Kategorie-Archiv: Mediabullshit

Mazel Tov, Donald Trump!

Gestern bin ich mit den Nachrichten schlafen gegangen, die auf allen Medien das gleiche behaupteten, daß Hillary Clinton die Wahlen so gut wie gewonnen habe. Ich habe dabei gedacht, daß wir das Dritte Reich und die Sowjetunion überlebt haben, dann wird meine Familie auch das Neue Vierte Reich[i] der angeblichen Linke, die keine Linken sondern neue Nazis sind, ebenfalls überstehen. Nationalsozialismus und Faschismus sind nicht verschwunden, sie haben nur Seiten gewechselt und die Brandstifter geben sich als Biedermänner aus.[ii] Die gleichgeschalteten Parteien von links bis rechts und ihre gleichgeschalteten Lügenmedien, ihre Klebers, Slomkas, Wills, Illners, Claudias Roths, Merkels, Altmeiers und wie sie alle heißen, mit ihrem als Israelkritik verkappten Antisemitismus, mit ihrem Verrat an ihrem Volk, mit ihrer Preisgabe der westlichen Welt an die Islamofaschisten, sind heute in ziemlich gedämpfter Stimmung aufgewacht. Der von ihnen ausgelachte, diffamierte, verteufelte Donald Trump, gewann die 45-ten Wahlen der USA. Und bekanntlich lacht am Besten derjenige, der zuletzt lacht.

Mir jedoch hat der morgendliche Kaffee seit Jahren nicht so gut geschmeckt, wie heute früh. Und das erste Mal seit Jahren habe ich wieder deutsche Nachrichtensender gehört, um die gequälten Stimmen der deutschen rot-rot-grünen Radiomoderatoren zu hören.

Ach, wie schön! Die Schadenfreude ist doch die schönste Freude!

Fuck you, Leftists! l’chaim!  Mazel Tov!

JSB

[i] https://psychosputnik.wordpress.com/2015/12/25/europe-the-third-greater-nazi-reich-edelweiss/

[ii] Germans European Union is their New Holy Roman Empire „Edelweiss“

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Ich habe heute morgen im Auto auf Deutschlandradio Kultur eine Sendung zum amerikanischen Wahlergebnis gehört. Über Donald Trump wurde dort gesagt, er sei ein „veritabler widerlicher Kotzbrocken“. Ich habe kurze Zeit später die erste Rede des kommenden Präsidenten gehört. Was er sagte, klang auffallend versöhnlich. Und so fällt zunächst einmal der unterschiedliche Sound auf, mit dem dieser Machtwechsel begleitet wird.

Bei Trump zumindest der rethorische Versuch, auch diejenigen, die ihn nicht gewählt haben, mit einzubeziehen. Hierzulande ein absolut schriller Alarmton, der verächtlicher nicht sein könnte. Diejenigen, die die höhere Weisheit für sich gepachtet zu haben glauben, klettern immer höher auf einen Baum, von dem sie nur schwer wieder herunter kommen werden. Eigentlich wäre es doch an der Zeit, sich mit dem kommenden US-Präsidenten zu arrangieren – egal wie man zu ihm steht. Und es wäre an der Zeit sich mit dem Gedanken zu arrangieren, dass das Phänomen Trump nicht auf Amerika beschränkt ist.

Die fundamentale Lehre lautet zunächst: So etwas passiert, wenn man die Menschen und ihre Ängste ignoriert oder gar desavouiert.

Es fallen ja sofort die Parallelen zum Brexit auf. Demoskopen und Medien haben das Ergebnis vollkommen falsch eingeschätzt, die Börsen ebenso. Die Sensoren für das, was in einer Mehrheit der Bevölkerung gedacht und empfunden wird, sind einem großen Teil der politisch-medialen Klasse abhanden gekommen.

Man kann über die Hälfte der Bevölkerung über eine gewisse Zeit ignorieren. Man kann sie für ungebildet halten, sogar für krank und von unbegründeten Ängsten getrieben. Aber man kann das eben nur für eine gewisse Zeit tun. Der Sieg von Trump ist auch für die im Bundestag vertretenen Parteien ein Zeichen an der Wand.

Es ist gewiss nicht die Zeit für Beschimpfungen über den Atlantik. Auf Dauer wird sich das bitter rächen. Die USA sind nicht Sachsen.

Aber was wird jetzt kommen? Die US Wahlen zeigen, dass die Demokratie der USA funktioniert. Die Bewährungsprobe für diese Demokratie kommt aber erst jetzt. Ein US-Präsident kann nicht – wie ein Diktator – machen, was er will. Senat, Repräsentantenhaus gilt es immer mit einzubinden. Was auch für die anderen rechtsstaatlichen Institutionen gilt.

Wer zum jetzigen Zeitpunkt darüber lästert, dass Trump viel verspricht, aber erst einmal liefern muss, der hat prinzipiell recht. Der Fairness halber aber muss man sagen: Auch Obama hat viel versprochen. Und leider nicht geliefert.

Die wichtigste Frage für Deutschland und Europa lautet: Lässt er Europa im Stich? Der Gedanke ist erschreckend, aber eher unwahrscheinlich. Die USA brauchen auch Verbündete, allein sind sie viel zu einsam auf dem Globus. Erst wenn Trump nicht die NATO-Außengrenzen garantiert, wird es eng. Hoffen wir, dass das nicht passiert. Es liegt aber auch an uns, mit dem neuen Präsidenten eine vernünftige gemeinsame Basis zu finden. Ich bin gespannt auf Angela Merkels Gratulation.

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Hillary Clinton beherrschte die Medien. Donald Trump sprach darüber, was die Menschen bewegt, was ihnen wichtig ist. Die Wählerverachtung hat Clinton geschadet, und die Wähler Trump zugetrieben.

Liebe Umfrage-Experten, Journalisten und Medienbosse, liebe Besserpolitiker und Moralapostel, kurz, darf ich das im Ergebnis sagen? Liebe Versager!

Nehmen Sie es mir nicht übel, dass ich Sie »Versager« nenne. Ich meine es nicht persönlich. Sie haben bei der US-Wahl 2016 vollständig versagt – es ist also sachlich richtig.

Viele »kleine« Schreiber wie ich haben versucht, Sie darauf hinzuweisen, immer wieder: Wahlen werden an der Basis gewonnen, nicht in Redaktionen gemacht. Sie waren machttrunken und titelbesoffen und schon lange nicht mehr für externe Perspektiven ansprechbar.

Jetzt, mit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA stehen Sie vor den Trümmern Ihrer Arbeit bis hierhin.

Ich könnte Sie auslachen und mich der Schadenfreude hingeben. Doch wozu?
Ich habe ein anderes Anliegen. Lassen Sie uns gemeinsam aus dem Sieg des Donald Trump lernen.

Donald Trump hat gegen – seien wir ehrlich – den praktisch gesamten medial-politischen Komplex der USA und manchen Kiebitz in Übersee gekämpft. Dieser Komplex hat selbst nicht sauber gestritten, oh nein. (Da Sie nun bald etwas Zeit haben werden, können Sie dann ja endlich mal aufhören, zu tun, als gäbe es WikiLeaks nicht.)

Donald Trump ist unglaublich weit gekommen, viel weiter, als viele dachten. Selbst wenn er so knapp verloren hätte – es war ein Erfolg. Mit einer einzigen Waffe. Donald Trumps stärkste Waffe sind seine Sprüche. Der Fachausdruck dafür sind »Talking Points«. Hillary Clinton gab ein Vielfaches an Geld aus, sie hatte »ground game« und eine sie recht skrupellos stützende Partei. Trump aber hatte nichts als Talking Points.

Liebe Journalisten, Sie haben viel von vergangenen Verfehlungen und angeblicher Erfahrung und politischen Programmen der Kandidaten gesprochen. Es ist Zeit, dass Sie einsehen, wie egal dies alles dem realen Wähler ist. Es interessiert zu wenige Menschen »da draußen«. (Und Sie selbst langweiligen sich doch auch schon, oder nicht?)

2015 habe ich ein Buch namens »Talking Points oder Die Sprache der Macht« vorgelegt. Der Deutschlandfunk sagte darüber, man würde nach der Lektüre die »öffentlichen Auftritte von Politikern […] mit anderen Augen sehen«. 2016 dann habe ich Vorträge zu Donald Trumps Sprache gehalten. Der Saal war immer voll. Wir haben Reden analysiert und danach jedes Mal das »Phänomen Trump« etwas besser verstanden. Es geht nicht um Meinungsforschungsinstitute, die haben sich ja auch getäuscht. Ein Talking Point ist ein politischer Satz, der dem Zuhörer das Gefühl gibt, diesem Menschen folgen zu wollen. Trumps Reden waren voller Unwahrheiten, Vulgaritäten und Wort-Trümmer. Sie, die Journalisten, haben nur diese Sprach-Brüche gesehen. Wir haben die Dichte der Talking Points gesehen.

Ich ging auch davon aus, dass Hillary Clinton knapp gewinnen würde. (Alle Talking Points nützen nichts, wenn der andere die Medien im Griff hat.) Trump hat gewonnen. Die Kraft seiner Talking Points war stärker als alles, was sich ihm in den Weg stellte.

Bitte schauen Sie sich an, wie Talking Points funktionieren. Die Grundmechanismen von Talking Points sind einfach: »Zeige, dass du stärkst, was dem Hörer wichtig ist, und dass der Gegner eben dieses schwächt.« Die Ausführung ist dann komplexer, klar.

Sie, liebe Edeldenker, produzierten »Anti-Talking-Points«. Sie verspotten, was »den Menschen« wichtig ist. Ich bestreite nicht, dass Sie gute Absichten haben. Und über die Absichten von Leuten wie Trump werde ich keine Spekulationen abgeben. Das Problem ist, dass all Ihre Absicht von Ihrer völligen (sprachlichen) Empathiefreiheit zunichte gemacht wird.

Trump sagt, dass er eine Mauer bauen wird. Sie sitzen in Ihren Büros und Kaffeehäusern und kalkulieren, ob das geht, und moralisieren, ob man das machen darf. Die Menschen aber hören, dass da einer ist, der sie beschützen wird. Seinen Stamm zu beschützen ist die erste Aufgabe eines Häuptlings. »Ich werde dich beschützen« ist ein hervorragender Talking Point.

Trump sagt, dass Frauen sich ihm gern hingeben. Sie sind empört wie Claudia Roth vor dem überfahrenen Eichhörnchen. Wissen Sie nicht, dass Häuptlinge seit jeher gewisse Sonderrechte hatten? Schauen Sie doch Ihre eigenen Helden an, ob Kennedy, Clinton oder Brecht – ganz zu schweigen von deutschen Leitwölfen!

Trump sagt, dass alles, was er macht, groß und »yuuge« ist. Sie belächeln es, schwätzen von seinen Händen – und erwarten, dass die Menschen jemanden wählen, der mit »stronger together« um die stützende Schulter zu betteln scheint.
Talking Points sind nicht »gut« und sie sind nicht »böse«. Talking Points sind, wie die menschliche Seele funktioniert. Das nachzuvollziehen könnte man »Empathie« nennen, und sei sie gelernt.

Ja, ich habe in der Vergangenheit gesagt, dass kleine Medien wie wir hier die großen, etablierten wie Sie ersetzen werden – und dazu stehe ich gern. Ja, wir hatten Recht und Sie hatten Unrecht. Doch lassen wir das für den Moment beiseite.

Ich bitte Sie um zwei Dinge: Sehen Sie ein, dass es einen Graben zwischen Ihren Prioritäten und den Prioritäten »der Menschen da draußen« gibt. Hören Sie auf, wie pubertierende Teenager alles zu verachten, was Sie nicht verstehen. Analysieren Sie, wieso die Sprache des Donald Trump wirkt. Ich verrate Ihnen etwas, was Ihnen im Moment weh tun wird: Sie werden von Donald Trump lernen. Und: Indem Sie Donald Trump verstehen, werden Sie »die Menschen da draußen« (besser) verstehen. Das wird Sie verändern, und nicht zum Schlechteren. So hat die Wahl des Donald Trump dann bereits etwas Gutes bewirkt.

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Was wurde hierzulande nicht alles geschrieben, gesprochen, gedruckt und gesendet, um allen Menschen zu erklären, welch ein unwahrscheinlicher Irrsinn es wäre, wenn die US-Amerikaner Donald Trump zu ihrem Präsidenten wählten, einen Mann, der doch so rassistisch, ausländerfeindlich und frauenfeindlich ist. Man wusste auch schon vorher, wer Trump denn wählen würde: Abgehängte, frustrierte ältere weiße Männer. Hätte diese Analyse gestimmt, dann wäre die Wahl allerdings anders ausgegangen. Oder ist der weiße Mann doch noch so stark?

Ein Sympathieträger ist der neue Präsident eigentlich nicht. Selbst unter seinen Wählern dürften ihn  nur die Wenigsten tatsächlich für vertrauenswürdig halten. Aber ein Votum für Trump war die einzige Möglichkeit der Wähler, deutlich zu sagen, dass sie gegen ein „weiter so“ sind. Das kennen Wähler hierzulande inzwischen auch: Sie haben die Wahl zwischen etablierten Parteien, die ausgerechten auf den in der Gesellschaft am stärksten umstrittenen Politikfeldern einen einheitlichen Block bilden, und einer „Alternative“, die zwar so manchem Irrlicht eine politische Heimat scheint, aber derzeit als einzige Möglichkeit zu einer Wahl-Gegenstimme wahrgenommen wird.

Gern wurde der „typische“ amerikanische Trump-Wähler mit dem „typischen“ deutschen AfD-Wähler verglichen. Es ist sicher ein Schock für die politische Klasse hierzulande, dass dieses Klientel zu einer Stimmenmehrheit anwachsen kann. Es wäre eine heilsame Lehre aus dem amerikanischen Wahlergebnis, dass politische Verantwortungsträger, die die Gesellschaft nur noch so behandeln, wie eine Gouvernante ein widerspenstiges Kind, so viel Frust produzieren, dass eine solche Mehrheit möglich wird. Aus der Sicht des wählenden Souveräns ist das irgendwann nur noch ein Akt der Notwehr. Die Verantwortung handelnder Politiker ist es, die Wähler nicht dahin zu treiben.

Doch zurück zu Trump. Die EU-Granden sind geschockt. Deutsche Politiker sind geschockt. Nicht nur, weil eingetreten ist, was sie nicht wahrhaben wollten. Ein US-Präsident Trump hat auch angekündigt, die USA würden sich weniger als Weltpolizist in der Welt engagieren. Die Europäer sollten sich beispielsweise selbst mehr um ihre Sicherheit kümmern. Eigenverantwortung? Das klingt gerade für Apparatschiks eher bedrohlich.

Wenn man nun die ersten Reaktionen der Geschockten sieht, dann stellt sich auch eine gewisse Schadenfreude ein. Die mildert den Schock des Autors dieser Zeilen ob des Trump-Sieges ein wenig. Manches hat durchaus Unterhaltungswert. Beispielsweise Grünen-Chef Cem Özdemir, der allen Ernstes erklärte, die Vereinigten Staaten würden sich unter Trump vom Rest der Welt verabschieden. Es mutet einigermaßen komisch an, wenn gerade diejenigen darüber wehklagen, dass sich die USA aus „dem Rest der Welt“ zurückziehen, die früher eher dem „Ami go home“ nahestanden.

Und vielleicht sollten wir zur Kenntnis nehmen, dass genau dieser Rückzug aus dem „Rest der Welt“ auch viele Wähler, die nicht zum Kreis der alten weißen Männer gehören, zur Stimmabgabe für Trump bewogen hat. Glaubwürdig waren beide Kandidaten nicht, aber Trump versprach weniger militärisches Engagement im Ausland, also weniger Krieg. Das mag weltpolitisch falsch sein, aber es hat viele Stimmbürger überzeugt. Das nämlich sollte der „Rest der Welt“ einfach anerkennen: Das ungeliebte Ergebnis ist zunächst einmal eine souveräne Entscheidung der Amerikaner. Sie werden sich des Präsidenten Trump nach einem politischem Versagen auch wieder zu entledigen wissen, ganz ohne unsere Hilfe.

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Es kam, wie Michael Moore in seinem Film „Trumpland“ es vorausgesagt hat: „Trump’s election is going to be the biggest f— you ever recorded in human history and it will feel good.“

Dem politischen Establishment, das sich immer mehr als eine nach Weltherrschaft strebende Kaste sah, wurde, um es mit Moore zu sagen, der Stinkefinger gezeigt. Zivilisierter ausgedrückt: Dem in-ternationalen Politiker-Netzwerk, das sich bis heute zu fest im Sattel sitzen sah, als dass es einen solchen Wahlausgang für möglich halten konnte, ist gezeigt worden, dass die Demokratie noch funktioniert. Wohl kein Präsidentschaftskandidat, nicht einmal Ronald Reagan, hat gegen eine solche Antipropaganda und falsche Umfragen die Schlacht gewonnen.

Die Überraschung des Politestablishments ist nur zu vergleichen mit der Überraschung der kommunistischen Nomenklatura, als sie 1989/90 hinweggefegt wurde.

Wie tief die Fassungslosigkeit ist, wurde am Beispiel des ARD-Korrespondenten in New York Markus Schmidt deutlich, der nach dem Wahlsieg von Trump noch erklärte, die Wahl wäre entlang der Gender- und Rassengrenzen gewonnen worden. Für Trump hätten die weißen Männer und die Arbeitslosen gestimmt, für Hillary Clinton die Schwarzen, die Hispanics, die Gebildeten und die Frauen. Das Hillary Clinton dann die Wahl mit Zweidrittelmehrheit hätte gewinnen müssen, fiel dem gestandenen Journalisten nicht auf. Solche Verheerungen können ideologische Vorurteile im Denken anrichten.

Schon in den ersten Minuten nach der Wahl hat Donald Trump gezeigt, das man nicht Teil des Poli-tikernetzwerkes sein muss, um als kluger Staatsmann aufzutreten. Er hat seine Anhänger warten lassen, bis der Anruf von Hillary Clinton kam, mit dem sie ihm zum Wahlsieg gratuliert hat.

Als er dann in der Öffentlichkeit erschien, war sein Auftritt fein, bescheiden, demütig, dankbar, fern von allem Triumphgeheul.

Er bedankte sich als erstes bei Hillary Clinton für alles, was sie in den vergangenen Jahrzehnten für das Land getan hat, und fügte hinzu, dass es sein Wunsch sei, das zerrissene Land wieder zu verei-nen. Er wolle der Präsident aller Amerikaner werden. Er bat alle, die ihn nicht gewählt haben, aus-drücklich um ihre Hilfe und Unterstützung. Sein Wahlkampf wäre kein klassischer Wahlkampf ge-wesen, sondern der Beginn einer Bewegung für eine bessere Zukunft.

Er wolle dafür sorgen, dass der Staat wieder dem Willen des Volkes dient und versichert: „serve the people it will“. Trump will den amerikanischen Traum erneuern, das „Potential der Menschen zum Erblühen“ bringen. Die vergessenen Menschen würden nicht länger vergessen sein. Amerika würde wieder aufgebaut, die marode Infrastruktur erneuert. Den Veteranen, von denen er viele in den Wahlkampfwochen persönlich kennengelernt hätte, solle endlich die Anerkennung zukommen, die sie verdient hätten.

Auch was die Außenpolitik betrifft, schlug Trump versöhnliche Töne an: „Wir wollen mit allen gut zurecht kommen, die bereit sind, mit uns zurecht zu kommen. Wir werden mit allen fair umgehen“, versprach Trump, „keine Konflikte, sondern Partnerschaft“.

Zum Schluss kam der besondere Dank für seine Unterstützer. Zuerst an seine Patchwork-Familie, denn außer seiner Frau hatten ihm alle Kinder aus seinen früheren Ehen geholfen. Politik sei häss-lich und hart, sie hätten aber zu ihm gestanden.

Dann dankte er neben Rudolph Giuliani, dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister, auch Ben Carson, dem schwarzen Neurochirurgen Ben Carson, der sich als erster Mitbewerber in den Prima-ries für Trump ausgesprochen hatte.

Außer bei seinen Unterstützern, zu denen auch 200 Generäle und Admiräle gehört haben, bedankte sich Trump bei den Polizisten, deren Arbeit zu wenig geschätzt würde.

Nun, beendete er seine kurze Ansprache, müsse „gute Arbeit geleistet werden. Ich werde euch nicht enttäuschen!“ Nach acht Jahren sollen alle sagen können, dass etwas geschehen ist, worauf sie stolz sein können.

„Der Wahlkampf ist zu Ende, die Arbeit für die Bewegung beginnt. Ich liebe dieses Land“

Nach dieser klugen Rede, war die Nörgelei der ARD-Wahlrunde, die nur aus Clinton-Anhängern bestand, einfach ätzend und peinlich. So führen sich nur die schlechtesten aller Verlierer auf.

Was bedeutet die Wahl Trumps für Deutschland, abgesehen von der „totalen Überraschung, Fas-sungslosigkeit, Ratlosigkeit“? Wenn Clinton gewählt worden wäre, hätte das automatisch die vierte Kanzlerschaft für Merkel bedeutet. Das ist jetzt keineswegs mehr sicher. Kanzlerin Merkel und ihr Lager täten gut daran, die Signale zu hören, die von der US-Wahl ausgingen. Nicht nur die Ameri-kaner haben von einem Politiker-Establishment die Nase voll, das sich wie die Feudalabsolutisten aufführt.

Ich war, nachdem ich ihn in den Primaries selbst erlebt hatte, anfangs sehr gegen Trump. Meine Meinung habe ich revidiert, als ich vor ein paar Wochen seine außenpolitische Rede hörte. Immer wenn Beifall aufbrandete und in Trump-Trump-Rufe überging, stoppte der Kandidat seine Anhän-ger und fuhr fort.

Ich dachte, dass mir ein Präsident, der sich nicht im Beifall sonnt, lieber ist, als eine Kanzlerin, die sich einen zehnminütigen Beifall bestellen und ausführen lässt.

Kanzlerin Merkel, es ist Zeit, zu gehen, wo der Pfeffer wächst (Der Pfeffer wächst in der Türkei.).

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clinton-gewinntDa sitzen sie, die guten, ein- und ausgebildeten Bürger und Bürgerinnen mit dem schalen Schampus in den feinen Händchen, die keine Schwielen von harter Arbeit haben und schauen fassungslos auf den Proll aus Amerika, der trotz aller Polls einen klaren Wahlsieg eingefahren hat. Gesiegt hat die Killary nur in der Mark Brandenburg (siehe Zeitung). Mit verstärktem Zustrom deutscher Qualitätspolitiker in diese Region ist jetzt zu rechnen. Schön die Arschkarte gezogen Herr Steinmeier! Dumm gelaufen, wenn man seinen zukünftigen Chef als Hassprediger bezeichnet! Der Trump macht jetzt die Witze. Am besten hat Michael Klonovsky die Ablehnung Trumps beschrieben:

Die gesammelte moralische Minderwertigkeit Amerikas, ja des Planeten hasst Trump: die Ganoven der Wall Street ebenso wie die globalistischen Spitzbuben vom Schlage eines Soros, die Nivellierungsbarbaren in ihren Bürotürmen und NGOs, die kriegsgeilen Neocons, die feministische und die Migrationslobby, die meisten Charaktersimulanten und Leinwandkasper aus Hollywood, die neidzerfressenen sogenannten Linksintellektuellen und natürlich die Pressstrolche, die smarten opportunistischen Faktenverdreher aus den klebrigen Medienkanälen. Egal indes, wer morgen triumphiert, die USA sind, wie nahezu sämtliche westlichen Länder, zutiefst gespalten, man sieht es bei der österreichischen Präsidentenwahl, man sieht es in Frankreich, wo der Front National zwar stärkste Partei ist, von den vereinten Konservativen und Sozialisten jedoch erfolgreich von der Regierungsverantwortung ausgeschlossen wird, man sieht es an der grotesken Blockbildung hierzulande gegen die AfD. Künftige demokratische Voten mit 51:49 Prozent-Resultaten werden den Riss nicht kitten können, vor allem wird sich die große Masse der Absteiger nicht länger manipulieren und sedieren lassen. In den Staaten der westlichen Welt tritt seit mehr als sechzig Jahren erstmals eine Generation ins Berufsleben ein, die genau weiß, dass es ihr schlechter gehen wird als ihren Eltern, und dass es ihren Kindern mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter gehen wird als ihnen selbst, dass es in zwei Generationen keinen Mittelstand mehr geben wird und wahrscheinlich auch ihre Völker nicht mehr existieren, dass sie verarmen und verelenden und sich in ihren ehemaligen Heimatländern, vor den Ruinen ihrer Nationalkulturen, mit dem Lumpenproletariat der dritten Welt und dessen halbbarbarischen Riten werden herumschlagen müssen, während sich in den Händen einiger weniger ungeheuere Kapitalmengen konzentrieren und genau diese jeglicher Bindung und Verantwortung enthobenen, mobilen Weltabmelker daran arbeiten, dass es den sogenannten einfachen Menschen noch schlecher geht… (weiterlesen unter dem 8.11.2016)

Ja, die haben mal wieder (nach Brexit) auf das falsche Pferd gesetzt, die ganze Hallöchen-Popöchen Gesellschaft, die ach so schlau und fein daherredet und die so entsetzt und empört tut, wenn den einfachen Leuten per Order di Mufti verschrieben wird, dass sie die Flüchtingspolitik gut zu finden und das auch noch zu schaffen (=bezahlen) haben, und zum Dank dann noch als Dreck und Pack beschimpft werden. Die ganzen Medien und Nachrichten-Kleber, die alle in der Atlantikbrücke sitzen und den Trump so bääh finden, werden jetzt schnell die Kurve kratzen und jetzt in ein neues – ungeliebtes – Arschloch kriechen, denn keiner will der letzte sein.

Die Saudis und Kataris haben mit ihrer massiven Wahlkampfhilfe für Clinton wenigsten diese Millionen nicht zur Unterstützung der Terroristen in Syrien (vom Imperium als „gemäßigte Rebellen“ genannt) verwendet.

Ich freue mich, wenn ich jetzt tiefenentspannt beobachten kann, wie unsere „politische Elite“ die Kehrtvolte meistert.

Deshalb mein Vorschlag: der 8. November wird als Internationaler Arschkriechertag ausgerufen.

P.S. Für meine amerikanischen Leser in den „Diensten“: Die Übersetzung „Wahl zwischen Pest und Cholera“ wird überetzt als „Choice between the devil and the deep blue sea“. Ihr habt die tiefe blaue See gewählt.

http://www.altermannblog.de/internationaler-arschkriechertag-ausgerufen/

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Der Gebührenzahler will in der Tagesschau nicht den Wunsch von Jörg Schönenborn & Redaktion hören und sehen, sondern Fakten. Besser wäre die ARD auf das Programm und die jeweiligen Folgen der Kandidaten eingegangen, statt Umfragen zu manipulieren.

Als vorgestern Abend zur besten Sendezeit um 20 Uhr Jörg Schönenborn in der öffentlich-rechtlichen Tagesschau die Umfragen zur amerikanischen Präsidentenwahl veröffentlichte, war eigentlich alles klar. Clinton habe 268 Stimmen bereits sicher und benötige lediglich die Wahlmännerstimmen eines Swing State, um die notwendigen 270 Wahlmännerstimmen zu erlangen und damit die Wahl zu gewinnen. Konkurrent Trump könne nur auf sichere 180 Wahlmännerstimmen vertrauen. Er relativierte zwar die Zahlen, es sei noch nichts sicher, dem Zuschauer wurde aber eine Graphik gezeigt, die den Eindruck eines klaren Vorsprungs darstellen sollte.

Wie unsauber die durch Zwangsgebühren finanzierte ARD hier arbeitete, wird erst klar, wenn man die Umfragen in Amerika vom Vortag anschaut.

Das Portal Realclearpolitics.com, das alle relevanten Umfragen in den USA veröffentlicht, hatte Clinton noch am Montag lediglich 203 und Trump 164 Wahlmänner sicher zugerechnet. Bei allen anderen Staaten, die insgesamt 171 Wahlmänner repräsentieren, betrug die Differenz zwischen Clinton und Trump weniger als 5 Prozent und fiel daher in den Bereich der Fehlerwahrscheinlichkeit. Es war unseriös und mindestens fahrlässig von Schönenborn und der ARD, diese statistische Fehlerwahrscheinlichkeit einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Vielleicht steckte in den pseudowissenschaftlichen Daten der Tagesschau mehr der Wunsch eines Wahlausgangs. Der Gebührenzahler will in der Tagesschau aber nicht den Wunsch von Jörg Schönenborn oder einer Redaktion hören und sehen, sondern Fakten. Besser wäre es gewesen, wenn die ARD auf das Programm und die jeweiligen Folgen der Kandidaten eingegangen wäre, anstatt Umfragen zu manipulieren. Denn das Programm des 45. Präsidenten der USA ist nicht ganz ohne und wird Auswirkungen auf Deutschland haben.

Trumps Agenda: Er will das Freihandelsabkommen mit Kanada und Mexiko kündigen und neuverhandeln. Er will das Freihandelsabkommen TTIP mit der EU auf Eis legen und auch das Transpazifische Handelsabkommen TPP stoppen. Einiges davon hätte auch Hillary Clinton gemacht, auch sie folgte dem Druck von Links und Rechts, den Freihandel zurückzuschrauben, weil sie eine Gefahr für die Arbeitnehmer im eigenen Land befürchten.

Das führt uns zum Kern des Wirtschaftens. Wofür werden Waren und Dienstleistungen produziert und verkauft? Dienen sie in erster Linie dazu, Menschen eine Arbeit und damit Einkommen zu ermöglichen, damit sie anschließend diese Waren kaufen können? Dienen sie in erster Linie sogar dazu, dass die Regierung oder der Staat Einnahmen über Steuern generieren kann, damit anschließend Straßen und Kindergärten gebaut werden können? Nein, beides sind Folgen des Wirtschaftens. Die Produktion und der Verkauf von Waren dient in erster Linie dazu, dass der Einzelne als Konsument seine individuellen Wünsche erfüllen kann. Würde man die Arbeitsplätze oder die Einnahmen des Staates als wesentlichen Kern des Wirtschaftens betrachten, dann verließe man den Boden der Marktwirtschaft, auch unserer Sozialen Marktwirtschaft. Ludwig Erhard sagte über die Marktwirtschaft: “Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch.“ Die Marktwirtschaft ist deshalb sozial, weil sie Wünsche Einzelner bedient, die sonst nicht bedient würden. Erst dadurch entstehen Arbeitsplätze und mittelbar auch Einnahmen für den Staat. Keine Regierung, kein Interessenverband und auch keine Gewerkschaft kennen die Wünsche jedes Einzelnen, dieses Wissen haben sie nicht.

Zäumt man das Pferd von hinten auf, indem man erst an den Erhalt der Arbeitsplätze und die Einnahmen des Staates denkt, dann orientiert man sich nicht am Konsumenten und dessen Wünsche, sondern an den Wünschen von Lobbygruppen. Dies ist dann das Einfallstor für Protektionismus, Abschottung und eine gelenkte Wirtschaft, in der der Staat immer mehr zu sagen hat und dadurch die Bürokratie überhandnimmt.

Letztlich geht es im internationalen Handel ebenso um diese entscheidende Frage. Auch dabei geht es darum, ob der Einzelne seine Wünsche, Ideen und Vorstellungen auch grenzüberschreitend erfüllen kann, ohne die jeweilige Regierung demutsvoll fragen oder Wegzoll bezahlen zu müssen.

Das betrifft und schadet uns allen. Wie es die österreichische Nationalratsabgeordnete Claudia Gamon während einer Debatte im dortigen Parlament so treffend sagte: „Wer hier in diesem Saal ohne Freihandel ist, werfe das erste iPhone.“

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Mein erster klarer Gedanke war: Was wird Frank-Walter Steinmeier sagen, der vor Kurzem den republikanischen Kandidaten einen „Hassprediger“ genannt und ausdrücklich „vor der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten gewarnt“ hatte.

Er sei der Meinung, so die Sprecherin des Ministers, es müsse „einem echt bange werden, was aus dieser Welt wird“, wenn Trump tatsächlich Präsident würde. „Darauf macht der Außenminister aufmerksam. Und das ist sein gutes Recht.“

Angela Merkel schickte einen Giftpfeil

Ich musste nicht lange auf eine Stellungnahme des Außenministers warten. Mit einem Gesicht, als habe man ihm gerade ein großes Glas Rizinusöl zum Frühstück serviert, sagte der Chef des Auswärtigen Amtes: „Selbstverständlich werden wir dieses Wahlergebnis akzeptieren. Wir akzeptieren es!“

Was wollte Steinmeier damit sagen? Dass er das Wahlergebnis nicht vor einem Gericht anfechten wird? Hier der ganze Text – ohne Bezahlschranke.

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Als was hatten unsere Politiker und Medien Donald Trump nicht alles tituliert, da kam das biodeutsche Volk noch gut davon im tituliert werden. Und wollte nicht die halbe Künstlerschaft der USA auswandern, „wenn Trump es würde“. Nun ist er es, so ein Mist. 24 Stunden haben sich die Etablierten die Wunden geleckt. Jetzt entdecken sie ihren Wendehals. Sonst entgeht ihnen beim Staatsempfang noch ein Gläschen „Veuve Clicquot“. Frei nach dem Motto: was kümmert mich mein Geschwätz von gestern wird jetzt eifrigst zurückgepaddelt. De Niro will Trump keine mehr reinhauen, Miley Cyrus will doch lieber nicht auswandern, Sängerin Cher, „Breaking Bad“-Star Bryan Cranston, Comedian Amy Schumer, Schauspielerin Barbara Streisand und Rapper Snoop Dogg überlegen noch. Den Vogel aber schießt der Stammel-Edmund Stoiber ab: „Möglicherweise ist Trump am Ende besser für Europa als Clinton“. Jetzt können wir uns beruhigt zurücklehnen, ab morgen wird auch von der Groko wieder diplomatisch mit dem US-Präsidenten gebusselt.

Für Europa ist die Wahl von Donald Trump eine „echte Wende“ – und wird dem alten Kontinent viele Änderungen bescheren, glaubt Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Edmund Stoiber. Im Interview mit FOCUS Online erklärt der CSU-Politiker, warum sich daraus neuen Chancen ergeben könnten.

FOCUS Online: Donald Trump wird der nächste Präsident der USA. Was wird sich dadurch ändern?

Edmund Stoiber: Viel – vor allem für Europa.

FOCUS Online: Für Europa? Trump will doch erstmal die USA abschotten und dort ein Konjunkturprogramm starten.

Stoiber: Aber er wird auch neue Akzente in der Außenpolitik setzen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich jetzt das Verhältnis Amerikas zu Russland ändert. Das persönliche Klima zwischen Obama und Putin war ja sehr frostig.

FOCUS Online: Und Trump kann das besser?

Stoiber: Ich glaube ja. Für ihn ist sicher nicht wie bei Obama Russland „only a regional power“. Er wird versuchen, die Beziehungen auch auf eine persönliche Ebene zu ziehen. Das kann klappen – muss es aber nicht. Auf jeden Fall werden wir auch hier Veränderungen haben.

FOCUS Online: Eine Belebung der Russland-Beziehungen könnte auch für Europa Vorteile bringen. Ist Trump am Ende besser für Europa als es Clinton gewesen wäre?

„Amerika zieht sich als Weltpolizist weiter zurück – Europa muss seine Interessen durchsetzen“

Stoiber: Das lässt sich natürlich noch nicht mit Bestimmtheit sagen, aber es ist möglich. Für Europa ist diese Wahl eine echte Wende. Wir werden künftig viel mehr Verantwortung übernehmen müssen als bisher, weil Trump sich vor allem auf die USA konzentrieren wird. Amerika wird sich ein Stück weit aus der übergreifenden Weltpolitik zurückziehen und nur noch seine eigenen Interessen vertreten. Hillary Clinton wäre aber auch in diese Richtung gegangen, es hat schon unter Obama angefangen. Amerika wird sich als Weltpolizist und auch als Verfechter des freien Welthandels weiter zurückziehen. Da muss Europa jetzt selbst seine Interessen durchsetzen.

FOCUS Online: Was heißt das genau?

Stoiber: Die europäischen Staaten müssen selbst für eine größere Sicherheit sorgen – auch militärisch. Unsere Rüstungsausgaben werden steigen müssen, wenn der Schutzschirm der USA dünner wird. Und wir müssen das Problem der Migranten aus Afrika selber lösen. Da hilft uns keiner.

„Ich staune über die hochmütige Kritik Deutschlands“

FOCUS Online: Es klingt fast so, als hätten Sie den Wahlsieg Trumps erwartet.

Stoiber: Ich bin genauso überrascht wie alle anderen. Aber ich staune über die hochmütige Kritik in Deutschland und Europa an den Wählern der USA. Die Medienlandschaft war ja einhellig der Meinung, dass Clinton gewinnen wird und Trump unmöglich ist. Das ist eine Blamage für die Medien und Demoskopen in den USA und insbesondere für die Eliten in Washington.

FOCUS Online: Wie konnten die so falsch liegen?

Stoiber: Die USA sind eben nicht nur Ostküste und Westküste. Das große Amerika dazwischen war offenbar vom politischen Radar verschwunden. Ich finde es bemerkenswert, dass sich die Wahlkämpfe in den USA immer um echte Grundsatzfragen drehen. Bei Obama hieß es „Yes, we can!“. Diesmal war es quasi ein faktenfreier Wahlkampf geprägt von Pessimismus und Aggression. Das traf genau die Stimmung im Land. Denken Sie nur daran, wie scharf Trump die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel angegriffen hat. Er hat sie sogar bewusst falsch dargestellt und Hillary Clinton als Merkel der USA bezeichnet.

FOCUS Online: Wie wird Angela Merkel damit umgehen?

Stoiber: Professionell. Sie wird es nicht vergessen, aber davon wird sie ihre Entscheidungen letztlich nicht abhängig machen.

FOCUS Online: Was sind die Lehren für die deutsche Politik aus Trumps Wahlsieg?

Stoiber: Wir müssen als Politiker alles offen diskutieren. Das Volk hat Sorgen und benutzt dafür auch mal eine Sprache, die vielleicht nicht politisch korrekt ist. Aber das dürfen wir nicht abtun. Wenn wir den kleinen Leuten nicht das Signal geben, dass wir ihre Ängste und Probleme ernst nehmen und ihre Sprache verstehen, dann bleibt die Gefahr, dass wir viele nicht mehr an uns binden können.

FOCUS Online: Das Ende der großen Volksparteien?

Stoiber: Amerika zeigt, was passiert, wenn die Distanz zwischen dem Establishment und dem kleinen Mann so groß wird, dass jemand diesen Konflikt für sich ausnutzen kann. Wir können den einfachen Argumenten der Protestparteien nur begegnen, wenn auch wir die Ängste der Menschen aufnehmen und Antworten darauf finden. So wie es die CSU tut.

http://www.focus.de/politik/edmung-stoiber-im-interview-moeglicherweise-ist-trump-am-ende-besser-fuer-europa-als-clinton_id_6188793.html

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clintonEs fällt auf, dass unsere Medien noch in der Schockstarre harren. Viele haben noch gar nicht gemerkt, dass die Schlauen schon unterwegs sind, um rechtzeitig im Mastdarm zu verschwinden. Manche haben den Schuss nicht gehört und meinen, die finden bestimmt einen Trick, um nochmals zu wählen. Beim Brexit war es ja ähnlich. Da haben ja die Alten alles vergeigt und jetzt muss das Parlament … und dann passiert, was immer passiert, wenn das Volk falsch wählt, man probiert das noch einmal. Vielleicht denkt der Steinmeier, dass der Hassprediger und Schreihals durch ein Wunder es doch nicht wird? Dieser Minister, den die Deutschen so lieben (weil der sichtbar nichts falsch – aber auch nichts richtig macht?), verschusselt die Etikette, die eigentlich im Auswärtigen Amt ihre Heimstatt hat. Berufsdiplomaten muss es beim Auftritt dieses Trampels richtig schlecht geworden sein. Herr Steinmeier, feuern sie ihre Redenschreiber, (die wahrscheinlich aus der Parteizentrale kommen und vom Diplomatischen Dienst keinen Schimmer haben). Das Gleiche gespiegelt, gilt für Frau Bundeskanzlerin, die mit ihrer Werterede auch so richtig daneben gegriffen hat. Was erlauben Merkel? Der Ken Jebsen hat das mal auf die Realität abgeprüft. Die Zwerge schnappen nach ihrem Herrchen! Unfassbar. Stefan Paetow hat unsere Provinzler, die meinen die Welt deuten zu können, hier ziseliert auseinandergenommen.

Ich kann mir das gut vorstellen, wie es auf den vielen „Wahlparties“ zuging, wo man unter seinesgleichen, Hallöchen, Popöchen, den Cocktailsozialisten und Tschäritie-Fuzzies, keinen Zweifel hatte, das „unsere“ Hillary sich gegen den tumben Depp aus dem Flachland klar durchsetzt. Kräftig unterstützt von den Medien, die Journalismus durch Wunschdenken ersetzt haben. Wie eine Oscarverleihung, wo feierlich der Umschlag geöffnet wird und alle erstaunt gucken, wenn der „The Winner is …“, der ist, der vorher ausgekungelt wurde. Der Broder hat das live erlebt. Wo sind sie, die Experten? Sogar der Kleber-Claus, der sich auf Dienstreise noch in Washington befindet, beweint unter seinesgleichen die Wunden. Mal sehen, wie die Atlantikbrückenbauer die Volte schaffen? Die nächste Sicherheitskonferenz im Februar 2017 wird vielleicht interessant. Wen schickt der neue Mann, der dann gerade vierzehn Tage im Amt ist?

Diese Wahl ist für das Imperium richtig in die Hose gegangen. Um das in Zukunft auszuschließen, habe ich mir so meine Gedanken gemacht. Wer das Schaubild aus dem Politbarometer betrachtet, stellt fest, dass die Deutschen zu 91% als Wahlsiegerin Frau Clinton getippt hätten (nur Honi bekam mehr Stimmen) und nur 5% rechneten mit dem Trump_el. Die Medienmaschine hat gut gearbeitet. Die reale Situation in Amerika wurde durch die eigene Meinung ersetzt. Ein Versagen des Journalismus und der selbsternannten Experten auf ganzer Linie.

Damit das künftig nicht mehr aus dem Ruder läuft, wird den doofen Amis das Wahlrecht entzogen und an deren Stelle stimmen wir Deutsche ab. Da ja Wochen vorher pausenlos nur über Amerika berichtet wird, können wir uns ein gutes Bild – und das Kreuzchen an der richtigen Stelle -machen. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Europa haben wir schon platt gemacht, jetzt ist Amerika dran. So gesehen, haben Merkel und Frank Walter die Richtung vorgegeben. Trump, wir kommen! Wenn das der Führer noch erlebt hätte!

http://www.altermannblog.de/bei-der-naechsten-wahl-wird-alles-anders/

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Von Ben Krischke.

Eigentlich müsste die drängendste Frage in den deutschen Medien aktuell lauten, wie es nach der – aus vor allem deutscher Sicht – „völlig überraschenden“ Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten weitergeht. Welche Wahlversprechen er, objektiv betrachtet, einlösen kann, welche wohl nicht. Wie er seine Regierung voraussichtlich zusammensetzen wird und was das in allen Belangen für die Innenpolitik, die Außenpolitik, die Wirtschaft und anderes des immer noch mächtigsten Landes der Welt bedeuten könnte. Nachrichten einordnen, nüchterne Analysen publizieren.

Mit solch ehrenwerten Aufgaben, also des seriösen Informierens der Bürger, hat das, was wenige Tage nach dieser bedeutenden US-Wahl von vermeintlichen Qualitätsmedien publiziert wird, allerdings wenig zu tun. Die drängendsten Fragen in den Redaktionsstuben lauten aktuell: Wer hat Schuld an diesem Fiasko? Und wer wagt es, sich öffentlich über den Wahlausgang zu freuen oder dem irgendwas Positives abgewinnen zu können, und sich so ins Schussfeld der Linksmedien zu begeben? Kurzum: Who is to blame for that shit?

Mit breiter Brust (trotz schrumpfender Anzeigenverkäufe und erhöhter Medienskepsis unter den Lesern, Hörern und Zuschauern) waren nahezu alle großen deutschen Medienhäuser Wochen und Monate vor der Wahl angetreten, um ihre einfache Botschaft auch in die letzten Winkel der Bundesrepublik zu posaunen: Trump ist der Böse, und dieser Fremdenfeind, Schwulenfeind, Frauenfeind wird niemals Präsident. Niemals!

Wie wir wissen, kam dann doch alles anders. Im Volksmund bekanntlich die einzige Sicherheit.

Nun ist der Frust groß, was sich wunderbar an einer kleinen Presseschau ablesen lässt. So glauben unter anderem Handelsblatt, STERN und SPIEGEL, facebook habe Mitschuld am Wahlergebnis. Und die einstmals liberal-konservative FAZ ist sicher: „Selbst die Gründungsväter hätten das nicht kommen sehen“. Nikolaus Blome schreibt in „Bild“: „Es wäre leicht, die Amis jetzt für verrückt zu erklären, denn es ist ja wahr“. Währenddessen empört sich der Deutschlanfunk, dass die Börse – trotz Trump – partout nicht ins Chaos stürzen will.

Aber es geht noch weiter. DIE ZEIT stellt ungewohnt medienkritisch, aber dann doch erwartbar die Frage, ob die Medien Trump nicht „verharmlost“ hätten, was angesichts der aggressiven Anti-Trump-Berichterstattung vor der Wahl möglicherweise auf eine bipolare Störung des Redakteurs schließen lässt. Aber ganz besonders bezeichnend ist diese Headline von SPIEGEL ONLINE (SpOn): „Clinton landesweit mehr Stimmen als Trump“. Eine glatte Lüge, weil SpOn im Artikel selbst eingeräumt hat, dass Arizona noch nicht komplett ausgezählt ist und es dadurch wohl doch zu einer landesweiten Mehrheit für Trump gereicht hat. Freilich wird die kleine Selbstkorrektur im Text niemanden davon abhalten, die durch diese Headline indoktrinierte Botschaft von der Mehrheit für Clinton fleißig zu wiederholen, wenn es aktuell den eigenen Interessen dient.

Eine demokratische Wahl wird abgehandelt wie ein Skandal

Die sich selbst als Vox Populi aufspielenden linken und neo-linken Redaktionen berichten über den Wahlausang ausnahmslos in einem Duktus als handele es sich hier um einen lupenreinen Skandal. Man wartet nur darauf, dass irgendwer noch die jüdische Weltverschwörung ins Spiel bringt. Die Schreibe der Empörten erinnert an eine Berichterstattung über hunderte eingestürzte Wohnhäuser im Zuge eines Erdbebens, weil diese nicht erdbebensicher gebaut waren, irgendwer, irgendwann prächtig daran verdiente und aus reiner Raffgier ein falsches Etikett aufklebte.

Bemerkenswert ist der Widerspruch darin. Während man Trump als brutalen Populisten geißelt, macht man sich selbst zum Propagandisten des linken Lagers, in Deutschland und in Übersee, und schreckt nicht einmal vor völlig wirren Artikeln zurück, die keinem Logik-Test standhalten würden: So publizierte die (nicht gerade als Investigativeinheit bekannte) Redaktion des irgendwo zwischen Hipster und BWL-Studenten einzuordnenden „Business Punk“ gar eine Statistik, welche Wähler noch in 60 Jahren mit den Konsequenzen dieser Wahl leben müssten – und welche nicht. Wenig überraschend: vor allem jene, die für Clinton stimmten. In der Konsequenz spricht das Magazin damit allen US-Wählern, die heute über 20 Jahre alt sind, ihr demokratisch legitimiertes Wahlrecht ab. Von dem Umstand, dass zwischen heute und 2076 noch – grob überschlagen – 15 weitere US-Wahlen anstehen, mal ganz abgesehen.

Es ist das letzte Aufbäumen selbsternannter Meinungsführer, die sich in den deutschen Medienhäusern bekanntlich fühlen wie die Maden im Speck. Sie bekommen genug zu fressen und können tun und lassen, was sie wollen. Zahlreiche Leser, Hörer und Zuschauer haben das glücklicherweise durchschaut, doch viele andere plappern immer noch nach, was ihnen vorgebetet wird. Entweder aus Naivität oder weil sie, ähnlich der Vorplapperer, nicht wahrhaben wollen, was nicht wahr sein darf.

Nur, dass wir uns richtig verstehen: Dieser Beitrag ist kein Plädoyer für einen Präsidenten Trump, sondern einer für mehr Pflichtbewusstsein von Journalisten. Denn was wir vor der US-Wahl erlebten und nun erleben, ist eine weitere hausgemachte Peinlichkeit für eine Gruppe, die sich immer noch nimmermüde als Teil der Elite feiert, und für „die da unten“, die anders denken, nur Unverständnis, nicht selten kaum mehr als Verachtung übrig hat. Eine Elite, deren US-amerikanische Blaupausen gerade mit einem Donnerhall abgestraft wurden. Make Journalism Great Again. Please.

Ben Krischke, Jahrgang 1986, lebt und arbeitet als Journalist und freier Autor in seiner Wahlheimat München. Er schreibt über Politik, Medien und die Schattenseiten der Political Correctness.

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heute
Gastautor / 12.11.2016 / 06:25 / 0

Das letzte Aufbäumen der sogenannten Meinungsführer

Von Ben Krischke. Was wir erleben, ist eine hausgemachte Peinlichkeit für eine Gruppe, die sich immer noch als Teil der Elite feiert, und für „die da unten“, die anders denken, nur Unverständnis, nicht selten kaum mehr als Verachtung übrig hat. Und die mit einem weiteren Donnerhall abgestraft wurde. Dieser Beitrag ist kein Plädoyer für Trump, sondern einer für mehr Pflichtbewusstsein von Journalisten. Make Journalism Great Again. Please./ mehr

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Der Kinder-Stürmer aus Hamburg macht keine Gefangenen mehr. Sehen Sie sich dieses Titelbild an. SPIEGEL-ONLINE verkündet derweil: Die USA wird in eine schwere Depression stürzen, weil deutsche Touristen das Land ab jetzt meiden (wahrscheinlich, um in der Türkei zu urlauben). Exakt das Gleiche hatten sie schon für Sachsen vorhergesagt. Da ist wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens, und auch die Amerikaner dürften die Spiegel-Prophezeihung verkraften. / Link zum Fundstück
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Wertlos

Ursula von der Leyen belehrt Trump und scheigt zu Erdogan

 

Zwei Begriffe werden zurzeit derart verschleudert, dass von ihnen nichts bleibt: „Populismus“ und „Werte“. Populismus ist die neumodische Diffamierung eines politischen Standpunkts, den man nicht teilt. Und Werte? Sind inzwischen wertlos, wie man am Beispiel von Ursula von der Leyen bei ihrem Auftritt in der Talkshow von Maybrit Illner im ZDF sehen konnte. Da las die Verteidigungsministerin dem künftigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump nämlich wertemäßig kräftig die Leviten. Das Verteidigungsbündnis Nato, sagte sie, sei „kein Geschäft“ und „kein Unternehmen“. „Das ist nicht so etwas, wo man sagt: Die Vergangenheit ist mir egal. Die Werte, die wir gemeinsam vertreten, sind mir egal, sondern ich gucke, wie viel Geld ich hinten rauskriege und ob ich einen guten Deal machen kann. So regiert man kein Land, und das ist auch nicht der Grundsatz der Nato.“ Ursula von der Leyen dürfte sich noch wundern, wie der von ihr befürchtete New Deal des amerikanischen Präsidenten auf sie zurückfallen könnte. Dafür müsste er nur einmal kritisch nach der militärischen Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik fragen. Und um zu erkennen, in welch kleiner Münze von der Leyen ihr Werteverständnis auszahlt, muss man nicht über den Atlantik, sondern nur zum Bosporus und zum Nato-Partner Türkei blicken. Dort schafft Präsident Erdogan gerade die Grundrechte ab und errichtet eine Diktatur, lässt ohne rechtsstaatliches Verfahren massenhaft Menschen ins Gefängnis werfen und führt einen Krieg gegen die Kurden im eigenen Land und jenseits der Landesgrenzen. Wo sind da die „Werte“, von denen Ursula von der Leyen spricht? Wäre es nicht Zeit für eine Wertberichtigung? Als Wertegemeinschaft ist die Nato nicht erst erledigt, sollte Donald Trump im Umgang mit Russland die Zügel schießen lassen, sie ist es schon jetzt. Was den Vorwurf der Geschäftemacherei angeht, sollten Bundesregierung und EU vorsichtig sein. Sie zahlen schließlich für den Flüchtlingsdeal mit Erdogan, der gestern noch den Herausgeber der Zeitung „Cumhuriyet“, Akin Atalay, festnehmen ließ, kaum dass dieser von einer Deutschlandreise zurückgekehrt war, bislang jeden Preis und scheren sich keinen Deut um die „Werte“, die dafür aufgegeben werden. Apropos Werte und wie man für sie einsteht: Zum Umgang mit vor Erdogan nach Deutschland fliehenden Oppositionellen und Journalisten aus der Türkei gibt „Reporter ohne Grenzen“ der Bundesregierung einen werthaltigen Tipp: Diese Flüchtlinge brauchen kein Asylverfahren, sondern eine befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, in der Hoffnung, dass sie eines nicht zu fernen Tages in die Türkei zurückkönnen, wenn dort wieder die „Werte“ gelten, über die Ursula von der Leyen den künftigen amerikanischen Präsidenten zu belehren müssen glaubt.

http://fazarchiv.faz.net/document?id=FAZT__FD2201611124992803#start

miha.

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Staatsnahe Sendeanstalten kleben in deutschen Städten große Plakate und preisen die »Haltung«. Die Schauspieler, die Haltung verkünden, werden reich, sie werden geehrt und erhoben. Bürger, du bist nichts ohne Haltung, ohne Haltung darf nichts sein.
Die Familie und sein Land zu schützen, das wollte angeblich nur der Pöbel, die Abgehängten, die Ungebildeten. Die »Elite« predigte Gehorsam, offene Grenzen und Schutzlosigkeit. (Während sie sich selbst hinter Mauern und Bodyguards verschanzte.)

Ob Christ oder Hindu, Jude oder Bahai, Scientologe oder Journalist – in einem sind sich alle einig: Diese Woche wird in die Geschichtsbücher eingehen.
Donald Trump hat den großen Stift in die Hand bekommen und die Bücher liegen vor ihm. Was er aber tatsächlich in die Geschichtsbücher schreiben wird, darüber herrscht Uneinigkeit zwischen Konservativen und Traumtänzern.

Die größte aller (bisherigen) Leistungen des Donald Trump ist doch aber offensichtlich, klar wie das Wasser vor Bernie Sanders´ dritter Sommervilla: Trump hat die gläserne Decke durchbrochen. Er hat einen Riss hineingeschlagen, einen Riss, der vielen Menschen weltweit neue Hoffnung gibt.

Wer einfach nur seine Lebensart bewahren wollte, wer seine Familie zu schützen und die Probleme seines Landes realistisch anzugehen erstrebte, und wer darüber auch öffentlich sprechen wagte, der stieß bislang seit Jahren und Jahrzehnten an eine »gläserne Decke«.

Die Familie und sein Land zu schützen, das wollte angeblich nur der Pöbel, die Abgehängten, die Ungebildeten. Die »Elite« predigte Gehorsam, offene Grenzen und Schutzlosigkeit. (Während sie sich selbst hinter Mauern und Bodyguards verschanzte.) Wer einfach nur schützen wollte, was ihm lieb war, wurde »Konservativer«, »Protektionist« oder gleich »Nationalist« geschimpft.

Trump ist finanziell »Elite«. (Das sagt er zumindest. Böse, unwahre Stimmen behaupten, Hillary wollte Präsident werden, um vor ihren E-Mails wegzukommen, und Donald, um der Pleite zu entkommen. Trump wäre es demnach gelungen.) Doch das Wort »Elite« bedeutet in diesem Kontext etwas anderes.

Manche Akteure jener »Elite« sind bettelarme »Freie Mitarbeiter« bei sterbenden Zeitungen. Andere holen um ein Taschengeld für millionenschwere GEZ-Moderatoren den edlen Kaffee. Diese »Elite« dieser Geschichte lebt in ganz verschiedenen Städten. Was sie eint, ist die Überzeugung, sie und nur sie dürften die Welt erklären, hätten das »richtige« Werkzeug dazu. (Das war lange unproblematisch, eher niedlich, bis moderne Politiker wie Obama oder Merkel begannen, auf die weltfremden Forderungen zu hören.)

Die Qualifikation der Elite ist (neben der Tatsache, dass der Freund des Schwagers des Vaters irgendwo Kamerakabelhalter war) die »Haltung«.

Die Oligarchie der Haltung

Wer »Haltung« hat, ist Elite. Wer Haltung hat, der sieht die Dinge meist so, wie alle anderen Haltungshabenden sie sehen. Mit »Haltung« steht man für Grenzenlosigkeit und latente Geringschätzung des eigenen Volks. (Bei Anti-Trump-Demos wurde eine US-Flagge verbrannt. Es tut weh.) Wer Haltung hat, für den ist Familie wenig mehr als ein Mittel zur Haltungs-Erziehung der Kleinsten. (Besser aber, der Staat übernimmt das, »Hoheit über den Kinderbetten« nennen sie das.) Staatsnahe Sendeanstalten kleben in deutschen Städten große Plakate und preisen die »Haltung«. Die Schauspieler, die Haltung verkünden, werden reich, sie werden geehrt und erhoben. Bürger, du bist nichts ohne Haltung, ohne Haltung darf nichts sein.

Die Oligarchie der Haltung hat eine gläserne Decke eingezogen. Sicher, Sie dürfen kritisieren, dürfen die Haltung hinterfragen. Dann aber ist bald Ihre Arbeitsstelle bedroht und Sie ein Ausgestoßener. Und, vor allem, wenn Ihre haltungslose Meinung überhaupt mal über die gläserne Decke hinaus lugen darf, dann in Form eines Tribunals. Vier geübte Talkshow-Gäste brüllen vor der wurstessenden Fernsehnation auf Sie ein. Wehret den Anfängen, denken die (gelegentlich weiblichen) Herren der Glasdecke.

Donald J. Trump hat am 8. November 2016 einen Riss in diese verfluchte Glasdecke geschlagen. Egal, was noch kommen wird – und es ist eine nervös machende Wundertüte – dieser Riss ist sein Verdienst.

Die Wächter der Glasdecke sind panisch. Die Reaktion mancher deutscher Leitmedien scheint behandlungsbedürftig. Kai Diekmann formulierte: »Meine Güte! Wird das jetzt der mediale Überbietungswettbewerb: Wer schreit am lautesten “Weltuntergang”?!« Wie verrückt die Zeiten sind? Der BILD-Papa ist der besonnene Mahner.

Die gläserne Decke, welche Vernunft, Selbstschutz und unangenehme Wahrheit aus dem Meinungs-Mainstream heraushielt, sie hat endlich einen Riss. Man darf und kann (ein klein wenig lauter nun) von Selbstbewahrung reden.

Die Wächter der Haltung kreischen und laufen umher und wollen die Scherben ihrer Autorität aufsammeln, wie ein verzweifelter Betrunkener, dem man das Bier aus der Hand schlug, der nun die Scherben seiner Flasche neu zusammensetzen will. Was hofft er?

Trump wird kein »einfacher« Präsident werden. Er war impulsiv und er war bereit, Menschen auf dem Weg zur Macht vor den Kopf zu stoßen. (Aber er blieb weitgehend »sauber« dabei. Keine gelöschten E-Mails, von denen man weiß.) Es wäre mir lieber gewesen, wenn der neue US-Präsident ein erfahrener, tadelloser, abgerundeter und umsichtiger Mensch wäre, wie sonst nur ich es bin. Ist es aber nicht. Es ist Donald J. Trump.

Metaethics 14

Die Glasarbeiter stehen bereit, die Glasdecke zu kitten. (Wieso geht linke Meinungsarbeit eigentlich so häufig

mit zerstörten Autos einher?) Ich schrieb jüngst und ich sage es wieder, in neuem Bild: Ein ausgezeichneter Weg, immer weiter Risse in die Glasdecke der Haltungs-Oligarchie zu schlagen, sind neue, kleine Medien. Im eigenen Haus gibt es keine Glasdecken, sagt man. Die große, betäubende Glasdecke aber ist noch nicht zertrümmert, noch lange nicht.Es gilt nun, die neuen Risse offen zu halten und weitere Risse zu schlagen. Licht dringt hinein. Leonard Cohen sang: »There is a crack in everything, that’s how the light get’s in.« Haltung will das Licht wieder aussperren. »Haltung« ist pseudomoralisch begründetes Wegschauen. »Haltung« ist verordnetes Nichtdenken. So wenig, wie die Wahl Obamas den Rassismus überwunden hat, so wenig ist die Glasdecke der »Haltung« mit Trumps Sieg endgültig zertrümmert.

Sie werden bald wieder versuchen, uns einzuschüchtern, dieses oder jenes dürfe nicht angesprochen werden. Sie werden uns einreden wollen, dass Dinge, die wir mit eigenen Augen sehen, unwahr sind. 21-jährige Journalistinnen mit abgebrochenem Studium der Sozialwissenschaft werden 50-jährigen Doktoren verbal ins Gesicht spucken, sie seien doch nur frustrierte, weiße Männer, ungebildet und qua Hautfarbe und Geschlecht schon rassistisch.

Die Glasdecke »Haltung« hat nur einen Riss bekommen, sie ist noch immer da, kalt und dumm und mächtig. Es braucht mehr Risse, und wir müssen sie selbst hineinschlagen. Die Arbeit ist gute Arbeit. Jeder neue Riss in der Glasdecke ist wiedergewonnene Freiheit.

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Noch am Vorabend der US-Wahl zeigte FAZ-Online ein bis zur Unkenntlichkeit verzerrtes Trump-Bild. Der Hass der Medienmacher muss riesig sein. Nach der Wahl wurde das Bild durch ein lächelndes Trump-Konterfei ersetzt. Scheinheiligkeit pur.

Praktisch alle Wahlprognosen lagen falsch. Die Wähler standen nicht zu ihrer Meinung – wie in Großbritannien zum Brexit. Sie gaben den Meinungsforschern gegenüber nicht zu, dass sie das politisch unkorrekte Kreuz setzen wollen. Was sagt uns das über die Meinungsfreiheit in der westlichen Welt? Es sagt uns, dass hier ein Klima der Angst herrscht, eine vom Mainstream abweichende Meinung zu äußern. Ein Klima der Angst, wie es sonst nur von Diktaturen bekannt ist. Das ist schlimm, und noch schlimmer ist, dass dies für die Medien und Politik völlig in Ordnung zu sein scheint. Warum? Sie produzieren diese Angst, um ihre Ideologie der Idealisierung politisch korrekter Modeopfer-Gruppen durchzusetzen. Gleichzeitig blicken sie verächtlich auf diejenigen, die sich nicht repräsentiert fühlen.

Je extremer die Koalition von Politik und Medien gegen Trump vorging, je mehr Trump-Hassbilder in den Medien erschienen, desto mehr fühlte sich der normale Wähler mit ihm in die Enge getrieben und es juckte ihn, es dem Establishment heimzuzahlen. In Holland und Frankreich sind die gleichen Muster erkennbar und zuletzt wird es Deutschland treffen. Hier funktioniert die Gehirnwäsche der „verachteten“ Normalbürger wie immer am perfektesten.

Die scheinheilige Maske der Neutralität in den Medien

Typische Beispiele liefern die zwangsscheinheiligen Talkrunden im TV. Bei Maischberger am 9. November beklagen Nadja Atwal und Eric Hansen  hintereinander, dass Trump in den Medien sowohl in Deutschland, als auch in den USA ausschließlich in extrem negativem Licht dargestellt wurde. Hinter der scheinheiligen Maske der Neutralität fuhr das Medien-Establishment eine demagogische Hetzkampagne gegen Trump. Die von ihm veröffentlichten verzerrten Hass-Bilder erinnern an das unselige “Dritte Reich”.

Atwal: Die Amerikaner hatten die Schnauze voll von der Manipulation durch die Medien. Der Amerikaner erwartet von den Journalisten keine Meinungsmache. Davon hatten weite Teile der Bevölkerung genug. Die Menschen wendeten sich gegen ihre Bevormunder. Sie suchen jemand, der denkt wie sie.

Hansen: Weder die Politik noch die Medien in Deutschland und den USA interessieren sich für eine breite Schicht der Bevölkerung. Die AfD-Wähler und die Trump-Wähler werden schon in den Schlagzeilen als Verrückte und schlechte Menschen abgestempelt. Auch in Deutschland wird die AfD in der nächsten Bundestagswahl zwischen 20 und 30% der Stimmen bekommen, weil eine breite Schicht der Bevölkerung sich weder in Politik noch in den Medien vertreten fühlt.

Die Arroganz der Medien

Atwal: Was an Arroganz und Beleidigungen von Seiten der deutschen Medien gegenüber Trump aufgefahren wurde, ist unglaublich.

Diese klaren Analysen ignorierten die Talker. Warum? Sie müssten sich selbst und damit ihre autoritäre politisch korrekte Ideologie in Frage stellen. Das wollen sie nicht, so erhalten sie lieber alte Feindbilder aufrecht, als sich dieser Kritik zu stellen. Leider ist das menschlich. Nach dem “Dritten Reich” und nach der DDR war die Lernfähigkeit gering. Der Mensch hält lieber an seiner Ideologie fest, als sich in Frage zu stellen. Lieber wird er bigott und scheinheilig.

Der Rassismus der herrschenden Klasse

Und das trifft besonders auf das herrschende Medien-Establishment zu. Wer steht hinter Trump? Seine Wähler. Also richten sich diese Arroganz und diese Beleidigungen der Medien gegen die Menschen, die Trump gewählt haben. Und das ist das wirklich Unglaubliche. Im Gutmensch-Sprech würde dies als blanker Rassismus bezeichnet, der Rassismus der herrschenden Klasse gegenüber Andersdenkenden.

Wie weit der Hass des Medien-Establishments geht, kann man daran sehen, dass nach der Wahl in Zeit-Online alle Trump Artikel mit blutroten Bildern hinterlegt wurden. Der bekennende Merkelfan Bernd Ulrich von der ZEIT droht mit Kampf. Die liberalen Kräfte haben ihre Muskeln noch gar nicht wirklich angespannt, meint er. Womit droht der „Liberale“ Ulrich denn? Mit der Abschaffung der Meinungsvielfalt in der ZEIT? Die gibt es dort schon lange nicht mehr.

Bildschirmfoto 2016-11-12 um 11.19.40Wollen Bernd Ulrich & Co. die Wahlen abschaffen, damit seine „liberale“ Merkel-Ideologie alternativlos und autoritär gegen das Volk durchregieren kann? Dann gibt’s selbst im trägen Deutschland Unruhen. Der Aufstand der Mündel gegen ihre Vor-Münder ist im ganzen Westen im Gange. Die „Eliten“ haben die „schweigende Mehrheit“ stets aufgefordert, zur Wahl zu gehen. Jetzt wählen sie anders, als das von ihnen erwartet wird. Kommt jetzt der Aufruf, nicht mehr zu wählen? Oder wählen sich diese Medien einfach ein anderes Volk? Merkel ließ ja schon verlauten, wenn es nicht mehr nach ihrer Vorstellung ginge, dann wäre das nicht mehr ihr Land.

Die Guten – die waren immer der Anfang vom Ende

Innerhalb von 100 Jahren droht Deutschland zum dritten Mal in die Hände von Gutes-wollenden Ideologen zu geraten. Eigentlich habe ich erst in Asien und in Afrika aufgrund des mir entgegen gebrachten Respekts gelernt, stolz Deutscher zu sein. Diese Vorstellung gerät aufgrund der augenblicklichen Machtausübung der herrschenden Kaste ins Wanken. Diese war nie scheinheiliger als heute. In ihrer Arroganz und ihrem Rassismus gegenüber allem, was nicht ihrer Meinung ist, wirft sie Anderen Rassismus vor. Die Verächtlichmachung der Ostdeutschen sucht seinesgleichen. Es ist gar nicht vorstellbar, dass eine solche Meinung in den Medien gegenüber den Modeopfern, zum Beispiel gegenüber Muslimen akzeptiert würde.

Rassismus der „Anständigen“ gegen die “Bösen” im Sinne des Guten?

Also, spricht Nietzsche im Zarathustra: Die Guten – die waren immer der Anfang vom Ende.

BerndZeller_Buch

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achgut.com

Die internationale Sekte der Journalisten

Die Medien sind im Begriff, verbrannt zu werden

Von Markus Somm.

Wenn es einen Verlierer gibt dieser verrückten Wahlen in Amerika, der nicht in Amerika lebt, sondern in London, Paris, Zürich, Berlin oder München, der die einschlägigen Cafés bevölkert, wo immer der gleiche ­Vintage-Geruch zu schmecken ist, wo junge Männer mit Bärten sitzen und so geschäftig in ihren iPhones wühlen, obwohl sie doch nichts zu tun haben, wo keine Bücher zu sehen sind, sondern bloss Laptops, wo diese ­Menschen, von denen ich rede (oft sind es eher Männer), ebenfalls sitzen, aber meistens ohne Bart, sondern im Anzug, aber sicher ohne Krawatte – wenn es Verlierer gibt, dann sind das jene Leute, die den gleichen Beruf haben wie ich: die internationale Gemeinschaft der Journalisten. Selten haben sie, die Deuter und Meinungsmacher der Welt, die Medien, eine solche Niederlage erlitten wie die Wahl von Donald J. Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, dem Mann, der sich von Beginn weg weigerte, die Medien zu fürchten.

396.000 Dollar haben amerikanische Journalisten gemäss einer Studie des Center for Public Integrity, eines unabhängigen Thinktanks, in ­dieser Präsidentschaftswahl gespendet: Davon gingen 382 000 Dollar an Hillary Clinton, das ­entspricht 96 Prozent. Fast alle Zeitungen und News-Websites in Amerika haben sich für die demokratische Kandidatin ausgesprochen, fast alle Fernsehsender zogen nach, wenn auch nicht offiziell, selbst der konservative Sender Fox News war gespalten – und natürlich auch in Europa, wo die Medien noch mehr übereinstimmen bei fast jedem Thema, hätten alle Hillary bevorzugt.

Wenn es nur das wäre: Man hat sich geirrt, man darf sich irren. Härter und unangenehmer aber ist die Einsicht, der sich kein Journalist verschliessen kann: Wir haben keinen Einfluss – oder besser: Wir haben Einfluss, alle vernehmen uns, doch niemand glaubt, was er hört.

Denn ginge es nur um Meinungen, die nicht ankamen, könnte man sich in der internationalen Sekte der Journalisten ja damit beruhigen, dass Meinungen ohnehin schwächer wirken als Fakten und Berichte. Doch die Medien haben eben auch die Fakten verzerrt, übersehen, unterschlagen, erfunden oder falsch dargestellt: zum Beispiel die Umfragen, die die meisten Journalisten nicht bloss glaubten, sondern vor sich hertrugen wie eine Monstranz. Wer die Prognosen anzweifelte, galt als ein Mitglied der Flat Earth Society, jenes Clubs der Wahnsinnigen, die daran festhalten, dass die Erde eine Scheibe ist. Unvergessen ist jener Austausch von Brianna Keilar, einer CNN-Reporterin, mit Michael Cohen, dem Anwalt von Donald Trump.

Keilar fragte, fast etwas ­aufgeräumt: «You guys are down.» – «Eurer Kampagne läuft es schlecht.» «Says who?» – «Sagt wer?», fragte Cohen, und sein Gesicht blieb zugänglich wie eine Stahlplatte, in jener Art, wie das nur amerikanische Anwälte fertigbringen. «Polls. Most of them. All of them!» – ­«Umfragen. Die meisten. Alle!» Cohen schwieg lange und sagte: «Says who?» «Polls. I just told you. I answered your ­question.» – «Die Umfragen. Ich sagte es Ihnen doch gerade. Ich habe Ihre Frage beantwortet», sagte Keilar, nun klang sie verzweifelt. «Which polls?» – «Welche Umfragen?» «All of them.» – «Alle.»

Die internationale Sekte der Journalisten

Die Sequenz verbreitete sich blitzschnell im Internet, es tauchten zahllose Varianten auf, wo man sich über Cohen, den vermeintlichen Idioten, lustig machte. Doch jetzt, wer hatte recht? Wer lacht am besten? Das Gleiche gilt für die vielen Fakten-Checker, ein neuer Beruf in Amerika, wo Leute vorgeben, Fakten auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen, wenn man aber genauer hinschaut, stellt sich oft heraus, dass eben auch diese Leute nicht neutral oder objektiv sind, sondern viele Urteile, die sie fällen mit der ernsten Miene des Physikers, unterliegen ebenfalls ihren Vorlieben – und auch diese lagen fast immer bei Hillary Clinton.

Wenn dieser Wahlkampf etwas klargemacht hat, dann die Unzuverlässigkeit der Medien. Auch mir erging es so. Oft, wenn irgendeine Aussage von Trump wieder sämtliche Redaktionen der Ostküste ins Vibrieren gebracht hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als das Interview im Original nachzuhören. Fast immer erwies sich, dass Trumps Worte ungenau wiedergegeben wurden, wenn nicht falsch, wenn nicht bösartig überzogen gedeutet. Wenn im Zweifel, wurde stets die ­maximal negative Interpretation gewählt. Kurz, man tat alles, um diesen Mann zu verhindern – und schreckte vor nichts zurück. Kommentare, Meinungen, Bilder, Zitate, Berichte, Reportagen, Fakten: Viel zu viel wurde gebogen, manipuliert, gedreht und gedrückt, bis die Realität so aussah, wie man von vornherein wusste, wie sie auszusehen hatte. Die normative Kraft des Faktischen? Es war die faktische Wirkung des Normativen: Nicht was ist, sondern was sein soll, war plötzlich zu dem geworden, was war.

Nachdem die amerikanischen Medien, besonders die Zeitungen, ohnehin vom Strukturwandel wie von einer Schlammlawine überrollt worden sind, die ihnen Tausende von Lesern entrissen hat, sind sie jetzt im Begriff, von Lava überströmt und verbrannt zu werden. Die Lava der totalen Irrelevanz. Was immer die Journalisten rieten, viele Wähler kümmerten sich nicht darum, was immer sie berichteten, viele Amerikaner hielten es für falsch.

Ohne Prophet beten sie zum gleichen Gott

Warum ist es so weit gekommen, nicht bloss in Amerika, sondern auch in Europa? Denn gerade wir in der Schweiz kennen das: Jahrzehntelang haben sämtliche Journalisten unserer Medien (mit wenigen Ausnahmen, lange auch ich) den EU-Beitritt herbeikommentiert und herbeiberichtet – dazu durchgerungen haben sich die Wähler nie. Niemand glaubte uns Journalisten am Ende, dass ein Beitritt zur Union besser sein sollte für unser Land. Seither gehen viele Journalisten wie an Krücken. Zur EU sagen sie nichts mehr.

Eine vorläufige Erklärung. Die 96 Prozent in Amerika für Hillary Clinton deuten es an: Wir Journalisten sind uns zu einig. Der Wettbewerb der Meinungen und das Ringen um das beste Argument, weltanschauliche Differenzen, und zwar echte, tiefe, die wehtun, wenn man sie anspricht, sowie parteipolitisch geprägte unterschiedliche Empfindlichkeiten – sie kommen fast nicht mehr vor in unserem Milieu. Auf die Schweiz bezogen: Es gibt kaum Journalisten, die SVP ­wählen, ein paar Unverdrossene entscheiden sich für die FDP, fast niemand für die CVP, doch die meisten sympathisieren mit der SP, oft wählen sie lieber die Grünen oder die Grünliberalen, weil das etwas origineller wirkt, aber kurz: Sie stehen fast alle Mitte-links, wenn nicht sogar am linken Rand. Ihre Ansichten gleichen sich wie in einer Sekte. Ohne Prophet beten sie zum gleichen Gott.

Die Folge davon – und das ist das Problem, nicht die inhaltlichen Vorlieben an sich –, man erkennt die Welt nicht mehr, wie sie ist. Wer sich in einer Sekte aufhält, sieht sich dauernd von Gleichgesinnten darin bestätigt, dass zwei plus zwei fünf ergibt. Es sind die Blinden, die andere Blinde danach fragen, ob die Sonne scheint.

Haben wir je erlebt, dass im Gericht 96 Ankläger auf vier Verteidiger treffen?

Gewiss, nun mag man einwenden: Donald Trump ist doch objektiv ein Desaster. Mag sein. Aber in jedem Prozess gibt es einen Ankläger und einen Verteidiger, weil schon die Römer davon ausgingen, dass die Wahrheit am besten zu erkennen sei, wenn man die Dinge aus zwei vollkommen entgegengesetzten Richtungen betrachtet. Haben wir je erlebt, dass im Gericht 96 Ankläger auf vier Verteidiger treffen? Würden wir es je für fair, aber auch erkenntnistheoretisch nützlich halten, wenn man dem Ankläger 96 Minuten Redezeit einräumte und dem Verteidiger bloss vier Minuten?

Weil wir Journalisten, ob in Amerika oder Europa, uns in allen Fragen einig sind, vor allem jenen, die weite Teile der Bevölkerung bewegen und die diese «vergessenen Leute» oft anders beantworten als wir, vermögen viele von uns nicht mehr zu sehen, was vor unseren Augen vor sich geht. Die Journalisten aus New York flogen zwar rasch nach Ohio, um die Eingeborenen zu untersuchen, aber sie fanden nichts. Sie fuhren mit jenen Vorurteilen zurück, mit denen sie losgezogen waren. Dass eine Mehrheit der Leute in Ohio Trump zuneigte: Die Reporter spürten es nicht, weil sie es nicht spüren wollten.

Ich wiederhole mich: Überall im Westen gibt es immer mehr Leute, denen zum Beispiel das Ausmass der Immigration inzwischen zu viel ist – fast alle Journalisten sind anderer Meinung und berichten mit Vorliebe davon, dass jene, die sich Sorgen machen, von falschen Zahlen ausgehen, falschen Gefühlen aufsitzen, von Hass getrieben, von Vorurteilen geprägt oder mit Dummheit geschlagen sind. Und überhaupt: Immigration ist gut. Wurde nicht die BBC von Ausländern gegründet? Und Nestlé, und Maggi?

Wie in einer Sekte hat das Milieu der Journalisten Wiedererkennungsmeinungen entwickelt, deren Funktion weniger ist, eine interessante Meinung zu sein, sondern eine soziale: Es sind Zeichen der Zugehörigkeit zum Milieu der Journalisten. Journalist ist nicht, wer schreibt und recherchiert, sondern wer daran glaubt, dass Immigration sehr gut ist.

Dass man mich nicht missversteht: Es geht nicht um Immigration an sich, auch nicht um Trump noch um den Brexit, die EU oder die Frage, inwiefern der Klimawandel uns zerstört, über all diese Gegenstände darf und kann man geteilter Meinung sein, sondern es geht um die Tatsache, dass ein Berufsstand, der in all diesen Fragen so einseitig Partei nimmt, sich selber abschafft, weil der Journalist nicht mehr darüber berichten kann, was die Welt bewegt und in ihr vorfällt, sondern nur mehr darüber schreibt, was ihn selber bewegt. Und das ist meistens eine kleine Welt.

Markus Somm ist Chefredakteur der Basler Zeitung. Dort erschien dieser Beitrag zuerst.

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Es ist schon ein Segen, dass man als ­Journalist auch nach gröbsten Fehlleistungen nicht entlassen wird.

Von Kurt W. Zimmermann

Von einem Moderator des Schweizer Fernsehens hatte man noch nie eine solche ­Serie von Schimpfwörtern gehört.

Rattenfänger, Protz, Angeber, Hochstapler, Prahlhans, Bluffer, Populist, Lügner. Moderator Stephan Klapproth sagte achtfach, was er von Donald Trump hält.

Selbst von einem Chefredaktor des Blicks hatte man noch nie eine solche Serie von Schimpfwörtern gelesen.

Rüpel, Widerling, Betrüger, Sexist, Grobian, Ehebrecher, Spekulant, Rassist. Chefredaktor Peter Röthlisberger schrieb achtfach, was er von Donald Trump hält.

Beide Beleidigungsorgien setzte es, bevor das Wahlergebnis feststand. Beide gingen davon aus, dass Trump die Wahl verliert. Gegenüber Verlierern sind Journalisten besonders mutig.

Der völlige Zerfall der Sprachkontrolle war für mich das auffallendste Element in den Schweizer Medien rund um die US-Wahl. ­Unsere Journalisten pöbelten und warfen mit Schmutz um sich, wie ich das zuvor noch nie erlebt hatte.

Ein paar hübsche Schmähungen zur Auswahl: Trump ist ein «halbstarker Narzisst» (Neue Zürcher Zeitung), ein «seifiger Entertainer» (Basler Zeitung), eine «Witzfigur» ­ (Tages-Anzeiger), ein «Sexist» (Radio SRF), 
ein «grinsender Clown» (Südostschweiz), ein «charakterloser Dummschwätzer» (Walliser Bote), ein «Prolet» (Berner Zeitung), ein «Windbeutel» (Sonntagszeitung), ein «irrer Rassist» (Blick), ein «Psychopath» (Das Magazin).

Unsere Medien begaben sich damit auf ein Niveau, das an Primitivität nicht zu unterbieten war. Die US-Journalisten waren zwar genau so dezidiert gegen Trump. Aber es wäre ­ihnen nie eingefallen, einen Kandidaten als geisteskranken Proleten zu diskreditieren.

Sprachliche Verluderung signalisiert im Journalismus immer intellektuelle Defizite. Die Schweizer Journalisten waren mit dem Phänomen Trump inhaltlich völlig überfordert.

Wir zeigen das am Beispiel des Tages-Anzeigers und seiner zwei US-Korrespondenten Sacha Batthyany und Martin Kilian. Das ist ­ihnen gegenüber zwar etwas unfair, weil andere auch nicht viel besser waren. Aber als Exempel taugen sie gut.

Batthyany eröffnete den Wahlkampf mit ­einer klaren Ansage: «Trump wird niemals Präsident, er hat nicht mal Aussenseiterchancen.» Diese Linie hielt er während der ganzen Kampagne durch. Kurz vor dem Wahltag verkündete er: «Je näher die Niederlage rückt, desto wilder schlägt Trump um sich.»

Kollege Kilian stufte Trump ebenso von ­Anfang an als «schlechten Verlierer» ein. Diese ­Linie hielt er ebenfalls während der ganzen Kampagne durch. Kurz vor dem Wahltag verkündete er: «Trump aber reitet weiter, hinein in die verheerende Niederlage.»

In jedem vergleichbaren Beruf würde derart unfähiges Fachpersonal wie Batthyany und ­Kilian entlassen. Jeder Finanzanalyst, der permanent falsche Einschätzungen abliefert, wird schonungslos gefeuert. Von einem Marketingmann oder Meteorologen mit dauernden Fehlprognosen wollen wir schon gar nicht reden.

Und bei jedem Juristen, Manager oder Kommunikationsberater, der wie Klapproth und Röthlisberger schwer persönlichkeitsverletzende Schimpftiraden absondert, wäre die ­sichere Entlassung ebenso unvermeidlich.

In den Medien aber darf jeder bleiben. Es gibt auch bei ärgstem Versagen keine Kündigung. Der Grund liegt darin, dass Medienunternehmen panische Angst vor Reputationsverlust haben und darum nie ein eigenes Versagen nach aussen eingestehen.

In jeder anderen Branche wären Klapproth, Röthlisberger, Batthyany und Kilian fällig. Ihr Glück, dass sie Journalisten sind.

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Plötzlich steht da einer im Salon herum, der gar nicht eingeladen war. Die Wahl Donald Trumps zeigt, dass die Meinungsführer und die politische Klasse in ­einer Blase leben, 
in der sie die Korrekturen durch die Wirklichkeit nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

Von Matthias Matussek

Wie kann es sein, dass sie nichts lernen?Bild: Wieslaw Smetek für die Weltwoche

Tja, da sehen sie alle doch sehr trüb aus der ­Wäsche, die Meinungsführer, die Moderatoren, die politische Klasse, die vor allem. Der Typ mit der komischen Frisur und den lockeren Sprüchen ist US-Präsident.

Plötzlich steht da einer im Salon herum, der gar nicht eingeladen war, wie dieser Kalldewey in der gleichnamigen Botho-Strauss-Komödie, ein Typ, der bei allen nur Kichern und Kopfschütteln und Befremden auslöst, aber … hoppla, Moment, plötzlich ist es sein Salon.

Er hat gewonnen.

Diese Pointe ist schon aus rein sportlichen Gründen unwiderstehlich: Blätter wie die New York Times und die Washington Post, in Deutschland der Spiegel und ZDF-Moderator Kleber ­haben bei jeder sich bietenden Gelegenheit politikferne Themen wie Trumps Umkleidekabinen-Bemerkungen über Frauen skandalisiert, um ein Monster zu kreieren und zur Schlachtung freizugeben – und sich böse getäuscht und einen weiteren Beleg für ihre schwindende Glaubwürdigkeit geliefert. Die Konsumenten blieben unbeeindruckt. 53 Prozent aller weissen amerikanischen Frauen gaben Trump ihre Stimme, 62 Prozent derjenigen ohne College-Abschluss.

Selbst der Papst, der die katholische Kirche durchaus populistisch führt, hat den Populisten Trump «unchristlich» genannt. Trump wurde dennoch von 52 Prozent der davon wenig beeindruckten Katholiken gewählt. Kann der Papst etwa in seine Seele schauen?

Was Hegel sagte

Es war der «Fremdenhass», der dem Pontifex maximus missfiel. Nun, Trump will die Grenzen sichern, über die Millionen illegal kommen, schon in Clintons Wahlkampf 1992 wurde über eine Mauer an der Grenze zu Mexiko gesprochen, ist das Fremdenhass? Trump will, verlautet nun, drei Millionen Illegale abschieben. Was nie zur Sprache kam während des Wahlkampfes: Auch Präsident Obama schob drei Millionen ab.

Doch die Trump-Gegner lassen sich auch durch eine verlorene demokratische Wahl nicht aus dem Takt bringen. Wie sagte Hegel auf den Einwand hin, dass sich seine Weltgeist-Theorie nicht mit der Wirklichkeit vertrage? «Umso schlimmer für die Wirklichkeit.»

Der Spiegel sieht tatsächlich die Welt unter­gehen, Trump rast auf dem Titelbild als glühende Supernova auf die Erde zu. Linkspopulismus pur. Der Sieg des «vulgären Trump» für die «Abgehängten», so Spiegel-Chefredaktor Brinkbäumer, werde dafür sorgen, dass diese in ihrer Wut Brände legen, alle Regeln brechen und die Demokratie vernichten würden, «nicht nur in Amerika, sondern weltweit».

Also im Moment sind es eher die Trump-Gegner, die auf die Trump-Wähler einprügeln, TV-Bilder zeigen einen Mann, der aus seinem Auto gezerrt und getreten wird, andere, wie eine schwangere Frau auf dem Weg in die Klinik in ihrem Auto vom Mob eingekesselt wird. Baseballschläger krachen auf die Windschutzscheibe, während sie versucht, die Polizei zu rufen.

Ein Aufstand der Demokraten, der von allen herbeigeschrieben wird, sieht anders aus. ­Woher nehmen diese pöbelnden Linkspopulisten nur ihre Gewissheiten?

Ach ja, und dann dieser populistische Wahlkampfslogan «Make America Great Again». Der Chefredaktor des Spiegels ist noch zu jung, um sich daran zu erinnern, wie Ronald Reagan als Schmierenschauspieler mit geringem IQ verunglimpft wurde, als er mit genau dem gleichen Spruch 1980 eine gebeutelte Nation aufgerichtet hat. Heute gilt er als einer der grossen amerikanischen Präsidenten. Wie kann es sein, dass diese Klasse nichts lernt? Weil sie in ihren Zirkeln gross geworden ist und nicht ohne Spott auf die Unterklasse schaut, der sie alle Niederträchtigkeiten zutrauen, «wie vor achtzig Jahren in Deutschland» (Brinkbäumer). Der Faschismusverdacht fällt immer auf die da unten. Igitt!

Warum haben sich alle geirrt? Selbsthypnose? Haben sie ihre eigenen Prognosen inhaliert? ­Eine Art Eigenblut-Doping? In der Tour de France ist das streng verboten. Im Journalismus kann man damit sehr bequem sehr lange leben, denn man lebt in einer Blase, die Korrekturen durch die Wirklichkeit nur ungnädig zur Kenntnis nimmt.

Moralisch ganz weit oben

Sie hätten, so sagt es Thomas Frank im Guar­dian, in einem nie vorher gesehenen, ungewöhnlichen Pakt die andere Seite beleidigt, statt zu versuchen, sie zu verstehen. Sie hätten die journalistischen Regeln gebrochen. Sie hätten Meinungsartikel in Gebetsstunden verwandelt, in ein «vehicle for high moral boasting». Vielleicht sei es Zeit, fährt Frank fort, über diese schrille Selbstgerechtigkeit, die meist von Besserverdienenden stamme, nachzudenken.

Die deutsche Politik hat wie erwartet reagiert. Von oben herab, denn im Moment fühlt sich Deutschland moralisch ganz weit oben. Aussenminister Steinmeier hat Trump noch vor der Wahl als «Hassprediger» bezeichnet und nach der Wahl ausdrücklich nicht gratuliert. Er wurde gerade mit dem Amt des Bundespräsidenten dafür belohnt. Kanzlerin Merkel hat Trump zwar widerwillig gratuliert, aber die Zusammen­arbeit mit der Supermacht an die Bedingung geknüpft, dass sich Trump an Recht und Ordnung hält, an Respekt vor Menschenwürde und reli­giösen und sexuellen Orientierungen, ausgerechnet sie, die eine Schicksalsentscheidung für ihr Volk, jene ominöse Grenzöffnung, im Alleingang am Parlament vorbeibeschlossen hat.

Und die gerade intensiv Geschäfte mit dem skrupellosen Bosporus-Diktator Erdogan macht, weil der ihr die Flüchtlinge, meist ­Antisemiten und Frauenverächter, abnimmt, die sie sich eingeladen hat. Ob er Recht und Ordnung bricht, scheint ihr dabei zunächst ­einmal egal zu sein.

Merkels «Yes, we can»

Der SPD-Vorsitzende und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel drehte noch einmal seine Vor­urteile durch den Betonmischer. Nach Trumps Wahlsieg warnte er vor diesem Kerl, der «Vorreiter einer autoritären und chauvinistischen Internationale» sei.

Da Verzerrung und Abwertung des Gegners zum Repertoire der Populisten gehören, vermutet Gabriel mal eben linkspopulistisch so dahin, dass Trump zurück in die Zeiten wolle, da «Frauen an den Herd oder ins Bett gehörten, Schwule in den Knast und Gewerkschaften höchstens an den Katzentisch». Kritik lasse er nicht zu: «Und wer das Maul nicht hält, wird öffentlich niedergemacht.»

Nun ist nicht bekannt, ob Trump diesen merkwürdig aggressiven deutschen Parteivorsitzenden überhaupt kennt, eher nicht, ­wahrscheinlich hat er ihn deshalb noch nicht «öffentlich niedergemacht». Noch weniger wird er diese dubiosen Europa-Politiker kennen, Jean-Claude Juncker, einst Chef des Steuerparadieses Luxemburg, oder Martin Schulz, einst Bürgermeister in Würselen, die meinten: «Er wird uns kennenlernen.»

Wahrscheinlich wird er gerade das nicht tun. Denn das über Merkels Flüchtlingsprogramm wie ein Kartenhaus zusammenbrechende «Projekt Europa» ist ihm eher egal. America First. Es wird grosses diplomatisches Geschick und viel Geld erfordern, ihn für eine militärische Intervention zu gewinnen, sollte die Grenze etwa zu Litauen in Gefahr sein.

Selbstüberschätzung ist die Falle. Das ist die Lehre. Sie gilt für die deutsche Politik genauso wie für den deutschen Journalismus.

Während seine Gegner noch in Rage sind, spricht Trump davon, Gräben zuzuschütten. Er äussert sich wärmstens über die Clintons. Er ruft seinen Gegnern zu: «Habt keine Angst!» Er respektiere Homosexuelle. Er werde die Regelungen zur Homo-Ehe nicht ändern. «Für mich ist das okay.» Damit sollte doch auch der Papst zufrieden sein.

Dennoch bedeutet die Wahl Donald Trumps eine tektonische Verschiebung des gegenwärtigen politischen Meters, der lange als Urmeter gehandelt wurde. Nun sehen wir: Er war verrutscht. Er hat nur in dieser Blase gegolten, wo links immer gut und rechts immer böse ist, wo jeder Minderheit besonderer Schutz gewährt wird, ausser eben den Abgehängten, kurz: dem einfachen Mann, wenn er weiss und hetero­sexuell ist und sein Land liebt – also der Mehrheit.

Die Euphorie über den jungen Obama und sein verführerisches, linkspopulistisches «Yes, we can» hat in eine achtjährige Sackgasse ­geführt. Für Merkels «Wir schaffen das» («Yes, we can») wird das Gleiche gelten.

Rund eine Million islamischer Kostgänger, davon etwa die Hälfte nicht einmal registriert, und einige unter ihnen IS-Kader? Alle sehen: Wir schaffen es nicht, weder finanziell noch kulturell. Pegida und AfD sind die Reaktionen darauf. Doch die Kanzlerin mag sich nicht revidieren.

Die New York Times unterstützt sie in ihrer Sturheit, die Bild-Zeitung verkündete es gross. Mittlerweile aber wissen wir, was mit denen passiert, die die einst geachtete Meinungs­maschine aus New York unterstützt.

Am Schluss ein Bekenntnis: Auch ich habe vor einigen Wochen noch geschrieben, dass mir eine berechenbare Gaunerin lieber ist als ein unberechenbarer Verrückter. Zu schrill schienen mir die Auftritte des Moguls. Doch je näher der Wahltermin rückte und je geschlossener und verlogener der linkspopulistische Widerstand gegen den Unternehmer wuchs (den Frauenfeind!), desto mehr wuchs in mir das Gefühl: Es wäre doch ganz schön, wenn sich dieser Kerl gegen die gesamte etablierte Politik- und Meinungsmaschine durchsetzte. Eine Maschine der Grossbanken und Rüstungskonzerne und Ölscheichs, die 900 Millionen in Clintons Wahlkampfkasse spülte.

Dieser demokratische Wechsel tut gut, tut gut in jedem Staat der Welt.

Statt über Trumps Populismus sollten unsere TV-Anstalten über den eigenen nachdenken. Zum Beispiel darüber, dass die AfD nicht ohne das diffamierende Attribut «rechtspopulistisch» genannt werden darf. Wie wäre es mal mit der Formulierung «die linkspopulistische SPD» oder die unter Merkel «linkspopulistisch gewendete CDU»? In der Sendung «Berlin ­direkt» sprach Moderatorin Bettina Schausten von einer «Schockstarre», und gleich darauf wurden Bilder über, na was wohl, den deutschen Rechtspopulismus gezeigt.

Ob Luna, die Tochter des Schauspielers Til Schweiger, tatsächlich, wie im Fall eines Trump-Sieges angekündigt, ihre US-Staatsbürgerschaft aufgibt, wissen wir noch nicht. Ebenso wenig, ob Jennifer Aniston und ein ganzer Pulk ihrer Hollywoodkollegen tatsächlich nach Kanada ziehen, wie sie herausposaunten.

Ich würde mal vermuten: .

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Ob der kommende Präsident der Vereinigten Staaten und der deutsche Altpräsident Heinrich Lübke etwas gemeinsam haben, wird sich zeigen, wenn Donald Trump zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin kommt. Lübke hatte 1966 bei der Ankunft auf dem Flughafen Lome seine rechte Hand von einem mitreisenden Arzt bandagieren lassen, damit er Togos Regierungschef, Gnassingbe Eyadema, nicht die Hand geben musste. Eyadema hatte angeblich Silvanys Olympia, den ersten Staatspräsidenten von Togo und einen Freund Lübkes, ermorden lassen.

Es ist nur eine düstere Vision. Aber ausgeschlossen ist es nicht, dass diesmal der designierte US-Präsident, Donald Trump, protokollresistent, wie er ist, dem neuen Bundespräsidenten, Frank-Walter Steinmeier, den Handschlag verweigert. Vielleicht kommt er auch gar nicht nach Berlin und fährt lieber auf eine Portion Saumagen nach Kallstadt in der Pfalz, von wo seine Vorfahren vor 130 Jahren in die Neue Welt auswanderten.

So schlecht, wie er sich von ihnen behandelt fühlt, könnte man Trump verstehen, wenn er eine Begegnung mit den Granden der Großen Koalition nicht auf dem Zettel hätte. Steinmeier, sonst ein salbadernder Anpasser, hatte Trump einen „Hassprediger“ genannt und ihm nach dessen Sieg den Glückwunsch verweigert. Kabinettskollege Sigmar Gabriel schimpfte den Wahlgewinner gar den „Vorreiter einer neuen reaktionären und chauvinistischen Internationale“. Dabei hat der deutsche Wirtschaftsminister viele gute Gründe, mit dem Weißen Haus im Gesprächsmodus zu verbleiben.

Die USA sind der weltweit wichtigste Abnehmer deutscher Waren. Die Ausfuhr nach Amerika bindet weit über eine Million direkte und vielleicht noch einmal so viele indirekte Arbeitsplätze. Wenn der Abschotter Trump die handelspolitischen Maximen, die er im Wahlkampf verkündete, konsequent umsetzt, dann brennt bei der deutschen Exportwirtschaft die Hütte.

Die gute Hillary und der böse Donald

Die Schmäh-Kritik der zwei SPD-Notabeln steht im Einklang mit dem verbalen Unflat, den die deutschen Medien monatelang über Trump ausschütteten. Vor allem für führende Qualitätsblätter wie die SZ und die ZEIT war Hillary die Gute und Donald der Böse. Sie sprachen ihm Anstand und Moral komplett ab. Dass er  ein Benehmen hat wie die Kohlekumpel aus den Appalachen, steht außer Frage. Aber an Anstand und Moral war ihm seine Konkurrentin, Hillary Clinton, nicht überlegen.

Für den SPIEGEL war Trump ein „schriller Motzke“ und ein „Trickbetrüger“, Und: „Er lügt und hetzt“, er „saut vor sich hin“, er „fuchtelt, brüllt und spuckt“. Man könne „diesen Kerl kaum aushalten“. Und bei Georg Diez von SPIEGEL Online krümmten sich beim Schreiben die Finger, wenn er daran dachte, dass der Typ gewinnen könnte.

Ja, Redneck Donald liefert reichlich Gründe, ihn in die Pfanne zu hauen. Die Zehn-Zitate-Sammlung freilich, mit der der SPIEGEL insinuierte, dass er einen Atomkrieg im Schilde führen könnte, war kein solcher Grund. Trumps vergewisserte standardmäßig sein Publikum: „I will be the last one to press that button.“ Und wer von den zwei Präsidentschaftsbewerbern der konfliktfreudigere war, ist noch nicht entschieden.

Außerdem, wenn er ständig darüber klagte, dass der amerikanische Wahlkampf so schmutzig war, durfte der SPIEGEL dann das Foto einer nackten Trump-Plastik (auf der unten was fehlte) verbreiten und darüber schreiben: „Der Kaiser hat keine Eier“?

Heribert Prantl, Chefkommentator der „Süddeutschen“, giftete in einem Essay über den „Trumpschen Populismus, der nun weltweit giftig strahlt“. The Donald als Naturkatastrophe also. Der Spiegel trieb die Verunglimpfung mit einem Titelbild auf die Spitze, auf dem ein feuerumwaberter Trump-Schädel auf die Erde zurast. Dazu die Zeile „Das Ende der Welt“ und darunter viel kleiner: „Wie wir sie kennen.“ Es war der Tiefpunkt des deutschen Nachrichtenmagazin-Journalismus. So machen die Nachfolger von Rudolf Augstein das „Sturmgeschütz der Demokratie“ zur Gulaschkanone.

Vier Prozent finden Trump sympathisch

Mit ihrer Anti-Trump-Kampagne hat die Journaille den deutschen Interessen keinen guten Dienst erwiesen. Doch die Nation nahm die Botschaft freudig an. 1981, auf dem Höhepunkt der Proteste gegen den Nato-Dopplbeschluß, stimmten noch 57 Prozent der befragten Bundesbürger in einer Umfrage des Allensbach-Instituts der Aussage zu, die USA seien ein starker Verfechter von Demokratie und Menschenrechten. Damals residierte im Weißen Haus Ronald Reagan, der in Deutschland fast ebenso unbeliebt war wie Donald Trump heute.

Anfang dieses Jahres wurde die gleiche Frage nochmal gestellt. Diesmal stimmten nur noch 19 Prozent derselben Frage zu. Und nur vier Prozent fanden Trump sympathisch. Ebenfalls vier Prozent glaubten, daß Deutschland von ihm nichts Gutes zu erwarten habe. Sie könnten Recht behalten.

Umgekehrt liebt offenbar auch Trump die Deutschen nicht. Das deutsch-amerikanische Verhältnis war noch nie so schlecht, nicht einmal unter sozialdemokratischen Kanzlern. Im Wahlkampf kündigte Trump sogar an, dass Deutsche und Franzosen künftig bei der Einreise „extremen Sicherheitsüberprüfungen“ unterworfen würden.

Der Wind des Wandels bläst vor allem durch die Wehretats. Trumps Forderung, dass Deutschland seine Rüstungsausgaben um über die Hälfte von 1,2 auf zwei Prozent (im Vergleich USA: je nach Quelle 3,3 bis 4,35 Prozent) des Bruttoinlandsprodukts anheben solle, steht; und davon wird er nicht abweichen. Das gleiche Postulat erging an die anderen Europäer. Wenn sie nicht parieren, will Trump seine Streitkräfte aus Europa abziehen und seinen Atomschirm zusammenklappen. Dreißig Milliarden Kostensteigerung sind für die Deutschen schmerzlich, aber erträglich. Es ist ungefähr soviel, wie sie dieses und letztes Jahr für die Finanzierung der Willkommenskultur ausgegeben haben.

Gibt es Alternativen? Der Appell von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen an die Europäische Union, sich wehrpolitisch von den Vereinigten Staaten zu emanzipieren, ist infantil. Die EU hat zwar über 1,85 Millionen Soldaten, fast doppelt so viel wie Russland. Aber mit 27 Oberkommandierenden. Russland und die USA verfügen im übrigen über jeweils 7000 atomare Sprengköpfe. Das ist rund 15mal so viel wie die zwei EU-Atommächte Frankreich und Großbritannien zusammen. Aber auch nur, bis der Brexit in Kraft tritt. Danach sind es jeweils 30mal so viele.

Mit mildernden Umständen ist nicht zu rechnen

Auch die deutsche Privatwirtschaft hat Grund zur Sorge. Zu den Firmen, die von Trumps Machtübernahme nichts Gutes zu erwarten haben, gehört der Automobilgigant Volkswagen. Er muss wegen des Abgasskandals mit 15 Milliarden Dollar Strafe rechnen. Es kann auch doppelt so viel werden. Das Problem soll, wie es heisst, auf höchster Ebene geklärt werden. Zwischen Trump und VW-Chef Matthias Müller. Mit mildernden Umständen ist dabei nicht zu rechnen.

Unklar ist die Sachlage für die Deutsche Bank. Das Justizministerium in Washington will von ihr 12,5 Milliarden Euro Strafe und Entschädigung für dubiose Hypothekengeschäfte in den USA. Die Summe ist verhandelbar. Die Bank hat seit langem gute Geschäftsbeziehungen zum Trump-Konzern. Er steht bei ihr zur Zeit mit mindestens 180 Millionen Dollar in der Kreide. Nach Berechnungen des „Wall Street Journal“ belief sich das gesamte Kreditvolumen seit 1998 auf zweieinhalb Milliarden Dollar.

Ob ein guter Draht zum Weißen Haus allerdings den Frankfurter Bankern zum Vorteil gerät, ist einstweilen offen. Konzernherr Trump wird sich hüten, ihnen zu weit entgegenzukommen, weil er nicht in den Verdacht geraten will, dass er staatliche und private Interessen miteinander vermischt. In Washington warten viele auf so einen Fehltritt. Deutschbanker John Cryan könnte die Verhandlungen bis über den Tag des Machtwechsels am 20. Januar in die Länge ziehen. Aber es ist nicht mehr sicher, dass dies zu seinem Vorteil wäre. Von der deutschen Politik hat die Deutsche Bank auch nichts Gutes zu erwarten, am wenigsten von dem Sozialdemokraten Gabriel.

Muss Deutschland nun mit dem Schlimmsten rechnen? Nein, sagt Rüdiger Lentz, Direktor des Aspen-Instituts und alter Fahrensmann der transatlantischen Beziehungspflege. „Die Prioritäten der USA haben sich nur verschoben.“ Die Amerikaner wollten nicht länger für die Europäer die Kastanien aus dem Feuer holen. „Aber sie werden nicht aus der Nato austreten.“ Das hat Barack Obama am Donnerstag in Berlin auch gesagt. Vielleicht aber auch nur, um seine Gastgeberin Angela Merkl und die Obamaphilen in Deutschland zu erfreuen.

Ein Freund aus der ersten Riege der Sozialdemokratie, berichtet Lentz, habe sich mit führenden Parteifreunden über deren Respektlosigkeiten ausgetauscht und den Genossen eine Mahnung verabreicht: „Benehmt euch. Donald Trump hat ein gutes Gedächtnis.“

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Dunkel-Amerika zeigt seine häßliche Fratze. Wenn jetzt die Welt nicht untergeht, dann ist ihr nicht zu helfen.

Es ist die Stunde der Hysteriker. Der Chefagitator der „Süddeutschen Zeitung“, Heribert Prantl, menetekelt auf Seite 1, dass „der Trumpsche Populismus nun weltweit giftig strahlt“. Die FAZ wirft dem Wahlsieger „virale Verbreitungsstrategien aus den Notebooks der perfidesten Online-Vermarkter“ und „digitales Aufpeitschen“ vor. Und die Kampfschreiber von „Spiegel online“ sehen gar die Demokratie in Gefahr, weil die Wahl anders ausgegangen ist, als sie es vorausgesagt haben. Kurzum: Die Deutschen sind weit mehrheitlich weiter gegen Trump. Auch die meisten AfD-Anhänger.

„Bild“ hat seinerzeit nicht einmal Dutschke und der „Spiegel“ hat nicht FJS so unflätig geschmäht, wie die deutschen Medien Donald Trump schmähen. Ja, das muß er sein,  der „große schamlose Brüller“, den der französische Seher Nostradamus vor 500 Jahren vorausgesagt hat.

Apocalypse now?

Man kann nur darauf hoffen, daß die Journaille mit ihren Prognosen zum Thema Trump wieder so schief liegt wie mit den Wahlprognosen und mit dem Brexit. Denn dann kommen herrliche  Zeiten.

Die Kritiker werfen Trump nun auch vor, daß er seine schlimmsten Drohungen aus Wahlkampftagen zurückgenommen hat. Hillary soll nicht mehr ins Gefängnis. Obama nennt er einen „guten Mann“. Obamacare soll nicht mehr abgeschafft, sondern nur noch aufgeweicht  werden. Er hält neuerdings sogar einen Einfluss des „human factors“ auf den Klimawandel nicht mehr für ausgeschlossen. Und das Bekenntnis zum Waterboarding hat er sich wieder ausreden lassen. Auf den Kerl ist eben kein Verlaß, wie die deutschen Medien bewiesen haben.

Was liegt konkret gegen den Mann vor? Ja, er ist ein Pöbelbruder. Sein Benehmen gegenüber Frauen ist – gelinde gesagt – arg uncharmant. Die Rassengleichheit gehört nicht zu seinen Herzensanliegen, zu der seiner Gegnerin allerdings auch nicht, die Afroamerikaner auch mal als „Superraubtiere“ zu verleumden beliebte. Doch die sogenannte Schlammschlacht, die er und Hillary Clinton gegeneinander ausgefochten haben, führte nicht zur Langzeitbelastung des öffentlichen Wohlbefindens. Die Hillaryphilie aus Europa hat der Kandidatin nicht geholfen. Eher im Gegenteil.

Frühere Wahlkämpfe waren ruppiger, einige sogar blutig. In Amerika sind Minimalinjurien, die in Deutschland nach Maßgabe des gesunden Volksempfindens schon als fremdenfeindlich und menschenverachtend gelten, von der Meinungsfreiheit gedeckt. Die Mehrheit fand Inhalte wohl wichtiger als Etikette.

Hillary Clinton hat ihren Wahlkampf ganz auf Identitätspolitik abgestellt, sie warb um die Stimmen der Afroamerikaner, der Latinos, der Schwulen-, Lesben- und Transgenderbewegung und der Frauen. Zum Schluss fühlten sich die heterosexuellen Weißen selbst fast als bedrohte Spezies. Clintons Verhätschelung von Minderheiten rief den Trotz der Mehrheit hervor, der dann in den Sieg ihres Rivalen mündete. Dass Clinton gegen Trump verloren hat, gilt in Deutschland auch als Zeichen niederer amerikanischer Moral. Grundsätzlich ist Frau in der Klischeewelt der deutschen Eliten positiv, Mann dagegen eher negativ besetzt. Wieso eigentlich?

Ja, aber ist der Mann nicht kriegslüstern?

Die meisten Deutschen glaubten, ihn als Zündler entlarvt zu haben, der bereit war, unter Umständen einen Atomkrieg anzuzetteln, um sein Mütchen zu kühlen. Doch die Quellen sagen etwas anderes. Seine Standarderklärung zu seiner Rolle als künftiger Oberbefehlshaber der Streitkräfte klang immer gleich: „The last person to press that button would be me.“ Er werde es aber niemals ausschließen. Das hätten alle zwölf Nachkriegspräsidenten genauso gesagt, wenn man sie danach gefragt hätte.

Dass Frauen die friedlicheren Elemente der Weltpolitik sind, ist sowieso ein Kinderglaube. Von den weiblichen Staats- und Regierungschefs haben prozentual mehr große Kriege angefangen als von den männlichen: Indira Gandhi, Golda Meir, Bandaranaike, Thatcher. Wenn man ihren Einlassungen im Wahlkampf folgt, hätte Hillary Clinton leicht die fünfte werden können.

Clinton sprach sich zum Beispiel für eine Flugverbotszone in Syrien aus. Das heißt, amerikanische Flugzeuge hätten gegebenenfalls russische Kampfmaschinen, die das Verbot mißachteten, abschießen müssen. Was das für den Weltfrieden bedeutet hätte, kann man sich leicht ausmalen.

Clinton sagte auch, daß sie als Präsidentin Cyber-Attacken auf Amerika genauso behandeln werde wie alle anderen Attacken. Und: „Wir werden bereit sein, politisch, wirtschaftlich und militärisch zu antworten.“ Ja, auch militärisch. Also Bomben auf russische Hackerstationen. Hillary Clinton war für den Weltfrieden die gefährlichste Präsidentschaftskandidatin seit dem Demokraten John F. Kennedy, unter dessen Ägide der Planet haarscharf an einem Weltkrieg vorbeischrammte.

Nun wird Trump vorgeworfen, er vermische seine Privatgeschäfte mit seinen Regierungsinteressen. Jeden Tag, schrieb der „Spiegel“, gebe es neue Fälle. Ja, wenn es die denn wirklich gäbe, dann würde sich John Cryan, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, vielleicht besser fühlen. Doch die guten Geschäftsbeziehungen zwischen dem Trump-Konzern und der Deutschen Bank (2,5 Milliarden Kreditvolumen seit 1998) haben dem Chef des Geldinstituts bislang nichts genützt. Von den 14 Milliarden, die die Deutsche Bank als Strafe für dubiose Anlagegeschäfte an das US-Finanzministerium zahlen soll, ist sie noch nicht runter. Nur mit viel Glück wird sie die Summe bestenfalls halbieren können.

Drei Dollar für einen Dollar

Für die europäische Exportwirtschaft ist Donald Trump alles andere als ein Joker. Für drei Dollar Warenwert, den die Amerikaner aus Deutschland einführen, exportieren sie nach Deutschland nur für einen Dollar. Das hält nicht nur Trump für einen unhaltbaren Zustand. Die zu erwartende Isolation Amerikas wird vor allem Chemie, Maschinenbau, IT-Branche und Automobilindustrie hart zusetzen. Clemens Fuest, der Chef des Münchner Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, sieht anderthalb Millionen deutsche Arbeitsplätze wackeln, wenn die USA sich wirklich abschotten. Merkwürdig nur: Die Deutschen sinnieren ständig über Moral, aber ganz selten übers Business.

Aus amerikanischer Sicht dagegen laufen die Geschäfte nicht schlecht. Für 2017 wird eine Steigerung des Wirtschaftswachstums erwartet. Trump plant Steuersenkungen, Deregulierungen und eine Billionen schwere Infrastrukturoffensive. Die OECD feiert ihn schon als Retter. Soviel scheint ziemlich sicher: In Amerika findet die Apokalypse nicht statt. Skurriles Lob erntete der Präsident in spe im Deutschen Bundestag. Sarah Wagenknecht, die Linksaußen der Linken, rief vom Podium ins Plenum: „Der hat wirtschaftspolitisch mehr drauf als die Bundesregierung.“

Es wäre Zeit für Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, sich um einen Termin in Washington zu bemühen. Denn es gibt viel zu besprechen: den Fall VW, den Fall Deutsche Bank und ganz generell die Zukunft der deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen. Aber ob Gabriel sich noch ins Weiße Haus traut, nachdem er den künftigen Hausherrn als „Vorreiter einer reaktionären, chauvinistischen Internationale“ verunglimpft hat? Der zuständige Ressortminister hält es – außer im Iran – offenbar nicht für seine Aufgabe, sich für die Interessen der deutschen Wirtschaft im Ausland zu verwenden.

Merkel eine Art Hillary of Germany

Auch Angela Merkel hat keinen Besuch im Oval Office auf dem Zettel. Und Trump hat sie auch noch nicht eingeladen. Für ihn ist sie eine Art Hillary of Germany, mithin als Gesprächspartnerin untauglich.

Nach einer aktuellen Umfrage haben mehr Deutsche Angst vor Trump als vor dem Flüchtlingsproblem. Die Angst ist zum Teil berechtigt, aber aber verfrüht. Langfristig wird Trump für Deutschland teuer. Er fordert von den Deutschen die Anhebung des Wehretats um weit mehr als die Hälfte von 1,2 auf  zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das wären, grob gerechnet, vierzig Milliarden Euro. Man kann das verstehen. Die USA geben (je nach Zählweise) 3,5 bis 4,5 Prozent vom BIP für die Rüstung aus. Alle europäischen Mitgliedstaaten zusammen tragen nicht mal halb so viel zum Militärbudget der Nato bei wie die USA.

Wenn die Amerikaner im Ernstfall für sie ins Gewehr treten sollen, müssen die Europäer tüchtig nachrüsten. Jedoch, Clinton wäre keine bessere Wahl gewesen. Sie wollte die transatlantischen Bündnispartner gleichfalls finanziell an die Kandare nehmen, sie stellte immerhin die Rolle der Nato nicht in Frage.

Barack Obama glaubt, daß sein Nachfolger es schon richten wird. Er hält einstweilen an seinem Credo aus der Wahlnacht fest: „No matter, what happens, the sun will rise in the morning.“ Dabei meint er aber nur Amerika.

Wer allein auf die deutsche Weltpresse und den Staatsfunk bei seiner Meinungsbildung über die Welt angewiesen ist, hat bisher folgendes Bild vom amerikanischen Präsidenten: Trump ist ein „Schreihals“, ein „Hetzer“, ein „Lügner“, ein „Spalter“, ein „Rassist“, dem schon wenige Wochen nach seinem Amtsantritt die Amtsenthebung droht, von dem sich enttäuschte Wähler abwenden und dem selbst republikanische Politiker die Pest an den Hals wünschen.

Um diese Einschätzungen zu belegen, werden alle möglichen Konfidenten zitiert, „Aktivisten“, Lobbygruppen, „Experten“ aller Art aber nur einer Couleur, oder einfachheitshalber direkt: Vertreter der unterlegenen Demokratischen Partei, hier besonders gerne Bernie Sanders, der betagte „Linkspopulist“.

Nun hat der 45. Präsident eine Rede vor dem Kongress der Vereinigten Staaten gehalten und die tagesschau online zitiert pflichtschuldig die Lobbygruppe CAP Action: „51 Lügen in 61 Minuten“. Das Staatsfernsehen stellt die bange Frage: „Hat Trump also wirklich alle knapp 72 Sekunden gelogen?“ „Ganz so einfach ist es nicht“, wird dann noch eingeschränkt, als pflege man hier journalistischen Ethos, aber getreu dem Motto: Vielleicht waren es ja nur 50 Lügen.

„Kannst Du die Rede von Trump kommentieren?“, fragte Team Tichy, und fügte ermahnend „sachlich“ hinzu. Sachlich? Hmm. Okay, das ist ja schließlich nicht die Blackbox. Lassen wir also hauptsächlich den Präsidenten selbst zu Wort kommen.

Dennoch bleibt eine Schwierigkeit. Wie beschreibt man Trumps Masterplan für die U.S. bei uns, wo fast das gesamte Parlament für höhere Steuern und gegen den Schutz der eigenen Grenzen ist? In dem das Parlament nie emotional eines toten Soldaten gedachte, den es vorher auf eine bescheuerte Mission irgendwo am Anus Mundi geschickt hatte? Dessen stellvertretende Parlamentschefin Deutschland irgendwie „sch****“ findet?

Fangen wir mit einer Beschreibung der Szenerie an. Die Mehrheit im Oval ist republikanisch. Die Damen der Opposition sind in weiß gekleidet, laut BBC eine Anspielung auf die Suffragetten-Bewegung, die sich einst für das Frauenwahlrecht  einsetzte. Bleiben wir sachlich, schreiben wir nichts dazu.

„Heute, mit dem Ende der Feierlichkeiten zum Black History Month, werden wir an den langen Weg erinnert, den unsere Nation auf dem Weg zu den Bürgerrechten zurückgelegt hat,“ so beginnt die Rede. (Wussten Sie, dass auch in Deutschland seit Anfang der 1990er Jahre ein Black History Month gefeiert wird?) „Und wenn wir auch eine Nation sind, die in politischen Fragen gespalten ist, so stehen wir doch zusammen in der Verurteilung von Hass und dem Bösen in all seinen Formen“, sagt Trump weiter. „Jede amerikanische Generation hat diese Fackel der Wahrheit, Freiheit und Gerechtigkeit weitergegeben bis heute.“

„American Spirit“

Hier wollen wir einfügen, dass die Zuhörer häufiger aufstanden als bei einem katholischen Gottesdienst und im Stehen applaudierten. Also alle Republikaner, die Gäste auf den Rängen, und, ja, auch vereinzelt Demokraten. Weil die ganze Rede über eine Stunde dauerte und jederzeit im Internet zu sehen ist, picken wir uns die wichtigsten Stellen heraus.

Trump spricht zunächst von der Erneuerung des „American Spirit“, und dass „Amerika wieder einmal bereit ist zu führen“. In neun Jahren jährt sich der Unabhängigkeitstag zum 250. Mal. „Was für ein Land werden wir unseren Kindern hinterlassen?“ fragt Trump, um gleich hinzuzufügen: „Ich werde nicht zulassen, dass die Fehler der letzten Jahrzehnte den Weg in unsere Zukunft bestimmen.“ Er spricht vom Absturz der Mittelklasse, den Kindern in den gewalttätigen Metropolen (als erstes nennt er Chicago, wo Obama seine Karriere begann), und von den Grenzen anderer Länder, die die USA schützten, „während unsere Grenzen weit offen standen“. Billionen seien in Übersee ausgegeben worden, während die heimische Infrastruktur zerfiel.

All das habe zu der Rebellion geführt, die eine einfache Forderung stelle: „Amerika muss seine Bürger an die erste Stelle setzen, weil nur dann können wir Amerika wieder groß machen.“ (Wer immer die Rede geschrieben hat – hier wird der Wahlsieg, wie auch schon während des Wahlkampfs, als Sieg „einer Bewegung, einer Rebellion“ nicht etwa der Republikanischen Partei verkauft.)

Trump zählt seine ersten Erfolge auf. Er nennt Firmen, die jetzt neue Jobs in den USA schaffen wollen, seinen „Deal“, der das F-35-Kampfflugzeug hunderte Millionen günstiger gemacht habe. Er habe einen Einstellungsstopp für nicht-militärische und nicht notwendige Bundes-Beschäftigte verfügt. Einen Anti-Korruptions-Erlass unterzeichnet, der bestimmt, dass Abgeordnete erst nach fünf Jahren Lobbyjobs übernehmen dürfen, und für ausländische Regierungen überhaupt nicht. (An dieser Stelle guckten die Demokraten besonders verbittert.)

Zudem habe er bestimmt, dass für jede neue Bundes-Regulierung zwei alte gestrichen werden müssen. Er habe die Zukunft der Minenarbeiter im Kohlebergbau gesichert und den Weg für neue Pipelines freigemacht, die allerdings von jetzt an aus amerikanischem Stahl hergestellt werden müssten.

„Wir haben die USA aus der Arbeitsplätze vernichtenden TTP zurückgezogen“, dafür mit Kanadas Trudeau eine Einrichtung gegründet, die weibliche Unternehmer unterstützt. (Das ist wirklich gut: Er hat was mit dem Posterboy der Linken, dem feschen Trudeau zusammen gemacht, und dann auch noch für Frauen. Trump zieht alle Register, da kann er dann auch etwas strenger werden.)

Security

Zum Schutz „unserer Bürger habe ich das Justizministerium angewiesen, eine Task Force gegen Gewaltkriminalität zu schaffen. Und Justiz, Homeland Security und Nachrichtendienst aufgefordert, eine aggressive Strategie gegen Verbrecherkartelle, die sich in unserem Land ausgebreitet haben, zu entwickeln. Gleichzeitig hat meine Regierung auf die Forderung des amerikanischen Volkes nach Grenzsicherung geantwortet. Durch die Umsetzung der Immigrationsgesetze werden die Löhne steigen, den Arbeitslosen wird geholfen, Milliarden Dollars gespart und unsere Gemeinden für alle sicherer.“

„Wir wollen, dass alle Amerikaner erfolgreich sein können, aber das geht nicht in einem Umfeld rechtlosen Chaos’.“ Dann verspricht er wieder den Bau der Mauer als effektive „Waffe gegen Verbrechen und Drogen“. „Während wir hier sprechen, schaffen wir Gang-Mitglieder, Drogenhändler und andere Kriminelle außer Landes, wie ich es versprochen habe.“

„Unsere Pflicht ist es, den Bürgern der U.S. zu dienen, sie zu schützen und zu verteidigen. Wir unternehmen auch starke Anstrengungen, unsere Nation vor radikal-islamischem Terrorismus zu schützen. Die große Mehrheit der Attentäter kam von außerhalb unseres Landes. Wir haben die Attacken zuhause gesehen und in Frankreich, Belgien und Deutschland. Es ist nicht mitfühlend, sondern rücksichtslos, unkontrollierten Einlass aus Gegenden zu erlauben, wo eine vernünftige Überprüfung nicht gewährleistet ist.“ (Das dürfte jetzt für viele bei uns in Deutschland nicht so leicht zu verstehen sein, was Trump da sagte, noch schwerer dürfte folgender Satz für manchen zu verdauen sein: „Die, denen wir die große Ehre erweisen, bei uns einreisen zu dürfen, sollten dieses Land unterstützen und seine Menschen und Werte lieben.“)

Das Verteidigungsministerium soll Pläne zur Zerstörung von ISIS ausarbeiten, wobei „wir auch mit unseren Freunden in der muslimischen Welt kooperieren“, sagte er dann. Und er, Donald, habe Sanktionen gegen Gruppen und Individuen verhängt, die Irans Raketenprogramm unterstützen und habe die unzerbrechliche Allianz mit Israel befestigt. Zudem habe er Neil Gorsuch zum neuen Verfassungsrichter ernannt und erwarte hierfür die Zustimmung des Senats.

Jobs

Um die nächsten Schritte zu verstehen, fuhr Trump fort, müsse man zunächst die Bedingungen ehrlich benennen, unter denen er das Land übernommen habe:

„94 Millionen Amerikaner haben keinen Job. 43 Millionen leben in Armut, 43 Millionen leben von Lebensmittelmarken. Einer von Fünf in seinen besten Jahren arbeitet nicht. Wir haben die schlechteste Wirtschaftsentwicklung in 65 Jahren. In den letzten Jahren hat die (Obama-)Administration fast mehr Schulden gemacht als alle vorherigen Präsidenten zusammen. Wir haben 25% unserer Industriejobs verloren, seit NAFTA in Kraft getreten ist, und haben 60.000 Fabriken verloren, seit China 2001 in die WTO eintrat. Unser Handelsdefizit betrug im letzten Jahr 800 Milliarden Dollar.“

(Das sind wohl die Zahlen, die die tagesschau als „aus dem Zusammenhang gerissen“ empfindet, obwohl sie zugibt: „Für viele seiner Aussagen lassen sich durchaus Belege finden.“ Soll heißen: Man muss nur alles „richtig“ einordnen, dann passt’s auch wieder.)

Er habe ein außenpolitisches Desaster geerbt. Nur die Rückbesinnung auf den „American Spirit“, der noch alle Herausforderungen in der Geschichte gemeistert habe, und die Überwindung der Feindschaft zwischen den Parteien ließe all diese Probleme lösen. „Wir müssen den Motor der US-Wirtschaft neu starten, es für Firmen in den U.S. leichter machen, erfolgreich zu sein, aber schwerer, das Land zu verlassen.“ (An dieser Stelle klatschte sogar Bernie Sanders.)

Economy

Dann verspricht Trump massive Steuersenkungen für Firmen und die Mittelklasse. Er zitiert Lincoln und verspricht, andere Länder nicht von Amerikas Arbeitern profitieren zu lassen und will ein Einwanderungsgesetz wie in Kanada und Australien erlassen. „Es ist eine einfache Sache, dass die, die einwandern wollen, sich selbst versorgen können müssen. Stattdessen halten wir uns in Amerika nicht daran, belasten die öffentlichen Ressourcen, auf die sich eigentlich unsere Ärmsten verlassen. Unser aktuelles Immigrations-System kostet Milliarden pro Jahr. Die Abschaffung dieses Systems hin zur Einwanderung Qualifizierter wird viele Vorteile haben: Es wird unzählige Dollars einsparen, zur Erhöhung der Niedriglöhne für Amerikaner führen, unsere nationale Sicherheit verbessern und hart arbeitenden Familien, auch Migrantenfamilien, den Weg in den Mittelstand ebnen. (Das oben Gesagte dürfte das sein, was bei uns unter „voll rechts“ läuft.)

Schließlich bittet Trump den Kongress, Obamacare zu beenden. Das sei ineffizient und viel zu teuer, mit gigantischen Preissteigerungen, und viele Versprechungen seien gebrochen worden. Hier setzt er auf Republikaner und Demokraten: „Die wahre Liebe zu unserem Land verpflichtet uns zusammenzuarbeiten.“ („Wahre Liebe zu unserem Land“ – hier dürften Grüne kollabieren, wenn sie die Rede denn so lange ausgehalten hätten.)

Trump spricht über das Erziehungssystem, seine Aufrüstungspläne und, für uns nicht ohne Bedeutung, von der NATO: „Unsere Außenpolitik erfordert ein direktes, robustes und bedeutungsvolles Engagement in der Welt. Wir unterstützen nachhaltig die NATO, durch den Bund geschmiedet, der den Faschismus entthront und den Kommunismus besiegt hat. Aber unsere Partner müssen ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen. Und nach ernsthaften Gesprächen beginnen sie jetzt damit.“ („Ich zahl ja!“ hat unsere Ursula bereits versprochen.)

„Mein Job ist nicht, die Welt zu vertreten, mein Job ist es, die USA zu vertreten, aber wir wissen, Amerika geht es umso besser, je weniger Konflikte herrschen. Amerika ist heute Freund ehemaliger Feinde, einige unserer engsten Verbündete haben in Kriegen gegen uns gekämpft. Das sollte uns Hoffnung geben.“ (Damit meinte er nicht zuletzt uns …)

Am Ende kommt der Pathos, der Claudia Roth wohl von Schreikrämpfen geschüttelt zu Boden sinken ließe: „Wir sind ein Volk mit einem gemeinsamen Schicksal, wir bluten dasselbe Blut, wir salutieren derselben Flagge und wir wurden alle geschaffen vom selben Gott. Gott schütze Sie und Gott schütze die Vereinigten Staaten von Amerika.“ (Dass Trump da jeden Amerikaner gleich welcher Hautfarbe und Konfession anspricht, darauf kommen hierzulande Bestimmte nicht, wetten?)

Victims

Selbst dieser lange Text ist nur ein Auszug der Rede. Trump hatte Gäste geladen, Menschen die Opfer von Gewalt wurden, die Witwe des verstorbenen Bundesrichters Scalia und die weinende Witwe eines gerade im Jemen getöteten Navy Seals. An der Stelle erhob sich das gesamte Plenum, viele kämpften mit den Tränen.

Mehrmals arbeitete Trump mit dem Mittel, die Abgeordneten mit den Opfern gesetzlicher Unzulänglichkeiten zu konfrontieren, diesen ein Gesicht und einen Namen zu geben: einer Frau im Rollstuhl, der nur der außergewöhnliche Einsatz des Vaters das Leben rettete (Trumps Angriffsziel: Zu lange Genehmigungsverfahren für Medikamente). Vier Menschen, deren Angehörige von illegalen Migranten getötet wurden. Eine schwarze Schulversagerin, die erst nach einem Schulwechsel einen Abschluss schaffte und heute Sozialarbeit studiert.

Die ganze Rede und die Inszenierung dieses politischen Neulings ist ein Meisterwerk der Rhetorik, eine Rede von einer Qualität, die wir hierzulande die nächsten zwanzig Jahre wohl nicht hören werden. Selbst der Spiegel kam nicht umhin zu bemerken: „Insgesamt – das muss man sagen – ist diese erste Rede vor dem US-Kongress ein Auftritt, der Trump eher helfen dürfte.“ Nicht ohne hinzuzufügen „Trumps Auftritt ist äußerst geschickt, denn natürlich setzt er auch wieder ein paar finstere nationalistische Botschaften.“ „Finstere nationalistische Botschaften“ gehören in den USA zum guten Ton. Seit fast 250 Jahren.

Diesem Text lag eine englische Transkription der Rede zugrunde, sowie der Mitschnitt der Rede auf youtube. Vergessen Sie die auszugsweisen Wiedergaben mit deutschen Übersetzungen diverser Medien.

Die Kämpfe um Aleppo werden von den Terroristen der Al-kaida und Al-Sharam geführt, überwiegend von Nicht-Syrern. Nicht von Aufständischen, nicht von Rebellen.

Wie die TAGESSCHAU unsere Sprache  nach Freund und Feind regelt

Autor: U. Gellermann
Datum: 29. August 2016

Wetten, dass die TAGESSCHAU-Macher schon mal gesehen haben, wie einer aufsteht? Das muss ein Aufständischer gewesen sein. Tatsache! Aber wenn er sich dann wieder setzt, ist er dann widersetzlich oder aber sogar im Widerstand? Fragen über Fragen, die jüngst in der NDR-Sprachkommission diskutiert wurden. Sprachregelung muss sein, denn sonst würde man die syrischen Terroristen ja Terroristen nennen müssen. Dann doch lieber Aufständische.

Meldet sich Dr. Gniffke, der Herr von ARD-aktuell und auch des Tagesschau-Wordings: „Also ich will mal klar sagen, der Terror lauert in jeder Programmbeschwerde. Denn Terror ist ja nur lateinisch für `Schrecken´. Und mir fährt jedesmal der Schrecken in die Glieder, wenn mir so eine Beschwerde auf den Tisch kommt. Wir brauchen so ein Wort-Dings, so ein Wording, wo das ein für allemal festlegt ist: Wer sich beschwert, der ist ein Terrorist!“
Programmbeschwerde – Tagesschau-Ausgabe vom 9.8.16
Anmerkungen zum Thema  „Wie sage  ich es unserem Publikum“
 
Sehr geehrter Herr Marmor,
 
auch in der Tagesschau-Sendung vom 9.8.16 heisst es (wie leider üblich) zu Beginn:
„Guten Abend, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zur Tagesschau“.
Diese Floskel ist verfehlt, und zwar nicht nur sprachlich. Nach dem Gongschlag 20 Uhr und während des Kamera-Aufzugs (erst das ARD-Logo, dann Blickrichtung ins hochgedimmte Studio) tönt es aus dem OFF: „Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau.“ Zwei Sekunden danach sagt der Sprecher im ON noch einmal, was der Zuschauer doch gerade selbst sieht:
„ … ich begrüße Sie zur Tagesschau.“
Mit Verlaub, für wie deppert wird das Publikum gehalten?
Und nun: Wenn man „Guten Abend“ sagt, dann ist das bereits die Begrüßung. Die regelmäßig hier angefügte Erläuterung „Ich begrüße Sie“ ist eine peinliche Tautologie. Als ob dem Zuschauer nicht zuzutrauen wäre, dass er das „Guten Abend“ als Begrüßung kapiert. Nun denn, mit den nachfolgenden Nachrichten wird das Publikum ja ebenfalls allzu oft für dumm verkauft.…
Wir regen trotzdem gemäß § 13 NDR-Staatsvertrag an, zukünftig nur noch zu sagen: „Meine Damen und Herren, wir begrüßen Sie“ oder zum früher üblichen „Guten Abend, meine Damen und Herren“ zurückzukehren. Nicht jede Neuerung bewirkt eine Verbesserung, wie die Erfahrung lehrt, das gilt auch für manche sprachliche Allotria, die ARD-aktuell sonst noch so treibt.
Zum Beispiel:
Der Korrespondent Stefan Niemann: „Erst jetzt, 90 Tage vor den Wahlen, wächst der Widerstand gegen Trump“. Was soll „erst jetzt“ genau heißen? Hat es in der Vergangenheit keinen „wachsenden“ Widerstand gegeben, war er nur gleichbleibend lau-lau? Das wäre eine Falschmeldung, denn der bisherigen Tagesschau-Berichterstattung zufolge hat es gegen Trump schon von Anbeginn Widerstand in der eigenen Partei gegeben. Jetzt, nur noch drei Monate vor den Wahlen, hätte der Spruch allenfalls lauten dürfen: „… wächst der Widerstand gegen Trump weiter…“
Niemann fährt fort: „Der (gemeint ist Trump) posaunte seine populistischen Parolen heraus…“ Wieder ein sprachlicher Missgriff, denn das Sprachbild „ausposaunen“ ist nur üblich beim lautstarken Verkünden von bis dato noch nicht Gesagtem, aber Herausposaune Niemann will ja auch nur für die Tagesschau referieren, dass Trump die von ihm bereits bekannten Parolen wiederholte.
Die erbärmliche Wortwahl hat nichts mit „Qualitätsjournalismus“ zu tun, sie ist Gequatsche auf Stammtisch-Niveau. Wir regen an, Herrn Niemann professionellen Sprachunterricht angedeihen zu lassen.
Auf einer eingeblendeten Grafik war im gleichen Beitrag die Äußerung einer US-Senatorin über Trump zu lesen (in deutscher Übersetzung):
„Es ist eine Entscheidung die mir nicht leichtfällt…..Donald Trump spiegelt weder die historischen Werte der Republikaner wider noch die inklusive Herangehensweise, die entscheidend sind, um die Spaltung des Landes zu heilen…“
Ihre oft beklagte sprachliche Verlotterung, Ausdrucks- und Grammatikschwäche zeigt ARD-aktuell hier einmal mehr. Hinter das Substantiv „Entscheidung“ gehört ein Komma, wir lesen schließlich einen Relativsatz. Was unter „Inklusive Herangehensweise“ zu verstehen ist, wissen die Götter und ARD-aktuell-„Qualitätsjournalisten“, ein durchschnittlicher Fernsehkonsument hingegen eher nicht. So ist das eben, wenn eine Redaktion keine eigenen interpretatorischen Fähigkeiten mehr abzurufen imstande ist, sondern sogar amerikanisches Englisch nur wortwörtlich ins Deutsche übersetzt. Dabei kommt solcher Quatsch heraus. Aber bitte, wenn Dr. Gniffke meint, dass regelmäßig ein Kontrakpunkt nötig sei, um das Selbstlob zu unterstreichen, ARD-aktuell drücke sich klar und allgemeinverständlich aus…
 
Lassen wir die Lachnummern und kommen wir zum Verstoß gegen die Programmgrundsätze:
„…das Assad-Regime bekämpft in Aleppo mit russischer Luftunterstützung aufständische Gruppen“, heisst es in einer Syrien-Meldung. Die bewusst fälschliche Verwendung des Begriffes „aufständische Gruppen“ übertüncht, dass es sich bei den damit Gemeinten um Terroristen aus der gesamten Levante, der Golfregion, Saudi-Arabien und vielen anderen Ländern handelt, die von der Westlichen-Werte -Gemeinschaft (WWG) logistisch unterstützt werden (mit angeheuerten Milizionären, Geld, Waffen, Munition,Treibstoff und mit militärischem Knowhow sowie mit geheimdienstlichen Informationen über ihre Gegner); das Ziel ist nach wie vor, den syrischen Staat zu ruinieren und seine laizistische Regierung unter Assad zu beseitigen.
Deshalb, nochmal bitte mitschreiben: Aufständischer ist nur ein Mensch, der gegen seine eigene Obrigkeit bzw. einen ihm selbst aufgezwungenen Zustand kämpft, er kann auch als Rebell bezeichnet werden. Es mag solche in Syrien geben, doch bestimmen sie das Kriegsgeschehen in keiner Weise. Die Kämpfe um Aleppo werden von den (inzwischen umbenannten) Terroristen der Al-kaida und Al-Sharam geführt, überwiegend von Nicht-Syrern. Da Herr Schwenck und Herr Dr. Gniffke das sehr wohl wissen, muss davon ausgegangen werden, dass sie willentlich Terroristen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein werbewirksames und unentgeltliches Forum bieten.
Ein Verstoß gegen die Programmgrundsätze liegt damit vor, möglicherweise handelt es sich sogar um die Unterstützung ausländischer terroristischer Vereinigungen.
 
http://www.rationalgalerie.de/schmock/der-aufstand-als-tatsache.html

Fremdernantte Caren Miosga

Es gibt ein Wort im Repertoire der Nachrichtensprecher, das mich jedes Mal, wenn ich es höre, auf die Zinne treibt: „selbsternannt“ oder „selbsternannte“. Letzten Montag war es wieder so weit. Caren Miosga moderierte in den Tagesthemen einen Beitrag über die AfD an. Die „selbsternannte“ Alternative für Deutschland habe bei vielen Wählern mit ihrem „Ruf nach einer anderen Ausländerpolitik“ gepunktet. Hier ab 14:15. Nun wolle sich die Partei erstmals ein Programm geben und „ihr Image eines rechten Rabaukenhaufens, das sie bei vielen hat, loswerden“. Es folgte ein zwei Minuten und 40 Sekunden langer Beitrag über die „Ziele“ der AfD, dem man entnehmen konnte, dass jeder AfD-Landesverband eine andere Politik macht – je nach der Klientel, die er bedienen will, bürgerlich-liberal in Baden-Württenberg, in Sachsen-Anhalt mit eher „radikalen Tönen“. Mal umwirbt die AfD die „Besserverdiener“, mal die „sozial Schwachen“. Sie biete sich „heimatlosen Rechten, heimatlosen Linken, heimatlosen Liberalen“ an.

Die etablierten Volksparteien machen es genauso. Was die AfD aber von der CDU, der SPD, den Grünen und der Linken unterscheidet, ist die Tatsache, dass sie eine „selbsternannte“ Alternative ist, während die anderen offenbar von einer höheren Macht zertifiziert wurden. Wer könnte das sein?
liebe frau miosga,

sie haben gestern in einer anmoderation zu einem beitrag über die AfD  in den tagesthemen von der „selbsternannten Alternative für Deutschland“ gesprochen. das hat mich stutzig gemacht. gibt es in d-land eine stelle, die parteien zertifiziert? haben die CDU, die SPD, die linke oder die grünen von dieser stelle das placet bekommen, sich CDU, SPD, linke oder grüne nennen zu dürfen? und wie steht es mit den piraten? müssen die lizenzgebühren an die nachkommen von störtebecker zahlen?
bitte, klaren sie mich auf.
viele grüße von der alster
ihr hb

Nichts lieber als das, verehrter Herr Broder. Habe den Namen der Partei in diesem Fall buchstäblich wörtlich genommen, da es in dem folgenden Filmbeitrag darum gehen sollte, welche politischen ALTERNATIVEN die Alternative für Deutschland in ihrem Programm entwirft. Zu verspielt für Sie? Ich fand´s ganz gut.

Schöne Grüße!

Ihre CMiosga

liebe frau miosga,
vielen dank, dass sie sich in der aktuellen nachrichtenlage die zeit genommen haben, mir zu antworten.
leider ist ihre Antwort ebenso „verspielt“ wie die moderation, auf die sich meine frage bezog.
natürlich bietet die AfD keine alternativen. aber rechtfertigt das die bezeichnung „selbsternannte“?
immerhin war es die kanzlerin, welche die „alternativlosigkeit“ zum prinzip erhoben hat. und die SPD
ist alles mögliche, nur keine alternative zur CDU. haben sie schon mal von der „selbsternannten“
sozialdemokratie gesprochen? ich kann mich nicht erinnern.
mit den besten grüßen aus hammelburg in franken
b
Und jetzt muss ich Tagesthemen schauen. Das ist die einzige Alternative zum Hammelburger Nachtleben.

Megyn Kelly: TV Programming The Masses

Megyn Kelly in front of Fox News headquarters in New York.

Credit Stephanie Sinclair for The New York Times

This has given Ailes consistent bragging rights, no small matter for a man whose braggadocio is television legend. (When Paula Zahn departed Fox News for CNN in 2001, he said he could beat her ratings with “a dead raccoon.”) But it has also given him something more impressive: ever-increasing profits. During a 10-year span, Fox News’s profits grew sixfold to $1.2 billion in 2014, on total operating revenue of $2 billion, according to the financial analysis firm SNL Kagan. By contrast, those of CNN and MSNBC have leveled off over the past few years, with the occasional small dip or spike.

In all, Ailes has contributed 69 consecutive quarters of growth to Rupert Murdoch’s media empire, which split into two public companies in 2013. Within 21st Century Fox, which encompasses the film, broadcast-television and cable-entertainment divisions and employs 27,000 people, Fox News accounted for roughly 18 percent of the total profits last year, even though it has less than 8 percent of the employee base. Kagan projects that Fox News will deliver $1.9 billion in profit by 2018. “They’re just doing phenomenally,” said Derek Baine, the Kagan senior analyst.

And yet, for a network that wants to grow in both viewers and dollars, Ailes’s favored demographic has begun to pose something of a constraint. In an online survey, the Pew Research Center has found that 84 percent of those whom it identified as “consistently conservative” already watched Fox News. Moreover, though Fox News regularly wins in the demographic that matters most to advertisers — those viewers between the ages of 25 and 54 — it has the oldest audience in cable news, a fact that its detractors are quick to point out. How many more of Ailes’s “average Americans” are there who are not already tuned into Fox News on a regular basis?

The Pew Research Center data, though, also suggests an area where expansion is still possible: 37 percent of the Fox News audience holds views that Pew calls ideologically “mixed.” (This means their survey responses on specific political questions cut across ideological lines: For example, they support same-sex marriage but oppose new restrictions on gun ownership.) Similarly, a survey by the Public Religion Research Institute found that about 38 percent of all Americans identify themselves as “independent,” and 34 percent of those independents identify themselves as conservative. A little more than half of that subgroup cite Fox as their “most trusted” news source. The rest are what Robert P. Jones, the chief executive of the Public Religion Research Institute, identified as “a growth margin” for the network; they could be what the poll identified as “Fox News Independents,” but they don’t know it yet. Unlike the more hard-core “Fox News Republicans,” these independents are less likely to call themselves members of the Tea Party, are more open to allowing the children of illegal immigrants to stay here legally and slightly more approving of the president’s job performance (15 percent for Fox News Independents, as opposed to 5 percent for Fox News Republicans).

How does Ailes maintain the aging conservative base that has allowed him to control the present while at the same time drawing in younger and independent viewers that will allow him to grow and control the future? Fox News, in this way, is confronted by the same problem the Republican Party faces, and Ailes appears to be solving his problem the way anyone hoping to build a winning national coalition must: by emphasizing personality.

‘Attractive-looking blond anchorwomen are not rare,’ Brit Hume said. ‘Attractive-looking blond anchorwomen who speak with a fierce authority are rare.’

When Ted Turner started CNN, he proclaimed that “the news is the star.” Ailes, on the other hand, has always been a vocal believer in the power of personality. He was the one who, as a young producer of “The Mike Douglas Show,” advised Richard Nixon to embrace the power of television, and who, as a professional political adviser, taught George H. W. Bush how to best Dan Rather in an interview. Ailes knows as well as any television professional alive that personality is the essence of the medium — he called his 1987 self-help book “You Are the Message,” a wink at Marshall McLuhan’s insight that the medium is the message, and subtitled it “Getting What You Want by Being Who You Are.” Ailes’s advice was just what you would expect: “If you can get the audience to pull for you, you’ll always win.”

The challenge, then, was to get everyone pulling for the same guy. In this regard, Bill O’Reilly, 65, has been the prototypical Fox personality. A former correspondent for ABC News who never quite fit the broadcast mold, he grew up in Levittown, on Long Island, and could throw buckets of regular-white-guy resentment at the camera with an uncanny panache. His nightly sign off, “We’re definitely looking out for you,” could easily translate to “We’re in this together.” He has been the top-rated star in all of cable for 13 years running. (And often the best-selling nonfiction author in America as well.) O’Reilly presents himself as a right-leaning populist, with his regular references to “secular progressives” and “the radical left.” But every once in a while he’ll take an unexpected position, say, like his support for some modest gun controls. As O’Reilly told me in a phone interview in November, his show “isn’t a consistent ideological presentation because that doesn’t really work anymore.” A predictable ideological line, he said, is “a niche thing. You can still make a good living doing it, but if you want to be wide, you’ve gotta have a bunch of dimensions.”

The last time Pew studied it, in 2012, O’Reilly’s audience was 52 percent Republican, 30 percent independent and 15 percent Democratic. The show that followed his for many years, “Hannity,” with the conservative talk-radio host Sean Hannity, who takes a more traditional Republican line, had an audience that was 65 percent Republican, 22 percent independent and 6 percent Democratic. In speaking to me, Ailes, while complimentary of Hannity as “a unique personality,” also called his show “segmented.” It is no coincidence that, as part of Kelly’s professional development, Ailes made her a regular guest on O’Reilly, where she had to frequently debate him, stand her ground and occasionally mouth off. Finally he moved Kelly into Hannity’s 9 p.m. slot, bumping him to 10 p.m.

I can find no polls that break down the ideological views of Kelly’s audience, and Ailes himself says he does not even have an official Q-score, the industrywide benchmark for TV talent, to rate her by. He says he doesn’t need one. “I have the Q-score,” he told me, pointing at his head.

He also has the ratings. “The Kelly File” is the only cable-news program in the 9 p.m. time slot to show year-over-year growth in overall viewership and in the 25-to-54 demographic. In November, when she was covering the unrest in Ferguson, Mo., Kelly beat O’Reilly among the 25-to-54 demographic, marking the first time any Fox star had done so without audience-boosting presidential debates or conventions running into their time slots. Kelly ended 2014 just behind O’Reilly, holding second place in all of cable news. In her own time slot, she is ahead of everyone, not just in news but on all of basic cable: “Duck Dynasty,” “Mob Wives,” everything but sports. For Roger Ailes, Megyn is clearly the message.

Kelly, who is now 44, grew up in Ailes’s America, in a middle-class suburb of Albany called Delmar. She was the youngest of three children, worked as a fitness instructor and went to Mass most Sundays. Her father was an education professor at the State University of New York at Albany, and her mother ran the behavioral-health department at a Veterans Administration hospital. As a teenager in the late 1980s, she lived in a mall rat’s bubble of tall hair, leg warmers and Bon Jovi; one of the popular kids, she was the type who also had friends among the other groups at Bethlehem Central High School, with names like the Dirties (hackeysack-playing stoners) and the Creamies (choir geeks). Reality intruded early. Ten days before Christmas, when Kelly was 15, her father died of a heart attack. He had canceled some of his life-insurance coverage just two months earlier. Money had been tight, and Kelly’s mother had to worry about the mortgage and other expenses. In her senior yearbook, Megyn listed her future hopes in three words: “College, government, wealth.”

Kelly took a high-school aptitude test that, in a perhaps rare moment of accuracy for such tests, suggested that her ideal career was news. She applied to Syracuse in hopes of attending its well-regarded communications program; she was accepted to the school but rejected from the program, so she majored in political science instead. She won a seat in the student senate and was assigned to a panel that investigated faculty sexual-harassment cases, which in turn, she says, piqued her interest in becoming a prosecutor. But after she got her J.D. from Albany Law School in 1995 and found herself facing $100,000 in student loans, she decided to pursue a better-paying career in corporate litigation.

She applied to several firms, including Bickel & Brewer, which hired her to work in its Chicago office, which at that point had no female associates. Robert Cummins, then a partner at the firm, now 81, told me that he asked some of the other associates to take her out to see if she could handle the firm’s macho culture. She could. After about two years there she sought, and landed, a plum position at the prestigious firm of Jones Day, bouncing between its Chicago, New York and, finally, Washington offices. She had married Daniel Kendall, a doctor, but they were growing apart. On track to make partner, she was also exhausted, heading toward divorce and wondering about the direction her life had taken.

‘Our critics are always like, “She wore red for Republicans.” They don’t cover it when you wear blue.’

In 2003, she cut a TV news demo tape with help from a friend and began cold-calling station managers. The only one she could persuade to see her in person was Bill Lord, then the news director of WJLA, the ABC affiliate in Washington. Lord told me that he had never given a job to somebody off the street with no experience, but Kelly’s tape and the interview impressed him. “She was very intelligent, there’s just no getting around it,” he said. “She was enormously confident. She seemed very, very motivated. She had ideas.” He hired her on a tryout basis one day a week, which quickly led to two days, then to three, then to four. Her priorities were getting the story and beating the competition but never pushing any political ideology, at least as far as Lord could tell. In Lord’s admiring view, “it was all motivated by ambition, I think, all of it. She really wanted to succeed.” Lord was ready to give her a full-time job, and they began negotiating a two-year contract. Kelly says that’s when she realized she might be able to aim much higher.

Competing network executives I have spoken to agree that Kelly could have gone from WJLA to any of the major networks. Jonathan Klein, the CNN/US president from 2004 through 2010, told me it was one of his big regrets that he did not snag Kelly early on. “If you’d have asked me who was the one talent you’d want to have from somewhere else, from another network, I would have said — and did — Megyn Kelly,” Klein told me. “She just hits the right notes.”

But Kelly says Fox was the only other place she wanted to work. “I literally had two hats out there.” Kelly told me. “One was WJLA and one was Fox News.” (Later, it is worth noting, Kelly modified that self-assessment. Had MSNBC called 10 years earlier, before Fox, she would have gone happily. “I’d have done O.K. there, too,” she said.) In 2004, at the annual Radio and Television Correspondents’ Dinner in Washington, she struck up a conversation with Bill Sammon, then a correspondent for The Washington Times and a regular contributor to Fox News. He urged her to send a tape to the Fox Washington bureau chief, Kim Hume, who had defected to Fox News from ABC News, followed by her husband, Brit Hume.

“Attractive-looking blond anchorwomen are not rare,” Brit Hume, now a senior political analyst, told me. “Attractive-looking blond anchorwomen who speak with a fierce authority are rare. In fact, attractive looking anybody who speaks with that kind of authority are rare.” Even better, he said, “she believed in our mission, and she thought that the news was not balanced properly the way it was being presented by the other main outlets, and that was part of the reason she was interested in coming here. That combination, to say that’s rare — it’s off-the-charts rare.”

Hume sent her tape to Roger Ailes, who did not need much convincing. “She’s obviously a beautiful girl, beautiful woman and very intelligent, law degree, a lot of credentials there,” he recalled when I spoke to him in December. “She has an excellent voice, and a lot of people overlook voice.” Best of all, he said, she reminded him of “the kids I hired here who go to SUNY and work two jobs and try to make it.”

Every once in a while Kelly will replay clips from those early days for viewers, mostly to make fun of herself. “Watch the poise and confidence here,” she’ll joke. In her first segments for Hume’s show, “Special Report,” or on “The Fox Report” with Shepard Smith, she was stiff, serious, almost timid. The segments could just as easily have been on one of the broadcast networks: new trends in sentencing for nonviolent offenders, Chief Justice William Rehnquist’s thyroid treatment.

She began to draw attention beyond the Fox News universe in April 2006 with a series of reports on the “Duke lacrosse” case, in which a 27-year-old black woman accused three white members of the Duke University lacrosse team of sexually assaulting her at a party where she performed as a hired stripper. Most of the news coverage treated the case as a test of racial privilege and justice. Kelly took a decidedly different approach. Frequently citing “defense sources,” she was often first with an escalating series of stories that cast serious doubt on the accuser. Media critics on the left vilified her for her coverage, but the case eventually unraveled, and prosecutors dropped the charges.

Ailes was pleased with her early work but less so her presentation. “I brought her up and sat her down, and I said: ‘Megyn, you have to show vulnerability. You’re working so hard, as many people do when they come into the business, to prove they are worthy of the job. They’re terrified of mistakes and appear to be protecting themselves on the air.’ ” Which was fine, so far as it went. But Ailes had a different view of television, and he encouraged Kelly to embrace it. “People expect to see a human being, a range of emotions,” he said.

Kelly has her hair and makeup done. Stephanie Sinclair for The New York Times

Kelly developed that emotional range by pursuing a series of red-meat stories and allegations driven by the boiling anger of the Tea Party era: that Barack Obama was pursuing a “socialist-like agenda,” that the community-organizing group Acorn would rely on the likes of “child rapists” to help conduct the U.S. Census, that the Department of Justice was refusing to enforce laws against voter intimidation, at least when those doing the intimidating were black and their victims were white.

While all this was happening, Kelly got married (in 2008, to Doug Brunt, then an Internet entrepreneur) and got her own show (“America Live,” in 2010). In the spring of 2011, she and Brunt had their second child, Yardley. (They now have a third.) While Kelly was away on maternity leave, the conservative radio host Mike Gallagher lamented her absence during a radio chat with Kelly’s colleague Chris Wallace. Gallagher called her maternity leave “a racket,” as if it were some kind of work-avoidance scheme.

He did not know it, but he was to become the target of what was arguably the inaugural Megyn moment. On Kelly’s first day back, in August, she invited Gallagher onto her show and proceeded to strafe him mercilessly. “The United States is the only advanced country that doesn’t require paid leave,” Kelly told him. “If anything, the United States is in the dark ages when it comes to maternity leave. And what is it about getting pregnant and carrying a baby nine months that you don’t think deserves a few months off so bonding and recovery can take place? Hmm?” When Gallagher asked whether men were entitled to the same time off, Kelly informed him that indeed they were. “It’s called the Family Medical Leave Act,” she said.

The moment did not go unnoticed. “Megyn Kelly Demolishes Mike Gallagher,” a Huffington Post headline cheered. Gawker called it a “feminist triumph.” Even the progressive group Media Matters for America, which closely monitors Fox, credited her performance. (Jon Stewart of “The Daily Show” was not buying it and showed clips in which Kelly questioned the need for men to take long paternity leaves and criticized entitlements in general. In a later phone conversation, Kelly confronted Stewart, arguing that he had taken devil’s-advocate questions out of context to make them seem like her positions. “Typical Stewart,” she said. “He wouldn’t budge.”)

Then, a year later, came the Megyn moment that made her career, with Rove on election night 2012. She was the co-anchor with Bret Baier, the anchorman of “Special Report.” By 10 p.m. or so, as Republican hopes for the presidency were starting to dim, Rove was on the Fox News set insisting that Romney still had a chance. “Is this just the math that you do as a Republican to make yourself feel better or is it real?” Kelly snapped.

Rove would not back down. At 11:13 p.m., Fox declared Ohio, and thus the election, for Obama. Rove disputed the call, running through his own numbers from bellwether precincts. Kelly began laughing and deadpanned, “That’s awkward.”

Ailes was prepared, of course. Intentionally or not, Rove was speaking for a portion of the Fox News audience that found the result inconceivable, in part because many Fox News hosts and guests had questioned polls that predicted it. Fox producers had rehearsed a live walk to the “decision desk,” the conference room where Fox’s election analysts did their work, three days earlier. Around 11:30 p.m., with Rove still hanging on to hope, Ailes called the control room from home and told producers to send Kelly in.

Kelly’s command of the moment was total. She waved at producers, on-air colleagues and stagehands, goading her cameramen to “keep coming” and smiling broadly. And when she finally reached the decision desk, she had the numbers crunchers tick through all the reasons Rove, who once called himself the keeper of “the Math,” was wrong — totally, inexorably, hopelessly wrong.

Robin Roberts, the ‘Good Morning America’ host, grabbed her by the arm and whispered in her ear, ‘I get you.’

The moment has been endlessly cited, in part because it was so freighted: Here was perhaps the most hated man in liberal America being humiliated on what should have been his home turf. And here was his beautiful and merciless tormentor, Megyn Kelly, confounding expectations about her network. After showing a replay of Kelly’s performance the following day, Stewart told his audience: “Did you see it? Did you record it? Did you TiVo it? Because you can play it backwards and forwards backwards and forwards all day long like I did today.” The Times media columnist David Carr wrote that Kelly had appeared to be “speaking for many of us,” and that, at least in this one confrontation, Fox News had “landed firmly on the side of journalism, the facts and a narrative based on reality as opposed to partisan fantasy.”

A few days before the midterm election last November, Kelly was in her office thinking about wardrobe. Elections, even midterm elections, are major events for television news organizations. Eight different outfits were hanging on a rolling clothes rack beside her desk. “I don’t really like wearing royal blue or red because it’s so anchor-y,” she said as she picked through the rack. Kelly is aware that her clothing choices are sometimes parsed for ideological content. “Our critics are always like, ‘She wore red for Republicans.’ They don’t cover it when you wear blue.” She fell into a mock whisper, as if to indicate what they might say if they did: “ ’Oh, she’s a secret Democrat.’ ” She raised both hands to her mouth, looked at me and mimed an expression of total horror.

As Kelly’s star has risen, so has the scrutiny. O’Reilly had warned her: “They’re going to come after you.” This has made the balancing act of her on-screen persona — between her maverick moments on the one hand, and her still-reliable taste for red-meat topics on the other — an increasingly delicate one. In December 2013, she became a figure of ridicule on “The Daily Show” and “The Colbert Report” for asserting that Santa Claus, contrary to the claim of a tongue-in-cheek essay in Slate, was incontrovertibly Caucasian. (She said she was joking, too, and lamented the tendency of others to “race bait.”) And in October 2014, the NBC affiliate in Denver debunked her report that a new Colorado law would allow voters to print their own ballots and give them to “collectors,” raising the specter of voter fraud, a frequent subject of Fox News alarm. That turned out not to be the case. “We normally reserve our truth tests for political ads, but that claim is misleading,” the 9News co-anchor Kyle Clark told his viewers. (Kelly called the fallout on liberal blogs “a nothing burger,” though she later corrected the report.) Yet she drew far more attention in June for telling Dick Cheney, the former vice president, “Time and time again history has proved that you got it wrong in Iraq, sir.” Jon Stewart showed the clip on “The Daily Show” and even did a little happy dance at his desk.

Before the 10-hour election special began, Ailes gathered his entire news team in a large conference room. The exit-poll data was showing a big Republican night. Ailes gave his usual pep talk. “Be sure to maintain a conversational tone, a pleasant attitude and a good energy level on the air,” he said. “Audiences like real people. We built this network on that.”

As the coverage went live, there was an unmistakable air of giddiness in the studio. During an on-air visit to the anchor desk, the Fox Business anchor Neil Cavuto told Kelly and Baier that they looked as if they should be on a wedding cake. Kelly joked about the name of the Democratic candidate for governor in Pennsylvania, Tom Wolf, by pretending to mistake him for the author Tom Wolfe. “He wrote all those great books, oh, wait!” she said, a joke perhaps more appropriate for egghead Manhattanites than for Fox News Independents. In the end, Kelly decided to wear a black skirt suit, a white blouse and gold-and-white stilettos. “Black is classic and you always want to be a little classic on election night, you know?”

For all the apparent predictability of the night, Fox News even managed to find some excitement. Ed Gillespie, the former Bush adviser and a close friend of Rove’s, was doing better than expected in his Virginia race against Mark Warner, the Democratic senator. “There’s a lot of drama yet to be had,” Kelly said. It was hard not to wonder whether the broadcast networks had made a bad decision that night in deciding to devote only an hour, starting at 10 p.m., to the national elections in which Senate control would flip. While the Virginia drama was playing out, NBC was showing the sitcom “About a Boy” and CBS was showing its crime drama “NCIS.” ABC was running a special about the 75th anniversary of Marvel Comics, which is owned by Disney, ABC’s own parent company, a dubious move that went largely unnoticed by media critics on election night.

Fox’s audience wound up being more than double those of CNN and MSNBC combined. And it beat all of the broadcast networks, including, for the first time, in the 25-to-54 demographic category. This may be because the networks have finally thrown in the towel. The Tyndall Report, which analyzes broadcast news coverage, reported that their 6:30 p.m. newscasts devoted less time to the midterm elections and domestic policy in 2014 than in any year since it started keeping track in 1990; the top story was “winter weather.” (Tyndall did credit CBS for significant coverage of Syria and Iraq.)

The drama around Gillespie’s possible upset went only so far; he did eventually lose. But the Republicans were otherwise rolling along. It even seemed as if Scott Brown, the former Massachusetts senator, a friend of Fox (as an occasional paid analyst), might pull off a squeaker in his bid to unseat Senator Jeanne Shaheen of New Hampshire. But it was not to be, the Fox decision desk ruled.

Megyn Kelly on Fox News

Fox News

Brown’s campaign tried to argue that 25,000 outstanding votes could make the difference. Once again, it fell to Kelly to shut an intransigent Republican down. She got up from her desk and removed her earpiece. “You know the walk by now,” she said, looking into the camera. As she headed to the conference room for another explanation from the data crunchers, she told Rove over her shoulder: “Just be glad it’s not you this time.”

Sheepish, Rove, who was standing off set awaiting his next hit, started walking after her. “For once,” he said, “We’re following you.”

A couple of days after the election, I met Kelly and her husband for breakfast at a French restaurant a few blocks from their apartment on the Upper West Side, which is not exactly Fox Nation. No one recognized her. On television she is all heavy black mascara, high-gloss lipstick and blown out blond hair. In person she goes with very little makeup, keeps her hair pinned back above her ears and dresses modestly: on this morning she wore an overlarge black T-shirt, black jeans, high Prada boots and a chunky crystal around her neck, the spiritual significance of which she swore not to know.

As on television, though, Kelly speaks in a jazz-improv progression of italics, all-caps and boldface. Her husband, Doug Brunt — eight months younger than Kelly at 43 — is youthful and soft-spoken, and he seems content to let Kelly keep the spotlight. He once ran an Internet security firm that helped corporations fend off hackers and system saboteurs, but he sold it, and now he’s pursuing his fantasy job of writing novels.

I wanted to know how Kelly and Brunt were getting used to her fame and, yes, mainstream acceptance. Brunt said the most stirring moment came in October, when Kelly was hosting her show from the oceanside in Dana Point, Calif., where she was attending Fortune magazine’s Most Powerful Women Summit. Unexpectedly, an enormous crowd began to gather. “It was one of those moments when you see how big it has become,” Brunt said.

What happened inside the conference, which was a gathering of the most powerful women in business, was no less extraordinary. Sheryl Sandberg, the chief operating officer of Facebook, who wrote “Lean In,” was to interview Kelly on the main stage. Sandberg introduced Kelly with a clip from a celebrated Megyn moment from 2013, in which she challenged the conservative commentator Erick Erickson for saying that the national increase in female breadwinners ran counter to the biologically determined order. “Who died and made you scientist in chief?” Kelly asked him.

The conference hall erupted in cheers, and Sandberg herself, who worked in the Clinton administration before her hiring at Facebook, audibly whooped. “I saw that on TV,” she told the crowd, “and I just cold-called her and said ‘I love you, you are awesome.’ ”

By then, Time magazine had already named Kelly as one of the 100 “most influential people in the world” for 2014. The only other television journalist to win the distinction was Charlie Rose, who invited her to lunch. (In an email to me, he complimented Kelly as “a savvy young woman who knows what she wants” and is “obviously doing something right.”) She got to sit next to Seth Meyers at the black-tie gala, and a few months later appeared on his show. She was also invited to host the Broadcasting and Cable Hall of Fame awards at the Waldorf-Astoria with Bob Costas. Backstage, Robin Roberts, the “Good Morning America” host, grabbed her by the arm and whispered in her ear, “I get you.” NBC expressed interest in hiring her, as did CNN, which gave Ailes added incentive to award her a prime-time slot.

Kelly interviews Mark Hannah, who worked on the Obama presidential campaign. Fox News

Of course, Brunt and Kelly know that acceptance only goes so far. When Kelly got her 9 p.m. show, Media Matters sounded an alarm, calling her “a much more pernicious purveyor of political propaganda” than other Fox News stars, with a unique ability to “pluck misinformation and imbue it with a veneer of legitimacy.” (She ignores Media Matters, she says: “They exist to destroy Fox News.”) Then there are those occasional New York dinner parties. “You’re talking about your life, and then they’ll be like, ‘How can you stand working at Fox News?’ ” Kelly said while picking at a frittata. “And that’s not polite dinner conversation.”

Brunt confessed that, more recently, it got to him more than it got to her. “These days it doesn’t ruffle you,” he said to her. Either way, it’s all fodder for his novels. His latest, “The Means,” revolves around a young litigator, Samantha Davis, who decides she needs to change her life. She seeks a job at the hot cable-news network, UBS, and after a by-the-gut news executive is struck by her beauty and brains, gets her big chance. Under his gentle guidance — she does not require much — success follows. “America wants more,” her best friend says.

Readers looking for clues about Kelly’s true political leanings might find them in the book’s dramatic climax, in which Samantha uncovers a scandal that causes a Democratic president to lose his re-election bid. Evidence of right-wing bias? Not so fast: At the very end of the novel, it turns out that Samantha had been manipulated by a source, and that the story she broke was untrue. The Democrat was taken down unfairly. Samantha determines to clear his name. Now you wouldn’t know what to think.

Alone on the wall behind Roger Ailes’s desk in the Fox News headquarters is a rather grim oil painting, framed in gold, of a Revolutionary War-era warship tossed by an angry sea. Ailes bought it at an antique shop 30 years ago and has no idea who painted it. He saw it as “a ship headed into the wind alone, and I thought, That’s my life.” He seems to consider it part of his job to view things that way.

When I visited him in late December, he could hardly even pretend to be alone. Though the overall news audience was down for all of the cable networks, Fox was ending the year as the second-most-watched basic-cable network in prime time, up from third in 2013, and was the only cable-news network to see any audience growth during prime time. “This channel’s still growing,” Ailes told me. “You’re going to see over the next 10 years, this thing is going to grow even bigger.”

As for Kelly, Ailes said, she had a long way to go to become one of the truly great television news talents, a distinction he reserves for Walter Cronkite, Diane Sawyer, Barbara Walters and, of course, Bill O’Reilly. But, he said, “we’ve been on the air for 18 years. She shows up, and in one year goes to No. 2 and close to No. 1. That is an astounding accomplishment. Before this is over, she may be bigger than anybody.”

Ailes said he hoped one day to outperform the broadcast-news divisions, a dream that might seem absurd, given that the networks still draw a normal, nonelection night audience of eight million viewers or more on a regular basis. But his plan to reach a broader audience seems to be working. In April, Joe Klein, the liberal-leaning columnist for Time, complained to an audience at the 92nd Street Y in Manhattan about how television news is turning away from covering politics and government. “I miss being able to turn on a straight newscast,” he said. “And it turns out the only place you can go to get one at 6 o’clock at night is Fox.” Other Americans are reaching the same conclusion. Kelly beat the networks on election night, and now Bret Baier’s hourlong newscast at 6 p.m., “Special Report,” frequently beats the ABC or CBS newscasts in select markets, including Atlanta, St. Louis and even Baltimore, a Democratic stronghold.

“They used to laugh at us in the mainstream media,” Ailes said, “but we’re becoming the place most people go to get the truth.”

Correction: February 8, 2015 An article on Jan. 25 about the Fox News anchor Megyn Kelly misspelled the given name of her second child. She is Yardley, not Yardly.

Ene mene muh, und schuld bist du!

Thilo Thielke

 

Daß Frankreich Schuld hat am Terrorismus, hatte uns ja freundlicherweise ja schon das ZDF erklärt, in seiner Kindersendung Logo. Jetzt habe ich aber erfahren, dass eigentlich Deutschland für die Toten und einen direkten Angriff auf den Islam verantwortlich ist.

Das hat nämlich Aiman Mazyek herausgefunden, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime. Dem Deutschlandfunk (1) erklärte er, „es sei schmerzhaft, dass Deutschland auch ein Exporteur von Terroristen sei. Dies zeuge von einem gesamtgesellschaftlichen Versagen, zumal diese Menschen auf deutsche Schulen gegangen seien“. Tja, das ist ja mal ein Ding. Aber gegen wen genau führen diese Deutschen etwas im Schilde?
Dazu der Deutschlandfunk: „Nach Ansicht von Mazyek haben die Terroristen den Koran missbraucht, um Macht und Gewalt auszuüben. Sie führten Krieg gegen die Menschlichkeit und damit auch direkt gegen den Islam.“

Das muß man erst mal verdauen. Fassen wir also zusammen: Deutsche Terroristen greifen direkt den Islam an, und niemand tut etwas dagegen – außer der Herr Mazyek vielleicht. Und warum tun sie das, die Terroristen aus den deutschen Schulen? Das hat Mazyek gegenüber der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen (2) zumindest angedeutet: Damit jetzt „noch mehr Stimmung gegen Muslime“ gemacht werde. Wahnsinn.

Aber Deutschland und Frankreich können doch nicht die Alleinverantwortung tragen. Wer könnte denn sonst noch so den Terrorismus fördern? habe ich mich gefragt. Und man glaubt es kaum, auch das weiß Mazyek: Polen. Genaugenommen alle, die „so von der Rolle reagieren wie die Polen, die überhaupt keine Flüchtlinge mehr reinlassen wollen, dann ist das genau das, was die Terroristen wollen“.

Weil das Interview aber gerade so toll lief, hat der Reporter noch mal richtig kritisch nachgehakt: Hatte der IS nicht „eine quasi religiöse Begründung in seinem Bekennerschreiben genannt“? Was Mazyek denn dazu sage?

Ich habe daraufhin noch mal ins Bekennerschreiben (3) geguckt. War das wirklich quasireligiös, was da stand? Und ich las: „Im Namen Allahs, des Gnädigsten, des Barmherzigsten. In einer gesegneten Attacke, deren Erfolg Allah ermöglichte, hat eine Gruppe von Gläubigen, Soldaten des Kalifats (Allah möge es stärken und unterstützen), die Hauptstadt der Unzucht und Laster ins Visier genommen, die Hauptstadt, die das Banner des Kreuzes in Europa trägt, Paris.“

Es geht dann noch oft um Allah und den Propheten und den Islam, und dann habe ich gedacht: Stimmt, der Begriff „quasireligiös“ trifft es wohl. Mazyek hatte sich von der provokanten Frage übrigens nicht in die Enge treiben lassen. Er hält seine Religion für das eigentliche Angriffsziel der Terroristen.

Wenn Frankreich und Deutschland schon die Hauptschuld an dem ganzen Schlamassel tragen und eventuell auch die Briten und Amerikaner, murmelte ich vor mich hin, müßte die Schweiz aber vielleicht doch auch ein kleines bißchen … Und da fiel mir auch schon der Terrorismusexperte Lorenzo Vidino (4) ins Wort: „Die Schweizer Aussenpolitik ist weniger aggressiv als die britische, amerikanische oder französische. Aber die Schweiz gibt den Islamisten andere Gründe, sie nicht zu mögen. Etwa das Minarettverbot oder islamophobe Äusserungen von Politikern.“

Verdammt, die Schweiz also auch. Was können wir denn jetzt tun? fragte ich mich. Aber Vidino hatte meine Gedanken längst erraten (5):„Offensichtlich ist es nicht sehr vernünftig, den Islam pauschal zu kritisieren. Das ist destruktiv und das, was die Terroristen wollen.“ Aha, nicht sehr vernünftig, womöglich noch nicht einmal hilfreich und außerdem das, was die Terroristen wollen. Jetzt wissen wir Bescheid.

Ich bin ja wie viele andere auch der Ansicht, daß man das, was die Terroristen wollen, eben nicht tun sollte, und deshalb kritisiere ich den Islam nicht mehr. Aber was sonst noch so? Es muß doch noch mehr geben im Leben.

Da stolperte ich über einen Kommentar in der Presse und hatte wirklich Glück. Die Zeitung aus Wien (6) weiß nämlich zufälligerweise ziemlich genau, was die Terroristen wollen: „Die Terroristen wollen, dass wir aufhören, uns frei zu bewegen. Sie wollen, dass unsere Länder von Grenzen, Mauern, Zäunen und Stacheldraht zerschnitten werden. Dass wir in permanenter Verteidigungshaltung erstarren, ständig mit dem Finger am Abzug.“

Diese Terroristen aber auch! Wollen die doch tatsächlich, daß wir unsere Grenzen zumachen und uns verteidigen. Auf die Idee wäre ich an und für sich nicht gekommen. Aber es ist immer gut, wenn es irgendwo Experten gibt, die einem das erklären. Lassen wir wir also hoch die Tür und die Tor weit. Es ist ja sowieso bald Weihnachten.

Apropos Weihnachten. Ob die Terroristen vielleicht etwas gegen Weihnachtsmärkte haben? dachte ich. Immerhin sind sie ja auf deutsche Schulen gegangen und müßten mit dem Brauch ganz gut vertraut sein. Und bingo! „Genau das ist es, was die Terroristen wollen: Uns Angst machen und uns davon abhalten die Dinge zu tun, die uns Freude bereiten und die wir eigentlich gern tun würden. Deswegen sagen sich viele: ,Ich lasse mir nicht von den Terroristen den Spaß verderben!‘ und gehen erst recht auf den Weihnachtsmarkt.“ Das hat der Hessische Rundfunk (7) recherchiert

Ich will das Experiment abkürzen. Es gibt unendlich viele Menschen, die genau wissen, was die Terroristen wollen und weswegen wir jetzt genau das Gegenteil tun sollten. Die Weihnachtsmarktbetreiber raten im Großen und Ganzen, im Lande zu bleiben und Weihnachtsmärkte zu besuchen. Die Tourismusindustrie hingegen tendiert eher zum Verreisen. „Wenn wir jetzt nicht mehr in den Urlaub fahren, tun wir genau das, was die Terroristen wollen“, erklärt der Präsident des Deutschen Reiseverbands (8), Norbert Fiebig, der Nordwest-Zeitung, „wir werden also trotzdem reisen.“ Eigentlich fehlt nur noch die Rasierwasserindustrie mit einem knackigen Statement. Aber das wird noch kommen. Da bin ich mir ganz sicher.

Einer hatte übrigens etwas ganz Seltsames zu dem Thema geäußert. Michael Hanfeld von der FAZ: „ Die Anschläge in Paris markieren ein neues Datum des Terrors. Einen weiteren Tag, mit dem sich ein Massenmord verbindet, dessen Täter wissen, was sie wollen: Möglichst viele Menschen töten.“

Herr Hanfeld, wie kommen Sie denn darauf?

Quellen:
http://www.deutschlandfunk.de/zentralrat-der-muslime-die-willkommenskultur-ist-der.868.de.html?dram:article_id=336906
https://www.hna.de/politik/ayman-mazyek-zentralrat-muslime-nennt-is-terror-krieg-gegen-menschlichkeit-5872097.html
http://www.stern.de/politik/ausland/nach-anschlaegen-von-paris—das-bekennerschreiben-des-is-im-wortlaut-6555432.html
http://www.bernerzeitung.ch/ausland/anschlag-in-paris/minarettverbot-macht-die-schweiz-zum-potenziellen-ziel/story/27106095
http://www.watson.ch/Schweiz/Angriff%20auf%20Paris/177092005-Dschihad-Experte-Lorenzo-Vidino—«Neu-ist-die-Art—wie-die-Terroristen-agieren-–-mit-militärischer-Taktik
http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/sibyllehamann/4868564/Wir-konnen-jetzt-genau-das-tun-was-die-Terroristen-wollen
http://www.hr-online.de/website/radio/hr3/index.jsprubrik=54775&key=standard_document_57930456
http://www.nwzonline.de/reisen/drv-es-ist-gut-wenn-muslimische-laender-bereist-werden_a_6,0,481981678.html
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-terroranschlaege-von-paris-sollen-die-freie-welt-ins-herz-treffen-13912019.html

 

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/was_die_terroristen_wollen

Altermann, a Spaniel, and a walnut tree, the more you beat them the better they be! (An old english proverb)

Manchmal hauen Dich Dinge um, die unfassbar, aber wahr sind. Mein gestriger Beitrag über den Hobby-Bildforensiker Eliot Higgins und dessen Unsinn war kaum geschrieben, da ruderten SPIEGEL und n-tv schon zurück. Chapeau, dass dies überhaupt geschehen ist. Ein Armutszeugnis aber dafür, dass mir als Hobby-Nichtbildforensiker sofort aufgefallen ist, dass da einer einen ganz großen Mist verzapft. Meine Beschwerde bei der ARD wurde  einen Tag später schon beantwortet, aber da hatten die noch immer den Schuss nicht gehört. Bereits im August letzten Jahres schrieb Ralf Sotscheck in der taz:

Brown Moses ist Eliot Higgins, ein arbeitsloser Engländer aus Leicester ohne Fremdsprachenkenntnisse. Der 34-Jährige hat ein abgebrochenes Medienstudium hinter sich, seinen Job bei einer Wohltätigkeitsorganisation für obdachlose Asylbewerber hat er vor zwei Jahren verloren. So kümmert er sich zu Hause um die knapp dreijährige Tochter, während seine türkische Frau in einem Postamt arbeitet. Nebenbei surft er im Internet.

Dieser Lebenslauf klingt bei der ARD so:

Bellingcat ist eine investigative Gruppe um den früheren Finanz- und Verwaltungsfachmann Eliot Higgins. Die Gruppe betreibt eine gleichnamige Internet-Plattform, auf der sie die Ergebnisse ihrer Analysen veröffentlicht. … Ihre Analysen gelten unter Experten als zuverlässig und präzise.

Wirklich, es handelt sich um den selben Mann! So schnell geht Karriere, wenn man auf der richtigen Seite steht. Ein weiterer “Experte”  ist Timmi Allen, den die junge Welt so beschreibt:

Als Verfasser der »forensischen Analyse« wird in dem Papier selbst ein Timmi Allen genannt, der am Montag nicht nur in der »Aktuellen Stunde« des WDR-Fernsehens ausführlich zu Wort kam, sondern auch für die ZDF-Nachrichtensendung »Heute« am heimischen Arbeitsplatz interviewt wurde. Hinter dem als »investigativer Journalist« (WDR) bzw. »Internetaktivist« (ZDF) Eingeführten verbirgt sich Olaf Neitsch – ein Mann mit vielfachen Begabungen und einer bewegten Vergangenheit, wie jW-Recherchen ergaben. (Hier dazu mehr)

Man ist ja im Netz einiges gewohnt, aber dass das Niveau der Berichterstattung unserer Qualitätsmedien so schlimm im freien Fall ist, nee! Ein Lichtblick war Florian Harms vom SPIEGEL. Sein Was wir aus der Berichterstattung über den Bellingcat-Report lernen lässt hoffen. Da schreibt er u.a. Selbstkritisch müssen wir festhalten: Diese professionelle Skepsis im Umgang mit der Quellenlage, das Hinterfragen der Quelle hätten wir bereits in den vorherigen Artikeln stärker zum Ausdruck bringen sollen. Wir lernen daraus und nehmen uns vor, dies in künftigen Fällen zu beherzigen. Denn wir wollen Sie, liebe Leserinnen und Lesern, so aufrichtig und transparent wie möglich über die Weltgeschehnisse informieren. Jegliche Hoffnung habe ich verloren, als im o.g. ARD-Bericht das las: In diesem Jahr erhalten Higgins und Bellingcat den Sonderpreis des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises, einer der renommiertesten deutschen Auszeichnungen für Journalisten. Ihr habt Euch nicht verlesen! Die Couch-Potato wurde am 15. April  mit dem Sonderpreis des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises geehrt. Die Laudatio liest sich lustig:

„Ihre Methode der weltweiten Vernetzung öffentlich zugänglicher Quellen und ihre kompetente und verantwortungsvolle Auswertung ist beste journalistische Aufklärung auf dem Schlachtfeld moderner Propaganda- und Verunsicherungskriege.”

Nein, die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises hat fürwahr kein glückliches Händchen, wenn man die Preisträger der letzten Jahre so betrachtet (mich wundert nur, wie der Oliver Welke da reingerutscht ist): Jörg Armbruster,   Marcel Mettelsiefen,    Golineh Attai,    Marietta Slomka Wenn man aber diese “Galerie” so sieht, dann fällt auf: Der Eliot passt da hundertprozentig rein. Das einzige was da nicht passt, ist der Name des Preises. Der Hanns-Joachim würde sich im Grab rumdrehen, wenn er wüsste, wie mit seinem Namen Schindluder getrieben wird und was man heute Journalismus nennt. Vielleicht sollte man den Preis in Jo-Goe-Preis umtaufen? Mein bescheidener Vorschlag: Der o.g. Olaf Neitsch, alias Timmi Allen, wäre auch ein würdiger Preisträger. Zum Abschluss noch ein Karrieretipp für junge Leser: Macht was ihr wollt, haltet Euch aber auf der richtigen Seite. Ihr könnt jeden Mist schreiben, Hauptsache es verletzt nicht die Interessen der NATO oder andere westliche Werte. Macht was abstruses. Gründet mit ein paar Anderen (darunter unbedingt auch Frauen mit Migrationshintergrund und verschiedenen Hautfarben) ein internationales Komitee für Humanität und Gerechtigkeit, das sich auch für Homoehe und was weiß ich noch alles einsetzt, verfasst Schriften gegen den bösen Putin, lobt die Pussy Riots, macht in Weißrussland mal ein Happening und kassiert anschließend bei NSA, BND und anderen Medien ab. Ihr werdet sehen: Der Werner Schulz schlägt Euch für den Lutherpreis oder den Sacharowpreis vor und auch der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis rückt dann bald in greifbare Nähe. Nur eines dürft ihr nicht: Unser schönes kapitalistisches System nicht ganz so toll finden und darüber vielleicht auch noch investigativ berichten. Dafür gibt’s leider — nichts. Nebenbei: Journalistisch saubere Arbeit ist eher hinderlich! Von Vorteil ist eine gefakte Entführung. Man sollte aber aufpassen, dass es nicht rauskommt. http://www.altermannblog.de/hanns-joachim-friedrichs-sonderpreis-fuer-couch-potato/#comment-5404

 

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!
I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein sozialer Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein sozialer Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten:

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ – Evidenz-basierte Ansichten:
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