Kategorie-Archiv: Ethik

Psychokratie – eine neue Nomenklatura in Deutschland

Schmalz

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

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Psychokratie – eine neue Nomenklatura in Deutschland

 

Es gibt zweierlei Ethik, die Ethik der Moral und die Ethik der Verantwortung.

Die Ethik der Moral begnügt sich mit dem Alarmismus der permanenten Gefahr des nahenden Weltuntergangs und ruft zur immer stärkeren Finanzierung der Wanderprediger auf, die heute als Psychotherapeuten durch die Medienlandschaft ziehen.

Die Ethik der Verantwortung überlegt die realen Möglichkeiten der psychotherapeutischen Hilfe, auch die Grenzen dessen, was der Behandler und der Patient in einer Psychotherapie leisten und erreichen können.

In regelmäßigen Zeitabständen schlagen Vertreter der psychokratischen Nomenklatura Alarmglocken, daß das Heil der Menschheit gefährlich bedroht sei und daß Tätigkeitsfelder der Psychotherapeuten ausgeweitet werden müssen, damit sie die Leidenden dieser Welt durch ihren Ruach (Atem Gottes) von der Pein des Daseins befreien können. „Traumatisierung“ heißt die Erbsünde heute, die überall lauert, und die ein Psychotherapeut heilen könne, alleine durch seinen guten Willen, denn von Indikation, Methode, Wirksamkeit wird unter Psychotherapeuten gar nicht mehr diskutiert. „Jedem alles und zwar sofort!“ – heißt die Devise, und immer mehr Psychotherapeuten dafür immer mehr vom Mammon. Denn nur wenn es ums Geld geht, wird Kommunikation unter Psychotherapeuten lebhaft. Wenn Deutsche von Moral reden, dann geht es ihnen ums Geld. Wenn jeder jeden wird heiraten können, bald auch Individuen sich selbst, wenn sie sich nur stark genug selbst lieben, oder ihr geliebtes Haustier, mit dem schon manche heute Sex treiben, dann kann ein Psychotherapeut jeden psychotherapieren, auch wenn der Patient sich mit dem Psychotherapeuten nicht verbal verständigen kann, keinerlei Bildung hat, ein Analphabet ist und von Reflektion und Meinungsaustausch noch nie gehört hat. Everything goes! Halleluja! Die Psychotherapie in Deutschland ist zu einer religiösen Sekte geworden und eine ihrer Propheten ist Petra Bühring, die Redakteurin des Deutschen Ärzteblattes. Zuletzt hat sie zwei Apostelbriefe veröffentlicht, „Psychotherapeutische Versorgung: Mehr Flexibilität für alle“ in PP 14, Ausgabe Juni 2015, Seite 241 und „Gesundheitsversorgung von Migranten: Asylbewerber haben Anspruch auf Psychotherapie“ in PP 14, Ausgabe Juni 2015, Seite 246.

Dabei zeigt die TK-Studie, daß immer mehr Menschen mit der Diagnose Depression krankgeschrieben werden. Von 2000 bis 2013 nahmen die Fehlzeiten in Unternehmen aufgrund von Depressionen um fast 70 Prozent (sic! ) zu. Aber das reicht den Psychotherapeuten immer noch nicht, es müssen noch Flüchtlinge, Bundeswehrsoldaten, diese und solche und jene Gruppen in die Behandlungszuständigkeit der Psychotherapeuten verschleppt werden, immer mehr und immer mehr – und das Geld der Krankenkassen dafür natürlich auch, denn wo kämen wir hin, wenn jemand seine Behandlung, mindestens zum Teil, selbst bezahlen müßte? Nein, im Raubtiersozialismus muß der Staat alles zahlen, nix Selbstverantwortung!

Dem gegenüber möchte ich hier erinnern, daß eine Psychotherapie nur eine solche ist, wenn der Psychotherapeut erklären kann, was er und sein Patient in einer Psychotherapie denn konkret machen, wozu und mit welchen Mitteln, und wie lange es voraussichtlich dauern und wieviel das Ganze kosten wird? Diese einfache Frage geht aber in dem kosmischen Überschwang der guten Absicht unter. Gut gemeint ist aber schlecht gemacht. Mit den Mitteln der ambulanten psychodynamischen Psychotherapie (TfP, PA) sollen unbewußte neurotische Konflikte und ihre krankhaften Folgen geklärt und aufgehoben werden. „Trauma“ ist einfach ein schweres Erlebnis, es fängt also mit dem Geburtstrauma an, so daß die ganze Menschheit nach dem Prinzip der „Traumabehandlung“ behandelt werden müßte, wenn es nach Frau Bühring und ihresgleichen ginge. Mit dem Trick des „Traumas“, wird die Ursache des neurotischen Leidens aus dem geistigen Inneren des Individuums in die äußere Welt verschoben, der Mensch ist im Konzept des Traumas lediglich wie eine Billiardkugel, die von Aussen angestoßen wird, und hat keine Verantwortung mehr für sein Leiden, er ist einfach nur noch ein Opfer und Bührings sind seine himmlischen Retter. Nix Psychotherapie, nur noch eine Sekte mit Heilungsritualen, mit Kammern als Betroffenheits- und Empörungskanzeln und den Krankenkassen, also wir alle als Solidargemeinschaft, die diese psychokratischen Wanderprediger bezahlen sollen. Ich bin mit Psychoschmalzvertretern nicht solidarisch.

Helmut Remschnidt schrieb in „Psycho-Boom: Alle entdecken die Seele“ im Deutschen Ärzteblatt 2013; 110(13): A-604 / B-537 / C-537: „Was wir brauchen, ist wieder die Zusammenführung erprobter Therapiemaßnahmen und die Ausgliederung jener, für die es keinerlei Wirksamkeitsnachweise gibt. Was wir brauchen, ist eine ärztliche Ausbildung, die notwendiges Spezialwissen und die Verpflichtung zur Übersicht zu vereinbaren weiß.“

Petra Bühring fordert die Ausweitung der Psychotherapie auf Gebiete außerhalb der Richtlinienpsychotherapie, wohlwissend daß dann eine solche Behandlungsfreiheit grenzenlos wäre. Gottseidank setzen (aber wie lange noch?) Psychotherapierichtlinien und die damit verpflichteten Kontrolleure (sog. Gutachter) dem realitätsfernen megalomanen Anspruch der Psychotherapeuten Grenzen, gegen welche diese immerwieder anrennen.

Zur Erinnerung:

„Schicksalhafte Ereignisse, biographische Schwellensituationen, Fehlverhalten des sozialen Umfelds des Patienten, frühkindliche Traumatisierungen, Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz, Belastungen durch Organminderwertigkeiten usw. – solche Faktoren im weiten Bedingungsfeld der Biographie eines Patienten erbringen allein durch ihr Vorhandensein nicht schon den Nachweis der psychischen Ätiologie einer neurotischen Störung, deren Behandlung damit ausreichend begründet wäre.“ (Siehe Faber/Haarstrick Kommentar Psychotherapie-Richtlinien 9., aktualisierte und ergänzte Auflage, S.17)

„Die vorwiegend strukturell geprägten Persönlichkeitsstörungen, ohne konflikthafte neurotische Aktualproblematik, gehören nicht zum Indikationsbereich der Psychotherapie, weil sie nicht als „seelische Krankheit“ gelten können. Wohl aber können vorwiegend strukturelle Störungen zum Indikationsbereich der psychosomatischen Grundversorgung und vor allem der Psychiatrie gehören und dort in der vertragsärztlichen Versorgung einer verbalen Intervention zugänglich sein.“ (R: C § 21, besonders § 21a 1). (Siehe Faber/Haarstrick Kommentar Psychotherapie-Richtlinien 9., aktualisierte und ergänzte Auflage, S.20)

Gerd Rudolf weist in Forum der Psychoanalyse  2013/3 darauf hin, „dass nicht jedes aktuelle Lebensunglück und gar jede biografische Belastung zwangsläufig eine Traumatisierung bedeutet, dass ferner nicht jede Opferselbstzuschreibung gleichbedeutend ist mit einer posttraumatischen Störung und dass vor allem ein unkritisches therapeutisches Eingehen darauf eher das Risiko einer therapeutischen Schädigung als die Chance eines therapeutischen Nutzens beinhaltet. Wenn mittlerweile in einem erheblichen Teil der tiefenpsychologischen Anträge – und der verhaltenstherapeutischen Anträge ebenso – die genannten Probleme auftauchen, dann liegen die bedenklichen Folgen nicht in den „Nöten der Gutachter“, sondern in der Gefährdung von inadäquat behandelten Patienten; ein Thema, vor dem man nicht die Augen verschließen sollte, wenn man an der Qualität des psychotherapeutischen Versorgungssystems interessiert ist.“

Der psychotherapeutischen Tätigkeit würde es gut tun, wenn Psychotherapeuten mehr sachlich und konkret über die realen Möglichkeiten und Notwendigkeiten ihres Berufes diskutieren würden, anstatt daß sie eigene tatsächliche oder angebliche Kompetenz universal als das einzig denkbar heilende für jede Not marktschreierisch propagieren und dafür immer mehr staatliche Gelder fordern.

 

Veröffentlicht in:

 

Deutsches Ärzteblatt, Ausgabe Psychologischer Psychotherapeut 14, Juli 2015, Seite 324
Mehr auf:

L’Allemagne est malade!

https://psychosputnik.wordpress.com/2014/08/24/904/

 

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Practicus
am Sonntag, 14. Juni 2015
unredlich
diese dumme Situation der ungebremsten Nachfrage bei gebremsten Geldmitteln trifft doch die somatische Medizin in viel größerem Umfang als die wirtschaftlich wesentlich unbedeutendere Psychotherapie.
Warum sollen aber die Psychotherapeuten, die nicht zu einer „zwei.Minuten-Abfertigung“ ausweichen können, die Misere alleine ausbaden?
Die Sprechzimmer der somatischen Medizin quellen über von Menschen, denen nichts fehlt außer Lust auf Arbeit oder ein Gesprächspartner zuhause, oder denen wir Ärzte immer mehr normale Gesundheitszustände als krankhaft verkaufen sollen, weil gerade wieder ein neuer Wirkstoff erfunden wurde. Gerade kommt mit der „female sexual dysfunction“ die nächste für ein Arzneimittel erfundene Krankheit auf uns zu. Genauso, wie der Somatiker seine „Verdünnerscheine“ hat, gibt es auch beim Psychotherapeuten Fälle, die „leicht“ und mit wenig Aufwand behandelt werden können, aber dennoch eine ganze Stunde in Anspruch nehmen… seien sie den Psychotherapeuten doch gegönnt, auch somatische Mediziner sind froh, wenn nicht jeder Ratsuchende wirklich schwer krank ist.
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Die therapeutische Gutmenschenpraxis als ideologische Praxis und Emanzipationsersatz in Warenform
Über Psychowaren, Psychomarkt, Psychoherrschaft, kollektiven Narzissmus und die Ideologie des Sozialwesens als therapeutischer Hilfs- und Beratungsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit in der Krise

Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt der herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist Opium des Volkes. Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertals, dessen Heiligenschein die Religion ist.“ (Marx, MEW 1, S. 378 ff.)
Jeder dieser Sätze lässt sich ohne Abstriche auf die therapeutische Gutmenschenpraxis im Allgemeinen und jede ihrer Varianten im Besonderen beziehen. Man setze an Stelle von „Religion“ in dem obigen Zitat „therapeutische Gutmenschenpraxis, „New Age“; „humanistische Psychologie“, „transpersonale Psychologie“ oder „analytische Tiefenpsychologe“ und erhält wieder neue wahre Sätze und dieselbe richtige Kritik.
Das ist ein klarer und deutlicher Hinweis darauf, dass angeblich postmoderne therapeutische Ideologien und ihre psychoreligiösen Überhöhungen, wie sie in der „transpersonalen Psychologie“ und im „New Age“ mit Anleihen aus ostasiatischen Religionen (Buddhismus, Taoismus und Hinduismus) von der Kulturindustrie fabriziert und an Mann/Frau gebracht werden, in der modernen spätkapitalistischen Gesellschaft das funktionale Äquivalent für „die Rel igion“ sind. Sie sind in der spätkapitalistischen Welt weit mehr als Islam und das Christentum die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, das illusorische Glück der Massen vereinzelter Einzelner, „Opium des Volkes“. Ihre Kritik ist im Keim die Kritik jener spätkapitalistischen Verhältnisse, deren Heiligenschein sie sind und die begründete Forderung einen Zustand aufzugeben, der der therapeutischen Gutmenschenillusionen bedarf.
So wichtig dieser Hinweis von Marx ist, so wenig reicht er doch aus. Er muss ausgeführt werden, um sich in der Wirklichkeit zu bewähren. Dazu gehört, dass nicht nur das Alte der therapeutischen Ideologien erkannt, sondern auch begriffen wird, warum die alten Religionen sich in der voll entwickelten kapitalistischen Gesellschaft  verändern und einen Funktionswandel durchmachen müssen, der sie selbst zu psychoreligiösen Seelenmassage ohne bestimmten Inhalt werden lässt oder am Ende durch die ideologische therapeutisch Praxis und ihren pseudoreligiösen Überbau gänzlich ersetzt. Eben das leisten die im Folgenden wieder neu veröffentlichten Aufsätze aus: „Initiative Sozialistisches Forum, Diktatur der Freundlichkeit, Über Bhagwan, die kommende Psychokratie und Lieferanteneingänge zum wohltätigen Wahnsinn, Freiburg: ça ira 1984“Initiative Sozialistisches Forum
Die Entstehung der Psychokratie aus dem Selbstwiderspruch
der bürgerlichen Gesellschaft
Joachim Bruhn
Unter Zwischenmenschen
Bhagwan Shree Rajneesh und die Verwandlung der bürgerlichen Gesellschaft zur therapeutischen Hilfsgemeinschaft auf GegenseitigkeitAchim Szepanski
Psychoware – der pornographische Blick ins fungible SubjektWolfgang Pohrt
Die Produktion des Charismas in der therapeutischen Gemeinschaft.Hinzu füge ich einen Essay von mir selbst:Heinz Gess
Der „Neue Mensch“ bei Bhagwan, Bahro und Wilhelm ReichHeinz GessLink zum Artikel (PDF): „Die therapeutische Gutmenschenpraxis als ideologische Praxis und Emanzipationsersatz in Warenform „. Klicken Sie bitte hier. line-wordpress-long

Genese und Geltung
Wie sich das Denken mit den Mitteln des Denkens selbst zerstört

Die Enttäuschung an der Realität, die Verzweiflung an der Möglichkeit realer Befriedigungen führt zur Flucht aus der Realität.

Henry Lowenfeld
in: Zur Psychologie des Faschismus
Wenn es um den Schutz der Ge­sund­heit, zu­min­dest im Wes­ten, geht, dann gibt es noch Zi­vil­cou­ra­ge, sogar unter Stu­den­ten. „Sorry, but you can’t smoke on Cam­pus“, wies ein Kom­mi­li­to­ne einen jun­gen Mann höf­lich zu­recht, der sich ver­deckt dabei fil­men ließ, wie er auf dem Uni­ver­si­täts­ge­län­de der Uni­ver­si­ty of Ca­li­for­nia in Ber­ke­ley, die ISIS-Fah­ne schwen­kend, eine Zi­ga­ret­te rauch­te. Ab­ge­se­hen von die­sem kur­zen In­ter­mez­zo ließ man ihn je­doch ge­wäh­ren und ging wort­los an ihm vor­bei. Dies än­der­te sich je­doch schlag­ar­tig, als der junge Mann die ISIS-Fah­ne gegen die des jü­di­schen Staa­tes ein­tausch­te. Nun ha­gel­te es wüste Be­schimp­fun­gen und Dro­hun­gen, das Üb­li­che aus dem Ar­se­nal der „Is­ra­el­kri­ti­ker“: „Kid-Kil­lers, Thie­ves, Ge­no­ci­de“ und der­glei­chen mehr. (1)Wer nun meint, von die­ser Per­for­mance nicht auf die Wirk­lich­keit schlie­ßen zu kön­nen, sieht sich eines Bes­se­ren be­lehrt, wenn er nur einen Blick über den Kanal nach Eng­land wirft. Am 16. Ok­to­ber 2014 be­rich­te­te die Haa­retz von der Insel näm­lich fol­gen­des: „Die na­tio­na­le Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung des ver­ei­nig­ten Kö­nig­reichs hat einen An­trag, der den Is­la­mi­schen Staat ver­ur­teilt, mit der Be­haup­tung zu­rück­ge­wie­sen, die­ser sei is­la­mo­phob.“ Gegen die­sen An­trag hatte eine Stu­den­tin der post­ko­lo­nia­len Theo­rie und der Spra­che (ver­mut­lich An­glis­tik) in Bir­ming­ham, die Ab­ge­ord­ne­te schwar­zer Stu­den­ten, Malia Bouat­tia, mo­bi­li­siert. Die Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung ver­laut­bar­te schließ­lich Fol­gen­des: „Wir an­er­ken­nen, dass die Ver­ur­tei­lung von ISIS zu einer Recht­fer­ti­gung von Krieg und of­fe­ner Is­la­mo­pho­bie ge­kom­men zu sein scheint. […] Diese Rhe­to­rik ver­schlim­mert den Ge­gen­stand, um den es geht, und im We­sent­li­chen ist es ein wei­te­rer An­griff auf die­je­ni­gen, die wir zu ver­tei­di­gen be­ab­sich­ti­gen. […] Die Kam­pa­gne Schwar­zer Stu­den­ten in­ner­halb der na­tio­na­len Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung un­ter­stützt Black com­mu­nities auf dem gan­zen Glo­bus kom­pro­miss­los gegen Im­pe­ria­lis­mus und west­li­che Ein­mi­schung, die, wie die Ge­schich­te zeigt, viel zu oft zum Leid der Schwar­zen ge­führt hat.“ (2) Auf der­sel­ben Sit­zung der na­tio­na­len Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung wurde die eu­ro­pa­skep­ti­sche Par­tei UKIP ver­ur­teilt und zu einem Boy­kott des jü­di­schen Staa­tes auf­ge­ru­fen.

Wilde und Neurotiker

Fast gleich­zei­tig regte sich gegen die „wei­ßen“ Zu­mu­tun­gen auch Wi­der­stand am re­nom­mier­ten lin­ken Golds­miths-Col­le­ge in Lon­don. Die streng be­kopf­tuch­te stu­den­ti­sche Ab­ge­ord­ne­te für Er­zie­hungs­wis­sen­schaf­ten, Sarah El-al­fy, for­der­te dort ihre Kom­mi­li­to­nen in der stu­den­ti­schen Voll­ver­samm­lung der Uni­ver­si­tät dazu auf, dem ein­ge­brach­ten An­trag, doch einen of­fi­zi­el­len Ge­denk­tag des Ho­lo­caust an der Uni ein­zu­füh­ren, und zwar neben denen für die Opfer des Sta­li­nis­mus, des Ho­lo­do­mors, also der Sta­lin­schen Aus­hun­ge­rung der ukrai­ni­schen Be­völ­ke­rung, sowie des Ge­no­zids an den Ar­me­ni­ern eine Ab­fuhr zu er­tei­len, weil ein sol­ches An­sin­nen „eu­ro­zen­trisch“ und „ko­lo­nia­lis­tisch“ wäre. El-al­fy fügte hinzu: „Ge­denk­ta­ge soll­ten nicht bloß auf eine Liste eu­ro­päi­scher ge­schicht­li­cher Er­eig­nis­se re­du­ziert wer­den. […] An­ge­sichts un­se­rer lan­gen Ge­schich­te sich für Di­ver­si­tät und die An­er­ken­nung zahl­rei­cher Kämp­fe ein­zu­set­zen und in An­be­tracht der Tat­sa­che, dass der­zeit der Monat der schwar­zen Ge­schich­te [Black His­to­ry Month] ist, fühle ich, dass der An­trag nicht weit genug ging.“ Ihrer Auf­for­de­rung wurde flugs mit einer durch­aus to­ta­li­tä­ren Mehr­heit von 60 zu 1 Stim­men ent­spro­chen. Ein be­son­ders sen­si­bler Stu­dent wird mit den Wor­ten zi­tiert: „Der An­trag würde Leute dazu zwin­gen, sich an Sa­chen zu er­in­nern, an die sie sich mög­li­cher­wei­se nicht er­in­nern möch­ten.“ (3)

Der­ar­ti­gen Aus­sa­gen und Re­ak­ti­ons­wei­sen mit dem de­zen­ten Hin­weis auf die his­to­ri­schen Tat­sa­chen be­geg­nen, bei­spiels­wei­se dar­auf auf­merk­sam ma­chen zu wol­len, dass die An­nah­me von ho­mo­ge­nen „black com­mu­nities around the world“ ein ras­si­sches Phan­tas­ma dar­stellt, und dass die west­li­che Ein­mi­schung die Skla­ve­rei nicht ein­ge­führt, son­dern ab­ge­schafft und dem we­sent­lich um­fang­rei­che­ren arabo-mus­li­mi­schen Skla­ven­han­del – zwar zö­ger­lich, aber im­mer­hin – den Rie­gel vor­ge­scho­ben hat, oder klar­zu­stel­len, dass die Opfer des Sta­li­nis­mus doch größ­ten­teils im Gulag ver­nich­tet wur­den, die am an­de­ren Ende der Welt, näm­lich in Si­bi­ri­en ge­le­gen waren, dass auch eine von einem pa­läs­ti­nen­si­schen Mos­lem ge­lei­te­te mus­li­mi­sche SS-Di­vi­si­on das Mor­den in Bos­ni­en über­nahm und die­ser Amin al-Hus­s­ei­ni zudem ganz per­sön­lich die Ver­nich­tung der un­ga­ri­schen Juden in die Hand nahm, oder dass der Ge­no­zid an den Ar­me­ni­ern sich doch öst­lich der ter­ri­to­ria­len Gren­ze Eu­ro­pas am Bos­po­rus er­eig­ne­te, oder höf­lich nach­zu­fra­gen, was diese Ver­nich­tun­gen denn über­haupt mit der „An­er­ken­nung zahl­rei­cher Kämp­fe“ zu tun hät­ten, ginge völ­lig ins Leere. Denn man hat es bei den zi­tier­ten Äu­ße­run­gen mit Phä­no­me­nen zu tun, die psy­cho­lo­gi­scher Natur sind: Hier zählt, wie Freud sagt, aus­schließ­lich die „neu­ro­ti­sche Wäh­rung, d.h. nur das in­ten­siv Ge­dach­te, mit Af­fekt Vor­ge­stell­te, des­sen Über­ein­stim­mung mit der Rea­li­tät ne­ben­säch­lich ist.“ (4)

Im zwei­ten Teil sei­ner – in den Augen die­ser auf den post­mo­der­nen Hund ge­kom­me­nen Stu­den­ten, si­cher­lich ganz und gar ver­dam­mens­wer­ten, weil eu­ro­zen­tri­schen – Schrift Totem und Tabu, die den – wor­auf der ös­ter­rei­chi­sche Psy­cho­ana­ly­ti­ker Saama Mani auf­merk­sam ge­macht hat – gänz­lich de­zen­trie­ren­den, weil uni­ver­sa­len Un­ter­ti­tel Ei­ni­ge Über­ein­stim­mun­gen im See­len­le­ben der Wil­den und Neu­ro­ti­ker trägt, geht Freud der Lö­sung des Rät­sels des Tabu nach und spricht dabei fol­gen­de, jeden ech­ten Eu­ro­zen­tri­ker wohl zu­tiefst be­lei­di­gen­de Ver­mu­tung aus: „Es darf uns ahnen, dass das Tabu der Wil­den Po­ly­ne­si­ens doch nicht so weit von uns ab­liegt, wie wir zu­erst glau­ben woll­ten, dass die Sit­ten- und Mo­ral­ver­bo­te, denen wir selbst ge­hor­chen, in ihrem Wesen eine Ver­wandt­schaft mit die­sem pri­mi­ti­ven Tabu haben könn­ten und dass die Auf­klä­rung des Tabu ein Licht auf den dun­keln Ur­sprung un­se­res ei­ge­nen ‚ka­te­go­ri­schen Im­pe­ra­tivs‘ zu wer­fen ver­möch­te.“

In der Frage nach der psy­cho­lo­gi­schen Ge­ne­se des­sen also, was nicht nur in der eu­ro­päi­schen Phi­lo­so­phie der Auf­klä­rung mit zum höchs­ten der Kul­turi­dea­le ge­rech­net wer­den darf, dem ka­te­go­ri­schen Im­pe­ra­tiv der Kant­schen Ver­nunft- bzw. Mo­ral­phi­lo­so­phie, macht Freud eine „Ver­wandt­schaft“ mit dem „pri­mi­ti­ven Tabu“ aus. „Weit davon ent­fernt also dem eu­ro­päi­schen Men­schen eine zen­tra­le Stel­lung sei­ner Kul­tur unter allen an­de­ren Kul­tu­ren zu at­tes­tie­ren, schreibt Totem und Tabu jene Krän­kung [ge­meint ist die drit­te, streng ge­nom­men, vier­te der Mensch­heit nach Ko­per­ni­kus, Dar­win und Marx; P.W.] mit den Mit­teln der Eth­no­psy­cho­ana­ly­se fort. Kränkt die in­di­vi­du­el­le Psy­cho­ana­ly­se das Sub­jekt durch Kon­fron­ta­ti­on mit des­sen in­ne­rem Aus­land, […] also dem Un­be­wuss­ten, kränkt der eth­no­psy­cho­ana­ly­ti­sche An­satz von Totem und Tabu die Zi­vi­li­sier­ten, re­spek­ti­ve die Eu­ro­pä­er, indem er ihnen vor Augen führt, wie­viel sie mit den Wil­den, jenen Be­woh­nern des äu­ße­ren Aus­lands, ge­mein haben.“ (5)

So­we­nig also wie die Psy­cho­ana­ly­se ka­te­go­risch in krank und ge­sund trennt, so­we­nig pos­tu­liert sie einen ka­te­go­ri­schen, son­dern bloß gra­du­el­len Un­ter­schied zwi­schen den Wil­den, Pri­mi­ti­ven und den „zi­vi­li­sier­ten Völ­kern“. Und ge­ra­de weil sie damit gemäß dem la­ten­ten Ge­schichts­op­ti­mis­mus in Totem und Tabu an der auf­klä­re­ri­schen Vor­stel­lung der einen Mensch­heit und ihrer einen Ge­schich­te fest­hält, re­gis­triert sie auch den hier­ar­chi­schen Ab­stand eben­die­ser „zi­vi­li­sier­ten Völ­ker“ zu den „tief­ste­hen­den Kul­tu­ren“. (6) Aber, und das ist zu­gleich das selbst­re­fle­xi­ve Pro­gramm einer Dia­lek­tik der Auf­klä­rung vor dem Zi­vi­li­sa­ti­ons­schwund, sie ist von einer er­heb­li­chen Skep­sis ge­tra­gen hin­sicht­lich der Re­sis­tenz­kraft eben die­ser „zi­vi­li­sier­ten Völ­ker“ gegen die zu­neh­men­de Kul­tur­feind­schaft, d.h. die mas­sen­psy­cho­lo­gi­schen Re­gres­sio­nen, wie sie kurz nach Ver­öf­fent­li­chung der Schrift im ers­ten Welt­krieg, im völ­ki­schen Wahn der Deut­schen und der dar­aus re­sul­tie­ren­den Ver­nich­tung und ge­gen­wär­tig im po­li­ti­schen Islam sich dann auch ma­ni­fes­tier­ten.

Freuds Rede von der Mög­lich­keit einer den Kul­tur­pro­zess stets be­glei­ten­den und wo­mög­lich un­ter­mi­nie­ren­den Re­gres­si­on, wo­nach das ein­zel­ne In­di­vi­du­um wie auch kol­lek­ti­ve Grup­pen je­der­zeit auf einen his­to­risch be­reits über­wun­de­nen, frü­he­ren nar­ziss­ti­schen Ent­wick­lungs­stand zu­rück­fal­len kön­nen, der sich durch ma­gi­sches Wunsch­den­ken, phan­tas­ti­sche Ver­ken­nung der Rea­li­tät, All­macht der Ge­dan­ken, also Pa­ra­noia, aus­zeich­net, im­pli­ziert zu­gleich not­wen­dig immer ihren Ge­gen­be­griff: den des Fort­schritts. Und damit, was so­wohl in­di­vi­du­ell als „nor­ma­le“ Sub­jekt­wer­dung bzw. wenn diese mas­siv ge­stört wird, als Ziel einer er­folg­rei­chen psy­cho­ana­ly­ti­schen The­ra­pie, wie auch kol­lek­tiv für ge­lin­gen­de Kul­tur­ent­wick­lung zu gel­ten hätte: die Be­fä­hi­gung zur kri­ti­schen Selbst­be­sin­nung, zur rea­lis­ti­schen Ur­teils-, Lie­bes- und Ar­beits­fä­hig­keit, kurz: die (Wie­der-)Her­stel­lung von Reife und Au­to­no­mie. (7)

Aus den Augen, aus dem Sinn

Dass Freud hier Onto- wie Phy­lo­ge­ne­se par­al­lel führt bzw. in­ein­an­der über­setzt, hat den Zweck, dar­zu­le­gen, wie pre­kär so­wohl ge­sell­schaft­li­cher Fort­schritt, etwa die Ver­mitt­lung der Herr­schaft durch das Recht (8), als auch in­di­vi­du­el­le Rei­fungs­pro­zes­se hin zu einer er­sehn­ten Stär­kung bzw. Rei­fung des Ichs bis­lang ge­blie­ben sind und an­ge­sichts der Über­macht ob­jek­ti­ver ge­sell­schaft­li­cher Ver­hält­nis­se, denen das In­di­vi­du­um ziem­lich schutz- und hilf­los, im der­zeit bes­ten Fall als Ar­beits­kraft­be­häl­ter bloß funk­tio­nal an­ge­hängt ist, auch blei­ben müs­sen. Wenn man Freuds On­to­lo­gie des fal­schen Zu­stands, sei­nen ahis­to­ri­schen, funk­tio­na­len Be­griff der bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft (9), in der Par­ti­al- und All­ge­mein­in­ter­es­se als be­reits ver­söhnt un­ter­stellt wer­den, wes­halb er auch un­um­wun­den ein han­deln­des Kol­lek­tiv­sub­jekt der Gat­tung un­ter­stellt, nicht teilt, gilt es den­noch, die kri­ti­schen Ein­sich­ten der Psy­cho­ana­ly­se und die Po­ten­zen, die sie auch bei Freud auf­weist, gegen man­che Be­schrän­kung ihres Au­tors zu wen­den, was die Kri­ti­sche Theo­rie, vor allem bei Ador­no und Mar­cu­se, dann ja auch getan hat.

Wenn man­che heute im Wes­ten aber zu­neh­mend eine „hei­li­ge Scheu“ – so Freuds Über­set­zung des po­ly­ne­si­schen Wor­tes Tabu – an den Tag legen, des Ho­lo­causts zu ge­den­ken, wäh­rend sie sich gleich­zei­tig über die Bar­ba­rei der­je­ni­gen aus­schwei­gen, die die­sen zu wie­der­ho­len sich an­schi­cken, oder wie die Gen­der-Pro­fes­so­rin Antje Lann Horn­scheidt von der HU in Ber­lin, die ma­gi­sches Den­ken mit Wis­sen­schaft ver­wech­selt, nicht als Mann oder Frau, son­dern als „ver­ehr­tx Profx“ an­ge­spro­chen wer­den wol­len (10), dann wären diese bi­zar­ren Phä­no­me­ne samt der ihnen un­ter­leg­ten Theo­ri­en vor dem Hin­ter­grund der dy­na­mi­schen Ein­sich­ten Freuds als klas­si­scher Fall einer den Tabus und Zwangs­hand­lun­gen zu­grun­de­lie­gen­den in­fan­ti­len Ge­fühls­am­bi­va­lenz auf­zu­fas­sen. Denn of­fen­sicht­lich an die­sen „Ich mache mir die Welt, wie sie mir ge­fällt“-In­fan­ti­lis­men ist, dass hier ein pri­mi­ti­ves Ver­mei­dungs­ver­hal­ten am Werk ist, das alle Züge ma­gi­schen Den­kens trägt, setzt es doch kon­se­quent psy­cho­lo­gi­sche Ge­set­ze an die Stel­le na­tür­li­cher.

Und zwar in­so­fern, als sich in der Wei­ge­rung, reale Sach­ver­hal­te auch nur aus­zu­spre­chen, das „Haupt- und Kern­ver­bot bei der Neu­ro­se“ of­fen­bart, das, wie beim Tabu auch, die Be­rüh­rung um­fasst, wor­aus sich sein Name „Be­rüh­rungs­angst, délire de tou­cher“ ab­lei­tet. Freud macht dar­auf auf­merk­sam, dass der Be­deu­tungs­um­fang die­ser Be­rüh­rungs­angst auch den der „über­tra­ge­nen Rede“ an­neh­men kann, im Sinne von „in Be­rüh­rung kom­men.“ Die „Ge­dan­ken­be­rüh­rung“ wird aus die­sem Grund wie auch der un­mit­tel­ba­re, leib­li­che Kon­takt per­hor­res­ziert. Wie klei­ne Kin­der also, die sich ver­steckt zu haben glau­ben, wenn sie sich nur die Augen zu­hal­ten, glau­ben die zwang­haf­ten bri­ti­schen Stu­den­ten oder auch die deut­schx fe­mi­nis­ti­schx Sprach­kämpfx, einen Bei­trag zur Be­kämp­fung des Bösen, in ihren Augen also des Wes­tens oder der He­te­ro­nor­ma­ti­vi­tät zu leis­ten, indem sie be­stimm­te Sprach­hand­lun­gen un­ter­las­sen, so als ob die Fak­ten, die his­to­ri­sche Wahr­heit oder auch das bio­lo­gi­sche Ge­schlecht erst mit ihrer Be­nen­nung in die Welt kämen.

Wenn es also stimmt, was Freud sagt, dass es nahe liegt „die Hoch­schät­zun­gen und Über­schät­zun­gen der psy­chi­schen Ak­tio­nen bei den Neu­ro­ti­kern und Pri­mi­ti­ven in Be­zie­hung zum Nar­ziss­mus zu brin­gen und sie als we­sent­li­ches Teil­stück des­sel­ben auf­zu­fas­sen“, wir also „im Nach­weis der All­macht der Ge­dan­ken bei den Pri­mi­ti­ven ein Zeug­nis für den Nar­ziss­mus er­bli­cken dür­fen, so kön­nen wir den Ver­such wagen, die Ent­wick­lungs­stu­fen der mensch­li­chen Welt­an­schau­ung mit den Sta­di­en der li­bi­di­nö­sen Ent­wick­lung des Ein­zel­nen in Ver­gleich zu zie­hen. Es ent­spricht dann zeit­lich wie in­halt­lich die ani­mis­ti­sche Phase dem Nar­ziss­mus, die re­li­giö­se Phase jener Stufe der Ob­jekt­fin­dung, wel­che durch die Bin­dung an die El­tern cha­rak­te­ri­siert ist, und die wis­sen­schaft­li­che Phase hat ihr vol­les Ge­gen­stück in jenem Rei­fe­zu­stand des In­di­vi­du­ums, wel­cher auf das Lust­prin­zip ver­zich­tet hat und unter An­pas­sung an die Rea­li­tät sein Ob­jekt in der Au­ßen­welt sucht.“ (11)

Na­tür­lich ist die Ein­tei­lung der Mensch­heits­ge­schich­te dem Drei-Sta­di­en-Ge­setz des Po­si­ti­vis­mus Au­gus­te Com­tes (12) ab­ge­schaut und re­flek­tiert of­fen­kun­dig das li­nea­re Fort­schritts­mo­dell der Auf­klä­rung des selbst­be­wuss­ten, re­vo­lu­tio­nä­ren Bür­ger­tums Frank­reichs. Aber im Ge­gen­satz zum Po­si­ti­vis­mus weiß Freud, dass die frü­he­ren Stu­fen nicht ein für al­le­mal über­wun­den wur­den, son­dern eine stets prä­sen­te Vir­tua­li­tät be­hal­ten – mit den be­kann­ten ka­ta­stro­phi­schen Kon­se­quen­zen. In Zei­ten des phan­tas­ti­schen Stur­zes des Po­si­ti­vis­mus käme es des­halb zu­nächst dar­auf an, die be­wusst­sein­s­un­ab­hän­gi­ge, reale Au­ßen- bzw. Ob­jekt­welt vor den il­lu­sio­nä­ren Wunsch­phan­ta­si­en kol­lek­tiv re­gre­die­ren­der Nar­ziss­ten zu ret­ten. (13)

Get real

Das reife, ma­te­ria­lis­ti­sche Mo­ment, wo­nach Wis­sen­schaft erst ein­setzt, wenn man ein­ge­se­hen hat, dass man die Welt nicht kennt und darum nach Wegen su­chen muss, um sie ken­nen­zu­ler­nen, dass man also nach wirk­li­chen, nicht vor­ge­stell­ten Kau­sa­li­tä­ten in den Na­tur­wis­sen­schaf­ten, Ge­schichts­wis­sen­schaf­ten, der Me­di­zin, der Psy­cho­lo­gie oder So­zio­lo­gie fahn­den muss, um sich bes­ten­falls einen kri­ti­schen Be­griff von In­di­vi­du­um und Ge­sell­schaft ma­chen zu kön­nen, um Wege zu fin­den, das pe­ren­nie­ren­de Lei­den ab­zu­schaf­fen oder we­nigs­tens zu mi­ni­mie­ren, gerät zu­neh­mend auch unter Be­schuss einer post­mo­der­nen Ge­gen­auf­klä­rung, einer so­zia­len De­kon­struk­ti­on bzw. ge­nau­er: De­struk­ti­on der Wis­sen­schaft mit üblen Kon­se­quen­zen. Und zwar in ers­ter Linie für die post­ko­lo­nia­len Sub­al­ter­nen, für deren vor­geb­li­che Ret­tung vor dem im­pe­ria­lis­ti­schen und eu­ro­zen­tri­schen Wes­ten der ganze ob­sku­ran­tis­ti­sche Ho­kus­po­kus über­haupt erst er­fun­den wurde.

Meera Nanda, eine in­zwi­schen in den USA le­ben­de, ganz und gar an­ti­im­pe­ria­lis­tisch ge­sinn­te Mo­le­ku­lar­bio­lo­gin und Wis­sen­schafts­au­to­rin aus In­di­en, der man im­mer­hin zu­gu­te­hal­ten muss, dass sie an den Vor­aus­set­zun­gen des Den­kens (14) ri­go­ros fest­hält, hat 1997 in einem Ar­ti­kel (15) für das mar­xis­ti­sche US-Jour­nal Month­ly Re­view her­aus­ge­ar­bei­tet, wie die Ideo­lo­ge­me west­li­cher, post­mo­der­ner, so­zi­al-kon­struk­ti­vis­ti­scher An­ti-Wis­sen­schaft zwar welt­weit wir­ken, im kon­kre­ten Bei­spiel aber durch so­ge­nann­te neo-gan­dhia­ni­sche „in­di­ge­ne Wis­sen­schafts­be­we­gun­gen“, die sich aus den Hin­du­na­tio­na­lis­ten der BJP (16) re­kru­tie­ren, auf­ge­grif­fen wer­den. Diese brin­gen be­haup­te­te kul­tu­rel­le Ei­gen­hei­ten gegen Be­mü­hun­gen um eine ver­nünf­ti­ge Un­ter­rich­tung in den länd­li­chen Ge­bie­ten und ur­ba­nen Slums In­di­ens durch die peop­le’s sci­ence mo­ve­ments (17) in An­schlag.

Deren Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen „brin­gen die Bil­dung in den mo­der­nen wis­sen­schaft­li­chen Vor­stel­lun­gen, vor allem denen, die aus der mo­der­nen ,west­li­chen‘ Bio­lo­gie stam­men, voran […] Evo­lu­ti­ons­theo­rie, die Ge­set­ze der Phy­sik nach New­ton und be­zie­hen diese auf das All­tags­le­ben der Men­schen unter Zu­r­hil­fe­nah­me aller ver­füg­ba­ren kul­tu­rel­len Mit­tel: über Klas­sen­räu­me, bis hin zu Kunst­märk­ten, Lie­dern, Stra­ßen­eck­en­thea­tern und Wis­sen­schafts­pro­zes­sio­nen“. Bei­spie­le die­ser Bil­dungs­tä­tig­keit um­fas­sen As­tro­no­mie­kur­se, die die Lauf­bahn eines der Erde na­he­kom­men­den Ko­me­ten er­klä­ren oder sol­che, die über einen Pa­ra­si­ten auf­klä­ren, der eine na­tio­na­le Panik hin­sicht­lich eines „Flu­ches“, der auf grü­nem Ge­mü­se liege, aus­lös­te.

Die in­di­ge­nen Ge­gen­be­we­gun­gen auf der an­de­ren Seite, die die in­di­sche Le­bens­wei­se (18), also re­li­giö­sen Ob­sku­ran­tis­mus, Kas­ten­sys­tem und Un­ter­jo­chung der Frau­en, kon­ser­vie­ren wol­len, stem­men sich ve­he­ment gegen diese Un­ter­neh­mun­gen und „er­schaf­fen voll­kom­men neue Wis­sen­schaf­ten, in denen selbst die Na­tur­ge­set­ze un­ter­schied­lich sind, da sie ihre Le­gi­ti­mie­rung als Tat­sa­chen aus einer Welt­sicht ab­lei­ten, die or­ga­nisch und au­then­tisch auf den ,way of life‘ der Men­schen be­zo­gen ist, die in die­sen Ge­sell­schaf­ten leben.“ So haben bei­spiels­wei­se hin­du­is­ti­sche „re­vi­va­list par­ties“ in den Bun­des­staa­ten, in denen sie an die Macht kamen, die mo­der­ne Ma­the­ma­tik durch eine „of­fen­sicht­lich fal­sche Ver­si­on ,Ve­di­scher Ma­the­ma­tik’“ er­setzt. Wie un­schwer zu be­mer­ken, zählt das Nicht- bzw. Fal­sch­rech­nen­kön­nen si­cher­lich nicht zu den bes­ten Vor­aus­set­zun­gen für mit­tel­lo­se in­di­sche Sub­al­ter­ne, um sich den bru­ta­len Zwän­gen des Welt­mark­tes stel­len zu kön­nen bzw. zu müs­sen.

Ge­mein sind den in­disch-in­di­ge­nen wie auch den west­lich-so­zi­al-kon­struk­ti­vis­ti­schen Ideo­lo­gen für Volks­ver­dum­mung je­den­falls die we­sent­li­chen An­nah­men des „Strong Pro­gram­me“ der So­zio­lo­gie der Wis­sen­schaf­ten nach David Bloor und Barry Bar­nes (19): „dass die phy­si­sche ‚Wirk­lich­keit‘ nicht we­ni­ger als die so­zia­le ‚Wirk­lich­keit‘ im Grun­de ein so­zia­les und lin­gu­is­ti­sches Kon­strukt ist; dass wis­sen­schaft­li­ches ‚Wis­sen‘, weit davon ent­fernt ob­jek­tiv zu sein, die do­mi­nan­ten Ideo­lo­gi­en und Macht­be­zie­hun­gen der Kul­tur re­flek­tiert und ver­schlüs­selt, die es her­vor­ge­bracht hat; dass die Wahr­heits­an­sprü­che der Wis­sen­schaft in­hä­rent theo­rie­ge­la­den sind und dass der Dis­kurs der sci­en­ti­fic com­mu­ni­ty, trotz sei­nes un­be­streit­ba­ren Werts, kei­nen pri­vi­le­gier­ten epis­te­mo­lo­gi­schen Sta­tus be­an­spru­chen kann im Hin­blick auf die ge­gen­he­ge­mo­nia­len Nar­ra­ti­ve, die von dis­si­den­ten oder mar­gi­na­li­sier­ten Ge­mein­schaf­ten aus­ge­hen.“ (20)

Oder um die­sen Quatsch mit den Wor­ten der Kul­tur­psy­cho­lo­gen Ken­neth und Mary Ger­gen (21) zu­zu­spit­zen: „Es gibt keine be­son­de­re Kon­fi­gu­ra­ti­on von Wor­ten oder Sät­zen, die in ein­zig­ar­ti­ger Weise mit dem ver­bun­den ist, was wir ent­we­der die Welt ‚da drau­ßen‘ oder ‚hier drin­nen‘ nen­nen. Wir mögen wün­schen darin über­ein­zu­stim­men, dass ‚etwas exis­tiert‘, aber was auch immer ‚exis­tiert‘, stellt keine An­sprü­che an die Kon­fi­gu­ra­ti­on der Pho­ne­me oder Sätze, die Men­schen ge­brau­chen, um dar­über zu spre­chen. Aus die­sem Grund ent­zie­hen wir jeder Per­son oder Grup­pe das Pri­vi­leg einen über­le­ge­nen Wis­sens­an­spruch be­züg­lich des­sen, was exis­tiert, zu er­he­ben. Im Hin­blick auf die Wahr­heit (einer Pas­sung von Wort und Welt) oder Ver­nunft (das Ar­ran­ge­ment der Wör­ter selbst), kann keine Wis­sen­schaft, Re­li­gi­on, Phi­lo­so­phie, po­li­ti­sche Par­tei oder an­de­re Grup­pe ul­ti­ma­te Über­le­gen­heit be­an­spru­chen. Po­si­ti­ver aus­ge­drückt: ‚Die Welt kon­trol­liert nicht, was wir aus ihr ma­chen.’“ (22)

„Die Welt kon­trol­liert nicht, was wir aus ihr ma­chen“ – Pippi Lang­strumpf käme si­cher­lich zu kei­nen an­de­ren Schlüs­sen. Re­sul­tat die­ser ma­gi­schen kos­mi­schen Har­mo­nie ist in­des­sen, kon­se­quent zu Ende ge­dacht, dass es kei­nen Un­ter­schied zwi­schen dem Wahn und sei­ner Kri­tik, zwi­schen Himm­ler und Ador­no, mehr gibt bzw. geben kann. Die An­nah­me etwa, dass die Juden die Welt re­gie­ren, wes­we­gen man alle Ge­walt auf­bie­ten, um diese „Ge­gen­ras­se“ zu ver­nich­ten, und dabei selbst na­tür­lich „an­stän­dig“ blei­ben muss, ist hier­nach eine Sicht­wei­se, die ge­nau­so „gül­tig“ wie ihr Ge­gen­teil ist. Womit dann al­ler­dings auch das Kon­zept des „gül­tig seins“, d.h. der Gel­tung, und dem, was daran hängt, also Spra­che, Logik und Wahr­heit jeg­li­chen Sinn ver­lie­ren. Das Den­ken zer­stört sich mit den Mit­teln des Den­kens selbst.

Und das hat Tra­di­ti­on; man werfe nur einen Blick in Die deut­sche Ideo­lo­gie, Mar­xens Aus­ein­an­der­set­zung mit Max Stir­ner und den deut­schen So­zia­lis­ten, oder auf die Idea­lis­ten der deut­schen, po­li­ti­schen Ro­man­tik wie Her­der und Kon­sor­ten. Diese hat­ten, wor­auf Alain Fin­kiel­kraut ein­mal hin­ge­wie­sen hat, be­reits der Phi­lo­so­phie der Auf­klä­rung vor­ge­wor­fen, sich ar­ro­gant im Geist über das Sein zu er­he­ben, an­statt de­mü­tig an­zu­er­ken­nen, dass „es“, also der Volks­geist, immer schon in uns bzw. uns denkt. Diese Nie­der­la­ge des Den­kens, so der Titel sei­nes Es­says, wird heute zwar ein wenig post­mo­dern auf­ge­hübscht, der Sache nach aber in­zwi­schen glo­bal fort­ge­führt. Gegen den uni­ver­sa­lis­ti­schen Geist, die Ver­nunft, brin­gen die post­mo­dern ge­stimm­ten Ewig­gest­ri­gen die Sprechor­te, d.h. die Si­tu­iert- sowie Po­si­tio­niert­heit und damit die Per­spek­ti­ven der nicht mehr ur­tei­len­den, aber dafür umso mehr emp­fin­den­den Sub­jek­te in Stel­lung und tra­gen in läs­si­ger Un­be­küm­mert­heit dazu bei, die „Schreie der Re­bel­li­on und des Lei­dens [zu] un­ter­drü­cken, so­bald die Knute [nur] eine be­jahr­te, eine an­ge­stamm­te, eine his­to­ri­sche Knute ist“ (Marx). Wenn man diese Ent­wick­lung als das de­nun­zie­ren will, was sie ist, ein selbst- und fremd­ge­fähr­den­des De­li­ri­um, wird man nicht darum her­um­kom­men, am Pro­jekt der Auf­klä­rung fest­zu­hal­ten und immer wie­der zu be­to­nen, dass, wie der dä­ni­sche Se­mio­ti­ker Fre­de­rik Stjern­felt ein­mal la­pi­dar fest­ge­hal­ten hat, „[d]ie Feier des mensch­li­chen Op­fers, des Krie­ges, der Stei­ni­gun­gen und des Ab­schnei­dens von Hän­den [und Köp­fen, P.W.] [nicht] ein Wert­maß­stab und das Stre­ben nach Kunst, Wis­sen­schaft und De­mo­kra­tie ein an­de­rer [ist], wobei es un­mög­lich [sei] zu be­haup­ten, dass der eine dem an­de­ren über­le­gen ist.“ (23)

Hilfloser Humanismus

Freuds in Die Zu­kunft einer Il­lu­si­on ge­äu­ßer­ter, zag­haf­ter Hoff­nung auf eine „Er­zie­hung zur Rea­li­tät“ sind damit Gren­zen ge­setzt, die ge­sell­schaft­li­cher, nicht in­di­vi­du­el­ler Natur sind. Auch wenn er das Pro­blem – die Kul­tur­feind­schaft auf­grund ir­ra­tio­na­ler Trie­bop­fer – rea­lis­tisch be­stimmt (24), zieht er je­doch die fal­schen, weil eli­tä­ren Schlüs­se. Be­reits in sei­ner vor dem ers­ten Welt­krieg ver­öf­fent­lich­ten Schrift Die zu­künf­ti­gen Chan­cen der psy­cho­ana­ly­ti­schen The­ra­pie ar­ti­ku­liert Freud, wor­auf Jo­hann Au­gust Schü­lein in sei­ner Stu­die auf­merk­sam macht, „tie­fe­re Ein­sich­ten in die ge­sell­schaft­li­che Wirk­lich­keit als jedes form­al­de­mo­kra­ti­sche Aus­ge­hen vom sog. ‚mün­di­gen Bür­ger’“ (25). Dort schreibt Freud tref­fend: „Über die Be­deu­tung der Au­to­ri­tät brau­che ich Ihnen nicht viel zu sagen. Die we­nigs­ten Kul­tur­men­schen sind fähig, ohne An­leh­nung an an­de­re zu exis­tie­ren oder auch nur ein selb­stän­di­ges Ur­teil zu fäl­len. Die Au­to­ri­täts­sucht und in­ne­re Halt­lo­sig­keit der Men­schen kön­nen Sie sich nicht arg genug vor­stel­len.“ (26)

Spä­ter, in Die Zu­kunft einer Il­lu­si­on, äu­ßert er sich hin­sicht­lich der Schick­sals­fra­ge der Mensch­heit, „ob und wie­weit es ge­lingt, die Last der den Men­schen auf­er­leg­ten Trie­bop­fer zu ver­rin­gern, sie mit den eben­so ver­blei­ben­den zu ver­söh­nen und dafür zu ent­schä­di­gen“ dann auch fol­gen­der­ma­ßen: „Nur durch den Ein­fluss vor­bild­li­cher In­di­vi­du­en, die sie [ge­meint sind die Mas­sen, P.W.] als ihre Füh­rer an­er­ken­nen, sind sie zu den Ar­beits­leis­tun­gen und Ent­sa­gun­gen zu be­we­gen, auf wel­che der Be­stand der Kul­tur an­ge­wie­sen ist.“ Freud be­wegt sich somit im Teu­fels­kreis einer selbst ge­schaf­fe­nen An­ti­no­mie: denn wie soll es ge­lin­gen, „die kul­tur­feind­li­che Mehr­heit von heute zu einer Min­der­heit her­ab­zu­drü­cken“ (27), wenn das Heil­mit­tel da­ge­gen doch von An­fang an zu­gleich die Ur­sa­che der Kul­tur­feind­schaft war, der Teu­fel also mit dem Beel­ze­bub aus­ge­trie­ben wer­den soll?

So ra­tio­nal Ador­nos Ein­sicht auch ist, der von Freud als Exis­ten­ti­al pos­tu­lier­ten Le­bens­not bzw. Anan­ke, die „heute in ihrer ge­sell­schaft­li­chen Ge­stalt als über­holt durch­sich­tig wird“ (28), von Freud aber nicht ge­sell­schaft­lich ge­dacht und damit – ganz der Bür­ger – zum Schick­sal hy­post­asiert wird, wie folgt zu be­geg­nen: „Wird je­doch in einer Ge­sell­schaft, in der Hun­ger an­ge­sichts vor­han­de­ner und of­fen­sicht­lich mög­li­cher Güter­fül­le jetzt und hier ver­meid­bar wäre, gleich­wohl ge­hun­gert, so ver­langt das Ab­schaf­fung des Hun­gers durch Ein­griff in die Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­se“ (29) – so sehr stellt sich aber auch für Ador­no das näm­li­che Di­lem­ma, die ent­schei­den­de Frage nach dem Sub­jekt die­ses Ein­griffs, denn „wäh­rend die Kul­tur zwar miss­lun­gen ist, und miss­lun­gen ist aus ihrer ei­ge­nen Schuld, die an ihr ge­rächt wird, ist die un­mit­tel­ba­re Bar­ba­rei, die durch ihr Miss­lin­gen her­bei­ge­führt wird, dann immer noch das Schlim­me­re. Es ist ein me­ta­phy­si­scher Fehl­schluss, […] dass man des­halb, weil die Kul­tur miss­lun­gen ist, weil sie also das nicht ge­hal­ten hat, was sie ver­spricht; weil sie Frei­heit, weil sie In­di­vi­dua­li­tät, weil sie wahre All­ge­mein­heit den Men­schen vor­ent­hal­ten hat, weil sie also ihrem ei­ge­nen Be­griff nicht ge­nügt hat, dass sie des­halb nun zum alten Eisen zu wer­fen und frisch-fröh­lich durch die zy­ni­sche Her­stel­lung der Macht­ver­hält­nis­se un­mit­tel­bar zu er­set­zen sei. Es ist einer der ge­fähr­lichs­ten Irr­tü­mer […], an­zu­neh­men, dass etwas des­halb, weil es nicht das ist, was es ver­spricht, weil es noch nicht sein ei­ge­ner Be­griff ist, auch schlech­ter sei als das Ge­gen­teil der puren Un­mit­tel­bar­keit, das es zer­stört.“ (30)

Nicht erst um das „Ich“ des Marx­schen Im­pe­ra­tivs, das „ge­schicht­lich erst er­starkt sein [muss], um über die Un­mit­tel­bar­keit des Rea­li­täts­prin­zips hin­aus die Idee des­sen zu kon­zi­pie­ren, was mehr ist als das Sei­en­de“ (31) steht es schlecht, son­dern, wie dar­ge­legt, auch um das, was im Stan­de der Un­frei­heit den Rück­fall in die Bar­ba­rei zu ver­hin­dern hätte; den ein­zi­gen Fort­schritt, den er noch avi­sier­te, und der nicht erst mit dem Ge­no­zid in Ru­an­da aus­ge­blie­ben ist und bis dato aus­bleibt, fass­te er in be­reits er­wähn­ter Vor­le­sung wie folgt: „Ich glau­be, wenn Sie zu­nächst ein­mal unter Fort­schritt den­ken: dass es bes­ser wird, dass keine Angst mehr ist – dann haben Sie ja ge­wiss nicht eine zeit­lo­se und ab­so­lu­te De­fi­ni­ti­on von Fort­schritt, aber doch die kon­kre­te Ge­stalt, in der die­ser Be­griff heute al­len­falls er­schei­nen kann. Denn Fort­schrei­ten heute heißt ja wirk­lich nichts an­de­res, als die to­ta­le Ka­ta­stro­phe ver­mei­den und ver­hin­dern; und ich würde sagen, wenn sie nur ver­hin­dert und ver­mie­den wird, dann ist das ei­gent­lich be­reits der Fort­schritt um das Ganze.“ (32)

Zur Vor­aus­set­zung einer Staats- und Ka­pi­tal­kri­tik, die ihren Namen ver­dient, ge­hört es, nicht von der psy­chi­schen und ideo­lo­gi­schen Ver­fasst­heit der Staats­sub­jek­te zu ab­stra­hie­ren, denn die ge­lin­gen­de Rea­li­sie­rung der ver­söhn­ten Ge­sell­schaft hängt an der Ur­teils­fä­hig­keit rei­fer, nicht pa­thisch pro­ji­zie­ren­der In­di­vi­du­en. Zu die­ser Reife zählt vor allem die il­lu­si­ons­lo­se Be­stands­auf­nah­me der wirk­li­chen Ver­hält­nis­se, die Ab­leh­nung hal­lu­zi­na­to­ri­scher Wunsch­be­frie­di­gun­gen und All­machts­vor­stel­lun­gen. Dass diese nüch­ter­nen, selbst­re­fle­xi­ven Ei­gen­schaf­ten his­to­risch am männ­li­chen bür­ger­li­chen In­di­vi­du­um der Auf­klä­rung ge­won­nen wur­den, spricht nicht gegen diese Ei­gen­schaf­ten, wie es eine phan­tas­ti­sche Pri­vi­le­gi­en- und Auf­klä­rungs­kri­tik ver­kom­me­ner Dis­kurs­lum­pen will, son­dern bloß gegen deren ge­sell­schaft­li­che Par­ti­ku­la­ri­sie­rung. Das also wäre im Kern der Zu­sam­men­hang und Wi­der­spruch von Ge­ne­se und Gel­tung.

Phil­ip­pe Witz­mann (Ba­ha­mas 70/2015)

Anmerkungen:
  1. Ami Ho­ro­witz – Ber­ke­ley stu­dents´ sur­pri­sing re­ac­tion to ISIS and Is­ra­el flags on Cam­pus: https://www.youtube.com/watch?v=kCBINSWCiAE
  2. http://www.haaretz.com/news/world/1.621156 sowie http://tab.co.uk/2014/10/14/nus-refuses-to-condemn-terrorists-because-its-islamophobic/
  3. http://tab.co.uk/2014/10/15/now-vile-su-refuse-to- commemorate-holocaust-because-its-eurocentric-and-colonialist/ und http://www.thetower.org/1206-uk-student-union-votes-against-commemo rating-holocaust/
  4. S. Freud: Totem und Tabu, Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 9, 375.
  5. Vor­trag von Saama Mani: Warum wir frem­de Kul­tu­ren nicht re­spek­tie­ren soll­ten – und un­se­re ei­ge­ne auch nicht, 10. No­vem­ber 2014, Wien. Nach­zu­hö­ren unter: http://m.buechereien.wien.at/de/programm/podcasts/101 Eine Auf­satz­samm­lung mit glei­chem Titel er­scheint die­ser Tage.
  6. Freud: Totem, a.a.O., 315.
  7. „Die Psy­cho­ana­ly­se geht ge­nau­so wie der ge­sun­de Men­schen­ver­stand oder die Phi­lo­so­phie von Plato und Aris­to­te­les bis Di­de­rot davon aus, dass der er­wach­se­ne Mensch eine Viel­zahl von äu­ße­ren Zwän­gen in­ter­na­li­siert hat, die einen in­te­gra­len Be­stand­teil sei­ner Psy­che bil­den. Aus der psy­cho­ana­ly­ti­schen Per­spek­ti­ve hat der er­wach­se­ne Mensch seine Om­ni­po­tenz­phan­ta­si­en auf­ge­ge­ben, hat ak­zep­tiert, dass Wör­ter nicht das mei­nen, was sie nach sei­nem Wil­len mei­nen soll­ten, hat er­kannt, dass es an­de­re Men­schen gibt, deren Wün­sche meis­tens im Ge­gen­satz zu den ei­ge­nen ste­hen usw.“ Was die Psy­cho­ana­ly­se neben Po­li­tik und Päd­ago­gik zu einem „un­mög­li­chen Beruf“ macht, ist, wie Cor­ne­li­us Cas­to­ria­dis in die­sem Zu­sam­men­hang wei­ter aus­führt (Psy­cho­ana­ly­se und Po­li­tik, in: Psy­che, 1996 Heft 09/10, 907 f.) dem Um­stand ge­schul­det, dass die auf die­sen Fel­dern Tä­ti­gen stets eine Au­to­no­mie sup­po­nie­ren bzw. sich die­ser be­die­nen müs­sen, die fak­tisch (noch) nicht be­steht.
  8. Vgl. hier­zu etwa Theo­dor W. Ador­nos Aus­füh­run­gen: „Zu­nächst ein­mal ge­nügt es mir für den Be­griff der Frei­heit – ich meine: der po­li­ti­schen Frei­heit, nicht der Frei­heit des Wil­lens – voll­kom­men an­zu­ge­ben, dass frei ein Zu­stand ist, in dem ich nicht, wenn es um halb sie­ben mor­gens schellt, ver­mu­ten muss, dass ent­we­der die Ge­sta­po oder die GPU oder eine an­de­re ähn­li­che In­sti­tu­ti­on mich ab­füh­ren kann, ohne dass ich das Recht des Ha­be­as Cor­pus da­ge­gen gel­tend ma­chen könn­te.“ (Ador­no: Zur Lehre von der Ge­schich­te und von der Frei­heit, 2006, 197 f.)
  9. Freud fasst das Ver­hält­nis von Kul­tur und Ge­sell­schafts­or­ga­ni­sa­ti­on fol­gen­der­ma­ßen: „Die mensch­li­che Kul­tur ruht auf zwei Stüt­zen, die eine ist die Be­herr­schung der Na­tur­kräf­te, die an­de­re die Be­schrän­kung un­se­rer Trieb­kräf­te. Ge­fes­sel­te Skla­ven tra­gen den Thron der Herr­sche­rin […] Wehe, wenn sie be­freit wür­den; der Thron würde um­ge­wor­fen, die Her­rin mit Füßen ge­tre­ten wer­den. Die Ge­sell­schaft weiß dies und – will nicht, dass davon ge­spro­chen wird. Aber warum nicht? Was könn­te die Er­ör­te­rung scha­den? Die Psy­cho­ana­ly­se hat ja nie­mals der Ent­fes­se­lung un­se­rer ge­mein­schäd­li­chen Trie­be das Wort ge­re­det; im Ge­gen­teil ge­warnt und zur Bes­se­rung ge­ra­ten. Aber die Ge­sell­schaft will von einer Auf­de­ckung die­ser Ver­hält­nis­se nichts hören, weil sie nach mehr als einer Rich­tung ein schlech­tes Ge­wis­sen hat. Sie hat ers­tens ein hohes Ideal an Sitt­lich­keit auf­ge­stellt – Sitt­lich­keit ist Trie­bein­schrän­kung –, des­sen Er­fül­lung sie von allen ihren Mit­glie­dern for­dert, und küm­mert sich nicht darum, wie schwer die­ser Ge­hor­sam dem Ein­zel­nen fal­len mag. Sie ist aber auch nicht so reich oder so gut or­ga­ni­siert, dass sie den Ein­zel­nen für sein Aus­maß an Trieb­ver­zicht ent­spre­chend ent­schä­di­gen kann. Es bleibt also dem In­di­vi­du­um über­las­sen, auf wel­chem Wege es sich ge­nü­gend Kom­pen­sa­ti­on für das ihm auf­er­leg­te Opfer ver­schaf­fen kann, um sein see­li­sches Gleich­ge­wicht zu be­wah­ren. Im gan­zen ist es aber ge­nö­tigt, über sei­nen Stand zu leben, wäh­rend ihn seine un­be­frie­dig­ten Trieb­an­sprü­che die Kul­tur­an­for­de­run­gen als stän­di­gen Druck emp­fin­den las­sen. Somit un­ter­hält die Ge­sell­schaft einen Zu­stand von Kul­tur­heu­che­lei, dem ein Ge­fühl von Un­si­cher­heit und ein Be­dürf­nis zur Seite gehen muss, die un­leug­ba­re La­bi­li­tät durch das Ver­bot der Kri­tik und Dis­kus­si­on zu schüt­zen. […] Die Psy­cho­ana­ly­se deckt die Schwä­chen die­ses Sys­tems auf und rät zur Än­de­rung des­sel­ben. Sie schlägt vor, mit der Stren­ge der Trieb­ver­drän­gung nach­zu­las­sen und dafür der Wahr­haf­tig­keit mehr Raum zu geben […] In­fol­ge die­ser Kri­tik ist die Psy­cho­ana­ly­se als ‚kul­tur­feind­lich‘ emp­fun­den und als ‚so­zia­le Ge­fahr‘ in den Bann getan wor­den. Die­sem Wi­der­stand kann keine ewige Dauer be­schie­den sein; auf die Länge kann sich keine mensch­li­che In­sti­tu­ti­on der Ein­wir­kung ge­recht­fer­tig­ter kri­ti­scher Ein­sicht ent­zie­hen.“ (Ges. Werke XIV, Die Wi­der­stän­de gegen die Psy­cho­ana­ly­se, 106 f.)
  10. An­to­nia Baum: Gen­der­ge­rech­te Spra­che. Sagen Sie bitte Profx zu mir, FAZ 17.11.2014 http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/profx-als-geschlechte rgerechte-sprache-fuer-professoren-13268220.html zu Horn­scheidt im Be­son­de­ren siehe auch mei­nen Ar­ti­kel in Ba­ha­mas 56/2008.
  11. Freud: Totem, a.a.O.
  12. Vgl. Au­gus­te Comte: Die So­zio­lo­gie. Die po­si­ti­ve Phi­lo­so­phie im Aus­zug, Stutt­gart 1974. Com­tes drei Sta­di­en bil­den die „kind­li­che“ Re­li­gi­on, die „jun­gen­haf­te“ Me­ta­phy­sik und schließ­lich die „männ­li­che“ po­si­ti­ve Wis­sen­schaft.
  13. Dass die­ser kri­ti­sche Rea­li­täts­be­zug in der (psy­cho­ana­ly­ti­schen) Wis­sen­schaft durch­aus auch über­schwäng­li­che Züge tra­gen kann, dar­auf mach­te Otto Fe­ni­chel ein­mal auf­merk­sam: „Wir, weder pan­vol­le Säug­lin­ge und Schi­zo­phre­ne noch ani­mis­ti­sche Ok­kul­tis­ten und mys­ti­sche Schwär­mer, wir Lo­gi­ker, wir haben uns im har­ten Kampf das neue Kri­te­ri­um der ‚bw. Rea­li­täts­prü­fung‘ ge­schaf­fen. Und damit uns Leid nicht er­drückt in durch die­ses Kri­te­ri­um be­ding­tem Lust­ver­zicht, einem hohen Lust­lohn die­ses ur­sprüng­li­chen Lust­ver­zichts, eine neue Ethik, die keine an­de­re Auf­ga­be stellt als die: Über Wirk­lich­keit oder Nicht­wirk­lich­keit nur nach Ein­sicht zu ent­schei­den, und als die: Beim ein­mal Er­kann­ten blei­ben, so­lan­ge die Grün­de fort­be­ste­hen, die zur Er­kennt­nis be­wo­gen haben, aber auch immer be­reits sein, alle Grün­de neu zu kri­ti­sie­ren. Diese neue Tu­gend, diese Tu­gend des Er­wach­se­nen und des Über­win­ders alles rei­nen Lust­prin­zips, sie ist es, die nach Nietz­sche „die jüngs­te aller Tu­gen­den ist, die da heißt ‚Red­lich­keit’“. Viel­leicht wird man dies be­den­kend, er­mes­sen, dass der, der Ver­stand über­all hin trägt, wohin über­haupt er sich tra­gen lässt, nicht auf der Flucht ist vor dem Ver­stand­dis­pa­ra­ten, son­dern viel­leicht hei­ßer und wahr­haf­ti­ger darum ringt, als der, der zwei­fels­frei leicht­fer­tig sei­ner In­tui­ti­on Glau­ben schenkt. Dass die Er­wä­gung nicht immer „Nüch­tern­heit“ ist, son­dern manch­mal tie­fe­rer Rausch als der allzu bil­li­ge, den der Ge­dan­ken­lo­se am Ber­ges­gip­fel er­lebt. Dass das Er­leb­nis des lo­gi­schen Den­kens nicht un­hei­li­ger ist als das eines ly­ri­schen Ge­dichts, so dass ich schlie­ßen will, ein Wort Beer-Hoff­manns über die Got­tes­sehn­sucht va­ri­ie­rend: Und näher sei­nem Trone steht mein Has­sen als alle Liebe sei­ner Che­ru­bim.“ (Psy­cho­ana­ly­se und Me­ta­phy­sik. Eine kri­ti­sche Un­ter­su­chung, in: Auf­sät­ze Band I, FfM 1985, 29) Max Hork­hei­mer ist dies­be­züg­lich ganz ähn­li­cher Auf­fas­sung, wenn er in sei­nem Auf­satz Zum Pro­blem der Wahr­heit in der Zeit­schrift für So­zi­al­for­schung IV/1935 etwa schreibt: „Von der Ent­schie­den­heit, mit der die Men­schen aus ihren Er­kennt­nis­sen Kon­se­quen­zen zie­hen, von der Auf­ge­schlos­sen­heit, mit der sie ihre Theo­ri­en der Wirk­lich­keit an­pas­sen und ver­fei­nern, kurz von der kom­pro­miss­lo­sen An­wen­dung der als wahr er­kann­ten Ein­sicht hängt zum gro­ßen Teil Rich­tung und Aus­gang der ge­schicht­li­chen Kämp­fe ab. […] Nicht ‚die‘ Ge­schich­te be­sorgt die Kor­rek­tur und wei­te­re Be­stim­mung der Wahr­heit, so dass nun das er­ken­nen­de Sub­jekt aus dem Be­wusst­sein her­aus, dass auch seine dif­fe­ren­zier­te Wahr­heit, wel­che die an­de­ren auf­ge­ho­ben in sich ent­hält, nicht die ganze sei, bloß zu­zu­se­hen brauch­te, son­dern die Wahr­heit wird vor­wärts­ge­trie­ben, indem die Men­schen, die sie haben, un­beug­sam zu ihr ste­hen, sie an­wen­den und durch­set­zen, ihr gemäß han­deln, sie gegen alle Wi­der­stän­de aus zu­rück­ge­blie­be­nen, be­schränk­ten, ein­sei­ti­gen Stand­punk­ten zur Macht brin­gen. Der Pro­zess der Er­kennt­nis schließt eben­so­sehr das reale ge­schicht­li­che Wol­len und Han­deln wie das Er­fah­ren und Be­grei­fen ein. Die­ses kann ohne jenes gar nicht vor­wärts­kom­men. […] Nietz­sche hat ge­sagt, eine große Wahr­heit ‚will kri­ti­siert, nicht an­ge­be­tet sein‘. Dies gilt für die Wahr­heit über­haupt. Er hätte hin­zu­fü­gen kön­nen, dass zur Kri­tik nicht bloß das ne­ga­ti­ve skep­ti­sche Mo­ment, son­dern eben­so­sehr die in­ne­re Un­ab­hän­gig­keit [also die an­ge­streb­te Reife bzw. Au­to­no­mie, die der Freud­schen Psy­cho­ana­ly­se vor­schwebt, P.W.] ge­hört, das Wahre nicht fal­len zu las­sen, son­dern in sei­ner An­wen­dung fest zu blei­ben, wenn­gleich es ein­mal ver­ge­hen mag. Zum Pro­zess der Er­kennt­nis ge­hört beim In­di­vi­du­um nicht bloß In­tel­li­genz, son­dern auch Cha­rak­ter und bei einer Grup­pe nicht bloß An­pas­sung an die wan­deln­de Rea­li­tät, son­dern die Kraft, ihre ei­ge­nen An­sich­ten und Ideen zu be­haup­ten und durch­zu­set­zen.“
  14. Als da wären, auf der Ob­jekt­sei­te: die Exis­tenz einer geis­tun­ab­hän­gi­gen Welt, die für den mensch­li­chen Geist er­kenn­ba­re Qua­li­tä­ten, Struk­tu­ren und Kau­sa­li­tä­ten auf­weist, sowie auf der Sub­jekt­sei­te: das allen Men­schen glei­cher­ma­ßen zur Ver­fü­gung ste­hen­de Ver­mö­gen der (einen, un­teil­ba­ren) Ver­nunft.
  15. Meera Nanda: Cau­tio­na­ry Tales from the Third World. Against so­ci­al De(con)struc­tion of Sci­ence, Month­ly Re­view März 1997, 1–20. Kurz­ver­si­on, nach der im Fol­gen­den auch zi­tiert wird, on­line unter: https://www.andrew.cmu.edu/course/76-101AA/readings/nanda.htm
  16. Bha­ra­tiya Ja­na­ta Party ist eine in­di­schen Hin­du-Volks­par­tei und stellt ge­gen­wär­tig die Re­gie­rung.
  17. Etwa der „Ke­ra­la Sas­tra Sa­hi­tya Pa­ris­had (KSSP) with 40,000 ac­tive mem­bers and ne­ar­ly 1500 sci­ence clubs in small towns and vil­la­ges in the state of Ke­ra­la. There are many other sci­ence-ba­sed, con­scious­ness rai­sing groups, some of them re­co­gni­zed na­tio­nal­ly for their in­no­va­ti­ve edu­ca­tio­nal me­thods in sci­ence, es­pe­cial­ly the cen­tral-In­dia based Ekla­vya and the now clo­sed Kis­hore Bha­ra­ti, which in 1972 for­med the nu­cleus of the Hos­han­ga­bad Sci­ence Teaching Pro­gram (HSTP), a pro­gram that has now spre­ad to more than 500 schools.“
  18. Über den Ver­bre­cher Gan­dhi ist in die­ser Zeit­schrift von Peter Sie­mio­nek in der Nr. 53/2007 be­reits alles Nö­ti­ge zu­sam­men­ge­tra­gen wor­den. Ver­blüf­fend ist, dass selbst eine hart­ge­sot­te­ne An­ti­im­pe­ria­lis­tin wie Arund­ha­ti „blame the West“ Roy in jüngs­ter Zeit auch am Hei­li­gen­schein die­ses Na­tio­nal­hel­den mas­siv kratzt. So hat sie bspw. das Vor­wort zu dem letz­tes Jahr bei Verso neu auf­ge­leg­ten sehr le­sens­wer­ten und wich­ti­gen Buch An­ni­hilati­on of Caste von B.R. Am­bed­kar ge­schrie­ben, dem his­to­ri­schen Ge­gen­spie­ler Gan­dhis, der mit der Schrift 1936 das Kas­ten­sys­tem und den Hin­du­is­mus scharf at­ta­ckiert hat. Siehe in die­sem Zu­sam­men­hang bspw. auch ihren Ar­ti­kel hier: http://www.prospectmagazine.co.uk/features/indias-shame
  19. Bar­nes, B., D. Bloor, and J. Henry: Sci­en­ti­fic Know­ledge: A So­cio­lo­gi­cal Ana­ly­sis, Chi­ca­go 1996.
  20. Es kann durch­aus vor­kom­men, dass ver­schie­de­ne Theo­ri­en zu einem ge­ge­be­nen Zeit­punkt um die Be­schrei­bung und Er­klä­rung des­sel­ben Phä­no­men­be­reichs kon­kur­rie­ren, doch wird sich auf lange Sicht die­je­ni­ge durch­set­zen, die über eine grö­ße­re Er­klä­rungs­tie­fe als die kon­kur­rie­ren­den ver­fügt, also er­klä­ren kann, warum an­de­re Theo­ri­en die fal­schen An­nah­men ma­chen, die sie ma­chen, oder wes­halb diese auch zu den ent­spre­chen­den fal­schen Schluß­fol­ge­run­gen kom­men, zu denen sie kom­men. Mar­xens Kri­tik des Fe­ti­schis­mus, der der bür­ger­li­chen klas­si­schen als auch neo-klas­si­schen Öko­no­mie­theo­rie sowie dem hand­lungs­an­lei­ten­den All­tags­be­wusst­sein der Men­schen un­ter­liegt, ist hier bes­tes Bei­spiel. In die glei­che Rich­tung zielt auch eine Be­mer­kung Al­bert Ein­steins: „The de­ve­lop­ment of phy­sics has shown that at any given mo­ment, out of all con­ceiva­ble con­struc­tions, a sin­gle one has al­ways pro­ved its­elf de­ci­ded­ly su­pe­ri­or to all the rest. No­bo­dy who has re­al­ly gone de­eply into the mat­ter will deny that in prac­tice the world of pheno­me­na uni­que­ly de­ter­mi­nes the theo­re­ti­cal sys­tem, in spite of the fact that there is no lo­gi­cal bridge bet­ween pheno­me­na and their theo­re­ti­cal prin­ci­ples. […] Can we ever hope to find the right way? Nay, more, has the right way any exis­tence outs­ide our il­lu­si­ons? […] I an­s­wer wi­thout he­si­ta­ti­on that there is, in my opi­ni­on, a right way and that we are ca­pa­ble of fin­ding it.“ (Ein­stein: Ideas and Opi­ni­ons, New York 1954, 226, 274, zit. nach Carl Rat­ner: Macro Cul­tu­ral Psy­cho­lo­gy. A po­li­ti­cal phi­lo­so­phy of mind, Ox­ford/New York 2012, 79)
  21. K. Ger­gen/M. Ger­gen: Toward a cul­tu­ral con­struc­tio­nist psy­cho­lo­gy. In M. Hil­de­brand-Nils­hon, C.W. Kim, D. Pa­pa­do­pou­los (Hg.): Kul­tur (in) der Psy­cho­lo­gie: über das Aben­teu­er der Kul­tur in der psy­cho­lo­gi­schen Theo­ri­en­bil­dung. Hei­del­berg, 2002, 47–64.
  22. Ger­gen/Ger­gen 2002, 51 zit. nach Rat­ner 2012, 35 f.
  23. Fre­de­rik Stjern­felt: Se­cu­la­rism is a Fun­da­men­ta­lism! The Back­ground to a Pro­ble­ma­tic Claim, In Telos 148 (Fall 2009)
  24. „Man hat mit der Tat­sa­che zu rech­nen, dass bei allen Men­schen de­struk­ti­ve, also an­ti­so­zia­le und an­ti­kul­tu­rel­le Ten­den­zen vor­han­den sind und dass diese bei einer gro­ßen An­zahl von Per­so­nen stark genug sind, um ihr Ver­hal­ten in der Ge­sell­schaft zu be­stim­men. Die­ser psy­cho­lo­gi­schen Tat­sa­che kommt eine ent­schei­den­de Be­deu­tung für die Be­ur­tei­lung der mensch­li­chen Kul­tur zu. Konn­te man zu­nächst mei­nen, das We­sent­li­che an die­ser sei die Be­herr­schung der Natur zur Ge­win­nung von Le­bens­gü­tern und die ihr dro­hen­den Ge­fah­ren lie­ßen sich durch eine zweck­mä­ßi­ge Ver­tei­lung der­sel­ben unter den Men­schen be­tei­li­gen, so scheint jetzt das Schwer­ge­wicht vom Ma­te­ri­el­len weg auf’s See­li­sche ver­legt. Es wird ent­schei­dend, ob und in­wie­weit es ge­lingt, die Last der den Men­schen auf­er­leg­ten Trie­bop­fer zu ver­rin­gern, sie mit den not­wen­dig ver­blei­ben­den zu ver­söh­nen und dafür zu ent­schä­di­gen.“ (Die Zu­kunft einer Il­lu­si­on, 328)
  25. J.A. Schü­lein: Das Ge­sell­schafts­bild der Freud­schen Theo­rie, Frank­furt 1975, 173.
  26. Freud: Ges. Werke VIII, 109
  27. Freud: Die Zukunft.einer Il­lu­si­on, Ges. Werke, XIV, 328 f. bzw. 330.
  28. T.W. Ador­no: Ve­blens An­griff auf die Kul­tur, 1977, Ges. Schrif­ten 10.2, 95
  29. Ders.: Ein­lei­tung zum Po­si­ti­vis­mus­streit, 1969, Ges. Schrif­ten 8, 347. Das Pro­blem ist näm­lich nicht ein zu­viel, son­dern ein zu­we­nig an Ra­tio­na­li­tät (im Sinne eines In­ter­es­ses aller), wes­halb es Hork­hei­mer und Ador­no auch darum ging, alle Ar­gu­men­te der Ge­gen­auf­klä­rung zur Stär­kung der Auf­klä­rung zu ver­wen­den: „Die Dia­lek­tik der Auf­klä­rung, die in der Tat den Preis des Fort­schritts, all das Ver­der­ben mit­be­nen­nen muss, das Ra­tio­na­li­tät als fort­schrei­ten­de Na­tur­be­herr­schung be­rei­tet, wird ge­wis­ser­ma­ßen zu früh ab­ge­bro­chen, nach dem Mo­dell eines Zu­stands, des­sen blin­de Ge­schlos­sen­heit den Aus­weg zu ver­sper­ren scheint. Krampf­haft, wil­lent­lich wird ver­kannt, dass das Zu­viel an Ra­tio­na­li­tät, über das zumal die Bil­dungs­schicht klagt und das sie in Be­grif­fen wie Me­cha­ni­sie­rung, Ato­mi­sie­rung, gern auch Ver­mas­sung re­gis­triert, ein Zu­we­nig an Ra­tio­na­li­tät ist.“ (Ver­nunft und Of­fen­ba­rung, Ges. Schrif­ten 10.2, 611)
  30. T.W. Ador­no: Me­ta­phy­sik. Be­griff und Pro­ble­me, FfM 2006 [1965], 200
  31. Ders.: Ne­ga­ti­ve Dia­lek­tik, Ges. Schrif­ten 6, 1966, 389
  32. Ders.: Zur Lehre von der Ge­schich­te und von der Frei­heit, Frank­furt 2006, 202
http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web70-3.html

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Peter Schmidt, Präsident des DAV, 13. Juli 2015 http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/

Invasion der Einfältigen

Sie kennen das sicher. Von Betriebsfeiern, von Familienfesten. Zu später Stunde, vollalkoholisiert, werden Sie plötzlich von dieser Gefühlssülze übergossen, die Sie schon immer so eklig fanden. Dieses lauwarm Gefühlte, von dem Sie wissen, dass es so verlogen ist wie unabwendbar. Und Sie möchten nur noch nach Hause.

In gleicher Weise werden wir tagtäglich behelligt und penetriert von einem Moralkartell: schrecklich unausgelastete Menschen, die tagein, tagaus die Medien und das Netz durchforsten nach einem Satz, einem Wort, das sich der Deutungshoheit dieser Narren widersetzt. Es kommt diesen Zensoren bei ihren täglichen Kontrollgängen sehr entgegen, dass sie von konkretem Wissen weitgehend unbelastet und völlig humorbefreit sind. Eine Psychostruktur, die allen Lageraufsehern zu Eigen ist und dazu beiträgt, den Aufenthalt in Zwangslagern so unerfreulich zu machen.

In einem solchen intellektuellen Zwangslager leben wir zwischenzeitlich. Interessanterweise errichten es gerade diejenigen, die inflationär Begriffe wie „Vielfalt“ – gerne im Zusammenhang mit „Kultur“ und „Toleranz“ – abspulen, auch schon mal als „Diversity“ und natürlich der immer gern genommenen „Multikulturalität“. Und die immer „achtsam sind“ und „total wertschätzend“.

Gelebte „Vielfalt“ – sollte man meinen – bedeutet, dass abseits des eigenen Kanons jede Menge anderer und gegenteiliger Ansichten geäußert werden dürfen. Schließlich wäre es genau dies, was eine Gesellschaft „bunt“ und lebendig hält.

Nicht so, wenn Einfältige bestimmen, was vielfältig sein darf. Weil ihnen Freiheit zuwider ist, ahnden sie humor- und gnadenlos jeden Verstoß gegen das, was sie als moralischen Maßstab diktieren. Was den Horden vergangener Tage der Stürmer war, ist den heutigen der Shit-Storm. Der Shit-Storm heißt Shit-Storm, weil die Stürmer Shit absondern. Und genau wie bei ihren Vorgängern bleibt danach eine eklige braune Schicht zurück.

Das krude Rechtsverständnis der Shit-StürmerInnen ist hinlänglich bekannt. Dieter Nuhrs kabarettistischer Hinweis auf die speziell griechische Auslegung von Kreditverträgen konnte natürlich nicht geliked werden. Zum einen, weil der kalte Kapitalismus nicht durchkommen darf mit dem herzlosen Eintreiben verliehenen Geldes. Noch mehr aber, weil den StürmerInnen – die nicht selten in selbstdefinierten Rechtsräumen leben: besetzten Häusern oder unter Vollbetreuung durch Staatsknete – schon der Abschluss eines Baukredites als Fraternisierung mit dem Schweinesystem undenkbar wäre. Es wäre so bürgerlich wie all diejenigen, die sie verachten, und von denen sie so gut leben. Das Leben ungezählter „Autonomer“ beweist ja hinlänglich: Geld fließt auch ohne Verpflichtungen.

Das immer gleiche und vorhersehbare Geflenne und Gegreine des Moralkartells ist eine Farce nicht weniger als das erbärmliche Bild, dass die Entscheider auf allen Seiten in der Griechenland-Frage abgegeben haben. Aber es ist wie bei jedem noch so mittelmäßigen Zirkus: Solange das Publikum nicht mit den Füssen abstimmt, wenn statt des Clowns nur ein Hanswurst auftritt, solange wird eben weiter gespielt.

Und dann kommt es wie erlebt: Am Ende der Aufführung stürmen Liliputaner die Manege.

http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/2015_07_13_dav_aktuelles_invasion-der-einfaeltigen.html

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Siehe auch:

L’Allemagne est malade!

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

Die Anordnungen des Personals sind unter allen Umständen zu befolgen!

Arrêtez la psychanalyse allemande! Vivez la psychanalyse freudienne à nouveau!

refuse-service

The best therapy is the knowledge

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

Атеисты всех стран, соединяйтесь!

„И жить торопиться, и чувствовать спешит“ –

Цитата из стихотворения П.А. Вяземского Первый снег (1822). Поставлена А.С. Пушкиным эпиграфом к 1-й главе Евгения Онегина

„Wir wollen schnell leben und eilig empfinden“

(Übersetzung: JSB). Zitat aus einem Gedicht von P.A.Vjazemskij Erster Schnee (1822). Verwendet von A.S.Puschkin in erstem Kapitel von Eugen Onegin (1833).

Вместо диалектики наступила жизнь, и в сознании должно было выработаться что-то совершенно другое.“ – Преступление и наказание (Федор Достоевский)“

Statt der Dialektik erfolgte das Leben, und das Bewußtsein mußte es verarbeiten, das es etwas ganz anderes ist.“ – Verbrechen und Strafe (Fjodor Dostojewski)“ (Übersetzung JSB.)

Die Erkenntnis ist kein fertiges Ding, sondern ein dialektischer Prozeß, in dem eine neue Erkenntnis nur durch Negation und Aufhebung einer bestehenden Erkenntnis gebildet werden kann. Die gegenwärtige Gesellschaft und vor allem ihre selbsternannten „Eliten“ verhindern, diffamieren und bekämpfen andere als gerade herrschende, etablierte Meinungen und verwandeln damit lebendige Erkenntnis in eine tote, verdinglichte Ideologie, die damit vom Wissen zum Unwissen, zum Fetisch wird. Das gilt für alle institutionalisierten lediglich eigene Macht selbst akkumulierenden Bürokratien, die Politik, die Wissenschaft, die Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse und andere.

Die Psychoanalyse muß sich hüten, erbaulich sein zu wollen.

Nicht die Flutwelle der Ankömmlinge, sondern die hier Ansäßigen sind traumatisiert.

„Der Nationalsozialismus lebt nach, und bis heute wissen wir nicht, ob bloß als Gespenst dessen, was so monströs war, daß es am eigenen Tode noch nicht starb; oder ob es gar nicht erst zum Tode kam; ob die Bereitschaft zum Unsäglichen fortwest in den Menschen wie in den Verhältnissen, die sie umklammern.“ (Theodor W. Adorno, 1959)

Deutsche neigen zur Wahnbildung einer „Willkommenskultur“ zwecks Angstverdrängung ihres schwachen ICHs angesichts des Islamofaschismus, ihr Autoritärer Charakter (Adorno) erträgt Ambivalenzen nicht.

Der Mensch ist ein Text, der eine wie von Marcel Proust, der andere wie aus der Apotheker Umschau.  In einer Beziehung wird immer ein Buch geschrieben, ein Gedicht, ein Essay, eine Erzählung, ein Roman, ein Polizeiprotokoll, eine Bankbillanz, ein Einkaufszettel, eine Notiz – je nachdem. Liebe ist Hermeneutik, beide Texte gemeinsam zu lesen und gegenseitig in Einem mieinander  weiterzuschreiben. Sex ist dabei die Typografie und das Papier, das Aussehen das Cover, die Illustrationen.

Der Mensch ist ein sich aus sich selbst heraus fortschreibender (eo ipso) Text, und Psychoanalyse (falls sie eine solche ist)  ist Hermeneutik dieses Textes, im psychoanalytischen Prozeß wird der Text verstanden und unter Mitwirkung des Analytikers vom Analysanden weitergeschrieben, weitergestaltet.

»Die Sprache ist [.] ein Werkstück, und jeder kann auf sie draufhauen« (Elfriede Jelinek)

In seinem Vortrag „Marxismus und Dichtung“, gelesen 1935 auf dem Congrès pour la Défense de la Culture in Paris, schreibt Bloch, dass im sozialistischen Denken als dem einzig orientierenden, mancher marxistischer Dichter meint, „…er sei durch die Kälte dieser Berührung behindert. Das Innen kommt nicht gut dabei weg, das Gefühl und die sorgsame Lust, es zu sagen, werden nicht immer zur Kenntnis genommen. Jede Blume gilt dann als Lüge, und der Verstand scheint nur als trocken, oder, wenn er Saft hat nur als Säure erlaubt.“[1]

[1] [1] Ernst Bloch: Literarische Aufsätze.  Frankfurt a.  Main 1985, S.  138.

Wer keine Lebensfreude hat, der hat Moral.

Deutschland ist eins der am meisten, wenn nicht das am meinsten durchtherapierte Land der Welt, Psychotherapie, Selbsterfahrung, Coaching, psychologische Seminare überall, vom Flüchtling bis Bankvorstand. Deutschland ist das Land der Betreuten und der Betreuer, der Behandelten und der Behandler, der Patienten und ihrer Therapeuten. Kein Wunder, daß auch in der Politik Deutschland die Rolle eines Psychotherapeuten für den Rest der Welt, für ihren Patienten, beansprucht. Nach so viel Psychotherapie müssten Deutsche die Vernünftigsten, die Mutigsten und die Zufriedensten in der Welt sein, anstatt die Irrationalsten, die Ängstlichsten und die Unzufriedensten. Wieso ist es so?

Es ist so, weil Deutsche Selbsterkenntnis mit Selbstsucht und Tiefsinnigkeit mit Selbstbezogenheit verwechseln und was sie für Psychotherapie und Selbsterkenntnis halten, lediglich eine Bestärkung eigener narzistischer Opferrolle ist, mit Erklärungen, daß für das eigene Schicksal nur andere verantwortlich, also schuldig seien, vorwiegend die Mutter, der Kapitalismus, die Amerikaner und die Juden (Israel, Zionisten). Reflektion niergendwo, überall nur Beschuldigungs- und Betreuungsindustrie. Das ist, was Deutsche für Psychotherapie halten, das ist die herrschende Psychokratie in Deutschland, ein Werkzeug der Volksverdummung. Nirgendwo Aufklärung, nirgendwo Reflektion, die Unwissenheit ist Stärke, rot-rot-grüner Anton Reiser überall, Theodor Wiesengrund nirgends mehr.

Man ist das, was man in der Welt wahrnimmt und in seinem Leben macht. Wer sich mit sich selbst beschäftigt, beschäftigt sich mit gar nichts, außer daß man sein narzisstisches Selbst aufbläst.

Wenn 1.000.000 Menschen an ein Kalb mit 3 Köpfen glauben , dann nennt man es Religion, wenn 10.000 Menschen an ein Kalb mit 3 Köpfen glauben, dann nennt man es eine Sekte, wenn 1 Mensch an ein Kalb mit 3 Köpfen glaubt , dann nennt man es Paranoia.

Die Linken und Grünen sind heute der Staat, sie feiern sich selbst und ihre Politik unter den knatternden Fahnen. Der Protest der Jugend kommt deswegen von Rechts.

Da die Herrschenden heute sich Links und Grün nennen, kann Opposition nur Rechts heißen.

Zur Psychoanalyse, psychoanalytischer Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierter (psychoanalytisch orientierter) Psychotherapie gehören als zentrales Thema gesellschaftliche Probleme. Es geht nicht immer nur um die Mutterbrust,
sondern auch um Konflikte in der Gesellschaft, in der der Mensch lebt und von der er formiert und deformiert wird.

Die real existierende Psychoanalyse in Deutschland ist ein politisch korrekter institutionalisierter Kastrat, der jedes konflikthafte Thema meidet, verhindert, zensiert, kontroverse Psychoanalytiker mundtot macht. Was Carl Müller-Braunschweig, Felix Boehm, Schultz-Hencke, Ernest Jones eingebrockt und Annemarie Luise Christine Dührssen für die nächsten 1000 Jahre dingfest festgebacken hat, ist für die Katze. „Zwar war Freuds Psychologie des Unbewußten längst von deutschen Mandarinen »verwissenschaftlicht« und die Psychoanalytische Bewegung durch Hitlers Terror zum Stillstand gebracht worden. Doch auch in den aktuellen Theorie- und Praxis-Gestalten der reimportierten, medizinalisierten und konventionalisierten Psychoanalyse glomm noch der Funke der Freudschen Ideologiekritik.“ – (Helmut Dahmer, In: Konkret 02/92, S. 52.)
Die Medizinalisierung und Technokratisierung der Psychoanalyse machte sie zum toten Ding, zum Fetisch im saturierten Strukturalismus, der weder die Postmoderne noch den Dekonstruktivismus erfahren hat.

Ich haben nach vielen Auseinandersetzung mit der herrschenden Psychokratie verstanden: das Psychokraten-Racket präsentiert sich aktuell als selbstveredelte Omertà mit Enigma-Chiffriermaschine und Vertuschungshoheit, Verschweigeprivileg, Bemäntelungsbefugnis, Lizenz zum Retouchieren, Zensieren, Relativieren. Aufdeckende Methoden in der Psychotherapie sind damit verbannt und werden bald verboten. Nihil novi sub sole. Unwissenheit ist Stärke.

Rackets – nach Adorno mafiaartige bürorkatische alienähnliche selbt machtakkumulierende Verwaltunsorgane, mächtiger als Kapitalismus.

Die Welt ist nicht von Oberlehrern geschaffen. Ihr wesentliches Element ist das noch ungelebte Wirkliche. – Ernst Bloch

 Materialismus ist, die Welt ohne vorgefaßte idealistische (religiöse) Schrullen zu betrachten.

Die stärkste alles beherrschende, selbstakkumulierende Macht ist nicht mehr der Kapitalismus, sondern die Bürokratie, die Rackets der Verwaltung.

Islam ist eine gewaltverherrlichende faschistische menschenverachtende Antikultur

Die Natur macht das Ei und das Kind, Gott macht den Hahn und den Mann.

„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert,
es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ – Karl Marx

Der Bescheidene weiß bescheid.

Deutsche erkennen die Verkommenheit der Ankommenden nicht, weil sie die Eigene verdrängen. Das macht Angst.

Intelligenz und Charakter sind angeboren, vererbt, wie Augenfarbe, Nase, Füße, usw.

Seit 2001 bestimmt eine einzige Religion die Debatte: Der Islamofaschismus.

Es gibt keinen richtigen Islam im falschen.

Das Gutmenschen-Syndrom : die Gedankenlosigkeit, die Ignoranz, die Heuchelei (Hypokrisie) und die Verleumdungssucht.

Der Blick aufs Leben ist übergegangen in die Ideologie, die darüber betrügt, daß es keines mehr gibt. (Adorno)

Was nicht anfaßbar ist, wird unfaßbar, das Unberühbare wird zum Fetisch.

Der Mensch ist nicht nur ein gesellschaftliches und psychisches Wesen, er ist auch ein natürliches, biotisches Wesen.

Der kategorische Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. (Karl Marx)

Ohne daß die Massen, und zwar gerade wegen ihrer sozialen Integration, ihr gesellschaft­liches Schicksal irgend mehr in der Hand hätten als vor 120 Jahren, entra­ten sie nicht nur der Klassensolidarität, sondern des vollen Bewußtseins dessen, daß sie Objekte, nicht Subjekte des gesellschaftlichen Prozesses sind, den sie doch als Subjekte in Gang halten. (Adorno) Die Beziehung zwischen objektivierten Subjekten und subjektivierten Objekt kennzeichnet die gesellschaftliche Struktur der kapitalistischen Gesellschaft. Aber um das zu begreifen, müsste man das andere Kapital lesen. (Paul Stegemann)

Nur der Tod ist vorhersehbar, das Leben nicht.

Empörungskollektive behindern die Erkenntnis.

CYNIC, n. A blackguard whose faulty vision sees things as they are, not as they ought to be.  – Ambrose Bierce [pseudonym Grile Dod]

Reiche sind Arme mit viel Geld

Deutsche Psychoanalyse verwechselt Leblosigkeit mit Abstinenz und Beziehungslosigkeit mit Sachlichkeit.

Die ersten sechs Generalbundesanwälte der BRD waren sämtlich ehemals Mitglieder der NSDAP.

Wer nicht klar schreiben kann, der kann auch nicht klar denken.

Islam eine totalitäre Ideologie der Unterwerfung, der religiös verbrämten Machtergreifung. Täter sind Muslime, Muslime sind Sympatisanten der Täter.

Dreams unite, ideas divide.

Politik: Widerwertigkeit einer zum Staat gewordenen Kloake.

„Sooft ich eine politische Rede höre oder lese, was die uns Regierenden schreiben, bin ich entsetzt, seit Jahren nichts zu vernehmen, was einen menschlichen Klang hätte. Es sind immer die gleichen Worte, die die gleichen  Lügen berichten. Und daß die Menschen sich damit abfinden, daß der Zorn des Volkes diese Hampelmänner noch nicht zerschmettert hat, ist für mich der Beweis, daß die Menschen ihrer Regierung keinerlei Bedeutung zumessen und daß sie spielen, ja wahrhaftig mit einem ganzen Teil ihres Lebens und ihrer sogenannten lebenswichtigen Interessen spielen.“ – Albert Camus

Für Antisemitismus braucht man keine Juden, man braucht nur Antisemiten.

Jeder ist anders. Wirklich. Einheitliche Front ist eine Illusion, eine Täuschung, eine Lüge.
Konflikte und Koalitionen werden in Masken ausgetragen.
Realität ist anders.
Angela Merkel ist an Andreas-Lubitz-Syndrom erkrankt und fliegt Deutschland gegen die Wand.

„Die Wilden sind nicht bessere Menschen“ – Adorno

Der „autoritäre Charakter“ mit seiner narzisstischen Kränkung und seinem Sado-Masochismus, offenbart eine reaktionäre „Furcht vor der Freiheit“.

Ex Oriente Tenebris

Um Menschen zu verstehen, muß man den Sinn fürs Absurde haben.

Faschismus hat die Seiten gewechselt

„The only reason people do work for airlines is because the Nazi party is no longer hiring.“ –
Die beste Therapie ist das Wissen

Angela Merkel in BILD-Zeitung, 29. November 2004 auf die Frage, welche Empfindungen Deutschland in ihr weckt: „Ich denke an dichte Fenster! Kein anderes Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen.“

„Wenn ein Truthahn nach tausend Tagen geschlachtet wird, erscheint der Todestag dem Truthahn als unvorhersehbar, nicht aber dem Metzger.“ – Nassim Nicholas Taleb

Schnick, Schnack, Schnuck – Schere, Stein, Papier – Extremistan, Mediokristan, Absurdistan

Die FAZ, das intellektuelle Flagschiff der Republik hat sich zu Merkel mit der Breitseite gewendet.
Dummköpfe, in Deutschland „Eliten“ genannt, werden diesen Ausdruck für eine freundliche Geste halten, für eine deutche Übersetzung des „Always Look on the Bright Side of Life“.
In den geistigen Anal-Phabetismus dieser „Eliten“ sind die „Flüchtlinge“ ohne Weiteres integrierbar, einer geht immer noch herein.
„Wart Pac pałaca, a pałac Paca“, sagen dazu die Polen, “ der eine taugt sowenig wie der andere“.
Steht doch diesem Staat eine Frau ohne Eigenschaften vor, die den von Robert Musil beschriebenen Zerfall kurz vor 1914 (huch, was war denn da?) repräsentiert und betreibt.

„Das deutsche Volk kann Revolution machen nur noch gegen sich selbst.“ – Ulrich Sonnemann

„Weil das Notwendige nicht getan werden will, eröffnet sich der Spielplatz der Selbstverwirklichung; wem Vernunft als dogmatisch gilt, der hat jedenfalls Verstand genug, seine Halluzinationen auf Punkt und Komma zum totalen System der Sozialreform auszuarbeiten. Die materialistische Kritik hatte zwar 1848 versucht, sich einen Überblick zu verschaffen, denn „Ökonomisten, Philantrophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter“ wetteiferten schon damals darum, den „wahren“ deutschen Sozialismus (der besten, größten, stärksten in der Welt Philantropie, nämlich der deutschen, à la Merkel) auf Touren zu bringen.“ – Joachim Bruhn

»Kann sein«, fuhr er in seiner Schilderung der Zukunft Österreichs fort, »daß uns, wenn wir mit den Türken Krieg führen, die Deutschen in den Rücken falln, weil die Deutschen und die Türken zusammenhalten. Wir können uns aber mit Frankreich verbünden, das seit dem Jahr einundsiebzig auf Deutschland schlecht zu sprechen is. Und schon wirds gehn. Es wird Krieg geben, mehr sag ich euch nicht.« – sagte Schwejk.

„Es gibt doch tatsächlich eine verständige Definition der Widervernunft als solcher, statt den Massenmord als den irren Versuch scharfsinniger Rindviecher zu entziffern, die paradoxe, an sich selbst unbegreifliche Identität des Kapitals als automatisches Subjekt zu liquidieren und es als fixe Qualität zu verdinglichen, als Versuch daher des volksgemeinschaftlichen Mordkollektivs, das Kapital als naturale Eigenschaft sich einzuverleiben, d.h. das „Geldrätsel“ zu lösen, indem man G — G‘ (Geld macht Geld Anm.JSB) zum Wesen des Deutschtums erhob. Weil das Mordkollektiv vom Wahn inspiriert war, in der jüdischen „Gegenrasse“ sei das Geheimnis endlos gelingender Akkumulation quasi genetisch inkorporiert, so daß es des kollektiven Raubmords bedürfe, dieses Geheimnis den Juden aus dem Leib zu reißen und den Deutschen einzuverleiben, weil es ihre negative Utopie ausmacht, sich in den „Kapitalfetisch“ zu verwandeln und sich selbst als „reiner Automat“69 darzustellen: daher konnte der Versuch, das „Tausendjährige Reich“ der definitiven Abschaffung aller Vermittlung und der Selbstdarstellung des Deutschtums als des automatischen Fetischs schlechthin nur in der barbarischen Einheit von Verstandesdiktatur und Apokalypse münden.
Der Nationalsozialismus war in dieser Perspektive „nichts anderes als“ der Versuch des Subjekts, sich selbst zu rassifizieren, um das Kapital unmittelbar als natürliche „Eigenschaft“ sich anzueignen, d.h. sein „Naturrecht“ auf die so endlos wie krisenfrei gelingende Akkumulation zu verwirklichen : eben das ist der (ja, auch: Lust-) Gewinn, den das Kollektiv aus Verfolgungswahn und Massenmord einstrich. Das war die Geschichte des Nationalsozialismus als Produktionsverhältnis, das ist der Grund dafür, daß die Deutschen nie deutscher waren als am 9. Mai 1945, daß sie seitdem die absolute Transzendenz ihrer Geschichte niemals werden vergessen können, bis endlich die „Emanzipation der Deutschen zu Menschen“(Marx) doch noch revolutionär gelingen möge. Es ist diese Überbietung jedweder Vermittlung im Mord an den Juden, die seitdem „aufgearbeitet“, bzw. voller Sehnsucht rekapituliert wird. Der öffentliche ,Diskurs‘ über den NS gleicht nicht nur einer nicht enden wollenden Trauerrede — wenn etwa die FAZ jammert, Hitler habe „das Selbstbewußtsein der einfachen Menschen gestärkt und seine Arbeitsleistung gewürdigt. Der Sinn für das Allgemeinwohl, dessen Träger der Staat ist, wurde wieder geweckt.“ — , sondern dieser ‚Diskurs‘ ist nichts anders als die Selbstdressur in die doch noch gelingen mögende Erfüllung des Hitlerschen Vermächtnisses. Es ist sein „Politisches Testament“ vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem „internationalen Judentum und seinen Helfern“ den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, daß in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß „die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden.“ Die restlose Verschmelzung der Individuen als Körper mit ihrer gesellschaftlichen Subjektfunktion hat stattgefunden, die deutsche Utopie war schon einmal Wirklichkeit gewesen: das ist der Grund für das allseits festgestellte Ausbleiben einer jeden Panik und Hysterie in der größten Krise des Kapitals seit 1929, der Grund auch dafür, das die konformistischen Revolteure etwa der Bewegung gegen das Stuttgarter Bahnhofsgrab selig identisch und zur Melodie von „Freude, schöner Götterfunken“ singen können: „Wir sind das Volk, wir sind das Geld.“ Das Urvertrauen in den Souverän ist ungebrochen (wenn nur diese Regierung nicht wäre!). (…) Der Warenhüter, das (juristische) Subjekt, in die Antinomie von Bourgeois und Citoyen, deren Synthese der Souverän in der Gestalt negativer Versöhnung ist, wie sie zuerst in der Form des Soldaten erscheint: kasernierte Mordenergie, bedingungslose Bereitschaft zum Töten und Getötetwerden, damit die Dezision (Entscheidung Anm.JSB) über Leben und Tod in letzter Instanz. (…) Im Normalzustand der Akkumulation ist der Souverän als Bedingung der Möglichkeit der Existenz von Staatsapparaten unsichtbar. Aber die Souveränität als reines Verhältnis von Befehl und Kommando, als die bedingungslose Pflicht zum Opfer und als unbedingte Freiheit zum Morden, wie sie im allgemeinen Menschen präsent ist, tritt in der großen Krise hinter den Staatsapparaten hervor und aus ihnen heraus, hebt die Gewaltenteilung auf und setzt sich absolut als „frei aus sich selbst Anfangendes“, als so ableitungs- und begründungs- wie rechtfertigungsloses „Ich will.“ (Hegel)
Die Begriff des Nationalsozialismus ist demnach, d.h., wie ihn auch der Materialist Johann Georg Elser praktisch zu fassen suchte, in der Perspektive zu entwickeln, daß Hitler als Erscheinung des allgemeinen Deutschen, als der Souverän, hinter den Staatsapparaten hervortrat und als Person unmittelbar alles, was deutsch ist, verkörperte. Darin nun konvergieren die Kritik der politischen Ökonomie und gewisse Einsichten der Psychiatrie, denn eine barbarische Gesellschaft kann nur von einem Subjekt repräsentiert und ausagiert werden, das seiner psychischen Konstitution zufolge nichts anderes als ist als eben: die negative Aufhebung des Subjekts, d.h.: ein Barbar sondergleichen.  (…) Die Gestalt des unmittelbar allgemeinen Deutschen, der in einer Person inkarnierten Souveränität, ist der archimedische Punkt, zu dessen Begriff die materialistische Kritik dringend ihrer Belehrung durch Psychiatrie und Psychoanalyse bedarf. (…)
In der Konsequenz der unmittelbaren Erscheinung des allgemeinen Deutschen erblüht ein grandioses Verschmelzungserlebnis von Masse und Macht: das Glück vermittlungsloser Identität in der verkehrten Gesellschaft. Es ist, „als ob“ die Utopie des wahren deutschen Sozialismus, „man könne allen Waren den Stempel unmittelbarer Austauschbarkeit aufdrücken“, d.h. „alle Katholiken zu Päpsten machen‘, sich in der Volksgemeinschaft realisiert hat. Das Verhältnis von Volk und Führer mündet, je intensiver der Mordwille sich ausagiert, in zwar geborgter, gleichwohl fugenloser Identität, zumindest solange, wie auch nur ein Jude noch am Leben ist und die Jagd weitergehen darf bzw.: muß. (Darum ist Israel den Deutschen Verheißung und Schrecken zugleich, eben: „Das letzte Tabu deutscher Außenpolitik“90, d.h. Objekt von Angstlust par excellence.) Der Nazifaschismus war ein Traum — das ist der Profit, den Babi Jar und Treblinka den Deutschen abgeworfen haben, denn im Massenmord hatten sie sich die absolute Transzendenz einmal schon angeeignet. Die gern beschwatzte „Unfähigkeit zu trauern“ gründet darin, daß man die Verschmelzung niemals wird vergessen können und den Staat als den Garanten sine qua non ihrer möglichen Wiederkehr versteht, d.h. als Versprechen. Es ist die Hoffnung auf das organisierte Pogrom, was gegen Panik immun macht.
Das bedeutet nicht, daß dem System des erst pazifizierten, dann oberflächlich parlamentarisierten Wahns der deutschen Ideologie keine bemerkenswerten Einsichten in die Zukunft der Krise möglich sind, auch wenn dessen Lautsprecher nicht wissen, was sie denken, bevor sie hören, was sie sagen oder lesen, was sie schreiben — so der FAZ-Kolumnist Frank Schirrmacher, der, mutmaßlich den Einflüsterungen Dietmar Daths erlegen, dies zu bedenken gibt: „Wer meint, daß die aktuelle Vernichtung des Grundvertrauens in die Rationalität ökonomischen Handelns ohne Folgen bleibt, wird sich spätestens bei den nächsten Wahlen enttäuscht sehen. Über Nacht ist die Welt des Geldes fiktionalisiert worden. Die Flucht in die Verstaatlichung, die von den Banken selbst angeführt wird ist der Bankrott der Metaphysik des Marktes.“ So verständig schreibt kein „Neues Deutschland“. Und weiter: „Jetzt, da völlige Unklarheit darüber herrscht, was ist und was nicht ist, kann nur der Staat noch dezisionistisch darüber verfügen, daß etwas und nicht vielmehr nichts existiert.“ Noch ist nicht von Juden, sondern vom Geldwert die Rede, aber jeder weiß, was gemeint ist, nämlich die Erklärung des obersten Volkswirts in der Wolfsschanze. In derlei traumwandlerischen, aber zielsicheren Inszenierungen des Staatlichkeitswahns wird die sehnsüchtige Erinnerung an wie die tätige Hoffnung auf das (neuerliche) Erscheinen des unmittelbar allgemeinen Deutschen beschworen, denn wenn schon die aktuellen „Notstandsgesetze“ nichts weniger bedeuten als eine „Revolution von oben“ — wo ist dann der Kyffhäuser, wo wartet der authentisch deutsche Revolutionär? Es ist diese unheimliche Sehnsucht, die die Linkspartei mit der Rechtspartei trotz aller, oberflächlich betrachtet, verschiedener Terminologie lange schon eint, bevor sie nun, im sich warmlaufenden „Extremismus der Mitte“, zur Volksfront sich finden werden, zugleich der Grund dafür, warum ein ausgemachter Prä-Faschist wie der „Professor für BWL an der FH Worms“, Max Otte, den Horst Köhler und die Sarah Wagenknecht in einem Atemzug und fürs haarscharf Gleiche loben kann, für deren Programm „Werden Sie ,Volkskapitalist‘!“ und für ihren Appell: „Gebt das Geld in unsere Hände!„93 Denn wer, wenn nicht wir, ist das Geld? (…) Der Traum der deutschen Ideologie ist die Verwandlung der Volksgenossen in die lebendige Münze. In diesen Verschmelzungsphantasien läuft sich die neuerliche Transformation des bürgerlichen wie des proletarischen Besitzindividuums langsam warm in das, was Johann Most treffend die „Eigentumsbestie“94 genannt hat, d.h. die selbstbewußt zynische Verschmelzung der Individuen als homogene Subjekte mit der Akkumulation. Die gesellschaftliche Mitte, d.h. der Angelpunkt der falschen Gesellschaft wie der Nullpunkt ihres Bewußtseins zugleich, hat längst G — G‘ als ihr Naturrecht proklamiert und sinnt jetzt auf Rache dafür, daß niemand „den echten Wert der Bilanzen“‚ kennt. Denn, so Marx, „in dem zinstragenden Kapital ist die Vorstellung vom Kapitalfetisch vollendet, die Vorstellung, die dem … Geld die Kraft zuschreibt, durch eine eingeborene geheime Qualität, als reiner Automat, in geometrischer Progression Mehrwert zu erzeugen, so daß es … allen Reichtum dieser Welt für alle Zeiten als ihm von Rechts wegen gehörig und zufallend schon längst diskontiert hat.“96 Das ist die historische Mission der Eigentumsbestie, daß es den Fetischismus und die Naturalisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse nicht länger, wie es der akademische Marxismus glauben machen möchte, als die nur historische „zweite Natur“, d.h. bloße Kulisse und Simulation des „als ob“ dulden mag, sondern als die erste, rassische Qualität des Deutschtums setzen und sich einverleiben will.
„Aller Reichtum dieser Welt für alle Zeiten“, und dies von Staats und „von Rechts wegen“, sagt Marx, d.h. eben: das tausendjährige Reich glücklich gelingender Akkumulation im endlich doch noch vollbrachten Endsieg vollendeter Selbstrassifizierung.  (…) Wo alle darum kämpfen, ein kleines Licht in einer großen Finsternis zu sein, wo ein jeder seine Utopie „vorlebt“, da treibt man sich gegenseitig in die allgemeine Umnachtung und hat sein Spaßvergnügen dabei 
“ – Joachim Bruhn

„Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv.“ – Max Horkheimer/Theodor W. Adorno

Der Mensch ist nur noch eine staatsnotwendige Fiktion und als solche ist er das natürliche Material des Staates, der homogenisierte Lehm, der gelehmte Homo, aus dem die Staatspyramiden entstehen.

Zum Lernen muß man alleine sein. Wer nicht alleine sein kann, kann nicht lernen. Beziehuhngssüchtige, die ständig in Gruppen sein wollen, die ständig Kontakte suchen, auch elektronisch, im Internet, Handy, Kneipe, in sonstigen Gemeinschaften, Communities, werden zu Loosern, wenn sie es nicht bereits sind. Der Mensch ist ein Idividuum, er will jedoch lieber wie ein Regenwurm in einem Wurmhaufen vegetieren. Wo ein Wir ist, verschwindet das Ich. Aber nur ein Ich kann denken, das Wir kann lediglich fühlen, wie Würmer, die nur aus Bäuchen bestehen. Dann gibt es eine Volksgemeinschaft, die nicht denken kann, aber auf ihr Bauchgefühl stolz ist. Die Folge vom Bauchgefühl ist, was hinten herauskommt. Und darauf, was hinten herauskommt sagt der Deutsche, kommt es ja an. Und hinten kommt bestenfalls nur heiße Luft und Scheiße heraus.

“I think it’s very healthy to spend time alone. You need to know how to be alone and not be defined by another person.” ― Oscar Wilde

Das Leben: zum Teil Freiheit, zum Teil Sicherheit
Totale Freiheit, totale Sicherheit bringen nur den Tod.

„Nie waren die Deutschen deutscher als am 9. Mai 1945, und deshalb war der Nazi-Fa­schismus keine Enthüllung und keine Offenbarung, sondern ein Produktionsverhältnis im durchschlagendsten Sinne: die Produktion der Barbarei als einer qualitativ neuen, dem Kapital im doppelten Sinne des Wortes entsprungenen Gesellschaftlichkeit. Der Antisemitismus er­schöpft sich keineswegs ,schon‘ darin, eine Verfolgungs- und Vernichtungspraxis zu initiieren, d.h. die sog. „Endlösung“, sondern er war zugleich die Produktion des Deutschen an und für sich, d.h. die Transformation der Bevölkerung in das deutsche Volk, d.h. dessen tatsächliche Enderlösung. Die entscheidende Frage ist also, was eigentlich das Mordkollektiv davon gehabt hat, was sein Movens war, die Tat zu begehen, und wie es sich selber begierig, lustvoll und lei­denschaftlich in der Verfolgung und Ermordung der Juden als etwas substantiell Neues konsti­tuiert hat — und wie das, was schließlich konstituiert worden ist, in der Gegenwart als die zum „Tausendjährigen Reich“ noch fehlenden 988 Jahre fortwest und die Bedingung der Möglich­keit dessen ist, daß die Krise, wie sie seit Jahren in den schwarzen Messen des nationalökono -mischen Okkultismus abgefeiert wird, von den Landsleuten so überaus gelassen, fast stoisch schon, hingenommen wurde und wird.“ – Joachim Bruhn

Die Kontrolle über die unkontrollierte Masseneinwanderung haben sich Einwanderer erkämpft.

Es gilt die Gesinnung, nicht die Realität«Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus.‘ Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus.» – Ignazio Silone
«Antifa ist die linke Ausprägung des Faschismus. Sie ist also selbst das, was sie vorgibt zu bekämpfen.»

Sklaven träumen nicht davon, freie Menschen, sondern Sklavenhalter zu werden.

„Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.“ – Norbert Bolz

„Die Sprache ist im Guten wie im Schlechten nicht mehr Medium der Erkenntnis, sondern der kulturellen Hegemonie. (..) Wo sich statt Antagonismen Spannungsfelder auftun, hat der Geist bereits kapituliert. (…) Eine Welt, in der alle einander wechselseitig als kompatibel anerkennen und stets »das Gemeinschaftliche im Auge behalten«, kann schwerlich etwas anderes als die Hölle auf Erden sein. (…) Die Beliebigkeit ist also nicht harmlos, sondern hat hier wie auch sonst ein bestimmtes Ziel: die Zerstörung individueller Urteilskraft zugunsten einer Logik der »Anerkennung«, in der jeder Lüge Recht gegeben und jede triftige Erkenntnis in die Schranken ihres »Standorts« verwiesen wird.“ – Magnus Klaue

„Hochverrat ist eine Frage des Datums“ – Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord

Die Skandalisierung eines Skandals ist eine in deutschen Medien meisterhaft beherrschte Disziplin.

„Es ist eine alte Weisheit, dass Macht stets die Verführung mit sich bringt, sie zu missbrauchen.“ – Wolfgang Schmidbauer

„C.G.Jung war ein psychoanalytischer Faschist, ein faschistisch schäumender Psychoanalytiker. “ – Ernst Bloch

„Die tatsächlich bestehenden und einsichtigen Leuten schon längst bekannten Verschiedenheiten der germanischen und jüdischen Psychologie sollen nicht mehr verwischt werden, was der Wissenschaft nur förderlich sein kann“ (…) „Die Gesellschaft (die Internationale Allgemeine Ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie (IAÄGP). Anm.JSB) setzt von allen ihren schriftstellerisch und rednerisch tätigen Mitgliedern voraus, daß sie Adolf Hitlers grundlegendes Buch ›Mein Kampf‹ mit allem wissenschaftlichen Ernst durchgearbeitet haben und als Grundlage anerkennen. Sie will mitarbeiten an dem Werke des Volkskanzlers, das deutsche Volk zu einer heroischen, opferfreudigen Gesinnung zu erziehen.“ C.G.Jung

„Ich weiß nicht, was passieren muss, bis endlich was passiert.“
„Ulrike Maria Stuart“ von Elfriede Jelinek

„Auch der sublimste erkenntnistheoretische Idealismus führt unweigerlich zum Solipsismus, zur Vergottung des Ichs, einer Elite, einer Rasse und endet schließlich im blutigsten Imperialismus.“ John F. Rottmeister

„Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“ – Angela Merkel 

Psychoanalyse ist eine Erhebung über die Situation. Von oben hat man bessere Aussicht.

„Kritische Theorien, wie die Freudsche, artikulieren eine Erfahrung, die mit den jeweils herrschenden Denk- und Wahrnehmungsweisen unvereinbar ist. Gerade in dem, was der Konvention als unbrauchbar, als Abfall gilt und wovon in Wissenschaft und Lebenspraxis methodisch abgesehen wird, entdecken die Revolutionäre der Denkart das Neue, das ei¬ne bestehende Einrichtung des Lebens in Frage stellt. Indem sie an das Ausgegrenzte und erfolgreich Vergessene erinnern, markieren sie den Mangel der Ordnung, die über dem Grab der verworfenen Alternativen triumphierend sich erhebt. Und das dem Status quo verschworene Kollektiv stempelt solche Alchimisten, die aus Dreck Gold zu machen schei¬nen, stets zu Außenseitern6 . Aus der Erfahrung dessen, was den vorherrschenden, institutionalisierten Zwecken widerstrebt, erschüttern die Neuerer deren fraglose Geltung.“ – Helmut Dahmer

Die Umwälzung nach 1945  führte nicht zur Überwindung des Nationalsozialismus  als Ideologie der deutschen Volksgemeinschaft, sondern rief lediglich die eitle Illusion hervor, daß mit der Kritik am Nationalsozialismus das nationalsozialistische Dünken selbst und seine innere Konflikthaftigkeit mit dem Judentum überwunden sei.

„Wie es Tatbestände gibt, die die Sinne in die Irre führen, wie im Fall der optischen Täuschung, so gibt es welche, die die unangenehme Eigenschaft haben, dem Intellekt Schlüsse zu suggerieren, die gleichwohl falsch sind.“ – Christoph Türcke

Das Geschlecht ist ein sozialer Konstrukt? Berg, Tal, See und das Meer auch!

Bereits Marx diagnostizierte den Deutschen das Umkippen von Ideologie in Wahn und Lüge. Wie gegenwärtig der Fall ist, neigen die Deutschen zu Ausbrüchen des kollektiven Wahns, der Massenpsychose mit zunehmendem Realitätsverlust.
Der Wahn ist kurz, die Reue lang, pflegte meine Großmutter zu sagen.

Nach dem I. Psychosputnik-Gesetz verwandelt sich der frei florierende Zynismus ab gewissem Verdichtungsgrad seiner Intensität in hochprozentige Heuchelei, analog zu einer atomaren Kernschmelzereaktion. Diesen Prozess der zunehmenden Zynismuskonzentration mit anschliessender Explosion der Heuchelei kann man sehr deutlich gegenwärtig in Deutschland beobachten. Das Denken ist weggeblasen, pulverisiert, das (Hoch)Gefühl ist voll an seine Stelle getreten.

»Indem (der gesunde Menschenverstand) sich auf das Gefühl, sein inwendiges Orakel, beruft, ist er gegen den, der nicht übereinstimmt, fertig; er muß erklären, daß er dem weiter nichts zu sagen habe, der nicht dasselbe in sich finde und fühle; – mit anderen Worten, er tritt die Wurzel der Humanität mit Füßen. Denn die Natur dieser ist, auf die Übereinkunft mit anderen zu dringen, und ihre Existenz nur in der zustande gebrachten Einheit der Bewußtseine. Das Widermenschliche, das Tierische besteht darin, im Gefühle stehenzubleiben und nur durch dieses sich mitteilen zu können.« – G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes

„Die Verschleierung eigener Positionen durch Zitate und Zitatselektion dient dazu, eigene Positionen unkenntlich zu machen.“ – Ursula Kreuzer-Haustein

„Die Neurose ist das Wappen der Kultur.“ – Dr. Rudolf Urbantschitsch, Seelenarzt; „Sehr schön, aber es laufen derzeit schon weit mehr Heraldiker als Adelige herum.“ – Karl Kraus, Schriftsteller

„Zuerst verlieren die Menschen die Scham, dann den Verstand, hernach die Ruhe, hierauf die Haltung, an der vorletzten Station das Geld und zum Schluß die Freiheit.“ – Karl Kraus

„Ausbeutung heißt Beute machen, sich etwas durch Gewalt aneignen, was nicht durch eigene Arbeit geschaffen wurde, sich etwas nehmen, ohne Gleichwertiges zurückzugeben – Maria Mies

»Die Psychoanalyse ist eine Panne für die Hierarchie des Denksystems« – Pierre Legendre

Psychoanalyse entwickelt sich nicht weiter, weil sie nicht angewandt wird, es wird nur über sie gesprochen.

»Sie wissen, daß der Kampf des wissenschaftlichen Geistes gegen die religiöse Weltan­schauung nicht zu Ende gekommen ist, er spielt sich noch in der Gegenwart unter unseren Augen ab … Die erste Einwendung, die man hört, lautet, … die Wissenschaft ist zur Be­urteilung der Religion nicht zuständig. Sie sei sonst ganz brauchbar und schätzenswert, solange sie sich auf ihr Gebiet beschränkt, aber die Religion sei nicht ihr Gebiet, da habe sie nichts zu suchen … Die Religion darf nicht kritisch geprüft werden, weil sie das Höch­ste, Wertvollste, Erhabenste ist, was der menschliche Geist hervorgebracht hat, weil sie den tiefsten Gefühlen Ausdruck gibt, allein die Welt erträglich und das Leben lebenswür­dig macht … Darauf braucht man nicht zu antworten, indem man die Einschätzung der Religion bestreitet, sondern indem man die Aufmerksamkeit auf einen anderen Sachver­halt richtet. Man betont, daß es sich gar nicht um einen Übergriff des wissenschaftlichen Geistes auf das Gebiet der Religion handelt, sondern um einen Übergriff der Religion auf die Sphäre des wissenschaftlichen Denkens. Was immer Wert und Bedeutung der Religion sein mögen, sie hat kein Recht, das Denken irgendwie zu beschränken, also auch nicht das Recht, sich selbst von der Anwendung des Denkens auszunehmen … Eine auf die Wissen­schaft aufgebaute Weltanschauung hat außer der Betonung der realen Außenwelt wesent­lich negative Züge, wie die Bescheidung zur Wahrheit, die Ablehnung der Illusionen« (Freud, 1933, S. 182 ff. und S. 197).

„Freuds »Religions«-Kritik galt den »Neurosen« genannten Privatreligionen (Heiraten, romantische Liebe, Gier, Ethik und Moral, etc. Anm. JSB) ebenso wie den kollektiven (Nation, Gutmenschen, Sport, etc. Anm. JSB);“ – Helmut Dahmer

Freud prognostizierte, die bestehende Gesellschaft werde an einem Übermaß nicht absorbierba­rer Destruktivität zugrundegehen. (sofern nicht »Eros« interveniere (Eros ist nicht Ficken, sondern Caritas. Anm. JSB)).

„Wer dem Kult der »Werte« frönt, kann unsanft erwachen, wenn im Kampf der Klassen und Parteien, von dem er sich fernhält, Gruppen obsiegen, auf deren Pro­gramm eine »Umwertung der Werte«, z. B. die Aufwertung von »Un­werten« steht.“ – Helmut Dahmer

»Hinsichtlich der allgemeinen nervlichen Belastung wirkte die Lage im Dritten Reich auf den psychischen Zustand des Volkes ziemlich ambivalent. Es unterliegt kaum einem Zwei­fel, daß die Machtergreifung zu einer weitverbreiteten Verbesserung der emotionalen Ge­sundheit führte. Das war nicht nur ein Ergebnis des Wirtschaftsaufschwungs, sondern auch der Tatsache, daß sich viele Deutsche in erhöhtem Maße mit den nationalen Zielen identifizierten. Diese Wirkung ähnelte der, die Kriege normalerweise auf das Auftreten von Selbstmorden und Depressionen haben. (Das Deutschland der Nazizeit verzeichnete diese Erscheinung zweimal: nämlich 1933 und 1939.) Aber gleichzeitig führte das intensi­vere Lebensgefühl, das von der ständigen Stimulierung der Massenemotionen herrührte, auch zu einer größeren Schwäche gegenüber dem Trinken, Rauchen und Vergnügungen« – Richard Grunberger

Von Anfang an hat­te Hitlers Regime auch den Anstrich der Rechtmäßigkeit

„Die psychiatrischen Truppen der »kaiserlichen deutschen Psychiatrie« (Alexander und Selesnick, 1966, S. 214) jedoch, die 1914 ins Feld zogen, bekriegten immer noch die Krankheit, den äußeren Eindringling in ein gesundes System, und nicht die Neurose, das innere Ungleichgewicht zwischen Psychodynamik, Umwelt und Geschichte.“ – Geoffrey C. Cocks (Diese Einstellung herrscht bis heute in der deutschen Psychotherapie und findet explosionsartige Vermehrung im KOnzept der sog. „Traumatisierung“. Anm- JSB)

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

„Ich bin eine Feministin. Das bedeutet, daß ich extrem stark behaart bin und daß und ich alle Männer haße, sowohl einzelne als auch alle zusammen, ohne Ausnahmen.“Bridget Christie

„Die Tragödie isolierter persönlicher Leidenschaften ist für unsere Zeit zu fade. Aber weshalb? Weil wir in einer Epoche der sozialen Leidenschaften leben. Die Tragödie unserer Epoche ist der Zusammenstoß der Persönlichkeit mit dem Kollektiv.“ –  LeoTrotzki 1923

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Kulturelle Differenzen / Cultural Differences (german / english)

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Der folgende Text wird illustriert durch das Video über Kulturelle Unterschiede zwischen Norwegern und Amerikanern, am Beispiel des Newyorker Mafiabosses Giovanni Henrikson, der im Zeugenschutzprogramm der FBI aus New York nach Lillehammer in Norwegen übersiedelte.

Schauen Sie das Video:

Die Weltwoche | Freitag, 6. Februar 2015

Tyrannei der Wohlmeinenden

Die norwegische Vormundschaftsbehörde fackelt nicht lange, wenn Eltern ihren Nachwuchs falsch erziehen. Sie bringt die Kinder in Pflegefamilien unter und verweigert Vater und Mutter jeglichen Kontakt. Oft trifft es Ausländer, die sich nicht an die teils abstrusen nordischen Erziehungsregeln halten.

Von Daniela Niederberger

Im Mai 2011 schrillte bei Eva Michalakova im norwegischen Städtchen Steinberg das Telefon: die Polizei. Es gehe um ihren Sohn David. Sie sorgte sich. War im Kindergarten etwas passiert? Die Kindergärtnerin sage, teilte ihr der Polizist mit, ihr Sohn sei vom Vater sexuell missbraucht worden. Der Vater habe, so der Bub, ihn mit der Hand über dem Pyjama ­befummelt. Tage später wurde die Frau von der örtlichen Kinderschutzbehörde informiert, ihre Buben – der sechsjährige David und der zweijährige Denis – müssten von den Eltern weg.

Untersuchungen im Spital ergaben zwar nichts, und ein Gericht entschied, den Eltern dürften die Kinder nicht weggenommen werden, weil die von Sozialarbeitern geführten Gespräche mit dem Sechsjährigen suggestiv und daher unakzeptabel gewesen seien. Dennoch entschied die Behörde im Februar 2012, den tschechischen Eltern das Sorgerecht zu entziehen. Die Kinderschutzbehörden (auf Norwegisch barnevernet) sind in Norwegen sehr ­mächtig.

Die Buben kamen – getrennt – zu Pflege­eltern. Man versprach der Mutter, sie bekäme ihre Kinder wieder, wenn sie sich vom Vater scheiden lasse, was sie auch tat. Die Kinder bekam sie nicht wieder. Anfangs durfte sie sie viermal im Jahr sehen, unter strikter Aufsicht. Später zweimal jährlich für zwei Stunden. Die Buben dürfen ihre Mutter nicht umarmen und nicht auf Tschechisch mit ihr reden. Mittlerweile sind es noch zwei Besuche zu fünfzehn Minuten, wie Eva Michalakova jüngst der tschechischen Nachrichtenagentur sagte. Die ersten Treffen hätten in «warmer Atmosphäre» stattgefunden, die Buben brachten Blumen und Zeichnungen und fragten, wann sie wieder nach Hause dürften. Heute sagen sie «Eva». Schon zu Beginn, so Michalakova, hätte sich die Sozialarbeiterin gewundert, dass ihre Kinder nur Mami zu ihr sagten und ihren Vornamen nicht kannten.

Grossvater fleht um Besuchsrecht

Anurup Bhattacharya, ein Geowissenschaftler, arbeitete im norwegischen Stavanger in der Ölindustrie, seine Frau Sagarika schaute zu den Kindern, einem dreijährigen Buben und einem einjährigen Mädchen. Auch ihnen nahm die Kinderschutzbehörde die Kinder weg und gab sie zu Pflegeeltern. Die Eltern sagten, als ­Gründe sei ihnen angegeben worden: die Kinder schliefen im Bett der Eltern (was in Norwegen nicht geht), würden von Hand gefüttert (was in Indien üblich ist) und hätten zu wenig Spielsachen. Die junge Mutter war schon früher gemahnt worden, sie müsse zu vorgegebenen Zeiten stillen. Sie aber stillte das Baby, wenn es schrie.

Das verzweifelte Ehepaar («Wir waren ehr­liche und gute Eltern») wehrte sich. In Indien erschien der Dokumentarfilm «Nightmare in Norway» (Albtraum in Norwegen), Zeitungen berichteten, es fanden Demonstrationen statt. Nachdem der indische Aussenminister bei seinem norwegischen Amtskollegen inter­veniert hatte, durften die Kinder nach Indien, in die Obhut eines Onkels. Mittlerweile sind sie wieder bei der Mutter, die Ehe der beiden zerbrach.

Auch im Fall Michalakova berichtete das Fernsehen, und die Empörung war gross. Im Beitrag des tschechischen TVs war auch Eva Michalakovas Vater zu sehen. Den Tränen ­nahe, sagte er, er möchte seine Enkel noch einmal sehen, bevor er stirbt. Grosseltern und ­andere Verwandte dürfen die bei Pflegeeltern untergebrachten Kinder nicht sehen. Der tschechische Aussenminister hat sich nun eingeschaltet und Norwegen gebeten, den Fall neu zu beurteilen. Ausserdem gelangte Tschechien ans EU-Parlament.

8485 Sorgerechtsentzüge

Der russische Ombudsmann für Kinder, Pawel Astachow, beschuldigte Norwegen neulich des Terrors gegen russische Familien. Die Kinderschutzbehörde habe in den letzten drei Jahren 55 Kinder von russischen Eltern weggenommen. Der Chef der Behörde, Oddbjørn Hauge, erwiderte, man suche stets den Dialog mit den Eltern, wenn man vermute, dass ein Kind vernachlässigt werde. Und wenn Kinder von ­ihrem Zuhause entfernt würden, sei es immer notwendig.

Kinderrechte werden in Norwegen hoch­gehalten. Der Staat will möglichst allen Kindern gleiche Chancen bieten und bestmög­liche Entfaltung garantieren. 1992 wurden die Kinderschutzbehörden professionalisiert (ähnlich wie in der Schweiz). Nicht mehr ­Laien aus den Gemeinden kümmern sich um schwierige Familien, sondern Psychologen und Sozialarbeiterinnen, die ausserdem mehr Macht erhalten haben. Natürlich zum Besten der Kinder – man will verhindern, dass Kinder vernachlässigt und missbraucht werden. Die Behörde ist gesetzlich verpflichtet, rasch zu handeln, wenn sie von solchen Fällen hört.

Die Folge ist, dass die Zahl der Interventionen in Familien drastisch zugenommen hat ebenso die der Fremdplatzierungen und damit verbunden der Sorgerechtsentzüge. Kamen im Jahr 2003 noch 6747 Kinder zu Pflegeeltern oder ins Heim, waren es 2011 schon 8485 – eine Zunahme von über 25 Prozent.

Jedermann ist angehalten, der Behörde zu melden, wenn er in einer Familie Vernachlässigung oder Missbrauch vermutet. Entsprechend nahmen diese Hinweise enorm zu, viele stellen sich aber als substanzlos heraus. Betroffene ­Familien haben wohl nicht unrecht, wenn sie kritisieren, es reiche schon, dass ein Nachbar einen denunziere, und schon habe man Sozialarbeiter­innen im Haus, die einen ausspähten.

Wie sie dabei vorgehen sollen, steht im Handbuch «Verraten. Elterliches Versagen geht uns alle an». Es sei oft nötig, die Eltern bewusst zu frustrieren, um zu sehen, wie sie unter Druck reagierten. Zeigten sie eine tiefe Frustrations­toleranz, müsse man sich fragen, wie sie ohne soziale Kontrolle funktionierten. Mit anderen Worten: Die Eltern werden bewusst provoziert, bis sie die Geduld verlieren und ausflippen, um nachher einen Beweis zu haben für ihre schlechte Eignung als Erzieher. Dies obwohl die Eltern in der Privatsphäre ­ruhiger reagieren als unter Beobachtung von Dritten, wie die emeritierte Professorin Marianne Haslev Skånland schreibt. Sie ist eine der schärfsten Kritikerinnen von barnevernet. Man müsse sich die Situation vorstellen: verun­sicherte, der Sprache nicht mächtige Ausländer, die in ihrem eigenen Heim von Sozialarbeiterinnen mit einschüchterndem Auftreten attackiert würden.

Überdurchschnittlich oft sind es Ausländer, denen die Kinder weggenommen werden. Es traf viele Polen, eine der grössten Immigrantengruppen in Norwegen, was die polnischstämmige Professorin ­Nina Witoszek von der Universität Oslo dazu veranlasste, in der Zeitung Aftenposten eine bittere Anklage zu publizieren. Barnevernet sei ­eine stalinistische Institution, schrieb sie und erteilte Immigranten folgenden sarkastischen Rat: 1. Eure Kinder gehören nicht euch. Sie gehören dem Staat. 2. Ihr dürft eure Kinder nicht ohrfeigen. 3. Macht, dass eure Kinder in der ­Öffentlichkeit lächeln. 4. Ihr bedeutet nichts.

Ungebildete, aggressive Eltern

Die Vertreter der Kinderschutzbehörde da­gegen sind überzeugt, nur zum Besten zu handeln. Viele Kinder hätten keine faire Chance, sich zu entwickeln. Barnevernet sei der einzige Ausweg für solche Kinder. Diejenigen, die die Arbeit der Behörde kritisierten, seien unge­bildete, aggressive Eltern. Professorin Witoszek schreibt von der «Tyrannei der Wohlmeinenden».

Im vielgerühmten Modellstaat Norwegen herrschen glasklare Vorstellungen darüber, was richtige und was falsche Erziehung ist. Körperstrafen sind schon lange verboten und werden mit sexuellem Missbrauch in Verbindung ­gebracht, während in vielen Kulturen leichte Körperstrafen an der Tagesordnung sind und eine Ohrfeige als nicht so schlimm gilt. Eine ­tamilische Familie kritisierte, auch intensive Zuneigung werde als sexueller Missbrauch interpretiert.

Die Regeln sind strikt. Das Kind schläft im eigenen Bett. Süssigkeiten gibt man den Kindern nur am Wochenende und nicht täglich. Und auch wer sein Kind nach traditionellen Rollenmustern erzieht, macht sich verdächtig. Rollenmuster will man in Norwegen überwinden, «Gender-Mainstreaming» heisst das Zauberwort. Ein Kind gilt als «es» bis es weiss, ob «es» ein Er oder eine Sie sein will. Vielleicht deshalb platzierte die Kinderschutz­behörde ein Kind von Muslimen bei einem homo­sexuellen Paar.

Aufschlussreich ist auch folgendes Zitat aus einem Bericht von 2005 zuhanden des Ministeriums für Kinder und Familien (neu: Ministe­rium für Kinder und Gleichheit). «Biologische Bindungen sind vor allem deshalb wichtig, weil ihnen unsere Gesellschaft diese Wichtigkeit gibt.» Und: Biologische Elternschaft sei keine notwendige oder genügende Bedingung für die Entwicklung eines Kindes.

«Aussagen von jungen Frauen»

Also: Ob ein Kind bei Pflegeeltern oder den richtigen Eltern aufwächst, spielt keine grosse Rolle. Für die Pflegefamilien aber schon. Die nämlich erhalten laut Skånland 430 000 Kronen (knapp 50 000 Euro) im Jahr pro Pflegekind, dazu kommen Spesen und schöne Extras wie Ferien am Mittelmeer. Und ausserdem, kritisiert Professorin Skånland, profitiert ein riesiger Apparat von Sozialarbeiter, Therapeuten und Psychologinnen vom ganzen System.

Jørgen Stueland ist Anwalt im norwegischen Raufoss. Er vertritt Familien, denen die Kinder weggenommen wurden. Im Gerichtssaal säs­sen dann jeweils die Vertreter der Behörde und deren Anwalt, selbstbewusst und voll überzeugt, dass sie das Richtige täten, vor sich etwa eine zitternde und stotternde Kurdin und ­deren Mann, beide traumatisiert, denen vorgeworfen werde, ihre Kinder zu schlagen und zu misshandeln.

Das Problem sei, schrieb Stueland im Artikel «Child Protection: The Norwegian Way», dass die Fälle jeweils auf den Aussagen von «jungen Frauen» aufgebaut seien. Jungen Frauen, die in der Oberstufe mittelmässige ­Noten hatten und die dann auf einer Fachhochschule Kinderschutz-Sozialarbeit oder Kinderschutz-Pädagogik studierten, weil es fürs Medizin- oder Psychologie­studium nicht reichte. Das grosse Problem sei die Macht dieser Mädchen, die als Angestellte der Kinderschutzbehörde Entscheide fällen können, die das Leben von vielen Familien für ­immer verändern.

http://www.weltwoche.ch/index.php?id=553264

Siehe auch: Sozialstaat untergräbt Solidarität

und: Im Raubtier-Sozialismus

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The following text is illustrated by the video on cultural differences between Norwegians and Americans, on the example of the New Yorker Mafia boss Giovanni Henrikson, who moved to Norway in the witness protection program of the FBI from New York to Lilyhammer.
Please watch this video:

Die Weltwoche |Friday, February 6th 2015

Tyranny of the well-meaning

The Norwegian Guardianship Authority does not vacillate when it comes to parents doing a poor job at raising their offspring. It places such children in foster families and denies mother and father any contact. Oftentimes foreigners are affected, who don’t follow the somewhat abstruse northern rules of parenting.

By Daniela Niederberger

In May of 2011 Eva Michalakova’s phone in the small Norwegian town Steinberg was ringing: the police. It was regarding her son David. She was concerned. Did something happen in the Kindergarten? The officer told her that Kindergarten teacher claimed her son was sexually molested by his father. The boy said his father felt him up through his pajama using his hand. Days later the woman was informed by the local child protection agency, that her boys – the 6yo David and 2yo Denis – had to be removed from their parents.

Still, investigations revealed nothing and a court decided the children were not allowed to be taken from their parents, because the social workers were using suggestion during the interviews with the 6yo and thus those interviews were inadmissible. Nonetheless, in February of 2012 the agency decided to withdraw custody from the parents of Czech origin. The child protection agencies (Norwegian: “barnevernet”) are very powerful in Norway.

The boys were sent to separate foster parents. The mother was promised that her children would be returned to her if she divorces the father, which she did. She still didn’t get her children back. At first, she was allowed to see them four times a year, under strict supervision. Later on, twice a year for two hours. The boys aren’t allowed to hug their mother and may not speak Czech with her. By now, it’s only two visits of fifteen minutes, according to Eva Michalakova’s latest statement made to the Czech news agency. The first meetings took place in a «warm atmosphere», the boys brought flowers and paintings and asked when they would be allowed to return home. Today they say «Eva». From the beginning on, so says Michalakova, the social workers were wondering about the fact that the children only referred to her as mommy and didn’t know her first name.

Grandfather begs for visiting rights

Anurup Bhattacharya, a geoscientist, worked in the Norwegian city Stavanger in the oil industry, his wife Sagarika looking toward the children, a 3yo boy and a 1yo girl. They also had the child protection agency take their children and give them to foster parents. The parents said, that the reasons they were told were: the children slept in the parent’s bed (which is not possible in Norway), were fed by hand (which is typical in India) and had only few toys. The young mother had already been advised to nurse at given times. But she breastfed her baby when it cried.

The desperate couple («we were honest and good parents») defended themselves. In India, the documentary film «Nightmare in Norway» was released, newspapers reported and demonstrations took place. After the Indian foreign minister intervened with his Norwegian counterport, the children were allowed to go to India, to be entrusted in their uncle’s care. Nowadays they are back with their mother, their marriage fell into ruin.

In Michalakova’s case, the television also reported, and the outrage was big. The Czech TV’s report featured Eva Michalakova’s father. Close to tears he said he wanted to see his grandchild one more time before he dies. Grandparents and other relatives may not see the children in the care of foster families. The Czech foreign minister has now joined in and asked Norway to judge the case again. The Czech republic also reached the parliament of the EU.

8485 Withdrawals of custody

The Russian ombudsman for children, Pawel Astachow, recently accused Norway of the new terror against Russian families. The child protection agency removed 55 children from Russian parents in the last three years alone. Oddbjørn Hauge, the agency’s boss, replied by saying, they’re always seeking the dialogue with parents, if child negligence is suspected. And he goes on to claim that if children are removed from their homes, it is always inevitable.

Children rights are held high in Norway. The state strives to offer all children equal opportunities and ensure the best development possible. The child protection agencies were professionalized in 1992 (similar to what happened in Switzerland). It is no longer lay persons from the communities who care for difficult families, but psychologists and social workers, who by the way received more power, too. Of course for the benefit of the children – goal is to prevent that children are neglected and abused. The agency is legally bound to react quickly if it hears about such cases.

The consequence is that the number of intervention in families has severely increased, just as the number of child removals and withdrawals of custody. While in 2003 but 6747 children were placed with foster families or foster home, in 2011 it was already 8485 – an increase of over 25 percent.

Every person is required to notify the agency if they suspect negligence or abuse in a family. Accordingly, such reports drastically increased, although many turn out to be unsubstantiated. Affected families are not wrong when they criticize that all it takes is for a neighbor to denounce one and immediately you’ll have a social worker in your house, spying on you.

How they’re to proceed in doing so is described in the manual «Snitching. Parental failure is all of our business». They claim that oftentimes it is necessary to intentionally frustrate parents to see how they react under pressure. If they show a deep tolerance for frustration, one must ask how they would function if there were no social control. In other words: The parents are intentionally provoked until they lose their patience and flip out, so that later there is evidence for them not being suitable as educators. This despite the fact that the parents react much calmer in private than under the observation of a third party, as written by the emerita professor Marianne Haslev Skånland. She is one of the strongest critics of barnevernet. One must imagine this situation: intimidated foreigners with limited language skills being attacked in their own home, by social workers with scary appearance.

Foreigners have their children taken more than average. Many Polish were hit, one of the largest group of immigrants in Norway, which caused the professor Nina Witoszek, with Polish roots, from the University of Oslo to publish a bitter accusation in the newspaper Aftenposten. Barnevernet, so she writes, is a Stalinistic institution and gave immigrants the following sarcastic advice: 1. You don’t own your children. The state owns them. 2. You may not slap your children. 3. Make sure your children smile in public. 4. You’re worthless.

Uneducated, aggressive parents

The supporters of the child protection agency are however convinced they are acting benevolently. Many children, they claim, have no chance to develop. According to them, Barnevernet is the only way out for such children. Those who criticize the agency are uneducated, aggressive parents according to them. Professor Witoszek writes of the «Tyranny of the well-meaning».

The much praised model state Norway has clear ideas regarding what is correct and incorrect parenting. Physical punishment is long forbidden and regarded as sexual abuse, while physical punishment is nothing unusual in many cultures and slapping isn’t consider that bad. A Tamil family criticized that intense affection is also considered sexual abuse.

The rules are strict. The child sleeps in its own bed. Sweets are only given to children on the weekends, not every day. And even those raising their children according to traditional role patterns are suspicious, because Norway wants to overcome gender roles. «Gender-Mainstreaming» is the magic phrase. A child is considered «it» until it knows whether «it» wants to be a he or a she. Maybe that’s why the child protection agency placed a child of Muslim parents with a homosexual couple.

The following quote from a report from 2005 from the ministry for children and families (now: Ministry for Children and Equality) is also insightful. «Biological bonds are especially important because our society gives them this importance.» And: Biological Parenthood is not a necessity or sufficient condition for a child’s development.

«Statements from young women»

Well: Whether a child grows up with foster parents of the real parents doesn’t matter. But to the foster families it does matter. According to Skånland they receive 430 000 Crowns (ca. 50 000 Euro) a year per foster child, in addition to expenses and nice bonus like vacations at the Mediterranean sea. Furthermore, professor Skånland criticized that a huge apparatus of social workers, therapists and psychologist profit from the entire system.

Jørgen Stueland is a lawyer in the Norwegian Raufoss. He represents families who had their children taken from them. He reports of the courtroom in which representatives of the agency and their attorneys always sit extremely confident and entirely convinced, that they did the right thing, and in front of them a trembling and stuttering Kurdish mother and father, both traumatized, being accused of having beaten and abused their children.

Stueland writes in the article «Child Protection: The Norwegian Way» that the problem is, that the cases are always based on statements coming from «young women». Young women who had mediocre grades in upper school and then studied child protective social work or child protective pedagogy at a technical college because they weren’t fit for studying medicine or psychology. The big problem is the power these girls have as employees of the child protection agency. Power to make decisions which can permanently change the lives of many families.

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https://nowaynorwayblog.wordpress.com/2016/02/26/tyranny-of-the-well-meaning/

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

„Ich bin eine Feministin. Das bedeutet, daß ich extrem stark behaart bin und daß und ich alle Männer haße, sowohl einzelne als auch alle zusammen, ohne Ausnahmen.“Bridget Christie

„Die Tragödie isolierter persönlicher Leidenschaften ist für unsere Zeit zu fade. Aber weshalb? Weil wir in einer Epoche der sozialen Leidenschaften leben. Die Tragödie unserer Epoche ist der Zusammenstoß der Persönlichkeit mit dem Kollektiv.“ –  LeoTrotzki 1923

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Love: only, and not always, a mother loves her child, just as it is, otherwise you have to meet the expectations of others, to be accepted.

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno
„What one must be judged by, scholar or no, is not particularised knowledge but one’s total harvest of thinking, feeling, living and observing human beings.“ (…) „While the practice of poetry need not in itself confer wisdom or accumulate knowledge, it ought at least to train the mind in one habit of universal value: that of analysing the meanings of words: of those that one employs oneself, as well as the words of others. (…) what we have is not democracy, but financial oligarchy. (…) Mr. Christopher Dawson considers that “what the non-dictatorial States stand for today is not Liberalism but Democracy,” and goes on to foretell the advent in these States of a kind of totalitarian democracy. I agree with his prediction. (…) That Liberalism is something which tends to release energy rather than accumulate it, to relax, rather than to fortify. (…) A good prose cannot be written by a people without convictions. (..) The fundamental objection to fascist doctrine, the one which we conceal from ourselves because it might condemn ourselves as well, is that it is pagan. (..) The tendency of unlimited industrialism is to create bodies of men and women—of all classes—detached from tradition, alienated from religion and susceptible to mass suggestion: in other words, a mob. And a mob will be no less a mob if it is well fed, well clothed, well housed, and well disciplined. (…) The rulers and would-be rulers of modern states may be divided into three kinds, in a classification which cuts across the division of fascism, communism and democracy. (…) Our preoccupation with foreign politics during the last few years has induced a surface complacency rather than a consistent attempt at self-examination of conscience. (…) What is more depressing still is the thought that only fear or jealousy of foreign success can alarm us about the health of our own nation; that only through this anxiety can we see such things as depopulation, malnutrition, moral deterioration, the decay of agriculture, as evils at all. And what is worst of all is to advocate Christianity, not because it is true, but because it might be beneficial. (…) To justify Christianity because it provides a foundation of morality, instead of showing the necessity of Christian morality from the truth of Christianity, is a very dangerous inversion; and we may reflect, that a good deal of the attention of totalitarian states has been devoted, with a steadiness of purpose not always found in democracies, to providing their national life with a foundation of morality—the wrong kind perhaps, but a good deal more of it. It is not enthusiasm, but dogma, that differentiates a Christian from a pagan society.“ (…)  It would perhaps be more natural, as well as in better conformity with the Will of God, if there were more celibates and if those who were married had larger families. (…) We are being made aware that the organisation of society on the principle of private profit, as well as public destruction, is leading both to the deformation of humanity by unregulated industrialism, and to the exhaustion of natural resources, and that a good deal of our material progress is a progress for which succeeding generations may have to pay dearly. I need only mention, as an instance now very much before the public eye, the results of “soil-erosion”—the exploitation of the earth, on a vast scale for two generations, for commercial profit: immediate benefits leading to dearth and desert. I would not have it thought that I condemn a society because of its material ruin, for that would be to make its material success a sufficient test of its excellence; I mean only that a wrong attitude towards nature implies, somewhere, a wrong attitude towards God, and that the consequence is an inevitable doom. For a long enough time we have believed in nothing but the values arising in a mechanised, commercialised, urbanised way of life: it would be as well for us to face the permanent conditions upon which God allows us to live upon this planet. And without sentimentalising the life of the savage, we might practise the humility to observe, in some of the societies upon which we look down as primitive or backward, the operation of a social-religious-artistic complex which we should emulate upon a higher plane. We have been accustomed to regard “progress” as always integral; and have yet to learn that it is only by an effort and a discipline, greater than society has yet seen the need of imposing upon itself, that material knowledge and power is gained without loss of spiritual knowledge and power. “ – T.S.Eliot
“I am a feminist. All this means is that I am extremely hairy and hate all men, both as individuals and collectively, with noexceptions.” – Bridget Christie

Doch, dieses Massaker hat mit Islam zu tun! Terrorismus gegen Europa hat sich lange ausgezahlt

Ayaan Hirsi Ali
Kommentar von Ayaan Hirsi Ali: Doch, dieses Massaker hat mit Islam zu tun!
In der Tagesschau “sterben” die Geiseln

Thomas Heck

Die Berichterstattung der Tagesschau lässt häufig zu wünschen übrig. Eigentlich immer. Ob es zum Gaza-Krieg war oder zu anderen Gelegenheiten, es hörte sich an manchen Tage so an, als säße die Hamas bereits in der Chefredaktion. Das Team der Tagesschau schafft es immer, die Nachricht so zu drehen, bis sie politisch ins Konzept passt. Frei nach dem Motto, es kann kann nicht sein, was nicht sein darf. Man sagt, das erste, was im Krieg stirbt, sei Wahrheit ist. Bei der Tagesschau ist die Wahrheit schon viel früher tot.

So fällt in der aktuellen Berichterstattung aus Frankreich auf, wie präzise vermieden wird, Moslems als Täter und Juden als Opfer zu erwähnen, weil der Jude nur ein Täter und ein Moslem nur ein Opfer sein kann. So wie man es aus der Nahost-Berichterstattung kennt. Sollte es mal anders sein, wird sich schon ein Weg finden. Mir blieb gestern bei der Tagesschau um 20 Uhr die Spucke weg.

O-Ton Tagesschau: “Bei der Geiselnahme im Südosten von Paris starben gestern vier Geiseln – wohl alle durch die Schüsse des später getöteten Geiselnehmers.”

So wurde verschwiegen, dass es sich um einen koscheren Supermarkt handelte. Es wurde verschwiegen, dass es sich um ermordete Juden handelte. Es wurde verschwiegen, dass der Täter in einem Radiointerview Juden als ausdrückliches Ziel erwähnte, sein muslimischer Hintergrund findet gar keine Erwähnung. Es wurde verschwiegen, dass die Geiseln ermordet wurden, für die Tagesschau starben sie einfach. Selbst die Tat des Mörders wird relativiert.

Dass die Politik demonstrativ den Schulterschluss mit den Moslems sucht und mit denen Solidarität demonstriert, die eine Religion vertreten, auf die sich Mörder berufen, ist widerlich, pietätlos und lässt Böses erahnen. Wie verzweifelt müssen die Parteien sein, wenn Pegida-Demonstranten mit Salafisten gleichgestellt werden? Wie verzweifelt muss eine SPD sein, wenn auf Teufel komm heraus dem Bürger das Thema doppelte Staatsangehörigkeit aufgedrückt wird, nur um sich Wählerstimmen zu sichern, wohl wissend, dass niemand die Folgen abschätzen kann?

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/in_der_tagesschau_sterben_die_geiseln

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Die Verantwortung der Muslime. Was der Islam mit dem Islam zu tun hat.

Auch nach dem Anschlägen von Paris hieß es wieder reflexartig: Das habe nichts mit dem Islam zu tun. Doch muslimische Verbände müssen sich fragen, wieso ihre Religion so viele Terroristen hervorbringt. Und was sie tun können. Ein Kommentar.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 11.01.2015, von Michael Martens, politischer Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Istanbul. 

Das Muster ist bekannt: Wenn irgendwo auf der Welt mit der Begründung, Allah sei groß, Köpfe abgeschnitten oder Frauen vergewaltigt werden, wenn Selbstmörder sich und andere zum Ruhme dieser Größe in Fetzen sprengen, dauert es nicht lange, bis jemand sagt, all das habe nichts mit dem Islam zu tun. Recep Tayyip Erdogan, der türkische Staatspräsident, könnte ein ganzes Poesiealbum mit solchen Aussagen füllen.

Vor einigen Monaten ereiferte er sich darüber, dass Menschen Menschen massakrieren, nachdem sie „Allahu Akbar“ gerufen haben: „Das passt nicht zur wahren Identität des Islam… Das hat keinen Platz, niemals, in unserer Religion.“ Bei anderer Gelegenheit beklagte er die wachsende Islamophobie der westlichen Welt, den Rassismus und die Vorurteile gegen Muslime. Terrororganisationen wie der „Islamische Staat“ oder „Boko Haram“ missbrauchten den Islam, so Erdogan.

Als Papst Franziskus jüngst die Türkei besuchte, verkündete Mehmet Görmez, Chef der türkischen Religionsbehörde Diyanet, der Islam sei eine Religion des Friedens, Terrorismus dagegen ein Aufstand gegen Gott: „Als Muslime lehnen wir Extremismus und Blutvergießen ab.“ Das türkische Außenministerium hat das Massaker von Paris nun auf ähnliche Weise verurteilt: „Die Täter haben die Zivilisation, der sie anzugehören behaupten (lies: den Islam), aufs Gröbste verraten. Es ist offensichtlich, dass dieser brutale Angriff keinem anderen Zweck dienen wird, als islamfeindlichen, rassistischen und xenophoben Kreisen den Boden zu bereiten.“ Und der Zentralrat der Muslime in Deutschland teilte mit: „Durch diese Tat wurde nicht unser Prophet gerächt, sondern unser Glaube wurde verraten und unsere muslimischen Prinzipien in den Dreck gezogen.“ Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière schließlich sagte der „Süddeutschen Zeitung“ kurz nach dem Massaker: „Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun.“

Die Inquisition hatte auch etwas mit dem Christentum zu tun, Stalinismus mit Marxismus, SS mit dem Nationalsozialismus, usw. usf.

Recht hat der Minister, wenn er davor warnt, Muslime unter Generalverdacht zu stellen. Terroristen stehen so wenig allein für den Islam wie Dresdens Nörgelsachsen mit ihrem schwarzrotgoldenen Montagabendchristentum für deutschen Patriotismus. Die große Mehrheit der Muslime ist nicht radikal und schon gar nicht terroristisch. Fast alle Muslime sind unbescholtene Bürger, ehrliche Steuerzahler, liebevolle Eltern, treusorgende Gatten, und der Islam ist eine Religion der Liebe. Amen.

Nur: Genauso, wie die Verbrechen der Kreuzfahrer, die spanische Inquisition, die Grausamkeiten der Täufer in Münster, die Menschenvernichtung der Konquistadoren in Südamerika, die Pogrome im russischen Zarenreich und all die vielen anderen Untaten aus dem Pitaval des Abendlandes durchaus etwas mit dem Christentum zu tun hatten – indem sie dessen hässlichstes, grausamstes, dümmstes Gesicht zeigten –, so haben selbstverständlich auch Verbrechen wie jenes von Paris etwas mit dem Islam zu tun.

http://media0.faz.net/ppmedia/aktuell/MMV705822_TDE/1.3363770/article_multimedia_overview/muslime-in-frankreich-nach-anschlaegen-geschockt.jpg

© afp Muslime in Frankreich nach Anschlägen geschockt

Wie das Geschriebene interpretiert wird – und vom wem

Das wird in der muslimischen Welt (und um der lieben Friedhofsruhe willen auch im Westen) aber allzu oft unter den Gebetsteppich gekehrt. Die meisten der Männer, die in Allahs Namen morden, haben in Moscheen gebetet und lesen aus dem Koran die Rechtfertigung ihres Tuns heraus. Dass muslimische Verbände die Untaten verurteilen, ist eine Selbstverständlichkeit, so wie man „Gesundheit“ sagt, wenn jemand niest. Statt aber nach Attentaten reflexhaft zu sagen, Terroristen missbrauchten den Islam, müssten Imame, muslimische Funktionäre und die Führer islamisch geprägter Staaten danach fragen, woher dieser Missbrauch kommt. Die Behauptung, das Massaker von Paris habe nichts mit dem Islam zu tun, hat die Qualität der Feststellung, der Archipel Gulag habe nichts mit dem Stalinismus zu tun, da Stalin die Befreiung, nicht die Einsperrung der Arbeiterklasse propagiert habe. Denn der Stalinismus war eine Ideologie der Liebe – lässt sich mit Stalin-Zitaten belegen. Und christliche Koran-Verbrenner in Amerika haben nichts mit dem Christentum zu tun, weil die Bibel sie nicht erwähnt. So abgeschirmt gegen die Wirklichkeit wird im Ozeanien von George Orwell geredet: Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, und der Islam hat nichts mit dem Islam zu tun.

Jenseits von Ozeanien aber gilt, dass sich die Perversion einer Ideologie nicht einfach von dieser Ideologie trennen lässt. Im Koran finden sich Belege für Menschenliebe und Menschenhass, weshalb niemand die Zitatschlachten von Jubelsuren gegen Sudelsuren gewinnen kann. Es kommt nicht darauf an, was im Koran steht. Sondern darauf, wie das Geschriebene interpretiert wird. Wer Rang und Namen hat als Muslim, müsste daher tagtäglich mahnen: Einige, die unseren Glauben im Munde führen, haben die moralische Pest – und wir können nur unseren Frieden finden, wenn wir jeden Tag, den Allah werden lässt, darüber sprechen, dass wir sie heilen müssen. Solange sich all die Imame und Scheichs nicht fragen, warum ihre Religion so viele Perverse hervorbringt und warum die Lehren ihres Propheten so viele Menschen gebären, die sich mordend auf ihn berufen, solange werden sich Verbrechen wie das von Paris wiederholen – einmal auch in unserer Nähe.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.01.2015
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Terrorismus gegen Europa hat sich lange ausgezahlt

<br /><br /> München am 5. September 1972: Eine politische Delegation verhandelt im olympischen Dorf mit einem der palästinensischen Geiselnehmer<br /><br /> München am 5. September 1972: Eine politische Delegation verhandelt im olympischen Dorf mit einem der palästinensischen Geiselnehmer Foto: picture alliance / dpa

Vom Olympia-Attentat in München 1972 bis zu den Mykonos-Morden in Berlin 1992: Allzu lang hat Europa auf den nahöstlichen Terror mit Appeasement reagiert. Damit wurden heutige Nachahmer ermuntert.

Das Massaker in den Redaktionsräumen des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ hat ganz Europa schockiert. Wieder einmal hat der Terror aus dem islamischen Kulturraum zugeschlagen. Und die Europäer fragen sich, wie es so weit kommen konnte. Doch wer in die Geschichte des arabischen und islamischen Terrorismus hinabsteigt, stellt fest: Europa hat einen erheblichen Anteil daran, dass manche Bewegungen der nahöstlichen Welt Terror heute als eine Erfolg versprechende Taktik ansehen. Das hat vor allem mit den Palästinensern zu tun, die Ende der Sechzigerjahre den Terrorismus eingeschrieben haben in die mentale Landkarte Europas und des Nahen Ostens.

Angefangen hatte es am 22. Juli 1968, als bewaffnete Kämpfer der zur PLO gehörenden Popular Front for the Liberation of Palestine ein israelisches Linienflugzeug auf dem Weg von Rom nach Tel Aviv in ihre Gewalt brachten. Es war der Beginn der modernen Zeitrechnung in der Geschichte des Terrorismus, weil es den Entführern darum ging, mit Terror gegen Zivilisten die Politik eines Landes zu verändern. Die Entführung und die über fünf Wochen andauernden Verhandlungen mit den Kidnappern richteten das Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit auf eine Auseinandersetzung, die bis dahin bloß als einem von vielen Regionalkonflikten auf der Welt gegolten hatte. Und sie läuteten eine beispiellose Welle palästinensischen Terrorismus in Europa ein, von Flugzeugentführungen, tödlichen Angriffen auf Flughafenschalter und vieles mehr, die 1972 in das Massaker an israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen in München mündete und auch danach noch lange nicht vorüber war.

Überlebender erinnert sich an München 1972

Shaul Ladany ist einer der Überlegenden des Geiseldramas bei den Olympischen Spielen in München 1972. Anlässlich des vierzigsten Jahrestages erinnert sich der Israeli an den 5. September. Quelle: SID

Das Erstaunliche an den damaligen Terrorjahren ist, dass Europa trotz vieler Toter keinerlei Interesse zeigte, die Attentäter aus dem Verkehr zu ziehen. Die europäischen Gefängnisse wurden zu bloßen Drehtüren für palästinensische Terroristen. Kaum waren sie festgenommen, wurden sie entweder abgeschoben oder nach erneuten Flugzeugentführungen gegen Geiseln ausgetauscht. Das berühmteste Beispiel ist Laila Khaled, die selbst nach ihrer zweiten Flugzeugentführung von britischen Behörden ausgetauscht wurde.

Auch die drei überlebenden Attentäter von München kamen nicht vor Gericht, sie wurden knapp zwei Monate später von der Regierung von Willy Brandt freigelassen. Das damalige Verhalten der Deutschen und der Europäer insgesamt war im Übrigen der Grund, warum die Israelis nach München beschlossen hatten, die Attentäter selbst zur Strecke zu bringen. Von europäischen Regierungen war in Sachen Terrorismus jedenfalls keine Strafverfolgung zu erwarten und somit auch kein Abschreckungseffekt auf mögliche zukünftige palästinensische Attentäter.

Terrorkampagne der Palästinenser als Vorbild

Das europäische Appeasement führte dazu, dass sich von den 204 palästinensischen Terroristen, die in der Hochphase des Terrors zwischen 1968 und 1975 außerhalb Israels festgenommen wurden, Ende 1975 nur noch drei in Haft befanden, wie Alan Dershowitz einmal ausgerechnet hat. In derselben Zeit hatten sowohl die Vereinten Nationen wie auch Europa ihre Positionen gegenüber dem israelisch-arabischen Konflikt deutlich zugunsten der Palästinenser verschoben. Die Botschaft, die das aussandte, war unmissverständlich: Terror lohnt sich. Man erzielt damit politischen Ertrag, ohne allzu große Risiken einzugehen. Es war eine Ermunterung an die Palästinenser, mit ihrer Terrortaktik fortzufahren – und an andere Gruppen, damit anzufangen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 1968 gab es 11 internationale agierende Terrorgruppen, von denen nur drei nationalistische/separatistische Bestrebungen hatten, die anderen waren marxistisch-leninistisch geprägt. Bis 1978 war diese Zahl auf 55 angewachsen, 30 davon, also inzwischen mehr als die Hälfte, hatte nationalistische/separatistische Ziele. Ganz offenbar hatten sich viele davon die erfolgreiche Terrorkampagne der Palästinenser als Vorbild genommen, das es zu kopieren galt. Mit freundlicher Überzeugungshilfe aus Europa. Und es ist natürlich auch kein Zufall, dass so mancher europäischer Linksterrorist in palästinensischen Terrorcamps ausgebildet wurde.

Auch der Nahe und Mittlere Osten, wo die palästinensischen Attacken als Akt des Widerstands gegen die Zionisten gefeiert wurden, war ein fruchtbarer Boden für Nachahmer. Nach Khomeinis schiitischer Revolution von 1979 übernahm der Iran Terrortaktiken in sein Arsenal von Destabilisierungsmaßnahmen in der Region und darüber hinaus, genauso wie Irans libanesischer Klientel Hisbollah. Aber auch aus den Muslimbrüdern hervorgegangene sunnitische Islamisten machten sich die Taktik zunutze, etwa im Mordanschlag auf Anwar al-Sadat nach dem von ihm geschlossenen Frieden mit Israel 1981 oder beim Angriff auf westliche Touristen in Luxor 1997, bei dem 62 Menschen starben. Von dort metastasierte das Terrorproblem weiter zu noch radikaleren Gruppen wie al-Qaida und IS.

Über mehr als 40 Jahre war die Geschichte des nahöstlichen Terrors und Europas eine von Appeasement, Beschwichtigung, geheimen Arrangements und gelegentlichem entschlossenem Vorgehen dagegen. Viele Staaten agierten nach dem Sankt-Florians-Prinzip: Zünde das Haus anderer an, solange wir verschont bleiben. Das Problem war nur, dass der Terror irgendwann auch an die eigene Tür klopfte. Aber nicht einmal das veränderte in vielen Fällen die erprobte Stillhaltetaktik.

Die guten Geschäfte mit dem Terrorregime

Man erinnere sich etwa an den iranischen Auftragsmord an Oppositionellen in Deutschland 1992, die sogenannte Mykonos-Affäre. Wäre es nach der damaligen Bundesregierung gegangen, hätte man das einfach unter den Tisch gekehrt, um die guten Geschäfte mit dem Terrorregime in Teheran nicht zu gefährden. Es ist der Unbeirrbarkeit eines Staatsanwaltes zu verdanken, dass es überhaupt zu einer Anklage und Verurteilung kam – und zur Aufdeckung der iranischen Hintermänner.

Die jüngere europäische Geschichte ist voll von solchen Fällen. Zwar haben die Anschläge von „9/11“ zu einer entschlosseneren Haltung Europas gegenüber der Terrorgefahr geführt. Dennoch hat es eines weiteren tödlichen Anschlags in Bulgarien bedurft, bis Frankreich 2013 (11 Jahre nach „9/11“!) seinen Widerstand endlich aufgab (allerdings nur teilweise), die libanesische Terrororganisation Hisbollah auf die europäische Terrorliste zu setzen. Und bis heute ist Europa bei seiner schlechten Angewohnheit geblieben, die Palästinenser für Terrorakte zu belohnen.

Nahost-Resolution spaltet Europa

Ein von Jordanien eingebrachter Entwurf sollte Israel zum Abzug aus den Palästinenser-Gebieten auffordern. Doch die Resolution verpasste in New York die nötige Mehrheit. Quelle: Reuters

Nach jedem neuen Gazakrieg, den die Terrororganisation Hamas vom Zaun bricht, indem sie Wellen von Raketen gen Israel schickt – was dann durch die israelische Reaktion zu den erwartbaren Opfern unter palästinensischen Zivilisten führt –, verschiebt sich die europäische Position um einige weitere Grade in Richtung der Palästinenser. Nach dem letzten Gazakrieg wurden sie mit der staatlichen Anerkennung durch EU-Regierungen oder deren Parlamente belohnt und mit der Unterstützung Frankreichs im UN-Sicherheitsrat für eine Resolution, die einen Endstatus festlegen sollte auch ohne erfolgreiche Friedensverhandlungen. Beides verstößt gegen die Osloer Verträge, deren Mitgarant Europa ist.

Das festigt den Eindruck bei Hamas und Fatah, dass, was immer sie auch anstellen mögen, ihnen die Sympathie der Europäer trotzdem erhalten bleibt. Und es stärkt diejenigen unter den Palästinensern, die glauben, sie können ihr Ziel eines eigenen Staates irgendwann auch so erreichen, ohne Frieden schließen zu müssen, der mit schmerzhaften Kompromissen einhergeht. Es ist eine Erwartung, auf die wir Europäer die Palästinenser mehr als 40 Jahre lang konditioniert haben.

Fundamentaler Angriff auf die Meinungsfreiheit

Europa hatte also all die Jahrzehnte eine zutiefst widersprüchliche und verlogene Beziehung zum Terrorismus aus der arabischen Welt. Eine Ambivalenz, die selbst nach den Anschlägen von Paris noch spürbar war. Neben den vielen, die spontan ihre Solidarität ausgedrückt haben und ehrlich erschüttert waren, gab es eben auch jene, deren erster Impuls nicht den Opfern bei „Charlie Hebdo“ galt. Die eine mögliche Gegenreaktion gegen Muslime mehr beunruhigte als der fundamentale Angriff auf die Meinungsfreiheit in Europa.

Entsprechend war auch die erste Reaktion so mancher Medienredaktion, die Karikaturen des Satiremagazins nur verpixelt oder gar nicht zu zeigen. Und es durfte natürlich auch der Hinweis nicht fehlen, „Charlie Hebdo“ mit seinen Mohammed-Karikaturen provoziert, was zuweilen einen Unterton von „die haben es eben herausgefordert“ hatte. Am deutlichsten formulierte das ein Kommentator der britischen „Financial Times“, der „die redaktionelle Dummheit“ von „Charlie Hebdo“ für das Attentat verantwortlich machte.

Anders als der Kommentator der „FT“ haben die meisten Europäer jedoch sehr genau verstanden, dass es sich hier um mehr handelt als nur einen weiteren blutigen Anschlag wie in Madrid oder London. Es war ein Anschlag auf das Institut der Meinungsfreiheit, das sich die Europäer über Jahrhunderte hinweg unter einem hohen Blutzoll erkämpft haben. Eine Freiheit, die sie sich nicht von irgendwelchen Barbaren kaputt machen lassen wollen. Viele Zeitungen, die sich etwa 2006 noch geweigert hatten, durch den Abdruck der islamkritischen Karikaturen der dänischen „Jyllands-Posten“ ein Zeichen zu setzen, haben diesmal Flagge gezeigt. Sie haben eine Reihe von islamkritischen Karikaturen von „Charlie Hebdo“ nachgedruckt. Und sie haben geschworen, sich nicht einschüchtern zu lassen.

Wenn Terroristen töten
  • <br /><br /> Am 29. Dezember 2010 konnte die dänische Polizei eine islamistische Terrorgruppe verhaften, die einen Anschlag auf die Zeitung „Jyllands-Posten“ in Kopenhagen geplant hatte.<br /><br />
    Am 29. Dezember 2010 konnte die dänische Polizei eine islamistische  … mehr
  • <br /><br /> ... und Rom mit automatischen Waffen und Handgranaten an. Die Terroristen töten insgesamt 19 Menschen.<br /><br />
    … und Rom mit automatischen Waffen und Handgranaten an. Die Terroristen  … mehr
  • <br /><br /> Mohammed Hadidi aus Jordanien attackierte am 10. Februar 1970 auf dem Flughafen München-Riem eine Maschine der israelischen El-Al. Ein Mann starb.<br /><br />
    Mohammed Hadidi aus Jordanien attackierte am 10. Februar 1970 auf dem  … mehr
  • <br /><br /> Beim Selbstmordanschlag tschetschenischer Terroristen auf den Flughafen Moskau-Domodedowo wurden am 24. Januar 2011 36 Menschen getötet. Im Juli des Jahres wurde der Mittäter Islam Jandijew verhaftet (Foto).<br /><br />
    Beim Selbstmordanschlag tschetschenischer Terroristen auf den Flughafen  … mehr
  • <br /><br /> Am 23. Oktober 2002 brachten tschetschenische Terroristen im Moskauer Dubrowka-Theater 850 Menschen in ihre Gewalt. Bei der Befreiungsaktion starben 133 von ihnen.<br /><br />
    Am 23. Oktober 2002 brachten tschetschenische Terroristen im Moskauer  … mehr
  • <br /><br /> Am 29. Dezember 2010 konnte die dänische Polizei eine islamistische Terrorgruppe verhaften, die einen Anschlag auf die Zeitung „Jyllands-Posten“ in Kopenhagen geplant hatte.<br /><br />
    Am 29. Dezember 2010 konnte die dänische Polizei eine islamistische  … mehr
  • <br /><br /> Am 27. Dezember 1985 griffen zeitgleich palästinensische Terroristen die Flughäfen von Wien ...<br /><br />
    Am 27. Dezember 1985 griffen zeitgleich palästinensische Terroristen die  … mehr

Das ist lobenswert. Aber es ist auch ein wenig utopisch. Spätestens seit 2006, seit islamische Fundamentalisten die Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung als Anlass genommen haben, Ausschreitungen in der muslimischen Welt mit vielen Toten anzustacheln, ist die Welt eine andere geworden. Wir können uns nicht mehr in den Zustand der Unschuld zurückversetzen, selbst wenn wir es wollen. Die Zeit, in der bei der Auswahl von islamkritischen Karikaturen einzig die Frage zählte, ob der Witz gut ist und ob er nicht die Grenze zum Rassismus überschreitet, ist endgültig vorüber.

Die aus Selbstschutz erwachsene Selbstzensur hat bei diesem Thema längst eingesetzt. Und wenn die derzeitige Aufwallung von Bekenntnismut vorüber ist, werden sich noch mehr Karikaturisten und Chefredakteure fragen, ob es diese oder jene Karikatur wirklich wert ist, dafür ein Leben hinter Sicherheitsschleusen zu riskieren oder noch Schlimmeres. Die traurige Wahrheit ist: Terrorismus funktioniert – noch immer. Und die wenigsten von uns sind so mutig wie die fröhlichen Provokateure von „Charlie Hebdo“.

Das ist kein Aufruf zur Resignation. Wir sollten uns aber klarmachen, dass die Wiedergewinnung unseres umfassenden und freien Debattenraums weit mehr verlangen wird, als nur #JeSuisCharlie auf Twitter zu posten. Es bedeutet, beharrlich kleine und große Konflikte auszutragen mit jenen, die den Raum des Sagbaren und Diskutierfähigen beständig verengen wollen. Und auch jenen Terror als Gefahr für den Westen zu begreifen, der sich nicht in erster Linie gegen Europäer richtet, sondern etwa gegen Israelis oder andere.

Beim Thema Terrorismus hat Europa in den vergangenen Jahrzehnten sehr viele, meist aus Opportunismus geborene Fehler gemacht. Es ist an der Zeit, endlich daraus zu lernen, anstatt Gewalt – etwa die der Hamas – weiter zu belohnen.

http://m.welt.de/kultur/article136216649/Terrorismus-gegen-Europa-hat-sich-lange-ausgezahlt.html

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Die Zauberformel “Das hat doch nichts mit dem Islam zu tun” zieht nicht mehr!

Eine Aufforderung zu mehr Ehrlichkeit, Nachdenklichkeit und Selbstkritik unter den Muslimen

Von Ufuk Özbe

Alle Anzeichen deuten gegenwärtig darauf hin, dass der mörderische Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo von muslimischen Tätern zur Ehrenrettung des Propheten und des Islam ausgeübt wurde. Unabhängig davon, was sich in den nächsten Tagen und Wochen als wahr herausstellen sollte, möchte ich hier die teilweise beschämenden und größtenteils unbefriedigenden muslimischen Reaktionen auf dieses Verbrechen diskutieren.

Die große Mehrheit der muslimischen Stellungnahmen kann in zwei Gruppen zusammenfasst werden:

Ein hoffentlich eher kleiner, aber keinesfalls zu vernachlässigender Teil der Gläubigen, vor allem in den muslimischen Ländern, hat den Anschlag offen gutgeheißen. Ja, es ist so! Wer der türkischen oder arabischen Sprache mächtig ist, kann binnen weniger Minuten sich selbst davon überzeugen; beispielsweiße durch die unzähligen Kommentare auf Facebook und Twitter, die unter den Meldungen der großen Nachrichtenportale gepostet werden. Viele Muslime gratulieren unter ihrem Klarnamen den Glaubenskriegern und halten es für religiös gerechtfertigt, die “untragbare Beleidigung” des Propheten auf diese Weise zu sühnen. Übrigens ist diese Gruppe leider auch in meiner eigenen Verwandtschaft in der Türkei vertreten; darunter auch ein Imam im Ruhestand. Zudem wird der Fall im konservativen Teil der türkischen Presse so behandelt, dass der Leser zum Schluss kommen muss, die Zeichner von Charlie Hebdo hätten das Ganze böswillig provoziert und hätten im Grunde das geerntet, was sie über die Jahre gesät hatten. Dabei nehme ich lediglich auf die Stellungnahmen Bezug, die öffentlich abgegeben werden. Was viele hinter vorgehaltener Hand über die Ermordung der Charlie Hebdo-Mitarbeiter von sich geben mögen, sobald sie diejenigen Karikaturen zu Gesicht bekommen, die es “auf die Spitze getrieben” hatten (etwa die nackten Mohammed-Darstellungen in unanständigen Posen), das wird jeder, der das “religiöse Empfinden” mancher Muslime kennt, halbwegs erahnen können.

Der andere Teil – der glücklicherweise zumindest in Deutschland die eindeutige Mehrheit stellen dürfte – verurteilt den Anschlag als ein unmenschliches Verbrechen und stellt im gleichen Atemzug klar: “Das hat aber mit dem Islam und folglich auch mit uns Muslimen eigentlich nichts zu tun”. Die nähere Begründung hierfür variiert freilich.

Für die einen stand es von Anfang an fest, dass der Anschlag gar nicht von Muslimen verübt worden ist. Vielmehr stecke eine hinterlistige Verschwörung dahinter. Zum Beispiel französische Rechtsextremisten, die ihre eigene Tat als einen muslimischen Racheakt inszeniert haben, um damit die “Islamophobie” in Europa anzuheizen. Oder vielleicht Russland, das als Reaktion auf die westlichen Sanktionen Europa zu destabilisieren versucht. Und natürlich darf ein bestimmtes Land unter den “üblichen Verdächtigen” nicht fehlen: Israel! Weitere Gründe oder Motive sind für manche Muslime ohnehin überflüssig, wenn das Wort “Israel” einmal gefallen ist. Viele islamistische sowie muslimisch-konservative Zeitungen und Blogs befeuern eifrig solche Verschwörungstheorien mit immer neuen Behauptungen und schrecken selbst vor widerlichen Versuchen nicht zurück, die Opfer des Anschlags als Mitverschwörer hinzustellen. Überhaupt bilden Verschwörungstheorien in weiten Kreisen gläubiger Muslime eine das politische Denken vollständig beherrschende Obsession. Differenzierung ist verpönt. Denn letztlich ist jedwede nicht-islamische Ideologie, Bewegung und Partei in der einen oder anderen Weise Teil der globalen Verschwörung gegen den Islam.

Andere Muslime, die den Anschlag verurteilen, aber keine Berührungspunkte mit dem Islam sehen wollen, halten es für durchaus möglich, dass die Tat von Menschen verübt worden ist, die sich selbst als Muslime bezeichnen. Jedoch handle es sich dabei um einzelne Spinner, radikalisiert und instrumentalisiert von bösen Mächten, die nun gar nichts mit dem Islam zu tun hätten und die Religion lediglich für ihre höchst profanen, politischen Zwecke missbrauchen würden. Ohnehin trage bei näherer Betrachtung der “Westen” die alleinige oder zumindest die hauptsächliche Schuld an der Entstehung dieser bösen Mächte.

Nahezu alle Muslime, die den Anschlag aufrichtig verurteilen, sind sich jedenfalls in einem Punkt einig: “Der Islam hat mit solchen Anschlägen überhaupt nichts zu tun. Die grundlegenden Quellen des Islam, d.h. der Koran und die Hadithe (die überlieferten Worte und Taten des Propheten) bieten bei keiner vertretbaren Auslegungsmethode auch nur ansatzweise eine Rechtfertigung für solch einen Anschlag. Basta!”
Ich möchte dagegen halten: Solange eben diese “Basta-These” unter den demokratisch-freiheitlich denkenden Muslimen nicht in Frage gestellt und in einem auch nach außen hin offenen, mutigen Diskurs nüchtern ausdiskutiert wird, werden wir das Schwinden der Glaubwürdigkeit eines “friedlichen Islam” nicht mehr aufhalten können.

Dass solche Behauptungen gut gemeint sind, daran habe ich keinen Zweifel. Nahezu alle westlichen Regierungssprecher und Staatsmänner sowie die meisten Journalisten etablierter Medien in Europa beteuern wieder einmal (wie nach jedem Verbrechen im Namen des Islam auf westlichem Boden), der Anschlag habe mit dem Islam nichts zu tun und keine Religion der Welt könne eine solche Tat gutheißen. Natürlich sind das gut gemeinte, politisch besonnene Apelle, die sich offenkundig darum bemühen, aktuell im Erstarken befindlichen fremdenfeindlichen Bewegungen vorsorglich den Wind aus den Segeln zu nehmen und einer pauschalen Stigmatisierung aller Muslime zuvorzukommen. Allerdings darf diese “Besonnenheit” um des lieben Friedens willen nicht in eine schleichende Relativierung der Meinungsfreiheit ausarten – weder rechtlich noch faktisch! Jeder soll über historisch, politisch, religiös, gesellschaftlich relevante Personen der Weltgeschichte sagen und zeichnen dürfen, was er will. Die Beleidigten und Verärgerten können den Stein des Anstoßes ihrerseits kritisieren, protestieren, boykottieren oder – verflixt nochmal! – einfach mal ignorieren.
Eine pauschale Verdächtigung aller Muslime würde auch völlig an der Realität vorbeigehen. Für die große Mehrheit der in Deutschland lebenden, emanzipierten Muslime ist das “Muslim-Sein” lediglich ein Teil der kulturellen Identität. Sie haben mit Religion nicht viel mehr am Hut, als zum Beispiel die islamischen Festtage aus Tradition feierlich zu begehen. Wie die meisten nominellen Christen auch haben sie einen unkritischen, höchst lauen, geradezu palliativen Umgang mit Religion. Sie versuchen nicht etwa ihr Leben an den Wortlaut der heiligen Texte anzupassen, die sie meist nicht einmal gelesen haben, sondern greifen sich aus der bunten religiösen Tradition, das was ihnen gefällt, heraus und passen ihr religiöses Verständnis großzügig an ihre moderne Lebenswirklichkeit an. Für eine kritische Analyse der Quellen haben sie schlicht kein Interesse. (Ein Unterschied zu den nominellen Christen ist allerdings, dass nominelle Muslime dennoch in ihrem “religiösen Empfinden” sehr schnell beleidigt sein können). Ich habe nun Verständnis, wenn diese “Muslime” mit heiklen Diskursen über die möglichen Auslegungen des Korans nicht behelligt werden möchten. Sie stellen auch keine Bedrohung für die demokratisch-rechtsstaatliche Wertegemeinschaft dar. Für sie ist ein Anschlag wie der in Paris selbstverständlich ein unmenschliches Verbrechen und selbstverständlich hat dies nichts mit dem Islam zu tun, an den sie glauben wollen.

Meine Aufforderung richtet sich vielmehr an diejenigen Muslime, die die Religion nicht bloß als ein kulturelles Anhängsel pflegen, sondern ihre Wahrheit und Wichtigkeit predigen, lehren, verteidigen. Zum Beispiel an die Imame der Gemeinden, an die islamischen Religionslehrer in den Schulen, an die muslimischen Theologen, an all die wortgewandten Apologeten des Islam, sofern sie solche Anschläge aufrichtig verurteilen und den Islam als die Religion des Friedens betrachten.

Es ist an der Zeit, dass diese Muslime endlich einmal kurz innehalten und in sich gehen, nicht jede Kritik als “Angriff auf Muslime” pauschal abweisen und die offen vorliegenden Probleme wahrhaben. Es ist an der Zeit, dass sie endlich mit den gewohnten Denk- und Argumentationsmustern brechen und einen beherzten Schritt in Richtung redlicher Selbstkritik wagen. Darauf warten viele Muslime und Nicht-Muslime auf der ganzen Welt. Es ist an der Zeit, dass Islamgelehrte und muslimische Intellektuelle offenherzig Fragen diskutieren wie:

“Wie ist es nur möglich, dass aus dem Islam, der ja die Religion des Friedens sein soll, so viele gefährliche Spielarten menschenverachtender Gesinnung erwachsen?”. “Gibt es neben den politischen, soziologischen, ökonomischen Ursachen vielleicht doch auch genuin religiöse Wurzeln dieser Gesinnung?”. “Auf welche Passagen in den islamischen Quellen berufen sich die muslimischen Befürworter eines solchen Anschlages, welche Passagen erleichtern so vielen Muslimen die Entmenschlichung von Anders- und Nicht-Gläubigen?”. “Wie sollen wir mit diesen Teilen der Quellen unserer Religion umgehen, ohne sie unter den Teppich zu kehren?”. “Inwiefern tragen wir als muslimische Intellektuelle eine Mitverantwortung an den gegenwärtigen Entwicklungen, wo wir es doch offenbar versäumt haben, auf solche Fragen ehrliche, befriedigende und umfassende Antworten zu entwickeln?”. “Welche neuen Herangehensweisen, welches Umdenken im Umgang mit unserer Religion benötigen wir?”.

Stattdessen versteifen sich die Vertreter des friedlichen Islam immer wieder auf wohlklingende Floskeln, die offensichtlich nur für “westliche” Ohren bestimmt sind. Ein Beispiel: Seit dem 7. Januar – wie nach jedem Anschlag im Namen des Islam – wird in den schriftlichen und mündlichen Stellungnahmen der muslimischen Vereine immer wieder der folgende Koranvers ins Feld geführt:

(5:32) “Wenn einer jemanden tötet (…) so ist es, als hätte er alle Menschen getötet. Und wenn jemand ihn am Leben erhält, so ist es, als hätte er alle Menschen am Leben erhalten.”

“Dieser Vers steht doch schwarz auf weiß im Koran. Wie kann man da noch irgendeine Beziehung zwischen dem Islam und diesem abscheulichen Verbrechen konstruieren?” – lautet dann die Argumentation. So edel die Absicht dahinter auch sein mag; für jeden Muslim (und auch jeden Nicht- Muslim), der sich mit dem Korantext auseinandergesetzt hat, ist eine solche Vorgehensweise nichts anderes als ein billiger Täuschungsversuch. Denn wenn wir den Vers ohne die Auslassungen und zusammen mit dem unmittelbar darauf folgenden Vers lesen, bietet sich ein ganz anderes Bild. Zunächst derselbe Vers 5:32 ohne die Auslassungen:

(5:32) “Aus diesem Grund haben Wir den Kindern Israels vorgeschrieben: Wenn einer jemanden tötet, jedoch nicht wegen eines Mordes oder weil er auf der Erde Unheil stiftet, so ist es, als hätte er alle Menschen getötet. Und wenn jemand ihn am Leben erhält, so ist es, als hätte er alle Menschen am Leben erhalten. Unsere Gesandten kamen zu ihnen mit den deutlichen Zeichen. Aber viele von ihnen verhalten sich nach alledem maßlos auf der Erde.”

Zum ersten werden also zwei Ausnahmen gemacht: “jedoch nicht wegen eines Mordes oder weil er auf der Erde Unheil stiftet”. Zum zweiten wird dem Wortlaut nach nicht imperativ vorgeschrieben, sondern narrativ davon erzählt, was den “Kindern Israels” einst vorgeschrieben war. Zum dritten wird in dem Vers eben dieses Volk kritisiert. Nun der unmittelbar folgende Koranvers:

(5:33) “Die Vergeltung für die, die gegen Gott und seinen Gesandten Krieg führen und auf der Erde umherreisen, um Unheil zu stiften, soll dies sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden, oder dass ihnen Hände und Füße wechselseitig abgehackt werden, oder dass sie aus dem Land verbannt werden. Das ist für sie eine Schande im Diesseits, und im Jenseits ist für sie eine gewaltige Pein bestimmt.”

Diejenigen, die “gegen Gott und seinen Gesandten Krieg führen und auf der Erde umherreisen, um Unheil zu stiften” sollen getötet, gekreuzigt, körperlich verstümmelt oder vertrieben werden. Im Gegensatz zu 5:32 werden hier die besagten Strafen imperativ vorgeschrieben.

Unter anderem auf diesen Koranvers berufen sich nun eben diejenigen Muslime, die zum Beispiel den Anschlag in Paris unterstützen. Das Satire-Magazin Charlie Hebdo ist bekannt für seine unverschämten, tabulosen, überspitzten Karikaturen. Auch der islamische Prophet (genauso wie Jesus, Maria, der Papst, ja sogar “Gott”) wurde verschiedentlich in einer Art und Weise dargestellt, die für fromme Gläubige schwer verdaulich ist. Für nicht wenige Muslime sind solche “provokanten” Karikaturen des Propheten eben “Krieg gegen Gott und seinen Gesandten” sowie “Unheilstiftung”. Nun könnte man dagegen halten, dass der Vers von “Krieg” (Arabisch: “harb”) spricht und dies dem Wortlaut nach eben einen bewaffneten, militärischen Krieg voraussetzt, dass die Zeichner des Satire- Magazins deshalb nicht unter diesen Vers subsumiert werden können. Jedoch wäre es unsinnig von “Krieg gegen Allah” zu sprechen, wenn damit ausschließlich der echte bewaffnete Krieg gemeint sein sollte. Der vom Präsidium für Religionsangelegenheiten der Türkischen Republik (T.C. Diyanet İşleri Başkanlığı) herausgegebene und von vier zeitgenössischen, renommierten Islam-Professoren gemeinschaftlich verfasste, fünfbändige Koran-Kommentar (“Tafsir”) zählt bei der Auslegung des Verses 5:33 als ein Beispiel für die “Kriegsführer gegen Allah und seinen Gesandten und Unheilstifter” ausdrücklich auch diejenigen auf, die durch ihre Handlungen den Glauben an Allah zu erschüttern und zu zerstören beabsichtigen (siehe: Kuran Yolu, Türkçe Meal ve Tefsir, Band II, Maide/33-34). Nun ist Charlie Hebdo ein offen religions- und islamkritisches Magazin, das durch offensive Zeichnungen den Glauben an den Islam, an andere Religionen und generell den Gottesglauben satirisch angreift. Solche frontalen Hiebe auf die Religionen und den Gottesglauben können ohne weiteres als “Handlungen, die den Glauben an Allah zu erschüttern und zu zerstören beabsichtigen” gelten. Dem unvoreingenommenen Leser ist jedenfalls nicht ohne weiteres klar, warum zum Beispiel dieser Vers auf keinen Fall und durch keine vertretbare Auslegungsmethode eine religiöse Rechtfertigung für den Anschlag auf Charlie Hebdo bieten soll. Übrigens steht der angeführte türkische Koran-Kommentar eindeutig in der modernen, moderaten, um Diplomatie bemühten Traditionslinie der Koranexegese und wird eben deshalb von manchen islamischen Kreisen scharf attackiert. Die klassischen Kommentare, die in der islamischen Welt große Beachtung finden, sind da um einiges “geradliniger”.

Die muslimischen Befürworter der terroristischen Anschläge führen auch zahlreiche Hadithe an. Unter anderem diejenigen Überlieferungen, nach denen viele Dichter, die den Propheten und den Islam verbal verspottet hatten, auf Geheiß des Propheten von seinen Weggefährten getötet wurden. Unter den namentlich genannten zum Beispiel: Kaʿb ibn al-Aschraf, al-Nadr bin al-Harith, Asma’ bint Marwan, Abu Afak, Al-Harith bin Suwayd al-Ansari und Abdullah bin Khatal. Nach den islamischen Quellen befanden sich darunter auch ein kränklicher Greis sowie die Mutter eines Säuglings, die sich an keiner kriegerischen Auseinandersetzung gegen die Muslime beteiligt hatten. Dennoch wurden sie, weil sie spöttische und gehässige Gedichte über den Propheten und den Islam vorgetragen hatten, auf Befehl des Propheten getötet und zwar einige von ihnen nicht etwa nach einem Prozess durch Hinrichtung, sondern durch Attentat – so zumindest die von den führenden islamischen Rechtsschulen anerkannten Überlieferungen. Das Werk “al-Kutub as-sitta” (“die sechs Bücher”) vereinigt die sechs kanonischen Hadith-Sammlungen, die nach allen sunnitischen Rechtsschulen, die vertrauenswürdigsten Überlieferungen über die Aussprüche, Anweisungen und Taten des Propheten beinhalten. Eine achtzehnbändige, türkischsprachige, kommentierte Auswahl aus diesem Werk steht in den meisten größeren türkischen Moscheen in Deutschland und bei vielen religiösen Familien in den Bücherregalen. Unter anderem dort kann man die Überlieferungen über die Tötung der oben genannten Dichter nachlesen (Kütüb-i Sitte Muhtasarı – Tercüme ve Şerhi, Prof. Dr. İbrahim Canan, Akçağ Yayınları, Band 8, S. 179 ff., Das Kapitel über Gedichte). Mittlerweile ist ein Großteil der Hadith-Sammlungen etwa in englischer Sprache auch online verfügbar, meist von muslimischen Organisationen übersetzt und ins Netz gestellt. Wer sich über die Quellen und Hintergründe informieren möchte, kann zum Beispiel die oben angegebenen Namen der getöteten Dichter googeln.

Die Mohammed-Karikaturen von Charlie Hebdo waren jedenfalls wesentlich drastischer und derber als die teilweise überlieferten Gedichte der auf Befehl des Propheten getöteten Menschen. Wieder einmal leuchtet dem unvoreingenommenen Leser nicht unmittelbar ein, warum diese Hadithe auf keinen Fall eine religiöse Rechtfertigung für die Tötung der französischen Karikaturisten bieten könnten. Die allermeisten Schulen, Richtungen und Verzweigungen des Islam anerkennen die Hadtihe schließlich als die zweite Hauptquelle religiöser Vorschriften. Viele der wichtigsten Normen und Anweisungen des Islam haben nicht den Koran, sondern die Hadithe als Grundlage. Zum Beispiel werden im Koran nicht einmal die “wesentlichen Elemente” (“arkan”) des täglichen Ritualgebets (“salat”) aufgeführt. Diese stehen vielmehr in den Hadith-Sammlungen. Eine pauschale Ablehnung aller Hadithe hätte daher für den Glauben und die Praxis des Islam sehr weitreichende Konsequenzen, zu denen die meisten gläubigen Muslime nicht bereit sein dürften. Andererseits erscheint das Herauspicken der “guten” Hadithe bei gleichzeitigem Unter-den-Teppich-Kehren der “nicht so guten”, wie es von den Vertretern des friedliebenden Islam praktiziert wird, dem radikalen Muslim als ein “rückgratloser Verrat” und “anmaßendes Herumdoktern” an der göttlichen Religion. Aber auch für den kundigen Außenstehenden stellt sich diese “Rosinenpickerei” als intellektuell kaum befriedigend dar.

In einem weiteren Hadith wird die Geschichte eines muslimischen, blinden Mannes überliefert: Dieser fromme Muslim tötete seine Sklavin/Konkubine (“jariya”), mit der er auch gemeinsame Kinder hatte, weil sie trotz Ermahnung nicht aufhörte, schlecht und respektlos über den Propheten zu reden. Als er dem Propheten von seiner Tat berichtete, rief der Prophet ihm und den Anwesenden gegenüber aus: “Bezeuget hiermit, dass die Tötung dieser Frau keiner Ahndung bedarf.” (Überliefert von Abu- Dawud und anderen, siehe z.B. “Sunan Abu-Dawud”, Book 38, Number 4348; http://www.usc.edu/org/cmje/religious-texts/hadith/abudawud/038-sat.php).

Das sind keine Überlieferungen, die vergessen und unbeachtet in den Bücherregalen oder im digitalen Nirwana verstauben und lediglich von bösen “Islam-Feinden” angesprochen werden, damit sie über eine eigentlich friedliche Religion herziehen können. Vielmehr sind das (unter vielen anderen) eben diejenigen Hadithe, die von gewaltbereiten Muslimen als religiöse Legitimation für terroristische Anschläge ins Feld geführt werden. Und diese Hadithe stehen in denselben Büchern, die auch für die Vertreter des “friedlichen Islam” die zweite Hauptquelle des Islam darstellen!
Die Überzeugung, dass die nach dem islamischen Recht gebotene Strafe für die Verspottung oder Beleidigung des Propheten eigentlich der Tod sein müsste, ist in weiten religiösen Kreisen der Türkei (die ja zu den am meisten gemäßigten muslimischen Ländern gehört) nicht etwa eine Randerscheinung. Auch in vielen Werken über das islamische Recht (“fiqh”) wird verkündet, die Beleidigung des Propheten sei mit dem Tode zu bestrafen. In vielen türkischen Tageszeitungen und Zeitschriften werden in den Religionsrubriken solche Gebote des islamischen Rechts unverblümt weitergegeben. In der türkischen Zeitung “Milli Gazete” zum Beispiel, die das Sprachrohr der “Milli Görüs”-Bewegung ist, war am 22.09.2006 zu lesen, dass die Strafe für die Verspottung oder Beleidigung des Propheten nach islamischem Recht der Tod sei (http://www.milligazete.com.tr/haber/Peygambere_sovmenin_ve_hakretin_hukmu_2/257175#.VK9e_ yuG-Jo).

Zur Relativierung kann von diesen muslimischen Kreisen allenfalls entgegnet werden, dass dies zwar die Rechtslage nach dem Koran und den Hadithen ist, dass aber zum Beispiel in Frankreich faktisch nicht das islamische Recht gelte und daher ein Muslim nicht die religiöse Legitimation dafür habe, die Beleidiger des Propheten eigenmächtig zu bestrafen. Dass aber unter dem islamischen Recht die Strafe für die öffentliche Verspottung oder respektlose Behandlung des Propheten, zumindest nach wiederholter Durchführung trotz vorheriger Ermahnung, der Tod sein muss, das wird im Allgemeinen von islamischen Gelehrten nicht bestritten. Nicht wenige halten auch die eigenmächtige Bestrafung in einem nicht-muslimischen Land unter Umständen für religiös gerechtfertigt. Diejenigen konservativ- religiösen aber, die weder das islamische Recht negieren, noch die Anschläge gutheißen möchten, stellen darauf ab, dass hierzulande die Muslime in der Minderheit sind, das islamische Recht keine faktische Geltungsmacht besitze und ein eigenmächtiges Handeln unislamisch sei. Fragt man sie nun weiter, ob sie es denn für wünschenswert erachten würden, dass zum Beispiel die große Mehrheit der Franzosen freiwillig zum Islam konvertiert und das islamische Recht einführt, werden sie es – wenn sie ehrlich sind – bejahen. Eben dies zu wünschen und dafür zu werben, ist sogar eine religiöse Pflicht. Dann aber verkommt die Verurteilung des Pariser Anschlags als ein “abscheuliches, entsetzliches, unmenschliches Verbrechen” zu einer bloßen Formsache. So gesehen, wäre die Tat zwar nicht ganz korrekt, warum sie aber für den Islam von Grund auf “abscheulich, entsetzlich, unmenschlich” sein soll, wäre nicht mehr verständlich, wo doch die eigentlich gerechte Strafe für die Zeichner des Magazins nach dem idealen Wunsch-Szenario durchaus ihre Tötung gewesen wäre.

Es gibt auch noch andere Koranverse und Hadithe, die von den Befürwortern des Anschlags auf das Satire-Magazin angeführt werden. Jedoch würden sie den Rahmen dieses Artikels endgültig sprengen. Die Phrase “Hat alles nichts mit dem Islam zu tun” erweist sich jedenfalls als höchst unbefriedigend und verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit. Eine befriedigende Lösung zu entwickeln, ist die Aufgabe der islamischen Verbände, der Imame, der Religionslehrer und Islamwissenschaftler. Ob das überhaupt möglich ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Eine freimütige, selbstkritische Diskussion unter den friedliebenden Muslimen über ein mögliches Um-Denken und Neu-Ansetzen im Umgang mit der Religion und ihren Quellen scheint aber der einzige eventuell erfolgversprechende Weg zu sein.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_zauberformel_das_hat_doch_nichts_mit_dem_islam_zu_tun_zieht_nicht_mehr

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«Die Muslime haben keine Antwort auf den Radikalismus»

Am Tag nach dem Anschlag in Paris sprach der muslimische Psychologe und Jugendarbeiter Ahmad Mansour in Bern vor dreihundert Schülern Klartext. Er verortet die Muslime zwischen Radikalismus und Opferrolle.

Dezidierter Verfechter eines neu verstandenen, demokratischen Islam: Ahmad Mansour

Berner Zeitung 10.01.15

Am Tag nach dem Anschlag

Ahmad Mansour in Bern
Vor der Aula der Wirtschafts- und Kaderschule (WKS) KV Bildung spricht eine Gruppe Schüler über den IS-Terror in Syrien. Auf dem Handy checken sie, ob die Attentäter von Paris schon gefasst worden sind. Dann strömen sie hinein in die Aula, um Ahmad Mansour zuzuhören. Der 38-jährige, in Israel aufgewachsene Palästinenser ist Psychologe und arbeitet in Berlin mit radikalisierten Muslimen, die die IS-Terroristen in Syrien bewundern. Sie sind so jung wie die Berufsmaturanden in der Aula. In Deutschland ist Mansour eine wichtige und rare muslimische Stimme, die den Islam dezidiert zu Reformen auffordert. Für seine Arbeit erhielt er den Moses- Mendelssohn-Preis zur Förderung der Toleranz.
Mansours Auftritt an der WKS ist schon länger geplant. Aber jetzt, zwei Tage nach dem Anschlag auf die Zeitschrift «Charlie Hebdo» in Paris, hat sein Besuch eine besondere Dringlichkeit. Die Aula ist voll. 300 Schüler hören gebannt zu, als zuerst Philip Wegmüller, WKS-Verantwortlicher für das Fach Geschichte, Mansour befragt. Die Schule probiert erstmals das Veranstaltungsformat WKS-Interview aus.
Mansour hat sich warmgeredet, als die Schülerfragerunde beginnt. Erst fragen sie zögerlich, korrekt: Ob es die Schweiz mit dem Minarettverbot den Muslimen nicht schwermache. Der charismatische Mansour ruft sie auf, ohne Angst vor dem heiklen Thema Islam draufloszufragen: «Wenn wir nicht fragen, was uns beunruhigt, entwickeln wir falsche Vorstellungen», sagt er. Die meisten Schüler dürften in der Islamdebatte noch nie eine so direkte, leidenschaftliche, schonungslose Stimme gehört haben. Sie fragen nun, ob IS-Terroristen überhaupt richtige Muslime seien, was sich denn gegen Islamophobie ausrichten lasse, ob Muslime nicht auch Anpassungsleistungen erbringen müssten und ob der Islam reformfähig sei. Mansour bleibt keine Antwort schuldig. Er bestätigt gar, dass er regelmässig von Radikalen bedroht werde. Das Bekenntnis macht den Aufklärungskampf des Mannes für das Publikum umso glaubwürdiger. Die anderthalb Stunden werden zur Aufklärungslektion, die die Ratlosigkeit nach dem Pariser Anschlag etwas erträglicher macht. Beim Hinausgehen debattieren die Schüler weiter.svb

Herr Mansour, Sie sind Muslim und kritisieren den Islam. Was kritisieren Sie genau?
Ahmad Mansour: Ich kritisiere nicht den Islam an sich, sondern problematische Inhalte dieser Religion. Ich versuche zu differenzieren. Der Islam, den meine Mutter lebt, ist nicht der Islam der IS-Terroristen, der Muslimbrüder oder der politischen Verbände, die in Europa die Muslime vertreten wollen. Was ich problematisch finde, sind religiöse Inhalte wie die Angstpädagogik. Dass also Kinder mit einem Gott aufwachsen, der mit Himmel, Hölle und Strafe droht und keine Zweifel an seinem Wort im Koran zulässt. Ich kritisiere, dass die Sexualität tabuisiert und als Sünde betrachtet wird. Dass Jugendliche nicht frei entscheiden können. Ich kritisiere einen buchstabengetreuen Glauben. Das sind Religionsinhalte, die wir in einer demokratischen Gesellschaft nicht akzeptieren dürfen.

Sind Sie ein religiöser Mensch?
Ja, auf meine Art und Weise. Religion ist aber meine Privatsache. Das ist etwas zwischen mir und Gott, das ich nicht mit der ganzen Welt teilen will. Ich orientiere mich auch nicht an Glaubensrichtungen. Ich bin weder Sunnit noch Schiit, sondern richte mich nach moralischen und demokratischen Werten.

Immer mehr Leute fragen sich im Westen, ob sie noch eine Religion brauchen. Was finden Sie?
Das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Wenn ich im Flugzeug sitze und es Turbulenzen gibt, werde ich auf einmal sehr religiös. Dann brauche ich so etwas wie Religion, und ich will nicht, dass man mir das wegnimmt. Wenn aber Religion eine politische Dimension erhält und in meinem Leben quasi mitregiert, dann wird es problematisch.

Was stört Sie an unserer westlichen Betrachtungsweise des Islam?
Entweder wird ein problematisches Islamverständnis verharmlost im Sinn von: Wir müssen halt hinnehmen, wie die Muslime unter uns leben. Oder es wird eine Angst vor dem Islam geschürt, wie das die Pegida-Bewegung in Deutschland tut. Wir sollten genauer hinsehen, welche Werte und welches Islamverständnis vermittelt werden und welche Probleme es im Zusammenleben mit Muslimen gibt. Das Attentat in Paris ist kein Einzelfall, es gab andere Attentate, und es wird leider weitere geben. Damit müssen wir uns beschäftigen. Aber bitte differenziert. Im Moment habe ich allerdings die Befürchtung, dass immer weniger Differenzierung möglich ist.

Der Anschlag von Paris muss Sie als Vermittler zwischen den Kulturen besonders schmerzen.
Natürlich. Es gibt dieses Gefühl, dass die Täter und die Menschen, die hinter ihnen stehen, gewonnen haben. Sie haben es geschafft, dass die gegenseitigen Ängste weiterwachsen. Muss ich mir nun gut überlegen, ob ich noch kritische Artikel schreibe? Ich will ja weiterleben. Nicht nur ich habe solche Gefühle. Wir alle haben am Mittwoch einen Rückschlag erlebt.

Der Graben zwischen Muslimen und Nichtmuslimen wächst?
Leider ja. Aber ich habe die Hoffnung, dass es genug vernünftige Menschen gibt, die eine Gegenkraft bilden und die freiheitlichen Werte verteidigen. Dazu braucht es Mut und Zeit. In Frankreich stehen die Menschen unter Schock. Sie brauchen ein paar Tage, um zu merken, in welche Richtung es nun geht.

Geben wir den Killern zu viel Gewicht, wenn wir ihre Tat als Angriff auf die Demokratie deuten?
Das glaube ich nicht. Der Anschlag löst eine Hilflosigkeit und Ängste aus, die uns noch lange begleiten werden.

Es gibt Vorwürfe an die Karikaturisten von «Charlie Hebdo». Sind sie zu weit gegangen? Sind ihre Karikaturen beleidigend?
Mich haben sie nicht beleidigt. Muslime, die sich davon beleidigt fühlen, sind sowieso beleidigt. Es ist eine falsche und gefährliche Richtung, wenn sich Karikaturisten fragen, ob sie selber schuld sind an der Gewalt gegen sie. Im Übrigen haben sich die Karikaturisten nicht über den Islam, sondern über ein gewisses Verständnis des Islam lustig gemacht.

Sie arbeiten als Psychologe mit muslimischen Jugendlichen, die sich radikalisiert haben. Was erleben Sie dabei?
Dass der Extremismus zu einer Jugendkultur geworden ist. Ich spreche von Pop-Jihad. Es ist in Berlin oder Köln cool geworden, ein Salafist zu sein. Es gibt unter Salafisten Vorbilder, die wie der Popstar Justin Bieber verehrt werden. Ich weiss von vielen jungen Frauen, die dem Berliner Rapper Deso Dogg nach Syrien zum IS nachreisen und ihn heiraten möchten. 30 Prozent der Jugendlichen, die zum IS wollen, sind Frauen, teilweise versuchen sie sich so von ihren patriarchalen Familien zu emanzipieren. Das sollte uns allen Angst machen. Umso mehr, als manche dieser radikalisierten Jugendlichen die Folgen einer Ausreise nach Syrien nicht bedenken.

Was sind das für Menschen, die anfällig sind für eine Radikalisierung?
Sie sind von unterschiedlicher Herkunft, aber die meisten sind eher instabile und narzisstische Persönlichkeiten auf der Suche nach Aufmerksamkeit. In ihrem jungen Alter kann das Leben sehr anstrengend sein. Es verlangt immer wieder nach Entscheidungen, und man hat Angst, falsch zu entscheiden. Die Jungen suchen in dieser Lebensphase nach klaren Antworten. Und die werden ihnen anscheinend von den Salafisten gegeben.

Wie kommt es, dass hier im Westen aufgewachsene junge Muslime radikal werden?
Junge Muslime langweilen sich in den Moscheen, die ihre einst in den Westen eingewanderten Eltern hier aufgebaut haben. Sie verstehen die Prediger gar nicht richtig, die dort auf Türkisch oder Arabisch predigen. Und diese Prediger kennen die Welt der Jugendlichen nicht. Jetzt kommen da auf einmal Salafistenprediger wie Pierre Vogel und sagen: Ihr braucht nicht mal in die Moschee zu gehen, ihr könnt unsere Predigt auf Youtube hören, auf Deutsch. Und wir reden über Themen, die euch betreffen, über die Unterdrückung und den Rassismus, den ihr als Muslime erlebt! Da fühlen sich viele Jugendliche endlich einmal verstanden. Leider haben die etablierten muslimischen Verbände keine Antwort auf diese Entwicklung. Sie bieten keine Jugendarbeit an, die die Jugendlichen erreicht.

Fehlt es jugendlichen Muslimen an konstruktiven Vorbildern?
Ja, die gibt es leider kaum. Wir brauchen aber muslimische Jugendliche, die aufstehen und sagen: Ich bin religiös, aber das rechtfertigt nie, meine Schwester einzusperren, Menschen umzubringen oder sich einer Terrorgruppe anzuschliessen. Es gibt kaum muslimische Verbände und Vertreter, die hinstehen und sagen: Es kann nicht sein, dass das normale Islamverständnis eine Basis schafft für Radikalismus. Es darf nicht sein, dass Junge mit einem strafenden Gott aufwachsen, der klar sagt, was richtig und was falsch ist. Wenn nun eine Organisation wie die Salafisten solche Prinzipien verficht, beissen 5 Prozent der Jugendlichen an. Das sind 5 Prozent zu viel. Das sind dann die paar Hundert, die zum IS nach Syrien gereist sind. Wir müssen diesen jungen Leuten ein alternatives Islamverständnis anbieten.

Hat der gemässigte Mehrheitsislam keine Stimme?
Die säkularen, integrierten Muslime in Europa sind nicht organisiert, sie leben ihr Leben wie alle anderen. Die radikale Seite aber ist gut organisiert und hat Verbindungen ins Ausland. Bei Projekten für Muslime fliesst in Deutschland viel Geld. Das bekommen aber leider selten demokratische und kritische Kräfte, sondern Strukturen und Verbände, die einen in meinen Augen problematischen Islam vertreten. Über diese Thematik braucht es nicht nur eine innerislamische Debatte, sondern auch eine aus der Mitte unserer Gesellschaft.

Würde die Anerkennung muslimischer Gemeinschaften als eine Art Staatskirche etwas bringen?
Der Islam ist längst ein Teil Europas. Aber welcher Islam? Der Islam meiner Mutter oder jener von Verbänden wie dem Islamischen Zentralrat? Wir müssen muslimische Kinder und ihre Eltern erreichen und ihnen erklären, dass sie ihre Kultur und ihren Glauben leben sollen, dass sie aber keine Angst vor westlichen Werten haben müssen. Dass junge Frauen ihren Partner selber wählen dürfen, dass kritisches Denken gut und notwendig ist. Gleichzeitig sollten wir anerkennen, dass Muslime positive Werte aus ihrer orientalischen Kultur mitbringen: Gastfreundschaft, Kinderfreundlichkeit, Zusammenhalt.

Fehlt es der muslimischen Gemeinschaft an der Bereitschaft zur aufklärerischen Kritik?
Wenn jemand meine Religion kritisiert, bedeutet das nicht, dass meine Religion schwach wird. Wer sich Debatten stellt und nach Alternativen sucht, wird stärker. Wenn wir unseren Kindern aber ein Islamverständnis mit einem strafenden Gott predigen, der verlangt, der Koran müsse Buchstabe für Buchstabe geglaubt werden, ist es kein Wunder, dass keine kritische Auseinandersetzung entsteht. Die meisten muslimischen Verbände stellen sich seit Jahren als Opfer der Gesellschaft dar. Natürlich gibt es Rassismus gegen Muslime. Aber dagegen können Muslime etwas tun, indem sie Verantwortung übernehmen und sagen: Wir sind nicht Terroristen, wir wollen einen anderen Islam. Solange die Muslime aber in der Opferrolle verharren, in dieser Wir-und-ihr-Haltung, kommt ein kritischer Dialog nicht in Gang.

Liegt das auch daran, dass der Koran, das heilige Buch des Islam, unantastbar ist?
Das war in der Geschichte des Islam nicht immer so, es gab vor 400 Jahren kritische innerislamische Debatten. Aber seit 200 Jahren herrscht Stillstand. Das hat auch damit zu tun, dass der Islam dominiert wird von politischen Mächten wie Saudiarabien, das den Salafismus unterstützt und das mit seiner rigiden Auslegung der Religion sein Regime stützt. Man muss den Koran nicht mit einem starren Buchstabenglauben und mit der Haltung lesen, seine Geschichten würden für alle Zeiten gelten. Man muss ihn in seinem lokalen und historischen Kontext verstehen und dann überlegen, welche Moral man für sich daraus ableitet.

Zeigt die Pegida-Bewegung in Deutschland, dass Muslime mit einem schlechten Image zu kämpfen haben?
Muslime könnten sich noch so perfekt integrieren, sie würden in rechtsradikalen Kreisen wohl immer noch Islamfeindlichkeit auslösen. Bei der Pegida geht es, wie bei den Salafisten, um Angstpädagogik und um Feindbilder. Es ist halt der einfachere Weg zu sagen: Ich habe den Job wegen Ausländern nicht bekommen. Das mag in Einzelfällen so sein, aber man muss am eigenen Selbstwertgefühl arbeiten, statt die Schuld einfach anderen zuzuschieben. Wir brauchen wohl noch ein, zwei Generationen, bis wir in Europa begriffen haben, dass wir eine Einwanderungsgesellschaft sind und dass das so gut ist. Von einer Islamisierung zu warnen und Muslime als Gefahr zu sehen, ist absurd. Eine Frau, die ein Kopftuch trägt und fünfmal am Tag betet, ist keine Gefahr für diese Gesellschaft, wenn ihr Glaube ohne politische Dimension ist und sie die Grundwerte der Demokratie achtet.

Auch wenn viele Muslime gut integriert sind, wurde in der Schweiz ein Minarettverbot eingeführt. Das macht es den Muslimen doch schwer?
Ich finde diesen Entscheid des Schweizervolks sonderbar und verstehe ihn als Ausdruck einer Angst vor Identitätsverlust, wie sie ja auch Muslime haben. Aber der Entscheid ist nun mal gefällt worden. Was mache ich nun als Muslim: Klage ich, dass ich armes Opfer meine Religion nicht leben kann? Oder sage ich: Ich will dieser Gesellschaft zeigen, dass man vor mir keine Angst haben muss und ich ihre Werte teile?

In Ihrer Jugend neigten Sie selber zur Radikalisierung. Wie kam das?
Ich war ein Streber, habe nicht so gut Fussball gespielt und wurde gemobbt. Das haben meine Lehrer nicht gemerkt, der Imam aber fragte mich, ob ich in seine Koranschule kommen wolle. Da habe ich Freunde gefunden, eine Aufgabe bekommen. Mein Leben in einem langweiligen kleinen Dorf in Israel kam in Bewegung, wir sind von einer Veranstaltung zur anderen gefahren. Am Anfang war alles harmlos. Aber dann begann ich meine Nachbarin zu verachten, weil sie kein Kopftuch trug. Ich rebellierte gegen meine damals nicht religiösen Eltern, ich entwickelte Feindbilder. Meine Rettung war dann, dass ich beim Psychologiestudium an der Universität Tel Aviv Bücher zu lesen begann und beim Diskutieren mit jüdischen Studenten merkte, dass sie gar keine Feinde sind.

Sie haben bei Ihrer Arbeit auch mit den Eltern der Radikalen zu tun. Was berichten Ihnen diese?
Ich erlebe vor allem ihre Hilflosigkeit. Sie leben in einem kleinen Dorf in Sachsen oder Bayern, kennen Salafisten nur aus dem Fernsehen, und plötzlich sitzt einer an ihrem Tisch und ist ihr Sohn. Seit dem Sommer rufen bei uns Eltern an und sagen: Mein Kind ist weg, es ist in Syrien. Stellen Sie sich vor, wie schwer es ist, mit diesen Eltern zu reden und ihnen überhaupt etwas anzubieten. Manche muslimischen Eltern rufen zu spät an. Die ersten Radikalisierungstendenzen ihrer Kinder nehmen sie oft positiv wahr: Sie hängen nicht mehr auf der Strasse rum, trinken weniger Alkohol, sind höflich zu den Eltern und gehen in die Moschee. Die Eltern sind stolz und merken nicht, dass es nicht um Glauben, sondern um Radikalisierung geht.

Wie reagieren Eltern, wenn sie die Radikalisierung erkennen?
Mit autoritärer Erziehung. Mütter sagen mir: Wie soll ich mein Kind erziehen, wenn ich es hier im Westen nicht schlagen darf? Lachen Sie nicht, vor 50 Jahren war das auch hier in der Schweiz noch so. Wenn man diesen Müttern dann erklärt, dass auch andere Erziehungsformen möglich sind und was Schläge bei Kindern anrichten können, dann beginnen sie oft zu weinen. Auch weil sie plötzlich realisieren, was ihre Eltern früher mit ihnen angerichtet haben.

Sie reden nur von den Müttern, wo bleiben die Väter?
Viele muslimische Familien sind patriarchalisch und als Pyramiden aufgebaut mit dem Vater als Familienoberhaupt. Alle anderen müssen sich ihm unterordnen. Die Väter fühlen sich aber nicht für die Erziehung zuständig. Vielen radikalen Jugendlichen fehlt eine Vaterfigur. Ein autoritärer Imam oder der strafende Gott wird ihr Ersatzvater. Das macht die radikale Ideologie für sie auch so attraktiv.

Gelingt es den Schulen nicht, die radikalen Jugendlichen anzusprechen?
Ich höre von Lehrern, dass Schüler Bestnoten in Mathetests schreiben, aber nicht in der Lage sind, in einem Aufsatz eine eigene Meinung zu formulieren. Weil sie es in ihren patriarchalen Gemeinschaften und Familien nicht dürfen. Dagegen muss man doch antreten. Ich frage die Lehrer: Warum schafft man es nicht, den Schülern in zehn Schuljahren kritisches Denken beizubringen? Und warum bemerkt man die Radikalisierung der Schüler nicht? Die passiert ja nicht über Nacht.

Ist es ein Lichtblick, dass sich sogar die Muslimbrüder oder Saudiarabien vom Anschlag in Paris distanzieren?
Ich glaube, dass acht von zehn Muslimen ehrlich entsetzt sind über den Anschlag. Aber eine Pressemitteilung der Muslimbrüder überzeugt mich noch nicht. Wer hat denn in den letzten Jahren gegen Karikaturen gehetzt, Feinden den Tod gewünscht und für den Sieg der Muslime gepredigt? Auf Arabisch und Türkisch haben in den letzten Tagen Tausende auf Onlineforen den Anschlag von Paris gefeiert. Das sind Mittäter, die mitschuldig sind, dass solche Anschläge passieren.

Es gibt die Aussage, dass IS-Terroristen gar keine richtigen Muslime sind. Was finden Sie?
Wenn Jugendliche im Kollegenkreis das so sehen, finde ich das gut. Ich persönlich halte die IS-Leute für Faschisten. Aber leider höre ich von Jugendlichen, der IS sei eine Erfindung des Mossad und des CIA, um den Islam schlecht darzustellen. Viele Islamvertreter sagen: Mit dem IS haben wir nichts zu tun. Ich frage zurück: Bringt uns das weiter? Es ist zu einfach, zu sagen, der IS habe mit dem Islam nichts zu tun. Haben auch die Hamas, al-Qaida und die iranischen Mullahs nichts mit dem Islam zu tun? Zumindest mit dem politischen Islam haben sie viel zu tun.

Sie klingen ziemlich pessimistisch.
Als im letzten Sommer offensichtlich wurde, was der IS in Syrien treibt, wurden viele Muslime nachdenklich. Sie realisierten: Hier stimmt etwas nicht. Dieser IS ist mit Geboten wie der Angstpädagogik und dem Buchstabenglauben grossgeworden. Gerade hatte ein Prozess begonnen, eine Suche nach einem anderen Islam. Dann kam Pegida. Übrigens wurde der IS für Europa erst mit den Rückkehrern zum Thema, die nun in Europa zur Gefahr werden können. Vorher war der IS weit weg. Wir müssen wohl damit rechnen, dass in Zukunft noch mehr Radikale durchdrehen. Ich bin aber überzeugt, dass wir 80 Prozent der jungen Leute mit einer Disposition zur Radikalität ansprechen könnten, bevor sie gewalttätig werden. Das gelingt aber nur, wenn alle, Muslime und Nichtmuslime, in der westlichen Gesellschaft die Freiheit verteidigen. Das ist mein Appell. (Berner Zeitung)

http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Die-Muslime-haben-keine-Antwort-auf-den-Radikalismus/story/26010017

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Thomas Rietzschel   schreibt:   Dummheit macht frei!

Was wir eben erleben mussten und weiter zu befürchten haben, die terroristisch befeuerte Expansion einer atavistischen Religion, ist auch eine Folge der intellektuellen Verarmung unserer politischen Klasse und eines großen Teiles ihrer journalistischen Wasserträger. Wenn diese selbsternannten „Eliten“ wenigstens noch über Restbestände einer soliden Schulbildung verfügten, wüssten sie, dass der Islam, da er keinen Aufklärung erlebte, geblieben ist, was er immer war: die ideologische Basis einer vormodernen Stammesgesellschaft.

Kein technischer Fortschritt, von dem die Kernlande des Islam sehr wohl profitieren, konnte der autokratischen Ausrichtung etwas anhaben. Nach wie vor verfolgt die Politik religiöse Ziele, wo die Imame die Mehrheit der Menschen hinter sich wissen, wo sie sie unter ihrer Fuchtel haben. Unverändert, wie vor Hunderten von Jahren, wird Recht mit Bezug auf die Religion gesprochen. Weil er den Islam „beleidigt“ haben soll, wurde ein saudiarabischer Blogger zu einer Strafe von 1000 Peitschenhieben verurteilt.

Fünfzig davon bekam er am vergangenen Freitag; die restlichen 950 werden ihm in den nächsten Wochen verabreicht, jeweils fünfzig Hiebe pro Sitzung in aller Öffentlichkeit. Und das nicht irgendwo, weit hinten in einem abgeschiedenen Wüstengebiet, sondern in einem der reichsten Länder der Welt, in dem technisch hoch gerüsteten SaudiArabien. Was die Hardware anlangt, ist das Land wie andere der arabischen Welt auf dem neuesten Stand, da nutzen sie alles, was die moderne, säkularisierte Welt zu bieten hat, ohne sich weiter um deren zivilisatorische Grundlagen zu scheren.

Im Gegenteil, sie werden im Namen des Islam aggressiv in Frage gestellt, mit der Peitsche, mit der Burka oder mit Mord und Totschlag. Es ist unsere, die westliche Lebensart gegen die die Gotteskrieger ins Feld ziehen, ausgerüstet mit den HightechWaffen, die wir selbst entwickelt haben. Sie verwenden, was der Westen geschaffen hat, um uns ins moralische Mittelalter zurück zu bomben. Der Islam, auf den sie sich berufen, stellt die denkbar größte Bedrohung für Europa dar, weil er in den Vorstellungen überlebter Epochen verharrt, nie durch eine Aufklärung, wie sie das Christen und das Judentum durchlaufen mussten, relativiert wurde.

Der Islam und Europa verhalten sich heute wie Feuer und Wasser. Das eine kann mit dem anderen nicht harmonieren, weil der historische Abstand niemals überbrückt wurde. Erst wenn die Trennung von Religion und Staat, die Individualisierung des Glaubens nachvollzogen würde, könnte der Islam gleichberechtigt in Europa ankommen. Solange das aber nicht der Fall, gehört er auch nicht zu Deutschland. In der Behauptung des Gegenteils konnte sich nur ein Bundespräsident gefallen, dem sonst nichts einfiel, womit er auffallen konnte. Über eine historische Bildung, die Zweifel an dem PRGag hätte wecken können, verfügte er so wenig wie der amtierende Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), der uns unmittelbar nach dem im Namen Allahs verübten Attentat auf „Charlie Hebdo“ erklärte, „Terror hat mit dem Islam nichts zu tun“.

Wie, fragt man sich, kommt der Genosse dazu, einen derartigen Blödsinn zu behaupten. Das Mindeste, was man von ihm als Justizminister einer religiös unabhängigen Demokratie erwarten könnte, wäre doch, dass er die Terroristen ernst nimmt, wenn sie sich bei ihren Verbrechen immer wieder, nicht erst seit dem Anschlag auf das World Trade Center, auf den Islam berufen, unisono erklären, sie bekämpften den Westen, um zur Schaffung des islamischen Gottesstaates beizutragen.

Wenn die Moslems trotzdem zu ihrer Religion stehen, ungeachtet der islamisch begründeten Morde, Hinrichtungen und Entführungen, ist das ihre Sache. Wenn aber die regierenden deutschen Politiker die Augen vor den Gefahren des Islam verschließen, dann bringen sie das Land, von dem sie Schaden abwenden sollten, in Gefahr. Sie handeln unverantwortlich. Mehr noch, sie setzen sich dem Verdacht aus, für den unumschränkten Herrschaftsanspruch der islamischen Ideologie insgeheim mehr Verständnis aufzubringen, als ihnen das demokratische Gewissen erlauben sollte.

Dass sie sich dessen gar nicht bewusst sind, mag sein. Als Wortführer der Konsumgesellschaft leben sie nur mehr im Augenblick. Sie nehmen die Phänomene so, wie sie ihnen momentan erscheinen. Über historische Kenntnis, die sie veranlassten, die geschichtliche Bedingtheit der unterschiedlichen Religionen ins Kalkül zu ziehen, verfügen sie kaum mehr. Dummheit macht frei, Skrupel entfallen.

Christentum, Judentum, Islam alles gleichviel. Eine Religion mehr oder weniger, die zu Deutschland gehört, du lieber Himmel, was spielt das für eine Rolle, wenn man nicht mehr weiß, dass der Islam auch ein politisches Dogma ist, eine Ideologie der Alleinherrschaft wie der Kommunismus oder der Nationalsozialismus. Das gilt es abzuwenden, ohne wenn und aber. Beschwichtigungen sind hier völlig fehl am Platze. Den Nazis würde doch heute auch niemand mehr entschuldigend beispringen, nur weil die Mehrheit der Volksgenossen an das Gute im Führer glaubte.

Wer die Freiheit und die Glaubensfreiheit insbesondere verteidigen will, darf nicht alles tolerieren. Ein Islam, dessen Vertreter sich immer mehr in das politische Leben einmischen, vor dem die Parteien kuschen, von dem sie sich zu Kundgebungen zitieren lassen, gehört nicht zu Deutschland. Der Glaube ist eine Privatsache; und das hat er bitte schön auch zu bleiben. Keine wirtschaftlichen Zwänge, nichts sollte daran etwas ändern.

Wenn wir erst Moscheen bauen müssen, um die nötigen Arbeitskräfte zu bekommen, dann sind die Tage der Demokratie gezählt. Dann machen die Eliten schnell gemeinsame Sache so wie in Michel Houellbecqs eben erschienen Roman. Erzählt wird darin, wie plötzlich alle an dem Gefallen finden, was sie bei klarem Verstand‚ ablehnen müssten. Es geht um den Islam. Der deutsche Titel des Buches lautet „Unterwerfung“.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/dummheit_macht_frei

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Alex Feuerherdt schreibt: “ Vom deutschen Elend

 

Man könnte auch mit Michael Martens feststellen: Wenn der Islamismus nichts mit dem Islam zu tun hat, dann hatten die Kreuzzüge auch nichts mit dem Christentum zu tun. Und der Archipel Gulag nichts mit dem Stalinismus. Ganz einfach.
V.

Nicht wenige Linke, Linksliberale und Antirassisten nehmen gegenüber Muslimen eine Haltung ein, die als Ausweis edler Gesinnung daherkommt, in Wirklichkeit aber paternalistisch oder kulturrelativistisch und damit letztlich selbst rassistisch ist. Dort, wo sich islamisch grundierter respektive motivierter Hass äußert oder gar gewalttätig wird, werden allzu oft Erklärungen präsentiert, die beschwichtigen, verharmlosen, verdrehen. Selbst Brutalitäten bis hin zum Mord werden vielfach als zwar bedauerliche, aber irgendwo doch verständliche Reaktionen auf – angebliche oder tatsächliche – Ausgrenzungs- und Unterdrückungserfahrungen betrachtet. So, als könnten die betreffenden Muslime gar keine autonomen Subjekte sein, die Entscheidungen selbstbewusst treffen, als könnten (und müssten!) sie ihr Handeln nicht verantworten, sondern immer nur als Objekte reagieren – und zwar exakt so, wie sie es tun. Eine Entmündigung und Ontologisierung, ein Spiegelbild des Rassismus klassischen Zuschnitts: Rechte Rassisten wie linke Antirassisten können sich Muslime offenbar nur als Fanatiker vorstellen.

Hinzu kommt, dass dort, wo noch jede materielle, aufgeklärte Kritik an der gewalttätigen Praxis des Islamismus als »rassistisch« und »islamophob« denunziert wird, nicht nur eine fragwürdige Akzentverschiebung in der Debatte stattfindet oder zumindest beabsichtigt ist. Säkulare, islamkritische (Ex-)Muslime werden in ihrem Kampf gegen religiöse und religiös begründete Zumutungen auch schmählich im Stich gelassen. Dass die meisten Opfer des Islamismus unter den Muslimen zu finden sind, ist eine Wahrheit, der sich die meisten Antirassisten sehr ungern stellen. Weil sie nur auf den Rassismus konzentriert sind, haben sie tatenlos zugesehen, wie sich eine radikal freiheits- und frauenfeindliche, antisemitische und homophobe Ideologie ausgebreitet hat. Und sie haben es versäumt, dem rechten Schreckensszenarien vom drohenden Untergang des Abendlandes einen Kosmopolitismus und Universalismus entgegenzusetzen, der nicht nur xenophoben Zumutungen eine Absage erteilt, sondern eben auch denen des politischen Islam. (Wobei es rühmliche Ausnahmen wie die Aktion 3. Welt Saar gibt, die hier nicht unterschlagen werden sollen.)

Auch jetzt, nach dem Terror von Paris, steht in den öffentlichen Reaktionen und Debatten hierzulande auffällig oft die Warnung vor einer wachsenden Islamfeindlichkeit im Mittelpunkt. Der Islamismus dagegen ist – und daran ändern auch die zahlreichen Beteuerungen, ebenfalls »Charlie« zu sein, nichts – vielfach nur insoweit ein Thema, als man es sich verbittet, dass »Pegida« die Bluttaten in der französischen Hauptstadt instrumentalisiert. So, als sei die Gefahr, die vom politischen Islam als totalitärer Ideologie ausgeht, ansonsten zu vernachlässigen. Ebenfalls bezeichnend ist, wie wenig über die jüdischen Opfer gesprochen wird, die es in einem koscheren Supermarkt in Paris gab. Der Täter hatte sich dieses Geschäft ganz gezielt ausgesucht, wie er selbst sagte: »Ja. Die Juden. Wegen der Unterdrückung, vor allem des ›Islamischen Staats‹, aber überall. Es ist für alle Gegenden, wo Muslime unterdrückt werden. Palästina gehört dazu.«

Das hätte ein Anlass zu sein, eher vor Judenfeindlichkeit zu warnen als vor Islamfeindlichkeit, zumal nach den antisemitischen Aufmärschen des vergangenen Sommers. Doch »jüdische Tote scheinen Europa, ja die Welt bei weitem nicht so zu erschüttern wie Tote anderen Glaubens«, wie Bernhard Torsch auf seinem Blog schreibt. »Es ist fast so, als würde Terrorismus gegen Juden als Normalität wahrgenommen und, schlimmer noch, als Reaktion auf den Nahostkonflikt rationalisiert. Dass man den Skandal der Dauerbedrohung jüdischen Lebens in Europa hingenommen hat, ist aber eine der Wurzeln des Nachtschattengewächses Terrorismus. Kaum jemand schien zu verstehen, dass es nicht nur darum geht, jüdische Menschen und Einrichtungen mit Polizeistreifen zu beschützen, sondern dass die Notwendigkeit für diesen Schutz das eigentliche Problem ist. So wie das eigentliche Problem am islamischen Terrorismus nicht die Qualität der Abwehrmaßnahmen dagegen ist, sondern dass diese Maßnahmen nötig sind.«

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/vom_deutschen_elend

Der Film „Im Labyrinth des Schweigens“ – Trailer, Rezension und Texte zum Film

Trailer zum Film „Im Labyrinth des Schweigens“

 

Loriot über die „Reichskristallnacht“

 

ZDF-History_ Mörder unter uns – Fritz Bauers einsamer Kampf (Dokumentation)

 

Ich hab‘ nur meine Pflicht getan

 

Deportation (Verschleppung) von Juden nach Auschwitz – (Dokumentation)

 

Auschwitz – Bilder aus der Hölle – (Dokumentation)

 

Reichsführer-SS Heinrich Himmler am 4. Oktober 1943 bei der SS-Gruppenführertagung in Poznán, Polen zur Judenausrottung (Auszug)

 

Reichsführer-SS Heinrich Himmler am 4. Oktober 1943 bei der SS-Gruppenführertagung in Poznán, Polen zur Judenausrottung (die ganze Rede)

 

Die neuen Nazis

Adolf Eichmann ,Begegnung mit einem Mörder , spannende Doku 1/6 SS Obersturmbahnführer

Klaus Barbie

 

Die Wannseekonferenz

 

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Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt

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In Kinos läuft seit kurzer Zeit ein hervorragender Film des Italieners Giulio RicciarelliIm Labyrinth des Schweigens“ zum Thema der Auschwitzprozesse geführt vom Staatsanwalt Fritz Bauer in Frankfurt am Main in sechziger Jahren.

 

Hier einige Texte zum Film und dessen Thema:

 

1)    Christiane Linke: eine Rezension des Films

2)    Henryk Broder: „Antisemitismus der Deutschen – gestern“[i]

3)    Maxim Biller: „Antisemitismus der Deutschen – heute“[ii]

4)    Julian S. Bielicki: Antisemitismus in deutscher Psychoanalyse

 

 

 

Rezension des Films „Im Labyrinth des Schweigens“

Von Christiane Linke

 

„War es denn nicht ein Schutzhaftlager?“

“Haben Sie schon mal von Ausschwitz gehört?“ Auf die Frage des Redakteurs weicht man aus. Deutschland in den 50-igern. Gemeinsames Verdrängen. Die Wunde müsse langsam heilen. Wessen Wunde?

Der jüdische Freund des Redakteurs erkennt bei einem Spaziergang zufällig einen Wachmann aus dem berüchtigten KZ Auschwitz wieder. Dieser arbeitet mittlerweile unbehelligt im Schuldienst. Normaler Alltag in jener Zeit. Der Redakteur konfrontiert die Staatsanwaltschaft mit dem Sachverhalt und ein junger begeisterungsfähiger Staatsanwalt verfolgt die Geschichte. Im Hintergrund agiert Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der ihm schließlich die Verantwortung für die Untersuchung überträgt. „Bringen Sie mir Zeugen und Beweise.“ Der junge Johann Radmann erfährt erst später, daß Bauer Jude ist und ebenfalls im KZ war.

Bauer prägte als Ankläger später den Satz: Ein Unrechtsstaat, der täglich Zehntausende Morde begeht, berechtigt jedermann zur Notwehr. Die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 wurden rehabilitiert und ihr Versuch, Hitler zu töten, legitimiert (Quelle: Wikipedia). Bauer, der kein Vertrauen in die deutsche Justiz hatte, arbeitete mit dem Geheimdienst Mossad zusammen, um die Ergreifung Eichmanns zu erwirken.

Der junge Staatsanwalt findet durch Zufall bei dem jüdischen Freund des Redakteurs eine Liste mit Namen von KZ-Wärtern und beginnt in den Archiven der Alliierten zu recherchieren. Die beeindruckende Einstellung zeigt einen Keller mit unzähligen Regalreihen und zehntausenden von Akten. Die ersten Befragungen ehemaliger Insassen bringen die Greuel ans Licht und den jungen Staatsanwalt an den Rand der Belastbarkeit. Er bittet das BKA um Mithilfe bei der Festnahme der Täter. Eine Szene, die beispielhaft ist. Der Kriminalbeamte nimmt die Liste mit den Namen und beginnt sie sorgfältig zu einem kleinen Paket zu falten, dann schiebt er es unter das eine Tischbein und prüft, ob der Tisch wackelt. Er lächelt Radmann an: „Wir werden uns darum kümmern.“

Eichmann wird schließlich von Mossad-Agenten in Argentinien gefaßt, Mengele taucht unter und stirbt später unbehelligt bei einem Badeunfall.

„Über so etwas Grausames kann man keinen schönen Film machen.“ Stimmt, der Film zeigt ästhetische Bilder, ist gut gemeint und bleibt doch gut verdaulich an Oberfläche. Vielleicht hätten schon ein wenig Sepia-Filter und weniger schöne, blonde Schauspieler das Grauen etwas ehrlicher gemacht. Man wollte aufrütteln und hat verklärt. Man habe es doch gut gemeint und wollte die Menschheit retten. Das gilt auch für den Film. Ich mußte während der Vorstellung oft an Primo Levis Buch „Ist das ein Mensch“ denken, das eine authentische, aber vor allem vielschichtige Vorlage gegeben hätte: „Ein Erlebnisbericht mit Textstellen, die das Leben im Lager überwiegend analytisch beschreiben… Ferner wird explizit auf die Veränderung der Häftlinge nach der Internierung hingewiesen: Durch den Kampf ums Überleben müssen einige grundlegende ethische Grundsätze vorübergehend ausgeschaltet werden… Die Gefangenen bilden eine linguistisch bunte Gesellschaft; neben den einzelnen Sprachen der Häftlinge hat sich auch ein wichtiger Lagerjargon herausgebildet, der als interkulturelles Kommunikationsmittel dient und dessen Wörter das Leben im Lager bildhaft beschreiben.“ (Quelle: Wikipedia)

 

2014 © Christiane Linke

 

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„Ihr bleibt die Kinder Eurer Eltern“. „Euer Jude von heute ist der Staat Israel“: Die neue deutsche  linke und der alltägliche Antisemitismus.

Von Henryk M. Broder

DIE ZEIT Ausgabe: 10/1981 27. Februar 1981

 

Meine mehr oder weniger lieben linken Freunde! Ich schreibe Euch diesen Brief,

weil ich keine Lust mehr habe, mit Euch zu reden. Ich will jetzt nur noch ein paar Dinge aussprechen und festhalten. Dadurch wird nichts besser, aber es wird einiges klarer. Und nur noch darauf kommt es mir an.

Vor ein paar Wochen war ich In einer sogenannten alternativen Kneipe. An den Wänden Plakate über Chile, El Salvador, Iran, ein Solidaritätsaufruf für die inhaftierten Genossen von der IRA, auf dem Klo in die Wand geritzte Sprüche, darunter auch diesen „Wir sind diejenigen, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben!“ – Toll, dachte ich, die sind noch auf die Irrtümer ihrer Alten stolz.

Ihr bildet Euch viel darauf ein, ganz anders als Eure Eltern zu sein. Ihr habt, so scheint es, etwas geschafft, was vor Euch noch keiner Generation gelungen ist: Ihr wollt mit dem Stamm, von dem Ihr gefallen seid, nichts zu tun haben.

Vor ein paar Tagen habe ich in der TAZ ein Interview mit ein paar Punks der fortschrittlichen Art gelesen. Auf die Frage: „Was habt ihr für einen Begriff vom Faschismus?“ antwortete einer der etwa 20 Jahre alten Jugendlichen! „Ich hab’ keinen Juden ins KZ gesteckt, ich hab’ auch keinen Polen erschossen, ich hab’ da echt nichts mit zu tun, das war mein Vater oder mein Großvater. Ich mach’ auch meine Großmutter oder meine Vorfahren nicht für den Dreißigjährigen Krieg verantwortlich…“ Ein anderer Punk schlug daraufhin die Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart: „Früher haben se Juden vergast, heute werden die Leute in Stammheim abgeknallt.“

So platt und so dumm klingt es nicht aus jedem alternativen Mund. Aber diese beiden Sätze stecken genau den Rahmen ab, in dem sich auch Euer historisches Bewußtsein entfaltet: Mit Eurer Geschichte habt Ihr „echt nichts mit zu tun“, und was Eure Eltern mit den Juden angestellt haben, kommt Euch allenfalls dann in den Sinn, wenn Ihr darüber klagt, wie schlecht einige Gruppen in der Gesellschaft heute behandelt werden. Dann sind die Frauen oder die Studenten oder die Schwulen „die Juden von heute“; die Schamlosigkeit solcher Vergleiche fällt Euch ebensowenig auf wie die Tatsache, daß Ihr Euch mit solchen Konstruktionen in die unmittelbare Nachbarschaft von Strauß, Stoiber und Kohl bringt, die es passend finden, die Anti-Strauß-Kampagne mit der Hetze des Stürmer gegen die Juden gleichzusetzen. Auch Ihr mißbraucht Millionen von Toten für Eure tagespolitischen Geschäfte, auch Euch sind alle Maßstäbe abhanden gekommen, so Ihr überhaupt jemals welche gehabt habt.

Ich könnte Euch ein paar mildernde Umstände zugute halten: Eure Eltern haben Euch allein gelassen, das wenige, was Ihr über Eure Geschichte wißt, habt Ihr zufällig aufgeschnappt. Ihr könnt Euch von Vater und Mutter so viel distanzieren, wie Ihr wollt, und so abfällig über Eure Erzeuger sprechen, wie Ihr nur könnt – Ihr bleibt dennoch die Kinder Eurer Eltern. Nur in Eurem bewußten Verhalten, also dem Bereich, den Ihr kontrollieren könnt, habt Ihr Euch von Euren Eltern abgesetzt, je demonstrativer desto verkrampfter.

Was ich Euch zum Vorwurf mache, ist, daß Ihr den Zusammenhang von Ursache und Wirkung nicht erkennen wollt, wenn es um Euch selbst geht und daß Ihr so tut, als wäret Ihr die neuen Menschen: Unbelastet von dem Geruch der Küchen, aus denen Ihr kommt, hineingeboren in ein Vakuum, das erst mit Eurem Auftreten anfing, sich zu füllen. Daß Ihr aber in Euren Wiegen mehr aufgenommen habt als nur das Geräusch der Kinderrassel, daß Ihr nicht nur mit Milchbrei gefüttert worden seid, sondern auch mit den Vorurteilen und Vorlieben Eurer Mütter und Väter, mit deren Art zu denken und zu fühlen – dies ist ein Gedanke, von dem Ihr bis heute verschont geblieben seid.

Das „pathologisch gute Gewissen“ Eurer Eltern, die nichts gewußt und allenfalls mitgemacht haben, um Schlimmeres zu verhüten, dieses pathologisch gute Gewissen ist auch Euer politisches Startkapital: Auschwitz im Rücken, aber weder im Kopf noch im Herzen, erlaubt Ihr Euch heute Debatten darüber, ob die Vietnam-Flüchtlinge „richtige“ oder nur „Wirtschaftsflüchtlinge“ sind, die sich nicht am Aufbau des Sozialismus beteiligen wollen, und Ihr zählt die Dollarnoten und Goldbarren, die diese Menschen mitbringen, falls sie das Glück haben, die Flucht zu überleben. Solche Debatten hat’s hier schon mal gegeben, als es darum ging, ob man die reichen Juden gegen eine „Gebühr“ ausreisen läßt oder sie gleich umbringt.

Ihr habt den Rassismus Eurer Eltern geerbt und auf Eure speziellen Bedürfnisse hin zurechtgebogen. Nicht das „Was“ hat sich geändert, lediglich das „Wie“. Die Art, wie Ihr Euch mit der Dritten Welt beschäftigt, wie Ihr gute und schlechte Befreiungsbewegungen unterscheidet je nachdem, ob diese Befreiungsbewegungen Euren revolutionären Ansprüchen genügen; die Bereitschaft, Grausamkeiten zu verschleiern oder sogar propagandistisch zu fördern, wenn sie nur von Euren ideologischen Verbündeten an den richtigen Gegnern begangen werden, weist Euch als begabte Nachfahren jener aus, die in China die Boxeraufstände niedermachten und in Südafrika die Hereros liquidierten. Ihr macht Euch freilich die Finger selbst nicht mehr schmutzig, ihr treibt’ s vom alternativen Schreibtisch aus und an der revolutionären Theke.

Ich will mich hier nur mit einem Punkt Eures rassistischen Reservoirs beschäftigen, der mich speziell betrifft: Eurem Antisemitismus. Daß ein Linker, sozusagen von Natur aus, kein Antisemit sein kann, weil dies die Domäne der Rechten sei, das ist eine ebenso beliebte wie verlogene Ausrede, an die Ihr Euch klammert, die Generalabsolution, die Ihr Euch selbst erteilt, ein weiterer Beweis für die Dürftigkeit Eures historischen Wissens. Ich wette: mit den Namen Slansky und Rajk könnt Ihr nix anfangen und die Ärzteprozesse 1953 (Stalins antisemitische Kampagne kurz vor seinem Tod im März 1953, d. Red.) haltet Ihr wahrscheinlich für eine Fortsetzungsserie über den Konflikt zwischen Hackethal und der Schulmedizin.

Wieso kann ein Linker eigentlich kein Antisemit sein? Sind Linke denn per se die besseren Menschen? Verprügeln Linke nicht auch ihre Frauen und diskriminieren Schwule? Euer Rassismus fängt schon bei der Überschätzung Eurer eigenen Moral an. Sicher, Ihr schmiert keine Hakenkreuze an die Mauern und von jeder „Juda verrecke!“-Parole könnt Ihr Euch leicht distanzieren. So primitiv seid Ihr nicht – auch den Mitarbeitern der Zeitschrift Das Reith waren die Pöbeleien des Stürmer peinlich. Euer Antisemitismus ist von subtilerer Art, durch Euer Bewußtsein veredelt und Eurem politischen Umfeld angepaßt Ich will Euch an ein paar konkreten Beispielen erklären, was ich meine.

Vor rund zwei Jahren, Ende 1978, veranstaltete die Westberliner „Galerie 70“ eine Ausstellung zum Thema Neonazismus. Während der mehrwöchigen Ausstellung fanden in der Galerie regelmäßig Diskussionen statt. Bei einer dieser Diskussionen war ich dabei, es ging um neonazistische Vorfälle an Westberliner Schulen. Etwa 150 Lehrer, die meisten von ihnen in der GEW organisiert, berichteten über ihre Erfahrungen mit rechtsextremen Schülern und bemühten sich um eine „Einschätzung“ des faschistischen Potentials unter Jugendlichen. Im Laufe dieser Diskussion sprach eine junge Lehrerin – sie war vielleicht 30 Jahre alt – diese Sätze: „Die Jugendlichen wehren sich auch dagegen, daß sie falsch informiert werden. Es ist doch so gewesen, daß die KZs in erster Linie Arbeitslager waren, wo Rüstungsgüter billig hergestellt wurden und erst gegen Ende des Krieges, als die Niederlage absehbar war, fingen die Nazis mit der Vernichtung der Juden an. Heute wird der Holocaust als zionistische Propaganda benutzt, um die Existenz des Staates Israel zu rechtfertigen.“

Mir blieb einen Moment lang die Luft weg, das hörte sich an, wie aus der Nationalzeitung vorgelesen. Ich schaute mir die Lehrerin an, eine junge Frau mit hennaroten Haaren, dezent alternativ gekleidet, und dachte: „Die muß jetzt gleich noch was sagen, so kann sie das doch nicht gemeint haben…“ Aber sie hatte es genauso gesagt, wie sie es gemeint hatte. Und das tollste war: Niemand widersprach ihr! Keiner der rund 150 Lehrer stand auf und sagte: „Mädchen, entweder du redest Unsinn oder du willst uns hier auf die Probe stellen, aber auf so was fallen wir nicht rein …“ Nichts passierte, es wurde weiter über rechtsextreme und faschistische Haltungen bei den Schülern gesprochen. Ich verließ die Galerie mit der sicheren Überzeugung im Kopf und im Bauch: Wenn dies die Garanten einer antifaschistischen Erziehung sind, dann braucht die Wiking-Jugend von sich aus nichts zu tun, diese Pauker sind ihre besten Helfershelfer.

Im Sommer 1980 nahm ich an einer Diskussion beim Hamburger Literaturtubel teil. Auf ein nicht besonders wichtiges Statement. von mir meldete sich ein junger Mann zu Wort, sagte, er wäre vollkommen meiner Meinung, er kenne auch meine Arbeiten, hätte da aber ein Problem mit mir: Als Verbündeten im antifaschistischen Kampf schätze er mich sehr, nur als Zionisten könnte er mich nicht akzeptieren, mit meiner Einstellung zum Staat Israel sei er überhaupt nicht einverstanden. Ich sagte nichts. Ich hätte keine Lust, diesen Jungen auch nur zu fragen, wie denn ein Jude sein müsse, damit er ihn heute akzeptieren könne. Dieser Antifaschist tat genau dasselbe, was schon seine Eltern getan hatten: Er bestimmte, wie er sich den Juden wünschte, um mit ihm etwas anfangen, um ihn für seine Zwecke instrumentalisieren zu können. In diesem Moment beschloß ich, den antifaschistischen Kampf jenen zu überlassen, die ihn am meisten nötig haben.

Ich habe, wie Ihr vielleicht wißt, ziemlich lange über ein Thema gearbeitet, das Euch besser angestanden hätte: den Neonazismus. Ich habe seit über zwei Jahren kein Wort und keine Zeile mehr darüber verloren, weil ich gemerkt habe, daß diese Auseinandersetzung mehr verschleiert als enthüllt. Von Hakenkreuzschmierern und Adolf-Hitler-Fans, die noch jeden 20. April feiern, kann sich in diesem Lande jeder guten Gewissens absetzen, Franz Josef Strauß ebenso wie Ihr. Die Empörung über solche fossilen Äußerungen des Nazi-Geistes schafft Luft und verstellt zugleich die Optik auf das faschistische „alter ego“ in Herrn und Frau Jedermann, auch in Euch. Ein Hakenkreuz an einer Hausmauer, eine SS-Rune an einer Bushaltestelle, ein „Juden raus!“ an einem jüdischen Geschäft sind Anachronismen, geradezu nostalgisch anmutende Formen des Ressentiments. Ihr hingegen seid ganz auf der Höhe der Zeit. Gerhard Zwerenz zum Beispiel schreibt ein Stück ausgerechnet über einen jüdischen Haus- und Grundbesitzer, weil es in diesem Land bekanntlich an arischen Vertretern dieser Gattung mangelt; im Frankfurter Häuserkampf hat die Tatsache, daß es gegen jüdische Spekulanten ging, eine maßgebliche Rolle gespielt. Ist alles schon mal dagewesen: Als die großen Warenhäuser noch im jüdischen Besitz waren, ging die Parole von der „Warenhausseuche“ um, auf Flugblättern, in denen zu „Volks-Versammlungen“ geladen wurde, hieß es: „Es kam der Jude und setzte dem deutschen Kaufmann die Warenhäuser vor die Nase, er vernichtete ihm mit der marktschreierischsten Reklame die Existenz, er nahm dem Handwerker das Brot, er zog jedem Gewerbetreibenden den Hals zu…“ Als dann die Warenhäuser arisiert wurden, regte sich niemand mehr darüber auf, daß sie die Existenz der kleinen Geschäfte genauso gefährdeten wie vorher unter ihren jüdischen Besitzern. Ein Glück, daß der Verfall von Kreuzberg nicht auf das Konto von Juden geht, nicht auszudenken, wie Euch das beflügeln Hielten sich Eure Eltern noch an die Devise „Die Juden sind unser Unglück!“ (beziehungsweise „Die Juden sind an allem schuld!“), so habt Ihr, mangels vorhandener jüdischer Masse, diesen Grundsatz ein wenig abgewandelt. Bei Euch heißt es nur noch: „Das Jüdische ist schuld!“ Im Oktober 1979 veröffentlichte ich in konkret eine Geschichte („Ich bin ein. Chauvi“), in der ich meine Vorliebe für vollbusige Frauen erklärte: „Jeder Busen ist eine Provokation, jeder Hintern eine Herausforderung.“

„Ich bin ein Chauvi“ war einerseits durchaus ernstgemeint, andererseits aber auch eine ironische Provokation gegenüber den immer mehr sich ausbreitenden „Softis“, die den ganzen Tag damit beschäftigt sind, ihr Rollenverhalten zu hinterfragen, und die ihre Solidarität mit der Frauenbewegung dadurch demonstrieren, daß sie sich zum Pinkeln hinhocken. Man tut in Deutschland gut daran, zu jeder Satire gleich eine Ausführungsbestimmung mitzuliefern, andernfalls man einen Aufstand der Studienräte riskiert, der leibhaftigen und auch der verhinderten. In diesem Fall liefen nicht nur einige Dutzend konkret-Leserinnen und vor allem Leser brieflich Amok (ich hatte auf keine meiner „politischen“ Geschichten jemals ein so massives Echo), es erhob auch ein linker Linienrichter seine Stimme, um mir mein Bewußtseinsdefizit um die Ohren zu schlagen.

Hermann P. Piwitt versicherte einen Monat nach mir in konkret auch er habe „nichts gegen Arsch und litten, wen macht das nicht verrückt?“, geißelte aber „typisch männliche“ Züge an mir: „Der Hochmut und die Verachtung für den Sexualpartner, an dem nur das Fleisch interessiert“. Piwitt nannte mich in einem Satz mit dem Dichter Bukowski („… ein ziemlicher Dreckhaufen“), was mir geschmeichelt hätte, wenn er nicht als dritte Horrorgestalt nach Broder und Bukowski auch den Frauenmörder Honka aufgereiht hätte. En passant ging Piwitt auch auf die Frage ein, von welcher „Weltanschauung Broder verhunzt worden ist“ und kam ganz schnell auf „eine sprichwörtlich patriarchalische, nämlich jüdische Erziehung…“

Es wäre müßig, Piwitt faktisch zu korrigieren und ihn darauf hinzuweisen, daß die jüdische Erziehung, in der er die Ursache für mein Chauvi-Sein sieht, mitnichten „sprichwörtlich patriarchalisch“, sondern viel mehr von der Mutter bestimmt ist und der Vater in der jüdischen Familie die Gebete zelebriert, aber sonst wenig zu sagen hat; weswegen auch jeder jüdische Junge, der etwas auf seine Erziehung hält, ein Leben lang mit dem Ödipus- Komplex herumläuft. Auf eine solche Auffüllung der Piwittschen Wissenslücken kommt es nicht an; Piwitt ging es nicht darum, etwas über die jüdische Erziehung zu sagen, sondern darum, für ein Verhalten von mir, das ihm nicht paßt, das Charakteristikum „jüdisch“ verantwortlich zu machen, koste es, was es solle.

Das antisemitische Syndrom ist von seinem Gegenstand vollkommen unabhängig. Nicht das Verhalten des Juden zählt, sondern das Bedürfnis des Antisemiten, das, was ein Jude tut, negativ zu besetzen. Weswegen ein Antisemit immer etwas findet, wo er sich einhaken kann. Ein besonders tolles Ding in dieser Beziehung hat sich vor Jahren Klaus Rainer Röhl geleistet. In einer Glosse über Henry Kissinger schrieb er, Kissingers hervorragende körperliche Verfassung sei zurückzuführen auf „jahrtausendealte gesunde koschere Ernährung“, speziell „Knoblauch“. Röhl, der Schmock von der Elbchaussee, hat keine Ahnung, daß Knoblauch mit koscherer Ernährung nicht zu tun hat, aber wo von einem Juden die Rede ist, da reagiert der Antisemit wie ein Pawlowscher Hund auf die Glocke, und Knoblauchduft (oder besser: Gestank) steigt in seine arisch gradlinige Nase. Ich halte solche Reaktionen deswegen für so aussagestark, weil sie vegetativ ablaufen; das Es triumphiert über das Ich, da kann auch der aufgeklärteste Intellektuelle mit seinem Bewußtsein nix anfangen. Er stolpert in eine Falle, die er sich selbst gestellt hat und die er dennoch nicht sieht.

Emma, die Zeitschrift von Frauen für Frauen, brachte zum Papstbesuch in der Bundesrepublik einen Offenen Brief an den reisenden Stellvertreter. Darin ging es um die Sünden der katholischen Kirche an den Frauen. Und mitten in diesem Offenen Brief, völlig unvermittelt, heißt es auf einmal: „Wenn man eines aus dem Talmud lernen kann als Christ, dann doch dieses Dankgebet: ‚…gepriesen sei, der mich nicht zur Frau machte!“ Unbewußter Etikettenschwindel Dieser Einschub folgt derselben Logik bzw. Unlogik wie die Piwittsche „jüdische Erziehung“ oder die Römische „koschere Ernährung“. Das Zitat steht nicht im Talmud, sondern stammt aus einem Morgengebet, für jüdische Männer. Daß eine Quelle nicht stimmt, kann schon mal passieren. Aber wie kommt die Verfasserin ausgerechnet auf den Talmud? Der Talmud spielt seit jeher in der antisemitischen Propaganda eine zentrale Rolle. Er ist, aus der Sicht der Judenhasser, sozusagen das Hauptbuch der jüdischen Gemeinheiten. Würde man all das zusammenstellen, was angeblich im Talmud steht, käme dabei ein Werk vom mehrfachen Umfang der Encyclopaedia Britannica heraus. Die Autorin des Papst-Briefes wird irgendwann mal irgendwas Negatives über den Talmud mitgekriegt haben und assoziiert ihn nun mit jüdischer Misogynie. Als gäbe es in der katholischen Kirche nicht genug Beispiele für die Diskriminierung der Frau, von der Hexenverfolgung bis zum Marienkult, muß sie auf ein jüdisches Exempel zurückgreifen. Und dazu eins, das die Beweislast nicht mal trägt.

Ich möchte jetzt nur noch wissen, wie nichtjüdische Männer an ihren Chauvinismus und ihre Frauenverachtung kommen, wo sie weder eine patriarchalische jüdische Erziehung genossen haben, noch jeden Tag dem Herrgott dafür danken, daß er sie nicht zur Frau gemacht hat.

Nun macht Ihr die Juden nicht nur für alles Mögliche und Unmögliche verantwortlich, Ihr könnt einfach nicht von den Juden lassen. Daß Aufklärung, Arbeiterbewegung und Assimilation Auschwitz nicht verhindert haben, macht Euch nicht stutzig. Und daß Ihr Euch heute wieder mit uns beschäftigen müßt, liegt natürlich an den Juden und nicht an Euch. Ihr merkt nicht einmal, daß Ihr wie ein in Schlamm und Geröll steckengebliebener Zug an genau der Stelle weitermacht, an der Eure Eltern aufhören mußten mit ihrem gescheiterten Versuch, das Weltjudentum aus der Welt zu schaffen. Die Endlösung der Judenfrage setzt Ihr nun mit ideologischen Mitteln fort; es geht Euch, wie allen Antisemiten vor Euch, um dieselbe Sache: Die Juden sollen aufhören, Juden zu sein, erst dann seid Ihr bereit, sie zu akzeptieren.

Und wenn Ihr meint, daß Ihr deswegen keine Antisemiten seid, weil Ihr Euch selbst nicht als Antisemiten definiert, dann sage ich Euch: Es wäre nicht das erste Mal, daß die Angaben auf der Verpackung nicht mit dem Inhalt übereinstimmen.

Euer Etikettenschwindel mag Euch selbst nicht bewußt sein, aber das spricht nicht gegen seine Existenz sondern, im Gegenteil, für die große Effizienz dessen, was Ihr verinnerlicht habt. Allerdings haben Eure Eltern so gründliche Arbeit geleistet, daß Euer antisemitisches Potential sozusagen freischwebend vagabundiert. Woran soll es sich festmachen, seit Hermann Tietz (Hertie), Ullstein und Mosse arisiert sind und leider auch feststeht, daß Iwan Herstatt kein Jude ist? Die paar jüdischen Hausbesitzer und Spekulanten, die Euch ins Auge fallen, geben nur kurzfristig was her.

Aber Gott sei Dank gibt es da noch den Über-Juden, den Staat Israel, um den Ihr Euch mit einer Verbissenheit kümmert, als hättet Ihr sonst nix zu tun. Euer Antizionismus ist nichts anderes als eine von links her aufgemotzte Variante des Antisemitismus: gleiche Logik, gleiche Methodik, gleiches Vokabular, nur „Jude“ gegen „Zionist“ ausgetauscht. Und daran hat sich nichts geändert. Ich muß nicht die Israel-Berichterstattung der UZ, der Roten Fahne, der Neuen, der TAZ usw. analysieren, ich muß nicht zum x-ten Male beweisen, daß an Israel ganz andere Maßstäbe angelegt werden als an einen Nicht-Juden, es genügen schon die kleinen Erfahrungen und Beobachtungen, die ich täglich mache.

Ich besuche einen sehr netten älteren Prof in Berlin. Eine Sozialarbeiterin, die Gefangenenhilfe macht, kommt dazu, wir werden einander vorgestellt. „Sind Sie der Broder, der nach Israel gehen will?“ – „Ja.“ – „Sagen Sie mal, wie kann ein Linker nach Israel gehen?“ – „Eine gute Frage, gnädige Frau, ich werde sie Ihnen beantworten, wenn Sie mir sagen, wie ein Jude nach Auschwitz in Deutschland leben kann. Damit war das gegenseitige Abfragen zu Ende. Ich hatte keine Lust auf eine Debatte. Ich hätte die junge Frau aber vielleicht doch fragen sollen, wie ein Linker in der Bundesrepublik leben kann, ohne tagtäglich mehr kotzen zu müssen, als er essen kann, in einem Land, das sich einen ehemaligen SA-Mann als Präsidenten leistet, in dem zahllose Massenmörder frei herumlaufen und in dem das demokratische Bewußtsein der Massen von der Höhe der Inflationsrate abhängt. Diese Frage wäre sicher unfair gewesen, man kann die Linken nicht für das Umfeld, in dem sie ihre Vergeblichkeit erleben, verantwortlich machen. Aber daß ein Linker – mal unterstellt, ich wäre einer – nach Israel geht, ist ein Vorwurf, an dessen Berechtigung es offenbar keinen Zweifel gibt, Konkret, ein politisches Magazin, in dem ich viel veröffentlicht habe, brachte in der November-Ausgabe 1980 die Anzeige eines „Verlags für ganzheitliche Forschung“ in 2251 Wobbenbüll. Name und Programm des Verlages riechen schon aus der Ferne nach Blut und Boden, unter den angebotenen Titeln ist auch dieser: „Roland Bohlinger, Rassismus in Israel? Unser heißestes Eisen. Verwirklicht Israel, was dem Dritten Reich zum Vorwurf gemacht wird?“ Dies ist, in einer linken, entschieden antifaschistischen Zeitung, ein echter Fortschritt. Dem Dritten Reich wird nur noch etwas „zum Vorwurf gemacht“, es gibt da sozusagen einen gewissen Tatverdacht, aber die Tat, die dem Dritten Reich vorgeworfen wird, findet in Israel statt. Ich habe die konkret-Leute auf diese Anzeige angesprochen, und es war ihnen sehr peinlich. Sie sei „irgendwie reingerutscht“, keiner habe aufgepaßt und es käme nicht wieder vor… Schön und gut, aber kann sich jemand vorstellen, daß eine Buchanzeige, in der zum Beispiel vom „sowjetischen Völkermord in Afghanistan“ die Rede wäre, auch so unbemerkt ins Blatt hätte rutschen können?

Abends in einer Hamburger Kneipe, eine Hunde von Journalisten, Autoren, Uni- Menschen. Es wird über Faschismus und die Folgen geredet. Ein stadtbekannter linker Theoretiker namens Oberlercher, ein erklärter Antifaschist, sagt: „Das einzige, was die Juden aus ihrer Verfolgung gelernt haben, ist, wie man selber Leute verfolgt.“  Die gleiche Situation ein paar Tage später in einem Göttinger Lokal, diesmal eine Runde von liberalen Juristen, darunter auch einige engagierte Richter. Von der Rolle der Justiz im Dritten Reich kommt einer von ihnen auf den Holocaust-Film. „Da kann ich mich an die Schlußszene gut erinnern“, sagt er, „der jüngere Sohn der Familie Weiß sagt zu seiner Freundin: Wir gehen jetzt nach Palästina ’ und sie sagt darauf: ‚Aber da sind doch schon Menschen“, worauf er sagt: ‚Da müssen: die eben etwas zusammenrücken‘, und seitdem ‚machen die Israelis mit den Arabern dasselbe, – was die Nazis mit den Juden gemacht haben. – Einer aus der Firma Freislers Erben schaut sich den Holocaust-Film an und die Szene, die ihm am besten in Erinnerung bleibt, ist eine, die er braucht, um die Juden mit den Nazis gleichzusetzen. Sonst hat ihn an diesem Film offenbar nichts beeindruckt. Ich kann es nachvollziehen, wie Ihr auf diesen obszönen Vergleich „Israelis gleich Nazis“ und „Palästinenser gleich die Juden der Israelis“ kommt. Das ist Eure historische und psychologische Entlastungsoffensive. Nicht, daß Ihr ein Schuldbewußtsein gegenüber den Juden hättet, warum denn auch, Ihr habt doch keinem Juden ein Haar gekrümmt; aber ein gewisses Unbehagen habt Ihr doch, da stimmt was nicht mit Euren Eltern.

Die meisten von Euch haben sich nie mit ihren Eltern über deren Vergangenheit auseinandergesetzt. In den Familien wurde darüber nicht gesprochen und wenn Ihr mal Fragen gestellt habt, dann wurde Euch das Fragen verboten. Antworten habt Ihr nie gehört und wenn, dann bestenfalls: „Wir haben von nichts gewußt“ oder „Was hätten wir denn schon tun können…“

Und es könnte doch sein, Ihr wißt es, daß der Vater die Jahre, über die er nicht spricht, nicht an der Front mit dem Knacken von Russenpanzern, sondern im Warthegau bei Einsatzgruppen verbracht hat, die hinter den deutschen Linien das Land von Juden und Zigeunern säuberten.

Es könnte doch sein, daß die Mutter auf dem hübschen Photo aus dem Jahre 1942 ein Kleid, trägt, das mal einer Jüdin gehört hat, die es nicht nach Auschwitz mitnehmen durfte.

Und wenn der Vater tatsächlich „nur“ an der Front war (wobei Ihr bedenken müßt, daß die KZs nur so lange arbeiten konnten, wie die Front hielt) und die Mutter das Kleid selbst genäht hatte, dann schulden sie Euch zumindest Aufklärung darüber, was sie sich gedacht haben, als die Cohns und die Blums von nebenan plötzlich verschwunden waren.

Ich verstehe, Ihr habt es nicht leicht mit einer solchen Hypothek im Rücken. Da sind wir, die Kinder der Verfolgten, leider besser dran. Und so verschafft Ihr Euch Erleichterung, indem Ihr die Auseinandersetzung, die Ihr mit Euren Eltern nie geführt habt, nie führen könntet, auf die Opfer Eurer Eltern übertragt. Es funktioniert: Die Juden-sind die Nazis, die Palästinenser sind die Opfer der Juden, und Eure Eltern sind aus allem heraus (und Ihr auch), sie haben ‘sozusagen mit sich selber nichts mehr zu tun. Ihr könnt ihnen wieder ins Gesicht schauen, denn Ihr wißt jetzt, wo die Nazis sitzen, die es hier ja nie gegeben hat.

Aber das ist noch nicht alles. Außerhalb Eurer familiären Problematik gibt es noch etwas, wovon ich schon gesprochen habe: Wer von Euch hat als Kind keine Horror- und Schauergeschichten über „den Juden“ gehört, der an allem schuld ist? Am Kapitalismus, am Kommunismus, an der Inflation, der Arbeitslosigkeit, den hohen Zinsen, den niedrigen Zinsen, der Pornographie, dem Krieg, dem Schandfrieden – an allem, womit der Antisemit nicht fertig wird und wofür er einen Sündenbock braucht. Und von diesem Sündenbock könnt Ihr nicht lassen. Ihr braucht ihn wie ein Süchtiger seinen Stoff, und da hilft keine Willensbekundung, kein Etikettenschwindel („Wir haben nichts gegen Juden, nur gegen Zionisten“); nur eine schmerzhafte Entziehungskur, aber dazu seid Ihr nie gekommen, weil Ihr genauso wie Eure Eltern zu keiner Trauerarbeit fähig seid und Euch statt dessen nicht verantwortlich erklärt für die deutsche Geschichte: „Ich hab’ keinen Juden ins KZ gesteckt, ich hab’ auch keinen Polen erschossen…“

Euer Jude von heute ist der Staat Israel. So wie Eure Eltern meinten, ohne die Juden ginge es ihnen viel besser, meint Ihr, ohne Israel gäbe es im Nahen Osten keine Konflikte. Es gibt keinen arabischen Staat, der nicht mit wenigstens einem anderen Staat in der Region permanent Zoff hätte: Ägypten mit Libyen, Libyen mit Tunesien, Algerien mit Marokko, Marokko mit Mauretanien, Jordanien mit Syrien, Syrien mit Irak, Irak mit Kuwait, Südjemen mit Nordjemen. Aber für Euch ist Israel der einzige Störenfried der Gegend, das einzige Hindernis zu Frieden und Sozialismus.

Ich will nicht sagen, daß Israel nicht kritisiert werden soll. Israels dumme, kurzsichtige, teilweise katastrophale Politik muß kritisiert werden. Aber wer ist es, der da aufsteht und sich über Israel empört? Über die Siedlungspolitik, über die Verletzung der Menschenrechte in den besetzten Gebieten, über die soziale Benachteiligung der israelischen Araber? Es sind dieselben, die die sowjetische Besatzung Afghanistans gutheißen, das bekanntlich den Bestand der Sowjetunion bedroht hat; die nicht mal wissen, daß Tibet von China besetzt gehalten wird, die Pol-Pots Terrorregime in Kambodscha für eine revolutionäre Volksregierung hielten und über drei Millionen Tote hinwegsehen. Es sind dieselben, die Begin einen Terroristen nennen, die vor jedem Despoten, sei es nun Idi Amin, Ghadaffi oder Chomeini, Honeurs machen, wenn er sich nur mit dem Etikett „antiimperialistisch“ schmückt; dieselben, die es einen Dreck interessiert, wie die Kurden in der Türkei langsam, aber sicher kulturell endgelöst und im Iran und Irak zu Hunderten massakriert werden; die vom Völkermord in Äthiopien noch nie was gehört haben und die über die anhaltende Sonderbehandlung der Zigeuner in der Bundesrepublik hinwegsehen.

– Was bildet Ihr Euch eigentlich ein? Wo nehmt Ihr Eure Arroganz her? Den halben Tag seid Ihr mit Sprücheklopfen beschäftigt, den anderen halben Tag damit, die richtigen „Einschätzungen“ zu suchen. Aus keinem politischen Schaden werdet Ihr klug. Die Entwicklung in China hat Euch total überrollt, so schnell konntet Ihr Eure ewig gültigen Standpunkte nicht revidieren, wie die Pekinger Volkszeitung den Kurs wechselte. Der Krieg zwischen den irakischen und den persischen Revolutionären hat Euch die Sprache verschlagen. Zur Einführung der Vorbeugehaft in Indien fällt Euch genausowenig ein wie zu den dortigen Rassenunruhen, die Tausende von Menschenleben kosten. Daß im Iran Homosexuelle, Ehebrecherinnen und Prostituierte staatlich ermordet werden, rührt Euch nicht an.

Euer freischwebendes Sympathiepotential für die Völker der Dritten Welt wandert von Kontinent zu Kontinent, um-sich mal hier, mal da für eine Weile abzusetzen. Im Augenblick ist es El Salvador, vor einem Jahr war es Rhodesien, im Jahr davor Timor.

Und wenn im kommenden Frühjahr die Karottenhosen nicht mehr modern sind, werdet auch Ihr etwas Neues für den fernrevolutionären Gebrauch entdeckt haben, vielleicht eine Befreiungsfront, welche die Antarktis vom Packeis befreien will.

Es gibt in Eurem wechselnden Repertoire nur einen Dauerbrenner: Palästina. Kein Stück Land ist Euch näher, kein Volk liegt Euch mehr am Herzen, kein Konflikt brennt Euch mehr auf den Fingernägeln. Euer Interesse an den Palästinensern hat nur einen einzigen vitalen Grund: daß es Juden sind, von denen sie unterdrückt werden. Nur darauf kommt es an, dies ist der Motor, der Euch antreibt, Ihr würdet an die Palästinenser sonst keinen Gedanken verschwenden, sie sind für Euch nur die Alibikulisse, vor der Ihr Euer antisemitisches Programm aufführt. Auch das läßt sich beweisen. Kein Linker hat sich empört, daß es junge Deutsche waren, Nachkriegskinder, die in Entebbe eine Selektion jüdischer Passagiere durchführten. Ihr habt Euch erst aufgeregt, als ein israelisches Kommando die Geiseln befreite. Da habt Ihr Kondolenztelegramme an „Seine Exzellenz Idi Amin“ geschickt und die „Verletzung der staatlichen Souveränität Ugandas“ aufs schärfste verurteilt. Als ob „staatliche Souveränität“ für Linke was Heiliges wäre. Die Verletzung der staatlichen Souveränität war Euch denn auch egal, als ein deutsches Terrorkommando die BRD-Botschaft in Stockholm überfiel.

Es ist das alte Spiel, das Ihr mit immer neuen Varianten aufführt: Juden wird weniger erlaubt als anderen, aber es wird ihnen mehr zugemutet: daß sie sich schlagen und demütigen lassen, daß sie allenfalls klagen, aber nicht zurückschlagen. Und wenn sich Juden so benehmen, wie es andere schon, immer getan haben, dann schwillt Euch der Kamm, das könnt ihr nicht haben, ob es nun ein jüdischer Hausbesitzer in Frankfurt ist oder ein israelisches Kommandounternehmen in Afrika.

Als Brigitte Schulz und Thomas Reuter vom israelischen Geheimdienst in Kenia gekidnappt und dann in Israel versteckt gehalten wurden, dann war das eine schlimme Geschichte, vorbei an Recht und Gesetz, unabhängig davon, ob die beiden Deutschen tatsächlich versucht hatten, eine El-Al-Maschine abzuschießen oder nicht. Da habt Ihr getobt und geschäumt über diesen „zionistischen Coup“. Als aber bekannt wurde, daß in Argentinien mindestens zwei Dutzend Deutsche, meist Entwicklungshelfer, spurlos verschwunden waren, als die Pfarrerstochter Elisabeth Käsemann in Argentinien von staatlichen Stellen ermordet wurde, da waren Eure Reaktionen – gemessen an Schulz/ Reuter in Israel – recht moderat. Es waren. ja auch keine Juden, gegen die sich Eure Wut richten konnte. Alles schon mal dagewesen: Wenn in Polen oder Rußland irgendwo zur Pessach-Zeit ein kleines Kind verschwand, war es allen klar: Die Juden brauchten wieder Christenblut zum Matzenbacken. Meist gab es darauf ein Pogrom. Die christlichen Totschläger waren dann immer furchtbar enttäuscht, wenn das „geschächtete“ Kind wieder auftauchte oder sich herausstellte, daß für sein Verschwinden ein arischer Täter verantwortlich war. Noch heute werden Ritualmordgeschichten in Polen mehr geglaubt als die Verlautbarungen Heiligabend 1980, ich höre im WDR 2 Nachrichten. Die Top-Meldung kommt aus Rom: „Christen und Moslems haben nach Ansicht von Papst Johannes Paul II., die Pflicht zur Zusammenarbeit, um Freiheit für Jerusalem zu erreichen und die Heilige Stadt allen religiösen Gruppen zurückzugeben.“

Ich will nicht darauf eingehen, was die Institution, die der Papst personalisiert, zwischen Heiligabend 1939 und Heiligabend 1944 für den Frieden und die Beendigung des Genozids an den Juden getan hat; ich will nur, in aller Demut, daran erinnern, daß kein Papst bis zum Jahre 1967, dem Sechs-Tage-Krieg also, dazu aufgerufen hat, „die Heilige Stadt allen religiösen Gruppen“ zu öffnen; bis dahin waren nämlich die Juden die einzige religiöse Gruppe, die keinen freien Zugang zu ihren heiligen Stätten hatte. Heute, da Jerusalem unter jüdischer Souveränität den Gläubigen aller Konfessionen offen steht, meint der katholische Oberhirte dazu aufrufen zu müssen, „Freiheit für Jerusalem“ zu erreichen. Und das Schlimmste: niemand empört sich, niemand schreit auf.

Das antijüdische Ressentiment scheint fast, wie der Freß- und Sexualtrieb, eine anthropologische Grundkonstante zu sein. In jedem Fall ist es der kleinste gemeinsame Nenner der abendländischen Kultur, auf den sich so gut wie alle verständigen können, vom Vatikan bis zum Kreml; da schwingt Ihr im selben Rhythmus wie der Herr Karol Wojtyla (Papst Johannes Paul II). Und Ihr habt noch etwas mit ihm gemeinsam: die völlige Gleichgültigkeit gegenüber Fakten. Die Ritualmordgeschichten waren durch Fakten ebensowenig zu widerlegen wie die von der zaristischen Geheimpolizei verfaßten „Protokolle der Weisen von Zion“, ein Klassiker der antisemitischen Propaganda. Ihr geht, wenn es Euch in den Kram paßt, mit Tatsachen genauso freihändig um.

Ihr habt von nix eine Ahnung, aber zu allem einen fertigen Spruch parat. Ihr wißt nicht, daß Israel genauso viele Juden aus arabischen Ländern aufgenommen hat, wie 1948 Araber aus Palästina geflohen sind; Ihr redet von Palästina und meint den schmalen Wüstenstreifen, das Gebiet von Israel, Gaza und die Westbank. Ihr wißt nicht, daß auch das Gebiet östlich des Jordan historisch ein Teil von Palästina ist und erst im Jahre 1922 von den Briten an die haschemitische Dynastie, aus der auch König Hussein stammt, „abgetreten“ wurde. Ihr wißt auch nicht, daß König Husseins Großvater, Abdullah, für ein friedliches Zusammenleben von Juden und Arabern eintrat und, deswegen, im Jahre 1947 von arabischen Terroristen umgebracht wurde. Ihr wehrt alles ab, was Euer präfabriziertes Ressentiment, erschüttern Während ich diese Geschichte schreibe, erscheint, die Januar-81-Ausgabe von Emma. Auf der Schlußseite die Vorschau auf „die nächste Emma“, unter den angekündigten Themen auch dies: „Palästina: Ingrid Strobl war vor Ort.“ Wo war Frau Strobl? In Palästina. Sie flog von Frankfurt nach Tel Aviv, fuhr von dort quer durch Israel nach Jerusalem, traf in Ost-Jerusalem ihre PLO-Freunde. Für Emma gibt es kein Israel mehr, die zweite Phase der Endlösung ist offenbar bereits beschlossene Sache und nur noch eine Frage der Zeit.

Ich habe Alice Schwarzer gefragt, was sie sich bei dieser Ankündigung gedacht habe, worauf mir Alice Schwarzer sagte, sie habe sich nichts dabei gedacht, mit der Gedankenlosigkeit etwas entschuldigend, was erst durch sie schlimm wird: wie selbstverständlich der Un-Gedanke einer Vernichtung jüdischer Existenz bereits wieder geworden ist, so selbstverständlich, daß man sich nichts mehr dabei denkt.

Von „Palästina“ wieder in Köln zurück, verkündete Frau Strobl, die Juden hätten in Palästina nichts zu suchen, das sei doch eine absolut alberne Geschichte, nur weil irgendwelche Hebräerstämme vor zweitausend Jahren dort mal gelebt hätten… Ich versuchte erst gar nicht zu erklären, daß es historische, religiöse und metaphysische Bindungen gibt, die sie möglicherweise nicht nachvollziehen kann, die aber für andere eine Rolle spielen. Ich zog mich auf ein einfacheres Argument zurück und sagte, wir hätten es zweitausend Jahre ohne einen Staat versucht und dabei reichlich schlechte Erfahrungen gemacht; worauf. Frau Strobl, ein Doktor der Philosophie, mir erwiderte, dann sollten wir es mit dem jüdischen Staat woanders versuchen, vielleicht in Bayern, aber die Palästinenser in Ruhe lassen, die hätten uns nichts getan…

An dem Satz ist was dran. Tatsächlich bezahlen die Palästinenser einen Teil der Zeche, für die Frau Strobls Eltern, pars pro toto gesprochen, verantwortlich sind. Aber an dieser Front hält Frau Strobl still, statt dessen empfiehlt sie den Israelis, sich aus Palästina zu verpissen.

Immerhin ist Frau Strobl in ihrem Ressentiment ehrlich. Sie gibt zu, daß es ihr nicht um irgendwelche besetzten Gebiete geht, Westbank, Gaza, Golan; für sie. wäre Israel auch dann ein Besetzerstaat, der aufgelöst gehört, wenn er sich auf das Stadtgebiet von Tel Aviv beschränken würde. Es geht ihr nicht um einen gerechten Ausgleich im Nahen Osten, nicht darum, daß beide Seiten, Israelis und Araber nachgeben und einen Modus vivendi finden, wenn, sie nicht miteinander draufgehen wollen; es geht ihr, und mit ihr vielen deutschen Linken, ums Prinzip: Es darf keinen jüdischen Staat geben. Dies ist der prospektiven Endlösung schon fest gebuchter zweiter Teil. Während Eure Mütter und Väter über Auschwitz so zur Tagesordnung übergegangen sind, als wäre ein verregneter. Sommer gewesen, während deutsche Gerichte über die „Echtheit“ des Tagebuches von Anna Frank befinden und die rechte Propaganda nicht nur das Tagebuch, sondern die ganze Judenverfolgung für eine Fälschung erklärt, während Jugendliche, die zur Regierungszeit von Ludwig Erhard geboren wurden, schon darüber witzeln, wie viele Juden in einen VW- Aschenbecher passen, engagiert Ihr Euch dafür, den Staat Israel aufzulösen und setzt damit, wenn auch mit anderen Mitteln, die Arbeit von Adolf Eichmann fort. Wer 40 Jahre nach Auschwitz einem jüdischen Staat das Existenzrecht abspricht beziehungsweise – nicht ganz so direkt – politische Lösungen anstrebt, die auf eine Vernichtung Israels hinauslaufen, sollte wissen, worauf sein Engagement zielt. Und er sollte auch wissen, daß er seine Hände nicht in Unschuld wird waschen können, wenn…

Ich bin am Ende. Am Ende dieser Geschichte, am Ende meiner Wut, und auch am Ende mit Euch, meine linken Freunde. Ich will nicht mehr an Eurer Dumpfheit leiden, ich will Euch nicht mehr erzählen, was Eure Eltern Euch verschwiegen haben, ich will Euch nicht kritisieren und nicht aufklären, ich will nicht mehr Euer antifaschistischer Bedarfsjude sein

– ich will mit Euch nichts mehr zu tun haben.

Dies ist die erste Geschichte, die ich in der Wir/Ihr-Form geschrieben habe. Noch vor einem Jahr hätte ich so was nicht gemacht. Aber es geht nicht anders, obwohl ich weiß, daß ich einigen von Euch Unrecht tue: dem einen Uwe und dem anderen, dem Manfred und dem Detlef, der Barbara und der Hilde, dem Peter und dem Hanno, dem Günter und dem Gerhard und bestimmt noch ein paar anderen, die mir grad nicht einfallen. Früher kannte jeder Deutsche wenigstens einen anständigen Juden. Heute kenne ich ein paar, anständige Deutsche.

So ändern sich die Zeiten.

 

http://www.zeit.de/1981/10/ihr-bleibt-die-kinder-eurer-eltern

 

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Antisemiten sind mir egal

Von Maxim Biller   DIE ZEIT Nº 41/2014            18. Oktober 2014

 

 

In Deutschland kommt es neuerdings zu offenen Hassausbrüchen gegenüber Israel. Warum kann die Gesellschaft einfach nicht genug kriegen von ihrer Abneigung gegen die Juden? Warum müssen immer ausgerechnet sie für den Abbau von Urängsten herhalten?

Nichts ist so langweilig wie Antisemitismus, jedenfalls für Juden. Ihr regiert die Welt, hören sie von den Nichtjuden seit zweitausend Jahren, auch wenn noch nie einer von ihnen römischer Kaiser oder US-Präsident gewesen ist. Eure Religion nervt, sagt man ihnen, weil ihr sie mit niemandem teilen wollt, und obwohl die meisten von euch nicht religiös sind, fühlen sie sich trotzdem als Juden, was zum Teufel bedeutet das? Ihr seid besser im Bett als wir und nehmt uns unsere Frauen weg. Ihr könnt mit Geld so gut umgehen, wie wir es auch gern könnten. Ihr seid so verdammt klug, weil ihr seit hundert Generationen keine Analphabeten seid, ein uneinholbarer Vorsprung. Und betrunken seid ihr auch nie – kann es sein, daß ihr deshalb immer alles unter Kontrolle habt?

Und kann es sein, denken die Juden, daß ihr Nichtjuden langsam anfangen könntet, ein anderes Lied zu pfeifen, während ihr zitternd durch den dunklen Wald des Mittelalters, der Neuzeit und Aufklärung, der europäischen Weltherrschaft und ihres Niedergangs geht und so eure Angst vor jeder technischen, moralischen und politischen Veränderung vertreiben wollt?

Nein, das können sie nicht. Nichtjuden können nicht genug kriegen von ihrer monomanen und sehr monotonen Abneigung gegen die Juden, und interessant und nicht langweilig daran ist nur, warum ausgerechnet immer die Juden für den Abbau ihrer Urängste herhalten müssen – eine Frage, die schon lange keiner mehr stellt, was aber gerade in Zeiten von Jakob Augsteins Gaza-Kolumnen, von Kreuzberger IS-Rappern, glimmenden französischen Synagogen und Erdoğans exhibitionistischem Judenekel nicht unwichtig wäre. Offenbar haben sich nach dem kleinen Sechs-Millionen-Schock alle längst wieder damit abgefunden, daß Juden gefährlich leben. Die Juden auch?

Der erste und einzige Fehler der Juden war es wahrscheinlich, daß sie die Idee der Moral in die Welt gebracht haben. Bis heute nerven sie die Nichtjuden damit, daß sie vor allen anderen auf dem lebensbejahenden und ziemlich anstrengenden Gegensatz zwischen Gut und Böse, menschlich und unmenschlich, Humor und heute-show bestanden haben. Dabei haben die Christen immer noch nicht verwunden, daß sie selbst irgendwie auch Juden sind, aber in der schlechteren, softeren und in ungezählten Gottes- und Raubkriegen korrumpierten Jesus-Heuchel-Variante. Und daß ihr Religionsstifter damals, kurz vor Ostern 33, eigentlich nur gegen die alten, satten Nomenklatura-Rabbis rebelliert hat und ein besserer Jude sein wollte als sie, was sie aber überhaupt nicht interessierte, verletzt seine Anhänger bis heute, denn welches Kind will schon von den Eltern, die es kritisiert, für immer ignoriert werden. Ja, und die Muslime? Die hatten die Idee mit dem einen einzigen good cop, bad cop-Gott erst eineinhalbtausend Jahre später als die Juden, darum können sie einfach nicht aufhören, sauer auf sie zu sein.

Und wie kam der Antisemitismus nach Deutschland zurück, in das Land, das wie kein anderes seine Pogrom-Geschichte durchleuchtet hatte, um für immer aus ihr zu lernen? Er ist, in seiner neuesten, antizionistischen Verpackung, natürlich ein Geschenk der 68er. Die Erklärung dafür ist ganz leicht, wird aber logischerweise verschwiegen. Viele, sehr viele von ihnen hatten als junge Wehrmachtssoldaten, Waffen-SS-Novizen und Hitlerjungen, als Journalisten, Künstler und Akademiker die schönsten, schrecklichsten, prägendsten Jahre ihres Lebens gehabt. Wie sollten sie auf einmal keine Halb- oder Ganznazis mehr sein? Sie kämpften dennoch aufrichtig gegen ihre nationalsozialistische Erziehung, sie wurden Pazifisten, sie forderten von der autoritären Adenauer-CDU mehr Demokratie, sie lasen Eugen Kogon, Hannah Arendt und Primo Levi, und sie wollten, daß nicht nur in ihrem Land, sondern auf der ganzen Welt ab sofort das totale Paradies ausbricht. Doch die Metaphysik von den blut- und geldgierigen jüdischen Intelligenzbestien, die ihnen tausend Jahre lang eingetrichtert wurde und an die ihre Eltern und Verwandten auch ohne Hitlers Einflüsterungen geglaubt hatten, saß zu tief in ihren Herzen und Köpfen. Man mußte viele der SDSler, KBWler und älteren Stern-Redakteure bloß einmal betrunken erleben. Je länger der Abend dauerte, desto mehr klangen sie wie die Gäste der Baronesse Batthyány, kurz bevor sie ihre kleine Rechnitzer Schlossparty unterbrachen, um zu ihrer Zerstreuung 180 jüdische Zwangsarbeiter wie Kaninchen zu erschießen.

Was sollten aber die armen 68er und ihre 78er-Apostel mit diesem schönen, hässlichen, metaphysischen Haßgefühl anfangen, wenn sie nüchtern waren? Juden gab es, Eichmann sei Dank, nach dem Krieg kaum noch in Deutschland, und als guter, formvollendeter Antifaschist durfte man ohnehin nicht gegen sie sein. Zum Glück gab es Israel. Es gab den Sechstagekrieg, den alte, aufrechte Nazis und Wehrmachtsoffiziere als Hommage an alle deutschen Blitzkriege seit 1870/71 feierten, was offenbar automatisch bewies, daß alle Israelis ebenfalls Militaristen, Imperialisten und totalitäre Herrenmenschen waren. Und es gab palästinensische Araber, denen es in den Augen der neuesten deutschen Weltenretter wegen Israel mindestens so schlecht ging wie den Vietnamesen und Lateinamerikanern wegen der Yankees, die Papa in der Normandie den Arsch versohlt hatten. Und plötzlich – Überraschung! – hatten also auch die 68er ihren Juden gefunden, Israel, was erst mal keine große Neuigkeit wäre, denn über diesen witzigen Twist der Geschichte sprechen und schreiben Dan Diner, Henryk Broder und andere Linksrenegaten, seit sie mit ihren Genossen Schluß gemacht haben, oder die mit ihnen. Neu und gar nicht langweilig ist eher die Erkenntnis, daß sich die Vereinheitlichungsmaschine Deutschland von der fast sadistisch autoritären 68er-Bewegung nicht nur zu so guten, selbstverständlichen Sachen wie Gleichberechtigung der Frauen, Abschaffung des antihomosexuellen Paragraphen 175, Umweltschutz oder behindertengerechten Straßenbahnen inspirieren ließ, sondern auch zum Antisemitismus-Surrogat „Israelkritik“.

Was vor dreißig Jahren nur von Linken behauptet wurde – daß Israel ein aggressiver, übermächtiger, quasifaschistischer Staat mit einer Blut-und-Boden-Ideologie von gestern sei –, ist heute pseudoliberaler Mainstream, und je weiter die CDU unter Angela Merkel nach links rutschen wird, desto schneller werden auch die Schwarzen die triebbefreienden Wonnen des Israel-Bashings genießen dürfen. Bevor es so weit ist, bevor sich dieser modernisierte antijüdische Mythos in wilhelminischem Maßstab durchsetzt, kann man sich bereits anschauen, was die Süddeutsche Zeitung, das hunderttausendfach gelesene Zentralorgan des narzißtischen deutschen Linksreaktionärs, zu diesem Thema seit Jahren druckt: antisemitische Karikaturen von Israel als messerschwingendem Monster und Mark Zuckerberg als allmächtiger Krake, Günter Grass’ ungereimte Wandschmierereien, in denen er Israel beschuldigt, den Weltfrieden (darunter macht es der doppelzüngige Waffen-SS-Veteran nicht) zu bedrohen, Gastbeiträge offener oder verdeckter Hamas-Sympathisanten und vor allem Dutzende Israel-ist-an-allem-schuld-Kommentare aus der eigenen Redaktion. Nachdem sich am 14. September fünftausend zumeist alte, erschöpfte russische Juden vor dem Brandenburger Tor getroffen und ein paar traurige Wir-sind-Deutschland-Schilder hochgehalten hatten, um zu zeigen, daß sie gern den Rest ihres Diasporalebens in Frieden zu Ende führen würden, schrieb die SZ-Korrespondentin Constanze von Bullion triumphierend, es gebe doch sowieso fast keine Juden mehr in Deutschland, warum die Aufregung. Statt mit ihnen herumzudemonstrieren, solle man lieber darüber nachdenken und diskutieren, warum ausgerechnet die armen, vom Leid der Gazakinder geschüttelten deutschen Muslime den Juden den Zyklon-B-Tod wünschen. Sie weiß, als ahnungslose, aber nicht naive 68er-Epigonin, natürlich am besten, warum: weil „sie selbst am Rand stehen“. Da sind sie wieder, die Araber als Opfer und die Judenisraelis als verlogene, kalkulierende Opferdarsteller. Und da ist er auch, mein alter Verdacht, daß die herzliche Allianz der Nazis mit dem Großmufti von Jerusalem, dem ersten Palästinenserführer und fanatischen Hitler-Verehrer, mehr Spuren in der Kollektiv-DNA der Deutschen hinterlassen hat, als sie es selbst vielleicht wissen.

Hatte ich schon gesagt, daß mir Antisemiten egal sind? Ja – aber die Juden nicht. Und die tun gerade etwas, das ich wahnsinnig komisch finde, weil es mich daran erinnert, daß bis heute in jeder Berliner und Londoner Synagoge am Sabbat für den deutschen Präsidenten und die Queen gebetet wird, keine Ahnung, was das bringen soll. Viele, sehr viele Juden betonen neuerdings – offenbar schwer beeindruckt von der seit dem Gazakrieg zunehmenden Ghettoisierung Israels durch die nichtjüdischen Staaten, inklusive einer verräterischen Kauft-nicht-bei-Zionisten-Politik –, daß die Diaspora, daß das fremde, nichtjüdische Land, in dem sie leben, ihr Zuhause ist, also auf keinen Fall Israel, und daß sie sich ihr Deutschland, ihr England, ihr Amerika nicht wegnehmen lassen. Dieter Graumann, der gar nicht so unwitzige, unkluge Chefimpresario der deutschen Juden, hat bei der tristen, dadaistischen Anti-Antisemitismus-Demo vor dem Brandenburger Tor dieselbe Mimikry-Pose eingenommen. Da stand er, unterstützt von der noch fest zu den Juden stehenden deutschen Staatsspitze, und sagte tapfer, wie unangenehm ihm die Hep-hep-Rufe der Radikalmuslime von Essen und Berlin seien. Und dann fügte er ganz im Ernst hinzu, die Juden würden sich trotzdem nicht einschüchtern und von ihrem Vorhaben abhalten lassen, ein neues, blühendes Gemeindeleben in Deutschland aufzubauen. Solche Reden haben jüdische Funktionäre seit dem babylonischen Exil schon tausendmal gehalten, aber genützt hat es ihnen auf Dauer trotzdem nie.

Das mit Deutschland war der komische Teil von Graumanns Adam-Czerniaków-Monolog. Traurig und absurd wurde es, als er über Israel sprach. Er sagte: „Wir Juden stehen zu Israel.“ Er fuhr fort, die Juden würden sich nicht von Israel distanzieren, damit man sie weniger hasse, obwohl er nicht verstehe, was Gaza und der neueste antisemitische Fieberschub miteinander zu tun hätten. Und er faßte zusammen: „Wenn wir das Gefühl haben, daß Israel ungerecht behandelt wird, dann erwacht sofort unser Beschützerinstinkt.“ Politisch geschickter und unauffälliger kann man sich gar nicht von Israel abwenden! Wer sagt, daß er sich nicht von Israel distanziert und daß er zu Israel steht, sagt zugleich, daß er selbst nicht Israel (und Israeli) ist und damit bloß nicht verwechselt werden will. Und wer dann auch noch als Jude meint, er müsse Israel wie einen armen, schwachen Verwandten beschützen, hat entweder etwas nicht verstanden – oder er hofft, daß die begriffsstutzigen Gojim auf diesen Trick hereinfallen, was ich ja noch am besten finden würde. Denn in Wahrheit ist es genau andersherum: Israel beschützt die Juden, alle Juden, und zwar vor allem und gerade die, die nicht in Israel leben, also auch Dieter Graumann – und mich.

Ich war das erste Mal als halbinteressierter Zwölfjähriger in Israel, mit meiner Mutter und meinem Vater, und obwohl wir damals kaum Geld hatten, machten wir sogar eine Flugzeugtour nach Eilat und in den Sinai. Seitdem war ich fast jedes Jahr dort, so machen es fast alle Juden, aber inzwischen hänge ich immer nur in Tel Aviv herum, dem wahren New York. Mit fünfzehn fuhr ich ohne meine Eltern hin. Es war eine von der Zionistischen Jugend Deutschlands organisierte Reise, ich wurde zu meinem Schrecken als bester Teilnehmer ausgezeichnet, bekam einen Israel-Führer geschenkt und wollte danach ein paar Jahre lang Alijah machen und Offizier in der israelischen Armee werden. Daraus wurde nichts. Stattdessen wurde ich, weil das Leben oft das Drehbuch zu einem Film schreibt, den man gar nicht sehen wollte, jüdischer Journalist und Schriftsteller in Deutschland.

Würde ich anders denken und schreiben, wenn es Israel nicht gäbe? Ja, natürlich, und vielleicht würde ich gar nicht schreiben. Denn ohne Israel, ohne das Wissen, daß ich jederzeit ins Flugzeug steigen, mir am Ben-Gurion-Flughafen einen israelischen Paß holen und mit dem wahnsinnig stressigen Rattenrennen des israelischen Alltags beginnen kann, würde ich als Autor nie so risikobereit sein, wie ich finde, daß ich es sein muß, damit der Leser wissen will, was ich zu erzählen habe.

Ich kann es noch genauer sagen: Ich betrachte und beschreibe die Welt zuerst immer als Jude, als selbstsicherer, netter, aggressiver, gut angezogener und noch besser gelaunter Jude, so wie Uwe Tellkamp die Welt als Deutscher betrachtet, Miranda July als Amerikanerin, Karl Ove Knausgård als Norweger, denen man das aber nie vorwerfen würde, und daß meine autobiographische Besessenheit so viele Deutsche – ob 68er oder nicht – nervt, bringt mich auf immer neue Ideen.

Und noch etwas genauer gesagt: Ich muß mich, weil israelische Soldaten wochenlang Hamas-Tunnel zuschütten und dabei ihr Leben riskieren, aber auch, weil sie beim Beschuß von Gaza Zivilisten töten, beim Schreiben keine Sekunde lang verstellen – so wie es früher die meisten jüdischen Autoren in Deutschland taten, Franz Kafka natürlich ausgenommen, darum war er ja auch so gut. Sie gaben, aus Angst und Berechnung, entweder ihr Judentum ganz auf, wie Rudolf Borchardt oder zeitweise Heine. Oder sie blieben irgendwie Juden, aber wollten irgendwie auch Deutsche sein, so wie der ewig berlinernde Kurt Tucholsky, dessen Selbstmord ein Eingeständnis dieser verfehlten Anpassungsstrategie war. Oder sie schrieben zwar viel und gern und offen über Juden, aber im falschen, hohen, süßlichen, pathetischen, erlösungsheischenden Ton des Neuen Testaments, so wie Joseph Roth, der am Ende sicherheitshalber auch noch zum Katholizismus übertrat, aber das hat später im Himmel sowieso keiner gemerkt. Sein Hiob, finde ich, hat mit Judentum so viel zu tun wie ein Schinkenbrot.

Und weil ich also nur wegen Israel genau der sein kann, der ich bin, verstehe ich mich als Zionist. Urzionist, Neozionist, Salonzionist, Zionist mit menschlichem Antlitz, wie immer man dazu sagen will. Ich, ein deutscher Staatsbürger und Steuerzahler, bin darum auch gar nicht beleidigt, wenn man mich fragt, warum mein Premierminister so ein Idiot ist, und Benjamin Netanjahu meint, obwohl diese Frage eigentlich nur ein Antisemit stellen würde, aber manche Sachen sind eben widersprüchlich und kompliziert, und diese hier gehört noch zu den durchschaubareren. Denn natürlich ist der ferngesteuerte Ehemann von Sara Netanjahu für mich und meine Sicherheit verantwortlich, in einem viel existenzielleren, praktischeren, aber auch ideelleren Sinn als Angela Merkel, natürlich haben der fast hundertjährige Nahostkrieg und ich sehr viel miteinander zu tun. Und natürlich bin ich der Meinung, daß man mit mir, dem in Deutschland lebenden und schreibenden Juden, über Israel sprechen können muß, darf, soll, als wäre ich auch Israeli, denn ich sitze bei diesem Krieg, seit ich zwölf Jahre alt bin, auf der israelischen Seite des Schützengrabens und hoffe, im Gegensatz zu den meisten deutschen Friedenskämpfern, aufrichtig, daß er endlich einmal zu Ende geht.

Gibt es aber überhaupt eine vernünftige Art, über den arabisch-jüdischen Konflikt zu sprechen? Wenn man als Nichtjude nach dem Antisemiten-Methadon „Israelkritik“ süchtig ist, natürlich nicht. Als Jude und Israeli kann man bei dem Thema ebenfalls ziemlich versagen, womit ich nicht nur Amok laufende jüdische Westbank-Siedler oder den diplomatischen Herrn Graumann meine. Ich meine auch Männer wie Assaf Gavron, den jungen israelischen Romancier, oder Sam Harris, den amerikanischen Neurologen, Religionskritiker und Publizisten. Gavron fleht tatsächlich die böse Boykottiert-Israel-Fraktion an, ihn und andere linke Israelis beim Kampf gegen die gewalttätige israelische Gesellschaft zu unterstützen, das ist das typische Kapitulations- und Stress-Syndrom. Harris – er ist nicht der einzige US-Jude, der so denkt – will Israel am liebsten als jüdischen Staat abschaffen. Und noch besser fände er es, wenn sich alle Juden gleich ganz für Amerika entscheiden würden, wo es ihnen, wie er meint, doch schon immer so gut gegangen sei. Das, sagt er, sei eine „glaubwürdigere Alternative, als irgendwo einzumarschieren und anderen Leuten ihr Land wegzunehmen“.

Ja, stimmt, richtig, genau – die Juden haben Palästina erobert. Sie haben dort seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Land gekauft und annektiert. Sie haben aus Staub und Schlamm Felder und Plantagen gemacht. Sie haben Banken gegründet und eine eigene Armee, die bis heute umsichtiger ist als jede andere Armee, die ich kenne, aber nie umsichtig genug. Sie haben Dörfer und Städte gebaut, wo früher keine waren, sie haben genau gewußt, daß dort, wo sie endlich Ruhe von den Gojim haben wollten, auch wieder welche waren, sie haben die Araber Palästinas ignoriert, respektiert und manchmal auch mißhandelt und davongejagt – und trotzdem hatten sie nach den zweitausend endlosen Jahren zwischen ihrer eigenen Vertreibung aus Palästina durch die Römer und dem Holocaust keine andere Wahl. Wer nicht mehr von den Soldaten und Polizisten seiner Feinde herumgestoßen und umgebracht werden will, braucht seine eigenen. Das sage ich – sorry wegen der Wiederholung –, weil sie auch auf mich aufpassen, während ich gerade in Berlin-Mitte sitze und diesen Text schreibe.

Welches Volk im friedlichen, freien Europa oder in Nordamerika lebt heute auf einem Gebiet, das immer schon seins war? Ich weiß keins. Alle, aber wirklich alle Staaten wurden auf den Knochen von Menschen errichtet, die vorher da waren, und so gesehen, finde ich, haben sich die jüdischen Eroberer in Palästina mindestens so anständig verhalten wie die Sachsen in England, die Amerikaner in Kalifornien, die Deutschen östlich der Elbe. Und sie haben zum Glück seit dem Unabhängigkeitskrieg 1948 militärisch fast nie etwas falsch gemacht, darum sind sie immer noch dort. Aber jetzt ist es langsam genug mit der Töten-um-nicht-zu-sterben-Strategie der frühen Zionisten und späteren Staatsgründer und Armee-Wunderkinder. Was seit 1948 jedes Mal funktioniert hat – ein paar Juden setzen sich immer wieder gegen eine schier unüberschaubare, hundertmillionfache arabische Übermacht durch –, hat zwei Nachteile. Erstens: Es korrumpiert die israelische Gesellschaft, es macht sie nervöser, größenwahnsinniger, ängstlicher und läßt allmählich jeden einzelnen Israeli zu einem typischen Diasporajuden ohne Diaspora werden, was eigentlich nicht der Sinn des ganzen zionistischen Projekts war. Und zweitens: Es funktioniert militärisch auf Dauer nicht.

Aber was könnte der Trick sein, um mit dem ewigen Kämpfen, Töten und Besetzen endlich aufhören zu können? Verhandeln mit den Dschihadisten? Natürlich nicht, denn der geliebte, kalkulierte Selbstmord ist deren Spezialität. Alle Araber abschieben? Entschuldigung, wir sind hier nicht in der Tschechoslowakei von 1946, als über zwei Millionen Deutsche gehen mußten, damit sie nie wieder Ärger machen. Oder vielleicht einfach nur wie ein zerstrittenes Paar nach vierzig Jahren Ehe gemeinsam zum Therapeuten gehen? Ich habe noch nie gehört, daß das etwas gebracht hätte.

Israel hatte in seiner Geschichte Dutzende, Hunderte Frauen und Männer, die visionär und pragmatisch genug waren, um zu wissen, wie man sich – als zweite verspätete Nation der postnapoleonischen Zeit nach Deutschland – aus dem Nichts einen eigenen, starken, hochzivilisierten Staat erschafft. Aber leider ist bis jetzt noch kein einziger israelischer Politiker, General, Schriftsteller oder Philosoph aufgetaucht, der gewußt hätte, wie man diese Wirklichkeit gewordene politische Phantasmagorie nun vor dem gar nicht so unmöglichen Verschwinden wieder bewahrt.

Einmal dachte ich kurz, Schimon Peres könnte so jemand sein. Er wollte in den achtziger Jahren den Nahen Osten zusammen mit den Palästinensern in eine verrückte, kreative New-Economy-Zone verwandeln, in eine kleine EU, denn er kam zu dem einzigen richtigen Schluß, nur Geld und Wohlstand würden alle in der Gegend friedlich und lieb machen, und daß während des Gazakriegs im Westjordanland keine Intifada ausbrach, hatte vor allem damit zu tun, daß seine Bewohner inzwischen genug Geld verdienen, um Angst zu haben, es durch jahrelange Unruhen wieder zu verlieren. Wohlstand macht aus fast jedem einen Pazifisten, genau.

Leider wurde nichts aus dem Schimon-Peres-Plan. Leider war das Ganze offenbar nur das Gerede eines alten, verbrauchten Parteipolitikers, dessen große Zeit schon immer vorbei war, noch bevor sie begonnen hatte, und ich und alle anderen pragmatischen Israelis und Juden müssen darum weiter auf einen neuen Ben Gurion oder eine neue Golda Meïr warten, die die Europäer und Amerikaner dazu überreden werden, ein so gigantisches und kluges Wirtschaftsaufbauprogramm für Gaza zu entwickeln, daß einem der Marshallplan wie der Mittagessenszuschuss in der Berliner TU-Mensa vorkommen wird.

Taucht eine solche Frau, ein solcher Mann noch rechtzeitig auf? Bestimmt. Und wenn dann Juden und Palästinenser wie Lamm und Wolf zusammenliegen, wenn kein Krieg mehr Israel bedroht, wenn die Antisemiten ihr wichtigstes Thema verloren haben, dann wenden sie sich, um sich nicht zu langweilen, bestimmt wieder den Diasporajuden zu. Kein Problem – denn Israel gibt es dann immer noch.

 

http://www.zeit.de/2014/41/juden-deutschland-antisemitismus/komplettansicht

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German Leftist selfie 2014

 Antisemitismus in deutscher Psychoanalyse

 

Von Julian S. Bielicki

 

 

Aus meiner Email an einen deutschen Professor für Psychoanalyse:

 

Lieber Herr Professor,

 

danke für Ihre offenherzigen Zeilen. Ich bin immer daran interessiert, zu erfahren wie es wirklich ist, deswegen bin ich für Ihre Mitteilung dankbar und möchte Ihnen ebenso offen antworten:

 

1)           Sie schreiben: „Was ich am allerwenigsten verstehe: Ich bilde mir ein die Forschungsliteratur zum Antisemitismus ganz gut zu überblicken. Aber es wird nie wirklich thematisiert was es damit auf sich hat daß ein „Volk“ oder wie auch immer über mittlerweile 5000 Jahre es schafft die Nachbarn immer und immer wieder gegen sich aufzubringen, und wenn diese sie nicht ins Ghetto bringen, dann sich selber einzumauern.“ Dieser Satz hat die gleiche Qualität wie wenn Sie schreiben würden: „: „Was ich am allerwenigsten verstehe: Ich bilde mir ein die Forschungsliteratur zur Gewalt gegen Frauen ganz gut zu überblicken. Aber es wird nie wirklich thematisiert was es damit auf sich hat daß die Frauen, oder wie auch immer über mittlerweile 5000 Jahre es schaffen, daß die Männer immer und immer wieder sie vergewaltigen.“ Daß Sie dabei den Begriff „Volk“ in Anführungszeichen setzen, ist bedeutsam.

 

2)  Sie schreiben: „Ich habe nie das Bedürfnis gehabt an Israel irgendwas „gut machen zu müssen“. Ich kann nichts dafür was vorige Generationen   angerichtet haben. Ich fühle insofern auch keine „Schuld“.“ Das höre ich oft und frage, ob derjenige sich freut, wenn die Deutsche Fußballmannschaft ein Spiel gewinnt, und wenn derjenige „ja“ sagt, erkläre ich, daß ein „wir“ nicht selektiv sein darf, „wir haben im Fußball gewonnen“ aber „ich habe mit dem Judenmord nichts zu tun.“ Das ist nicht die Frage der Schuld, sondern der Verantwortung.

 

3)    Sie schreiben: „Für mich ist Israel ein Postkolonialstaat wie so viele andere, deren Grenzen aktuell neu verhandelt werden.“. Jeder Staat ist ein Postkolonialstaat, auch Deutschland geschaffen durch Karl den Großen, Otto I den Großen und weitere Herrscher. Und es geht nicht um „Verhandlungen“, sondern um permanente Bedrohung und Ermordung von Juden. Denn die Hamas nennt die Ermordung von Juden (nicht nur Israelis) explizit als ihr Ziel in ihrer Charta.

 

4)  Sie schreiben: „Ich vermute mal Israel verkürzt seine Lebensdauer durch die jetzigen Aktivitäten auf max. 10 – 15 Jahre.“. Nun, das wird sich noch zeigen, ich hoffe daß Sie und Ihre Frau länger als 10-15 Jahre noch gesund leben. Und falls Israel eines Tages nicht mehr existiert, dann haben Palästinenser, Iran und andere in der Antijüdischen Allianz das Werk vollbracht, das Ihr Großvater und seinesgleichen nicht zu Ende führen konnten.

Ich definiere Dummheit als Zustand, in dem jemand nicht weiß, was er wissen könnte. Was ich Ihnen heute schreibe, hätten Sie wissen können. Aber Sie wissen es nicht.

 

Sie geben in Ihrer Email platte antisemitische Klischees wieder.

Sie sind ein Antisemit.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau alles Gute, vor allem Gesundheit, ich möchte mit Ihnen jedoch nichts mehr zu tun haben, ich will mit dummen Menschen nicht kommunizieren. Antisemitismus ist keine Meinung, es ist ein Verbrechen.

Bitte antworten Sie mir nicht und schreiben Sie mir nicht mehr, nicht weil es Böse wäre, was Sie schreiben, sondern weil es dumm ist, was Sie schreiben. Ihre Familiengeschichte, Deutschland, Juden und Israel ist Ihr Problem, nicht meins, ich will mich mit Ihren Problemen nicht befassen. Angedachte gemeinsame Projekte sind hiermit hinfällig, Sie werden keine Emails mehr von mir erhalten.

 

Ihnen alles Gute und beste Grüße!

Julian S. Bielicki

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Frau Prof. Dr. med. Annemarie Duehrssen, eine Koryphäe der deutschen Psychoanalyse, gelangte vor allem deshalb zu Berühmtheit, weil sie dazu beitrug, die Psychoanalyse krankenkassenwürdig zu machen, schreibt in ihrem 1994 erschienenen Buch „Hundert Jahre Psychoanalyse in Deutschland“, die Zerschlagung der Psychoanalyse durch den Nationalsozialismus entspreche lediglich dem „Wunschdenkender aus Deutschland emigrierten Psychoanalytiker“. Es sei ein „Mythos, wenn die rückblickende Geschichtsschreibung die Vorstellung erweckt, daß eine blühende und durchsetzungskräftige Psychoanalytische Gruppe unvermutet vom Nationalsozialismus überfallen“ wurde. Statt dessen habe der Nationalsozialismus im „Geist der Aufklärung“ (sic!) dafür gesorgt, daß „der patriarchalische Zug, der die Psychoanalytische Gruppe so lange beherrscht hatte“, zurückging, und daß sich die Psychoanalyse von einer „kleinen elitären, verschworenen Sekte“ mit einer „spezifisch jüdischen Eigenart“ (sic!) befreien (!) konnte.
Duehrssen konstruiert die Freudsche Psychoanalyse als Wissenschaft der „jüdischen Stammesgenossen“, deren „talmudische Denkweise“ und „Gruppendynamik sich auf die Fortentwicklung der psychoanalytischen Wissenschaft noch immer nachteilig auswirkt.“ Aber nicht nur ein fortwirkender Schaden für den „Grundbestand psychoanalytischen Wissens“ sei auf „Freud und seine Anhänger“ zurückzuführen, sondern letztlich auch die Judenfeindlichkeit, die jene zur Emigration zwang. Deutsche Psychoanalytiker seien zuvor „von der jüdischen Gruppe beeinträchtigt“ worden. Die „im tiefsten Kern abschätzige Einstellung der Juden den Nicht-Juden gegenüber setzte sich im allgemeinen vor allem in jenen Gruppen durch, in denen die Juden an Zahl überlegen waren. Aus der Berliner psychoanalytischen Gruppe stammen jedenfalls einige Berichte von nicht jüdischen Mitgliedern, die diese Form von herablassender Beurteilung gespürt haben wollen.“ Solche von den Juden ausgehenden „Spannungen zwischen den Juden und den Gojim“ seien heute „keine bewußt reflektierte oder auch nur gekannte Erscheinung mehr“. Aber „in den Jahren, in denen Freud (. . .) sein Reich ausbaute, waren sie existent und wirksam.“ Duehrssens Schrift gegen das vermeintliche jüdische „Establishment unter den Psychoanalytikern“ und den „einheitlichen Judentypus“, der „auf sein tausendjähriges Reich“ hoffte, „das den Juden die Herrschaft über die Erde“ bringen würde, erschien bei Vandenhoeck und Ruprecht.  Es ist mir nicht gelungen, trotz vieler Versuche, irgendeine Diskussion darüber bei Psychoanalytikern zu entfachen, ich erhielt von keinem der von mir angeschriebenen Psychoanalytikern je eine Antwort, auch nicht in den Internetforen, in denen sie sich ansonsten sehr angeregt über Honorarfragen aufregen. Antisemitismus ist unter deutschen Psychoanalytikern und Psychotherapeuten ein Tabu und ihre Psychoanalyse ein totes Totem, außer wenn sie sich mit Vorliebe und Enthusiasmus lebhaft der sogenannten „Israelkritik“ widmen.

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Der Psychoanalytiker Dr.Michael Schroeter schreibt in der angesehenen
psychoanalytischen Zeitschrift „Psyche“:

„Das ‚Hier stehe ich, ich kann nicht anders‘ (…) bezeugt die protestantische Tradition (von C.G.Jung und den Seinen Anm.JSB) einer mehr individualistischen Gewissensbildung, zum Unterschied von einer mehr solidarischen, die für Juden typisch sein mag (von Freud und den Seinen. Anm.JSB). In alledem liegt eine soziologische Frage, die durch den mörderischen Mißbrauch, der mit ihr getrieben wurde, nicht eo ipso diskreditiert ist.
(Schroeter, Michael In:Freuds Komitee 1912-1914, PSYCHE 6, 1995, S.533)

Damit sagt Schroeter, daß Freud und andere Juden eigentlich kein Gewissen haetten, sondern sich opportun nach ihren jüdischen Gruppeninteressen verhalten hätten, dagegen steht C.G.Jung für den ehrlichen Arier. Hier finden wir das antisemitische Schema wieder, des verschlagenen Juden und des ehrlichen Ariers.

In alledem liegt eine soziologische Frage nach dem latenten Antisemitismus deutscher Psychoanalytiker, die ebenfalls nicht eo ipso diskreditiert ist.

http://www.jsbielicki.com/jsb-74.htm

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Bernd Nitschke ist ein einflußreicher Lehranalytiker, Supervisor und Dozent, Herausgeber und Publizist, eine linkische Koryphäe unter Psychoanalytikern in Deutschland.

gefunden in einem Text von

Dr. phil. Bernd Nitzschke
Diplom-Psychologe – Psychoanalytiker (DGPT)
Psychologischer Psychotherapeut

so stellt sich der Herr auf seiner Homepage vor. Er war mir bis heute voellig unbekannt. Als ich fuer Sandmonkey nach dem deutschen Text des Freud-Briefes an Chaim Koffler suchte, bin ich auf seinen Text gestossen: “Versoehnung – diesseits von Gut und Boese, Siegmund Freuds transkulturelles Erbe”. Die Lektuere irritierte mich so, dass ich mir den Text ausdruckte und etwas genauer anschaute.

Die Grundlage dieses Textes wurde nach den Angaben des Autors auf S. 22 in den ersten Tagen nach dem Attentat vom 11. September verfasst. Offensichtlich handelt es sich um einen weltanschaulichen Artikel und nicht um einen psychologischen Fachtext.

Schon in der Zusammenfassung wird Triebverzicht als Verzicht auf Rache spezifiziert. Dass die historischen Beispiele dafuer ausser in Freuds Lebensgeschichte ausgerechnet im “juedisch-palaestinensischen” Konflikt gesucht werden, scheint ein Verweis auf den angeblichen juedischen Rachegott zu sein, der spaetestens seit Martin Luther zum antisemitischen Repertoire gehoert.

Auffallend ahistorisch ist, dass Nitzschke das Begriffspaar “juedisch-palaestinensich” waehlt. Das Adjektiv “juedisch” wuerde eigentlich nach “arabisch” als Komplement verlangen. “Palaestinenser” war bis 1964 kein gebraeuchlicher Begriff fuer die arabischen Bewohner des britischen Mandatgebiets Palaestina. Im Gegenteil beanspruchten sie fuer sich “Araber” zu sein oder allenfalls “Syrer”, so dass “Palestinian” damals gerade signalisierte, dass Juden im Mandatsgebiet gemeint waren. Zum Beispiel wurde die heutige Jerusalem Post 1932 als Palestine Post gegruendet und erst 1950 umbenannt. Das Adjektiv “palaestinensisch” dagegen verlangt als Ergaenzung nach “israelisch”, da es den Staat Israel zum Zeitpunkt der PLO-Gruendung gab und die PLO ganz bewusst einen nationalen Konflikt als Kernpunkt ihrer Agenda ansetzte, vgl. die PLO Charter, im Besonderen Art. 6. Es waere interessant zu erfahren, aus welchem Grund Nitzschke gerade diese Kombination waehlt. Koennte es darum gehen, Juden allgemein (also auch Nicht-Israelis) in diesem Konflikt verwickelt zu sehen, aber andererseits die Beteilung der arabischen Staaten und Muslime weltweit am Konflikt auszublenden? Auf diese Weise boete sich zahlenmaessig ein ausgewogeneres Verhaeltnis dar, bei dem die Juden tendenziell in der Uebermacht waeren.

Auf Seite 2 stossen wir auf diese als absolute Wahrheiten formulierten Saetze:

Im wirklichen Leben denken Erniedrigte immer an Rache. Und wenn sie sich nicht selbst raechen – dann reichen sie ihr Gedaechtnis an die naechste Generation weiter.

Mir scheint, hier haben wir die Grundlage der negativen Erwartungshaltung von Deutschen gegenueber Israelis, auf die ich hier schon zu sprechen kam.

Wenn Erniedrigte gar nicht anders koennen, als an Rache zu planen oder die Rachegedanken an ihre Kinder zu uebergeben, dann muss das auch fuer die von Opfer der Nazi-Judenverfolgung gelten. Mindestens die Nachkommen von europaeischen Juden in Israel und anderswo muessten dann von Rachegedanken vor allem gegenueber Deutschen beseelt sein, also auch gegenueber von Dr. Nitzschke.

Angesichts all dessen, was ich bei Pat Santy (alias Dr. Sanity) ueber die verschiedenen psychischen Abwehrmechanismen gelernt habe, scheint es mir geradezu lachhaft, dass hier ein diplomierter Psychologe nur eine Reaktion auf Erniedrigung, aber die immer und bei jedem wirksam, kennen will. Ohne, dass ich wirklich etwas davon verstuende, scheint mir, dass das Beduerfnis nach Rache vor allem bei narzisstischen Stoerungen zu erwarten waere:

(…)

Some societies like what the Palestinians have currently, mostly view each child as a soldier of the Jihad–without individual goals or ambitions– and from an early age route the child into service to the state. By the time the child has grown up, they have little ambition but to do the will of the omnipotent state and/or Allah. In this case, the grandiose self is not eliminated, but purposefully subjugated to act out the violent priorities of the state. The narcissistic defect is perpetuated when these children grow up and, those who do not blow themselves up in an act of ultimate union with an evil god, go on to mother and father more fragmented and horribly impaired individuals.

In fact, throughout most of history, it has been the grandiose self that society has most tried to control. Either by eliminating it entirely; or chaining the energy it brings to the achievement of union with the omnipotent other.

(…)

Dr. Santy schreibt hier ueber die palaestinensische Gesellschaft. Ich halte dafuer, dass die psychischen Mechanismen in Nazideutschland nicht viel anders waren. Das Aufgehen in und das Einswerden mit dem allmaechtigen Staat, der Herrenrasse, dem Fuehrer, das passt doch alles auch. Und dann koennte auch das Weitergeben des narzisstischen Defekts an die naechste Generation vorgekommen sein. Vielleicht liegt hier eine Projektion von Nitzschke vor: Ein Rachebeduerfnis, das ihm vermittelt wurde, wird der gesamten Menschheit unterstellt.

Auf den Umgang von Nitzschke mit der Person Freuds gehe ich nicht ein, obwohl es auch da einiges zu sagen gaebe. Ich springe gleich zu “3 Versoehnung – diesseits von Gut und Boese”. Da dieser Ueberschrift auch dem gesamten Text vorangestellt ist, gehe ich wohl nicht fehl darin, hier die zentralen Aussage zu suchen.

Vorangestellt sind zwei Zitate, das erste davon:

“Bis zur Gruendung Israels 1948 waren die Palaestinenser, die Juden und die Christen Gleiche in einem Land.” Daniel Barenboim

Diese Aussage ist historisch voellig falsch, wie Nitzschke selber auf p. 15 belegt, als er auf das Massaker von Hebron 1929 zu sprechen kommt. Nun ist ein Musiker natuerlich nicht gerade die Quelle fuer historisch saubere Analysen. Barenboim hat fuer Nitzschke vor allem wohl den Vorteil, dass er Jude ist. Auf p. 18 betont Nitzschke ausdruecklich, dass Bernard Wasserstein ein juedischer Historiker ist. Nach meinem Empfinden handelt es sich hier um die Verwendung von Alibijuden, die selber ein Indiz fuer Antisemitismus ist.

Die Quellenangaben am Ende des Textes legen davon weiter Zeugnis ab:

Norman Finkelstein wird als Gewaehrsmann fuer den Konflikt im Nahen Osten und die 1. Intifada angegeben. Waehrend bei allen anderen Namen der Vorname ausgeschrieben wird, wird Finkelstein nur mit den Initialen N.G. identifisiert. Ich vermute, dass damit der Wiedererkennungseffekt etwas behindert werden sollte, denn Finkelstein kann unmoeglich als ernsthafter Historiker gehandelt werden, dagegen hat er einen eindeutigen Ruf als antisemitischer Alibijude.

An modernen, israelischen Historikern finden wir Moshe Zuckermann, Tom Segev und Benny Morris. Die beiden ersteren sind ebenfalls beliebte Kronzeugen fuer Antizionisten und Antisemiten, wenn auch weniger anruechig als Finkelstein. Morris dagegen wird von Nitzschke in die rechtsradikale Ecke gestellt, weil er sich unter dem Eindruck der sog. Al-Aksa-Intifada von solchen Positionen distanzierte, nachdem er lange ebenfalls Kronzeuge fuer sog. Pro-Palaestinenser war. Nitzschke unterteilt also in solche Juden, die seine Auffassung bestaetigen einerseits und rechtsradikale Juden andererseits… Ueber diese eigenartige Verschiebung der politischen Masstaebe, sobald sie auf Israel angewendet werden, schrieb ich hier schon.

Die Vorstellung, dass Juden aufgrund ihrer juedischen Abstammung unmoeglich in der Lage sein koennten, antisemitisches Gedankengut zu vertreten, ist tendenziell rassistisch. Antisemitismus ist nicht genetisch verankert, sondern wird kulturell weitergegeben. Bei Kenneth Levin “The Oslo Syndrome” habe ich genuegend Beispiele und Erklaerungen fuer Juden gefunden, die sich einer von Antisemitismus gepraegten Kultur nicht entziehen konnten oder wollten. Vor guten vier Jahren habe ich hier uebrigens ein Buch von Bernard Wasserstein besprochen.

Das zweite Zitat aus dem Kaufmann von Venedig

“Du nanntest mich einen Hund, bevor ich einer war; jetzt, da ich einer bin, nimm Dich in Acht vor meinen Krallen!”

verliert durch die Kombination mit Barenboims Zitat den urspruenglichen Sinn: Wenn es den Juden vor der Staatsgruendung genauso gut ging wie allen anderen, dann kann sich die “Hundwerdung” nur auf die Palaestinenser beziehen.

Nitzschke beginnt damit, dass er Religion an sich als regressive und latent faschistische Fiktion darstellt. Absolut-gut und absolut-boese gibt es nicht, wie er Freud sagen laesst und geht gleich einen Schritt weiter: Gut und boese sind auch als nicht-absolute Beurteilungen obsolet und zwar (die Oberflaechlichkeit ist atemberaubend!) wegen der ungleichen Vermoegensverteilung auf der Welt!

Auf S. 10f schafft es Nitzschke noch ein bisschen Bush-Bashing und Antiamerikanismus einzubauen. Auf S. 12 geht es dann weiter mit Anti-Zionismus. Nitzschke unterstellt, dass Israels Gruendung vor allem aufgrund biblischer Ansprueche erfolgt sei. Das ist natuerlich Bloedsinn, wie jede noch so oberflaechliche Beschaeftigung mit Herzl und der zionistischen Fruehzeit belegen kann. Nitzschke haelt fest: “Auf diesem politisch-religioesen Fundament laesst sich wohl ein Staat, aber keine Demokratie aufbauen.” Da Nitzschke von einer falschen Praemisse ausgeht, muss er nun wegdisputieren, dass Israel eine funktionierende Demokratie ist. Das tut er, indem er einen Artikel von Richard Chaim Schneider in der SZ vom September 2003 vorschiebt und darauf befindet, dass “die religioesen Fundamentalisten zunehmend die Politik bestimmen”. Die nach den Wahlen im Januar 2003 von Sharons gebildete Koalition enthielt zunaechst keine einzige religioese Partei, bis sich am 3. Maerz die Nationalreligioesen der Koalition anschlossen. Das widersprecht der angeblichen Verwandlung in einen Gottesstaat, aber Nitzschke geht es sichtlich nicht um Fakten, sondern um Untermauerung seiner vorgefassten Meinung.

Die Weltanschauung, die ich aus dem Text destilliere, entspricht auffallend dem gegenwaertigen Mainstraem in Deutschland:

Die USA als gefaehrlicher Staat wegen der “Verquickung von Religion und Politik” (p. 11). Der weisse Mann als Kolonialherr. Zivilisation und Barbarei als siamesische Zwillinge (alle Kulturen sind gleich gut, nur die Kultur des weissen Kolonialherren ist boese, weil sie ursaechlich fuer alles Schlimme in anderen Kulturen verantwortlich gemacht wird.) Israel als Produkt von religioeser Phantasie und nationalistischem Eifer, das in die Verantwortung fuer jede pal. Aktion traegt. Selbst das Massaker von Hebron haetten die Araber durchfuehren muessen, weil die zionistische “Betar”-Gruppe freien Zugang zur Klagemauer durch das muslimische Viertel gefordert hatte!

In all dieser Seichtheit besteht Nitzschke aber darauf, sein Gedankengebaeude gerade nicht auf den hohlen Fundamenten von “kompakten Majoritaeten” zu errichten… (p. 12)

Na dann!

https://beer7.wordpress.com/2008/03/04/sekundaerer-antisemitismus-dargestellt-an-einem-text-von-bernd-nitzschke/

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Und hier ein wahnhafter, psychotischer Text des umstrittenen deutschen Körperpsychotherapeuten Tilmann Moser, der offenbar mit diskursiven Denken Probleme hat:

>>Im Rausch der Karikaturen des Propheten
Zur Kommentierung des Terrors in Frankreich

Tilmann Moser (2015)

Der bindungslose Zyniker (eigene stolze Charakterisierung: “Ich habe keine Kinder, keine Frau, kein Auto, keine Schulden. Das klingt jetzt sicherlich ein bisschen schwülstig, aber ich sterbe lieber aufrecht, als auf Knien zu leben.”) hat keine noch so drohende und grausame Warnung mehr ernst genommen, im Gegenteil, sie hat seinen sich steigernden trotzigen Heldenmut noch gesteigert. Er scheint als 45-Jähriger Chef seine ehrgeizige und untereinander um Schärfe rivalisierende Crew so weit am Zügel gehalten zu haben, dass keine Bedenken und kein Widerspruch mehr aufkam.

Außerdem scheint das auf 30.000 Abonnenten abgesunkene Blatt unter ökonomischem Untergangsdruck gestanden zu haben. Wer die katholische Kirche in Frankreich und die zum Spott herausfordernden jüdischen Orthodoxen und auch satirisch längst ausgeweidete Politiker oder Parteien als vorletzte Gegner nutzen musste, um witzig zu bleiben, erzeugt gefährliche Langeweile.

Er muss sich den zum letzten globalen Schreckgespenst aufgeblasenen Propheten als letztes Tabu auswählen, um noch extremsatirische Wirkung zu erzielen. Er braucht sich nicht zu kümmern um das immer drohende Schicksal seiner Redaktion, nicht um die aufgeheizte und bedrohlich polarisierte Stimmung im Land, nicht um die noch demokratisch-freiheitliche Befindlichkeit der großen Mehrheit dem Terrorismus abgeneigten Muslime. Sie fürchten um ihre ökonomische Lage und die zunehmende Ausgegrenztheit ihrer Gemeinschaft.

Er muss sich steigern, um noch unterhaltsam zu bleiben und sich zunehmend als wagemutiger Held zu fühlen. Als Psychoanalytiker stehe ich nicht an, mir über die aufgeheizte Gruppendynamik in der Redaktion Gedanken zu machen, die einem Sog zu gleichen schien: immer provokanter, immer verächtlicher, immer verleumderischen zu werden. Es war kein Kampf mehr um Aufklärung, Diskussion und Wahrheitsfindung, auch wenn die Pressefreiheit jetzt in kultische Höhe gehoben wird als quasi letzter europäischen Wert.

Der schien den Ermordeten anvertraut, und den man dem Islam nur drastisch genug um die Ohren hauen müsste, im Glauben, die Terroristen hätten es als oberstes missionarisches Ziel ins Auge gefasst, die europäische Freiheit als Ganzes zu vernichten. Es war ein Anschlag auf eine verhasste Redaktion, nicht auf die französische Pressefreiheit im Ganzen. Charlie und die Missachtung der Drohungen haben die Verängstigung wie die Hysterisierung der Nation vorangetrieben und der lauernden Le Pen in die Arme getrieben, mit Folgen, über sie sich anscheinend in der Redaktion niemand Gedanken gemacht hat. Eine verantwortungsvolle Vorsicht und Zurückhaltung angesichts unübersehbarer politischer Spannungen ist noch keine innere Zensur und angstvolle Selbstkastrierung, sondern fordert menschliche wie politische Besonnenheit.

Der dänische Redakteur, der die Mohammet-Karikaturen zuerst abdruckte, wurde damals schon als Held gefeiert und mit Preisen überhäuft, er lebt inzwischen in eingeengtem und angstvollen Rückzug. Charlie hat sich verrannt, und ich nenne die Redaktion eine vom publizistischen Untergang bedrohte Gruppe von latent zu suizidalen Pseudohelden. Sie haben eine (echte?) Mission der Entlarvung und eine (echte?) Angstvision vor dem dämonisierten Propheten, der die Welt bedroht.

Es wäre interessant herauszufinden, welches schreckliche Bild von ihm im Unbewussten der Zeichner lebt, die das geneigte Publikum zunehmend (siehe Pediga) inzwischen dem Islam im Ganzen zuschiebt. Schon werden Rufe laut, den Helden posthum die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Die bestialischen Morde werden mit der wahrlich polarisierenden Jahrhundertkatastrophe der Dreyfus-Affäre verglichen. Es wird nicht lange dauern, bis die Umbettung der brutal im Dienst der Freiheit Ermordeten ins Pantheon gefordert wird. Frankreich hat endlich wieder, mitten im darnieder liegenden derzeitigen Selbstbewusstsein, Nationalhelden oder Idole, um die sich alle widerspruchslos und vereint scharen sollen.

Und sie machen grad so weiter!

Dr. Tilmann Moser, Psychoanalytiker<<

http://www.tilmannmoser.de/site/neue_texte/im-rausch-der-karikaturen-des-propheten.html

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Desweiteren schreibt Moser solchen Satz, wie: >>“Bernd Nitzschke rekapituliert einen Vortrag Freuds aus dem Ersten Weltkrieg (1915) und zitiert: „Sie verwundern sich darüber, daß es so leicht ist, Menschen für den Krieg zu begeistern,und vermuten, daß etwas in ihnen wirksam ist,ein Trieb zum Hassen und Vernichten, der solcher Verhetzung entgegen kommt.“ Der Satz könnte für die sogenannten Hassprediger und ihre aufgehetzte Gefolgschaft gelten, über deren Ausweisung aus Synagogen in Deutschland debattiert wird.<< (Sic! Hervorhebung durch JSB)

Zu lesen auf Web-Seiten des ehemaligen evangelischen Studentenpfarrers, der als Psychoanalytiker eine linkische Webseite und eine Mailliste mit angeblich 1000 bis 1500 Teilnehmern, Psychoanalytikern und Psychotherapeuten betreibt, und der selbst sehr vorsichtig Antisemtisches äußert, vorwiegend in allgemeine Kritik am Monotheismus verpackt, jedoch gerne Beiträge von Antisemiten publiziert, die für ihn die Drecksarbeit erledigen, wie z.B. wenn es um „den „Schwanz von Zion“ geht, Kritik dagegen jedoch zensiert, Kritiker im Akt des Meinungs-Lynch-Mobs herausekelt, ais seiner Mail-Lister (ohne es demjenigen mitzuteilen) ausschliesst und hauptsächlich nur rot-rot-grüne Meinungen publiziert. Die FAZ ist für ihn ein Schimpfwort und Meinungsfreiheit ein Greuel, er alleine bestimmt, wer und welche Meinung dort äußern darf. Diese Zensur nennt er „Moderation“. So ist die Psychoszene in Deutschland heute: rot-rot-grün versifft, andere Meinung als eigene aggressiv bekämpfend und unterdrückend, latent oder auch virulent antisemitisch, meistens unter dem Deckmantel der „Israelkritik“ oder der „Humanität“ gegen „barbarische mosaische Riten“. Barbarische islamische oder sonstige Riten werden natürlich nicht erwähnt. Diese rot-rot-grüne, eigentlich braune Psychoszene beherrscht in ihrem Drang eine immer größer werdende, bereits etablierte Betreuungsindustrie auf allen Gebieten der Psychoanalyse, Psychotherapie und Psychologie weiter auszubauen und zu festigen und hat mit der aufklärerischen Absicht von Sigmund Freud soviel zu tun, wie Stalinismus mit Marxismus oder katholische Inquisition mit Evangelien. Es ist reines Geschäft geworden, korrupt, opportun und totalitär. Da kann sich mancher mit antisemitischen Seitenhieben des Beifalls der Psychogosse, in der er und ihm gleiche im Trüben fischen, sicher sein.

http://www.bbpp.de/moser-mordlust.htm

 

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„Jede Kritik am Staat Israel ist antisemitisch.“

Interview mit T-34. Informationen für das westliche Ruhrgebiet     (Juli/August 2003) der AntiFa Duisburg)

Joachim Bruhn ist Mitglied der Freiburger Gruppe „Initiative Sozialistisches Forum“. Mit zahl- reichen Buchveröffentlichungen im Ça ira-Verlag vertritt dieser Arbeitskreis ein an der Kritischen Theorie und dem Linkskommunismus orientiertes kategorisches Programm der Ab- schaffungen. Der Antisemitismus, als eine auf dem „Boden der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft notwendig erwachsene Aggression“, ist demnach ein wesentlicher Kritikpunkt. Neben mehreren Veröffentlichungen zum Thema, u.a. „Léon Poliakov – Vom Antisemitismus zum Antizionismus (2000), ISF – Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten (2002), war die Kritik am Antisemitismus auch Thema der am 24.6.03 in Duisburg stattgefundenen Diskussionsveranstaltung. Das Interview entstand kurze Zeit zuvor.

T-34: Zunächst eine Grundsatzfrage. Was unterscheidet den Kritiker vom Theoretiker? Was   unterscheidet den Materialismus von der Wissenschaft?

J.B.: Was den Kritiker vom Theoretiker unterscheidet ist die Frage, was Karl Marx von Max Weber unterscheidet. Der Kritiker ist immer jemand, der sich gegen die Rationalisierung wendet. Er spricht sich gegen den Versuch aus, den Widersinn, der sich in der Kapital- vergesellschaftung befindet, als ein Resultat der Vernunft auszugeben. Was nun die Kritik von der Theorie unterscheidet wird deutlich, wenn man untersucht, was in der Hegelschen Philoso- phie die Vernunft vom Verstand unterscheidet. Der Kritiker ist auf der Seite der Vernunft, der Theoretiker hingegen auf der Seite des Verstandes. Nun lohnt es sich zu schauen, was Hegel in der „Enzyklopädie“ gegen den Verstand einzuwenden hat. So wird mit dem Unterschied zwi- schen Vernunft und Verstand auch der zwischen Kritiker und Theoretiker deutlich.

Zunächst sagt Hegel nicht, daß der Verstand nicht nötig ist, aber er sagt auch, daß der   Verstand der geborene Positivist ist. Dieser kann zwar ein System der Erscheinungen erfassen, er kann aber nicht zu einer Vorstellung der inneren Reproduktion dieses Systems kommen. Der Verstand ist somit der Versuch, widerspruchsfrei zu denken und einen Widerspruch, der in der Sache selbst liegt, hinweg zu rationalisieren, zu säubern.

Damit ist sogleich gesagt, was den Materialismus von der Wissenschaft unterscheidet. In diesem Zusammenhang ist eine Fußnote aus dem Fetischkapitel des Kapitals interessant.

Dort stellt Marx fest, daß die bürgerliche Wissenschaft einfach nur die in ein System gebrachte Ideologie und Alltagsreligion der Warengesellschaft ist. (1)

T-34: Die meisten Linken sind unfähig zur Kritik. Ihre Ablehnung den antideutschen Kom- munisten können sie gerade einmal durch Rummäkeln an der Polemik, die für sie – bezeichnenderweise – unproduktive Besserwisserei ist, deutlich machen. Ihr hingegen vertretet die   Auffassung, daß „wer sich zum Kapital nicht polemisch verhält, verhält sich unsachlich zu   ihm“. Was hat es mit der Polemik auf sich?

J.B.: Die Kritik betreibt die Darstellung der inneren Widersprüche und des äußeren Widersinns des Kapitalverhältnisses. Die Polemik ist die einzig angemessene Darstellungsform der Kritik. Sie tut zunächst etwas, was sachlich nicht begründet scheint, weil sie kontrafaktisch die Ergeb- nisse des gesellschaftlichen Prozesses den Individuen als Ausdruck ihres eigenen Willens zuordnet. Sie argumentiert ad hominem. Sie packt die Verhältnisse an ihrer Wurzel, die nach Marx die Menschen selber sind. Das ist natürlich eine Unterstellung, aber eine Art therapeutische Unterstellung. Es ist der Versuch, die Aufklärung auch dort voranzubringen, wo sich gegen sie abgesondert wird. Also gerade bei der vulgären Linken.

Zum Kapital kann man sich nur polemisch verhalten, da das Kapital ein Verhältnis von Herrschaft und Ausbeutung ist. Es ist jedoch so, daß die Herrschaft des Menschen über den Menschen schon rein begrifflich ein Widerspruch ist. Wie soll denn der Mensch sich selbst beherrschen? Wer soll ihm dieses Kunststück abverlangen? Es ist ein Gebot der praktischen und theoretischen Vernunft, daß dies nicht sein soll. Das Kapital ist also eine Widervernunft in der Gesellschaft. Demnach ist ein polemisches Verhalten dem Kapital gegenüber das einzig sachlich angemessene. Sich nicht polemisch zu verhalten, verfehlt die Sache und rationalisiert, das Ganze.

In der „Einleitung zur Hegelschen Rechtsphilosophie“ von 1842 wird ausführlich der Begriff der Kritik dargelegt. Dieser wiederum geht einmal mehr zurück auf Hegel. In einem Artikel von 1806 über den Begriff der philosophischen Kritik sagt Hegel, daß da, wo keine Vernunft in der Sache ist, da hat auch die Philosophie jedes Recht verloren. Sie gibt sich, im Verhältnis zu diesem unvernünftigen Gegenstand, das Verhältnis der unmittelbaren Verwerfung, der Polemik. Kritik ist das ursprüngliche Scheideverfahren von Vernunft und Unver- nunft.

T-34: Die jährlich in Berlin stattfindende 1. Mai Demonstration marschierte dieses Jahr mit   wehenden Israelfahnen in Kreuzberg ein. Kann man dies als ein Signal für einen antideutschen

Aufbruch werten oder handelt es sich dabei wieder einmal nur um einen inhaltsleeren linken   Populismus? Was sollte die Aufgabe antideutscher Kommunisten sein?

J.B.: Das Tragen von Israelfahnen ist eine sinnvolle Provokation gegen den deutschen Mob. Es hat sich allerdings um die Israelfahne ein ungeheurer Politkitsch entwickelt, an dem auch die israelische Botschaft nicht ganz unschuldig ist. Neben dem von Antideutschen gern getragenen Button, der eine Israel- und eine Amerikafahne zeigt, wird auch ein Knopfsticker von der Botschaft verteilt, der eine Israel- und eine Deutschlandfahne vereint. Es ist also so, daß das, was im Interesse der israelischen Diplomatie ist, nicht unbedingt zugleich im Interesse der israelsolidarischen und kommunistischen Gruppen ist.

Man sollte den Gebrauch von Israelfahnen auf ganz besondere Gelegenheiten von his- torischer Wichtigkeit beschränken. Der 1. Mai ist ganz bestimmt die falsche Gelegenheit. Der 8 Mai wäre da eine bessere Möglichkeit.

Es ist ein Abgleiten, wenn nicht in linken Populismus, dann zumindest in Symbolpoli- tik. Wir sollten weder mit Politik, also mit falschen Verallgemeinerungen, noch mit Identifika-

tionen arbeiten. Die Aufgabe antideutscher Kommunisten ist es nicht, sich mit Israel zu identi- fizieren, denn Israel ist nicht das neueste Substitut des „Vaterlands der Werktätigen“, sondern aufzuklären, warum es notwendig ist sich bedingungslos hinter Israel und auch hinter Ariel Scharon zu stellen: nämlich im Interesse der staaten- und klassenlosen Weltgesellschaft.

T-34: In der Vorarbeit zu Theodor Herzls „Judenstaat“, den „Notizen zur Unterredung mit   Baron Hirsch“, schreibt Herzl: „Ihr hängt an Eurer grausamen Heimat? Wir geben sie Euch   verschönert wieder … Wir bauen uns Paris, Rom, Florenz, Genua, was wir wollen. Herrliche   Städte mit Benutzung aller modernen Erfindungen.“ Ist der Zionismus die revolutionärste   Form der bürgerlichen Ideologie?

J.B.: Zunächst muß man die Frage stellen, ob nicht jede Ideologie bürgerlich ist. Man spricht ja   auch nicht von bürgerlichem Geld, genauso wenig wie man eigentlich von einem bürgerlichem Staat sprechen kann, es sei denn man ist der Auffassung, daß es einen guten, gerechten, nicht bürgerlichen, proletarischen Staat geben kann. Das hat sich historisch blamiert, nachdem es sich theoretisch schon längst blamiert hatte.

Der Zionismus ist sicherlich nicht die revolutionärste Form der Aufklärung, da Lenin oder Robespierre Staatsbegründer vom gleichen revolutionären bürgerlichen Schlage gewesen sind wie Theodor Herzl und seine zionistische Organisation. Der Zionismus ist aber das einzige organisierte Programm bürgerlich-revolutionärer Aufklärung, das in der Gegenwart noch besteht. Das hängt zum einen mit der Ungleichzeitigkeit des Zionismus als Nationalbewe- gung zusammen und zum zweiten damit, daß der Zionismus durch die ungeheure Bedrohung der Juden durch den Nazifaschismus als Rettungsunternehmen fungiert hat. Daher ist der linke Antizionismus ein Zeichen dafür, daß die Linke sich noch unter dem Niveau der bürgerlichen Aufklärung befindet. Hätte die Linke wenigstens das Niveau der bürgerlichen Aufklärung erreicht, dann hätte sie einsehen müssen, daß der Staat Israel die organisierte Emanzipationsge- walt der Juden ist. Diese Emanzipationsgewalt ist vergleichbar mit einem in Permanenz tagenden Wohlfahrtsausschuß der Jakobiner oder einem permanent tagenden Sowjet der Zeiten Lenins.

Die Frage ist vor allem: Was ist jüdische Aufklärung? In welcher Form hat der Zionis- mus diese jüdische Aufklärung in ein Nationalprojekt transformiert und inwieweit ist diesem

Nationalprojekt so recht erst dadurch der revolutionäre Charakter zugewachsen, daß es einen Notwehrcharakter gegen den Nazifaschismus ausüben mußte.

Daß Israel bis zum heutigen Tag ein revolutionäres Projekt ist, das zeigt sich unter anderem daran, daß der Staat Israel sich zum einen über die Juden definiert, die im Land selber

wohnen, aber auch gegenüber all jenen, die in der Diaspora zerstreut und der weltweiten Be- drohung des Antisemitismus ausgesetzt sind. Deutlich wird dies an dem Knessetgesetz von 1950, welches besagt, daß alle Juden auf der Welt ein „Recht auf Rückkehr“ nach Israel haben. Dieser Doppelcharakter der israelischen Staatlichkeit, diese „demokratische Diktatur“, ist genauso revolutionär wie der des Staates UdSSR 1920, der sich als Staat des russischen Pro- letariats und als Inkarnation aller Aspirationen des Weltproletariats definiert hat.

T-34: Sowie es den Zionismus natürlich vor der Gründung des Staates Israel gab, gab es auch   den Antizionismus bereits vor der israelischen Staatsgründung. Wo liegen seine Wurzeln? Sind diese Wurzeln im heutigen Antizionismus noch erkennbar?

J.B.: Der Antizionismus hat einerseits seine Wurzel in der Kritik am jüdischen Nationalismus aus weltrevolutionärer Sicht, insbesondere im Trotzkismus. Diese Kritik hat sich am 30. Januar 1933 erledigt. Er hat zweitens eine Wurzel in der jüdischen Gesellschaft selber, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte. Seine dritte Wurzel aber liegt darin, daß der Antizionismus von Anfang an zum nazifaschistischen Programm gehörte. Es ist gerade nicht so, wie oft behauptet wird, daß der Antizionismus in Deutschland wesentlich eine linke Erfindung war. Der linke Antizionismus kommt noch zur Misere hinzu, die wesentlichste und gefährlichste Wurzel des Antizionismus ist der Nazifaschismus selber.

Als Hitler in seinem Programm von 1920 den Antisemitismus der Vernichtungspraxis erfand, war dieses Programm unmittelbar zugleich ein antizionistisches Programm. Die Nazis haben immer genau beobachtet, wie die Staatswerdung des Jischuw in Palästina voranschritt. Daß hatte zum einen den geopolitischen Zweck, das Bündnis mit den arabischen Antisemiten gegen das britische Empire zu stärken, zum anderen aber besteht der Grund dafür darin, daß der Antisemitismus in zwei verbundene, aber auch unterscheidbare Elemente zerfällt. Das eine ist der Antisemitismus, der mit einer ökonomischen Thematik – jüdisch raffendes und deutsches schaffendes Kapital- argumentiert wird, das andere Element beruht darauf, daß der An- tisemitismus sich zugleich auch in der Sphäre der Politik darstellt. Diese Darstellungsform des Antisemitismus nenne ich Antizionismus. Bei diesem wird ähnlich dem eher ökonomischen Antisemitismus- unterschieden zwischen dem organischen, einheitlichen Volksstaat und dem liberalen, pluralistischen Rechtsstaat. Der letzte wird den Juden als ihre im Politischen präsente Zersetzungspolitik zugeschlagen. Alfred Rosenberg hat beispielsweise jede Woche   im „Völkischen Beobachter“ die aktuellen Ereignisse in Palästina kommentiert und so die theoretische Formulierung des Antisemitismus im Bereich der Politik erfunden.

Genauso wenig wie man also sagen kann, daß nach 1945 der deutschen Antisemitis- mus verschwunden ist, darf man sagen, daß nach 1945 der Antizionismus verschwunden ist. Der Antizionismus von links, so wie er vor allem aus der ML-Bewegung, der DDR und dem sowjetisierten Rußland kam, ist in Deutschland natürlich auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Linken haben also ein Thema weitergetrieben, das seit 1989 nun auch wieder offenkundig von den bürgerlichen Nationalen, den Neofaschisten usw. aufgegriffen werden kann.

T-34: In Anbetracht der Tatsache, daß für eine Kritik am Nationalstaat auf der Welt knapp 200   zur Auswahl stehen, Deutschland natürlich im besonderen, ist da die Kritik am Staat Israel immer schon antisemitisch?

J.B.: Ob jede Kritik am Staat Israel antisemitisch ist, kann man nur mit einem glasklaren Ja be- antworten. Es kann keine Kritik am Staat Israel geben, die nicht antisemitisch ist, da – wie schon hervorgehoben- Israel die organisierte revolutionäre Emanzipationsgewalt der jüdischen Gesellschaft darstellt. Jede Kritik kann nur aus der Perspektive des Abscheus vor dieser Emanzipation geäußert werden.

Ich finde das Argument mit den 200 zur Auswahl stehenden Staaten sehr schön. Daher möchte ich den besonderen Fall von Marokko anführen. Jeder weiß, daß 1975 Marokko die Westsahara, die damals von Spanien entkolonisiert wurde, sich einverleibt hat. Weiterhin weiß jeder, daß sich Marokko seit fast 30 Jahren allen UNO-Versuchen und Resolutionen, dort eine Volksabstimmung durchzuführen, nicht nur tätlich widersetzt, sondern auch durch eine planmäßige Siedlungsbewegung das „eingeborene Volk“ der Sahauris um ihre angestammten Rechte bringt. Diese Sahauris leben zu Zehntausenden unter elenden Verhältnissen in der algerischen Wüste in Flüchtlingslagern. Das ist natürlich kein Thema. Es geht vielmehr nur darum, was Juden anderen antun. Man sucht sich Israel nicht aus, weil dort angeblich Rechts- verstöße besonderer Qualität vorkämen, sondern weil in Israel Juden am Werke sind.

T-34: Du kritisierst insbesondere den Postzionismus. Was muß man darunter verstehen?

J.B.: Der Postzionismus ist israelischer Azionismus für deutsche Antizionisten, die es gern mit Michael Foucault und der Postmoderne haben. Der wesentliche Charakter des Staates Israel liegt in dem Recht auf Rückkehr, welches in vielen Varianten weiterentwickelt wurde. Der An- tizionismus, Azionismus oder Postzionismus jedweder Façon wendet sich gegen dieses Gesetz und fordert mit dem Argument, daß dieses Gesetz verhindern würde, wie es z.B. bei Moshe Zuckermann heißt, daß Israel der Staat all seiner Bürger wird, seine Abschaffung. Der Begriff „Staat all seiner Bürger“ spiegelt die Illusion wider, daß der Inhalt des Staatswillens und das Programm des Souveräns wirklich durch allgemeine, freie und gleiche Wahlen ermittelt würde.

Das ist die zentrale Demokratieillusion, die bestimmt genauso mächtig ist wie die, daß auf dem Markt die Nachfrage das Angebot und die Preise bestimmen würde. Eine Ideologie von genau der selben Objektivität und Idiotie. Diese Idiotie kann im Fall Israel auch nicht richtiger sein als im Fall einer anderen bürgerlichen Gesellschaft. Die israelische Gesellschaft als eine bürgerlich-kapitalistische verhält sich zu ihrem Staat erst einmal genauso, wie sich jede Gesell- schaft zu ihrem Staat verhält. Im Falle Israel kommt aber weiter bestimmend hinzu, daß das Rückkehrgesetz besagt, der Staat Israel habe nicht nur die zu vertreten, die auf seinem Territo- rium ansässig sind, sondern auch die, die auf seinem Territorium nicht ansässig sind. Also die, die nicht in der Lage sind – wie ideologisch auch immer- durch Wahlen den Willen des Staates zu bestimmen. Der Staat Israel hat also den Doppel-Charakter einer demokratischen Diktatur. Wer dieses Gesetz auf Rückkehr streicht, der streicht auch den grundlegenden Asyl-, Notwehr-, und Schutzcharakter dieses Staates. Daß heißt, wer das Gesetz streichen will, der kann vom Antisemitismus und von dem Programm der antisemitischen Internationale über- haupt keinen Begriff haben. Wenn man sich anschaut, was die linken Anti-, A- oder Post-zionisten für einen Antisemitismusbegriff haben, wenn sie sich etwa auf Moshe Zuckermann berufen, dann kann man feststellen, daß der Antisemitismus hier als eine Art Vorurteil gedacht wird und nicht als eine auf dem Boden der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft notwendig erwachsende Aggression. Natürlich kann man nicht Israelis oder Juden vorwerfen, sie hätten keinen angemessenen Antisemitismusbegriff. Aber jemanden wie Zuckermann, der sich explizit auf die Kritische Theorie bezieht, muß man vorwerfen, daß er die Kritische Theorie zum Kinderglauben für linke Gutmenschen verunstaltet. Deswegen muß der Postzionismus als

eine innerisraelische, sozialdemokratische Position, mit deutlich postmodernen Einschlag, die in Deutschland besonders gut bei den Antizionisten ankommt und weiterverbreitet wird, kritisiert werden.

(1) „Die Ökonomen verfahren auf eine sonderbare Art. Es gibt für sie nur zwei Arten von Institutionen,   künstliche und natürliche. Die Institutionen des Feudalismus sind künstliche Institutionen, die der Bourgeoisie natürliche. Sie gleichen darin den Theologen, die auch zwei Arten von Religionen unter- scheiden. Jede Religion, die nicht die ihre ist, ist eine Erfindung des Menschen, während ihre eigene Religion eine Offenbarung Gottes ist. – Somit hat es eine Geschichte gegeben, aber es gibt keine mehr.“ (MEW 23, S. 96)

 

http://www.ca-ira.net/isf/beitraege/pdf/bruhn-kritik.israel.pdf

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Siehe auch: Polski minister spraw zagranicznych: Auschwitz oswobodzili Ukraincy / polnischer Außenminister: Auschwitz wurde von Ukrainern befreit / polish Foreign Minister: Auschwitz has been liberated bei Ukrainians ( po polsku / deutsch / english)

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https://psychosputnik.wordpress.com/2015/01/25/polski-minister-spraw-zagranicznych-auschwitz-oswobodzili-ukraincy-polnischer-ausenminister-auschwitz-wurde-von-ukrainern-befreit-polish-foreign-minister-auschwitz-has-been-liberated-bei-ukrain/

 

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[i] http://www.zeit.de/1981/10/ihr-bleibt-die-kinder-eurer-eltern
[ii] http://www.zeit.de/2014/41/juden-deutschland-antisemitismus/komplettansicht

 

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Initiative Sozialistisches Forum

Volksfront gegen Judenhass, Volksgemeinschaft gegen Israel

Was man in Deutschland Aufarbeitung, oder unfreiwillig treffender, Bewältigung der Vergangenheit nennt, bildet das Zentrum des staatsbürgerlichen Bewusstseins der Eliten im Postnazismus. Man muss Eberhard Jäckel beinahe dankbar sein für seinen stolzen Ausspruch, andere Länder würden Deutschland um das Holocaust-Mahnmal beneiden. Während man goldene Steine vor die Häuser setzt, in denen die Opfer der Nazis lebten, um ihnen nachträglich Vor- und Zunamen zurückzugeben und sie als Staatsbürger post mortem, symbolisch und ohne Folgen anzuerkennen, weil Tote keine Forderungen stellen können, bleiben ihre überlebenden Mörder auch in der deutschen Gedenkkultur in geschützter Anonymität. Es scheint in Deutschland überall Opfer der Nazis gegeben zu haben, aber keine Täter.

Als könnte Mord nur nach Einreichung einer Klage verfolgt werden, gab es gegen die Täter bis Ende der 50er Jahre nur in Ausnahmefällen strafrechtliche Verfahren und da es bis zur Einrichtung der zentralen Ermittlungsstelle in Ludwigsburg keine systematische Sammlung von Beweisen gegen NS-Täter gab, endeten diese Verfahren weit überdurchschnittlich mit Freisprüchen. Erst in den ’60er Jahren folgten Prozesse zunächst gegen die Wachmannschaften kleinerer Lager, dann, angestrengt durch Fritz Bauer, selbst Verfolgter der Nazis, der Frankfurter Auschwitzprozess. Der BGH jedoch lehnte Bauers Argumentation, die Vernichtung in Auschwitz als einheitliche Tat, und damit jeden Beteiligten als Mittäter zu verurteilen, ab; während im Auschwitzprozess die nachgewiesene Beteiligung etwa bei der Selektion an der Rampe noch für eine Verurteilung genügte, wurden danach nur dann Täter verurteilt, wenn man ihnen konkrete exzessive Einzeltaten nachweisen konnte. Wer bei seiner Beteiligung an der Vernichtung anständig geblieben war, hatte nichts zu befürchten. [ 1 ]

Zum Gründungsmythos der Zivilgesellschaft im postnazistischen Deutschland wurde die Aufspaltung in anständige und exzessive Judenmörder. Doch die anständigen Antisemiten bedürfen der exzessiven, wenn die deutsche Zivilgesellschaft zuletzt Appelle gegen zunehmenden Judenhass verfasste. Sie dienen nicht dazu, die Täter zu denunzieren und gesellschaftlich zu bekämpfen, die diesmal nicht wie sonst aus der Neonazi-Szene, sondern aus dem Islamismus kommen. Als anlässlich des Gazakrieges im Sommer 2014 in ganz Europa größtenteils islamische Jugendliche “Kindermörder Israel”, “Hamas, Hamas, Juden ins Gas” und “Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein” riefen und auf israelsolidarische Gegendemonstranten losgingen, oft ungestört von der Polizei, die ihnen z.B. in Frankfurt noch einen Lautsprecherwagen zur Verfügung stellte, in einigen Städten gefolgt von Brandanschlägen auf Synagogen und einer Welle von antisemitischen Drohbriefen an jüdische Organisationen, mussten zwar erst die offiziellen Vertretungen der deutschen Juden die Öffentlichkeit darauf hinweisen, dass man es hier mit Antisemitismus zu tun habe, bis sich dann aber auch weite Teile aus Zivilgesellschaft und Politik bereit erklärten, wie es im Jargon heißt “ein Zeichen” zu setzen gegen Judenhass.

In Nürnberg wurde beispielsweise im Anschluss an eine Demonstration gegen den Gaza-Krieg der Burgerking im Hauptbahnhof von einer “Kindermörder Israel” grölenden Meute gestürmt; als dann noch die israelitische Kultusgemeinde auf eine Welle von Hassbriefen und auf Schmähungen jüdischer Kinder in der Schule aufmerksam machte, riefen vom Oberbürgermeister und den Stadtratsfraktionen, über die Gewerkschaften und Handelskammer, sogar der FC Nürnberg und freilich die christlichen Kirchen, nicht zu vergessen die “muslimische Begegnungsstätte Medina e.V.” dazu auf, gegen Judenhass zu demonstrieren. Dies tat man nicht nur mit Israelfahnen, sondern in trauter Eintracht mit Schildern, die zur “Solidarität mit der israelischen Friedensbewegung” aufriefen, mit “Stoppt die Aggression gegen Gaza” und “Free Gaza – Stoppt den Massenmord Israels”. Es war und ist kein Widerspruch, sondern der ambivalente Kern des deutschen Selbstverständnisses, sich gegen “Judenhass” und für das “Existenzrecht Israels” zu bekennen und zugleich – anständig – Israel zu delegitimieren. Nachdem sich im Sommer 2010 der Linkspartei angehörige Mitglieder des deutschen Bundestags an einer paramilitärischen Aktion gegen Israel – der sogenannten Gaza-Hilfsflotte – beteiligt hatten, verabschiedete der deutsche Bundestag einstimmig eine Resolution, die Israel seine Sicherheitsinteressen diktieren sollte, einschließlich des irren Aufrufs, “die Forderung der Europäischen Union nach einer sofortigen Aufhebung der Gaza-Blockade mit Nachdruck zu unterstützen”. Gegen die deutschen Partisanen aus dem Bundestag ging man weder politisch, noch gesellschaftlich noch juristisch vor, sondern distanzierte sich höflich und erhöhte den Druck auf Israel. Der anständige Antisemit bestätigt den Israelis ihr legitimes Sicherheitsinteresse, das er aber sogleich israelkritisch delegitimiert, wenn die israelische Armee es aktiv verteidigt und gefährdet, indem er die wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit mit dem Iran weiterführt.

Den israelkritischen Politikern kann man sowenig wie ihren Adjutanten im Medienunwesen zugute halten, sie wüssten nicht, was sie tun. Selbst in der Süddeutschen Zeitung erschien ein Artikel der thematisierte, dass die Hamas Schulen und Krankenhäuser für Waffenverstecke nutzt, um anschließend die Fotos zerstörter ziviler Ziele zum Propagandakrieg gegen Israel einzusetzen. Wie anders, denn als Unterstützung dieses Propagandakrieges soll man deuten, wenn nur ausnahmsweise deutsche Zeitungen darauf verzichten, Fotos von Ruinen mit drapiertem Kinderspielzeug oder Rollstühlen abzudrucken? Während der Abdruck solcher Bilder für den Nahen Osten zur Folge hat, dass das zynische Kalkül der Hamas aufgeht, aktualisiert er hierzulande als Reiz-Reaktionsschema die israelkritischen Ressentiments.

Als stets kritische Avantgarde gegen Banken, Amerikanismus und Israel treten die selbsternannten “Kulturschaffenden” mit einem “offenen Brief an die Bundesregierung” auf, der von über 500 Theatermachern, Schriftstellern, Schauspielern und Akademikern unterzeichnet wurde. “Wenn die israelische Armee zum wiederholten Male in einer Großoffensive die Bevölkerung Gazas angreift und für den Tod und unendliches Elend tausender Menschen die Hauptverantwortung trägt, so geschieht dies auch mithilfe einer engen deutsch-israelischen militärischen, politischen und kulturellen Zusammenarbeit. Als Kulturschaffende in Deutschland können wir dazu nicht schweigen.” [ 2 ] Dass deutsche “Kulturschaffende” nicht schweigen können, weil sie ihre Gesinnung permanent vermarkten müssen, ist die eine Sache; dass sie zum Elend in Gaza nicht schweigen könnten, wie sie es sonst in der Regel tun, wenn keine Juden oder Amerikaner verantwortlich gemacht werden können, ist natürlich glatt gelogen. Insbesondere die holprige und merkwürdige Behauptung, der Angriff auf Gaza geschähe “mithilfe” der “kulturellen Zusammenarbeit” zwischen Israel und Deutschland verrät, dass hier eigentlich ein etwas verbrämter Aufruf zum Boykott israelischer Kultur vorliegt. Besonderes Gewicht sollte dem offenen Brief wohl dadurch zukommen, dass er nur von Kulturschaffenden unterzeichnet werden durfte, um sicherzustellen, dass ihr “Kauft nicht beim Juden” nicht als Aufruf eines antisemitischen Pöbels, sondern intellektueller und kultivierter Israelkritik daherkommt.

Dabei sind die judenhassenden Jungmänner und -frauen, die zuletzt ihre Gewaltbereitschaft herausbrüllten, auch nicht einfach aus dem gar nicht so fremden Orient herübergekommen, in dem Juden schon lange nicht besonders geschätzt werden, sondern bei der deutschen Zivilgesellschaft in die Schule gegangen. Die exzessiven Antisemiten von heute brüllen “Kindermörder Israel”, während die anständigen von der Taz (30.07.14) eine Karikatur drucken, in der eine ausgebombte Schule mit palästinensischer Fahne, auf deren Trümmern eine Gruppe Kinder steht, von einem israelischen Panzer ins Visier genommen wird, dessen Sprechblase deklariert, es gebe Zweitklässler und Menschen zweiter Klasse.

Sich vom judenhassenden Pöbel, der zweifelsohne eine Gefahr für die in Deutschland lebenden Juden darstellt, abzugrenzen, ist eine leichte Übung; sie sind nützliche Idioten, gut genug, dass die Antisemiten auch gegen Judenhass ihre Stimme erheben können. Wer aber demonstriert gegen die antisemitischen “Kulturschaffenden”, die als Avantgarde einer selbstgerechten Zivilgesellschaft fungieren, die ihren Judenhass als solchen nicht unsublimiert zulassen? Die ihren Antisemitismus gar nicht mal hasserfüllt, sondern lieber als ästhetisches Wohlgefallen mit Sekt und Brezeln gemeinschaftsbildend im Theater genießt. Und mit leichtem Gruseln und mehr gespielter als echter Empörung bei der Lektüre der neuesten News aus Gaza sich mit den “Kindermörder”-Brüllaffen in der Sache einig weiß, den sie zugleich aber wie den Fußballfan für den emotionalen Ausbruch – und nicht dessen antisemitischen Gehalt – verachtet. Was dem Brüllaffen die Pogromstimmung, ist der Zivilgesellschaft das Gelächter – beides aggressive Triebabfuhr – und es genügt ein einziger Blick ins deutsche Kabarett um zu wissen, dass kein Blatt zwischen den Pro-Gaza-Demonstranten und den gewöhnlichen Bundesbürger mit staatsbürgerlichen Bewusstsein, sprich kritischem Anspruch passt.

Auf der bereits erwähnten Nürnberger Demonstration des islamistischen Milieus gegen den Gaza-Krieg klangen die Reden wie aus der Kommentarspalte einer beliebigen deutschen Zeitung: “Das Misstrauen ist groß auf beiden Seiten, umso mehr bräuchte es in dieser Stunde Diplomaten, die eine Annäherung zwischen den Konfliktparteien schaffen. Die traditionellen Vermittler haben wenig Lust und die ganze Welt schaut zu, bzw. weg, wie Zivilisten, unter anderem viele Kinder, ermordet werden. […] Ein Teil der Hamas hat in den letzten Tagen selbstgebastelte Raketen auf das israelische Staatsgebiet abgefeuert, die größtenteils vom israelischen Abwehrsystem […] abgefangen wurden. […] Auf israelischer Seite gibt es bislang zwei Todesopfer. Auch diese sind zuviel. Aber kann man unter diesem Gesichtspunkt noch über Verteidigung sprechen?”

Auch der wütende Sturm auf Burgerking und Hauptbahnhof war keine originäre Idee der Islamisten, sondern die Wiederholung einer Aktion von 2003, als aus einer Schülerdemonstration gegen den Irakkrieg heraus ebenfalls Burgerking und Bahnhof besetzt wurden. Damals wollte niemand – etwa gegen Antiamerikanismus – aufstehen, bestand der Mob doch aus den eigenen Kindern, die in konformistischer Enthemmung nur symbolisch die Wut auf die Straße trugen, die der amerikakritische Vater bei öffentlich-rechtlichen Kabarettsendungen herauslachte.

Die Wirkung die das damalige Bündnis aus Mob und Regierung und die damalige Berichterstattung über den elften September, die zweite Intifada und den Irakkrieg auf eben jenes Milieu hatte, deren Angehörige zuletzt nach dem Vorbild holländischer Fußballfans “Hamas, Hamas, Juden ins Gas” [ 3 ] riefen, oder sich freiwillig zum Kämpfen nach Syrien absetzten, lässt sich kaum überschätzen. Die meisten der Pro-Gaza Demonstranten sind Jugendliche und junge Erwachsene, die als Kinder die von Politik, Medien und Zivilgesellschaft angefachte Massenhysterie angesichts des Irakkrieges erlebt haben – nicht nur im Elternhaus, sondern auch in der Schule, wo ihnen Lehrer vom großen Weltenbrand erzählten, der damit entfacht worden sei und an dem manche von ihnen heute in Syrien und im Irak teilnehmen. Für eine ganze von Michael Moore und Gerhard Schröder verdorbene Generation begann politisches Urteilen mit der Verachtung für den Westen, womit Israel und die USA gemeint waren.

Der Islamismus ist wenigstens in Europa kaum etwas anderes als die konsequenteste Form jener Verachtung für die USA und Israel, die den Konsens aus europäischer Politik, Zivilgesellschaft und Kulturschaffenden bestimmt. Laut einem Artikel der FAS über eine Beratungshotline des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge für Eltern, die eine islamistische Radikalisierung ihrer Kinder befürchten, haben mehr als zwei Drittel der Eltern, die die Hotline in Anspruch nehmen, gar keinen Migrationshintergrund. [ 4 ]

Antisemitismus und Antiamerikanismus waren nie nur explizit weltpolitische Einstellungen, sondern im schlimmsten Sinne ganzheitliche Denkformen, die auch das scheinbar Privateste umgreifen. Darin sind sie den Anforderungen des postmodernen Arbeitslebens genauso verwandt, wie der Ökoideologie, die aus Gesinnung das Essverhalten reguliert.

Der sexuelle Reinheitswahn des modernen Islamismus tritt dabei dem Antisemitismus nicht äußerlich hinzu, sondern ist nur dessen sexualpolitisches Pendant. Obgleich objektiv frauenfeindlich, fällt der vergleichsweise hohe Frauenanteil auf islamistischen Demonstrationen auf. Die Anziehungskraft religiöser Regelungsvorschriften dürfte sich dabei für Männer wie Frauen weniger aus alten religiösen Texten speisen, als aus dem Umstand, dass er scheinbar eine Alternative zu den Schattenseiten “westlicher” Sexualität, d.h. Konkurrenz auf dem Markt der Sexualpartner, darstellt. In einem zufällig mitgehörten Gespräch zweier Islamwissenschaftlerinnen erklärte die eine, die vor kurzem zum Islam konvertiert war und ihre Kommilitonin höchst pragmatisch anwarb, dass sie nun in dieser Gemeinschaft leicht einen Mann gefunden habe, der sich ihr dann auch gleich für das ganze Leben versprach und sie sich darüberhinaus dank Kopftuch sowohl vor abschätzigen Blicken ebenso schützen könne, wie sie auch der unangenehmen omnipräsenten sexuellen Konkurrenz endlich entronnen sei. Von islamischer Theologie habe sie bislang zwar noch keine Ahnung, wolle das aber mit dem Studium jetzt, nach ihrer Konversion, nachholen.

Wie weit das grundsätzliche Unbehagen an der gegenwärtigen sexuellen Situation in die Zivilgesellschaft hineinreicht, lässt sich an der Partei- und Presselandschaft übergreifenden Reinheitskampagne gegen Prostitution ablesen, an der jeder Mullah seine Freude hätte, die die Prostituierten und Freier stellvertretend für die geschlechtliche Konkurrenz und zugleich dafür, dass sie sich dieser vermeintlich entziehen, büßen lassen will. [ 5 ] Wie die Zivilgesellschaft die sexuelle Konkurrenz zugleich affirmiert, verdrängt und an den Prostituierten verfolgt, so affirmiert [ 6 ] und verdrängt sie auch die politische Konkurrenz zwischen den Staaten und verfolgt sie an Israel. Der postmoderne Islamismus geht jeweils einen entscheidenden Schritt weiter und tendiert dazu, sie gleich ganz still zu stellen: Als Regelung noch kleinster Details im Verkehr der Geschlechter oder politisch als weltumspannendes oder wenigstens nach Außen hermetisch abgeschlossenes und nach Innen von Gegensätzen bereinigtes Kalifat.#

Anmerkungen

[ 1 ] Erst 2011 wurde mit Demjanjuk wieder ein SS-Mann alleine wegen seiner Mitgliedschaft in einer Wachmannschaft verurteilt, als die meisten Täter schon tot und Deutschland schon als Vergangenheitsbewältigungsweltmeister feststand.

[ 2 ] http://www.gazaopenletter.de

[ 3 ] Lange Zeit pflegten gegnerische Fans den als jüdischen Club geltenden Ajax Amsterdam mit dieser Parole zu schmähen.

[ 4 ] FAS vom 14.09.2014.

[ 5 ] Dass Frauen in der Prostitution “zur Ware” gemacht würden, ist nach gängigem Sprachgebrauch der wesentliche moralische Vorwurf gegen die Prostitution. Logisch kann daraus nur folgen, dass die Prostituierten entweder alle gezwungen wurden, sich zur Ware zu machen, was etwa Alice Schwarzer behauptet, die Prostitution mit Sklaverei identifiziert, oder aber, dass sich diese Frauen freiwillig “zur Ware” gemacht haben. Genau damit aber personifizieren sie geradezu die allgemeine Konkurrenz auf dem Markt um Sexualpartner, der sie sich gleichsam zu entziehen scheinen. Den Freiern wiederum nimmt man vor allem übel, dass sie sich für Geld holen, wofür sich andere in eben jener Konkurrenz mühsam durchsetzen müssen.

[ 6 ] Praktisch affirmiert sie die Konkurrenz zwischen den Staaten natürlich immer dann, wenn sie anderen Staaten mores lehren möchte. Dass sie dabei freilich auch eine Position innerhalb der konkurrierenden Mächte einnimmt, wird in Deutschland immer dadurch verdrängt, dass man die eigene Position als Völkerrecht ausgibt.

http://www.ca-ira.net/isf/jourfixe/jf-2014-2_volksfront.html

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
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They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

Copy-shop als psychoanalytische Methode heute.
Die Psychoanalyse heute ist lediglich die Nachahmung einer vermeintlichen Psychoanalyse, die es so nie gegeben hat, also unbewußte Karikatur, Totemmaske ihrer selbst.
Die Revolution frißt ihre Väter, nicht ihre Kinder.
Jeder verdient eine zweite Chance. Eine zweite, nicht eine zwölfte, zweiundzwanzigste oder einhundertzweite.
In Polen haben amerikanische Geheimdienstler ihre Gefangenen gefoltert, während vor polnischen Gerichten Prozesse gegen polnische Geheimdienstler liefen, die polnische Gefangene gefoltert haben.
Besser irgendwelche Sitten, als gar keine Sitten.
Direkte Gewalt gegen strukturelle Gewalt – lediglich eine Rationalisierung der eigenen Lust als Rechtfertigung für eigene wilde, triebhafte Gewalt. Wer strukturelle Gewalt von Institutionen eines demokratischen Rechtstaates delegitimiert und direkte Gewalt gegen diese Institutionen legitimiert, der gibt jeglicher denkbaren Form von Gewalt freie Hand, denn jede Gewalt kann moralisch begründet werden. Der Teufel ist ein Moralist. Und ein Gewalttäter. Aufrufe zur Gewalt sind in Deutschland strafbar.
National Sozialistische Deutsche Arbeiter Partei (NSDAP) war links,, ihr Kampf gegen Kommunisten und Sozialisten war nicht ideologisch, sondern es war ein Konkurrenzkampf unter Gleichen.
Wer sich für Kunst nicht interessiert, wem Kunst nichts bedeutet, der interessiert sich ebensowenig für Menschen, dem bedeuten Menschen nichts. Denn Kunst ist Ausdruck menschlicher Gefühle, Kunst ist Liebe.
Manche Menschen schauen in den Spiegel und sagen: „Die Welt ist schrecklich, die Welt ist böse“, und fangen an, dieses Böse in der Welt, aber nicht in sich, zu verfolgen, zu vernichten, auszumerzen. Also andere Menschen, das Andere menschliche, was sie nicht sein wollen, zu exterminieren, zu liquidieren.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

 „…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl.“ (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)
„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Ein Deutscher sei ein Mensch, der keine Lüge aussprechen könne, ohne sie tatsächlich zu glauben – Adorno
 „Nein, ihr habt nichts zu tun mit den Arbeitern. Mit Schweißgeruch. Mit Menschen in Maschinenhallen oder an Fließbändern. Mit Möbelpackern oder Heizungsmonteuren. Mit Schützenvereinen und Angelsportclubs. Mit Hauptschülern und sonntäglichen Kirchgängern. Nein, das Volk liegt euch nicht.“ Das ist die Argumentation der wahrhaften, der lafontainistisch-leninistischen Sozialdemokratie – die konsequente Steigerung von Arbeiter, Schweiß, Schützenverein und Alfred Tetzlaff immer weiter hinauf bis ins Volk hinein als dem ultimativen Gully allen deutschen Wahns. – Joachim Bruhn
Dummheit, nicht Denken, Ideologien, Moralismus, führen zum radikalen handeln. radikales Denken verhindert radikales Handeln.
„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.
Romantic sucks.
 The reality is always stronger than illusions.
 A delusion is characterized by increasing loss of reality, and can be attested to today’s leaders in Germany and the mass media. Loss of reality describes the mental state of a person who is not (any longer) be able to understand the situation in which it is located. So you are ruled by madmen and manipulated by the mass media.
Totalitarianism can only be defeated if one has the courage to call things by their right names, just as they are. Political correctness prevents it promotes totalitarianism and political cowardice and political lie.
The Extinction: Islam is like the sun, who comes too close to him, will burn itself and will flare the rest of the world with him.
Islam does not want any submission! Islam wants victory, destruction and annihilation.
The world was not created just for you.
Time needs time.
What has God with us when he freely admits the devil more and more territories?
It’s not the biggest fear when you look into an abyss, but to note that the abyss looks back at you.
I is different.
Muslim´s headscarf is less annoying than German mothers with their pushchairs.
Prostheses people – look like women and men, but they are not.
Global governance the political repair operation begins to repair before something was created.
The extremely increased, ostensibly critical, actually demonizing, German interest in Israel and Jews is perverse.
The Nonanti-Semite is by the current German law an anti-Semite who defames, discriminates, delegitimizes Israel, Jews, , but do not supports expressis verbis the aim of the Third Reich, the Holocaust, the extermination of the Jews.

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

An extreme narcissist is a potential terrorist, and every terrorist is an extreme narcissist.
Islamization means dementia.
Copy-shop as a psychoanalytic method today.
Psychoanalysis today is merely an imitation of a putative psychoanalysis, it has never existed, an unconscious cartoon, totem mask of itselves.
The revolution devours its fathers, not its children.

Everyone deserves a second chance. A second, not a twelfth, twenty-second or one hundred second.

In Poland, American intelligence officials  have tortured their prisoners, while the Polish courts ran trials of Polish intelligence officesr who tortured Polish prisoners.

Better have any manners, than no manners at all.
Direct violence against structural violence only a rationalization of their own desire as justification for their own wild, instinctual violence. Who delegitimizes structural violence of institutions of a democratic state and legitimizes direct violence against these institutions  gives any conceivable form of violence free hand, for any violence can be morally justified. The devil is a moralist. And a perpetrator of violence. Calls for violence are illegal in Germany.
National Socialists German Worker Party (NSDAP) was left, its fight against communists and socialists was not ideological, but it was a competition among equals.
Those who are not interested in art, to whom art means nothing, those are not interested in people, to those  people mean nothing. Because art is an expression of human feelings, art is love.
Some people look in the mirror and say, „The world is terrible, the world is evil,“ and begin to pursue this evil in the world, but not in themselves, destroy, eradicate. So other people, the other humans, what they do not want to be,  to exterminate, to liquidate.
1 x 1 materialist criticism: the aim must be to make appearances in a situation in which they are legible. (…) A new barbarism is always to be feared, is not directly powered from the spirit of National Socialism, but in the guise of democratic anti-fascism of learning from history and political correctness come along. (…) Defence of the open fascism by its democratic denazification and incorporation. (…) The Second World War was a culture industry Massenevent.(..) Specialization and diversification are a contemporary manifestation of massification and uniformity. (…) 

The different pigmentation of human skin is an objective fact, not a mere invention. (…) Breed today is the self-assertion of the bourgeois individual, integrated in the barbaric collective. (Clemens Nachtmann)

„Democracy is nothing more than the rule of the stick over the people by the people for the people. (…) There are three types of despots: the despot who enslaves the body, the despot who enslaves the soul and the despot who enslaves both body and soul. The first is called Prince. The second is called the Pope. The third is called the people. (..) If you want to lead the people, you are forced to follow the mob. (…) The first duty in life is to be as artificial as possible. The second duty is still unknown. Oscar Wilde

 

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

 
Stupidity, not thinking, ideologies, moralism, lead to radical acting. radical thinking prevents radical action.
The main reason of a psychotherapy is – with temporary support of the psychotherapist –. to take his own destiny in own hands.  Who lives with a self-image that the temporary clarifying role of the therapist is an intolerable insult, he must to try to cope with his life alone.“Hans Ulrich Gumbrecht

 

Unterschiedliche psychische Motivation von Links-, von Rechtsextremen und Islamisten / Diverse mental motivation of left-wing and right-wing extremists and Islamic Fundamentalists (german/english)

Peter Breughel - s

Pieter Breugel the Elder, The Fall of the Rebel Angels, 1562. Oil in panel, 11 x 162 cm.

 

Unterschiedliche psychische Motivation von Links-, von Rechtsextremen und Islamisten

 

von Julian S. Bielicki

 Menschen, die mit Moral Gewalt rechtfertigen, haben gar keine Moral und wollen nur ihre eigene Lust an der Gewalt mit Moral rechtfertigen. Durch solche moralischen Engelgestalten spricht der Teufel.

Während der rechtsextreme und der islamistische Gewalttäter durch primitive Vorläufer des

aggressiv bedingten Über-Ich’s als pathologischem Haß bewegt werden, ist die Motivation des

Linksextremen im sexuell bedingten Ich-Ideal angesiedelt, d.h. durch die unbewußte Angst, die

Liebe des Ich-Ideals zu verlieren.

 

Der Rechtsextreme, der Islamist schüttelt das Gesetz der moralischen Regeln ab, um direkt

seinen Trieben zu frönen, der Linksextreme unterdrückt die direkte Auslebung seiner Triebe, um

gesetzten moralischen Regeln zu dienen. (Das moralische Gesetz ist immer von Menschen

„gesetzt“, und nicht aus der Natur „abgeleitet“. Die Natur kennt keine Moral. Wenn etwas

„natürlich“ sei, ist es kein Argument für ein solches „natürliches“ Verhalten für den Menschen.) Der

Rechtsextreme, der Islamist dient sozusagen einem Rache-Gott, der Linksextreme einer Liebes-

Göttin. „Der Jihadismus ist die arabische Variante des Hitler’schen Nationalsozialismus. Er ist ein

Todeskult. Sein zentrales Ritual ist das Menschenopfer. Aufnahme im Blutorden findet derjenige,

der einen lebenden Ungläubigen eigenhändig enthauptet.“i

Der Rechtsextreme, der Islamist ist mit einem Topf ohne Deckel zu vergleichen, der bei

Überhitzung überkocht, der Linksextreme mit einem Kochtopf mit festgeschraubtem Deckel, der

bei Überdruck der Triebe explodiert. In beiden Fällen wird die Küche versaut.

 

Motivation der Linksextremen

 

Die Motivation des Linksextremen ist nicht eine direkte Übertragung seiner Triebhaftigkeit auf die

Außenwelt, sondern auf dem Umweg über das Gewissen, das aus dem Über-Ich und dem Ich-

Ideal besteht. Man soll sich vom Gewissen nicht zu viel versprechen, denn das Gewissen alleine,

ohne das Einfühlungsvermögen, ohne das Mitgefühl, also ohne ein gewisses Maß an Liebe, deckt

lediglich mörderische Lust und gibt ihr eine moralische Ausrede, so daß das Morden gar keinen

Halt mehr hat, wenn die Mordlust und die Moral Hand in Hand gehen, wie es bei Islamisten, bei

Rechtsextremen und bei Linksradikalen der Fall ist. Das Ich-Ideal des Linksextremisten ist eine

„ideale Mutter“, die er in Gruppe, Partei, Menschheit sucht, eine „Mutter“, die alle gerecht füttern

und lieben soll, ohne daß die „Kinder“ eine Leistung erbringen müssen. Alle bekommen gleiches

Happa-Happa, auch ohne Leistung. Der Linksextreme wird fanatisch von der ihn ängstigenden

Vorstellung getrieben, er könne die Liebe einer „Liebes-Göttin“ verlieren, und versucht ständig, die

phantasierten Erwartungen dieser idealen Mutter zu erfüllen. Er liebt in einer Art „ozeanischem“

Gefühl die ganze Welt, fühlt sich mit allen und allem verbunden und in seiner Größenphantasie für

alles verantwortlich und übersieht dabei den einzelnen, konkreten Menschen, das einzelne,

konkrete Leben. Es ist eine Art von „Übernächsten-Liebe“, in deren Licht der Nächste sehr wohl

darben kann. Diese „Übernächsten-Liebe“ hat weder mit Mitgefühl, noch mit

Einfühlungsvermögen, sondern ausschließlich mit dem Narzißmus einer solchen Linken zu tun.

Die Mumie

Schauen Sie sich nur die Gesichtsmaske von der Stalinistin Sarah Wagenknecht an, in der gar

kein Gefühl zu erkennen ist, außer der Überheblichkeit, immer im Recht zu sein.

Roth

 

Wie glühend warm dagegen die immer aufgeregte Claudia Roth, die wohl schon beim Aufwachen zutiefst betroffen ist und alle, alle endlos liebt. Im Unterschied zum Rechtsextremen ist beim

Linksextremen die Mutterbeziehung zum Säugling größtenteils befriedigend gewesen und gerade

dieser Befriedigung hetzt der Linksextreme sein ganzes Leben lang nach, indem er ständig

versucht, die imaginierten Forderungen der Mutter zu erfüllen, um ihre Liebe nicht zu verlieren,

denn ohne seine Mutti (Partei, Arbeiterklasse, whatever) kann er nicht.

Er schafft sich daher ein perfektionistisches Ich-Ideal nach dem Motto: „So sollst Du sein, damit

Dich die Mutter liebt.“ und versucht auch dann noch, ihm zu folgen, wenn es unrealistische

Forderungen stellt und Unmögliches von ihm verlangt. Er versucht, eine Art „Paradies auf Erden“

zu schaffen und richtet sein ganzes Leben darauf ein, dem nachzukommen. Wie aber Blaise

Pascal sagte, der Mensch sei weder ein Engel noch eine Bestie, aber wenn er zum Engel werden

will, dann wird er zur Bestie.

Da er seine Ideale jedoch nicht erreicht, wird er andauernd durch seine Schamgefühle getrieben;

das Ich-Ideal zieht ihn hinter sich her wie an einem langen Gummiband, dessen Spannung stärker

und stärker wird, bis es reißt und in das an sich starke Über-Ich ein Loch hineinknallt. Er ist aus

„Liebe“ zu den Menschen bereit, Menschen zu ermorden, zu foltern, zu quälen, zu verfolgen.

Das Über-Ich ist dem Linksextremen eine durchaus verbietende Instanz, die ihm sagt: „Das darfst

Du nicht!“, in Verbindung jedoch mit dem Überhöhten Ich-Ideal, das letztlich nicht nur von ihm

selbst, sondern von der ganzen Gesellschaft verlangt, sie solle eine den Forderungen einer

imaginierten, liebenden Mutter entsprechende, eben eine ideale Gesellschaft sein, wird sein

Gewissen brüchig und er ist bereit, andere zur Erreichung dieses Zieles in die Knie oder ins Grab

zu zwingen.

In der Übertragung des alle Wünsche befriedigenden Mutterbildes auf die Gesellschaft scheut der

Linksextreme alles, was mit den sozialhistorischen Forderungen eines Vaters zusammenhängt:

individuelle Belohnung für individuelle Leistung, Pflichten, Strafen, Versagung, etc. Und das es

immer weniger echte Väter gibt, immer mehr alleinerziehende Mütter oder trottelige biologische,

aber nicht psychische, nicht soziale Väter, deswegen wird eine solche vaterlose Gesellschaft

immer linksextremer.

Die Fähigkeit zum Denken und zur Reflexion ist beim Linksextremen zwar durch seine

permanente Scham-Angst zeit- und teilweise eingeschränkt, jedoch vorhanden, so daß ein

Diskurs mit einem Linksextremen durchaus möglich und die Fähigkeit zur Einsicht manchmal

vorhanden ist.

Dadurch, daß der Linksextreme in einer ständigen Bemühung lebt, ein bestimmtes Ziel zu

erreichen, setzt er sich ganz anders mit seiner Umwelt auseinander als dies ein Rechtsextremer

tun würde, dem es nur darum geht, sich sofortige Triebbefriedigung zu verschaffen, sexuelle oder

aggressive, oder beide zugleich. Für einen Linksextremen ist Triebverzicht selbstverständlich,

wenn es ihn seinen Idealen näherbringt, der Linksextreme ist eher asketisch.

Der Linksextremismus ist wesentlich auch von Intellektualismus geprägt und war eng verknüpft mit

der studentischen Revolte von 1968. Pauschal läßt sich sagen, daß ein Linksextremer über eine

höhere Intelligenz und Bildung verfügt als ein Rechtsextremer oder ein Islamist.

 

Motivation der Rechtsextremen, der Islamisten

 

Die Motivation des Rechtsextremen ist eine direkte Befriedigung seiner Triebhaftigkeit, ohne

Umweg über das Gewissen.

Das Gewissen ist für ihn keine ausschlaggebende Instanz und dessen Forderungen und Gebote

werden ebenso leichtfertig umgangen wie das vernünftige, realistische Denken. Die „innere

Stimme“ des Über-Ichs, die ihm sagt: „Das darfst Du nicht!“, vernimmt er höchstens ganz leise,

um sie lautstark in einem triumphierenden, trotzigem und rebellischem „Ich will es aber und ich

werde es tun!“ niederzuschmettern. Er empfindet zumeist auch keinerlei Scham- oder

Schuldgefühl.

 

Voraussetzung für eine Ich-Idealbildung ist die Identifizierung mit einem intakten, nicht erkennbar

widersprüchlichen elterlichen Ich-Ideal und die vollzogene psychische Ablösung von den Eltern.

Daß die heutige Gesellschaft so sehr beschäftigt ist mit Menschen, die über mangelndes

Gewissen und mangelnde Ideale verfügen, ist auch als eine Spätfolge der nationalsozialistischen

Diktatur zu sehen. Gewissensbildung geschieht immer auch in Korrespondenz mit den

Forderungen und Geboten des jeweiligen Kulturideals. Die heutige Generation hat noch immer mit

der Korruption des elterlichen Ich-Ideals im Nationalsozialismus zu kämpfen.

Hierbei ist es meines Erachtens bedeutsam, daß sich die meisten Beteiligten nach Kriegsende der

inneren Verarbeitung ihrer Hörigkeit entzogen und sich gegenseitig in der bis heute größtenteils

hartnäckig verteidigter Verleugnung ihrer mörderischen Vergangenheit bestärkt haben.

Jene Elterngeneration war in ihrer großen Mehrheit nicht in der Lage, der heutigen

Elterngeneration mit Überzeugung ein Idealbild zu präsentieren, weil sie sich selbst für die von der

Eltern- und Großelterngeneration begangenen Greueltaten weder schämen noch schuldig fühlen,

sie seien es ja nicht selbst gewesen und das „Wir“ wird bei Siegen der deutschen

Fußballmannschaft zwar gerne verwendet, aber nicht für schändliche Taten der Deutschen in ihrer

Geschichte. Eben dadurch wird es möglich, daß die Gesellschaft heute wieder in dieselbe

Richtung der scham-losen und schuld-baren Gewalt getrieben wird.

 

Prognose: Was kann sich aus der rechtsextremen, der islamistischen Bewegung ergeben?

 

„Wir beseitigen in unseren unbewußten Regungen täglich und stündlich alle, die uns im Wege

stehen, die uns beleidigt und geschädigt haben. Das „Hol‘ ihn der Teufel“, das sich so häufig in

schmerzendem Unmute über unsere Lippen drängt und das eigentlich sagen will: „Hol‘ ihn der

Tod“, in unserem Unbewußten ist es ernsthafter, kraftvoller Todeswunsch. Ja, unser Unbewußtes

mordet selbst für Kleinigkeiten; wie die alte athenische Gesetzgebung des Drakon kennt es für

Verbrechen keine andere Strafe als den Tod, und dies mit einer gewissen Konsequenz, denn jede

Schädigung unseres allmächtigen und selbstherrlichen Ichs ist im Grunde ein crimen laesae

majestatis (Majestätsbeleidigung Anm.JSB.). So sind wir auch selbst, wenn man uns nach

unseren unbewußten Wunschregungen beurteilt, wie die Urmenschen eine Rotte von Mördern. Es

ist ein Glück, daß alle diese Wünsche nicht die Kraft besitzen, die ihnen die Menschen in Urzeiten

noch zutrauten; in dem Kreuzfeuer der gegenseitigen Verwünschungen wäre die Menschheit

längst zugrunde gegangen, die besten und weisesten Männer darunter wie die schönsten und

holdesten der Frauen. „ii

 

Falls den Rechtsextremen (Islamisten) das Handwerk nicht gelegt wird, kann sich ein „IV. Reich“,

wenn auch ein islamischer, als Kalifat, mit all seinen Begleitumständen ergeben, Mord und

Totschlag für alles Humane und Vernünftige, Tod der Kultur, die Freisetzung der unbewußten

kulturfeindlichen Triebwünsche, die mit jedem Kind vom neuen geboren werden: „Solche

Triebwünsche sind die des Inzests, des Kannibalismus und der Mordlust.“iii

Für die Welt war es ein Unglück, nicht ernst zu nehmen, was Hitler sagte und schrieb. Die

Gewaltakte des nationalsozialistischen Deutschland konnte jeder zuvor in „Mein Kampf“ lesen.

Um zu wissen, was sich aus der derzeitigen rechtsextremen (islamistischen) Bewegung ergeben

kann, reicht es aus, diesen Leuten zuzuhören und zu lesen, was sie ankündigen.

 

Was tun?

 

Der erste und wesentliche Schritt ist meines Erachtens die Einsicht, daß wir es beim

rechtsextremen (islamistischen) Gewalttäter mit einem Menschen zu tun haben, der mörderische

Haßgefühle hegt, die er selbst nicht kontrollieren kann und die er gegen andere Menschen, die

ihm „nicht passen“, ohne jegliches Mitleid, ohne geringste Schuld- oder Schamgefühle, wenden

wird. Es hat keinen Zweck, mit dem rechtsextremen (islamistischen) Gewalttäter zu diskutieren,

weil sein Denkvermögen aufgrund geringer Intelligenz und ungezügelter Triebhaftigkeit „außer

Betrieb“ ist.

Das Verständnis für die psychopathologischen Hintergründe des rechtsextremen (islamistischen)

Gewalttäters darf jedoch auf keinen Fall dazu führen, sein Verhalten zu entschuldigen.

Niemandem wird es schwer fallen, zu verstehen, warum ein anderer sein Geld stehlen will und

doch würde jeder versuchen, ihn daran zu hindern.

 

Verstehen heißt nicht, exkulpieren.

 

Die Schwierigkeit besteht eben darin, daß Menschen mit einem reifen Gewissen sich gegen

Menschen ohne Gewissen wehren sollen. Das Gewissen hemmt jedoch die Aggression auch dort,

wo sie angebracht wäre, was zur Folge hat, daß in der Geschichte der Menschheit stets die

Aggressiven und Gewissenlosen die Aggressionsgehemmten und Friedlichen ausgerottet haben.

Die Vernunft aber gebietet, daß wir gegenüber den Rechtsextremen (Islamisten) aggressiv

werden müssen, wenn wir von ihnen nicht versklavt oder ermordet werden wollen.

 

Sollen die Klugen immer nachgeben, wird die Welt von Dummen regiert.

 

Zu viel Klugheitmacht dumm.

 

Wie können wir die rechtsextreme, die islamistische Bewegung zum Stillstand bringen?

 

Der Rechtsradikale (Islamist) versteht nur konkrete Handlungen; Appelle und verbale Proteste

helfen nichts. Der demokratische Staat muß konkret und nicht nur deklamatorisch tätig werden

und eine konsequente standhafte Haltung bewahren. Er muß dem rechtsradikalen (islamistischen)

Gewalttäter fortwährend durch Härte klarmachen, welche Grenzen er nicht überschreiten darf. Ist

der rechtsradikale (islamistische) Gewalttäter nicht fähig, diese Grenzen selbst zu erkennen, dann

muß ihm zu dieser Erkenntnis verholfen werden, das fehlende innere Leitsystem muß durch ein

äußeres ersetzt werden.

Der Verkennung der Realität muß ganz entschieden entgegengetreten werden, da alles andere

dem Rechtsradikalen (Islamisten) nur dazu dient, sich bestätigt zu fühlen. Man muß sich immer

wieder vor Augen führen, daß die Einsichtsfähigkeit dieser Menschen gegen Null tendiert und daß

es deshalb nur durch Androhung und konsequente Verhängung harter Strafen möglich ist, ihnen

die Grenzen ihres Tuns aufzuzeigen.

So wie die Anfänge des Denkens erst mit der Zerstörung des symbiotischen Bandes zur Mutter

möglich werden und mit der ersten unangenehmen Vorstellung einhergehen (der erste Gedanke

ist ein unangenehmer Gedanke), so verläuft die entsprechende Entwicklung auch in der Therapie.

Die Aufgabe des Staates kann nur über den Weg der Enttäuschung des rechtsradikalen

(islamistischen) Gewalttäters führen, indem die ihn frustrierende Realität an die Stelle einer ihn

befriedigenden Phantasie gesetzt wird.iv Für den rechtsradikalen (islamistischen) Gewalttäter sind

häufig Gefühl und Realität ein- und dasselbe. Er verleugnet die Realität und ihm wird nicht

bewußt, daß das, was er fühlt, in Wirklichkeit überhaupt nicht zutrifft. Diese Erkenntnis muß er

vom Staat auf unangenehme Weise lernen. Der rechtsradikale (islamistischen) Gewalttäter muß

aus seiner phantasierten Welt durch harte reale Maßnahmen ent-täuscht werden, d.h. seine

Täuschungen müssen weg. (Ich habe neulich mit meinen muslimischen Friseuren

durchgerechnet, daß wenn 72 Jungfrauen jeweils 4 Mütter hätten, dann bekäme der Jihadist in

seinem Himmel 72 x 4 = 296 Schwiegermütter, 72 Schwiegerväter, unzählige Tanten, Onkel und

Cousinen. Diese Vorstellung war für alle Anwesenden in dem Friseursalon zutiefst erschreckend,

niemand mehr war bereit für diese 72 Jungfrauen zu sterben, die Realität hat den Wahn auf

einfache Weise besiegt.)

Eine gewährende und sympathisierende Haltung des Staates und der Gesellschaft geben

rechtsradikalen (islamistischen) Gewalttätern eine vorher in diesem Umfang nie gekannte

Gelegenheit, ihre Aggressionen gegenüber dem Staat und seinen Schutzbefohlenen, straflos zu

agieren („Juden ins Gas!“). Diese rechtsradikalen (islamistischen) Gewalttäter benutzen die lasche

Haltung des Staates manchmal in subtiler, immer öfter in aggressiver mörderischer Weise zur

Befriedigung ihrer Haßgefühle („NSU“ Mordtaten).

Die kurzfristige Notlösung besteht darin, rasch und hart den rechtsextremen (islamistischen)

Gewalttäter zu bestrafen und ihm im Wiederholungsfalle weitere, höhere Strafen in Aussicht zu

stellen.

 

Bewährte verhaltenstherapeutische Maßnahmen

 

In der Verhaltenstherapie ist dies ein seit langem bekanntes Vorgehen: Wirksam sind entweder

sehr starke und empfindliche Strafen oder schwache, aber konsequente, umgehend einsetzende

Strafen. Ein kleines Hündchen, das noch nicht stubenrein ist, wird man am ehesten erziehen

können, indem man ihm entweder sofort nach seiner Verfehlung einen leichten Klaps gibt, so daß

es Bestrafung und „Tat“ in einen Zusammenhang bringen kann, oder man schüchtert es durch

harte Maßregelung so ein, daß es darauf bedacht ist, möglichst nichts anzustellen, was eine

solche Strafe noch einmal heraufbeschwören würde. Wichtig ist, daß die Gewalttäter sich

kontrolliert fühlen (und vielleicht ist es so schwer, dies durchzusetzen, weil in der Gesellschaft aus

verständlichen historischen Gründen eine so große Angst vor einem Überwachungsstaat besteht),

d.h. der Staat muß durch Kontrolle und konsequente Strafandrohung die Rolle des fehlenden

Gewissens ersetzen.

Der Staat muß aggressiv ein wie der aggressivste rechtsradikale Gewalttäter. Läßt sich der Staat

überrumpeln, zögert er, läßt er sich auf Diskussionen ein, hat dies eine verstärkende Wirkung auf

die antidemokratischen Kräfte in der Gesellschaft, denn der Rechtsradikale (Islamist) wird alles,

was er nicht als schärfste Zurückweisung begreift, als Bestätigung dafür empfinden, auf dem

richtigen Weg zu sein. „Interessenkonflikte der Menschen werden also prinzipiell durch die

Anwendung der Gewalt entschieden.“v

 

Strafe für Straftaten

 

In der Konsequenz bedeutet diese Aussage: Strafe für Straftaten und keinerlei Belohnung für die

Unterlassung von Straftaten. Es muß als selbstverständlich gelten, daß ein Mensch niemanden

materiell schädigt, körperlich verletzt oder tötet. Die Gesellschaft soll den Menschen für

gesellschaftlich erwünschte, lebensfördernde Leistung belohnen, und nicht für die Unterlassung

der Schädigung von anderem Leben. Niemand erhält z.B. eine Belohnung dafür, daß er bei Rot

nicht über eine Kreuzung fährt oder daß er nicht falsch parkt, usw.

Dazu sind keine neuen Gesetze notwendig, Gesetze sind in diesem Land zu Genüge vorhanden:

z.B. StGB Paragraph 86 (Verbreitung von NS-Propagandamitteln) und 86a (Verbreitung von NSEmblemen),

Paragraph 130 (Volksverhetzung) und 131 (Aufstachelung zum Rassenhaß) als auch

weitere Paragraphen des Strafgesetzbuches.vi der Staat muß~ die vorhandenen Gesetze lediglich

konsequent und sofort anwenden. Parteien können vom Bundesverfassungsgericht, Vereine vom

Innenminister des jeweiligen Landes bzw. landesweit vom Bundesminister verboten werden: Im

Grundgesetz-Artikel 9, Absatz 2 heißt es: „Vereinigungen, deren Zwecke oder deren Tätigkeit den

Strafgesetzen zuwiderlaufen oder die sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen

den Gedanken der Völkerverständigung richten, sind verboten.“

 

Gesellschaftliche Aggression gegen Rechtsextreme, gegen Islamisten

 

Der Sündenbock der Rechtsextremen (Islamisten) muß schwach sein oder schwach erscheinen.

Je schwächer (braver) die Verfolgten sind oder erscheinen, desto mehr eignen sie sich als

Sündenbock. Allein offen-aggressives Verhalten des Verfolgten kann den Mechanismus der

Projektion aufheben. Braves und verständiges Verhalten seitens der Opfer facht die zum Angriff

auf das Opfer führende Projektion nur noch weiter an.

Die Geschichte der letzten Jahrtausende war beispielsweise für die Juden die Geschichte ihrer

Friedensbewegung: brav, wehrlos, vernünftig, zurückweichend. Wohin diese friedliche Haltung

geführt hat, wissen wir. Gegen in ihrer Haltung hartes Rußland dagegen, wagt sich keiner direkt

Anzukämpfen.

„Alle Terroristen der Welt wissen, daß man El Al-Flugzeuge nicht entführt! Sie haben es am

Flughafen in Entebbe und an Board von Sabena in Tel Aviv gelernt. Um ehrlich zu sein, das ist

was wir im Westen von ihnen lernen sollten, wie man gegen den Terrorismus kämpft. Da die

Koalition nach 10 Jahren des Engagements in Afghanistan und im Irak bestenfalls ein Patt

erreichte, aber Israel von Feinden umgeben weiterhin besteht. Ein Krieg ist furchtbar, jeder Krieg

ist furchtbar, und wie Terroristen einen Krieg führen, ist am Furchtbarsten. Man kann den Krieg

nicht in weißen Handschuhen gewinnen, unter den Lichtblitzen von Kameras. Manchmal muß man

sich auf das Niveau der Terroristen begeben und sie dort treffen, wo es sie am meisten

schmerzen wird.

 

Im Herbst 1985 tötete Hisbollah im Libanon einen sowjetischen Diplomaten und drei nahm sie als

Geiseln. Offiziere der sowjetischen Sicherheitskräfte entführten daraufhin einen Verwandten der

Entführer, kastrierten ihn, steckten ihm seine Hoden in den Mund und erschossen ihn. Sein

Leichnam wurde den Terroristen geschickt mit der Nachricht, wenn die Geiseln nicht freigelassen

werden, dann wird das gleiche Schicksal andere Mitglieder der Terrororganisation treffen. So

kämpft man gegen Terrorismus. Wenn wir dafür nicht bereit sind und solche Taktik verabscheuen,

dann wäre es besser, wenn wir unsere Häuser nicht verlassen. Darüber hinaus ist ein brutaler und

unerbittlicher Kampf gegen den Terrorismus nicht nur die Domäne des “banditischen” Israels.

Erinnern Sie sich nur, wie die britische Armee mit der IRA umging. Das Jahr 1981, Maze

Gefängnis, Robert Sands, Derry, 1972, Blutiger Sonntag – sagt es noch jemand etwas?“vii

Die demokratische Gesellschaft und die von den Rechtsextremen (Islamisten) angegriffenen

Gruppen müssen sich hoffen aggressiv wehren und mit dem kleinkindlichen Gebrabbel „Gewalt ist

keine Lösung“ aufhören. Gewalt ist sehr oft eine Lösung und manchmal die einzige mögliche

Lösung. Es ist jedoch keine Lösung, zu denen Feiglinge fähig wären, die vor lauter Angst sind mit

dem Aggressor identifizieren.

Zugleich soll die Gesellschaft dem Rechtsextremismus (Islamismus) den Boden der

klammheimlichen und der offenen Sympathie entziehen. Der Rechtsradikale (Islamist) muß die

gesellschaftliche Ächtung und die staatliche Härte deutlich zu spüren bekommen.

Individuell kann jeder von Fall zu Fall versuchen, angemessen durch Worte und Handlungen die

Verachtung, Ablehnung, Abwehr und Bekämpfung des Rechtsextremismus (Islamismus) deutlich

zu machen: der Gastwirt wie der Geschäftsinhaber, der dem Rechtsextremisten (Islamisten) die

Tür weist, der Vermieter, der ihn als Mieter ablehnt, der Arzt, der ihm eine Behandlung verweigert

(was er aufgrund des sog. „fehlenden Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient“ sehr

wohl darf), ebenso wie der Handwerker, Taxifahrer und jeder andere es ablehnen kann, für

Rechtsextremisten (Islamisten) Leistungen zu erbringen.

Rechtsextremisten sind Feiglinge, nur in der Meute fühlen sie sich stark und greifen auch dann nur

die Schwächsten an.

 

„ (…) Der Westen hat das Aufkommen des islamischen Todeskultes lange verleugnet, verharmlost

oder wegpsychologisiert. Die vorherrschende Kultur des Therapeutismus hat den Begriff des

Bösen abgeschafft, menschliche Boshaftigkeiten zur Spätfolge von früheren Kränkungen

verkitscht und sich so der Fähigkeit beraubt, existenzielle Gefahren zu erkennen und sich vor

ihnen zu schützen. Das ansonsten raffinierte westliche Gemüt erträgt keine Schonungslosigkeit.

Konfrontiert mit Verworfenheit, Grausamkeit und Horror, reagiert es mit Panik, psychotischer

Kopflosigkeit und Unterwerfungsreflexen. Es würde alles dafür tun, damit der Albtraum wieder

verschwindet. Mit ihm geschieht das, was Tolkien in «Herr der Ringe» beschrieben hat, wenn die

Lebewesen des Kontinents Mittelerde vom «schwarzen Atem» der mächtigen, untoten Reiter

Mordors gestreift werden: Jene werden von einer todeskalten Schwäche erfasst, winden sich in

Angst und Schrecken und verwandeln sich schliesslich selbst in Untote, willenlos den schwarzen

Reitern ausgeliefert.

Der feinnervige Humanismus ist die Achillesferse des Westens. Seine Feinde kennen diese

Schwäche besser als er selbst und nützen sie aus. Die somalischen Klankrieger kannten sie, als

sie in Mogadischus Strassenkämpfen gegen die Amerikaner Frauen und Kinder als Schutzschilde

vor sich herschoben, in der richtigen Annahme, dass sich die GIs so kaum getrauen würden,

zurückzuschiessen. Die abgründig zynische Hamas kennt sie und versuchte auch im jüngsten

Gazakrieg wieder eine möglichst hohe Zahl eigener ziviler Opfer zu produzieren. Die ISPartisanen

Najis kennen sie und durchschlugen mit einer kurzen Serie diabolisch kalkulierter

Bestialitäten das mentale Verleugnungsdispositiv des Westens und zogen ihn in ihre

apokalyptische Schlacht hinein, ohne dass er ein aussenpolitisches Konzept, eine militärische

Strategie oder ein plausibel begründbares Eigeninteresse hätte.

 

Opferbonus einspielen

 

Und auch islamische Verbände in Europa und Amerika versuchen von der hinter multikulturellen

Toleranzbeschwörungen versteckten Angst vor archaischen Gewaltausbrüchen übereifriger

Korananhänger zu profitieren, um ihre religiöse Sonderagenda voranzutreiben: Mit einer subtilen

Mischung aus Gekränktsein, Opfersimulation und Drohungen massieren sie den naiven Eliten in

Kirche, Politik und Medien geduldig die Botschaft ein, dass es rassistisch und Ausdruck einer

krankhaften Gesinnung sei, den Islam zu kritisieren. Mit Erfolg. Die Mehrzahl der Meinungs- und

Kulturberufler verzichtet mittlerweile freiwillig auf eine offene Auseinandersetzung mit einer

Religion, in deren geistigen Herrschaftsbereich Intoleranz, Unfreiheit, intellektuelle Trostlosigkeit

grassieren. Freier Wettstreit der Ideen, Lachen, Spott sind jedoch der Sauerstoff eines gesunden

kulturellen Lebens.

Soll der Westen den «Magen» haben, um dem lähmenden schwarzen Atem Mordors

standzuhalten, muss er seinen Humanismus wieder robuster und selbstbewusster machen. Und

sich ab und zu an die Anfänge erinnern, an die Initianten des Projekts Aufklärung, eines der

grossartigsten, aber immer gefährdeten Unternehmen des menschlichen Geistes.

«Doch dass ein Kamelhändler», schrieb Voltaire 1740 in einem Brief an Friedrich den Grossen

über den Islam und seinen Propheten, «in seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er seine Mitbürgen

glauben machen will, dass er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; dass er sich damit

brüstet, in den Himmel entrückt worden zu sein und ein Teil jenes unverdaulichen Buches

empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben lässt; dass

er, um diesem Werke Respekt zu verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, dass

er Väter erwürgt, Töchter fortschleift; dass er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und

seinem Glauben lässt: Das ist mit Sicherheit etwas, das kein Mensch entschuldigen kann.» (…)“viii

 

Langfristige Problemlösung

 

Es besteht die Gefahr, daß der Rechtsextremismus und Islamismus in Deutschland von offizieller

Seite verharmlost und die ihm immanente Gefahr heruntergespielt wird.

Der Rechtsextreme, der Islamist beruft sich auf Mißstände in der Gesellschaft oder in der

Staatsführung. Es wäre äußerst gefährlich, dem Rechtsextremen, dem Islamisten politische und

soziale Interessen oder auch nur Einsicht zuzugestehen. Für den Rechtsextremen, für den

Islamisten besteht immer ein „Notstand“, er braucht den „Notstand“, um das Bild des bösen

Vaters Staat und die Tatsache lebendig zu halten, daß er „mißbraucht“ oder „von der Welt

schlecht behandelt“ wird. Der Staat darf sich davon nicht beirren lassen. Wo ein Notstand

herrscht, soll er behoben werden, aber für einen unmäßig gierigen Menschen besteht immer und

überall ein Notstand. Der Rechtsextreme, der Islamist weiß nicht, daß das, was er fühlt, nicht

realistisch ist. Diese Erkenntnis kann er nur, wenn überhaupt, durch schmerzhafte versagende

Erfahrung vom Vater Staat lernen, was er von seiner Mutter hat nicht gelernt hat.

Es ist zudem wichtig, die rechtsradikalen, die islamistischen Quellen im Schoß der deutschen

Gesellschaft zu sehen, in den zentralen Werten dieser Gesellschaft und in ihrer Geschichte. Pech

für den Neonazi, für den Islamisten: quod licet jovi non licet bovi.

 

Die Bedeutung der Familie für gesunde psychische Entwicklung

 

Die Ursache des grausamen, mörderischen Rechtsradikalismus und Islamismus in Deutschland

ist der Zerfall der Familie, verursacht durch hohe Industrialisierung und die vielen Kriege in der

Geschichte dieses Landes.

Die ödipale Problematik kann nur dann erlebt und aufgehoben werden, wenn dem Kind beide

Eltern zur Verfügung stehen: eine weibliche Mutter und ein männlicher Vater (dies ist keine

Tautologie) und wenn die Eltern sich gegenseitig lieben. Da es immer weniger Väter gibt und

immer weniger weibliche Frauen und männliche Männer, die sich gegenseitig lieben, wird die

Möglichkeit, den ödipalen Konflikt zu erleben und aufzuheben, immer seltener, die Anzahl von

Psychotikern, Fast-Psychotikern (Borderlinern), Psychopathen und Narzißten wird immer größer,

die Projektionen, seelische Spaltungen immer stärker, massiver und, für die Ich-Schwachen,

unverzichtbar.

Die liebevolle Mutter schenkt dem Kind die Welt, der liebevolle, Grenzen setzende Vater lehrt das

Kind, mit dieser Welt schöpferisch und verantwortungsvoll umzugehen.

„In einer guten Objektbeziehung hat die Liebe den Sieg über den Haß davongetragen. In der

Beschreibung von Patienten hört man so viel über die Schwierigkeiten, die es bereitet,

Aggressivität auszudrücken, und so wenig über die Schwierigkeiten, Liebe zum Ausdruck zu

bringen. Dabei ist das letztere wirklich sehr viel wichtiger, denn die Aussichten auf Heilung hängen

von der Liebesfähigkeit ab und nicht von der Fähigkeit zur Aggression“.ix

Wie bereits erwähnt, ist eine integre männliche Vaterfigur f}r die Ausbildung einer reifen

Persönlichkeit beim Kinde notwendig, damit das Kind sowohl eigene Gefühle wahrnimmt, als auch

fähig ist, diese Gefühle unter dem Primat des milden Gewissens und vor allem der Vernunft zu

kontrollieren.

 

„Bei einem zum Beispiel gering integrierten Strukturniveau sind die mentalen Vorstellungen des

eigenen Selbst und der wichtigen Andern wenig differenziert, wenig realistisch, schwarz oder weiß

polarisiert. Die Beziehungserwartungen sind überhöht sehnsüchtig in ihren Ansprüchen, u.U.

impulsiv feindselig und fragil unbeständig mit dem Risiko plötzlicher Abrisse. Strukturbezogene

Psychotherapie würde dem Patienten diese dysfunktionalen Muster spiegelnd verdeutlichen und

gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, sie zu verändernd einzuüben und durchzuarbeiten. Das

fällt u. U. Therapeuten schwer, die an der früher oft genannten Überzeugung festhalten, eine gute

therapeutische Beziehung sei Voraussetzung für jede gelingende Therapie. Eine initiale gute

Beziehung ist aber mit strukturell beeinträchtigten Patienten nicht möglich, da die basale

Beziehungsstörung Charakteristikum der Störung ist. So tendieren manche Therapeuten dazu,

ihre Patienten strukturell zu überschätzen. Kaum jemals wird im Bericht zum (Psychotherapie-

)Antrag das Strukturniveau schlechter als „mäßig integriert“ eingeschätzt (selbst wenn eine

Borderline-Störung diagnostiziert wurde), so daß sofort oder nach kurzzeitigem modifizierten

Arbeiten wieder die zu deutende Übertragungsbeziehung oder die Durcharbeitung emotionaler

Belastungen der Biographie in den Vordergrund gerückt wird. Das Ergebnis sind nicht selten

langwierige therapeutische Verstrickungen oder plötzliche Behandlungskrisen und –abbrüche. So

beschäftigt sich Supervision häufig mit schwierigen Verläufen, die aus dem problematischen

Versuch resultieren, strukturelle Störungen Konflikt-und Übertagungszentriert zu behandeln.

Entscheidend ist eine therapeutische Haltung, die den Patienten so annimmt, wie er ist und die

Beziehungsschwierigkeiten nicht interpretiert, sondern in ihrer Dysfunktionalität ernstnimmt und

gemeinsam mit dem Patienten nach Alternativen sucht, um Schaden von ihm (und von Anderen.

Anm.JSB) abzuwenden.“ X

 

Das ödipale Selbst oder: Mutter und Vater lieben sich und wer liebt mich?

 

Es ist notwendig, daß das Kind im Umgang mit Mutter und Vater sowohl die Liebe der Eltern, als

auch eine wohlwollende Abgrenzung zu ihnen erleben kann, was nur in einer intakten Familie

möglich ist. Durch das Erleben dieser Abgrenzung, die dem Kind die Eltern deutlich als Andere

erkennbar werden läßt, wird das Kind gezwungen, die sowohl schmerzhafte als auch notwendige

Suche nach neuen Bindungsmöglichkeiten zu beginnen. Erst durch diese Erfahrung schließt sich

dem Kind die Welt auf als ein Ort, wo freie Individuen mit anderen freien Individuen freie

Beziehungen eingehen, wo jeder die Verantwortung für sich selbst trägt und die Akzeptanz

moralischer Regeln als notwendig für ein gelingendes Miteinander anerkannt wird.

 

Das analysierte Selbst im Idealfall oder: Ich bin O.K. und du bist O.K.

 

Die Psychoanalyse bietet die Möglichkeit, daß der Mensch sich auf den Boden der Vernunft stellt.

Triebregungen als solche zu erkennen ist Voraussetzung dafür, daß der Mensch die Möglichkeit

hat, sich aufgrund seiner Vernunft zu entscheiden, ob er dieser Regung folgen will oder ob er sich

versagend gegenüber seinen eigenen Wünschen verhält. Wer in einer Kneipe – obwohl er den

dringenden Wunsch danach verspürt – auf ein weiteres Bier verzichtet, weil er mit dem Auto nach

Hause fahren will, handelt vernünftig, denn er vermeidet die Gefährdung sowohl seiner eigenen

Person als auch anderer Menschen.

 

Ebenso bietet erst die Analyse und das Durchschauen der Abwehrmechanismen die Möglichkeit,

anderen Menschen oder anderen Kulturen vorurteilsfrei begegnen zu können: Gründet sich das,

was ich vom anderen empfinde oder von ihm denke, auf die Realität oder mischen sich darein

etwa Gefühle, die mit dem anderen gar nichts zu tun haben? Sehe ich den anderen wirklich so,

wie er wirklich ist? Der Mensch ist nicht nur gut und nicht nur böse, sondern hat von beidem

etwas, diese Erkenntnis, so banal sie auch klingt, führt dazu, daß man den anderen so akzeptiert,

wie er ist: Du bist O.K.

 

Es geht darum, zu starke Schuld- und Schamgefühle zu mindern (umgekehrt ist dies leider nicht

möglich): Verbiete ich mir etwas, was ich vielleicht durchaus zulassen könnte? Stelle ich

überhöhte Ansprüche an mich selbst und leide darunter, daß ich sie nicht erreiche? Einen

Ausgleich zu finden zwischen angemessenen und unangemessenen Forderungen des Über-Ich,

verhilft zu einer wohlwollenden Einstellung auch gegenüber sich selbst: Ich bin O.K.

Die Aufgabe der Psychoanalyse läßt sich vereinfachend auf den bekannten Freudschen Satz

bringen: Wo ES war, soll Ich werden. Es geht um die Erkenntnis, daß unser Denken und unsere

Gefühle beeinflußt werden durch innere Triebregungen und bestimmte innerpsychische

Mechanismen, was nicht an sich schlecht oder böse ist (sonst wäre der Mensch auch nicht zur

Liebe fähig), aber dann verändert werden soll, wenn entweder derjenige selbst oder andere

Menschen darunter leiden.

 

Schlußwort

 

Es ist für die Freudsche Psychoanalyse evident, daß der Mensch ein unter den Lebewesen mit

höchster Intelligenz und höchster Triebhaftigkeit ausgestattetes Mörder- und Liebestier ist. Seine

Intelligenz benutzt er leider fast ausschließlich, um den beiden Trieben den Weg zu ihrer

Befriedigung zu bahnen.

Alle Massen- und Volksbewegungen sind kulturfeindlich und triebhaft. Deswegen werden bei

Massen- und Volksbewegungen immer auch der Fremdenhaß und der Antisemitismus triebhaft.

„Es ist immer möglich, eine größere Menge von Menschen in Liebe aneinander zu binden, wenn

nur andere für die Äußerung der Aggression übrigbleiben. (…) Nachdem der Apostel Paulus die

allgemeine Menschenliebe zum Fundament seiner christlichen Gemeinde gemacht hatte, war die

äußerste Intoleranz des Christentums gegen die draußen Verbliebenen eine unvermeidliche Folge

geworden; den Römern, die ihr staatliches Gemeinwesen nicht auf die Liebe begründet hatten,

war religiöse Unduldsamkeit fremd gewesen, obwohl die Religion bei ihnen Sache des Staates

und der Staat von Religion durchtränkt war.xi

Unsere Demokratie ist keine Basisdemokratie, sondern eine repräsentative Demokratie. Die

Forderung nach einer Basisdemokratie kann leicht zur Diktatur und zum Terror einer triebhaft

agierenden Masse werden. Es ist wichtig, den repräsentativen Charakter unserer Demokratie

energischer zu betonen, der unserer Hoffnung folgt, daß die gewählten Repräsentanten des

Volkes, unsere Abgeordneten und Regierungsmitglieder, über ein stärkeres Gewissen verfügen

als der Durchschnitt ihrer Wähler, so daß z.B. die Todesstrafe in Deutschland keinen Eingang

findet, obgleich die Mehrheit des deutschen Volkes sich die Todesstrafe wünscht. Es ist wichtig,

daß „Hinz und Kunz“ die vom Bundestag und Bundesrat verabschiedeten Gesetze achten, ob es

dem Einzelnen paßt oder nicht. Viele Deutsche haben offenbar vergessen, daß eine Demokratie

durch parlamentarische, und nicht völkische Mehrheiten regiert wird. Die Gefahr, die von den

tollkühn gewordenen Flegeln ausgeht, ist gerade, daß sie f}r sich in Anspruch nehmen, „das Volk“

zu sein. Auch wenn zutreffen sollte, daß „das Volk“ die Brutalität gegenüber Ausländern und

Juden vertreten würde – trotzdem muß klar gemacht werden, daß sich jeder an Beschlüsse der

demokratisch gewählten Vertreter des Volkes halten muß, mit oder ohne Einsicht in den Sinn

parlamentarischer Entscheidungen. Illusionäre Idealisierung „des Volkes“ muß kritisch betrachtet

werden. „Auch die Bolschewisten hoffen, daß sie die menschliche Aggression zum Verschwinden

bringen können dadurch, daß sie die Befriedigung der materiellen Bedürfnisse verbürgen und

sonst Gleichheit unter den Teilnehmern an der Gemeinschaft herstellen. Ich halte es für eine

Illusion.“xii Politische Veränderungen dürfen nur auf parlamentarischem Wege geschehen, das

Zündeln auf der Straße könnte sonst einen Flächenbrand entfachen. Psychisch kann

ausschließlich die Kultur, wenn auch mehr oder weniger mangelhaft, die Triebhaftigkeit des

Einzelnen und der Massen hemmen.

 

„Das menschliche Zusammenleben wird erst ermöglicht, wenn sich eine Mehrheit

zusammenfindet, die stärker ist als jeder Einzelne und gegen jeden Einzelnen zusammenhält. Die

Macht dieser Gemeinschaft stellt sich nun als `Recht` der Macht des Einzelnen, die als `rohe

Gewalt` verurteilt wird, entgegen. Diese Ersetzung der Macht des Einzelnen durch die der

Gemeinschaft ist der entscheidende kulturelle Schritt.xiii (…) Die individuelle Freiheit ist kein

Kulturgut. Sie war am größten vor jeder Kultur.xiv (…) Die Kultur muß alles aufbieten, um den

Aggressionstrieben der Menschen Schranken zu setzen, ihre Äußerungen durch psychische

Reaktionsbildungen niederzuhalten.xv (…) Die Schicksalsfrage der Menschenart scheint mir zu

sein, ob und in welchem Maße es ihrer Kulturentwicklung gelingen wird, der Störung des

Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressions- und Selbstvernichtungstrieb Herr zu

werden.xvi“

 

Nach dem Vorstehenden besteht keinerlei Aussicht auf Erfolg, die Aggressivität des Menschen

abschaffen zu wollen; es ist jedoch möglich, kurzfristig die Auswirkungen dieser unumgänglichen

Aggressivität zu verhindern und langfristig in eine gesellschaftlich erwünschte Richtung zu lenken.

Der real existierende und weiterhin anwachsende Rechtsradikalismus wird uns vernichten, wenn

wir nicht wagen, an die faktischen Konsequenzen unserer Albträume zu glauben und sie

rechtzeitig, hier und jetzt, energisch, mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften, unterbinden.

 

sfreud

 

i Anleitung zur Höllenfahrt, von Eugen Sorg, Basler Zeitung, 07.11.14

http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Anleitung-zur-Hoellenfahrt/story/28426350

ii Freud, Sigmund: Fragen der Gesellschaft. Ursprünge der Religion. Frankfurt 1982. Studienausgabe Band IX. S.57

iii ebda S.144

iv Tarachow, S.: Einf}hrung in die Psychotherapie, Stuttgart 1979, S. 19

v S.Freud ebda S.276

vi Maier, Georg: Bekämpfung des Rechtsextremismus mit Mitteln des Strafrechts. In: Aus Politik und Zeitgeschichte ; B 44 ; S. 19-26 1983

vii Israel vs. den Rest der Welt

Von Dawid Karbowiak, 12.07.2014

http://www.Polska-zbrojna.pl/Home/articleshow/13142?t=Izrael-kontra-reszta-SWIATA

viii Anleitung zur Höllenfahrt – Vvn Eugen Sorg.

http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Anleitung-zur-Hoellenfahrt/story/28426350

ix Tarachow, S.: Einf}hrung in die Psychotherapie, Stuttgart 1979, Klett-Cotta, S.100>)

x Prof. Dr. Gerd Rudolf http://www.rudolfpsychotherapie.

de/austausch/anmerkungen_zur_strukturbezogenen_psychotherapie/

xi S.Freud, ebda S.243

xii S.Freud ebda S.283

xiii S.Freud, ebda S.225

xiv S.Freud, ebda S.226

xv S.Freud, ebda S.241

xvi S.Freud, ebda S.270

 

line-wordpress

Peter Breughel - s

Pieter Breugel the Elder, The Fall of the Rebel Angels, 1562. Oil in panel, 11 x 162 cm.

 

Diverse mental motivation of left-wing and right-wing extremists and Islamic

Fundamentalists

 

by Julian S. Bielicki

 

While the right-wing extremist and the Islamist violent perpetrator are fueled by the primitive

ancestor of the aggressively conditioned superego in form of morbid hatred, the motivation of

the left-wing extremist is rooted in the sexually conditioned ego ideal, e.g. via the unconscious

fear of losing the ego ideal’s love.

The right-wing extremist, the Islamic fundamentalist shake off the law of ethical norms in order

to directly indulge in their animalistic drive, the left-wing extremist avoids directly acting out

animalistic drives in order to serve set moral rules. (The law of ethics is always “set” by

people, not “derived” from nature. Nature doesn’t know ethics. Simply because something is

“natural”, it doesn’t mean it is thus a “natural” behavior for a human being.) The right-wing

extremist and the Islamic fundamentalist so to speak serve a god of vengeance, while the leftwing

extremist serves a goddess of love. “Jihadism is the Arabic version of Hitler’s national

socialism. It’s a death cult with human sacrifice at its very center. Initiation into this bloody

order is granted to those who single-handedly decapitate a living infidel.”i

The right-wing extremist, the Islamic fundamentalist can be compared to a pot missing its lid,

which boils over when overheated, while the left-wing extremist can be likened to a pot with a

bolted-on lid which explodes under the excessive pressure of their drives. In each case the

kitchens is left a total mess.

 

Motivation of left-wing extremists

 

The motivation of left-wing extremists is not a direct translation of physical urges to the

outside world, but takes a detour through conscience, which is comprised of the superego

and the ego ideal. However, one shouldn’t rely too strongly on it, for the conscience by itself,

without empathy, compassion, therefore without a certain amount of love, only covers

murderous lust and provides it with an ethical excuse, so that murdering has no foothold as

soon as the lust to kill and ethics go hand in hand, such as is the case with Islamic

fundamentalists, as well as right-wing and left-wing extremists. The ego ideal of left-wing

extremists is an “ideal mother”, which is sought after in group, political party and humanity, a

“mother” who’s job it is to feed and love everyone equally, without expecting her “children” to

deliver any achievements. Everybody receives the same yum-yum, even with no

achievements. The left-wing extremist is fanatically driven by the scary-to-him idea of losing

the love of a “goddess of love” and constantly strives to meet and exceed the fantasized

expectations of this ideal mother. In a kind of “oceanic” feeling, he loves the entire world, feel

connected to everyone and everything, and, in his delusions of greatness, feels responsible

for everything, while overlooking the individual concrete person, the singular, concrete life. It

is a form of “excessive charity”, in the light of which the immediate fellow human may very

well starve. This “excessive charity” is far from compassion or empathy, but solely stems from

the narcissism of such left-wing extremist.

 

Die Mumie

Just take a look at Sarah Wagenknecht’s facial expression, who is doing a great job at

following in Stalin’s footsteps: No detectable emotion, except for arrogant pride under the

presumption of always being in the right.

 

Roth

How fiery warm, in contrast, is the always furious Claudia Roth, who probably wakes up

deeply concerned and loves everyone, really everyone infinitely. Unlike the right-wing

extremist, the left-wing extremist likely had a largely satisfactory relationship to his mother

during infant years, causing him to chase this satisfaction for the rest of his life by constantly

striving to fulfill the imagined expectations of the mother in order to not lose her love, for

without his mommy (part, working class, whatever), he’s flat on his back.

Thus he fabricates a perfectionist ego ideal according to the motto: “This is how you ought to

be, so that the mother will love you.” and even attempts to comply with it in cases in which it

makes unrealistic demands and requires the impossible from him. He tries to create a sort of

“paradise on earth” and lays out his entire life accordingly. But as Blaise Pascal said, the

human is neither angel nor beast, but when he tries to become an angel, he will end up a

beast.

 

Because he does not reach his ideals, he is constantly driven by a sense of shame; The ego

ideal is dragging him like by a long rubber band, its tension constantly increasing, until it rips

and blows a hole through the essentially strong superego. Out of “love” for humans, he

becomes willing to murder, torture, agonize and persecute others. To the left-wing extremist,

the superego is indeed a restricting entity, telling him: “You’re not allowed to do that!”,

however, in connection with the inflated ego ideal, which ultimately demands from him, as well

as the entire society, to meet the expectations of an imagined, loving mother – an ideal

society so to speak – his conscience begins to crumble and he becomes willing to bring

others to their knees, or even graves, in order to achieve this goal.

In translating the mother image, which satisfies all desires, to society, the left-wing extremist

avoids everything that relates to the socio-historical requirements of a father: individual

reward for individual achievements, responsibilities, punishments, rejection, etc.. And as there

are less and less real fathers, and more single mothers or idiotic biological, but not physical,

not social fathers, this fatherless society is becoming increasingly extremely left-wing.

The ability to think and reflect may occasionally and partially be limited by his permanent

shame-fear, yet it is present, thus indeed allowing for discourse with a left-wing extremist and

sometimes providing him with the ability to accept new understandings. Since the left-wing

extremist lives in constant effort of reaching a certain goal, he deals with his environment

substantially different than a right-wing extremist would, who only cares to obtain immediate

satisfaction of his urges, sexual or aggressive, or both simultaneously. Suppression of urges

is self-evident, if it brings him closer to his ideals. The left-wing extremist is rather ascetic.

Left-wing extremism is essentially also influenced by intellectualism and was tightly

associated with the student’s revolt of 1968 in Germany. Across the board, it is safe to say

that a left-wing extremist possesses higher intelligence and education than a right-wing

extremist or an Islamic fundamentalist.

 

Motivation of right-wing extremists and of Islamic fundamentalists

 

The right-wing extremist’s motivation is a direct satisfaction of his physical urges, without

making a detour through conscience. To him, conscience is not a crucial entity and its

demands and orders are bypassed just as frivolously as the reasonable, realistic thinking. The

“inner voice” of the superego telling him: “You mustn’t do that!” is heard very silently, if at all,

and only so that he can smash it to pieces with his triumphant, defiant and rebellious “But I

want to do it and thus I will!”. He usually feels no shame or guilt, either.

Precondition for developing an ego ideal is identifying oneself with an intact, not recognizably

conflicting parental ego ideal and the fulfilled mental detachment from the parents. Today’s

society’s struggle with people who possess deficient conscience and deficient ideals is also a

late result of the National Socialist dictatorship. Development of conscience always takes

place in accordance with the requirements and orders of the respective cultural ideals Today’s

generation is still at battle with the corruption of the parental ego ideals during Nationalistic

Socialism. In this connection, according to my judgment, it is of significance that most of those

involved eluded imprisonment after the end of the war and have strengthened one another in

their, for the most part, persistently defended denial of their murderous past up until today.

The large majority of that generation of parents failed at persuasively presenting an ideal to

today’s generation of parents, because they themselves are neither ashamed nor feel guilty

for the horrendous acts committed by their parent- and grandparent-generation. After all, they

didn’t do it themselves and the “We” that is used with good grace when the German soccer

team wins, is quickly forgotten when it comes to the dishonorable acts of Germans in history.

Exactly due to this, it is made possible, that the society today is once again being driven in the

same direction of shameless and verifiable violence.

Forecast: What may the right-wing extremist and Islamist movement develop into?

 

“Every day, even every hour we remove all those, who stand in our way, who have insulted

and harmed us, although just in our subconscious impulses. To our subconscious, the phrase

“May the devil get him!” (from German, equivalent to: “Damn him!”), which frequently leaves

our lips in painful resentment and which actually wants to say: “May death get him!”, is a

serious and powerful death-wish. Yes, our unconscious murders over insignificant things; like

the old Athenian legislation of Draco, it knows no punishment for misdoings except death, and

does this with a certain consistency, for every damage of our almighty and autocratic ego is

essentially a crimen lèse-majesty (the crime of violating majesty). Thus we ourselves, if

judged by our unconscious wishful impulses, are a mob of murderers, just like prehistoric

men. It’s a blessing that all these wishes don’t possess the power that people in primitive

times associated with them; humanity would’ve long fallen in the cross fire of mutual

malediction. Among them the best and wisest men, as well as the most beautiful and graceful

of women.” ii

If the right-wing extremists (Islamic fundamentalists) aren’t stopped, a “Fourth Reich”, albeit

an Islamic one, as caliphate, with all its accompanying conditions may develop, murder and

homicide for all that is humane and reasonable, death of culture, release of unconscious

culturally adversarial urges, reborn with every child: “Such urges are those of incest,

cannibalism and lust to kill.” Iii

Not taking the things Hitler said and wrote serious was a disaster to the world. In “Mein

Kampf” (en “My Struggle”), everyone was able to read about the violent acts of Nazi Germany

beforehand. Thus listening to the current right-wing extremist (Islamist) movement and

reading what they announce sufficiently tells us what they might develop into.

 

What to do?

 

The first and vital step, in my opinion, is understanding that when dealing with a right-wing

extremist (Islamist) violent criminal, we’re dealing with a human who fosters murderous

feelings of hatred, which are out of his own control, and which he will direct toward other

humans who are not in line with him, and do so entirely devoid of compassion, devoid of the

slightest feelings of guilt or shame. There’s no point in discussing with the right-wing extremist

(Islamist) violent criminal, for his intellectual ability to reason is “out of order” due to marginal

intelligence and uninhibited physical urges.

However, comprehension of the psycho-pathological background of the right-wing extremist

(Islamist) violent criminal must in no case lead to excusing his behavior. No man will have a

hard time understanding why another is trying to steal his money, yet still, every man would

try to prevent it.

 

Comprehending does not equal exculpating.

 

The difficulty lies exactly in that people with a matured conscience must defend themselves

against people without conscience. However, conscience also inhibits aggression where it is

appropriate, which is why in human history the aggressive and merciless have always killed

off the aggression-inhibited and peaceful. Yet, rationality commands us to become aggressive

toward the right-wing extremists (Islamic fundamentalists) if we wish to avoid being enslaved

or murdered by them.

 

If the smart folks always give in, the world will be ruled by goons.

 

Too much “cleverness” makes one stupid.

 

How can we put an end to the right-wing extremist, the Islamist movement?

 

The only thing the right-wing extremist (Islamic fundamentalist) understands is concrete

action; Appeals and verbal protests are useless. The democratic state must become active in

a concrete way, rather than a solely declamatory way, and it must retain a consistently firm

attitude. It must constantly convey to the right-wing extremist (Islamist) violent criminal which

limits may not be crossed by means of severity. If the right-wing (Islamist) extremist is not

capable of recognizing these limits by himself, then he must be helped in attaining this

realization; the missing inner guidance system must be replaced by an external one. The

misjudgment of reality must be authoritatively confronted, for anything else only serves to

enable the right-wing extremist (Islamist) to feel approved. One must constantly be reminded,

that these humans have a capacity of discernment that is next to nothing and that,

consequently, the threat of, as well as the consistent imposition of harsh punishments is the

only way of demonstrating the limits of their activities to them. Just as the beginnings of

thinking don’t become possible until the destruction of the symbiotic tie to the mother and go

hand in hand with the first uncomfortable conception (the first thought is an uncomfortable

one), so does the corresponding development in therapy. The state’s duty can only lead down

the path of disappointing the right-wing extremist (Islamist) violent criminal by replacing his

satisfactory fantasy with the reality which frustrates him. iv

To the right-wing extremist (Islamist) violent perpetrator, emotion and reality are often the

same thing. He denies reality and doesn’t realize that what he feels doesn’t apply to reality at

all. He must learn this realization from the state in an uncomfortable manner. The right-wing

extremist (Islamist) violent criminal must be disenthralled from his fantasy world by harsh and

real actions, e.g. his enthrallments must be removed. (I recently calculated with my Muslim

hairdresser, that if 72 virgins have 4 mothers each, then the Jihadist in his paradise would

receive 72 x 4 = 296 mothers in law, 72 fathers in law, countless aunts, uncles and cousins.

This idea was deeply disturbing to all present, and nobody was willing to die for these 72

virgins – reality had defeated insanity in a simple manner.)

A conniving and sympathetic stance on the part of the state and society provides right-wing

extremist (Islamist) violent criminals with an opportunity to express their aggression against

the state and its ward free of consequence (“Wipe out all Jews!”) to an extent previously

unknown. These right-wing extremist (Islamist) violent criminals sometimes use the state’s

slack position in a subtle manner, but more and more often in an aggressive murderous

manner to satisfy their feelings of hatred („NSU“ murderers)

The short-term emergency solution is quickly and severely punishing the right-wing extremist

(Islamist) violent perpetrator and threatening with further, more severe punishment in case of

repeated offenses

 

Established measures of behavior therapy

 

This process has long been known in the field of behavioral therapy: Very harsh and severe

punishments as well as weak but consistent and immediately realized punishments are

effective. A small dog that still needs to be house-trained is best raised by either giving it a

soft slap immediately after its mistake, so that it can associate its action with the punishment,

or one intimidates it with severe reprimand into trying to avoid anything that could lead to such

a punishment again. It is important that the violent perpetrators feel controlled (and maybe

this is so difficult to implement, because society, due to in perspicuous historical reasons, is

extremely afraid of a surveillance society), e.g. it is the state’s duty to replace the missing

conscience via control and consistent threat of punishment.

The state must be as aggressive as the most aggressive right-wing extremist violent criminal.

If the state allows itself to be run over, if it hesitates, if it attempts to engage in discussions, it

will have a strengthening effect on the anti-democratic powers in society, because the rightwing

extremist (Islamic fundamentalist) will consider anything that he doesn’t comprehend to

be a concrete and severe rejection as an approval of his actions and a sign of being on the

right path. “Thus human’s conflicts of interests are, in principal, decided by use of violence.” v

 

Punishment for crimes

 

Consequently this statement means: Punishment for punishable offenses and no sort of

reward for the omission of punishable offenses. It must be considered self-evident, that a

human inflicts no harm to others, not physically, materially or even by killing. Society must

reward humans for socially desired, life-promoting achievements, not for the omission of

harming other life. For example: Nobody receives a reward for not running a stop sign or

parking correctly, etc. This doesn’t require new laws. There are plenty of laws in this country,

e.g: StGB Paragraph 86 (distribution of NS propaganda material) and 86a (distribution of NS

emblems), Paragraph 130 (incitement of the people) and 131 (inciting racial hatred), as well

as further paragraphs of the criminal code. Vi

The state must merely consistently and immediately put to use the existing laws. Parties can

be banned nationwide by the Federal Constitutional Court, and clubs can be banned by the

minister of the interior on a state-level, or by the Federal Minister nationwide: The German

constitution states in article 9, paragraph 2 that “Clubs with a purpose or which are committing

activities running in contrary to the criminal law, or which direct themselves against the

constitutional order or against the ideal of international understanding are forbidden.”

 

Social aggression against right-wing extremists, against Islamic fundamentalists

 

The right-wing extremist’s (Islamic fundamentalist’s) scapegoat must be weak or appear to be

weak. The weaker (better behaved) the persecuted party is or appears to be, the better it is

suited as a scapegoat. The only thing that can stop the mechanism of projection is openly

aggressive attitude from the persecuted party, for well-behaved and rational behavior on the

part of the victim only further fuels the projection which will lead to an attack on the victim.

History in recent millennia to Jews for example was the history of their peace movement: well7

behaved, defenseless, reasonable, quick to give in. Where this peaceful attitude led them is

well known. Yet nobody dares to directly attack Russia, which is firm in its attitude.

“All terrorists in the world know not to kidnap El Al airplanes! They learned that at the airport in

Entebbe and on board of Sabena in Tel Aviv. To be honest, this is what we westerners should

learn from them: How to fight terrorists. Especially since the coalition, after ten years of

involvement in Afghanistan and Iraq, at best came to a sort of stalemate, while Israel,

surrounded by enemies, continues to stand its ground. A war is awful, any war is awful, and

the way in which terrorists wage war is beyond awful. One can’t win war wearing white gloves

in the popping of cameras and flashbulbs. Sometimes it is necessary to stoop to the level of

the terrorists and attack them where it hurts them the most.

 

In Lebanon, in autumn of 1985 the Hezbollah killed one soviet diplomat and took three

hostage. Officers of the soviet security forces then abducted a relative of one of the

kidnappers, castrated him, stuck his testicles in his mouth and shot him. His corpse was then

sent to the terrorists with the message, that if the hostages aren’t released, the same fate

awaited other members of the terrorist organization. That’s how terrorism is fought. If we’re

not ready for that and despise such tactics, then it would be best if we never leave our homes.

Furthermore a brutal and relentless struggle against terrorism isn’t just the preserve of the

“outlaw” Israel. Remember how the British armed forces dealt with the IRA. It was 1981, Maze

prison, Robert Sands, Derry, 1972, bloody Sunday – does that ring a bell?” vii

 

The democratic society and those groups which have been attacked by the right-wing

extremists (Islamic fundamentalists) must openly and aggressively defend themselves and

cease their immature spiel of “violence is not the answer”. Violence is often the answer and

sometimes the only possible solution. However, it’s not a solution cowards are capable of,

who’d rather identify with their oppressor out of all their fear.

At the same time, society must pull the rug of clandestine and open sympathy out from under

the right-wing extremism (Islamism). The right-wing extremist (Islamic fundamentalist) must

explicitly be made to feel society’s ostracism and the state’s severity.

Everyone can individually, from case to case, attempt to appropriately reveal the contempt,

rejection, defense and abatement of right-wing extremism (Islamism) through words and

actions: the barkeeper as well as store owner, who shows the right-wing extremist (Islamic

fundamentalist) the door, the landlord who rejects him as tenant, the doctor who refuses to

treat him (which he may very well do due to the so-called „missing trust-relationship between

physician and patient“), as well as the craftsperson, chauffeur and anybody else who is in a

position to refuse servicing right-wing extremists (Islamic fundamentalists).

Right-wing extremists are cowards and they only feel strong in packs, yet even then, they only

attack the weakest victims.

 

„ (…) The west has denied, down-played or psycho-debunked the emergence of the Islamic

death cult for a long time. The predominant culture of therapeutism has destroyed the

definition of evil, trashed human malignity as a late effect of early mortification and thus

robbed itself of its ability to recognize and defend itself from existential dangers. The

otherwise ingenious western mind cannot stand ruthlessness. When confronted with

crookedness, cruelness and horror, it reacts by panicking, a psychotic state of mindlessness

and submissive reflexes. It would do anything for the nightmare to disappear again. It

experiences what Tolkien from <<Lord of the Rings>> described when the creatures of the

continent middle-earth were touched by the <<black breath>> of the mighty undead riders of

Mordor: Those of them are taken over by a deadly cold weakness, twisting in fear and horror

and finally turning into undead themselves, completely at the hand of the black riders.

The sensitive humanism is the Achilles‘ heel of the west. Its enemies possess more

knowledge of this weakness than it does and they abuse it. The Somali clan warriors knew it

when they used American women and children as human shields in the Mogadishu street

battles, in the correct assumption that this would cause the GIs not to shoot back at them.

The outright cynical Hamas knows it and once again, in the most recent Gaza war, aimed to

produce a maximal number of civilian victims. The IS-partisans of Naji know it and penetrated

the west’s mental denial deployment using a short series of diabolic and calculated atrocities,

involving it in an apocalyptic battle without it having a foreign-affairs concept, a military

strategy or a plausibly explicable personal interest.

 

Playing the victim bonus

 

And even Islamic organizations in Europe and America try to profit from the fear of archaic

acts of violence from overzealous followers of the Quran, hidden behind the multicultural

invocations of tolerance, in order to push their special religious agenda: Using a subtle

mixture of acting offended, assuming the victim role, and making threats, they patiently feed

naive elitists in churches, politics and media the message, that criticizing Islam is racist and

ill-minded. And they succeed. Nowadays the majority of opinion and culture experts rather not

openly argue with a religion, which possesses a mental domain dominated by intolerance,

bondage and intellectual desolation. Free competition of ideas, laughter, ridicule are however

the oxygen of a healthy cultural life.

 

Should the west have the guts to stand up to the crippling black breath of Mordor, it’ll have to

make its humanism more tough and self confident again. And from time to time remember the

beginnings, the initiators of the enlightenment project (Projekt Aufklaerung), one of the

greatest and constantly endangered ventures of the human spirit.

«But that a camel monger», wrote Voltaire 1740 in a letter to Friedrich the great about Islam

and its prophet, «causes disturbance in his nest, that he wants to make his fellow people

believe, that he communicated with the arch-angel Gabriel; that he preens himself with having

been engrossed in heaven and received part of that indigestible book, which thrills healthy

human minds with each of its pages; that in order to obtain respect for this work, he would

subdue his motherland with fire and iron, that he’d choke fathers, drag away daughters; that

he’d allow the defeated the choice between death and converting to his belief: That is

certainly inexcusable by any human.» (…)“ viii

 

Long-term problem-solving

 

A danger exists, that right-wing extremism and Islamism are trivialized and its imminent

dangers are down-played from official sides in Germany.

The right-wing extremist, the Islamic fundamentalist refers to issues in society or governance.

It would be extremely dangerous to grant the right-wing extremist, the Islamic fundamentalist

political and social interests, or even understanding thereof. To the right-wing extremist, the

Islamic fundamentalist, there is always a “state of emergency”. He needs this “state of

emergency” to keep alive the image of the evil uncle Sam and to sustain the fact, that he is

“abused” or “mistreated by the world”. The state must not be misled thereby. Where

emergencies exist, they shall be cured. However, an excessively greedy human perceives

emergencies everywhere all the time. The right-wing extremist, the Islamic fundamentalist is

unaware, that what he feels is far from realistic. He can only come to this realization, if at all,

by painful experience of failure – the state must make up for what the mother never

conveyed. It is also essential to recognize the right-wing extremist, the Islamist sources in the

lap of German society, in the central values of this society and its history. Tough luck for the

neo-Nazi, the Islamic fundamentalist: quod licet jovi non licet bovi.

 

The importance of family for a healthy mental development

 

Die cause of horrendous and murderous right-wing extremism and Islamism in Germany is

the decay of the concept of family, caused by the high level of industrialization and the many

wars in the history of this nation.

The oedipal difficulty can only be experienced and abolished, when the child has both parents

available: a feminine mother and a masculine father (this is not tautology), and when the

parents love each other mutually. Since there are less and less fathers and decreasingly

feminine women and masculine men, who love each other mutually, the possibility of

experiencing the oedipal conflict and resolving it becomes increasingly rare, the number of

people suffering from psychotic disorders, borderline psychotic disorders, psychopathic

personality disorders and narcissism keeps increasing, the projections, mental separations

steadily growing stronger, more massive and eventually indispensable to those people with

weak egos.

 

The affectionate mother gives her child all she can, the affectionate father, who sets

boundaries, teaches his child to treat this world in a creative and responsible manner.

“In a good object relationship, love has taken victory over hatred. The explanations of patients

make plentiful mention of the difficulties with expressing aggression, yet say so little about

difficulties expressing love. And yet, the latter is truly much more important, for the prospect of

healing depends on the ability to love, not the ability for aggression”. ix

As previously mentioned, a father figure who is a person of integrity is necessary for the child

to develop a mature personality, in order for it to perceive its own feelings, as well as being

able to control these feelings under primacy of the mild conscience, as well as, more

importantly, rationality.

 

“In the case of a, for example, minimally integrated structural level, the mental imaginations of

the own self and the important others are little differentiated, little realistic, polarized black or

white. Relationship expectations are excessively wistful in their expectations, possibly

impulsively hostile and inconsistently fragile with the risk of sudden breaks. Structurally

related psycho therapy would reflectively illustrate these dysfunctional patterns to the patient

and, together with the patient, seek possibilities to rehearse them in an altering way and

process them. This may be difficult to therapists who cling to the conviction often mentioned in

old days, which claims a good therapeutic relationship is a presupposition for a successful

therapy. However, an initially good relationship cannot be forged with structurally impaired

patients, as the basal relationship defect is the characteristic of the dysfunction. Thus some

therapists tend to structurally over-estimate their patients. In the report for the

(psychotherapy) application, the structural level is rarely ever assessed lower than

“moderately integrated” (even when a borderline disorder has been diagnosed), so that the

transfer relationship to be interpreted, or the processing of emotional stress of the biography

is put forward again immediately, or after momentarily modified works. Frequently the results

are longsome enmeshments or sudden therapy crises and dropouts. Thus supervision is often

occupied with difficult developments resulting from the problematic attempt of treating

structural dysfunctions in a conflict- and transfer-centered manner.

A therapeutic attitude, which accepts the patient as he is and doesn’t interpret relationship

difficulties, but instead takes them serious in their dysfunctionality and seeks for alternatives

together with the patient is critical in averting damage from him (and from others.Anm.JSB).“ x

 

The oedipal self or: Mother and father love each other and who loves me?

 

In its contact with mother and father, it is necessary for the child to be able to experience its

parents love, as well as a benevolent delimitation from them, which can only occur in an intact

family. Experiencing said delimitation, which clearly lets the child recognize the parents as

others, forces the child to begin the painful and yet necessary quest for new bonding

prospects. Not until this experience does the world expose itself to the child as a place where

free individuals enter free relationships with other free individuals, in which everyone carries

responsibility for themselves and the acceptance of ethical guidelines is recognized as vital

for successful cooperation.

 

The analyzed self in the ideal case, or: I am O.K. and you are O.K.

 

Psychoanalysis offer the ability for the person to put themselves at the ground of rationality.

Recognizing urge impulses as such is a requirement for a human to be able to make a

decision based on his rationale, whether or not to follow this impulse or whether to act in a

manner that will fail his own wishes. A man in a bar abstaining from another beer, because he

wants to drive home in his car – despite feeling that urge – is acting rationally, for he is

avoiding the endangerment of his person and others. Equally, not until analysis and seeing

through the defense mechanisms is it possible to encounter other people or cultures free of

prejudice: Is what I am feeling or thinking about the other based on reality? Or are feeling

which have nothing to do with him mixing in? Do I really see the other person as they are?

Humans are not just good and evil, but have a little of each. This realization, as mundane as it

may sound, leads to accepting others as they are: You are O.K.

Goal is reducing too intense feelings of guilt and shame (unfortunately the opposite is not

possible): Am I perhaps prohibiting something I could in fact allow for myself? Am I setting the

bar too high for myself and suffering from not meeting my expectations? Finding balance

between appropriate and inappropriate demands of one’s superego helps in developing a

benevolent attitude, including towards one’s self: I am O.K.

The task of psychoanalysis can be simplified to the popular Freudian sentence: Where IT

was, I shall become. It is about that recognition, that our thinking and our emotions are

influenced by our inner physical urges and certain inner mental mechanisms, which isn’t good

or evil in itself (or else humans wouldn’t be capable of love, either), but must be modified,

either when the subject or other humans are suffering thereof.

 

Closing words

 

In Freudian psychoanalysis it is evident, that the human being is a murder- and love animal

equipped with highest intelligence and highest urges among live creatures, unfortunately

using his intelligence almost exclusively for paving the way to satisfaction of these two urges.

All mass-movements of the people are culturally adversarial and driven by urges and thus

xenophobia and Antisemitism of these events also always end up being driven by urges. “It is

always possible to bind a large group of people together in love, as long as there are others

left for expressing one’s aggression. (…) After the apostle Paul made universal philanthropy

the basis of his Christian community, the extreme intolerance of Christianity towards those

who were left out became an inevitable consequence; the Romans, who hadn’t based their

commonwealth on love were strangers to religious intolerance, despite the fact that religion

was a question of government and the government was saturated with religion. Xi

Our democracy is not a grassroots democracy, but a representative democracy. The demand

for a grassroots democracy can quickly develop into a dictatorship and terror on the part of a

mass driven by physical urges. It is important to emphasize the representative nature of our

democracy more energetically, which follows our hope that the people’s elected

representatives, our delegates and government officials possess a stronger conscience than

the average voter, so that for example the death penalty doesn’t find its way into Germany,

despite the fact that die majority of Germans are in support. It is important that the common

person respects the laws passed by the German Federal Parliament and the Federal Council

of Germany, whether the individual agrees with them or not. Many Germans have apparently

forgotten that a democracy is ruled by parliamentary majority, not a majority of the population.

The danger stemming from these daredevil buggers is exactly the fact, that they claim to be

“the people”. Even if it was true, that “the people” were in support of brutality against

foreigners and Jews, it would still need to be made clear, that everybody must adhere to the

rulings of the democratically elected representatives of the population, with or without insight

into the purpose of parliamentary decisions. Illusory idealization of “the people” must be

viewed with caution. “Even the Bolsheviks hope that they can make human aggression

disappear by avouching the fulfillment of material needs and otherwise developing equality

among the community’s participants. I consider that to be an illusion.” xii Political changes

must take place beyond the parliamentary approach, or the inflaming in our streets will quickly

ignite a large-scale fire. From a mental perspective, only culture is able to inhibit physical

urges of individuals and masses, although it does so rather insufficiently.

“Human cohabitation becomes possible when a majority connects, which is stronger than any

individual and sticks together against any individual. The power of this community now

opposes the power of the individual, which is condemned as ‚brute force‘, in form of a ‚right‘.

This substitution of the individual’s power by that of the community is the crucial cultural step.

xiii (…) The individual freedom is not a cultural asset, for it was largest prior to any culture. xiv

(…) Culture must give its all to set boundaries for the aggressive physical urges of humans

and in order to suppress their expression thereof through mental reaction formation. xv (…) To

me it appears that the question of human destiny is whether and to which extent our cultural

development will succeed in getting the disturbance in human cohabitation caused by human

aggressive and self-destructive urges under control. xvi “

After the preceding there is no prospect of success in wanting to abolish human

aggressiveness; however, short-term prevention of the effects of this inevitable

aggressiveness, as well as long-term channeling thereof into a socially desirable direction is

possible.

 

The in fact existing and continuously growing right-wing extremism will annihilate us if we

don’t dare believe in the factual consequences of our nightmares and eliminate them early

enough, meaning here and now, energetically and using all available resources.

 

sfreud - en

 

i Anleitung zur Höllenfahrt, von Eugen Sorg, Basler Zeitung, 07.11.14

http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Anleitung-zur-Hoellenfahrt/story/28426350

ii Freud, Sigmund: Fragen der Gesellschaft. Ursprünge der Religion. Frankfurt 1982. Studienausgabe Band IX. S.57

iii ebda S.144

iv Tarachow, S.: Einf}hrung in die Psychotherapie, Stuttgart 1979, S. 19

v S.Freud ebda S.276

vi Maier, Georg: Bekämpfung des Rechtsextremismus mit Mitteln des Strafrechts. In: Aus Politik und Zeitgeschichte ; B 44 ; S. 19-26 1983

vii Israel vs. den Rest der Welt

Von Dawid Karbowiak, 12.07.2014

http://www.Polska-zbrojna.pl/Home/articleshow/13142?t=Izrael-kontra-reszta-SWIATA

viii Anleitung zur Höllenfahrt – Vvn Eugen Sorg.

http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Anleitung-zur-Hoellenfahrt/story/28426350

ix Tarachow, S.: Einf}hrung in die Psychotherapie, Stuttgart 1979, Klett-Cotta, S.100>)

x Prof. Dr. Gerd Rudolf http://www.rudolfpsychotherapie.

de/austausch/anmerkungen_zur_strukturbezogenen_psychotherapie/

xi S.Freud, ebda S.243

xii S.Freud ebda S.283

xiii S.Freud, ebda S.225

xiv S.Freud, ebda S.226

xv S.Freud, ebda S.241

xvi S.Freud, ebda S.270

 

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

Arrêtez la psychanalyse allemande! Vivez la psychanalyse freudienne à nouveau!

refuse-service

The best therapy is the knowledge

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

„The only reason people do work for airlines is because the Nazi party is no longer hiring.“ –
Die beste Therapie ist das Wissen

Angela Merkel in BILD-Zeitung, 29. November 2004 auf die Frage, welche Empfindungen Deutschland in ihr weckt: „Ich denke an dichte Fenster! Kein anderes Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen.“

„Wenn ein Truthahn nach tausend Tagen geschlachtet wird, erscheint der Todestag dem Truthahn als unvorhersehbar, nicht aber dem Metzger.“ – Nassim Nicholas Taleb

Schnick, Schnack, Schnuck – Schere, Stein, Papier – Extremistan, Mediokristan, Absurdistan

Die FAZ, das intellektuelle Flagschiff der Republik hat sich zu Merkel mit der Breitseite gewendet.
Dummköpfe, in Deutschland „Eliten“ genannt, werden diesen Ausdruck für eine freundliche Geste halten, für eine deutche Übersetzung des „Always Look on the Bright Side of Life“.
In den geistigen Anal-Phabetismus dieser „Eliten“ sind die „Flüchtlinge“ ohne Weiteres integrierbar, einer geht immer noch herein.
„Wart Pac pałaca, a pałac Paca“, sagen dazu die Polen, “ der eine taugt sowenig wie der andere“.
Steht doch diesem Staat eine Frau ohne Eigenschaften vor, die den von Robert Musil beschriebenen Zerfall kurz vor 1914 (huch, was war denn da?) repräsentiert und betreibt.

„Das deutsche Volk kann Revolution machen nur noch gegen sich selbst.“ – Ulrich Sonnemann

„Weil das Notwendige nicht getan werden will, eröffnet sich der Spielplatz der Selbstverwirklichung; wem Vernunft als dogmatisch gilt, der hat jedenfalls Verstand genug, seine Halluzinationen auf Punkt und Komma zum totalen System der Sozialreform auszuarbeiten. Die materialistische Kritik hatte zwar 1848 versucht, sich einen Überblick zu verschaffen, denn „Ökonomisten, Philantrophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter“ wetteiferten schon damals darum, den „wahren“ deutschen Sozialismus (der besten, größten, stärksten in der Welt Philantropie, nämlich der deutschen, à la Merkel) auf Touren zu bringen.“ – Joachim Bruhn

»Kann sein«, fuhr er in seiner Schilderung der Zukunft Österreichs fort, »daß uns, wenn wir mit den Türken Krieg führen, die Deutschen in den Rücken falln, weil die Deutschen und die Türken zusammenhalten. Wir können uns aber mit Frankreich verbünden, das seit dem Jahr einundsiebzig auf Deutschland schlecht zu sprechen is. Und schon wirds gehn. Es wird Krieg geben, mehr sag ich euch nicht.« – sagte Schwejk.

„Es gibt doch tatsächlich eine verständige Definition der Widervernunft als solcher, statt den Massenmord als den irren Versuch scharfsinniger Rindviecher zu entziffern, die paradoxe, an sich selbst unbegreifliche Identität des Kapitals als automatisches Subjekt zu liquidieren und es als fixe Qualität zu verdinglichen, als Versuch daher des volksgemeinschaftlichen Mordkollektivs, das Kapital als naturale Eigenschaft sich einzuverleiben, d.h. das „Geldrätsel“ zu lösen, indem man G — G‘ (Geld macht Geld Anm.JSB) zum Wesen des Deutschtums erhob. Weil das Mordkollektiv vom Wahn inspiriert war, in der jüdischen „Gegenrasse“ sei das Geheimnis endlos gelingender Akkumulation quasi genetisch inkorporiert, so daß es des kollektiven Raubmords bedürfe, dieses Geheimnis den Juden aus dem Leib zu reißen und den Deutschen einzuverleiben, weil es ihre negative Utopie ausmacht, sich in den „Kapitalfetisch“ zu verwandeln und sich selbst als „reiner Automat“69 darzustellen: daher konnte der Versuch, das „Tausendjährige Reich“ der definitiven Abschaffung aller Vermittlung und der Selbstdarstellung des Deutschtums als des automatischen Fetischs schlechthin nur in der barbarischen Einheit von Verstandesdiktatur und Apokalypse münden.
Der Nationalsozialismus war in dieser Perspektive „nichts anderes als“ der Versuch des Subjekts, sich selbst zu rassifizieren, um das Kapital unmittelbar als natürliche „Eigenschaft“ sich anzueignen, d.h. sein „Naturrecht“ auf die so endlos wie krisenfrei gelingende Akkumulation zu verwirklichen : eben das ist der (ja, auch: Lust-) Gewinn, den das Kollektiv aus Verfolgungswahn und Massenmord einstrich. Das war die Geschichte des Nationalsozialismus als Produktionsverhältnis, das ist der Grund dafür, daß die Deutschen nie deutscher waren als am 9. Mai 1945, daß sie seitdem die absolute Transzendenz ihrer Geschichte niemals werden vergessen können, bis endlich die „Emanzipation der Deutschen zu Menschen“(Marx) doch noch revolutionär gelingen möge. Es ist diese Überbietung jedweder Vermittlung im Mord an den Juden, die seitdem „aufgearbeitet“, bzw. voller Sehnsucht rekapituliert wird. Der öffentliche ,Diskurs‘ über den NS gleicht nicht nur einer nicht enden wollenden Trauerrede — wenn etwa die FAZ jammert, Hitler habe „das Selbstbewußtsein der einfachen Menschen gestärkt und seine Arbeitsleistung gewürdigt. Der Sinn für das Allgemeinwohl, dessen Träger der Staat ist, wurde wieder geweckt.“ — , sondern dieser ‚Diskurs‘ ist nichts anders als die Selbstdressur in die doch noch gelingen mögende Erfüllung des Hitlerschen Vermächtnisses. Es ist sein „Politisches Testament“ vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem „internationalen Judentum und seinen Helfern“ den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, daß in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß „die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden.“ Die restlose Verschmelzung der Individuen als Körper mit ihrer gesellschaftlichen Subjektfunktion hat stattgefunden, die deutsche Utopie war schon einmal Wirklichkeit gewesen: das ist der Grund für das allseits festgestellte Ausbleiben einer jeden Panik und Hysterie in der größten Krise des Kapitals seit 1929, der Grund auch dafür, das die konformistischen Revolteure etwa der Bewegung gegen das Stuttgarter Bahnhofsgrab selig identisch und zur Melodie von „Freude, schöner Götterfunken“ singen können: „Wir sind das Volk, wir sind das Geld.“ Das Urvertrauen in den Souverän ist ungebrochen (wenn nur diese Regierung nicht wäre!). (…) Der Warenhüter, das (juristische) Subjekt, in die Antinomie von Bourgeois und Citoyen, deren Synthese der Souverän in der Gestalt negativer Versöhnung ist, wie sie zuerst in der Form des Soldaten erscheint: kasernierte Mordenergie, bedingungslose Bereitschaft zum Töten und Getötetwerden, damit die Dezision (Entscheidung Anm.JSB) über Leben und Tod in letzter Instanz. (…) Im Normalzustand der Akkumulation ist der Souverän als Bedingung der Möglichkeit der Existenz von Staatsapparaten unsichtbar. Aber die Souveränität als reines Verhältnis von Befehl und Kommando, als die bedingungslose Pflicht zum Opfer und als unbedingte Freiheit zum Morden, wie sie im allgemeinen Menschen präsent ist, tritt in der großen Krise hinter den Staatsapparaten hervor und aus ihnen heraus, hebt die Gewaltenteilung auf und setzt sich absolut als „frei aus sich selbst Anfangendes“, als so ableitungs- und begründungs- wie rechtfertigungsloses „Ich will.“ (Hegel)
Die Begriff des Nationalsozialismus ist demnach, d.h., wie ihn auch der Materialist Johann Georg Elser praktisch zu fassen suchte, in der Perspektive zu entwickeln, daß Hitler als Erscheinung des allgemeinen Deutschen, als der Souverän, hinter den Staatsapparaten hervortrat und als Person unmittelbar alles, was deutsch ist, verkörperte. Darin nun konvergieren die Kritik der politischen Ökonomie und gewisse Einsichten der Psychiatrie, denn eine barbarische Gesellschaft kann nur von einem Subjekt repräsentiert und ausagiert werden, das seiner psychischen Konstitution zufolge nichts anderes als ist als eben: die negative Aufhebung des Subjekts, d.h.: ein Barbar sondergleichen.  (…) Die Gestalt des unmittelbar allgemeinen Deutschen, der in einer Person inkarnierten Souveränität, ist der archimedische Punkt, zu dessen Begriff die materialistische Kritik dringend ihrer Belehrung durch Psychiatrie und Psychoanalyse bedarf. (…)
In der Konsequenz der unmittelbaren Erscheinung des allgemeinen Deutschen erblüht ein grandioses Verschmelzungserlebnis von Masse und Macht: das Glück vermittlungsloser Identität in der verkehrten Gesellschaft. Es ist, „als ob“ die Utopie des wahren deutschen Sozialismus, „man könne allen Waren den Stempel unmittelbarer Austauschbarkeit aufdrücken“, d.h. „alle Katholiken zu Päpsten machen‘, sich in der Volksgemeinschaft realisiert hat. Das Verhältnis von Volk und Führer mündet, je intensiver der Mordwille sich ausagiert, in zwar geborgter, gleichwohl fugenloser Identität, zumindest solange, wie auch nur ein Jude noch am Leben ist und die Jagd weitergehen darf bzw.: muß. (Darum ist Israel den Deutschen Verheißung und Schrecken zugleich, eben: „Das letzte Tabu deutscher Außenpolitik“90, d.h. Objekt von Angstlust par excellence.) Der Nazifaschismus war ein Traum — das ist der Profit, den Babi Jar und Treblinka den Deutschen abgeworfen haben, denn im Massenmord hatten sie sich die absolute Transzendenz einmal schon angeeignet. Die gern beschwatzte „Unfähigkeit zu trauern“ gründet darin, daß man die Verschmelzung niemals wird vergessen können und den Staat als den Garanten sine qua non ihrer möglichen Wiederkehr versteht, d.h. als Versprechen. Es ist die Hoffnung auf das organisierte Pogrom, was gegen Panik immun macht.
Das bedeutet nicht, daß dem System des erst pazifizierten, dann oberflächlich parlamentarisierten Wahns der deutschen Ideologie keine bemerkenswerten Einsichten in die Zukunft der Krise möglich sind, auch wenn dessen Lautsprecher nicht wissen, was sie denken, bevor sie hören, was sie sagen oder lesen, was sie schreiben — so der FAZ-Kolumnist Frank Schirrmacher, der, mutmaßlich den Einflüsterungen Dietmar Daths erlegen, dies zu bedenken gibt: „Wer meint, daß die aktuelle Vernichtung des Grundvertrauens in die Rationalität ökonomischen Handelns ohne Folgen bleibt, wird sich spätestens bei den nächsten Wahlen enttäuscht sehen. Über Nacht ist die Welt des Geldes fiktionalisiert worden. Die Flucht in die Verstaatlichung, die von den Banken selbst angeführt wird ist der Bankrott der Metaphysik des Marktes.“ So verständig schreibt kein „Neues Deutschland“. Und weiter: „Jetzt, da völlige Unklarheit darüber herrscht, was ist und was nicht ist, kann nur der Staat noch dezisionistisch darüber verfügen, daß etwas und nicht vielmehr nichts existiert.“ Noch ist nicht von Juden, sondern vom Geldwert die Rede, aber jeder weiß, was gemeint ist, nämlich die Erklärung des obersten Volkswirts in der Wolfsschanze. In derlei traumwandlerischen, aber zielsicheren Inszenierungen des Staatlichkeitswahns wird die sehnsüchtige Erinnerung an wie die tätige Hoffnung auf das (neuerliche) Erscheinen des unmittelbar allgemeinen Deutschen beschworen, denn wenn schon die aktuellen „Notstandsgesetze“ nichts weniger bedeuten als eine „Revolution von oben“ — wo ist dann der Kyffhäuser, wo wartet der authentisch deutsche Revolutionär? Es ist diese unheimliche Sehnsucht, die die Linkspartei mit der Rechtspartei trotz aller, oberflächlich betrachtet, verschiedener Terminologie lange schon eint, bevor sie nun, im sich warmlaufenden „Extremismus der Mitte“, zur Volksfront sich finden werden, zugleich der Grund dafür, warum ein ausgemachter Prä-Faschist wie der „Professor für BWL an der FH Worms“, Max Otte, den Horst Köhler und die Sarah Wagenknecht in einem Atemzug und fürs haarscharf Gleiche loben kann, für deren Programm „Werden Sie ,Volkskapitalist‘!“ und für ihren Appell: „Gebt das Geld in unsere Hände!„93 Denn wer, wenn nicht wir, ist das Geld? (…) Der Traum der deutschen Ideologie ist die Verwandlung der Volksgenossen in die lebendige Münze. In diesen Verschmelzungsphantasien läuft sich die neuerliche Transformation des bürgerlichen wie des proletarischen Besitzindividuums langsam warm in das, was Johann Most treffend die „Eigentumsbestie“94 genannt hat, d.h. die selbstbewußt zynische Verschmelzung der Individuen als homogene Subjekte mit der Akkumulation. Die gesellschaftliche Mitte, d.h. der Angelpunkt der falschen Gesellschaft wie der Nullpunkt ihres Bewußtseins zugleich, hat längst G — G‘ als ihr Naturrecht proklamiert und sinnt jetzt auf Rache dafür, daß niemand „den echten Wert der Bilanzen“‚ kennt. Denn, so Marx, „in dem zinstragenden Kapital ist die Vorstellung vom Kapitalfetisch vollendet, die Vorstellung, die dem … Geld die Kraft zuschreibt, durch eine eingeborene geheime Qualität, als reiner Automat, in geometrischer Progression Mehrwert zu erzeugen, so daß es … allen Reichtum dieser Welt für alle Zeiten als ihm von Rechts wegen gehörig und zufallend schon längst diskontiert hat.“96 Das ist die historische Mission der Eigentumsbestie, daß es den Fetischismus und die Naturalisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse nicht länger, wie es der akademische Marxismus glauben machen möchte, als die nur historische „zweite Natur“, d.h. bloße Kulisse und Simulation des „als ob“ dulden mag, sondern als die erste, rassische Qualität des Deutschtums setzen und sich einverleiben will.
„Aller Reichtum dieser Welt für alle Zeiten“, und dies von Staats und „von Rechts wegen“, sagt Marx, d.h. eben: das tausendjährige Reich glücklich gelingender Akkumulation im endlich doch noch vollbrachten Endsieg vollendeter Selbstrassifizierung.  (…) Wo alle darum kämpfen, ein kleines Licht in einer großen Finsternis zu sein, wo ein jeder seine Utopie „vorlebt“, da treibt man sich gegenseitig in die allgemeine Umnachtung und hat sein Spaßvergnügen dabei 
“ – Joachim Bruhn

„Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv.“ – Max Horkheimer/Theodor W. Adorno

Der Mensch ist nur noch eine staatsnotwendige Fiktion und als solche ist er das natürliche Material des Staates, der homogenisierte Lehm, der gelehmte Homo, aus dem die Staatspyramiden entstehen.

Zum Lernen muß man alleine sein. Wer nicht alleine sein kann, kann nicht lernen. Beziehuhngssüchtige, die ständig in Gruppen sein wollen, die ständig Kontakte suchen, auch elektronisch, im Internet, Handy, Kneipe, in sonstigen Gemeinschaften, Communities, werden zu Loosern, wenn sie es nicht bereits sind. Der Mensch ist ein Idividuum, er will jedoch lieber wie ein Regenwurm in einem Wurmhaufen vegetieren. Wo ein Wir ist, verschwindet das Ich. Aber nur ein Ich kann denken, das Wir kann lediglich fühlen, wie Würmer, die nur aus Bäuchen bestehen. Dann gibt es eine Volksgemeinschaft, die nicht denken kann, aber auf ihr Bauchgefühl stolz ist. Die Folge vom Bauchgefühl ist, was hinten herauskommt. Und darauf, was hinten herauskommt sagt der Deutsche, kommt es ja an. Und hinten kommt bestenfalls nur heiße Luft und Scheiße heraus.

“I think it’s very healthy to spend time alone. You need to know how to be alone and not be defined by another person.” ― Oscar Wilde

Das Leben: zum Teil Freiheit, zum Teil Sicherheit
Totale Freiheit, totale Sicherheit bringen nur den Tod.

„Nie waren die Deutschen deutscher als am 9. Mai 1945, und deshalb war der Nazi-Fa­schismus keine Enthüllung und keine Offenbarung, sondern ein Produktionsverhältnis im durchschlagendsten Sinne: die Produktion der Barbarei als einer qualitativ neuen, dem Kapital im doppelten Sinne des Wortes entsprungenen Gesellschaftlichkeit. Der Antisemitismus er­schöpft sich keineswegs ,schon‘ darin, eine Verfolgungs- und Vernichtungspraxis zu initiieren, d.h. die sog. „Endlösung“, sondern er war zugleich die Produktion des Deutschen an und für sich, d.h. die Transformation der Bevölkerung in das deutsche Volk, d.h. dessen tatsächliche Enderlösung. Die entscheidende Frage ist also, was eigentlich das Mordkollektiv davon gehabt hat, was sein Movens war, die Tat zu begehen, und wie es sich selber begierig, lustvoll und lei­denschaftlich in der Verfolgung und Ermordung der Juden als etwas substantiell Neues konsti­tuiert hat — und wie das, was schließlich konstituiert worden ist, in der Gegenwart als die zum „Tausendjährigen Reich“ noch fehlenden 988 Jahre fortwest und die Bedingung der Möglich­keit dessen ist, daß die Krise, wie sie seit Jahren in den schwarzen Messen des nationalökono -mischen Okkultismus abgefeiert wird, von den Landsleuten so überaus gelassen, fast stoisch schon, hingenommen wurde und wird.“ – Joachim Bruhn

Die Kontrolle über die unkontrollierte Masseneinwanderung haben sich Einwanderer erkämpft.

Es gilt die Gesinnung, nicht die Realität«Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus.‘ Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus.» – Ignazio Silone
«Antifa ist die linke Ausprägung des Faschismus. Sie ist also selbst das, was sie vorgibt zu bekämpfen.»

Sklaven träumen nicht davon, freie Menschen, sondern Sklavenhalter zu werden.

„Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.“ – Norbert Bolz

„Die Sprache ist im Guten wie im Schlechten nicht mehr Medium der Erkenntnis, sondern der kulturellen Hegemonie. (..) Wo sich statt Antagonismen Spannungsfelder auftun, hat der Geist bereits kapituliert. (…) Eine Welt, in der alle einander wechselseitig als kompatibel anerkennen und stets »das Gemeinschaftliche im Auge behalten«, kann schwerlich etwas anderes als die Hölle auf Erden sein. (…) Die Beliebigkeit ist also nicht harmlos, sondern hat hier wie auch sonst ein bestimmtes Ziel: die Zerstörung individueller Urteilskraft zugunsten einer Logik der »Anerkennung«, in der jeder Lüge Recht gegeben und jede triftige Erkenntnis in die Schranken ihres »Standorts« verwiesen wird.“ – Magnus Klaue

„Hochverrat ist eine Frage des Datums“ – Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord

Die Skandalisierung eines Skandals ist eine in deutschen Medien meisterhaft beherrschte Disziplin.

„Es ist eine alte Weisheit, dass Macht stets die Verführung mit sich bringt, sie zu missbrauchen.“ – Wolfgang Schmidbauer

„C.G.Jung war ein psychoanalytischer Faschist, ein faschistisch schäumender Psychoanalytiker. “ – Ernst Bloch

„Die tatsächlich bestehenden und einsichtigen Leuten schon längst bekannten Verschiedenheiten der germanischen und jüdischen Psychologie sollen nicht mehr verwischt werden, was der Wissenschaft nur förderlich sein kann“ (…) „Die Gesellschaft (die Internationale Allgemeine Ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie (IAÄGP). Anm.JSB) setzt von allen ihren schriftstellerisch und rednerisch tätigen Mitgliedern voraus, daß sie Adolf Hitlers grundlegendes Buch ›Mein Kampf‹ mit allem wissenschaftlichen Ernst durchgearbeitet haben und als Grundlage anerkennen. Sie will mitarbeiten an dem Werke des Volkskanzlers, das deutsche Volk zu einer heroischen, opferfreudigen Gesinnung zu erziehen.“ C.G.Jung

„Ich weiß nicht, was passieren muss, bis endlich was passiert.“
„Ulrike Maria Stuart“ von Elfriede Jelinek

„Auch der sublimste erkenntnistheoretische Idealismus führt unweigerlich zum Solipsismus, zur Vergottung des Ichs, einer Elite, einer Rasse und endet schließlich im blutigsten Imperialismus.“ John F. Rottmeister

„Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“ – Angela Merkel 

Psychoanalyse ist eine Erhebung über die Situation. Von oben hat man bessere Aussicht.

„Kritische Theorien, wie die Freudsche, artikulieren eine Erfahrung, die mit den jeweils herrschenden Denk- und Wahrnehmungsweisen unvereinbar ist. Gerade in dem, was der Konvention als unbrauchbar, als Abfall gilt und wovon in Wissenschaft und Lebenspraxis methodisch abgesehen wird, entdecken die Revolutionäre der Denkart das Neue, das ei¬ne bestehende Einrichtung des Lebens in Frage stellt. Indem sie an das Ausgegrenzte und erfolgreich Vergessene erinnern, markieren sie den Mangel der Ordnung, die über dem Grab der verworfenen Alternativen triumphierend sich erhebt. Und das dem Status quo verschworene Kollektiv stempelt solche Alchimisten, die aus Dreck Gold zu machen schei¬nen, stets zu Außenseitern6 . Aus der Erfahrung dessen, was den vorherrschenden, institutionalisierten Zwecken widerstrebt, erschüttern die Neuerer deren fraglose Geltung.“ – Helmut Dahmer

Die Umwälzung nach 1945  führte nicht zur Überwindung des Nationalsozialismus  als Ideologie der deutschen Volksgemeinschaft, sondern rief lediglich die eitle Illusion hervor, daß mit der Kritik am Nationalsozialismus das nationalsozialistische Dünken selbst und seine innere Konflikthaftigkeit mit dem Judentum überwunden sei.

„Wie es Tatbestände gibt, die die Sinne in die Irre führen, wie im Fall der optischen Täuschung, so gibt es welche, die die unangenehme Eigenschaft haben, dem Intellekt Schlüsse zu suggerieren, die gleichwohl falsch sind.“ – Christoph Türcke

Das Geschlecht ist ein sozialer Konstrukt? Berg, Tal, See und das Meer auch!

Bereits Marx diagnostizierte den Deutschen das Umkippen von Ideologie in Wahn und Lüge. Wie gegenwärtig der Fall ist, neigen die Deutschen zu Ausbrüchen des kollektiven Wahns, der Massenpsychose mit zunehmendem Realitätsverlust.
Der Wahn ist kurz, die Reue lang, pflegte meine Großmutter zu sagen.

Nach dem I. Psychosputnik-Gesetz verwandelt sich der frei florierende Zynismus ab gewissem Verdichtungsgrad seiner Intensität in hochprozentige Heuchelei, analog zu einer atomaren Kernschmelzereaktion. Diesen Prozess der zunehmenden Zynismuskonzentration mit anschliessender Explosion der Heuchelei kann man sehr deutlich gegenwärtig in Deutschland beobachten. Das Denken ist weggeblasen, pulverisiert, das (Hoch)Gefühl ist voll an seine Stelle getreten.

»Indem (der gesunde Menschenverstand) sich auf das Gefühl, sein inwendiges Orakel, beruft, ist er gegen den, der nicht übereinstimmt, fertig; er muß erklären, daß er dem weiter nichts zu sagen habe, der nicht dasselbe in sich finde und fühle; – mit anderen Worten, er tritt die Wurzel der Humanität mit Füßen. Denn die Natur dieser ist, auf die Übereinkunft mit anderen zu dringen, und ihre Existenz nur in der zustande gebrachten Einheit der Bewußtseine. Das Widermenschliche, das Tierische besteht darin, im Gefühle stehenzubleiben und nur durch dieses sich mitteilen zu können.« – G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes

„Die Verschleierung eigener Positionen durch Zitate und Zitatselektion dient dazu, eigene Positionen unkenntlich zu machen.“ – Ursula Kreuzer-Haustein

„Die Neurose ist das Wappen der Kultur.“ – Dr. Rudolf Urbantschitsch, Seelenarzt; „Sehr schön, aber es laufen derzeit schon weit mehr Heraldiker als Adelige herum.“ – Karl Kraus, Schriftsteller

„Zuerst verlieren die Menschen die Scham, dann den Verstand, hernach die Ruhe, hierauf die Haltung, an der vorletzten Station das Geld und zum Schluß die Freiheit.“ – Karl Kraus

„Ausbeutung heißt Beute machen, sich etwas durch Gewalt aneignen, was nicht durch eigene Arbeit geschaffen wurde, sich etwas nehmen, ohne Gleichwertiges zurückzugeben – Maria Mies

»Die Psychoanalyse ist eine Panne für die Hierarchie des Denksystems« – Pierre Legendre

Psychoanalyse entwickelt sich nicht weiter, weil sie nicht angewandt wird, es wird nur über sie gesprochen.

»Sie wissen, daß der Kampf des wissenschaftlichen Geistes gegen die religiöse Weltan­schauung nicht zu Ende gekommen ist, er spielt sich noch in der Gegenwart unter unseren Augen ab … Die erste Einwendung, die man hört, lautet, … die Wissenschaft ist zur Be­urteilung der Religion nicht zuständig. Sie sei sonst ganz brauchbar und schätzenswert, solange sie sich auf ihr Gebiet beschränkt, aber die Religion sei nicht ihr Gebiet, da habe sie nichts zu suchen … Die Religion darf nicht kritisch geprüft werden, weil sie das Höch­ste, Wertvollste, Erhabenste ist, was der menschliche Geist hervorgebracht hat, weil sie den tiefsten Gefühlen Ausdruck gibt, allein die Welt erträglich und das Leben lebenswür­dig macht … Darauf braucht man nicht zu antworten, indem man die Einschätzung der Religion bestreitet, sondern indem man die Aufmerksamkeit auf einen anderen Sachver­halt richtet. Man betont, daß es sich gar nicht um einen Übergriff des wissenschaftlichen Geistes auf das Gebiet der Religion handelt, sondern um einen Übergriff der Religion auf die Sphäre des wissenschaftlichen Denkens. Was immer Wert und Bedeutung der Religion sein mögen, sie hat kein Recht, das Denken irgendwie zu beschränken, also auch nicht das Recht, sich selbst von der Anwendung des Denkens auszunehmen … Eine auf die Wissen­schaft aufgebaute Weltanschauung hat außer der Betonung der realen Außenwelt wesent­lich negative Züge, wie die Bescheidung zur Wahrheit, die Ablehnung der Illusionen« (Freud, 1933, S. 182 ff. und S. 197).

„Freuds »Religions«-Kritik galt den »Neurosen« genannten Privatreligionen (Heiraten, romantische Liebe, Gier, Ethik und Moral, etc. Anm. JSB) ebenso wie den kollektiven (Nation, Gutmenschen, Sport, etc. Anm. JSB);“ – Helmut Dahmer

Freud prognostizierte, die bestehende Gesellschaft werde an einem Übermaß nicht absorbierba­rer Destruktivität zugrundegehen. (sofern nicht »Eros« interveniere (Eros ist nicht Ficken, sondern Caritas. Anm. JSB)).

„Wer dem Kult der »Werte« frönt, kann unsanft erwachen, wenn im Kampf der Klassen und Parteien, von dem er sich fernhält, Gruppen obsiegen, auf deren Pro­gramm eine »Umwertung der Werte«, z. B. die Aufwertung von »Un­werten« steht.“ – Helmut Dahmer

»Hinsichtlich der allgemeinen nervlichen Belastung wirkte die Lage im Dritten Reich auf den psychischen Zustand des Volkes ziemlich ambivalent. Es unterliegt kaum einem Zwei­fel, daß die Machtergreifung zu einer weitverbreiteten Verbesserung der emotionalen Ge­sundheit führte. Das war nicht nur ein Ergebnis des Wirtschaftsaufschwungs, sondern auch der Tatsache, daß sich viele Deutsche in erhöhtem Maße mit den nationalen Zielen identifizierten. Diese Wirkung ähnelte der, die Kriege normalerweise auf das Auftreten von Selbstmorden und Depressionen haben. (Das Deutschland der Nazizeit verzeichnete diese Erscheinung zweimal: nämlich 1933 und 1939.) Aber gleichzeitig führte das intensi­vere Lebensgefühl, das von der ständigen Stimulierung der Massenemotionen herrührte, auch zu einer größeren Schwäche gegenüber dem Trinken, Rauchen und Vergnügungen« – Richard Grunberger

Von Anfang an hat­te Hitlers Regime auch den Anstrich der Rechtmäßigkeit

„Die psychiatrischen Truppen der »kaiserlichen deutschen Psychiatrie« (Alexander und Selesnick, 1966, S. 214) jedoch, die 1914 ins Feld zogen, bekriegten immer noch die Krankheit, den äußeren Eindringling in ein gesundes System, und nicht die Neurose, das innere Ungleichgewicht zwischen Psychodynamik, Umwelt und Geschichte.“ – Geoffrey C. Cocks (Diese Einstellung herrscht bis heute in der deutschen Psychotherapie und findet explosionsartige Vermehrung im KOnzept der sog. „Traumatisierung“. Anm- JSB)

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub