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Idiot´s Guide to Dating

Romeo-und-Julia-1996-JSB

„Romeo & Julia“ © 1996 Julian S. Bielicki

Gesellschaft

Dating und Gleichberechtigung.

Von Beatrice Schlag | Die Weltwoche, Ausgabe 28/2015

Zu den peinlichsten Schwierigkeiten beim ersten Date gehört die Frage, wer zugreift, wenn der Kellner die Rechnung bringt. Das Thema ist alles andere als banal. Erstens gibt es Zehntausende von heterosexuellen Singles in diesem Land, die dank Internetvermittlungsfirmen mehr oder weniger ständig am Daten sind, also dauernd neu klären müssen, wie das nun geht mit dem Zahlen. Zweitens ist die Frage, ob der Mann allein berappen, die Frau sich beteiligen oder gar den Mann einladen soll, keine finanzielle. Es geht, vor allem für Frauen, um viel mehr. Ob eine mit verschränkten Armen dasitzt, wenn die Rechnung in die Mitte gelegt wird, ob sie erst einmal seine Reaktion abwartet oder selbstverständlich teilen will, erzählt dem Mann eine Menge über sein Gegenüber. Erwartet sie, eine Kreditkarte auf zwei Beinen kennenzulernen? Fände sie es einfach nur gentlemanlike, wenn er sie beim ersten Date einladen würde? Will sie sich an der Rechnung beteiligen und damit von vornherein klarmachen, dass sie eigenständig und nicht auf Geld aus ist? Frauen sollten sich das vorher mindestens so sorgfältig überlegen, wie was sie anziehen.

Nein, umgekehrt ist es nicht das Gleiche. Traditionell zahlt der Mann, und Traditionen verschwinden nicht einfach, nur weil die meisten Frauen heute ihr eigenes Geld verdienen. Von mehr als einer selbstbewussten, selbständigen Frau habe ich gehört, wenn ein Mann beim ersten Date nicht darauf bestehe, zu bezahlen, sei er sofort abgemeldet. Männer, die vorschlagen, die Rechnung zu teilen, seien eh nicht der Rede wert. Warum diese kategorische Einschätzung? Die meisten Frauen antworten, es gehe nicht ums Geld, sondern darum, dass der Mann sich als grosszügig und galant erweise. Ist die männliche Frage nach geteilter Rechnung beim ersten Date ein Kavaliersdelikt? Warum geben Frauen ihre Forderung nach Gleichberechtigung hier plötzlich ab? Vielleicht möchten Männer auch grosszügige Frauen kennenlernen. Heisst: Frauen, die selbstverständlich anbieten, mitzuzahlen. Sie sehen, die Frage ist durchaus komplex. Klar scheint nur eins: Wenn der Mann beim Anblick der Rechnung wortlos die Arme verschränkt, ist er vermutlich nichts fürs Leben.

Kommentare

  • Julian Bielicki
  • 10.07.2015 | 10:54 Uhr

Die Motivation für ein Date und die künftige Grundlage einer Beziehung soll von vorne herein klar gemacht werden: Arsch und Titten gegen Geld! – denn darum geht es immer, trotz unzähliger Versuche, dieses uralte Tauschgeschäft durch Euphemismen zu kaschieren. Russen behaupten, daß die Liebe Russen erfunden haben, die für Sex nicht bezahlen wollten. Und manche, die nur aus Liebe heiraten wollte, hat dann doch nicht geheiratet, weil er kein Geld hatte. In allen Märchen bekommt das arme Schneiderlein die reiche Müllerstochter erst dann, wenn er mit Kisten voll Gold zurückehrt.

Die Frau hat eine Menge Geld für Kleider, Kosmetika, Schönheitskorrekturen, Sonnenstudio, Friseur, etc. etc. ausgegeben, um dem Mann zu gefallen. Dann soll der Mann seinen Beitrag dazu liefern und zahlen. Sie schön, er zahlt! Nur so geht es, so ging es immer, und nur so wird es immer weitergehen.

Leider wollen immer weniger Männer, für eine Frau zahlen, denn in der Zeit der Globalisierung sind die Preise für Rohstoffe, auch für Fleisch, kontinuierlich gefallen.

commodity-decline

Leider merken Menschen allgemein viel zu spät, wenn eine Epoche längst vorbei ist. Frauen erwarten immer noch, daß sie für Nichts, nur für den schönen Schein, alles von einem Mann bekommen. Die Zeiten sind aber längst vorbei. In Zeiten der Globalisierung denken alle in ökonomischen Begriffen, jeder will möglichst wenig geben und möglichst viel bekommen.Bei einem Date treffen sich also zwei Geschäftsleute, in der Absicht jeweils den anderen über den Tisch zu ziehen. Menschen sprechen schon davon, daß sie in eine Beziehung Gefühle „investieren“. Eine gute Investition bedeutet jedoch, daß man das eingesetzte Kapital plus Zinsen zurückbekommt. Jeder von den beiden verspricht, macht den Anschein für viel mehr, als er oder sie liefern will und liefern kann. Die Frau ist letztendlich nicht so groß, wie in hochhackingen Schuhen, ihr Busen ist nicht so prall, wie mit Pushups, ihre Haare haben tatsächlich andere Farbe, das Makeup verdeckt Hautverunreinigungen, oft gibt es da und dort noch Silikon, Butox und andere Verfälschungen, die z.B. bei einem Auto zur glatten Straftat eines Betruges führen würde. Der Mann hat ebenfalls keine Lust sich um die Frau zu kümmern, zu zahlen und sich ihr Gebrabbel anzuhören, ihre infantilen SMSe zu beantworten. Also meistens ist es so, nolens volens bietet die Frau dem Mann eine oder mehrere Probefahrten mit ihrem Gestell an, die er zum relativ geringen Einführungspreis gerne macht, dann jedoch will sie, daß er das Vehikel kauft (das sowieso nur kurze Zeit läuft und dann nur noch in der Garage steht), und er verschwindet, weil unzählige andere Autoverkäuferinnen mit fast kostenlosen Probefahrten ihn einladend herbeiwinken. Die Frau hat dann eine Krise, heult ohne Ende, ihr Hausarzt schickt sie zu einer Psychotherapeutin, die mit ihr so lange schwatzt, bis die arme Seele wieder einen Kandidaten für das Geschäft gefunden hat. Und so geht es weiter, und weiter, und weiter. Ach ja, allgemein nennt man diese Kaufverhandlungen „Liebe“ und das Geschäft für die Frau ist eine Ehe. Das Geschäft für den Mann ist es dagegen, wenn er wie ein Karpfen den ihm von der Frau hingereichten Köder von ihrem Anglerhaken geschickt abknabbert, ohne den Haken zu schlucken und dann schnell und weit weg abhaut.

Muslime und ähnliche Dauerbeleidigte  sorgen mit ihrem männlichen Gewaltmonopol, daß der Mann die Katze im Sack kauft und angefaßte Ware muß gekauft werden, sonst Kopf oder sonstwas ab.

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2015-28/gesellschaft-zahlen-bitte-die-weltwoche-ausgabe-282015.html

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!
I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein sozialer Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein sozialer Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ – Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno

Der Sittenwächterstaat schlägt immer mehr zu, der Tugendterror greift um sich

Der Sittenwächterstaat schlägt immer mehr zu, der Tugendterror greift um sich, bald werden Frauen, die Lust empfinden, wenn ihre Kinder an ihren Brustnippeln saugen, auch von Staatsanwälten wegen sexuellen Kindermißbrauchs angeklagt und der Besitz und Betrachtung eines solchen Bildes, wie Amor als Sieger von Michelangelo Merisi da Caravaggio, 1602, Öl auf Leinwand, 156 cm × 113 cm, Staatliche Museen zu Berlin, wird dann auch strafbar. Deutschland entfaltet seine eigene Scharia.

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Pädophilie-Debatte: Ja, wer sind denn diese Kinder?

Von Ulf Erdmann Ziegler

Woher eigentlich kommt die Idee von der Reinheit des Kindes?

 

Justizminister Heiko Maas (SPD) will Bilder nackter Kinder tabuisieren und unter Strafe stellen. Kann man wirklich so Kinder schützen? Längst hat die Selbstzensur eingesetzt, wenn etwa Väter vor Kollegen nicht mehr wagen zu erwähnen, dass sie mit ihren Kleinkindern in die Badewanne steigen, schreibt Ulf Erdmann Ziegler in seinem Essay.

Die Vorstellung, dass Kinder etwas Besonderes seien, fast so etwas wie eine eigene Spezies, ist relativ neu. Kinder dürfen nicht zur Arbeit gezwungen oder zu Arbeitszwecken ausgeliehen, sie sollen nicht hungern und nicht in den Krieg geschickt werden. Sie sollen lernen und spielen, oder besser noch spielend lernen. Diese Vorstellungen vom Kind und seiner Wohlfahrt sind nur wenige Jahrhunderte oder Jahrzehnte alt und haben sich keineswegs rasend schnell durchgesetzt. Selbst an das Prügeln in der Schule können sich manche Bundesbürger, die jetzt noch nicht das Rentenalter erreicht haben, erinnern, und in Ostdeutschland wurden Jugendliche in eine Organisation gedrängt, die sie früh zu Reservesoldaten geschmiedet hat. Schlimm ging es zu in westdeutschen Heimen, die oft den Kirchen unterstanden, in denen Kinder geschlagen und in Keller gesperrt und in anderer Weise zutiefst gedemütigt wurden. Diese Sorte brutaler Repression war im Prinzip gemeint, bis vor gar nicht langer Zeit, wenn man vom „Missbrauch“ von Kindern sprach.

Dass Kinder Erwachsenen nicht gehören, dass man sie nicht verbiegen, brechen, beschädigen darf, das muss jede Generation von Erwachsenen aufs Neue lernen. Wenn es einen Fortschritt überhaupt geben soll, würde das bedeuten, dass jede Generation einen Vorgriff leistet – also etwas geben können muss, was sie selbst nicht bekommen hat.

Das Kind als Idol?

Kein Wunder, wenn die Idee vom Kind bisweilen verformt wird in ein Ideal des Kindes, und dann ist es bis zum Kind als Idol nicht mehr weit. Vor etwa zwei Jahrzehnten begannen Lehrer zu beobachten und zu beklagen, wie Eltern ihre Kinder vehement gegen vermeintliche Ungerechtigkeiten der Schule in Schutz nahmen, was nur der Beginn eines Mentalitätswandels war. Denn bald entdeckten Eltern, dass ihre Kinder hochbegabt, sensibel, einzigartig oder nahezu unfehlbar waren, und wenn die Eltern sich trennten, wurde dieser merkwürdige narzisstische Brennpunkt der Familie, eben das Kind als Idol, nicht etwa in Frage gestellt. Im Gegenteil, je abgründiger und kriegerischer eine Scheidung, desto besser, reiner und begehrenswerter wird das Kind. Gewissermaßen im Vergleich.

Die zunächst eher intime Idolatrie um das Kind haben sich inzwischen Politiker, aber auch Wissenschaftler und Publizisten zu eigen gemacht, eigentlich alle, die öffentlich sprechen und nach „credibility“ baggern. Es gibt kein Gespräch mehr um die Rolle des Kindes, das nicht unversehens auf die eigenen Kinder des Sprechers gelenkt wird, da gibt es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Warum sagt der Publizist eigentlich nicht (oder nicht mehr): „Als ich Kind war…“, sondern „Wie sich jüngst im Gespräch mit meinem Sohn herausstellte…“? Wer sind sie denn, diese Kinder, die ununterbrochen aufgerufen werden als Zeugen der Kindheit?

„Babyboomer“: Einfach da und nichts Besonderes

Den Ausdruck „Babyboomer“ habe ich zum ersten Mal gehört, als ich schon längst im Berufsleben war, aber er meint meine Generation: das Aufwachsen in einer Kinderschar. Schon deshalb, weil wir viele waren in den sechziger Jahren, schien die Welt der Kinder groß und weit. Wir waren keine Nachkriegskinder mehr, wir waren gut genährt, hatten jedes ein eigenes Fahrrad, und wenn im neuen Schuljahr ein neues Lehrbuch gebraucht wurde, dann wurde dieses 34 mal ausgeteilt. Darin eingedruckt war der Hinweis, man möge mit dem Buch sorgsam umgehen und nichts dort hineinschreiben, denn es sei von den Steuermitteln der Eltern – „Deine Eltern“, hieß es – bezahlt und würde selbstverständlich im nächsten Schuljahr wieder gebraucht.

Die wenigsten von uns hatten irgendeine Vorstellung davon, ob wir gewollte oder ungewollte Kinder waren, ja, was das überhaupt sein könnte, gewollt oder ungewollt zu sein. Auch fiel uns gar nicht auf, wie mit nur wenigen Jahren Abstand eine Kinderlücke entstand, was also schließlich das Ende der Kinderschar ausmachte. Später wunderten wir uns über Phänomene wie den Abenteuerspielplatz oder die Projektwoche, so etwas hatten wir nicht gehabt. So wichtig nämlich waren wir gar nicht gewesen. Wir waren einfach da, oder so kam uns das vor.

Pornografie nicht vorgesehen

Die Achtzehnjährigen durften nun schon wählen, und auch wir, die Teens, versuchten die Debatten des sozial-liberalen Aufbruchs zu verstehen. Wesentliche Dinge wurden ohne uns entschieden, wie die Straffreiheit der frühen Abtreibungen; das Ende der polizeilichen Verfolgung von Homosexuellen; die Abschaffung der Schuldzuweisung bei Scheidungen. Und es gab eine andere, merkwürdige Novität unserer Generation, was mir erst aufgefallen ist, nachdem der amerikanische Schriftsteller Nicholson Baker es kürzlich in einem Interview erwähnt hat: Wir waren die Ersten, die erste Generation, die noch in der Jugend mit kommerzieller Pornografie in Berührung kam, obwohl das offiziell nicht vorgesehen war, ganz im Gegenteil. Weil das aber nicht vorgesehen war, gab es dabei keine umstürzlerische Absicht und keinen pädagogischen Plan. Der Hauch einer Anarchie des Schauens. Halten wir das einmal fest.

Das Wort „Emanzipation“ war viele Jahre einseitig besetzt, es meinte nur die Emanzipation von Frauen. Wörtlich heißt Emanzipation, sich aus einer Hand heraus zu begeben, und das war die Hand des Patriarchats. Bald aber gab es schrille Paraden homosexueller Männer in den Metropolen, weinende Fußballer auf dem Spielfeld und – um ein etwas entlegenes Beispiel zu wählen – eine Organisation „kritischer Polizisten“. So wurden Veränderungen angestoßen.

Zwei historische Uhren

Vergleicht man die Emanzipation von Männern, die sich nun offensiv „Schwule“ nannten, mit der Emanzipation von Frauen, bekommt man fast den Eindruck, es gäbe zweierlei historische Uhren. Die Straffreiheit bei Abtreibungen war politisch keineswegs leicht zu haben und bedeutete auf dem Pfad der Emanzipation von Frauen – „Mein Bauch gehört mir!“, hieß das damals – nur eine allererste Etappe. Vierzig Jahre später leben in der Bundesrepublik viel zu viele alleinerziehende Frauen in prekären Verhältnissen, denen die Rückkehr ins Berufsleben, auf dem Niveau ihrer Ausbildung, versperrt ist; aus einer Reihe von Gründen, und diese Gründe sind, in ihrer Summe, der Beleg einer politisch und wirtschaftlich steckengebliebenen Emanzipation.

Dagegen nun die rasende Epochenuhr der schwulen Revolte und ihrer Folgen: Die Straffreiheit homosexueller Handlungen war so etwas wie der Fall der Mauer, und schon begann eine neue Ära. Das Drama des Coming-outs soll hier nicht geleugnet werden, aber das Coming-out ist eben doch die eine direkte Tür in die gay community, die sich in den Metropolen deutlich beflaggt hat und wirtschaftlich ziemlich erfolgreich ist. Dabei war es lange eine Selbstverständlichkeit, dass man keine Kinder haben wollte, ja, keine Kinder zu haben gehörte zum Lebensstil und war Teil des Projekts unter dem Symbol des Regensbogens. Staunend und amüsiert hat Edmund White beschrieben, wie die Schwuchteln des homosexuellen Untergrunds in New York sich nach 1969 fast ausnahmslos in Ledermänner und Pseudocowboys verwandelten, also die männliche Seite begehrten und zur Schau stellten.

Homosexuelle Emanzipation geht im Establishment auf

Die gay community entstand urknallmäßig als Welt der Erwachsenen und hat eine Vorgeschichte fast vergessen gemacht, die gewiss 150 Jahre in der teils nur verdeckten, teils verbotenen Kultur homosexueller Männer eine gar nicht so kleine Rolle spielte, nämlich die Neigung zum Knaben. Diese wurde untergebracht im Depot der Bilder eines alten Griechenlands, inklusive Dichtung und Ruinen. Die römische Variante war auch sehr beliebt. Tatsächlich war, in Frankreich zum Beispiel, um einen homosexuellen Mann zu bezeichnen, das Wort „pédé“ geläufig und wird auch heute noch verstanden, so als wäre die libidinöse Ausrichtung auf das eigene Geschlecht eine pädosexuelle. Interessanterweise war es Michel Foucault – nachdem er den libertären Rausch der Ledermänner in San Francisco selbst erlebt hatte – der sich die griechischen Quellen als Historiker der Psyche erschloss und zu dem Schluss kam, dass der Kult um die Verehrung des Knaben eben doch um ein entscheidendes Tabu gebaut war. Es lautete, dass der Knabe nicht nachgeben durfte. Das kam auch vor, aber dann verlor er seine Ehre und wurde zum Gespött der Polis.

Als vor etwa zehn Jahren bekannt wurde, wie viele katholische Priester sich an Kindern, Jungen zumeist, vergangen hatten, und schließlich auch die Kirche nicht mehr anders konnte, als die Beschuldigten zur Rede zu stellen und den Betroffenen Entschädigungen anzubieten, wurden diese Seltsamkeiten behandelt, als gehörten sie nicht zur Geschichte der Homosexualität. Denn die schwule Emanzipationsbewegung war längst aufgegangen im Establishment, Schwule waren eben weder heimlich noch waren sie „pédé“. So fehlte der Haken oder der rechte Ansatz, mit der Homosexualität von Priestern abzurechnen, ein Weg, der unweigerlich zum Ende des Zölibats hätte führen müssen.

Unwort „Kinderpornografie“

Eine echte, manifeste sexuelle Fixierung auf Kinder ist nämlich eine rare Sache. Dies hat das Modewort Pädophilie verdeckt. Das Wort taugt deshalb nicht viel, weil es keinen Unterschied macht zwischen Kindern und Jugendlichen, zwischen eingebildeten und realen Handlungen, zwischen Personen auf der einen Seite und deren Bild auf der anderen. Das Wort Pädophilie ist ein mentales Portal geworden, hinter dem sich manche begründete Annahmen mit vielen frei schwebenden Fantasien vermischt haben. Dazu gehört auch der Ausdruck „Kinderpornografie“, der selbst in seriösen Nachrichtensendungen fast täglich gebraucht wird, indem es ständig heißt, ein früherer Bundestagsabgeordneter oder der Lehrer einer berühmten Schule sei in den Verdacht geraten, so etwas zu besitzen. Der Verdacht allein hält das Wort in Umlauf. Aber ist es nicht ein Unwort? Ich werde mir die Freiheit nehmen, im folgenden vom K-P-Wort zu sprechen.

So hatte sich unsere rot-grüne Regierung vor zwölf Jahren daran gemacht, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, ein so umfassendes Gesetz, wie die Amerikaner es bereits hatten und die EU es nun mehr oder weniger vorschrieb. Damals kursierte das Gerücht, und das Gerücht gab sich wie Gewissheit, „überall im Netz“ wären solche Bilder zu finden. Treffender wäre es gewesen festzustellen, dass Leute, die solche Bilder herstellen oder suchen, wie viele andere auf dem neuesten Stand der Technik sind. Ob es eine Postsendung ist, ein Email-Anhang oder eine Autofahrt zu einem Komplizen – das ist doch egal. Das Internet ist nicht dran schuld. Wichtig ist nur, ob es vernünftige Mittel gibt, solche Aktivitäten zu unterbinden oder jedenfalls einzuschränken.

Alles Unmögliche bedacht

Nun haben wir also seit dem Jahr 2003 ein Gesetz oder genau genommen zwei, nämlich den Paragrafen des Strafgesetzbuches Nr. 184b, der sich auf Kinder, und einen mit der Nr. 184c, der sich auf Jugendliche bezieht. Dort wird mit einer Freiheitsstrafe bedroht, wer „pornografische Schriften, die sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern zum Gegenstand haben, verbreitet“. Aber nicht nur „verbreitet“, sondern auch „öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht“, und nicht nur das, sondern auch „herstellt“, was denn sonst. Aber nicht nur „herstellt“, sondern auch „bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt“, und das kann einen immerhin fünf Jahre ins Gefängnis bringen. Mit zwei Jahren kommt davon, wer – nein, nicht etwa solche Schriften besitzt –, sondern allein wer es „unternimmt, sich den Besitz […] zu verschaffen“.

So hat der Gesetzgeber ein deutliches Wort gesprochen. Man hat wirklich, wie gute Juristen das tun, an alles Mögliche und Unmögliche gedacht, nur nicht daran, was es bedeutet, das Wort „kinderpornografisch“ in die Welt zu setzen.

Gedankenlose Medienfolklore

Nun ist es aber da, das K-P-Wort, und meint, übrigens, alle vom Neugeborenen bis zum Jungen oder Mädchen von dreizehn Jahren. Das ist nicht allzu überraschend, weil die Paragrafen zum sexuellen Missbrauch, die älter sind, auch mit dieser Altersgrenze operieren. Die Bewertung eines Missbrauchs, aber auch der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von pornografischen Schriften verläuft anders, wenn es sich um „Personen von vierzehn bis achtzehn Jahren“ handelt, denn da fällt jeweils das Strafmaß deutlich niedriger aus, und es ist auch nicht schwer zu raten, warum. Merkwürdig aber, dass eine sogenannte Jugendpornografie es nie bis in die Nachrichten schafft, in der Debatte kaum erwähnt wird, während das K-P-Wort, das Kinderwort, inzwischen so verbreitet ist und so gedankenlos aufgerufen wird, dass es nicht abwegig wäre, von Medienfolklore zu sprechen. Aber ist es klug, so ein Wort alltäglich zu gebrauchen, wo doch Kinder auf alles anspringen, was Kinder im Namen führt: Kindergarten, Kindergeburtstag, Kinderschokolade?

Der Gesetzgeber jedenfalls hat selbst für krasseste Verfehlungen den Unterschied zwischen Kindern und Jugendlichen aufrecht erhalten. Auch wenn es im Alltag vernünftig sein mag, Mittelstufenschüler „Kinder“ zu nennen, ist die Unterscheidung sehr wichtig, wenn es um den heiklen Schnittpunkt mit der Sexualität von Erwachsenen geht. Alle Bilder, die Kinder gewollt in einen sexuellen Zusammenhang bringen, sind im Kern Missbrauch. Das ist schmerzlich auch dann, wenn kindliche Nacktheit, die Unbefangenheit und Freiheit ausdrückt, gewaltsam in einen falschen Kontext gerückt wird. Sigmund Freuds Beobachtung, dass es eine kindliche Sexualität gebe, meint ja gerade nicht, dass sich Erwachsene daran bedienen dürften, sondern im Gegenteil, dass die ureigene Konstellation einer kindlichen Libido anerkannt und geschützt werden muss. Denn das Kind wird aus sich heraus die Leistung vollbringen müssen, sein exzessives Begehren – der mythische Kern: den Vater zu töten, um die Mutter zu besitzen – zu relativieren und für etwas zu opfern, das man Zukunft nennt. Die Zukunft besteht in der Transformation der sozialen Rolle. Missbrauchten Kindern fällt das schwer.

Erotik mit Jugendlichen: Heikles Equilibrium

Nun ist es natürlich eine heikle Frage, wann das Kind kein Kind mehr ist. Nach dem Gesetz mit vierzehn Jahren, aber das Schema taugt in der pädagogischen Praxis nur bedingt. Sehr behütete Kinder sind oft mit vierzehn noch sehr kindlich, weniger behütete Kinder verlassen den kindlichen Garten oftmals früher. Jugendliche haben eine eigene, wenn auch nicht immer zutreffende Vorstellung von sexuellen Dingen, und sie übernehmen erotische Codes, die sie sich gezielt und bisweilen auch gekonnt aus Filmen, Shows und Magazinen abschauen.

Erwachsene, die mit Jugendlichen erotisch anbändeln, müssen etwas verstehen von dieser Zwischenwelt, diesem heiklen Equilibrium. So wie jener deutsche Filmemacher namens Markus R., der vor fünf Jahren in einem nordwestrumänischen Dorf auftauchte, in einem Garten einen Pool errichtete, um den Pool einen Zaun, und dann halbwüchsige Jungen dazu brachte, jene pseudogriechischen Spiele aufzuführen, von denen man dachte, sie wären längst ausgestorben. Dieser merkwürdigen Geschichte, in der ein neugieriger Schäfer, der durch einen Zaun linst und sich sehr empört, eine wichtige Rolle spielt, ist der Reporter Stefan Klein für die Süddeutsche Zeitung nachgegangen und hat berichtet, was man dort über die Ereignisse jenes Sommers heute denkt. Einen der betroffenen Jungen, dann neunzehn Jahre alt, hat Klein gefragt, was er dem pädophilen Filmemacher heute sagen würde, wenn er ihn träfe. Der junge Erwachsene deutet an, ihm sei schon klar, dass er dem „Gespött preisgegeben worden [ist] hier im Dorf“, und das würde er ihm sagen. Und für den Rest der Angelegenheit besteht er darauf, mit dem Abstand eines halben Jahrzehnts: „Er hat uns nicht gezwungen, uns auszuziehen. Er hat uns gebeten.“

Begründete Sorge oder moralischer Kolonialismus?

Die gründliche Reportage, prominent platziert, war notwendig geworden, weil „die rumänischen Jungen“ in der deutschen Debatte um die Rechtmäßigkeit von Publikationen, die nackte Jugendliche zeigen, dabei waren, ein gängiger Topos zu werden, ja fast zu einem Argument. Die Argumentation lief so: Eigentlich wären neue Gesetze, die den Besitz von Bildern nackter Kinder – auch der eigenen – strafrechtlich kontrollieren wollen, nicht wünschenswert. Da es aber offensichtlich um solche Bilder herum ein internationales Gewerbe gebe, und jedes Bild schließlich ein reales Modell als Quelle habe – siehe „die rumänischen Jungen“ – sei es möglicherweise doch notwendig.

Jener Markus R. übrigens wurde schließlich in Rumänien festgenommen, verhört und zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Behauptung, frische, deutsche Gesetze wären vonnöten, um Jungen in Osteuropa zu schützen, müsste man zumindest hinterfragen. Vielleicht verbirgt sich im Kern dieses Gedankens sogar eine Form von moralischem Kolonialismus.

Magersüchtige Prinzessinnen im Junkielook

Die sogenannten Modelle sind in dieser Debatte deshalb so wichtig, weil hier die sanfte Seite eines jeden Menschen berührt ist, nämlich das Mitleid. Seit Wochen sieht mich ein dunkles Mädchen mit großen Augen von meinem Bildschirm aus an, und die UNICEF legt mir nah, ich könne es retten. Obwohl ich weiß, dass ich nicht das Kind retten werde, das auf dem Bildschirm zu sehen ist, bleibt ein solches Engagement wahrscheinlich der richtige Weg, ein bisschen zu verändern und sein Gewissen zu beruhigen.

Thomas Fischer, Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe, hat sich in einem Aufsatz in der ZEIT radikal dagegen ausgesprochen, Wohlstandsideen von Rechtschaffenheit im Weltmaßstab anzuwenden. Das hat er so ausgedrückt:

„Der Schutz der Kinder, namentlich der unterprivilegierten, der […] in Containern hausenden, der bettelnden, stehlenden, der frühreifen, armen Kleinen in Rumänien und Afghanistan, Kolumbien und Tansania, liegt uns am Herzen wie sonst nichts auf der Welt. Mögen sie ihr Dasein fristen auf den Müllhalden unseres Reichtums, so wollen wir doch zumindest ihre Seelen retten und ihre Menschenwürde!“ In der Tat klingt in Richter Fischers Polemik kulturkritischer Ekel, ja westlicher Selbsthass an, wenn er das Bild junger Frauen im Fashionbusiness und in den Lifestylemedien dagegenhält: „Da leben unsere magersüchtigen kleinen Prinzessinnen; im Junkielook gestylte minderjährige Luder, rund um die Welt gecastet und mit zwanzig vergessen.“

Sinn und Unsinn der Altersgrenze

Ich selbst, stammend aus der letzten halben Dekade der Babyboomer, kann mich noch gut erinnern an die Beklemmungen der Nachkriegszeit. Allerdings, noch bevor ich ins Gymnasium kam, war die Welt halbwegs auf den Kopf gestellt. Raten musste ich, was „Entfremdung“ heißen könnte, was das Wort „Konsumterror“ wohl bedeutete oder was bestimmte Frauen mit „Chauvinismus“ meinten. Kaum war ich erwachsen geworden, galt von nahezu allem, was bei meiner Geburt noch feststand, das Gegenteil. Fasziniert und nicht ohne Neid beobachtete ich die nachwachsenden Kinder, die ihren schokoladeverschmierten Mund nicht mehr sauber machen mussten, wenn sie zu den Erwachsenen zurückkehrten.

Es ist zwecklos, sich ein goldenes Bild einer Kindheit zu schmieden und dieses in die Schauvitrine zu stellen, und dann zu sagen, das Kind wisse zum Glück nichts von den Lüsten dieser Welt. Diese Ikone manifester Unschuld überdauert keine Jugend, keine reale jedenfalls. Die Altersgrenze des Gesetzes bleibt eine zwar notwendige, jedoch künstliche feste Größe. Man ist nicht verletzlich und schutzbedürftig bis zum Alter von siebzehn Jahren und 364 Tagen, und ab dem nächsten Tag urplötzlich in der Lage, sich in einer vertraglich gesicherten Gesellschaft von hedonistischen Extremen erfolgreich zu bewegen.

Emanzipation muss sich ins konsumistische Korsett zwängen

Kritische Soziologen haben schon früh darauf hingewiesen, dass in einer Gesellschaft, die den freien Warenverkehr will und begünstigt, jede erfolgreiche Emanzipationsbewegung die Früchte ihrer Freiheit damit erkauft, ins Register williger Konsumenten eingetragen zu werden. Als da wären Zweitautos, Drittfernseher, Fernreisen, biologisch-organische Lebensmittel, um nur mal die Tendenzen der achtziger Jahre zu nennen, jenes Jahrzehnts, das auf die großen emanzipatorischen Anstrengungen folgte, und noch bevor die Lebenswelt vom persönlichen Computer geprägt wurde, in dem sich heute eine objektiv-globale Seite mit einer individuell-konsumistischen in Sekundenschritten verknüpft, oft sogar gegen den Willen des Users.

Gar nicht zu reden von Tätowierung und Piercing, Kontaktbörsen und Swingerclubs, Gay-pride- und Loveparade, sämtlich Phänomene, die vielleicht eine emanzipatorische Wurzel hatten, sich aber verselbstständigt haben. Die nächsten Emanzipationen sind schon angemeldet: Leihmutterschaft und Sterbehilfe. Und auch dahinter warten, selbst wenn es erst einmal unwahrscheinlich klingt, neue Märkte und auch neue Anwendungen von Medien. Eine „Willst-du-sterben?“-App zum Beispiel, mit den wichtigsten Kontaktadressen.

Die Scheinwelt des Einverständnisses

Wie wird die westliche Welt damit fertig? Nun, indem sie den Radius dessen, was ein Einzelner tun oder zulassen darf, so groß zieht wie nur irgend möglich. Um das Tun von Erwachsenen gegen den Umgang mit Kindern abzugrenzen, hat die amerikanische Gesellschaft das Wort „consent“ herauspräpariert; es ist auch ein Modewort geworden. Gemeint ist dies: Wenn es darum geht, was Erwachsene wollen, ist im gegenseitigen Einverständnis fast alles erlaubt – die Grenze liegt so ungefähr beim Kannibalismus.

Aber unter der Vorstellung, alles sei möglich, lauern Illusionen. Nur so kann man sich die krasse Schere erklären zwischen den zahlreichen Strafanzeigen, die aus Paarbeziehungen herrühren, und den im Vergleich wenigen Verurteilungen wegen Vergewaltigung, die daraus resultieren. Im Kern des rechtlichen Konstrukts schlummert die Vorstellung, dass es nichts koste, sich alles zu nehmen, wenn es nur auf der Gegenseite eine rettende Insel gäbe, die der Unverletzlichkeit. Man will beides, und Frau auch, nämlich die Abwesenheit einer uns gängelnden Moral, und auf der anderen Seite die absolute Souveränität. Kein Gericht kann die Gesellschaft davor retten, dass ihr Freiheitsbegriff auf eine Paradoxie gebaut ist, oder noch unheimlicher, wenn es keine Paradoxie sein sollte, sondern Ambivalenz. Soviel zur Wackligkeit eines Einverständnisses – „consent“ – unter Erwachsenen.

Um welchen Preis kassieren wir Freiheiten?

Was nun die Kinder betrifft, sind sich – fast – alle darin einig, dass sie nicht auf Augenhöhe von Erwachsenen mit irgendetwas einverstanden sein können. Unter dieser Auffassung hat sich bis vor wenigen Jahrzehnten die Vorstellung verborgen, dass Kinder eben unmündig seien, dass man sie also bevormunden und auch unterdrücken müsse. Im Schatten solcher Vorstellungen gedieh auch der Missbrauch, teils sexueller Missbrauch, teils schiere Gewalt. Es bedurfte einer enormen gesellschaftlichen Kraftanstrengung, um dem auf den Grund zu gehen. Glücklicherweise beantworten heute von den Erwachsenen, die gefragt werden, ob sie als Kinder missbraucht wurden, deutlich weniger die Frage mit „Ja“ als noch vor zehn Jahren. Vielleicht sind wir dabei, das Schicksalsband zu durchtrennen, das schmerzhafte Erfahrungen in der Kindheit mit einem schwierigen Erwachsenenleben verknüpft.

Und an dieser Stelle steigen natürlich jene ein, wie unser Justizminister, die glauben, man müsse irgendwelche Bilder nackter Kinder tabuisieren und unter Strafe stellen. Mit einer überwältigenden Parlamentsmehrheit hinter sich hat er ein Gesetz in Vorbereitung, das es bei Strafe verbieten will, das Bild eines nackten Kindes käuflich zu erwerben, und nicht nur das, sondern auch, Bilder nackter Kinder überhaupt irgendjemandem zugänglich zu machen. Was der politische Kommentator Heribert Prantl auf die Formel gebracht hat: Es sei natürlich dann jeder Familie weiterhin überlassen, das Bild vom Sommerstrand in den eigenen vier Wänden hängen zu haben. Schon aber, wenn der Handwerker käme, müsse man mit einer Strafanzeige rechnen. Falls der Handwerker die Absicht hätte, an anderen Dingen herumzuschrauben als an Leitungen und Rohren, nämlich am Gesellschaftsvertrag, das Kind betreffend. Schon ist die zentrale Frage berührt, welche Freiheiten ein weiteres Gesetz kassiert, das aus aufgeschlossenen und sorgenfreien Bürgern solche macht, die von engstirnigen Behörden zu Sittlichkeitsverbrechern stilisiert werden. Genauer: Stilisiert werden werden. Wenn das Gesetz so kommt, wie der Minister Heiko Maas es sich ausgedacht hat – unter keineswegs neutralen politischen Voraussetzungen, allerdings.

Gesetz verleitet zur Instrumentalisierung

Ein Gesetz gegen Bilder von nackten Kindern und ein weiteres gegen die von Jugendlichen wird uns in der Strafrechtspraxis eine Dekade verfolgen, mindestens. Es wird Verdächtigungen geben, Anzeigen, Hausdurchsuchungen, Prozesse und Urteile, und der entscheidende Punkt wird sein, dass dann ein Freispruch nicht mehr hilft. Also was bedeutet ein solches Gesetz: die allerletzte Verfeinerung einer Emanzipation, die quasi im Namen der Kinder geführt wird? Oder wird dies die neue und praktische Waffe im Scheidungskampf? Wird der fröhliche Knipser der Familie lernen müssen, dass nur Künstler das dürfen, was ihn zum Kriminellen macht? Wollen wir, dass Bilderarchive von Staatsanwälten durchsucht und bereinigt werden? Kann man wirklich so „Kinder schützen“? Oder befinden wir uns mitten in einem gewaltigen, gesellschaftlichen Rollback, der Anfang eines Booms der Beschämung?

Längst hat die Selbstzensur eingesetzt, wenn zum Beispiel Väter vor Kollegen nicht mehr wagen zu erwähnen, dass sie mit ihren Kleinkindern in die Badewanne steigen. Da fängt es an.

Das von allen Charakterzügen bereinigte Kind

Es kann schon sein, dass es per Gesetz irgendwie möglich wäre, die Zirkulation schlüpfriger Bildchen zu unterbinden. Und dann? Ist die Pädophilie dann weg? Oder brauchen wir dann neue Gesetze gegen Menschen, die Achtjährigen begehrlich hinterherschauen? Es ist immer gefährlich, wenn eine Gesellschaft sich vornimmt, gegen sämtliche Kosten und trotz aller Nebenwirkungen alles richtig zu machen. Dann werden die Hebel der Macht von den Vernünftigen preisgegeben, damit Zeloten sie bedienen. Und wenn man in zehn Jahren beginnt zu begreifen, dass der Schaden größer war als der Nutzen, ist die Kindheit derer, die jetzt Kinder sind, vorbei.

Nicht nur an dem Gesetzesvorhaben, sondern auch an den Kommentaren und Polemiken in Talkshows zeigt sich, was „Kinder“ in einer hedonistisch durchgeformten Gesellschaft darstellen: das von allen Charakterzügen bereinigte Bild von Unschuld. Wir sind offensichtlich dabei, uns einen Engelchenkomplex zuzuziehen. Die Wut auf den Blick des Pädophilen, der das Kind nicht als Kind anerkennt, führt bei den anderen zu einer partiellen Blindheit. Eine ganze Gesellschaft ist dabei, wie der Sexualforscher Martin Dannecker gewarnt hat, sich einen „pädosexuellen Blick“ aufdrängen zu lassen. Wer jetzt Kind ist, hat das längst erspürt. „Sekundäre Scham“ würde ich das nennen. Das K-P-Wort, längst mediales Dauerfeuer. Es wird bei weitem zuviel und mit unglücklichen Vokabeln darüber geredet, auch in Familien. Hier schließt sich der Kreis, weil man irgendwann nicht mehr weiß, wovor sich Kinder und auch Jugendliche beginnen zu fürchten, vor der Sache selbst oder vor ihrer unablässigen, nachtschwarzen Beschwörung. Kindliche Nacktheit eignet sich nicht als gesellschaftlicher Kampfplatz. Sie muss unbesehen und unkommentiert bleiben, nur dann erscheint sie als Symbol von Freiheit, etwas, worum man Kinder beneiden darf, ohne sich von ihnen etwas nehmen zu wollen.

Ulf Erdmann Ziegler, Jahrgang 1959, studierte visuelle Kommunikation in Dortmund, Literaturwissenschaft und Psychologie in Berlin. Er war Kunstredakteur der taz und veröffentlicht Essays und Romane sowie Arbeiten zur Kunst und Fotografie. Neu erschienen ist sein Buch „Und jetzt Du, Orlando!“ im Suhrkamp Verlag. Ulf Erdmann Ziegler lebt in Frankfurt am Main.

Manuskripte zur Sendung zum Download:

Manuskript zur Sendung Essay&Diskurs, 13.09.14: Ja, wer sind denn diese Kinder? (PDF)

Manuskript zur Sendung Essay&Diskurs, 13.09.14: Ja, wer sind denn diese Kinder? (TXT)

http://www.deutschlandfunk.de/paedophilie-debatte-ja-wer-sind-denn-diese-kinder.1184.de.html?dram:article_id=293950

 

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das Gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

nivea

Stupidity is demonstrated by people lacking knowledge they could achieve.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice attempt to avoid upsetting fools unwilling to face the truth.

Antisemitism is when one blames Jews or Israel for issues, he does not blame others.

Craziness is, when one always does the same but expects different outcome.

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human.

A man with roots should go for a pedicure.

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

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Männer zeigen was sie können, Frauen zeigen ihre Brüste

Running Woman

„Running woman“ 2004 © by Julian S. Bielicki 140x100cm oil on canvas

 

Der begehrende Mann ist nicht mehr zurechnungsfähig.

Die Weltwoche, Ausgabe 36/2014

Man sollte eine gewisse Toleranz entwickeln für Männer, die ihren Trieben legal zum Opfer fallen.

Editorial von Roger Köppel

 

Gespräche an einem Abendessen: Es gibt zwischen Männern und Frauen ein Naturgesetz: Der Mann muss die Frau begehren. Die Frau wiederum lebt davon, dass der Mann sie begehrt. Die Macht der Frau ist das Begehren (die Geilheit) des Mannes. Männer sind codiert, Frauen zu begehren. Frauen sind mit Kräften ausgestattet worden, das Begehren im Mann zu wecken. Männer begehren irrational, mitunter krankhaft. Frauen bleiben vernünftig, selbst wenn sie intensiv begehrt werden. Sein genetisch eingepflanztes Vermögen, die Frau unbedingt zu wollen, ist die grosse Schwachstelle des Mannes, seine Achillesferse, die empfindliche Lücke im Panzer.

Der begehrende Mann ist nicht mehr zurechnungsfähig. Er befindet sich in einem Rausch, der durch Lockstoffe ausgelöst wird, die ihm die Frau subtil übermittelt. Es kann kein echtes Begehren geben ohne die Frau, die dem Mann Signale gibt, die ihn annehmen lassen, sein Begehren könne erwidert werden. Der Mann ist am verwundbarsten, wenn er begehrt. Nie ist die Macht der Frau, nie ist die Ohnmacht des Mannes grösser. Was rätselhaft erscheint, ist nur eine List der Natur. Der Mann muss begehren, um seinen Paarungstrieb zu erfüllen, damit die Spezies überlebt. Deshalb ist dieser Trieb bei ihm so nerven- und gehirnbetäubend stark. Das Begehren oder besser: das Begehrtwerdenwollen der Frau ist kalkulierter, überlegener, weniger Zeugungs-, mehr Machttrieb, der erst dann ins Irrationale, für den Mann Zerstörerische umschlägt, wenn die Frau vom Mann enttäuscht wird.

Jeder Mann muss Techniken entwickeln, wie er mit seinem Begehren zurechtkommt. Die meisten Männer bringen sich rechtzeitig in Sicherheit, indem sie sich vor der extremen Hitze, die von der begehrten Frau ausgeht, verkriechen. Nicht alle haben die Kraft, sich dem zermürbenden Kampf zu stellen, an dessen Ende entweder der eigene Untergang oder eben die Eroberung der so heissersehnten Frau steht. Männer, die erfolglos begehren, es aber trotzdem versuchen, sind wie Motten, die am Licht verglühen.

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Frauen wollen, ja sie müssen begehrt werden. Sie setzen alles daran, begehrt zu werden. Man darf ihnen das nicht übelnehmen. So wie der Mann unter Umständen seine ganze Existenz am Schmelzpunkt des totalen Verlangens bündelt, so richtet sich die Frau mit allen Fasern darauf aus, begehrt zu werden. Das Begehrtwerden durch den Mann ist die stärkste Droge, ist das stärkste Aufputschmittel der Frau. Mathematisch formuliert: Das weibliche Selbstvertrauen ist die Summe des männlichen Begehrens im Quadrat. Je heftiger das Begehren des Mannes, desto überproportional grösser ist die existenzielle Zufriedenheit der Frau, ihre Geborgenheit im Leben. Frauen wollen sehen, dass der Mann sie begehrt. Sie sind süchtig nach Beweisen männlichen Begehrens. Er begehrt mich, also bin ich.

Interessanterweise können Männer, die aus Selbstschutz aufs Begehren verzichten, besser mit diesem Mangel leben als die Frau, die nicht mehr begehrt wird. Männern, die nicht begehren, geht es besser als Frauen, die nicht begehrt werden. Aus diesem Missverhältnis resultiert letztlich der unverständlich scheinende Hass, den Frauen gegen Männer kanalisieren können, von denen sie nicht mehr begehrt werden. Jeder Mann muss wissen: Nichts ist gefährlicher als das nachlassende Verlangen nach einer Frau, die man einst begehrte. Der Mann, der die Frau nicht mehr begehrt, entzieht ihr den Treibstoff ihres Selbstbewusstseins. Das kann nicht ohne Kollateralschaden für den Mann abgehen.

Die Liebe ist eine Höllenmacht. Damit sind die Qualen gemeint, die der erfolglos begehrende Mann durchleidet. Aber es sind auch die Torturen angesprochen, welche die Frau gegen den Mann anwendet, der sie nicht mehr begehrt. Männer, die sich auf Einladung der Frau vor der Frau öffnen, ja entblössen dürfen, können nicht damit rechnen, selber über den Zeitpunkt zu bestimmen, an dem sie die gefährliche Dialektik von Begehren und Begehrtwerden beenden. Nur Dummköpfe glauben, sie seien in der Lage, die Kräfte zu kon­trollieren, die sie durch ihr Begehren in den Frauen entfesseln. Der Mann, der sich einfach davonschleicht, wird von den Energien eingeholt, die er freisetzte. Nicht der Mann, die Frau beherrscht charismatisch die Unterwelt der Intimität. Männer, die das Gegenteil vermuten, werden irgendwann durch die Wirklichkeit brutal eines Besseren belehrt.

Männer, die Frauen sitzenlassen, sind schäbig. Frauen aber, die im Mann das Begehren wecken, um dieses Begehren nachher zur Waffe gegen den entwaffneten Mann umzuschmieden, brechen das Naturgesetz, das Männer und Frauen im Innersten verbindet. Es ist mehr als eine Gemeinheit, es ist streng genommen ein Verstoss gegen die Natur, wenn eine Frau die verwundbarsten Stellen des Mannes freilegt, ihn zur Hingabe verlockt, ehe sie seinen Paarungstrieb, seine grösste Schwäche, aggressiv gegen den Mann wendet, um ihn beispielsweise öffentlich blosszustellen. Die Rache der enttäuschten Frau kann grausam sein. Sie hat sich lebenspraktisch, aber auch als wirksames Instrument der Zähmung und Zivilisierung des Mannes bewährt. Männer lassen sich von den Frauen auch deshalb steuern und erziehen, weil sie um die Macht der weiblichen Sanktionsarsenale wissen.

Männern, die sich gegenüber den falschen Frauen entblössen, ist nicht zu helfen. Sie scheitern kläglich in der Wildnis. Handkehrum sollte die Gesellschaft eine gewisse Toleranz entwickeln gegenüber Männern, die ihren Trieben legal zum Opfer fallen. Der Mann ist schwach in seiner Eigenschaft als begehrendes Tier, weil ihn die Natur so gebaut hat. Frauen, die das ausnützen, sind keine Heldinnen. Sie missbrauchen nur die Macht, die ihnen die Natur in die Wiege legte.

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2014-36/editorial-begehren-die-weltwoche-ausgabe-362014.html

 

Mein Kommentar: Bravo! Klar beobachtet und mit Zivilcourage vorgetragen. In Deutschland, im Land des fast vollendeten Staatsfeminismus, hätten man diese Meinung nicht veröffentlichen können, Kritik an Frauen ist hier Tabu.

„Ökonomisch gesehen ist die Situation der Prostituierten mit der einer verheirateten Frau vergleichbar. Der einzige Unterschied zwischen denen, die sich durch Prostitution veräußern und denen, die sich durch die Ehe veräußern, besteht im Preis und in der Dauer des Vertrages”

Simone de Beauvoir

Wegen solcher Gedankenäußerungen wurde Leo Tolstoi 1901 exkommuniziert.

Ich habe neulich auf die Frage einer Kunsthistorikerin zur Interpretation vom Hohen Lied des Salomo (huch, was ist das?) ihr geantwortet: „Ist doch klar, das männliche Sexgestöhne an eine Frau, umgewandelt in eine Ode an Jerusalem, wie immer, wird das Geilheitsheulen als Liebe ausgegeben, klingt ja „besser“. Sie haben darin keine Erfahrung, fragen Sie aber Ihren Mann, er wird es wissen. 😉 „

Oft werde ich von Frauen gefragt, als ob ich ein Wahrsager wäre, ob der Mann, mit dem sie anbandeln, sie heiraten werde und ich antworte: „Wenn Sie ihm seinen Verstand rauben, so daß er den Kopf für Sie verliert, dann ja.“ Und damit er bleibt, muß die Anästhesie weiterwirken, der Stoff des Begehrens muß stetig sorgfältig verabreicht werden, damit der Mann aus dem künstlichen Koma nicht aufwacht, denn sobald er wach wird und nicht mehr begehrt, dann haut er ab. Das ist eben die Kunst der Betörung, der Anästhesie, denn nicht jeder ist für das gleiche Anästhetikum anfällig, frau muß die für den Patienten richtige Mixtur machen und diese auch passend dosieren. Und das ist schön eine hohe Kunstfertigkeit. Aber von nichts kommt nichts und von so was, kommt so was.

Männer regieren die Welt und Frauen regieren die Männer.

Und was für den Mann sein Trieb bezogen auf Frauhabenwollen (oder was nach Frau aussieht, es kann auch ein anderer Männerhintern sein, usw.), das ist für die Frau ihr Trieb bezogen auf Kinderhabenwollen (oder was nach Kindern aussieht, hauptsache mit großen Augen und kuschelig, Koalabärchen, Robbenbabies, Katzen, Pferde, usw.. Kinder und Kinderähnliches sind am meisten sexy für die Frau.

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Die Kunst empirischer Sozialforschung

Ich hab’s ja immer schon vermutet: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Stillzeit und Lebenserfolg. Dieser Verdacht hat gerade durch eine brasilianische Sozialstudie neue Nahrung bekommen:

Für den Nachweis fängt diese Wissenschaft erstmal an zu zählen: Sie nimmt 3500 Probanden, ermittelt 1., ob und wie lange sie von ihren Müttern gestillt wurden, unterzieht sie 2. als 30jährige Erwachsene einem Intelligenztest und checkt 3. ihr aktuelles Monatseinkommen.

Dann setzt sie die Ergebnisse aus 1. bis 3. in eine Tabelle ein, behauptet einen qualitativen Zusammenhang zwischen den ermittelten Zahlenkolonnen, wühlt im Handbuch für empirische Sozialforschung nach einem Korrelationskoeffizienten, mit dem sich die Signifikanz dieses Zusammenhangs mathematisch einwandfrei berechnen lässt – und schon kommt dabei raus:
,,Menschen, die als Babys gestillt wurden, sind nach einer neuen Studie im Fachmagazin ‘Lancet’ im Erwachsenenalter intelligenter und bekommen zudem höhere Gehälter”. Etwas genauer vielleicht? Bitte sehr: ,,Ein Mensch, der als Baby mindestens ein Jahr lang gestillt wurde, legte nach der Studie durchschnittlich um vier IQ-Punkte zu, wies 0,9 Jahre mehr an Schulbildung auf und hatte ein um 341 brasilianische Real (98 Euro) höheres Monatseinkommen als diejenigen Studienteilnehmer, die kürzer als einen Monat gestillt worden waren.”

Je Stillzeit, desto schlauer, je schlauer, desto Einkommen – endlich wissen wir Bescheid: Nicht der Arbeitgeber entscheidet über meinen Lohn, sondern meine Intelligenz. Und die ist umso höher, je länger ich gestillt wurde. Wer ist also schuld, wenn’s nicht so klappt wie gedacht: Mutter! Hätte sie mich doch länger stillen sollen, dann gäb’s heute mehr Kohle und ich wäre mindestens Leiter einer sozialwissenschaftlichen Forschungsgruppe…

Aber echt besorgt bin ich, wenn ich im selben Artikel lesen muss, dass die ,,Nationale Stillkommission (!), ein am Bundesinstitut für Risikobewertung (!!) angesiedeltes Expertenkomitee” feststellen muss, dass die bundesdeutsche Mutter im Schnitt nur 7,5 Monate stillt. Mindestens viereinhalb zu wenig! Und überhaupt stillen nur 82% der Mütter! Wenn das keine Verschwendung von nationalem Potential ist! Einerseits. Auf der anderen Seite: Wenn sie jetzt alle stillen wie die Weltmeister – wer bekommt dann eigentlich noch die Billiglöhne, mit denen Deutschlands Kapitalisten ihre Konkurrenz untereinander führen?

Alle Zitate aus: (F.A.Z. vom 19.3.2015)

http://keinort.de/?p=799

 

 

Julian S. Bielicki im WDR-Rundfunkinterview zum Thema Sex

Julian S. Bielicki im WDR-Rundfunkinterview  zum Thema Sex

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B: Ich bin Julian Siegmund Bielicki, ich bin Architekt und Psychotherapeut und ich arbeite als Psychotherapeut seit mehr als dreißig Jahren.

I: Als ich mit Ihnen über unser Thema angefangen habe zu sprechen in unserem kurzen Vorgespräch hatten wir noch nicht über Beispiele aus Ihrer Praxis gesprochen, damit würde ich jetzt gerne anfangen, dass wir so in einem ersten Teil ein bisschen aus der Praxis sprechen. Kommt es häufig vor, dass Sie Patienten oder Patientinnen haben, die davon berichten, dass ihre Ehen sagen wir mal, leidenschaftslos geworden sind?

B: Eine Ehe ohne Sex muss nicht leidenschaftslos sein. Die Menschen lieben sich meistens sehr intensiv. Sie haben nur kein Interesse mehr am physischen Sex.

I: Und das kommt häufig vor?

B: Das kommt immer häufiger vor, weil die traditionelle Funktion von Sex, dass er  Mann und Frau aneinander bindet, abgelöst wird durch Liebe, Sympathie, Wertschätzung. Die Menschen sind sich nicht mehr fremd wie über Jahrtausende und das einzige, was sie gehalten hat, war der Sex und natürlich auch die wirtschaftliche Fürsorge andererseits, sondern die mögen sich.

I: Das ist ja eigentlich eine positive Entwicklung, dass wir uns nicht mehr über das Körperliche zusammenhalten müssen, sondern uns offensichtlich auf anderen Ebenen nahe kommen.

B: Ja, so sehe ich es auch, dass es eine sehr menschliche und humane und kulturell wertvolle Entwicklung ist, dass es nicht nur Sex gegen wirtschaftliche Fürsorge ist.

I: Wenn jetzt aber dieser Tausch aufgehoben ist und nicht beide Partner damit zufrieden sind, sondern ich könnte mir vorstellen, in den meisten Beziehungen könnte da ein gewisses Ungleichgewicht auch herrschen. Ist das nicht eher das Problem, dass sich einer vielleicht noch etwas wünscht, was der andere nicht mehr geben möchte oder ist das immer beidseitig?

B: Also eine Geschwisterchen Ehe ist immer beidseitig. Meistens wird ja Sex nicht als etwas Liebevolles ausgeübt, sondern als eine aggressive Tätigkeit, die auch mit Gewaltphantasien oder Gewaltpraktiken verbunden ist. Wenn die Menschen sich hinsetzen und sich einfach mögen, dann wollen sie es oft nicht, sich gegenseitig zu überfallen, was man so Leidenschaft nennt. Also sozusagen, wer liebt, will nicht unbedingt dem anderen an die Wäsche.

I: Damit widersprechen sie eigentlich jedem gängigen Hollywoodklischee, dass es so gibt, dass man, wenn man sich liebt SELBSTVERSTÄNDLICH auch Sex hat. (lacht)

B: Die psychoanalytische Deutung spricht immer gegen sehr viele Klischees und wird deswegen gemieden und gefürchtet und Hollywood gehört zur Industrialisierung von Sex, das auch seit Hundertausendjahren im Gange ist, dass alles was kommerzialisiert wird, wird sexuell sozusagen appetitlich gemacht. Das weiß jeder Werbefachmann und das hat mit Liebe gar nichts zu tun. Sex sells.

I: Das heißt?

B: Es heißt ja immer, wenn du das kaufst, dann bist du attraktiver, dann bist du sexy. Es wird sehr oft das Wort sexy in anderen Zusammenhängen gebraucht, dass etwas attraktiv ist, dass man es kauft.

I: Das heißt, Sie würden widersprechen, wenn ich sage, es kann keine glückliche Beziehung ohne Sex geben?

B: Also gerade Ihnen würde ich ungern widersprechen, weil Sie eine nette Person sind, aber ich werde es tun.

I: Dann tun Sie das bitte nochmal im ganzen Satz. (lacht)

B: Glücklich zu sein bedeutet nicht, dass man seine triebhaften Bedürfnisse auslebt, sondern dass man darüber reflektiert und sie entsprechend dosiert. Ein glücklicher Mensch wird doch nicht den ganzen Tag trinken und rauchen und saufen. Das Triebhafte ist uns angeboren, aber die menschliche Entwicklung als Kulturwesen, als Mensch, geht von dem Triebhaften zu dem Menschlichen, sonst wären wir Hunde.

I: Das könnte also sein, wenn ich das richtig verstehe, dass wenn jetzt eine Person sagt, mein Problem ist, dass ich keinen Sex mehr mit meinem Partner habe, dass das eigentlich eine Stellvertreterfunktion für eine mangelnde Zufriedenheit auf einer anderen Ebene der Partnerschaft ist.

B: Ja, weil da meistens die Angst mitspielt, dass der andere gar nichts anderes will, als nur Sex und sonst sei der Mensch bedeutungslos. Und daher entsteht die Panik, wenn kein Sex, dann läuft der andere weg.

I: Und was können wir dann stattdessen tun?

B: Zum Beispiel ein Buch lesen, wie wäre es damit?

I: Und eine vielleicht mehr gemeinsame Tätigkeit? Was können Sie einem denn raten, also wenn ich jetzt Ihre Patientin wäre (lacht)

B: Zum Beispiel (lacht) miteinander REDEN. Aber dazu muss jemand auch was erzählen können und damit er was erzählen kann, muss er sich für vieles interessieren und das wofür er sich interessiert, muss für den anderen auch interessant sein. Wenn Menschen sich für ihre Welt interessieren und sich darüber unterhalten, dann gibt ihnen die Realität den größten Kick. Ich sage manchen Menschen, die nach irgendetwas süchtig sind und da gibt es auch die Sexsüchtigen, dass das reale Leben den größten Kick gibt.

I: Jetzt ist es doch so, dass, wenn sich zwei Menschen kennenlernen, es doch oft diese körperliche Attraktivität erst mal beginnt und das hört sich jetzt so an, als müssten wir unsere Beziehungen irgendwann auf eine Art Prüfstand stellen, in dem Moment, wo der Sex weniger wird und der wird glaub ich, ich hatte irgendwo gelesen, dass er nach zwei bis fünf Jahren bei jedem Paar abnimmt. (lächelt)

B: Weil die Sexualität, die triebhafte, so angelegt ist, dass sie der Natur zu dem Zwecke dient, Fremde zusammenzuführen. Also sobald sich zwei Menschen vertraut geworden sind, ist der sexuelle Reiz nicht mehr da. Die Natur, die will möglichst fremde Exemplare zusammenführen, damit die genetische Auswahl möglichst vielfältig ist, also gerade das Vertrauen, Sympathie, Liebe löscht dieses Gefühl aus und dann passiert es wie in der Geschichte, dass der Mann nach Hause kommt und die Frau zieht ihn ins Schlafzimmer und er sagt „Entschuldige, aber ich bin so müde, ich kann nicht an eine andere denken.“

I: (Pause) Wie zufrieden sind Ihre Patienten und Patientinnen damit, wenn sie vielleicht Tipps erwarten, um ihr Sexualleben wieder zu beleben und Sie sagen, dass man eigentlich wo anders suchen muss? Haben Sie das Gefühl, dass so was gerne aufgenommen wird?

B: Ja.

I: Ja?

B: Ja, sehr gerne. Es ist ja ein Ausweg, es ist eine Erlösung und die Menschen sehen dann das Ergebnis. Also zum Therapieende gehört auch gewisse Zufriedenheit, dazu gehört natürlich auch eine Auswahl von Patienten, die dazu fähig sind. Das können sie natürlich einem völlig ungebildeten Menschen nicht erklären, weil für den ist eben Sex das Paradies, in dem 74 Jungfrauen unter Umständen auf ihn warten und sonst gar nichts. Es gibt Menschen, die heiraten, ohne dass sie die Person gesehen haben. Es gibt massenhaft Heiraten, bei denen der Mann die Frau erst nach der Hochzeit sieht. Also er kauft die „Katze im Sack“. Er hat nur die Vorstellung von einer Erfüllung, denn er liest kein Buch, er interessiert sich für sonst gar nichts, außer Geld verdienen und poppen.

I: (lacht)

B: Und das ist die menschliche Kultur. Da hätten wir nicht von den Bäumen runtergehen müssen, da hätten wir auch auf ihnen bleiben können.

I: Jetzt hört sich da so an, deswegen muss ich nochmal nachfragen, als wenn Sex eine Sache der Bildung wäre, bzw. Sexlosigkeit zu akzeptieren ist eine Sache der Bildung.

B: Ja, weil nur die Bildung und die Kultur ein reizvollerer Ersatz für das Triebhafte ist. Nicht nur für Sex, sondern auch für Aggressionen. Damit sich die Menschen nicht die Kehlen durchschneiden, müssen sie womöglich Fußball spielen oder Tennis oder Eishockey. Etwas, was die Aggressionen ausleben lässt, aber nicht zum Tod des anderen führt. Es gibt ja zwei Triebe, den aggressiven und den sexuellen.

I: Nun führt ja Sex nicht unmittelbar zum Tod.

B: In der Phantasie sehr oft.

I: Erklären Sie das genauer bitte.

B: Naja, für die Frauen ist es reizvoll zu sehen, dass der Mann für gewisse Zeit, halbe Stunde oder eine Stunde durch den sexuellen Akt  impotent geworden ist. Es ist also ein Akt der Kastration und wenn sie die Worte nehmen, die Männer für den sexuellen Akt benutzen, dann haben Sie von Nägeln und Schrauben und was weiß ich, alles Mögliche, was in der Phantasie durchaus gewalttätig und tödlich ist. Und wenn es Psychopathen gibt, die eben keinen kulturellen Überbau haben, die machen es tatsächlich so.

I: Jetzt sagen Sie, man muss im Grunde genommen, man muss den Sex einfach nur ersetzen oder einfach nur vielleicht nicht, aber man muss einfach gemeinsame Interessen entwickeln. Was ist denn jetzt, wenn ich jetzt ganz frech sage, unser gemeinsames Interesse ist jetzt der Sex?

B: Von wem?

I: Na nicht von mir (lacht) sondern allgemein, jemand sagt Ihnen, ja das ist aber unser gemeinsames Interesse.

B: Naja, dann ist die Menschheit verloren, wenn dass das gemeinsame Interesse ist, kaufen, kiffen, Drogen nehmen, sich besaufen und Sex. Ja das ist dann das Ende der Kultur, das ist dann  eine Entwicklung rückwärts.

I: Aber bei Ihnen hört sich das so negativ an. Also Sex steht jetzt in einer Reihe mit verschiedenen Süchten, die den Menschen zerstören. Ist für Sie Sex wirklich so zerstörerisch?

B: Ja. Er ist zerstörerisch. Wissen Sie, die Verdauung ist konstruktiv. Das tut dem Menschen gut, aber der Sex macht die Menschen verrückt. Also im sexuellen Akt sind die Menschen wie auf Heroin und die meisten Männer sind eben sexsüchtig und die meisten Frauen sind die Drogendealer. Und das ist ja keine schöne Sache.

I: (…) Versteh ich Sie richtig, dass es eigentlich ein Glück ist sich daraus zu befreien?

B: Aber in welche Richtung, also nicht so, dass man auf Sex verzichtet und sonst nichts als Ersatz hat. Dann wird man verzweifelt sein, sondern, dass man Interessanteres im Leben findet als Sex. Aber das wird der ganzen Wirtschaft total widersprechen.

I: Ja, was sind denn unsere Vorbilder, was wird uns denn als Vorbild gegeben?

B: Wem? Von der Wirtschaft. „Kauf, dann bist du attraktiv und bist begehrt“. Aber Liebe und Begehrlichkeit sind zwei Paar Schuhe und man wird nicht begehrt. Ja, da werden doch haufenweise Silikon, Botox, Unterlieder-, Oberlieder, Popostraffung, Penisverlängerung, alles Mögliche wird gemacht und der Mensch wird nicht attraktiver. Denn wissen Sie, ein Buch ist nicht durch seinen Umschlag attraktiv, sondern durch den Text und der Mensch hat auch einen Text oder auch nicht. Aber indem man den Umschlag glänzend macht, wird das Buch nicht interessanter.

I: Jetzt hört sich das für mich aber immer so ein bisschen an, und deswegen muss ich da nachfragen, nach so einer Zweiklassengesellschaft, nämlich die einen, die sich dann der Bildung zuwenden, das Buch lesen, andere Themen finden und denen, denen vielleicht aus begrenztem Horizont heraus, das nicht zur Verfügung steht und die sozusagen schon fast verdammt sind beim Sex zu bleiben. Versteh ich das richtig?

B: Nein, weil die Kultur jedem zur Verfügung steht. Das billigste ist die Kultur. Ein Buch, eine Bibliothek, ein Besuch im Museum, im Theater, sind die billigsten Angebote, die gemacht werden, aber es ist mühsam, sich zu bilden.

I: (Verständnis zeigend)

B: Sex ist ohne großen Aufwand möglich, aber Bildung ist aufwendig und das ist nicht so, dass es den Menschen nicht zur Verfügung steht. Das steht  mindestens in Europa allen Menschen zur Verfügung. Aber die meisten haben keine Lust drauf. Was hören wir denn täglich: „Ich habe keine Lust zur Schule zu gehen“, „Ich habe keine Lust zu studieren“. Mir sagen viele Patienten, ich habe keine Lust zu studieren, also Studenten. Dann sage ich, dann studieren Sie ohne Lust. Geht doch auch. Es geht darum, dass Sie was lernen und was leisten. Lust alleine, die Leute sind schon zu faul zu kauen. Die wollen irgendwelche pampigen Brote, weil sie keine Lust haben ein Dinkelbrot zu kauen. Und Sex muss auch sofort sein. Dann haben wir „Elite Partners“ und „Parships“ und das muss innerhalb einer Stunde geschehen. Das ist doch nicht gut.

I: Steuern wir da so ein bisschen auf den Zenit zu, weil wenn Sie jetzt auch von der Aggressivität im Sex reden und man gleichzeitig, im Spiegel war ein langer Artikel zu lesen, dass es auch in der Pornoindustrie usw. immer brutaler wird und immer mehr abgefordert wird auch von den Darstellern. Steuern wir auf den Zenit zu und wird so eine Art oder sehen Sie da irgendwie, dass es so eine Art Peak geben kann, einen Höhepunkt geben kann, wo das Ganze auch so ein bisschen in sich zusammenbricht und wir vielleicht wieder zu Werten der fünfziger Jahre zurückfinden?

B: Naja, in den fünfziger Jahren waren doch edle Westernhelden und Heinz Ehrhardt, der sich rührselig um irgendein Mädchen gekümmert hat. Die fünfziger Jahre waren prüde. Aber die Entwicklung der Menschheit ist so, dass das was der Mensch geschaffen hat, dass er ein Individuum ist, das wird abgebaut. Also die Leistung der Evolution war, dass der Mensch von anderen getrennt ist. Aber jetzt ist er verbunden. Er verwandelt sich in den Urbrei, also in einen Schwarm, ohne Führung, aber trotzdem wechselt er die Richtung. Alle gehen in diese Richtung, haben dreitausend Freunde auf Facebook. Es wird weitergehen, weil irgendwann jedes Kind hat das Facebook, I-Pod, I-Pad und I-Phone im Milchzahn. Und wenn dann der Milchzahn ausfällt, dann hat er eben I-Phone 23. Diese VERBINDUNG ist eine Regression. Der Mensch wird geboren und dann wird die Nabelschnur getrennt. Aber ich habe ja auch Patienten, die in Depressionen verfallen, wenn die Kinder aus dem Haus sind, weil sie 20 Jahre mit den Kindern geschmust haben und haben sich in so einer wohligen Wärme gefühlt und nun sind die Kinder weg und sie sind einsam. Und da sage ich so einer Mutter, die wahren Pädophilen sind die Mütter, weil die so viel mit den Kindern schmusen, dass sie die Männer vergessen.

I: Na gut, aber jetzt, wenn wir jetzt sagen, wir haben jetzt keinen Sex mehr mit unserem Partner, sondern stattdessen finden wir gemeinsame Interessen, das spricht ja nicht dagegen, dass wir mit unserem Partner schmusen oder sage ich mal Küsse austauschen, im liebevollen Umgang.

B: Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass Menschen Sex haben, aber es soll nicht das Wichtigste im Leben sein. Es ist ja auch nichts dagegen zu sagen, wenn jemand eine Zigarette raucht, aber doch nicht den ganzen Tag und die ganze Nacht. Aber die Mehrheit der Menschheit sieht da die Erfüllung ihrer Existenz, dass sie einen Sexpartner finden und ein paar Kinder machen und das ist alles. Ganz Afrika und Asien und Südamerika leben ja so. Die Bevölkerung von Afrika hat sich in den letzten zehn Jahren, glaube ich, um 30% vermehrt.

I: Vielleicht ist das ja auch einfach menschlicher, als das Buch zu lesen. Ich weiß es nicht.

B: (…) Menschlicher?

I: Ja, weil Sie sagen, dass es irgendwie, man muss oder man muss nicht, aber man kann sich da entwickeln, aber wenn da sozusagen der Großteil der Welt es nicht tut, vielleicht ist es auch ein Zeichen dafür, dass dieser Urtrieb auch stärker ist.

B: Es kommt darauf an, wie menschlich ein Mensch ist. Für den einen ist sein Ich und seine Vernunft stärker, als der Trieb und bei dem anderen ist die Vernunft sehr schwach und dann ist der Trieb sehr stark. Und dass die Mehrheit so ist, das ist keine Qualität.

I: Jetzt muss ich nochmal auf eine Sache, die ganz praktisch ist, eingehen, weil ich eben auch gelesen hab, dass es eben bei den meisten Paaren so ist, dass dieser Wunsch nach der Sexualität abnimmt. Zum einen würde mich interessieren, wenn da nun jemand sitzt und sagt, ja der Wunsch ist weg und eigentlich tut es uns beiden auch jetzt gar nicht so weh und eigentlich geht es uns ganz gut, nun wollen wir aber Kinder haben. Gibt es da tatsächlich nicht irgendetwas was Sie raten, wo Sie sagen, gut also jetzt mal fernab von „jetzt machen Sie sich es mal romantisch und zünden eine Kerze an“. Glauben Sie, dass man so was allein schon für einen Kinderwunsch doch wiederbeleben kann?

B: Es werden doch immer mehr Schwangerschaften künstlich erzeugt. In einer Zeit, in der die Menschen für alles ein Upgrade und ein Update haben wollen, werden zunächst die Gebärmütter fit gemacht und dann werden die Spermien in einer Art von Laufband fit gemacht und dann werden sie ärztlicherseits zusammengeführt und dann ist die Frau schwanger. Die Evolution, die geht diesen Weg. Wie Sie wissen, wegen Nichtgebrauch ist Menschen der Schwanz hinten abgefallen und er wird auch vorne abfallen. Und irgendwann gehen die Frauen in einen Zeitungskiosk und da gibt es so wie BIC Feuerzeuge alle möglichen Sperma-Mischungen und sie können sagen, „“ich möchte gerne ein Kind blond und groß und klug“ und der andere will einen der sportlich ist und die Männer wird es im Zoo geben und da werden sie im Käfig Bier trinken und Fußball spielen. Das ist die Entwicklung.

I: Meinen Sie, wir werden den Sex überleben sozusagen?

B: Naja klar.

I: Können Sie mal das noch als ganzen Satz sagen?

B: Natürlich werden wir den Sex überleben. Frau Ministerin Schröder spricht schon von das Mensch. Also der Mensch und die Menschin sind Vergangenheit, es kommt das Mensch. Der Mann als Teletubby.

I: Herr Bielicki, ich danke Ihnen sehr. Leider ist unsere Zeit schon fast zu Ende. Ich könnte mich noch ewig mit Ihnen unterhalten und ich hab eigentlich auch noch ganz viele Fragen, aber ich glaube jetzt, für jetzt und hier und für den Beitrag reicht es. Jetzt ist es so, dass man manchmal, wenn man im Studio sitzt, so ein bisschen betriebsblind ist und die wichtigste Frage nicht stellt, von der Sie die ganze Zeit seit einer halben Stunde denken, dass fragt sie doch bestimmt gleich. Wenn es da eine gibt, dann machen Sie mich ruhig darauf aufmerksam.

B: Naja, da ist die Frage, welche Kasse?

I: Wie bitte? (schmunzelt)

B: Welche Versicherung.

I: (lacht) Muss ich das jetzt verstehen?

B: Eine Frage in meiner Praxis ist immer, wie sind Sie versichert?

I: Das ist richtig. Gibt es noch eine Frage zum Thema, die sie gerne gestellt bekommen hätten von mir? (lacht)

B: Da haben Sie mich überrascht, dass ich auch fragen darf.

I: Nein, wenn Sie jetzt sagen, dass ist irgendwie was das gehört zum Thema unbedingt dazu oder eine Studie von der Sie sagen, die war für Sie besonders aussagekräftig,  von der weiß ich nichts. Dann können Sie mich jetzt noch darauf hinweisen.

B: Naja, die Psychoanalyse arbeitet mit Deutungen, weil für den Menschen die Bedeutung von etwas ausschlaggebend ist. Es gibt für den Menschen nichts, was er an sich macht, sondern er wird durch die Bedeutung, die er einer Tätigkeit oder Sache beimisst, gelenkt. Und daher gibt es für den Menschen keinen reinen triebhaften Sex, sondern damit ist eben die Bedeutung verbunden, vor allem die Narzisstische wie wichtig man ist, wie toll man ist. Dass man begehrt wird und daher wird es gemacht, aber wenn die Menschen sich sowieso die Wertschätzung geben, dann verliert es diese Eigenschaft und dann brauchen sie es nicht.

I: Das ist gut, dass Sie es jetzt nochmal so ausgedrückt haben. Das war ja auch ein Punkt, den wir im Vorgespräch hatten, mit dem Narzissmus, der mit dem Sex einhergeht.

B: Der Narzissmus, der geht mit allen, ja ich sitze hier im Studio, bin ein wichtiger Mensch, ist doch auch eine wichtige Sache und Sie sind eine Journalistin. Sie sind auch wichtig. Die Menschen neigen nicht zur Bescheidenheit, wie der Goethe aber sagte „Nur die Lumpen sind bescheiden, brave freuen sich der Tat.“

I: Das ist ein schönes Abschlusswort. (lacht) Ich danke Ihnen sehr. Ich wünsche Ihnen einen guten Heimweg. Ich hoffe, bei Ihnen ist es nicht so glatt und Sie kommen auch gut wieder zurück.

B: Jawohl und für Sie auch alles Gute.

I: Danke, ich melde mich bei Ihnen.

B: Gerne, Tschüss!

I: Tschüss.

2013 © by Julian S. Bielicki

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Das Mensch

Nach der Gleichstellung kommt jetzt die Diversifikation.

Von Henryk M. Broder

 

Vor fünfzig Jahren, also um 1960 herum, produzierte VW vier Modelle. Den Käfer (Typ 1), den VW 1500 (Typ 3), den Karmann-Ghia (Typ 14) – ein Coupé bzw. Cabriolet –, und einen Kleintransporter (Typ 2), der als «Bulli» berühmt wurde. Heute stellt VW zwei Dutzend Modelle her, die es in über hundert Untervarianten gibt. Man nennt diese Entwicklung ­Diversifikation, sie findet in ­allen Bereichen statt, bei Autos, Computern, Kaffeemaschinen und Mobiltelefonen.

Nun hat die Diversifikation auch das Produkt Mensch erreicht. Einerseits werden die Menschen immer gleicher, egal, woher sie stammen («Kein Mensch ist illegal!») und was sie leisten («Bedingungsloses Grundeinkommen für alle!»). Andererseits wird immer stärker diversifiziert. Gab es vor fünfzig Jahren nur Frauen und Männer, so gilt die Geschlechtszugehörigkeit heute nicht als biologische Tatsache, sondern als ein «soziales Konstrukt». Man ist nicht Mann oder Frau, man wird erst im Laufe des Lebens dazu gemacht. Dementsprechend kann man es sich aussuchen, ob man Frau oder Mann oder etwas ganz anderes sein möchte. Auf Facebook ist vor kurzem eine Liste mit 56 neuen gender options erschienen. Macht alles in allem 58 Möglichkeiten, sich über das Geschlecht zu definieren.

Für junge Menschen, die angesichts dieser Vielfalt so überfordert sind wie vor 25 Jahren ein Bürger der DDR an der Käsetheke in einem Westberliner Feinkostladen, hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ein «Portal für Trans*, Inter* und genderqueere Jugendliche» eingerichtet, das sich «an Menschen zwischen 12 und 27 Jahren» richtet, damit sich diese über ihr «Geschlecht» und ihre «Identität austauschen und informieren können»: «Wer bin ich, wer will ich sein?» Wer darüber mehr wissen möchte, als ihm ein Blick in den Spiegel verrät, dem «werden ­Anlaufstellen in ganz Deutschland empfohlen».

So weit, so gut. Wie aber werden demnächst Sportwettbewerbe aussehen? Reine Frauen- und Männermannschaften dürfte es nicht mehr geben. Werden dann die Agender gegen die Cisgender antreten? Die Bigender gegen die Pangender? Die Neither gegen die Neutrois?

Auch auf diese Fragen wird die Antidiskriminierungsstelle des Bundes mehr als eine Antwort finden.

http://www.weltwoche.ch/index.php?id=551845