Monatsarchive: September 2014

Bildunk ist fichtig!

Eine Frau, Magister der Romanistik, Absolventin einer deutschen Universität, die den Namen Marcel Proust nie gehört hat, eine Architekturstudentin, die den Namen Le Corbusier nicht kannte, eine Slawistikstudentin aus Russland, die Dostojewskis (sic!) „Krieg und Frieden“ ganz gut fand, eine Germanistikstudentin, die nie von Peter Handke gehört hat, eine M.A. der Theater, Film und Medienwissenschaften, der Kurosawa ubekannt war – solche und ähnliche Beispiele könnte ich ohne Ende aufzählen. Aber:

Bildunk

Denn wenn man zufrieden leben will, darf man nicht dumm sein. Dummheit ist, wenn man nicht weiß, was man wissen könnte. Der Dumme hat nur wenige, klischeehafte Vorstellungen vom Leben, viel Geld, Arbeit die Spaß macht, Ehe (das heißt jemand zu haben, der alles für einen macht, aber für den man nichts macht), schöne Reisen, viel Spaß und Partys, usw. Und sobald etwas in diesem kitschigen Bild vom guten Leben nicht klappt, dann ist die Frau traumatisiert, man hat burn-out oder wird gemobbt. Dafür gibt es immer mehr Psychotherapeutinnen, die einem dann erzählen, daß an allem die Gesellschaft und die Eltern schuld sind. Geht es dann jemand besser? Nein, aber man hat sich einige Zeit dafür krankschreiben lassen, hat eine oder mehrere Kuren gemacht oder bekommt eine Berufs- oder sogar Erwerbsunfähigkeitsrente. Diese ephemeren Wesen sind mittlerweile so zart geworden, daß mich die Tugendwächter von der Psychotherapeutenkammer, Schild und Schwert der Psychotherapie in Deutschland, meinten abkanzeln zu müssen, daß offenbar ein kleines Gedicht von Heinrich Heine auf meinen Webseiten eine hypothetische Traumatisierte Frau „irritieren“ könnte. Das höchste Gut in Deutschland heute scheint es zu sein, mögliche „Irritationen“ von hypothetischen „Traumatisierten Frauen“ zu vermeiden. Irritationen verhelfen jedoch zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit dagegen führt zur Verblödung.

Hier das inkriminierte Gedicht:

Das Fräulein stand am Meere

Und seufzte lang und bang,

Es rührte sie so sehre der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! sein Sie munter,

Das ist ein altes Stück;

Hier vorne geht sie unter

und kehrt von hinten zurück. (Heinrich Heine, 1844)

Nun, für eine Frau wie ein Hammer besteht die Welt aus Nägeln. Und Albert Einstein meinte, das Universum und menschliche Dummheit seien unendlich groß, wobei er sich dessen beim Universum nicht ganz sicher war.

FAZ

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2014, Nr. 222, S. N4

Analphabetismus als geheimes Bildungsziel

Wenn etwas schwerfällt, bieten die Didaktiker Erleichterungen an. Doch wo alle Schwierigkeiten umgangen werden, dort herrscht die Praxis der Unbildung.

Von Konrad Paul Liessmann

Es ist gespenstisch: Eine Mutter nutzt das Angebot der Grundschule ihrer Tochter zu einem Tag der offenen Tür und nimmt interessiert am Unterricht teil. Die junge, engagiert wirkende Lehrerin spricht über Tiere, fragt, welche Tiere die Kinder kennen, schreibt die Tierarten, die ihr zugerufen werden, an die Tafel. Und dann, die Mutter traut ihren Augen kaum, steht da, groß und deutlich: Tieger.

Und das Erstaunliche daran: Das war kein Fauxpas, keine einmalige Fehlleistung, wie sie vorkommen kann, sondern hatte System, war Konsequenz der Methode, mit der die junge Lehrerin selbst schreiben gelernt hatte: nach dem Gehör! Schreiben, wie man spricht, ohne dabei korrigiert zu werden – das könnte die Kinder traumatisieren -, wird schon seit geraumer Zeit praktiziert und zeitigt nun seine sichtbaren Erfolge: das Ende der Orthographie. Die durch die unglückselige und misslungene Rechtschreibreform provozierte Unsicherheit und Gleichgültigkeit allen Fragen eines korrekten Sprachgebrauchs gegenüber wird durch eine Didaktik verstärkt, die den regelhaften Charakter unserer substantiellen Kulturtechniken systematisch verkennt und bekämpft. Jeder, wie er will, und wer gar nicht will, kann am Ende weder lesen noch schreiben.

Die Klage von Universitätslehrern, dass Studenten auch in Fächern, in denen der sprachlichen Formulierung besonderes Augenmerk zukommen sollte, weder die Rechtschreibung noch die Grammatik beherrschen und nicht mehr imstande sind, das einigermaßen präzise auszudrücken, was sie – vielleicht – sagen wollten, zeigt, dass solche Lockerheit im Erlernen der Kulturtechniken nicht folgenlos bleibt. Wenn als Konsequenz schulischen Unterrichts am Ende ein „Sprachnotstand an der Uni“ konstatiert werden muss, dann ist zu vermuten, dass es sich nicht nur um methodisch-didaktische Schwächen, sondern um eine grundlegende Entwicklung handelt, in der sich ein prekärer Einstellungswandel manifestiert.

Gegen Ende der Bildungslaufbahn eines jungen Menschen, so scheint es, fehlt es offensichtlich noch immer an fast allem. Analphabetismus ist längst keine Metapher mehr für eine Unbildung, die nur wenige am Rande der Gesellschaft betrifft, sondern der Skandal einer modernen Zivilisation schlechthin: dass junge Menschen nach Abschluss der Schulpflicht die grundlegenden Kulturtechniken nur unzureichend, manchmal gar nicht beherrschen.

Natürlich ist nach jedem Schreib- oder Lesetest das Entsetzen groß, und der Ruf nach noch mehr Kompetenzorientierung, noch mehr individualisierter Didaktik, noch mehr modernen Unterrichtsmethoden, noch mehr Fehlertoleranz, noch mehr Einbezug von Laptops und Smartphones in den Unterricht wird lauter. Dass es gerade diese Forderungen und ihre Durchsetzung sind, die die Misere erst erzeugt haben, kommt auch den radikalsten Bildungsreformern nicht in den Sinn. Der Verdacht, dass man gezielt versucht, diesen Problemen zu entgehen, indem man die Niveaus neu definiert, für Schwächen euphemistische Umschreibungen findet und alles allen so einfach wie möglich macht, schleicht sich ein.

Neben der umstrittenen Methode, Schreiben nach dem Gehör zu lernen, zählt der Versuch, die Lesefähigkeit zu steigern, indem man die Texte drastisch vereinfacht, zu den problematischen Strategien einer umfassenden Praxis der Unbildung. Texte in „Leichter Sprache“, die schon von zahlreichen Ämtern aus nachvollziehbaren Motiven eingesetzt werden, um Menschen ohne ausreichende Sprachkenntnisse und geistig Behinderten den Zugang zu behördlichen Informationen zu erleichtern, wandeln sich unter der Hand zu einer neuen Norm, deren Regeln alsbald den durchschnittlichen Sprachstandard definieren könnten: „Kurze Wörter benutzen, sie gegebenenfalls teilen und mit Bindestrichen verbinden. Verboten sind lange Sätze, Passivkonstruktionen, Negationen, der Konjunktiv. Die Satzstruktur soll einfach sein, Nebensätze dürfen nur ausnahmsweise vorkommen, aber nie eingeschoben sein.“

Sprache, so suggerieren es diese Konzepte, dient nur der Übermittlung simpler Informationen. Dass in und mit Sprache gedacht und argumentiert, abgewogen und nuanciert, differenziert und artikuliert wird, dass es in einer Sprache so etwas wie Rhythmus, Stil, Schönheit und Komplexität als Sinn- und Bedeutungsträger gibt, wird schlicht unterschlagen oder als verzichtbares Privileg von Bildungseliten denunziert.

Dass durch solches Entgegenkommen, vor allem wenn es auch als Unterrichtsprinzip reüssieren sollte, Menschen systematisch daran gehindert werden, sich einer einigermaßen elaborierten Sprache bedienen zu können, dass sie dadurch von der literarischen Kultur ferngehalten werden, wird bei diesen wohlmeinenden Versuchen nicht weiter bedacht. Und selbst wenn man die Sprache unter pragmatischen Gesichtspunkten sehen und als „praktisches Bewusstsein“ deuten wollte – bedeutete eine stark vereinfachte Sprache nicht auch ein stark vereinfachtes Bewusstsein?

Die mit dem Standardargument der Zugangserleichterung zu abschreckenden Kulturtechniken allmählich durchgesetzte Tendenz, die zusammenhängende Schreibschrift abzuschaffen und durch eine unzusammenhängende Buchstabenschrift, eine leicht zu erwerbende „Grundschrift“, zu ersetzen, scheint genau dies im Sinne zu haben. Schon jetzt können Jugendliche, die in viel gelobten Laptop-, Notebook- oder Smartphone-Klassen unterrichtet werden, nicht mehr mit der Hand schreiben. Dass dabei mehr verlorengeht als nur eine überholte Kulturtechnik, wissen alle, die sich näher mit dem Zusammenhang von Lesenlernen und Schreibenlernen, von Feinmotorik und Hirnentwicklung, von Kreativität und Freiheit beschäftigt haben. Auch hier wird die Reduktion auf das vordergründig Funktionale erkauft mit dem Verzicht auf Bedeutungsvielfalt und auf die Möglichkeit, souverän über unterschiedliche Techniken des Erzeugens und Lesens von Texten zu verfügen.

Ist der Prozess des Schreibens selbst kreativ, dann weiß man in dem Moment, in dem man den ersten Satz formuliert, nicht, wie der letzte Satz lauten könnte. Schreiben in diesem avancierten Sinn heißt nicht, Gedanken, Argumente, Überlegungen oder Theorien in eine angemessene sprachliche Form zu bringen, sondern im Vertrauen auf die mögliche Eigendynamik des Schreibens darauf zu bauen, dass aus dem Fortschreiben der Wörter die Gedanken und Ideen überhaupt erst entstehen. Die Voraussetzung dieses Vertrauens aber ist eine Freiheit, die den Schreibenden an keine Vorgaben bindet.

Was bedeutete dies für die Realität des Schreibunterrichts? Schreiben wird in der Regel unter pragmatischen Gesichtspunkten gesehen, bei denen es genau darum geht, bekannte Informationen oder andere Vorgaben textsorten- und adressatengerecht aufzubereiten. Eine der am weitesten verbreiteten Formen des Schreibens im Unterricht hat mit Schreiben im eigentlichen Sinn gar nichts mehr zu tun: das Ausfüllen und Ankreuzen. Dass nicht nur im Sachunterricht, sondern auch im Sprachunterricht immer mehr mit Aufgaben gearbeitet wird, bei denen es nur noch darum geht, ein Wort einzusetzen, zu unterstreichen, zu ergänzen oder aus einer vorgegebenen Liste eine Auswahl zu treffen, mag zwar die eine oder andere Kompetenz schulen, der Prozess des Schreibens wird dadurch aber systematisch sabotiert.

Das gilt nicht nur für die Erarbeitung der Grundlagen, sondern setzt sich auch in der Sekundarstufe, ja an den Universitäten fort. Was dabei verlorengeht, ist letztlich die Fähigkeit, überhaupt ein Gefühl dafür zu entwickeln, was es heißt, zusammenhängende Sätze zu bilden, die zumindest einer basalen Logik folgen. Dass an Universitäten bei Klausuren immer mehr Studenten erschrecken, wenn sie erfahren, dass sie Fragen oder Themen in vollständigen Sätzen beantworten oder behandeln sollen, zeigt dies nur allzu deutlich.

Die in Deutschland gültigen „Bildungsstandards im Fach Deutsch“ fordern zum Beispiel, dass die Schüler „Schreibstrategien anwenden“, ihr Wissen und ihre Argumente „darstellen“, komplexe Texte „zusammenfassen“ und Texte für unterschiedliche Medien „gestaltend schreiben“ können. Die an diesen Standards orientierten „Schreibaufträge“ zergliedern den Prozess des Schreibens in die Beantwortung von Fragen, die einzeln abgearbeitet werden müssen, und dort, wo eine eigene Position entwickelt werden soll, muss natürlich vorher ein „Schreibplan“ oder eine „Mindmap“ angelegt werden.

Die Aufgabenstellungen bei der schriftlichen Reifeprüfung im Fach Deutsch spiegeln diese Position wider. Da es ja darum geht, bestimmte Kompetenzen zu überprüfen, muss jede Aufgabe in einzeln abzuarbeitende Fragestellungen zerteilt werden, die einen natürlichen Schreibfluss, eine Entfaltung von Gedanken oder die Etablierung einer begrifflichen Ordnung als Resultat – nicht als Voraussetzung – des Schreibprozesses prinzipiell nicht mehr zulassen. Die Angst, dass bei einem frei gestellten Thema irgendetwas hingeschrieben wird, das sich jeder Überprüfbarkeit entzieht, war und ist sicher nicht unberechtigt. Der freie Aufsatz hatte seine Tücken. Aber deshalb jungen Menschen überhaupt die Möglichkeit zu verwehren, sich wenigstens hin und wieder dem Prozess des Schreibens überlassen zu können, um sich selbst mit einer Ordnung oder Unordnung ihrer Gedanken zu konfrontieren, die sich erst im Schreiben gebildet hat, kommt dem mutwilligen und fahrlässigen Verzicht auf eine zentrale Bildungserfahrung gleich.

Auch die Texte und Kontrollfragen, die etwa der Pisa-Test benutzt, um die Lesekompetenz zu überprüfen, verraten einen einseitigen und eingeschränkten Lesebegriff. Im Zuge der Bestimmung des Lesens als einer ständig zu überprüfenden Kompetenz geht die aktuelle Lesedidaktik dazu über, jeden Leseakt durch vermeintlich hilfreiche Kontroll- und Verständnisfragen zu stören und damit zu zerstören. Wer ein aktuelles Lesebuch zur Hand nimmt, wird erstaunt sein über die ohnehin schon knappen Texte, die nach wenigen Absätzen schon durch Arbeitsaufträge, Kontrollfragen und Übungen unterbrochen sind. Wie soll ein Kind, ein junger Mensch unter diesen Bedingungen Lust am Lesen entwickeln, wie soll er lernen, sich der Dynamik des Lesens zu überlassen, in einen Text zu versinken, in den Sog des Geschriebenen zu geraten, wenn er alle paar Minuten über das Gelesene Rechenschaft ablegen, sich nach jedem Absatz überprüfen lassen muss?

Wir leben nicht mehr in einer Welt, in der die Literatur und mit ihr das Buch das Leitmedium war, und die berechtigte Klage über den Verlust der Fähigkeit, auch anspruchsvolle Texte zu lesen, darf nicht vergessen, dass diese Form des Lesens als Kulturtechnik drastisch an Bedeutung verloren hat. Da gibt es nichts zu beschönigen, und die beschwichtigenden Versicherungen kinderfreundlicher Lesedidaktiker, dass heute mehr denn je gelesen werde, weil ständig über Smartphones auch Texte oder Textfetzen ausgetauscht und weitergeleitet würden, klingen ungefähr so wie die Behauptung, dass heute mehr denn je geritten würde, weil fast jeder Mensch einige Dutzend Pferdestärken wenn nicht zwischen seinen Schenkeln, so doch unter seinem Hintern habe. Nein, wir halten die meist dämlichen Sätzchen auf Twitter, die Statusmeldungen und die dazugehörigen Kommentare auf Facebook und die in der Regel niveau- und stillosen postings der User digitaler Medien nicht für Literatur.

Der Eingang in das Reich der Literatur aber hatte seinen Preis: Erfordert war eine Disziplinierung der Sinne und des Körpers, wie sie kein anderes Medium dem Menschen abverlangte. Im Gegensatz zur Sprache, zum Hören und zum Sehen ist uns das Entziffern und Arrangieren von Buchstaben nicht von Natur gegeben. Lesen und Schreiben sind mehr als eine menschheitsgeschichtlich betrachtet sehr spät erfundene Kulturtechnik – sie sind eine Form der Weltaneignung und Welterzeugung, die in bestimmter Weise die Negation der unmittelbaren Selbst- und Welterfahrung zur Voraussetzung hat. Wer liest oder schreibt, dem muss im Wortsinn Hören und Sehen erst einmal vergehen. Der Sinn von Schule lag einmal darin, diese Negation erfahrbar zu machen und einzuüben.

Lesen und Schreiben sind keine Tätigkeiten, die man einmal lernt, jahrzehntelang brachliegen lassen und trotzdem bei jeder Gelegenheit reaktivieren kann. Wer nicht ständig liest, verlernt das Lesen wieder; wer Sprache und Texte nur unter pragmatischen Gesichtspunkten sieht, wird nur dann lesen, wenn es gar nicht anders geht; wer für die Schicksale, Geschichten, Tragödien und Komödien der Literatur keinen Enthusiasmus entwickeln kann, wird Lesen letztlich als Zumutung empfinden; wer nicht das Buch als physisches Objekt lieben und hassen gelernt hat, wird nie richtig lesen lernen; wer in eine Schule geht, in der aufgrund vorgegebener Bildungsstandards und anwendungsorientierter Kompetenzen diese Liebe zur Literatur nicht mehr vermittelt werden darf, wird zum Analphabetismus verurteilt. So wohltönend können die Reden der Bildungsreformer und ihrer politischen Adepten gar nicht sein, dass sich dahinter nicht jene Geistfeindlichkeit bemerkbar machte, die den Analphabetismus als geheimes Bildungsziel offenbart. Wäre es anders, gäbe es, zumindest als Schulversuch, nicht nur Notebook-Klassen, sondern vor allem und in erster Linie wirkliche Buch-Klassen. In der generellen didaktischen Missachtung des Buches – „Ganzschrift“ heißt das dafür zuständige Unwort – zeigt sich die Praxis der Unbildung in ihrer erbärmlichsten Gestalt.

Dabei wäre alles ganz einfach: Lesen und Schreiben sind Kulturtechniken, deren grundlegende Beherrschung unerlässlich ist. Dass der Erwerb dieser Techniken nicht jedem leichtfällt, ist kein Grund, das Betrachten von Bildern zu einem Akt des Lesens und das Ankreuzen von Wahlmöglichkeiten zu einem Akt des Schreibens hochzustilisieren. Besser wäre es, all jene, die Schwierigkeiten beim Erwerb dieser Fähigkeiten haben, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen, damit sie wirklich lesen und schreiben lernen.

Konrad Paul Liessmann lehrt Philosophie an der Universität Wien. Der Text ist die leicht gekürzte Fassung eines Kapitels aus seiner Streitschrift „Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung“, die am 29. September in den Buchhandel kommt (Paul Zsolnay Verlag, Wien, 176 Seiten, 17,90 Euro).

http://fazarchiv.faz.net/document/showSingleDoc/FAZT__FD1201409244380169?q=Analphabetismus&dosearch=new&&annr=7&highlight=\eJxzs9Li0rNKzEvMKchITEotySzOLS1WUOBys4rHKg4AdYUPhA%3D%3D\#start

FAZ.NET, 10.05.2014

Umstrittene Reform der Lehrpläne. Die Schreibschrift stirbt aus.

Immer mehr Schüler in Deutschland lernen keine Schreibschrift mehr. Stattdessen wird ihnen eine neue Grundschrift beigebracht, die der Druckschrift ähnelt. Hamburg hat die Grundschrift in den Lehrplan aufgenommen. In Hessen wird sie ebenfalls praktiziert. Dort können die Schulen entscheiden, ob sie ihren Schülern die neue Schrift beibringen. Nordrhein-Westfalen war 2003 das erste Land, in dem Grundschulen die Grundschrift einführen konnten. In Baden-Württemberg wendet ein Dutzend Schulen die Grundschrift an. Die Kultusministerkonferenz macht bei Schriften keine Vorgaben.

In den 2004 verabschiedeten Bildungsstandards für die 4. Klasse steht, dass die Schüler „eine gut lesbare Handschrift flüssig schreiben“ können sollen. Mit welcher Schrift, wird offen gelassen. Darauf beriefen sich fast alle von der F.A.S. befragten Bundesländer: Es wird keine Schrift mehr vorgegeben.

„Abenteuerliches Reformprojekt“

Bis jetzt gibt es in Deutschland keine empirischen Untersuchungen zu den Folgen eines Schriftwechsels. Der Leiter der „Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung“, Wilfried Bos, sagte dazu: „Es ist abenteuerlich, ein Reformprojekt wie die Einführung einer neuen Schrift ohne einen Modellversuch mit fundierter Begleitforschung zu beginnen.“ In den Vereinigten Staaten und Kanada erbrachten mehrere Studien, dass Schüler, die eine Verbundschrift beherrschen, sich Texte besser merken und ihren Sinn besser erfassen können. So entdeckten Forscher der Universität Montreal bei Schreibschriftlern bessere feinmotorische Abläufe sowie größere Fähigkeiten in der Wort- und Text-Konstruktion. „Wenn Schüler zu langsam schreiben, vergessen sie ihre Ideen unterwegs“, resümierte Forschungsleiterin Isabelle Montésinos.

Die Schreiblehrerin und langjährige Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben, Ute Andresen, hält die Entwicklung in Deutschland für fatal. Die Abschaffung der Schreibschrift setze „leichtfertig eine Kulturtechnik aufs Spiel – die Fähigkeit, eine allen gemeinsame lesbare Schrift zu schreiben“, sagt Andresen. Sie bemängelt insbesondere das Lehrkonzept der Grundschrift, das es Schülern ausdrücklich freistellt, wie sie die Buchstaben verbinden. Kinder könnten sich das Schreiben nicht selbst beibringen, argumentiert Andresen.

Es sei falsch, wenn Lehrer „beim Schreibenlernen nur Vorschläge machen und moderieren“. Andresen befürchtet, dass die Grundschrift den Analphabetismus fördere.

Cornelia Funke: „Eine Druckschrift reicht nicht aus“

Auch die Schriftstellerin Cornelia Funke warnt vor dem Trend zur Grundschrift. „Ich hoffe, dass die Schreibschrift in den deutschen Schulen weiter gelehrt wird“, sagt die millionenfach verlegte Kinder- und Jugendbuchautorin („Tintenherz“, „Die Wilden Hühner“). „Eine Druckschrift zu beherrschen, reicht als Handschrift nicht aus. Sie fließt nicht wie eine Schreibschrift und ist daher sehr viel langsamer.“ Eine Schreibschrift ermögliche einen tieferen Bewusstseinsprozess beim Schreiben, sie sei individuell und bringe „die Gedanken zum Fliegen“.

Der Trend zur Grundschrift liegt in fehlenden Vorgaben begründet. In der Praxis werden in Deutschland vier verschiedene Schriften gelehrt, nämlich die Druckschrift und danach eine der drei verbundenen Schreibschriften: die Lateinische oder die Vereinfachte Ausgangsschrift im Westen der Republik, die Schulausgangsschrift im Osten. Der Deutsche Grundschulverband will dieses Durcheinander mit der neuen Grundschrift beenden. „Schluss mit dem Schriften-Wirrwar“ heißt eine breit angelegte Kampagne des Verbandes.

Er stellt ein umfassendes Paket von Lehrmaterialien bereit. In den Leitlinien heißt es, die Schüler sollten künftig „Schreibweisen ausprobieren und miteinander beraten“. Ulrich Hecker, der Vorsitzende des Grundschulverbandes sagt, „es besteht starkes Interesse an der Grundschrift, das sehen wir am Absatz der Lehrmaterialien“. Der Verband habe Schriftkarteien und Schreibhefte in einer Auflage von 15000 Stück verkauft.

Nur Bayern hat sich nach Auskunft des Bildungsministeriums bisher eindeutig gegen die Grundschrift entschieden. „Hier bleibt das Unterrichten der Schüler in einer Ausgangsschrift Pflicht, die Schulen können wählen, ob sie die Vereinfachte Ausgangsschrift oder die Schulausgangsschrift wählen“, sagt ein Sprecher des Bildungsministeriums.

Zu einem heftigen Streit hat die Schrift in Thüringen geführt. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) forderte, die Schreibschrift in den Lehrplänen wieder verbindlich zu regeln. Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) warnte Lieberknecht daraufhin vor „weiteren missverständlichen Auftritten“ in der Öffentlichkeit. „Die CDU baut beim Schreibenlernen einen Popanz auf“, sagt Matschie der F.A.S. Seit 2010 ist in Thüringen ausdrücklich keine Schreibschrift mehr im Lehrplan erwähnt. Die CDU will im Wahlkampf vor der Landtagswahl im Herbst dagegen für die Wiedereinführung der Schreibschrift eintreten.

FAZ.NET

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FAZ.NET, 09.10.2013

OECD-Bildungsstudie. Gesamtverstand.

Eine OECD-Studie weitet den Begriff des Analphabetismus aus

Von Jürgen Kaube

Wenn jemand den Beipackzettel eines Medikaments nicht lesen kann und es nicht am Beipackzettel liegt, ist das schlimm. Dasselbe gilt für Verträge, einfache Statistiken, Briefe. Wer die Alltagsmathematik nicht beherrscht, dem fehlen elementare Orientierungsmöglichkeiten.

Die OECD hat in ihrer jüngsten Bildungsstudie den Deutschen attestiert, bei solchen Fragen im internationalen Vergleich nur durchschnittlich abzuschneiden. Jeder sechste Erwachsene beispielsweise lese nicht besser als ein zehnjähriger Grundschüler. Das ist niederschmetternd. Was es allerdings zur Ermittlung des Alltagswissens beitragen soll, wenn die Leute aufgefordert werden, eine Mp3-Datei zu verschieben oder einen „Link“ im Internet zu öffnen, erschließt sich nicht. Die OECD etabliert hier unter der Hand einen Begriff des technologischen Analphabetismus.

Wenn er an Excel-Tabellen oder elektronischen „Lesezeichen“ festgemacht wird, soll im Grunde suggeriert werden, einen Computer nicht bedienen zu können, sei so etwas Ähnliches wie das Scheitern an der deutschen Grammatik oder an elementarer Logik. Andere Geräte der technischen Zivilisation wie PKWs, Telefone oder die Inhalte von Werkzeugkästen genießen nicht dasselbe Prestige, „ein entscheidender Faktor für Erfolg am Arbeitsmarkt und im sozialen Leben“ zu sein. Solche Formulierungen sind um den Eindruck bemüht, in einem Land, das es mit dieser angeblich leicht unterdurchschnittlich gebildeten Bevölkerung zu einigem gebracht hat, sei etwas ganz grundsätzlich nicht in Ordnung.

Anderswo ist es nicht besser

Damit es recht verstanden wird: Ein hohes Bruttosozialprodukt, Rechtsstaatlichkeit, weitgehend zivile Verhältnisse, das duale System der Berufsausbildung und dergleichen machen die Existenz von textbezogenem oder mathematischem Analphabetismus nicht erträglicher. Aber weder helfen hier Tests weiter, die den Begriff des Analphabetismus mutwillig ausweiten, noch der bewährte Reflex, auch an diesem Missstand sei das spezifisch deutsche Schulsystem schuld.

Das amerikanische – High School für alle -, das uns aus dieser Richtung empfohlen wird, und das dänische aus dem sonst vorbildlichen Skandinavien haben ungefähr dieselben Testmittelwerte hervorgebracht. Wie also steht es um die Alltagslogik derjenigen Leute, die uns glauben machen wollen, die Gesamtschule und verstärkter Unterricht in „Medienkompetenz“ führten zu stärker gleichverteilten und größeren Verstandesleistungen?

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Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das Gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit dagegen führt zur Verblödung.

Stupidity is demonstrated by people lacking knowledge they could achieve.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice attempt to avoid upsetting fools unwilling to face the truth.

Antisemitism is when one blames Jews or Israel for issues, he does not blame others.

Craziness is, when one always does the same but expects different outcome.

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human.

A man with roots should go for a pedicure.

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment.

 

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail

Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB

Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!

www.psychosputnik.com

http://www.saatchionline.com/jsbielicki

https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food 800px-Molon_labe2

Hier irrte Kant, nicht jeder Mensch hat ein Gewissen.

Hier irrte Kant, nicht jeder Mensch hat ein Gewissen.

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Gustave Moreaus Gemälde Ödipus und die Sphinx im Metropolitan Museum of Art, New York 1864

In seinem Artikel >>„Innerer Richter“ und „Herzenskündiger“ im Wandel der Zeit. Metaphern für das archaische Über-Ich im Einzelnen und in der Kultur<< behauptet Léon Wurmser[1] mit Kant, jeder Mensch habe ein Gewissen.

Das stimmt aber nicht. Das Gewissen entsteht in der Überwindung des ödipalen Konflikts.

Es gibt aber immer mehr Menschen, die gar keinen ödipalen Konflikt erleben.

Es ist in meiner psychotherapeutischen Arbeit evident, daß es Menschen ohne Gewissen gibt, die sehr gerne das Gewissen anderer Menschen zu ihren Zwecken instrumentalisieren und dadurch besonders gewissenhaft erscheinen, weil sie ihre Zwecke auf den Wellen der moralischen Empörung zu erreichen versuchen. Es gibt immer weniger Patienten mit echten Schuld- und Schamgefühlen, und immer mehr oralaggressive[2][3] tatsächliche oder angebliche Opfer der Traumatisierung, des Mobbings, des Burn-Outs, usw., samt ihrer Betreuungsindustrie.

Und die Psychoanalyse, die aus der ursprünglich aufklärerischen Arbeit Totem und Tabu errichtet hat, mit Anbetungsritualen aus scheinbar sehr klugen Worten. Man kann originäre psychoanalytische Entdeckungen daran erkennen, daß sie in dem Konsensfilz Empörung hervorrufen. Ohne erzeugte Empörung keine Psychoanalyse.

What you see is what you get.

[1] Zeitschrift: Forum der Psychoanalyse 2014/3

publiziert am: 1.9.2014 0:00 Autor: Léon Wurmser Quelle: Springer-Verlag Berlin Heidelberg (2013) DOI: 10.1007/s00451-013-0164-x

[2]https://archive.org/stream/InternationaleZeitschriftFuumlrPsychoanalyseXxi1935Heft4/IZ_XXI_1935_Heft_4_djvu.txt

[3] http://www.psychoanalyse-aktuell.de/325+M576ebe5733f.0.html?&tx_ttnews[day]=21&tx_ttnews[month]=08&tx_ttnews[year]=2013

nivea

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das Gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Stupidity is demonstrated by people lacking knowledge they could achieve.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice attempt to avoid upsetting fools unwilling to face the truth.

Antisemitism is when one blames Jews or Israel for issues, he does not blame others.

Craziness is, when one always does the same but expects different outcome.

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human.

A man with roots should go for a pedicure.

Gutmenschen (benevolent people) are those who intend to appear good-hearted, yet unscrupulously exploit the conscience of others to serve their own purposes via self-staged outrage.

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
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http://www.saatchionline.com/jsbielicki
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They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

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Feindbilder: Putin und das Comeback des Wodka-Russen

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Die Weltwoche, Ausgabe 38/2014 | Donnerstag, 18. September 2014

N-A-T-O

Feindbilder: Putin und das Comeback des Wodka-Russen

Von Helmut Scheben

In den letzten fünfzehn Jahren hat die Nato zwölf osteuropäische Staaten aufgenommen. Wenn da jemand seine Krallen ausstreckt, dann gewiss nicht der russische Bär. Die westliche Propaganda hat ­bizarre Züge angenommen.

Am 1. Februar 2008 ging ein Telegramm von der amerikanischen Botschaft in Moskau an die ­damalige Aussenministerin Condoleezza Rice. Der Inhalt wurde später von Wikileaks publik gemacht. US-Botschafter William Burns war damals zu Aussenminister Sergei Lawrow ­zitiert worden, der ihm klar machte, dass Russland nicht einverstanden sei mit einer Nato-Mitgliedschaft der Ukraine. Lawrow äusserte laut Burns «Befürchtungen, dass das Thema das Land entzweien und zu Gewalttätigkeiten führen könnte und sogar [. . .] zu einem Bürgerkrieg, der Russland zwingen würde, über eine Intervention nachzudenken».

Burns gab seinem Telegramm den Titel: «Njet heisst njet. Russlands rote Linien zum Thema Nato-Erweiterung.» Er schickte sein ­Telegramm mit höchster Priorität nach Washington. Nur zwei Monate später kündigten die Nato-­Führer auf einem Treffen in Bukarest ihre Entschlossenheit an, Georgien und die ­Ukraine in die Nato zu führen.

Der Konflikt war also seit vielen Jahren programmiert, unsere Mainstream-Medien suggerieren dagegen heute, es handele sich um eine jähe russische Aggression. «Der russische Zar» Putin wolle seine Macht auf die Ukraine ausdehnen. Sie hat Methode, diese Eingrenzung des Zusammenhangs, das Ausblenden dessen, was vorher war und was nachher kommen wird. TV-Korrespondenten, die vom Nato-Gipfel in Wales berichteten, erklärten mit Sorgenfalten auf der Stirn, wenn «der russische Bär seine Krallen über die Nato-Ostgrenze hinaus ausstreckt», dann . . . allerdings sei die Nato «zum Handeln gezwungen».

Der Wodka-Russe feiert ein Comeback

Es ist die Sprache der Kriegstreiber, der ewiggestrigen Militaristen und Vorwärtsverteidiger der Vaterländer. Das deutsche Nachrichtenmagazin Spiegel tut sich vor ­anderen Leitmedien hervor mit fetzenden Schlagzeilen: «Der Halbstarke – Wie Putin die Demokratie und den Westen attackiert», «Der Brandstifter – Stoppt Putin jetzt!» Auch Schweizer Boulevardmedien wie der Blick üben sich in der Kunst, Ängste zu schüren, Gerüchte zu kolportieren, Halbwahrheiten als Fakten zu verbreiten. Da «schlägt der Kreml zurück», da befiehlt Putin «Gefechts­bereitschaft», da «droht Putin mit Atomkrieg», und «Prinz Charles vergleicht Putin mit Hitler». Hier feiert der Wodka-Russe, wie er seit dem Ersten Weltkrieg an jedem Stammtisch ­bekannt ist, sein fürchterliches Comeback.

In den letzten fünfzehn Jahren wurden zwölf osteuropäische Staaten einer nach dem andern in die Nato aufgenommen. Es fehlen nur noch Georgien, die Ukraine und Weissrussland, dann ist Russland im Westen und Südwesten völlig von Nato-Staaten umgeben. Wenn da ­jemand seine Krallen ausgestreckt hat, dann ist es gewiss nicht der russische Bär. Zu welchem Zweck werden Russlands Nachbarn in ein westliches Militärbündnis eingegliedert? Wenn es nur um Handelsaustausch, die vielbeschwo­rene Partnerschaft für den Frieden und gute ­Beziehungen zu Europa und den USA geht, warum ist dann ein Militärbündnis notwendig?

Es gibt bei der derzeit herrschenden Polit­-Psychose wenige unabhängige Persönlichkeiten, die genug Hintergrundwissen haben, um die Dinge nüchtern in einen Zusammenhang zu stellen. Einer von ihnen ist Jack Matlock. Er war von 1987 bis 1991 amerikanischer Botschafter in Moskau und kennt wie wenige Westdiplomaten die Abläufe hinter den Kulissen. Matlock sagt heute, er habe stets davor gewarnt, nach dem Ende des Kalten Krieges auf die Nato-Osterweiterung zu setzen: «Und dann begann die Eröffnung von Militärbasen, unter anderem in Polen – gegen nicht existierende Raketen aus dem Iran. Für die Russen war das eine Provokation. 2008 entschied die Nato, die ­Ukraine auf den Weg zur Mitgliedschaft zu bringen. Ein in seinem Innern tief gespaltenes Land, direkt vor Russlands Tür. Das alles waren sehr dumme Schachzüge des Westens. Heute haben wir die Reaktion darauf» (Tageszeitung, Berlin, 8. September 2014).

Man stelle sich einmal vor, Russland schlösse einen militärischen Beistandspakt mit einem Land in der Einflusssphäre der USA, zum Beispiel Mexiko oder Panama. Die USA würden dies zu verhindern wissen, so wie sie die Stationierung von russischen Raketen in Kuba zu ­verhindern wussten. Die Geschichte Lateinamerikas ist ein einziges Kontinuum einer ­Politik des big stick, den Uncle Sam hervorholt, wenn jemand nicht pariert.

Nun hat Russland mit ähnlich kalter Machtpolitik reagiert, und das laute Wehgeschrei der Nato-Politiker ertönt in allen Medien. Die ­li­taui­sche Präsidentin Dalia Grybauskaite ­erklärt, Russland befinde sich «im Krieg mit ganz ­Europa». Die russische Führung – und das ist eben nicht nur Putin – muss davon ausgehen, dass die EU-Assoziierung der Ukraine ein ­Freifahrtticket in die Nato ist, so wie es in den andern osteuropäischen Staaten der Fall war. Im Abkommen selbst ist bereits von intensiver militärischer Zusammenarbeit die Rede.

Ich habe selten eine Krise gesehen, in der die Zusammenhänge mit solcher Kaltschnäuzigkeit auf den Kopf gestellt wurden. Wenn Putin einen Friedensplan vorlegt, erklärt der neue ukrainische Premier, die Waffenruhe sei «ein Plan zur Vernichtung der Ukraine und Wiederherstellung der Sowjetunion.» Die Propaganda hat bizarre Züge angenommen. Jazenjuk ­fordert den sofortigen Nato-Beitritt. Er lässt verbreiten, die Nato habe schon begonnen, der Ukraine Waffen zu liefern.

Gefälschte Geheimdienstinformationen

Vor dem Nato-Gipfel am 4. und 5. September haben hochrangige Ex-Mitarbeiter amerikanischer Geheimdienste einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel publiziert (vgl. «Memorandum For: Angela Merkel», opednews.com). Darin stellen sie fest, dass die «nachrichtendienstlichen Erkenntnisse» über die russische Invasion in der Ukraine, die von den Medien als Fakt dargestellt werden, nicht zuverlässig sind. Die ehemaligen Kaderleute (Veteran Intelligence Professionels for Sanity) halten einen Teil der «Geheimdienstinforma­tionen» zur Ukraine schlicht für «gefälscht».

Schon Monate vor dem Umsturz in der Uk­raine hatte Barack Obamas Europa-Beraterin Victoria Nuland in einem Telefongespräch mit dem US-Botschafter in der Ukraine klargemacht, wer die Fäden zog. Dort kam nicht nur ihr munteres «Fuck the EU» vor, sondern auch eine klare Anweisung: «Klitschko sollte nicht in die Regierung. Er soll draussen bleiben. Jaz ist der Richtige, er ist unser Mann.» Wen wundert es, dass Arsenij Jazenjuk Regierungschef wurde und Klitschko in der Versenkung verschwand. Besagtes Telefongespräch wurde abgehört – möglicherweise von russischen Geheimdiensten – und gelangte so an die Öffentlichkeit.

Victoria Nuland war es auch, die letzten ­Dezember auf einer Veranstaltung der US-­ukrainischen Gesellschaft die Unvorsichtigkeit ­beging, damit zu prahlen, Washington habe ­bereits mehr als fünf Milliarden Dollar investiert, um die Demokratiebewegung in der ­Ukraine zu stärken. Wohl nicht zufällig stand sie bei ihrem Vortrag vor den Logos zweier Sponsoren: Exxon Mobil und Chevron.

Ähnlich wie beim militärischen «Engagement für die Demokratie» im Irak, in Libyen oder in Syrien geht es nicht zuletzt um Gas und Erdöl, um Pipelines, die gebaut werden oder ­geplant sind, kurz: um strategische Reserven. Shell und Chevron wollen grosse Schiefergasvorkommen im Norden der Ukraine mit Fracking aus dem Boden holen, Exxon will ein neues Gasfeld im Schwarzen Meer erschliessen. Bei der Vertragsunterzeichnung im letzten November hiess es gar, ab 2020 könne die Ukraine ganz unabhängig von russischem Gas werden.

Ein nachdenklicher Zeitungsleser wundert sich, dass der demokratische Westen applaudiert, wenn eine aufständische Menschenmenge auf dem Maidan unter Gewaltanwendung Regierungsgebäude besetzt und eine Regierung stürzt (das Parlament fasste die entsprechenden Beschlüsse unter massivem Druck der Strasse), ein Aufstand im Osten des Landes von westlichen Medien indes reflexartig in den ­Bereich des Bandenwesens, der ausländischen ­Intervention und der Illegalität gerückt wird.

Ist es so schwer, zu begreifen, dass die meisten Russen ein abgrundtiefes Misstrauen gegenüber der Nato hegen? Von Napoleon bis Hitler wurde Russland vom Westen her mit Kriegen überzogen. Selbst der Abwurf von Atombomben über Hiroshima und Nagasaki – da sind sich die Historiker einig – hatte ein klares politisches Ziel: dem Russen zu zeigen, wer die ­militärische Übermacht hat. Was ist eigentlich Ziel und Zweck dieses Nato-Militärblocks von 28 Staaten, deren Fensterredner von Partnerschaft für den Frieden, Demokratie und Konflikt­lösung durch Dialog bramarbasieren?

Die militärischen Interventionen der Nato unter Führung der Amerikaner erinnern mehr und mehr an die Kanonenbootpolitik der Kolonialherren des 19. Jahrhunderts. Seit 9/11 wird mit fadenscheinigen Argumenten und oft gefälschten Beweismitteln ein «Krieg gegen den Terror» in muslimischen Ländern geführt. Was bei dieser Einführung der Demokratie durch Luftbombardements bislang herauskam, sind failed states, ruinierte Staaten, sei es im Irak, in Afghanistan, in Somalia, in Syrien, in Libyen. Wollte man zynisch argumentieren, müsste man sagen, dass die Saat von Bagram, Abu ­Ghraib und Guantánamo aufgegangen ist in den Kopfabschneidern des Islamischen Staates.

«Hätte man nicht reden können?»

Die Russen haben sich viele «präventive Verteidigungsübungen» der Nato ansehen müssen. Ronald Reagans Strategic Defense Initiative (SDI) – bekannt als Krieg der Sterne – wurde von den Präsidenten Clinton und Bush junior vorangetrieben, als der Feind, die Sowjetunion, schon lange nicht mehr existierte. Die Ballistic Missile Defense sollte mit weltraumgestützten Energiewaffen operieren und löste in Moskau verständlicherweise Protest aus. Offiziell verbreitete die Nato die Legende, der Raketenschutzschild richte sich gegen den Iran und ­andere «Schurkenstaaten». In Wahrheit ist es ein System, das die Fähigkeit Russlands zum atomaren Erstschlag eliminieren sollte.

«Warum dieser Krieg? Hätte man nicht miteinander reden können?», fragte mich letzte Woche ein ukrainischer Taxifahrer in Zürich. Nicht nur der Westen hat Fehler gemacht in diesem Konflikt. Selbst wenn der bewaffnete Aufstand in der Ostukraine legitim wäre, klug und vernünftig war er kaum.

Krieg ist selten Konfliktlösung. Wenn der Krieg vorbei ist, gilt es, den Frieden herzustellen, und das hat noch immer länger gedauert als der Krieg. In der Ukraine soll es bisher 3000 ­Tote gegeben haben. Die Toten hinterlassen in jeder Gesellschaft Wunden, die oft über Generationen nicht zu heilen sind. Ein ukrainisches Sprichwort lautet: «Wenn die Fahnen wehen, ist der Verstand in der Trompete.» Das gilt für beide Seiten in diesem Konflikt.

Helmut Scheben ist Journalist. Er war sechzehn Jahre lang «Tagesschau»-Redaktor und -Reporter des ­Schweizer Fernsehens.

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Heinrich Himmler hetzt gegen Russen

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.
Romantic sucks.
 The reality is always stronger than illusions.
 A delusion is characterized by increasing loss of reality, and can be attested to today’s leaders in Germany and the mass media. Loss of reality describes the mental state of a person who is not (any longer) be able to understand the situation in which it is located. So you are ruled by madmen and manipulated by the mass media.
Totalitarianism can only be defeated if one has the courage to call things by their right names, just as they are. Political correctness prevents it promotes totalitarianism and political cowardice and political lie.
The Extinction: Islam is like the sun, who comes too close to him, will burn itself and will flare the rest of the world with him.
Islam does not want any submission! Islam wants victory, destruction and annihilation.
The world was not created just for you.
Time needs time.
What has God with us when he freely admits the devil more and more territories?
It’s not the biggest fear when you look into an abyss, but to note that the abyss looks back at you.
I is different.
Muslim´s headscarf is less annoying than German mothers with their pushchairs.
Prostheses people – look like women and men, but they are not.
Global governance the political repair operation begins to repair before something was created.
The extremely increased, ostensibly critical, actually demonizing, German interest in Israel and Jews is perverse.
The Nonanti-Semite is by the current German law an anti-Semite who defames, discriminates, delegitimizes Israel, Jews, , but do not supports expressis verbis the aim of the Third Reich, the Holocaust, the extermination of the Jews.

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

 

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

 

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

 

Caritas ist nicht Sex, Liebe ist weder Begehren noch Geilheit

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Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.09.2014, Nr. 37, S. 2

LOVE LOVE LOVE

Ein Plädoyer gegen die „Liebe“

Von Markus Günther

Früher oder später werden die meisten Kinder in den Schulen über Ersatzreligionen aufgeklärt. Das soll ihnen helfen, die Welt und die unsichtbaren Mächte, die in ihr wirken, besser zu verstehen. Und es soll ihre Widerstandskraft gegen gefährliche Heilslehren stärken. Sie lernen dann, dass man Stars nicht vergöttern soll und erst recht keine politischen Führer, dass die Begeisterung für den Fußball religiöse Züge annehmen kann, aber auch die für Geld, Karriere oder die eigene Fitness. Schade nur, dass die mächtigste Ersatzreligion, die wenig später im Leben dieser Kinder verhängnisvoll wirken wird, von den Lehrern mit keinem Wort erwähnt und vermutlich nur von den wenigsten Menschen überhaupt durchschaut wird: die Liebe. Genauer gesagt: jene Art von Liebe, ohne die kein Popsong und kein Film auskommt, diese eine große, wahnsinnig romantische Liebe, bei der zwei Menschen sich unsterblich ineinander verlieben, vor Lust und Freude fast den Verstand verlieren, wie im Rausch übereinander herfallen und ab dann einfach nur noch glücklich, glücklich, glücklich sind. Yeah!!!

Nichts und niemand, kein Gott und kein Himmel, überstrahlt unsere Gegenwart so stark wie der Mythos dieser Liebe. Er ist der Leitstern unserer Zeit. Der angeblichen Vielfalt der Lebensstile, dem immer wieder behaupteten Individualismus, steht ein global uniformierter Lebensentwurf gegenüber: Der Weg zum Glück ist die leidenschaftliche Zweisamkeit, das einzige Ziel des Lebens ist es, Mr. oder Mrs. Right zu finden, und dann wird alles gut (und wenn nicht, fängt einfach alles wieder von vorn an – auch gut).

Von Liebe als Ersatzreligion zu sprechen ist keine augenzwinkernde Übertreibung, sondern Ergebnis nüchterner Beobachtung. Denn der Mythos Liebe erfüllt ausnahmslos alle Kriterien einer Pseudoreligion: Diese höhere Macht verlangt Unterwerfung und verspricht im Gegenzug Erlösung und Heil. Sie duldet keine anderen Götter, verspricht den (siebten) Himmel und droht mit der Hölle des Alleinseins. Die höchsten Feiertage dieser Religion heißen Valentinstag, Hochzeitstag, Geburtstag. Wer sie nicht angemessen würdigt, wird mit Liebesentzug bestraft. Die Grundgebete: Ich liebe dich. Du bist mein ein und alles. Ich bin total verrückt nach dir. Die Sakramente: Zungenküsse, Sex. Das sakrale Erkennungszeichen: rotes Herz. Die Ikonen: Fotos von UNS. Der Altar, der Ort der Erlösung: das Bett. Die Hymnen: UNSERE Songs. Die Heilige Schrift: UNSERE Liebesbriefe. Und außerdem jedes herzerweichende Zitat, das dem Gott Liebe huldigt, vom kleinen Prinzen über Elton John bis zum Apostel Paulus.

Man muss Tomaten auf den Augen haben, um den religiösen Charakter dieses Kultes zu übersehen: Das Herz als Symbol ist in der westlichen Welt längst präsenter als das Kreuz – und wird in seiner Bedeutung sicherlich besser verstanden. In vielen Wohnungen hängen heute genau an den Stellen, wo früher religiöse Symbole, also Kreuz, Madonna oder Weihwasserbecken, hingen, Fotos der eigenen Zweisamkeit in endlosen Variationen, Bilder vom großen WIR, von UNSEREM GLÜCK, Bilder, die es laut herausschreien: Wir haben es geschafft, wir lieben uns, wir sind jetzt glücklich!!! Daneben die wie Reliquien verehrten Souvenirs von der ersten gemeinsamen Reise, dann das erste Geschenk von IHM an SIE oder umgekehrt. Manches Schlafzimmer gleicht heute einem heiligen Schrein, in dem die intimsten Bilder des eigenen Zweisamkeitskultes so präsent und raumprägend sind wie die Ikonen in einer orthodoxen Kirche. Und wenn diese Liebe erst einmal ihren Höhepunkt in Form einer spektakulären Hochzeit in Weiß erreicht hat, sind die großflächigen Hochzeitsfotos das Allerheiligste, das auf der gedanklichen Rettungsliste für den Brandfall an erster Stelle steht.

Transzendenz – also so ungefähr: die Berührung mit einer überirdischen, alles Menschliche übersteigenden Macht – erleben viele Menschen heute nur im Gefühl des Verliebtseins. Nicht zufällig wird dieses Gefühl dann beschrieben als ein „Schweben auf Wolken“, ein Leben „wie im Traum“ oder gleich als Reinkarnation: „Ich fühle mich wie neu geboren.“ Will jemand ernsthaft bestreiten, dass die große, romantische Liebe das ultimative Heilsversprechen der Gegenwart ist?

Bleibt die Gegenfrage: Na und? Ist es nicht erfreulich, wenn auf dem Altar der Moderne keine Nation und kein Führer stehen, keine Herrenrasse und keine aberwitzige Heilslehre, sondern einfach nur: die Liebe? Was genau soll denn daran falsch sein, wenn Menschen ihr Glück in der Partnerschaft suchen? Hilft nicht gerade der Traum von der großen Liebe, die ewige Egozentrik zu überwinden, endlich DU zu sagen, statt immer nur: ICH? Besser Liebe total als totaler Krieg, oder?

Irrungen, Wirrungen, Kitsch.

Jeder erfahrene Psychologe und Therapeut kann ein trauriges Lied davon singen, welche seelischen Verwüstungen der Götze Liebe hinterlässt. Denn die Heilserwartung kann sich nicht erfüllen. Erlösung – das heißt: die Befreiung des Menschen aus den Fesseln der conditio humana – kann es nicht durch einen anderen Menschen geben. Wer sich von der Liebe den Himmel auf Erden verspricht, wird sich (und anderen) das Leben zur Hölle machen.

Maßlose, ins Religiöse gesteigerte Erwartungen überfordern alle Beteiligten und führen zu bitteren Enttäuschungen. Dem Höhenflug der Gefühle (wenn man es überhaupt so weit schafft) folgt ein jäher Sturz mit hartem Aufprall. Der anfangs noch angehimmelte Erlöser erweist sich auf Dauer als recht launischer Mensch, der gemeinsame Alltag als Gedulds- und Demutsübung im emotionalen Auf und Ab. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man außer den hinreißenden auch die irritierenden Seiten des Partners kennenlernt. Liebe auf Dauer lässt nichts Menschliches aus. Dann ist Liebe plötzlich mehr eine Aufgabe als ein Gefühl.

„Der Mythos der romantischen Liebe ist eine schlimme Lüge„, schreibt der amerikanische Psychiater M. Scott Peck, „als Psychiater tut es mir im Herzen weh, fast täglich sehen zu müssen, welche Verwirrung und welches Leid dieser Mythos anrichtet.“ Viele Patienten, so Peck, werden mit der Enttäuschung, dass es die große Liebe aus den Hollywoodfilmen in ihrem Leben nicht gibt, einfach nicht fertig: „Millionen von Menschen verschwenden ungeheure Mengen an Energie mit dem verzweifelten und vergeblichen Versuch, die Realität ihres Lebens mit dem unrealistischen Mythos Liebe in Einklang zu bringen.“

Solche Befunde sind nicht neu. Erich Fromm warnte schon 1956 vor der „Pseudoliebe“ und ihren fatalen Konsequenzen: „Da in der Regel niemand auf die Dauer die Erwartungen eines so abgöttisch Liebenden erfüllen kann, muss es zu Enttäuschungen kommen, und man sucht sich mit einem neuen Idol zu entschädigen, manchmal in einem nicht endenden Kreislauf.“ Fromm hatte die Hollywoodfilme der fünfziger Jahre vor Augen und die ersten Opfer des modernen Liebeskultes. Ein halbes Jahrhundert später hat sich der Mythos Liebe, angefeuert von einer völlig entfesselten Unterhaltungsindustrie, weltweit ausgebreitet. Die Scheidungsraten steigen, die serielle Monogamie ist zum Normalfall des Lebens geworden. Liebe hat ein Verfallsdatum.

Das psychische Leid beginnt aber keinesfalls erst mit dem Scheitern der hoffnungsvoll begonnenen Liebe. Es fängt an lange bevor es zu einer ersten Beziehung kommt. Denn schon den kleinen Kindern wird eingetrichtert, dass der Sinn des Lebens darin besteht, sich zu verlieben. Es gibt Bücher für Kinder im Kindergartenalter, die erklären, dass „Schmetterlinge im Bauch“ ein Hinweis auf die erste Liebe sind und ein Kribbeln auf der Haut auf akutes Verliebtsein hindeutet. Und es gibt Psychologen wie Andreas Engel, Vorsitzender der „Bundeskonferenz für Erziehungsberatung“, die meinen, dass der Kindergarten genau der richtige Ort für die erste romantische Liebe ist: „Kinder können sich tatsächlich richtig verlieben. Das sollte man unbedingt akzeptieren.“ Jede Religion braucht Propheten und Prediger.

Wer dagegen die Sandkastenzeit traurigerweise noch ohne Schmetterlinge im Bauch erleben musste, hat spätestens bis zum Ende der Grundschulzeit verstanden, worum es ab jetzt im Leben gehen wird: verliebt sein! Den Richtigen finden! Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass schon Zehn- oder Zwölfjährige an der familiären Kaffeetafel quer über den Tisch gefragt werden: „Und, hast du schon eine Freundin?“ Die Mutter wird dem verlegenen Jungen dann zu Hilfe kommen und salomonisch sagen: „Das hat doch noch Zeit.“ Doch das Kind wird zwei wichtige Botschaften aus dem ausgesprochen peinlichen Gespräch mitnehmen: 1. Ohne Freundin ist man eigentlich minderwertig und noch kein vollwertiger Mensch. 2. Die Zeit läuft.

So gesehen liegt die Tragik des Liebeskultes nicht nur in den von Heilserwartungen überfrachteten Beziehungen selbst, die Tragik beginnt schon zuvor, bei der energisch aufgeladenen, manchmal hysterischen Suche nach einer solchen Liebeserfahrung: „Partnersuche ist in unserer Kultur zur Ersatzreligion aufgestiegen“, sagt die Sozialphilosophin Katharina Ohana. „Sie wird (besonders für Frauen) vor jeden anderen Erfolg gestellt: Partnersuche ist zum hauptsächlichen Lebenssinn und Lebensglück hochstilisiert worden.“ Der Eindruck wird von Meinungsumfragen bestätigt. Im frühen 21. Jahrhundert beantwortet eine große Mehrzahl der Deutschen die Frage nach dem Sinn des Lebens ganz einfach mit: „Glück“. Fragt man dann weiter, was genau denn glücklich mache, stehen „Liebe/Partnerschaft“ immer an erster Stelle. Kinder, Familie, Freunde, Beruf und Erfolg liegen weit dahinter.

Kein Wunder, denn die Populärkultur kennt eigentlich kein anderes Thema als die romantische Liebe. Würde man für einen Tag auf jeden Love Song im Radio verzichten, auf jeden Werbespot und auf jeden Film, in dem sich schon wieder zwei Menschen überglücklich in die Arme fallen, blieben die Radios stumm und die Bildschirme dunkel. Selbst Krimis, Kinderfilme, Comedies und Kochsendungen kommen ohne eine kräftige amouröse Beimischung nicht aus. Das erfolgreiche Album der deutschen Band „Frida Gold“ fasst endlich prägnant zusammen, was unausgesprochen ohnehin längst alle denken: „Love is my religion.“

Im Trommelfeuer der Unterhaltungsindustrie, die dem Publikum rund um die Uhr die Liebesbotschaft einhämmert, ist freilich nur selten Liebe als alltägliche Zweisamkeit zu beobachten, als Weggemeinschaft durchs Leben oder gar als Selbstaufgabe in der Familie. Was mit Liebe eigentlich gemeint ist, ist die erotische Akquise, die Welt als Wettbewerbsplattform potentieller Partner: dem Gewinner winkt die große Liebe.

Es versteht sich von selbst, dass hier die Heilslehre des Gottes Liebe und handfeste kommerzielle Interessen reibungslos ineinandergreifen, denn an der notwendigen Optimierung der Wettbewerbsqualitäten verdienen viele mit. Der Körper ist in diesem Spiel das entscheidende Kapital, er muss in Form gebracht werden mit Diät, Fitness, Schminke, Frisur, Rasur und Waxing – vielleicht auch mit plastischer Chirurgie. Aber hat sich die Investition am Ende etwa nicht gelohnt, wenn sie hilft, die große Liebe zu finden? Muss man dem Zufall nicht manchmal ein bisschen auf die Sprünge helfen? So argumentieren alle, die am Geschäft mit der körperlichen Wertschöpfung und datenbankgestützter Partnervermittlung verdienen. Sie senden eine in sich völlig widersprüchliche Doppelbotschaft, die das Publikum nicht durchschaut: Einerseits soll die Liebe eine überirdische und übermenschliche Erfahrung sein, das unverhoffte Aufblitzen eines Götterfunkens im menschlichen Leben. Andererseits soll sie aber doch so gut planbar sein, dass man sich auf dem Weg zum Glück am besten den erfahrenen und stets kundenfreundlichen Profis anvertraut, die von der Brustvergrößerung bis zum Speeddating alles im Angebot haben, was der bald sicher glücklich Verliebte unbedingt braucht. Dass die fast industrielle Organisation dieses Geschäftes gerade erst richtig Fahrt aufnimmt, zeigen die rasant wachsenden Partnervermittlungen im Internet.

Natürlich hat das alles mit dem Alltag des Lebens wenig zu tun. Der Teil der Wirklichkeit, der nicht ins Bild passt, kommt in Werbung, Filmen und Songs nicht vor. „Es wird abgeblendet, bevor die Geschichten mit den Problemkindern, den sterbenden Eltern, dem eigenen Verfall und Verlust, der Arbeitslosigkeit, den Falten und Oberschenkeldellen kommen. Und unser Leben besteht – besonders ab 40 – zum großen Teil aus diesen Themen. Da wird es plötzlich ziemlich egal, was für ein schickes Brautkleid man mal getragen hat“, sagt die Philosophin Ohana.

Zu den Kollateralschäden der Ersatzreligion Liebe gehören aber auch die vielen Menschen, die allein sind. Ihr Leben wird als defizitär wahrgenommen. Man vermutet, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Dass jemand freiwillig einen anderen als den Weg in die Partnerschaft geht, ist schlechterdings unverständlich. Dass jemand einen geeigneten Partner nicht gefunden hat, gilt als sein ganz persönliches Versagen. So oder so, er hat von seiner Umwelt bestenfalls Mitleid zu erwarten.

Wer dagegen sagt, er handele nun einmal aus Liebe und folge einfach seinem Gefühl, kann immer mit Verständnis und Zustimmung rechnen, auch wenn darüber ganze Familien zerbrechen, wenn der Mann seine Frau für eine Jüngere verlässt oder jemand zum fünften Mal heiratet. Wer sich auf die Liebe beruft, beschwört eine höhere Macht, die über jeden Zweifel erhaben ist. Vielsagend ist der Fall des Augsburger Professors für Moraltheologie Klaus Arntz. Als der katholische Priester 2012 im Gottesdienst bekanntgab, dass er sich verliebt habe (und zwar in eine verheiratete Frau mit zwei Kindern) und deshalb nun sein Priesteramt niederlegen werde, reagierte die Gemeinde nicht etwa schockiert, sondern mit stehenden Ovationen. Merke: Wer den Gott Liebe für sich in Anspruch nimmt, hat immer recht.

Warum hat die 28 Jahre alte Meharit Kifle den 90 Jahren alten Biermillionär Bruno Schubert geheiratet? Was trieb den 56 Jahre alten Ole von Beust in die Arme eines 18 Jahre alten Gymnasiasten? Wieso opferte der schleswig-holsteinische CDU-Vorsitzende Christian von Boetticher seine politische Karriere für eine 16-Jährige? Klar doch: Love, Love, Love!

Religionskritik hat es dagegen schwer. Wer seine Stimme gegen den quasireligiösen Liebeskult erhebt, hat ganz schlechte Karten. Er gilt entweder als herzloser Technokrat, unromantisch und gefühlskalt, oder man mutmaßt, dass er selbst wohl nicht die Richtige gefunden hat und deshalb anderen ihre glückliche Beziehung neidet. Wer darauf hinweist, dass Liebe eigentlich etwas ganz anderes ist als die schrille, immer leicht überdrehte Liebe unserer Populärkultur, wer von caritas et amor spricht oder gar von Nächstenliebe, steht als Moralapostel und Wichtigtuer da. Oder er wird mit der Gretchenfrage der Moderne konfrontiert: „Glauben Sie etwa nicht an die große Liebe?“ Es ist also doch eine Glaubensfrage.

Zu den trotzdem unverdrossenen Religionskritikern gehört Christiane Rösinger, die erst Lieder und dann ein ganzes Buch über die Überhöhung der romantischen Liebe geschrieben hat. Was sie sagt, ist eigentlich banal, aber unter den gegebenen Umständen doch fast schon revolutionär: „Die Liebe spielt sich als große Sinngeberin auf und gaukelt Erlösung durch Verpaarung vor. Sie ist zur Ersatzreligion geworden, sie gibt vor, alle Sinnfragen beantworten zu können. Sie tut so, als ob nur sie die nötige emotionale Grundversorgung liefern könnte. Sie ist die Ideologie, die hinter der Idee des Paares steht, und in unserer paarzentrierten Gesellschaft gibt es nur einen Status, der zählt: Teil eines Paares sein.“

Eine Frage ist noch offen: Ist der Mythos Liebe nicht wenigstens dafür gut, den Menschen aus seinem Egoismus herauszuführen? Ist die Sehnsucht nach Partnerschaft nicht immer noch besser als die Selbstsucht? Die Antwort lautet: Diese Art der Liebe ist nur scheinbar eine Überwindung der eigenen Grenzen. In Wahrheit handelt es sich um eine Fortsetzung der Ich-Bezogenheit mit anderen Mitteln, denn die Triebkraft, die wirkt, ist ja, wenn man ehrlich ist, gar nicht der Wunsch zu lieben, sondern der, geliebt zu werden.

Die Vergötterung des Anderen geht Hand in Hand mit der Vergötterung des eigenen Ich, das immerzu gepflegt und in seinem Marktwert erhalten werden muss. Das erfolgreiche Objekt meiner Liebe bestätigt nur meine eigene Großartigkeit; unser zur Schau gestelltes Liebesglück schmeichelt niemandem so sehr wie mir selbst. „Die erotische Liebe ist die trügerischste Form der Liebe“, schrieb Erich Fromm, „diese Art der Liebe ist in Wirklichkeit ein Egoismus zu zweit.“ Die wichtigste Voraussetzung, einen anderen Menschen lieben zu können, meint Fromm, wird so gerade nicht geschaffen: die Überwindung des eigenen Narzissmus.

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Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das Gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Stupidity is demonstrated by people lacking knowledge they could achieve.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice attempt to avoid upsetting fools unwilling to face the truth.

Antisemitism is when one blames Jews or Israel for issues, he does not blame others.

Craziness is, when one always does the same but expects different outcome.

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human.

A man with roots should go for a pedicure.

Gutmenschen (benevolent people) are those who intend to appear good-hearted, yet unscrupulously exploit the conscience of others to serve their own purposes via self-staged outrage.

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

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Der Sittenwächterstaat schlägt immer mehr zu, der Tugendterror greift um sich

Der Sittenwächterstaat schlägt immer mehr zu, der Tugendterror greift um sich, bald werden Frauen, die Lust empfinden, wenn ihre Kinder an ihren Brustnippeln saugen, auch von Staatsanwälten wegen sexuellen Kindermißbrauchs angeklagt und der Besitz und Betrachtung eines solchen Bildes, wie Amor als Sieger von Michelangelo Merisi da Caravaggio, 1602, Öl auf Leinwand, 156 cm × 113 cm, Staatliche Museen zu Berlin, wird dann auch strafbar. Deutschland entfaltet seine eigene Scharia.

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Pädophilie-Debatte: Ja, wer sind denn diese Kinder?

Von Ulf Erdmann Ziegler

Woher eigentlich kommt die Idee von der Reinheit des Kindes?

 

Justizminister Heiko Maas (SPD) will Bilder nackter Kinder tabuisieren und unter Strafe stellen. Kann man wirklich so Kinder schützen? Längst hat die Selbstzensur eingesetzt, wenn etwa Väter vor Kollegen nicht mehr wagen zu erwähnen, dass sie mit ihren Kleinkindern in die Badewanne steigen, schreibt Ulf Erdmann Ziegler in seinem Essay.

Die Vorstellung, dass Kinder etwas Besonderes seien, fast so etwas wie eine eigene Spezies, ist relativ neu. Kinder dürfen nicht zur Arbeit gezwungen oder zu Arbeitszwecken ausgeliehen, sie sollen nicht hungern und nicht in den Krieg geschickt werden. Sie sollen lernen und spielen, oder besser noch spielend lernen. Diese Vorstellungen vom Kind und seiner Wohlfahrt sind nur wenige Jahrhunderte oder Jahrzehnte alt und haben sich keineswegs rasend schnell durchgesetzt. Selbst an das Prügeln in der Schule können sich manche Bundesbürger, die jetzt noch nicht das Rentenalter erreicht haben, erinnern, und in Ostdeutschland wurden Jugendliche in eine Organisation gedrängt, die sie früh zu Reservesoldaten geschmiedet hat. Schlimm ging es zu in westdeutschen Heimen, die oft den Kirchen unterstanden, in denen Kinder geschlagen und in Keller gesperrt und in anderer Weise zutiefst gedemütigt wurden. Diese Sorte brutaler Repression war im Prinzip gemeint, bis vor gar nicht langer Zeit, wenn man vom „Missbrauch“ von Kindern sprach.

Dass Kinder Erwachsenen nicht gehören, dass man sie nicht verbiegen, brechen, beschädigen darf, das muss jede Generation von Erwachsenen aufs Neue lernen. Wenn es einen Fortschritt überhaupt geben soll, würde das bedeuten, dass jede Generation einen Vorgriff leistet – also etwas geben können muss, was sie selbst nicht bekommen hat.

Das Kind als Idol?

Kein Wunder, wenn die Idee vom Kind bisweilen verformt wird in ein Ideal des Kindes, und dann ist es bis zum Kind als Idol nicht mehr weit. Vor etwa zwei Jahrzehnten begannen Lehrer zu beobachten und zu beklagen, wie Eltern ihre Kinder vehement gegen vermeintliche Ungerechtigkeiten der Schule in Schutz nahmen, was nur der Beginn eines Mentalitätswandels war. Denn bald entdeckten Eltern, dass ihre Kinder hochbegabt, sensibel, einzigartig oder nahezu unfehlbar waren, und wenn die Eltern sich trennten, wurde dieser merkwürdige narzisstische Brennpunkt der Familie, eben das Kind als Idol, nicht etwa in Frage gestellt. Im Gegenteil, je abgründiger und kriegerischer eine Scheidung, desto besser, reiner und begehrenswerter wird das Kind. Gewissermaßen im Vergleich.

Die zunächst eher intime Idolatrie um das Kind haben sich inzwischen Politiker, aber auch Wissenschaftler und Publizisten zu eigen gemacht, eigentlich alle, die öffentlich sprechen und nach „credibility“ baggern. Es gibt kein Gespräch mehr um die Rolle des Kindes, das nicht unversehens auf die eigenen Kinder des Sprechers gelenkt wird, da gibt es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Warum sagt der Publizist eigentlich nicht (oder nicht mehr): „Als ich Kind war…“, sondern „Wie sich jüngst im Gespräch mit meinem Sohn herausstellte…“? Wer sind sie denn, diese Kinder, die ununterbrochen aufgerufen werden als Zeugen der Kindheit?

„Babyboomer“: Einfach da und nichts Besonderes

Den Ausdruck „Babyboomer“ habe ich zum ersten Mal gehört, als ich schon längst im Berufsleben war, aber er meint meine Generation: das Aufwachsen in einer Kinderschar. Schon deshalb, weil wir viele waren in den sechziger Jahren, schien die Welt der Kinder groß und weit. Wir waren keine Nachkriegskinder mehr, wir waren gut genährt, hatten jedes ein eigenes Fahrrad, und wenn im neuen Schuljahr ein neues Lehrbuch gebraucht wurde, dann wurde dieses 34 mal ausgeteilt. Darin eingedruckt war der Hinweis, man möge mit dem Buch sorgsam umgehen und nichts dort hineinschreiben, denn es sei von den Steuermitteln der Eltern – „Deine Eltern“, hieß es – bezahlt und würde selbstverständlich im nächsten Schuljahr wieder gebraucht.

Die wenigsten von uns hatten irgendeine Vorstellung davon, ob wir gewollte oder ungewollte Kinder waren, ja, was das überhaupt sein könnte, gewollt oder ungewollt zu sein. Auch fiel uns gar nicht auf, wie mit nur wenigen Jahren Abstand eine Kinderlücke entstand, was also schließlich das Ende der Kinderschar ausmachte. Später wunderten wir uns über Phänomene wie den Abenteuerspielplatz oder die Projektwoche, so etwas hatten wir nicht gehabt. So wichtig nämlich waren wir gar nicht gewesen. Wir waren einfach da, oder so kam uns das vor.

Pornografie nicht vorgesehen

Die Achtzehnjährigen durften nun schon wählen, und auch wir, die Teens, versuchten die Debatten des sozial-liberalen Aufbruchs zu verstehen. Wesentliche Dinge wurden ohne uns entschieden, wie die Straffreiheit der frühen Abtreibungen; das Ende der polizeilichen Verfolgung von Homosexuellen; die Abschaffung der Schuldzuweisung bei Scheidungen. Und es gab eine andere, merkwürdige Novität unserer Generation, was mir erst aufgefallen ist, nachdem der amerikanische Schriftsteller Nicholson Baker es kürzlich in einem Interview erwähnt hat: Wir waren die Ersten, die erste Generation, die noch in der Jugend mit kommerzieller Pornografie in Berührung kam, obwohl das offiziell nicht vorgesehen war, ganz im Gegenteil. Weil das aber nicht vorgesehen war, gab es dabei keine umstürzlerische Absicht und keinen pädagogischen Plan. Der Hauch einer Anarchie des Schauens. Halten wir das einmal fest.

Das Wort „Emanzipation“ war viele Jahre einseitig besetzt, es meinte nur die Emanzipation von Frauen. Wörtlich heißt Emanzipation, sich aus einer Hand heraus zu begeben, und das war die Hand des Patriarchats. Bald aber gab es schrille Paraden homosexueller Männer in den Metropolen, weinende Fußballer auf dem Spielfeld und – um ein etwas entlegenes Beispiel zu wählen – eine Organisation „kritischer Polizisten“. So wurden Veränderungen angestoßen.

Zwei historische Uhren

Vergleicht man die Emanzipation von Männern, die sich nun offensiv „Schwule“ nannten, mit der Emanzipation von Frauen, bekommt man fast den Eindruck, es gäbe zweierlei historische Uhren. Die Straffreiheit bei Abtreibungen war politisch keineswegs leicht zu haben und bedeutete auf dem Pfad der Emanzipation von Frauen – „Mein Bauch gehört mir!“, hieß das damals – nur eine allererste Etappe. Vierzig Jahre später leben in der Bundesrepublik viel zu viele alleinerziehende Frauen in prekären Verhältnissen, denen die Rückkehr ins Berufsleben, auf dem Niveau ihrer Ausbildung, versperrt ist; aus einer Reihe von Gründen, und diese Gründe sind, in ihrer Summe, der Beleg einer politisch und wirtschaftlich steckengebliebenen Emanzipation.

Dagegen nun die rasende Epochenuhr der schwulen Revolte und ihrer Folgen: Die Straffreiheit homosexueller Handlungen war so etwas wie der Fall der Mauer, und schon begann eine neue Ära. Das Drama des Coming-outs soll hier nicht geleugnet werden, aber das Coming-out ist eben doch die eine direkte Tür in die gay community, die sich in den Metropolen deutlich beflaggt hat und wirtschaftlich ziemlich erfolgreich ist. Dabei war es lange eine Selbstverständlichkeit, dass man keine Kinder haben wollte, ja, keine Kinder zu haben gehörte zum Lebensstil und war Teil des Projekts unter dem Symbol des Regensbogens. Staunend und amüsiert hat Edmund White beschrieben, wie die Schwuchteln des homosexuellen Untergrunds in New York sich nach 1969 fast ausnahmslos in Ledermänner und Pseudocowboys verwandelten, also die männliche Seite begehrten und zur Schau stellten.

Homosexuelle Emanzipation geht im Establishment auf

Die gay community entstand urknallmäßig als Welt der Erwachsenen und hat eine Vorgeschichte fast vergessen gemacht, die gewiss 150 Jahre in der teils nur verdeckten, teils verbotenen Kultur homosexueller Männer eine gar nicht so kleine Rolle spielte, nämlich die Neigung zum Knaben. Diese wurde untergebracht im Depot der Bilder eines alten Griechenlands, inklusive Dichtung und Ruinen. Die römische Variante war auch sehr beliebt. Tatsächlich war, in Frankreich zum Beispiel, um einen homosexuellen Mann zu bezeichnen, das Wort „pédé“ geläufig und wird auch heute noch verstanden, so als wäre die libidinöse Ausrichtung auf das eigene Geschlecht eine pädosexuelle. Interessanterweise war es Michel Foucault – nachdem er den libertären Rausch der Ledermänner in San Francisco selbst erlebt hatte – der sich die griechischen Quellen als Historiker der Psyche erschloss und zu dem Schluss kam, dass der Kult um die Verehrung des Knaben eben doch um ein entscheidendes Tabu gebaut war. Es lautete, dass der Knabe nicht nachgeben durfte. Das kam auch vor, aber dann verlor er seine Ehre und wurde zum Gespött der Polis.

Als vor etwa zehn Jahren bekannt wurde, wie viele katholische Priester sich an Kindern, Jungen zumeist, vergangen hatten, und schließlich auch die Kirche nicht mehr anders konnte, als die Beschuldigten zur Rede zu stellen und den Betroffenen Entschädigungen anzubieten, wurden diese Seltsamkeiten behandelt, als gehörten sie nicht zur Geschichte der Homosexualität. Denn die schwule Emanzipationsbewegung war längst aufgegangen im Establishment, Schwule waren eben weder heimlich noch waren sie „pédé“. So fehlte der Haken oder der rechte Ansatz, mit der Homosexualität von Priestern abzurechnen, ein Weg, der unweigerlich zum Ende des Zölibats hätte führen müssen.

Unwort „Kinderpornografie“

Eine echte, manifeste sexuelle Fixierung auf Kinder ist nämlich eine rare Sache. Dies hat das Modewort Pädophilie verdeckt. Das Wort taugt deshalb nicht viel, weil es keinen Unterschied macht zwischen Kindern und Jugendlichen, zwischen eingebildeten und realen Handlungen, zwischen Personen auf der einen Seite und deren Bild auf der anderen. Das Wort Pädophilie ist ein mentales Portal geworden, hinter dem sich manche begründete Annahmen mit vielen frei schwebenden Fantasien vermischt haben. Dazu gehört auch der Ausdruck „Kinderpornografie“, der selbst in seriösen Nachrichtensendungen fast täglich gebraucht wird, indem es ständig heißt, ein früherer Bundestagsabgeordneter oder der Lehrer einer berühmten Schule sei in den Verdacht geraten, so etwas zu besitzen. Der Verdacht allein hält das Wort in Umlauf. Aber ist es nicht ein Unwort? Ich werde mir die Freiheit nehmen, im folgenden vom K-P-Wort zu sprechen.

So hatte sich unsere rot-grüne Regierung vor zwölf Jahren daran gemacht, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, ein so umfassendes Gesetz, wie die Amerikaner es bereits hatten und die EU es nun mehr oder weniger vorschrieb. Damals kursierte das Gerücht, und das Gerücht gab sich wie Gewissheit, „überall im Netz“ wären solche Bilder zu finden. Treffender wäre es gewesen festzustellen, dass Leute, die solche Bilder herstellen oder suchen, wie viele andere auf dem neuesten Stand der Technik sind. Ob es eine Postsendung ist, ein Email-Anhang oder eine Autofahrt zu einem Komplizen – das ist doch egal. Das Internet ist nicht dran schuld. Wichtig ist nur, ob es vernünftige Mittel gibt, solche Aktivitäten zu unterbinden oder jedenfalls einzuschränken.

Alles Unmögliche bedacht

Nun haben wir also seit dem Jahr 2003 ein Gesetz oder genau genommen zwei, nämlich den Paragrafen des Strafgesetzbuches Nr. 184b, der sich auf Kinder, und einen mit der Nr. 184c, der sich auf Jugendliche bezieht. Dort wird mit einer Freiheitsstrafe bedroht, wer „pornografische Schriften, die sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern zum Gegenstand haben, verbreitet“. Aber nicht nur „verbreitet“, sondern auch „öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht“, und nicht nur das, sondern auch „herstellt“, was denn sonst. Aber nicht nur „herstellt“, sondern auch „bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt“, und das kann einen immerhin fünf Jahre ins Gefängnis bringen. Mit zwei Jahren kommt davon, wer – nein, nicht etwa solche Schriften besitzt –, sondern allein wer es „unternimmt, sich den Besitz […] zu verschaffen“.

So hat der Gesetzgeber ein deutliches Wort gesprochen. Man hat wirklich, wie gute Juristen das tun, an alles Mögliche und Unmögliche gedacht, nur nicht daran, was es bedeutet, das Wort „kinderpornografisch“ in die Welt zu setzen.

Gedankenlose Medienfolklore

Nun ist es aber da, das K-P-Wort, und meint, übrigens, alle vom Neugeborenen bis zum Jungen oder Mädchen von dreizehn Jahren. Das ist nicht allzu überraschend, weil die Paragrafen zum sexuellen Missbrauch, die älter sind, auch mit dieser Altersgrenze operieren. Die Bewertung eines Missbrauchs, aber auch der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von pornografischen Schriften verläuft anders, wenn es sich um „Personen von vierzehn bis achtzehn Jahren“ handelt, denn da fällt jeweils das Strafmaß deutlich niedriger aus, und es ist auch nicht schwer zu raten, warum. Merkwürdig aber, dass eine sogenannte Jugendpornografie es nie bis in die Nachrichten schafft, in der Debatte kaum erwähnt wird, während das K-P-Wort, das Kinderwort, inzwischen so verbreitet ist und so gedankenlos aufgerufen wird, dass es nicht abwegig wäre, von Medienfolklore zu sprechen. Aber ist es klug, so ein Wort alltäglich zu gebrauchen, wo doch Kinder auf alles anspringen, was Kinder im Namen führt: Kindergarten, Kindergeburtstag, Kinderschokolade?

Der Gesetzgeber jedenfalls hat selbst für krasseste Verfehlungen den Unterschied zwischen Kindern und Jugendlichen aufrecht erhalten. Auch wenn es im Alltag vernünftig sein mag, Mittelstufenschüler „Kinder“ zu nennen, ist die Unterscheidung sehr wichtig, wenn es um den heiklen Schnittpunkt mit der Sexualität von Erwachsenen geht. Alle Bilder, die Kinder gewollt in einen sexuellen Zusammenhang bringen, sind im Kern Missbrauch. Das ist schmerzlich auch dann, wenn kindliche Nacktheit, die Unbefangenheit und Freiheit ausdrückt, gewaltsam in einen falschen Kontext gerückt wird. Sigmund Freuds Beobachtung, dass es eine kindliche Sexualität gebe, meint ja gerade nicht, dass sich Erwachsene daran bedienen dürften, sondern im Gegenteil, dass die ureigene Konstellation einer kindlichen Libido anerkannt und geschützt werden muss. Denn das Kind wird aus sich heraus die Leistung vollbringen müssen, sein exzessives Begehren – der mythische Kern: den Vater zu töten, um die Mutter zu besitzen – zu relativieren und für etwas zu opfern, das man Zukunft nennt. Die Zukunft besteht in der Transformation der sozialen Rolle. Missbrauchten Kindern fällt das schwer.

Erotik mit Jugendlichen: Heikles Equilibrium

Nun ist es natürlich eine heikle Frage, wann das Kind kein Kind mehr ist. Nach dem Gesetz mit vierzehn Jahren, aber das Schema taugt in der pädagogischen Praxis nur bedingt. Sehr behütete Kinder sind oft mit vierzehn noch sehr kindlich, weniger behütete Kinder verlassen den kindlichen Garten oftmals früher. Jugendliche haben eine eigene, wenn auch nicht immer zutreffende Vorstellung von sexuellen Dingen, und sie übernehmen erotische Codes, die sie sich gezielt und bisweilen auch gekonnt aus Filmen, Shows und Magazinen abschauen.

Erwachsene, die mit Jugendlichen erotisch anbändeln, müssen etwas verstehen von dieser Zwischenwelt, diesem heiklen Equilibrium. So wie jener deutsche Filmemacher namens Markus R., der vor fünf Jahren in einem nordwestrumänischen Dorf auftauchte, in einem Garten einen Pool errichtete, um den Pool einen Zaun, und dann halbwüchsige Jungen dazu brachte, jene pseudogriechischen Spiele aufzuführen, von denen man dachte, sie wären längst ausgestorben. Dieser merkwürdigen Geschichte, in der ein neugieriger Schäfer, der durch einen Zaun linst und sich sehr empört, eine wichtige Rolle spielt, ist der Reporter Stefan Klein für die Süddeutsche Zeitung nachgegangen und hat berichtet, was man dort über die Ereignisse jenes Sommers heute denkt. Einen der betroffenen Jungen, dann neunzehn Jahre alt, hat Klein gefragt, was er dem pädophilen Filmemacher heute sagen würde, wenn er ihn träfe. Der junge Erwachsene deutet an, ihm sei schon klar, dass er dem „Gespött preisgegeben worden [ist] hier im Dorf“, und das würde er ihm sagen. Und für den Rest der Angelegenheit besteht er darauf, mit dem Abstand eines halben Jahrzehnts: „Er hat uns nicht gezwungen, uns auszuziehen. Er hat uns gebeten.“

Begründete Sorge oder moralischer Kolonialismus?

Die gründliche Reportage, prominent platziert, war notwendig geworden, weil „die rumänischen Jungen“ in der deutschen Debatte um die Rechtmäßigkeit von Publikationen, die nackte Jugendliche zeigen, dabei waren, ein gängiger Topos zu werden, ja fast zu einem Argument. Die Argumentation lief so: Eigentlich wären neue Gesetze, die den Besitz von Bildern nackter Kinder – auch der eigenen – strafrechtlich kontrollieren wollen, nicht wünschenswert. Da es aber offensichtlich um solche Bilder herum ein internationales Gewerbe gebe, und jedes Bild schließlich ein reales Modell als Quelle habe – siehe „die rumänischen Jungen“ – sei es möglicherweise doch notwendig.

Jener Markus R. übrigens wurde schließlich in Rumänien festgenommen, verhört und zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Behauptung, frische, deutsche Gesetze wären vonnöten, um Jungen in Osteuropa zu schützen, müsste man zumindest hinterfragen. Vielleicht verbirgt sich im Kern dieses Gedankens sogar eine Form von moralischem Kolonialismus.

Magersüchtige Prinzessinnen im Junkielook

Die sogenannten Modelle sind in dieser Debatte deshalb so wichtig, weil hier die sanfte Seite eines jeden Menschen berührt ist, nämlich das Mitleid. Seit Wochen sieht mich ein dunkles Mädchen mit großen Augen von meinem Bildschirm aus an, und die UNICEF legt mir nah, ich könne es retten. Obwohl ich weiß, dass ich nicht das Kind retten werde, das auf dem Bildschirm zu sehen ist, bleibt ein solches Engagement wahrscheinlich der richtige Weg, ein bisschen zu verändern und sein Gewissen zu beruhigen.

Thomas Fischer, Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe, hat sich in einem Aufsatz in der ZEIT radikal dagegen ausgesprochen, Wohlstandsideen von Rechtschaffenheit im Weltmaßstab anzuwenden. Das hat er so ausgedrückt:

„Der Schutz der Kinder, namentlich der unterprivilegierten, der […] in Containern hausenden, der bettelnden, stehlenden, der frühreifen, armen Kleinen in Rumänien und Afghanistan, Kolumbien und Tansania, liegt uns am Herzen wie sonst nichts auf der Welt. Mögen sie ihr Dasein fristen auf den Müllhalden unseres Reichtums, so wollen wir doch zumindest ihre Seelen retten und ihre Menschenwürde!“ In der Tat klingt in Richter Fischers Polemik kulturkritischer Ekel, ja westlicher Selbsthass an, wenn er das Bild junger Frauen im Fashionbusiness und in den Lifestylemedien dagegenhält: „Da leben unsere magersüchtigen kleinen Prinzessinnen; im Junkielook gestylte minderjährige Luder, rund um die Welt gecastet und mit zwanzig vergessen.“

Sinn und Unsinn der Altersgrenze

Ich selbst, stammend aus der letzten halben Dekade der Babyboomer, kann mich noch gut erinnern an die Beklemmungen der Nachkriegszeit. Allerdings, noch bevor ich ins Gymnasium kam, war die Welt halbwegs auf den Kopf gestellt. Raten musste ich, was „Entfremdung“ heißen könnte, was das Wort „Konsumterror“ wohl bedeutete oder was bestimmte Frauen mit „Chauvinismus“ meinten. Kaum war ich erwachsen geworden, galt von nahezu allem, was bei meiner Geburt noch feststand, das Gegenteil. Fasziniert und nicht ohne Neid beobachtete ich die nachwachsenden Kinder, die ihren schokoladeverschmierten Mund nicht mehr sauber machen mussten, wenn sie zu den Erwachsenen zurückkehrten.

Es ist zwecklos, sich ein goldenes Bild einer Kindheit zu schmieden und dieses in die Schauvitrine zu stellen, und dann zu sagen, das Kind wisse zum Glück nichts von den Lüsten dieser Welt. Diese Ikone manifester Unschuld überdauert keine Jugend, keine reale jedenfalls. Die Altersgrenze des Gesetzes bleibt eine zwar notwendige, jedoch künstliche feste Größe. Man ist nicht verletzlich und schutzbedürftig bis zum Alter von siebzehn Jahren und 364 Tagen, und ab dem nächsten Tag urplötzlich in der Lage, sich in einer vertraglich gesicherten Gesellschaft von hedonistischen Extremen erfolgreich zu bewegen.

Emanzipation muss sich ins konsumistische Korsett zwängen

Kritische Soziologen haben schon früh darauf hingewiesen, dass in einer Gesellschaft, die den freien Warenverkehr will und begünstigt, jede erfolgreiche Emanzipationsbewegung die Früchte ihrer Freiheit damit erkauft, ins Register williger Konsumenten eingetragen zu werden. Als da wären Zweitautos, Drittfernseher, Fernreisen, biologisch-organische Lebensmittel, um nur mal die Tendenzen der achtziger Jahre zu nennen, jenes Jahrzehnts, das auf die großen emanzipatorischen Anstrengungen folgte, und noch bevor die Lebenswelt vom persönlichen Computer geprägt wurde, in dem sich heute eine objektiv-globale Seite mit einer individuell-konsumistischen in Sekundenschritten verknüpft, oft sogar gegen den Willen des Users.

Gar nicht zu reden von Tätowierung und Piercing, Kontaktbörsen und Swingerclubs, Gay-pride- und Loveparade, sämtlich Phänomene, die vielleicht eine emanzipatorische Wurzel hatten, sich aber verselbstständigt haben. Die nächsten Emanzipationen sind schon angemeldet: Leihmutterschaft und Sterbehilfe. Und auch dahinter warten, selbst wenn es erst einmal unwahrscheinlich klingt, neue Märkte und auch neue Anwendungen von Medien. Eine „Willst-du-sterben?“-App zum Beispiel, mit den wichtigsten Kontaktadressen.

Die Scheinwelt des Einverständnisses

Wie wird die westliche Welt damit fertig? Nun, indem sie den Radius dessen, was ein Einzelner tun oder zulassen darf, so groß zieht wie nur irgend möglich. Um das Tun von Erwachsenen gegen den Umgang mit Kindern abzugrenzen, hat die amerikanische Gesellschaft das Wort „consent“ herauspräpariert; es ist auch ein Modewort geworden. Gemeint ist dies: Wenn es darum geht, was Erwachsene wollen, ist im gegenseitigen Einverständnis fast alles erlaubt – die Grenze liegt so ungefähr beim Kannibalismus.

Aber unter der Vorstellung, alles sei möglich, lauern Illusionen. Nur so kann man sich die krasse Schere erklären zwischen den zahlreichen Strafanzeigen, die aus Paarbeziehungen herrühren, und den im Vergleich wenigen Verurteilungen wegen Vergewaltigung, die daraus resultieren. Im Kern des rechtlichen Konstrukts schlummert die Vorstellung, dass es nichts koste, sich alles zu nehmen, wenn es nur auf der Gegenseite eine rettende Insel gäbe, die der Unverletzlichkeit. Man will beides, und Frau auch, nämlich die Abwesenheit einer uns gängelnden Moral, und auf der anderen Seite die absolute Souveränität. Kein Gericht kann die Gesellschaft davor retten, dass ihr Freiheitsbegriff auf eine Paradoxie gebaut ist, oder noch unheimlicher, wenn es keine Paradoxie sein sollte, sondern Ambivalenz. Soviel zur Wackligkeit eines Einverständnisses – „consent“ – unter Erwachsenen.

Um welchen Preis kassieren wir Freiheiten?

Was nun die Kinder betrifft, sind sich – fast – alle darin einig, dass sie nicht auf Augenhöhe von Erwachsenen mit irgendetwas einverstanden sein können. Unter dieser Auffassung hat sich bis vor wenigen Jahrzehnten die Vorstellung verborgen, dass Kinder eben unmündig seien, dass man sie also bevormunden und auch unterdrücken müsse. Im Schatten solcher Vorstellungen gedieh auch der Missbrauch, teils sexueller Missbrauch, teils schiere Gewalt. Es bedurfte einer enormen gesellschaftlichen Kraftanstrengung, um dem auf den Grund zu gehen. Glücklicherweise beantworten heute von den Erwachsenen, die gefragt werden, ob sie als Kinder missbraucht wurden, deutlich weniger die Frage mit „Ja“ als noch vor zehn Jahren. Vielleicht sind wir dabei, das Schicksalsband zu durchtrennen, das schmerzhafte Erfahrungen in der Kindheit mit einem schwierigen Erwachsenenleben verknüpft.

Und an dieser Stelle steigen natürlich jene ein, wie unser Justizminister, die glauben, man müsse irgendwelche Bilder nackter Kinder tabuisieren und unter Strafe stellen. Mit einer überwältigenden Parlamentsmehrheit hinter sich hat er ein Gesetz in Vorbereitung, das es bei Strafe verbieten will, das Bild eines nackten Kindes käuflich zu erwerben, und nicht nur das, sondern auch, Bilder nackter Kinder überhaupt irgendjemandem zugänglich zu machen. Was der politische Kommentator Heribert Prantl auf die Formel gebracht hat: Es sei natürlich dann jeder Familie weiterhin überlassen, das Bild vom Sommerstrand in den eigenen vier Wänden hängen zu haben. Schon aber, wenn der Handwerker käme, müsse man mit einer Strafanzeige rechnen. Falls der Handwerker die Absicht hätte, an anderen Dingen herumzuschrauben als an Leitungen und Rohren, nämlich am Gesellschaftsvertrag, das Kind betreffend. Schon ist die zentrale Frage berührt, welche Freiheiten ein weiteres Gesetz kassiert, das aus aufgeschlossenen und sorgenfreien Bürgern solche macht, die von engstirnigen Behörden zu Sittlichkeitsverbrechern stilisiert werden. Genauer: Stilisiert werden werden. Wenn das Gesetz so kommt, wie der Minister Heiko Maas es sich ausgedacht hat – unter keineswegs neutralen politischen Voraussetzungen, allerdings.

Gesetz verleitet zur Instrumentalisierung

Ein Gesetz gegen Bilder von nackten Kindern und ein weiteres gegen die von Jugendlichen wird uns in der Strafrechtspraxis eine Dekade verfolgen, mindestens. Es wird Verdächtigungen geben, Anzeigen, Hausdurchsuchungen, Prozesse und Urteile, und der entscheidende Punkt wird sein, dass dann ein Freispruch nicht mehr hilft. Also was bedeutet ein solches Gesetz: die allerletzte Verfeinerung einer Emanzipation, die quasi im Namen der Kinder geführt wird? Oder wird dies die neue und praktische Waffe im Scheidungskampf? Wird der fröhliche Knipser der Familie lernen müssen, dass nur Künstler das dürfen, was ihn zum Kriminellen macht? Wollen wir, dass Bilderarchive von Staatsanwälten durchsucht und bereinigt werden? Kann man wirklich so „Kinder schützen“? Oder befinden wir uns mitten in einem gewaltigen, gesellschaftlichen Rollback, der Anfang eines Booms der Beschämung?

Längst hat die Selbstzensur eingesetzt, wenn zum Beispiel Väter vor Kollegen nicht mehr wagen zu erwähnen, dass sie mit ihren Kleinkindern in die Badewanne steigen. Da fängt es an.

Das von allen Charakterzügen bereinigte Kind

Es kann schon sein, dass es per Gesetz irgendwie möglich wäre, die Zirkulation schlüpfriger Bildchen zu unterbinden. Und dann? Ist die Pädophilie dann weg? Oder brauchen wir dann neue Gesetze gegen Menschen, die Achtjährigen begehrlich hinterherschauen? Es ist immer gefährlich, wenn eine Gesellschaft sich vornimmt, gegen sämtliche Kosten und trotz aller Nebenwirkungen alles richtig zu machen. Dann werden die Hebel der Macht von den Vernünftigen preisgegeben, damit Zeloten sie bedienen. Und wenn man in zehn Jahren beginnt zu begreifen, dass der Schaden größer war als der Nutzen, ist die Kindheit derer, die jetzt Kinder sind, vorbei.

Nicht nur an dem Gesetzesvorhaben, sondern auch an den Kommentaren und Polemiken in Talkshows zeigt sich, was „Kinder“ in einer hedonistisch durchgeformten Gesellschaft darstellen: das von allen Charakterzügen bereinigte Bild von Unschuld. Wir sind offensichtlich dabei, uns einen Engelchenkomplex zuzuziehen. Die Wut auf den Blick des Pädophilen, der das Kind nicht als Kind anerkennt, führt bei den anderen zu einer partiellen Blindheit. Eine ganze Gesellschaft ist dabei, wie der Sexualforscher Martin Dannecker gewarnt hat, sich einen „pädosexuellen Blick“ aufdrängen zu lassen. Wer jetzt Kind ist, hat das längst erspürt. „Sekundäre Scham“ würde ich das nennen. Das K-P-Wort, längst mediales Dauerfeuer. Es wird bei weitem zuviel und mit unglücklichen Vokabeln darüber geredet, auch in Familien. Hier schließt sich der Kreis, weil man irgendwann nicht mehr weiß, wovor sich Kinder und auch Jugendliche beginnen zu fürchten, vor der Sache selbst oder vor ihrer unablässigen, nachtschwarzen Beschwörung. Kindliche Nacktheit eignet sich nicht als gesellschaftlicher Kampfplatz. Sie muss unbesehen und unkommentiert bleiben, nur dann erscheint sie als Symbol von Freiheit, etwas, worum man Kinder beneiden darf, ohne sich von ihnen etwas nehmen zu wollen.

Ulf Erdmann Ziegler, Jahrgang 1959, studierte visuelle Kommunikation in Dortmund, Literaturwissenschaft und Psychologie in Berlin. Er war Kunstredakteur der taz und veröffentlicht Essays und Romane sowie Arbeiten zur Kunst und Fotografie. Neu erschienen ist sein Buch „Und jetzt Du, Orlando!“ im Suhrkamp Verlag. Ulf Erdmann Ziegler lebt in Frankfurt am Main.

Manuskripte zur Sendung zum Download:

Manuskript zur Sendung Essay&Diskurs, 13.09.14: Ja, wer sind denn diese Kinder? (PDF)

Manuskript zur Sendung Essay&Diskurs, 13.09.14: Ja, wer sind denn diese Kinder? (TXT)

http://www.deutschlandfunk.de/paedophilie-debatte-ja-wer-sind-denn-diese-kinder.1184.de.html?dram:article_id=293950

 

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das Gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

nivea

Stupidity is demonstrated by people lacking knowledge they could achieve.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice attempt to avoid upsetting fools unwilling to face the truth.

Antisemitism is when one blames Jews or Israel for issues, he does not blame others.

Craziness is, when one always does the same but expects different outcome.

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human.

A man with roots should go for a pedicure.

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

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Godwin’s law / Godwins Gesetz

Web

Godwin’s law (englisch für ‚Godwins Gesetz‘) ist ein Begriff aus der Internetkultur, der von dem Rechtsanwalt und Sachbuchautor Mike Godwin 1990 geprägt wurde. Es besagt, dass im Verlaufe längerer Diskussionen, beispielsweise in Usenet-Newsgroups, mit zunehmender Dauer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einen Nazi-Vergleich einbringt, sich dem Wert Eins annähert.

“As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one.”

„Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion nähert sich die Wahrscheinlichkeit für einen Vergleich mit den Nazis oder Hitler dem Wert Eins an.“ – Mike Godwin

You can tell when a USENET discussion is getting old when one of the participents [sic!] drags out Hitler and the Nazis.

„Sobald in einer Usenet-Diskussion einer der Teilnehmer Hitler und die Nazis auftischt, ist sie am Ende.“ – Richard Sexton

http://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law

Godwin’s law (or Godwin’s Rule of Nazi Analogies) is an Internet adage asserting that „As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches 1″—​ that is, if an online discussion (regardless of topic or scope) goes on long enough, sooner or later someone will compare someone or something to Hitler or Nazism.

Promulgated by American attorney and author Mike Godwin in 1990,[2] Godwin’s Law originally referred, specifically, to Usenet newsgroup discussions.[4] It is now applied to any threaded online discussion, such as Internet forums, chat rooms and blog comment threads, as well as to speeches, articles and other rhetoric.

In 2012, „Godwin’s Law“ became an entry in the third edition of the Oxford English Dictionary.

http://en.wikipedia.org/wiki/Godwin%27s_law

 

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

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Wahnsinn bedeute, immer wieder das Gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

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Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice attempt to avoid upsetting fools unwilling to face the truth.

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Die Freiheit liegt im Gesetz / Mario Vargas Llosa über den Wert und die Würde der Freiheit

Die Freiheit liegt im Gesetz / Mario Vargas Llosa über den Wert und die Würde der Freiheit

Der Mensch unterscheidet sich von einem Tier nicht dadurch, daß er denkt, das Tier denkt auch, nicht dadurch daß er fühlt, das Tier fühlt auch, nicht dadurch daß er begehrt, das Tier begehrt auch, sondern dadurch daß er frei sein kann, was das Tier nicht kann. Der Mensch kann frei sein, seine Pflicht selbst zu wählen, er kann seinem Gewissen gegenüber frei sein, seiner Moral, seiner Ethik, seiner Verantwortung. Seiner, nicht irgendwelcher Kommissionen für Ethik, Moral, Gewissen, usw. Wenn der Mensch sich äußeren Organen des Staates, der Verbände, der Berufskammern, der Firmen, hinsichtlich der Ethik, der Moral, des Gewissens unterwirft, dann wird er zum Tier, dann gibt er sein Menschsein auf. Ein Mensch hat die Fähigkeit zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, ein Mensch hat freien Willen. Wer ihm seinen freien Willen unter dem Vorwand es besser zu wissen, es besser zu können, unter dem Vorwand für die Menschheit, für den Menschen, dessen Willen, dessen Ethik, Moral, Gewissen bestimmen will, der entmündigt den Menschen, der entmündigt die Menschheit. Peter Handke schreibt in „Die linkshändige Frau“: „Frauen sind Entmündigungsmaschinen“, denn durch die Macht ihres Kinderhabenwollentriebes sind sie unbewußt auf Kontrolle von allem und jedem triebhaft programmiert, und diese Kontrolle ist extrem stark, weil triebhaft.

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Was für den Mann Frauhabenwollen, das ist für eine Frau Kinderhabenwollen (und diese und alles was damit zusammenhängt, zu kontrollieren). Wo Frauen Deutungsmacht haben, da ist das weibliche triebhafte Kinderhabenwollen „gut“ und das männliche triebhafte Frauenfhabenwollen „böse“, obgleich beide triebhaft, unbewußt und unreflektiert sind. Aber nicht nur Frauen sind Entmündigungsapparate, sondern mit ihnen die rot-rot-grünen und andere Menschheitsbeglücker aus Washington, Brüssel, Mekka oder Berlin, die großen und die kleinen Menschheitsretter, Friedensapostel, ungebetene Beschützer und Alleshelfer, die ewig Betroffenen, die stetig Empörten (wie z.B. Claudia Roth). Sie alle sind die größte Pest der Menschheit seit Menschengedenken. Alle Menschenschinder haben sich immer für Menschenretter gehalten, all die Tartüffes, die Moralisten der Revolutionen, die Stalinisten, die Hitleristen, früher die Christen, heute die Islamisten und wie sie alle scheinheiligen Hipokriten heißen, die sich immer für die allerbesten Menschen unter der Sonne gehalten haben und weiterhin halten. Eine Religion ist solange gut, solange sie mit gebrochenem Rückgrat im Rollstuhl sitzt. Sobald sie aufsteht, ist sie ein menschenfressendes Monster. Das gleiche gilt für den Staat und für alle Formen der Unterdrückung der Freiheit im Namen der Moral, der Ethik, des Gewissens. Das Gesetz war und ist, und hoffentlich bleibt es, eine Einschränkung der blindwütigen Moral (nicht mehr Augen oder Zähne für ein Auge oder einen Zahn, nur eins!), die immer weit über die Grenzen des Gesetzes um sich greifen will, denn die Moralisten meinen immer im Recht zu sein, auch wenn sie Gesetze brechen. Die Freiheit fängt in der Achtung des Gesetzes an, nicht im Gesetzesbruch. Aufgezwungene Moral, Ethik, Gewissen, sind keine, sie sind dann nur blanker Terror.

Julian S. Bielicki

Empfohlene Literatur:

  • Karl R. Popper, „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“.
  • Edmund Burke, „Betrachtungen über die Französische Revolution. Gedanken über die Franzosischen Angelegenheiten.“
  • Raphael Gross, „Anständig geblieben: Nationalsozialistische Moral“

NZZ

Mario Vargas Llosas liberales Bekennntis. Der Wert und die Würde der Freiheit

Mario Vargas Llosa, „Neue Züricher Zeitung“, 13.9.2014

Der Freiheitsgedanke hat in Lateinamerika spürbar an Bedeutung gewonnen.

Die Probleme beginnen schon beim Begriff: «Liberal» kann je nach Kulturraum und Kontext so vielerlei bedeuten. Sie setzen sich fort im Politischen, woder Liberalismus seit langem eher ein Schattendasein führt. Warum eigentlich? Die Idee der Freiheit schafft eine offene Denkkultur, die uns alle verbinden kann.

In der Welt, in der ich mich üblicherweise bewege – in Lateinamerika, den USA und Europa –, folgt dem Lob, das meinen Romanen und Essays gezollt wird, jeweils fast unweigerlich eine einschränkende Klausel: «obwohl wir seine Auffassung nicht teilen», «auch wenn wir nicht immer derselben Meinung sind» oder «das heisst aber nicht, dass wir seine politischen Ansichten und Vorbehalte akzeptieren». Ich habe mich zwar an diese schizophren anmutende Zweiteilung gewöhnt, aber es wäre mir lieber, wenn der Mann, der da schreibt, denkt und sich in die öffentlichen Debatten einmischt, als ein und dieselbe Person wahrgenommen würde; ich glaube eigentlich, dass all diese Aktivitäten Teil einer einzigen, unteilbaren Realität sind.

Was heisst «liberal»?

Dennoch ist es vielleicht an der Zeit, meinen politischen Standpunkt etwas detaillierter zu erklären. Das ist keine einfache Aufgabe. Ich fürchte, es reicht nicht, wenn ich sage: Ich bin (umsichtiger wäre wohl: Ich glaube, ich bin) ein Liberaler. Denn schon dieser Begriff bringt die erste Komplikation. Wie Sie bestimmt wissen, hat das Wort «liberal» unterschiedliche, oft sogar gegensätzliche Bedeutungen, je nachdem, von wem und wo es gebraucht wird. Meine geliebte Grossmutter etwa nannte einen Mann «liberal», wenn er einen lockeren Lebenswandel pflegte, regelmässig den Gang zur Messe versäumte und auch noch schlecht von den Priestern redete. In den Vereinigten Staaten und generell in der angelsächsischen Welt wird das Wort «liberal» mit eher linken Werten, gelegentlich sogar mit sozialistischen und radikalen Überzeugungen konnotiert. In Lateinamerika und Spanien dagegen tituliert man mich einen Liberalen – oder, schlimmer noch, einen Neoliberalen –, um mich zu verteufeln und zu diskreditieren; denn die politische Perversion unserer Semantik transformierte die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs, der für Freiheitsliebe und den Kampf gegen Unterdrückung steht, praktisch ins Gegenteil: «Liberal» heisst unter diesen Prämissen konservativ oder reaktionär. Gebrauchen die Progressiven das Wort, dann schwingt darin der Vorwurf mit, dass der so Bezeichnete das Leiden der Entrechteten und Ausgebeuteten irgendwie mitzuverantworten habe.

Aber auch in Lateinamerika war der Liberalismus einst eine fortschrittliche intellektuelle und politische Philosophie, die sich im 19. Jahrhundert gegen Militarismus und Diktatur stellte, die Trennung von Staat und Kirche sowie die Gründung einer demokratischen, zivilgesellschaftlichen Kultur forderte. In den meisten Ländern wurden Liberale von den brutalen Regimen, die fast allenthalben auf dem Kontinent prosperierten, verfolgt, ins Exil getrieben, ins Gefängnis geworfen oder umgebracht. Im 20. Jahrhundert dann war Revolution – und nicht Demokratie – höchstes Ziel der politischen Avantgarde, und diese Aspiration teilten auch viele junge Menschen, die gern dem Beispiel Fidel Castros und seiner bärtigen Guerilla-Kämpfer in der Sierra Maestra gefolgt wären. Marx, Castro und Che Guevara wurden zu Ikonen der Linken und der Linksextremen. Vor diesem Hintergrund wurden Liberale als Konservative, als Verteidiger des Status quo angesehen; während in der Öffentlichkeit ein karikiertes, verzerrtes Bild des Liberalismus dominierte, waren nur kleine Kreise mit seinen ursprünglichen Ideen und wahren politischen Zielsetzungen vertraut.

Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts setzte ein Wandel ein, und der Liberalismus wurde als Position erkannt, die sich von derjenigen der marxistischen Linken ebenso klar unterschied wie vom Rechtsextremismus. Dieser Wandel verdankte sich, zumindest soweit er die kulturelle Sphäre betraf, nicht zuletzt dem Mut und Engagement des mexikanischen Literaturnobelpreisträgers Octavio Paz und den von ihm edierten Zeitschriften «Plural» und «Vuelta». Nach dem Mauerfall, dem Kollaps der Sowjetunion und der Verwandlung Chinas in einen kapitalistischen (wenn auch autoritären) Staat entwickelten sich auch in Lateinamerika neue politische Ideen, und der Freiheitsgedanke gewann spürbar an Bedeutung.

Dennoch tun sich viele nach wie vor schwer damit, sich über die eigentliche Bedeutung des Wortes «liberal» klar oder einig zu werden. Dass dies sogar auf die Liberalen selbst zutrifft, macht die Sache nicht einfacher. Doch der Grund des Dilemmas liegt just in der Tatsache, dass Liberalismus keine Ideologie ist, sondern vielmehr eine offene, entwicklungsfähige Lehre, die sich der Realität anpasst, statt die Realität unter ihr Joch zu zwingen – und so gibt es eben auch unter bekennenden Liberalen unterschiedliche Strömungen und tiefgreifende Diskrepanzen. Diejenigen, die – wie ich – Agnostiker sind, für eine Trennung von Kirche und Staat und für die Dekriminalisierung von Abtreibung, Schwulenehe oder Drogenkonsum eintreten, ernten manchmal harsche Kritik von anderen Liberalen, die in diesen Belangen konträre Ansichten haben. Solche Meinungsunterschiede sind jedoch gesund und sinnvoll; sie verletzen auch nicht die Grundprinzipien des Liberalismus: das Bekenntnis zur Demokratie, zur freien Marktwirtschaft und zum Primat der Interessen des Individuums gegenüber denjenigen des Staates.

Die Macht der Kultur

Es gibt Liberale, die in der Wirtschaft die Lösung aller Probleme und im freien Markt ein Allheilmittel sehen, das Arbeitslosigkeit, Diskriminierung und soziale Exklusion beseitigt. Solche Liberale – nachgerade lebende Algorithmen – haben der Sache der Freiheit manchmal mehr Schaden zugefügt als die Marxisten, die eigentlichen Vorkämpfer der absurden These, dass die Wirtschaft Triebkraft der Historie und Grundlage der Zivilisation sei. Das ist schlicht nicht wahr. Ideen und Kultur sind es, die den Unterschied zwischen Zivilisation und Barbarentum machen, nicht die Wirtschaft. Diese kann im Alleingang vielleicht auf dem Papier schöne Resultate produzieren, aber sie verschafft dem Leben keinen Sinn; nicht die Wirtschaft gibt dem Einzelnen die Kraft, gegen Unbill anzukämpfen, Solidarität und Mitgefühl hochzuhalten oder ein von menschlichen Werten geprägtes Umfeld zu schaffen. Die Kultur, die allen gemeinsame Basis von Ideen, Wertvorstellungen und Traditionen, ist es, welche die Demokratie mit Wärme und Leben erfüllt und verhindert, dass die freie Marktwirtschaft zum darwinistischen Kampfplatz verkommt, wo, wie Isaiah Berlin sagte, die Freiheit der Wölfe den Tod der Lämmer bedeutet.

Liberalismus, so wie ich ihn verstehe, betrachtet die Freiheit als Grundwert. Dank dieser Freiheit hat die Menschheit den Weg aus der primitiven Höhle zu den Sternen und zur digitalen Revolution gefunden, sie hat Kollektivismus und Despotie zugunsten der Ideale von Demokratie und Menschenrechten überwunden. Die Grundlagen der Freiheit sind Privateigentum und Rechtsstaatlichkeit; dieses System garantiert für ein Minimum an Ungerechtigkeit und ein Maximum an materiellem und kulturellem Fortschritt, es baut am wirksamsten der Gewalt vor und verschafft den Menschenrechten die grösste Nachachtung. Gemäss dieser Interpretation des Liberalismus ist Freiheit ein einziges und einheitliches Konzept. Politische und ökonomische Freiheit sind so untrennbar wie die zwei Seiten einer Medaille.

Aber weil Freiheit in Lateinamerika oft nicht so verstanden wurde, sind dort viele Versuche zur Demokratisierung gescheitert. Entweder respektierten die jungen Demokratien zwar die politische, nicht aber die ökonomische Freiheit, was unweigerlich zu noch mehr Armut, Ineffizienz und Korruption führte; oder sie brachten am Ende wieder autoritäre Regime an die Macht, die überzeugt waren, dass nur eine eiserne Hand und eine repressive Staatsführung das Funktionieren des freien Marktes garantieren können. Die Folgen dieses gefährlichen Trugschlusses liessen sich etwa in Peru während der Regentschaft Alberto Fujimoris oder in Chile unter Augusto Pinochet beobachten. Derartige Regime sind niemals in der Lage, echten Fortschritt herbeizuführen: Die freie Marktwirtschaft kann ohne ein unabhängiges, effizientes Rechtssystem nicht funktionieren, und keine Reform lässt sich erfolgreich umsetzen, wenn sie nicht jenes Mass an Kontrolle und Kritik durch die öffentliche Meinung einbezieht, das einzig in einer Demokratie gewährleistet ist.

Ein demokratisches Staatssystem, Pressefreiheit und der freie Markt sind Grundpfeiler einer liberalen Position. Aber Liberalismus ist unendlich viel mehr als diese eher abstrakten Begriffe. Er bedeutet Toleranz und Respekt für andere, und ganz besonders für diejenigen, die anders sind und anders denken als wir selbst, die anderen Bräuchen folgen und einen anderen Gott – oder gar keinen – verehren. Die Bereitschaft, mit denen zusammenzuleben, die anders sind, war vielleicht der aussergewöhnlichste Schritt auf dem Weg des Menschen zur Zivilisation. Ein Schritt, welcher der Demokratie voraufging und sie überhaupt erst möglich machte; der entscheidender als jede wissenschaftliche Entdeckung und jedes philosophische System dazu beitrug, den Machtwillen und seine tödlichen Reflexe im menschlichen Beziehungsgefüge zurückzubinden. Hier könnte man auch den Quell jenes instinktiven Misstrauens gegenüber der Macht sehen, das uns Liberalen zu einer Art zweiter Natur geworden ist.

Natürlich: Ganz ohne Macht kommen wir nicht aus, aber sie kann modifiziert, ausbalanciert und in ihre Schranken verwiesen werden, wenn sie das Individuum unterdrückt – das Individuum, das wir Liberalen für den Prüfstein jedes Gesellschaftssystems halten und dessen Rechte wir zu respektieren und zu garantieren haben. Denn die Freiheit innerhalb einer Gesellschaft bemisst sich am Grad der Autonomie, welche die Bürger in der Gestaltung ihres Lebens und in der Verwirklichung ihrer persönlichen Ziele geniessen. Der Kollektivismus war eine unumgängliche Frühphase der Menschheitsgeschichte, als das Individuum noch untrennbar mit der Sippe verbunden und sein Überleben von ihr abhängig war; aber diese Notwendigkeit schwand in dem Mass, wie materieller und geistiger Fortschritt dem Menschen die Natur verfügbar machte und die Furcht vor Raubtieren, Naturgewalten und dem Anderen – Menschen mit anderer Hautfarbe, anderer Sprache, anderen Bräuchen – bannte. Doch der Kollektivismus lebte durch die Jahrhunderte in Ideologien und Lehren fort, die den Wert des Individuums primär in seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe sahen, sei sie nun durch Rasse, Klasse, Religion oder Nationalität definiert. All diese Doktrinen – Nationalsozialismus, Faschismus, religiöser Fanatismus, Kommunismus, Nationalismus – sind natürliche Feinde der Freiheit und erbitterte Gegner des Liberalismus.

Eine Denkkultur für alle

Der grosse liberale Denker Ludwig von Mises lehnte die Idee liberaler Parteien klar ab; seiner Meinung nach würden solche politische Gruppierungen die Essenz des Liberalismus verraten, indem sie ihn monopolisierten und in den Dienst parteiinterner Machtkämpfe zwangen. Vielmehr sollte die liberale Philosophie seiner Meinung nach eine generelle Denkkultur sein, die sich allen politischen Strömungen und Bewegungen in einer offenen, demokratischen Gesellschaft mitteilt. Diese Theorie hält der Realität durchaus stand. In der jüngeren Vergangenheit haben wir konservative Regierungen gesehen – etwa diejenige Ronald Reagans, Margaret Thatchers oder José Maria Aznars –, die essenziell liberale Reformen initiierten; und anderseits nominell sozialistische Staatsoberhäupter – Tony Blair, Ricardo Lagos in Chile oder dieser Tage Ricardo Mujica in Uruguay –, deren Wirtschafts- und Sozialpolitik nur mit dem Wort «liberal» adäquat zu beschreiben ist.

Obwohl «liberal» in Lateinamerika offiziell nach wie vor ein Schimpfwort ist, beginnen auch dort liberale Ideen die politische Rechte wie die Linke zu kontaminieren. Das erklärt, warum Demokratien in der jüngeren Vergangenheit nicht kollabiert sind oder von Militärdiktaturen abgelöst wurden – trotz Wirtschaftskrisen, Korruption und dem offensichtlichen Ungenügen so vieler Regierungen. Das im Autoritarismus versteinerte Kuba und Venezuela, das unter Hugo Chávez und seinem Nachfolger Nicolás Maduro einen ähnlich rigiden marxistischen Kurs eingeschlagen hat, sind zwei Ausnahmen auf einem Kontinent, der – das muss betont werden – nie zuvor so viele zivile und aus einigermassen freien Wahlen hervorgegangene Regierungen hatte. Zudem gibt es interessante und ermutigende Entwicklungen – etwa in Brasilien, wo Lula da Silva wie auch Dilma Rousseff zwar einen populistisch-linksorientierten Wahlkampf führten, im Amt dann aber eine disziplinierte Ausgabenpolitik durchsetzten, um ausländische und private Investoren warben und die Globalisierung förderten.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht mehr die Ideologie der Revolution, sondern der Populismus Haupthindernis des Fortschritts in Lateinamerika. Man kann Populismus auf vielerlei Arten definieren; am treffendsten wohl als eine demagogische Sozial- und Wirtschaftspolitik, welche die Zukunft des Landes einer vergänglichen Gegenwart opfert. Auf diese Weise hat die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner den Kurs ihres verstorbenen Gatten fortgesetzt – mit feuriger Rhetorik, Nationalisierungen, Interventionismus, Überwachung, Unterdrückung der unabhängigen Medien; eine Politik, die eines der potenziell wohlhabenden Länder dieser Erde an den Rand des Abgrunds geführt hat. Andere traurige Exempel des Populismus sind Bolivien unter Evo Morales, Ecuador unter Rafael Correa oder Daniel Ortegas sandinistische Regierung in Nicaragua: Diese Länder funktionieren auf die eine oder andere Art immer noch nach dem staatlich kontrollierten, zentralistischen Rezept, das auf dem Kontinent so viel Schaden angerichtet hat.

Trotzdem: Solche Fälle sind mittlerweile die Ausnahme und nicht mehr die Regel. Lateinamerika ist im Begriff, sich seiner Diktatoren zu entledigen und eine Wirtschaftspolitik hinter sich zu lassen, die Unterentwicklung und Armut zum Dauerzustand machte. Auch die Linke scheint sich allmählich im Stillen einzugestehen, dass Demokratie und Marktwirtschaft der Königsweg zu wirtschaftlichem Fortschritt und sozialer Gerechtigkeit sind: eine Lehre, welche die Liberalen lange umsonst gepredigt hatten. Wenn unsere Linke – auch ohne dies offen zuzugeben – jetzt eine liberale Politik akzeptiert, ist das immerhin ein Schritt voran, der die Hoffnung weckt, dass Lateinamerika die Altlasten von Unterentwicklung und Diktatur loswerden könnte. Einen Fortschritt bedeutet auch das Entstehen einer zivilisierten Rechten, die demokratische Entscheide akzeptiert und nicht mehr glaubt, dass sich Probleme am besten durch den Ruf nach der Armee lösen lassen.

Schwinden der Ressentiments

Ein weiteres positives Signal ist das spürbare Schwinden des alten Ressentiments gegen die Vereinigten Staaten; in manchen europäischen Ländern, etwa Frankreich oder Spanien, ist der Antiamerikanismus heute stärker als in Mexiko oder Peru. Für diesen Wandel gibt es zwei Gründe, einen pragmatischen und einen prinzipiellen. Es braucht nur etwas gesunden Menschenverstand, um zu begreifen, dass gute Handelsbeziehungen mit den USA aus geografischen, wirtschaftlichen und politischen Gründen für Lateinamerika schlichtweg unentbehrlich sind; zudem haben die USA in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr, wie so lange, lateinamerikanische Diktaturen unterstützt, sondern sich klar hinter demokratische Regierungen gestellt und autoritäre Tendenzen verurteilt. Das hat massgeblich dazu beigetragen, Misstrauen und Feindseligkeit gegenüber dem grossen Nachbarn im Norden abzubauen.

Anderseits stellt meiner Ansicht nach die Tatsache, dass in den USA mittlerweile rund 50 Millionen Menschen lateinamerikanischer Herkunft leben, keine Bedrohung des sozialen Gefüges oder der Ganzheitlichkeit der Vereinigten Staaten dar. Im Gegenteil: Dieser Zustrom von Menschen bedeutet eine kräftige Infusion von Kultur und Lebenskraft, von Arbeitswillen und Aspiration, von der eine offene Gesellschaft letztlich nur profitieren kann. Ohne ihre Herkunft zu verleugnen, integriert sich diese Gemeinschaft loyal und auch mit dem Herzen in ihre neue Heimat und schafft starke Bande zwischen den beiden Amerika.

Das kann ich aus eigener Erfahrung bezeugen. Auch meine Eltern gehörten zu den Millionen von Lateinamerikanern, die in den USA nach Möglichkeiten suchten, welche ihnen die Heimat nicht bot. Schon nicht mehr ganz jung, emigrierten sie nach Los Angeles, wo sie fast 25 Jahre von ihrer Hände Arbeit lebten – eine Notwendigkeit, die sie in Peru nicht gekannt hatten. Meine Mutter war lange Zeit in einer Kleiderfabrik angestellt, wo zahlreiche andere Frauen aus Mexiko und Südamerika beschäftigt waren und wo sie zahlreiche Freundschaften schloss. Nach dem Tod meines Vaters dachte ich, dass sie nach Peru zurückkehren würde; aber sie zog es vor, in Kalifornien zu bleiben, und beantragte sogar erfolgreich die amerikanische Staatsbürgerschaft. Erst das hohe Alter nötigte sie zur Heimkehr, aber sie erinnerte sich immer stolz und dankbar an ihre zweite Heimat – und ich denke, es gibt Millionen Lateinamerikaner, die ähnlich wie sie empfinden. Sie sind die lebenden Brücken zwischen den zwei Kulturen eines Kontinents, der vor fünf Jahrhunderten in die westliche Kultur eingemeindet wurde.

Eine Welt ohne Fanatiker

Vielleicht ist diese Erinnerung doch mehr als nur die Hommage eines Sohnes. Vielleicht können wir in diesem Beispiel einen Schimmer der Zukunft sehen. Wie es die Art des Schriftstellers ist, träume ich von einer Welt, in der es weder Fanatiker noch Terroristen, noch Diktatoren gibt, einer Welt, in der unterschiedliche Rassen, Religionen und Traditionen friedlich koexistieren können – dank einer Kultur der Freiheit, in der es statt Grenzen nurmehr Brücken gibt, auf denen Männer und Frauen gehen können, wohin immer ihr Lebensplan und ihr freier Wille sie führen. Dann wird es nicht mehr notwendig sein, über Freiheit zu sprechen, denn sie wird die Luft sein, die wir alle atmen. Und dann wird von Mises‘ Ideal einer universalen, vom Respekt für Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte getragenen Kultur Realität geworden sein.

Mario Vargas Llosa, 1936 geboren im peruanischen Arequipa, erhielt 2010 für sein umfangreiches erzählerisches und essayistisches Werk den Literaturnobelpreis. Der abgedruckte Text ist eine leicht gekürzte Fassung der Rede, die der Autor im Rahmen der diesjährigen Tagung der Nobelpreisträger in Lindau gehalten hat. Ziel der Veranstaltung ist der fachliche Austausch von Nobelpreisträgern mit Nachwuchswissenschaftern aus aller Welt. – Aus dem Englischen von as.

http://www.nzz.ch/feuilleton/der-wert-und-die-wuerde-der-freiheit-1.18382309

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Das Unbehagen in der Zivilisation

 

Die Welt scheint Kopf zu ste­hen, doch statt dies als Auf­for­de­rung zu neh­men, die ei­ge­nen Be­grif­fe zwecks kri­ti­scher Durch­drin­gung des je­wei­li­gen Ge­gen­stan­des zu schär­fen, be­zie­hen die selbst­er­klär­ten Ver­tre­ter ra­di­ka­ler Kri­tik be­den­ken­los und ohne sich um ihre Ver­laut­ba­run­gen von ges­tern zu sche­ren Stand­punkt, sei es im Dienst ta­ges­ak­tu­el­ler Po­li­tik­ma­che­rei, sei es im Namen der Auf­recht­er­hal­tung einer Lehre, die längst als Dogma vor sich her­ge­tra­gen wird. Die Er­kennt­nis, dass in den fal­len sta­tes Irak und Sy­ri­en unter allen Kom­bat­tan­ten die Kur­den am ehes­ten auf dem von ihnen be­an­spruch­ten Ter­rain halb­wegs mensch­li­che Ver­hält­nis­se für die, die da­zu­ge­hö­ren, schaf­fen und ein Boll­werk gegen das ra­sen­de Um­sich­grei­fen der Ara­bel­li­on ge­nann­ten is­la­mi­schen Be­we­gun­gen bil­den könn­ten, ist in eine so er­bärm­li­che Feier des kur­di­schen Volks­tums­na­tio­na­lis­mus um­ge­schla­gen, dass jede kri­ti­sche Nach­fra­ge mo­ra­li­sie­rend als de­fä­tis­tisch zu­rück­ge­wie­sen wird. In die­ser Hin­sicht neh­men sich die Ver­laut­ba­run­gen von Pres­se und Po­li­tik und die auf­ge­reg­ten So­li­da­ri­täts­auf­ru­fe von An­ti­deut­schen wenig. Zu un­ter­schei­den wäre zwi­schen dem nach­voll­zieh­ba­ren Wunsch, kur­di­sche Ein­hei­ten in Sy­ri­en mögen jene Kan­to­ne wie­der­her­stel­len, die seit dem Ein­marsch der IS-Mi­li­zen und der ihnen ver­bun­de­nen sun­ni­ti­schen Stam­mes­kämp­fer im Früh­jahr und Som­mer weit­ge­hend zer­schla­gen wur­den, und der Pra­xis und dem Selbst­ver­ständ­nis einer sich eth­nisch de­fi­nie­ren­den Volks­be­frei­ungs­be­we­gung. Zu re­flek­tie­ren wäre, warum aus­ge­rech­net das par­ti­ku­la­ris­ti­sche Selbst­ver­ständ­nis kur­di­scher Un­ab­hän­gig­keits­be­we­gun­gen, die nach innen weder in Fra­gen der Rasse noch der Tra­di­ti­on mit sich spa­ßen las­sen, einer sich ega­li­tär ge­ben­den, in­ter­na­tio­na­lis­tisch zu­sam­men­ge­setz­ten Be­we­gung für die sun­ni­ti­sche Weltum­ma über­le­gen ist. Die einen haben schnell eine Ant­wort parat: Kur­den kön­nen, ob­gleich in ihrer Mehr­heit selbst Sun­ni­ten, sich IS und an­de­ren is­la­mi­schen Be­we­gun­gen nicht an­schlie­ßen, ohne ihr Ziel, den ei­ni­gen Kur­den­staat, auf­zu­ge­ben. An­de­re ver­bin­den prak­ti­sche Par­tei­nah­me und phi­lo­so­phi­schen Welt­er­klä­rungs­an­spruch in der Er­kennt­nis, dass ge­ra­de im durch jahr­hun­der­te­lan­gen Wi­der­stand ge­stähl­ten kon­kre­ten Be­son­de­ren der Kur­di­schen Ir­re­den­ta die rich­ti­ge Ant­wort nicht nur auf den alles nie­der­wal­zen­den All­ge­mein­heits- und Wahr­heits­an­spruch is­la­mi­scher Got­tes­krie­ger, son­dern auch auf jene de­zi­diert west­li­che Denk­tra­di­ti­on und Herr­schafts­form be­schlos­sen liege, die letzt­lich auch an der Po­pu­la­ri­tät des Got­tes­krie­ger­tums Schuld trage: die Auf­klä­rung.Die Dia­lek­tik der Auf­klä­rung, so schallt es einem seit Jahr­zehn­ten ent­ge­gen, sei die ab­schlie­ßen­de Kri­tik der so plan­voll wie au­to­ma­tisch aus­grei­fen­den, in bür­ger­li­cher Herr­schaft und bür­ger­li­chem Den­ken an­ge­leg­ten sys­te­ma­ti­schen Li­qui­die­rung des je Be­son­de­ren im ein­zel­nen Men­schen, der In­di­vi­dua­li­tät, bis hin zur sys­te­ma­ti­schen Ver­nich­tung von als un­taug­lich oder schäd­lich de­fi­nier­ten Men­schen­grup­pen. Doch das Buch, das jeder ge­le­sen haben will, heißt nicht Kri­tik der Auf­klä­rung, son­dern Dia­lek­tik der Auf­klä­rung. Das tau­to­lo­gi­sche Label „Auf­klä­rungs­kri­tik“, unter dem schon in den sech­zi­ger Jah­ren die rou­ti­nier­te Ver­nunft­ver­ach­tung kri­ti­sche Theo­rie und Post­struk­tu­ra­lis­mus glei­cher­ma­ßen sub­su­mier­te, war nie etwas an­de­res als ein Alibi der Auf­klä­rungs­feind­schaft: Die Fä­hig­keit zur Kri­tik ihrer selbst ist der Auf­klä­rung im­ma­nent, die Dia­lek­tik der Auf­klä­rung ent­fal­tet sie an­ge­sichts des Um­schlags von Auf­klä­rung in Bar­ba­rei; sie ist kein Wi­der­ruf, son­dern der Ver­such der Ret­tung der Auf­klä­rung an­ge­sichts der To­ta­li­sie­rung des Wahns. Der Wahn aber to­ta­li­siert sich nicht, wie eine in ihrer schlech­ten All­ge­mein­heit manch­mal fast schon an Al­t­hus­ser er­in­nern­de an­ti­deut­sche Staats- und Rechts­kri­tik na­he­legt, abs­trakt in den bür­ger­li­chen In­sti­tu­tio­nen, Denk- und Ver­ge­sell­schaf­tungs­for­men, gegen die eine exis­ten­ti­ell ver­kitsch­te neue Ethik Ver­ant­wor­tung, En­ga­ge­ment und Ent­schei­dung des Sub­jekts aus­spielt – als wäre nicht ge­ra­de diese Be­griff­stri­as kon­sti­tu­tiv für die zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen Ideo­lo­gie. Er to­ta­li­siert sich in den Sub­jek­ten selbst, umso mehr sie sich ge­ra­de in ihrer ge­fühl­ten Ei­gen­tüm­lich­keit zu sei­nen Voll­stre­ckern ma­chen. Ge­ra­de das, worin die ent­bür­ger­lich­ten Bür­ger sich als un­ver­wech­sel­ba­re, un­be­dingt schüt­zens­wer­te Sub­jek­te füh­len, ist der Abhub des Par­ti­ku­la­ren und An­knüp­fungs­punkt für die wahn­haf­te Pro­jek­ti­on ihrer ent­leer­ten Selbste auf die nur noch als Ma­te­ri­al sub­jek­ti­ver Ver­fü­gungs­ge­walt in den Blick ge­ra­ten­de Wirk­lich­keit. Die auf­trump­fen­de For­de­rung, ein jeder möge mit sei­ner un­ver­fälsch­ten Er­fah­rung und Mei­nung, sei­nem ganz per­sön­li­chen Ge­schlecht, sei­ner Re­li­gi­on, Kul­tur und Eth­nie be­son­de­ren Schutz vor der Gleich­ma­che­rei der Staats- oder Mehr­heits­ge­sell­schaft aus­ge­rech­net von jenem Staat er­hal­ten, den man eben erst als Aus­druck der Ver­nich­tung des Be­son­de­ren per­hor­res­ziert hat, ist in der Zi­vil­ge­sell­schaft kein Al­lein­stel­lungs­merk­mal einer sich re­vo­lu­tio­när ge­rie­ren­den Min­der­heit mehr. Sie ist selbst Staats­zweck und be­stimmt das Dis­kurs ge­nann­te, auf au­to­ri­tä­re Lö­sun­gen drän­gen­de öf­fent­li­che Selbst­ge­spräch. In wel­chen, stets re­si­dua­len und ver­schüt­te­ten, also nicht ein­fach nach Wunsch ab­ruf­ba­ren, Er­fah­run­gen und Im­pul­sen die Sub­jek­te die­ses Selbst­ge­sprächs über­haupt noch an­sprech­bar sind für das, was an­ders wäre, ist äu­ßerst un­ge­wiss und muss zum Ge­gen­stand der Re­fle­xi­on ge­macht, statt mit der Selbst­ge­wiss­heit des Kri­ti­ker­sou­ve­räns ein­fach nur be­ant­wor­tet wer­den.Dass das All­ge­mei­ne als das Bes­se­re nicht im Namen eines bor­nier­ten Uni­ver­sa­lis­mus ein­fach gegen das Be­son­de­re als das Ab­zu­leh­nen­de aus­ge­spielt wer­den darf, dar­auf kön­nen sich die meis­ten schnell ei­ni­gen. All­ge­mei­nes und Be­son­de­res sind zu­nächst For­men des Den­kens und Ur­tei­lens und keine mo­ra­li­schen Ka­te­go­ri­en – zu sol­chen wer­den sie erst im ver­ding­licht-an­ti­no­mi­schen Den­ken. Die­ser An­ti­no­mis­mus muss aber zu­vor­derst auch an an­ti­deut­schen Nei­gun­gen kri­ti­siert wer­den, aus­ge­rech­net das Ju­den­tum – des­sen geis­ti­ge Tra­di­ti­on stär­ker als ir­gend­ei­ne vom Be­stre­ben ge­tra­gen wird, das Par­ti­ku­la­re zu über­schrei­ten, auf dass das In­di­vi­du­um sich durch Ent­äu­ße­rung und be­stän­di­ge Re­fle­xi­on in all sei­nen Mög­lich­kei­ten ent­fal­ten kann – als Re­prä­sen­tant eines ver­meint­lich guten Par­ti­ku­la­ren zu fe­ti­schi­sie­ren, mit dem man sich mit no­bels­ter Le­gi­ti­ma­ti­on end­lich wie­der iden­ti­fi­zie­ren kann. Als auf­ein­an­der ver­wei­send tre­ten Be­son­de­res und All­ge­mei­nes in der kon­kre­ten Sache immer im Zu­sam­men­hang auf und gehen in ihrer unter den herr­schen­den Ver­hält­nis­sen meist un­heil­vol­len Wir­kung in­ein­an­der über. Ge­ra­de an der unter nicht we­ni­gen An­ti­deut­schen ver­brei­te­ten Be­geis­te­rung für das Ju­den­tum als Kul­tur wird das an­schau­lich. Auf­fäl­lig an vie­len be­den­ken­trä­ge­ri­schen Ein­las­sun­gen zur Be­schnei­dungs­de­bat­te war, dass in ihnen der Be­griff des „Post­fa­schis­mus“ auf eine pri­mi­tiv agi­ta­to­ri­sche For­mel ge­bracht wurde, nach dem Motto: In der Kri­tik des Ritus und im Ab­he­ben auf die All­ge­mein­heit des Rechts of­fen­ba­re sich der post­na­zis­ti­sche Cha­rak­ter des Rechts und der deut­schen Ge­sell­schaft – und nicht etwa in der Ab­feie­rung au­to­chtho­ner Bräu­che und der Liebe zu Son­der­rech­ten.

Fragmentierung des Rechts

Zwar ist die All­ge­mein­heit des Rechts in allen bür­ger­li­chen Ge­sell­schaf­ten kraft der dem Recht in­ne­woh­nen­den Ten­denz zur Selbst­auf­he­bung – der Ent­fal­tung der Gleich­heit des Rechts zum Un­recht durch die Glei­chen – durch­lö­chert und frag­men­tiert; umso eher trifft das für eine bür­ger­li­che Ge­sell­schaft zu, die ihre Selbst­auf­he­bung hin­ter sich hat und auf bes­tem Wege ist, den Rück­fall in se­kun­dä­re Ar­cha­ik mit rechts­staat­lich-de­mo­kra­ti­schen Mit­teln zu ver­wirk­li­chen. Dies le­gi­ti­miert aber nicht dazu, den Ge­dan­ken der All­ge­mein­heit des Rechts preis­zu­ge­ben zu­guns­ten einer Rechts­ver­ach­tung, für die das bür­ger­li­che Recht per se nicht wahr­heits­fä­hig ist und daher ver­nünf­ti­ger­wei­se gar nicht an sei­nen ei­ge­nen Prä­mis­sen ge­mes­sen wer­den kann. Das von An­ti­deut­schen oft wie ein Man­tra halb war­nend, halb be­kräf­ti­gend wie­der­hol­te Dik­tum Carl Schmitts, dass sou­ve­rän ist, wer über den Aus­nah­me­zu­stand ent­schei­det, ist keine Be­schrei­bung einer sich selbst voll­stre­cken­den Ge­setz­mä­ßig­keit, son­dern Aus­druck einer his­to­ri­schen Kon­stel­la­ti­on, in der das, was Schmitt eben­so fest­stell­te wie pro­pa­gier­te, lange vor dem 30.1.1933 schon als sys­te­ma­ti­sche De­mon­ta­ge des Rechts­staats zu be­ob­ach­ten war. So sehr die For­mel die ne­ga­ti­ve Wahr­heit auch des funk­tio­nie­ren­den bür­ger­li­chen Staats trifft, so wenig lässt sie sich auf die An­ti­fa-Phra­se vom bür­ger­li­chen Staat brin­gen, der, ob­gleich ir­gend­wie immer schon fa­schis­tisch, in re­vo­lu­tio­nä­rer Ab­sicht wo­mög­lich dazu zu zwin­gen sei, sei­nen fa­schis­ti­schen Cha­rak­ter zu of­fen­ba­ren. Eine sol­che Ir­ren­lo­gik wird voll­ends sui­zi­dal unter ge­sell­schaft­li­chen Be­din­gun­gen, unter denen das, was von der Hoff­nung auf die Re­vo­lu­ti­on in ver­ne­bel­ten Köp­fen noch übrig blieb, näm­lich der vor­aus­set­zungs­lo­se „Auf­stand“, nur als Ent­fes­se­lung der Bar­ba­rei denk­bar ist.

Die in der post­fa­schis­ti­schen bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft weit fort­ge­schrit­te­ne Aus­höh­lung der Rechts­be­grif­fe durch Ein­füh­rung von Op­fer- und Op­fer­grup­pen­recht ver­an­schau­licht den Zu­sam­men­hang von Rechts­de­fä­tis­mus und Rechts­fe­ti­schis­mus: Alle Freun­de au­to­chtho­ner Ge­mein­schaf­ten und Has­ser Is­ra­els hal­ten es in­ner­staat­lich mit der Frag­men­tie­rung des Rechts zu­guns­ten völ­ki­scher Son­der­rech­te, wäh­rend sie au­ßen­po­li­tisch die Ver­recht­li­chung in­ter­na­tio­na­ler Be­zie­hun­gen vor­an­trei­ben und in der Tra­di­ti­on des Abend­roth­schen Ju­ris­ten­so­zia­lis­mus auf die All­ge­mein­heit des in­ter­na­tio­na­len Rechts schwö­ren. Wäh­rend aber das all­ge­mei­ne Recht dort, wo es kei­nen Sou­ve­rän gibt, der seine Gel­tung ga­ran­tie­ren könn­te, also auf der zwi­schen­staat­li­chen Ebene, zu einem Übel wird, ver­mag es ge­ra­de an­ge­sichts der dro­hen­den Auf­lö­sung des abs­trak­ten Rechts in par­ti­ku­la­ren Grup­pen­rech­ten auf in­ner­staat­li­cher Ebene noch am ehes­ten das In­di­vi­du­um vorm Schlimms­ten zu schüt­zen. Zwar ist, indem als Quel­le bür­ger­li­chen Rechts die Volks­sou­ve­rä­ni­tät gilt, die Ge­fahr der Ent­recht­li­chung des Rechts im Dienst des Volks­wil­lens immer schon mit­ge­setzt; doch in sei­ner in­sti­tu­tio­nel­len Ver­mitt­lung weist das bür­ger­li­che Recht über die Exe­ku­ti­on des Kol­lek­tiv­wil­lens hin­aus, indem es den Schutz des Ein­zel­nen vorm Zu­griff des Kol­lek­tivs, ja des Staa­tes selbst si­cher­zu­stel­len hat. In die­sem An­spruch wi­der­spricht es allen vor- wie nach­bür­ger­li­chen Kol­lek­tiv- und Grup­pen­rech­ten, die den Ein­zel­nen nur als eth­nisch, kul­tu­rell, re­li­gi­ös, so­zi­al oder sonst­wie de­fi­nier­tes Ex­em­plar ken­nen. Statt diese An­ti­no­mie aus­zu­tra­gen, also den­kend auf ihr zu be­har­ren, wird aber ver­sucht, sie auf­zu­lö­sen, indem ent­we­der das bür­ger­li­che Recht als blo­ßes Me­di­um des schlech­ten All­ge­mei­nen ver­ächt­lich ge­macht wird, oder man sich auf die Suche be­gibt nach dem ver­meint­lich im kon­kre­ten Be­son­de­ren un­mit­tel­bar vor­han­de­nen rich­ti­gen All­ge­mei­nen. Auf die­ses Be­dürf­nis lässt sich wohl jener im Zuge der „Be­schnei­dungs­de­bat­te“ auf die Höhe der Zeit ge­brach­te Phi­lo­se­mi­tis­mus zu­rück­füh­ren, der die Juden nur dul­det als kul­tu­rel­le Ge­mein­schaft und Be­stand­teil jener mul­ti­kul­tu­rel­len Horde, die das mo­ra­li­sche Pro­tek­to­rat über sie aus­übt, um auch die jü­di­schen Is­rae­lis durch fak­ti­sche Ent­mach­tung ihres Staa­tes wie­der auf den Sta­tus von Schutz­be­foh­le­nen zu re­du­zie­ren – als wäre ein sol­cher Kul­tur­schutz ein bes­se­rer als der, den ihnen der is­rae­li­sche Staat ge­währt, der kein Got­tes­staat, son­dern ein bür­ger­li­cher ist.

Residuen des vernünftigen Allgemeinen

Man darf den bis in an­ti­deut­sche Krei­se aus­strah­len­den post­mo­der­nen Strö­mun­gen nicht die Ehre er­wei­sen, sie als die Geg­ner der be­ste­hen­den Ord­nung zu be­han­deln, zu denen sie sich selbst sti­li­sie­ren, son­dern muss nach­wei­sen, dass sie nichts an­de­res sind als Sym­ptom der Krise die­ser Ord­nung und be­wusst­los-be­wuss­te Voll­stre­cker von deren ab­ge­feim­tes­ten Ten­den­zen. Die post­mo­der­ne Hal­tung ist nichts an­de­res als die in­tel­lek­tu­el­le Ver­dop­pe­lung und Le­gi­ti­ma­ti­on einer mäch­ti­gen ge­sell­schaft­li­chen Ten­denz, des Zer­falls nach­bür­ger­li­cher Ge­sell­schaf­ten in „bar­ba­ri­sche Viel­heit“ (Ador­no). Die Ab­spal­tung und po­li­tisch-mo­ra­li­sche Auf­la­dung von Teil­mo­men­ten eines Gan­zen in­di­ziert immer un­dia­lek­ti­sches, un­kri­ti­sches Stand­punkt­den­ken. Es be­deu­tet ein will­kür­li­ches Ab­bre­chen re­flek­tie­ren­der Ver­mitt­lung, das den Grund­zug der post­mo­der­nen Hal­tung, Den­ken mit sei­nen Mit­teln still­zu­le­gen, und deren au­to­ri­tär-ge­walt­tä­ti­gen Cha­rak­ter zum Aus­druck bringt. Die post­mo­der­ne Stra­te­gie der Ab­spal­tung und Mo­ra­li­sie­rung des „Be­son­de­ren“ gilt nicht der Liebe zum Un­ver­wech­sel­ba­ren und Ei­gen­sin­ni­gen, son­dern jenem Be­son­de­ren, das sich selbst schon als All­ge­mein­heit im War­te­stand, als Ge­gen­sou­ve­rän be­greift; dort wie­der­um, wo sie eines wirk­lich Be­son­de­ren hab­haft wird, zielt sie nur auf Ein­ver­lei­bung, Funk­tio­na­li­sie­rung, sprich: voll­ende­te Sub­sump­ti­on alles Be­son­de­ren unter ein All­ge­mei­nes. Im post­mo­der­nen „Den­ken“ und in der durch es ge­deck­ten Pra­xis voll­endet sich der re­pres­si­ve Cha­rak­ter des herr­schen­den All­ge­mei­nen: Eben­so wie ihm die phi­lo­so­phi­schen Be­grif­fe zu Spiel­mar­ken wer­den, in die Ge­gen­stän­de mit de­kre­to­risch-de­fi­ni­to­ri­scher Will­kür ein­ge­passt wer­den, wird ihnen das abs­trakt-all­ge­mei­ne Recht zur in­stru­men­tell-tech­ni­schen, nach frei­em Er­mes­sen vom Stärks­ten durch­zu­set­zen­den Ka­te­go­rie.

Zu be­ste­hen ist auf Ador­nos Ein­sicht, dass das herr­schen­de All­ge­mei­ne gar nicht all­ge­mein, son­dern selbst par­ti­ku­lar ist und das Be­son­de­re gar nicht be­son­ders, son­dern Mo­ment und Agens des All­ge­mei­nen – gemäß dem Cha­rak­ter einer Ver­ge­sell­schaf­tung, die sich durch Abs­trak­ti­on von Ge­sell­schaft­lich­keit kon­sti­tu­iert und in der des­halb das Ge­sell­schaft­lich-All­ge­mei­ne sich wie­der­um als Par­ti­ku­la­res, als Wert bzw. Staat, ver­ge­gen­ständ­li­chen muss. Das Be­son­de­re, um das es wirk­lich ginge, wäre die un­ge­schmä­ler­te Er­fah­rung der Sache, um des­sen in­ne­zu­wer­den, was sich dem all­ge­mei­nen Zu­sam­men­hang ent­zie­hen und Vor­schein eines Bes­se­ren sein könn­te: Das All­ge­mei­ne, für das sich ein­ste­hen lässt, exis­tiert noch nicht und scheint al­len­falls an ver­spreng­ten, be­son­de­ren Mo­men­ten auf. Eben dies, und nicht eine omi­nö­se „Lücke“, die ir­gend­wie in der kri­ti­schen Theo­rie klafft und durch im­por­tier­te Phi­lo­so­phe­me zu schlie­ßen wäre, ist der Grund, wes­halb Ador­no weder eine Ethik noch eine Staats- und Rechts­kri­tik, son­dern eine Äs­the­ti­sche Theo­rie ge­schrie­ben hat. Die Vor­sicht, durch die sich Ador­nos Äu­ße­run­gen zur Kri­tik bür­ger­li­chen Rechts aus­zeich­nen, ver­dankt sich der Er­fah­rung, dass der Un­ter­schied zwi­schen bür­ger­li­chem Staat und Volks­staat zwar ein flie­ßen­der, aber zu­gleich einer ums Ganze ist. Sein Re­kurs auf äs­the­ti­sche Er­fah­rung da­ge­gen ver­dankt sich der Ah­nung, dass in der Sphä­re der Kunst, die der Ge­sell­schaft, die sie her­vor­bringt, eben­so in­kom­men­sura­bel ist wie den Sub­jek­ten, die sie er­fah­ren, wo­mög­lich am ehes­ten noch Re­si­du­en jenes ver­nünf­ti­gen All­ge­mei­nen auf­schei­nen, für das weder die Ge­sell­schaft noch die em­pi­ri­schen Sub­jek­te un­mit­tel­bar ein­ste­hen. In einer Zeit, in der auch die Kunst, wie als Ka­ri­ka­tur auf den uni­ver­sa­lis­ti­schen Be­griff der Welt­li­te­ra­tur, auf ein Patch­work der Kul­tu­ren her­un­ter­ge­bracht wird, die in ihr nur noch il­lus­triert wer­den, ist genau die­ser Zer­falls­pro­zess un­er­bitt­lich nach­zu­zeich­nen. Nur sol­che Nach­zeich­nung, nicht die Sti­li­sie­rung von Kunst zum un­ver­lier­ba­ren Ar­ca­num des Be­son­de­ren, er­greift Par­tei für ein ver­nünf­ti­ges All­ge­mei­nes, das die­ses Prä­di­kat ver­dient.

http://www.redaktion-bahamas.org/aktuell/20141206konferenz.html

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!
I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein sozialer Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein sozialer Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären

Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell

von Meinungsumfragen vorgestellt; kein Sample jedoch wird je repräsentativ

genug sein, um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

line-wordpress

Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ – Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.
Romantic sucks.
 The reality is always stronger than illusions.
 A delusion is characterized by increasing loss of reality, and can be attested to today’s leaders in Germany and the mass media. Loss of reality describes the mental state of a person who is not (any longer) be able to understand the situation in which it is located. So you are ruled by madmen and manipulated by the mass media.
Totalitarianism can only be defeated if one has the courage to call things by their right names, just as they are. Political correctness prevents it promotes totalitarianism and political cowardice and political lie.
The Extinction: Islam is like the sun, who comes too close to him, will burn itself and will flare the rest of the world with him.
Islam does not want any submission! Islam wants victory, destruction and annihilation.

 

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