Kategorie-Archiv: Verlogenheit

Merkels „Willkommenskultur“ als deutsches Konjunkturprogram für die Schlepper-Mafia

Der italienische Schriftsteller und Journalist Roberto Saviano hat mit euronews ein spannendes Interview geführt. Saviano ist berühmt für seine investigativen Recherchen zur Mafia. Er lebt seit Jahren unter Polizeischutz. In dem Interview weist er darauf hin, dass es die türkische, libysche und libanesische Mafia ist, die das blühende Schleppergeschäft steuert, das durch Merkels Grenzöffnung im Herbst 2015 ermöglicht wurde:

„All die Boote, die das Mittelmeer überqueren, werden von Kartellen betrieben. Aber nicht von italienischen Kartellen, wie man glaubt. Die Mafia hat dort nichts zu sagen. Das sind türkische, libysche und libanesische Gruppen, die schon immer in den Menschenschmuggel investiert haben, und Europa hat nicht die leiseste Idee von dieser Dynamik. Die Kartelle, die den Strom der Syrer nach Europa organisiert haben, gehören alle zur türkischen Mafia, und es ist dieselbe Mafia, die den Heroin-Schmuggel aus Afghanistan leitet.“

Die italienische Mafia hingegen kann immer unbeschwerter ihr Geld bei den europäischen Banken waschen. Diese „buhlen“ sogar um das Mafia-Geld, denn sie haben aufgrund der perpetuierten Eurokrise massive Liquiditätsprobleme.

Gutmenschen – ihre Verlogenheit, um ihren Haß nicht als Haß einzugestehen, macht sie geistvoll und erfolgreich.

Von Ansgar Kruhn.

Dies ist der Versuch, einen gewissen Menschenschlag zu skizzieren, der derzeit eine große Rolle in den westlichen Gesellschaften spielt und der besonders in der Medienlandschaft, aber auch an Universitäten, in Gewerkschaften, Ämtern, NGOs und Parteien sowie im Verwandten- und Bekanntenkreis anzufinden ist. Oft wird dieser Idealtypus mit dem Schlagwort vom „Gutmenschen“ abgetan, aber dieser Begriff erscheint aus zweierlei Gründen nicht angebracht; dies aufgrund seiner Herkunft sowie dem schlichten Umstand, dass gegen einen „guten Menschen“ erst einmal nichts spricht und es solche glücklicherweise auch in gar nicht so geringer Anzahl gibt. Nein, für den zu gewinnenden Idealtypus bietet sich dieser Begriff nicht an, aber vielleicht bringt uns eine nur scheinbar haarspalterische Variation weiter: Es geht hier um den „Allzu-guten-Menschen“ (AGM), auf dessen Spuren wir uns mit einem kleinen Zeitsprung zurück zum 25. August 1900 begeben wollen.

An diesem Tag starb einer der großen Kenner des 20. Jahrhunderts, Friedrich Nietzsche, der in seiner Zeit die Wurzeln vieler Entwicklungen scharfsinnig erkannt hat, deren Blüten wir heute beobachten können. In seinem Spätwerk „Genealogie der Moral“ hat er sich intensiv mit der Genese der modernen Moral beschäftigt. Zwar will man ihm gewiss nicht in allem zustimmen und ohne Zweifel gibt es viele Kritikpunkte an seiner arg schablonenhaften Gedankenfigur, doch finden sich hier wertvolle psychologische Erkenntnisse, die geradezu für heute geschrieben zu sein scheinen.

Bekannte Vokabeln der philosophischen Hausapotheke sind „Herrenmoral“ und „Herdenmoral“. Ursprünglich habe es nicht die Guten und die Bösen gegeben, sondern die Vornehmen und den von diesen unterjochten Pöbel, also die „Schlechten“. Nietzsche machte sich nichts vor, was die Unabdingbarkeit einer unfairen Gesellschaftsordnung für das Entstehen einer Kultur anbelangt. Nur durch die Unterdrückung eines Teils der Bevölkerung und die Ausbeutung von Arbeitskraft wird es besonders befähigten Individuen möglich, ihre Energie von der Erwirtschaftung des Lebensunterhaltes abzuziehen und sich der Schaffung kultureller Güter zuzuwenden. Dadurch muss es zu wechselseitiger Verachtung und Hass kommen.

Es bleibt ihnen nichts, als sich auf die Suche nach einem Schuldigen zu machen

Freilich gilt dies in einem konkreten Sinn nur noch begrenzt für die moderne, ausdifferenzierte Gesellschaft. Aber auch heute gibt es hierarchische Verhältnisse, die sich unterschiedlich konstruieren lassen. Das bekannteste Beispiel für eine solche Konstruktion wird in der letzten Zeit die Occupy-Bewegung mit ihrer dichotomischen Einteilung der Gesellschaft in die 99 Prozent und die 1 Prozent gewesen sein. In solchen Gesellschaftsbildern haben auch die AGM ihre geistige Heimat.

Unabhängig von der gewählten Hierarchiekonstruktion empfinden sie sich als die – nun mit Nietzsches Worten – „von vornherein Verunglückten, Niedergeworfenen“ der Gesellschaft, die sich im Gegensatz zu den „Erfolgreichen“ oder auch einfach so reichen Leuten empfinden. Die AGM gehören indes keineswegs zur Unterschicht, wie sie zu Zeiten Nietzsches in Fabriken ausgebeutet, in Kriegen verheizt oder auf Feldern abgenutzt wurde. Meist handelt es sich um angehende oder diplomierte Akademiker, die sich auszudrücken wissen, aber nicht eine der gängigen Karrieren mit guter Bezahlung einschlagen können oder wollen.

Im Kern ist der AGM ein religiöser Mensch, der Kontingenzen nicht ertragen kann; die für Nietzsche selbstverständliche kulturelle Hierarchiebildung ist für den AGM nicht als notwendig hinzunehmen, die eigene (finanzielle) Erfolglosigkeit nicht durch Akrasia erklärbar. Es bleibt ihnen nichts, als sich auf die Suche nach einem Schuldigen zu machen, den sie „über“ sich, also unter den Erfolgreicheren suchen und der heute seine höchste Form der Existenz in der geradezu mythischen Gestalt des „Täters“ gefunden hat.

Die „Täter“ sind Menschen, die sich eines „Täterverhaltens“ schuldig gemacht haben, mit seinen Ursprüngen im Rechtswesen hat der Begriff nichts mehr zu tun. Die meisten „Täter“ sind sich insofern auch gar nicht bewusst, irgendetwas getan zu haben, liegt ihre eigentliche Schuld doch im Gefühl des Zukurzgekommenen und sonst mit der Gesellschaft nicht zufriedenen Menschen. Mit dieser Schuldzuschiebung einher geht Hass gegen die „Täter“. Der verinnerlichten Logik der AGM nach sind allein die „Täter“ für all das, was man an der Gesellschaft und seiner eigenen Position in ihr ablehnt, verantwortlich.

Freilich will man sich diesen Hass nicht eingestehen. Hassen ist Täterverhalten. Also wird dieser Hass anders zum Ausdruck gebracht: durch das Hilfsmittel der moralischen Beurteilung. Was Nietzsche im Hinblick auf die „Niedrigen“ geschrieben hat, trifft passgenau auf die AGM zu, diese „zu Richtern verkleideten Rachsüchtigen, welche beständig das Wort ‚Gerechtigkeit‘ wie einen giftigen Speichel im Munde tragen“. Es geht den AGM, anders als vielen der Menschen, die als „Gutmenschen“ verspottet werden, nicht so sehr darum, anderen Menschen zu helfen und Leid zu minimieren, sondern gerade darum, Rache an den Tätern zu nehmen als „Betäubung von [eigenem] Schmerz durch Affekt“.

Ihre Verlogenheit, um ihren Haß nicht als Haß einzugestehen, macht sie geistvoll – und erfolgreich

Autos anzünden, Kampagnen gegen Menschen im Internet und auf der Straße zu führen, ist den AGM wichtiger als jede Tätigkeit in einer Suppenküche. Freilich gesteht man nicht ein, dass der eigene Schmerz der Ausgangspunkt des ganzen Denken und Handelns ist. Vielmehr sucht man sich echte oder vermeintliche Benachteiligte und agiert in deren Namen; wo der „Gutmenschen“ helfen will, instrumentalisiert der „Allzu-gute-Mensch“ für sein eigenes Bedürfnis. Entsprechend harsch fallen die Reaktionen aus, wenn die vermeintlichen Opfer dieser Welt – ganz gleich ob Frauen, Schwarze, Behinderte, Muslime etc. – sich dies verbitten. Dann werden die „unterdrückten“ Schwarzen zu Rasseverrätern, die „benachteiligten“ Frauen zu Patriarchatweibchen.

Um den eigenen Schmerz zu betäuben, bleibt dem Allzu-Guten sein Hass, den er im Namen aller Unterdrückten den „Tätern“ entgegenschleudert. Damit einher geht eine gewisse sadomasochistische Lust, die Nietzsche bereits diagnostiziert hat: „[S]ie genießen ihren Argwohn, das Grübeln über Schlechtigkeiten und scheinbare Beeinträchtigungen, sie durchwühlen die Eingeweide ihrer Vergangenheit und Gegenwart nach dunklen fragwürdigen Geschichten …, sie reißen die ältesten Wunden auf, sie verbluten sich an längst ausgeheilten Wunden …“.

Wer denkt bei dieser Beschreibung nicht an die in Amerika als Social Justice Warrior bezeichneten AGM, die jedes Gespräch, ja jede Geste säuberlich abtasten, jedes Wort sorgfältig im Mund abschmecken und das Internet nach allem durchforsten, was als Rechtfertigung ihres Hasses zu dienen vermag?

Ihre „Verlogenheit, um diesen Haß nicht als Haß einzugestehen“, macht sie geistvoll – und erfolgreich. Gedankengebäude werden errichtet, die scheinbar wissenschaftlich belegen, dass wir uns alle in einem kontinuierlichen Verbrechen gegen die „Schwachen“ aller Couleur befinden. „Tatsachen“ werden als Fiktionen der Täter abqualifiziert, Wahrheit muss nicht mehr errungen werden – sie ist einfach. Und wer verkündet sie? Die Allzu-guten-Menschen im Namen der unterdrückten Minderheiten.

Ansgar Kruhn ist Historiker und nebenbei Reisender in Sachen Weltanschauungstourismus

Getürkte Schutzsuchende / Flüchtlinge

Mittelmeer_2016_07_11Bin noch in der Überlegung, ob ich daraus eine ständige Rubrik machen soll. So tägliche Nachrichten von der Schlepper-/Rettungskoalition.  Heute sind die Helfer jedenfalls schön auf einem Haufen versammelt, wie ich sie hier mal aufgezählt habe – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. An dem Track (blaue Linie) erkennt man, wie nahe (ca.25 km) die Bourbon Argos an der libyschen Küste operiert.

Der Sommer ist noch lang und die schönen neuen grauen Schlauchboote (wer liefert die eigentlich?) sind hin und wieder mal in den Nachrichten zu sehen, wenn mal an einem Tag nichts richtiges passiert ist und die Olympiade noch nicht angefangen hat. Da unten ist alles business as usual. Unklar ist mir, weshalb man nicht auf N 33° 3′ E 12° 26′ ein Hotelschiff verankert, dass bequem von den Schleppern und Helfern angefahren werden kann? Von Afrika bis zum Hotelschiff sind die bösen Schleuser zuständig, vom Hotelschiff bis in die EU übernehmen dann die „guten Schleuser“. Die „Seenot“ ist nur virtuell definiert. Wenn bei dieser eingespielten Routine noch einer ums Leben kommt, dann ist das nur auf Blödheit oder Fahrlässigkeit zurückzuführen. Die Zeiten der Rostlauben sind vorbei. Bei diesen Mengen an – wie heißt das so schön – Schutzsuchenden, die inzwischen übers Meer befördert werden, liegen die alten Seelenverkäufer schon längst auf Grund. Heute sind es neue, graue Schlauchboote mit einem kleinen Motörchen, die nur das Hoheitsgewässer Libyens verlassen müssen, bis sie von den Rettern in Empfang genommen werden können.

Aquarius (in Berlin findet am 12. Juli 2016 (HEUTE) ein Werkstattgespräch statt, wer da wohnt sollte da mal hingehen) und fragen, wer die grauen Schlauchboote herstellt, weshalb da nur so ein kleines Motörchen (40 hp) dran hängt und weshalb die immer dann kaputt gehen (siehe Bild) wenn die Retter da sind).

Topaz Responder, Bourbon Argos, Sea Watch 2, Sea Eye

Es fehlen:

Phoenix (von der libyschen Küste auf dem Weg nach Sizilien. Leider kann man nicht erkennen, ob vollgeladen oder nur zum Tanken und/oder Landgang)

Sea Watch 1 im Hafen (Valetta)

Falls einer meiner Leser sich zufällig mal mit seiner Yacht in der Nähe von Tripolis rumschippert, dann empfehle ich die Lektüre von Proasyl. Der Tatbestand der „Beihilfe zur unerlaubten Einreise“ steht anscheinend nur noch auf dem Papier! Manche behaupten, das wäre ein kostenloser Fährdienst nach Europa. Was sind das für empathielose Menschen!

http://www.altermannblog.de/neues-von-boesen-und-von-guten-schleppern/

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Weshalb kentern Boote vorzugsweise, wenn die Retter in Sichtweite sind? Weshalb werden Schlauchboote aufgeschlitzt, wenn die Aquarius auftaucht? Weshalb kommen die Horrormeldungen von ertrunkenen Migranten in letzter Zeit öfter? Wieso sind da wieder – wie zufällig – selbstlose Retter in der Nähe? Fragen, die man sich stellen sollte, die aber nur selten ehrlich beantwortet werden.

Bourbon Argos 2

Der Pfeil zeigt die PHOENIX

Bourbon Argos 1

Fahrtrack der letzten Stunden PHOENIX

In unseren Medien wird das so beschrieben, als laufe alles nach dem Prinzip „Reiner“ ab => reiner Zufall. Unsere Qualitätsmedien bauen diesen Hype auf, um das Volk wieder bereit zu machen, für den Sommer, wenn die Boote verstärkt kommen. Fragt man am Stammtisch, wie viele arme Menschen wohl im Mittelmeer bei Fluchtversuchen absaufen, dann hört man allerlei abstruse Zahlen. Die Wirklichkeit trifft keiner – so gut sind wir schon durch die Medien konditioniert. Wer es genau wissen will, der sehe sich hier die Zahl von 2014 an. Sie kommt weder von der AfD noch vom Kanzleramt, sondern vom UN-Flüchtlingswerk. Denen sollte man doch noch trauen dürfen. Es sind 1,7%. Um das mal in einen statistischen Zusammenhang zu stellen: das sind etwa zehn Prozent der Tötungsdelikte in Nigeria. Anders formuliert: In Nigeria kommen zehn mal mehr Menschen durch Tötungsdelikte ums Leben, als im Mittelmeer bei Fluchtversuchen ertrinken.

Wetterbedingt beginnen die Seefahrten, die nicht so lustig sind. Die Schlepper und die Helferorganisationen stehen mit ihren Schiffen bereit, um die Seetransporte abzuwickeln. Wer sich damit befassen will, dem empfehle ich die folgenden Seiten: marinetraffic oder vesselfinder. Wer das so täglich 5 Minuten beobachtet, der kriegt ein Gespür, wie das Ganze abläuft.

Auf die Schnelle habe ich die folgenden sechs Schiffe gefunden:

Bootsname               Imo           MMSI         11.6.2016 15:00 Uhr

Aquarius                   7600574                             im Hafen von Trapani (Sizilien)

Sea watch 1                                    211677160     im Hafen von Valetta

Sea watch 2                                   211721530     40 km vor der libyschen Küste

Sea eye                                           244630187   55 km vor der libyschen Küste

Bourbon Argos       9390082                             von Palermo Richtung Malta

Phoenix                     7234272    312024000    28 km vor der libyschen Küste

Topaz Responder   9544293     538006669    30 km vor der libyschen Küste

CP 311                                            247264600     Lampedusa

CP 324                                           247345600     Lampedusa

Zur Info: der Seeweg Tripolis – Lampedusa ist 290 km

Mit etwas intuitivem Geschick findet man diese Schiffe auf der Karte und stellt fest, dass da ein reger Pendelverkehr eingerichtet ist. Es findet eine merkwürdige Symbiose statt: Die Schlepper schicken die Boote nicht zufällig auf die Reise, sondern sie haben eine Profiausführung von einem dieser Schiffsfinde-Programme, damit sie genau einschätzen können, wann und wo ein Schiff auftauchen wird. So wird sichergestellt, dass die Migranten auch „entdeckt“ werden. Da kein Schiff jemanden – so als Tramper am Wellenrand – mitnehmen muss, wird eben der Seenotfall hergestellt. Angeblich sei kein Schiff und auch keine Küstenwache verpflichtet, Leute aus Booten auch – Schlauchbooten – zu retten, denn sie sind in den Booten ja in Sicherheit. Eine Pflicht zur Rettung bestünde erst dann, wenn sich Personen im Wasser befinden, wenn der Seenotfall hergestellt ist. Dies erklärt auch, warum Flüchtlinge ihr Boot teilweise selbst zerstören (von den Schleppern dazu instruiert) sobald sie ein „Rettungsboot“, egal ob Küstenwache oder Frachtschiff, auftaucht. Die Bourbon Argos war ein paar Tage in Zarzis (Tunesien). Da hätte sie ja jeden an Bord nehmen können, aber das wäre ja eine illegale Einreise in die EU. Also muss der Weg über Schiffbruch durchs Wasser aufs Schiff genommen werden. Irgendwie irre, oder nicht?

Als Zyniker komme ich natürlich auf folgende Idee: Die Schlepper und die Helfer vereinbaren einen festen Übergabezeitpunkt und -ort. Eine win-win-Situation: Die Schlepper sparen Sprit, die Helfer bekommen mehr zum Retten, die Schlepper mehr zum Schleppen und können sich ISO-zertifizieren lassen, so als „Qualitätsschlepper mit Erfolgsgarantie“. Da die Preisbildung mit Angebot und Nachfrage auch für das Schleppergewerbe gilt, wird vermutlich die Schiffspassage für den Durchschnittsnigerianer sinken, d.h. es könnten sich auch Schutzsuchende mit kleinerem Geldbeutel einen Aufenthalt in Deutschland leisten. Deshalb erwarte ich, dass Frau Kipping – und andere ähnlich gestrickte – meiner Idee zustimmen.

Wenn natürlich der junge, schnöselige Außenminister Österreichs, Sebastian Kurz, mit seltsamen Ideen kommt, die nicht so zu diesem Konzept passen, muss umgedacht werden. Hätten wir TTIP, könnte dann der Verband der Internationalen Schleuser- und Schlepper die EU auf Schadenersatz verklagen, falls das österreichische Konzept umgesetzt wird.

Eins sollte aber mittlerweile klar sein: den Möchtegernsultan in eine europäische Flüchtlingspolitik – falls sie es je geben sollte – einzubinden, ist zum Scheitern verurteilt. Gewisse „Drecksarbeiten“ outzusourcen ist zwar mittlerweile überall üblich, schafft aber Abhängigkeiten und ist in der Regel teurer. Was der Kurz vorschlägt, macht Sinn! Wie ich soeben gelesen habe, will Österreich – notfalls im Alleingang – mit seiner Kriegsmarine dieses Konzept durchziehen.

P.S. Zur Vervollständigung meiner Liste, bitte ich um weitere Schiffsnamen.

Dank an meinen Leser Bern R., der mich auf einen Fehler hinwies und die „Helferliste“ erweitert hat. Da liegt ein Schiff „Topaz Resonder“ quasi knapp 50 km vor der libyschen Küste und nimmt „Schiffbrüchige“ auf, die dann die italienische Küstenwache mit CP 311 und CP 324 nach Lampedusa fährt. Da ist ein regelrechter Fährverkehr eingerichtet. So werden alle Einreisebedingungen in die EU zu Makulatur.

Die verlogene Aufpasserkultur

So viel ist klar: Der Trend geht zur Torte. Nach Berlins AfD-Chefin Beatrix von Storch und Sahra Wagenknecht von der Linken traf es am Dienstag der vergangenen Woche Thilo Sarrazin, immer noch SPD-Mitglied.

Er hatte allerdings einen aufmerksamen Bodyguard, sodass die fliegende Kuchenschnitte ihr Ziel knapp verfehlte. Dennoch steht fest: Die Torte als Waffe des politischen Widerstands ist wieder da.

Fast 90 Jahre nach der Mutter aller Sahneschlachten, bei der Stan Laurel und Oliver Hardy im Jahre 1927 in dem legendären Streifen „Die Tortenschlacht“ die Möglichkeiten des Genres über alle Maßen ausgereizt haben, wagen sich nun junge Nachwuchskünstler noch einmal an dieses „klischeehafte Stilmittel juvenilen Brachialhumors“, wie einige Kulturkritiker abschätzig formulieren.

Mit Humor haben die meisten Torten-Aktivisten allerdings nichts im Sinn, schon gar nicht jene „Antifaschistische Initiative Torten für Menschenfeinde!“, die Frau Wagenknecht auf dem Linke-Parteitag in Magdeburg attackierte, weil sie es gewagt hatte, von „Kapazitätsgrenzen“ bei der Aufnahme von Flüchtlingen zu sprechen.

Ihnen geht es, ganz in der Tradition anderer Stilmittel des Protests wie Eier, Tomaten, Schuhe, Kreuze und tote Fische, um die Demonstration moralischer Überlegenheit. Gut und Böse sind hier so scharf geschieden wie Eiweiß und Eigelb beim Zubereiten eines Tortenteigs.

Der politische Gegner, der umstandslos zum „Menschenfeind“ erklärt wird, soll „entlarvt“, demaskiert und gebrandmarkt, also an den Pranger gestellt werden. Eine bewährte Methode aus dem Mittelalter, bei der allerdings noch mit ortsfesten Holzböcken und Eisenschrauben gearbeitet wurde.

Ein Hyper-Moralismus, der sich epidemisch ausbreitet

Doch der digitale Pranger steht heute überall und verführt zu einer neuen, blockwartartigen Aufpasserkultur. Ein falsches Wort, ein falscher Gesichtsausdruck – und schon ist die Protestgarde zur Stelle. Ob Torte, Farbbeutel oder viraler „Aufschrei“: der emotionale Brandsatz soll bei der „Netzgemeinde“ zünden – als Teil einer großen Erregungsspirale.

In den sogenannten sozialen Medien Facebook, Twitter, Instagram & Co. verbreiten sich die Bilder weltweit und in Sekundenschnelle und setzen, wenn die PR-Maschine rundläuft, die schokoladenverschmierten Attentatsopfer auf die Anklagebank, während die Täter zu Helden mutieren und jede Menge „Likes“ und neue „Follower“ kassieren.

Seit einiger Zeit schon ist dieses Phänomen eines Hyper-Moralismus zu beobachten, der sich geradezu epidemisch ausbreitet. Er erzielt seine durchschlagende Wirkung gleichsam a priori – vor jeder genauen Tatsachenfeststellung, vor jeder gründlichen Reflexion.

Er braucht nur signalhafte Bilder und ein paar starke Worte, eingängige Gesten und Inszenierungen des Protests, um sich selbst zu erhöhen und alle anderen vermeintlich ins Unrecht zu setzen.

Argumente, soweit vorhanden, sind zweitrangig. Ebenso die Menschenwürde des Andersdenkenden, der ja im Kern kein „denkender Mensch“ sein kann – sonst wäre er ja aufseiten der Protestler, die im alleinigen Besitz der Wahrheit sind.

Empörungsdienstleister für eine selbstgerechte Gesellschaft

So erreicht man blitzschnell eine Diskurshoheit ohne Diskurs, Aufmerksamkeit ohne Argument. Anders als einst beim Philosophen Jürgen Habermas und seiner Theorie des „kommunikativen Handelns“ geht es dabei nicht um „Geltungsansprüche“ und die Triftigkeit einer Behauptung, sondern um die Treffsicherheit des Werfers.

Die Logik dieser wurfgewaltigen Wahrheitsapostel erinnert nicht nur an die Zeiten kommunistischer Politbüros, sondern auch an die manichäische Weltsicht der Rote-Armee-Fraktion (RAF) aus den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als die Parole galt „Mensch oder Schwein, Sieg oder Tod!“.

Unverkennbar sind hier die Anleihen an totalitäre, faschistische wie stalinistische Organisationen, Motive einer unversöhnlichen Radikalität, wie sie schon Dostojewski in seinem Roman „Die Dämonen“ beschrieben hat.

Dabei ist den mit allen Wassern der modernen Mediengesellschaft gewaschenen Eventmanagern der Protestkultur offenbar nicht wirklich bewusst, wie sehr sie die Maschinerie des Mainstreams bedienen, den sie doch angeblich bekämpfen wollen.

Sie sind perfekte Empörungsdienstleister für eine Gesellschaft, die Gerechtigkeit gerne mit Selbstgerechtigkeit verwechselt, die Skandalisierung von Problemen und den geistigen Kurzschluss liebt. Hauptsache, man fühlt sich danach besser.

Elternbesuch? Wo gibt’s denn sowas?

Vor 50 Jahren gab es diesen Mainstream noch nicht, der selbst die absurdesten Aktionen feiert, wenn sie nur ordentlich Spektakel machen. Ganz im Gegenteil: Die „kleine radikale Minderheit“, wie sie sich trotzig nannte, stand tatsächlich gegen die große Mehrheit in Staat und Gesellschaft.

Es gab keinen Claus Kleber, der den Kopf verständnisvoll zur Seite geneigt hätte. Nein, die „Radaubrüder“ hatten keine Freunde – was sich freilich ändern sollte.

Als sich im Juni 1966 am schönen oberbayerischen Kochelsee Fritz Teufel, Rudi Dutschke, Rainer Langhans, Dieter Kunzelmann, Jan-Carl Raspe und andere versammelten, um aus der „Viva Maria!“-Gruppe (benannt nach dem gleichnamigen Film von Louis Malle mit Jeanne Moreau und Brigitte Bardot) das Projekt der „Kommune 1“ erstehen zu lassen, ging es noch um „die Bedingungen und Möglichkeiten revolutionärer Praxis in Westeuropa“.

Das wäre wohl selbst dem 23-jährigen Tortenwerfer von Magdeburg, der sich seit seiner Heldentat in Schweigen hüllt, deutlich zu anstrengend gewesen.

Wie streng es damals zuging, zeigt ein kleines Detail. Die spätere SDS-Ikone Dutschke wurde von den Genossen wegen „psychischer Abhängigkeit von bürgerlichen Autoritäten“ scharf gerügt: Er war ein bisschen später gekommen, weil seine Eltern ihn besucht hatten.

Ein offen antirevolutionäres Vergehen, war doch „totale Entwurzelung“ die Forderung der Stunde: Raus aus allen überkommenen Verhältnissen, weg mit der bürgerlichen Familie und dem patriarchalen Kapitalismus, es lebe die Weltrevolution!

Die Generation Böhmermann will nur spielen

Unverkennbar, dass der politische Anspruch der 68er weltumspannend, radikal und um Dimensionen größer war als die Ambitionen der Protesthandwerker von heute.

Allein die Bibliothek revolutionärer Literatur von Marx bis Marcuse erforderte jahrelanges Studium; die Theoriedebatten waren ebenso quälend wie legendär.

Und wie sehr man heute über all das den Kopf schütteln mag – es gab einen fulminanten Geschichtsoptimismus, der gerade aus seiner radikalen Gesellschaftskritik das Positive schöpfte, das, was man „konkrete Utopie“ nannte. Nicht zuletzt: Man riskierte etwas. Für manches, was sich später als bitterer Irrtum herausstellte, war der Preis sogar das eigene Leben.

Eine ferne Welt für die Generation Böhmermann & Tortenschlacht, die ja am Ende alles nicht so meint, wie sie es sagt. Das größte Abenteuer ist der Wechsel von RadioEins zu Spotify. Sie wollen ja nur spielen.

Ironie wird da zum probaten Rundumschutz gegen die Zumutungen der Welt. Doch gerne nimmt man den moralischen Benefit mit, wo es eben geht, ob bei Erdogan oder der Flüchtlingskrise.

Hart am Rande der Polit-Pornografie

Vor genau einem Jahr hat in Berlin ein sogenanntes Zentrum für politische Schönheit einen regelrechten Totenkult betrieben, um einige der im Mittelmeer ertrunkenen und in Süditalien exhumierten Flüchtlinge zum zweiten Mal, nun aber „würdevoll“, zu bestatten.

Niemand konnte die Umstände dieser Aktion exakt nachprüfen. Egal. Es ging ja ums Prinzip, um die richtige Sache. Nicht zufällig bezeichnen die Aktivisten sich selbst als „Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit“.

Unter Führung eines „Eskalationsbeauftragten“ rief die Showtruppe zu einem „Marsch der Entschlossenen“ vor das Kanzleramt auf, wo mit schwerem Gerät ein „Friedhof der unbekannten Einwanderer“ ausgehoben werden sollte. Daraus wurde nichts. Ersatzweise versenkte man ein paar Holzkreuze in den grünen Rasen vor dem Reichstag.

Zynismus gegen Zynismus, hart am Rande der Polit-Pornografie. Hier sind Lobbyisten einer „Moral to go“ am Werke, die wie andere professionell organisierte Pressure-Groups – etwa „Campact“ und „Change.org“ – ihrem Publikum suggerieren: Mit ein paar Klicks bist du dabei, wenn es gegen das Böse geht – von TTIP bis zur Klimakatastrophe.

Das gesellschaftliche Problem dieses moralisch aufgeladenen Protesttheaters liegt in seinem Zwang zur Eskalation der Performance. Der trübt den Blick auf die Wirklichkeit, um die es angeblich geht. Zur gleichen Zeit formiert sich ein Protest von rechts, der mit Theaterspielen, Schönheit und Poesie nichts im Sinn hat.

Da ist der mitgeführte Galgen Marke Eigenbau durchaus ernst gemeint.

Das selektive Vertuschen von Straftaten durch herrschende politische Klasse

Die Partei in Deutschland, die sich nach der Farbe des Chlorophyll benannt hat, hat sich ganz unökologisch mit einer ganz besonders schrille Variante des sogenannten Minderheitenschutzes befasst. In ihrer gut 35-jährigen Geschichte hat sich die grüne Partei mit ihrer Minderheitenpolitik selber in eine sehr komfortable Minderheitenrolle hineinmanövriert.

Die grün-rote Deutungshoheit, ein Synonym für das, was man auch den politisch-korrekten Mainstream nennen kann, lenkt das gesamtgesellschaftliche Geschehen. Der blindwütige Minderheitenfetischismus, mit dem die Grünen, selbstverständlich selektiv und unabhängig von der Realität, ihre Lieblingsminderheiten, die gerade en vogue sind, ausmachen und schützen, haben das öffentliche Bewusstsein manipuliert. Und hier gilt: Wer im öffentlichen Bewusstsein schlank und willig mitschwingt, wird zur Selbstreflexion unfähig. Ihm scheint alles, was die grüne Ideologie gerade diktiert, richtig und alles andere falsch – und wie bei jeder Ideologie ist alles, was als richtig empfunden wird, moralisch geboten und was nicht richtig ist, wird mit missionarischem und gelegentlich religiösem Eifer „vollkommen zu Recht“ bekämpft. Und zwar regelmäßig extrem aggressiv, mit teils übelsten Methoden und mit einer eisigen Kälte gegenüber den gejagten Opfern, wie man die Lieblingsgegner der Grünen wohl nennen muss. In diesem Zusammenhang muss auch an die internen Machtkämpfe und Selbstzerfleischungen erinnert werden, die teils krass und extrem waren und einen Typus Kampfmaschine hervorgebracht haben.

Man denke an die grüne Vorfrau Claudia Roth, die zwischen ihrem Kampf für „Nie wieder Deutschland“ und für die Erdogan-Türkei, die sie mit „Sonne, Mond und Sterne“ gleichsetzt, eisenharte hochideologisierte Machtpolitik betreibt.

Die Vorläufer der Grünen, die Westlinken, starteten in den fünfziger Jahren einmal als besondere Israelfreunde, bis sie 1967 über Nacht die Palästinenser entdeckten, wie es Ignatz Bubis, der damalige Zentralratsvorsitzende der Juden aus eigener Anschauung kurz vor seinem Tod in einem Interview mit der Autorin beschrieb, und die Israelis zu den neuen Nazis erklärten, die ganz im Sinne der 68er-grünen Primitivpsychologie von den Opfern der Nazis selber zu Tätern geworden wären.

Seitdem heißt es: Schluss mit der Minderheit der Israelis! Die Minderheit der Israelis spielt bei den Linken und auch heute bei den Grünen oder im grün-linken Mainstream keine Rolle mehr – dies, obwohl die Minderheit der Israelis mindestens geographisch und zahlenmäßig gesehen als eine wirkliche Krümelminderheit von einer erdrückenden anderen religiösen Mehrheit umringt ist. Eine Tatsache, die die Grünen und mit ihnen die im selben Takt vibrierenden Medien nicht mehr empfinden, nicht mehr realisieren können.

Der deutsche Presserat betreibt das Geschäft der zur Minderheit erklärten Ethnien muslimischen Glaubens

Kommen wir also zu den aktuellen Lieblingsminderheiten der atheistisch-agnostisch-links orientierten Grünen (von denen einige, wie die grüne Vorfrau Kathrin Göring- Eckardt einem durchaus fundamentalistisch zu nennenden politisch-korrekt gebürsteten Christentum frönen), um die es dem überaus politisch korrekten deutschen Presserat in Wirklichkeit bei seiner Zensurempfehlung, siehe Teil 1 dieses Artikels, vorallem gehen dürfte: Selbstverständlich abstrakt formuliert, betreibt der Presserat ganz zentral das Geschäft der zur Minderheit erklärten Ethnien muslimischen Glaubens.

Ob ein Täter, dessen Herkunft und Religion in den Medien unterdrückt werden soll, zur spanischen oder zur chinesischen, zur isländischen oder australischen Minderheit in Deutschland gehört, ob ein Täter Hindu oder Buddhist ist, das interessiert den politisch-korrekten Mainstream und auch den deutschen Presserat nicht wirklich. Ob derartige Merkmale in der Presse genannt werden, ist dem Presserat gleich. Deskriptiv für das medialisierte linke Geschehen, so verlogen wie es sich objektiv darstellt, ist der geräuschlose Austausch von Lieblings- und Modeminderheiten, wie oben schon erwähnt:

Waren es eben noch die kommunistisch-sozialistisch orientierten Palästinenser unter der Führung der PLO, sind es seit geraumer Zeit die islamistisch orientierten Palästinenser, die im Focus des bundesrepublikanischen Hätschelmainstreams stehen.

Gespenstisch war die inzwischen berühmt-berüchtigte Kölner Silvesternacht, die allerdings kein Einzelfall in der Bundesrepublik war, Übergriffe derselben Machart fanden in der Silvesternacht auch massiv in Hamburg, Bielefeld und anderen Orten statt. Doch diese Ereignisse fanden tagelang in Politik und Medien nicht statt. Und Hannelore Kraft und das bundesrepublikanische Establishment blieben gleich vier Tage lang ahnungslos.

Dann kleckerten ab dem 4. Januar mühselig zugelassene und stark relativierte Nachrichten von ausländischen oder migrantischen Männern herein, die feierlustige junge Frauen sexuell angegriffen hätten. Nach anfänglicher Leugnung war dann plötzlich von beteiligten Asylsuchenden, „Flüchtlingen“ oder Migranten die Rede, bis erstaunlich schnell ein neuer politisch-korrekter Bösewichtstypus entdeckt wurde: Die Täter seien „Nordafrikaner“ aus den flugs zu sicheren Herkunftsländern erklärten Maghrebstaaten. Und auch Afrikaner von südlich der Sahara waren plötzlich nur noch halb geschützte Minderheiten. Hauptsache, es seien keine Syrer (keine Afghanen, Iraker usw.) gewesen.

Fortsetzung der Vertuschungen, des Runterspielens, des niederträchtigen Bedeutungslosmachens fand gerade vor einer Woche auf dem Darmstädter Schlossgartenfest statt, wo ebenfalls sehr viele junge Frauen von Männern mit ausländischem Hintergrund sexuell extrem angegangen wurden, ohne dass es eine adäquate Reaktion etwa des Bürgermeisters, des hessischen Ministerpräsidenten oder vor allem der Kanzlerin gegeben hätte. Immerhin ist Merkel die Kanzlerin des hohlen Spruches „Wir schaffen das“. Sie schafft Probleme, aber keine Lösungen.
Der Presserat sagt: Keine Täterbeschreibungen, Minderheiten könnten diskriminiert werden

„Dunkelhäutig“, „mit schwarzen Locken“, „südländisch“ waren Begriffe, die jetzt seit ca. 15 Jahren Konjunktur hatten, wenn es um entsprechende Täterbeschreibungen ging, zum Beispiel bei Ausschreibungen zur Fahndung. Auch solche Ausschreibungen sind in Verruf geraten. Schließlich weiß man, richtig, ganz genau, es könnten Minderheiten diskriminiert werden. Die Frage, wie, bleibt unbeantwortet. Die einzige angebotene Idee, wie Diskriminierung auf diese Weise funktionieren könnte, lautet: Es könnten Vorurteile bestätigt werden.

Der Deutsche Presserat hat diese Richtlinie vor kurzem bestätigt:…

Allerdings: Vorurteile werden natürlich erzeugt, in dem Täterstatistiken in großem Stil und nachhaltig und systematisch manipuliert werden und so viele Menschen von vornherein überzeugt sind, dass bei unterdrückter Benennung von Ethnie und Religion so ein „befürchteter“ Fall vorliegt, dass nämlich „kein Wasser auf die Mühlen“ der Rechten durch Benennung der Realität „gegossen“ werden sollte. Oder anders ausgedrückt: Es handelt sich in der Meinung sehr Vieler schon um muslimische oder vielleicht dunkelhäutige eingewanderte Täter, welcher Ethnie auch immer, wenn in der Presse zur Beschreibung der Täter wieder einmal nichts gesagt wird.

Nun ja, der Presserat bestätigt wieder einmal, was schon Praxis ist (was auch differenzierend hervorgehoben wird) nämlich, dass Ethnie und Religionszugehörigkeit natürlich dann doch benannt werden dürfen oder gar müssen, wenn diese Merkmale etwas mit der Tat zu tun hätten.

Allerdings: Was soll so ein unsinniger Spruch in konkreto heißen? Wenn ein Täter sagt, ich steche dich, Opfer, jetzt nieder, Allahu Akbar, weil ich Moslem der und der Herkunft bin, heißt es, der Täter wäre erkennbar verwirrt. Seine Herkunft und sein Glaube wären nicht ursächlich für die Tat. Er hätte nur aus Versehen Allahu Akbar gesagt oder die Zeugen hätten sich verhört. Wenn derselbe Täter nichts sagt, einfach zutritt, sticht oder sonst Tod bringend agiert, dann haben Religionszugehörigkeit und Herkunft ebenfalls nichts mit der Tat zu tun.

Es lassen sich unendlich viele Fallbeispiele denken, deren Bewertung am Ende, den gängigen medialen Handhabungen entsprechend so dargestellt werden, wie es ja in der Regel tatsächlich geschieht: über dem Mainstream missliebige Taten gar nicht zu berichten oder sehr anonymisiert, nämlich ohne jedes Tätermerkmal zu bringen. Die Norm des Presserates, dass Medien die Ethnie und die Religion des Täters, wenn diese ausnahmsweise etwas mit der Tat zu tun hätten, ausnahmsweise doch benennen könnten, ist tatsächlich eine widerliche Bekräftigung, diese Tätermerkmale in gar keinem Fall zu nennen.

Deshalb ist es zu begrüßen, dass einige Medien angekündigt haben, sich nicht um das Presseratsdiktat zu kümmern, wie die Rhein-Zeitung aus Koblenz oder die Sächsische Zeitung, die erwägt, die Herkunft von Tätern in der Berichterstattung künftig generell zu erwähnen. Wieso überhaupt die Benennung der Herkunft eines Täters irgendeine Community, ob Minderheit oder Mehrheit, diskreditieren könnte, ist nicht schlüssig zu erklären. Die Behauptung des Presserates, dass die Benennung der Herkunft des Täters etwa als Chinese ganz China diskreditierte, jedenfalls das Potenzial dazu hätte, ist ein Indikator dafür, dass der Presserat in Sachen Recht und Verfassung vielleicht nochmal nachsitzen muss.

P.S. Ach ja, eine hauchdünne Minderheit kann sich auf ihre grünen Förderer verlassen. Das sind die Kapitalisten der Windmühlenindustrie.

http://www.rolandtichy.de/kolumnen/bettina-roehl-direkt/die-minderheitenpolitik-der-gruenen-und-das-selektive-vertuschen-von-straftaten/

Pädagogisierer im Biotop moralische Überlegenheit

„Schüler mit Messer bedroht“ titelt die Sächsische Zeitung. Ein Integrationsschüler soll an der Oberschule 107 in Dresden am 19. Mai andere Schüler mit einem Messer bedroht haben. Bereits vier Tage später ereignete sich der nächste Vorfall in der Nähe der Schule. Hierbei sollen erneut Schüler der sechsten Klasse durch ausländische Kinder und Jugendliche bedroht und teilweise mit Rasierklingen verletzt worden sein. Zudem seien sie mit Zigaretten beworfen worden.

Den eingefleischten Kritiker, der seit Monaten auf allen möglichen Kanälen versucht, auf diesen Wahnsinn aufmerksam zu machen, mag das jetzt nicht unbedingt vom Hocker reissen. Mittlerweile hat sich bei vielen so etwas wie eine zynische Lethargie eingestellt, die nur noch von kurzen Wut- und Empörungsphasen durchbrochen wird. Man weiß ja, dass alle Empörung am Ende doch zu nichts führt und dass man mit breitem Protest eher eine Gegendemo gegen Rechts provozieren als irgendein Umdenken von Seiten der Politik verursachen würde. Ohnmacht ist in diesem Zusammenhang schon fast eine Untertreibung.

Was jedoch immer noch für Wut sorgen kann, sind Sätze, die betonen, dass der Integrationsschüler zuvor mehrfach von seinen Klassenkameraden provoziert worden sein soll. Als ob das rechtfertigen würde, dass jemand in einer Schule andere mit einem Messer bedroht. Und was so genau mit besagter Provokation gemeint sein soll, mag wohl auch für immer in den Sternen stehen. Aus anderer Quelle weiß man ja, wie schnell gerade die Seite der Einwanderer ein Gespür dafür entwickelt, welche Begriffe man hierzulande verwenden muss, um sich in die Opferrolle zu bringen und irgendwelche linken GutmenschenInnen dazu zu bringen, reflexartig auf die „Gefahr von Rechts“ zu reagieren.

Regeln gelten nur für Hiesige

Überhaupt erweisen sich die linken GutmenschenInnen an allen wichtigen Schaltstellen des Staates in Bezug auf Asyl und Integration als nützliche Idioten. Selbstverständlich nicht für das eigene Land oder die dortige Gesellschaft, sondern in aller erster Linie für jene Menschen, die hier herkommen und nicht so unbedingt Lust darauf haben, sich an die hiesigen Gebote und Regeln zu halten. Dass man damit auch immer wieder vor allem jenen schadet, die sich ernsthaft darum bemühen, sich ein neues Leben aufzubauen, will man dabei bis heute nicht einsehen. Hauptsache das Gefühl der moralischen Überlegenheit stimmt.

Und so kommt man auf allerhand drollige Ideen, was man denn machen könnte, um als Staat von den Asylbewerbern möglichst nicht ernst genommen zu werden. Machen wir uns nichts vor: Diese ganze Integrationssache wird mit einem lauten Knall platzen und schuld wird vor allem der durchpädagogisierte Staat sein, der stets weniger von Empirie als von Theorie hält. Man lässt sich seine Utopie halt nicht mal eben von der Wirklichkeit kaputt machen.

Das gilt anscheinend auch für die zuständigen Pädagogik-Theoretiker an der Oberschule 107 in Dresden. So hätte man unmittelbar nach den Vorkommnissen „Maßnahmen ergriffen, um das Konfliktpotenzial im Haus zu entschärfen.“ Und nein, liebe Leser, wer jetzt damit gerechnet hat, dass das „Konfliktpotenzial“ in Form des jungen Asylbewerbers mit Messer im Rucksack von der Schule entfernt wurde oder der junge Mann zumindest Ärger mit der Justiz bekommen hätte, der irrt und hat wieder einmal bewiesen, dass er immer noch dem Trugschluss erliegt, dass hierzulande Täter auch wie Täter behandelt werden, wobei man mittlerweile ja weiß, dass dies selten für einheimische und schon gar nicht für Täter mit Migrationshintergrund gilt. Nein, statt den jugendlichen Straftäter mit Messervordergrund zu belangen, wurden Gespräche mit den Eltern in den betroffenen Klassen geführt. Ziel sei es „Vorurteile abzubauen, Ängste zu entschärfen und Sachlichkeit in die Debatte zu bringen.“ Besser kann man sich das gar nicht ausdenken.

Wie Robben aus Seaworld

Und ja, es mag sein, dass sich dem gesunden Menschenverstand an dieser Stelle gleich mehrere Fragen stellen. Ob man noch von Vorurteilen sprechen kann, wenn es sich eigentlich nicht um Vorurteile, sondern um konkret belegbare Taten handelt. Oder ob Ängste nicht am wirksamsten abgebaut werden könnten, indem man einfach nicht zulässt, dass Jugendliche andere Kinder und Jugendliche in der Schule mit einem Messer bedrohen. Und ob jetzt die anderen Kinder und ihre Eltern unsachlich reagiert haben, weil sie wegen der ganzen Messer- und Rasierklingensache ein wenig verstimmt waren, oder ob es nicht vielleicht eher unsachlich war, andere mit einem Messer zu bedrohen, sie mit Rasierklingen zu verletzen und Zigaretten nach ihnen zu schmeißen. Aber solche einfachen Fragen stellt man sich in der hochkomplexen Welt eines pädagogischen Theoretikers, der es wie eine Robbe aus Seaworld gelernt hat, auf bestimmte Impulse zu reagieren, erst gar nicht. Das wäre ja am Ende vielleicht noch irgendwie rassistisch.

Der pädagogisierte Staat wird unser Untergang im ausgebrochenen Kampf der Kulturen sein. Wo andere Gesellschaften noch so etwas wie Wehrhaftigkeit, Selbsterhaltungstrieb oder zumindest stumpfen Patriotismus besitzen, haben wir die Logik der durch und durch konstruktivistischen Pädagogik, die uns zu Lachnummern im eigenen Land macht. Alles ist formbar, denkt sich der Linke. Auch der aus der patriarchalischen, zutiefst brutalen Kriegsregion stammende Asylbewerber. Das ist nichts, was man nicht mit ein paar Integrationskursen und wohlwollenden Gesprächen hinkriegt – selbst wenn das Interesse am Zuhören nicht ganz so groß sein sollte, weil es sich beim Leiter des Kurses oder dem Sozialarbeiter vielleicht um eine Frau handelt.

Die Abkehr von der Wirklichkeit an den wichtigen Stellen des Staates wird uns am Ende die Macht über die Bestimmung nehmen, welche Regeln hier für das Miteinander zu gelten haben. Schaut man in die No-Go-Areas vieler deutscher Städte, lässt sich schon jetzt erahnen, wohin die Reise gehen wird. Frauenfeindlichkeit, Gewaltaffinität und Hass auf den Westen lassen sich eben nicht wegquatschen. Das mag bedingt in weitgehend homogenen Gesellschaften funktionieren, nicht aber in der heterogenen Multi-Kulti-Gesellschaft, die man selbst bis heute befürwortet. Wer Multi-Kulti will, der müsste sich den Erfordernissen dieser heterogenen Gesellschaftsform anpassen. Dazu gehört nicht zuletzt die Einsicht, dass man mit Yusuf oft nicht reden kann wie mit Thorben und Nils. Dass man als Staat bzw. Vertreter des Staates bestimmt auftreten müsste, um etwas zu erreichen. Dafür bräuchte es jedoch eine Abkehr von der krankhaften Political-Correctness-Manie, die vor allem Deutschland aber auch viele andere Länder Europas seit Jahrzehnten fest im Griff hat. Hierfür sehe ich allerdings schwarz.

Das Gesetz der Stärkeren regiert

In der Theorie der vielen Berufs- und Hobbypädagogen, Gesellschaftsplaner und Experten für moralische Überlegenheit kann man nämlich immer noch alles nach eigenen Wünschen planen und formen. In der Wirklichkeit regiert längst wieder das Gesetz des Stärkeren. Und das nicht auf geistiger Ebene, sondern ganz stumpf auf körperlicher. Am Ende gewinnt der mit dem Messer gegen den ohne Messer, gewinnt der Grabscher gegenüber dem Filmer, der Mann gegenüber der Frau. So einfach ist das. Aber wieso sich damit konfrontieren, so lange die träge Masse nichts unternimmt und man stattdessen noch ein paar Demos gegen Rechts veranstalten kann?

Es wäre an der Zeit, sich in dieser Angelegenheit ehrlich zu machen und sich diesen Gegebenheiten anzupassen, die man selbst herbeigerufen hat. Dann könnte man sich fragen, ob man das immer noch so will oder nicht und welche Maßnahmen daraus folgen. Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer. Die Abkehr von der Utopie, von der Gewissheit, auf der richtigen Seite zu stehen, tut weh. Machen wir uns also nichts vor: Es muss erst alles richtig den Bach herunter gegangen sein, bis sich etwas ändert. Und bis dahin vertreibt man sich die Zeit halt noch ein bisschen im Biotop der moralischen Überlegenheit im Kampf gegen Rechts.

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