lo­so­phie, macht Freud eine „Ver­wandt­schaft“ mit dem „pri­mi­ti­ven Tabu“ aus. „Weit davon ent­fernt also dem eu­ro­päi­schen Men­schen eine zen­tra­le Stel­lung sei­ner Kul­tur unter allen an­de­ren Kul­tu­ren zu at­tes­tie­ren, schreibt Totem und Tabu jene Krän­kung [ge­meint ist die drit­te, streng ge­nom­men, vier­te der Mensch­heit nach Ko­per­ni­kus, Dar­win und Marx; P.W.] mit den Mit­teln der Eth­no­psy­cho­ana­ly­se fort. Kränkt die in­di­vi­du­el­le Psy­cho­ana­ly­se das Sub­jekt durch Kon­fron­ta­ti­on mit des­sen in­ne­rem Aus­land, […] also dem Un­be­wuss­ten, kränkt der eth­no­psy­cho­ana­ly­ti­sche An­satz von Totem und Tabu die Zi­vi­li­sier­ten, re­spek­ti­ve die Eu­ro­pä­er, indem er ihnen vor Augen führt, wie­viel sie mit den Wil­den, jenen Be­woh­nern des äu­ße­ren Aus­lands, ge­mein haben.“ (5)

So­we­nig also wie die Psy­cho­ana­ly­se ka­te­go­risch in krank und ge­sund trennt, so­we­nig pos­tu­liert sie einen ka­te­go­ri­schen, son­dern bloß gra­du­el­len Un­ter­schied zwi­schen den Wil­den, Pri­mi­ti­ven und den „zi­vi­li­sier­ten Völ­kern“. Und ge­ra­de weil sie damit gemäß dem la­ten­ten Ge­schichts­op­ti­mis­mus in Totem und Tabu an der auf­klä­re­ri­schen Vor­stel­lung der einen Mensch­heit und ihrer einen Ge­schich­te fest­hält, re­gis­triert sie auch den hier­ar­chi­schen Ab­stand eben­die­ser „zi­vi­li­sier­ten Völ­ker“ zu den „tief­ste­hen­den Kul­tu­ren“. (6) Aber, und das ist zu­gleich das selbst­re­fle­xi­ve Pro­gramm einer Dia­lek­tik der Auf­klä­rung vor dem Zi­vi­li­sa­ti­ons­schwund, sie ist von einer er­heb­li­chen Skep­sis ge­tra­gen hin­sicht­lich der Re­sis­tenz­kraft eben die­ser „zi­vi­li­sier­ten Völ­ker“ gegen die zu­neh­men­de Kul­tur­feind­schaft, d.h. die mas­sen­psy­cho­lo­gi­schen Re­gres­sio­nen, wie sie kurz nach Ver­öf­fent­li­chung der Schrift im ers­ten Welt­krieg, im völ­ki­schen Wahn der Deut­schen und der dar­aus re­sul­tie­ren­den Ver­nich­tung und ge­gen­wär­tig im po­li­ti­schen Islam sich dann auch ma­ni­fes­tier­ten.

Freuds Rede von der Mög­lich­keit einer den Kul­tur­pro­zess stets be­glei­ten­den und wo­mög­lich un­ter­mi­nie­ren­den Re­gres­si­on, wo­nach das ein­zel­ne In­di­vi­du­um wie auch kol­lek­ti­ve Grup­pen je­der­zeit auf einen his­to­risch be­reits über­wun­de­nen, frü­he­ren nar­ziss­ti­schen Ent­wick­lungs­stand zu­rück­fal­len kön­nen, der sich durch ma­gi­sches Wunsch­den­ken, phan­tas­ti­sche Ver­ken­nung der Rea­li­tät, All­macht der Ge­dan­ken, also Pa­ra­noia, aus­zeich­net, im­pli­ziert zu­gleich not­wen­dig immer ihren Ge­gen­be­griff: den des Fort­schritts. Und damit, was so­wohl in­di­vi­du­ell als „nor­ma­le“ Sub­jekt­wer­dung bzw. wenn diese mas­siv ge­stört wird, als Ziel einer er­folg­rei­chen psy­cho­ana­ly­ti­schen The­ra­pie, wie auch kol­lek­tiv für ge­lin­gen­de Kul­tur­ent­wick­lung zu gel­ten hätte: die Be­fä­hi­gung zur kri­ti­schen Selbst­be­sin­nung, zur rea­lis­ti­schen Ur­teils-, Lie­bes- und Ar­beits­fä­hig­keit, kurz: die (Wie­der-)Her­stel­lung von Reife und Au­to­no­mie. (7)

Aus den Augen, aus dem Sinn

Dass Freud hier Onto- wie Phy­lo­ge­ne­se par­al­lel führt bzw. in­ein­an­der über­setzt, hat den Zweck, dar­zu­le­gen, wie pre­kär so­wohl ge­sell­schaft­li­cher Fort­schritt, etwa die Ver­mitt­lung der Herr­schaft durch das Recht (8), als auch in­di­vi­du­el­le Rei­fungs­pro­zes­se hin zu einer er­sehn­ten Stär­kung bzw. Rei­fung des Ichs bis­lang ge­blie­ben sind und an­ge­sichts der Über­macht ob­jek­ti­ver ge­sell­schaft­li­cher Ver­hält­nis­se, denen das In­di­vi­du­um ziem­lich schutz- und hilf­los, im der­zeit bes­ten Fall als Ar­beits­kraft­be­häl­ter bloß funk­tio­nal an­ge­hängt ist, auch blei­ben müs­sen. Wenn man Freuds On­to­lo­gie des fal­schen Zu­stands, sei­nen ahis­to­ri­schen, funk­tio­na­len Be­griff der bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft (9), in der Par­ti­al- und All­ge­mein­in­ter­es­se als be­reits ver­söhnt un­ter­stellt wer­den, wes­halb er auch un­um­wun­den ein han­deln­des Kol­lek­tiv­sub­jekt der Gat­tung un­ter­stellt, nicht teilt, gilt es den­noch, die kri­ti­schen Ein­sich­ten der Psy­cho­ana­ly­se und die Po­ten­zen, die sie auch bei Freud auf­weist, gegen man­che Be­schrän­kung ihres Au­tors zu wen­den, was die Kri­ti­sche Theo­rie, vor allem bei Ador­no und Mar­cu­se, dann ja auch getan hat.

Wenn man­che heute im Wes­ten aber zu­neh­mend eine „hei­li­ge Scheu“ – so Freuds Über­set­zung des po­ly­ne­si­schen Wor­tes Tabu – an den Tag legen, des Ho­lo­causts zu ge­den­ken, wäh­rend sie sich gleich­zei­tig über die Bar­ba­rei der­je­ni­gen aus­schwei­gen, die die­sen zu wie­der­ho­len sich an­schi­cken, oder wie die Gen­der-Pro­fes­so­rin Antje Lann Horn­scheidt von der HU in Ber­lin, die ma­gi­sches Den­ken mit Wis­sen­schaft ver­wech­selt, nicht als Mann oder Frau, son­dern als „ver­ehr­tx Profx“ an­ge­spro­chen wer­den wol­len (10), dann wären diese bi­zar­ren Phä­no­me­ne samt der ihnen un­ter­leg­ten Theo­ri­en vor dem Hin­ter­grund der dy­na­mi­schen Ein­sich­ten Freuds als klas­si­scher Fall einer den Tabus und Zwangs­hand­lun­gen zu­grun­de­lie­gen­den in­fan­ti­len Ge­fühls­am­bi­va­lenz auf­zu­fas­sen. Denn of­fen­sicht­lich an die­sen „Ich mache mir die Welt, wie sie mir ge­fällt“-In­fan­ti­lis­men ist, dass hier ein pri­mi­ti­ves Ver­mei­dungs­ver­hal­ten am Werk ist, das alle Züge ma­gi­schen Den­kens trägt, setzt es doch kon­se­quent psy­cho­lo­gi­sche Ge­set­ze an die Stel­le na­tür­li­cher.

Und zwar in­so­fern, als sich in der Wei­ge­rung, reale Sach­ver­hal­te auch nur aus­zu­spre­chen, das „Haupt- und Kern­ver­bot bei der Neu­ro­se“ of­fen­bart, das, wie beim Tabu auch, die Be­rüh­rung um­fasst, wor­aus sich sein Name „Be­rüh­rungs­angst, délire de tou­cher“ ab­lei­tet. Freud macht dar­auf auf­merk­sam, dass der Be­deu­tungs­um­fang die­ser Be­rüh­rungs­angst auch den der „über­tra­ge­nen Rede“ an­neh­men kann, im Sinne von „in Be­rüh­rung kom­men.“ Die „Ge­dan­ken­be­rüh­rung“ wird aus die­sem Grund wie auch der un­mit­tel­ba­re, leib­li­che Kon­takt per­hor­res­ziert. Wie klei­ne Kin­der also, die sich ver­steckt zu haben glau­ben, wenn sie sich nur die Augen zu­hal­ten, glau­ben die zwang­haf­ten bri­ti­schen Stu­den­ten oder auch die deut­schx fe­mi­nis­ti­schx Sprach­kämpfx, einen Bei­trag zur Be­kämp­fung des Bösen, in ihren Augen also des Wes­tens oder der He­te­ro­nor­ma­ti­vi­tät zu leis­ten, indem sie be­stimm­te Sprach­hand­lun­gen un­ter­las­sen, so als ob die Fak­ten, die his­to­ri­sche Wahr­heit oder auch das bio­lo­gi­sche Ge­schlecht erst mit ihrer Be­nen­nung in die Welt kämen.

Wenn es also stimmt, was Freud sagt, dass es nahe liegt „die Hoch­schät­zun­gen und Über­schät­zun­gen der psy­chi­schen Ak­tio­nen bei den Neu­ro­ti­kern und Pri­mi­ti­ven in Be­zie­hung zum Nar­ziss­mus zu brin­gen und sie als we­sent­li­ches Teil­stück des­sel­ben auf­zu­fas­sen“, wir also „im Nach­weis der All­macht der Ge­dan­ken bei den Pri­mi­ti­ven ein Zeug­nis für den Nar­ziss­mus er­bli­cken dür­fen, so kön­nen wir den Ver­such wagen, die Ent­wick­lungs­stu­fen der mensch­li­chen Welt­an­schau­ung mit den Sta­di­en der li­bi­di­nö­sen Ent­wick­lung des Ein­zel­nen in Ver­gleich zu zie­hen. Es ent­spricht dann zeit­lich wie in­halt­lich die ani­mis­ti­sche Phase dem Nar­ziss­mus, die re­li­giö­se Phase jener Stufe der Ob­jekt­fin­dung, wel­che durch die Bin­dung an die El­tern cha­rak­te­ri­siert ist, und die wis­sen­schaft­li­che Phase hat ihr vol­les Ge­gen­stück in jenem Rei­fe­zu­stand des In­di­vi­du­ums, wel­cher auf das Lust­prin­zip ver­zich­tet hat und unter An­pas­sung an die Rea­li­tät sein Ob­jekt in der Au­ßen­welt sucht.“ (11)

Na­tür­lich ist die Ein­tei­lung der Mensch­heits­ge­schich­te dem Drei-Sta­di­en-Ge­setz des Po­si­ti­vis­mus Au­gus­te Com­tes (12) ab­ge­schaut und re­flek­tiert of­fen­kun­dig das li­nea­re Fort­schritts­mo­dell der Auf­klä­rung des selbst­be­wuss­ten, re­vo­lu­tio­nä­ren Bür­ger­tums Frank­reichs. Aber im Ge­gen­satz zum Po­si­ti­vis­mus weiß Freud, dass die frü­he­ren Stu­fen nicht ein für al­le­mal über­wun­den wur­den, son­dern eine stets prä­sen­te Vir­tua­li­tät be­hal­ten – mit den be­kann­ten ka­ta­stro­phi­schen Kon­se­quen­zen. In Zei­ten des phan­tas­ti­schen Stur­zes des Po­si­ti­vis­mus käme es des­halb zu­nächst dar­auf an, die be­wusst­sein­s­un­ab­hän­gi­ge, reale Au­ßen- bzw. Ob­jekt­welt vor den il­lu­sio­nä­ren Wunsch­phan­ta­si­en kol­lek­tiv re­gre­die­ren­der Nar­ziss­ten zu ret­ten. (13)

Get real

Das reife, ma­te­ria­lis­ti­sche Mo­ment, wo­nach Wis­sen­schaft erst ein­setzt, wenn man ein­ge­se­hen hat, dass man die Welt nicht kennt und darum nach Wegen su­chen muss, um sie ken­nen­zu­ler­nen, dass man also nach wirk­li­chen, nicht vor­ge­stell­ten Kau­sa­li­tä­ten in den Na­tur­wis­sen­schaf­ten, Ge­schichts­wis­sen­schaf­ten, der Me­di­zin, der Psy­cho­lo­gie oder So­zio­lo­gie fahn­den muss, um sich bes­ten­falls einen kri­ti­schen Be­griff von In­di­vi­du­um und Ge­sell­schaft ma­chen zu kön­nen, um Wege zu fin­den, das pe­ren­nie­ren­de Lei­den ab­zu­schaf­fen oder we­nigs­tens zu mi­ni­mie­ren, gerät zu­neh­mend auch unter Be­schuss einer post­mo­der­nen Ge­gen­auf­klä­rung, einer so­zia­len De­kon­struk­ti­on bzw. ge­nau­er: De­struk­ti­on der Wis­sen­schaft mit üblen Kon­se­quen­zen. Und zwar in ers­ter Linie für die post­ko­lo­nia­len Sub­al­ter­nen, für deren vor­geb­li­che Ret­tung vor dem im­pe­ria­lis­ti­schen und eu­ro­zen­tri­schen Wes­ten der ganze ob­sku­ran­tis­ti­sche Ho­kus­po­kus über­haupt erst er­fun­den wurde.

Meera Nanda, eine in­zwi­schen in den USA le­ben­de, ganz und gar an­ti­im­pe­ria­lis­tisch ge­sinn­te Mo­le­ku­lar­bio­lo­gin und Wis­sen­schafts­au­to­rin aus In­di­en, der man im­mer­hin zu­gu­te­hal­ten muss, dass sie an den Vor­aus­set­zun­gen des Den­kens (14) ri­go­ros fest­hält, hat 1997 in einem Ar­ti­kel (15) für das mar­xis­ti­sche US-Jour­nal Month­ly Re­view her­aus­ge­ar­bei­tet, wie die Ideo­lo­ge­me west­li­cher, post­mo­der­ner, so­zi­al-kon­struk­ti­vis­ti­scher An­ti-Wis­sen­schaft zwar welt­weit wir­ken, im kon­kre­ten Bei­spiel aber durch so­ge­nann­te neo-gan­dhia­ni­sche „in­di­ge­ne Wis­sen­schafts­be­we­gun­gen“, die sich aus den Hin­du­na­tio­na­lis­ten der BJP (16) re­kru­tie­ren, auf­ge­grif­fen wer­den. Diese brin­gen be­haup­te­te kul­tu­rel­le Ei­gen­hei­ten gegen Be­mü­hun­gen um eine ver­nünf­ti­ge Un­ter­rich­tung in den länd­li­chen Ge­bie­ten und ur­ba­nen Slums In­di­ens durch die peop­le’s sci­ence mo­ve­ments (17) in An­schlag.

Deren Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen „brin­gen die Bil­dung in den mo­der­nen wis­sen­schaft­li­chen Vor­stel­lun­gen, vor allem denen, die aus der mo­der­nen ,west­li­chen‘ Bio­lo­gie stam­men, voran […] Evo­lu­ti­ons­theo­rie, die Ge­set­ze der Phy­sik nach New­ton und be­zie­hen diese auf das All­tags­le­ben der Men­schen unter Zu­r­hil­fe­nah­me aller ver­füg­ba­ren kul­tu­rel­len Mit­tel: über Klas­sen­räu­me, bis hin zu Kunst­märk­ten, Lie­dern, Stra­ßen­eck­en­thea­tern und Wis­sen­schafts­pro­zes­sio­nen“. Bei­spie­le die­ser Bil­dungs­tä­tig­keit um­fas­sen As­tro­no­mie­kur­se, die die Lauf­bahn eines der Erde na­he­kom­men­den Ko­me­ten er­klä­ren oder sol­che, die über einen Pa­ra­si­ten auf­klä­ren, der eine na­tio­na­le Panik hin­sicht­lich eines „Flu­ches“, der auf grü­nem Ge­mü­se liege, aus­lös­te.

Die in­di­ge­nen Ge­gen­be­we­gun­gen auf der an­de­ren Seite, die die in­di­sche Le­bens­wei­se (18), also re­li­giö­sen Ob­sku­ran­tis­mus, Kas­ten­sys­tem und Un­ter­jo­chung der Frau­en, kon­ser­vie­ren wol­len, stem­men sich ve­he­ment gegen diese Un­ter­neh­mun­gen und „er­schaf­fen voll­kom­men neue Wis­sen­schaf­ten, in denen selbst die Na­tur­ge­set­ze un­ter­schied­lich sind, da sie ihre Le­gi­ti­mie­rung als Tat­sa­chen aus einer Welt­sicht ab­lei­ten, die or­ga­nisch und au­then­tisch auf den ,way of life‘ der Men­schen be­zo­gen ist, die in die­sen Ge­sell­schaf­ten leben.“ So haben bei­spiels­wei­se hin­du­is­ti­sche „re­vi­va­list par­ties“ in den Bun­des­staa­ten, in denen sie an die Macht kamen, die mo­der­ne Ma­the­ma­tik durch eine „of­fen­sicht­lich fal­sche Ver­si­on ,Ve­di­scher Ma­the­ma­tik’“ er­setzt. Wie un­schwer zu be­mer­ken, zählt das Nicht- bzw. Fal­sch­rech­nen­kön­nen si­cher­lich nicht zu den bes­ten Vor­aus­set­zun­gen für mit­tel­lo­se in­di­sche Sub­al­ter­ne, um sich den bru­ta­len Zwän­gen des Welt­mark­tes stel­len zu kön­nen bzw. zu müs­sen.

Ge­mein sind den in­disch-in­di­ge­nen wie auch den west­lich-so­zi­al-kon­struk­ti­vis­ti­schen Ideo­lo­gen für Volks­ver­dum­mung je­den­falls die we­sent­li­chen An­nah­men des „Strong Pro­gram­me“ der So­zio­lo­gie der Wis­sen­schaf­ten nach David Bloor und Barry Bar­nes (19): „dass die phy­si­sche ‚Wirk­lich­keit‘ nicht we­ni­ger als die so­zia­le ‚Wirk­lich­keit‘ im Grun­de ein so­zia­les und lin­gu­is­ti­sches Kon­strukt ist; dass wis­sen­schaft­li­ches ‚Wis­sen‘, weit davon ent­fernt ob­jek­tiv zu sein, die do­mi­nan­ten Ideo­lo­gi­en und Macht­be­zie­hun­gen der Kul­tur re­flek­tiert und ver­schlüs­selt, die es her­vor­ge­bracht hat; dass die Wahr­heits­an­sprü­che der Wis­sen­schaft in­hä­rent theo­rie­ge­la­den sind und dass der Dis­kurs der sci­en­ti­fic com­mu­ni­ty, trotz sei­nes un­be­streit­ba­ren Werts, kei­nen pri­vi­le­gier­ten epis­te­mo­lo­gi­schen Sta­tus be­an­spru­chen kann im Hin­blick auf die ge­gen­he­ge­mo­nia­len Nar­ra­ti­ve, die von dis­si­den­ten oder mar­gi­na­li­sier­ten Ge­mein­schaf­ten aus­ge­hen.“ (20)

Oder um die­sen Quatsch mit den Wor­ten der Kul­tur­psy­cho­lo­gen Ken­neth und Mary Ger­gen (21) zu­zu­spit­zen: „Es gibt keine be­son­de­re Kon­fi­gu­ra­ti­on von Wor­ten oder Sät­zen, die in ein­zig­ar­ti­ger Weise mit dem ver­bun­den ist, was wir ent­we­der die Welt ‚da drau­ßen‘ oder ‚hier drin­nen‘ nen­nen. Wir mögen wün­schen darin über­ein­zu­stim­men, dass ‚etwas exis­tiert‘, aber was auch immer ‚exis­tiert‘, stellt keine An­sprü­che an die Kon­fi­gu­ra­ti­on der Pho­ne­me oder Sätze, die Men­schen ge­brau­chen, um dar­über zu spre­chen. Aus die­sem Grund ent­zie­hen wir jeder Per­son oder Grup­pe das Pri­vi­leg einen über­le­ge­nen Wis­sens­an­spruch be­züg­lich des­sen, was exis­tiert, zu er­he­ben. Im Hin­blick auf die Wahr­heit (einer Pas­sung von Wort und Welt) oder Ver­nunft (das Ar­ran­ge­ment der Wör­ter selbst), kann keine Wis­sen­schaft, Re­li­gi­on, Phi­lo­so­phie, po­li­ti­sche Par­tei oder an­de­re Grup­pe ul­ti­ma­te Über­le­gen­heit be­an­spru­chen. Po­si­ti­ver aus­ge­drückt: ‚Die Welt kon­trol­liert nicht, was wir aus ihr ma­chen.’“ (22)

„Die Welt kon­trol­liert nicht, was wir aus ihr ma­chen“ – Pippi Lang­strumpf käme si­cher­lich zu kei­nen an­de­ren Schlüs­sen. Re­sul­tat die­ser ma­gi­schen kos­mi­schen Har­mo­nie ist in­des­sen, kon­se­quent zu Ende ge­dacht, dass es kei­nen Un­ter­schied zwi­schen dem Wahn und sei­ner Kri­tik, zwi­schen Himm­ler und Ador­no, mehr gibt bzw. geben kann. Die An­nah­me etwa, dass die Juden die Welt re­gie­ren, wes­we­gen man alle Ge­walt auf­bie­ten, um diese „Ge­gen­ras­se“ zu ver­nich­ten, und dabei selbst na­tür­lich „an­stän­dig“ blei­ben muss, ist hier­nach eine Sicht­wei­se, die ge­nau­so „gül­tig“ wie ihr Ge­gen­teil ist. Womit dann al­ler­dings auch das Kon­zept des „gül­tig seins“, d.h. der Gel­tung, und dem, was daran hängt, also Spra­che, Logik und Wahr­heit jeg­li­chen Sinn ver­lie­ren. Das Den­ken zer­stört sich mit den Mit­teln des Den­kens selbst.

Und das hat Tra­di­ti­on; man werfe nur einen Blick in Die deut­sche Ideo­lo­gie, Mar­xens Aus­ein­an­der­set­zung mit Max Stir­ner und den deut­schen So­zia­lis­ten, oder auf die Idea­lis­ten der deut­schen, po­li­ti­schen Ro­man­tik wie Her­der und Kon­sor­ten. Diese hat­ten, wor­auf Alain Fin­kiel­kraut ein­mal hin­ge­wie­sen hat, be­reits der Phi­lo­so­phie der Auf­klä­rung vor­ge­wor­fen, sich ar­ro­gant im Geist über das Sein zu er­he­ben, an­statt de­mü­tig an­zu­er­ken­nen, dass „es“, also der Volks­geist, immer schon in uns bzw. uns denkt. Diese Nie­der­la­ge des Den­kens, so der Titel sei­nes Es­says, wird heute zwar ein wenig post­mo­dern auf­ge­hübscht, der Sache nach aber in­zwi­schen glo­bal fort­ge­führt. Gegen den uni­ver­sa­lis­ti­schen Geist, die Ver­nunft, brin­gen die post­mo­dern ge­stimm­ten Ewig­gest­ri­gen die Sprechor­te, d.h. die Si­tu­iert- sowie Po­si­tio­niert­heit und damit die Per­spek­ti­ven der nicht mehr ur­tei­len­den, aber dafür umso mehr emp­fin­den­den Sub­jek­te in Stel­lung und tra­gen in läs­si­ger Un­be­küm­mert­heit dazu bei, die „Schreie der Re­bel­li­on und des Lei­dens [zu] un­ter­drü­cken, so­bald die Knute [nur] eine be­jahr­te, eine an­ge­stamm­te, eine his­to­ri­sche Knute ist“ (Marx). Wenn man diese Ent­wick­lung als das de­nun­zie­ren will, was sie ist, ein selbst- und fremd­ge­fähr­den­des De­li­ri­um, wird man nicht darum her­um­kom­men, am Pro­jekt der Auf­klä­rung fest­zu­hal­ten und immer wie­der zu be­to­nen, dass, wie der dä­ni­sche Se­mio­ti­ker Fre­de­rik Stjern­felt ein­mal la­pi­dar fest­ge­hal­ten hat, „[d]ie Feier des mensch­li­chen Op­fers, des Krie­ges, der Stei­ni­gun­gen und des Ab­schnei­dens von Hän­den [und Köp­fen, P.W.] [nicht] ein Wert­maß­stab und das Stre­ben nach Kunst, Wis­sen­schaft und De­mo­kra­tie ein an­de­rer [ist], wobei es un­mög­lich [sei] zu be­haup­ten, dass der eine dem an­de­ren über­le­gen ist.“ (23)

Hilfloser Humanismus

Freuds in Die Zu­kunft einer Il­lu­si­on ge­äu­ßer­ter, zag­haf­ter Hoff­nung auf eine „Er­zie­hung zur Rea­li­tät“ sind damit Gren­zen ge­setzt, die ge­sell­schaft­li­cher, nicht in­di­vi­du­el­ler Natur sind. Auch wenn er das Pro­blem – die Kul­tur­feind­schaft auf­grund ir­ra­tio­na­ler Trie­bop­fer – rea­lis­tisch be­stimmt (24), zieht er je­doch die fal­schen, weil eli­tä­ren Schlüs­se. Be­reits in sei­ner vor dem ers­ten Welt­krieg ver­öf­fent­lich­ten Schrift Die zu­künf­ti­gen Chan­cen der psy­cho­ana­ly­ti­schen The­ra­pie ar­ti­ku­liert Freud, wor­auf Jo­hann Au­gust Schü­lein in sei­ner Stu­die auf­merk­sam macht, „tie­fe­re Ein­sich­ten in die ge­sell­schaft­li­che Wirk­lich­keit als jedes form­al­de­mo­kra­ti­sche Aus­ge­hen vom sog. ‚mün­di­gen Bür­ger’“ (25). Dort schreibt Freud tref­fend: „Über die Be­deu­tung der Au­to­ri­tät brau­che ich Ihnen nicht viel zu sagen. Die we­nigs­ten Kul­tur­men­schen sind fähig, ohne An­leh­nung an an­de­re zu exis­tie­ren oder auch nur ein selb­stän­di­ges Ur­teil zu fäl­len. Die Au­to­ri­täts­sucht und in­ne­re Halt­lo­sig­keit der Men­schen kön­nen Sie sich nicht arg genug vor­stel­len.“ (26)

Spä­ter, in Die Zu­kunft einer Il­lu­si­on, äu­ßert er sich hin­sicht­lich der Schick­sals­fra­ge der Mensch­heit, „ob und wie­weit es ge­lingt, die Last der den Men­schen auf­er­leg­ten Trie­bop­fer zu ver­rin­gern, sie mit den eben­so ver­blei­ben­den zu ver­söh­nen und dafür zu ent­schä­di­gen“ dann auch fol­gen­der­ma­ßen: „Nur durch den Ein­fluss vor­bild­li­cher In­di­vi­du­en, die sie [ge­meint sind die Mas­sen, P.W.] als ihre Füh­rer an­er­ken­nen, sind sie zu den Ar­beits­leis­tun­gen und Ent­sa­gun­gen zu be­we­gen, auf wel­che der Be­stand der Kul­tur an­ge­wie­sen ist.“ Freud be­wegt sich somit im Teu­fels­kreis einer selbst ge­schaf­fe­nen An­ti­no­mie: denn wie soll es ge­lin­gen, „die kul­tur­feind­li­che Mehr­heit von heute zu einer Min­der­heit her­ab­zu­drü­cken“ (27), wenn das Heil­mit­tel da­ge­gen doch von An­fang an zu­gleich die Ur­sa­che der Kul­tur­feind­schaft war, der Teu­fel also mit dem Beel­ze­bub aus­ge­trie­ben wer­den soll?

So ra­tio­nal Ador­nos Ein­sicht auch ist, der von Freud als Exis­ten­ti­al pos­tu­lier­ten Le­bens­not bzw. Anan­ke, die „heute in ihrer ge­sell­schaft­li­chen Ge­stalt als über­holt durch­sich­tig wird“ (28), von Freud aber nicht ge­sell­schaft­lich ge­dacht und damit – ganz der Bür­ger – zum Schick­sal hy­post­asiert wird, wie folgt zu be­geg­nen: „Wird je­doch in einer Ge­sell­schaft, in der Hun­ger an­ge­sichts vor­han­de­ner und of­fen­sicht­lich mög­li­cher Güter­fül­le jetzt und hier ver­meid­bar wäre, gleich­wohl ge­hun­gert, so ver­langt das Ab­schaf­fung des Hun­gers durch Ein­griff in die Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­se“ (29) – so sehr stellt sich aber auch für Ador­no das näm­li­che Di­lem­ma, die ent­schei­den­de Frage nach dem Sub­jekt die­ses Ein­griffs, denn „wäh­rend die Kul­tur zwar miss­lun­gen ist, und miss­lun­gen ist aus ihrer ei­ge­nen Schuld, die an ihr ge­rächt wird, ist die un­mit­tel­ba­re Bar­ba­rei, die durch ihr Miss­lin­gen her­bei­ge­führt wird, dann immer noch das Schlim­me­re. Es ist ein me­ta­phy­si­scher Fehl­schluss, […] dass man des­halb, weil die Kul­tur miss­lun­gen ist, weil sie also das nicht ge­hal­ten hat, was sie ver­spricht; weil sie Frei­heit, weil sie In­di­vi­dua­li­tät, weil sie wahre All­ge­mein­heit den Men­schen vor­ent­hal­ten hat, weil sie also ihrem ei­ge­nen Be­griff nicht ge­nügt hat, dass sie des­halb nun zum alten Eisen zu wer­fen und frisch-fröh­lich durch die zy­ni­sche Her­stel­lung der Macht­ver­hält­nis­se un­mit­tel­bar zu er­set­zen sei. Es ist einer der ge­fähr­lichs­ten Irr­tü­mer […], an­zu­neh­men, dass etwas des­halb, weil es nicht das ist, was es ver­spricht, weil es noch nicht sein ei­ge­ner Be­griff ist, auch schlech­ter sei als das Ge­gen­teil der puren Un­mit­tel­bar­keit, das es zer­stört.“ (30)

Nicht erst um das „Ich“ des Marx­schen Im­pe­ra­tivs, das „ge­schicht­lich erst er­starkt sein [muss], um über die Un­mit­tel­bar­keit des Rea­li­täts­prin­zips hin­aus die Idee des­sen zu kon­zi­pie­ren, was mehr ist als das Sei­en­de“ (31) steht es schlecht, son­dern, wie dar­ge­legt, auch um das, was im Stan­de der Un­frei­heit den Rück­fall in die Bar­ba­rei zu ver­hin­dern hätte; den ein­zi­gen Fort­schritt, den er noch avi­sier­te, und der nicht erst mit dem Ge­no­zid in Ru­an­da aus­ge­blie­ben ist und bis dato aus­bleibt, fass­te er in be­reits er­wähn­ter Vor­le­sung wie folgt: „Ich glau­be, wenn Sie zu­nächst ein­mal unter Fort­schritt den­ken: dass es bes­ser wird, dass keine Angst mehr ist – dann haben Sie ja ge­wiss nicht eine zeit­lo­se und ab­so­lu­te De­fi­ni­ti­on von Fort­schritt, aber doch die kon­kre­te Ge­stalt, in der die­ser Be­griff heute al­len­falls er­schei­nen kann. Denn Fort­schrei­ten heute heißt ja wirk­lich nichts an­de­res, als die to­ta­le Ka­ta­stro­phe ver­mei­den und ver­hin­dern; und ich würde sagen, wenn sie nur ver­hin­dert und ver­mie­den wird, dann ist das ei­gent­lich be­reits der Fort­schritt um das Ganze.“ (32)

Zur Vor­aus­set­zung einer Staats- und Ka­pi­tal­kri­tik, die ihren Namen ver­dient, ge­hört es, nicht von der psy­chi­schen und ideo­lo­gi­schen Ver­fasst­heit der Staats­sub­jek­te zu ab­stra­hie­ren, denn die ge­lin­gen­de Rea­li­sie­rung der ver­söhn­ten Ge­sell­schaft hängt an der Ur­teils­fä­hig­keit rei­fer, nicht pa­thisch pro­ji­zie­ren­der In­di­vi­du­en. Zu die­ser Reife zählt vor allem die il­lu­si­ons­lo­se Be­stands­auf­nah­me der wirk­li­chen Ver­hält­nis­se, die Ab­leh­nung hal­lu­zi­na­to­ri­scher Wunsch­be­frie­di­gun­gen und All­machts­vor­stel­lun­gen. Dass diese nüch­ter­nen, selbst­re­fle­xi­ven Ei­gen­schaf­ten his­to­risch am männ­li­chen bür­ger­li­chen In­di­vi­du­um der Auf­klä­rung ge­won­nen wur­den, spricht nicht gegen diese Ei­gen­schaf­ten, wie es eine phan­tas­ti­sche Pri­vi­le­gi­en- und Auf­klä­rungs­kri­tik ver­kom­me­ner Dis­kurs­lum­pen will, son­dern bloß gegen deren ge­sell­schaft­li­che Par­ti­ku­la­ri­sie­rung. Das also wäre im Kern der Zu­sam­men­hang und Wi­der­spruch von Ge­ne­se und Gel­tung.

Phil­ip­pe Witz­mann (Ba­ha­mas 70/2015)

Anmerkungen:
  1. Ami Ho­ro­witz – Ber­ke­ley stu­dents´ sur­pri­sing re­ac­tion to ISIS and Is­ra­el flags on Cam­pus: https://www.youtube.com/watch?v=kCBINSWCiAE
  2. http://www.haaretz.com/news/world/1.621156 sowie http://tab.co.uk/2014/10/14/nus-refuses-to-condemn-terrorists-because-its-islamophobic/
  3. http://tab.co.uk/2014/10/15/now-vile-su-refuse-to- commemorate-holocaust-because-its-eurocentric-and-colonialist/ und http://www.thetower.org/1206-uk-student-union-votes-against-commemo rating-holocaust/
  4. S. Freud: Totem und Tabu, Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 9, 375.
  5. Vor­trag von Saama Mani: Warum wir frem­de Kul­tu­ren nicht re­spek­tie­ren soll­ten – und un­se­re ei­ge­ne auch nicht, 10. No­vem­ber 2014, Wien. Nach­zu­hö­ren unter: http://m.buechereien.wien.at/de/programm/podcasts/101 Eine Auf­satz­samm­lung mit glei­chem Titel er­scheint die­ser Tage.
  6. Freud: Totem, a.a.O., 315.
  7. „Die Psy­cho­ana­ly­se geht ge­nau­so wie der ge­sun­de Men­schen­ver­stand oder die Phi­lo­so­phie von Plato und Aris­to­te­les bis Di­de­rot davon aus, dass der er­wach­se­ne Mensch eine Viel­zahl von äu­ße­ren Zwän­gen in­ter­na­li­siert hat, die einen in­te­gra­len Be­stand­teil sei­ner Psy­che bil­den. Aus der psy­cho­ana­ly­ti­schen Per­spek­ti­ve hat der er­wach­se­ne Mensch seine Om­ni­po­tenz­phan­ta­si­en auf­ge­ge­ben, hat ak­zep­tiert, dass Wör­ter nicht das mei­nen, was sie nach sei­nem Wil­len mei­nen soll­ten, hat er­kannt, dass es an­de­re Men­schen gibt, deren Wün­sche meis­tens im Ge­gen­satz zu den ei­ge­nen ste­hen usw.“ Was die Psy­cho­ana­ly­se neben Po­li­tik und Päd­ago­gik zu einem „un­mög­li­chen Beruf“ macht, ist, wie Cor­ne­li­us Cas­to­ria­dis in die­sem Zu­sam­men­hang wei­ter aus­führt (Psy­cho­ana­ly­se und Po­li­tik, in: Psy­che, 1996 Heft 09/10, 907 f.) dem Um­stand ge­schul­det, dass die auf die­sen Fel­dern Tä­ti­gen stets eine Au­to­no­mie sup­po­nie­ren bzw. sich die­ser be­die­nen müs­sen, die fak­tisch (noch) nicht be­steht.
  8. Vgl. hier­zu etwa Theo­dor W. Ador­nos Aus­füh­run­gen: „Zu­nächst ein­mal ge­nügt es mir für den Be­griff der Frei­heit – ich meine: der po­li­ti­schen Frei­heit, nicht der Frei­heit des Wil­lens – voll­kom­men an­zu­ge­ben, dass frei ein Zu­stand ist, in dem ich nicht, wenn es um halb sie­ben mor­gens schellt, ver­mu­ten muss, dass ent­we­der die Ge­sta­po oder die GPU oder eine an­de­re ähn­li­che In­sti­tu­ti­on mich ab­füh­ren kann, ohne dass ich das Recht des Ha­be­as Cor­pus da­ge­gen gel­tend ma­chen könn­te.“ (Ador­no: Zur Lehre von der Ge­schich­te und von der Frei­heit, 2006, 197 f.)
  9. Freud fasst das Ver­hält­nis von Kul­tur und Ge­sell­schafts­or­ga­ni­sa­ti­on fol­gen­der­ma­ßen: „Die mensch­li­che Kul­tur ruht auf zwei Stüt­zen, die eine ist die Be­herr­schung der Na­tur­kräf­te, die an­de­re die Be­schrän­kung un­se­rer Trieb­kräf­te. Ge­fes­sel­te Skla­ven tra­gen den Thron der Herr­sche­rin […] Wehe, wenn sie be­freit wür­den; der Thron würde um­ge­wor­fen, die Her­rin mit Füßen ge­tre­ten wer­den. Die Ge­sell­schaft weiß dies und – will nicht, dass davon ge­spro­chen wird. Aber warum nicht? Was könn­te die Er­ör­te­rung scha­den? Die Psy­cho­ana­ly­se hat ja nie­mals der Ent­fes­se­lung un­se­rer ge­mein­schäd­li­chen Trie­be das Wort ge­re­det; im Ge­gen­teil ge­warnt und zur Bes­se­rung ge­ra­ten. Aber die Ge­sell­schaft will von einer Auf­de­ckung die­ser Ver­hält­nis­se nichts hören, weil sie nach mehr als einer Rich­tung ein schlech­tes Ge­wis­sen hat. Sie hat ers­tens ein hohes Ideal an Sitt­lich­keit auf­ge­stellt – Sitt­lich­keit ist Trie­bein­schrän­kung –, des­sen Er­fül­lung sie von allen ihren Mit­glie­dern for­dert, und küm­mert sich nicht darum, wie schwer die­ser Ge­hor­sam dem Ein­zel­nen fal­len mag. Sie ist aber auch nicht so reich oder so gut or­ga­ni­siert, dass sie den Ein­zel­nen für sein Aus­maß an Trieb­ver­zicht ent­spre­chend ent­schä­di­gen kann. Es bleibt also dem In­di­vi­du­um über­las­sen, auf wel­chem Wege es sich ge­nü­gend Kom­pen­sa­ti­on für das ihm auf­er­leg­te Opfer ver­schaf­fen kann, um sein see­li­sches Gleich­ge­wicht zu be­wah­ren. Im gan­zen ist es aber ge­nö­tigt, über sei­nen Stand zu leben, wäh­rend ihn seine un­be­frie­dig­ten Trieb­an­sprü­che die Kul­tur­an­for­de­run­gen als stän­di­gen Druck emp­fin­den las­sen. Somit un­ter­hält die Ge­sell­schaft einen Zu­stand von Kul­tur­heu­che­lei, dem ein Ge­fühl von Un­si­cher­heit und ein Be­dürf­nis zur Seite gehen muss, die un­leug­ba­re La­bi­li­tät durch das Ver­bot der Kri­tik und Dis­kus­si­on zu schüt­zen. […] Die Psy­cho­ana­ly­se deckt die Schwä­chen die­ses Sys­tems auf und rät zur Än­de­rung des­sel­ben. Sie schlägt vor, mit der Stren­ge der Trieb­ver­drän­gung nach­zu­las­sen und dafür der Wahr­haf­tig­keit mehr Raum zu geben […] In­fol­ge die­ser Kri­tik ist die Psy­cho­ana­ly­se als ‚kul­tur­feind­lich‘ emp­fun­den und als ‚so­zia­le Ge­fahr‘ in den Bann getan wor­den. Die­sem Wi­der­stand kann keine ewige Dauer be­schie­den sein; auf die Länge kann sich keine mensch­li­che In­sti­tu­ti­on der Ein­wir­kung ge­recht­fer­tig­ter kri­ti­scher Ein­sicht ent­zie­hen.“ (Ges. Werke XIV, Die Wi­der­stän­de gegen die Psy­cho­ana­ly­se, 106 f.)
  10. An­to­nia Baum: Gen­der­ge­rech­te Spra­che. Sagen Sie bitte Profx zu mir, FAZ 17.11.2014 http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/profx-als-geschlechte rgerechte-sprache-fuer-professoren-13268220.html zu Horn­scheidt im Be­son­de­ren siehe auch mei­nen Ar­ti­kel in Ba­ha­mas 56/2008.
  11. Freud: Totem, a.a.O.
  12. Vgl. Au­gus­te Comte: Die So­zio­lo­gie. Die po­si­ti­ve Phi­lo­so­phie im Aus­zug, Stutt­gart 1974. Com­tes drei Sta­di­en bil­den die „kind­li­che“ Re­li­gi­on, die „jun­gen­haf­te“ Me­ta­phy­sik und schließ­lich die „männ­li­che“ po­si­ti­ve Wis­sen­schaft.
  13. Dass die­ser kri­ti­sche Rea­li­täts­be­zug in der (psy­cho­ana­ly­ti­schen) Wis­sen­schaft durch­aus auch über­schwäng­li­che Züge tra­gen kann, dar­auf mach­te Otto Fe­ni­chel ein­mal auf­merk­sam: „Wir, weder pan­vol­le Säug­lin­ge und Schi­zo­phre­ne noch ani­mis­ti­sche Ok­kul­tis­ten und mys­ti­sche Schwär­mer, wir Lo­gi­ker, wir haben uns im har­ten Kampf das neue Kri­te­ri­um der ‚bw. Rea­li­täts­prü­fung‘ ge­schaf­fen. Und damit uns Leid nicht er­drückt in durch die­ses Kri­te­ri­um be­ding­tem Lust­ver­zicht, einem hohen Lust­lohn die­ses ur­sprüng­li­chen Lust­ver­zichts, eine neue Ethik, die keine an­de­re Auf­ga­be stellt als die: Über Wirk­lich­keit oder Nicht­wirk­lich­keit nur nach Ein­sicht zu ent­schei­den, und als die: Beim ein­mal Er­kann­ten blei­ben, so­lan­ge die Grün­de fort­be­ste­hen, die zur Er­kennt­nis be­wo­gen haben, aber auch immer be­reits sein, alle Grün­de neu zu kri­ti­sie­ren. Diese neue Tu­gend, diese Tu­gend des Er­wach­se­nen und des Über­win­ders alles rei­nen Lust­prin­zips, sie ist es, die nach Nietz­sche „die jüngs­te aller Tu­gen­den ist, die da heißt ‚Red­lich­keit’“. Viel­leicht wird man dies be­den­kend, er­mes­sen, dass der, der Ver­stand über­all hin trägt, wohin über­haupt er sich tra­gen lässt, nicht auf der Flucht ist vor dem Ver­stand­dis­pa­ra­ten, son­dern viel­leicht hei­ßer und wahr­haf­ti­ger darum ringt, als der, der zwei­fels­frei leicht­fer­tig sei­ner In­tui­ti­on Glau­ben schenkt. Dass die Er­wä­gung nicht immer „Nüch­tern­heit“ ist, son­dern manch­mal tie­fe­rer Rausch als der allzu bil­li­ge, den der Ge­dan­ken­lo­se am Ber­ges­gip­fel er­lebt. Dass das Er­leb­nis des lo­gi­schen Den­kens nicht un­hei­li­ger ist als das eines ly­ri­schen Ge­dichts, so dass ich schlie­ßen will, ein Wort Beer-Hoff­manns über die Got­tes­sehn­sucht va­ri­ie­rend: Und näher sei­nem Trone steht mein Has­sen als alle Liebe sei­ner Che­ru­bim.“ (Psy­cho­ana­ly­se und Me­ta­phy­sik. Eine kri­ti­sche Un­ter­su­chung, in: Auf­sät­ze Band I, FfM 1985, 29) Max Hork­hei­mer ist dies­be­züg­lich ganz ähn­li­cher Auf­fas­sung, wenn er in sei­nem Auf­satz Zum Pro­blem der Wahr­heit in der Zeit­schrift für So­zi­al­for­schung IV/1935 etwa schreibt: „Von der Ent­schie­den­heit, mit der die Men­schen aus ihren Er­kennt­nis­sen Kon­se­quen­zen zie­hen, von der Auf­ge­schlos­sen­heit, mit der sie ihre Theo­ri­en der Wirk­lich­keit an­pas­sen und ver­fei­nern, kurz von der kom­pro­miss­lo­sen An­wen­dung der als wahr er­kann­ten Ein­sicht hängt zum gro­ßen Teil Rich­tung und Aus­gang der ge­schicht­li­chen Kämp­fe ab. […] Nicht ‚die‘ Ge­schich­te be­sorgt die Kor­rek­tur und wei­te­re Be­stim­mung der Wahr­heit, so dass nun das er­ken­nen­de Sub­jekt aus dem Be­wusst­sein her­aus, dass auch seine dif­fe­ren­zier­te Wahr­heit, wel­che die an­de­ren auf­ge­ho­ben in sich ent­hält, nicht die ganze sei, bloß zu­zu­se­hen brauch­te, son­dern die Wahr­heit wird vor­wärts­ge­trie­ben, indem die Men­schen, die sie haben, un­beug­sam zu ihr ste­hen, sie an­wen­den und durch­set­zen, ihr gemäß han­deln, sie gegen alle Wi­der­stän­de aus zu­rück­ge­blie­be­nen, be­schränk­ten, ein­sei­ti­gen Stand­punk­ten zur Macht brin­gen. Der Pro­zess der Er­kennt­nis schließt eben­so­sehr das reale ge­schicht­li­che Wol­len und Han­deln wie das Er­fah­ren und Be­grei­fen ein. Die­ses kann ohne jenes gar nicht vor­wärts­kom­men. […] Nietz­sche hat ge­sagt, eine große Wahr­heit ‚will kri­ti­siert, nicht an­ge­be­tet sein‘. Dies gilt für die Wahr­heit über­haupt. Er hätte hin­zu­fü­gen kön­nen, dass zur Kri­tik nicht bloß das ne­ga­ti­ve skep­ti­sche Mo­ment, son­dern eben­so­sehr die in­ne­re Un­ab­hän­gig­keit [also die an­ge­streb­te Reife bzw. Au­to­no­mie, die der Freud­schen Psy­cho­ana­ly­se vor­schwebt, P.W.] ge­hört, das Wahre nicht fal­len zu las­sen, son­dern in sei­ner An­wen­dung fest zu blei­ben, wenn­gleich es ein­mal ver­ge­hen mag. Zum Pro­zess der Er­kennt­nis ge­hört beim In­di­vi­du­um nicht bloß In­tel­li­genz, son­dern auch Cha­rak­ter und bei einer Grup­pe nicht bloß An­pas­sung an die wan­deln­de Rea­li­tät, son­dern die Kraft, ihre ei­ge­nen An­sich­ten und Ideen zu be­haup­ten und durch­zu­set­zen.“
  14. Als da wären, auf der Ob­jekt­sei­te: die Exis­tenz einer geis­tun­ab­hän­gi­gen Welt, die für den mensch­li­chen Geist er­kenn­ba­re Qua­li­tä­ten, Struk­tu­ren und Kau­sa­li­tä­ten auf­weist, sowie auf der Sub­jekt­sei­te: das allen Men­schen glei­cher­ma­ßen zur Ver­fü­gung ste­hen­de Ver­mö­gen der (einen, un­teil­ba­ren) Ver­nunft.
  15. Meera Nanda: Cau­tio­na­ry Tales from the Third World. Against so­ci­al De(con)struc­tion of Sci­ence, Month­ly Re­view März 1997, 1–20. Kurz­ver­si­on, nach der im Fol­gen­den auch zi­tiert wird, on­line unter: https://www.andrew.cmu.edu/course/76-101AA/readings/nanda.htm
  16. Bha­ra­tiya Ja­na­ta Party ist eine in­di­schen Hin­du-Volks­par­tei und stellt ge­gen­wär­tig die Re­gie­rung.
  17. Etwa der „Ke­ra­la Sas­tra Sa­hi­tya Pa­ris­had (KSSP) with 40,000 ac­tive mem­bers and ne­ar­ly 1500 sci­ence clubs in small towns and vil­la­ges in the state of Ke­ra­la. There are many other sci­ence-ba­sed, con­scious­ness rai­sing groups, some of them re­co­gni­zed na­tio­nal­ly for their in­no­va­ti­ve edu­ca­tio­nal me­thods in sci­ence, es­pe­cial­ly the cen­tral-In­dia based Ekla­vya and the now clo­sed Kis­hore Bha­ra­ti, which in 1972 for­med the nu­cleus of the Hos­han­ga­bad Sci­ence Teaching Pro­gram (HSTP), a pro­gram that has now spre­ad to more than 500 schools.“
  18. Über den Ver­bre­cher Gan­dhi ist in die­ser Zeit­schrift von Peter Sie­mio­nek in der Nr. 53/2007 be­reits alles Nö­ti­ge zu­sam­men­ge­tra­gen wor­den. Ver­blüf­fend ist, dass selbst eine hart­ge­sot­te­ne An­ti­im­pe­ria­lis­tin wie Arund­ha­ti „blame the West“ Roy in jüngs­ter Zeit auch am Hei­li­gen­schein die­ses Na­tio­nal­hel­den mas­siv kratzt. So hat sie bspw. das Vor­wort zu dem letz­tes Jahr bei Verso neu auf­ge­leg­ten sehr le­sens­wer­ten und wich­ti­gen Buch An­ni­hilati­on of Caste von B.R. Am­bed­kar ge­schrie­ben, dem his­to­ri­schen Ge­gen­spie­ler Gan­dhis, der mit der Schrift 1936 das Kas­ten­sys­tem und den Hin­du­is­mus scharf at­ta­ckiert hat. Siehe in die­sem Zu­sam­men­hang bspw. auch ihren Ar­ti­kel hier: http://www.prospectmagazine.co.uk/features/indias-shame
  19. Bar­nes, B., D. Bloor, and J. Henry: Sci­en­ti­fic Know­ledge: A So­cio­lo­gi­cal Ana­ly­sis, Chi­ca­go 1996.
  20. Es kann durch­aus vor­kom­men, dass ver­schie­de­ne Theo­ri­en zu einem ge­ge­be­nen Zeit­punkt um die Be­schrei­bung und Er­klä­rung des­sel­ben Phä­no­men­be­reichs kon­kur­rie­ren, doch wird sich auf lange Sicht die­je­ni­ge durch­set­zen, die über eine grö­ße­re Er­klä­rungs­tie­fe als die kon­kur­rie­ren­den ver­fügt, also er­klä­ren kann, warum an­de­re Theo­ri­en die fal­schen An­nah­men ma­chen, die sie ma­chen, oder wes­halb diese auch zu den ent­spre­chen­den fal­schen Schluß­fol­ge­run­gen kom­men, zu denen sie kom­men. Mar­xens Kri­tik des Fe­ti­schis­mus, der der bür­ger­li­chen klas­si­schen als auch neo-klas­si­schen Öko­no­mie­theo­rie sowie dem hand­lungs­an­lei­ten­den All­tags­be­wusst­sein der Men­schen un­ter­liegt, ist hier bes­tes Bei­spiel. In die glei­che Rich­tung zielt auch eine Be­mer­kung Al­bert Ein­steins: „The de­ve­lop­ment of phy­sics has shown that at any given mo­ment, out of all con­ceiva­ble con­struc­tions, a sin­gle one has al­ways pro­ved its­elf de­ci­ded­ly su­pe­ri­or to all the rest. No­bo­dy who has re­al­ly gone de­eply into the mat­ter will deny that in prac­tice the world of pheno­me­na uni­que­ly de­ter­mi­nes the theo­re­ti­cal sys­tem, in spite of the fact that there is no lo­gi­cal bridge bet­ween pheno­me­na and their theo­re­ti­cal prin­ci­ples. […] Can we ever hope to find the right way? Nay, more, has the right way any exis­tence outs­ide our il­lu­si­ons? […] I an­s­wer wi­thout he­si­ta­ti­on that there is, in my opi­ni­on, a right way and that we are ca­pa­ble of fin­ding it.“ (Ein­stein: Ideas and Opi­ni­ons, New York 1954, 226, 274, zit. nach Carl Rat­ner: Macro Cul­tu­ral Psy­cho­lo­gy. A po­li­ti­cal phi­lo­so­phy of mind, Ox­ford/New York 2012, 79)
  21. K. Ger­gen/M. Ger­gen: Toward a cul­tu­ral con­struc­tio­nist psy­cho­lo­gy. In M. Hil­de­brand-Nils­hon, C.W. Kim, D. Pa­pa­do­pou­los (Hg.): Kul­tur (in) der Psy­cho­lo­gie: über das Aben­teu­er der Kul­tur in der psy­cho­lo­gi­schen Theo­ri­en­bil­dung. Hei­del­berg, 2002, 47–64.
  22. Ger­gen/Ger­gen 2002, 51 zit. nach Rat­ner 2012, 35 f.
  23. Fre­de­rik Stjern­felt: Se­cu­la­rism is a Fun­da­men­ta­lism! The Back­ground to a Pro­ble­ma­tic Claim, In Telos 148 (Fall 2009)
  24. „Man hat mit der Tat­sa­che zu rech­nen, dass bei allen Men­schen de­struk­ti­ve, also an­ti­so­zia­le und an­ti­kul­tu­rel­le Ten­den­zen vor­han­den sind und dass diese bei einer gro­ßen An­zahl von Per­so­nen stark genug sind, um ihr Ver­hal­ten in der Ge­sell­schaft zu be­stim­men. Die­ser psy­cho­lo­gi­schen Tat­sa­che kommt eine ent­schei­den­de Be­deu­tung für die Be­ur­tei­lung der mensch­li­chen Kul­tur zu. Konn­te man zu­nächst mei­nen, das We­sent­li­che an die­ser sei die Be­herr­schung der Natur zur Ge­win­nung von Le­bens­gü­tern und die ihr dro­hen­den Ge­fah­ren lie­ßen sich durch eine zweck­mä­ßi­ge Ver­tei­lung der­sel­ben unter den Men­schen be­tei­li­gen, so scheint jetzt das Schwer­ge­wicht vom Ma­te­ri­el­len weg auf’s See­li­sche ver­legt. Es wird ent­schei­dend, ob und in­wie­weit es ge­lingt, die Last der den Men­schen auf­er­leg­ten Trie­bop­fer zu ver­rin­gern, sie mit den not­wen­dig ver­blei­ben­den zu ver­söh­nen und dafür zu ent­schä­di­gen.“ (Die Zu­kunft einer Il­lu­si­on, 328)
  25. J.A. Schü­lein: Das Ge­sell­schafts­bild der Freud­schen Theo­rie, Frank­furt 1975, 173.
  26. Freud: Ges. Werke VIII, 109
  27. Freud: Die Zukunft.einer Il­lu­si­on, Ges. Werke, XIV, 328 f. bzw. 330.
  28. T.W. Ador­no: Ve­blens An­griff auf die Kul­tur, 1977, Ges. Schrif­ten 10.2, 95
  29. Ders.: Ein­lei­tung zum Po­si­ti­vis­mus­streit, 1969, Ges. Schrif­ten 8, 347. Das Pro­blem ist näm­lich nicht ein zu­viel, son­dern ein zu­we­nig an Ra­tio­na­li­tät (im Sinne eines In­ter­es­ses aller), wes­halb es Hork­hei­mer und Ador­no auch darum ging, alle Ar­gu­men­te der Ge­gen­auf­klä­rung zur Stär­kung der Auf­klä­rung zu ver­wen­den: „Die Dia­lek­tik der Auf­klä­rung, die in der Tat den Preis des Fort­schritts, all das Ver­der­ben mit­be­nen­nen muss, das Ra­tio­na­li­tät als fort­schrei­ten­de Na­tur­be­herr­schung be­rei­tet, wird ge­wis­ser­ma­ßen zu früh ab­ge­bro­chen, nach dem Mo­dell eines Zu­stands, des­sen blin­de Ge­schlos­sen­heit den Aus­weg zu ver­sper­ren scheint. Krampf­haft, wil­lent­lich wird ver­kannt, dass das Zu­viel an Ra­tio­na­li­tät, über das zumal die Bil­dungs­schicht klagt und das sie in Be­grif­fen wie Me­cha­ni­sie­rung, Ato­mi­sie­rung, gern auch Ver­mas­sung re­gis­triert, ein Zu­we­nig an Ra­tio­na­li­tät ist.“ (Ver­nunft und Of­fen­ba­rung, Ges. Schrif­ten 10.2, 611)
  30. T.W. Ador­no: Me­ta­phy­sik. Be­griff und Pro­ble­me, FfM 2006 [1965], 200
  31. Ders.: Ne­ga­ti­ve Dia­lek­tik, Ges. Schrif­ten 6, 1966, 389
  32. Ders.: Zur Lehre von der Ge­schich­te und von der Frei­heit, Frank­furt 2006, 202
http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web70-3.html

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Peter Schmidt, Präsident des DAV, 13. Juli 2015 http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/

Invasion der Einfältigen

Sie kennen das sicher. Von Betriebsfeiern, von Familienfesten. Zu später Stunde, vollalkoholisiert, werden Sie plötzlich von dieser Gefühlssülze übergossen, die Sie schon immer so eklig fanden. Dieses lauwarm Gefühlte, von dem Sie wissen, dass es so verlogen ist wie unabwendbar. Und Sie möchten nur noch nach Hause.

In gleicher Weise werden wir tagtäglich behelligt und penetriert von einem Moralkartell: schrecklich unausgelastete Menschen, die tagein, tagaus die Medien und das Netz durchforsten nach einem Satz, einem Wort, das sich der Deutungshoheit dieser Narren widersetzt. Es kommt diesen Zensoren bei ihren täglichen Kontrollgängen sehr entgegen, dass sie von konkretem Wissen weitgehend unbelastet und völlig humorbefreit sind. Eine Psychostruktur, die allen Lageraufsehern zu Eigen ist und dazu beiträgt, den Aufenthalt in Zwangslagern so unerfreulich zu machen.

In einem solchen intellektuellen Zwangslager leben wir zwischenzeitlich. Interessanterweise errichten es gerade diejenigen, die inflationär Begriffe wie „Vielfalt“ – gerne im Zusammenhang mit „Kultur“ und „Toleranz“ – abspulen, auch schon mal als „Diversity“ und natürlich der immer gern genommenen „Multikulturalität“. Und die immer „achtsam sind“ und „total wertschätzend“.

Gelebte „Vielfalt“ – sollte man meinen – bedeutet, dass abseits des eigenen Kanons jede Menge anderer und gegenteiliger Ansichten geäußert werden dürfen. Schließlich wäre es genau dies, was eine Gesellschaft „bunt“ und lebendig hält.

Nicht so, wenn Einfältige bestimmen, was vielfältig sein darf. Weil ihnen Freiheit zuwider ist, ahnden sie humor- und gnadenlos jeden Verstoß gegen das, was sie als moralischen Maßstab diktieren. Was den Horden vergangener Tage der Stürmer war, ist den heutigen der Shit-Storm. Der Shit-Storm heißt Shit-Storm, weil die Stürmer Shit absondern. Und genau wie bei ihren Vorgängern bleibt danach eine eklige braune Schicht zurück.

Das krude Rechtsverständnis der Shit-StürmerInnen ist hinlänglich bekannt. Dieter Nuhrs kabarettistischer Hinweis auf die speziell griechische Auslegung von Kreditverträgen konnte natürlich nicht geliked werden. Zum einen, weil der kalte Kapitalismus nicht durchkommen darf mit dem herzlosen Eintreiben verliehenen Geldes. Noch mehr aber, weil den StürmerInnen – die nicht selten in selbstdefinierten Rechtsräumen leben: besetzten Häusern oder unter Vollbetreuung durch Staatsknete – schon der Abschluss eines Baukredites als Fraternisierung mit dem Schweinesystem undenkbar wäre. Es wäre so bürgerlich wie all diejenigen, die sie verachten, und von denen sie so gut leben. Das Leben ungezählter „Autonomer“ beweist ja hinlänglich: Geld fließt auch ohne Verpflichtungen.

Das immer gleiche und vorhersehbare Geflenne und Gegreine des Moralkartells ist eine Farce nicht weniger als das erbärmliche Bild, dass die Entscheider auf allen Seiten in der Griechenland-Frage abgegeben haben. Aber es ist wie bei jedem noch so mittelmäßigen Zirkus: Solange das Publikum nicht mit den Füssen abstimmt, wenn statt des Clowns nur ein Hanswurst auftritt, solange wird eben weiter gespielt.

Und dann kommt es wie erlebt: Am Ende der Aufführung stürmen Liliputaner die Manege.

http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/2015_07_13_dav_aktuelles_invasion-der-einfaeltigen.html

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Siehe auch:

L’Allemagne est malade!

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

Die Anordnungen des Personals sind unter allen Umständen zu befolgen!

Arrêtez la psychanalyse allemande! Vivez la psychanalyse freudienne à nouveau!

refuse-service

The best therapy is the knowledge

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

Атеисты всех стран, соединяйтесь!

„И жить торопиться, и чувствовать спешит“ –

Цитата из стихотворения П.А. Вяземского Первый снег (1822). Поставлена А.С. Пушкиным эпиграфом к 1-й главе Евгения Онегина

„Wir wollen schnell leben und eilig empfinden“

(Übersetzung: JSB). Zitat aus einem Gedicht von P.A.Vjazemskij Erster Schnee (1822). Verwendet von A.S.Puschkin in erstem Kapitel von Eugen Onegin (1833).

Вместо диалектики наступила жизнь, и в сознании должно было выработаться что-то совершенно другое.“ – Преступление и наказание (Федор Достоевский)“

Statt der Dialektik erfolgte das Leben, und das Bewußtsein mußte es verarbeiten, das es etwas ganz anderes ist.“ – Verbrechen und Strafe (Fjodor Dostojewski)“ (Übersetzung JSB.)

Die Erkenntnis ist kein fertiges Ding, sondern ein dialektischer Prozeß, in dem eine neue Erkenntnis nur durch Negation und Aufhebung einer bestehenden Erkenntnis gebildet werden kann. Die gegenwärtige Gesellschaft und vor allem ihre selbsternannten „Eliten“ verhindern, diffamieren und bekämpfen andere als gerade herrschende, etablierte Meinungen und verwandeln damit lebendige Erkenntnis in eine tote, verdinglichte Ideologie, die damit vom Wissen zum Unwissen, zum Fetisch wird. Das gilt für alle institutionalisierten lediglich eigene Macht selbst akkumulierenden Bürokratien, die Politik, die Wissenschaft, die Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse und andere.

Die Psychoanalyse muß sich hüten, erbaulich sein zu wollen.

Nicht die Flutwelle der Ankömmlinge, sondern die hier Ansäßigen sind traumatisiert.

„Der Nationalsozialismus lebt nach, und bis heute wissen wir nicht, ob bloß als Gespenst dessen, was so monströs war, daß es am eigenen Tode noch nicht starb; oder ob es gar nicht erst zum Tode kam; ob die Bereitschaft zum Unsäglichen fortwest in den Menschen wie in den Verhältnissen, die sie umklammern.“ (Theodor W. Adorno, 1959)

Deutsche neigen zur Wahnbildung einer „Willkommenskultur“ zwecks Angstverdrängung ihres schwachen ICHs angesichts des Islamofaschismus, ihr Autoritärer Charakter (Adorno) erträgt Ambivalenzen nicht.

Der Mensch ist ein Text, der eine wie von Marcel Proust, der andere wie aus der Apotheker Umschau.  In einer Beziehung wird immer ein Buch geschrieben, ein Gedicht, ein Essay, eine Erzählung, ein Roman, ein Polizeiprotokoll, eine Bankbillanz, ein Einkaufszettel, eine Notiz – je nachdem. Liebe ist Hermeneutik, beide Texte gemeinsam zu lesen und gegenseitig in Einem mieinander  weiterzuschreiben. Sex ist dabei die Typografie und das Papier, das Aussehen das Cover, die Illustrationen.

Der Mensch ist ein sich aus sich selbst heraus fortschreibender (eo ipso) Text, und Psychoanalyse (falls sie eine solche ist)  ist Hermeneutik dieses Textes, im psychoanalytischen Prozeß wird der Text verstanden und unter Mitwirkung des Analytikers vom Analysanden weitergeschrieben, weitergestaltet.

»Die Sprache ist [.] ein Werkstück, und jeder kann auf sie draufhauen« (Elfriede Jelinek)

In seinem Vortrag „Marxismus und Dichtung“, gelesen 1935 auf dem Congrès pour la Défense de la Culture in Paris, schreibt Bloch, dass im sozialistischen Denken als dem einzig orientierenden, mancher marxistischer Dichter meint, „…er sei durch die Kälte dieser Berührung behindert. Das Innen kommt nicht gut dabei weg, das Gefühl und die sorgsame Lust, es zu sagen, werden nicht immer zur Kenntnis genommen. Jede Blume gilt dann als Lüge, und der Verstand scheint nur als trocken, oder, wenn er Saft hat nur als Säure erlaubt.“[1]

[1] [1] Ernst Bloch: Literarische Aufsätze.  Frankfurt a.  Main 1985, S.  138.

Wer keine Lebensfreude hat, der hat Moral.

Deutschland ist eins der am meisten, wenn nicht das am meinsten durchtherapierte Land der Welt, Psychotherapie, Selbsterfahrung, Coaching, psychologische Seminare überall, vom Flüchtling bis Bankvorstand. Deutschland ist das Land der Betreuten und der Betreuer, der Behandelten und der Behandler, der Patienten und ihrer Therapeuten. Kein Wunder, daß auch in der Politik Deutschland die Rolle eines Psychotherapeuten für den Rest der Welt, für ihren Patienten, beansprucht. Nach so viel Psychotherapie müssten Deutsche die Vernünftigsten, die Mutigsten und die Zufriedensten in der Welt sein, anstatt die Irrationalsten, die Ängstlichsten und die Unzufriedensten. Wieso ist es so?

Es ist so, weil Deutsche Selbsterkenntnis mit Selbstsucht und Tiefsinnigkeit mit Selbstbezogenheit verwechseln und was sie für Psychotherapie und Selbsterkenntnis halten, lediglich eine Bestärkung eigener narzistischer Opferrolle ist, mit Erklärungen, daß für das eigene Schicksal nur andere verantwortlich, also schuldig seien, vorwiegend die Mutter, der Kapitalismus, die Amerikaner und die Juden (Israel, Zionisten). Reflektion niergendwo, überall nur Beschuldigungs- und Betreuungsindustrie. Das ist, was Deutsche für Psychotherapie halten, das ist die herrschende Psychokratie in Deutschland, ein Werkzeug der Volksverdummung. Nirgendwo Aufklärung, nirgendwo Reflektion, die Unwissenheit ist Stärke, rot-rot-grüner Anton Reiser überall, Theodor Wiesengrund nirgends mehr.

Man ist das, was man in der Welt wahrnimmt und in seinem Leben macht. Wer sich mit sich selbst beschäftigt, beschäftigt sich mit gar nichts, außer daß man sein narzisstisches Selbst aufbläst.

Wenn 1.000.000 Menschen an ein Kalb mit 3 Köpfen glauben , dann nennt man es Religion, wenn 10.000 Menschen an ein Kalb mit 3 Köpfen glauben, dann nennt man es eine Sekte, wenn 1 Mensch an ein Kalb mit 3 Köpfen glaubt , dann nennt man es Paranoia.

Die Linken und Grünen sind heute der Staat, sie feiern sich selbst und ihre Politik unter den knatternden Fahnen. Der Protest der Jugend kommt deswegen von Rechts.

Da die Herrschenden heute sich Links und Grün nennen, kann Opposition nur Rechts heißen.

Zur Psychoanalyse, psychoanalytischer Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierter (psychoanalytisch orientierter) Psychotherapie gehören als zentrales Thema gesellschaftliche Probleme. Es geht nicht immer nur um die Mutterbrust,
sondern auch um Konflikte in der Gesellschaft, in der der Mensch lebt und von der er formiert und deformiert wird.

Die real existierende Psychoanalyse in Deutschland ist ein politisch korrekter institutionalisierter Kastrat, der jedes konflikthafte Thema meidet, verhindert, zensiert, kontroverse Psychoanalytiker mundtot macht. Was Carl Müller-Braunschweig, Felix Boehm, Schultz-Hencke, Ernest Jones eingebrockt und Annemarie Luise Christine Dührssen für die nächsten 1000 Jahre dingfest festgebacken hat, ist für die Katze. „Zwar war Freuds Psychologie des Unbewußten längst von deutschen Mandarinen »verwissenschaftlicht« und die Psychoanalytische Bewegung durch Hitlers Terror zum Stillstand gebracht worden. Doch auch in den aktuellen Theorie- und Praxis-Gestalten der reimportierten, medizinalisierten und konventionalisierten Psychoanalyse glomm noch der Funke der Freudschen Ideologiekritik.“ – (Helmut Dahmer, In: Konkret 02/92, S. 52.)
Die Medizinalisierung und Technokratisierung der Psychoanalyse machte sie zum toten Ding, zum Fetisch im saturierten Strukturalismus, der weder die Postmoderne noch den Dekonstruktivismus erfahren hat.

Ich haben nach vielen Auseinandersetzung mit der herrschenden Psychokratie verstanden: das Psychokraten-Racket präsentiert sich aktuell als selbstveredelte Omertà mit Enigma-Chiffriermaschine und Vertuschungshoheit, Verschweigeprivileg, Bemäntelungsbefugnis, Lizenz zum Retouchieren, Zensieren, Relativieren. Aufdeckende Methoden in der Psychotherapie sind damit verbannt und werden bald verboten. Nihil novi sub sole. Unwissenheit ist Stärke.

Rackets – nach Adorno mafiaartige bürorkatische alienähnliche selbt machtakkumulierende Verwaltunsorgane, mächtiger als Kapitalismus.

Die Welt ist nicht von Oberlehrern geschaffen. Ihr wesentliches Element ist das noch ungelebte Wirkliche. – Ernst Bloch

 Materialismus ist, die Welt ohne vorgefaßte idealistische (religiöse) Schrullen zu betrachten.

Die stärkste alles beherrschende, selbstakkumulierende Macht ist nicht mehr der Kapitalismus, sondern die Bürokratie, die Rackets der Verwaltung.

Islam ist eine gewaltverherrlichende faschistische menschenverachtende Antikultur

Die Natur macht das Ei und das Kind, Gott macht den Hahn und den Mann.

„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert,
es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ – Karl Marx

Der Bescheidene weiß bescheid.

Deutsche erkennen die Verkommenheit der Ankommenden nicht, weil sie die Eigene verdrängen. Das macht Angst.

Intelligenz und Charakter sind angeboren, vererbt, wie Augenfarbe, Nase, Füße, usw.

Seit 2001 bestimmt eine einzige Religion die Debatte: Der Islamofaschismus.

Es gibt keinen richtigen Islam im falschen.

Das Gutmenschen-Syndrom : die Gedankenlosigkeit, die Ignoranz, die Heuchelei (Hypokrisie) und die Verleumdungssucht.

Der Blick aufs Leben ist übergegangen in die Ideologie, die darüber betrügt, daß es keines mehr gibt. (Adorno)

Was nicht anfaßbar ist, wird unfaßbar, das Unberühbare wird zum Fetisch.

Der Mensch ist nicht nur ein gesellschaftliches und psychisches Wesen, er ist auch ein natürliches, biotisches Wesen.

Der kategorische Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. (Karl Marx)

Ohne daß die Massen, und zwar gerade wegen ihrer sozialen Integration, ihr gesellschaft­liches Schicksal irgend mehr in der Hand hätten als vor 120 Jahren, entra­ten sie nicht nur der Klassensolidarität, sondern des vollen Bewußtseins dessen, daß sie Objekte, nicht Subjekte des gesellschaftlichen Prozesses sind, den sie doch als Subjekte in Gang halten. (Adorno) Die Beziehung zwischen objektivierten Subjekten und subjektivierten Objekt kennzeichnet die gesellschaftliche Struktur der kapitalistischen Gesellschaft. Aber um das zu begreifen, müsste man das andere Kapital lesen. (Paul Stegemann)

Nur der Tod ist vorhersehbar, das Leben nicht.

Empörungskollektive behindern die Erkenntnis.

CYNIC, n. A blackguard whose faulty vision sees things as they are, not as they ought to be.  – Ambrose Bierce [pseudonym Grile Dod]

Reiche sind Arme mit viel Geld

Deutsche Psychoanalyse verwechselt Leblosigkeit mit Abstinenz und Beziehungslosigkeit mit Sachlichkeit.

Die ersten sechs Generalbundesanwälte der BRD waren sämtlich ehemals Mitglieder der NSDAP.

Wer nicht klar schreiben kann, der kann auch nicht klar denken.

Islam eine totalitäre Ideologie der Unterwerfung, der religiös verbrämten Machtergreifung. Täter sind Muslime, Muslime sind Sympatisanten der Täter.

Dreams unite, ideas divide.

Politik: Widerwertigkeit einer zum Staat gewordenen Kloake.

„Sooft ich eine politische Rede höre oder lese, was die uns Regierenden schreiben, bin ich entsetzt, seit Jahren nichts zu vernehmen, was einen menschlichen Klang hätte. Es sind immer die gleichen Worte, die die gleichen  Lügen berichten. Und daß die Menschen sich damit abfinden, daß der Zorn des Volkes diese Hampelmänner noch nicht zerschmettert hat, ist für mich der Beweis, daß die Menschen ihrer Regierung keinerlei Bedeutung zumessen und daß sie spielen, ja wahrhaftig mit einem ganzen Teil ihres Lebens und ihrer sogenannten lebenswichtigen Interessen spielen.“ – Albert Camus

Für Antisemitismus braucht man keine Juden, man braucht nur Antisemiten.

Jeder ist anders. Wirklich. Einheitliche Front ist eine Illusion, eine Täuschung, eine Lüge.
Konflikte und Koalitionen werden in Masken ausgetragen.
Realität ist anders.
Angela Merkel ist an Andreas-Lubitz-Syndrom erkrankt und fliegt Deutschland gegen die Wand.

„Die Wilden sind nicht bessere Menschen“ – Adorno

Der „autoritäre Charakter“ mit seiner narzisstischen Kränkung und seinem Sado-Masochismus, offenbart eine reaktionäre „Furcht vor der Freiheit“.

Ex Oriente Tenebris

Um Menschen zu verstehen, muß man den Sinn fürs Absurde haben.

Faschismus hat die Seiten gewechselt

„The only reason people do work for airlines is because the Nazi party is no longer hiring.“ –
Die beste Therapie ist das Wissen

Angela Merkel in BILD-Zeitung, 29. November 2004 auf die Frage, welche Empfindungen Deutschland in ihr weckt: „Ich denke an dichte Fenster! Kein anderes Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen.“

„Wenn ein Truthahn nach tausend Tagen geschlachtet wird, erscheint der Todestag dem Truthahn als unvorhersehbar, nicht aber dem Metzger.“ – Nassim Nicholas Taleb

Schnick, Schnack, Schnuck – Schere, Stein, Papier – Extremistan, Mediokristan, Absurdistan

Die FAZ, das intellektuelle Flagschiff der Republik hat sich zu Merkel mit der Breitseite gewendet.
Dummköpfe, in Deutschland „Eliten“ genannt, werden diesen Ausdruck für eine freundliche Geste halten, für eine deutche Übersetzung des „Always Look on the Bright Side of Life“.
In den geistigen Anal-Phabetismus dieser „Eliten“ sind die „Flüchtlinge“ ohne Weiteres integrierbar, einer geht immer noch herein.
„Wart Pac pałaca, a pałac Paca“, sagen dazu die Polen, “ der eine taugt sowenig wie der andere“.
Steht doch diesem Staat eine Frau ohne Eigenschaften vor, die den von Robert Musil beschriebenen Zerfall kurz vor 1914 (huch, was war denn da?) repräsentiert und betreibt.

„Das deutsche Volk kann Revolution machen nur noch gegen sich selbst.“ – Ulrich Sonnemann

„Weil das Notwendige nicht getan werden will, eröffnet sich der Spielplatz der Selbstverwirklichung; wem Vernunft als dogmatisch gilt, der hat jedenfalls Verstand genug, seine Halluzinationen auf Punkt und Komma zum totalen System der Sozialreform auszuarbeiten. Die materialistische Kritik hatte zwar 1848 versucht, sich einen Überblick zu verschaffen, denn „Ökonomisten, Philantrophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter“ wetteiferten schon damals darum, den „wahren“ deutschen Sozialismus (der besten, größten, stärksten in der Welt Philantropie, nämlich der deutschen, à la Merkel) auf Touren zu bringen.“ – Joachim Bruhn

»Kann sein«, fuhr er in seiner Schilderung der Zukunft Österreichs fort, »daß uns, wenn wir mit den Türken Krieg führen, die Deutschen in den Rücken falln, weil die Deutschen und die Türken zusammenhalten. Wir können uns aber mit Frankreich verbünden, das seit dem Jahr einundsiebzig auf Deutschland schlecht zu sprechen is. Und schon wirds gehn. Es wird Krieg geben, mehr sag ich euch nicht.« – sagte Schwejk.

„Es gibt doch tatsächlich eine verständige Definition der Widervernunft als solcher, statt den Massenmord als den irren Versuch scharfsinniger Rindviecher zu entziffern, die paradoxe, an sich selbst unbegreifliche Identität des Kapitals als automatisches Subjekt zu liquidieren und es als fixe Qualität zu verdinglichen, als Versuch daher des volksgemeinschaftlichen Mordkollektivs, das Kapital als naturale Eigenschaft sich einzuverleiben, d.h. das „Geldrätsel“ zu lösen, indem man G — G‘ (Geld macht Geld Anm.JSB) zum Wesen des Deutschtums erhob. Weil das Mordkollektiv vom Wahn inspiriert war, in der jüdischen „Gegenrasse“ sei das Geheimnis endlos gelingender Akkumulation quasi genetisch inkorporiert, so daß es des kollektiven Raubmords bedürfe, dieses Geheimnis den Juden aus dem Leib zu reißen und den Deutschen einzuverleiben, weil es ihre negative Utopie ausmacht, sich in den „Kapitalfetisch“ zu verwandeln und sich selbst als „reiner Automat“69 darzustellen: daher konnte der Versuch, das „Tausendjährige Reich“ der definitiven Abschaffung aller Vermittlung und der Selbstdarstellung des Deutschtums als des automatischen Fetischs schlechthin nur in der barbarischen Einheit von Verstandesdiktatur und Apokalypse münden.
Der Nationalsozialismus war in dieser Perspektive „nichts anderes als“ der Versuch des Subjekts, sich selbst zu rassifizieren, um das Kapital unmittelbar als natürliche „Eigenschaft“ sich anzueignen, d.h. sein „Naturrecht“ auf die so endlos wie krisenfrei gelingende Akkumulation zu verwirklichen : eben das ist der (ja, auch: Lust-) Gewinn, den das Kollektiv aus Verfolgungswahn und Massenmord einstrich. Das war die Geschichte des Nationalsozialismus als Produktionsverhältnis, das ist der Grund dafür, daß die Deutschen nie deutscher waren als am 9. Mai 1945, daß sie seitdem die absolute Transzendenz ihrer Geschichte niemals werden vergessen können, bis endlich die „Emanzipation der Deutschen zu Menschen“(Marx) doch noch revolutionär gelingen möge. Es ist diese Überbietung jedweder Vermittlung im Mord an den Juden, die seitdem „aufgearbeitet“, bzw. voller Sehnsucht rekapituliert wird. Der öffentliche ,Diskurs‘ über den NS gleicht nicht nur einer nicht enden wollenden Trauerrede — wenn etwa die FAZ jammert, Hitler habe „das Selbstbewußtsein der einfachen Menschen gestärkt und seine Arbeitsleistung gewürdigt. Der Sinn für das Allgemeinwohl, dessen Träger der Staat ist, wurde wieder geweckt.“ — , sondern dieser ‚Diskurs‘ ist nichts anders als die Selbstdressur in die doch noch gelingen mögende Erfüllung des Hitlerschen Vermächtnisses. Es ist sein „Politisches Testament“ vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem „internationalen Judentum und seinen Helfern“ den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, daß in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß „die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden.“ Die restlose Verschmelzung der Individuen als Körper mit ihrer gesellschaftlichen Subjektfunktion hat stattgefunden, die deutsche Utopie war schon einmal Wirklichkeit gewesen: das ist der Grund für das allseits festgestellte Ausbleiben einer jeden Panik und Hysterie in der größten Krise des Kapitals seit 1929, der Grund auch dafür, das die konformistischen Revolteure etwa der Bewegung gegen das Stuttgarter Bahnhofsgrab selig identisch und zur Melodie von „Freude, schöner Götterfunken“ singen können: „Wir sind das Volk, wir sind das Geld.“ Das Urvertrauen in den Souverän ist ungebrochen (wenn nur diese Regierung nicht wäre!). (…) Der Warenhüter, das (juristische) Subjekt, in die Antinomie von Bourgeois und Citoyen, deren Synthese der Souverän in der Gestalt negativer Versöhnung ist, wie sie zuerst in der Form des Soldaten erscheint: kasernierte Mordenergie, bedingungslose Bereitschaft zum Töten und Getötetwerden, damit die Dezision (Entscheidung Anm.JSB) über Leben und Tod in letzter Instanz. (…) Im Normalzustand der Akkumulation ist der Souverän als Bedingung der Möglichkeit der Existenz von Staatsapparaten unsichtbar. Aber die Souveränität als reines Verhältnis von Befehl und Kommando, als die bedingungslose Pflicht zum Opfer und als unbedingte Freiheit zum Morden, wie sie im allgemeinen Menschen präsent ist, tritt in der großen Krise hinter den Staatsapparaten hervor und aus ihnen heraus, hebt die Gewaltenteilung auf und setzt sich absolut als „frei aus sich selbst Anfangendes“, als so ableitungs- und begründungs- wie rechtfertigungsloses „Ich will.“ (Hegel)
Die Begriff des Nationalsozialismus ist demnach, d.h., wie ihn auch der Materialist Johann Georg Elser praktisch zu fassen suchte, in der Perspektive zu entwickeln, daß Hitler als Erscheinung des allgemeinen Deutschen, als der Souverän, hinter den Staatsapparaten hervortrat und als Person unmittelbar alles, was deutsch ist, verkörperte. Darin nun konvergieren die Kritik der politischen Ökonomie und gewisse Einsichten der Psychiatrie, denn eine barbarische Gesellschaft kann nur von einem Subjekt repräsentiert und ausagiert werden, das seiner psychischen Konstitution zufolge nichts anderes als ist als eben: die negative Aufhebung des Subjekts, d.h.: ein Barbar sondergleichen.  (…) Die Gestalt des unmittelbar allgemeinen Deutschen, der in einer Person inkarnierten Souveränität, ist der archimedische Punkt, zu dessen Begriff die materialistische Kritik dringend ihrer Belehrung durch Psychiatrie und Psychoanalyse bedarf. (…)
In der Konsequenz der unmittelbaren Erscheinung des allgemeinen Deutschen erblüht ein grandioses Verschmelzungserlebnis von Masse und Macht: das Glück vermittlungsloser Identität in der verkehrten Gesellschaft. Es ist, „als ob“ die Utopie des wahren deutschen Sozialismus, „man könne allen Waren den Stempel unmittelbarer Austauschbarkeit aufdrücken“, d.h. „alle Katholiken zu Päpsten machen‘, sich in der Volksgemeinschaft realisiert hat. Das Verhältnis von Volk und Führer mündet, je intensiver der Mordwille sich ausagiert, in zwar geborgter, gleichwohl fugenloser Identität, zumindest solange, wie auch nur ein Jude noch am Leben ist und die Jagd weitergehen darf bzw.: muß. (Darum ist Israel den Deutschen Verheißung und Schrecken zugleich, eben: „Das letzte Tabu deutscher Außenpolitik“90, d.h. Objekt von Angstlust par excellence.) Der Nazifaschismus war ein Traum — das ist der Profit, den Babi Jar und Treblinka den Deutschen abgeworfen haben, denn im Massenmord hatten sie sich die absolute Transzendenz einmal schon angeeignet. Die gern beschwatzte „Unfähigkeit zu trauern“ gründet darin, daß man die Verschmelzung niemals wird vergessen können und den Staat als den Garanten sine qua non ihrer möglichen Wiederkehr versteht, d.h. als Versprechen. Es ist die Hoffnung auf das organisierte Pogrom, was gegen Panik immun macht.
Das bedeutet nicht, daß dem System des erst pazifizierten, dann oberflächlich parlamentarisierten Wahns der deutschen Ideologie keine bemerkenswerten Einsichten in die Zukunft der Krise möglich sind, auch wenn dessen Lautsprecher nicht wissen, was sie denken, bevor sie hören, was sie sagen oder lesen, was sie schreiben — so der FAZ-Kolumnist Frank Schirrmacher, der, mutmaßlich den Einflüsterungen Dietmar Daths erlegen, dies zu bedenken gibt: „Wer meint, daß die aktuelle Vernichtung des Grundvertrauens in die Rationalität ökonomischen Handelns ohne Folgen bleibt, wird sich spätestens bei den nächsten Wahlen enttäuscht sehen. Über Nacht ist die Welt des Geldes fiktionalisiert worden. Die Flucht in die Verstaatlichung, die von den Banken selbst angeführt wird ist der Bankrott der Metaphysik des Marktes.“ So verständig schreibt kein „Neues Deutschland“. Und weiter: „Jetzt, da völlige Unklarheit darüber herrscht, was ist und was nicht ist, kann nur der Staat noch dezisionistisch darüber verfügen, daß etwas und nicht vielmehr nichts existiert.“ Noch ist nicht von Juden, sondern vom Geldwert die Rede, aber jeder weiß, was gemeint ist, nämlich die Erklärung des obersten Volkswirts in der Wolfsschanze. In derlei traumwandlerischen, aber zielsicheren Inszenierungen des Staatlichkeitswahns wird die sehnsüchtige Erinnerung an wie die tätige Hoffnung auf das (neuerliche) Erscheinen des unmittelbar allgemeinen Deutschen beschworen, denn wenn schon die aktuellen „Notstandsgesetze“ nichts weniger bedeuten als eine „Revolution von oben“ — wo ist dann der Kyffhäuser, wo wartet der authentisch deutsche Revolutionär? Es ist diese unheimliche Sehnsucht, die die Linkspartei mit der Rechtspartei trotz aller, oberflächlich betrachtet, verschiedener Terminologie lange schon eint, bevor sie nun, im sich warmlaufenden „Extremismus der Mitte“, zur Volksfront sich finden werden, zugleich der Grund dafür, warum ein ausgemachter Prä-Faschist wie der „Professor für BWL an der FH Worms“, Max Otte, den Horst Köhler und die Sarah Wagenknecht in einem Atemzug und fürs haarscharf Gleiche loben kann, für deren Programm „Werden Sie ,Volkskapitalist‘!“ und für ihren Appell: „Gebt das Geld in unsere Hände!„93 Denn wer, wenn nicht wir, ist das Geld? (…) Der Traum der deutschen Ideologie ist die Verwandlung der Volksgenossen in die lebendige Münze. In diesen Verschmelzungsphantasien läuft sich die neuerliche Transformation des bürgerlichen wie des proletarischen Besitzindividuums langsam warm in das, was Johann Most treffend die „Eigentumsbestie“94 genannt hat, d.h. die selbstbewußt zynische Verschmelzung der Individuen als homogene Subjekte mit der Akkumulation. Die gesellschaftliche Mitte, d.h. der Angelpunkt der falschen Gesellschaft wie der Nullpunkt ihres Bewußtseins zugleich, hat längst G — G‘ als ihr Naturrecht proklamiert und sinnt jetzt auf Rache dafür, daß niemand „den echten Wert der Bilanzen“‚ kennt. Denn, so Marx, „in dem zinstragenden Kapital ist die Vorstellung vom Kapitalfetisch vollendet, die Vorstellung, die dem … Geld die Kraft zuschreibt, durch eine eingeborene geheime Qualität, als reiner Automat, in geometrischer Progression Mehrwert zu erzeugen, so daß es … allen Reichtum dieser Welt für alle Zeiten als ihm von Rechts wegen gehörig und zufallend schon längst diskontiert hat.“96 Das ist die historische Mission der Eigentumsbestie, daß es den Fetischismus und die Naturalisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse nicht länger, wie es der akademische Marxismus glauben machen möchte, als die nur historische „zweite Natur“, d.h. bloße Kulisse und Simulation des „als ob“ dulden mag, sondern als die erste, rassische Qualität des Deutschtums setzen und sich einverleiben will.
„Aller Reichtum dieser Welt für alle Zeiten“, und dies von Staats und „von Rechts wegen“, sagt Marx, d.h. eben: das tausendjährige Reich glücklich gelingender Akkumulation im endlich doch noch vollbrachten Endsieg vollendeter Selbstrassifizierung.  (…) Wo alle darum kämpfen, ein kleines Licht in einer großen Finsternis zu sein, wo ein jeder seine Utopie „vorlebt“, da treibt man sich gegenseitig in die allgemeine Umnachtung und hat sein Spaßvergnügen dabei 
“ – Joachim Bruhn

„Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv.“ – Max Horkheimer/Theodor W. Adorno

Der Mensch ist nur noch eine staatsnotwendige Fiktion und als solche ist er das natürliche Material des Staates, der homogenisierte Lehm, der gelehmte Homo, aus dem die Staatspyramiden entstehen.

Zum Lernen muß man alleine sein. Wer nicht alleine sein kann, kann nicht lernen. Beziehuhngssüchtige, die ständig in Gruppen sein wollen, die ständig Kontakte suchen, auch elektronisch, im Internet, Handy, Kneipe, in sonstigen Gemeinschaften, Communities, werden zu Loosern, wenn sie es nicht bereits sind. Der Mensch ist ein Idividuum, er will jedoch lieber wie ein Regenwurm in einem Wurmhaufen vegetieren. Wo ein Wir ist, verschwindet das Ich. Aber nur ein Ich kann denken, das Wir kann lediglich fühlen, wie Würmer, die nur aus Bäuchen bestehen. Dann gibt es eine Volksgemeinschaft, die nicht denken kann, aber auf ihr Bauchgefühl stolz ist. Die Folge vom Bauchgefühl ist, was hinten herauskommt. Und darauf, was hinten herauskommt sagt der Deutsche, kommt es ja an. Und hinten kommt bestenfalls nur heiße Luft und Scheiße heraus.

“I think it’s very healthy to spend time alone. You need to know how to be alone and not be defined by another person.” ― Oscar Wilde

Das Leben: zum Teil Freiheit, zum Teil Sicherheit
Totale Freiheit, totale Sicherheit bringen nur den Tod.

„Nie waren die Deutschen deutscher als am 9. Mai 1945, und deshalb war der Nazi-Fa­schismus keine Enthüllung und keine Offenbarung, sondern ein Produktionsverhältnis im durchschlagendsten Sinne: die Produktion der Barbarei als einer qualitativ neuen, dem Kapital im doppelten Sinne des Wortes entsprungenen Gesellschaftlichkeit. Der Antisemitismus er­schöpft sich keineswegs ,schon‘ darin, eine Verfolgungs- und Vernichtungspraxis zu initiieren, d.h. die sog. „Endlösung“, sondern er war zugleich die Produktion des Deutschen an und für sich, d.h. die Transformation der Bevölkerung in das deutsche Volk, d.h. dessen tatsächliche Enderlösung. Die entscheidende Frage ist also, was eigentlich das Mordkollektiv davon gehabt hat, was sein Movens war, die Tat zu begehen, und wie es sich selber begierig, lustvoll und lei­denschaftlich in der Verfolgung und Ermordung der Juden als etwas substantiell Neues konsti­tuiert hat — und wie das, was schließlich konstituiert worden ist, in der Gegenwart als die zum „Tausendjährigen Reich“ noch fehlenden 988 Jahre fortwest und die Bedingung der Möglich­keit dessen ist, daß die Krise, wie sie seit Jahren in den schwarzen Messen des nationalökono -mischen Okkultismus abgefeiert wird, von den Landsleuten so überaus gelassen, fast stoisch schon, hingenommen wurde und wird.“ – Joachim Bruhn

Die Kontrolle über die unkontrollierte Masseneinwanderung haben sich Einwanderer erkämpft.

Es gilt die Gesinnung, nicht die Realität«Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus.‘ Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus.» – Ignazio Silone
«Antifa ist die linke Ausprägung des Faschismus. Sie ist also selbst das, was sie vorgibt zu bekämpfen.»

Sklaven träumen nicht davon, freie Menschen, sondern Sklavenhalter zu werden.

„Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.“ – Norbert Bolz

„Die Sprache ist im Guten wie im Schlechten nicht mehr Medium der Erkenntnis, sondern der kulturellen Hegemonie. (..) Wo sich statt Antagonismen Spannungsfelder auftun, hat der Geist bereits kapituliert. (…) Eine Welt, in der alle einander wechselseitig als kompatibel anerkennen und stets »das Gemeinschaftliche im Auge behalten«, kann schwerlich etwas anderes als die Hölle auf Erden sein. (…) Die Beliebigkeit ist also nicht harmlos, sondern hat hier wie auch sonst ein bestimmtes Ziel: die Zerstörung individueller Urteilskraft zugunsten einer Logik der »Anerkennung«, in der jeder Lüge Recht gegeben und jede triftige Erkenntnis in die Schranken ihres »Standorts« verwiesen wird.“ – Magnus Klaue

„Hochverrat ist eine Frage des Datums“ – Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord

Die Skandalisierung eines Skandals ist eine in deutschen Medien meisterhaft beherrschte Disziplin.

„Es ist eine alte Weisheit, dass Macht stets die Verführung mit sich bringt, sie zu missbrauchen.“ – Wolfgang Schmidbauer

„C.G.Jung war ein psychoanalytischer Faschist, ein faschistisch schäumender Psychoanalytiker. “ – Ernst Bloch

„Die tatsächlich bestehenden und einsichtigen Leuten schon längst bekannten Verschiedenheiten der germanischen und jüdischen Psychologie sollen nicht mehr verwischt werden, was der Wissenschaft nur förderlich sein kann“ (…) „Die Gesellschaft (die Internationale Allgemeine Ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie (IAÄGP). Anm.JSB) setzt von allen ihren schriftstellerisch und rednerisch tätigen Mitgliedern voraus, daß sie Adolf Hitlers grundlegendes Buch ›Mein Kampf‹ mit allem wissenschaftlichen Ernst durchgearbeitet haben und als Grundlage anerkennen. Sie will mitarbeiten an dem Werke des Volkskanzlers, das deutsche Volk zu einer heroischen, opferfreudigen Gesinnung zu erziehen.“ C.G.Jung

„Ich weiß nicht, was passieren muss, bis endlich was passiert.“
„Ulrike Maria Stuart“ von Elfriede Jelinek

„Auch der sublimste erkenntnistheoretische Idealismus führt unweigerlich zum Solipsismus, zur Vergottung des Ichs, einer Elite, einer Rasse und endet schließlich im blutigsten Imperialismus.“ John F. Rottmeister

„Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“ – Angela Merkel 

Psychoanalyse ist eine Erhebung über die Situation. Von oben hat man bessere Aussicht.

„Kritische Theorien, wie die Freudsche, artikulieren eine Erfahrung, die mit den jeweils herrschenden Denk- und Wahrnehmungsweisen unvereinbar ist. Gerade in dem, was der Konvention als unbrauchbar, als Abfall gilt und wovon in Wissenschaft und Lebenspraxis methodisch abgesehen wird, entdecken die Revolutionäre der Denkart das Neue, das ei¬ne bestehende Einrichtung des Lebens in Frage stellt. Indem sie an das Ausgegrenzte und erfolgreich Vergessene erinnern, markieren sie den Mangel der Ordnung, die über dem Grab der verworfenen Alternativen triumphierend sich erhebt. Und das dem Status quo verschworene Kollektiv stempelt solche Alchimisten, die aus Dreck Gold zu machen schei¬nen, stets zu Außenseitern6 . Aus der Erfahrung dessen, was den vorherrschenden, institutionalisierten Zwecken widerstrebt, erschüttern die Neuerer deren fraglose Geltung.“ – Helmut Dahmer

Die Umwälzung nach 1945  führte nicht zur Überwindung des Nationalsozialismus  als Ideologie der deutschen Volksgemeinschaft, sondern rief lediglich die eitle Illusion hervor, daß mit der Kritik am Nationalsozialismus das nationalsozialistische Dünken selbst und seine innere Konflikthaftigkeit mit dem Judentum überwunden sei.

„Wie es Tatbestände gibt, die die Sinne in die Irre führen, wie im Fall der optischen Täuschung, so gibt es welche, die die unangenehme Eigenschaft haben, dem Intellekt Schlüsse zu suggerieren, die gleichwohl falsch sind.“ – Christoph Türcke

Das Geschlecht ist ein sozialer Konstrukt? Berg, Tal, See und das Meer auch!

Bereits Marx diagnostizierte den Deutschen das Umkippen von Ideologie in Wahn und Lüge. Wie gegenwärtig der Fall ist, neigen die Deutschen zu Ausbrüchen des kollektiven Wahns, der Massenpsychose mit zunehmendem Realitätsverlust.
Der Wahn ist kurz, die Reue lang, pflegte meine Großmutter zu sagen.

Nach dem I. Psychosputnik-Gesetz verwandelt sich der frei florierende Zynismus ab gewissem Verdichtungsgrad seiner Intensität in hochprozentige Heuchelei, analog zu einer atomaren Kernschmelzereaktion. Diesen Prozess der zunehmenden Zynismuskonzentration mit anschliessender Explosion der Heuchelei kann man sehr deutlich gegenwärtig in Deutschland beobachten. Das Denken ist weggeblasen, pulverisiert, das (Hoch)Gefühl ist voll an seine Stelle getreten.

»Indem (der gesunde Menschenverstand) sich auf das Gefühl, sein inwendiges Orakel, beruft, ist er gegen den, der nicht übereinstimmt, fertig; er muß erklären, daß er dem weiter nichts zu sagen habe, der nicht dasselbe in sich finde und fühle; – mit anderen Worten, er tritt die Wurzel der Humanität mit Füßen. Denn die Natur dieser ist, auf die Übereinkunft mit anderen zu dringen, und ihre Existenz nur in der zustande gebrachten Einheit der Bewußtseine. Das Widermenschliche, das Tierische besteht darin, im Gefühle stehenzubleiben und nur durch dieses sich mitteilen zu können.« – G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes

„Die Verschleierung eigener Positionen durch Zitate und Zitatselektion dient dazu, eigene Positionen unkenntlich zu machen.“ – Ursula Kreuzer-Haustein

„Die Neurose ist das Wappen der Kultur.“ – Dr. Rudolf Urbantschitsch, Seelenarzt; „Sehr schön, aber es laufen derzeit schon weit mehr Heraldiker als Adelige herum.“ – Karl Kraus, Schriftsteller

„Zuerst verlieren die Menschen die Scham, dann den Verstand, hernach die Ruhe, hierauf die Haltung, an der vorletzten Station das Geld und zum Schluß die Freiheit.“ – Karl Kraus

„Ausbeutung heißt Beute machen, sich etwas durch Gewalt aneignen, was nicht durch eigene Arbeit geschaffen wurde, sich etwas nehmen, ohne Gleichwertiges zurückzugeben – Maria Mies

»Die Psychoanalyse ist eine Panne für die Hierarchie des Denksystems« – Pierre Legendre

Psychoanalyse entwickelt sich nicht weiter, weil sie nicht angewandt wird, es wird nur über sie gesprochen.

»Sie wissen, daß der Kampf des wissenschaftlichen Geistes gegen die religiöse Weltan­schauung nicht zu Ende gekommen ist, er spielt sich noch in der Gegenwart unter unseren Augen ab … Die erste Einwendung, die man hört, lautet, … die Wissenschaft ist zur Be­urteilung der Religion nicht zuständig. Sie sei sonst ganz brauchbar und schätzenswert, solange sie sich auf ihr Gebiet beschränkt, aber die Religion sei nicht ihr Gebiet, da habe sie nichts zu suchen … Die Religion darf nicht kritisch geprüft werden, weil sie das Höch­ste, Wertvollste, Erhabenste ist, was der menschliche Geist hervorgebracht hat, weil sie den tiefsten Gefühlen Ausdruck gibt, allein die Welt erträglich und das Leben lebenswür­dig macht … Darauf braucht man nicht zu antworten, indem man die Einschätzung der Religion bestreitet, sondern indem man die Aufmerksamkeit auf einen anderen Sachver­halt richtet. Man betont, daß es sich gar nicht um einen Übergriff des wissenschaftlichen Geistes auf das Gebiet der Religion handelt, sondern um einen Übergriff der Religion auf die Sphäre des wissenschaftlichen Denkens. Was immer Wert und Bedeutung der Religion sein mögen, sie hat kein Recht, das Denken irgendwie zu beschränken, also auch nicht das Recht, sich selbst von der Anwendung des Denkens auszunehmen … Eine auf die Wissen­schaft aufgebaute Weltanschauung hat außer der Betonung der realen Außenwelt wesent­lich negative Züge, wie die Bescheidung zur Wahrheit, die Ablehnung der Illusionen« (Freud, 1933, S. 182 ff. und S. 197).

„Freuds »Religions«-Kritik galt den »Neurosen« genannten Privatreligionen (Heiraten, romantische Liebe, Gier, Ethik und Moral, etc. Anm. JSB) ebenso wie den kollektiven (Nation, Gutmenschen, Sport, etc. Anm. JSB);“ – Helmut Dahmer

Freud prognostizierte, die bestehende Gesellschaft werde an einem Übermaß nicht absorbierba­rer Destruktivität zugrundegehen. (sofern nicht »Eros« interveniere (Eros ist nicht Ficken, sondern Caritas. Anm. JSB)).

„Wer dem Kult der »Werte« frönt, kann unsanft erwachen, wenn im Kampf der Klassen und Parteien, von dem er sich fernhält, Gruppen obsiegen, auf deren Pro­gramm eine »Umwertung der Werte«, z. B. die Aufwertung von »Un­werten« steht.“ – Helmut Dahmer

»Hinsichtlich der allgemeinen nervlichen Belastung wirkte die Lage im Dritten Reich auf den psychischen Zustand des Volkes ziemlich ambivalent. Es unterliegt kaum einem Zwei­fel, daß die Machtergreifung zu einer weitverbreiteten Verbesserung der emotionalen Ge­sundheit führte. Das war nicht nur ein Ergebnis des Wirtschaftsaufschwungs, sondern auch der Tatsache, daß sich viele Deutsche in erhöhtem Maße mit den nationalen Zielen identifizierten. Diese Wirkung ähnelte der, die Kriege normalerweise auf das Auftreten von Selbstmorden und Depressionen haben. (Das Deutschland der Nazizeit verzeichnete diese Erscheinung zweimal: nämlich 1933 und 1939.) Aber gleichzeitig führte das intensi­vere Lebensgefühl, das von der ständigen Stimulierung der Massenemotionen herrührte, auch zu einer größeren Schwäche gegenüber dem Trinken, Rauchen und Vergnügungen« – Richard Grunberger

Von Anfang an hat­te Hitlers Regime auch den Anstrich der Rechtmäßigkeit

„Die psychiatrischen Truppen der »kaiserlichen deutschen Psychiatrie« (Alexander und Selesnick, 1966, S. 214) jedoch, die 1914 ins Feld zogen, bekriegten immer noch die Krankheit, den äußeren Eindringling in ein gesundes System, und nicht die Neurose, das innere Ungleichgewicht zwischen Psychodynamik, Umwelt und Geschichte.“ – Geoffrey C. Cocks (Diese Einstellung herrscht bis heute in der deutschen Psychotherapie und findet explosionsartige Vermehrung im KOnzept der sog. „Traumatisierung“. Anm- JSB)

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

„Ich bin eine Feministin. Das bedeutet, daß ich extrem stark behaart bin und daß und ich alle Männer haße, sowohl einzelne als auch alle zusammen, ohne Ausnahmen.“Bridget Christie

„Die Tragödie isolierter persönlicher Leidenschaften ist für unsere Zeit zu fade. Aber weshalb? Weil wir in einer Epoche der sozialen Leidenschaften leben. Die Tragödie unserer Epoche ist der Zusammenstoß der Persönlichkeit mit dem Kollektiv.“ –  LeoTrotzki 1923

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War Copilot von Germanwings-Flug 4U9525 Andreas Lubitz ein Terrorist?

 

 

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Siehe die Erklärung für das Motiv des Todespiloten Andreas Lubitz auf:

Die Kunst ahmt nicht das Leben nach, sondern das Leben ahmt die Kunst nach.

 

Des deutschen Mobs und seiner willfährigen Presse liebste Diagnosen sind Depression, Angst, Burn-Out und Traumatisierung, denn dafür gibt es am Einfachsten eine Krankschreibung, Kur, Rente oder andere arbeitsfreie Geldvorteile.

Siehe dazu:

Deswegen hier ganz langsam zum Mitschreiben: Das charakteristische einer Depression, ist die Aggressionshemmung! Die Aggressionshemmung, stupid! Depressive können gar nicht gewalttätig werden! Depressive sind Menschen, die liebevoll, sehr anhänglich und beziehungsfähig sind. Depressive kümmern sich um andere Menschen, oft selbstlos. Wenn sich Depressive umbringen, dann im Stillen, um niemand zu stören, hängen sich im Wald auf oder schwimmen auf offenes Meer hinaus, oder so.
Amokläufer sind Borderline-Fälle mit extrem hohem Narzißmus.

Siehe dazu:

Es müssen ja einem andere Menschen scheißegal sein, wenn jemand eine Selbstmordart wählt, mit sich auch andere in den Tod zu ziehen, wie die Geisterfahrer auf der Autobahn, sich im Haus in die Luft zu sprengen, Leuten vom Hochhaus auf den Nacken zu fallen, oder als Co-Pilot eine vollbesetzte Maschine zum Absturz zu bringen.
Freude am Leben hat nur ein Mensch, der ein Einfühlungsvermögen besitzt, der zu möglichst Vielem eine liebevolle Beziehung hat, denn nur dann freut man sich, wenn man etwas oder jemand liebt, was nicht mit Gier und Geilheit zu verwechseln ist.
Aber ein Narzißt liebt nur seinen angeblichen Erfolg, ein Narzißt ist eine Diva, die gar nichts liebt, nicht Mal sich selbst. Also hat ein Narzißt keine Lebensfreude, denn man kann nicht permanent Erfolg haben. Und daher weiß ein Narzißt nicht, wozu er lebt, nichts macht ihm Freude, höchstens hat er Spaß, wenn er etwas geil findet. Leider will er auch im Selbsttod der Größte sein, sein Untergang soll spektakulär und total geil sein. Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist.

Siehe dazu:

Falls Andreas Lubitz tatsächlich willentlich das Flugzeug zum Absturz brachte, war er ein Terrorist. Jeder Terrorist ist ein extremer Narzisst.
Aha, sagen Sie, dann könnte man die Narzißten als Vehikeltreiber herausfischen und so die Gefahr eines solchen Selbstmordanschlags vermindern. Zu früh gefreut, lieber Leser! Denn Flugkapitäne sind mehr oder weniger Divas, also ziemlich narzißtisch! Da ist der Unterschied zum extremen Narzißmus nicht mehr groß!
Aber die Bundespsychotherapeutenkammer wird bestimmt umgehend Kurse, Seminare, Experten und narzißtisch zertifizierte Psychologinnen anbieten und vom Staat dafür entsprechende Gelder anfordern, denn nichts ist zu teuer, um die Welt zu retten, das weiß die Betreuungsindustrie am besten.

Hätte Lubitz bloß eine Nachricht hinterlassen, daß er durch seinen Selbstmordanschlag gegen die Siedlungspolitik von Netanjahu, gegen Putin oder die Benachteiligung von Frauen ein Zeichen des Protests setzen wollte, dann wären alle beruhigt, denn so ein guter Zweck, wie man weiß, heiligt alle Mittel.

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Forbes, 3/29/2015
Germanwings Crash Raises Questions For Pilots Taking Depression Drugs

The crash of Germanwings Flight 4U9525 in the French Alps, killing 150 people, has raised critical questions about the mental and physical fitness of commercial pilots, disease treatments, and the rules for medically disqualifying a pilot from active service. This broad, perennial issue is now focused on whether a pilot with a diagnosis of depression should be permitted to fly, even if taking antidepressant drugs.

For reasons not fully known, co-pilot of the Lufthansa budget carrier’s Airbus 320, Andreas Lubitz, is believed to have intentionally crashed the aircraft while enroute from Barcelona to Düsseldorf on Tuesday, March 24. What began as an inexplicable international tragedy has now transformed into a mass murder-suicide investigation.

At present, French and German authorities have revealed that the junior Lubitz locked out the pilot who was returning to the cockpit after a bathroom break. During that time, Lubitz had programmed the plane for a steep descent from its cruising altitude to its crash over a span of eight to 10 minutes.

The seemingly deliberate act, with the amount of time available for him to reconsider such a decision or allow the pilot back into the cockpit, has called into question Lubitz’s mental state. Currently, authorities have evidence that the 27-year-old Lubitz had been treated for depression and had developed vision problems that, if known to medical evaluators, might have disqualified him for working as a commercial pilot.

Could antidepressants have caused the Germanwings tragedy?

The New York Times reported yesterday that German authorities recovered “antidepressants” from Lubitz’s apartment on Thursday. This fact has renewed concerns that some drugs used to treat depression may increase suicidal ideations, aggression, and violence in some patients. Several SSRIs carry black box warnings about the potential for increased suicide risk when starting the drugs, particularly in adolescents and young adults.

During any one year, 6.9 percent of Americans will experience depression, a multi-faceted disorder characterized by some combination of prolonged or recurrent episodes of intense sadness and emptiness, lack of self-worth, and inability to enjoy previously rewarding activities, among others. That’s about 22 million people among the current U.S. population. While depression occurs more frequently in women, the disease strikes across socioeconomic boundaries, due likely to a combination of genetic and environmental causes.

The challenge is that the disorder is often accompanied by suicidal ideations and suicide attempts, accounting for why several years passed after SSRI drug approvals before an increased risk of suicide could be shown statistically.

Major aviation concern is sedative and cognitive side effects

The aviation industry is not immune to pilots experiencing depression. But each country’s central aviation authority has been operating under policies and procedures for all manner of medical issues to ensure that aircraft, especially commercial aircraft, are operated by the most competent and uncompromised professionals.

Before the SSRIs, airline pilots were disqualified from operating aircraft if being treated for depression. The first drugs to treat depression, the tricyclic antidepressants, had strongly sedating side effects and could also cause problems with balance, concentration, and blood pressure. The liability of pilots taking tricyclics, such as imipramine or amitriptyline, was these side effects that could interfere with operating an airplane.

The SSRIs, first introduced in 1987 by Eli Lilly as Prozac (fluoxetine), were a major advance because of their reduced side effect profile relative to tricyclics or another drug class, the monoamine oxidase inhibitors. As early as 1989, the Australian aviation authority, CASA, allowed pilots with depression to fly who were well-managed on an antidepressant drug.

U.S. pilots successfully treated for depression can fly under certification procedure

But the U.S. Federal Aviation Administration was concerned that these drugs still had sedating and cognitive effects that might interfere with the safe operation of commercial aircraft. In 2006, the Aircraft Owners and Pilots Association (AOPA) petitioned the FAA to recognize that pilots equally suffer from depression and can be treated successfully by proposing a detailed medical and psychological strategy to qualify such pilots with a medical certificate.

It took until 2010 for the FAA to formally enact such guidelines. In short, pilots with major depressive disorder and some related conditions could apply for such medical certification if they wre evaluated to have stable disease while taking one of four antidepressants: fluoxetine (Prozac), sertraline (Zoloft), citalopram (Celexa), and escitalopram (Lexapro). When these rules were established, the FAA gave a six-month amnesty period for pilots to come forward who were already being treated for depression.

Pilots are evaluated by independent aviation medical examiners (AMEs), often pairs of psychiatrists and psychologists around the country who have passed FAA medical practice certification. This medical system dates back to 1974 when the FAA began addressing the issue of pilots impaired by alcohol and their recovery. Together with the NIH National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism instituted the Human Intervention Motivation Study (HIMS) to establish a system to rehabilitate pilots with alcoholism. By 2004, the system could boast a 85 to 90 percent two-year sobriety rate among pilots in recovery; estimates for Alcoholic Anonymous among the general population is five to 10 percent.

The FAA's Decision Path II illustrates the process to FAA medical certification for a pilot with depression who is taking an SSRI antidepressant. Source: Federal Aviation Administration

The FAA decision path for pilots on an acceptable SSRI is detailed in the figure above. The pilots must have a clear diagnosis of major depression or related mood disorders from a HIMS-certified AME and agree to take one of the four listed drugs. But – and it’s a big “but” – the diagnosis must be uncomplicated in that a pilot would be ineligible if they also had psychosis, suicidal ideations, previous electroconvulsive therapy, or treatment with multiple SSRIs and psychotropic drugs. While not explicitly delineated, most cases of bipolar disorder would also preclude a pilot from seeking the “special issuance” of a medical certificate.

The major criterion for applying for the medical certificate is that the pilot has been on a stable SSRI dose and devoid of symptoms for at least six months. Pilots who have also discontinued SSRIs and have a documented lack of depressive symptoms are also eligible. The pilots must also pass a series of cognitive (memory) and computerized performance tests for manual dexterity called the CogScreen – Aeromedical Edition. Developed by former Georgetown University neuropsychologist, Gary Kay, PhD, the CogScreen is described as, “a computer-administered and scored cognitive-screening instrument designed to rapidly assess deficits or changes in attention, immediate- and short-term memory, visual perceptual functions, sequencing functions, logical problem solving, calculation skills, reaction time, simultaneous information processing abilities, and executive functions.”

A SSRI Special Issuance granted to a commercial pilot is active for a year and is renewable. The airman is required to send their AME their psychiatric consultation status report every six months, a letter from airline management every three months, and retake the CogScreen-AE each year. While much of the documentation focuses on cognition, problem solving, and information management, the pilot is interviewed deeply on the nature of their depressive disorder and required to submit their own written history of their disease.

One could still worry that a pilot with homicidal or suicidal tendencies could evade this screening process to maintain their commercial certification, but the process in place in the U.S. appears to be more stringent than that of Australia or European countries.

Andreas Lubitz and SSRIs

A variety of conspiracy theorists often found online have suggested a role of psychotropic drugs used to treat mental illness and the behavior of mass murderers, dating back to the 1998 Columbine High School killings in Littleton, Colorado. Even CBS News presented a case that considered whether Zoloft (sertraline) was responsible for a 12-year-old South Carolina boy shooting his grandparents to death and setting their home on fire.

The problem with conclusively identifying a drug as a cause of homicidal behavior is that the diseases being treated are so varied in their causes and that the underlying disease might, itself alone, be a major driver of committing murder. Investigators, and family and friends of the victims, undoubtedly want answers for how this particular tragedy could have occurred and been prevented.

Assuming that Lubitz was taking an SSRI drug, we still have no way to conclude that the drug contributed to what appears to be his intentional act of mass murder and suicide. For one, we don’t yet know if what investigators are calling “depression” was complicated by any symptoms of psychosis that might have compromised or confused Lubitz’s reasoning and perspective on reality. Unless DNA testing could identify human tissue belonging to Lubitz at the crash site, we don’t even know if he was taking the drug or drugs at the time of the crash.

Readers should remember that I’m a PhD pharmacologist, not a board-certified psychiatrist, although I taught pharmacy students for a decade about antidepressant drugs and other agents that act on the central nervous system. As a scientist who is looking afar at much of the same evidence as you, the reader, I can’t help but be compelled by the long amount of time that Lubitz apparently had to reverse his decision to direct the plane downward and repeatedly refuse the pilot readmission to the cockpit. His actions appear to have been measured, calculated.

There are no objective, real-time clinical measures for depression, suicidal ideation, or homicidal tendencies – nothing like a LDL-cholesterol number or blood pressure reading.

I would love to answer, “Why?” If Lubitz was suicidal, why did he not take some other action to end his own life without taking 149 innocent people with him.

I’m afraid that the answer, if ever found, will be more complex than, “the drug made him do it.”

 

  • Dr. Kroll, not ‘conspiracy theoriests” but rather bipolar psychiatry experts (e.g. S Nassir Ghaemi, MD, Mood Disorders, particularly well summed up in Chap 4) tell us that 20 to 50% of the time when Bipolar II depression is the true diagnosis rather than major depression, antidepressants ‘switch’ energy depleted depressed moods into potentially dangerous agitated mixed or rapidly cycling moods. This co-pilot apparently has evidenced grandiosity in the past and very possibly if not likely antidepressants were contraindicated for him. Please help educate the public – Rather than ‘villify’ antidepressants which often help save lives among unipolar depressed patients, prescribers and consumers need to learn to better detect subtle bipolar II history and/or screen better for bipolar genetic risk, family history, history of responding abnormally to antidepressants in the past, and so forth.

  • “Unless DNA testing could identify human tissue belonging to Lubitz at the crash site, we don’t even know if he was taking the drug or drugs at the time of the crash.”

    We also don’t know if, in an attempt to continue flying, he abruptly stopped his drugs in the days before the flight. Depending on what meds are involved, such as those in the benzodiazopine family, abrupt discontinuing of meds can have some very horrific side effects pretty quickly and sometimes only intermittently.

     

SSRI Drugs Linked to Germanwings Kamikaze Crash?
Co-pilot spent 18 months under psychiatric treatment
SSRI Drugs Linked to Germanwings Kamikaze Crash?

by Paul Joseph Watson, Infowars.com,  March 27, 2015


Germanwings co-pilot Andreas Lubitz, who deliberately crashed a plane with 150 people onboard, had undergone psychiatric treatment, a fact that should prompt questions about whether the 28-year-old had been taking SSRI drugs which have been linked to numerous cases of mass murder and suicides.

“Lubitz had spent 18 months overall under psychiatric treatment, Bild reported on Friday, citing anonymous sources within Lufthansa, Germanwings’ parent company. The pilot was diagnosed with a “severe depressive episode” in 2009, the German daily says. It claims it got access to Lubitz’s profile, indicating the pilot had “psychological problems” and required a “special, exemplary regular medical examination,”reports RT.

Lubitz was also going through a personal crisis after breaking up with his girlfriend having previously taken a six month break from flight training due to “burnout-syndrome” or “depression”.

During a search of Lubitz’ apartment, German police also announced that they had discovered a “significant clue” that might help to determine why Lubitz deliberately crashed the Airbus A320. Authorities said that the item was not a suicide note.

“We have found something which will now be taken for tests,” Markus Niesczery from Dusseldorf Police told the Daily Mail. “We cannot say what it is at the moment, but it may be a very significant clue to what has happened.”

In addition, it has subsequently emerged that Lubitz had made an effort to conceal and unspecified medical condition from his employers.

“Documents with medical contents were confiscated that point towards an existing illness and corresponding treatment by doctors,” said the prosecutors’ office in Dusseldorf, where the pilot lived and where the flight from Barcelona was heading, reports Reuters.

“The fact there are sick notes saying he was unable to work, among other things, that were found torn up, which were recent and even from the day of the crime, support the assumption based on the preliminary examination that the deceased hid his illness from his employer and his professional colleagues,” they said.

Ascertaining whether Lubitz was on or had come off anti-depression drugs should be a crucial part of the investigation given the clear connection between SSRI pharmaceuticals and incidents of suicide and mass murder.

As CCHR documents, psychiatric drugs have been involved in at least 31 different school shootings and other massacres over the last 25 years.

Despite it being reported that prescription drugs were found in the apartment of ‘Batman’ shooter James Holmes days after the Aurora massacre, it took nine months to find out exactly what those drugs were. Like Columbine killer Eric Harris, Holmes had been taking Zoloft, an SSRI drug linked with episodes of mania.

The connection between Zoloft and violent outbursts is well documented. Countless studies identify Zoloft as being responsible for more than 1,000 suicides and hundreds of episodes of mania and aggression.

There was also an apparent attempt to shield information concerning whether or not Sandy Hook gunman Adam Lanza was taking psychiatric drugs. In September 2013, we reported on the State of Connecticut refusing to release Lanza’s medical records over fears that divulging the identity of the antidepressants he was taking would, “cause a lot of people to stop taking their medications,” according to Assistant Attorney General Patrick B. Kwanashie.

Fort Hood gunman Ivan Lopez, who shot dead three colleagues and injured 16 others before turning the gun on himself in April last year, was also taking psychiatric medication before the shooting. Staff Sgt. Robert Bales was also taking anti-depressant drugs when he massacred 16 Afghan civilians in 2012.

As the website SSRI Stories profusely documents, there are literally hundreds of examples of mass shootings, murders and other violent episodes that have been committed by individuals on psychiatric drugs over the past three decades. The number of cases is staggering, but the media has completely failed to generate a national conversation about the issue due to its obsession with exploiting mass shootings to demonize the second amendment.

In the aftermath of revelations that Germanwings co-pilot Andreas Lubitz deliberately crashed the airliner, there has also been complete silence amongst the establishment press as to whether psychiatric drugs played a role, despite Lubitz’ known history of depression.

Pharmaceutical giants who produce drugs like Zoloft, Prozac and Paxil spend around $2.4 billion dollars a year on direct-to-consumer television advertising every year. By running negative stories about prescription drugs, networks risk losing tens of millions of dollars in ad revenue, which is undoubtedly one of the primary reasons why the connection is habitually downplayed or ignored entirely.

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Paul Joseph Watson is the editor at large of Infowars.com and Prison Planet.com.

http://www.infowars.com/ssri-drugs-linked-to-germanwings-kamikaze-crash/

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Mörderische Fantasien | Die Weltwoche, Ausgabe 14/2015

Piloten, die mit ihrem Flugzeug absichtlich in den Tod stürzen, gibt es mehr, als man denkt. Dass sie dabei wahllos Menschen töten, ist zwar selten, es kommt aber immer wieder vor. Einiges weist darauf hin, dass Germanwings-Co-Pilot Lubitz den Crash von langer Hand geplant hat.

Von Alex Baur

Skepsis war angezeigt, als der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin bloss zwei Tage nach dem Absturz des Flugs 9525 von Germanwings das Unfassbare verkündete: Co-Pilot Andreas ­Lubitz habe den vollbesetzen Airbus A320 vorsätzlich in die Felswand gesteuert. Untersuchungen von Flugkatastrophen sind extrem komplex und dauern jeweils Jahre. ­Warum, so fragte man sich, schliesst Robin technisches Versagen so schnell aus? Kam er ­damit der Flugzeugindustrie und den Airlines entgegen, denen es vor einem Grounding des weitverbreiteten Airbus A320 graute?

Allen Verschwörungstheorien zum Trotz: Selten lag die Ursache einer Flugzeugkatastrophe so klar auf der Hand. Dass der Flug 9525 kontrolliert, also auf geradem Kurs, mit konstanter Geschwindigkeit und Sinkrate in den Berg raste, kann selbst ein Laie aus der Radaraufzeichnung herauslesen. Die vom sogenannten ADS-Transponder an die Flugkontrolle übermittelten ­Daten beweisen, dass der Autopilot an jenem fatalen Morgen um 10:30:54 Uhr vom ­Piloten auf den Todeskurs geschickt wurde.

Kein alternatives Szenario in Sicht

Ein Abgleich mit den Tonaufzeichnungen aus dem Cockpit zeigt: Kaum hatte der Captain seinen Platz verlassen und dem Co-Piloten Lubitz die Kontrolle übergeben, leitete dieser den Sinkflug ein. Hätte es sich um einen Notabstieg gehandelt, hätte er dies der Flugkontrolle ­sofort melden oder zumindest den Kurs ändern müssen. Aufgrund der aufgezeichneten regelmässigen Atemgeräusche erscheint es unwahrscheinlich, dass Lubitz aus einem unerfindlichen Grund das Bewusstsein verloren hat.

Überhaupt: Wäre Lubitz ohnmächtig ge­wesen, hätte er den Captain schwerlich mit der Notverriegelung aus dem Cockpit ausschlies­sen können. Wäre es im Cockpit zu einem Druckabfall gekommen, hätte das sogenannte blowout panel die Tür automatisch freigegeben. Das verzweifelte Poltern des Captains an die ­Kabinentür, die Schreie der Passagiere, die Aufrufe des Towers, die Warnsignale der Kon­trollsysteme – Lubitz ignorierte einfach alles.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Ein alternatives Szenario ist nicht in Sicht. Damit rückt eine andere Black Box in den Mittelpunkt des Interesses, deren Inhalt kein Ingenieur rekonstruieren kann: Was ist im Kopf des Co-Piloten Lubitz vorgegangen, als er 149 Menschen, die ihm nichts zuleide getan hatten, vorsätzlich mit sich in den Tod riss? Lässt sich ein solcher Massenmord wirklich erklären durch Gebrechen – die Rede ist von Depressionen, Burnout, Überforderung, ja, von einem ominösen Augenleiden.

Die Ermittler informieren in diesem Fall relativ offen über den Stand der Untersuchung. Abgesehen davon, dass sich ein derartiges Verbrechen bei Hunderten von Ermittlern nicht unter dem Deckel halten lässt – alles andere ­wäre eine Zumutung gegenüber den Hinterbliebenen, aber auch gegenüber der Öffentlichkeit. Ein Strafprozess, der Klärung bringen könnte, ist nicht zu erwarten: Der mutmassliche Täter ist tot, und Strafverfahren gegen Tote sind in unserem Recht nicht vorgesehen. Eine Klärung ist aber zwingend und dringend, zumal sich die Frage stellt, ob und wie sich eine derartige ­Katastrophe allenfalls verhindern lässt.

Piloten, die, von Todessehnsucht getrieben, ihr Flugzeug zum Absturz bringen, gibt es mehr, als man denkt. Gemäss einer Unter­suchung der amerikanischen Federal Aviation Administration (FAA) haben sich allein in den USA in den letzten drei Jahrzehnten 36 Selbstmörder auf diese Weise aus dem Leben verabschiedet. Das ergibt rund einen Fall pro Jahr, Tendenz leicht sinkend.

Allerdings werden nur eindeutige Fälle von der Statistik erfasst. Viele der über 200 Flugunfälle, die sich in den USA jährlich ereignen, können nie geklärt werden. Und die Suizide lassen sich gemäss FAA auch kaum verhindern. Fliegen ist statistisch gesehen trotzdem viel sicherer als ­Autofahren. Laut dem jüngsten FAA-Bericht* waren bei mehr als der Hälfte der Suizide Alkohol oder Psychopharmaka mit im Spiel. Die meisten Crashpiloten litten an Beziehungsproblemen oder sonstigen psychischen Störungen.

Gemäss den laufenden Ermittlungen dürfte Letzteres auch auf Lubitz zutreffen. Damit hat es sich aber auch schon mit den Parallelen: ­Ausser bei einem Kamikazepiloten, der mit seiner Cessna ins Haus seiner Schwiegermutter stürzte, richteten die von der FAA erfassten Selbstmörder ihre Aggression nur gegen sich selber. In den seltenen Fällen, in denen Dritte zu Schaden kamen, hatten diese einen persönlichen Bezug zum Täter. Wenn der passionierte Segelflieger Lubitz nur sich selber hätte töten wollen, hätte er dazu genug Gelegenheiten ­gehabt. Er gehört in eine andere Kategorie.

Parallelen zu Psychopathen

In der Geschichte der Aviatik finden sich, wenngleich viel seltener, auch dazu Analo­gien. Ein vieldiskutiertes Beispiel war der Flug 990 von Egypt Air, der 1999 vor der amerikanischen Küste in den Atlantik stürzte (217 Tote). Auch hier wiesen Aufzeichnungen des Voice-Recorder darauf hin, dass der Co-Pilot den Captain aus dem Cockpit aussperrte, bevor er die Maschine zum Absturz brachte. Als Aus­löser werden Anschuldigungen wegen angeblicher sexueller Vergehen gegen den Co-Piloten vermutet. Die ägyptischen Behörden akzeptierten den Befund der US-Ermittler allerdings nie, vor allem in der arabischen Welt zirkulieren wilde Verschwörungstheorien.

Ebenso beim Absturz des Flugs 630 von Royal Air Maroc (1994) und demjenigen des Flugs 185 von Silkair (1997) förderten die Ermittler deutliche Hinweise auf vorsätzliche grobe Pilotenfehler zutage. Der provozierte Absturz des Flugs 470 von Mozambique Airlines im Jahr 2013 weist wiederum eine frappante Ähnlichkeit mit den Fällen Egypt Air und Germanwings auf: Auch hier sperrte der Co-Pilot den Captain aus dem Cockpit aus, bevor er den Crash einleitete. Und beim ominösen Flug 370 der Malaysia Airlines, der vor einem Jahr mit 239 Insassen spurlos im Indischen Ozean verschwand, lastet zumindest ein schwerer ­Verdacht auf den Piloten.

Gemeinsam ist all diesen Fällen, dass die Motive der Sturzpiloten im Dunkeln liegen. Es gibt weder Bekennerschreiben noch Abschieds­briefe, höchstens Schulden, Streit mit Vorgesetzten oder Partnern. Andreas Lubitz litt ­offenbar seit vielen Jahren an psychischen ­Problemen, die er verharmloste. Offenbar ­hatte er Angst davor, seine Fliegerlizenz zu verlieren. Doch damit lässt sich kein Massenmord erklären.

Sofort wurden Forderungen nach strengeren Eignungstests und einer Lockerung des Arzt­geheimnisses laut. Bei vielen Airlines darf ein Pilot neuerdings nicht mehr unbegleitet im Cockpit sitzen. Die Massnahmen sind zweischneidig. Mehr Kontrolle bedeutet nicht ­automatisch mehr Sicherheit, wie gerade der aktuelle Fall zeigt: Der nach 9/11 eingeführte Sicherheitsmechanismus an der Tür machte es dem Co-Piloten Lubitz erst möglich, sich im Cockpit einzubunkern.

Airlines sind keine Irrenhäuser, ein Generalverdacht gegen die Piloten kann schnell das Arbeitsklima vergiften und mehr schaden als nützen. Es erscheint zudem fraglich, ob sich ein gefährdeter Pilot dem Arzt noch anvertraut, wenn er weiss, dass die Informationen direkt und ungefiltert an seinen Arbeitgeber weitergeleitet werden. Es darf auch bezweifelt werden, ob eine Hostess einen zu allem entschlossenen Crashpiloten wirklich von seinem mörderischen Plan abhalten kann. Wenn Piloten nicht mehr zur Toilette gehen, obwohl sie dringend müssten, führt das womöglich eher zu weniger als zu mehr Sicherheit.

Das Bedürfnis nach Klärung ist gross. Doch je schlimmer ein Verbrechen, so scheint es, desto grösser die Bereitschaft, den Täter zu entlasten. Schon wird über alle möglichen Krankheiten und über die angeblich unmenschlich harten Arbeitsbedingungen von Piloten diskutiert. Konnte der von tiefer Not gepeinigte 27-Jährige einfach nicht anders, als ein Massaker anzurichten? Die Vorstellung ist so absurd wie sie klingt.

Hält man sich den äusserlichen Ablauf und das Resultat vor Augen, gemahnt Lubitz eher an einen Täter vom Schlage eines Friedrich Leibacher, der eines Morgens ohne ­jede Vorwarnung das Parlament von Zug stürmte, um mit einem Sturmgewehr wahllos Menschen zu erschiessen. Leibacher inszenierte sich als Opfer von angeblicher Behördenwillkür. Wie Recherchen zeigten («Abgrundtief ­böse», Weltwoche Nr. 3/03), trug Leibacher die Mordfantasien in Wirklichkeit längst mit sich herum, bevor er den grotesken Streit mit den Zuger Behörden mutwillig vom Zaun brach. Leib­acher hatte das Massaker sogar lange zuvor angekündigt; nur verstanden die Adres­saten den Sinn seiner mehrdeutigen Prophezeiungen erst, nachdem er das zuvor Unvorstellbare vollbracht hatte.

Meister der Anpassung und der Täuschung

Gewiss, für eine abschliessende Analyse ist es noch zu früh. Doch bei allem Mitgefühl für die Angehörigen von Lubitz: Man muss die ­Variante des Psychopathen, der eine über Jahre klammheimlich in seiner kümmerlichen Seele herangediehene mörderische Fantasie in die Tat umsetzt, in Betracht ziehen. Viele Indizien weisen in diese Richtung. Dazu gehört auch das Geschick, mit dem Lubitz seine angeblich psychosomatischen Probleme versteckte. Diese Leiden müssen nicht unbedingt die Ursache von zwanghaften Mordfantasien sein – sie können auch eine Folge davon sein. Die Kaltblütigkeit, mit der er die Maschine in den Berg hineinsteuerte, und sein ruhiger Atem zeugen von einer gewaltigen kriminellen Energie.

Dass Freunde und Bekannte Lubitz als freundlichen und umgänglichen Menschen beschreiben, widerspricht dem Profil eines Psycho­pathen keineswegs. Solche sind vielmehr Meister der Anpassung und der Täuschung. ­Sofern man der Bild-Zeitung glauben darf, soll Lubitz gegenüber einer Ex-Partnerin angekündigt haben, dass er «eines Tages etwas tun werde», was «das ganze System verändern wird, und alle werden dann meinen Namen kennen und in Erinnerung behalten». Nach ihren Worten hatte er ein doppeltes Gesicht: Auf der einen Seite sei er «sehr weich» gewesen, habe aber auch plötzlich ausrasten können.

Das Gemeine an der Sache ist, dass gefährliche Psychopathen ihre zwanghaften und mörderischen Fantasien nicht nur vor anderen verstecken, sie verdrängen diese bisweilen auch aus der eigenen Wahrnehmung. Deshalb offenbaren sie kaum je ihre abgründigen Motive. Kommt dazu, dass die Merk­male, die sie auszeichnen, auch bei ganz harmlosen und normalen Menschen zu finden sind. Es ist deshalb ungemein schwierig, solche Massenmörder frühzeitig zu erkennen. Immerhin sind sie selten. Die Erkenntnis aus dem Flug 9525 könnte demnach auch sein: Wir müssen damit leben, dass sich gewisse Katastrophen schlicht nicht vermeiden lassen.

http://www.weltwoche.ch/index.php?id=553700

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Für 149 Menschen des Flugs 9525 von Germanwings war es ein Albtraum mit tödlichem Ausgang. Was aber ging im Kopf des mutmasslich mörderischen Co-Piloten vor? Aus forensisch-psychiatrischer Sicht gibt es fünf ­theoretische Erklärungsansätze.

Von Frank Urbaniok, Die Weltwoche, Ausgabe 15/2015

Der Absturz der Maschine von Germanwings in den französischen Alpen ist eine fürchterliche Katastrophe. Neben dem Mit­gefühl für die Angehörigen der Opfer steht ­sofort auch die Frage nach dem Warum im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. In den nächsten Wochen wird sicher noch mehr zur Person und zum Leben des mutmasslichen ­Täters und zum Vorlauf der Tat ans Licht kommen.

Aus forensisch-psychiatrischer Sicht ist eine der zentralen Fragen, wie lange im Voraus die Tat geplant war. Längere Planung spricht gegen situative Zufälligkeiten und für eine Tatmotivation, die stark und nachhaltig in der Persönlichkeit des Täters verankert war. Der Vorlauf hätte zudem Chancen geboten, die Tat zu verhindern. Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang: Wer wusste was zu welchem Zeitpunkt?

Derzeit sind angesichts noch vieler offener Fragen voreilige Schlussfolgerungen oder vermeintlich abschliessende Erklärungen fehl am Platz. Möglich ist aber, das Spektrum der denkbaren Ursachen aufzuzeigen. Als gesichert können Depression und Selbstmordgefährdung des Co-Piloten im Vorfeld der Tat gelten. Unklar ist, ob erst der Entschluss zur Selbsttötung feststand und sich anschliessend die Motiva­tion für den Massenmord entwickelte – oder ob es umgekehrt war. Dann wäre der Mordplan handlungsleitend gewesen. Der eigene Tod wäre als Preis dafür in Kauf genommen worden. Sicher ist aber, dass Depression und Suizidalität alleine keine annähernd ausreichende Erklärung für die grausame Tat sind. Andere Phänomene waren entscheidend dafür, 149 Menschen in den Tod zu reissen. Sie traten kombiniert mit Depression und Suizidalität auf und führten zu einer gefährlichen Mixtur psychischer Problematiken. Dabei drängen sich fünf theoretisch denkbare Erklärungslinien auf:

— Zwangsgedanken: Solche Gedanken drängen sich unwillkürlich auf. Viele Menschen kennen das. Man steht auf einem hohen Turm, schaut hinunter. Plötzlich kommt einem die Idee, hinunterzuspringen. Wie von einem Magnet fühlt man sich für einen Moment vom Abgrund angezogen. Ein anderes Beispiel: Man sitzt im Spital neben dem kranken Vater, und für eine Sekunde schiesst einem der Gedanke, die Instrumente abzustellen, durch den Kopf. Solche Gedanken verschwinden oft genauso rasch, wie sie gekommen sind. Sie sind deshalb für die meisten Menschen überhaupt keine Gefahr. Es gibt aber Personen, die sich schlecht von solchen Zwangsgedanken abgrenzen können. Dann können diese zum Problem werden. Auch Depressionen oder Müdigkeit können die Abwehr von solchen Gedanken schwächen. Hier steht also nicht die Selbsttötung im Vordergrund, sondern die Sogwirkung, die eine ­ex­treme Tat auf manche Personen ausübt. Wie der Sog in den Abgrund, der einen magisch anzuziehen scheint, kann so ein Zwangsgedanke übermächtig werden. Kommentierte der Täter die Tat im Vorfeld tatsächlich positiv, dann spricht das gegen diese Va­riante. Denn Zwangsgedanken werden von Betroffenen eher belastend und negativ erlebt.

— Fanatischer Egotrip: Hier spielen die Macht und das Gefühl, Herr über Leben und Tod zu sein, etwas Monströses, Aussergewöhnliches zu vollbringen, in die Geschichte einzugehen, sich selber in einer subjektiv grossartigen, allmächtigen und extremen Pose zu inszenieren, eine entscheidende Rolle. Man findet dieses Muster sowohl bei religiösen Fanatikern als auch bei Schul-Amoktätern.

— Narzisstische Problematik: Sie ist verwandt mit dem fanatischen Egotrip. Hier wird ein geringes Selbstwertgefühl mit der ständigen Inszenierung der eigenen Grossartigkeit ausgeglichen. Solche Personen brauchen das Gefühl des Besonders-Seins und sind auf die ständige Zufuhr von Aufmerksamkeit und Bewunderung angewiesen. Bleibt das aus und droht das Selbstbild zusammenzustürzen, kann eine explosive Mischung aus Wut und Verzweiflung entstehen. Sie ist manchmal die Grundlage ­eines «grossen» letzten Auftritts. _ Psychose: Möglich ist auch eine psychiatrische Erkrankung im engeren Sinne wie beispielsweise eine Schizophrenie oder eine wahnhafte Depression. Hier gibt es oft bizarre grössenwahnsinnige, paranoide oder Welt­untergangsszenarien, die einer total verschobenen Wahrnehmung entsprechen und mit der Realität gar nichts mehr zu tun haben.

— Drogen-/Medikamentenwirkung: Es gibt diverse (Neben-)Wirkungen von psychoaktiven Substanzen, die ursächlich oder begünstigend auch für schwere Gewalttaten und/oder Suizid sein können.

Erwähnenswert ist schliesslich, dass eine solche Tragödie in der Realität zwar absolut aussergewöhnlich ist. Das Sujet kommt aber im Traum oder insbesondere in Action­filmen sehr häufig vor. Da droht eine Bombe, die von einem Schurken geschickt platziert wurde, in wenigen Minuten zu explodieren. Alles dreht sich nun darum, ob der Held es noch schafft, sie vorzeitig zu entschärfen. Die Spannung dieser Szenerie besteht einerseits darin, dass man hofft, es ­möge gelingen. Aber die Vorstellung der sich abzeichnenden Kata­strophe, die Uhr, die unbarmherzig weitertickt, hat auf den Betrachter ebenfalls eine faszinierende Wirkung. Auch dieses Moment findet sich in der jüngsten Flugzeugtragödie. Fast ­alle Menschen können völlig problemlos zwischen Film, Fantasie und Realität unterscheiden. Bei Menschen, bei denen diese Grenze brüchig ist, kann es gefährlich werden.

Frank Urbaniok ist Professor für forensische ­Psychiatrie und seit 1997 Chefarzt des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Kantons Zürich.

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2015-15/essay-gefaehrliche-fantasien-die-weltwoche-ausgabe-152015.html

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Charakteristika von Suizidhandlungen mit Einbeziehung anderer
Doppelsuizid

  • freiwillige Selbsttötung bei beiden
  • möglichst gleichzeitig
  • möglichst gleicher Ort
  • jeder für sich; seltener mit handlungsführender Person
  • gemeinsame Psychodynamik
Erweiterter Suizid

  • gemeinsame Tötung beziehungsweise Selbsttötung nach Tötung eines anderen
  • Mitnahme eines anderen (meist Intimpartner oder eigenes Kind) in die eigene Suizidhandlung
  • altruistische Motivation
  • Einbeziehung des anderen ohne dessen Einverständnis
  • Einbeziehung des anderen in die eigene Psychodynamik
  • Beziehungspsychodynamik nachweisbar
Homozid-Suizid

  • eigene Selbsttötung nach Tötung eines anderen
  • Mitnahme eines anderen, der unfreiwilliges Opfer wird
  • Opfer kann willkürlich gewählt und ohne Bezug zum Suizidenten sein
  • Psychodynamik kann Rache oder psychotisch-paranoid bedingt sein
Massensuizid

  • eigene Selbsttötung nach Tötung anderer
  • Mischung aus Freiwilligkeit der Selbsttötung und Zwang sowie Homizid, getötet werden
  • Kombination von Homizid und Suizid
Amok

  • primäres Ziel Tötung anderer
  • unter Einbeziehung des Getötetwerdens oder der eigenen Selbsttötung
  • Psychodynamik fremd-aggressiv und oft Paranoianahe

Literatur

beim Verfasser

Zeitschrift: NeuroTransmitter  2010/3

Quelle: NeuroTransmitter 2010; 21 (3): 26-29 

http://www.springermedizin.de/charakteristika-erweiterter-suizidaler-handlungen/596874.html

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>>„Er stürzt aus dem Himmel, und die ganze Welt schaut zu“

Der Flugzeugabsturz erinnert den Psychiater an den Tod des FDP-Politikers Jürgen Möllemann: „Er stürzt aus dem Himmel, und die ganze Welt schaut zu.“

L. hat sich offenbar als „Flying Andi“ bezeichnet. „Das spricht für gewisse Größenideen.“ Möglicherweise fühlte er sich aber in seinen Kompetenzen und seinem Können nicht anerkannt.

Nach Medienberichten trug er den Spitznamen „Tomaten-Andi“, als er eine Zeit lang als Flugbegleiter arbeitete.

Vielleicht ließ die Diskrepanz zwischen den narzisstischen Vorstellungen und den erlebten Kränkungen seine Suizid-Idee aufblühen.

Dann könnte ein Tropfen genügt haben, eine banale Bemerkung, eine weitere Kränkung, um das Fass zum Überlaufen zu bringen, vermutet Wolfersdorf.

Entscheidung kann kurzfristig fallen

Auch wenn die Suizid-Idee mitunter jahrelang in jemandem gärt, die endgültige Entscheidung kann dann sehr kurzfristig fallen.

„Sie wird bei etwa der Hälfte der Suizide erst in der Stunde vor dem Tod getroffen.“

Geht man davon aus, dass L. tatsächlich die Germanwings-Maschine zum Absturz bringen wollte, sind auch noch andere Motivlagen denkbar.

So könnte der Co-Pilot den Tod der anderen Menschen auch einfach nur in Kauf genommen haben.

„Vielleicht hat ihm in dieser Situation das Mitgefühl gefehlt und er wollte seinen Todeswunsch ohne Rücksicht auf das Leben der Passagiere umsetzen“, sagte Dr. Wolfram Dorrmann, Psychotherapeut aus Fürth und Autor des Standardwerks „Suizid“ im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“.

Eine spontane Kurzschlussreaktion hält er dagegen für unwahrscheinlich: „Acht Minuten im Sinkflug sind eine lange Zeit, hier muss schon eine bewusste Entscheidung dahinter stehen.“

Den Wunsch, sich selbst zu töten, können auch Medikamente verstärken oder gar auslösen, so der Psychotherapeut.

Im Verdacht stünden hier etwa Gyrasehemmer, das Akne-Mittel Isotretinoin oder eine beginnende SSRI-Therapie. Veränderungen des Hirnstoffwechsels scheinen auch bei Personen Suizid-Ideen zu begünstigen, die noch nie zuvor Selbsttötungsabsichten hatten.

„Solche Menschen erleben diesen Wunsch aber dann häufig als ichfremd.“

Kritisch seien die Zustände, wenn sie auf eine Situation treffen, in der ein Suizidwunsch nachvollziehbar erscheint, wenn sich die Personen als zuvor schon hoffnungslos oder von der Gemeinschaft ausgeschlossen fühlten.

Vor dem Suizid noch zum Arzt

Dorrmann verweist auf ein weiteres interessantes Detail: Die meisten Selbsttötungen finden nicht lange nach einem Arztbesuch statt – auch L. war in ärztlicher Behandlung und am Flugtag krankgeschrieben.

„Oft klagen Männer vor dem Suizid über Gereiztheit und Schlaflosigkeit.“ Mitunter bekommen sie dann Anxiolytika verordnet, und diese lösen vielleicht auch die Angst vor dem eigenen Sterben.

War das vielleicht ein Grund, weshalb L. acht Minuten völlig ruhig dem Ende entgegensah?

Auch der Psychiater Wolfersdorf hält psychoaktive Substanzen für eine alternative Erklärung: „Nimmt jemand Crystal Meth, dann kann das eine akute psychotische Episode mit Verfolgungsideen auslösen. So jemand kann durchaus die Tür zusperren, auf niemanden mehr reagieren und auf das Ende warten.“<<

Quelle: Ärzte Zeitung online 

http://www.springermedizin.de/was-ging-in-andreas-l-vor/5656626.html

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After a shooting, once the dust has settled, and the initial shock and panic has abated somewhat, fearful minds begin to cast about for explanations. Given the frequency with which gun deaths occur in the United States, “Why did this happen?” and “Who could do something like this?” are questions the country faces with grim regularity.

Unfortunately, a consistent and dangerous narrative has emerged—an explanation all-too-readily at hand when a mass shooting or other violent tragedy occurs: The perpetrator must have been mentally ill.

“We have a strong responsibility as researchers who study mental illness to try to debunk that myth,” says Jeffrey Swanson, a professor of psychiatry at Duke University. “I say as loudly and as strongly and as frequently as I can, that mental illness is not a very big part of the problem of gun violence in the United States.”

The overwhelming majority of people with mental illnesses are not violent, just like the overwhelming majority of all people are not violent. Only 4 percent of the violence—not just gun violence, but any kind—in the United States is attributable to schizophrenia, bipolar disorder, or depression (the three most-cited mental illnesses in conjunction with violence). In other words, 96 percent of the violence in America has nothing to do with mental illness.

A study from 1998 that followed patients released from psychiatric hospitals found that they were no more prone to violence than other people in their communities—unless they also had a substance abuse problem. So mental illness alone was not a risk factor for violence in this study.

Those are the facts. But cultural narratives are often more powerful than facts, and that 4 percent gets overblown in people’s minds.

A new study published in Health Affairs shows how the news perpetuates this narrative, with a look at how several prominent newspapers and broadcast networks covered mental illness from 1995 to 2014. More than half of the stories they looked at during that period—55 percent—mentioned violence in conjunction with mental illness. That proportion was pretty much consistent across the 19 years. But stories connecting mental illness with mass shootings specifically increased from 9 percent between 1994 and 2004 to 22 percent between 2005 and 2014.

Perhaps this can be partially attributed to high-profile shootings like the Tucson shooting in 2011, in which the killer did have schizophrenia. “That’s an event that is newsworthy, but the fact that it was linked to mental illness is not representative of most people who have schizophrenia, or most violence,” says Emma McGinty, the lead author on the study and a professor of health policy at Johns Hopkins University. “[And yet] that link pervades the public psyche.”

It pervades so much so that people speculate about killers’ mental states, even in the absence of any evidence that they were living with any disorder. For example, in an article about the gunman who recently killed a professor at the University of California, Los Angeles, New York magazine writes: “Police do not know for sure yet if Sarkar had a history of mental illness.” Why does this particular absence of information bear mentioning? It seems mental illness is so linked to gun violence in people’s minds that we have to address it even when it’s not there.

And when there is evidence that a killer also happened to have a mental illness—like the pilot who crashed a Germanwings plane in 2015, who had a history of depression—the media seize upon it like a bear trap. “We’ve got it now! This is what was wrong with him,” is the message portrayed.

This is a really tricky needle to thread, because something was clearly wrong with him. Of course someone who is perfectly healthy and well-adjusted in every way would not go out and kill a bunch of people.

“This is one of the hardest distinctions to make,” McGinty says. “Anyone who kills someone else in a mass shooting scenario or otherwise is not what we would consider mentally healthy. But that does not mean they have a clinical diagnosis and therefore a treatable mental illness. There could be emotional regulation issues related to anger, for example, which are a separate phenomenon. There could be underlying substance use issues. There could be a whole host of other risk factors for violence going on.”

“I think we have a long way to go in terms of brain science to really understand [those] distinctions,” adds Ron Honberg, a senior policy advisor at the National Alliance on Mental Illness

But when the news reinforces these easy narratives, as McGinty’s study shows it often does, that can have serious consequences. Other research shows that reading stories about mass shootings by people with mental illnesses makes people feel more negatively toward the mentally ill. This only heightens stigma, which could lead to more people going untreated.

“Do we not risk creating further barriers?” Honberg asks. “People [may] feel like, ‘Oh my gosh, if I get identified as having a psychiatric diagnosis, people are going to draw certain conclusions.’ It’s hard enough to get people to seek help when they need it.”

Shootings seem to inevitably lead to people calling for better mental health screenings for guns, or for better mental health care generally. Which would be great, lord knows we need it. But again, better mental health care is not going to have much of an impact on interpersonal violence.

This is a misframing of the issue. There is a compelling reason to adjust policy to better keep some seriously mentally ill people from accessing guns. It’s not because they might hurt others, but because they might hurt themselves.

Though big, scary mass shootings get the most attention when it comes to gun violence, 60 percent of deaths caused by firearms are suicides. And another new study in this same issue of Health Affairs emphasizes that suicide, not homicide, is the major public health problem for mentally ill people with guns. In it, Swanson and his colleagues looked at 81,704 people getting public health services for schizophrenia, bipolar disorder, or major depressive disorder in two large Florida counties. They tracked these people’s death records, as well as whether they were barred from owning guns.

In that group, the rate of people who died by suicide was four times higher than that of the general population. The violent crime rate was just under two times higher. But consider that this is a group of people receiving government care, who “might have other risk factors for violence, including poverty and social disadvantage, unemployment, residential instability, substance use problems, history of violent victimization, exposure to neighborhood violence, or involvement with the criminal justice system,” the study reads. So you can’t reasonably attribute the higher violent crime rate in this group to mental illness alone.

Maybe also because many people in the group likely lived in poverty, they were less likely to commit suicide by gun than the general population (perhaps they could not afford one). But 72 percent of the people who did kill themselves with a gun were “legally eligible to purchase a gun on the day they used a gun to end their life,” Swanson says. “That suggests a problem with the criteria we have for identifying people at risk.” And the 28 percent who were not allowed to purchase guns managed to find one anyway, so the laws we do have are not perfectly enforced.

“It’s a big public health opportunity to limit access to guns,” Swanson says.  And it could make a big difference for suicide attempt survival rates. Among people who’ve survived a suicide attempt, more than 90 percent do not go on to kill themselves later. But guns are the most common method of suicide, and people who try to kill themselves with a gun usually succeed—85 percent of the time. “They don’t get that second chance,” Swanson says.

Overall, the study concluded, “[the results] would seem to suggest that suicide, not homicide, should be the crux of gun violence prevention efforts focused on people with serious mental illnesses in public systems of care.”

That is not typically the case, though. Both Honberg and Swanson say that in their experience, people talk about increasing gun background checks for people with mental illness in the context of preventing homicide, not suicide. This is a conversation that plays out in the media and among politicians time and time again after a prominent shooting tragedy, perhaps because talking about mental illness is easier than talking about the guns.

“We’re a pretty violent society here in America and the conversation really ought to focus on what can be done to make America a less violent society,” Honberg says. “But because that discussion is so fraught with emotion and divisiveness and political disagreements, it almost seems like the conversation has devolved to a relatively small subset of people who engage in violence, namely people with mental illness. We can at least agree about what to do with guns and mentally ill people rather than what to do about guns generally. But that’s really passing the buck.”

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The story of Tuesday’s Germanwings plane crash, which killed all 150 people onboard, has only gotten more tragic as more details emerge. On Thursday, audio from the plane’s black box showed that co-pilot Andreas Lubitz apparently locked the commanding pilot out of the cockpit, and seems to have intentionally crashed the plane. On Friday, news coverage turned to speculating about Lubitz’s mental state, in an attempt to answer the haunting question that floats above the wreckage of every man-made tragedy: “How could someone have done this?”

„Everything is pointing towards an act that we can’t describe: criminal, crazy, suicidal,” said French Prime Minister Manuel Valls, according to Agence France-Presse.

Criminal. Crazy. Suicidal. That Valls would group those three words together says a lot. It hints at a dangerous equivalence. Suicidal doesn’t equal homicidal. Criminal doesn’t equal crazy. And crazy is an unkind thing to call someone who’s suffering.

What evidence we have of Lubitz’s mental health or lack thereof is still scant. The New York Times reports that he “had a medical condition that he hid from his employer.” Investigators found a doctor’s note at his home that would have excused him from work on the day of the crash, as well as another, ripped-up, note. The BBC says German media are reporting that Lubitz’s training was interrupted in 2009 so he could receive treatment for depression. While his employers at Lufthansa airlines have confirmed he took time off, they have not said why.

Yet Friday morning’s headlines were frantic about the possibility that Lubitz could have been depressed. The Daily Mail, ever over-the-top, went with: “Mass-killer co-pilot who deliberately crashed Germanwings plane had to STOP training because he was suffering depression and ‚burn-out.‘” CNN’s homepage blared “Unfit to Work” in all-caps.

“It’s kind of natural to say ‘This just has to be deeply crazy,’” says Jeffrey Swanson, a professor of psychiatry and behavioral sciences at Duke University who studies violence and mental illness. But people who commit mass murder “are really atypical of people with mental illness,” he says. “The vast majority of people with schizophrenia, bipolar disorder, or major depression are not likely to do anything violent and never will.”

By one measure, only 5 percent of violent crime is actually attributable to mental illness. For depression specifically, a study of more than 47,000 people in Sweden found that 3.7 percent of men and 0.5 percent of women diagnosed with depression committed a violent crime, The Guardian reported. In the general population, those numbers were 1.2 percent for men, and 0.2 percent for women. Depression is a risk factor, then, but a very small one.

“There’s this disconnect, but that becomes a prism through which we see these problems,” Swanson says.

People are understandably upset by this portrayal of Lubitz, which makes the leap to equating mental illness and violence, using only the very limited evidence of this one situation. Masuma Rahim, in an op-ed for The Guardian, worries that news reports blaming depression could “further [demonize] those with mental illness.”

To conclude that his role in the crash was the automatic consequence of any history of mental illness would be irresponsible and damaging. There has been no suggestion that males should be prohibited from becoming pilots, that Germans are unfit to fly, or that 27-year-olds should not be let loose in the cockpit. Only one factor has been picked over: Lubitz’s mental health.

This is an all-too-familiar progression. Within the past few years alone, the Newtown shooting, the Aurora shooting, and the Navy Yard shooting all come to mind, for how quickly the conversation turned from the killers’ actions to their minds. The impulse is understandable. Mental illness can be treated, and in the face of horror, people want action. What can we do to prevent this from ever happening again?

“A horrifying act like this, on the face of it, is deeply irrational, it’s terrifying and it seems unpredictable,” Swanson says. “It’s everything that we don’t want our everyday life to be. We want everyday life to make sense. We want to be able to predict what’s going to happen when we get on a plane, get in a car, or go to a shopping mall.”

Now, in the wake of the Germanwings crash, people are calling for better mental health screenings for pilots. Better screenings, earlier intervention, improvement of the mental health system all-around—these are noble goals. But unfortunately, the impact they could have on preventing future violence is probably small.

“If we were to take schizophrenia, bipolar disorder, and major depression…if I could wave a wand and magically cure those three illnesses, the overall amount of violence in society—any minor or serious violent act, pushing and shoving or using a weapon—would go down by about 4 percent,” Swanson says. “Ninety-six percent of it would still be there.”

Though the link between violence and mental illness is slight at best, the public tends to believe otherwise. One report found that “between 1950 and 1996, the proportion of Americans who describe mental illness in terms consistent with violent or dangerous behavior nearly doubled.” This attitude persists today. A 2013 Gallup poll conducted shortly after the Navy Yard shooting found that 48 percent of people blamed the mental health system “a great deal” for mass shootings. Thirty-two percent blamed it “a fair amount.”

And it paints an incomplete picture to look at mental illness alone, without all the other factors at play. For example, studies by Seena Fazel at the University of Oxford have found that people with substance abuse problems in combination with mental illness are more likely to be convicted of violent crime than people with mental illness alone. And Swanson says he’s done research on three big risk factors, one of which is substance abuse. The others are being a victim of violence while young, and witnessing violence in your surroundings.

“It’s important not to use this direct causal language,” he says. “When there is a terrible incident and it turns out the perpetrator has a mental illness, what you find is that the general public and media seize upon this as the master explanation—‘That’s what it was! Now we know. Of course.’ Maybe that’s a contributing factor, but violent behavior is a very complicated human behavior that is almost always caused by a whole lot of factors interacting in complex ways.”

And “violent behavior” is a vague term, that can encompass anything from punching someone in the face, to purposefully crashing a plane full of people. The two things are more different than they are alike. The world is now faced with the latter. Wanting an explanation, something to blame, is a human reaction to atrocity. “Something was wrong with this man” is an answer to hold onto. It can soothe the pain of not-understanding, if not the pain of loss.

“But if you generalize that kind of view toward all the people diagnosed with and struggling to recover from serious mental illness, we end up treating people with scorn and seeking distance from them,“ Swanson says. Something people do too much already.

Auch Du bist arm / Von idiotischen Phrasen und politischer Faulheit

Auch Du bist arm!

 

Die Armut in Deutschland sei so hoch wie noch nie, vermeldet der Paritätische Wohlfahrtsverband. Doch das ist Panikmache. Und Politik. Die Medien als vierte Gewalt hätten dies erkennen müssen.

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„Armut auf Höchststand: Studie belegt sprunghaften Armutsanstieg in Deutschland“ – so überschrieb der Paritätische Wohlfahrtsverband eine „Pressemitteilung“, die die Ergebnisse des von eben diesem Verband herausgegebenen Armutsberichts lancierte. Wie schon in der Überschrift ist in der gesamten Pressemeldung dann marktschreierisch von einem Anstieg der Armut die Rede, ohne dass „Armut“ präzisiert würde. Man vertraut stattdessen auf die plakative Wirkung des Begriffes, den wir allgemein mit dem Schlimmsten assoziieren. Man zielt auf Affekte, nicht auf faktenbasierte Überzeugungsarbeit.

Das wäre nicht weiter schlimm, ist der Paritätische Wohlfahrtsverband doch eine Vereinigung, die ihre „Mitgliedsorganisationen in ihrer fachlichen Zielsetzung und ihren rechtlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Belangen“ fördert, also ein Lobbyverband. Und dessen Mitglieder, das sollte man im Hinterkopf behalten, sind nicht in erster Linie die tatsächlich von Armut Betroffenen, sondern: „über 10.000 eigenständige Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen im Sozial- und Gesundheitsbereich“. Also das Who-is-Who der Helferindustrie, die ein deutliches Interesse daran hat, die soziale Lage in Deutschland in besonders düsteren Tönen zu malen. Aber gut: Lobbyisten machen Lobbyarbeit, und in diesem Sinne ist die Art, wie der Verband Aufmerksamkeit für den Armutsbericht heischt, erfolgreich.
Problematisch wird die Sache spätestens dann, wenn die Presse ihrer Aufgabe als „vierte Gewalt“ nicht nachkommt. Die Berichterstattung über den Armutsbericht ist ein Musterbeispiel für den Totalausfall einer kritischen Öffentlichkeit. Beinahe im Wortlaut übernahm zuerst dpa die Behauptungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, und flankierte diese mit O-Tönen der Vorsitzenden von gleich vier Sozialverbänden und Gewerkschaften. Nur die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände durfte als Feigenblatt auch ihre Meinung sagen. Die deutschlandweite Presse wiederum schrieb größtenteils unkritisch von dpa ab, selbst wirtschaftsfreundliche Medien machen da keine Ausnahme. Nur wenige Titel wie etwa „Süddeutsche Zeitung“ und „FAZ“ scherten ein bisschen aus dem breiten Konsens aus. So kann Journalismus nicht funktionieren.

Von welcher Armut reden wir eigentlich?

Denn keineswegs sind die Fakten rund um den „sprunghaften Armutsanstieg“ so klar, wie es der Wohlfahrtsverband glauben macht. Wie kommen die Daten zustande? Sagen die Daten das aus, wovon behauptet wird, dass sie es aussagen? Und taugt der vom Verband verwendete Begriff der Armut tatsächlich dazu, das Phänomen Armut in Deutschland zu beschreiben? An all diesen Stellen hätte eine kritische Presse nachzuhaken und würde sogleich auf mehrere Ungereimtheiten stoßen.
Der Armutsbericht bezieht sich nämlich auf die sogenannte relative Armut, die in Deutschland bei 60 Prozent des Medianeinkommens veranschlagt wird. Der Median wiederum ist das Einkommen, das, listet man alle Einkommen der Größe nach auf, „genau in der Mitte steht“. So soll verhindert werden, dass Extreme die Skala beeinflussen. Bei einem solchen Armutsbegriff geht es nicht um absolute Not, sondern um „gesellschaftliche Teilhabe“. 1872 Euro monatlich seien demnach die Schwelle, die eine vierköpfige Familie zu überspringen habe, um angemessen am sozialen Leben teilnehmen zu können.
Offensichtlich, dass wir es hier mit einem hochkomplexen Begriff zu tun haben, der zur platten Agitation eigentlich nicht taugt. Insbesondere der Maßstab der Armutsgrenze scheint willkürlich gesetzt, und man vermag sich bildlich vorzustellen, wie interessengeleitete Mitglieder verschiedener Verbände auf Arbeitnehmerseite, auf Arbeitgeberseite und in der Helferindustrie um eine für alle Gruppierungen halbwegs annehmbare Grenze schachern, die mit den Bedürfnissen tatsächlich Notleidender wenig zu tun hat.

Methodisch steht das Konzept der relativen Armut zudem vor dem Problem, dass ein kurzfristiger Anstieg des allgemeinen Wohlstands, etwa durch den Zuzug einiger Wohlhabender, die Ergebnisse verfälscht. In Extremsituationen kann das zu absurden Befunden führen. Etwa gäbe es nach dieser Methode in Nordkorea kaum einen Armen. Zwar hat ein relativer Begriff durchaus seine Daseinsberechtigung, denn Menschen mit einem Einkommen unterhalb der absoluten Armutsgrenze der Weltbank könnten in Deutschland gar nicht überleben, und auch ein deutscher Begriff von absoluter Armut müsste regelmäßig an die Teuerung angepasst werden. Doch die Tücken und Fallstricke der relativen Armut wären zumindest zu thematisieren. Eine Presse, die das nicht tut, und die Verlautbarungen eines Lobbyverbandes abschreibt, versagt auf ganzer Linie.

Aber unterstellen wir einmal, es ginge dem Paritätischen Wohlfahrtsverband tatsächlich darum, die reale Problematik „Armut“ in Deutschland zu diskutieren. Dann müsste doch in erster Linie eine regionale Aufschlüsselung erfolgen, die in der Pressemitteilung des Verbandes gerade unterlassen wird. Sicher, mit 2000 € bekommt man in der Münchner Innenstadt derzeit nicht mal eine Wohnung. In einem rheinhessischen Vorort lebt es sich damit aber ganz gut, in einigen ländlichen Gegenden Mecklenburg-Vorpommerns gehört man schon beinahe zur Oberschicht (außen vor bleibt übrigens auch, ob jemand Wohneigentum oder Vermögen besitzt, ein bezüglich der Armut nicht ganz irrelevanter Faktor). Betrachtet man die dem Armutsbericht beigefügte Karte genauer, fällt auf, dass vor allem der Osten in Relation zum Westen „arm“ ist. Ein strukturelles Problem, sicher, dass noch immer fern von einer Lösung steht. Aber keine neue Erkenntnis. Würde man den gleichen relativen Armutsbegriff, den der Paritätische zugrunde legt, kleinteiliger anwenden, etwa auf einzelne Bundesländer oder sogar Städte und Regionen bezogen, verlören die Zahlen ihren Schrecken. Damit aber kann man längst nicht so gut politische Stimmung machen.

Die Erhöhung unterer Einkommen bringt nichts

Der politischen Polarisierung Abbruch täte es auch, würden die Erträge aus Schwarzarbeit in den Armutsbericht eingerechnet. Bei dieser kann man davon ausgehen, dass sie insbesondere in den einkommensschwächeren Sektoren verbreitet ist. In der Raumpflege, im Handwerk, in der Gärtnerei, in der medizinischen Pflege. „Sicher“, wird ein findiger Verteidiger des Armutsberichts nun einwenden, „aber dieses zusätzliche Einkommen würde doch den Median verschieben – die Leute blieben relativ arm.“ Und damit wären wir wieder bei der systemischen Problematik des Konzepts von der relativen Armut.
Die wird auch deutlich, nimmt man einige gut gemeinte Vorschläge beim Wort, wie Armut in Deutschland zu bekämpfen sei. Bildung etwa sei der sicherste Schutz vor Armut, heißt es immer wieder. Ich bin ganz dieser Meinung! Aber je mehr Zeit junge Menschen mit Schule und Studium verbringen, desto länger verdienen sie kein Geld. Fast alle Studenten heute gehören der Gruppe der relativ Armen an. Nach diesem Modell erhöhten Bildungsinitiativen die Armut, von etwaigen Verschiebungen des Medians wiederum abgesehen.

Diese Verschiebungen allerdings sind unbedingt zu beachten, will man die Erfolgsaussichten einer Methode beurteilen, die der Wohlfahrtsverband in rigoros absoluter Weise zur Bekämpfung relativer Armut fordert: Eine „deutliche Erhöhung der Regelsätze in Hartz IV“. Die scheinbar so einfache Lösung des Problems müsste nicht nur erst mal irgendwie finanziert werden, sondern ist innerhalb der vom Wohlfahrtsverband verwendeten Begrifflichkeiten geradezu hirnrissig. Eine Erhöhung aller unteren Einkommen verschöbe einfach das Einkommensgefüge als Ganzes, die Armut nähme nicht ab. Wie ja auch in der Schweiz erst ein Haushalt als arm gilt, der ein Einkommen von „weniger als 5100 Franken“ sein Eigen nennt. Zudem wäre volkswirtschaftlich davon auszugehen, dass die Preise aufgrund der gestiegenen Nachfrage in den unteren Einkommensschichten mit der Zeit kräftig anziehen würden. Auch ganz real wäre für die „Armen“ womöglich wenig gewonnen.

Einer vernünftigen lösungsorientierten Diskussion über tatsächlich vorhandene Armut in Deutschland stehen Betrachtungen wie die von der Masse der Presseorgane nachgebeteten des Wohlfahrtsverbands im Wege. Stattdessen werden Steroide des Sozialneids ins System gespritzt. Menschen, die sich vielleicht gar nicht als solche gesehen haben, wird gelehrt, sich als „Arme“ von „den Reichen“ abzugrenzen. Auf der anderen Seite ist bei einer ausreichend großen Zahl an relativ Armen der gegenteilige Effekt zu befürchten: Armut wird zur Normalität. Menschen, die durchaus Perspektiven haben, wird die Hoffnung genommen. Tatsächlich Notleidende werden als Teil einer großen Klasse von nur relativ Armen ignoriert.

Teilhabe ist wichtig. Neiddebatten helfen nicht weiter.

Gesellschaftliche Teilhabe! Das ist der Gedanke, der hinter all den Überlegungen zum Thema relative Armut steht. Und das zumindest ist lobenswert. Ein demokratisches Gemeinwesen, das immer mehr Menschen die Teilhabe an den kulturellen Errungenschaften erschwert, die überhaupt erst ein Bewusstsein dafür schaffen, dass dieses Gemeinwesen erhaltenswert ist, wird über kurz oder lang Probleme haben. Auch Wohlhabende, die ihr Vermögen und ihr Glück auch der freien Gesellschaft verdanken, sollten ein Interesse daran zeigen, dass die Masse der Menschen weder abgehängt wird noch sich abgehängt fühlt. Eine instabile Demokratie birgt sozialen Sprengstoff.

Es gäbe sicher Stellschrauben, an denen sich drehen ließe. Warum nicht beispielsweise in sowieso schon staatlich subventionierten Betrieben für Menschen unter einer noch genauer zu definierenden regionalen Armutsgrenze Rabatte einführen? Warum nicht Bürgertickets in großen Städten, damit „Arme“ aus den oft wirklich traurigen Vorortsiedlungen herauskommen? Warum nicht freien Eintritt in staatliche Theater? Mobilität und Zugang zu Kultur und Bildung, das sind zwei wichtige Aspekte, die es unter Umständen ermöglichen, Armut zu entkommen.

Vor allem aber ist der Begriff der Armut differenziert zu betrachten. Sonst helfen wir der Helferindustrie, die die Armut braucht, um ihr Geschäftsmodell zu legitimieren. Und nicht den Armen.

 

Sozialstaat untergräbt Solidarität

Schleichend ist in der Schweiz über die Jahrzehnte ein verqueres Sozialsystem hgediehen, das Fleissige bestraft. Den Missstand haben mittlerweile sogar einige Linke erkannt.

Von Alex Baur

Alarmruf von links: Einkommen nach staatlicher Umverteilung.Infografik: TNT – Graphics AG

Würden sie der ökonomischen Vernunft folgen, müssten viele Eltern ihre Stelle kündigen und sich beim nächsten Sozialamt melden. Eine letzte Woche publizierte Tabelle zeigt: Eine durchschnittliche Familie (Eltern im erwerbsfähigen Alter) mit einem Arbeitseinkommen von 12 100 Franken pro Jahr hat höhere Einkünfte als eine Familie mit einem Jahreslohn von 100 500 Franken (siehe Grafik). Wie ist das möglich? Ganz einfach: Eltern, die in Teilzeit oder gar nicht arbeiten, werden mit staatlichen Zuschüssen und Sachleistungen aller Art subventioniert, während die Fleissigen mit Steuern und Abgaben derart geschröpft werden, dass ihnen unter dem Strich weniger bleibt als den Arbeitsmuffeln.

Zahnlose Sanktionen

Die Erkenntnis ist an sich nicht neu. Die Daten wurden von der St. Galler Ökonomin Prof. Dr. Monika Engler erhoben, welche das Phänomen seit zehn Jahren in verschiedenen Kon­stellationen untersucht hat. Es handelt sich um einen globalen Überblick. Im Einzelfall können die Zahlen je nach Wohnort, Alter und ­Familiengrösse stark variieren. Das Fazit ist ­indes bei den meisten Konstellationen verheerend, mal mehr, mal weniger: Für den Mittelstand rentiert arbeiten oft nicht. Neu ist hingegen die Plattform, auf der die Tabelle der Umverteilung lanciert wurde: Die Fondation CH2048, eine linksliberale Institution. Neben einem Freisinnigen (Fulvio Pelli) finden sich im Stiftungsrat vor allem Sozialdemokraten wie Corine Mauch, Alexander Tschäppät, ­Roger Nordmann und Dori Schaer-Born. Der SP gehört auch Christoph Koellreuter an, der Gründer der Organisation.

Der Alarmruf von links ist auch deshalb von Brisanz, weil er – Zufall oder nicht – zusammenfiel mit der Ankündigung eines Reformprozesses bei der Skos. Die Sozialhilfekon­ferenz ruft zu einer offenen Debatte über ihre Richtlinien auf. Misstrauen ist zwar angebracht, zeichnete sich die Skos bislang doch durch eine fast autistische Unfähigkeit aus, Kritik auch nur wahrzunehmen. Es gibt bereits Forderungen aus der Branche nach noch mehr Fürsorgegeld, in einer Zeit notabene, in der die reale Wirtschaft über Lohnsenkungen diskutiert. Doch der Austritt einiger Gemeinden aus dem eidgenössischen Sozialkartell dürfte Wirkung zeitigen. Druck kommt ins­besondere aus jenen Kantonen, in denen es keinen Lastenausgleich im Fürsorgewesen gibt und in denen die Kommunen unter der Last explodierender Sozialleistungen ächzen.

Immerhin anerkennt die Skos heute, dass es Probleme gibt: Die Sozialleistungen für junge Erwachsene und kinderreiche Familien liegen oft weit über den Einkünften, welche diese auf dem Arbeitsmarkt erzielen könnten; finanzielle Anreize für Arbeitssuchende zeitigen kaum messbare Erfolge; die Sanktionen sind zahnlos und werden selten angewendet.

Das Kernproblem hinter der ganzen Misere ist für die Skos nach wie vor tabu: Um Existenzsicherung geht es bei der Sozialhilfe schon lange nicht mehr, es handelt sich vielmehr um ein System der Umverteilung. Das lässt sich am Beispiel des Grundbedarfs aufzeigen: Er wird nicht etwa nach dem berechnet, was ein Mensch effektiv zum Leben braucht, sondern nach den tiefsten Arbeitseinkommen. Bei diesem verqueren Rechenmodell bleibt trotz Vollbeschäftigung und Wohlstand die Zahl der vermeintlich «Armutsbetroffenen» stets konstant. Unter Milliardären wird der Millionär zum armen Schlucker.

Sozialstaat untergräbt Solidarität

Man muss sich fragen, warum so viele Menschen immer noch arbeiten, obwohl sie als ­Sozialrentner finanziell besser fahren würden. Die Erkärung liegt auf der Hand: Das Stigma der Fürsorge hat auf viele Menschen offenbar immer noch eine abschreckende Wirkung. Doch bei den jüngeren Generationen fallen diese Hemmungen, wie die Statistiken eindrücklich zeigen: Es ist die Gruppe mit den höchsten Zuwachsraten. Das kommt nicht von ungefähr: Im gleichen Mass, in dem die Eigenverantwortung an den Staat delegiert wurde, schwand die Solidarität unter den Menschen; im gleichen Mass, in dem die Anspruchshaltung gestiegen ist, verkümmerte die Bereitschaft, etwas für den Nächsten zu leisten. Auch wenn es paradox klingt: Der wuchernde So­zialstaat hat zu einer Entsolidarisierung der ­Gesellschaft geführt. Es ist ein schleichender Prozess, der sich über Generationen hinzieht. Und das ist das Fatalste an der Geschichte: Es dauert Jahrzehnte, bis die falsche Politik ihre verheerende Wirkung entfaltet.

Das ungerechte Umverteilungssystem wurde in einer Zeit auf- und ausgebaut, in der die bürgerlichen Kräfte landesweit über eine komfortable Mehrheit verfügten. In der ­Sozialbranche waren die Linken zwar immer federführend, doch die Fehlentwicklung war nur möglich, weil die Rechte sie zuliess – weil das Thema sie nicht interessierte, weil es unbequem ist. Das hat sich in jüngerer Zeit zwar etwas geändert. Doch ohne die Sozialdemokraten, welche den Umverteilungsapparat nach wie vor beherrschen, ist eine Trendwende nicht möglich. Die Aktion der Fondation CH2048 lässt darauf hoffen, dass mittlerweile auch dem einen oder anderen Genossen dämmert, dass unser Umverteilungssystem weder solidarisch noch sozial ist.

http://www.weltwoche.ch/index.php?id=553248

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

 I think for food

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Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.
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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.

Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Angstneurotiker.

Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Angstneurotiker. Seit Kindesbeinen wird Deutschen der nahende Weltuntergang eingehämmert, durch die Muttis (Väter, die den Namen verdienen, gibt es kaum noch), Kindergärtnerinnen, Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen, Psychologinnen, Politikerinnen (Steinmeier warnt!), Massenmedinnen, also eigentlich durch eine wie ein Riesenraumschiff über Deutschland schwebende Mutti, die permanent warnt, warnt und warnt, ermahnt und verspricht einen zu beschützen, wenn man sich nur eng genug an die Mutti schmiegt und sich niemals, niemals von ihr entfernt und keinesfalls andere Meinung entwickelt, geschweige denn eigene Meinung äußert. Dann haut die Mutti nämlich dem Kind heftig auf die Mütze, wie es zur Zeit Akif Pirincci, Dieter Nuhr und viele andere erfahren müssen.

Geraten Mal zwei Ebensogleiche aneinander, wie vor wenigen Tagen in Köln die Hooligans (gibt es kein deutsches Wort dafür? – Abschaum oder Pack vielleicht?) und die Salafisten, schon warnen Massenmedien die Deutschen vor einem angeblichen Bürger-Krieg (Schauder, Schauder! – oder war es Burger-King?). Ich war aber neulich bei Burger und es war ganz ruhig dort, alle mampften friedlich gemeinsam, die Hooligans und die Salafisten. Schauen Sie sich nuhr diese schauderhafte Angstpropaganda, von wegen „Bürgerkrieg“ an:

Bürgerkrieg

http://web.de/magazine/panorama/hooligan-krawalle-koeln/salafisten-kurden-hooligans-buergerkrieg-land-30169482

 

Der „kleine Bürgerkrieg“ findet tatsächlich statt, aber nicht zwischen Hooligans und Salafisten, sondern zwischen denjenigen, die alle anderen entmündigen wollen, ich nenne sie „die Muttis“, auch wenn es oft genug Männer sind (denkste!), und den „Kids“, in Anlehnung an Karl Poppers sehr zu empfehlende Schrift „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“, d.h. die offene Gesellschaft und Die Muttis, bzw. die Muftis (ist letztendlich das Gleiche). Frauen als geborene Muttis sind Entmündigungsmaschinen (schreibt Peter Handke in seinem Buch „Die linkshändige Frau“). Es wird aber immerwieder fälschlicherweise von der Entmündigung durch das Patriarchat (Männerdiktatur) gesprochen, anstatt richtigerweise von der Diktatur des Matriarchats (Frauendiktatur) zu sprechen und allen matriarchalischen Diktaturen, die Allen Schutz vor Gefahren versprechen, wenn sie nur der Obermutti gehorchen und gehören, so im Stalinismus, so im Nationalsozialismus, so in Deutschland heute, weich wie ein Doppel-Whopper mit Angsteinlage. Dabei ging es den Deutschen faktisch  noch nie so gut wie heute. Schauen Sie auf http://www.ourworldindata.org/ – alle Graphen, wie Gesundheit, Glück, Konflikte, Hunger usw. entwicklen sich ständig witerhin in die positive Richtung. Allen Tatsachen zum Trotz leiden jedoch die Deutschen immer mehr unter Angst, Depressionen, Burn-Out, Mobbing und allerlei Traumatisierungen, die Behandlungsbedürftigkeit der Deutschen steigt und steigt und steigt, bald ist es ein einzig Volk von Kranken, Arbeitsunfähigen und ihren Behandlern, allesamt dann nur noch Abschaffel, nur noch für eine Kur geeignet.

Wo ist der Weltuntergang durch das Ozonloch, Rinderwahnsinn, Vogelgrippe, Waldsterben, Klimaerwärmung, usw. usf. geblieben? Und nun die neue Mähr von der Weltseuche Ebola. Lesen Sie bitte dazu diesen Text von Beda M. Stadler, Professor für Immunologie:

Afrikas unheimliche Krankheiten | Die Weltwoche, Ausgabe 43/2014 | Dienstag, 28. Oktober 2014

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Afrikas unheimliche Krankheiten

Von Aids bis Ebola: Der Schwarze Kontinent bleibt ein riskantes Gelände. Seine Krankheiten haben allerdings mehr mit sozialen Umständen als mit tödlichen Mikroben zu tun. Auch Ebola ist vor allem ein afrikanisches, kein globales Bedrohungsphänomen.

Von Beda M. Stadler

Afrika steht wieder mal im Blickpunkt. Die Welt schreit auf, wie wenn uns wegen Ebola ­eine weitere Epidemie im Ausmass von Aids drohte. Dabei gehört das Ebolavirus nicht ­einmal zu den 25 wichtigsten Krankheits­erregern, die uns ­diese Region bereits beschert hat. ­Neben Aids sind dies tropische Krankheiten wie Morbus Chagas, Cholera, Denguefieber, Malaria, Leishmaniose und die zwei Formen der Schlafkrankheit oder Erkrankungen, die wir in unseren Breitengraden nur allzu gut kennen: Hepatitis B, Influenza A, Keuchhusten, Masern, Darm­infektionen durch Rota­virus A, Syphilis, Tetanus und Tuberkulose. Nicht zu vergessen auch Gelbfieber, Diphtherie, Mumps, Röteln, Pest, Pocken, Typhus und Paratyphus. Der Grund ist einfach. Die Wiege der Menschheit ist auch die Wiege unserer infektiösen Krankheiten.

Als der Mensch fast ausgestorben wäre

Vor zirka 100 000 Jahren wäre die Mensch­heit fast ausgestorben. Die Zahl unserer Vorfahren schrumpfte in Afrika zu einer Gruppe von 5000 bis 10 000 Individuen. Dadurch ist ein untereinander genetisch stark verwandter Menschentypus entstanden, ein «Beinahe-Klon». Die genetische Vielfalt beim Menschen ist deshalb wesentlich geringer als bei den Menschenaffen. Die Ähnlichkeit unter den Menschen ist derart gross, dass es bei ihnen, evo­lutionsbiologisch gesehen, Unsinn ist, von ­Rassen zu reden. Was umgekehrt die Krankheitsanfälligkeit innerhalb der Gattung Mensch erhöht.

Konkret: Hat sich ein Mikroorganismus auf uns Menschen spezialisiert, spielt es keine ­Rolle mehr, auf welchem Kontinent wir leben. Un­sere Abstammung – die «Out of Africa»-Hypothese – bedeutet nicht nur, dass unsere Vor­fahren auf Wanderung gingen, sondern sie taten dies mit einem Rucksack voller Mikro­organismen. Wir sind nämlich von mehr als tausend verschiedenen Bakterienarten besiedelt, einer derart grossen Zahl also, die einem Vielfachen unserer Anzahl Zelltypen entspricht. Wir sind ein Mikroben-Taxi, das aus ­allen Nähten platzt. Zum Glück machen nur wenige ­Keime krank.

Ausrottung der Neandertaler

Die Folge von «Out of Africa» war schon zu Urzeiten verheerend. Der Homo sapiens wurde zu einem unheilbringenden Migranten, der überall auf der Welt seine koexistierenden Cousins, etwa den Neandertaler, ansteckte und wahrscheinlich dadurch ausrottete. Was heute wie ein multipler Genozid anmutet, war ungewollt und ist eigentlich der Innovationskraft des ­Homo sapiens anzulasten. Die Domestizierung verschiedener Tiere ermöglichte es einigen ­tierspezifischen Krankheitserregern, auf den ­Menschen überzuspringen. Zudem erlaubte die Landwirtschaft ein dichteres Beisammensein der Menschen, was wiederum infektiösen Erregern die Ausbreitung erleichterte.

Durch die geografische Trennung der Menschheit kam es erst zu genetischen Unterschieden. In Afrika findet man gehäuft die Genvariante eines menschlichen Rezeptors (Toll-ähnlicher Rezeptor 4), weil sie gegen Malaria schützt. In unseren Regionen ging die Variante praktisch verloren, weil sie zugleich empfänglicher für bakterielle Infekte macht. Einige der tropischen Krankheiten haben die Migration aus biologischen Gründen nicht mitgemacht oder wurden nachträglich bei uns ausgerottet. Mit den grossen Gewässerkorrektionen des 18. und 19. Jahrhunderts in der Schweiz hat man die Malaria in der Linthebene, im Seeland oder im Wallis zurückgedrängt, weil die Anopheles-Mücke Hauptwirt und der Mensch bloss Zwischenwirt ist. Obwohl wir in der Zwischenzeit mehrheitlich für Malaria empfänglicher geworden sind, haben wir dafür die Natur verändert, um die Krankheit loszuwerden. Für Ebola sieht die Situation ganz anders aus. Hätte dieses Virus in unseren Regionen einen geeigneten Wirt, wäre es seit Jahrtausenden bei uns in den Wild- oder Haustieren heimisch geworden.

Der derzeitige Hype um Ebola ist umso ­peinlicher, ja geradezu beschämend, wenn man bedenkt, dass die Malaria jährlich immer noch zirka 1,2 Millionen Menschenleben fordert. ­Anopheles-Mücken könnten in jedem Flug aus Afrika mitreisen. Sollte es bei uns einmal wieder wirklich wärmer werden, würde diese ­Mücke bei uns sicher wieder Biotope finden. Trotzdem fürchten sich die Menschen vor ­dem Ebolavirus mehr als vor dem Malaria-­Erreger. Aids ist ebenfalls fast ganz aus den Schlagzeilen verschwunden: Wen kümmert es, dass südlich der Sahara fast 25 Millionen HIV-Infizierte ­leben?

Man spielt derzeit hemmungslos mit der Angst, Ebola könnte bei uns grossräumig ausbrechen und sich zu einer Pandemie ent­wickeln. Diese Angst ist unbegründet, weil das Ebolavirus ­andere klimatische Bedingungen und ­geeignete Wirte brauchen würde. Dieses Virus ist deshalb nur begrenzt migrationsfähig, weshalb es auch damals nicht mit unseren Vorfahren auf Wanderschaft ging. Selbst mit der Sklaverei hat das Virus den Sprung nach Ame­rika nicht geschafft. Eine Überquerung mit dem Schiff dauerte ­länger als die Krankheit. Biologisch gesehen, ist der Mensch kein tauglicher Wirt für Ebola­viren. Das Virus bringt den Menschen viel zu rasch um, und die Überlebenden werden immun. Das Ebolavirus hat in früheren Zeiten ganze ­Stämme ausgerottet und tat dies so rasch, dass eine Übertragung auf weiter entfernte Populationen nicht gelang. Das ist keine erfolg­reiche virale Strategie. In der Vergangenheit verschwand das Virus nach einigen Zyklen im Menschen jeweils wieder und überlebte nur im Tierreich.

Pocken und Pest: Tödlichere Strategien

Das Pockenvirus und das Pestbakterium hatten eine wirkungsvollere Strategie. Die Krankheit und somit die Ansteckungsgefahr dauerten viel länger als bei Ebola. Derzeit werden Flüge aus Afrika so behandelt, als ob es sich um einen ­kontinentalen Übertritt handeln würde wie bei ­ der Pest im 6. Jahrhundert von Konstantinopel nach Europa. Das ist verständlich, denn, so wie die historische Schifffahrt eine neue Migration ermöglichte, fürchtet man heute, dass ­Viren zu blinden Flugpassagieren werden. ­Diese Angst freilich ist stark übertrieben. Man kann davon ausgehen, dass in den letzten Monaten Hunderte von Flügen im Ebola-Gebiet gestartet sind mit Destinationen innerhalb und ausserhalb Afrikas. Darunter befanden sich ­sicher auch Ebola-Infizierte. Trotzdem hört man nichts davon, dass Menschen in einem Flugzeug angesteckt worden seien.

Das Virus ist nicht entfernt so infektiös ­ wie etwa das Masernvirus oder Grippeviren. Fürchten muss man sich vor allem vor dem fortgeschrittenen Stadium bei Ebola-Patienten, wenn es zu unkontrollierten Aus­schei­dungen von ­Fäkalien und Erbrochenem kommt. In ­einem solchen Zustand ist man aber sicher nicht mehr flugtauglich. Un­geach­tet dessen gibt es in Amerika bereits Passa­gie­re, die in B-Waffen-tauglichen ­Schutz­anzügen die Reise antreten möchten. Ironi­scherweise passiert dies in dem Land, in welchem den ­Indianern pockenverseuchte Wolldecken und Kleider überreicht wurden, um sie absichtlich umzubringen.

Ebola ist ein afrikanisches, kein globales Phänomen. Entstehungsbedingungen und Gefährlichkeit haben sehr viel mit dem Kontinent zu tun, auf dem das Virus zu Hause ist. Der Ausbruch von Ebola ist geradezu ein Paradebeispiel für die Krankheitswirkung bestimmter kultureller Überlieferungen. Traditionelle Bestattungsrituale und Voodoo-Glaube waren neben der unzureichenden Hygiene ein Hauptgrund für das Ausbrechen der Krankheit.

Dies allerdings ist kein Grund, mit dem Finger auf Afrika zu zeigen. Schliesslich sind es bei uns auch Anhänger religiöser Sekten, die sich weigern, sich ­gegen die Masern impfen zu lassen, oder Pflegepersonal, das sich weniger gegen die Grippe impfen lässt als der Durchschnitt der Bevölkerung. Sechzig Prozent der Schweizer glauben gemäss Umfragen, reines Wasser und Zucker seien ein Medikament. Seit wir die Homöopathie in unserer Verfassung verankert haben, haben wir kein Recht, über Voodoo zu lächeln.

Ebola ist nicht Aids

Die Ebola-Hysterie wurzelt in falschen Parallelen zum HI-Virus. Es waren der Zeitgeist, die ­sexuelle Revolution, die Aids erst die Möglichkeit gaben, pandemisch zu werden. Anders als das ­Ebolavirus hat dieses Virus den Sprung vom Tierreich auf den Menschen vor Tausenden von ­Jahren vollzogen und ist seither ein rein Menschen-pathogenes Virus.

Aus viraler Sicht hat HIV eine perfekte Strategie entwickelt, um im Menschen zu verweilen. Für die Fähigkeit, sich weltweit zu vermehren, war es aber auf geänderte Verhaltensweisen und technische Innovation angewiesen. Zu den ersten Aids-Opfern in der Schweiz gehörten ­Bluter, die aufgrund von modernen Medikamenten und der Bluttransfusion angesteckt wurden. Die erste in Afrika dokumentierte Ebola-Epidemie wurde ebenfalls durch verseuchte Injektionsnadeln verursacht, da die behandelnden Nonnen bloss fünf Injektionsnadeln besas­sen. Daraus von Ebola auf Aids zu schliessen, ist freilich nicht zulässig.

Das Ebolavirus hat einen weiteren makabren Nachteil gegenüber den allermeisten anderen Viren. Mit seiner relativ kurzen Inkubationszeit von sieben bis zwanzig Tagen und dem schweren Krankheitsverlauf weiss man jederzeit rasch, wo das Virus steckt. Man kann es ­alleine mit Quarantänemassnahmen eingrenzen und ­zurückdrängen.

Eine rationale Abschätzung der Ansteckungsgefahr scheint für die meisten Menschen dennoch nicht möglich. Man kann es nicht genug betonen: Das Ebolavirus kann nicht fliegen, und ein Patient müsste einen Menschen sehr unappetitlich anspucken oder anhusten, um ­eine ­Gefahr darzustellen. Aber eben, es scheint, dass unser Affengehirn gerne mit Risiken flirtet und dafür echte Gefahren ausblendet.

Bis hierhin kann man die Situation nüchtern zusammenfassen: Dem Ebolavirus fehlt die biologische Fähigkeit, eine Pandemie zu ver­ursachen. Während der früheren und der heu­tigen Ausbrüche hätte das Virus genügend Möglichkeiten gehabt, auf Wanderschaft zu ­gehen. Was es aber nicht tat, da es sich für ­Wanderungen nicht besonders eignet. Obwohl man das eigentliche Reservoir des Ebolavirus nicht kennt, deutet vieles darauf hin, dass es Flughunde sind, die bei uns nicht vorkommen. Einigen anderen Tierarten scheint jeweils das gleiche Schicksal zu blühen wie dem Menschen. Sie werden angesteckt, erkranken und sterben, ­ohne wirklich zum Wirt für das Virus zu ­werden. Es existiert auch ­keine neue technische Er­rungenschaft, keine spezielle Drogenszene, welche dem Virus neue ­Fähigkeiten verleihen würde.

Afrikas Seuchenherde

Trotz der begrenzten Gefährlichkeit des ­Ebolavirus bleibt Afrika ein seuchenmässig riskanter Kontinent. Luis Gomes Sambo, der Re­gionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Afrika, führte bereits 2010 aus, dass 63 Prozent der Todesfälle in Afrika auf ansteckende Krankheiten zurückzuführen sind. Auch wenn Aids ­damals für zirka 15 Prozent aller Todesfälle ­verantwortlich war, sind heute in Afrika viele ansteckende Krankheiten im Prinzip Zoonosen: Der Mensch steckt sich beim Tier an. Bei der noch herrschenden Armut in ländlichen Gebieten ist es unmöglich, etwa die Jagd auf wilde Tiere oder den Umgang mit Haustieren derart zu verändern, dass man nicht auch weiterhin mit Ausbrüchen von verschiedenen Krankheiten in Afrika rechnen muss. Es ist eine Tatsache, dass Afrika im Unterschied zu anderen Kontinenten, trotz oder ­wegen der Abermilliarden an Entwicklungs­hilfe, immer noch keinen genügenden Selbstversorgungsgrad in der Medizin erreicht hat. Die WHO hat für Afrika als Entwicklungskontinent ge­rade mal 350 essenzielle Medikamente definiert. Die Antibaby­pille findet sich darin nicht, bloss das Kondom. Wer sich bei uns mit dieser minimalen Apotheke pflegen müsste, würde auswandern.

Gefährlich für Afrika, nicht für Europa

Die WHO betreibt zudem zahlreiche Impf­programme für Afrika und behandelt diesen Kontinent so, wie wir unsere Kleinkinder behandeln. Neuerdings kämpfen Unicef und Pampers-Hersteller gar gemeinsam für kostenlose Tetanusimpfungen. Die bewunderns­werte Aktion macht deutlich, dass in Afrika die allereinfachsten medizinischen Grundlagen nicht gegeben sind. Das macht Afrika zu einem gefährlichen Kontinent – für Afrikaner, weniger für Europäer, die gegen die meisten der in Afrika noch immer gefährlichen Krankheiten geimpft oder gewappnet sind. Sollte die Impfdisziplin in Europa, in der Schweiz allerdings nachlassen, könnte Afrika für uns seuchen­mässig wieder zum Problem werden, weit bedrohlicher als jetzt bei Ebola.

Zum Schluss: Uno und WHO spielen aktuell eine traurige Rolle. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon macht auf Alarmismus, statt zu ­be­ruhigen: «Wir müssen Versprechen zu Taten machen. Wir brauchen mehr Ärzte, Pfleger, Ausrüstung, Behandlungszentren und ­Evakuierungskapazitäten.» Das Problem sei «sehr ernst».

Tatsächlich hat die Weltgesundheitsorganisation ein ernstes Problem, allerdings ein ­anderes als das, welches sie zu haben vorgibt. Die von der WHO zuletzt als Weltbedrohung hochgespielten angeblichen Pandemien – Vogel- und Schweinegrippe – erwiesen sich als gewöhnliche Grippen. Seither lautet die verschärfte Fragestellung: Wie finanziert man einen solchen ­bürokratischen Moloch, nachdem die Glaubwürdigkeit selbstverschuldet ­beschädigt ­worden ist?

Am 17. Oktober hat die WHO verlauten lassen, Ebola sei in Senegal vorbei. Der Kongo und ­Nigeria zeigen seit Ende September auch keine steigende Zunahme an Todesfällen mehr. Ebola wird hoffentlich bald wieder ausschliesslich auf der Leinwand grassieren. Die wirklich bedrohlichen Infektionskrankheiten werden weiterhin in Afrika wüten, aber wie bis anhin ohne mediale Begleitung.

Beda M. Stadler ist emeritierter Professor für Immunologie und lebt in Zeneggen VS.

 

In dem Zusammenhang immerwiederkehrend die Horrormeldung: Burn-Out!

Burn-Out! Schlimmer als Ebola?

Nun hat es auch die tapferen Schweizer erwischt. Die Neue Züricher Zeitung vom 19.10.14 schlägt Alarm: „Erschöpfung am Arbeitsplatz. Hunderttausende sind Burnout-gefährdet. Etwa sechs Prozent der Schweizer Erwerbstätigen erholen sich in der Freizeit nicht mehr von der Arbeit. Laut Wissenschaftlern der Universität Bern fühlt sich ein Viertel aller Erwerbstätigen ziemlich oder stark erschöpft. Gegen 300 000 stehen gar kurz vor dem Burnout.“ Zuvor befiel die Burn-Out Epidemie das benachbarte Deutschland. In ein und derselben Ausgabe vom 16.08.2010 erschienen in der Frankfurter Rundschau zwei Artikel zum Thema Arbeit. In einem konnte man lesen, daß die Arbeit krank macht und im anderen, daß die Arbeitslosigkeit krank macht. In beiden Fällen ging es um die Zunahme von psychischen Krankheiten. Der scheinbare Widerspruch zwischen den beiden Artikeln wird jedoch aufgehoben, wenn man bedenkt, daß in beiden Fällen auch das Vortäuschen einer psychischen Krankheit zur finanziellen Unterstützung des “Kranken” führt, ohne daß der “Kranke” arbeiten muß. (Mit Bandscheibenvorfällen, psychosomatischen Schmerzbeschwerden geht es aber auch.) Auf diese Weise kann man die Zunahme von schwer überprüfbaren Diagnosen verstehen, wie Burn-Out, Mobbing, Traumatisierungen, Depressionen, Ängste und Sonstiges. Man kann damit am einfachsten eine Arbeits-, Berufs-, Erwerbsunfähigkeit erreichen, ohne daß eine tatsächliche Erkrankung vorliegen muß. Eine wachsende sektenartig organisierte Psycho- und Betreuungsindustrie erklärt inzwischen alles und jedes als psychisch bedingt und sich selbst als für die Rettung der so Gefallenen alleine zuständig und daher vom Staat zu finanzieren.[1]

Die Bundespsychotherapeutenkammer bptk gibt bekannt: “Die Zahl der betrieblichen Fehltage aufgrund von Burnout ist seit 2004 um fast 1.400 Prozent gestiegen.” Das wird vom Bundespsychotherapeutenkammerpräsidenten jedoch nicht als ein Anstieg von Krankschreibungen (AU) unter dem Vorwand einer neuerfundenen angeblichen psychischen Belastung (die nicht Mal als eine Erkrankung definiert ist und im Diagnosenkatalog ICD-10 daher fehlt)) interpretiert, o nein, sondern: „Die Menschen fühlen sich in ihrem Leben und bei ihrer Arbeit immer häufiger überfordert“, stellt Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) fest. „ Die psychosozialen Belastungen der modernen Gesellschaft werden erheblich unterschätzt. Seelisch überlastete Personen erhalten zu spät Beratung sowie Hilfe und psychisch Kranke zu spät eine Behandlung.“ und “Im Jahr 2004 fehlten 100 Versicherte 0,6 Tage aufgrund von Burnout, im Jahr 2011 waren es schon neun Tage. Ihr Anteil an allen Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen ist aber noch gering. Im Jahr 2011 waren 100 Versicherte rund 200 Tage aufgrund seelischer Leiden arbeitsunfähig. Im Vergleich zu psychischen Erkrankungen machen die Ausfälle aufgrund von Burnout also nur 4,5 Prozent der Fehltage aus. „Im Gespräch mit dem Arzt schildern viele Arbeitnehmer Erschöpfung oder Streß“, erklärt BPtK-Präsident Richter. Solche Schilderungen von Burnout-Symptomen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, weil dahinter meist psychische Erkrankungen stecken.“ Bei 85 Prozent der Krankschreibungen wegen Burnout diagnostizierte der Arzt zusätzlich eine psychische (z. B. Depression, Angststörung) oder körperliche Erkrankung (z. B. Rückenschmerzen). Nur 15 Prozent der Burnout-Krankschreibungen erfolgen ohne eine weitere Diagnose. Auch dann kann Burnout jedoch ein Hinweis auf eine entstehende psychische oder auch körperliche Erkrankung sein. Aktuell gibt es keine allgemein anerkannte Definition, was unter Burnout zu verstehen ist. Häufig genannte Symptome des „Burnouts“ oder des „Ausgebranntseins“ treten auch bei einer Reihe psychischer Erkrankungen auf: u. a. Antriebsschwäche, gedrückte Stimmung, Reizbarkeit, Erschöpfung. Burnout wird in Deutschland in der ICD-10-GM in einer Zusatzkategorie (Z73) verschlüsselt, in der Faktoren beschrieben werden, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen können, ohne eine eigenständige Erkrankung zu sein. Meist handelt es sich um Überforderungen durch berufliche und private Belastungen. „Eine solche Kategorie ist durchaus sinnvoll, weil sie dem Arzt die Verschlüsselung von psychosozialen Risikofaktoren oder auch von Gründen bzw. Anlässen für eine tatsächliche Erkrankung ermöglicht“, erläutert Richter. „Es muß dann aber auch sichergestellt sein, dass eine diagnostische Abklärung oder eine Behandlung eingeleitet wird.“

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Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) online – “Betriebliche Fehltage aufgrund von Burnout um 1.400 Prozent gestiegen”

 

In meiner psychotherapeutischen Praxis erfahre ich, daß nicht die Arbeit, sondern ihre Freizeit Menschen arbeitsunfähig macht, wenn sie vom Freitag bis Montag früh feiern, chatten, sich mit Nikotin, Alkohol, Drogen, Sex zudröhnen, sich in Beziehungskonflikten zerreißen, dann sind sie am Montag früh nicht mehr arbeitsfähig, die meiste Kraft raubt ihnen das Balzen, viele sind dann dadurch nicht mehr arbeitsfähig, das Balzen raubt ihnen den Verstand und die Kraft. Erst auf der Arbeit erholen sich viele von dem Freizeitstreß. Aber davon spricht keiner, denn dafür gibt es kein Geld.

Wie man Burn-Out nachhaltig, effektiv und erfolgreich therapieren kann, zeigen drei kurze Videos[2] am Beispiel einiger russischen Matrosen nach einem dreimonatigen Aufenthalt auf einem Atom-U-Boot, davon manche verletzt nach einem Feuerausbruch.

Für diejenigen, die des Russischen nicht mächtig sind: der militärische Psychotherapeut erklärt vom Treppeneingang zum Krankenhaus den Teilnehmern an der Gruppenpsychotherapie vor dem Treppenaufgang, daß es wissenschaftlich bewiesen ist, daß eine Psychotherapie die Genesung kranker Soldaten beschleunigt und dem traumatisierten Soldaten verhilft rasch wieder dienstfähig zu werden, weil die Psychotherapie die psychischen und die physischen Kräfte der Soldaten stärkt.

So findet die Psychotherapie den Eingang in das Gesundheitswesen sogar in den Streitkräften der Russischen Federation. Zuletzt sieht man den traumatisierten Kommandanten des Atom-U-Boots (Kapitän ersten Ranges) Gorionov, wie er vergeblich seine Ehefrau nach dreimonatiger sexueller Deprivation um Sex anbettelt und um seinem Wunsch Nachdruck zu verleihen, schreit daß er ja ein Säugetier-Männchen (Ja samiec!) sei.

Im Teil 2 sieht man äußerst effektive Kurzzeittherapie eines traumatisierten Matrosen im katatonen Zustand.

Ebenso im Teil 3 führt die Anwendung einer Fokal-Traumatherapie zum Aufwachen aus dem Koma des nach Verzehr von 8 kg französischen Käse unter akutem Darmverschluß leidenden Kapitäns zweiten Ranges eines russischen Atom-U-Boots.

Auch in der Bundeswehr und anderen westlichen Armeen steigt rapide die Anzahl der traumatisierten Soldaten, die ebensolches Recht auf unbürokratische schnelle Hilfe benötigen, wie in diesen Videos gezeigten russischen Matrosen.

 

Und zuletzt ein Leckerli:

Ich habe meinen Artikel „Burn-Out! Schlimmer als Ebola“ der Zeitschrift FOCUS-Gesundheit angeboten und erhielt vom Chefredakteur folgende Antwort:

———- Ursprüngliche Nachricht ———-
Von: Niehaus Jochen <j.niehaus@focus-magazin.de>
An: „jsb@jsbielicki.com“ <jsb@jsbielicki.com>
Datum: 27. Oktober 2014 um 15:57
Betreff: AW: „Burn-Out! Schlimmer als Ebola?“ / Angebot eines Artikels / An Herrn Niehaus

Sehr geehrter Herr Bielicki,

vielen Dank für Ihr Angebot und Ihren interessanten Artikel.

Für eine Publlikation in FOCUS-Gesundheit ist er leider nicht geeignet, da wir davon ausgehen, dass unsere Leser tatsächlich unter einer psychischen Erkrankung leiden, diese nicht vortäuschen und von uns Hilfestellung und Rat erwarten.

Beste Grüße,
Jochen Niehaus

 

Jochen Niehaus

Chefredakteur FOCUS-Diabetes

Redaktionsleiter FOCUS-Gesundheit

 

BurdaNews

FOCUS Magazin Verlag GmbH

Arabellastraße 23, 81925 München

Phone +49 89 9250-3929

Fax +49 89 9250-2452

j.niehaus@focus-magazin.de

www.burdanews.de

 

 

Wie süß, der Herr Niehaus! Träumen Sie weiter und bedienen Sie Ihre Leserschaft weiterhin mit solchen Märchen, wie daß Ihre Leser psychische Erkrankung nicht vortäuschen! JSB

 

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

 

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

800px-Molon_labe2

 

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert

 

Stupidity is demonstrated by people lacking knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice attempt to avoid upsetting fools unwilling to face the truth

“In argument about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and cognition. The true Islam is totally different, the one who will find it will become a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easy. If someone has nothing to say, he says it then in a very complicated way

 

 

[1] L’Allemagne est malade!:

https://psychosputnik.wordpress.com/2014/08/24/904/

 

[2] Psychotherapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) in Russland:

https://psychosputnik.wordpress.com/2013/12/29/psychotherapy-of-the-post-traumatic-stress-disorder-ptsd-in-russia/