Kategorie-Archiv: Angela Merkel

Schafft sie endlich ab! – Angela Merkel, Deutschlands Weihnachtspest.

tagesspiegel.de

Angela Merkel führt uns hilflos ins Chaos

Von Ehrhart Körting
25.12.2015

Der Rechtsstaat ist in Gefahr. Die Bundeskanzlerin hat ihn in der Flüchtlingskrise teilweise außer Kraft gesetzt, die Verwaltung hat wochenlang versagt. Ein Gastbeitrag des ehemaligen Berliner Innensenators.

Außer der Sprechblase „Wir schaffen das“ ist von der Bundeskanzlerin wenig Konkretes zur Integration von Hunderttausenden Bürgerkriegsflüchtlingen und weiteren Hunderttausenden Armutsflüchtlingen gekommen. Wie viele es tatsächlich derzeit sind, wissen wir nicht. Allein diese Aussage offenbart einen Offenbarungseid des Staates.

Die Bundesrepublik Deutschland, ein gut durchorganisierter Rechtsstaat, ist innerhalb von Monaten von einer gut-meinenden, aber hilflos handelnden Bundeskanzlerin Merkel in einen Staat verwandelt worden, in der ein Teil der rechtsstaatlichen Organisation aus falsch verstandener Humanität außer Kraft gesetzt wurde.

Wir wissen nicht, wie viele Flüchtlinge sich in Deutschland aufhalten, wie viele nur durchgereist sind. Wir kennen nur den Großteil der Namen. Zigtausende aber oder noch mehr leben in unserem Land ohne Registrierung, ohne Anmeldung, ohne Namen, ohne Adresse.

Die staatliche Organisation der Bundesrepublik Deutschland hat zigtausendfach versagt und das nicht nur einen oder mehrere Tage, sondern wochenlang. Unsere Bundespolizei hat nach Haushaltsplan rund 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es war nicht möglich, diese so einzusetzen, dass ein geordneter Zustrom von Bürgerkriegsflüchtlingen und Armutsflüchtlingen stattfand. Soweit die Bürgerkriegsflüchtlinge und die Armutsflüchtlinge zur Registrierung verteilt wurden, werden sie nach dem Königsteiner Schlüssel (einer Mischung aus Finanzkraft und Einwohnerzahl) auf die Bundesländer verteilt.

Wirtschaft wird Löhne niedrig halten

Das bedeutet: wo schon viele Menschen sind, in den Ballungsgebieten, kommen die meisten hin. Die Wohnraumversorgung in vielen dieser Ballungsgebiete ist schon bisher höchst problematisch. Diese Probleme werden durch hohe Zahlen von Flüchtlingen verschärft. Ein Konzept zur Entzerrung oder ein effektives Konzept zum kurzfristigen Bau bezahlbarer Wohnungen ist von der Bundesregierung nicht vorgelegt worden.

Die Arbeitsplatzfrage wird die nächste Katastrophe offenbaren. Entgegen aller Schönrederei ist der Großteil der Flüchtlinge in unseren Arbeitsmarkt nicht kurzfristig integrierbar. 50 oder mehr Prozent der Kommenden verfügen über eine unzureichende Bildung für unsere Arbeitsmarktbedürfnisse. Sie werden ein Heer der Arbeitslosen bilden, das von der Wirtschaft begrüßt wird.

Die Wirtschaft wird dieses Heer benutzen, um Löhne niedrig zu halten oder den Mindestlohn nach unten zu drücken. Ein Konzept der Bundesregierung zur Beschäftigung dieses Heers von Nochnichtqualifizierten, sei es durch öffentliche Beschäftigung oder durch Anreize für die Wirtschaft zur Einstellung nichtqualifzierter Arbeitskräfte, ist bisher nicht vorgelegt worden. Und völlig vernachlässigt wird die demokratische und kulturelle Integration. Zwar sollen Deutsch- und Integrationskurse angeboten werden. Das aber reicht offenkundig nicht aus.

Die meisten Flüchtlinge kommen aus Gebieten mit einem völlig anderen Verständnis von Grundwerten und Demokratie. Sie kommen mit einer völlig anderen Vorstellung von Solidarität und öffentlichem Eigentum zu uns. Und sie haben Familienvorstellungen und ein Frauenbild, das uns schaudern lässt.

Das ist übrigens alles nicht in erster Linie eine Frage der Religion der meisten Flüchtlinge, des Islam, sondern eine Frage der Mentalität in den Herkunftsländern. Ein Konzept zur Erziehung „Verantwortliches Leben in einem freien und demokratischen Staat“ ist nicht einmal angedacht.

Schon auf die ersten Alarmzeichen wird durch unseren Staat nicht reagiert, es werden keine notwendigen Stoppsignale auch gegenüber Flüchtlingen gesetzt, obwohl Artikel 2 der Genfer Flüchtlingskonvention genau dies vorsieht: „Jeder Flüchtling hat gegenüber dem Land, in dem er sich befindet, Pflichten, zu denen insbesondere die Verpflichtung gehört, die Gesetze und sonstigen Rechtsvorschriften sowie die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung getroffenen Maßnahmen zu beachten.“

Ein Mantel der falschen Nächstenliebe

Hilflos sieht unsere Administration zu: Flüchtlinge, die in den sie transportierenden Zügen die Notbremse ziehen, um sich der Registrierung zu entziehen. Flüchtlinge, die christliche Mitflüchtlinge aus den Erstaufnahmeeinrichtungen mobben, so dass sie Kirchenasyl suchen. Flüchtlinge, die sich von Frauen nicht das Essen geben lassen, weil Frauen unrein seien. Flüchtlinge, die in den Notunterkünften der Turnhallen nicht nur rauchen, sondern ihre Zigaretten auf den Holzfußböden ausdrücken. Es geht mir nicht darum, individuelles Fehlverhalten von Flüchtlingen anzuprangern.

Es geht mir darum, dass unser Rechtstaat nicht dagegen vorgeht. Wenn wir den Rechtsstaat mit einem Mantel der falschen Nächstenliebe, aus falsch verstandener political correctness außer Kraft setzen, verlieren wir ihn. Unsere Politiker und unsere Medien sind voll von Verständnis für schwierige Einzelschicksale von Flüchtlingen. Das kann ich nachvollziehen. Nicht nachvollziehen kann ich das Verschweigen von Problemen. Wer sie verschweigt wie die Bundeskanzlerin, produziert im Ergebnis Rechtsradikalismus und den Abbau des Rechtstaates.

Der Autor ist SPD-Politiker und war in Berlin von 1997 bis 1999 Senator für Justiz und von 2001 bis 2011 Senator für Inneres.

Wie Angela Steuern erhöht, ohne Steuern zu erhöhen

Von Manfred Haferburg

 

Allen Dingen hat der liebe Gott Obergrenzen gesetzt, nur nicht der Dreistigkeit von Tölpeln und Einfallspinseln auf der Kommandobrücke des Narrenschiffes Deutschland. Derzeit sind es so um die 4000 Flüchtlinge (oder wahlweise Migranten, Schutzsuchende, Hilfsbedürftige, Menschen, Ankommende, Akademiker, Ingenieure und Ärzte…), die derzeit täglich nach Deutschland kommen. Das sind die, die registriert werden. Dazu kommt eine unbekannte Dunkelziffer an Nichtregistrierten.

Das wären dann in den 365 Tagen des Jahres 2016 1.46 Millionen, ohne Nichtregistrierte. Wenn die Bundesregierung „spürbar reduziert“, sind’s vielleicht noch eine Million. Keine Obergrenze und kein Kommentar von meiner Seite. Dazu wurde schon alles gesagt, und zwar von allen.

Nur über die Kosten spricht kaum einer. Gibt es eine Obergrenze der Kosten?

Es gibt eine Obergrenze für Feinstaub. Der ist in deutschen Städten furchteinflößend gesundheitsschädlich. Was hat nun der Feinstaub mit den Flüchtlingen zu tun?

Wie Sie schon dunkel ahnen, es geht ums Geld.

Angela Merkel hat versprochen, dass es wegen der Flüchtlingskrise keine Steuererhöhungen geben wird, so in der Art: „Niemand hat die Absicht, Steuern zu erhöhen“. Die Experten nennen Kosten zwischen 20 und 50 Milliarden. Irgendwo muss das ja herkommen. Der Staat kann nur ausgeben, was er dem Steuerzahler vorher abgeknöpft hat.

Politik und Medien haben begonnen, eine der Steuererhöhungsfronten sturmreif zu schießen.  „Die Autoindustrie hängt wie ein Junkie am Dieseltropf. Die Obergrenze der Feinstaubbelastung erreicht in den Ballungszentren den doppelten zulässigen Wert. Dieselfahrzeuge sind umweltschädlich. Sie erzeugen Krebs“ Und jetzt kommt’s: „Diesel wird zu Unrecht subventioniert“.
Lieber Leser, merken Sie was? Die „ungerechtfertigten Subventionen“ für den bösen Diesel sollen wegfallen.

Die „Subvention“ besteht in einer niedrigeren Steuerbelastung des Dieselkraftstoffes. Also, man bekommt kein Geld, wenn man Diesel kauft, sondern zahlt nur ein bisschen weniger Steuern, als wenn man Benzin kauft. Der Steueranteil beim Benzin beträgt ca. 50% des Preises plus 16% Mehrwertsteuer. Beim Diesel sind es ca. 40% Steuer plus 15% Mehrwertsteuer.
Wenn diese „Subvention“ wegfällt, dann bezahlt der Kunde auf Diesel künftig höhere Steuern, so um 20 Cent pro Liter. Das ist, Gott bewahre, doch keine Steuererhöhung. Nein, es zeigt nur, wie man ohne die Steuern zu erhöhen die Steuern erhöhen kann. Das hat doch beim EEG schon so gut geklappt.

Der Diesel-Trick bringt dem Fiskus 10 Milliarden Euro im Jahr ein. Damit sind schon ein paar Zusatzkosten für Flüchtlinge gedeckt. Und Herr Schäuble hat sich ja 6 Milliarden vom Munde abgespart, die gehen auch dahin.

Und jetzt wissen wir auch, was neben der Dreistigkeit der Politiker und der Anzahl der Flüchtlinge noch keine Obergrenzen kennt – die Steuerbelastung des deutschen Michels.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/was_hat_der_feinstaub_mit_den_fluechtlingen_zu_tun

Sie schafft es nicht.

welt.de

Aufstand gegen Merkel?

Stefan Aust und Claus Christian Malzahn

In Deutschland und Europa werden permanent Rekorde gebrochen. Es geht nicht um Fußball, Technik oder Wissenschaft – sondern um Menschen auf der Flucht. Allein am vergangenen Mittwoch überquerten innerhalb von 24 Stunden mehr als 12.600 Menschen illegal die Grenze von Kroatien nach Slowenien. Deutschland, das Ziel der meisten Flüchtlinge, hat in den letzten drei Monaten mehr Migranten aufgenommen als in den vergangenen zehn Jahren.

Der Lockruf der Kanzlerin, dass es keine Obergrenze für Asylbewerber gebe, verschärfte die gespannte Lage. Bis zu 10.000 Menschen werden täglich über Bayern in die Behelfsquartiere der überlasteten Kommunen verteilt. Rund 1,2 Millionen Flüchtlinge könnten es 2015 werden. Und eine Entspannung der Lage ist auch für 2016 nicht in Sicht.

Selbst die Kanzlerin spricht inzwischen von einer „Flüchtlingskrise“ – eine Vokabel, die sie bis vor Kurzem vermieden hat. Doch ihr Mantra „Wir schaffen das“ wird inzwischen sogar von grünen Politikern wie dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer kritisiert. Gleichzeitig steigt die Zahl rechtsextremistischer Anschläge auf Flüchtlingsheime. Vor einer Woche griff ein Neonazi in Köln die inzwischen zur Oberbürgermeisterin gewählte Kommunalpolitikerin Henriette Reker mit einem Messer an. Die Politik der offenen Grenzen entwickelt sich zum Konjunkturprogramm für rechte Gruppen – von der AfD über Pegida bis zur NPD und darüber hinaus.

Angela Merkel setzt nach wie vor auf eine diplomatisch-europäische Lösung der Krise. Sie reist nach Istanbul und Brüssel, telefoniert mit Zagreb und Athen. Doch von einer Abweisung von Flüchtlingen an der Grenze, gar von Zäunen und Sperranlagen, will sie nichts wissen. Die Deutschen hätten es nicht in der Hand, wie viele Menschen in die Bundesrepublik streben. Einwanderung als politische Schicksalfrage.

Jetzt regt sich gegen Merkels Kurs, den sie wie immer als alternativlos hinstellt, massiver Widerstand – in ihrer Partei und den Sicherheitsbehörden. Vor allem beim Verfassungsschutz, im Bundeskriminalamt, beim Bundesnachrichtendienst (BND) und der Bundespolizei wachsen angesichts des Kontrollverlustes und der planlosen Masseneinwanderung täglich die Bedenken. „Der hohe Zuzug von Menschen aus anderen Weltteilen wird zur Instabilität unseres Landes führen“, warnt ein mit Sicherheitsfragen betrauter Spitzenbeamter.

Mit Namen will der Mann wie viele andere hohe Beamte nicht genannt werden. Er fürchtet Repressalien. Seine Warnung ist umso deutlicher: „Wir produzieren durch diese Zuwanderung Extremisten, die bürgerliche Mitte radikalisiert sich, weil sie diese Zuwanderung mehrheitlich nicht will und ihr dies von der politischen Elite aufgezwungen wird“, meint er. Seine Prognose ist düster: „Wir werden eine Abkehr vieler Menschen von diesem Verfassungsstaat erleben.“

Eine Integration Hunderttausender illegaler Einwanderer in Deutschland sei angesichts der Zahl und der bereits bestehenden Parallelgesellschaften gar nicht möglich, befürchten Sicherheitsexperten. Stattdessen „importieren wir islamistischen Extremismus, arabischen Antisemitismus, nationale und ethnische Konflikte anderer Völker sowie ein anderes Rechts- und Gesellschaftsverständnis“, heißt es in einem unterschriftslosen Papier, das unter hochrangigen Sicherheitsbeamten des Bundes kursiert. Das „Non-Paper“ beinhaltet eine klare Warnung: „Die deutschen Sicherheitsbehörden sind und werden nicht in der Lage sein, diese importierten Sicherheitsprobleme und die hierdurch entstehenden Reaktionen auf Seiten der deutschen Bevölkerung zu lösen.“ Offene Warnungen – in den Sicherheitsgremien immer wieder vorgetragen – stoßen an der Spitze der Regierung auf taube Ohren.

Innenpolitiker wie der baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger (CDU) kennen die Bedenken der Sicherheitsbeamten. „Die Lage in den Kommunen wird jeden Tag schwieriger“, sagt der ehemalige Polizeikommissar. Binninger fordert, dass die Bundespolizei Flüchtlinge an den Grenzen zurückweisen sollte – wenn sie aus sicheren Herkunftsländern stammen.

„Wenn der Rest Europas das Dublin-Abkommen und die Schengen-Vereinbarungen nicht mehr anwendet, sondern nur noch durchwinkt, sehe ich nicht ein, warum wir unsere Gesetze nicht anwenden dürfen“, erklärt er. Der Christdemokrat hofft bei einer Wiedereinführung „wirksamer Grenzkontrollen“ auf einen „Kaskadenaffekt“: Wenn Deutschland seine Grenze für Flüchtlinge schließt, die rechtlich keinen Anspruch auf Asyl in der Bundesrepublik haben, dann werden das bald auch andere EU-Länder tun.

Am Ende des Jahres, schätzt Binninger, werde Deutschland das Land in der EU sein, das den allergrößten Teil der Flüchtlinge aufgenommen hat; höchstens 30 Prozent würden sich auf die übrigen 27 EU-Staaten verteilen. „Das macht deutlich, dass wir diesen Weg nicht weiter gehen können.“ Binninger, Vorsitzender der Parlamentarischen Kommission zur Kontrolle der Geheimdienste und stellvertretender Vorsitzendes NSU-Untersuchungsausschusses, kennt die Stärken und Schwächen des deutschen Sicherheitsapparats. Er weiß aus langjähriger Erfahrung, auf welchem Boden rechtsextreme Gruppierungen wachsen. Und er weiß, wie schwer es ist, Neonazis zu bekämpfen, wenn sie einmal Fuß gefasst haben.

Wie Binninger argumentiert auch der ehemalige BND-Chef August Hanning. Der bis heute in Deutschland und der Welt exzellent vernetzte Sicherheitsexperte hat in der vergangenen Woche ein Zehn-Punkte-Programm entworfen, in dem er skizziert, wie die Bundesregierung in der „gegenwärtigen Migrationskrise“ vorgehen könnte (siehe Kasten). Auch für Hanning, 69, ist die Rückgewinnung der Kontrolle über die deutschen Grenzen die wichtigste Maßnahme. Der Jurist fordert deshalb die „strikte Anwendung des nationalen und supranationalen Rechts“. Soll heißen: „Die Grenze für Migranten ohne Einreiseerlaubnis entsprechend der Gesetzeslage sofort zu schließen und Reisende ohne Einreiseerlaubnis sofort zurückzuweisen“. Wer aus sicheren Herkunftsländern komme, dem sei das Asylverfahren zu verweigern. Ausnahmeregelungen für „alleinreisende Minderjährige und Familien mit Kindern“ hält Hanning aus humanitären Gründen dagegen für möglich.

Hanning befindet sich zwar seit sechs Jahren im Ruhestand. Aber sein Programm, das er mit aktiven und pensionierten Sicherheitsexperten diskutiert hat, könnte sich zu einem politischen Fahrplan in der Flüchtlingskrise entwickeln. Jeder Tag bringe das Land näher an eine schwere innenpolitische Krise. „Je länger wir warten, desto schwieriger wird die Situation“, befürchtet auch Binninger.

Viele Sicherheitsbeamte warten geradezu sehnsüchtig darauf, ein „Go!“ aus dem Kanzleramt zu bekommen. „Wir brauchen als Erstes die Wiederherstellung gesetzmäßiger Zustände. Die Bundespolizei darf nicht weiter von der Bundesregierung daran gehindert werden, Ausländer, die ohne Aufenthaltstitel nach Deutschland einreisen wollen, zurückzuweisen“, formuliert ein hochrangiger Sicherheitsmann aus dem Bundesapparat. Und fügt hinzu: „Die Bundespolizei ist hierzu nach dem Aufenthaltsrecht verpflichtet; gegenteilige Weisungen der Bundesregierung sind rechtswidrig.“

Kopfschütteln verursacht unter den Sicherheitsexperten – meist erfahrene Juristen – ein vom Innenministerium vorgelegtes Papier, nach dem Asylbewerber an den Grenzen nicht abgewiesen werden könnten. Selbst das vom SPD-Politiker Heiko Maas geführte Justizministerium kam da zu einem anderen Schluss: Natürlich könnten Asylbewerber abgewiesen werden, wenn die gesetzlichen Vorschriften dafür vorliegen. Jetzt soll ein interministerieller Arbeitskreis auf oberste Weisung eine gemeinsame Linie ausarbeiten.

Dabei sei der juristische Sachverhalt glasklar, argumentiert ein hochrangiger Beamter. Der erfahrene Jurist hat ein Papier verfasst, das im Bundesinnenministerium kursiert. Darin heißt es: „Für Ausländer, die gegenüber der Grenzbehörde um Asyl nachsuchen, gilt folgendes: Nach Paragraf § 18 Abs. 2 Nr. 1 AsylVfG ist einem Ausländer durch die Grenzbehörde die Einreise zu verweigern, wenn er aus einem sicheren Drittstaat einreist.“ Und es kommt noch dicker: „Sofern Grenzkontrollen bestehen, ist die Grenzbehörde verpflichtet, diese Personen zurückzuweisen. Entgegenstehende Weisungen sind rechtswidrig und führen zur Strafbarkeit nach Paragraf 96 Abs. 1 Nr. 1 Buchst b iVm Paragrafen 95 Abs. 1 Nr. 3 AufenthG wg Anstiftung oder Beihilfe zur illegalen Einreise von Ausländern im Wiederholungsfall (Einschleusen von Ausländern).“

Tatsächlich plante die Bundespolizei bereits Mitte Juli, entsprechenden Asylbewerbern die Einreise zu verweigern – was auf Anweisung von oben verboten wurde. In Anbetracht der immer weiter steigenden Migrantenzahlen wird es jeden Tag schwieriger, die eindeutige Gesetzeslage auch umzusetzen.

Im Regierungslager bezweifeln immer mehr Politiker, dass die Kanzlerin ihren Kurs des „freundlichen Gesichts“ und der faktisch offenen Grenzen durchhält. Dass nun ausgerechnet ein Ex-Staatssekretär im Ruhestand und ehemaliger BND-Präsident einen solchen Plan vorgelegt hat, zeigt, wie gelähmt der Sicherheitsapparat unter Thomas de Maizière und Angela Merkel inzwischen ist.

Shakespeare hat die Flüchtlingskrise vorausgesagt: Christiane Linke über Macbeth im Schauspiel Frankfurt

Die Infantilisierung der deutschen Gesellschaft schreitet voran, sowohl politisch, als auch kulturell.

Die Kulturschaffenden, whatever it means, meinen daß es Kunst sei, wenn es komisch ist.

Das Frankfurter Schauspiel tut sich mit dieser Attitüde hervor, es wird geschrieen, gekackt, nackt herumgelaufen, gepisst, gefickt und geblutet.

Erzählt wird nicht mehr. Wer es erleben will, daß ihm jemand etwas einfach erzählt, der muß ins Ausland.

Die Deutschen feiern Kinderpartys, gegenwärtig haben sie eine Menge Meerschweinchen willkommen geheißen.

Nun streiten die Deutschen heftig, ob die Ankommenden Meerschweinchen oder Ratten sind. Tatsächlich sind es Wildkatzen. Und die Deutschen sind infantile, mehr oder weniger fleißige, ängstliche Mäuschen. Vor lauter Angst sehen sie manche Gefahr nicht, und manches sehen sie übertrieben als gefährlich. Gelassenheit ist nicht die Sache der Deutschen, weder im Theater, noch in der Politik, die nur noch theatralisch ist.

Dabei wäre gerade Macbeth geeignet, die tragische Wandlung der Angela Merkel zum Tyrannen darzustellen, der sowohl den Verstand als auch seine Menschlichkeit verliert.

Auch das Ende ihrer Herrschaft hat Shakespeare vorausgesehen, der Wald, der sich seinem Schloß schrittweise nähert, ist die gegenwärtige Flüchtlingswelle.

Die Situation im Kanzleramt beschreibt Shakespeare so:

ERSTE HEXE

Um den Kessel dreht euch rund!
Giftgekrös in seinen Schlund!
Kröt, die unterm kalten Stein
Tag‘ und Nächte, dreißig und ein,
Giftschleim schlafend ausgegoren,
Sollst zuerst im Kessel schmoren!

ALLE

Doppelt plagt euch, mengt und mischt!
Kessel brodelt, Feuer zischt.

ZWEITE HEXE

Sumpfger Schlange Schwanz und Kopf
Brat und koch im Zaubertopf:
Molchesaug und Unkenzehe,
Hundezung und Hirn der Krähe;
Zäher Saft des Bilsenkrauts,
Eidechsbein und Flaum vom Kauz:
Starken Zauber eingemischt!
Höllenbrei im Kessel zischt.

ALLE

Doppelt plagt euch, mengt und mischt!
Kessel brodelt, Feuer zischt.

DRITTE HEXE

Wolfeszahn und Kamm des Drachen,
Hexenmumie, Gaum und Rachen
Aus des Haifischs scharfem Schlund;
Schierlingswurz aus finsterm Grund;
Auch des Lästerjuden Lunge,
Türkennase, Tatarzunge;
Eibenreis, vom Stamm gerissen
In des Mondes Finsternissen;
Hand des gleich erwürgten Knaben,
Den die Metz gebar im Graben,
Dich soll nun der Kessel haben.
Tigereingeweid hinein,
Und der Brei wird fertig sein.

ALLE

Doppelt plagt euch, mengt und mischt!
Kessel brodelt, Feuer zischt.

ZWEITE HEXE

Kühlt es nun mit Paviansblut,
Zauber wird dann stark und gut!

Hekate kommt.

 

(…)

DIE ERSCHEINUNG
Sei löwenkühn und stolz; nichts darfst du scheuen,
Wer tobt, wer knirscht, und ob Verräter dräuen:
Macbeth wird nie besiegt, bis einst hinan
Der große Birnams-Wald zum Dunsinan
Feindlich emporsteigt.
Versinkt.

MACBETH
Das kann nimmer werden!
Wer wirbt den Wald, heißt Bäume von der Erden
Die Wurzel lösen? Wie der Spruch entzückt!
Aufruhr ist tot, bis Birnams Waldung rückt
Bergan, und Macbeth lebt in seiner Hoheit
Bis an das Ziel der Tage, zahlt Tribut
Nur der Natur und Zeit.
Doch klopft mein Herz, nur eins noch zu erfahren;
Sprecht, kann mir eure Kunst dies offenbaren:
Wird Banquos Same je dies Reich regieren
?

http://www.william-shakespeare.de/macbeth/macbeth_4akt.htm

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Macbeth im Schau(der)spiel Frankfurt

von Christiane Linke

Bereits am Eingang hängt ein großes Schild mit dem Hinweis, dass es zum Teil sehr laut und grell wird. Eine wichtige Info für Leute mit Herzschrittmacher und Epilepsie. Die hätten das bestimmt gerne vor dem Kauf ihrer Karten gewusst. Und man hat nicht zu viel versprochen. Es wird so ohrenbetäubend laut, dass man zeitweise das Gefühl hat, dass die inneren Organe wandern möchten. Diese kleine Übertreibung sei gestattet. Eine Lärmnotwendigkeit und der klare Bezug zum Original sind nicht zu erkennen. Die Akteure wälzen sich auf den nüchternen Tischrequisiten, beschmieren die und sich mit Farbe und lassen das Durcheinander von schwarzen Figuren, die sich merklich vom ebenfalls schwarzen Bühnenbild abheben, aufräumen. Wer die Geschichte nicht kennt, kann der Darbietung nicht folgen. Die wenigen Sprecheinlagen bieten keine Hilfestellung. Bei der kurzen Einführung hatte man auf die tollen tänzerischen Einlagen und die harten Proben hingewiesen. Ich sehe eine übermenschliche, teilweise plumpe Anstrengung der Schauspieler, den hohen Anforderungen gerecht zu werden. Sind eben keine Balletteusen. Auf mich wirkt es weder ästhetisch noch in sich schlüssig, sondern nervig. Man könnte auch sagen, wie ich es dann zum Schluss auch tue, „…war ganz schön experimentell.“ Aber das ist im Grunde feige, denn ich habe recht früh darauf gewartet, dass es vorbei ist. Es gibt keine Pause und das ist gut so. Gerade wieder bei Gehör und ohne zuckende Lider würde man nur schwer zurückkehren wollen. Aber es gibt Besucher, die schnell das Weite suchen. Sie arbeiten sich mühsam durch die Sitzreihe, gehen hastig auf die riesige Flügeltür zu, schmeißen sich dagegen und katapultieren die von außen zur Hilfe geeilte Theaterangestellte fast aus der Senkrechten. Dabei rudern sie wild und unbeholfen mit den Armen.

Chapeau für die, die ausgehalten haben. Mehr kann ich zu der Aufführung nicht sagen. Auch, weil ich zum Schutz über längere Zeit Ohren und Augen schließen musste.

2015 © Christiane Linke
christianelinke22@gmail.com

Siehe auch:

Von Meerschweinchen und Ratten, von Katzen und Mäusen

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Frau Merkel mit Kaaba-Raute (fällt niemandem auf, womit Kaaba frapierende Ähnlichkeit besitzt?)

Der Transaktionanalyse verdanken wird die Entdeckung des Dramadreiecks (Stephen Karpman), die ein infantiles Weltbild beschreibt, der aus Opfer, Verfolger und den Retter besteht (Paradigmatisch im Rotkäppchen-Mythos.)

Siehe: Politikberichterstattung als märchenhaftes Spektakel / Political coverage as a fairy-tale-like spectacle (german/english)

Charakteristisch sei, daß sich der Dramadreieck immerweiter dreht, das heißt die Rollenzuschreibung als Opfer, Verfolger und Retter wechselt und wird immer intensiver, und endet im Tumult und gegenseitigem Aufeinanderschlagen. Das ist zur Zeit in Deutschland der Fall, mit dem Ausgangspunkt Opfer: Flüchtilanten, Retter: die Guten Deutschen, Verfolger: die Bösen Deutschen. Der größte Drecksack in dem Dramadreieck ist das angebliche Opfer, weil es initial für das Dramadreieck wirkt. So ein Opfer kann eine Firma in einen Schlachtplatz der Guten gegen die Bösen verwandeln, oder auch eine psychiatrische Station in einen Kriegsplatz der Guten gegen die Bösen, die um ein Opfer herum sich gegenseitig totschlagen.

Anders gesagt, wir werden alsbald erleben, wie sich die Deutsche Gesellschaft spaltet und aufeinander stürzt, während sich die angeblichen Opfer ins Fäustchen lachen.

Frühe Behavioristen, aus denen Verhaltenstherapeuten entstanden, studierten menschliches Verhalten an Ratten.

ratten

Heute ist offenbar das Bild vom Menschen durch das Verhalten von Meerschweinchen geprägt. Vom Islam keine Angst zu haben, kann nur jemand, der Menschen als solche putzigen Meerschweinchen und die Flüchtilanten als eine Art von Streichelzoo sieht.

Meerschweinchen

Tatsächlich gibt es in der Welt anderthalbmilliarden Muslime, eher Godzilla ähnlich, als Meerschweinchen.

A 1-metre tall statue of Godzilla is displayed at a Godzilla art exhibition in Tokyo on May 2, 2014. Japanese fans of Godzilla say the newly-unveiled monster, set to star in a Hollywood reboot of the post-war classic, is too fat and has been

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet, brutal, gewalttätig, inhuman und frauenfeindlich. „Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft.“ – Matthias Küntzel

Der Konflikt der Deutschen heute entsteht und besteht daraus, daß zum Einen die zur Zeit unkontrolliert nach Deutschland hereinströmenden islamischen Menschenmassen von einem Teil der Deutschen als possierliche Meerschweinchen (Willkommen, liebe Meerschweinchen!  ), und vom anderen Teil als gefährliche Ratten (geht fort, böse Ratten!  ) gesehen werden.

szczury

Dabei sind es weder liebliche Meerschweinchen, noch zähnefletschende Ratten, sondern einfach hungrige Wildkatzen.
koty
Wildkatze
Und die Deutschen sind mehr oder weniger fleißige, ängstliche, welt- und lebensfremde Mäuschen, die vor lauter Angst entweder keine Gefahr mehr oder die Gefahr übertrieben groß sehen.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Und Dummheit ist, nicht zu wissen, was man wissen könnte, wenn man es nur wiisen wollte. Aber mann will lieber die Realität nicht wissen. Das ist das tägliche Brot der Psychoanalyse, wenn sie eine solche denn ist, und sich nicht nur so nennt.

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Der Adorno (ach, kennt doch keiner mehr) soll einmal gesagt haben, „Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten”.

Zur Zeit haben es die Kabarettisten richtig schwer. Das politisch Korrekte hat der Mainstream übernommen. Das Zentralorgan der geistig Benachteiligten, das normalerweise keine Plattheit auslässt, gibt sich staatstragend. Vielleicht hat Frau Springer ihrer Freundin versprochen, sie nicht im Regen stehen zu lassen?

Mich sorgt schon, wenn Journalisten, deren Aufgabe es eigentlich sein sollte – jetzt bitte nicht lachen – sachlich zu berichten, die Debatte befeuern. Hanns Joachim Friedrichs wurde der Satz zugeschrieben: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ Analysiert man unsere Qualitätsmedien nach diesem Satz, dann stellt man fest, dass es keine Journalisten, in diesem Sinne, mehr gibt. Alle sind zur Zeit eingebunden in die große Aufgabe unserer Zeit, das unrühmliche Verhalten unserer Bundeskanzlerin in der Migrantenfrage schönzureden und auszubügeln, wo es nichts mehr schönzureden und auszubügeln gibt. Merkels Selfiebotschaften sind nicht reversibel. Wer Kritik an diesem Verhalten lesen will, muss Fremdsprachen beherrschen. In deutschen Zeitungen gibt’s da nur Verständnisvolles, Menschliches. Kein Zufall, dass ein ausländischer, ehem. Parlamentspräsident, der Slowakische Abgeordnete Richard Sulik, seine Philippika gegen Frau Märrckel in Deutsch vorträgt. Respekt!

Die Journaille übt sich im Schulterschluss und ist sich nicht zu schade, Bevölkerungsgruppen mit fragwürdigen Mitteln an den Pranger (die schreiben das auch noch so) zu stellen. Ähnliches kenne ich aus dem Geschichtsunterricht. Es war die Aufgabe der Blockwarte, auf die Gesinnung seines Sprengels zu achten und unbotmäßiges Verhalten zu melden. Um es deutlich zu sagen. Mir geht es hier um den Stil, wie man mit Andersdenkenden umgeht. Einschränkungen darf es nicht geben. Dazu Noam Chomsky 2007 in Le Monde diplomatique:

„die Meinungsfreiheit in Europa sehr restriktiv definiert ist.“ Im Interview mit Daniel Mermet geht er ins Detail: „In meinen Augen lautet die grundlegende Frage: Hat der Staat das Recht, die historische Wahrheit festzulegen, und das Recht, denjenigen zu bestrafen, der davon abweicht? Wenn man das glaubt, findet man sich mit einer rein stalinistischen Praxis ab. Den französischen Intellektuellen fällt es schwer einzugestehen, dass sie genau dazu neigen (nicht nur die französischen, altermann)… Der Staat sollte Null Möglichkeiten haben, jemanden zu bestrafen, der behauptet, die Sonne drehe sich um die Erde. Das Prinzip der Meinungsfreiheit hat etwas sehr Grundlegendes: Entweder man verteidigt sie, wenn es um Meinungen geht, die man hasst, oder man lässt es ganz sein… Es ist traurig, gar skandalös, diese Fragen zwei Jahrhunderte nach Voltaire zu diskutieren, der doch damals, wie man weiß, erklärte: ‚Ich verteidige meine Ansichten bis in den Tod. Du bist anderer Meinung als ich und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen.

Vielleicht liest das mal die Anja Reschke, die sich bitte entscheiden soll, ob sie den Beruf der Journalistin weiter ausübt, oder lieber als Chef-Agitatorin des UNHCR tätig sein will. Oder gehört das schon zum Regierungsprogramm der gebührenfinanzierten Umerziehung für Begriffsstutzige? Dieses „An-den-Pranger-stellen, gepaart mit dem Begriff „Aufstand der Anständigen“ halte ich sehr bedenklich. Eine Formulierung wie: „Die Hassschreiber müssen kapieren, …“ was Frau Reschke ihnen vorschreibt? Ist Frau Reschke die PegidaMeinungsdiktatorin der Bundesrepublik? Sieht man bald Schilder, wie das hier abgebildete? Vorlagen gibt es genug. Ich bin froh, dass manche das auch so sehen, wie hier bei eigentümlich frei. Denunziationen kenne ich ebenfalls aus dem Geschichtsunterricht, auch wie das aussehen kann, wenn Leute an den Pranger gestellt werden. Beim linken Plakat das zweitletzte Wort durch pegida ersetzen, und schon ist man auf Ballhöhe. Wer definiert, wer „anständig“ ist? Was ist überhaupt „anständig“? Definiert das Frau Reschke, Herr Siechmar Gabriel, Franz-Josef Wagner oder Jutta Ditfurt, die sich alle in dieser Funktion sehr wohlfühlen würden?

Die momentane politische Auseinandersetzung hat keinerlei Diskussionskultur, sondern kann man bezeichnen als wildes Draufloskloppen von Mittelschicht gegen Prekariat, Gutmenschen führen Schlechtmenschen vor, Herz gegen Herzlos, Gescheit gegen Dumm, Fremdenfreundliche gegen Fremdenhasser, Antifaschisten gegen Nazis, oder Böse Hälfte und Kopfschüttel-Hälfte (wie die ScienceFiles meinen) usw. Egal wie: es ist hochgradig unbefriedigend und in Teile faschistisch. Das Adorno-Zitat ist nicht aus der Luft gegriffen. Ich empfehle allen, sich mal zu informieren, was Faschismus ist, dann in den Spiegel zu schauen und zu prüfen, ob man nicht gerade ganz schön faschistisch gegen Andersdenkende gehandelt hat. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob wir mehr faschistische Demokraten oder mehr demokratische Faschisten rumlaufen haben.

Auch den Sozialdemokraten empfehle ich mal zu prüfen, ob der Einsatz der Staatsanwälte gegen Meinungsäußerungen, seien sie auch noch so hirnrissig, das richtige Mittel sind. Wir brauchen jeden juristisch Geschulten für andere Aufgaben. Wenn Herrn Maas mal wieder langweilig ist, dann soll er sich mal z.B. um die Saatgutverordnung kümmern, da gibt es viel zu tun – und vor allem Sinnvolles!

Entspannt Euch bei der Rede von Thilo Sarazin. Der zeigt, wie man sachlich vortragen kann:

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Von Imad Karim

Am 05.12.1977 kam ich mit 19 in West Berlin als Student an. Ich studierte, las und versuchte mich zu informieren über meine Umgebung, über die Menschen, deren Alltag ich von nun an teilen werde. Ich ging in Museen, besuchte die Dauerausstellung “Deutsche Geschichte” im damaligen Reichstag an der Mauer. Ich begann rückwärts, zuerst bei der Geschichte der BRD, der deutschen Teilung, dem zweiten Weltkrieg, der 12.jährigen NS-Herrschaft, der Weimarer Republik, dem ersten Weltkrieg und tauchte weiter in der “Vormärz-Zeit” 1848/49 und tiefer zurück.

Ich liebte die Vielfalt, wanderte durch Deutschland, erfreute mich über Bayrische Trachten und Gesänge, genoss die Weinfeste der Hessen und der Pfälzer, bewunderte die Kohlen-Malochen der Ruhgebieter und ihre polnischen Nachnamen, versuchte mit Freude die Anglistischen Lieder der Norddeutschen zu entziffern und kehrte nach Berlin zurück, setzte mich in einer Urkneipe und bestellte “Berline Weiße mit Schuss”.

Ich las die ” Dreigroschenoper ” in Deutsch nachdem ich sie zuvor in Arabisch las. Ich lernte die Namen der Politiker auswendig, bewunderte Helmut Schmidt für seine unbeirrten Entscheidungen, den RAF-Terror zu bekämpfen, sang mit den Linken internationale Lieder, diskutierte mit Rechtskonservativen Deutschlandbilder und konnte bereits damals vieles, was sie mir erzählten, nachvollziehen und verstehen.

Damals wohnte ich in der Weisestrasse gegenüber dem Hasenheide-Volkspark im Stadtteil Neukölln. Da gab es das Restaurant “zum Jäger” mit den besten Schweinschnitzeln, den Italiener mit den tollen Pizzen und der scharfen Ehefrau, den Cevapcici-Jugoslawen, der den ganzen Tag schimpfte ohne dass jemand jemals wusste, worüber er schimpfte, den schüchternen Türken mit den leckeren Döner und den eingebildeten Libanesen mit seinem angeblich dem besten Falafel in den westlichen Hemisphären. Ich erfreute mich, heute Falafel zu essen und morgen Bockwurst oder Schweinschnitzel oder einen Döner.

Ich besuchte arabische Familien und ging mit ihnen grillen. Gemeinsam mit ihren deutschen Nachbaren legten sie die Fleischstücke auf dem Grill, rechts Rind und Lamm, links Schwein und Würste.

Das Leben war schön, bunt und friedlich.

Ich ging mit einigen Arabern und anderen deutschen Linken demonstrieren, gegen Nato und den “Imperialismus”. Ich engagierte mich in der Arbeit der “Dritte-Welt-Läden”, ich besuchte den Deutschen Evangelischen Tag mehrere Male. Ich suchte die Verständigung und glaubte, wir können diese wertvolle und humane Gesellschaft ausbauen und aus den humanistischen Werten der Deutschen viel lernen. Ich kämpfte von Anfang an gegen die Reduzierung der deutschen Geschichte auf 12 Jahre NS-Herrschaft und wiederholte oft und nicht so selten den Begriff “Deutschland, Land der Dichter und Denker” längst bevor irgend jemand den Begriff von mir stahl.

Ich wurde vor vielen Jahren eingebürgert. Mein Sachbearbeiter, der von mir wusste, dass ich als Fernsehautor arbeite, sagte mir schmunzelnd, ich solle ihm per Sprachtest nachweisen, dass ich der deutschen Sprache mächtig bin. Ich erwiderte ” Es solle geschehen” und ich setzte fort “Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz”. Er lachte und ich lachte mit und daraus entstand eine gute Bekanntschaft und lange Freundschaft. Bis heute, wenn wir privat telefonieren, fängt immer einer von uns mit “Fritz fischt …..”

Vor Jahren besuchte ich Neukölln und erkannte den Stadtteil nicht mehr. Ich dachte, ich befinde mich in Kabul. Die arabischen linken Freunde von damals sind heute alte bärtige Männer. Sie haben noch einmal geheiratet nach dem sie sich von ihren deutschen Frauen zuvor scheiden ließen. Ihre neuen Frauen sind junge Araberinnen, Cousinen von ihnen, die sie hierher holten. Alle sind fromme und gläubige Moslems geworden, die felsenfest überzeugt sind, Deutschland wird in naher Zukunft islamisch und die Christen oder Juden, die sich nicht zum Islam konvertiert werden wollen müssten dann Kopfsteuer (Jizia الجزية) zahlen und sich damit abfinden, Menschen zweiter Klasse zu sein. Meine “Freunde” von damals sagten mir auf meine Frage hin, “ja, wir müssen Hindus, Buddhisten und sonstige Götzenanbieter töten. Bitte verstehe uns nicht falsch, wir haben nichts gegen diese Menschen aber wir müssen Gottesbefehl folgen”.

Vor paar Wochen ging ich mit meiner Frau in meiner badischen Stadt türkisch essen. Ich bestellte ein Bier, bekam ich es aber nicht. Die Kellnerin erklärte mir, es gebe hier in allen acht Restaurants am Marktplatz keinen Alkohol. Sie ergänzte, wer Alkohol trinke sei schlecht und ohne Moral, bald werde man dafür sorgen, dass Alkohol nur in den vier Wänden getrunken werden dürfe”.

Ein arabischer Freund von mir betreibt eine Pizzeria. Bei ihm gibt es Pizza mit Schicnken und Salami, Bier und billigen Wein. er erzählte mir, dass er von Fundamentalisten verstärkt die Aufforderung erhält, seine Speisekarte auf islamisch umzustellen und den Alkohol zu verbannen, sonst würde er mit Konsequenzen rechnen müssen.

Da wusste ich, ich bin im Begriff, mein Deutschland zu verlieren.

Ich kam als Fremder nach Deutschland und es nahm mich mit allem seiner Kraft auf. Heute kommt Deutschland fremd zu mir und ich weine Bluttränen, weil ich es nicht schützen kann.

Beim letzten Telefonat mit meinem Einbürgerungsbeamten sagte ich diese mal “Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz NICHT mehr”. Er stimmte resigniert zu.

Ich bin mit 57 nicht mehr jung aber Ihr, meine Kinder, rettet Deutschland und das ist ein humanistischer und kein chauvinistischer Aufruf. Stoppt den Siegeszug der Barbarei. Sagt Merkel und der gesamten politischen Elite, den Grünen, den Medien, der Gerichtsbarkeit und allen, dass Ihr entscheidet, wer zu Euch kommt und wer nicht, denn das ist Euer legitimes Selbstbestimmungsrecht als Volk. Erinnert Cem Özdemir daran, dass ich nicht den Film “Cem Özdemir der Spätzletürke der Film” gemacht hätte, wenn ich gewusst hätte, dass er über die Köpfe der Menschen hier entscheidet, wer oder was zu Deutschland gehört.

Und vergesst nicht, mir mein altes Deutschland wiederzugeben, auch, wenn ich nicht mehr da bin.

Unser Autor Imad Karim sagt von sich: “Fernsehautor und Humanist. Ex-Moslem und verrückt nach Deutschland und nach der Freiheit”

عماد كريم
مسلم سابق ومجنون بحب المانيا والحرية
مخرج تلفزيوني ومتنور

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Der verzweifelte Bürger ist dieser Tage einigen Irrsinn gewöhnt, welcher ihm pausenlos von einer offenbar wahnsinnig gewordenen Regierungskaste in Berlin und deren angeschlossener Opposition in immer kürzeren Abständen um die Ohren gehauen wird. Aber manchmal wird es wirklich ein bisschen viel.

Angesichts der Tatsache, dass allein bis Ende dieses Jahres offiziell 1,5 Millionen Migranten ins Land strömen, von denen wir nicht wissen, wer sie sind und woher sie kommen, fällt etwa dem Innenminister heute ein, er müsse dringend ein ‚Lagebild‘ erarbeiten lassen, welches beweisen soll, dass Migranten keine Straftaten begehen würden. Um Vorurteile abzubauen. Beim Bürger.

Die Polizeigewerkschaften erhielten die Weisung, verlautbaren zu lassen, eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz sei das Gebot der Stunde, um die Situation in den Griff zu bekommen. Und die Kanzlerin hielt eine stammelnde Rede beim Gewerkschaftstag der IG Metall, welche zwar keinen einzigen rationalen Gedanken enthielt, ihr aber frenetischen Beifall einbrachte.

Wir stehen jetzt vor einer großen Herausforderung, und ich hab‘ vorhin davon gesprochen, wieviel Erfahrung Sie mit der Globalisierung haben. Ihre Erfahrung mit der Globalisierung, wie auch die von uns allen, eigentlich, ist ja im Wesentlichen erst mal die gewesen: Unsere Wirtschaft geht in andere Länder, macht dort Unternehmen auf, schafft Arbeitsplätze, produziert, und das ist gut, unter dem Strich auch für Arbeitsplätze in Deutschland und für unsere Unternehmen. Das ist unsere Erfahrung mit Globalisierung. Jetzt passiert plötzlich etwas Gegenläufiges. Jetzt kommen Menschen aus ganz anderen Regionen der Welt zu uns. Sozusagen tritt die Globalisierung in unser eigenes Haus hinein. Und das. was wir dachten. was ganz, ganz weit weg ist. Der Konflikt in Syrien, die Sache, der Islamische Staat im Irak und in Syrien, die Tatsache, dass in Libyen kein Staat ist, all das wird plötzlich praktisch wahrnehmbar in Form von Flüchtlingen bei uns. Und wir müssen jetzt lernen, wie wir damit umgehen. Und für mich ist das selbstverständlich, dass man an eine neue Aufgabe erst mal so rangeht, dass man sagt wir schaffen das, wir schaffen das…

Was soll man dazu sagen? Was kann man noch sagen? Wahnsinn. Irrsinn. Selten solch zusammenhanglosen, wirren Stuss gehört.

Heute haben 215 Bürgermeister aus Nordrhein-Westfalen einen Brandbrief an die Kanzlerin geschickt. Alle Kapazitäten seien erschöpft, selbst eine Unterbringung in Zelten nicht mehr möglich. Turnhallen in Schulen werden umgewidmet, Privateigentum wird beschlagnahmt, Kommunen kündigen Mietern die Wohnungen, um Platz für Migranten zu schaffen. Der bayrische Ministerpräsident schildert seit Wochen die katastrophale Situation, Städte und Gemeinden stehen am Rand des Zusammenbruches, täglich strömen Tausende neuer Flüchtlinge ins Land. Fernab der Realität, ganz, ganz weit weg in Berlin, berauscht sich die Kanzlerin derweilen an ihrem Credo: Die Grenzen bleiben offen. Für immer und für jeden:

Und wir haben ein Asylsystem in Europa, das ist ein System, das davon ausgeht, dass die Außengrenzen von denen, die die Grenzen außen haben in Europa, geschützt werden, wenn sie das nicht schaffen, können sie uns um Hilfe bringen, bieten, aber wir lernen in diesen Tagen auch, dass der einfache Außengrenzenschutz, insbesondere bei Wassergrenzen, nicht so leicht möglich ist.

Nur die Türkei, der man massive Zugeständnisse zu machen gewillt ist, könne uns helfen, so das Resümee der Regierungschefin, die noch nie etwas von Australien gehört hat, nicht weiß, dass Spanien eine Küste hat und die Türkei am Meer liegt.

Das ist utopisch. Das nennt mal wohl den Teufel mit Beelzebub austreiben, jemand anderen viel zu hoch bezahlen, damit er die Drecksarbeit macht, vielleicht auch kollektiven Selbstmord begehen, denkt sich der Zuschauer am Bildschirm, der nicht vor Ort und somit nicht bei der IG Metall ist und daher auch nicht jubelt.

Die Gewerkschafter aber sind begeistert. Gut, die Löhne werden in den Keller rauschen, die sozialen Sicherungssysteme werden kollabieren, die Renten werden bald Geschichte sein, man überlegt schon jetzt, Townships aus Holz zu errichten, um die Millionen aus Syrien, Pakistan, Afghanistan, Marokko, Tunesien, Ägypten, Libyen, Somalia, Eritrea und dem Irak irgendwie zu behause; das staatliche Bildungssystem wird einem Lumpenproletariat gerade mal das Schreiben beibringen, wahrscheinlicher aber zu Koranschulen mutieren; die, die es sich leisten können, werden in abgeriegelte Viertel mit Zäunen und privatem Wachschutz leben oder aber gleich, mitsamt der globalisierten Wirtschaft, das Land verlassen. Aber hey, was soll’s? Applaus! Die Kanzlerin sagt, wir schaffen das!

Zwei Fragen, die die jubilierenden Gewerkschafter nicht stellten, dennoch hier zum Schluss: Was genau? Und warum?

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Zehntausende Flüchtlinge hat Schweden in den vergangenen Monaten mit offenen Armen empfangen. In Europa nimmt kein Staat gemessen an der Einwohnerzahl auch nur annähernd so viele Menschen auf. Doch der Zustrom überfordert das skandinavische Land zunehmend. „Wir sind an der Grenze unserer Kapazität“, sagt Regierungschef Stefan Löfven.

Mit der immer größeren Belastung droht die Stimmung in der Bevölkerung zu kippen, ähnlich wie in Deutschland. Und während die Regierung verzweifelt nach Lösungen sucht, steht eine geplante Unterkunft für Asylbewerber nach der nächsten in Flammen. Auch das kennt man aus Deutschland.

Zuletzt brennt in der Nacht zum Donnerstag ein früheres Altersheim im südschwedischen Schonen, in dem Flüchtlinge unterkommen sollten. Verletzte gibt es nicht, aber das Feuer ist ein weiteres Kapitel in einer beunruhigenden Brandserie im ganzen Land, die Schweden seit Wochen zusetzt und die Diskussionen verschärft.

Rechtspopulisten sprechen von einer Katastrophe (und wovon sprechen die Linkspopulisten?)

Löfven ist schwer unter Druck. Und machte deshalb auch zuletzt in Brüssel klar: „Schweden nimmt nicht einfach immer weiter seinen Teil (an Flüchtlingen) auf, solange das andere Länder nicht auch tun.“ Nach Ansicht der rechtspopulistischen Schwedendemokraten (SD) hat seine großzügige Asylpolitik das Land in eine Katastrophe geführt. Sie verlangen eine Volksabstimmung über die Flüchtlingsfrage – und eine Anzeigenkampagne, wie sie das Nachbarland Dänemark führt.

Mit strengeren Regeln hatte die dänische Regierung das Land gezielt weniger attraktiv für Flüchtlinge machen wollen. Im Gegensatz zu Schweden hatten dort anschließend nur ein paar Tausend Menschen Asyl gesucht. „Wir wollen mit Annoncen in ausländischen Zeitungen erklären, dass das Schlaraffenland, das sie in Schweden suchen, nicht länger existiert“, sagt SD-Parteichef Jimmie Åkesson.

Bis zu 190.000 Asylbewerber erwartet das Land nach einer neuen Prognose in diesem Jahr, noch einmal 40.000 mehr als maximal erwartet waren, darunter viele unbegleitete Kinder. „Die Situation ist beispiellos“, warnt Anders Danielsson, Direktor der Migrationsbehörde. Jede Woche kommen in diesem Monat 9000 Menschen an. Allein über Rostock und Sassnitz sind seit Anfang September nach vorsichtigen Schätzungen rund 15.000 Menschen nach Schweden gelangt.

Beheizte Unterkünfte fehlen, die Kosten explodieren

Beheizte Zelte sollen einigen von ihnen im eisigen nordischen Winter einen Not-Unterschlupf bieten, doch bis zum Jahresende könnten trotzdem bis zu 45.000 Schlafplätze fehlen.

Die Kosten sprengen die Budgets von Staat und Kommunen schon jetzt. Und Erleichterung ist nicht in Sicht. Die Migrationsbehörde hat ausgerechnet, dass sie 29 Milliarden Kronen (rund drei Milliarden Euro) mehr benötigt als erwartet, um die Aufgabe auch im kommenden Jahr stemmen zu können. Nach Prognosen der Behörde könnten dann noch einmal mehr als 150.000 Menschen Schweden erreichen.

Einige Städte wie Malmö – Anlaufstelle Nummer eins für Neuankömmlinge in Südschweden – sagen inzwischen nicht mehr, wo sie die Asylbewerber unterbringen wollen. Damit nicht noch mehr geplante Unterkünfte in Flammen aufgehen.

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Der Flüchtlingsansturm auf dem Balkan bricht immer neue Rekorde. Das kleine Slowenien, das Nadelöhr auf der Balkanroute, meldete am Freitag über 14.000 Flüchtlinge, die auf der Durchreise nach Österreich und weiter nach Deutschland seien. Am Vortag waren es bereits 12.000 Menschen.

Seitdem Ungarn seine Grenze mit Stacheldraht abgeriegelt hat, ist Slowenien zu einem Brennpunkt in der Flüchtlingskrise geworden.

Das Alpen-Adria-Land ist wegen des nicht nachlassenden Ansturms auf seine Grenze heillos überfordert. Nach Angaben der Regierung können nur 2500 Flüchtlinge am Tag registriert und nach Österreich weitergeleitet werden.

Slowenien warf dem Nachbarland Kroatien vor, es verhalte sich in der Flüchtlingskrise unsolidarisch und verweigere Absprachen. Das wies Kroatien scharf zurück: „Kann sich Slowenien nicht ein wenig rationaler verhalten?“ fragte der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic. „Ich weiß nicht, was die machen, die sollen die Leute doch einfach durchlassen“. Slowenien könne seine Beamten zur Registrierung der Flüchtlinge in die Züge schicken, die zehn Stunden vom Osten Kroatiens bis an die slowenische Grenze führen, schlug Milanovic vor.

„Die haben es doch viel einfacher als wir und müssen die Flüchtlinge nur 30 bis 40 Kilometer transportieren und wir 300 Kilometer“, sagte Milanovic. In den vergangenen eineinhalb Monaten habe er 50mal mit seinem slowenischen Amtskollegen telefoniert. „Also die machen viel Wind um nichts.“

Als würde ein halbe Million Menschen am Tag in Deutschland einreisen

Slowenien bat die EU-Kommission um 60 Millionen Euro über sechs Monate zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms. Neben finanzieller Hilfe habe man auch Polizeiausrüstung und Personal von der Europäischen Union beantragt, erklärte der slowenische Ministerpräsident Miro Cerar. Mehrere Länder hätten bereits angeboten, angesichts der Auslastung der slowenischen Beamten Polizisten zu schicken.

Cerar sagte, wenn 13.000 Neuankömmlinge an einem Tag in das kleine Land Slowenien mit seinen zwei Millionen Einwohnern kämen, sei das so, als ob eine halbe Million Deutschland betreten würde. Seit Samstag sind knapp 50.000 Menschen nach Slowenien gekommen.

Angesichts des großen Flüchtlingsandrangs schließt Slowenien den Bau eines Zauns an der Grenze zu Kroatien nicht mehr aus, sollten dem Land beim Krisengipfel in Brüssel am Sonntag keine konkreten Hilfen zugesagt werden. Dies sei eine letzte Option, so Cerar. Für Slowenien wäre der Bau eines Grenzzauns nicht zuletzt aus logistischen Gründen schwierig, die Grenze zu Kroatien ist 670 Kilometer lang.

Angst vor Schließung der Grenzen

Die Flüchtlinge kommen vor allem aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und dem Irak. Sie gönnten sich keine Pausen und strebten schnellstens nach Westeuropa, berichete eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes der kroatischen Zeitung „Jutarnji list„. Die Flüchtlinge und Migranten befürchteten, die Grenzen könnten doch dauerhaft geschlossen werden.

Auch die Lage am slowenisch-österreichischen Grenzübergang Spielfeld sei chaotisch, meldete die Nachrichtenagentur APA. Hunderte Flüchtlinge marschierten auf den den viel befahrenen Bahngleisen in Richtung Norden. Die Strecke wurde für den Eisenbahnverkehr gesperrt.

Kerry und Lawrow reden in Wien über die Flüchtlingskrise

Angesichts der Flüchtlingskrise werden US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow am Freitag über Auswege aus dem syrischen Bürgerkrieg beraten. Dabei wird die österreichische Hauptstadt Wien zum Schauplatz internationaler Krisendiplomatie. Syrische Flüchtlinge bilden die mit Abstand größte Gruppe, die derzeit in Deutschland Asyl sucht.

Eine von Russland unterstützte Bodenoffensive des syrischen Regimes habe eine ohnehin schon schlimme Situation in Syrien weiter verschärft, twitterte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, am Freitag vor dem Wiener Treffen. Allein 85.000 Syrer seien in den vergangenen Tagen vertrieben worden.

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Die dramatischen Bilder von Menschen an Grenzen, die uns derzeit bis in den Schlaf verfolgen, haben etwas Irreführendes. Sie scheinen denen Recht zu geben, die Grenzen für ein durch immer mehr Internationalisierung, immer mehr Schengen und immer mehr Modernität zu überwindendes Übel halten. Man sieht ja, welches Leid die Landesgrenzen und ihre Wächter verursachen.

Für viele, die so reden, ist es seit langem selbstverständlich, daß es Grenzen in ihrem Alltag gar nicht gibt. Wer von Köln nach Brüssel fährt, braucht auf der Autobahn nicht einmal abzubremsen, wenn er erst auf niederländisches, dann auf belgisches Territorium kommt. Die Übergänge zwischen vielen EU-Staaten sind optisch kaum erkennbar; bloß die kulturellen Sekundärmerkmale zeigen einem, wo man ist: die Form von Schildern, die Spurmarkierungen, der Baustil. Selbst das Geld ist ja inzwischen dasselbe.

Durch diese Entwöhnung wird es immer schwerer, das Wesen von Grenzen gedanklich zu fassen. Grenzen sind nämlich nicht bloß eine staatspolitische Notwendigkeit, sondern sie tragen auf vielfältige Weise zur Zivilisierung der Menschen und zu einem respektvollen Umgang der Völker miteinander bei. Grenzen sind insofern auch eine kulturelle Errungenschaft. Wenn die Unesco nicht sowieso alles Wesentliche verschlafen würde, hätte sie unsere Staatsgrenzen schon längst zum Weltkulturerbe erklärt.
Natürlich gehören Grenzen auch zur gewaltgeprägten Seite der Menschheitsgeschichte. Um Grenzverläufe wird Krieg geführt, an Grenzen ereignen sich Tragödien, Grenzen wie einst der Eiserne Vorhang können sinnlose Brutalität bedeuten. Das alles soll nicht geleugnet oder schöngeredet werden. Doch hier geht es um etwas anderes – und zwar um Grenzen als Gegenstand innerer Erfahrungen.

Das Überschreiten einer Grenze ist ein lebensphilosophischer Akt. Ein großer Teil aller Kulturanstrengungen besteht in Transgressionsritualen; der Mensch möchte die Seite wechseln, er strebt in die Fremde, die Anderwelt, und die Grenze ist der Ort, der diese köstliche Erfahrung des Übergangs und der Verwandlung beglaubigt. Die üblichen Kontrollprozeduren – Anhalten, Ausweis vorzeigen, die stereotypen Fragen der Zöllner, der prüfende Blick, das leichte Unwohlsein, das einen befällt – all diese praktischen Details sorgen für eine gefühlsmäßige Erhöhung dieses Augenblicks.

Es gibt gute Gründe, an dieser Symbolik staatlicher Souveränität festzuhalten. Vor allem, wenn es friedlich zugeht, steht die Symbolik im Vordergrund. Sie zielt gewissermaßen präventiv auf die Anerkennung dieser Souveränität. Die Grenze markiert nämlich auch den Unterschied zwischen Bürger und Gast, einen Unterschied der inneren Haltung, der immer mehr verwischt, genauso wie die Grenzen verschwinden.

Dabei ist die Grundlage des ganzen internationalen Miteinanders die Anerkennung der Gebietshoheit. Angesichts globaler Warenströme und Verkehrssysteme, angesichts weltumspannender Religionen und Ideologien gerät das früher selbstverständliche Territorialprinzip immer mehr in die Defensive. Das Territorialprinzip besagt zum Beispiel, daß es die Menschen in Teheran oder Islamabad einfach nichts angeht, welche Zeichnungen in dänischen Zeitungen und welche Romane in englischen Verlagen erscheinen. Es besagt auch, daß man einander bei der Forderung und Gewährung von Vergünstigungen gleich behandelt: Ihr wollt Moscheen in Köln bauen – gerne, wenn wir Kirchen in Riad bauen können. Ihr wollt in Burkas gehüllt durch Berlin laufen? Dann möchten wir im Bikini an iranischen Stränden liegen.

Diese Form der Zurückhaltung und des Respekts ist auch zwischen den europäischen Nationen angebracht, solange es sie gibt; und es spricht nichts dafür, sie zugunsten einer Brüsseler Bürokratenphantasie abzuschaffen. Verquererweise gehört es ja gerade zur EU-Folklore, die Vielfalt Europas als kulturellen Reichtum zu beschwören. Dieses ganze Pathos der Verschiedenheit hat in der Grenze seinen wichtigsten Erfahrungs- und Erfüllungsort. Hier wird Metaphysik zu Geographie: Länder stoßen auf theatralische Weise aneinander, und meist bleibt zwischen ihnen ein magischer Streifen, der schon die Phantasie von Kindern beschäftigt – das Niemandsland.

In friedlichen Zeiten und unter freundlichen Nachbarn besteht eine Grenze aus Steinen in der Landschaft und einem Schlagbaum an der Straße. Doch aus einer in anthropologischen Tiefenschichten verankerten Vorsicht hat man unter den sichtbaren Grenzsteinen von jeher Zeugensteine eingegraben, die sich nicht in einer Nacht- und Nebelaktion unbemerkt versetzen lassen. Wo die bloße Andeutung nicht ausreicht, muß ein Zaun die Grenze schützen.

Der Zaun ist das erste und einfachste Merkmal jeder Kulturlandschaft. Noch bevor der Boden gepflügt und das Feld bestellt wird, muß eine Umfriedung geschaffen werden, eine Markierung, die das Eigentum anzeigt oder das Vieh auf der Weide zusammenhält. Solche Zäune können aus lebenden Hecken, aus hölzernen Latten oder aus Draht bestehen; schon die Machart der Zäune prägt die Gestalt einer Region. Da die Menschheitsgeschichte im wesentlichen aus Abgrenzungsbemühungen besteht, gehören Zäune zum ältesten Erbe überhaupt. Die Römer zogen ihren Limes quer durch Europa, selbst in England haben sich seine Spuren erhalten. Das Wort Zaun ist mit dem englischen „town“ verwandt: eine Stadt ist eine befestigte Siedlung, wenn sie keine Mauer hat, so ist ein Zaun das mindeste, was ihr Sicherheit gibt.

Schon der sprachgeschichtliche Resonanzraum deutet an, wie tief das Zaunwesen mit jeglicher Kultur verbunden ist. Überall auf freier Flur stehen Zäune, und hinter ihnen lauert oft Gesindel. Man spricht vom Heckenreiter oder Strauchdieb, und im biblischen Gleichnis vom Großen Abendmahl werden Landstreicher „von den Zäunen“ herbeigeholt. Da Zäune früher durchweg aus dürren Ästen geflochten waren, dienten sie bei Bedarf auch als Materiallager: Wer immer gerade einen Stecken oder Holzstab brauchte, konnte ihn „vom Zaun brechen“ – das heißt, ihn sich umstandslos aneignen. Erst später bezog sich die Redewendung ausschließlich auf Streitgegenstände. Auch mit dem Zaunpfahl gewunken wird erst seit dem 19. Jahrhundert.

Die gegenwärtig von zahlreichen Medien hochgequirlte Empörung über die Errichtung von Grenzzäunen verrät, wie sehr die Entwöhnung von kulturhistorischen Gegebenheiten bereits fortgeschritten ist. Seit Schengen wissen wir, daß das Reisen über Grenzen, die man nicht sieht und spürt, einer gewissen Erhabenheit entbehrt. Ein Land ohne sichtbare Grenzen ist wie ein Haus ohne Türen. Mit der Abschaffung der Grenzkontrollen genauso wie der Landeswährungen ist zwar ein flüchtiger Komfort verbunden, ein minimaler Zeitgewinn, eine Illusion von Freiheit, aber mindestens ebenso schwer wiegt der Verlust jenes aufregend zwiespältigen Erlebnisraumes, den die Grenze schafft. Dazu gehört auch die Vorstellung der ununterbrochenen Wachheit der Grenzposten. Wie ein Hotel, dessen Rezeption Tag und Nacht besetzt ist, wirkt ein Land, das seine Grenzen kontrolliert, einfach seriöser.

Zugleich ergibt sich an der Grenze eine interessante Dialektik bei der Demonstration von Staatsmacht, denn der Auftritt von bewaffneten Beamten hat zwar etwas Einschüchterndes, aber zugleich weiß man, daß deren Zuständigkeit zentimetergenau endet. Jeder, der diese Zone betritt, spürt geradezu körperlich das Gewicht der Geschichte: hier haben die Nationen in historischem Ringen einen existentiellen Kompromiß geschlossen und ihren Grenzverlauf festgelegt.

Wenn man die Grenze dann überquert, macht sich ein helles, triumphales Gefühl des Zugelassenseins breit, die Freude an der Fremde (oder bei der Rückkehr: an der Heimat) erfüllt das Bewußtsein und gibt dem banalen Akt der Fortbewegung einen feierlichen Glanz. Das alles bewirken Grenzen: sie stiften Identität und veranschaulichen Differenz – zwei hohe Güter in einer zunehmend globalisierten Welt, die bloß noch kontinentale Wirtschaftsräume kennt.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/landesgrenzen_als_zivilisatorische_errungenschaft

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Von Hugo Müller-Vogg 23.10.2015
Mit der Grenzöffnung für alle Flüchtlinge hat Merkel einen radikalen Kurswechsel vorgenommen. Oft wird das mit Schröder und seiner “Agenda 2010” verglichen. Doch Schröder regierte mit einer Vorstellung, wie sich Deutschland verändern sollte.Am 4. September hat Angela Merkel die deutschen Grenzen faktisch für Jedermann geöffnet. Zwei Wochen später hat sie Kritik an dieser Entscheidung so zurückgewiesen: „Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“ Seitdem wird die Kanzlerin mit Gerhard Schröder verglichen, der mit seiner „Agenda 2010“ im März 2003 getan habe, was seiner Meinung nach getan werden musste, und damit seine Kanzlerschaft aufs Spiel gesetzt hat.Richtig ist: Merkel wie Schröder haben einen abrupten Kurswechsel vorgenommen, ihre Parteien vor vollendete Tatsachen gestellt, dabei ihre die eigene innerparteiliche Position geschwächt und überdies heftige öffentliche Proteste ausgelöst.Noch eine Parallele: Schröder hat durch seine Abkehr vom Vollkasko-Sozialstaat die politischen Kräfte am linken Rand gestärkt. Zusammen mit der SPD-Abspaltung WASG gelang der ostdeutschen PDS die lange angestrebte Westausdehnung samt ihrer Etablierung im Parteiengefüge.Merkel droht keine Abspaltung von der CDU. Selbst die CSU wird eingedenk schlechter Erfahrungen nicht noch einmal eine Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft samt Ausdehnung über die bayerischen Grenzen hinaus erwägen. Doch ist die Stärkung der rechtspopulistischen AfD unübersehbar. Ohne ihre ausgetretene Professoren-Riege bedient die AfD noch unverhohlener vorhandene Ressentiments gegen Zuwanderer, die uns angeblich „unser Deutschland wegnehmen“ wollen. Das wird auch die CDU Stimmen kosten.Doch hier enden die Parallelen zwischen „Agenda“-Schröder und „Grenzöffnung“-Merkel. Denn es gibt mehrere entscheidende Unterschiede:Schröder agierte, Merkel reagiertSchröder hatte klar erkannt, dass der deutsche Vollkasko-Staat am Ende war. Er antwortete darauf mit einschneidenden Reformen, wofür die fünf Wirtschaftsweisen in ihrem Jahresgutachten eine Blaupause geliefert hatten.Ganz anders Merkel. Sie war mit der unerträglichen Lage der Flüchtlinge in Ungarn konfrontiert, entschied sich für eine humanitäre Antwort und machte Deutschland als Wunschziel für Millionen Menschen noch attraktiver. Es war eine ad-hoc-Entscheidung, nicht Bestandteil eines Plans.Schröder brachte das Land voran, bei Merkel ist das ungewissMan muss Gerhard Schröder wegen seiner Arbeitsmarktreformen nicht gleich heilig sprechen. Zum Teil hat er von 2004 an lediglich Fehler aus seiner ersten Regierungszeit korrigiert. Denn die von ihm als „unsozial“ zurückgenommenen Reformen seines Vorgängers Kohl führt er später wieder ein – in verschärfter Form.Gleichwohl: Schröder hat die Grundlagen für das „German Jobwunder“ gelegt und Deutschland als „krankem Mann Europas“ wieder auf die Sprünge geholfen.

Welche Folgen Merkels Flüchtlingspolitik noch haben wird, kann niemand wissen. Doch bestehen erhebliche Zweifel, ob der Zustrom so vieler Menschen aus fremden Kulturen und ohne qualifizierte Ausbildung Deutschland wirklich guttun kann. Selbst die Wirtschaftsverbände sind inzwischen von ihrer Vorstellung abgerückt, unter den Flüchtlingen befänden sich fast nur hochqualifizierte Fachkräfte. Wenn selbst Arbeitsministerin Andrea Nahles einräumt, allenfalls jeder Zehnte könne sofort ausgebildet oder gar eingestellt werden, spricht das Bände. Ohnehin muss man sich fragen, warum Österreicher, Franzosen, Niederländer oder Engländer einfach darauf verzichten, sich die mit dem Zustrom angeblich verbundene „Bereicherung“ selbst zunutze zu machen.

Schröder stand innerparteilich unter stärkerem Druck

Die Abkehr von einer dem linken SPD-Flügel wie den Gewerkschaften genehmen Sozialpolitik führte in der Partei damals fast zu einer offenen Rebellion. Schröder rettete die Kanzlerschaft, indem er den Parteivorsitz an Franz Müntefering abtrat. Auch musste die SPD wegen der „Agenda“ drastische Stimmenverluste hinnehmen: minus 14 Prozentpunkte im Saarland, minus 9 in Bayern. Der Tiefpunkt: Die Abwahl von Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen. Schröder musste die Reißleine ziehen: Nur durch Neuwahlen konnte er die Partei zusammenhalten.

Merkel ist da in einer besseren Position. Sie erlebt zwar für CDU-Verhältnisse ungewohnt offenen und scharfen Widerspruch in Partei und Fraktion. Doch steht das Führungspersonal ebenso loyal zu ihr wie die großen, mitgliederstarken westdeutschen Landesverbände. Zudem wird sie der Wahlkalender begünstigen. Wahlerfolge der AfD in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bedeuteten das Ende von Grün-Rot bzw. Rot-Grün. In Sachsen-Anhalt würde eine starke AfD Rot-Rot-Grün vereiteln und Rot-Schwarz festigen.

Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich

Noch ein gravierender Unterschied: Schröders Arbeitsmarktreformen beeinflusste nur für einen relativ kleinen Teil der Bevölkerung das Leben. Für alle, die nicht von staatlichen Transferleistungen leben und nicht von Dauerarbeitslosigkeit betroffen oder bedroht waren, also die ganz große Mehrheit, änderte sich durch die „Agenda“ direkt nichts.

Die Folgen des anhaltenden massiven Zustroms von Asylbewerbern, Kriegsflüchtlingen und Armutsmigranten werden dagegen für die Mehrheit der Einheimischen zu spüren sein. Sollten in den nächsten Jahren tatsächlich 10 Millionen Fremde zu uns kommen, wird sich Deutschland dramatisch verändern und vor unkalkulierbaren Herausforderungen stehen: kulturell, integrationspolitisch und finanziell.

Fazit: Merkel riskiert ebenso wie Schröder sehr viel. Schröders Risiko war ein machtpolitisches, Merkel hingegen könnte uns ein anderes Land hinterlassen. Es lebe der kleine Unterschied.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Tichys Einblick hier.

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  23.10.2015

Markus Lanz (ML): „Das heißt die Unterscheidung, für Sie, Kriegsflüchtling oder sogenannter „Wirtschaftsflüchtling“ ist für Sie eine richtige Unterscheidung?

Peter Ramsauer (PR): „Das ist eine dringende Unterscheidung.“

ML: „Finden Sie nicht, dass das eine katastrophale Unterscheidung ist, in Wahrheit.“

PR: „Sie entspricht unserem Rechtssystem.“

ML: „Das ist arm, sich darauf zurück zu ziehen.“

PR: „Entschuldigung! Haben wir einen Rechtsstaat oder haben wir keinen?“

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/unglaublich._lanz_gegen_ramsauer_zdf_22.10.2015

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Der deutsche Alptraum klingt im Originaltext so: „Liebe Eltern, einige von Ihnen haben vielleicht schon durch die Kinder erfahren, dass ab der kommenden Woche in der Sporthalle Flüchtlinge untergebracht werden und daher der Sportunterricht ausweichen muss. Die kommissarische Schulleiterin Frau P. hat uns gestern im Rahmen einer Schulkonferenz darüber informiert und uns mitgeteilt, dass die Sportfachschaft ein Konzept erarbeiten wird, damit weiterhin Sportunterricht stattfinden kann. Die Schulleitung würde hier auch gerne Ideen der Eltern für alternative Sportaktivitäten und Sportstätten aufgreifen, die Stadt Köln würde sich eventuell sogar an Kosten beteiligen. Leider gibt es zur Zeit noch nicht viele Informationen, aber Frau P. hat uns versichert, uns auf dem Laufenden zu halten.“

Bis jetzt waren die „Flüchtlinge“ in Köln zum größten Teil in einer Zeltstadt auf dem Parkplatz eines Schwimmbads am nördlichen Stadtrand untergebracht. Doch inzwischen lässt die Verwaltung immer mehr Gebäude im Zentrum für die Aufnahme herrichten, und jetzt sind vor allem Schulsporthallen an der Reihe, neun Stück bis jetzt. Verantwortlich für die Verteilung ist die Leiterin des Sozialdienstes; sie wurde gerade, nach einem gegen sie gerichteten Messerattentat auf offener Straße, zur Oberbürgermeisterin gewählt.

Die Beschlagnahme der Sporthalle einer Schule, in diesem Fall eines traditionsreichen Gymnasiums, geht auf typisch deutsche Weise vor sich: die Eltern werden weniger als eine Woche vorab informiert, ein Mitspracherecht haben sie nicht. Entschieden wird immer von oben durch das zuständige Amt.

Da die Turnhalle auf dem Schulgelände steht, wird quer über den Schulhof ein Zaun errichtet. Zwei Sicherheitsleute sollen Tag und Nacht die 150 Eingezäunten bewachen. Die Kinder werden sich an eine verbotene Zone gewöhnen müssen und während des Winters im Freien turnen oder in den Klassenräumen. Niemand weiß, wer die „Flüchtlinge“ sind und wo sie herkommen: sie wurden teils gar nicht, teils aufgrund beliebiger mündlicher Angaben „registriert“.

Nun, da die Sache allmählich ernst und gefährlich wird, verliert die „Welcome-Szene“ an Zulauf und Zustimmung. Die Medien, bislang fast einhellig mit Pegida-Bashing beschäftigt, schalten vorsichtig um. Der Kölner Stadt-Anzeiger, immer stramm linksliberal, bringt auf einmal Artikel mit Überschriften wie: „Gibt es nur Gutmensch oder Nazi? Warum mich die Flüchtlingskrise innerlich zerreißt“. Auch im WDR werden aus Dunkel-Deutschen (von denen der Bundespräsident mit Blick auf die Dresdner Demonstranten unlängst gesprochen hatte) wieder „besorgte Bürger“. Immerhin freut man sich beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk über die Neuankömmlinge als „zukünftige Gebührenzahler“. Man hat für sie ein Projekt namens „refugee radio“ mit Kölner Lokalnachrichten in arabischer Sprache (und Infos zu aktuellen Fluchtrouten) ins Leben gerufen.

Während all dem war die Autobahn 4 im Süden von Köln einen ganzen Nachmittag gesperrt und im Stadtteil Poll mussten mehr als tausend Menschen ihre Wohnungen verlassen, weil im Boden wieder eine nicht explodierte 500-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden war, die zweite in vier Wochen. Auch das gehört zum deutschen Alltag im Jahr 2015.

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achgut.com

Sag zum Abschied leise Danke

  21.10.2015

Ja, diese Tage fällt das Merkel-Bashing leicht. Die Bundeskanzlerin hat sich in eine ausweglose Situation manövriert, aus der sie ohne Rücktritt nicht mehr entkommt. Erste Planspiele scheint es in Berlin bereits zu geben.

Schon unken die einen, nur einer Frau als Bundeskanzlerin konnte einfallen, mit fast libidinöser Hingabe alle Türen und Tore aufzumachen, während andere mutmaßen, dass ihr, der Bundeskanzlerin, wenige Tage nach der fulminanten und endgültigen Aufschiebung der Griechenland-Krise schlichtweg langweilig geworden war. „Da muss doch noch mehr sein!“, hat sich Frau Dr. Merkel gedacht und im permanenten Krisenmodus die Grenzen geöffnet. Merke: eine gelangweilte Bundeskanzlerin kann ihr Land teuer zu stehen kommen.

Aber jetzt mal ehrlich: da ist man irgendwie Bundeskanzlerin geworden, wird als mächtigste Frau der Welt gehandelt und schielt schon auf den Friedensnobelpreis und dann – bäm! – das: ein falsches Wort („Schabowski-Effekt“), zwei falsche Selfies („man wird doch wohl noch“) und schon ist der Kladderadatsch da: Millionen packen ihre sieben Sachen und machen sich auf zur „Mutter aller Flüchtlinge“. Darf man der Bundeskanzlerin dann verübeln, dass sie so gerne ein „freundliches Gesicht“ macht? Nein!

Denn dass man nur mit einem freundlichen Gesicht in Deutschland jede Bundestagswahl gewinnen kann, hat Frau Merkel ja mehrmals vorgemacht. Nach der Schlappe um den Steuerrechtler Paul Kirchhoff („der Professor aus Heidelberg“), mit dessen Steuerreform sie 2005 das einzige Mal wirklich so etwas wie einen Programmpunkt bei einer Bundestagswahl hatte, zeichneten sich alle ihre folgenden Wahlkämpfe durch vollständige Inhaltslosigkeit aus. Merke: Inhalte kosten Wählerstimmen, ein freundliches Gesicht kostet gar nichts.

Aber das „freundliche Gesicht“ lässt noch tiefer blicken. Wenn es etwas gibt, was Deutsche wirklich antreibt, ist es der Wunsch, geliebt zu werden. Wenn die ausländische Presse zur Abwechslung mal positiv über Deutschland schreibt, sind wir alle ganz aus dem Häuschen. Am liebsten würden wir Politik als ständiges Sommermärchen zelebrieren. Dass wir mit unserer manchmal besserwisserischen Art, unserem Reichtum und unseren Interessen auch anecken und andere Länder gegen uns aufbringen, macht uns ganz traurig. Dann hauen wir uns an den Kopf, verweisen auf unsere niederträchtige Vergangenheit und stoßen Warnungen vor einem Rückfall in die Großmannssucht aus. Am liebsten wären wir immer noch ein Land aus lauter unbedeutenden Fürstentümern, die aber am laufenden Band Goethes, Schillers und Beethovens hervorbrächten. Merke: „Ich bin klein, mein Herz ist rein“ bleibt eine deutsche Sehnsucht gerade auch in der Außenpolitik.

Frau Merkel legt aber auch schonungslos die Funktionsweise einer Medien-Demokratie offen. Künftige Historiker werden ihr noch dankbar dafür sein, wir können es schon heute. Sie verhandelt mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan über die Rücknahme der Flüchtlinge, was mit großer Wahrscheinlichkeit viel, viel Geld kosten wird, aber dazu führen würde, dass die Flüchtlinge zurück auf Los gehen müssten, sich an ihrem Zustand also nichts verändert hätte (außer ein paar Wochen wilden Rummarschierens durch Europa), Deutschland aber und die Bundeskanzlerin ihr freundliches Gesicht gewahrt hätten. Merke: der Schein bestimmt das Bewusstsein.

Berücksichtigen sollte man auch die Gefühlslage einer Politikerin, die zur Projektionsfläche von Gefühlen wird, die jeden Deutschen angehen. Jahrelang wird Angela Merkel als Nazi-Merkel mit Bärtchen (das als Frau!) gezeichnet, ihr Finanzminister mit seinen herrenmenschlichen Auftritten kommt auch nicht gerade sympathisch rüber, von den europäischen Partnern wird sie immer nur um Geld, Geld, Geld angerufen und bei einem kleinen palästinensisches Mädchen, dem sie etwas ungelenk versucht, die Wahrheit beizubringen, wird ihr von der versammelten Presseschar „kaltherzig“ und „empathielos“ entgegengeschleudert. Jetzt musste ein anderes Zeichen gesetzt werden. Für uns alle. Merke: wir Deutschen meinen es doch nur gut!

Unter all diesen Gesichtspunkten kann man zu keinem anderen Schluss kommen, als dass Frau Dr. Merkel das einzige Richtige getan hat. Ihr Handeln war quasi alternativlos. Die Verwandlung des Rechtsstaats in ein komplettes Chaos tut der deutschen Seele, die sich nichts sehnlicher wünscht, endlich alles Spießige abzustreifen, auch pädagogisch gut. Dass wir nach Aussage von Frau Katrin Göring-Eckardt ein „besseres Land sein werden“, wenn wir aus diesem Alptraum wieder aufgewacht sind, sollte uns zuversichtlich stimmen. Merke (frei nach Joseph Beuys): die Mysterien finden im Hauptbahnhof (München) statt.

Dass unsere europäischen Partner partout nicht am deutschen Strang mitziehen wollen, ficht uns indes nicht an. Und das ist gut so. Denn der verschwiegene Plan der großen CDU-Vorsitzenden ist schlichtweg genial: Deutschland öffnet die Grenzen und macht sich beliebt („freundliches Gesicht“) und dann zwingen wir unsere langjährigen europäischen Wegbegleiter einfach, eine Flüchtlingsquote durchzuwinken und uns den Schlamassel nachträglich wieder abzunehmen. Griechenland hat es uns doch vorgemacht! Erst die große Party, dann haften alle für das eine Land, das sich etwas übernommen hat. Warum sollte sich daran etwas ändern, nur weil es auf einmal das mächtigste, größte und reichste Land Europas ist, das sich da in den Abgrund reitet?

Und selbst wenn uns die anderen europäischen Länder nicht einen einzigen Asylbewerber wieder abnehmen, haben wir Deutschen doch, von einer höheren Warte aus betrachtet, den Willen der Europäer ausgeführt. Wie oft mussten wir uns anhören, mit den niedrigen Löhnen und dem Investitionsstau der öffentlichen Hand zu einem derart massiven Außenhandelsdefizit beigetragen zu haben, dass Deutschland dringend seinen Wettbewerbsvorteil zurückfahren solle. Vor allem höhere Löhne und Investitionen in Straßenbau, digitale Infrastruktur, Beamte, innere Sicherheit, Bildung undsoweiter wurden jahrelang angemahnt.

Jetzt endlich wird durch Angela Merkel nachgeholfen. Zwei Generationen soll es dauern, bis die Millionen Analphabeten, Ungebildeten und Parallelgesellschaftler ins deutsche System vollständig integriert sein werden. Zwei Generationen – das sind läppische 50 Jahre -, in denen wir in den Bereichen Produktivität, Innovation, Hochtechnologie und Spezialausbildung hinter unseren Konkurrenten herhinken werden. Puh! könnte man sagen, gerade nochmal gut gegangen! Wir Deutschen haben es mit eigener Anstrengung geschafft, uns diesen so wichtigen Wettberwerbsnachteil zu verschaffen. Wenn das nicht den Euro und überhaupt den europäischen Frieden sichert, was dann?

Es gibt diesen wunderbaren kleinen Witz von dem autofahrenden Familienvater, der in den Verkehrsnachrichten vor einem Geisterfahrer gewarnt wird und zu seiner neben ihm sitzenden Frau murmelt: „Einer? Hunderte!“

Der Geisterfahrer wähnt sich bekanntlich auf dem richtigen Weg, während alle anderen in die falsche Richtung fahren. So ist es jetzt auch mit Deutschland. Man kann es Frankreich, England, Ungarn oder Polen nicht verübeln, dass sie sich an den Straßenrand stellen und winken, während Deutschland mit voller Fahrt vorbeidonnert. Dass es die falsche Richtung ist, kann man dem Geisterfahrer ja schwer beibringen. Er wird es schon merken, wenn er irgendwann gegen die Leitplanke geknallt ist.

Auch das werden wir schaffen! Danke, Frau Merkel.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/sag_zum_abschied_leise_danke

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Von Monika Maron

Es kommt in letzter Zeit oft vor, daß ich nachts aufwache, weil irgendein fürchterlicher Gedanke meinen Traum durchzieht. Meistens vergesse ich den Gedanken und erinnere mich nur an den Schreck, den er ausgelöst hat. Aber neulich hallte der Gedanke als klare Frage in mir nach: Welche Droge schluckt die Kanzlerin?

Natürlich, dachte ich, was sonst, sie schluckt etwas. Wie sollte sie das sonst auch durchhalten, siebzehn Stunden verhandeln in Brüssel, zwei Stunden Schlaf, dann zur CSU oder in ein Flüchtlingsheim oder an die Basis. Irgendetwas muß sie ja nehmen. Vielleicht Koks. Ich kenne ein paar Leute, die koksen; die Symptome sind bei allen gleich. ICH ICH ICH ICH ICH. Wie die Kanzlerin bei Anne Will: „ICH denke, ICH sage, ICH als Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland sage.“ Wer sonst sagt schon „ich sage“, bevor er etwas sagt? Aber die Kanzlerin ist besessen von dem ICH. Fehlt nur das „Wahrlich“. „Wahrlich, ICH sage euch“, Matthaeus 16:28; oder „ICH sage euch wahrlich“ Matthaeus 5:18.

Trotzdem, ich glaube nicht, daß sie kokst, nichts Illegales, eher so etwas wie Modafinil, aber mit Rauscheffekt. Eine Kanzlerin ist sicher von vielen Ärzten umgeben, die sie bei Kräften halten müssen. Vielleicht entscheidet sie aber auch das ganz allein. Es gibt ja Pilze mit halluzinogener Wirkung. Sie kommt aus Templin, einer schönen Gegend mit Wäldern, in denen viele Pilze wachsen. Sicher kennt die Kanzlerin sich in Pilzen aus. Ich stelle mir vor, wie sie sich, erschöpft von den Strapazen des Amtes, gerade einem erholsamen Pilzrausch hingibt und plötzlich eine ungeahnte, beseligende Menschenliebe in ihr aufsteigt, die ausbrechen muß wie ein heißer Geysir unter der gefrorenen Kruste, die ungeheure Kräfte verleiht und der Kanzlerin den Satz eingibt: Wir schaffen das. Wir schaffen das. – So könnte es passiert sein.

Andererseits geht so ein Pilzrausch schnell vorüber und erklärt darum nicht die anhaltende Unbegreiflichkeit der Kanzlerin.

Ein mir bekannter Psychiater meint, entweder nimmt sie etwas, das die Wahrnehmung beeinträchtigt oder etwas, das die Persönlichkeit verändert. Möglich sei natürlich auch, daß sie beides bekommt, was wiederum die Frage aufwirft, wer ein Interesse daran haben könnte, die Kanzlerin samt ihrem Volk vor der halben Welt als verrückt erscheinen zu lassen. Vielleicht hofft Kathrin Göring-Eckardt darauf, daß die Kanzlerin so ihren Ruf und das ganze Land unwiederbringlich ruiniert und sie selbst dann auf den qualmenden Ruinen das neue, bunte und endlich wieder religiösere Deutschland ausrufen kann. Nicht einmal der LINKEN traue ich zu, daß sie samt der Kanzlerin gleich die ganze Bevölkerung über Bord gehen ließe. Bei den GRÜNEN bin ich mir nicht sicher. Aber wie sollte Kathrin Göring-Eckardt es schaffen, der Kanzlerin täglich Drogen unterzujubeln?

Vielleicht schluckt die Kanzlerin gar nichts, sondern hört Stimmen wie die Jungfrau von Orleans. Und die Stimmen sagen ihr: Angela, rufe die Fremden zu dir, öffne deine Arme, deine Schatullen und dein Land. Du schaffst das. Und die Kanzlerin, die eine fromme Christin ist, glaubt, Gott selbst spräche zu ihr, und sie wird nun das große Werk der Versöhnung zwischen Christen und Muslimen, zwischen Morgen- und Abendland vollbringen. So ein schöner Glaube erklärte natürlich ihr stoisches Beharren, um nicht Starrsinn zu sagen.

So ein Gotteswort verleiht Macht. Es heißt ja, Macht sei eine Droge. Und die Kanzlerin gilt oder galt auch ohne Gottes Wort schon als die mächtigste Frau der Welt. So gesehen muß sie gar nichts schlucken. Sie muß nur aufwachen und sagen: ICH. Und schon ist sie im Vollrausch ihrer Macht, kann Grenzen öffnen, Gesetze außer Kraft setzen, ihrem Volk eine unberechenbare Zukunft verordnen, ohne sich um dessen Einverständnis zu scheren. ICH sage, ICH denke, ICH, die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland.

Es wäre eine Erleichterung zu wissen, daß sie irgendetwas schluckt. Damit könnte sie einfach aufhören.

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So klar habe ich das noch nicht gelesen, aber ich warte jeden Moment auf diese Schlagzeile. Das große Herz von Mutti hat Hoffnungen geweckt und sie zieht magnetisch die Massen an. Täglich werden neue Rekordzahlen gemeldet und ein Ende ist nicht in Sicht. Weshalb auch? Der Slogan „Refugee Welcome“ war der Marketing-Hit. Ich würde ihn als Unwort des Jahre bezeichnen – aber mich fragt ja keiner.

Die Lager an den Grenzen, wo man Migranten – quasi exterritorial, wo deutsches Recht nicht gilt – konzentriert, werden das Problem nicht lösen. Grenzen schützen heißt „Grenzen schützen“ und nicht … ach, lassen wird das. Das sind politische Schnellschüsse, die Aktionismus vortäuschen, aber das Problem nicht lösen. Die SPD eiert mal wieder. 2017 ist Bundestagswahl und bis jetzt gibt es keine Qualitätspartei auf dem Markt, die zu der gegenwärtigen Situation – außer warmer Luft – ein Konzept hat. Mich würde es nicht wundern, wenn die verkommene FDP darin ihre Morgenluft wittert. Die Briten haben es da einfacher. Die verabschieden sich von der EU und legen im schlimmsten Falle Minengürtel aus. An Migrantenmangel haben die nicht zu leiden. Die Isländer freuen sich, dass sie nicht der EU beigetreten sind, haben ihren Antrag auf Aufnahme zurückgezogen und buchteten bis jetzt bereits 26 Bankster systematisch ein. Isländer müsste man sein, dann hätte man eine ordentliche Regierung mit Linie. Das beflügelt sogar im Fußball.

Wenn es bei uns nicht weiter geht, dann muss ein Schuldiger her. Das war nicht nur beim Religionsschöpfer Moses 3, 5.6 so, sondern kennzeichnet die Qualitätsaußenpolitik des Westen seit ewig: Schuld sind ausschließlich die anderen. Eigene Fehler: Null. Vereinfacht vieles. Sei vier Jahren liefert der Westen Waffen an alle Verbrecherbanden der Welt (dabei ertappt, sind das dann gemäßigte Rebellen, vielleicht trennen sie die Köpfe (das Video *) ist brutal – nur halb ab?). Auch die Bundesrepublik ist daran nicht unschuldig. Schon Westerwelle hat eine Exilregierung, bzw. Leute die mal dafür vorgesehen waren, in Berlin durchgefüttert und die haben nicht in Jugendherbergen gewohnt. Das lässt man auch über die, sehr mit Vorsicht zu genießende, Lobbyorganisation Stiftung Wissenschaft und Politik abwickeln, weil sich das so schön sachlich anhört (nur am Rande: Der Volker Perthes, der auf der Website so schön mit dem Spruch wirbt: Nur unabhängige Forscherinnen und Forscher können seriös beraten ist Mitglied der Trilateralen Kommission und das ist mehr als Bilderberger! Der Fuchs berät ganz unabhängig im Hühnerstall. So schaut’s aus! Wir leben in einer verlogenen Welt, schreibt Todenhöfer vor genau zwei Jahren über Syrien. Wer es auf die Schnelle haben will, der ist bei Norbert Ganser richtig.

Nicht nur meine These: Hätte EUSA die Terroristen in Syrien nicht jahrelang gepampert, ausgebildet und unterstützt, wäre der IS in Syrien Geschichte und die Menschen könnten dort in Frieden leben und wären nicht auf der Flucht und irgendwann hätten sie vielleicht auch noch Assad abgewählt, der sich immer auf die Mehrheit des Volkes stützen konnte. Jetzt kommt Putin ins Spiel. Ich kann den Wert und die Qualität der Russen nicht beurteilen. Glaubwürdige Quellen habe ich noch keine gefunden. Nur eins ist klar: Putin wird von dem Zentralorgan der geistig Minderausgestatteten zum Schuldigen aufgebaut: Ohne Putin keine Flüchtlinge, ohne Flüchtlinge keine Flüchtlingsprobleme und alle würden Mutti wieder lieben (das hat Friede S. ihr versprochen). Der Artikel schön mit Fragezeichen versehen. So kann man alles schön behaupten und bei Erwiesenem einen Hauch von Zweifel vermitteln. So geht Journaillismus.

Wenn es noch härter kommt, steht ein Waffengang bevor. Es ist merkwürdig ruhig an der Ostfront. Dem Frieden – merkwürdiges Wort – ist nicht zu trauen. Das Wort „Flüchtlinge“ kann bald keiner mehr hören, die Stimmung kippt, d.h. es muss eine neue Sau ins Dorf!

Kaum hatte ich diesen Artikel geschrieben, lese ich diesen Mist von Glubschauge. Der hat mir am Wochenende gerade noch gefehlt. Der kam auch nur, um wieder Geld abzuholen. Staatsbesuche sollten demnächst gekennzeichnet werde, was die uns kosten. Ein Staatsbesuch in Deutschland ist erträglicher als Lottospielen. Wo kommt das Geld her, das Frau Merkel verteilt? Vielleicht vom Pack?

An einem ist Putin nicht schuld: an den Differenzen von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb von den Nachdenkseiten. Ich habe das Gefühl, dass die Bösmensch/Gutmensch-Diskussion weitere Opfer fordern wird. Die alte Tragik der Denkenden. Schade drum! Aber dazu schreib ich demnächst noch was. Nebenbei: Ich bin schwer erkältet – Männerschnupfen!

*) Vielleicht habt ihr nach diesem Video Verständnis dafür, dass mir bei Allahu Akbar das Blut gefriert.

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Wolfgang Lieb in eigener Sache: Ich habe mich schweren Herzens entschlossen, nicht mehr für die NachDenkSeiten zu arbeiten

Verantwortlich:

Seit nahezu 12 Jahren habe ich viel Kraft und Leidenschaft in die NachDenkSeiten gesteckt. Es war nicht immer einfach, aber über gut 10 Jahre konnten Albrecht Müller und ich als Herausgeber fruchtbar zusammenarbeiten.
Seit geraumer Zeit haben sich die NachDenkSeiten mit einem zunehmenden Anteil von Beiträgen meines Mitherausgebers nach und nach verändert und verengt: thematisch, in der Methode der Kritik und in der Art der Auseinandersetzung mit Menschen anderer Meinung. Darauf bin ich vielfach angesprochen und dafür mitverantwortlich gemacht worden. Diesen Wandel in Inhalt, Methode und Form der Kritik, der meinem Verständnis des Politischen und meinem Stil des öffentlichen Diskurses grundlegend widerspricht, vermag ich nicht länger mitzutragen. Meine Verständigungsversuche mit Albrecht Müller sind leider gescheitert. Ich habe mich deshalb entschlossen, meine Mitherausgeberschaft ruhen zu lassen und meine redaktionelle Mitarbeit bei den NachDenkSeiten einzustellen. Von Wolfgang Lieb

Manche Leserinnen und Leser werden meinen Entschluss vielleicht nicht ohne Weiteres nachvollziehen können. Deshalb möchte ich mich kurz erklären.Mir läge viel daran, dass die NachDenkSeiten wieder zu ihrem ursprünglichen Anliegen zurückfänden. Der kritische Ansatz der NachDenkSeiten hat nach meinem Verständnis zum Ziel, aus Empathie für die Benachteiligten einen Beitrag zu einer humaneren, sozialeren und friedlicheren Welt zu leisten. Der Tradition der Aufklärung verpflichtet, heißt das für mich, Leserinnen und Leser zu selbständigem Denken und zu vernünftigem politischen Handeln anzuregen. Mit den Beiträgen auf den NachDenkSeiten sollen die den sozialen Fortschritt behindernden Interessen und die dahinter stehenden Machtstrukturen offen gelegt werden. Durch Kritik am gleichgerichteten Meinungsmainstream und mit Angeboten zu mehr Meinungsvielfalt in der öffentlichen Debatte, soll ein Beitrag zur Verbesserung der Qualität politischer Entscheidungen geleistet werden.Rationalität und Vernunft verlangen bei allem Nachdruck in der Argumentation meines Erachtens stets, eine angemessene kritische Distanz zu wahren. Es ging mir darum, Partei zu ergreifen, aber nicht parteiisch zu sein. Die Anerkennung eigener Begrenztheit verbietet undifferenzierte und einseitige Schuldzuschreibungen.Für mich sollten in den Beiträgen auf den NachDenkSeiten die Verarbeitung von Informationen und die differenzierende Abbildung der Wirklichkeit vor ihrer politischen Bewertung und vor der Unterordnung unter das eigene Weltbild stehen. Differenzierung und genaues Hinsehen halte ich für wichtige Voraussetzungen, um Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft gegenüber Leserinnen und Lesern zu gewinnen. Ich habe mir nie eingebildet, die Wahrheit gepachtet zu haben.Es reicht eben m.E. nicht aus, die Welt moralisch in „Freund“ und „Feind“ aufzuteilen und die Ursache nahezu allen Übels auf der Welt „einflussreichen Kräften“ (oft in den USA) oder undurchsichtigen „finanzkräftigen Gruppen“ oder pauschal „den Eliten“ zuzuschreiben. Die Reduktion gesellschaftlicher Konflikte auf einen Antagonismus zwischen „Volk“ und „Eliten“ halte ich für missbrauchsanfällig.Wenn es „in der Geschichte keine Zufälle“ [PDF] gäbe und „einflussreiche Kreise“ im Hintergrund ohnehin die Politik und die Medien hierzulande und in der Welt steuerten und es also vor allem um „abgekartete Spiele“ ginge, dann wären politisches Engagement und das demokratische Ringen um Alternativen sinnlos.Meine Begeisterung für die Internetplattform NachDenkSeiten speiste sich dagegen aus der Hoffnung und der biografischen Erfahrung, dass man durch persönliches Engagement für Meinungsvielfalt und Vernunft ein Stück weit auf die Meinungs- und politische Willensbildung Einfluss nehmen und einen Beitrag zur Verbesserung der bestehenden Verhältnisse und der Lebensbedingungen der großen Mehrheit der Menschen leisten kann. Das verlangt das Bohren dicker Bretter und dabei erleidet man viele Niederlagen, aber ohne die politische Einmischung hat man von vorneherein verloren.Ich halte das um sich greifende konfrontative Denken in der westlichen Politik und in den meisten deutschen Medien für falsch und höchst kritikwürdig, aber ich bin genauso davon überzeugt, dass man dieses Freund-Feind-Schema nicht mit umgekehrten pauschalen und einseitigen Schuldzuweisungen aufbrechen kann.Gesellschafts- und Ideologiekritik hat für mich das Ziel, schlechte bzw. ungerechte Zustände zum Besseren zu verändern. Diese Kritik darf aber nicht zu einem Generalverdacht gegen alles und jede/n verkommen. Der allgemeine Aufruf zu einem „Kampf“ gegen „die Herrschenden“ und gegen „die Medien“ schürt eher Unbehagen oder gar Verbitterung und löst auf Dauer entweder politische Resignation aus oder lenkt sogar Wasser auf die Mühlen der „schrecklichen Vereinfacher“.Mir ist die Zahl der Visits auf den NachDenkSeiten weniger wichtig, als die Verweildauer der Nutzerinnen und Nutzer.Mir geht es um die Bildung einer kritischen Gegenöffentlichkeit, die sich im Sinne einer lebendigen Demokratie einmischt und im Sinne Willy Brandts „mehr Demokratie wagt“. Eine demokratische Gegenöffentlichkeit, die sich politisch einbringt und nach Antworten sucht, die ihre Identifikation und das Band ihrer Zusammengehörigkeit aber nicht darin findet, die Ausgrenzung aus der Mehrheitsgesellschaft und die Verfolgung durch die Medien zu beklagen.

In meinem Verständnis sollen die NachDenkSeiten – wie uns der verstorbene Frank Schirrmacher lobte – „im besten Sinne alteuropäische Diskurse“ anstoßen, nicht aber den jeweiligen Diskurspartner mit auf die Person bezogener Aggressivität abstoßen, ihn nicht mit moralisch aufgeladenen Begriffen, wie etwa „unterste Schublade“, „von Agitation und Dummheit geprägt“ herabsetzen. Die häufige Wiederholung des Vorwurfs einer „Gleichschaltung“ [1] halte ich für falsch. Dieser Begriff ist historisch belegt, seine Übertragung auf die heutige Zeit verharmlost die brutale Ausschaltung sämtlicher politischer Gegner und kritischer Medien durch die Nazi-Diktatur.

Eine lebendige Demokratie braucht den Streit in der Sache, aber nach meinem Verständnis einer demokratischen Streitkultur darf man dazu Menschen mit anderer Meinung nicht persönlich herabsetzend angreifen und ihnen vorwerfen, dass sie entweder „primitiv“ oder aber „manipuliert“, „instrumentalisiert“, „gefällig“ oder ganz generell an „Kampagnen beteiligt“ seien – also geplant und koordiniert mit wem auch immer zusammenwirkten – oder, dass sie „im Auftrag“ agierten.

Wer nur noch an Kampagnen denkt, betreibt am Ende selbst Kampagnen.

Meinem Verständnis von Überzeugungsarbeit entspricht es nicht, wenn man Menschen mit konträrer Meinung als „gekauft“, „nicht unabhängig“, als „Agenten der US-Eliten“ als „Einflussagenten“ oder als von „anderen Kräften“ oder gar von „Diensten“ bestimmt usw. usf. beschimpft.

Wer selbst potentielle und für politische Veränderungen auch notwendige Bündnispartner derart attackiert, dass sie sich – schon aus Selbstrespekt – abwenden müssen, schwächt und spaltet die um einen gesellschaftlichen Fortschritt bemühten Kräfte.

Ich verstehe die NachDenkSeiten nicht als ein Organ der „Gegenpropaganda“ und sehe deshalb etwa „RT Deutsch“ nicht als Gegenpart zur „Bild“-Zeitung. Weder bei Propaganda noch bei Gegenpropaganda geht es nämlich um Aufklärung, sondern um eine bevormundende Beeinflussung des Denkens und Fühlens von Menschen und damit um eine Steuerung der öffentlichen Meinung bis hin zur Manipulation. Wenn man das Bemühen um Objektivität und Unabhängigkeit vernachlässigt, gerät man leicht selbst in ein zweifelhaftes publizistisches Umfeld.

Die Antwort auf eine Form der Meinungsmache kann meines Erachtens nicht eine andere Form von Meinungsmache sein.

Mit einer pauschalen Aburteilung „der“ Medien als „Kampfpresse“ „als undemokratisch, als von Kampagnen, von Einseitigkeit, von Agitation und Dummheit geprägt“ mögen sich vielleicht Menschen bestätigt fühlen, die ohnehin der Meinung sind, wir hätten es ganz allgemein mit einer „Lügenpresse“ zu tun. Man unterstützt damit die Leserinnen und Leser jedoch nicht bei einer sachlich differenzierenden Aufklärung darüber, was an der Berichterstattung richtig ist oder nicht – also wo „gelogen“ wird und wo nicht.

Das aufzudecken, verlangt zwar mühselige Kleinarbeit, aber damit kann man nach meiner Auffassung Menschen besser zum Nachdenken veranlassen und eher Glaubwürdigkeit und Vertrauen gewinnen, als durch Pauschalurteile.

Wer Kollektivurteile gegen Journalisten fällt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er kollektiv ausgegrenzt wird.

Ich bin weiter der festen Überzeugung, dass die Unterscheidung zwischen politisch „links“ oder „rechts“ stehend nach wie vor eine grundsätzliche Bedeutung hat. Hinter dieser Abgrenzung stehen gänzlich unterschiedliche Gesellschaftsvorstellungen und miteinander unvereinbare Weltbilder. Würde man nach den Zielen des gesellschaftlichen Fortschritts und nach dem zugrundeliegenden Menschenbild und Demokratieverständnis fragen, würde sich manche schräge Debatte etwa über eine sog. „Querfront“ erübrigen.

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen uns Herausgebern der NachDenkSeiten haben sich leider zunehmend als unüberbrückbar erwiesen.

Ich vermag nicht länger Inhalte und Formen des öffentlichen Diskurses mitverantworten, die ich aus den genannten Gründen ablehne.

Ich verabschiede mich deshalb von den Leserinnen und Lesern der NachDenkSeiten und bedanke mich herzlich für Ihre Ermunterung, Ihre Unterstützung und Ihre Kritik über viele Jahre.

Nach wie vor findet sich auf den NachDenkSeiten ein wichtiges Informationsangebot. Nichts würde ich mir mehr wünschen, als dass auch in Zukunft möglichst viele Angebote gemacht würden, die meinem Anliegen entsprechen.


[«1] Hier, hier, hier, „US-nah organisierte Gleichschaltung“, hier, hier usw. usf.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=28063

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Nach und nach wird es klar, warum die Kanzlerin vor Kurzem die Intendanten aller öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu sich ins Kanzleramt einbestellt hat, zu einem „vertraulichen Hintergrundgespräch“, das so vertraulich und so hintergründig war, dass nirgendwo darüber berichtet wurde.

Gehen wir also davon aus, es habe sich um eine rein private Plauderei zwischen der Kanzlerin und den Intendanten gehandelt, die nur deswegen nicht im „Borchardt“ stattfinden konnte, weil dort gerade neue Klone für Heidi Klum gecastet wurden. Und nehmen wir an, man habe über alles Mögliche gesprochen, nur nicht über Politik und die Nachrichten-Formate, denn die Kanzlerin wollte unbedingt den Eindruck vermeiden, als nähme sie Einfluss auf die Berichterstattung.

Außerdem, so einer ihrer engsten Mitarbeiter, sei das Treffen schon lange geplant gewesen, also reine Routine ohne jeden Bezug zur Aktualität.

Gut. Wie kommt dann aber eine Tagesschau wie die von heute 17 Uhr zustande? Die Lage im Grenzgebiet zwischen Slowenien, Kroatien und Serbien wird stündlich gruseliger. Tausende von Flüchtlingen campieren in Dreck und Schlamm. Es sind Bilder wie nach einem Erdbeben, einer Flut oder sonst einer Natur-Katastrophe. Eigentlich müssten das THW und die halbe Bundeswehr längst unterwegs sein, um das Versprechen der Kanzlerin, das sie erst vor zwei Tagen gegeben hatte, in die Tat umzusetzen: „Jeder, der Europa betritt, jeder hat das Recht darauf, wie ein Mensch behandelt zu werden. Wir haben die Grundrechte-Charta nicht dafür erfunden, dass wir Menschen von Anderswo nicht menschlich behandeln.”

Aber das THW und die Bundeswehr bleiben in ihren gut geheizten und wärmegedämmten Stuben und die Tagesschau macht ihre 17-Uhr-Ausgabe mit einem Bericht über einen Klima-Gipfel auf, der in Bonn abgehalten wurde, wo auch das Sekretariat der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) und Sekretariat der UN-Konvention zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (UNEP/CMS) residieren.

Der Klima-Gipfel mit Vertretern von 195 Staaten habe, so die Moderatorin, ein 50seitiges Papier gebilligt – als „Vorlage“ für den großen Klimagipfel, der Anfang Dezember in Paris stattfinden soll. „In dem Entwurf setzen sich die Teilnehmer u.a. das Ziel, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen wirksam einzudämmen.“ Aber, so die Umweltbundesministerin, es stehe noch viel Arbeit an, „der Text sei noch nicht einheitsfähig“.

In dem Bericht sah man dann Menschen aus aller Welt, die nach Bonn gekommen waren, um „die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen“. Eine Klimaexpertin, die ein grünes Kostüm trug, sagte, die „Herausforderung“ liege darin, „die Tiefe und die Ausgewogenheit des jetzigen Textes zu erhalten, es aber viel kürzer zu formulieren und klar genug, damit es auch von jedem verstanden wird, der nicht bei den Verhandlungen dabei war“.

Hat sie echt gesagt. Eine andere Klimaexpertin fügte hinzu, es müsse „mehr getan werden, um denjenigen zu helfen, die jetzt schon Klimaschäden haben“. Man werde Anfang Dezember weiter verhandeln, „auf der Weltklimakonferenz in Paris“. Damit waren die ersten zwei Minuten und zehn Sekunden der Tagesschau vorbei.

Der nächste Beitrag wurde von der Moderatorin mit dem Satz eingeleitet: „Einen Tag vor dem Sondertreffen der EU zur Flüchtlingskrise erhöhen drei Balkenstaaten den Druck. Bulgarien, Rumänien und Serbien kündigten an, sie würden ihre Grenzen schließen, falls Deutschland oder Österreich keine Flüchtlinge mehr einreisen lassen sollten.“

Der Ansage folgten ein paar Schnittbilder aus Berkasovo an der serbisch-kroatischen Grenze, wo in der vergangenen Nacht „mehrere Tausend Menschen“ angekommen waren. Das Flüchtlingshilfswerk habe 7.000 Flüchtlinge in „Empfang genommen“, unter ihnen auch „viele Familien und Menschen mit Behinderungen“. Das ganze Stück dauerte genau 50 Sekunden, weniger als die Hälfte des absolut sinnfreien Berichts über die lächerliche Bonner Klimakonferenz. Was hängen blieb, war der Eindruck, den Menschen in Berkasovo gehe es nicht gerade gut, aber es werde sich um sie gekümmert.

Danach ging es weiter mit einem Beitrag zum 70. Geburtstag der Vereinten Nationen. Mehr als 200 Objekte in aller Welt, darunter die Oper in Sydney, der schiefe Turm von Pisa und die Wüstenstadt Petra in Jordanien, würden zur Feier des Tages blau angestrahlt, „für UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ein starkes Zeichen der Solidarität“. Die Vereinten Nationen, sagte der Generalsekretär, „mögen nicht perfekt sein, aber ohne sie sähe die Welt düsterer aus“. Vermutlich noch düsterer als Berkasovo an der kroatisch-slowenischen Grenze.

Immerhin kam zum Schluss auch ein UN-Kritiker kurz zu Wort. Der UN-Hofbericht dauerte etwas mehr als zwei Minuten. Dann folgte ein ausführlicher Hinweis auf die ARD-Doku „Alles Lüge oder was?“ über „Propaganda als Mittel der Kriegsführung“ am Beispiel des Islamischen Staates und seiner Gegner.

Wer öfter Tagesschau und heute schaut, den werden die Themenwahl und die Prioritätensetzung nicht überraschen. Heute und Tagesschau sind würdige Nachfolger der aktuellen kamera des DDR-Fernsehens. Und es ist vermutlich kein Zufall, dass sie dieses Erbe unter dem Zepter einer Kanzlerin, die in der DDR sozialisiert wurde, zur Perfektion getrieben haben. Viel subtiler als in der DDR und damit auch effektiver.

Ich freue mich schon auf die Berichte vom Weltjugendtag, ähmm, ich meine Weltklimagipfel in Paris.

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Siehe auch:

Sweden: 77% of rapes committed by 2% Muslim male population – Gov data

Sweden On Verge of Collapse as Illegal Immigrants Surge into the Country

Israeli PM: Mufti of Jerusalem convinced Hitler to exterminate Jews

Migrants Stay at 4 Star Hotel While Poor Germans Lose Their Homes

Band Students Suspended Over ‘Racist’ Fruit Basket Gift

Finnish Police Banned From Identifying Migrants as Criminal Suspects

Merkel ist unser Unglück!

Es gibt nur noch ein Thema: Merkel

The Fall of the Merkel´s Angels

Merkel rutscht auf Knien nach Ankara

Angela Merkel´s New World Disorder

Merkel and the Crying Girl: Five Lessons

Angela Merkel: The Wishful-Thinking Award

Geisterstunden mit Angela. Ich bin Merkel, ich darf das.

Was Merkel treibt, ist Untreue im Amt

Merkels europäisches Mare Monstrum

Angela Merkel – Deutschlands Gorbatschow

Seehofer als Stauffenberg! Merkel muss weg! Sofort! Sie ist nicht mehr bei Sinnen!

Merkel: Nach Gutsherrin Art

Merkels Fantasia

Merkels erzwungene Nationale Psychotherapie

Merkels Geniestreich: Deutschland als Einwanderungsland wie die USA im 19. Jahrhundert

Merkel muß weg.

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

refuse-service

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
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They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

Die Kontrolle über die unkontrollierte Masseneinwanderung haben sich Einwanderer erkämpft.

Es gilt die Gesinnung, nicht die Realität«Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus.‘ Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus.» – Ignazio Silone
«Antifa ist die linke Ausprägung des Faschismus. Sie ist also selbst das, was sie vorgibt zu bekämpfen.»

Sklaven träumen nicht davon, freie Menschen, sondern Sklavenhalter zu werden.

„Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.“ – Norbert Bolz

„Die Sprache ist im Guten wie im Schlechten nicht mehr Medium der Erkenntnis, sondern der kulturellen Hegemonie. (..) Wo sich statt Antagonismen Spannungsfelder auftun, hat der Geist bereits kapituliert. (…) Eine Welt, in der alle einander wechselseitig als kompatibel anerkennen und stets »das Gemeinschaftliche im Auge behalten«, kann schwerlich etwas anderes als die Hölle auf Erden sein. (…) Die Beliebigkeit ist also nicht harmlos, sondern hat hier wie auch sonst ein bestimmtes Ziel: die Zerstörung individueller Urteilskraft zugunsten einer Logik der »Anerkennung«, in der jeder Lüge Recht gegeben und jede triftige Erkenntnis in die Schranken ihres »Standorts« verwiesen wird.“ – Magnus Klaue

„Hochverrat ist eine Frage des Datums“ – Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord

Die Skandalisierung eines Skandals ist eine in deutschen Medien meisterhaft beherrschte Disziplin.

„Es ist eine alte Weisheit, dass Macht stets die Verführung mit sich bringt, sie zu missbrauchen.“ – Wolfgang Schmidbauer

„C.G.Jung war ein psychoanalytischer Faschist, ein faschistisch schäumender Psychoanalytiker. “ – Ernst Bloch

„Die tatsächlich bestehenden und einsichtigen Leuten schon längst bekannten Verschiedenheiten der germanischen und jüdischen Psychologie sollen nicht mehr verwischt werden, was der Wissenschaft nur förderlich sein kann“ (…) „Die Gesellschaft (die Internationale Allgemeine Ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie (IAÄGP). Anm.JSB) setzt von allen ihren schriftstellerisch und rednerisch tätigen Mitgliedern voraus, daß sie Adolf Hitlers grundlegendes Buch ›Mein Kampf‹ mit allem wissenschaftlichen Ernst durchgearbeitet haben und als Grundlage anerkennen. Sie will mitarbeiten an dem Werke des Volkskanzlers, das deutsche Volk zu einer heroischen, opferfreudigen Gesinnung zu erziehen.“ C.G.Jung

„Ich weiß nicht, was passieren muss, bis endlich was passiert.“
„Ulrike Maria Stuart“ von Elfriede Jelinek

„Auch der sublimste erkenntnistheoretische Idealismus führt unweigerlich zum Solipsismus, zur Vergottung des Ichs, einer Elite, einer Rasse und endet schließlich im blutigsten Imperialismus.“ John F. Rottmeister

„Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“ – Angela Merkel 

Psychoanalyse ist eine Erhebung über die Situation. Von oben hat man bessere Aussicht.

„Kritische Theorien, wie die Freudsche, artikulieren eine Erfahrung, die mit den jeweils herrschenden Denk- und Wahrnehmungsweisen unvereinbar ist. Gerade in dem, was der Konvention als unbrauchbar, als Abfall gilt und wovon in Wissenschaft und Lebenspraxis methodisch abgesehen wird, entdecken die Revolutionäre der Denkart das Neue, das ei¬ne bestehende Einrichtung des Lebens in Frage stellt. Indem sie an das Ausgegrenzte und erfolgreich Vergessene erinnern, markieren sie den Mangel der Ordnung, die über dem Grab der verworfenen Alternativen triumphierend sich erhebt. Und das dem Status quo verschworene Kollektiv stempelt solche Alchimisten, die aus Dreck Gold zu machen schei¬nen, stets zu Außenseitern6 . Aus der Erfahrung dessen, was den vorherrschenden, institutionalisierten Zwecken widerstrebt, erschüttern die Neuerer deren fraglose Geltung.“ – Helmut Dahmer

Die Umwälzung nach 1945  führte nicht zur Überwindung des Nationalsozialismus  als Ideologie der deutschen Volksgemeinschaft, sondern rief lediglich die eitle Illusion hervor, daß mit der Kritik am Nationalsozialismus das nationalsozialistische Dünken selbst und seine innere Konflikthaftigkeit mit dem Judentum überwunden sei.

„Wie es Tatbestände gibt, die die Sinne in die Irre führen, wie im Fall der optischen Täuschung, so gibt es welche, die die unangenehme Eigenschaft haben, dem Intellekt Schlüsse zu suggerieren, die gleichwohl falsch sind.“ – Christoph Türcke

Das Geschlecht ist ein sozialer Konstrukt? Berg, Tal, See und das Meer auch!

Bereits Marx diagnostizierte den Deutschen das Umkippen von Ideologie in Wahn und Lüge. Wie gegenwärtig der Fall ist, neigen die Deutschen zu Ausbrüchen des kollektiven Wahns, der Massenpsychose mit zunehmendem Realitätsverlust.
Der Wahn ist kurz, die Reue lang, pflegte meine Großmutter zu sagen.

Nach dem I. Psychosputnik-Gesetz verwandelt sich der frei florierende Zynismus ab gewissem Verdichtungsgrad seiner Intensität in hochprozentige Heuchelei, analog zu einer atomaren Kernschmelzereaktion. Diesen Prozess der zunehmenden Zynismuskonzentration mit anschliessender Explosion der Heuchelei kann man sehr deutlich gegenwärtig in Deutschland beobachten. Das Denken ist weggeblasen, pulverisiert, das (Hoch)Gefühl ist voll an seine Stelle getreten.

»Indem (der gesunde Menschenverstand) sich auf das Gefühl, sein inwendiges Orakel, beruft, ist er gegen den, der nicht übereinstimmt, fertig; er muß erklären, daß er dem weiter nichts zu sagen habe, der nicht dasselbe in sich finde und fühle; – mit anderen Worten, er tritt die Wurzel der Humanität mit Füßen. Denn die Natur dieser ist, auf die Übereinkunft mit anderen zu dringen, und ihre Existenz nur in der zustande gebrachten Einheit der Bewußtseine. Das Widermenschliche, das Tierische besteht darin, im Gefühle stehenzubleiben und nur durch dieses sich mitteilen zu können.« – G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes

„Die Verschleierung eigener Positionen durch Zitate und Zitatselektion dient dazu, eigene Positionen unkenntlich zu machen.“ – Ursula Kreuzer-Haustein

„Die Neurose ist das Wappen der Kultur.“ – Dr. Rudolf Urbantschitsch, Seelenarzt; „Sehr schön, aber es laufen derzeit schon weit mehr Heraldiker als Adelige herum.“ – Karl Kraus, Schriftsteller

„Zuerst verlieren die Menschen die Scham, dann den Verstand, hernach die Ruhe, hierauf die Haltung, an der vorletzten Station das Geld und zum Schluß die Freiheit.“ – Karl Kraus

„Ausbeutung heißt Beute machen, sich etwas durch Gewalt aneignen, was nicht durch eigene Arbeit geschaffen wurde, sich etwas nehmen, ohne Gleichwertiges zurückzugeben – Maria Mies

»Die Psychoanalyse ist eine Panne für die Hierarchie des Denksystems« – Pierre Legendre

Psychoanalyse entwickelt sich nicht weiter, weil sie nicht angewandt wird, es wird nur über sie gesprochen.

»Sie wissen, daß der Kampf des wissenschaftlichen Geistes gegen die religiöse Weltan­schauung nicht zu Ende gekommen ist, er spielt sich noch in der Gegenwart unter unseren Augen ab … Die erste Einwendung, die man hört, lautet, … die Wissenschaft ist zur Be­urteilung der Religion nicht zuständig. Sie sei sonst ganz brauchbar und schätzenswert, solange sie sich auf ihr Gebiet beschränkt, aber die Religion sei nicht ihr Gebiet, da habe sie nichts zu suchen … Die Religion darf nicht kritisch geprüft werden, weil sie das Höch­ste, Wertvollste, Erhabenste ist, was der menschliche Geist hervorgebracht hat, weil sie den tiefsten Gefühlen Ausdruck gibt, allein die Welt erträglich und das Leben lebenswür­dig macht … Darauf braucht man nicht zu antworten, indem man die Einschätzung der Religion bestreitet, sondern indem man die Aufmerksamkeit auf einen anderen Sachver­halt richtet. Man betont, daß es sich gar nicht um einen Übergriff des wissenschaftlichen Geistes auf das Gebiet der Religion handelt, sondern um einen Übergriff der Religion auf die Sphäre des wissenschaftlichen Denkens. Was immer Wert und Bedeutung der Religion sein mögen, sie hat kein Recht, das Denken irgendwie zu beschränken, also auch nicht das Recht, sich selbst von der Anwendung des Denkens auszunehmen … Eine auf die Wissen­schaft aufgebaute Weltanschauung hat außer der Betonung der realen Außenwelt wesent­lich negative Züge, wie die Bescheidung zur Wahrheit, die Ablehnung der Illusionen« (Freud, 1933, S. 182 ff. und S. 197).

„Freuds »Religions«-Kritik galt den »Neurosen« genannten Privatreligionen (Heiraten, romantische Liebe, Gier, Ethik und Moral, etc. Anm. JSB) ebenso wie den kollektiven (Nation, Gutmenschen, Sport, etc. Anm. JSB);“ – Helmut Dahmer

Freud prognostizierte, die bestehende Gesellschaft werde an einem Übermaß nicht absorbierba­rer Destruktivität zugrundegehen. (sofern nicht »Eros« interveniere (Eros ist nicht Ficken, sondern Caritas. Anm. JSB)).

„Wer dem Kult der »Werte« frönt, kann unsanft erwachen, wenn im Kampf der Klassen und Parteien, von dem er sich fernhält, Gruppen obsiegen, auf deren Pro­gramm eine »Umwertung der Werte«, z. B. die Aufwertung von »Un­werten« steht.“ – Helmut Dahmer

»Hinsichtlich der allgemeinen nervlichen Belastung wirkte die Lage im Dritten Reich auf den psychischen Zustand des Volkes ziemlich ambivalent. Es unterliegt kaum einem Zwei­fel, daß die Machtergreifung zu einer weitverbreiteten Verbesserung der emotionalen Ge­sundheit führte. Das war nicht nur ein Ergebnis des Wirtschaftsaufschwungs, sondern auch der Tatsache, daß sich viele Deutsche in erhöhtem Maße mit den nationalen Zielen identifizierten. Diese Wirkung ähnelte der, die Kriege normalerweise auf das Auftreten von Selbstmorden und Depressionen haben. (Das Deutschland der Nazizeit verzeichnete diese Erscheinung zweimal: nämlich 1933 und 1939.) Aber gleichzeitig führte das intensi­vere Lebensgefühl, das von der ständigen Stimulierung der Massenemotionen herrührte, auch zu einer größeren Schwäche gegenüber dem Trinken, Rauchen und Vergnügungen« – Richard Grunberger

Von Anfang an hat­te Hitlers Regime auch den Anstrich der Rechtmäßigkeit

„Die psychiatrischen Truppen der »kaiserlichen deutschen Psychiatrie« (Alexander und Selesnick, 1966, S. 214) jedoch, die 1914 ins Feld zogen, bekriegten immer noch die Krankheit, den äußeren Eindringling in ein gesundes System, und nicht die Neurose, das innere Ungleichgewicht zwischen Psychodynamik, Umwelt und Geschichte.“ – Geoffrey C. Cocks (Diese Einstellung herrscht bis heute in der deutschen Psychotherapie und findet explosionsartige Vermehrung im KOnzept der sog. „Traumatisierung“. Anm- JSB)

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

„Ich bin eine Feministin. Das bedeutet, daß ich extrem stark behaart bin und daß und ich alle Männer haße, sowohl einzelne als auch alle zusammen, ohne Ausnahmen.“Bridget Christie

„Die Tragödie isolierter persönlicher Leidenschaften ist für unsere Zeit zu fade. Aber weshalb? Weil wir in einer Epoche der sozialen Leidenschaften leben. Die Tragödie unserer Epoche ist der Zusammenstoß der Persönlichkeit mit dem Kollektiv.“ –  LeoTrotzki 1923

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Love: only, and not always, a mother loves her child, just as it is, otherwise you have to meet the expectations of others, to be accepted.

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno
„What one must be judged by, scholar or no, is not particularised knowledge but one’s total harvest of thinking, feeling, living and observing human beings.“ (…) „While the practice of poetry need not in itself confer wisdom or accumulate knowledge, it ought at least to train the mind in one habit of universal value: that of analysing the meanings of words: of those that one employs oneself, as well as the words of others. (…) what we have is not democracy, but financial oligarchy. (…) Mr. Christopher Dawson considers that “what the non-dictatorial States stand for today is not Liberalism but Democracy,” and goes on to foretell the advent in these States of a kind of totalitarian democracy. I agree with his prediction. (…) That Liberalism is something which tends to release energy rather than accumulate it, to relax, rather than to fortify. (…) A good prose cannot be written by a people without convictions. (..) The fundamental objection to fascist doctrine, the one which we conceal from ourselves because it might condemn ourselves as well, is that it is pagan. (..) The tendency of unlimited industrialism is to create bodies of men and women—of all classes—detached from tradition, alienated from religion and susceptible to mass suggestion: in other words, a mob. And a mob will be no less a mob if it is well fed, well clothed, well housed, and well disciplined. (…) The rulers and would-be rulers of modern states may be divided into three kinds, in a classification which cuts across the division of fascism, communism and democracy. (…) Our preoccupation with foreign politics during the last few years has induced a surface complacency rather than a consistent attempt at self-examination of conscience. (…) What is more depressing still is the thought that only fear or jealousy of foreign success can alarm us about the health of our own nation; that only through this anxiety can we see such things as depopulation, malnutrition, moral deterioration, the decay of agriculture, as evils at all. And what is worst of all is to advocate Christianity, not because it is true, but because it might be beneficial. (…) To justify Christianity because it provides a foundation of morality, instead of showing the necessity of Christian morality from the truth of Christianity, is a very dangerous inversion; and we may reflect, that a good deal of the attention of totalitarian states has been devoted, with a steadiness of purpose not always found in democracies, to providing their national life with a foundation of morality—the wrong kind perhaps, but a good deal more of it. It is not enthusiasm, but dogma, that differentiates a Christian from a pagan society.“ (…)  It would perhaps be more natural, as well as in better conformity with the Will of God, if there were more celibates and if those who were married had larger families. (…) We are being made aware that the organisation of society on the principle of private profit, as well as public destruction, is leading both to the deformation of humanity by unregulated industrialism, and to the exhaustion of natural resources, and that a good deal of our material progress is a progress for which succeeding generations may have to pay dearly. I need only mention, as an instance now very much before the public eye, the results of “soil-erosion”—the exploitation of the earth, on a vast scale for two generations, for commercial profit: immediate benefits leading to dearth and desert. I would not have it thought that I condemn a society because of its material ruin, for that would be to make its material success a sufficient test of its excellence; I mean only that a wrong attitude towards nature implies, somewhere, a wrong attitude towards God, and that the consequence is an inevitable doom. For a long enough time we have believed in nothing but the values arising in a mechanised, commercialised, urbanised way of life: it would be as well for us to face the permanent conditions upon which God allows us to live upon this planet. And without sentimentalising the life of the savage, we might practise the humility to observe, in some of the societies upon which we look down as primitive or backward, the operation of a social-religious-artistic complex which we should emulate upon a higher plane. We have been accustomed to regard “progress” as always integral; and have yet to learn that it is only by an effort and a discipline, greater than society has yet seen the need of imposing upon itself, that material knowledge and power is gained without loss of spiritual knowledge and power. “ – T.S.Eliot
“I am a feminist. All this means is that I am extremely hairy and hate all men, both as individuals and collectively, with noexceptions.” – Bridget Christie

Merkel ist unser Unglück!

Zeit für die Wende

Manfred Gillner

Erbärmliche Zeiten. Jede Woche ein neues unsinniges Spektakel, wichtigtuerische Krisenmanager, ohne die es die Krisen gar nicht gäbe, ein einziger großer Zirkus von Verrückten, 24 Stunden am Tag auf Sendung. Das Wichtige bleibt liegen, man könnte meinen, das Land verdiene seinen Wohlstand mit Problemen, die es sich selbst macht, um sie anschließend erfolglos zu bekämpfen. Dagegen waren die ersten Kohl-Kanzlerjahre ein Genuss. Es wurde nicht bei jedem Anlass eine neue Sau durchs Dorf getrieben, es gab nicht ständig Gesetzesänderungen, man durfte sich auf das, was geschrieben stand, verlassen. Man fühlte sich nicht als Gegenstand wahnwitziger Gesellschaftsexperimente, ausgedacht von Leuten, die offensichtlich unausgelastet oder vielleicht auch einfach nur übergeschnappt sind.

Helmut Kohl ließ das Land zur Ruhe kommen. Man konnte sich auf das Wesentliche und auf seine Arbeit konzentrieren, hatte Planungssicherheit und Vertrauen zum Staat. In den Bilanzen der kleinen Unternehmen ging es aufwärts. Der etwas besser verdienende, aber bei weitem nicht „reiche“ Angestellte konnte sich trotz hoher Zinsen eine Eigentumswohnung leisten. Die Zuversicht kehrte nach den unruhigen 68er-Zeiten, dem RAF-Terror und der Ölkrise zurück. Das Land blieb bescheiden, die Mächtigen in Bonn geerdet. Die politischen Debatten fanden im Bundestag statt und nicht in Talkshows. Die Dummen gaben noch nicht den Ton an.

So ist jedenfalls meine Erinnerung. Als mein Idol Helmut Schmidt im Jahr 1982 nach dem Misstrauensvotum und seiner Abwahl aufstand und zu Helmut Kohl ging, um ihm zu gratulieren, da hasste ich Kohl. Aber er hat mich danach überzeugt, es war eine gute Zeit mit ihm. Er hat Fehler gemacht (wer nicht), wie wir heute wissen, aber er hat nie gegen das eigene Volk gearbeitet.

Heute dagegen stehen wir am Beginn einer selbstgemachten Katastrophe. Da sind die seit vielen Jahren ungelösten großen Probleme wie die – mit oder ohne Zuwanderung – unbezahlbaren Renten- und Pensionslasten; die Altersarmut, die drastisch ansteigen wird, weil man den Menschen ihre finanzielle Altersplanung zerstört hat; das Gesundheitswesen, das kollabieren wird; das schleichende Wegbrechen des Mittelstands, der die meisten Arbeitsplätze stellt. Und wir sind einer Politikerkaste ausgeliefert, der man nicht über den Weg trauen kann, bei der sich Unfähigkeit mit Gerissenheit und Skrupellosigkeit mengt und die nur für sich selbst da ist und sich am liebsten um sich selbst dreht.

Angela Merkel fabriziert ständig neue Probleme, löst kein einziges vorhandenes und belädt die Menschen mit ihren fixen Ideen, die ihr im Kopf herumspuken. Auf dem Evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden rief sie die „Neue Weltordnung“ aus. Die einfältige Menge spendete ihr begeistert Beifall, ohne zu begreifen, dass das für sie nichts Gutes bedeutete. Zuvor stellte sie auf der Konferenz „Falling Walls“ die Frage: „Sind Nationalstaaten bereit und fähig dazu, Kompetenzen an multilaterale Organisationen abzugeben, koste es, was es wolle?“ Das wird wohl niemand tun, der noch bei Trost ist.

Und vor einigen Tagen, immer noch nicht kuriert, befand sie angesichts der Flüchtlingskrise, dass die Globalisierung dazu da sei, sich die Lasten zu teilen. Dann gute Nacht Welt, denn das wird mit Armut für alle enden, und in der Folge mit Mord und Totschlag. Es ist die alte sozialistische Denke: Weiter als bis zum Wegnehmen und Verteilen reicht der Horizont einfach nicht, „Erwirtschaften“ ist ein Fremdwort. Kein Wunder, wenn man selbst auf der Verteilerliste steht und weiß, wie dreckig es einem ginge, wenn man auf selbst Erwirtschaftetes angewiesen wäre.

Wenn die Rechnung für die Euro“rettung“, die Energiewende und die Flüchtlinge unausweichlich kommt, wenn dazu noch die anderen Probleme endgültig vor der Tür stehen, die man seit Jahren vor sich her schiebt, dann knallt es. Die Geduld derjenigen, die abends müde und abgearbeitet heimkommen und den ganzen Spuk letztlich bezahlen und ausbaden müssen, neigt sich dem Ende zu. Wer meint, es seien nur Pegida- und AfD-Anhänger, die nicht mehr mitspielen wollen, der irrt gründlich.

Anstatt aber Druck aus dem Kessel zu nehmen und den Kritikern wenigstens zuzuhören, was vielen ja schon genügen würde, diffamiert man sie, bezeichnet sie, ohne in den Spiegel zu schauen, als das „hässliche Gesicht Deutschlands“ und schickt ihnen staatlich finanzierte „Gegendemonstranten“. Das Blog „ScienceFiles“ veröffentlichte vor kurzem die Antwort der thüringischen Landesregierung auf eine Anfrage der AfD. Daraus geht hervor, dass das Land mehr als 40.000 Euro ausgegeben hat, um vorwiegend linken Gruppierungen die Teilnahme an Gegendemonstrationen zu finanzieren.

Das ist keine auf Thüringen begrenzte Erscheinung und nicht die Ausnahme, sondern offenbar bereits die Regel. Der Staat finanziert Demonstrationen gegen die falsche Gesinnung. So weit sind wir 25 Jahre nach der Wiedervereinigung schon wieder gekommen. Es wird Zeit für eine Wende.

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