Der grassierende Grass: Tod eines Kritiker – Mit letzter Tinte gab er Gas. Ins Gras. Krass.

 Am 13. April starb der Schriftsteller Günter Grass. In den nächsten Tagen soll er in seinem Heimatort Behlendorf bei Ratzeburg (Schleswig-Holstein) beerdigt werden.

Am 13. April starb der Schriftsteller Günter Grass. In den nächsten Tagen soll er in seinem Heimatort Behlendorf bei Ratzeburg (Schleswig-Holstein) beerdigt werden. Publizist Henryk M. Broder kritisiert die Lobreden zu Grass‘ Tod

Foto: Peter Badge, interTOPICS/STAR-MEDIA
25.04.2015
  • Von HENRYK M. BRODER*
Es ist ein alter Brauch, über Tote nur gut zu reden. Schon die Römer sagten: „De mortuis nihil nisi bene.“

Deswegen wird nirgendwo mehr gelogen als in Nachrufen.

Jeder kleine Despot, der seine Frau und seine Kinder quälte, verwandelt sich in einen „liebevollen Familienvater“; jeder Versager hatte, kaum dass er tot ist, „ein erfülltes Leben“.

Wie man Trauer inszenieren kann, haben wir zuletzt nach dem Ableben des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-il erlebt. Ein ganzes Volk wollte nicht mehr leben, weil der „geliebte Führer“ nicht mehr da war.

Verglichen damit sind die Reaktionen auf den Tod von Günter Grass harmlos, wenn auch nicht weniger verlogen.

In „aspekte“, dem Kulturmagazin des ZDF, wurde Grass zum „Vater der Nation“ gesalbt, er sei ein „homo politicus“ gewesen, nur mit Grass im Rücken habe Willy Brandt seine Ostpolitik durchsetzen können, sogar Brandts Kniefall in Warschau sei von Grass „literarisch vorbereitet“ worden.

Grass habe auch einen maßgeblichen Anteil daran gehabt, dass Gerhard Schröder den Amis im Irak-Krieg die Gefolgschaft verweigerte.

Nachruf von Gerhard Schröder

Gerhard Schröder über Günther Grass: „Er hat unserem Land den Spiegel vorgehalten“

Nachruf von Gerhard Schröder „Grass hat unserem Land den Spiegel vorgehalten“

Mit Günter Grass verliert Deutschland den größten deutschen Schriftsteller unserer Zeit. Ein Nachruf von Gerhard Schröder.

Das ist so gaga und überzeichnet, dass nicht einmal das Gegenteil richtig wäre.

Solche Lobgesänge zeugen nicht von Grassens Größe, sondern von dem Bedürfnis seiner Fans, sich einen Heiligen zu erschaffen, den sie anbeten können.

Den Supernachruf auf Günter Grass hat allerdings kein Literaturkritiker verfasst, sondern unser Außenminister, Frank-Walter Steinmeier.

Er schrieb: „Mit dem Tod von Günter Grass hat Deutschland einen seiner ganz Großen verloren. Eine Vaterfigur für die erwachsen werdende Bundesrepublik, an der sich viele gerieben haben – besonders die, die das Vergangene möglichst schnell vergessen machen wollten. Er wird uns fehlen als Schriftsteller, als Bildhauer, als Mahner, Warner und Visionär. Lieber Günter, halte Dein kritisches Auge auf uns.“

Vergrößern Henryk M. Broder
Henryk M. Broder (publizierte u.a. „Hurra, wir kapitulieren“, „Der ewige Antisemit“)
Foto: interTOPICS/STAR-MEDIA

Ich habe Steinmeier keine Vollmacht erteilt, Grass zu bitten, ein „kritisches Auge auf uns“ zu halten. Mir wäre es unangenehm, von ihm beäugt zu werden. Ich habe mich auch nicht an Grass „gerieben“, und im Gegensatz zu Steinmeier und „aspekte“ halte ich Grass weder „für einen ganz Großen“ noch für eine „Vaterfigur“.

Also: Hängt ihn tiefer!

Grass war ein schwadronierender Langweiler, ein geschwätziger Wortakrobat, der blutleere Figuren nach seinem Abbild formte. Er hat so geschrieben, wie ältere Damen ihren Nachmittagskaffee trinken – mit abgespreiztem kleinen Finger.

Auch Kritiker, die ihn in den Himmel lobten, gaben unter vier Augen zu, dass sie Mühe hatten, seine Bücher von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen.
Der umstrittene Literat

Grass 2009

Unbequem, wortgewaltig Günter Grass († 87): Der umstrittene Literat

Er war Deutschlands Mahner, stritt für Demokratie und Aussöhnung. Die Geschichte und die aktuelle Politik waren seine Themen.

Ihn einen „ganz Großen“ zu nennen, ist eine Beleidigung für Erich Maria Remarque, Heinrich Mann, Oskar Maria Graf, Hans Fallada und viele andere deutsche Dichter. Von den Klassikern der modernen Literatur wie Mark Twain, Victor Hugo und Jules Verne nicht zu reden.

Dass Grass mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt wurde, bedeutet gar nichts. Wenn Arafat und Obama mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden konnten, dann hat auch Grass den Literaturnobelpreis verdient.

Sein Engagement, von dem in den letzten Tagen so oft die Rede war, war vor allem ein Engagement für sich selbst. Alles, was Grass in seinem Leben als „homo politicus“ jemals riskierte, war eine Einladung ins Bundeskanzleramt.

Der große „Warner und Visionär“, die „moralische Instanz“, die angeblich jenen ein Dorn im Auge war, die das Vergangene möglichst schnell vergessen machen wollten, hatte sein eigenes Gastspiel bei der Waffen-SS vergessen.

Möge er nun in Frieden ruhen und der Allmächtige seinen Nachrednern vergeben.

* Henryk M. Broder (68) ist Publizist und Autor der „Welt“

http://www.bild.de/politik/inland/henryk-m-broder/haengt-ihn-tiefer-40688582.bild.html

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Nachruf

grass-klingit

  20.04.2015   auf Achgut.com

Aus gegebenem Anlass: Die Grass-Show ist vorbei

Grass ist nicht nur ein überschätzter Literat, er ist eine sozialdemokratische Endmoräne, der letzte Rest der Bonner Republik, in der vor allem Autoritäten gefragt waren, weit mehr als heute auf der Berliner Bühne. Und Grass war schon immer ein autoritärer Knochen, auch als er 1969 mit der Parole “Ich rat Euch, SPD zu wählen” durch das Land zog. Das war kein Rat, keine Empfehlung, es war ein Befehl. Als er dann zwanzig Jahre später für ein paar Monate nach Kalkutta zog, tat er das mit der Begründung, es werde ihm in Deutschland nicht genug “Respekt” gezollt.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/aus_gegebenem_anlass_die_grass_show_ist_vorbei

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Ein autoritärer Knochen spielte verfolgende Unschuld

In der ARD klagt Günter Grass über eine Kampagne der „gleichgeschalteten Presse“. Das Interview war die intellektuelle Selbstentleibung eines alten Mannes, der den Bezug zur Wirklichkeit verloren hat.

Lassen wir es dahingestellt, ob Günter Grass ein Antisemit ist oder ein „Freund“ des Landes Israel, dem er sich „verbunden“ fühlt. Erstens gibt es für „Antisemitismus“ keine physikalische Definition wie „Watt“, „Volt“ oder „Ampere“. Zweitens schließt das eine das andere nicht aus. Jeder Antisemit hat „jüdische Freunde“, auf die er sich oft und gerne beruft, vor allem, wenn es jüdische Selbsthasser sind, hinter denen er sich verstecken kann.

Antisemiten suchen die Nähe der Juden, fühlen sich ihnen verbunden – etwa so, wie Kannibalen von Frischfleisch angezogen werden. Zugleich fühlt sich der Antisemit durch den Vorwurf, er wäre einer, „tief verletzt“, denn eigentlich meint er es gut mit den Juden, sei es, dass er sie zur Aufgabe ihrer Religion zwingen möchte oder dass er sich „Sorgen um die Zukunft dieses Landes“ (Israel) macht, wie es Grass in einem Gespräch mit Tom Buhrow in den „Tagesthemen“ erklärte. Alternativ dazu dekretierte er im ZDF, man könne es nicht Israel überlassen, „wann es sich verteidigen darf“. Nein, da muss auch Günter Grass mitreden dürfen.

Es war eine Demontage, wie man sie in dieser Form lange nicht mehr erlebt hatte, eine intellektuelle Selbstentleibung, der Amoklauf eines alt gewordenen Mannes, der sich so daran gewöhnt hat, als „moralische Instanz“ und „moralisches Gewissen“ der Nation gefeiert zu werden, dass er darüber völlig den Bezug zur Wirklichkeit verlor.

Grass sagte, er habe das Gedicht geschrieben, damit ein „tabuisiertes Thema“ endlich „zur Sprache kommt“, nämlich, dass „Israel eine Atommacht“ ist. Er rede „über Dinge, über die nicht oder zu wenig gesprochen wird“ und er habe sich mit seinem Gedicht „zum ersten Mal kritisch über Israel“ geäußert. Das alles ist nachweislich falsch und kann nur mit altersbedingter Vergesslichkeit entschuldigt werden.

Grass war ein larmoyanter Autist

In einem Interview mit dem ZDF, das ebenfalls am Gründonnerstag aufgenommen und gesendet wurde, klagte Grass darüber, er werde „an den Pranger gestellt“, seine „Argumente“ würden nicht zur Kenntnis genommen, er fühle sich „gehässig und verletzend behandelt“. Auch das ist so falsch, dass nicht einmal das Gegenteil wahr ist. Grass ist ein larmoyanter Autist, der mit dem Kopf gegen die Wand rennt und hinterher darüber jammert, dass die Wand es auf ihn abgesehen habe.

Die Tatsache, dass diesmal fast das gesamte Feuilleton Position gegen ihn bezieht, wertet er als eine „Kampagne„; würde sich aber das Feuilleton geschlossen hinter ihn stellen, wäre das natürlich keine Kampagne sondern nur eine angemessene Reaktion auf seinen „Tabubruch“.

Die maßlose Selbstüberschätzung beginnt schon damit, dass er einen Leserbrief als ein „Gedicht“ präsentiert, nur weil er die Zeilen so arrangiert hat, dass sie aus der Ferne einem Poem ähnlich sehen. Mit dieser Technik ist schon Erich Fried („und Vietnam und“) bekannt geworden, der aus jeder Schlagzeile mittels Zeilenbruch ein Gedicht fabrizieren konnte. Er mache sich den Vorwurf, sagte Grass, dass er „zu lange geschwiegen habe“, und das nicht zu seinem Gastspiel bei der Waffen-SS, sondern zur Situation im Nahen Osten, wo die Atommacht Israel den „brüchigen Weltfrieden“ bedroht.

Alles, was dazu gesagt werden musste, ist Donnerstag bereits gesagt worden, in seltener Einmütigkeit von der „FAZ“ bis zur „taz“, vom „Spiegel“ bis zur „SZ“, die das „närrische Gedicht“ (Karasek) am Mittwoch veröffentlichte, nachdem die „Zeit“ es sich im letzten Moment anders überlegt hatte. Nach dem Mitleid erregenden Auftritt von Grass in den ARD-„Tagesthemen“ und in dem ZDF-Journal bleibt nur wenig nachzutragen.

Der letzte Rest der Bonner Republik

Grass ist nicht nur ein überschätzter Literat, er ist eine sozialdemokratische Endmoräne, der letzte Rest der Bonner Republik, in der vor allem Autoritäten gefragt waren, weit mehr als heute auf der Berliner Bühne. Und Grass war schon immer ein autoritärer Knochen, auch als er 1969 mit der Parole „Ich rat Euch, SPD zu wählen“ durch das Land zog. Das war kein Rat, keine Empfehlung, es war ein Befehl. Als er dann zwanzig Jahre später für ein paar Monate nach Kalkutta zog, tat er das mit der Begründung, es werde ihm in Deutschland nicht genug „Respekt“ gezollt.

Und nachdem ihm in seiner Autobiografie „Beim Häuten der Zwiebel“ eingefallen war, dass er als 17-Jähriger kurz bei der Waffen-SS gedient hatte, und als er daraufhin gefragt wurde, warum er diese Information über 60 Jahre für sich behalten hatte, da empfand er solche Fragen als Zumutung und reagierte wie eine alt gewordene Klosterfrau, die früher in einem Puff gearbeitet hatte.

In einem Gespräch mit der Leipziger Volkszeitung, in dem es um sein Gastspiel bei der Waffen-SS und die Reaktionen der Öffentlichkeit auf das späte Geständnis ging, sprach Grass von „Gleichschaltung“, der „Entartung des deutschen Journalismus“, einer „Tendenz zum Fertigmachen“ und einer „Totschlägerstimmung“, der er beinahe zum Opfer gefallen wäre: „Das war ja der Versuch, mich mundtot zu machen.“

Die verfolgende Unschuld fordert Respekt

Das ist erst fünf Jahre her und doch sind alle überrascht, dass Grass wieder von einer „Kampagne“ spricht, die von einer „gleichgeschalteten Presse“ gegen ihn geführt wird, weil er so unbequem ist und lauter heiße Eisen anpackt, die außer ihm anzupacken niemand sich traut. Wieder einmal spielt er die verfolgte Unschuld, der man den ihr gebührenden Respekt verweigert.

Aber anders als beim letzten Mal kann man die Zahl der Adjutanten, die ihm zu Hilfe eilen, an den Fingern einer Hand abzählen. Da wären: Ein ARD-Reporter, der Grass für den Friedensnobelpreis vorschlägt; der amtierende Präsident des deutschen PEN-Zentrums, von dem man auf diese Weise erfuhr, dass es noch existiert; ein Politiker der Linkspartei, der Grass für seinen Mut lobt, das „auszusprechen, was weithin verschwiegen“ wird; ein Abgeordneter der NPD aus Sachsen, der Grass für den „befreienden Tabubruch“ seinen Dank ausspricht und schließlich der Literaturkritiker Denis Scheck, der sich über einen „tollen Tag für die deutsche Literatur“ freut und es großartig findet, „dass ein Gedicht so eine Wirkung auslösen kann“ – völlig unabhängig von seinem Inhalt.

Es ist das letzte Aufgebot, das einem Dichter in Not zur Hilfe eilt. Wäre Grass so klug wie er tut, müsste er vor seinen Freunden mehr Angst als vor seinen Feinden haben.

http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article106160221/Ein-autoritaerer-Knochen-spielt-verfolgte-Unschuld.html

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Günter Grass

Nachruf: Günter Grass | Die Weltwoche, Ausgabe 16/2015

Pirmin Meier

Günter Grass (1927–2015) — Der «ewige Hungerstudent» Günter Grass galt nicht als Wunschschwiegersohn des Lenzburger Unternehmers Boris Schwarz («Eisen- Schwarz»). Am Jugendfest 1952 tanzte der spätere Nobelpreisträger mit dessen Tochter Anna Schwarz, die er zwei Jahre später auf dem Zivilstandsamt Lenzburg ehelichte. Nicht die Erinnerung an die Heimatstadt Danzig, sondern die Tambourentradition der Lenzburger Kadetten steht am Ursprung der seiner ersten Gattin gewidmeten «Blechtrommel».

Für den Eintritt in die Weltliteratur hat in Lenzburg, das seit 1793 Hochburg des Kadettenwesens ist, niemand auf den gelernten Bildhauer Günter Grass gewartet. Unter «Ostfront» verstand man dort eine Verteidigungslinie der bis heute alle zwei Jahre in Szene gesetzten Freischarenmanöver. «Freischarengeneral» war 1928 Stahl-unternehmer Boris Schwarz, der spätere Schwiegervater von Günter Grass.

Tanz mit der Schweizer Ballerina

Alt Freischarengeneral «Eisen-Schwarz», Mäzen der Freisinnigen Partei, hatte drei Töchter: Anna, Helen und Kathrin. Eine schöner und gebildeter als die andere. Der Helen machte der aargauische Jungintellektuelle Werner Geissberger den Hof, aufgrund von Erfahrungen mit Flüchtlingen des Zweiten Weltkriegs der erste Linksliberale im Aargau, später Gründer des Team 67, einer progressiven Formation. Geissberger, zeitweilig Chefredaktor des Badener Tagblatts, begeisterte sich mit seinem Schwager Günter Grass für Willy Brandt. An der Nägelistrasse 5 in Wettingen, Geissbergers Wohnsitz, hielt sich Grass mit seiner schnell wachsenden Familie gelegentlich auf. Dass er dort mit einer Olivetti Teile der «Blechtrommel» geschrieben habe, gehört zu den Legenden, womit man Wettingens mässigen Weltruhm etwas zu kompensieren sucht.

Immerhin beharrt Grass in seinem autobiografischen Buch «Beim Häuten der Zwiebel» (2006) darauf, das Motiv eines trommelschlagenden Knirpses in Lenzburg kennengelernt zu haben, angeblich bei Gelegenheit seines ersten Besuches bei der «Tänzerin» Anna. Bei dieser handelte es sich um eine Seminaristin des Aarauer Lehrerinnenseminars, welche sich dann in Berlin und Paris zur Tanzlehrerin ausbilden liess. In der Lenzburger mündlichen Überlieferung erinnert man sich kaum an Bühnenauftritte einer «Ballerina», wie die Stahlerbin in herkömmlichen Grass-Lebensläufen genannt wird. Umso besser aber an das gemeinsame Tanzen mit dem rassigen schwarzhaarigen Schnauzkünstler Grass: «Er hät tanzet wie’n en Aff!», soll der Schwiegervater geraunt haben. Ein Schwiegersohn in der Art von Johann Schneider-Ammann, dem späteren Inhaber der Ammann Group, hätte der Familientradition eher entsprochen.

Glücksfall Anna

Für die Karriere von Grass und seinen Aufstieg zu einem der meistbeachteten Autoren seines Jahrhunderts war die Heirat mit Anna Schwarz ein Glücksfall. Sie war nicht nur, wie Grass schrieb, aus «besitzbürgerlichem Hause », sondern darüber hinaus eine künstlerisch und sprachlich begabte Lady mit vielseitigen Talenten und hoher Fähigkeit zur Empathie. Eindrucksvoll kommt dies im Briefwechsel Günter Grass/Anna Grass mit dem kongenialen Uwe Johnson zum Ausdruck. Grass und Johnson schafften den literarischen Durchbruch mit der «Blechtrommel» und «Mutmassungen über Jakob» gleichzeitig (1959), jedoch bei unterschiedlichem finanziellem Erfolg. Mit der Zeit wurde aber die Freundschaft durch charakterliche und auch politische Unvereinbarkeiten getrübt. Ein Faszinosum an diesem Briefwechsel ist der Austausch zwischen Uwe Johnson und Anna Grass. Die Lenzburgerin entwickelte ihrerseits ein beachtliches Schreibtalent. Die Scheidung (1978) von Selbstdarsteller Grass war für die vierfache Mutter trotzdem nicht zu vermeiden.

Keine herkömmliche Wehrpflicht

Der am Montag in Lübeck verstorbene genialische Erzähler Grass eignet sich als Verfasser von Wälzern kaum mehr für Schullektüren. Das Lesevergnügen setzt den zeitgeschichtlich erfahrenen geistigen Geniesser voraus. Autobiografische Bemerkungen sind, wie Jahrgänger Joseph Ratzinger betont (er kommt in «Beim Häuten der Zwiebel» vor), mit Vorsicht zu geniessen. Auch scheint klar, dass Grass’ spät eingestandene Dienstzeit bei der Waffen-SS nicht mit herkömmlicher Wehrpflicht zu verwechseln war, weil die SS – wie die französische Fremdenlegion – nur Überzeugte aufnahm. Im letzten Kriegswinter glaubte wohl auch der junge Grass nicht mehr an den «Endsieg». Die damaligen Aufgebote galten der drohenden Niederlage. Dabei stand die Aussicht im Raum, Deutschland zu deindustrialisieren, teilweise zu sowjetisieren, welch Letzteres sogar Churchill mit der Hölle verglichen hat.

In dieser Hinsicht hilft es nicht, gegen Günther Grass die Moralkeule zu schwingen, so wie er, der begnadete Erzähler, mit derselben weder klug noch glücklich geworden ist.

 

Kommentare
  • Peter Wolff
  • 15.04.2015 | 21:33 Uhr

„Auch scheint klar, dass Grass’ spät eingestandene Dienstzeit bei der Waffen-SS nicht mit herkömmlicher Wehrpflicht zu verwechseln war, weil die SS – wie die französische Fremdenlegion – nur Überzeugte aufnahm.“

SoSo: auch noch im November 1944? — Wenigstens eine Kurzrecherche wäre angebracht gewesen; siehe z.B.:

http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Grass#Kindheit_und_Jugend

http://www.weltwoche.ch/index.php?id=553835

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Günter Grass ist tot. Mit ihm geht ein fragwürdiger Mahner und Freund des totalitären Islam (gibt es einen anderen Islam, als totalitären?)

Guenter Grass tot

„De mortuis nil nisi bonum“ (Über die Toten sagt man nur Gutes):
Dies mag für Normalsterbliche gelten. Es darf nicht gelten für historische Menschen wie Grass, die großen Schaden angerichtet haben

Nein. Ich war nie ein Grass-Fan. Weder lag mir seine rüde Sprache, noch mochte ich Thematik und Inszenierung seiner Geschichten. Auch die vielgerühmte Blechtrommel, derentwegen Grass den Literaturnobelpreis erhielt, fand ich sprachlich schwer zu lesen, inhaltlich zu sehr moralisierend. Das alles diskreditiert jedoch einen Günter Grass nicht. Literatur ist wie jede Kunst Geschmacksache. Doch was Grass diskreditiert, ist Grass selbst. Jahrzehntelang ging dieser selbsternannte Mahner für Gerechtigkeit und gegen Nazismus durch die Republik und kritisierte die Deutschen wegen ihrer Feigheit vor und während Hitler. Und mahnte einen angeblich latenten und immer noch nicht überwundenen Hang der Mehrheit der Deutschen zu den Idealen des Nationalsozialismus an. Welch verwegener, ja unverschämter Vorhalt eines Mannes, der – dies gab Grass NACH Erhalt seines Nobelpreises und ganze sechs Jahrzehnte nach dem Fall des Dritten Reichs selbst zu – selbst Bestandteil der Unterdrückungsmaschinerie der Nazis als Mitglied der Waffen-SS war. Unvergessen ist mir sein stilles Verständnis für die RAF – und am Ende seines Lebens sein Eintreten für den Islam, dessen genozidäres Potential Grass entweder nicht erkennen konnte oder wollte. Nein, ich reihe mich hier nicht ein in die Kondolenzen von Hochwohlgeboren und sonstigen Grass-Fans, die sich in ihrer Mehrheit als die moralisch Überlegenen fühlen. Ich nehme seinen Tod zur Kenntnis. Nicht mehr und nicht weniger. Grass durfte sich eines langen und ereignisreichen Lebens freuen. Viele, die moralisch höher standen als der Literat, aber weit weniger bekannt waren, und zahllose Opfer der Nazis konnten das nicht von sich sagen.

***

Von Michael Mannheimer, 13. April 2015

SS-Mann Grass vor wenigen Monaten: Zur Not müssen Flüchtlinge eben bei Deutschen zwangseinquartiert werden

Er konnte es auch am Schluss seines Lebens nicht lassen. Günter Grass, der zeit seines Lebens den Zeigefinger gegen die Deutschen erhob, sie kollektiv für den Nationalsozialismus verantwortlich machte, als Schreib-Star der Linken mit Preisen nur so überhäuft wurde – aber 60 Jahre lang seine Leser und die Welt über seine damalige  Mitgliedschaft bei der Waffen-SS belog (dies deckte er erst auf, als er seinen zeitlebens so ersehnten Literatur-Nobelpreis in der Tasche hatte), spielte wieder den sozialistischen Volkserzieher und fordert Zwangseinquartierungen der nicht abreißen wollenden Flüchtlingsmassen unter den Dächern deutscher Hausbesitzer.

Er verglich dabei tatsächlich die Situation nach 1944, als 14 Millionen deutsche Ostflüchtlinge in die westliche Trizone (auch in die Ostzone) kamen, um sich vor der Rache und dem Wüten der Roten Armee und teilweise auch der polnischen rund tschechischen Bevölkerung in Sicherheit zu bringen, in für einen Literaturnobelpreisträger geradzu unwürdigen Simplifizierung mit der heutigen.  Diese Flüchtlinge waren Teil einer politisch,  ethnisch und kulturell engsten verbundenen Schicksalsgemeinschaft, die soeben den schlimmsten aller Kriege überlebt hatten – dieselbe Sprache sprachen, dieselbe Kultur und dieselbe Religion hatten.

Die Unfähigkeit oder Unlust von Grass, den Flüchtlingsstrom von 1944 ff vom heutigen zu differenzieren, ist typisch für sozialistische Meinungsmanipulation und Geschichtsklitterung

Was aber nun mit Hilfe seiner sozialistischen Deutschlandabschaffer nach Deutschland kommt ist eine gigantische Flüchtlingswelle aus kulturell, sprachlich und religiös fernen, um nicht zu sagen inkompatiblen Weltgegenden, die man den Deutschen mit massivem, medialem und politischem Drucks aufnötigt und sie – wenn sie sich dagegen wehren, als das abstempelt, was Grass selbst einmal war: Als Nazi.

Das ganze hat mit einer Flüchtlinsgwelle kaum noch, aber mit einer islamischen Invasion sehr viel zu tun. Wir wissen längst, dass sich muslimische Länder ihres psychiatrischen und kriminellen Menschenmaterials insofern entledigen, als dass sie diese auf die Boote treiben, zum Teil den Transfer bezahlen und sie dann dem Schicksal – bzw. dem schlechten Gewissen Europa – überlassen.

Armutsflüchtlinge sind vom deutschen Asylgesetz nicht gedeckt

Das ist eine massive emotionale Erpressung weltgeschichtlichen Ausmaßes, die von islamischer Seite aus dazu dient, sich unliebsamer Bürger zu entledigen – und von der europäischen linken Immigrationsmafia benutzt wird, um ihren Plan der Abschaffung der europäischen Völker durch inkompatible islamische Menschenmassen voranzutreiben und letztendlich zu vollenden.

Im Aufstand wegen der Mohammedkarikaturen schlug sich Grass auf die Seite des Islam und forderte gar – als Zeichen der Wiedergutmachung – die Umwidmung einer Lübecker Kirche in eine Moschee

Dass ein Grass dies so nicht sieht, wissen wir spätesten seit seinem skandalösen Eintreten für die dänischen Muslime, die im Jahre 2006 einen weltweiten Aufstand des Islam gegen die westliche Welt inszeniert hatten. Anlass waren 12 Karikaturen, die Mohammed und den Islam kritisch beleuchteten.

Dass ausgerechnet nun ein Grass, der die grenzenlose Meinungsfreiheit von Gedanken und Kunst stets vehement einzufordern wusste – sich auf die Seite der schlimmsten Feinde der Meinungsfreiheit, des Islam, schlug, dass er die Veröffentlichung der Karikaturen als „bewusste Provokation“ geißelte und als Sühne – man fasst es nicht – die Umwidmung einer Lübecker Kirche in eine Moschee einforderte, verschlägt einem den Atem. Und das zu einer Zeit, als auch ein Grass hätte wissen müssen, dass sie die Zeit der verheerendsten Christenverfolgung der Menschheitsgeschichte ist: Pro Jahr werden weltweit bis zu 150.000 Christen in islamischen Ländern deswegen getötet, weil sie den „falschen“ Glauben habe.

Zu diesem Thema schrieb ich seinerzeit:

Günter Grass: Wie unsere Schriftsteller sich mit dem totalitären Islam verbünden

Der Feigling und Islamappeaser Günter Grass unterwarf sich angesichts der dänischen Mohammedkarikaturen in vorauseilendem Gehorsam der barbarischen Scharia: Diese verbietet jede Kritik am Islam, speziell am islamischen Propheten. Darauf steht der Tod. Die Reaktion von Grass war nicht etwa, sich angesichts dieser weltweiten Bedrohung vor die Meinungsfreiheit zu stellen und den Islamterror zu verurteilen. Grass machte den absurden Vorschlag, als „Geste der Versöhnung“ mit den Muslimen eine der Kirchen Lübecks in eine Moschee umzuwandeln…

Was Kritik am Islam anbetrifft, ist es merkwürdig still geworden um die deutschen Intellektuellen. Dieselben, die sich während der 68er Ära die Finger wund schrieben, als es um Kritik am Westen und der angeblich „kapitalistischen“ und „unmenschlichen“ Bundesrepublik ging, dieselben, die – wie der von der DDR gesponsorte linke „investigative“ Oberjournalist Günter Wallraff – keine Gelegenheit ausließen, die sozialen und menschenrechtlichen „Missstände“ in der BRD aufzuspüren und anschließend in Beststellern anzuprangern – Ja! dieselben Schreiber scheinen – was ihre Kritik am Islam anbelangt – von der schriftstellerischen Maul- und Klauenseuche befallen zu sein, die bei Autoren bekanntlich zur absoluten Schreib- und Gedankenblockade führt.

Einer dieser deutschen Oberlehrer, einer, der keine Gelegenheit ausließ, den Deutschen ihre angebliche kollektive Schuld und Verstrickung in der Nazi-Ära vorzuhalten, ist unser Nobelpreisträger G. Grass. Er hielt sich mit seinem persönlichen Bekenntnis zur eigenen Nazi-Vergangenheit (Grass war Mitglied der gefürchteten Waffen-SS) bekanntlich so lange zurück, bis er den sehnlichst erwarteten Nobelpreis in der Hand hatte. 60 Jahre lang schwieg der Vorzeige-Moralist der Linken. Anläßlich der dänischen Mohammed-Karikaturen lieferte er sein Meisterstück als falscher Prophet ab.

Gunter Grass: Ein Schriftsteller als Islamisierungshelfer

Bereits 1919  formulierte der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky auf die Frage, wo die Grenzen aufklärerischer Schriften und insbesondere satirisch verpackter Kritik sei, seine berühmt gewordene Antwort:

»Was darf die Satire? Alles!«

Quelle: Kurt Tucholsky: Gesamtausgabe. Texte und Briefe. Band 3. Texte 1919

Ein knappes Jahrhundert später verurteilte ausgerechnet der deutsche Literatur-Nobelpreisesträger Günter Grassder bereits beim Terroranschlag auf die New Yorker Twin-Towers Verständnis und eine gewisse Sympathie für die islamischen Terroristen bekundete – die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in der dänischen Tageszeitung Iljands-Posten  als

„bewusste und geplante Provokation eines rechten dänischen Blattes.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Grass kritisiert Karikaturen als gezielte Provokation“, 9. Februar 2006

Obwohl Grass keine Ahnung vom Islam hat, stellt er deren Kritiker in die rechte Ecke

Hier ist er wieder: der automatische Reflex der Linken, jedwede Kritik am Islam sofort und ungeprüft in die rechte politische Ecke zu stellen. Kein Wort von Grass in jenem FAZ-Interview gegenüber der weltweiten „Ungläubigen“-hetze des Islam, kein Wort zu den Morddrohungen gegenüber den dänischen Karikaturisten und gegenüber zahlreichen Verlegern, Schriftstellern, Journalisten auf der ganzen Welt, die es gewagt hatten, den Islam zu kritisieren.

Kein Wort von Grass über Mohammed, der sich an zahlreichen Kindern vergangen hatte, der Tausende von Gegnern abschlachten ließ, der Frauen zu Menschen zweiter Klasse deklarierte, der einen ganzen jüdischen Stamm enthaupten ließ, weil er nicht zum Islam konvertieren wollte, der seine Grenzen im längsten aller Kriege, im 1400-jährigen Dschihad, stetig zu seinen Gunsten erweiterte und heute mitten in Europa steht, bereit, auch diesen Kontinent zu übernehmen.

Feigling Grass: Im Gegensatz zu Grass setzte sich Iljands-Posten gegen die Meinungsdiktatur des Islam zur Wehr

Denn dies und ähnliches sind die Inhalte der Karikaturen des von Grass als „rechts“ bezeichneten Blattes. Und wenn es noch so rechts wäre: Im Gegensatz zu Grass legt dieses „dänische Blatt“ seine Finger wenigstens in die klaffenden Wunden, zeigt einige der gravierendsten Missstände des Islam auf. Grass jedoch geht in seiner Freundschaft zum Islamo-Faschismus sogar so weit, anlässlich der Bewerbung Lübecks zur Kulturhauptstadt Europas allen Ernstes vorzuschlagen, eine Lübecker Kirche in eine Moschee umzuwidmen.

Quelle: Henryk Broder: „Günter Grass. Der Herr der Binse“, 14.08.2006,  in: SpiegelOnline (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,431695,00.html)

Was dort gepredigt wird, scheint ihn jedoch nicht weiter zu kümmern. Der Koran fordert an 216 Stellen (!) zur Gewalt und Mord gegenüber Ungläubigen sowie zur gewaltsamen Ausbreitung des Glaubens auf – was ihn von den übrigen Weltreligionen fundamental  unterscheidet. Auch das ist dem Herrn Grass keine einzige kritische Zeile wert. Gäbe es nur ein Zehntel von solcherlei Stellen in der Bibel, wir könnten gewiss sein, Grass hätte sein Hauptwerke nicht „Die Blechtrommel“, sondern „Die Mordtrommel“ genannt – und hätte darin sich nicht den Zweiten Weltkrieg, sondern die Bibel und das Christentum vorgenommen.

Bringen wir uns in Erinnerung, welcher Art die Koran-Texte sind, die in den Moscheen dieser Welt gepredigt werden:

„Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande!“
Sure 47:4

´Und erschlagt sie (die Ungläubigen), wo immer ihr auf sie stoßt ….“ Sure 2:191

“Und wenn sie sich (vom Islam) abwenden (und eurer Aufforderung zum Glauben kein Gehör schenken), dann greift sie und tötet sie, wo (immer) ihr sie findet … .“
Sure 4:89

„Oh Gläubige, nehmt weder Juden noch Christen zu Freunden.“
Sure 5:51

„O die ihr glaubt, kämpfet wider jene der Ungläubigen, die euch benachbart sind..“
Sure 9, 123

Etc.etc.etc.

Grass ist entweder ein Islam-Ignorant – oder er findet den Islam und damit auch die Scharia gut

Es gibt nur zwei Möglichkeiten, warum sich Grass für diesen Theo-Faschismus einsetzt: Erstens: Grass hat keine Ahnung vom Islam. Zweitens: Grass kennt den Islam. Im ersten Fall ist er ein Ignorant. Im zweiten Fall ein Freund einer faschistischen Religion. In beiden Fällen ist Grass gefährlich. Als Ignorant, weil er damit anderen Ignoranten Futter für deren Islamhätschelei liefert. Als Islamkenner, weil er Taqiyya pur betreiben und eine der menschenfeindlichsten Ideologien vorantreiben würde.

Seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS – nicht jedoch sein spätes Geständnis – sei ihm als Ausdruck seiner jugendlichen Unerfahrenheit ja noch verziehen. Dass er sich jedoch im seinem hohen Alter, wo man eher Weisheit und Weltkenntnis vermutet, für einen mordenden, menschenverachtenden und kinderschändenden Propheten sowie die von diesem gegründete Religion einsetzt, ist unverzeihlich. In seiner blinden Begeisterung und kritiklosen Eintreten für jene „Friedensreligion“ ist Grass damit selbst zur Gefahr für die Freiheit geworden, für die er glaubt, sein Leben lang gekämpft zu haben.


Weiterführende Links:

Jerusalem hat genug vom ewigen Mahner Grass

Günter Grass und der Brief des Großmufti Husseini an Adolf Hitler

Israelfeindliches Gedicht von Günter Grass: Reich-Ranicki spricht von “ekelhaftem Gedicht”. Lob aus Teheran!

http://michael-mannheimer.net/2015/04/13/guenter-grass-ist-tot-mit-ihm-geht-ein-fragwuerdiger-mahner-und-freund-des-totalitaeren-islam/

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Der Vatermord der Grassdeutschen

Über die medialen Anstrengungen zur Rettung der »Israelkritik«.


VON BORIS YELLNIKOFF


Deutschland empört sich. Und alles ist gut.

Ein nobelbepreister greiser Dichter, kein Geringerer als ein Säulenheiliger der Nation, vergeht sich an Sprache und Staatsräson, und eine Welle der Empörung schlägt ihm entgegen. Das Land – sein Land! –, es zeigt sich undankbar, trotzdem er so tatkräftig und wortreich half: bei der »Wiedergutwerdung der Deutschen«*. Doch diesmal ist der alte Mann zu weit gegangen: Nun klingt er wieder wie der junge, der er einmal war, als die Runen der SS an seinem Kragen prangten.

Zu Grass’ »Gedicht« ist unterdessen in allen Medien alles gesagt worden. All der Aufwand mit all den Kommentaren, Interviews und Feuilletons war gleichwohl unnötig. Denn über Grass war keine neue Erkenntnis zu gewinnen. Als er vor mehr als zehn Jahren sich schon einmal »israelkritisch« bis zur Einstaatenlösung exponierte, stellte Paul Spiegel fest, mit seinen Auslassungen stelle sich Grass »auf eine Stufe mit den radikalen Feinden Israels«. Wenig später weitete Spiegel den Blick von Grass auf die Grassdeutschen: »Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder.« Und die da rufen, sind ihre Büttel und Lakaien. Damit war alles Nötige erkannt und gesagt.

Wohl gibt es in diesen Tagen einige gelungene Repliken. Bei Henryk M. Broder beispielsweise nimmt es nicht wunder, wenn Klarheit und Deutlichkeit regieren. Josef Joffe hat irgendwann einmal Freud gelesen und bringt das jetzt in Stellung. Auch Frank Schirrmacher seziert mürbes Denken und Dichten mit scharfem Skalpell, aber der hat länger schon ein Problem mit Grass. Und dass der zum Konservatismus konvertierte Jan Fleischhauer sich mit dem renitenten alten Linken anlegt, ist erwartungskonform. Sie haben ja auch Recht: Mit seinem »Machwerk des Ressentiments«, so Schirrmacher, sucht Grass »seinen Frieden mit der eigenen Biografie« zu machen.

Was ihnen entgeht: Günter Grass könnte eigentlich egal sein. Ein alter Mann redet wirr, das tat er öfter schon, na und? Was Antisemitismus ist, definiere ich, sagt der Antisemit. Was Lyrik ist, definiere ich, sagt der Lyriker. Grass definiert beides. Nichts daran ist neu. Dass er dennoch für so wichtig erachtet wird, liegt am Resonanzboden, durch den ihm einst der Aufstieg zur »moralischen Instanz« ermöglicht wurde und der sich nun im medialen Overkill gegen ihn wendet. Und eben dieser Overkill ist verwunderlich. Geschenkt, dass die meisten Grass-Kritiker längst nicht Broders oder Joffes Qualitäten haben. Doch das hat Gründe: Sieht man sich nicht allein an, dass sie Grass widersprechen, sondern wie und mit welcher Verve, erkennt man schnell eine Art nationaler Selbstvergewisserung: nicht über die Sache – die Kritik an Israel, die sei möglich, legitim, notwendig, ja angeraten –, doch über den Ton, und der macht die Musik.


Tonsetzer

Zwei Beispiele zum Beleg: Mit Donnern setzt Sebastian Hammelehle auf Spiegel Online ein und nennt das Grass-Elaborat einen »lyrischen Erstschlag« ­– »und das von deutschem Boden«. Das sitzt; Hammelehle nimmt offenbar übel. Vor allem dies: Kritik an Israel, da irre Grass, sei gar nicht antisemitisch. »Müsste man sie im Zweifelsfall nicht eher antiisraelisch oder vielleicht antizionistisch nennen?«, fragt er. Das scheint des Kritikers große Sorge. Und auch noch das: Sich dergestalt zu äußern, sei gar nicht verboten. Hammelehle wirft Grass »die Frivolität des Tabubruchs« vor, als wolle er sich und seinen Deutschen das längst Erreichte nicht nehmen lassen, nämlich ungehindert von äußeren wie inneren Zensoren sagen zu können, was einem auf der Leber liegt: »Erst kürzlich konnte der SPD-Chef Sigmar Gabriel doch ganz unbehelligt von ›Apartheid‹ in Hebron schwadronieren. Wurde er bestraft? Nein.«

Empirisch richtig, normativ falsch, doch letzteres ficht Hammelehle nicht an. Dabei müht er sich persönlich durchaus um die Staatsräson, sieht Israel »von Feinden umzingelt« und hat auch nichts gegen deutsche U-Boote für den jüdischen Staat. Doch wie es in ihm trotzdem denkt, kann er nur schlecht verbergen: »Ob es in absehbarer Zeit, wie im Gedicht unterstellt, zu einem Atomangriff kommt, mit dem Israel das ›iranische Volk auslöschen könnte‹, ist keineswegs sicher.« Keineswegs sicher. So räumt er kulant eine Restwahrscheinlichkeit ein, dass Israel keinen atomaren Erstschlag plant, und auch keine 75 Millionen Iraner zu vernichten trachtet. Jetzt einen »Faktencheck« zu bemühen, wäre zwar medientypisch, aber absurd: Wo es so denkt, sind Fakten obsolet.

Deutlicher noch wird Stefan Reinicke, aber der schreibt auch für die taz: »Richtiges Motiv, falscher Ton«. Er kritisiert zunächst die Form, denn »Leitartikel in Lyrikform sind immer Mogelei«, und fordert eine »klare Beweisführung«. Einen »atomaren Erstschlag Israels auf Iran« gäben dann selbst die »schlimmsten Untergangsszenarien« nicht her. Ende der Beweisführung, es folgt die Offenbarung: »Nein, Grass ist kein Antisemit, und sein Motiv, vor dem drohenden Militärschlag Israels gegen Iran zu warnen, ist legitim. Man muss dieses Anliegen gegen den egomanen Autor verteidigen – und erst recht gegen Kritiker, die mit dem Verdikt ›Antisemitismus‹ Israel gegen jede scharfe Kritik imprägnieren.« Der Dissens ist lediglich einer in der Form, und Grass schadet nur dem gemeinsamen Anliegen: »Im schlimmsten Fall nutzt er damit ausgerechnet den Falken, die den israelischen Angriff wollen.« Reinicke geht es somit um nicht weniger als die Rettung der »Israelkritik« vor einem unkontrollierbar gewordenen Alten, der die Sache zu desavouieren droht.


Selbstbeschwörung

So also argumentieren nicht wenige vorgebliche Kritiker von Grass, von seinen offenen Apologeten ganz zu schweigen – um die soll es hier allenfalls am Rande gehen. Sie werden zahlreicher und in den Medien vernehmbarer. Sie sind des Volkes wahre Stimme – das zeigen die Reaktionen in Leserbriefen, Onlineforen und Höreranrufen. Doch in der öffentlichen Debatte geben immer noch die Antigrassisten den Ton an. Und dieser klingt in seiner Monotonie nach Selbstbeschwörung:

  • Außenminister Guido Westerwelle hält es für absurd, »Israel und Iran auf eine gleiche moralische Stufe zu stellen«. (Wenn Westerwelle zugleich konstatiert, Deutschland setze sich »für eine atomwaffenfreie Zone im gesamten Nahen und Mittleren Osten ein«, dann klingt darin ein Motiv von Grass an, dann kann das durchaus als Drohung in Richtung Israel verstanden werden.)
  • Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz, stellt fest: »Grass verwechselt Ursache und Wirkung«; »mit seinem politischen Urteil liegt er völlig daneben«. (Polenz’ Engagement für Waldorfpädagogik, »moderaten Islamismus« und freundschaftliche »Israelkritik« ist gleichwohl Legende.)
  • Rolf Hochhuth schließlich schämt sich »als Deutscher« und unterstellt Grass, er sei schlicht der SS-Mann geblieben, der er einst freiwillig wurde. (Hochhuth ist jener »Antifaschist«, der in der Jungen Freiheit den Holocaustleugner David Irving als einen »fabelhaften Pionier der Zeitgeschichte« bezeichnete.)

Die Liste der Empörten aus Politik und Kulturbetrieb ließe sich beliebig verlängern. Wenn aber die Räson der Merkel, das Eintreten für das Existenzrecht Israels, von solch bundesrepublikanischer Selbstverständlichkeit wäre, wie es gerade in Anbetracht der Unzahl sendungsbewusster Antigrassisten erscheint, dann wäre das Ausmaß der Empörung unnötig. Die Vehemenz der Grass-Kritiker erscheint in diesem Lichte unsouverän. Das hat Gründe.


Exorzismus

Zum einen scheint es bei den Besseren der Kritiker ein autosuggestives Moment zu geben: Die Gewissheit nämlich, Deutschland stünde in der Not zu Israel, ist zu fragil. Den wiedergutgewordenen Deutschen wird allenfalls zweifelnd Glauben geschenkt. Das ist vernünftig. Noch größere Einmütigkeit als gegen Grass gab es nämlich, als es einmal konkret wurde – gegen Israel: Am 1. Juli 2010 kannte der Bundestag keine Parteien mehr und votierte einstimmig für eine Resolution, in der »die unmittelbare, bedingungslose und dauerhafte Öffnung von Zugängen zu Gaza« gefordert wurde; die Gaza-Blockade sei zu beenden, und zwar sofort. Das war die unzweideutige Parteinahme gegen Israel und sein Interesse, arabische Terrorbanden am freien Güter- und Personenverkehr zu hindern; das war, auf seine Konsequenz hin gedacht, ein Kapitulationsaufruf an den jüdischen Staat. Eine Grass-Kritik, die das nicht mitdenkt und den Konsens der hohlen Phrase beschwört, der in der Praxis nichts bedeutet, ist bestenfalls wishful thinking.

Zum anderen scheinen die Schlechteren der Kritiker, jene, die sich um die Rettung der »Israelkritik« mühen – und das ist die Mehrheit –, erschrocken, weil sie sich in Grass selbst wiedererkennen. Darum betreiben sie einen doppelten Exorzismus: Es wird der alte Nazismus, der in seiner Sprache aufscheint, ebenso ausgetrieben wie das, was sich in seiner Sprache bis zur Kenntlichkeit entstellt: So meint man es selbst ja gar nicht, und schon gar nicht in dieser Diktion. Das ist durchsichtig: Da die von Nazideutschland angestrengte »Endlösung« unvollendet blieb, bildet seitdem der wehrhafte Zionist das peinigende Gegenbild zu jenem schicksalsergebenen Juden, der dem in der Barbarei gescheiterten Westen überhaupt noch erträglich erscheint. Darauf gründet sich ein doppeltes psychologisches Bedürfnis: zu brechen mit dem alten Antisemitismus, und sei es der Form halber, und zugleich seinen Frieden zu machen. Und da dieser nicht mit Israel gelingen kann – der real existierende Judenstaat ist immer auch lebendige Erinnerung an sechs Millionen Ermordete –, dann eben als Frieden gegen Israel.**

Diese beiden Bedürfnisse werden versöhnt im sprachlich Maß haltenden und moralisch einwandfreien Pazifismus der Äquidistanz; man »kritisiert« Israel als »Freund« ja nur zu dessen angeblich eigenem Besten, und man tut dies in einer durch die NS-Vergangenheit unbelasteten Sprache. Günter Grass hat diese Versöhnung aufgekündigt; das ist sein Vergehen. Wenn nämlich der Alte nun in altem Jargon gegen Israel tönt, dann befindet er sich außerhalb des Cordon sanitaire, der im postnazistischen Diskurs errichtet wurde. Im Grunde findet er aber nur zurück zu jener Sprache, die unverstellt den Blick darauf zulässt, was eigentlich gemeint ist.

Einigkeit existiert zwischen den tonangebenden falschen Kritikern und den sich langsam aus der Deckung wagenden wahren Freunden von Grass darüber, dass man zur Tagesordnung zurückkehren müsse. Und auf dieser steht unvermindert Israel – als deutsche Obsession. Schluss also mit einer »Diskussion, die einem wenig sagt über das, was im Nahen Osten passiert«, mit diesem Selbstgespräch »so voller Wehleidigkeit, Selbsthass und mühsam unterdrückter Aggression«. Zurück dafür zum Judenstaat, der künftig von seinem Hausrecht Gebrauch machen und Grass die Einreise verweigern will. Das mag ein symbolischer Akt sein, aber er bedeutet für den Antisemiten, dass man auf dessen vorgebliche Verbundenheit – Grass gibt ja in seinem Elaborat vor, ein Freund Israels zu sein und dies auch bleiben zu wollen – keine einzige Agora gibt. (Diese kleine Münze ist ohnehin schon seit langem aus dem Verkehr gezogen.) Dies hält man hierzulande für unangemessen respektive überzogen, und eben jene Medien, die sich gerade noch über Grass echauffierten, lassen nun ihre guten Juden die Entscheidung Israels verdammen – ob durch Avi Primor (die Entscheidung sei »übertrieben und populistisch«), Moshe Zimmermann (»Zensur« sei am Werk, die »nicht untypisch für Israel« sei) oder Tom Segev (»Damit rückt Israel sich in die Nähe Irans«). So geht »Israelkritik« heute – willkommen zurück in der deutschen Realität.


Kunstsimulation

Eines noch zum Versagen der Grass-Kritik, weil sie es nicht wirklich ernst meint: Was der »Dichter« da fabrizierte, als Lyrik weiter gelten zu lassen, und sei es als schlechte, ist ein Anschlag auf die Kunst. Dieser Anschlag ist nicht minder perfide als das öffentlich-rechtlich erklärte Anliegen des Alten, sich mit seiner Schundproduktion in eine Reihe von Walther von der Vogelweide über Heinrich Heine bis Bertolt Brecht zu stellen. (Dass er sich in einem Atemzug mit Erich Fried nennt, ist allerdings berechtigt.) Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft hätte, dass engagierte Kunst nichts anderes ist als Engagement für Weltanschauliches im Tarnmantel einer Kunstsimulation (und damit eine Lüge) und dass die Tarnung notwendig versagt, sodass pure Ideologie erscheint, dann hat Grass diesen erbracht. Form follows function, und darum gilt: Eine Kritik, die beim greisen Dichterdenker nicht Form und Inhalt in ihrer jeweiligen Unerträglichkeit aufeinander bezieht, macht sich mit dem vorgeblich Kritisierten auf halber Strecke schon gemein. Während der Alte denkend als erledigt gilt, soll er allenfalls noch dichten dürfen. Am Ende seines Interviews wünscht sich der dauergrinsende Tom Buhrow von Grass dann auch, was nur ein nächstes Grauen wäre: einen neuen Roman.

Da also die Kritik an Grass so überlaut, übermächtig und im Argument oft so labil ist und da sie in der politischen Praxis wenig zu bedeuten hat, gibt sie unfreiwillig ihr Wesen preis. Sie zieht eine Demarkationslinie zu Grass, zum Unsäglichen, um zu salvieren, was sich im Ton mäßigt, auch wenn es Gleiches meint. Die neue Zeit hat ihren neuen Jargon, da stört das desavouierte Raunen des Alten. Wir erleben: den überfälligen Vatermord der Grassdeutschen.

Deutschland empört sich. Doch nichts ist gut.


Anmerkungen
* Eike Geisel prägte einst die Wendung von der »Wiedergutwerdung der Deutschen«. Aber Geisel ist tot, und weil er sie nicht freundlich meinte und obendrein noch Recht hatte, will kaum jemand sich noch an ihn erinnern.
** Man müsste an dieser Stelle den israelischen Psychoanalytiker Zvi Rex zitieren, dass nämlich die Deutschen den Juden Auschwitz nie verzeihen. Aber das wird dieser Tage schon oft genug getan, nur meist ohne darauf abzuheben, was das recht eigentlich bedeutet.

Zum Foto: Von Günter Grass gestiftetes, mit einem Graffito versehenes Denkmal. Göttingen, 7. April 2012.

http://lizaswelt.net/2012/04/09/der-vatermord-der-grassdeutschen/

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Was gesagt werden muss

Gedicht für Günter (unterstufenlyrisch)

Mit letzter Tinte ächzt der Alte
in ungereimter Poesie:
Dass die sich nicht mehr schlachten lassen,
verzeihe ich den Juden nie.

Der Jude will Atomraketen.
Der Jude will den Weltenkrieg.
Der Jude will uns alle meucheln.
Am Ende droht des Juden Sieg!

Da muss man doch was machen können,
und wenn nicht wir, dann der Iran.
Mahmud, mein alter Mullahkumpel!
I shout it out loud: Yes, you kann!

Der Günter fühlt sich ganz verwegen,
der Greis ist wieder jung, vital.
Die Lösung einst ging zwar daneben,
versuchen wir’s halt noch einmal!

So denkt’s im deutschen Dichterdenker.
Er rülpst und rotzt es aufs Papier.
Sein Wahn kennt keine Einsamkeit.
In Deutschland gilt: Vom Ich zum Wir.

Boris Yellnikoff
(der für dieses Gedicht den Nobelpreis verlangt)

http://lizaswelt.net/2012/04/04/was-gesagt-werden-muss/

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Konkret 05/12, S. 18
Klaus Briegleb, Philipp Schmidt
Ein Gedicht nach Auschwitz
Gespräch mit dem Literaturhistoriker Klaus Briegleb, Herausgeber der »Sämtlichen Schriften« Heinrich Heines und Experte für deutsche Literatur nach 1945, über das gegen Israel gerichtete Pamphlet des Günter Grass und die deutsche »Massenseele«
KONKRET: Die meisten Kritiker der antiisraelischen Auslassungen Grass’ meinen, er sei kein Antisemit; das, nun ja: Gedicht »Was gesagt werden muß« sei nicht antisemitisch. Was ist und wie funktioniert deutscher Antisemitismus nach Auschwitz?
Briegleb: Diese Frage stellen sich alle, die über den deutschen Sonderweg des Antisemitismus nach 1945 nachdenken, seit langem. Einfach scheint eine Antwort also nicht zu sein. Wir sind mit neuen antisemitischen Verhaltensmustern konfrontiert. Dieser Entwicklung müßte der Begriff des Antisemitismus angepaßt, er müßte differenziert werden, um mit seiner Hilfe vernünftig auf sie reagieren zu können – so auch jetzt auf den fraglichen, unerträglichen Text.
Auch Marcel Reich-Ranicki scheint zu meinen, Grass sei kein Antisemit.
Ja, er scheint es zu meinen und wird so kolportiert. Aber seine Interview-Äußerungen sind mehrdeutig. Zwar findet er entgegen einem Standard in der internationalen Literaturforschung in Grass’ Frühschriften »keine antisemitischen Klischees« und geht so weit zu sagen, der Autor habe »den Antisemitismus in sich komplett verdrängt, besiegt«. Reich-Ranicki weiß aber ebenso wie Sie und ich, daß diese kühne Wortverbindung – »verdrängen, besiegen « – dem individuellen Umgang mit nationaler Schuld eine militärische Version unterstellt, womit er Grass gewiß gerecht wird. Wer sein Interview in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung « (8.4.12) gelesen hat, kann jetzt wissen, wie Reich-Ranicki wirklich denkt über den Anteil dieses Schriftstellers am deutschen Sonderweg des »Antisemitismus« und wie er diesbezüglich Grass’ »Geraune« über seinen Beitritt zur Waffen-SS erlebt hat. Am Ende möchte er nicht sagen wollen, das schreckliche Gedicht habe ein »Antisemit« geschrieben, sondern: Es stelle nur den Zusammenhang her zwischen der Tatsache, daß es auch heute »eine große Anzahl von Bürgern gibt, die antisemitische Neigungen « haben, und der Absicht des Autors Grass, mit seinen Attacken gegen die Juden nicht hinter Martin Walser zurückzubleiben. Bedenken wir, daß Reich-Ranicki, seit er 1958 nach Westdeutschland kam und sofort die Mitgliedschaft in der Gruppe 47 anstrebte, in eine im Grunde tragische Situation geraten ist. Er wollte niemals Deutscher sein oder werden, aber er wollte aus seiner Liebe zur deutschen Literatur endlich einen Beruf machen können. Er hat oft geäußert, worauf er dabei traf. Ich habe die unausbleiblichen Konfrontationen, auch in der Gruppe 47, andernorts beschrieben und analysiert. Er traf auf einen spezifischen, einen verklemmten Opfer-Nationalismus. Der Literaturkritiker sah und kritisierte, daß die »Dimension Auschwitz«, von der Wolfgang Hildesheimer sprach, in der deutschen Gegenwartsliteratur weithin tabuisiert wurde, die Kritik wurde, beispielhaft in der Gruppe 47, als »Ressentiment« abgewehrt. Da sich der Kritiker nicht einschüchtern ließ und beispielsweise im Mai 1964 in der »Zeit« fragte: »Gehören die deutschen Schriftsteller zu jenen, die zudecken, oder zu jenen, die aufdecken?«, traf er schließlich den reaktionsbereiten Entlastungstrieb derer, »die zudecken«, und das äußerte sich u.a. in der von Reich-Ranicki oft angesprochenen Weise alltagssubtiler Abneigung. Aber der jüdische Berufskritiker ließ sich nicht einschüchtern. Denn, so sagte er, »daß Auschwitz hier in diesem Land umgelogen wird, das läßt mir keine Ruhe.« Über »Antisemitismus«-Erfahrungen in der BRD konnte Reich-Ranicki in der Gruppe 47 nicht sprechen, das war Tabu in dieser »Textwerkstatt «. Daraus ist nicht abzuleiten, daß sein Schweigen ähnlich war wie das der nichtjüdischen Mitglieder der Gruppe, und analog ist heute Reich-Ranickis eben angedeutete Weigerung, Grass, den »Freund« aus der Exgruppe 47, einen Antisemiten zu nennen, nicht vergleichbar mit dem Reflex der ewigen Grass-Anhänger: »Antisemitismus? Nein!«
Welche Wege sucht sich das antisemitische Ressentiment, das sich nicht mehr so äußern kann, wie es das einmal konnte, heute?
Das kann man am Beispiel des Rumors, den die Äußerungen von Grass hervorgerufen haben, gut beobachten. Das Problem, das wir mit den Grass-Anhängern haben, ist ja nicht neu; es ist fast so alt wie der eingekrustete Waffen- SS-Antisemitismus bei diesem Schriftsteller selbst. Es handelt sich bei diesen Leuten, den devoten Grass-Gläubigen unter den deutschen Intellektuellen, buchstäblich um Gläubige; die sind es ihrem Grass schuldig, daß er sie seit den Zeiten der Gruppe 47 von ihren deutschen Schuldgefühlen entlastet, indem er auch ihnen anbietet, sich zu fühlen wie er, als wahre Opfer. Und wie macht er das? Denken Sie ans Ende der Blechtrommel zurück: Die Deutschen in Danzig werden mit Viehwaggons zurück ins Reich deportiert. Was ist das anderes als eine verkehrende Anspielung auf die Deportation der Juden in Richtung Osten? Dann gibt es den »Herrn Fayngold« aus Treblinka, die Karikatur eines Juden, wie sie die Nazis nicht besser im »Stürmer« hätten erscheinen lassen können. Es handelt sich um literarisch unmittelbare Belege dafür, daß Grass da etwas umdreht, und das macht er heute wieder: Er erklärt Israel zum Täter. Also, das ist nicht neu.
Aber jetzt wird er heftig dafür kritisiert.
Grass spricht dennoch für ein ziemlich großes Kollektiv unbelehrbarer deutscher Intellektueller, die, sagen wir: ihren Antizionismus nicht mehr selbst mit sich herumschleppen und über Versprecher verraten wollen. Dabei ist die Berufung auf Grass oder Walser stabil. Der WDR-Korrespondent aus dem Hauptstadtstudio sagte kürzlich, die Leute, die Grass jetzt für sein Gedicht kritisieren, redeten »mit Schaum vor dem Mund«. Er spricht von »der jüdischen und der deutsch-israelischen Lobby« in der BRD. Von »zur Strecke bringen« ist die Rede, und dies und das, wie Grass, daherzuspekulieren, sei »ja wohl noch erlaubt«. Wirklich neu ist, daß eine Grass-Äußerung, von der ich meine, daß sie sehr alt ist und sich oft wiederholt hat, so heftig kritisiert wird wie jetzt – national wie international. Das hat die Grass-Anhänger in ihrem ganzen Devotismus verstört. Die stehen vom Stammtisch auf und brechen ihr Schweigen. Das ist jetzt, angesichts der Entfesselung des Redens der Grass-Anhänger, eine sehr günstige Situation: daß nämlich die jüngere Generation endlich einmal merken kann, was aus der dergestalt entfesselten Grass- Verteidigung wirklich spricht.
Grass sagt in dem »Gedicht«, er habe nicht mehr schweigen können. Welche Funktion hat diese stets ja sehr beliebte Inszenierung als Tabubrecher?
Grass schreibt auch, er hätte nicht so lange schweigen dürfen. Tilman Krause hat das in der »Welt« zureichend ironisiert. Seine Kritik, ebenso wie Frank Schirrmachers Interpretation des Grass-Pamphlets in der »FAZ«, sind Sternstunden des deutschen Journalismus. Wann auch konnte man anschaulicher belegen: Die Grass’sche Populär-Rethorik ist fundiert in der »Wollt Ihr?«-Rhetorik Josef Goebbels’ im Sportpalast. Das muß man wirklich und endlich einmal ernstnehmen. Ein Beispiel aus Grass’ Roman Im Krebsgang (2002), dessen Lektüre ich allen Grass-Gläubigen empfehle: Er spricht da über die eigene Schuld, »meine eigene Schuld«. Ermüdet vom Kampf um die Vergangenheitsbewältigung in seiner Danziger Trilogie, habe er so lange, viel zu lange geschwiegen darüber, daß die Deutschen ja auch Opfer sind. Und er macht eine Opferbilanz auf in diesem Buch, und in dieser Bilanz begräbt er seinen eingekrusteten Waffen- SS-Antisemitismus. Er begräbt buchstäblich in der Umkehrung der Opferrollen sein eigenes Verschwiegenes. Das ist typisch in diesem Buch, in dem eine besonders entsetzliche Metapher vorkommt. Ich zitiere das jetzt einmal wörtlich. Als die »Gustloff« untergeht, ertönt, schreibt Grass, »ein nie gehörter, ein kollektiver Endschrei«. Den Schrei, der sich in den Lagern der Shoah seit Buchenwald millionenfach erhoben hat – von diesem Schrei weiß Grass alles, was man wissen kann. Er weiß es als der Ex-Waffen-SSNazi, der in einem Panzer eigentlich schon auf dem Weg nach Osten war und später nach seinem Zugehörigkeits-Bekenntnis sich freudig entlastet: Er habe keinen Schuß abgegeben. Es ist die Schadenfreude dessen, der sich gegen seine Kritiker als ein ewig legitimierter Angreifer behaupten möchte, der unter dem Gedächtnisdruck seiner NS-Jugendsünden und ihrer militärischen und psychischen Folgen sich zum Kampfpazifisten gemausert habe. Das ist der Zauber, den er auf seine Gläubigen ausübt. Und das macht, frei nach Hamlet, Selbstbetrüger aus ihnen allen. Der Krebsgang ist ihr Buch. Endlich schweigt da ihr Autor nicht mehr über die deutsche Opfernation, die entschuldete Täternation. Sie hören den »Endschrei« beim Untergang des deutschen Flüchtlingsschiffs »Gustloff « am 30. Januar 1945. In dieser Metapher ist die »Endlösung der Judenfrage« literarisch pervertiert. Man hört von ihr nichts mehr. Es ist grauenhaft. Warum ist damals bei der Rezeption des Buches nicht auf dieses ausdrucksstarke Bild eingegangen worden? Durchgesetzt hat sich ein öffentliches Schweigen über das Buch.
Wie reiht sich das »Gedicht« in die Entlastungserzählung des Günter Grass ein?
Er räumt im Krebsgang mit dem Antisemitismus ja auch insofern auf, als er jenen Reflex, der in der Gruppe 47 eingeübt worden ist, in eine jugendgerechte Internetstory kleidet: Seht! Wir können gar keine Antisemiten sein. Wird da doch ein Jude erschossen, der gar keiner ist. Der »Antisemitismus« ist bloß ein Irrtum, eine Verwechslung. So grauenhaft offen kann Günter Grass sich ausdrücken. Hier findet bereits statt, was er mit seinem »Gedicht« heute wieder betreibt: Opfertausch. Die kritische Literaturwissenschaft hat auf diesem Gebiet längst das Wesentliche über Grass gesagt, hat das Kontinuum seiner Entlastungserzählungen aufgearbeitet und analysiert. Daß dies nicht in der deutschen Öffentlichkeit ankommt, hat etwas mit ihrer wirkungsvollen Prominenz-Struktur zu tun. Man denke an den Jubel Hunderter von sogenannten Links-Intellektuellen im Berliner Ensemble, als dort Grass nach seiner SS-Äußerung auftrat.
Aber daß Grass jetzt zum Angriff übergeht und Israel, den jüdischen Staat, angreift, ist ja vielleicht doch eine neue Stufe.
Ich würde es eine Verdeutlichung nennen. Scharfsinnig hat Patrick Gensing in einem Blog aus der Redaktion der »Tagesschau« am 4. April das historische Vor-Kontinuum des Grass-Pamphlets lesbar gemacht. Ich fasse zusammen. Es handle sich im Kern (literarisch) um einen Buchstaben-Tausch: Der Satz Heinrich von Treitschkes, »Die Juden sind unser Unglück!« (Berlin 1879), der über Mein Kampf zur NS-Parole geworden war und, auf die Schaufenster jüdischer Geschäfte geschmiert, sich am 30. April 1933 in Berlin wiederfand, läßt sich heraufholen als Subtext in das Gesagte des Textes. Es gehe »nicht um die vielschichtigen Ebenen des Nahostkonflikts, sondern um Deutschland und Grass selbst: um deutsche Schuld, deutsche Verbrechen und den deutschen Seelenfrieden – oder sogar unsere Sicherheit, die bedroht sei. Die Warnung lautet: Israel ist unser Unglück. « Zum Neuigkeitswert des »Gedichts« hat Frank Schirrmacher im übrigen das Entscheidende gesagt: »Gern hätte Grass, daß jetzt die Debatte entsteht, ob man als Deutscher Israel denn kritisieren dürfe. Die Debatte aber müßte darum geführt werden, ob es gerechtfertigt ist, die ganze Welt zum Opfer Israels zu machen, nur damit ein 85jähriger Mann seinen Frieden mit der eigenen Biographie machen kann.« Das ist es. Man darf Grass an dieser Stelle nicht in die Falle gehen. Der »Inhalt« des Textes ist Kokolores, politisch gesehen in der Tat ein bewußter und bösartiger Schwachsinn.
In diversen Internetforen zeigt sich, daß die Kluft zwischen der veröffentlichten Meinung, die doch zum überwiegenden Teil Grass scharf kritisiert hat, und dem Wollen und Wünschen der Mehrheit der Deutschen bei diesem Thema unheimlich groß ist. Die deutsche »Massenseele« solidarisiert sich mit der moralischen Autorität eines ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS.
Da treffen Sie den neuralgischen Punkt im Rumor. Demoskopisch ist es genau umgekehrt als in der veröffentlichten Meinung. Das meinte ich mit »entfesselt«. Das war damals im Fall Walser auch so. Der sprach von zighundert unterstützenden Zuschriften, die er nach seiner Rede in der Paulskirche bekommen habe. Das sind diese Kurzschlüsse zwischen Mitgliedern der Gruppe 47 und der deutschen »Massenseele «. Diese Sprecher wissen, und sie sind stolz darauf, daß sie für eine große Masse sprechen. Wie sie eben auch für eine Vielzahl von Intellektuellen sprechen.
Was will die deutsche »Massenseele«? Nach der Entlastungserzählung, der Entsorgung der eigenen Geschichte, will man wieder ganz »unverkrampft« zur Nation, zu Deutschland, stehen. Geht es dabei auch darum, den Antisemitismus, der ja nach 1945 nicht einfach verschwand, sondern unterdrückt werden mußte, wieder ausleben zu dürfen?
Da sind wir bei den Neonazis, da sind wir bei der nationalkonservativen deutschen Primärideologie und auch beim Terror von rechts. Hier ist die Gefahr. Man sollte sich das jedoch nicht so vorstellen, daß da eine Masse aufsteht und sagt: »Wir wollen!« Die Masse wartet vielmehr immer auf die Sprecher, die das aussprechen, was sie fühlt, die es sagbar machen. Für diese Kommunikation sorgen die Intellektuellen selber, wenn sie ihre Wurzeln in der »Massenseele« haben wie Walser und Grass. Ich sage »Massenseele « immer in Anführungsstrichen, aber wer Freud studiert hat, weiß, daß es die gibt. Außerdem wissen wir es auch ohne Freud gut genug. ?
Klaus Briegleb hat 2003 das Buch Mißachtung und Tabu. Eine Streitschrift über die Frage: »Wie antisemitisch war die Gruppe 47?« (Philo-Verlag) veröffentlicht –
Interview: Philipp Schmidt –  line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

refuse-service

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

„Auch der sublimste erkenntnistheoretische Idealismus führt unweigerlich zum Solipsismus, zur Vergottung des Ichs, einer Elite, einer Rasse und endet schließlich im blutigsten Imperialismus.“ John F. Rottmeister

„Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“ – Angela Merkel 

Von oben hat man bessere Aussicht. Psychoanalyse ist eine Erhebung über die Situation.

„Kritische Theorien, wie die Freudsche, artikulieren eine Erfahrung, die mit den jeweils herrschenden Denk- und Wahrnehmungsweisen unvereinbar ist. Gerade in dem, was der Konvention als unbrauchbar, als Abfall gilt und wovon in Wissenschaft und Lebenspraxis methodisch abgesehen wird, entdecken die Revolutionäre der Denkart das Neue, das ei¬ne bestehende Einrichtung des Lebens in Frage stellt. Indem sie an das Ausgegrenzte und erfolgreich Vergessene erinnern, markieren sie den Mangel der Ordnung, die über dem Grab der verworfenen Alternativen triumphierend sich erhebt. Und das dem Status quo verschworene Kollektiv stempelt solche Alchimisten, die aus Dreck Gold zu machen schei¬nen, stets zu Außenseitern6 . Aus der Erfahrung dessen, was den vorherrschenden, institutionalisierten Zwecken widerstrebt, erschüttern die Neuerer deren fraglose Geltung.“ – Helmut Dahmer

Die Umwälzung nach 1945  führte nicht zur Überwindung des Nationalsozialismus  als Ideologie der deutschen Volksgemeinschaft, sondern rief lediglich die eitle Illusion hervor, daß mit der Kritik am Nationalsozialismus das nationalsozialistische Dünken selbst und seine innere Konflikthaftigkeit mit dem Judentum überwunden sei.

„Wie es Tatbestände gibt, die die Sinne in die Irre führen, wie im Fall der optischen Täuschung, so gibt es welche, die die unangenehme Eigenschaft haben, dem Intellekt Schlüsse zu suggerieren, die gleichwohl falsch sind.“ – Christoph Türcke

Das Geschlecht ist ein sozialer Konstrukt? Berg, Tal, See und das Meer auch!

Bereits Marx diagnostizierte den Deutschen das Umkippen von Ideologie in Wahn und Lüge. Wie gegenwärtig der Fall ist, neigen die Deutschen zu Ausbrüchen des kollektiven Wahns, der Massenpsychose mit zunehmendem Realitätsverlust.
Der Wahn ist kurz, die Reue lang, pflegte meine Großmutter zu sagen.

Nach dem I. Psychosputnik-Gesetz verwandelt sich der frei florierende Zynismus ab gewissem Verdichtungsgrad seiner Intensität in hochprozentige Heuchelei, analog zu einer atomaren Kernschmelzereaktion. Diesen Prozess der zunehmenden Zynismuskonzentration mit anschliessender Explosion der Heuchelei kann man sehr deutlich gegenwärtig in Deutschland beobachten. Das Denken ist weggeblasen, pulverisiert, das (Hoch)Gefühl ist voll an seine Stelle getreten.

»Indem (der gesunde Menschenverstand) sich auf das Gefühl, sein inwendiges Orakel, beruft, ist er gegen den, der nicht übereinstimmt, fertig; er muß erklären, daß er dem weiter nichts zu sagen habe, der nicht dasselbe in sich finde und fühle; – mit anderen Worten, er tritt die Wurzel der Humanität mit Füßen. Denn die Natur dieser ist, auf die Übereinkunft mit anderen zu dringen, und ihre Existenz nur in der zustande gebrachten Einheit der Bewußtseine. Das Widermenschliche, das Tierische besteht darin, im Gefühle stehenzubleiben und nur durch dieses sich mitteilen zu können.« – G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes

„Die Verschleierung eigener Positionen durch Zitate und Zitatselektion dient dazu, eigene Positionen unkenntlich zu machen.“ – Ursula Kreuzer-Haustein

„Die Neurose ist das Wappen der Kultur.“ – Dr. Rudolf Urbantschitsch, Seelenarzt; „Sehr schön, aber es laufen derzeit schon weit mehr Heraldiker als Adelige herum.“ – Karl Kraus, Schriftsteller

„Zuerst verlieren die Menschen die Scham, dann den Verstand, hernach die Ruhe, hierauf die Haltung, an der vorletzten Station das Geld und zum Schluß die Freiheit.“ – Karl Kraus

„Ausbeutung heißt Beute machen, sich etwas durch Gewalt aneignen, was nicht durch eigene Arbeit geschaffen wurde, sich etwas nehmen, ohne Gleichwertiges zurückzugeben – Maria Mies

»Die Psychoanalyse ist eine Panne für die Hierarchie des Denksystems« – Pierre Legendre

Psychoanalyse entwickelt sich nicht weiter, weil sie nicht angewandt wird, es wird nur über sie gesprochen.

»Sie wissen, daß der Kampf des wissenschaftlichen Geistes gegen die religiöse Weltan­schauung nicht zu Ende gekommen ist, er spielt sich noch in der Gegenwart unter unseren Augen ab … Die erste Einwendung, die man hört, lautet, … die Wissenschaft ist zur Be­urteilung der Religion nicht zuständig. Sie sei sonst ganz brauchbar und schätzenswert, solange sie sich auf ihr Gebiet beschränkt, aber die Religion sei nicht ihr Gebiet, da habe sie nichts zu suchen … Die Religion darf nicht kritisch geprüft werden, weil sie das Höch­ste, Wertvollste, Erhabenste ist, was der menschliche Geist hervorgebracht hat, weil sie den tiefsten Gefühlen Ausdruck gibt, allein die Welt erträglich und das Leben lebenswür­dig macht … Darauf braucht man nicht zu antworten, indem man die Einschätzung der Religion bestreitet, sondern indem man die Aufmerksamkeit auf einen anderen Sachver­halt richtet. Man betont, daß es sich gar nicht um einen Übergriff des wissenschaftlichen Geistes auf das Gebiet der Religion handelt, sondern um einen Übergriff der Religion auf die Sphäre des wissenschaftlichen Denkens. Was immer Wert und Bedeutung der Religion sein mögen, sie hat kein Recht, das Denken irgendwie zu beschränken, also auch nicht das Recht, sich selbst von der Anwendung des Denkens auszunehmen … Eine auf die Wissen­schaft aufgebaute Weltanschauung hat außer der Betonung der realen Außenwelt wesent­lich negative Züge, wie die Bescheidung zur Wahrheit, die Ablehnung der Illusionen« (Freud, 1933, S. 182 ff. und S. 197).

„Freuds »Religions«-Kritik galt den »Neurosen« genannten Privatreligionen (Heiraten, romantische Liebe, Gier, Ethik und Moral, etc. Anm. JSB) ebenso wie den kollektiven (Nation, Gutmenschen, Sport, etc. Anm. JSB);“ – Helmut Dahmer

Freud prognostizierte, die bestehende Gesellschaft werde an einem Übermaß nicht absorbierba­rer Destruktivität zugrundegehen. (sofern nicht »Eros« interveniere (Eros ist nicht Ficken, sondern Caritas. Anm. JSB)).

„Wer dem Kult der »Werte« frönt, kann unsanft erwachen, wenn im Kampf der Klassen und Parteien, von dem er sich fernhält, Gruppen obsiegen, auf deren Pro­gramm eine »Umwertung der Werte«, z. B. die Aufwertung von »Un­werten« steht.“ – Helmut Dahmer

»Hinsichtlich der allgemeinen nervlichen Belastung wirkte die Lage im Dritten Reich auf den psychischen Zustand des Volkes ziemlich ambivalent. Es unterliegt kaum einem Zwei­fel, daß die Machtergreifung zu einer weitverbreiteten Verbesserung der emotionalen Ge­sundheit führte. Das war nicht nur ein Ergebnis des Wirtschaftsaufschwungs, sondern auch der Tatsache, daß sich viele Deutsche in erhöhtem Maße mit den nationalen Zielen identifizierten. Diese Wirkung ähnelte der, die Kriege normalerweise auf das Auftreten von Selbstmorden und Depressionen haben. (Das Deutschland der Nazizeit verzeichnete diese Erscheinung zweimal: nämlich 1933 und 1939.) Aber gleichzeitig führte das intensi­vere Lebensgefühl, das von der ständigen Stimulierung der Massenemotionen herrührte, auch zu einer größeren Schwäche gegenüber dem Trinken, Rauchen und Vergnügungen« – Richard Grunberger

Von Anfang an hat­te Hitlers Regime auch den Anstrich der Rechtmäßigkeit

„Die psychiatrischen Truppen der »kaiserlichen deutschen Psychiatrie« (Alexander und Selesnick, 1966, S. 214) jedoch, die 1914 ins Feld zogen, bekriegten immer noch die Krankheit, den äußeren Eindringling in ein gesundes System, und nicht die Neurose, das innere Ungleichgewicht zwischen Psychodynamik, Umwelt und Geschichte.“ – Geoffrey C. Cocks (Diese Einstellung herrscht bis heute in der deutschen Psychotherapie und findet explosionsartige Vermehrung im KOnzept der sog. „Traumatisierung“. Anm- JSB)

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

„Ich bin eine Feministin. Das bedeutet, daß ich extrem stark behaart bin und daß und ich alle Männer haße, sowohl einzelne als auch alle zusammen, ohne Ausnahmen.“Bridget Christie

„Die Tragödie isolierter persönlicher Leidenschaften ist für unsere Zeit zu fade. Aber weshalb? Weil wir in einer Epoche der sozialen Leidenschaften leben. Die Tragödie unserer Epoche ist der Zusammenstoß der Persönlichkeit mit dem Kollektiv.“ –  LeoTrotzki 1923

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Love: only, and not always, a mother loves her child, just as it is, otherwise you have to meet the expectations of others, to be accepted.

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno
„What one must be judged by, scholar or no, is not particularised knowledge but one’s total harvest of thinking, feeling, living and observing human beings.“ (…) „While the practice of poetry need not in itself confer wisdom or accumulate knowledge, it ought at least to train the mind in one habit of universal value: that of analysing the meanings of words: of those that one employs oneself, as well as the words of others. (…) what we have is not democracy, but financial oligarchy. (…) Mr. Christopher Dawson considers that “what the non-dictatorial States stand for today is not Liberalism but Democracy,” and goes on to foretell the advent in these States of a kind of totalitarian democracy. I agree with his prediction. (…) That Liberalism is something which tends to release energy rather than accumulate it, to relax, rather than to fortify. (…) A good prose cannot be written by a people without convictions. (..) The fundamental objection to fascist doctrine, the one which we conceal from ourselves because it might condemn ourselves as well, is that it is pagan. (..) The tendency of unlimited industrialism is to create bodies of men and women—of all classes—detached from tradition, alienated from religion and susceptible to mass suggestion: in other words, a mob. And a mob will be no less a mob if it is well fed, well clothed, well housed, and well disciplined. (…) The rulers and would-be rulers of modern states may be divided into three kinds, in a classification which cuts across the division of fascism, communism and democracy. (…) Our preoccupation with foreign politics during the last few years has induced a surface complacency rather than a consistent attempt at self-examination of conscience. (…) What is more depressing still is the thought that only fear or jealousy of foreign success can alarm us about the health of our own nation; that only through this anxiety can we see such things as depopulation, malnutrition, moral deterioration, the decay of agriculture, as evils at all. And what is worst of all is to advocate Christianity, not because it is true, but because it might be beneficial. (…) To justify Christianity because it provides a foundation of morality, instead of showing the necessity of Christian morality from the truth of Christianity, is a very dangerous inversion; and we may reflect, that a good deal of the attention of totalitarian states has been devoted, with a steadiness of purpose not always found in democracies, to providing their national life with a foundation of morality—the wrong kind perhaps, but a good deal more of it. It is not enthusiasm, but dogma, that differentiates a Christian from a pagan society.“ (…)  It would perhaps be more natural, as well as in better conformity with the Will of God, if there were more celibates and if those who were married had larger families. (…) We are being made aware that the organisation of society on the principle of private profit, as well as public destruction, is leading both to the deformation of humanity by unregulated industrialism, and to the exhaustion of natural resources, and that a good deal of our material progress is a progress for which succeeding generations may have to pay dearly. I need only mention, as an instance now very much before the public eye, the results of “soil-erosion”—the exploitation of the earth, on a vast scale for two generations, for commercial profit: immediate benefits leading to dearth and desert. I would not have it thought that I condemn a society because of its material ruin, for that would be to make its material success a sufficient test of its excellence; I mean only that a wrong attitude towards nature implies, somewhere, a wrong attitude towards God, and that the consequence is an inevitable doom. For a long enough time we have believed in nothing but the values arising in a mechanised, commercialised, urbanised way of life: it would be as well for us to face the permanent conditions upon which God allows us to live upon this planet. And without sentimentalising the life of the savage, we might practise the humility to observe, in some of the societies upon which we look down as primitive or backward, the operation of a social-religious-artistic complex which we should emulate upon a higher plane. We have been accustomed to regard “progress” as always integral; and have yet to learn that it is only by an effort and a discipline, greater than society has yet seen the need of imposing upon itself, that material knowledge and power is gained without loss of spiritual knowledge and power. “ – T.S.Eliot
“I am a feminist. All this means is that I am extremely hairy and hate all men, both as individuals and collectively, with noexceptions.” – Bridget Christie

Ein Kommentar

  • Zur Kritik meiner Weltwoche-Artikels betr. SS-Dienstzeit von Günter Grass: Selbstverständlich hätte diese Passage differenzierter sein müssen und mehr Platz gebraucht. Auch stimmt es, was schon Ratzinger betont (dessen angebliche Begegnung mit Grass 1946 nicht belegt ist), dass der Freiwilligkeit in der letzten Kriegsphase oft massiv nachgeholfen wurde und dass insbesondere Polen nur sehr bedingt freiwillig, wenn nicht gar gezwungen, in die Waffen-SS gerieten. Hingegen machten beispielsweise Südtiroler, wie ich selber recherchiert habe, begeistert bei den Panzerjägern mit. Grass selber aber hielt die Waffen-SS als junger Mann nach eigenem Eingeständnis für eine Elitetruppe und er wusste als intelligenter junger Mann durchaus, wofür er sich engagierte. Was 1945 auf Deutschland zukam, war aus der Perspektive der Verlierer bekanntlich fürchterlich, auch wenn normale Diskussionen über alliierte Kriegsverbrechen noch heute die Ausnahme sind. Grass selber bezeichnete die Zahl der im Osten gefallenen und verschwundenen deutschen Soldaten mit der Zahl „6 Millionen“, was ihm übel genommen wurde, weil es bekanntlich die heilige Zahl der jüdischen Opfer ist. Die Zahl der Ausschwitz-Opfer wurde bekanntlich nach 1989 von 4 Millionen auf 1,5 Millionen nach unten korrigiert, es waren aber etwas mehr als eine Million, immer noch eines der grössten und unentschuldbarsten Verbrechen aller Zeiten. Grass und Hochhuth haben jedoch die Kriegsereignisse noch oft etwas politisch unkorrekt kommentiert, was noch lange nicht heisst, sie hätten einfach recht gehabt. Dem jugendlichen Grass ist seine Dienstzeit als SS-Soldat nicht übelzunehmen, ausser dass er im Falle Bitburg etwas mehr Respekt gegenüber den toten Kollegen hätte zeigen dürfen.

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