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Doku über Antisemitismus in Europa von ARTE total zensiert und nicht gesendet

Hier zu sehen in voller Länge (ca.90 Minuten)

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Doku über Antisemitismus in Europa von ARTE total zensiert und nicht gesendet


Schwere Schlappe für die öffentlich-rechtlichen Aufseher der Meinungsbildung: Die im Auftrag von arte vom WDR produzierte Dokumentation über zeitgenössischen Antisemitismus, die arte nicht zeigen will, weil sie nicht „ausgewogen“ genug ist, konnte man heute auf BILD.de sehen. Der Film wurde inzwischen auch auf YouTube hochgeladen.

Die Bild-Zeitung hat sich zu einem überraschenden Schritt durchgerungen: Ihre Internet-Seite offeriert heute bis Mitternacht den umstrittenen Film Auserwählt und ausgegrenzt, den die Auftraggeber, der Westdeutsche Rundfunk und das deutsch-französische Fernseh-Programm arte, bisher unterdrückt haben. Wer die Gelegenheit nutzt und sich den Film ansieht, erfährt nun auch, warum.

Der Film zeigt die Zusammenhänge zwischen dem fahrlässigen, unkontrollierten Umgang mit Milliarden Hilfsgeldern, die Palästinenser-Organisationen zur Verfügung gestellt werden, ihrem seit Jahren geduldeten Missbrauch und den Auswirkungen auf die Lage der arabischen Bevölkerung in Gaza, die Bedrohung Israels und – nicht zuletzt – die Verluste für Europa. Den Filmemachern ging es vornehmlich um Europa, sie lassen den Film ausklingen mit traurigen Interviews, die auswanderungswillige französische Juden zeigen und einen verzweifelten französischen Bürgermeister, der sie bittet, zu bleiben.

Die falsche Politik der Europäischen Union, die der Film erkennen lässt, hat zwei Seiten, eine interne und eine außenpolitische. Einerseits führt der wachsende, immer aggressiver hervortretende muslimische Hass gegen Juden in Frankreich, Deutschland und anderswo zur Abwanderung zehntausender europäischer Juden in für sie angenehmere Länder: Israel, die Vereinigten Staaten, Kanada oder Australien. Dabei ist die Emigration europäischer Juden ein spürbarer Verlust für Europa, für Kreativität und geistige Beweglichkeit, für Ideenreichtum und neue Technologien, also auf Dauer ein wirtschaftlicher Verlust, und man muss sehr verbohrt oder antisemitisch voreingenommen sein, um diese einfache Konklusion nicht zu durchschauen.

Zweitens verhindert die Europäische Union, indem sie durch unverantwortlichen Umgang mit Steuergeldern seit Jahren der Hamas dazu verhilft, in Gaza an der Macht zu bleiben, alle Bemühungen um einen palästinensischen Staat. Denn die Spaltung der Palästinenser in zwei tödlich verfeindete Fraktionen ist heute das Haupthindernis für eine so genannte „Zweistaatenlösung“, die infolge der de facto drei Staaten, um die es sich längst handelt, nur noch eine leere Worthülse ist. Es gehört zu den Absurditäten europäischer Außenpolitik, mit leeren Reden und lächerlichen Demonstrationen Anteilnahme für die Palästinenser zu heucheln und in Wahrheit alles zu tun, um eine für sie vorteilhafte Lösung zu verhindern.

Diese im Grunde europäischen Angelegenheiten und Zusammenhänge zeigt der Film, dessen Ausstrahlung öffentlich-rechtliche Sender verhindern wollten. Eigentlich ist es ein Film für Europa, gedacht, auf ein massives Problem aufmerksam zu machen, das Europa schadet. Doch wo so viel absurde Politik gemacht wird, wundert es nicht, wenn die Europäische Union auch in diesem Fall gegen ihre eigenen Interessen handelt. Und dass es ausgerechnet die Bild-Zeitung ist, die es wagt, den Film nun doch ans Licht zu bringen.


Arte-Debatte: Der neue, alte, ewige Antisemitismus

Noch toben die Zorngewitter der Nationalen Pressefront angesichts des Coups der BILD-Zeitung, einen Film zu zeigen, den das qualitätsbewusste Kulturprogramm von Arte als handwerklich unzureichend abtun wollte, und weil dessen Aussagen zu einseitig seien und darin der der gescholtenen Partei der Antisemiten, Israelnichtgutfinder und Palästinasolidaritätskomitees nicht genügend Raum gegeben sei, ihrem mühsam umfloskelten Judenhass eine Garnitur von rationaler Petersilie beizulegen.

Dies besorgten aber die Autoren, die den Finger ausreichend tief in den braunen Lehm aus „Bilderberg“, „Protokollen“, „Rothschild“ und „Weltverschwörung“ steckten, und in einer kurzen Einlassung hinreichend zusammenfassten. Mehr von dieser schlaffen Petersilie braucht es nun wirklich nicht auf dem Teller. Wer dergleichen mag, wird seit Jahren bestens bedient mit den üblichen 15-Sekunden-Berichte in ARD und ZDF, in denen von „Genozid“, „Massenmord“, „Geiselhaft“ und „Freiluftgefängnis“ die Rede ist, wenn es um Gaza geht oder die mit den Worten „illegale Siedler“ oder „militante Siedler“ beginnen, wenn von den „besetzten Gebieten“ die Rede ist.

Die Verteidigungselegien der Presse arbeiten sich im aktuellen Fall jedoch genau an dem ab, was als Blitzableiter vom eigentlichen Kern des Problems ablenken soll und das ist beabsichtigt. Man geißelt den Diebstahl geistigen Eigentums durch BILD und die rechtlich fragwürdige Veröffentlichung eines mit Gebühren finanzierten Films durch die Feinde des planwirtschaftlichen öffentlich/rechtlichen Rundfunks, durch ein privates Presseunternehmen. Anja Reschke vom NDR nennt das dann „frech“. Reschkes Empörung erscheint dabei so echt wie ihre Arroganz. Denn betrachtet man den Fall allein vom Urheberrecht aus, schafft man es mühelos, die Empörung warm zu halten, obgleich die Einschätzung des „Frechheitsgrades“ hier doch eher Anwälten obliegt als Frau Reschkes bescheidener Meinung. Und die Anwälte sind untypisch ruhig, angesichts einer so lukrativen Möglichkeit, die BILD-Zeitung zu verklagen.

Frech war aber auch die Entscheidung von Arte und dem WDR, eben diese ausgegebenen Gebührengelder, die Reschke so heldenhaft gegen BILD verteidigt, einfach abzuschreiben, anstatt auf Erfüllung und Lieferung zu bestehen, zumal der Film bereits abgenommen war. Eine Ebene unter „frech“ und Urheberrecht streitet man sich über die Qualität des Gewebes, aus dem der Film genäht wurde, attestiert ihm handwerkliche Fehler und verweigert das Qualitätssiegel der heiligen Hallen des Staatsfernsehens, wo sonst all überall nur Poesie und edle Wahrheit wohnen. Aber auch diese unbedeutenden Scharmützel sind auszuhalten für Arte und WDR und es wäre nicht die erste Produktion gewesen, die aus solch fadenscheinigen Gründen entweder die Abnahme gar nicht erst schaffte, oder für die sich anschließend wie durch Zauberhand einfach keinen Sendeplatz finden ließe. Über Kunst lässt sich ja nicht –  oder trefflich – streiten. Vor allem aber lang und ergebnislos.

Die Sprechchöre riefen wirklich „Jude Jude feiges Schwein“

Doch da ist noch eine dritte Ebene, auf der die frechen Rufer und „über Kunst Streiter“ bisher keinen Pieps von sich gegeben haben. Den Inhalt. Und ich rede hier nicht von den Protagonisten, des Films, die ihr Halbwissen und nachgeplapperte Lügen mit großer Verve der Kamera zu Protokoll gaben. Wie Annette Groth von den Linken zum Beispiel, die von „ganz gezielten Vergiftungen“ sprach und die „Lebensgrundlage in Gaza“ als geradezu inexistent bezeichnete. Solche Aussagen belasten ja den Sender nicht direkt, sondern zeigen nur die Uninformiertheit in Europa und beweisen, wie gut die Propaganda von Hamas und Fatah selbst bei Bundestagsabgeordneten funktioniert, die sich doch selbst so gern eine überlegene Moral attestieren und bei jeder Gelegenheit Tränen für Juden verdrücken, sofern diese bereits tot sind.

Nein, das Problem ist, dass der Film all die bisherigen kleinen, absichtsvollen Einspieler, O-Töne und Kommentare der „Nahostkorrespondenten“ der öffentlich/rechtlichen Sender Lügen straft und das schöne Bild des geknechteten, unschuldigen Bewohners im „Freiluftgefängnis Gaza“, der von israelischen Soldaten gequält und ermordet wird, ad absurdum führt. Denn eines der Bilder kann ja nur stimmen – und die Fakten sprechen hier klar für Hafner und Schröder. Man entschied sich bei Arte aber für die Aufrechterhaltung jenes Bild, an dem man seit mindestens 20 Jahren hingebungsvoll gebastelt hat: „Israel ist an allem Schuld, warum nicht auch am Antisemitismus in Europa? Lasst uns dazu mal eine Doku machen!“ Nun, das ging voll daneben und der Film zeigt genau das, was leider die Wahrheit ist. Ich bin sonst vorsichtiger mit solchen Verabsolutierungen aber hier ist eine vonnöten: Nicht Israel oder der Zionismus sind der Grund für Antisemitismus in Europa – der Antisemitismus in Europa war der Geburtshelfer des Zionismus und der Grund für die Existenz Israels.

Und so werden auch alle Lamenti über „Frechheiten“ und „Webfehler“ nicht darüber hinwegtäuschen, dass Arte, WDR und all die anderen saturierten Spießgesellen der Medienelite inhaltlich nichts werden finden können, was in „Auserwählt und ausgegrenzt“ nicht der Wahrheit entspräche. Die hässlichen bis dümmlichen Sprüche sind so gesagt worden, die Sprechchöre riefen wirklich „Jude Jude feiges Schwein“, die Milliarden Euro, Dollar, Pfund und Kronen fließen tatsächlich, und tatsächlich weiss am Ende niemand, wohin. Das UNRWA existiert und die 1.500 NGO’s die durch Israel streifen, um den „bösen Juden“ dranzukriegen, sammeln das Geld dafür nicht zuletzt in deutschen Kirchen und beim deutschen Steuerzahler ein.

Und während zum Beispiel Nicola Albrecht 2015 für das ZDF aus Gaza den Bericht „Leben in der Falle – die vielen Gesichter Gazas“ brachte, zeigte sie doch in Wirklichkeit nur das eine Bild: das mitleidheischende, beutelöffnende, israelbeschuldigende Bild des unschuldigen, edlen Befreiungskämpfers aus Palästina, an das sich die Deutschen so gewöhnt hatten. Kommen ihnen doch angesichts der imaginierten Gräueltaten der IDF die tatsächlichen der eigenen Großväter nicht mehr so schlimm vor.

Der Film von Hafner und Schröder, selbst wenn er der handwerklich schlechteste aller Zeiten wäre, bringt das über Jahre aufgebaute Lügengebäude der Öffentlich/Rechtlichen über die wirklichen Ursachen des europäischen Hasses auf Israel und die Ursachen des ungelösten Konflikts zwischen Arabern und Juden jedenfalls mühelos zum Einsturz: Diese Ursache ist der neue, alte, ewige, unveränderliche Antisemitismus in Europa, der den neuen, alten, ewigen, unveränderlichen Antisemitismus in der islamischen Welt nur zu gern füttert.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Roger Letschs BlogUnbesorgt hier

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Fernseh-Schauprozess gegen abwesende Angeklagte – DIE ACHSE DES GUTEN. ACHGUT.COM


Der 21. Juni 2017 ist ein Tag, an dem deutsche Fernsehgeschichte geschrieben wird. Der vom WDR bestellte, abgenommene und damit dann wohl auch bezahlte Film „Ausgewählt und ausgegrenzt“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner wird in der ARD gezeigt, gefolgt von einem Talk-Tribunal gegen die abwesenden Autoren. Das Tribunal muss wohl sein, denn die beteiligten öffentlich-rechtlichen Sender WDR und arte wurden erst durch eine breite öffentliche Debatte und der Veröffentlichung des Films im Internet durch die Bild-Zeitung zur Ausstrahlung des in Auftrag gegebenen und bezahlten Werks genötigt.

Der Anfang ist unspektakulär. Der WDR gibt den Film in Auftrag. Zuvor wurde üblicherweise neben dem Budget selbstverständlich auch ausgehandelt, wie der Film ungefähr aussehen soll, was und wo voraussichtlich gedreht wird, welche inhaltlichen Schwerpunkte er hat. Seit bekannt wurde, dass arte und WDR den Film nicht senden wollten, argumentierten die Sender mit handwerklichen Mängeln des Films und dass die inhaltliche Schwerpunktsetzung eine andere gewesen sei, als verabredet, obwohl der Film doch redaktionell abgenommen wurde. Wären diese Gründe tatsächlich zutreffend, so hätte der WDR allerdings vor allem bewiesen, wie unprofessionell im Hause gearbeitet wird.

Wer mit dem Metier schon einmal in Berührung gekommen ist, weiß, dass es eigentlich nicht sein kann, dass eine Redaktion von der Machart eines Films erst nach dessen Fertigstellung grundsätzlich überrascht wird. Sicher weiß kein Redakteur vor der Rohschnittabnahme, ob das Vorhaben gelungen ist, aber normalerweise gibt es vor Drehbeginn, während der Dreharbeiten, vor Schnittbeginn und während des Schnitts viele Abstimmungen des Autors mit der Redaktion. Da jeder, der länger an einem Werk arbeitet, zur Betriebsblindheit neigt, ist dies ja auch sinnvoll. Manchmal verfehlen Redaktionen auch das gesunde Maß und oft hört man Autoren ob der vielen nötigen Gespräche seufzen und klagen – da fühlt sich der Medienalltag nicht anders an, als die Zusammenarbeit mit Auftraggebern im richtigen Leben.

Vertraute Beißhemmungen sind gefallen

Eines aber ist bei einer Auftragsproduktion in einem funktionierenden Sender ausgeschlossen, dass der verantwortliche Redakteur nicht weiß, wo was gedreht und wer interviewt wird. Von ungeahnten neuen inhaltlichen Schwerpunkten kann die Redaktion nicht überrascht werden, wenn sie denn richtig arbeitet. Insofern war es folgerichtig, dass der Film redaktionell abgenommen wurde.

Erst danach erfuhr man, dass zuerst arte und hernach auch der WDR die Ausstrahlung verweigerten. Die Melange der vorgebrachten Gründe ist dabei bezeichnend. Auf der einen Seite deuten sie ja an, worum es wirklich geht. Die Inhalte gefallen nicht, denn sie berühren Tabuthemen. Antisemitismus anzuprangern, das gilt natürlich in jeder öffentlich-rechtlichen Anstalt immer noch als gut und richtig, wenn er denn von rechts bzw. aus der autochthonen Bevölkerung kommt. Das tut der Film ja auch, doch er widmet sich ebenso den linken und – noch schlimmer – den islamischen Antisemiten. Und er deckt auf, dass vom Steuerzahler bis zu kirchlichen Hilfsorganisationen unter dem schönen Etikett der Hilfe für entrechtete Palästinenser indirekt auch Antisemitismus-Förderung betrieben wird, auch wenn die Beteiligten das nicht unbedingt wissen bzw. geflissentlich ignorieren.

Islamideologen dürfen sich auch als Antisemiten in Europa inzwischen aber besonderer Rücksichtnahme erfreuen. Die ist inzwischen so groß, dass selbst vertraute Beißhemmungen im Medienbetrieb gefallen sind. Die o.g. Fakten hätte auch schon vor einigen Jahren kaum einer versenden wollen, aber keiner hätte sich getraut, einen fertig produzierten und abgenommenen Film mit belegbaren Fakten zu diesem Thema einfach zu unterschlagen. Da hat sich in letzter Zeit etwas gewaltig verschoben.

Dummerweise ließ sich der ungeliebte Film nicht in der Stille entsorgen, die sich die Verantwortungsträger im Medienbetrieb gewünscht hätten. Allein der Umstand, dass Entscheidungsbefugte im gebührenfinanzierten Journalismus die stillschweigende Unterschlagung hochwertiger und deshalb auch nicht billiger journalistischer und filmischer Arbeit versucht haben, wäre Skandal genug. Doch der weitere Umgang mit „Auserwählt und ausgegrenzt“ offenbart die dreiste Gutshofmentalität, die leider vielerorts in den Leitungsebenen öffentlich-rechtlicher Sender Einzug gehalten hat.

Rechtfertigung in absurder Lage

Statt zu erklären, wie der Film überhaupt hatte redaktionell abgenommen werden können, hieß es nun von den Sendern, dass der Film Fehler und handwerkliche Mängel aufweisen würde, ohne die allerdings konkret zu benennen. Inhaltlich sprangen den Autoren Antisemitismus-Experten wie die Historiker Götz Aly und Michael Wolfssohn zur Seite. Ahmad Mansour, der als Ko-Autor angefragt worden war, aber nicht mit einsteigen konnte, hatte sich ebenfalls voll hinter die Aussagen des Films gestellt:

„Anscheinend ist man bei Arte davon ausgegangen, dass der Film ‚ausgewogener‘ wird, wenn ein Autor mit einem arabischen Namen dabei ist. Ich konnte damals nicht durch die Welt reisen und drehen, weil ich Vater geworden bin. Aber ich halte muslimischen Antisemitismus in Europa für sehr problematisch, und mit mir wäre die Ausrichtung der Dokumentation nicht anders gewesen. Die Ausstrahlung wurde abgelehnt, weil der Film zu unbequem war. […] Ja, aber es war offenbar eine Frage der Political Correctness. Und es ist nicht das erste Mal, dass es Schwierigkeiten gibt, wenn wir Islamismus und Antisemitismus im Fernsehen zeigen wollen. Dann kommen immer die Relativierer und Verharmloser und sagen, das sollte man nicht zeigen, weil es ein gefundenes Fressen für die Rechten sei, und weil es den gesellschaftlichen Frieden gefährde. Aber man muss über Probleme berichten, das ist Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. In dieser Frage hat er jetzt total versagt. Er hat einen Film geblockt, der schockiert und klar auf Probleme hinweist, und das darf nicht hingenommen werden.“

Als nun die Bild-Zeitung den Film von Schroeder und Hafner jüngst im Internet veröffentlichte, gerieten die Sender in eine vollends absurde Lage. Zur Rechtfertigung sammelten sie nun die Stimmen, die dem Film auch irgendwie so etwas wie handwerkliche Mängel attestierten. Abgesehen davon, dass es sich um Kleinigkeiten handelte, die alle mit einem unaufwendigen Umschnitt zu erledigen wären, sind es doch oft auch Geschmacksfragen. Und wer weiß schon, ob nicht der eine oder andere „Fehler“, den manch ein Zuschauer zu entdecken vermeint, erst durch einen nach der Rohschnittabnahme verordneten redaktionell verordneten Umschnitt in das Werk gekommen ist.

Das ist alles Mutmaßung. Ich weiß nicht, wie viel die Autoren nach der ersten Rohschnittabnahme noch umschneiden mussten. Aber erfahrungsgemäß bleibt kaum ein Film völlig umschnittfrei, es sei denn, die redaktionelle Begleitung des Schnitts war besonders intensiv.

Heute nun wollen die Sender doch senden. Erst den Film, danach eine Diskussion. Weder die Autoren noch die Redakteurin sind nach derzeitigem Informationsstand dazu eingeladen. Dafür Verantwortliche des Senders, die dem Zuschauer nach dem Film erklären können, warum man ihn besser nicht gezeigt hätte und was alles falsch darin war. Die Macher können sich nicht rechtfertigen, während ihr Ruf öffentlich von öffentlich-rechtlichen Programmverantwortlichen demontiert wird.

Jeder Zuschauer wird darin die Botschaft sehen, dass Schroeder und Hafner aus der Gemeinschaft der Nutznießer deutscher Rundfunkgebühren ausgeschlossen werden. Viele andere freie Autoren und Produzenten, die vom marktbeherrschenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk leben, werden dies als Warnung verstehen, lieber die Hände von heiklen Themen zu lassen und sich keinesfalls mit der Sender-Obrigkeit anzulegen. Selbst wenn die Diskussion über den Film am Ende noch so moderat und zurückhaltend abläuft, es wird ein Fernseh-Schauprozess über die abwesenden Autoren.

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Die Selbstentleibung des WDR – DIE ACHSE DES GUTEN. ACHGUT.COM


Am Abend fand bei „Maischberger“ der Schauprozeß über die Anti-Semitismus-Doku statt, die die ARD überhaupt nur aufgrund öffentlichen Drucks ausstrahlte. Ungeheuerlich war: Der WDR hat diese vor Ausstrahlung mit Schautafeln und Laufbändern kommentiert. 1. Man sei schon immer gegen Antisemitismus gewesen. 2. Der Film habe gravierende, auch rechtliche, Mängel. Eine auch rechtswidrige Unverfrorenheit, die nicht der Aufklärung, sondern allein der Delegitimierung des Films dient.

Nachdem dieser fünf Monate vorliegt, wurde die Produktionsfirma in letzter Minute zu Nachtschichten genötigt, um kleinere Änderungen vorzunehmen. Das hätte längst geschehen können, wie dies in jedem professionell mit Gebührengeldern umgehenden Sender die Norm ist. Differenzen über eine Dokumentation sind im Vorfeld zu klären. Soweit den Änderungswünschen des WDR nicht entsprochen wurde, blendete dieser jetzt an diversen Stellen im Film Tafeln mit Kritik ein. Eine EAPPI-Mitarbeiterin im EAPPI-T-Shirt, die einen Holocaust-Vergleich anstellt, habe nichts mit EAPPI zu tun. Oder: Die NGO B’Tselem oder/und Brot für die Welt seien nicht mit den Vorwürfen konfrontiert worden, wonach ein Mitarbeiter den Holocaust als Erfindung der Juden bezeichnet. Letzteres ist seit Jahren bekannt. Die NGO und Brot für die Welt hatten mithin alle Zeit der Welt, all das zu sagen, was zu sagen ist. Die skandalöse Äußerung kann man im Film hören und sehen.

„Und wenn das zutrifft, dann wäre es ein rundum ungeheuerlicher Eingriff, sowohl in das Werk der Filmautoren wie auch in die Urteilsfähigkeit der Zuschauer, die vom WDR für zu blöd gehalten würden, sich selbst ein Urteil bilden zu können. So etwas hat es bis jetzt nur bei Dokus aus der NS-Propagandaküche gegeben, die mit begleitenden Anmerkungen denazifiziert wurden. Und bei der „kritischen“ Ausgabe von „Mein Kampf.“  Henryk M. Broder „WDR-Affäre – Betreuter Anti-Semitismus“

Der WDR sitzt auf der Anklagebank, weil er eine Sendung, die in beängstigender Weise den Anti-Semitismus in Europa dokumentiert, unter den Teppich kehren wollte. Diese öffentliche Blamage und Demütigung versuchen die Funktionäre der größten ARD-Anstalt (ganz oben Tom Buhrow und Jörg Schönenborn) nun zu beheben, indem sie mit diskreditierenden Schautafeln operieren und nach Ausstrahlung des Films bei „Maischberger“, produziert im Auftrag des WDR, ein Schautribunal über die Doku veranstalten.

Demütigende Niederlage für Schönenborn & Co.

Man muß, nachdem man die Talk-Show gesehen hat, Sandra Maischberger zugestehen, dass sie diese Sendung, mit Sicherheit unter enormem Druck seitens des WDRs stehend, souverän und fair moderiert hat. Ich habe mir schon überlegt, ob die Auswahl der Gäste nicht eine Art Rache an der Einflußnahme des Senders war. Denn eine demütigendere Niederlage haben Schönenborn und seine Mitstreiter Verleger, Blüm und Pörzgen wohl noch nie erlitten. Prof. Dr. Wolffsohn und Ahmad Mansour beherrschten die Manege intellektuell und von den Fakten her. Es war kein Duell unter Gleichen.

„Das ist ein in der deutschen TV-Geschichte einmaliger und einzigartiger Vorgang. Vor die Wahl gestellt, den Film zu senden oder nicht zu senden, hat sich das Haus klammheimlich und ohne Absprache mit den Autoren der Doku dafür entschieden, die Arbeit zu denunzieren und zu verfälschen. Die Verantwortung dafür trägt in letzter Instanz der amtierende Intendant.“ „WDR: Miese Tricks in letzer Minute“

Jörg Schönenborn (WDR) durfte eingangs die Sicht des Senders so lange darlegen, wie er wollte. Weder die Produzenten des Films noch die beim WDR redaktionell verantwortliche Redakteurin wurden auch nur angefragt. Der WDR durfte also im eigenen Sender mit einer von ihm selbst produzierten Sendung sein eigenes Versagen schönreden. Er kommt zu Wort, die Betroffenen Journalisten nicht. Seit Jahrtausenden gilt im Recht dessen fundamentaler Grundsatz: Audiatur et altera pars – Man höre auch die andere Seite. Ein Prinzip, das auch jeder Journalist, der den Namen zu Recht trägt, in seiner Arbeit berücksichtigt. Wie haarsträubend ist es doch, wenn der WDR Tafeln einblendet und als gravierenden Mangel brandmarkt, die Produzenten hätten eine betroffene NGO nicht gehört, und diesen Grundsatz in eigener Sache im selben Kontext mit Füssen tritt. Gibt es einen besseren Beweis dafür, dass es hier nicht um journalistische Meinungsunterschiede ging, sondern allein darum, den Film aus politischen Gründen in der Versenkung verschwinden zu lassen?

Am Ende haben wir die Selbstentleibung eines öffentlich-rechtlichen Senders erleben dürfen.  „Wenn Sie die journalistischen Standards die sie hier anlegen immer anlegen würden, würden sie fast nur noch Testbilder senden.“ Wolffsohn bei „Maischberger“ an Schönenborn, der in der Sendung eine intellektuelle Exekution sui generis erlebte.

Und noch eine gute Idee ist in der Sendung geboren, die der Kollege Matthias Matussek so auf den Punkt bringt:  „Ich finde, man sollte die Praxis mit dem Laufbändern beibehalten und zur Dauereinrichtung machen, gerade bei Panorama-Beiträgen und den Moderationen von Anja Reschke, oder bei Claus Klebers Globaleinschätzungen Donald Trump im ZDF, besonders dann, wenn er den Kopf schräg hält. Oder einfach hinter ihm das Schild hochhalten: Achtung, Sie betreten Tendenz-Territorium, also den Meinungsjournalismus.“