Monatsarchive: Juni 2016

These 4 Factors Help Explain Why Turkey Is Coming Under Increasing Terrorist Attack — TIME

Turkey was rocked on Tuesday night by yet another deadly terrorist attack. Officials say at least 36 people were killed and more than 150 wounded when three suicide attackers, armed with automatic weapons and explosives, unleashed carnage on those waiting at a security checkpoint to enter Europe’s third busiest airport. The assault on travelers at…

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EU: viel reden, wenig handeln, nie Verantwortung tragen.

bazonline.ch

Götterdämmerung – Ausland

Von Markus Somm. Aktualisiert am 25.06.2016

Grossbritannien verlässt die Europäische Union. 30 Millionen freie Bürger haben entschieden.

Viel reden, wenig handeln, nie Verantwortung tragen: David Cameron, der glücklose Premierminister, kündigte gestern seinen Rücktritt an.

Viel reden, wenig handeln, nie Verantwortung tragen: David Cameron, der glücklose Premierminister, kündigte gestern seinen Rücktritt an.
Bild: Keystone

Das ist ein guter Tag für Grossbritannien, für Europa – und für die Schweiz. Wir erleben Epochales. Nach dem Fall der Berliner Mauer, als die Befreiung Osteuropas vom Kommunismus besiegelt wurde, hat sich in Europa kaum Bedeutenderes ereignet. Am 24. Juni 2016, dem Tag, nachdem sich die Briten mit einer eindeutigen Mehrheit gegen die EU gewandt haben, ist Europa nicht mehr der gleiche Kontinent wie zuvor, er wird es nie mehr sein. Wir erwachen aus einem technokratischen Albtraum. Allein die Disziplin, mit welcher die Briten diesen schwierigen Trennungsschritt vorgenommen haben, verdient jeden Respekt: Mehr als dreissig Millionen Bürgerinnen und Bürger haben in Ruhe und mit Gewissenhaftigkeit die Zukunft ihres Landes in die eigenen Hände genommen und abgestimmt. Als Freund der direkten Demokratie war ich berührt, als ich im Fernsehen die Briten sah, wie sie sich in Scharen zu den Stimmlokalen begaben. Wenn die EU scheitern sollte, und das dürfte nur mehr eine Frage der Zeit sein, dann ist sie an einer der ältesten und reifsten Demokratien in Europa gescheitert. Das ist kein Zufall. Wir verdanken den Briten viel.

In gewissem Sinne gleichen sich die beiden Einschnitte, 1989 und 2016: Beide Male ging es um die Rettung der Demokratie, beide Male hat die Demokratie gesiegt. Denn irren wir uns nicht: Bei der EU handelt es sich vermutlich um einen der gefährlichsten Entdemokratisierungsversuche seit dem Ancien Régime; eine Refeudalisierung war in Brüssel im Gang, wo ungewählte Kommissare und Funktionäre sich anschickten, unser Leben zu prägen und unsere Wirtschaft und Politik umzuformen, mit Auswirkungen bis selbst in die Schweiz, dem Nie-Mitglied. Hätten diese EU-Kommissare sich Zöpfe wachsen lassen und gepuderte Perücken aufgesetzt: Wir wären nicht überrascht gewesen. Herrschaft der aufgeklärten Despoten.

Gefährlich war es, weil dieser Vorgang fast unsichtbar und so langsam ablief, ohne dass die Bürger in Europa sich dessen bewusst wurden. Gefährlich, weil so wenige so vieles für alle andern entschieden: Eine fatale Währungsunion wurde von wenigen Wohlmeinenden beschlossen; die Grenzen wurden von so wenigen Weltfremden eingerissen, ein neuer Staat wurde gar gegründet, die Europäische Union, die nicht zufällig ähnlich heissen musste wie die United States of America, und dieser neue Staat wurde von so wenigen ins Leben gerufen, ohne dass die Bürger dieses neuen Staates je darüber hätten befinden dürfen, ob sie die Ziele der Hochmögenden auch teilten. Man gab ihnen stattdessen eine EU-Hymne und eine Flagge, beides liebt niemand, sofern irgendjemand überhaupt darum weiss. Nichts gegen Beethoven.

In den Wolken

Eliten, das zeigt die Geschichte, sind nötig, aber nur in geringen Dosen zu ertragen. Man muss sie kontrollieren und vor ihren eigenen Visionen, Träumen und Rechthabereien schützen. Demokratie ist entstanden, weil der Bürger den eigenen Eliten misstraute, zu Recht misstraute: «Das war die grösste Ohrfeige, die das britische Establishment je erhalten hat», sagte Andrew Neil, ein erfahrener Journalist der britischen BBC, am Morgen danach, und er schilderte, wie die Regierung noch am Donnerstag an einem Briefing vor Journalisten und Ministern sich bei den sicheren Siegern wähnte. Man ging davon aus, leichtes Spiel zu haben: 55 Prozent wollten bleiben, bloss 45 dürften den Brexit unterstützen, meinten die Regierenden. Wie haben sie sich getäuscht! Aus welchem Weichholz sie geschnitzt sind, bewies David Cameron, der glücklose Premierminister, am Freitag, als er ankündigte, im Oktober zurücktreten zu wollen. Wo ist sein Sinn für Verantwortung? Er hat das Referendum einberufen, in der Hoffnung zwar, es zu gewinnen, aber allen schien klar, dass er sich dem Verdikt beugen würde – was eben heissen würde, nun den Brexit in aller Ordnung selber durchzuführen und nicht einem Nachfolger zu überlassen.

Auch der stets tadellos formulierende Cameron gehört zur Generation Obama/Merkel/Hollande: viel reden, wenig handeln, nie Verantwortung tragen. Angsthasen und Schönredner an der Macht. Einen ähnlich zwiespältigen Eindruck hinterliess übrigens auch der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier, ein ­Calvinist, soviel ich weiss, den ich sonst sehr schätze. Jetzt aber versagte er und jammerte über einen «traurigen Tag für Europa». Um wie viel staatsmännischer reagierte der junge österreichische Aussenminister Sebastian Kurz, der sich sofort an die Arbeit machte und Reformen der EU forderte.

Merkels grosse Schuld

Wenn aber jemand für den Brexit verantwortlich ist, dann Angela Merkel, die deutsche Bundeskanzlerin und am allermeisten überschätzte Politikerin unserer Zeit: Als es darum ging, das vertrackte Verhältnis zwischen Grossbritannien und der EU neu zu verhandeln, fuhr Cameron eigens nach Berlin, in der Absicht, die Deutschen auf seine Seite zu bringen. Zu den Reformen und Zugeständnissen, die er erreichen wollte, gehörten natürlich wirksame Mittel gegen die ungesteuerte Immigration, unter welcher die Briten ächzten. Merkel lehnte dies in Bausch und Bogen ab – und Cameron, der brave britische PR-Politiker, gab nach. Dass Merkel die Lage so falsch einschätzte und offenbar glaubte, das Referendum der Briten nicht fürchten zu müssen, belegt ihre Naivität. Oder ist es Unfähigkeit, ist es Arroganz? Jedenfalls sind es Eigenschaften, wie man sie nur beobachten kann bei Politikern, die sich längst ins Nirwana der Verantwortungslosigkeit verabschiedet haben. Was ficht mich die Demokratie an?, muss Merkel gemeint haben – was unterscheidet Grossbritannien von Griechenland?

Mehr als ihr lieb sein kann. Die ­Götterdämmerung hat begonnen. (Basler Zeitung)

http://bazonline.ch/ausland/goetterdaemmerung/story/16664517

Operation Entebbe — etwasanderekritik

Als deutsche Linke Juden von Nicht-Juden selektierten Vor 40 Jahren, am Vormittag des 27. Juni 1976, startete ein Airbus der Air France in Tel Aviv mit dem Ziel Paris. Auf dem Zwischenstopp in Athen bestiegen vier schwer bewaffnete Terroristen die Maschine. Das Terror-Quartett, das sich «Kommando Che Guevara» nannte, bestand aus zwei Terroristen der Volksfront […]

über Operation Entebbe — etwasanderekritik

Von Florian Markl

Herf - Undeclared WarsDass der Hass auf Israel in der Ideologie der westdeutschen radikalen Linken seit den späten 1960er-Jahren einen prominenten Stellenwert einnahm, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Die überaus aktive Rolle, die die DDR im Kampf gegen den jüdischen Staat gespielt hat, ist demgegenüber bislang relativ unbeachtet geblieben. Der Historiker Jeffrey Herf bringt mit seinem eben veröffentlichten Buch „Undeclared Wars with Israel. East Germany and the West German Far Left 1967-1989“ [1] Licht in dieses düstere Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte.

Die Selektion von Entebbe

In wenigen Tagen jährt sich ein denkwürdige Ereignis zum 40. Mal: Am 27. Juni 1976 entführte ein Kommando der „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP) Flug 139 der Air France, der von Tel Aviv nach Paris hätte gehen sollen. Nach einem Zwischenstopp im libyschen Bengasi erreichte die Maschine, in der sich 12 Besatzungsmitglieder und rund 250 Fluggäste befanden, den ugandischen Flughafen Entebbe, wo die israelischen und jüdischen von den übrigen Passagieren getrennt und die nicht-jüdischen Geiseln freigelassen wurden. Vorgenommen wurde die „Selektion“ der jüdischen Passagiere, die wenige Tage später im Zuge einer spektakulären Rettungsaktion durch israelische Spezialeinheiten befreit werden konnten, von Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann – zwei deutschen Terroristen aus den Reihen der „Revolutionären Zellen“, die an der Flugzeugentführung beteiligt waren.

„Kein anderer von Deutschen verübter Terroranschlag hat im Nachhinein für solche Irritationen gesorgt wie die Selektion von Entebbe“, urteilt der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar. „Dieser Schritt ist ganz unmissverständlich ein Antisemitismus der Tat, der keiner weiteren Erläuterungen mehr bedarf.“ [2]

Befreite Geiseln in Entebbe

Befreite Geiseln in Entebbe

Die Zusammenarbeit deutscher Linksradikaler mit palästinensischen Terrororganisationen, allen voran der PFLP, und ihre Beteiligung an antisemitischen und anti-israelischen Anschlägen hat in den vergangenen Jahren einige Aufmerksamkeit erlangt. [3] Sie wird auch in der neuen Studie von Jeffrey Herf ausführlich beleuchtet, stellt für ihn aber doch in gewissem Sinne eine Ablenkung von der aus seiner Sicht weitaus bedeutenderen Unterstützung dar, die palästinensische Terrororganisationen und arabische Staaten vom sowjetisch dominierten Ostblock erhielten.

Während die westdeutschen Terroristen mit ihren Anschlägen für öffentliche Aufmerksamkeit sorgten, dabei aber nur äußerst wenig erreichten, lieferten die Sowjetunion und ihre Verbündeten Unmengen von Waffen in den Nahen Osten, um den Krieg gegen Israel zu unterstützen. Zu den sowjetischen Alliierten gehörte auch die Deutsche Demokratische Republik (DDR), die im eigenen Land palästinensische Terroristen und Soldaten aus arabischen Ländern ausbildete sowie militärisches Material an diese Staaten und die PLO lieferte. Auf dem Umweg über die sich selbst als antifaschistisch verstehende DDR gelangten auch Waffen, die im Zweiten Weltkrieg von den Nazis produziert worden waren, in die Hände arabischer Kämpfer, die den Staat der Holocaust-Überlebenden auszuradieren trachteten.

Der Beitrag der westdeutschen Linken mutet im Vergleich dazu eher bescheiden an: Die Unterstützung palästinensischer Terrororganisationen und arabischer Staaten wie Ägypten, Syrien oder dem Irak durch die DDR und den übrigen Ostblock beschränkte sich keineswegs auf das Verfassen von Flugblättern und gelegentliche Terroranschläge – hier wurden umfangreiche staatliche Ressourcen in den Dienst des nie offiziell erklärten Krieges gegen Israel gestellt. So lieferte die DDR etwa während des Sechstagekriegs 1967 MiG-Kampfflugzeuge, T-34-Panzer und Zigtausende Kalaschnikows an die Kriegsparteien Ägypten und Syrien.

Wende gegen Israel

Grundlage dieses Beitrags zum Kampf gegen den jüdischen Staat war die ideologische Kehrtwendung, die der Ostblock unter Führung der Sowjetunion bald nach der Gründung Israels vollzogen hatte.

Ursprünglich hatte dieser die Schaffung eines jüdischen Staates begrüßt. Am 14. Mai 1947 hatte Außenminister Gromyko in der UN-Generalversammlung den Westen noch dazu aufgefordert, die „elementaren Rechte des jüdischen Volkes zu verteidigen und es vor der Gewalt faschistischer Mörder zu schützen“. Es sei ungerecht, den Juden die Schaffung eines eigenen Staates zu verwehren. Zwar hätte die Sowjetunion einen vereinten arabisch-jüdischen Staat vorgezogen, da dies aber nicht möglich erschien, unterstützte sie die Teilung des Landes in einen arabischen und einen jüdischen Staat. Beide Völker, Juden und Araber, hätten „historische Wurzeln in Palästina“.

Wie Herf betont, hatte Gromykos Befürwortung der Gründung Israels auf drei Komponenten beruht. Erstens habe er die Verwirklichung der jüdischen Eigenstaatlichkeit mit dem anti-faschistischen Kampf verbunden, den die Sowjetunion gegen Nazi-Deutschland geführt hatte. Zweitens habe er die jüdischen Bestrebungen als gerecht bezeichnet. Drittens habe er die historische Verwurzelung des jüdischen Volkes in Palästina hervorgehoben. Binnen weniger Jahre sollte der sowjetisch geführte Ostblock jedoch einen radikalen Kurswechsel vollführen.

„The reversal of policy transformed the establishment of a Jewish state in Palestine into an injustice, denied the Jews had historical roots in Palestine, and suppressed mention of the Holocaust.“

Anti-Zionismus als Mittel der Außenpolitik

An die Stelle der Unterstützung Israels traten dessen Diffamierung als faschistischer und rassistischer Staat, der eine Nazi-ähnliche „Vernichtungspolitik“ gegenüber seinen arabischen Gegner praktizieren würde, und der Versuch, das „imperialistische Gebilde“ Israel international zu isolieren. Keiner habe sich Herf zufolge dabei mehr hervorgetan als die DDR, wobei sich zur ideologischen Überzeugung ein praktischer Aspekt gesellte: Die Agitation gegen Israel wurde zum wesentlichen Bestandteil der Strategie, die eigene diplomatische Isolierung (außerhalb des Ostblocks) zu überwinden.

Israels UN-Botschafter Chaim Herzog zerreißt den Text von Resolution 3379

Israels UN-Botschafter Chaim Herzog zerreißt den Text von Resolution 3379

Die wort- und tatkräftige Unterstützung des Krieges gegen Israel führte zur Anerkennung der DDR durch arabische und afrikanische Staaten. Den Anfang machte der Irak im Jahre 1969, bereits vier Jahre später wurde die DDR Mitglied der Vereinten Nationen, wo sie sich sogleich in die solide Mehrheit einreihte, die jede noch so abstruse Resolution unterstützte, in der Israel an den Pranger gestellt wurde. Höhe- bzw. Tiefpunkt dieses anti-israelischen Propagandafeuerwerks war die Resolution 3379 von 1975, in der die UN-Generalversammlung als einzige nationale Befreiungsbewegung der Welt den Zionismus als eine Form des Rassismus verurteilte.

Während die DDR und deren Verbündete sich in ihrer Rhetorik stets als Kräfte des „Friedens“ präsentierten und Kompromisse zur Lösung des „Nahostkonflikts“ forderten, unterstützten sie praktisch genau jene extremistischen Staaten und Gruppierungen, die Frieden verunmöglichten – und sei es, indem sie, wie die PLO, über die Jahre mehrere hundert Palästinenser ermordeten, die für einen Frieden mit Israel eintraten.

In internen Berichten des ostdeutschen Staatssicherheitsdienstes wurde ganz offen über den Terrorismus der Palästinenser gesprochen – nach außen hin wurden freilich selbst noch die mörderischsten Attacken legitimiert. Der Terrororganisation PLO, die tagtäglich Anschläge gegen israelische Zivilisten durchführte, wurde Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen zuerkannt; unterdessen wurde der angebliche israelische „Staatsterrorismus“ gegen die Palästinenser verteufelt und wurde dem jüdischen Staat vorgeworfen, „Völkermord“ zu begehen.

Einige einfache Regeln

Die Stellungnahmen der DDR und der westdeutschen Linken zu Israel folgten Herf zufolge einigen einfachen Regeln. Beim Streit um Fakten wurde den Darstellungen arabischer Staaten oder der PLO Glauben geschenkt; Israel wurde dagegen stets der Lüge bezichtigt. Der Zionismus wurde als eine Form des Rassismus verurteilt, der mit Kolonialismus und Imperialismus in enger Verbindung stehe – Israel wurde damit als Staat ohne jegliche moralische Legitimität dargestellt.

Über palästinensische Terroranschläge wurde entweder gar nicht berichtet, oder aber sie wurden so entstellt beschrieben, dass verletzte oder getötete Juden in den Berichten nicht vorkamen. Wenn palästinensische Terroristen also israelische Zivilisten töteten, so wurden diese Attacken als „bewaffneter Kampf“ gegen die israelische Armee dargestellt. Selbst wenn Terroristen ein Blutbad in einer israelischen Volksschule anrichteten, wurde dies nicht als Terrorismus bezeichnet.

Es wurde bestritten, dass Israel bedroht sei. Alle israelischen Selbstverteidigungsmaßnahmen wurden daher als unprovozierte Aggressionen verurteilt. Wenn in arabischen und palästinensischen Medien der Terror gegen Israel völlig unverblümt gefeiert wurde, so wurde dies verschwiegen. Das Lob für das „Märtyrertum“ im Kampf gegen Israel wurde nicht thematisiert.

Kamen bei israelischen Antiterrormaßnahmen Araber ums Leben, so wurden grotesk überhöhte Zahlenangaben aus arabischen oder palästinensischen Quellen unhinterfragt wiedergegeben. Wurden Zivilisten getötet, so wurden diese Opfer nicht als Kollateralschäden betrachtet, sondern als das absichtliche Ergebnis israelischer Politik beschrieben. Der Vorwurf, die PLO betreibe Terrorismus, wurde als Beleidigung und Diffamierung zurückgewiesen.

Die DDR und die westdeutschen Linken bestritten, dass sie eine Politik unterstützen würden, die auf die Vernichtung Israels abziele. Mit Antisemitismus hätten die unzähligen Attacken auf Israelis nichts zu tun. Der Antisemitismus-Vorwurf sei vielmehr ein Instrument imperialistischer Propaganda, mit dem diejenigen diskreditiert werden sollten, die sich gegen Kolonialismus, Rassismus und Imperialismus zur Wehr setzten.

Den letzten Punkt, die Abwehr des Antisemitismus-Vorwurfs, sieht Herf zu Recht als Haarspalterei:

„For the Israelis who were killed or wounded, either as civilians or in the armed forces in these years, it made no difference whether their enemies were motivated by the atavism of anti-Semitism or the more fashionable anti-Zionism of the global Left. The idea that seeking the destruction of the Jewish state had nothing to do with hatred of the Jews was one of the central leftist illusions of this era.“

Vermehrter Terror, verstärkte Unterstützung

In den 1970er-Jahren wurde der palästinensische Terror gegen Israel stetig intensiver. In eigenen Kapiteln widmet sich Herf den blutigen Wegmarken dieser Entwicklung: dem Anschlag auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1972, den unzähligen Attacken auf israelische Zivilisten, wie in Kiryat Shmona und Ma’alot 1974, und der bereits erwähnten Flugzeugentführung von Entebbe.

All diese Angriffe wurden von den israelischen Botschaftern bei den Vereinten Nationen dokumentiert und allen UN-Mitgliedern bekannt gemacht. Im März 1978 wies Chaim Herzog etwa auf 1548 Terroranschläge gegen Israel hin, die sich in den vergangenen vier Jahren zugetragen hatten. Die Vereinten Nationen wollten davon freilich nichts wissen: Seit dem Olympia-Attentat in München wurde der palästinensische Terror kein einziges Mal verurteilt oder gar nur kritisiert.

ADN-ZB / Franke / 2.11.71 / Berlin: Yasser Arafat besuchte Staatsgrenze Die zur Zeit in der DDR weilende Delegation der palästinensischen Befreiungsorganisation unter Leitung des Vorsitzenden des Exekutivkomitees, Yasser Arafat (4.v.r.), besuchte am 2.11.71 die Staatsgrenze am Brandenburger Tor.Je intensiver der palästinensische Terror wurde, umso umfangreicher fiel die Unterstützung aus, die die PLO von der DDR und anderen Ostblockländern erhielt. Auf dem internationalen Parkett wuchs die Zahl der Staaten, die einseitig israelische Selbstverteidigungsmaßnahmen an den Pranger stellten. Der Gipfel dieser Entwicklung wurde 1982 erreicht, als Israel auf das terroristische Dauerfeuer mit der Invasion im Libanon regierte. Ohne den palästinensischen Terror auch nur mit einem Wort zu erwähnen oder Israels Recht auf Selbstverteidigung anzuerkennen, verurteilte die UN-Generalversammlung den israelischen Militäreinsatz mit der überwältigenden Mehrheit von 127 zu 2 Stimmen – zum ersten Mal schlossen sich auch die westeuropäischen Staaten der skandalös einseitigen Verurteilung Israels an.

Entschuldigung nach der Wende

In welch großem Ausmaß der Ostblock im Allgemeinen und die DDR im Besonderen den Krieg gegen Israel direkt unterstützt hatten, wurde erst nach deren Zusammenbruch deutlich. Erst nach dem Ende des Kalten Krieges wurde die Zionismus=Rassismus-Resolution der Vereinten Nationen von 1975 für null und nichtig erklärt. Nach den ersten freien Wahlen in der DDR beschloss die neu konstituierte Volkskammer im April 1990 mit 379 zu 0 Stimmen, das israelische Volk um Entschuldigung für die israelfeindliche Politik der DDR und die Verfolgung jüdischer Bürger im Lande zu bitten. In einem weiteren Beschluss vom Juli 1990 distanzierte sich die Volkskammer erneut von der anti-zionistischen Politik der DDR und deren Konsequenzen, insbesondere von Resolution 3379 mit ihrer infamen Gleichsetzung von Zionismus und Rassismus.

Lange Jahre hatte der Ostblock den Versuch der arabischen Staaten und der palästinensischen Terrororganisationen unterstützt, den Staat Israel militärisch zu vernichten. Von Quellen in ostdeutschen Archiven ausgehend unternimmt Herf eine Schätzung des Beitrags der DDR, der nur einen Bruchteil des Beitrags des gesamten Ostblocks ausmacht; zum Kampf gegen Israel zwischen 1967 und 1989: Die Lieferungen umfassten demnach 750.000 Kalaschnikows, 120 MiG-Kampflugzeuge, 180.000 Anti-Personen-Landminen, 235.000 Granaten, 25.000 Panzerfäuste, 25 Millionen Magazine und unzählige sonstige Ausrüstungsgegenstände wie Feldstecher, Zelte, Fallschirme, Funkstationen usw.; dazu reparierten deutsche Techniker 350 Kampfflugzeuge irakischer und syrischer Provenienz. Zwischen 1972 und 1989 wurden darüber hinaus über 3000 Kämpfer in der DDR ausgebildet, darunter Syrer, Iraker, Libyer und Palästinenser diverser Gruppierungen.

Dass es den palästinensischen Terrororganisation und den arabischen Staaten trotz dieser massiven Unterstützung nicht gelang, militärische Erfolge gegen Israel zu erzielen, sondern die PLO im Libanonkrieg 1982 all ihre Stellungen verlor und das Land verlassen musste, wertet Herf als eine der schwerwiegendsten Niederlagen, die der sowjetisch geführte Ostblock im Kalten Krieg erlitten hat.

Der Ostblock existiert nicht mehr, das Gift des Israel-Hasses, das er versprüht hat, ist aber sehr wohl noch am Leben:

„Nevertheless, though defeated, the Communist and radical leftists of the last decades of the Cold War left behind a toxic ideological brew. Their distortions about the history of the state of Israel, their extensive use of terrorism, and their justification of it have cast a long and destructive shadow over politics and political culture in the Middle East, Germany, and around the world.“

Bestechender Reichtum an Quellen

Wie schon in früheren Arbeiten, wie seiner äußerst empfehlenswerten Studie über die Nazi-Propaganda in der arabischen Welt [4], besticht Herf auch in „Undeclared Wars Against Israel“ durch seinen Quellenreichtum. Wieder hat er Material aufgetan, das bisher überhaupt nicht genutzt oder nur sehr spärlich zur Kenntnis genommen wurde: die umfangreichen Protokolle und sonstigen Unterlagen aus dem Archiv der Vereinten Nationen; ostdeutsche Akten, die sowohl die politische Kooperation der DDR mit palästinensischen Terrorgruppen und arabischen Staaten als auch die militärischen Unterstützung dokumentieren, die diese erhielten; und nicht zuletzt auch die zahlreichen Stellungnahmen der Vorsitzenden jüdischer Gemeinden in Westdeutschland, die ständig, wenn auch weitgehend ungehört, vor der Gefährlichkeit jener Form des Antisemitismus warnten, der sich als Anti-Zionismus maskierte.

Dass sich in einer so quellengesättigten Arbeit auch die eine oder andere kleinere Ungenauigkeit eingeschlichen hat, ist wenig überraschend und kaum vermeidbar. Auch dass an manchen Stellen ein etwas weiterer Blickwinkel den Kontext der diskutierten Ereignisse noch besser hätte ausleuchten können, tut der Bedeutung von Herfs Studie keinen Abbruch. Es ist sehr zu hoffen, dass sich ein Verlag der Aufgabe annehmen wird, eine Übersetzung zu veröffentlichen und Herfs bedeutenden Beitrag zur Debatte über den langjährigen Krieg gegen Israel auch einer größeren deutschsprachigen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Anmerkungen:

[1] Herf, Jeffrey: Undeclared Wars with Israel. East Germany and the West German Far Left 1967-1989, New York 2016.

[2] Kraushaar, Wolfgang: Antizionismus als Trojanisches Pferd. Zur antisemitischen Dimension in den Kooperationen von Tupamaros West-Berlin, RAF und RZ mit den Palästinensern, in: Ders. (Hrsg.): Die RAF und der linke Terrorismus, Hamburg 2006, Band 1, S.676-695, hier S.677 u. S. 693.

[3] Vgl. u. a.: Skelton, Robinson, Thomas: Im Netz verheddert. Die Beziehungen des bundesdeutschen Linksterrorismus zur Volksfront zur Befreiung Palästinas (1960-1980), in: Kraushaar: Die RAF und der linke Terrorismus, a.a.O., Band 2, S. 828-904; Kraushaar, Wolfgang: „Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?“. München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus, Reinbek bei Hamburg 2013.

[4] Herf, Jeffrey: Nazi Propaganda for the Arab World, New Haven/London 2009.

Wie man Antisemitismus wegdefiniert

Lizas Welt

Kein Antisemitismus, nur »Israelkritik«: Antiisraelische Demonstration in Bochum, Juli 2014Wenn der Antisemitismus nicht verschwindet, verengt man einfach seine Definition und macht ihn so zu einem Randproblem. Vor allem für Politik und Medien hat das unschätzbare Vorteile.

Es gibt in diesen trüben Zeiten auch noch gute Nachrichten, eine davon lautet: Der Antisemitismus stirbt in Deutschland allmählich aus. Das haben jedenfalls honorige Wissenschaftler der Universität Leipzig in ihrer neuesten »Mitte-Studie« herausgefunden, in der sie schreiben, nur noch fünf Prozent der West- und 4,1 Prozent der Ostdeutschen hegten Hass gegen Juden. Wäre der Antisemitismus eine Partei, zöge er also nicht in den Bundestag ein, sondern müsste ein schnödes außerparlamentarisches Dasein fristen wie beispielsweise die FDP. Wenn das der Führer erführe!

Dummerweise hat die gute Nachricht einen Haken, denn die Wissenschaftler haben ein bisschen gemogelt. Ihre Studie misst nämlich »nicht tatsächlich vorkommenden Antisemitismus, sondern nur sogenannten klassischen Antisemitismus«, wie Alexander Nabert in der »Jungle World« zu Recht schreibt. »Klassisch« heißt gleichsam:

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Zwei Dunkelhäutige überfallen einen 35-jährigen

Stuttgart-Zuffenhausen (ots) – Zwei bislang unbekannte Männer haben am Montagmorgen (27.06.2016) einen 35-Jährigen überfallen und wollten offenbar sein Bargeld rauben. Der 35-Jährige ging gegen 05.30 Uhr die Zazenhäuser Straße entlang, als ihm plötzlich zwei vermummte Männer gegenüber traten und wortlos, nur mit Gesten, sein Bargeld forderten. Als er angab, kein Geld bei sich zu haben, schlug ihm einer der Täter mit einem Stock gegen den Kopf, der andere verletzte ihn mit einem Schraubenzieher am Arm. Der Stockträger ist zirka 25 Jahre alt und etwa 170 Zentimeter groß. Er hat dunkle Haut, kurze dunkle Haare und trug ein grünes T-Shirt. Der andere ist zirka 185 Zentimeter groß, dunkelhäutig, auffällig dünn und hat ebenfalls kurze, dunkle Haare. Beide waren mit einem Tuch oder Schal maskiert. Zeugen werden gebeten, sich mit dem Raubdezernat unter der Rufnummer 8990-5778 in Verbindung zu setzen.

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