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Deutschland: Von Feigheit paralysierte Kleptokratie

Von Peter Sloterdijk
Schröpfung des Steuerzahlers, Semi-Sozialismus, Staats-Kleptokratie – der Philosoph Peter Sloterdijk löste mit seinen Thesen zur Zukunft des Kapitalismus in diesem Herbst eine Debatte aus. Axel Honneth, Altverwalter der Frankfurter Schule, erwiderte empört. Exklusiv in Cicero antwortet Sloterdijk mit seinen „Zeitdiagnostischen Bemerkungen“. Entstanden ist ein Manifest zum neuen Zeitgeist, ein Plädoyer für Freiheitswind in Deutschland.
Von Feigheit paralysiert Seit dem frühen 18. Jahrhundert sind die Angehörigen europäischer Nationen bereit auszuprobieren, wohin es führt, wenn man sich selbst mit den Augen der anderen sieht. So hat Montesquieu in seinen Persischen Briefen von 1721 zwei Orientalen auf die Reise nach Westen geschickt, um ihren Landsleuten zu berichten, wie es mit den Sitten und Gebräuchen in den Ländern des Sonnenuntergangs bestellt ist. Es ist höchste Zeit, scheint mir, wieder einmal die Perser einzuladen, damit sie einen verfremdenden Blick auf die Zustände in unserem Land werfen. Was den von außen kommenden Beobachtern unserer Verhältnisse sicher am stärksten ins Auge springen würde, obschon es für uns durch seine Alltäglichkeit fast unsichtbar geworden ist: Wir haben uns – unter dem Deckmantel der Redefreiheit und der unbehinderten Meinungsäußerung – in einem System der Unterwürfigkeit, besser gesagt: der organisierten sprachlichen und gedanklichen Feigheit eingerichtet, das praktisch das ganze soziale Feld von oben bis unten paralysiert. Dies gilt, wohlgemerkt, nicht für die aktuelle deutschsprachige Literatur, die farbig und ausdrucksstark ist wie seit langem nicht. Aber unsere sogenannte „Öffentlichkeit“, der politisch-publizistische Raum, die Sphäre der vorgesagten und nachgesagten Meinungen ist auf eine Weise durchsterilisiert und homogenisiert, dass man meinen möchte, fast alle, die bei uns öffentlich das Wort nehmen, kämen geradewegs aus dem Desinfektionsbad. Die Perser würden glauben, sie entdeckten auf fremdem Boden orientalische Verhältnisse wieder. Denken wir an den entlarvenden Vorgang, der sich vor wenigen Wochen anlässlich einiger kantiger Formulierungen des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin entwickelt hat: Weil er so unvorsichtig war, auf die unleugbar vorhandende Integrationsscheu gewisser türkischer und arabischer Milieus in Berlin hinzuweisen, ging die ganze Szene der deutschen Berufsempörer auf die Barrikaden, um ihm zu signalisieren: Solche Deutlichkeiten sind unerwünscht. Man möchte meinen, die deutsche Meinungs-Besitzer-Szene habe sich in einen Käfig voller Feiglinge verwandelt, die gegen jede Abweichung von den Käfigstandards keifen und hetzen. Sobald einmal ein scharfes Wort aus einem anderen Narrenkäfig laut wird, bricht auf der Stelle eine abgekartete Gruppendynamik los. Dabei geht es zu, als gelte es, einen Wettbewerb in Empörungsdarstellung zu gewinnen: Wer schafft es, seine Konkurrenten an Würdelosigkeit beim Eifern und Geifern zu übertreffen? Einigermaßen fassungslos sieht man mit an, wie dann die Mechanismen der Trivialmoral in endlosen Schleifen abgespult werden – bis hinauf in die Spitzen der „Gesellschaft“. In der Berliner SPD heulen die Wölfe sogar von Parteiausschluss. Auf Wahrheit soll künftig die Höchststrafe stehen: Existenzvernichtung. Auch die Leitung der Deutschen Bundesbank erweist sich gegen die Epidemie des Opportunismus als nicht immun. Deren Chef, statt sich gelassen vor seinen Kollegen zu stellen und zu sagen: Hört zu, Freunde von hier und von anderswo, in einer Welt, wo die freie Rede zu den höchsten Gütern zählt ist, muss man Zuspitzungen aushalten können, wie sie zuweilen aus dem Munde unseres scharfzüngigen Mitarbeiters kommen – statt also irgendetwas Souveränes, Aufheiterndes, gut Ventiliertes zu sagen, spricht sogar Axel Weber, ansonsten wohl ein respektabler Mann, die allgemein erwartete Sklavensprache und deutet an, es wäre für das Ansehen seines Hauses besser, der überdeutliche Mitarbeiter zöge berufliche Konsequenzen. Er kommt nicht auf den Gedanken, seine eigene entkernte Haltung, sein serviles Vorwegnehmen von eingebildeten Nachteilen, sein Floaten mit dem Tageskurs der Empörerei könnten die wirkliche Gefahr für das Ansehen seines Unternehmens bedeuten. Das Beispiel zeigt, wie tief bei uns der Sprachkarren im Dreck steckt – und mit dem Sprachkarren das ganze System der politisch-psychologischen Reflexe. Deutsches Unverständnis für die thymotischen Affekte Wenn man erklären sollte, wie es zu diesen entwürdigenden Zuständen gekommen ist, wäre historisch weiter auszuholen. Man müsste erzählen, erklären und dokumentieren – das würde Zeit kosten –, wie es kam, dass bei uns, in Europa im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen, im Laufe des 20. Jahrhunderts die Balance zwischen den Primäraffekten der menschlichen Seele, den gierartigen Regungen auf der einen Seite, den stolzartigen Regungen auf der anderen – griechisch gesprochen: das Wechselspiel von Eros und Thymos – so völlig verloren gegangen ist. Die heute erreichten Grenzwerte sprechen für sich: Von einem Ende zum anderen ist unsere Alltagskultur von den Figuren und Affekten der Mangelrhetorik durchdrungen. Ja, was wir in unseren Breiten Wirklichkeit nennen, ist ein Gesamtkunstwerk aus Mangeleinbildungen. An allen Ecken und Enden spricht man nur noch vom Fehlen, vom Brauchen, vom Nicht-Haben und vom Beantragen – längst neigen die meisten Zeitgenossen zu der Überzeugung, dass mit dem Wort Mängelwesen alles gesagt sei, was über den Menschen als wunschgetriebenes Etwas überhaupt zu sagen ist. Bis in die letzten Verästelungen unserer Begriffs- und Erlebnisform ist unser Dasein durch Mangeldefinitionen geprägt. Wie keine Generation zuvor sind wir therapeutisiert, kulpabilisiert, miserabilisiert und auf Defizitgefühle dressiert. In kulturgeschichtlicher Sicht dürften wir die erste Gesellschaft sein, in der man allgemein den Satz unterschreibt, wonach der Mensch das Tier im Minus ist. Für die komplementäre Dimension des menschlichen Seelenlebens, den Stolz, die Ehre, die Großzügigkeit, das Haben und Schenken, für die ganze Skala der gebenden Tugenden, die zum kompletten thymotischen Leben gehören, haben wir praktisch kein Empfinden mehr, und mit dem fehlenden Empfinden ist auch die dazugehörige Sprache ausgestorben. Vom gebenden Leben weiß unsere Offizialkultur so gut wie gar nichts mehr. Dass die Menschen aber nehmende und gebende Wesen sind, ja dass sie, sobald sie auf die gebende Seite kommen, materiell oder symbolisch, sofort beginnen, mit sich selbst und den anderen viel bessere Erfahrungen zu machen, als auf der Gierseite je zu gewinnen sind: das ist aus dem aktuellen Horizont unserer Wirklichkeitsauffassung so gut wie völlig ausgeblendet worden. Es ist wahr, über Einkünfte, Gewinne und Zuwächse, die unserer nehmenden „Natur“ Genugtuung verschaffen, freut man sich, solange die Quelle sprudelt. Und nichts berechtigt uns, über diese Komponente der menschlichen Affektwirklichkeit die Nase zu rümpfen, solange sie nicht einseitig ins Extrem getrieben wird. Jedoch, die tieferen Momente, die uns wirklich Satisfaktion verschaffen, sind ohne Zweifel diejenigen, in denen der Einzelne sich seiner Geberqualitäten versichert. Das sind die Augenblicke, in denen ein Mensch nach vorne geht mit dem Bekenntnis: Das habe ich, das gebe ich, das teile ich, so bin ich. Vor diesem Hintergrund lässt sich begreiflich machen, warum der westlichen Zivilisation im Allgemeinen und der deutschen Kultur im Besonderen auf mittelfristige Sicht nur noch durch eine Art von politisch-psychologischer Reformation zu helfen ist. Könnte es sein, dass wir am Anfang einer solchen stehen? Tatsächlich, wie wäre es, wenn wir aus dem überall tief ausgehobenen Loch des Mangeldenkens, in dem wir uns imaginär gütig, sentimental und heuchlerisch eingerichtet haben, endlich wieder hervorstiegen, um uns in der zeitgenössischen Welt umzuschauen? Die Wahrheit ist doch, dass wir uns mit den meisten Kulturen auf der Erde seit geraumer Zeit schon nicht mehr richtig verständigen können. Wir haben die Fähigkeit dazu verloren, weil unser eingefleischtes Denken in Kategorien des Fehlens und Brauchens es uns verbietet, die zahlreichen fortbestehenden Stolzkulturen auf der Erde und mit ihnen alle Lebensentwürfe, in denen der Mensch ein Plus hat und Ehre fordert, auch nur von ferne noch zu begreifen. Kohls Erbe: Lethargokratie und Frivolität Mag sein, dass dies nicht der richtige Augenblick ist, um mit so vagen und weitwinkligen Perspektiven zu hantieren. Wer redet von Reformation, wenn schon kleine Reformen nicht mehrheitsfähig sind? Und doch, für Mentalitätshistoriker wäre es reizvoll, gerade jetzt, da ein neues Kapitel in der politischen Geschichte unseres Landes begonnen wird, die Langfassung der Saga von der Konsumgesellschaft aufzublättern, an deren aktuellen Spitze wir leben. Deren Anfangspassagen würden uns in die Zeit des französischen Bürgerkönigs Louis Philippe zurückversetzen, der von 1830 bis 1848 über die erste postrevolutionäre Spaß- und Konsumgesellschaft regierte. Da wir uns aber mit der Kurzfassung begnügen müssen, werden wir mit der jüngeren deutschen Mentalitätsgeschichte beginnen. Die muntere Fahrt in den Dreck, in dem der Karren heute steckt, begann – soweit man das zur Stunde überblicken kann – Anfang der achtziger Jahre, als Helmut Kohl an die Macht gelangte, ein Mann, der schon durch seine markant formlose Physis den Zeitgeist des finalen Konsumismus prophetisch verkörperte. Tatsächlich hat man schon damals Kohl mit Louis Philippe verglichen, und hier wie dort sah man in diesen nur scheinbar gutmütigen Gestalten die jeweils zeitgerechte Personalunion aus unerbittlicher Ambition und verführerischem Phlegma an die Rampe treten. Unter Helmut Kohl ist in unserem Land ein einzigartiges psychopolitisches Syndrom entstanden, das ich die deutsche Lethargokratie nenne. Von weitem erinnert sie an altchinesische Zustände insofern, als schon vor zweitausend Jahren bei den Ratgebern des Kaisers von China die Weisheitsmaxime zu hören war: Die beste Herrschaft sei diejenige, von der das Volk glaubt, sie finde gar nicht statt. Demnach soll im öffentlichen Raum nicht mehr an Lenkung, Dominanz und Machtausübung spürbar werden, als Wasser verspürt, wenn es dem Hang des Geländes folgt. Die im Rückblick unfassbar lang erscheinende Kohl-Ära – sie dauerte schier endlose sechzehn Jahre, 1982 bis 1998 –, war so gesehen eine stilreine Hang-Dynastie. Da rutschte jeder jeden Buckel runter, der abwärts ins Wahrscheinlichere führt, immer entropisch munter hinunter ins Allzumenschliche, der sozialen Endformel entgegen: Urlaub, Umverteilung, Adipositas. Gottfried Benn hatte in der Gründerzeit der BRD notiert: „Dumm sein und Arbeit haben: Das ist das Glück.“ Unter Kohl hieß es: Die Kurse beobachten und ab in die Ferien! Zu seiner Zeit trat in der BRD die erste Generation von Erben und Berufsurlaubern in Erscheinung, die nicht verhehlten, wie schön das Leben sein kann, wenn man tüchtige Eltern begräbt. Kurzum, die lethargokratische Grundstimmung, die bis gestern über unserem Land lag und auch nach dem 27. September nicht ganz verschwunden ist, reicht unmissverständlich bis in die Jahre, die ihr kennt, zurück. In ihnen wurde die Große Koalition aus Spaß und Stagnation geschmiedet, die für eine ganze Generation junger Deutscher den letzten Horizont markierte. Trägheit und Frivolität wurden damals unzertrennlich. Zieht man nach solchen Zeiten Bilanz, so ist in ihnen, wie das Vertretersprichwort sagt, tatsächlich außer Spesen nichts gewesen, und wenn uns nicht mitten in den Kohl-Jahren wie aus heiterem Himmel die deutsche Wiedervereinigung in den Schoß gefallen wäre, man würde sich schlechthin an nichts erinnern – ein paar schöne Nachmittage auf der Terrasse ausgenommen. Es war Kohl’sche Regierungsweisheit, scheinbar oder wirklich drängende Probleme zurückzustellen, wie um zu beweisen, dass sich das Meiste durch Ignorieren erledigt. Kohls hohe Kunst des Nicht-zur-Kenntnis-Nehmens von Dringlichkeiten war engstens mit der schon damals nicht neuen Technik der Staatsschuldenausweitung verknüpft. Im Grunde war er wie ein chinesischer Regent davon überzeugt, das Nichthandeln sei stets dem Handeln vorzuziehen. In seiner Regierungszeit wurde das Wort „Reformstau“ zum Synonym für deutsche Befindlichkeiten. Der Kanzler selbst war der Stau in Person, und er war in den Stau verliebt – denn der stellte sicher, dass der Mann, der ihn überholen könnte, sollte er schon geboren sein, keine Chance hätte, an die Spitze der Kolonne vorzufahren. Alle Daten sprechen dafür, dass die Kohl-Ära, als sozialpsychologischer Zustandsraum verstanden, nicht zu Ende war, als der Fürst des Stillstands, der joviale Sitzriese, der leutselige Saumagengourmet und skrupellose Staatsschuldenbeschleuniger nach dem Wahlsieg Schröders von 1998 verabschiedet wurde, obschon er allzu gern eine fünfte Kanzlerschaft gewonnen hätte, explodierenden Arbeitslosenzahlen und ersten Hinweisen auf eine neue soziale Frage zum Trotz. Sie endete aber auch nicht wirklich, als das hektische siebenjährige Rot-Grün-Intermezzo begann, in dem zwei testosteronbefeuerte Alphatiere es genossen, an der Spitze des Staates zu schweben – wer erinnert sich noch an ein Detail aus dieser verlorenen Zeit? Nun ja, da gab es den schändlichen Gewaltblödsinn des elften September, der die politische Semantik der Welt veränderte, weil er die von Konservativen längst vorbereitete Wende zum Vorrang der Sicherheitsthemen auf Kosten von Freiheitsthemen durchsetzen half. Und es gab das Weinwunderjahr 2003, das nicht einmal ein Selbstlobkünstler wie Schröder in die positive Bilanz seiner Regierungstätigkeit schreiben konnte. In Wahrheit steht die Beendigung der deutschen Lethargokratie erst heute wirklich auf der Tagesordnung – heute, das heißt: nachdem die erste Merkel-Amtszeit von 2005 bis 2009 ihrerseits wie ein Spuk vorübergegangen ist. Auch diese Jahre standen noch ganz im Zeichen der geerbten Paralyse. Die zweite Große Koalition war nichts anderes gewesen als die Wiederaufnahme des Kohl’schen Trägheitssystems und seine Fortschleppung mit anderen Mitteln. In solchen Zeiten lernt das Volk, dass an der Macht zu sein und zu regieren nicht dasselbe ist. Die Politiker lernten eine andere Regel: Sobald man weiß, dass man nie kann, wie man will, ist es am klügsten, mit dem Wollen erst gar nicht zu beginnen. Die Angela Merkel, die wir bis heute kennenlernten, erwies sich im Kanzleramt als eine echte Kohl-Tochter insofern, als sie den lethargokratischen Machtmodus stilsicher aufnahm, ja ihn im Dauerpatt des schwarz-roten Bündnisses zu seinen letzten Verfeinerungen vorantrieb. In dieses Bild gehören die Anekdoten, die berichten, wie die Kanzlerin ihren Staatsgästen eigenhändig Tee und Süßes an den Platz bringt. Ihre persönliche Zutat zu den Zwängen des Amtes war ein Hauch von postpolitischem Matriarchat, mit dessen Hilfe sie den genial banalen Slogan der Adenauer-Ära: „keine Experimente“ unter den Bedingungen des beginnenden 21. Jahrhunderts noch einmal zur Staatsdevise machte. Enthüllend für die Befindlichkeit der politischen Klasse war in diesem Kontext der Beschluss des Bundestags über den Modus des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses: In der spätlethargokratischen Republik versteht zwar niemand mehr, was Wille zur Gestaltung bedeutet, den Willen zur Fassade aber lässt man sich nicht nehmen.
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Kleptokratie des Staates
Die Weltwirtschaftskrise hat dem Etatismus ein Comeback beschert. Die helfende Hand des Staates wird plötzlich wieder geschätzt. Deutschlands populärster Philosoph mahnt aber: Staaten können genauso räuberisch sein wie Märkte.
Man muss auf den zeitgenössischen Staat blicken, wenn man die Aktivitäten der nehmenden Hand auf dem neuesten Stand der Kunst erfassen will. Um die unerhörte Aufblähung der Staatlichkeit in der gegenwärtigen Welt zu ermessen, ist es nützlich, sich an die historische Verwandtschaft zwischen dem frühen Liberalismus und dem anfänglichen Anarchismus zu erinnern. Beide Bewegungen wurden von der trügerischen Annahme animiert, man gehe auf eine Ära geschwächter Staatswesen zu. Während der Liberalismus nach dem Minimalstaat strebte, der seine Bürger nahezu unfühlbar regiert und sie bei ihren Geschäften in Ruhe lässt, setzte der Anarchismus sogar die Forderung nach dem vollständigen Absterben des Staates auf die Tagesordnung. In beiden Postulaten lebte die für das neunzehnte Jahrhundert und sein systemblindes Denken typische Erwartung, die Ausplünderung des Menschen durch den Menschen werde in absehbarer Zeit an ein Ende kommen: im ersten Fall durch die überfällige Entmachtung der unproduktiven Aussaugungsmächte Adel und Klerus; im zweiten durch die Auflösung der herkömmlichen sozialen Klassen in entfremdungsfreie kleine Zirkel, die selber konsumieren wollten, was sie selber erzeugten. Die Erfahrung des zwanzigsten Jahrhunderts hat gezeigt, dass Liberalismus wie Anarchismus die Logik des Systems gegen sich hatten. Wer eine gültige Sicht auf die Tätigkeiten der nehmenden Hand hätte entwickeln wollen, hätte vor allem die größte Nehmermacht der modernen Welt ins Auge fassen müssen, den aktualisierten Steuerstaat, der sich auch mehr und mehr zum Schuldenstaat entwickeln sollte. Ansätze hierzu finden sich de facto vorwiegend in den liberalen Traditionen. In ihnen hat man mit beunruhigter Aufmerksamkeit notiert, wie sich der moderne Staat binnen eines Jahrhunderts zu einem geldsaugenden und geldspeienden Ungeheuer von beispiellosen Dimensionen ausformte. Dies gelang ihm vor allem mittels einer fabelhaften Ausweitung der Besteuerungszone, nicht zuletzt durch die Einführung der progressiven Einkommensteuer, die in der Sache nicht weniger bedeutet als ein funktionales Äquivalent zur sozialistischen Enteignung, mit dem bemerkenswerten Vorzug, dass sich die Prozedur Jahr für Jahr wiederholen lässt – zumindest bei jenen, die an der Schröpfung des vergangenen Jahres nicht zugrunde gingen. Um das Phänomen der heutigen Steuerduldsamkeit bei den Wohlhabenden zu würdigen, sollte man vielleicht daran erinnern, dass Queen Victoria bei der erstmaligen Erhebung einer Einkommensteuer in England in Höhe von fünf Prozent sich darüber Gedanken machte, ob man hiermit nicht die Grenze des Zumutbaren überschritten habe. Inzwischen hat man sich längst an Zustände gewöhnt, in denen eine Handvoll Leistungsträger gelassen mehr als die Hälfte des nationalen Einkommensteuerbudgets bestreitet. Zusammen mit einer bunten Liste an Schöpfungen und Schröpfungen, die überwiegend den Konsum betreffen, ergibt das einen phänomenalen Befund: Voll ausgebaute Steuerstaaten reklamieren jedes Jahr die Hälfte aller Wirtschaftserfolge ihrer produktiven Schichten für den Fiskus, ohne dass die Betroffenen zu der plausibelsten Reaktion darauf, dem antifiskalischen Bürgerkrieg, ihre Zuflucht nehmen. Dies ist ein politisches Dressurergebnis, das jeden Finanzminister des Absolutismus vor Neid hätte erblassen lassen. Angesichts der bezeichneten Verhältnisse ist leicht zu erkennen, warum die Frage, ob der „Kapitalismus“ noch eine Zukunft habe, falsch gestellt ist. Wir leben gegenwärtig ja keineswegs „im Kapitalismus“ – wie eine so gedankenlose wie hysterische Rhetorik neuerdings wieder suggeriert –, sondern in einer Ordnung der Dinge, die man cum grano salis als einen massenmedial animierten, steuerstaatlich zugreifenden Semi-Sozialismus auf eigentumswirtschaftlicher Grundlage definieren muss. Offiziell heißt das schamhaft „soziale Marktwirtschaft“. Was freilich die Aktivitäten der nehmenden Hand angeht, so haben sich diese seit ihrer Monopolisierung beim nationalen und regionalen Fiskus überwiegend in den Dienst von Gemeinschaftsaufgaben gestellt. Sie widmen sich den sisyphushaften Arbeiten, die aus den Forderungen nach „sozialer Gerechtigkeit“ entspringen. Allesamt beruhen sie auf der Einsicht: Wer viel nehmen will, muss viel begünstigen. So ist aus der selbstischen und direkten Ausbeutung feudaler Zeiten in der Moderne eine beinahe selbstlose, rechtlich gezügelte Staatskleptokratie geworden. Ein moderner Finanzminister ist ein Robin Hood, der den Eid auf die Verfassung geleistet hat. Das Nehmen mit gutem Gewissen, das die öffentliche Hand bezeichnet, rechtfertigt sich, idealtypisch wie pragmatisch, durch seine unverkennbare Nützlichkeit für den sozialen Frieden – um von den übrigen Leistungen des nehmend-gebenden Staats nicht zu reden. Der Korruptionsfaktor hält sich dabei zumeist in mäßigen Grenzen, trotz anderslautenden Hinweisen aus Köln und München. Wer die Gegenprobe zu den hiesigen Zuständen machen möchte, braucht sich nur an die Verhältnisse im postkommunistischen Russland zu erinnern, wo ein Mann ohne Herkunft wie Wladimir Putin sich binnen weniger Dienstjahre an der Spitze des Staates ein Privatvermögen von mehr als zwanzig Milliarden Dollar zusammenstehlen konnte. Den liberalen Beobachtern des nehmenden Ungeheuers, auf dessen Rücken das aktuelle System der Daseinsvorsorge reitet, kommt das Verdienst zu, auf die Gefährdungen aufmerksam gemacht zu haben, die den gegebenen Verhältnissen innewohnen. Es sind dies die Überregulierung, die dem unternehmerischen Elan zu enge Grenzen setzt, die Überbesteuerung, die den Erfolg bestraft, und die Überschuldung, die den Ernst der Haushaltung mit spekulativer Frivolität durchsetzt – im Privaten nicht anders als im Öffentlichen. Autoren liberaler Tendenz waren es auch, die zuerst darauf hinwiesen, dass den heutigen Bedingungen eine Tendenz zur Ausbeutungsumkehrung innewohnt: Lebten im ökonomischen Altertum die Reichen unmissverständlich und unmittelbar auf Kosten der Armen, so kann es in der ökonomischen Moderne dahin kommen, dass die Unproduktiven mittelbar auf Kosten der Produktiven leben – und dies zudem auf missverständliche Weise, nämlich so, dass sie gesagt bekommen und glauben, man tue ihnen unrecht und man schulde ihnen mehr. Tatsächlich besteht derzeit gut die Hälfte jeder Population moderner Nationen aus Beziehern von Null-Einkommen oder niederen Einkünften, die von Abgaben befreit sind und deren Subsistenz weitgehend von den Leistungen der steueraktiven Hälfte abhängt. Sollten sich Wahrnehmungen dieser Art verbreiten und radikalisieren, könnte es im Lauf des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu Desolidarisierungen großen Stils kommen. Sie wären die Folge davon, dass die nur allzu plausible liberale These von der Ausbeutung der Produktiven durch die Unproduktiven der längst viel weniger plausiblen linken These von der Ausbeutung der Arbeit durch das Kapital den Rang abläuft. Das zöge postdemokratische Konsequenzen nach sich, deren Ausmalung man sich zur Stunde lieber erspart. Die größte Gefahr für die Zukunft des Systems geht gegenwärtig von der Schuldenpolitik der keynesianisch vergifteten Staaten aus. Sie steuert so diskret wie unvermeidlich auf eine Situation zu, in der die Schuldner ihre Gläubiger wieder einmal enteignen werden – wie schon so oft in der Geschichte der Schröpfungen, von den Tagen der Pharaonen bis zu den Währungsreformen des zwanzigsten Jahrhunderts. Neu ist an den aktuellen Phänomenen vor allem die pantagruelische Dimension der öffentlichen Schulden. Ob Abschreibung, ob Insolvenz, ob Währungsreform, ob Inflation – die nächsten Großenteignungen sind unterwegs. Schon jetzt ist klar, unter welchem Arbeitstitel das Drehbuch der Zukunft steht: Die Ausplünderung der Zukunft durch die Gegenwart. Die nehmende Hand greift nun sogar ins Leben der kommenden Generationen voraus – die Respektlosigkeit erfasst auch die natürlichen Lebensgrundlagen und die Folge der Generationen. Die einzige Macht, die der Plünderung der Zukunft Widerstand leisten könnte, hätte eine sozialpsychologische Neuerfindung der „Gesellschaft“ zur Voraussetzung. Sie wäre nicht weniger als eine Revolution der gebenden Hand. Sie führte zur Abschaffung der Zwangssteuern und zu deren Umwandlung in Geschenke an die Allgemeinheit – ohne dass der öffentliche Bereich deswegen verarmen müsste. Diese thymotische Umwälzung hätte zu zeigen, dass in dem ewigen Widerstreit zwischen Gier und Stolz zuweilen auch der Letztere die Oberhand gewinnen kann. Foto: Picture Alliance

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein sozialer Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein sozialer Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno
„What one must be judged by, scholar or no, is not particularised knowledge but one’s total harvest of thinking, feeling, living and observing human beings.“ (…) „While the practice of poetry need not in itself confer wisdom or accumulate knowledge, it ought at least to train the mind in one habit of universal value: that of analysing the meanings of words: of those that one employs oneself, as well as the words of others. (…) what we have is not democracy, but financial oligarchy. (…) Mr. Christopher Dawson considers that “what the non-dictatorial States stand for today is not Liberalism but Democracy,” and goes on to foretell the advent in these States of a kind of totalitarian democracy. I agree with his prediction. (…) That Liberalism is something which tends to release energy rather than accumulate it, to relax, rather than to fortify. (…) A good prose cannot be written by a people without convictions. (..) The fundamental objection to fascist doctrine, the one which we conceal from ourselves because it might condemn ourselves as well, is that it is pagan. (..) The tendency of unlimited industrialism is to create bodies of men and women—of all classes—detached from tradition, alienated from religion and susceptible to mass suggestion: in other words, a mob. And a mob will be no less a mob if it is well fed, well clothed, well housed, and well disciplined. (…) The rulers and would-be rulers of modern states may be divided into three kinds, in a classification which cuts across the division of fascism, communism and democracy. (…) Our preoccupation with foreign politics during the last few years has induced a surface complacency rather than a consistent attempt at self-examination of conscience. (…) What is more depressing still is the thought that only fear or jealousy of foreign success can alarm us about the health of our own nation; that only through this anxiety can we see such things as depopulation, malnutrition, moral deterioration, the decay of agriculture, as evils at all. And what is worst of all is to advocate Christianity, not because it is true, but because it might be beneficial. (…) To justify Christianity because it provides a foundation of morality, instead of showing the necessity of Christian morality from the truth of Christianity, is a very dangerous inversion; and we may reflect, that a good deal of the attention of totalitarian states has been devoted, with a steadiness of purpose not always found in democracies, to providing their national life with a foundation of morality—the wrong kind perhaps, but a good deal more of it. It is not enthusiasm, but dogma, that differentiates a Christian from a pagan society.“ (…)  It would perhaps be more natural, as well as in better conformity with the Will of God, if there were more celibates and if those who were married had larger families. (…) We are being made aware that the organisation of society on the principle of private profit, as well as public destruction, is leading both to the deformation of humanity by unregulated industrialism, and to the exhaustion of natural resources, and that a good deal of our material progress is a progress for which succeeding generations may have to pay dearly. I need only mention, as an instance now very much before the public eye, the results of “soil-erosion”—the exploitation of the earth, on a vast scale for two generations, for commercial profit: immediate benefits leading to dearth and desert. I would not have it thought that I condemn a society because of its material ruin, for that would be to make its material success a sufficient test of its excellence; I mean only that a wrong attitude towards nature implies, somewhere, a wrong attitude towards God, and that the consequence is an inevitable doom. For a long enough time we have believed in nothing but the values arising in a mechanised, commercialised, urbanised way of life: it would be as well for us to face the permanent conditions upon which God allows us to live upon this planet. And without sentimentalising the life of the savage, we might practise the humility to observe, in some of the societies upon which we look down as primitive or backward, the operation of a social-religious-artistic complex which we should emulate upon a higher plane. We have been accustomed to regard “progress” as always integral; and have yet to learn that it is only by an effort and a discipline, greater than society has yet seen the need of imposing upon itself, that material knowledge and power is gained without loss of spiritual knowledge and power. “ – T.S.Eliot

Arabischer Frühling? Orangene Revolutionen? Bullshit! Zerbomben von Staaten und Hinterlassen von Chaos!

regimes
Arabischer Frühling? Orangene Revolutionen? Bullshit! Zerbomben von Staaten und Hinterlassen von Chaos! Kosovo, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien – immerdasselbe! Und jetzt noch Ukraine! Und dann? Rußland, China? Und was noch?!
Ins Chaos gebombt

Eugen Sorg

Der Sturz des libyschen Diktators Muammar al-Gaddhafi durch eine westliche Intervention hat zu einem Fiasko geführt: Libyen versinkt im Chaos, allein in der Umgebung von Tripolis wurden seit der «Befreiung» 300 verschiedene Milizen gezählt. Ein Kommentar.

Mitte Februar erschütterte ein neues Video der Blutmuslime des Islamischen Staates (IS) die zivilisierte Welt. Es zeigt die Köpfung von 21 Kopten aus Ägypten. Ort des Ritualmordes an den christlichen Gastarbeitern war der Mittelmeer strand bei Tripolis, der Hauptstadt Libyens. Dies sei eine Botschaft an «die Nation des Kreuzes», verkündet das Video. Sicherheit gebe es nur, wenn «man sich dem Islam unterwirft». Und bald werde man auch «Rom erobern». Dann sieht man, wie Blut ins Meer verströmt, sich Richtung Norden ausbreitet, Richtung Italien, das nur wenige Hundert Kilometer entfernt liegt.

Vor vier Jahren war es im Zuge des arabischen Frühlings in verschiedenen Städten Libyens zu Demonstrationen gegen das Regime von Oberst Gaddhafi gekommen. Dieser reagierte mit landesüblich harter Unterdrückung, was die westlichen Medien mit zunehmender Empörtheit kommentierten. Vor allem die von Gaddhafis Truppen eingekesselte Hafenstadt Misrata wurde zum Symbol für den Krieg des Finsterlings gegen das nach Freiheit dürstende Volk. Ein gigantisches Massaker stehe bevor, wurde prophezeit, der Diktator setze Streubomben gegen die Zivilbevölkerung ein, der Westen dürfe nicht erneut nur zuschauen und sich mitschuldig machen wie damals in Ruanda, Bosnien, Darfur.

Der Druck auf die Politiker wuchs, aber auch die Versuchung, sich durch eine schnelle militärische Intervention als gute Menschen und entschlossene Staatsmänner zu präsentieren und die eigenen Umfragewerte zu steigern. Mit dem Segen des UNO-Sicherheitsrats und unter der Führung der Amerikaner und mit starker Unterstützung der Franzosen und Briten begann die Nato am 12. März 2011 ihre Luftangriffe auf Libyen. Es gab keine materielle Begründung für die Operation. Weder wurde der Westen durch Gaddhafi bedroht, noch standen in Libyen nationale Interessen auf dem Spiel. Gaddhafi hatte sowohl seine atomaren Ambitionen wie sein internationales Terrorsponsoring längst aufgegeben, und als Öllieferant war er so zuverlässig wie als Wächter gegen den extremen Jihadismus. Die Militäraktion wurde gerechtfertigt als moralische Handlung, als «humanitäre Intervention» zur Rettung unschuldiger Menschen.

Sieben Monate und 20.000 Lufteinsätze später war das Regime pulverisiert und Gaddhafi tot – gepfählt und erschlagen durch den Mob. «Wir kamen, wir sahen, er starb», prahlte Aussenministerin Hillary Clinton. Und die «New York Times» beschied, «die US-Taktik in Libyen könnte ein Modell für andere Bemühungen sein», ja, ein «Schlüsselsieg der Obama-Doktrin für den Nahen Osten». Englands Premier David Cameron wiederum, an der Seite des zufrieden grinsenden Nicolas Sarkozy, gratulierte in einer Rede in Bengasi dem libyschen Volk und vor allem sich selbst, «euer Land befreit» zu haben und damit die Bedingungen geschaffen zu haben, «Demokratie aufzubauen». Sogar der linke «Guardian» lobte Cameron, «den Lauf der Geschichte verändert zu haben».

Ein Jahr darauf wurde die amerikanische Botschaft in Bengasi von islamischen Extremisten abgefackelt und der Botschafter und drei seiner Mitarbeiter ermordet. Die Täter laufen immer noch frei herum. Im zweiten Jahr nach der «Befreiung» wurden allein in der Umgebung von Tripolis 300 verschiedene Milizen gezählt. Heute hat das Land zwei Regierungen. Die eine hat sich in einer gepanzerten griechischen Autofähre im Hafen von Tobruk verschanzt. Die andere – ein wilder Haufen von Islamisten – residiert in Tripolis. Beide behaupten, die legitime Behörde zu sein. Und um den Rest des Landes schlagen sich Banditen und rivalisierende Terroristenverbände wie der IS, der unter anderem in Bengasi Fuss gefasst hat, wo auch ein Emirat ausgerufen worden ist.

Die Nato hatte einen autoritären, aber funktionierenden Staat zerschlagen und ein Chaos hinterlassen. Allein in den vergangenen 18 Monaten soll ein Drittel der Bevölkerung nach Tunesien geflohen sein. Die «humanitäre Intervention» war ein gigantisches, skandalöses Fiasko. Doch seit den Siegesfeiern hörte man nichts mehr von den Obama, Cameron und Konsorten. Nur schon um die eigene Ehre zu retten, sollten die Zeitungen sie an ihre Verantwortung erinnern und an ihre moralische Schamlosigkeit, so zu tun, als würde sie das Land, das sie in die Hölle gestürzt haben, nichts mehr angehen.

Zuerst erschienen in der Basler Zeitung

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ins_chaos_gebombt

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Die Wertegemeinschaft der lupenreinen Hurensöhne

 

marschallplanManchmal fragt man mich allen Ernstes, wo ich politisch stehe. Meine Antwort: Irgendwo auf dem Kreisumfang. Als Randgruppenblogger bin ich erfreut, wenn es Menschen gibt, die Teile meiner Meinung teilen, denn Zustimmung schmeichelt (könnte von meinem Hausphilosophen stammen). Gestern hatte ich von den Baustellen der Welt berichtet und heute im hintergrund einen Artikel gelesen, den ich nur jedem ans Herz legen kann, der blauäugig den Mist noch glaubt, der uns am Abend (am schlimmsten von dem klebrigen Claus) als Nachrichten vorgesetzt wird. Nachrichten haben eine Funktion. Sie stimmen ein, bereiten vor. Spielverderber nennen das Manipulation. Wenn jemand die Frage stellt: “Wollt ihr den totalen Krieg?” und alle antworten “Nein!”, dann war das keine geschickte Vorbereitung. Außerdem führen wir keine Kriege mehr, sondern errichten Flugverbotszonen, oder retten irgendjemanden. Am liebsten Hunde und Negerkinder. Was auch gerne genommen wird: Wir führen Demokratie und Freiheit ein. Am besten zu Bewundern in Libyen und dem Irak.

Also wenn bei uns gerufen wird: “Wollt ihr den …(was auch immer) retten?” und alle nicken alles zustimmend ab, dann hat die Manipulation gewirkt.

Hier mein Lektürevorschlag (da hab ich auch den Titel geklaut) für heute von Werner Rügemer. Chapeau!

http://www.altermannblog.de/die-wertegemeinschaft-der-lupenreinen-hurensoehne/

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Die Wertegemeinschaft der lupenreinen Hurensöhne
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Die US-geführte Kapitalmacht, Europa und Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg  – eine kurze Skizze bekannter Tatsachen –hintergrund.deVon WERNER RÜGEMER, 8. November 2013 –Im Zweiten Weltkrieg intensivierten die USA die ökonomische, militärische und politische Durchdringung Westeuropas. Nach dem Krieg retteten sie die deutschen, westeuropäischen und asiatischen Akteure und Kollaborateure der faschistischen Achse, integrierten sie in den Kampf gegen den Sozialismus und stellten die Weichen für die europäische Einigung. Der „Kalte Krieg“ in Europa war zugleich ein weltweiter heißer Krieg. Heute organisiert die hierarchisch integrierte globale Kapitalmacht unter US-Führung die Ausplünderung der eigenen und anderer Volkswirtschaften und versucht, sich den unterschiedlich widerständigen „Rest der Welt“ einzuverleiben.(1)Aufstieg im Zweiten WeltkriegDie USA traten möglichst spät in den Krieg ein und machten, solange es ging, Geschäfte mit Kriegsteilnehmern beider Seiten. (2) Die Wall-Street-Banken, die dem Deutschen Reich während der 1920er Jahre umfangreiche Kredite gegeben hatten (Dawes-Plan 1924, Young-Plan 1929), stundeten und erließen sie dem NS-Regime. Zwanzig US-Großkonzerne hatten in der gewerkschaftsfrei nach dem Führerprinzip organisierten deutschen Wirtschaft eine ideale Wirkungsstätte, zum Beispiel IBM, General Motors (Opel), Ford, General Electric, Westinghouse, EastmanKodak, Goodrich, DuPont, Union Carbide. Sie nutzten gern auch von der SS gelieferte Zwangsarbeiter.

Ohne die Ölprodukte von Standard Oil (später Esso, Exxon) hätte die Wehrmacht die energieaufwendigen Kriege in ganz Europa, Nordafrika und gegen die Sowjetunion nicht führen können. Hitlers Blitzkriege – beispielsweise die Transportplanungen im besetzten Europa – und die Judenerfassung wären ohne die Informationstechnologien von ITT und IBM so nicht möglich gewesen.(3) Ford und General Motors produzierten Motoren und Lkw für den Russland-Feldzug. Die vom Wall-Street-Banker Thomas McKittrick geführte Bank for International Settlements (BIS) in Basel verschaffte dem Deutschen Reich kriegsentscheidende Devisen, etwa durch die Wäsche des Raubgoldes, das die Wehrmacht aus den Tresoren der Zentralbanken der besetzten Staaten holte.(4)

Die USA, die kriegswichtige Güter an Großbritannien und an die Sowjetunion verkauften, verhielten sich nach dem 1941 formulierten Motto des Senators und ab 1945 amtierenden US-Präsidenten Harry Truman: Wir machen erst mit beiden Seiten Geschäfte, lassen sie sich gegenseitig so weit wie möglich umbringen, dann kommen wir.

Auf Initiative der USA wurden 1944 der Internationale Währungsfonds IWF und die Weltbank gegründet, die zum Finanzsystem der UNO wurden: Weltweite Kreditvergabe für Aufträge an US-Konzerne und Banken, später dann auch für Unternehmen aus den befreundeten Staaten. Diese Methoden führten zunächst für die „unterentwickelten“ Länder und später auch für „entwickelte“ Länder zu Abhängigkeiten und Austeritätspraktiken. Die US-Investmentbanken, die durch den New Deal an den Rand gedrängt worden waren, verschafften sich neuen Einfluss.(5)

European unity und Marshall-Plan

Nach 1945 bauten die USA ein möglichst einheitliches Westeuropa als Bollwerk gegen die sozialistischen Staaten Osteuropas auf, verbunden mit der „kulturellen“ Offensive für den American way of life und für Hollywood.

Adenauer McCloy

Sie retteten damit zugleich die westeuropäischen Eliten in Banken, Konzernen, dann auch in Politik, Verwaltung, Medien und Wissenschaft, die mit den Nazis kollaboriert hatten, vor Anklagen – insbesondere in den ehemals von den Nazis besetzten Staaten (vor allem Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, Luxemburg, auch Dänemark, Norwegen, Griechenland).(6) Die wichtigsten Instrumente waren Marshall-Plan, NATO, CIA, Investitionen und Kulturindustrie.

Der Marshall-Plan brachte entgegen der Legende wenig konkrete Hilfen, aber mit ihm wurden unter dem Slogan „European unity“ und „single market“ Institutionen geschaffen, die Vorstufen der Europäischen Union wurden: Europäische Zahlungsunion, CEEC, OECD, CoCom (7). Die Handelsbeziehungen wurden liberalisiert. US-Unternehmen investierten in westeuropäische Unternehmen – diese Summen lagen um ein Vielfaches höher als die Marshall-Plan-Gelder. (8)

Kredite wurden nur unter der Bedingung gezahlt, dass linke und neutralistische Parteien aus den Regierungen, Parlamenten und Gewerkschaften ferngehalten wurden. Marshall-Gelder flossen heimlich zur Finanzierung neu gegründeter „christlicher“ und „konservativer“ Parteien.(9) Das American Committee on United Europe förderte und finanzierte über die CIA sowie mithilfe der Ford Foundation und des Rockefeller Institute neue Medien, Kongresse „Freiheit der Kultur“, die Europäische Bewegung und die Bilderberg-Konferenz.(10) CIA-Gründungsdirektor Allen Dulles verkörperte die enge Verzahnung des Geheimdienstes mit Wall Street und US-Konzernen: Er war Anwalt der Chase Manhattan, von United Fruit, Ford und während des Zweiten Weltkrieges der eng mit der US-Chemieindustrie verbundenen I.G. Farben.

Die NATO vereinte auf Initiative und unter Führung Washingtons die westeuropäischen Staaten militärisch, wobei auch eine faschistische Diktatur wie die Salazars in Portugal (Gründungsmitglied 1949) für die US-Variante der Demokratie geeignet war. Spanien wurde unter Diktator Franco mit US-Militärbastionen bestückt. Auch in Westeuropa verfuhren die USA nach dem Motto, das der New-Deal-Präsident Franklin D. Roosevelt 1937 für den mittelamerikanischen „Hinterhof“ der USA geprägt hatte: „Er ist ein Hurensohn, aber er ist unser Hurensohn.“ Gemeint war damit in den 1930er Jahren der Diktator Somoza in Nicaragua.

Die USA zwangen ihre Kriegsverbündeten Frankreich und Großbritannien, die Bundesrepublik Deutschland in die neuen westeuropäischen Strukturen aufzunehmen und sie wiederzubewaffnen.(11)

In Westeuropa waren vor allem im Zweiten Weltkrieg alternative Konzeptionen der europäischen Einheit entstanden: eine unter Führung Großbritanniens und Frankreichs; eine europäische Föderation. Aus der italienischen Widerstandsbewegung gegen die Nazis war Altiero Spinellis Manifest Für ein freies und vereintes Europa hervorgegangen: Europa sollte sozialistisch werden und den arbeitenden Klassen zur Emanzipation verhelfen.(12) Alle diese Konzepte wurden von den Vereinigten Staaten verworfen bzw. ideologisch überlagert.

Der „Kalte Krieg“: ein mörderisch heißer Krieg

Die Tendenz der Geschichte lief nach dem Ende des Nationalsozialismus und der Schwächung der traditionellen Kolonialmächte (Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Belgien) auf Demokratisierung und Entkolonialisierung hinaus, teilweise auf Sozialismus. In West- und Osteuropa wie in Asien hatten die meist sozialistischen und neutralistischen Widerstandsbewegungen gegen die faschistische Achse die Unterstützung der Bevölkerungsmehrheiten. Die USA machten es sich zur Aufgabe, die Entwicklung mit allen Mitteln aufzuhalten und umzudrehen. Nicht zufällig war es Walter Lippmann, der Vater des Neoliberalismus, der 1946 den Begriff „Kalter Krieg“ prägte.

Nach der militärischen Niederschlagung des antifaschistischen Widerstandes in Griechenland (1946) führten die USA den ersten heißen Krieg in Korea (1950-53). Im Iran stürzte die CIA den gewählten Ministerpräsidenten Mossadegh, der den britischen Ölkonzern AIOC verstaatlichte, und setzten den Diktator Reza Schah Pahlavi wieder ein (1953)(13); danach besaßen US-Konzerne vierzig Prozent des neu gegründeten Ölkonzerns British Petroleum (BP). In Südvietnam finanzierten die USA ab 1955 eine katholische Marionettenregierung gegen die Widerstandsbewegung Ho Chi Minhs, die aus dem Widerstand gegen den Hitler-Verbündeten Japan hervorgegangen war, lösten die geschlagene Kolonialmacht Frankreich ab und führten 1965 bis 1972 einen der grausamsten Kriege des 20. Jahrhunderts (flächendeckender Chemiewaffeneinsatz). In Indonesien unterstützten die USA ein Massaker mit etwa einer Million Toten und setzten den Diktator Suharto ein (1965). Auf den Philippinen kam die Gönnerschaft dem Diktator Marcos zugute (1972). Dies war jeweils mit IWF-Krediten sowie mit Freiheiten für Konzerne und Banken der USA, dann auch Europas verbunden.

In ihrem lateinamerikanischen „Hinterhof“ stachelten die US-Regierungen Bürgerkriege an und setzten ebenfalls prokapitalistische Diktatoren ein, so nach Nicaragua (1933) auch in Kuba (1952), Guatemala (1954), Haiti (1957). Sobald solche Diktaturen durch Volksbewegungen gestürzt wurden wie in Nicaragua und Kuba, organisierten die USA Putsch- und Mordversuche, militärische Angriffe und Wirtschaftsembargos (1961 ff.).(14)

Bestehende Diktaturen wurden und werden als Freunde der westlichen Kapitaldemokratie gefördert, so in Saudi-Arabien und weiteren Scheichtümern. Gleichzeitig finanzierten die Saudis nicht nur islamistische Gegner emanzipatorischer nationaler Regierungen wie etwa die des ägyptischen Präsidenten Nasser (er hatte die britische Marionetten-Monarchie gestürzt und den Suez-Kanal verstaatlicht), sondern etwa auch den Wahlkampf von Ronald Reagan.(15)

Entspannungspolitik und neue Spannung – Neoliberalismus

Ende der 1960er Jahre schien es klar zu sein: Die Sowjetunion und die sozialistischen Staaten können militärisch nicht zerstört werden. Die USA griffen allerdings nicht das Konzept der „friedlichen Koexistenz“ auf. Es leitete die Außenpolitik der Sowjetunion vom Vertrag von Rapallo mit dem Deutschen Reich (1922) bis zum Ende der Ära Gorbatschow.

US-Präsident Jimmy Carter galt als der „Entspannungs-Präsident“ (1977 bis 1981). Die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa 1975 beschwor die Enthaltung von Gewalt sowie die Achtung der Menschenrechte (KSZE 1975). Der Chef der Chase Manhattan Bank, David Rockefeller, wie sein Vorgänger McCloy Chef des mächtigen Council on Foreign Relations (CFR), initiierte 1973 die Trilaterale Kommission. Sie gab den Verbündeten aus Westeuropa und Japan eine neue Möglichkeit, im informellen Raum mitzudiskutieren. Sogar Gewerkschafter wurden einbezogen.(16)

Es wurden Verträge zur Begrenzung des Wettrüstens und zur Zusammenarbeit geschlossen (SALT I, SALT II). Allerdings beantragte Carter am Ende seiner Amtszeit den größten Anstieg für Rüstungsausgaben seit dem Vietnam-Krieg(17) und förderte den Aufbau der Diktatur in Ägypten unter Mubarak (1981 ff.). Carters Nachfolger Ronald Reagan wollte die militärische Konfrontation durch aggressive, teils ins extrem Irrationale ausartende Raketensysteme verschärfen (SDI, Mittelstreckenraketen). Auch mörderische Terroraktionen gehörten zur Politik der Spannung, so durch die NATO-Geheimarmee Gladio.(18)

„Entspannung“ und neue Aggressivitäten bildeten eine Einheit. Neu war die „menschenrechtliche“ Propaganda, aus der allerdings die wesentlichen Rechte – wie die Sozial- und Arbeitsrechte und das Folterverbot sowie das Völkerrecht – ausgeklammert blieben und bis heute bleiben.

Der in den USA entwickelte und durch Nobelpreise geadelte „Neoliberalismus“ stellte eine theoretisch begründete, operativ konkretisierte Weiterentwicklung der Wall-Street- und IWF-Praktiken dar. Er richtet sich bis heute auf die innere Umgestaltung des Wirtschafts-, Finanz-, Politik- und kulturellen Systems nach noch aggressiveren Renditepraktiken: Ersatz der staatlichen Finanz- und Wirtschaftskontrolle durch private Selbststeuerung, Schwächung bzw. Zerschlagung der Gewerkschaften und der Sozialsysteme, Ausverkauf des öffentlichen Eigentums.

Die Umsetzung begann in dem nun um Mittel- auf Südamerika erweiterten US-„Hinterhof“. Das Programm wurde mithilfe der einheimischen Eliten von US-Geheimdiensten, Militärberatern, Wissenschaftlern, Unternehmensstiftungen, der staatlichen Agentur USAID und PR-Agenturen wie Burson-Marsteller durchgezogen. Gegen unabhängige, sozialistische, sozialdemokratische, auch populistische Regierungen in Brasilien (1964), Chile (1973), Uruguay (1973), Argentinien (1976) und Grenada (1983) wurden Militärputsche und Bürgerkriege inszeniert. Die CIA koordinierte die diversen Geheimdienste, bildete sie aus und verwissenschaftlichte die Foltermethoden. Der „Kampf gegen den Terrorismus“ bezog sich hier auf Akteure, die die nationalen Ressourcen im Land selbst nutzen wollten. (19)

Die US-Regierung verschaffte sich für die Exporte ihrer Konzerne mit der legalen Steuerverkürzung über Briefkastenfirmen Kostenvorteile vor der internationalen Konkurrenz (1971): Die Konzerne dürfen seitdem über Finanzoasen etwa in der Karibik und im US-Bundesstaat Delaware die Steuern minimieren. Das wurde von der EU immer wieder kritisiert – erfolglos. Heute gehört diese okkulte Parallelstruktur zum Standard auch in der EU.

Untergang des Sozialismus, Europäische Union, „Globalisierung“

Der Zusammenbruch der sozialistischen Staaten in den Jahren 1989/90 bedeutete das Ende des „Kalten“ Krieges. Gegen den Vorschlag des Vertreters der als System untergehenden Sowjetunion, Michail Gorbatschow, setzten die USA in den 2+4-Verhandlungen unter anderem Folgendes durch: Die BRD wird kein neutraler kapitalistischer Staat, und auch Europa darf nicht neutral werden: Gorbatschow hatte einen „Commonwealth freier Nationen“ vorgeschlagen, die ihre unterschiedlichen Eigentumsordnungen behalten sollten. So viel nationale und kapitalistische Freiheit und Selbstbestimmung waren für die USA zu viel.(20) Die USA verhinderten die Auflösung der NATO, obwohl der sie ursprünglich begründende Feind, der sozialistische Ostblock, sich auflöste, sowohl als Block wie auch als Sozialismus.

Die neuerliche wirtschaftlich-finanzielle Expansion der USA hatte etwa in der Ära der „Entspannung“ begonnen. Dafür steht zum Beispiel die von der Carter-Regierung 1980 veröffentlichte Studie Global 2000, die allerdings von ökologischem Süßholzgeraspel und sozialem Katastrophismus geprägt war.(21) Zum großflächigen Durchbruch kam diese Entwicklung erst mit dem Sieg über den Sozialismus ab 1990. So durchdrangen EU und USA die nachsozialistischen Staaten durch Aufnahme in die NATO und in die EU, auch durch die Förderung korrupter einheimischer Eliten (Jelzin, Chodorkowski …) nach dem bewährten Motto „aber er ist unser Hurensohn“ bzw. „er ist unser Demokrat“. Und aus dem Ende des „Kalten“ Krieges gingen neue heiße Kriege hervor.

Die NATO präzisierte dabei auch ihre Rolle bei der Sicherung von Ressourcen rund um den Globus. Die USA erweiterten ihre Investitionen in der EU, ebenso ihre Militärbasen in Europa und weltweit auf etwa 800. Deutsche und andere europäische Konzerne und Banken gründeten Niederlassungen in den USA, erschlossen sich den dortigen Markt und folgten in die eroberten Gebiete. Während der politischen und militärischen Zerschlagung Jugoslawiens und der Privatisierung seiner Unternehmen und Ressourcen kam es zu gelegentlichen Differenzen zwischen USA, EU und der BRD bei der Strategie und bei der Verteilung der Beute (1991-1999).(22)

US-Investmentbanken gründeten Niederlassungen in der EU und in der BRD. Sie leiteten die großen zentralstaatlichen Privatisierungen und Börsengänge. Sie setzten die Anerkennung ihrer Finanzpraktiken durch, etwa Cross-Border Leasing (seit 1995), Verkauf von Krediten (Verbriefung, Forfaitierung), steuerbefreite Wohnungsholdings (Real Estate Investment Trusts, REIT) und die Zulassung von Hedgefonds und Private-Equity-Fonds. Europäische Banken übernahmen diese Praktiken, ebenso das lukrative Geschäftsfeld Mergers & Acquisitions, das heißt kreditfinanzierte Fusionen und Übernahmen von Unternehmen. EU und BRD unterwarfen sich dem US-Ratingsystem und den drei führenden US-Ratingagenturen.(23)

Die USA initiierten in dieser Phase diverse Gremien, die als eine Art Nebenregierungen, Ersatz und Alternative zur UNO agieren. 1995 wurde die internationale Handelsorganisation GATT (General Agreement on Tariffs and Trade) zur Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organization) umstrukturiert. Die G7 als Treffen der von den USA ausgesuchten wichtigsten Kapitaldemokratien wurden 1998/99 erweitert auf die G20, wobei IWF, Weltbank und Europäische Zentralbank dazugenommen wurden und Russland bei Finanz- und Wirtschaftsentscheidungen ausgeschlossen ist. Wenn den USA die UNO nicht passt, dann ziehen sie diffuse Konstrukte wie die „Gemeinschaft der Willigen“ und die „Weltgemeinschaft“ aus der Tasche. Auch die immer stärker von der BRD geführte EU entwickelt sich zu einer Investoren-Schutzgemeinschaft. So wurde die westliche Kapitaldemokratie zur „besten Demokratie, die man kaufen kann“.(24)

Die neuen Feinde

Aus der sogenannten Finanzkrise gehen die Verursacher und Profiteure gestärkt hervor. Auf die aktive Zustimmung von Bevölkerungsmehrheiten wird mehr denn je verzichtet.

Deshalb kann die Ausbeutung der Volkswirtschaften – nicht nur derer am Rande wie die der südeuropäischen EU-Staaten, sondern auch die der Kernstaaten USA und der reicheren EU-Staaten – verschärft werden. Städte in den reichsten westlichen Staaten gehen bankrott resp. ihre Haushalte werden zu Tode gekürzt. Teile der Infrastruktur verfallen. Die Arbeitslosigkeit bleibt bei allen Schwankungen strukturell auf hohem Niveau. Die Degradierung der Arbeit und die Möglichkeiten der privaten Bereicherung werden staatlich weiter befördert. Die strukturelle Ausbreitung der „working poor“ (derjenigen, die Arbeit haben und dennoch arm bleiben), die sich in den USA bereits in den 1970er Jahren etablierte(25), greift folgerichtig auch in der EU.

Der seit dem Angriff auf das World Trade Center 2001 von den USA neu inszenierte „Krieg gegen den Terror“ ist strukturell so angelegt wie der seit einem halben Jahrhundert geführte US-„Kampf gegen die Drogen“: Der geheimdienstlich unterwanderte Gegner ist diffus, überall und nirgends. Der Kampf ist nie erfolgreich und zu Ende, weil er einem ganz anderen Zweck dient (Bestrafung, Disziplinierung und Ausbeutung der Armen).(26)

Der heutige Kampf gegen den Terrorismus ist ebenfalls nie erfolgreich und nie zu Ende, weil auch er einem anderen (Haupt-)Zweck dient: der Strategie der Spannung und der direkten und indirekten Eroberung der Welt, sei es von Absatz- und Investitionsmärkten, von Erdöl, Gas, Seltenen Erden und Metallen, sei es für die Nutzung von Militärbasen, für Energienetze und Transportwege oder sei es für die Etablierung regionaler Statthalter, mit einem breiten Spektrum von „Hurensöhnen“ etwa im Irak, in Afghanistan, Libyen. Die demokratische Unregierbarkeit von Staaten und dauerhafter Terrorismus werden in Kauf genommen bzw. instrumentalisiert.

Die USA haben 2012 die Errichtung neuer Freihandelszonen angestoßen, so mit der EU (Transatlantik Trade and Investment Partnership, TTIP) und mit sieben pazifisch-asiatischen Staaten (Trans-Pacific Partnership, TPP). Hier sollen insbesondere die Rechte großer Investoren auf sichere Gewinne festgeschrieben werden (und zwar schärfer als in der WTO), ebenso soll die rechtlich-okkulte Parallelstruktur verbindlicher privater Schiedsgerichte etabliert werden.(27)

Den neuen „Kalten Krieg“ führt die US-dominierte Kapitalmacht gegen die Staaten, die nicht, nicht mehr, noch nicht oder erst teilweise für das „westliche“ Kapitalsystem geöffnet sind. Der heftigste „Kalte Krieg“ gilt China und Russland sowie den widerspenstigen lateinamerikanischen Staaten.

Die westliche Kapitalmacht will nicht die Demokratie verbreiten, aber auch nicht den Kapitalismus (der fremden Kapitalisten gehört), sondern sie will die einzige Kapitalmacht werden.

US-Statthalter in der EU: Bundesrepublik Deutschland

In keinem westeuropäischen Land wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Verhältnisse so sehr nach US-Vorgaben neu geordnet wie in der BRD. Die USA retteten das deutsche Kapital zunächst auf dem begrenzten Gebiet Westdeutschlands. Ab 1949 bildete die BRD das Herzstück des antikommunistischen Bollwerkes in Westeuropa. Das lag nicht nur daran, dass die BRD territorial an der Nahtstelle zum Sozialismus lag. Vielmehr nutzten die USA das hier weiter vorhandene antikommunistische Potenzial, das auch nach dem Nationalsozialismus stärker verankert war und ist als in jedem anderen europäischen Staat.

Auch hier galt das Prinzip: Sie sind „Hurensöhne“, aber sie sind unsere „Hurensöhne“ (wobei die verächtliche Kennzeichnung nie so ganz ernst gemeint war). Das galt ebenso für den Bundesnachrichtendienst: Die CIA übernahm das Personal des Nazi-Auslandsgeheimdienstes, schulte es in den USA und installierte damit 1956 den BND unter Leitung des ehemaligen Chefs Fremde Heere Ost, Reinhard Gehlen.

Ein Geschenk für die BRD war der Erlass bzw. die zinsgünstige, jahrzehntelange Stundung der Vorkriegs- und Weltkriegsschulden (Londoner Schuldenabkommen 1952). Außerdem verschoben die Westalliierten den üblichen Friedensvertrag in eine ungewisse Zukunft. Sie erließen der BRD alle Reparationen für die Ausraubung der im Weltkrieg von der Wehrmacht besetzten Staaten (Nahrungsmittel, Maschinen, Rohstoffe, Zwangsarbeiter). Ohne all dies wäre das Wirtschafts„wunder“ nicht möglich gewesen.

US-Konzerne investierten. Eine wesentliche Rolle beim Aufbau der BRD spielten US-Banken. David Rockefeller von der Chase Manhattan Bank schrieb in seinen Memoiren unverblümt: „In enger Zusammenarbeit mit Bundeskanzler Konrad Adenauer hatte Jack den Vorsitz bei der Gründung Westdeutschlands, seiner Wiederbewaffnung und seinem Anschluss an die Alliierten inne.“(28) Jack – das war Adenauers verehrter großer Bruder John McCloy: Der Wall-Street-Banker wurde 1947 Präsident der Weltbank, bevor er zum Hohen Kommissar dessen wurde, was Rockefeller noch 2008 als „Westdeutschland“ bezeichnete. Nachdem McCloy mit Adenauer also die provisorische BRD gegründet hatte, ging er 1953 an die Wall Street zurück, wurde Präsident der Chase Manhattan Bank und bis 1970 Vorsitzender des Council on Foreign Relations.(29)

Bei der zweiten Rettung – mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 ff. – verschafften die USA, wiederum gegen Widerstände aus Frankreich und Großbritannien, der BRD noch das Territorium der Ex-DDR. Die USA hatten schon 1948 darauf gedrungen, dass die BRD nur eine provisorische Verfassung, das Grundgesetz, bekam. 1990 ff. sorgten sie erneut dafür, dass der grundgesetzliche Auftrag, bei einer Wiedervereinigung endlich eine Verfassung zu beschließen, nicht verwirklicht wurde – aus Angst vor der Bevölkerung, die nach dem Einigungsvertrag zwischen BRD und DDR darüber abzustimmen hätte. Und wieder, zum zweiten Mal, wurde der fällige Friedensvertrag mit 110 am Weltkrieg beteiligten Staaten ausgeschlossen, diesmal für immer.(30) Ohne Friedensvertrag mit der Welt, seit Staatsgründung über Jahrzehnte ohne Verfassung – das lässt vieles offen. So agiert nur eine Minderheit von Staaten, Israel zum Beispiel.

Die Bundesregierung Kohl mit Finanzminister Theodor Waigel ermöglichte die Privatisierung der Betriebe und Liegenschaften der Ex-DDR außerhalb des für die Beschäftigten und die Bevölkerung günstigeren Treuhand-Gesetzes. Mithilfe von Leihmanagern der interessierten Konzerne und Banken und mithilfe von Investmentbanken, Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern aus den USA.(31)

So wurde die erweiterte BRD endgültig zum Schlüsselstaat für die Umgestaltung Europas. So jubelte ebenso selbstbewusst wie unterwürfig der nun gesamtdeutsche Außenminister Genscher, allerdings nur im kleinen Kreis: „Niemals zuvor war der amerikanische Einfluss auf die Entwicklung Europas so groß wie heute … Danke Amerika.“(32)

Das im Grundgesetz Artikel 10 verankerte und als zentrales Freiheitsrecht gepriesene Brief- und Fernmeldegeheimnis hat nie bestanden(33) und besteht auch heute im Zeitalter des vom US-Verteidigungsministerium in Gang gesetzten Internet nicht. Von deutschem Boden aus können US-Militärs mit und ohne Zustimmung der Bundesregierung gezielte Tötungen etwa in Afrika vollstrecken (AFRICOM-Befehlsstand in Stuttgart), obwohl laut Grundgesetz in Deutschland die Todesstrafe verboten ist. Die BRD ist nicht souverän, die Bundesregierung macht sich strafbar (34), eigentlich, kann aber nach herrschender Grundgesetz-Auslegung nicht sanktioniert werden.

Das „deutsche“ Kapital schwindet im mächtigen, subalternen Staat Deutschland und sucht seinen Platz in der globalen Kapitalmacht. Mitte der 1990er Jahre gehörten 20 Prozent aller Aktien der führenden deutschen Konzerne (die 30 DAX-Unternehmen) ausländischen Investoren, insbesondere solchen mit Kernsitz in den USA, bis 2012 war deren Anteil auf 58 Prozent gestiegen. Natürlich haben die genannten Investoren auch Anteile an Unternehmen, die nicht im DAX gelistet sind. Dazu kommen die Private-Equity-Investoren, die sich in Tausende von lukrativen „deutschen“ Mittelstandsfirmen eingekauft haben.(35)

Entdemokratisierung und Ausbeutung

Bisher ist die US-geführte internationale Kapitalmacht sicher. Sie hat sich mithilfe eines breiten Spektrums an Macht- und Einflussinstrumenten gefestigt, auch in und durch sogenannte Krisen, wobei alle Instrumente und ihre Handhabung wohl erst in heftigeren Konfliktsituationen sichtbar würden. Diese Macht wurde und wird allerdings erkauft durch Entdemokratisierung, durch systematische Verletzung der zentralen Menschenrechte sowie durch vielfältige Formen der Ausbeutung, Enteignung und moralischen Degradierung. Die politisch und wirtschaftlich Mächtigen wissen längst, dass sie die Zustimmung der Bevölkerungsmehrheiten nicht mehr haben. Wissen das aber auch Letztere, und können sie dies nachhaltig und damit auch wirkungsvoll zum Ausdruck bringen?


 

Der Artikel erschien zuerst in Hintergrund, Heft 4, 2013.


 

Anmerkungen und Quellen

(1)     Zum hier zugrundegelegten Analysemuster (Kapitalismus als nicht nur ökonomisches sondern auch militärisches, geheimdienstliches, kulturelles, rechtliches usw. System) vgl. Werner Rügemer: Ratingagenturen. Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart. Bielefeld 2012.
(2)     Dazu detailliert Jacques Pauwels: Der Mythos vom guten Krieg. Die USA und der 2. Weltkrieg. Köln 2006
(3)     Vgl. Edwin Black: IBM und der Holocaust. München / Berlin 2001
(4)     Zur BIS siehe Rügemer a.a.O. S. 36 f.
(5)     Attali a.a.O., S. 267
(6)     Zu Frankreich siehe exemplarisch und detailliert: Anne Lacroix-Riz: Le Choix de Marianne, Paris 1985; diess.: Industriels et Banquiers sous l‘Occupation. La Collaboration économique avec le Reich et Vichy. Paris 1999; ebenso für Belgien: John Gillingham: Belgian Business in the Nazi New Order. Gent 1977.
(7)     CEEC = Committee for European Economic Cooperation, OECD = Organisation for Economic Co-operation and Development, , COCOM = Coordinating Committee for East West Trade Policy
(8)     Schon bis 1948 betrugen die direkten US-Investitionen das Achtfache der Marshall-Plan-Hilfen. Das wurde entgegen der bis heute dominierenden Legendenbildung teilweise damals erkannt, siehe J. Schopp (= Josef Schleifstein): Was ist der Marshall-Plan? Frankfurt/Main 1948, S. 33. http://www.zeitschrift-marxistische-erneuerung.de/article/452.was-ist-der-marshall-plan.html
(9)     Zum Marshall-Plan und seinen Begleitmaßnahmen siehe Michael Hogan: The Marshall Plan. America, Britain and the Reconstruction of Western Europe 1947 – 1952. New York 1986
(10)     Christopher Booker / Richard North: The Great Deception. Can the European Union survive? London New Delhi New York Sidney 2005, S. 57
(11)     David Reynolds (Hg.): The Origins of the Cold War in Europe. New Haven and London 1994, S. 98
(12)     Booker / North a.a.O., S. 37 ff.
(13)     Der Regierungssturz gilt als zunächst tastend entwickeltes Muster für spätere Putsche: CIA bezahlt unabhängig voneinander Abgeordnete, Journalisten, Offiziere, mafiotische Clans (die gegeneinander auf den Straßen kämpfen, eine spielt die kommunistische Partei, die Moskau um Hilfe ruft…), siehe Stephen Kinzer: Putsch! Zur Geschichte des amerikanischen Imperialismus, Frankfurt/Main 2007, S. 171 ff. und Tim Weiner: DIA – die ganze Geschichte. Frankfurt/Main 2008, S. 122 ff.
(14)     Wie in den folgenden Abschnitten erhebt die Nennung der von den USA (mit)organisierten, unterstützten Putsche, Kriege, militärischen Interventionen u.ä. keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
(15)     Vgl. Said Aburish: The Rise, Corruption and Coming Fall of the House of Saud. New York 1995
(16)     David Rockefeller: Erinnerungen eines Weltbankiers. München 2008, S. 570 ff.
(17)     Philip Zelikow / Condoleeza Rice: Sternstunde der Diplomatie. Die deutsche Einheit und das Ende der Spaltung Europas. Berlin 1999, S. 35. Die Autoren waren außenpolitische Berater der US-Regierung.
(18)     Daniele Ganser: NATO-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung, Zürich 2008
(19)     Ausführlich dazu Naomi Klein: Die Schockstrategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus. Frankfurt/Main 2007, S. 39 – 182
(20)     Zelikow / Rice a.a.O., S. 58
(21)     Siehe Sonderdruck der Blätter für deutsche und internationale Politik „Global 2000“ mit Beiträgen von Werner Rügemer, Edgar Gärtner und Armin Bechmann, Köln 1982.
(22)     Vgl. Hannes Hofbauer: Experiment Kosovo, Wien 2008, S. 66 ff.
(23)     Rügemer: Ratingagenturen a.a.O., S. 27 ff.
(24)     Vgl. Greg Palast: The Best Democracy you Can Buy. London 2002
(25)     Werner Rügemer: Strukturveränderungen in Arbeits- und Lebensbedingungen der abhängig Beschäftigten in den USA, WSI-Mitteilungen 6/1986, S. 394 ff.
(26)     Alexander Cockburn / Jeffrey St. Clair: Whiteout. The CIA, Drugs and the Press. London New York 1999
(27)     Corporate Europe Observatory: Unravelling the spin: a guide to corporate rights in the EU-US trade deal, Amsterdam 9.7.2013
(28)     Rockefeller a.a.O., S. 214
(29)     Booker / North a.a.O., S. 53
(30)     Zelikow / Rice a.a., S. 293
(31)     Siehe Rügemer: Privatisierung in Deutschland. Eine Bilanz. Münster 2008, S. 38 ff.
(32)     Zelikow / Rice a.a.O., S. 469
(33)     Vgl. Josef Foschepoth: Überwachtes Deutschland. Göttingen 2013
(34)     Heribert Prantl: Deutschland, ein Tatort, Süddeutsche Zeitung 3.6.2013
(35)     Ausführlich dazu: Rügemer: Deutsches Kapital: Gibt es das (noch)? Z. Zeitschrift für marxistische Erneuerung September 2013.

http://www.hintergrund.de/201311082885/politik/welt/die-wertegemeinschaft-der-lupenreinen-hurensoehne.html

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Die Baustellen der Welt

 

Wo der amerikanische Way-of-Life nicht gelitten ist, und das politisch auch noch gesagt wird, anstatt einfach das Maul zu halten und zu kuschen, ist Schicht im Schacht. Das alte Bild des Lonesome Riders ist manifestierte amerikanische Außenpolitik. Ob Tschortsch Dabbelju oder Barack – das sind nur Marionetten der Öl- und Bankenwelt. Wer sie in Frage stellt, der wird gnadenlos plattgemacht. Da zieht man alle Register, von UN bis Weltbank und wenn auch das nichts nützt, werden Banden angeheuert (wie in Syrien). Das ist billiger als Academi-Killer oder die eigene Armee zu bemühen. Auch das Töten soll cost-effective durchgeführt werden. Drohnen sind sehr teuer. Für den Hunger und das Elend ist kein Geld da, bzw. das wird per Tschäritie bei den Steuerhinterziehern und per Spenden bei den Einfältigen und Gutmenschen abgezogen.

Bei diesem Spiel machen alle mit. Unsere Regierung per virtuellem Gesetz, das “verlorener Krieg und dessen Folgen” oder so ähnlich lautet, die Presse, die sich entschieden hat, sich einbinden zu lassen (embedded journalism), weil sonst Anzeigen der Mächtigen ausbleiben. Da werden durchgeknallte Weiber zu Freiheitskämpferinnen hochsterilisiert, im Knast einsitzende MilliardäreInnen zu Wohltätern der Menschheit hochgejubelt und Terrorbanden als friedliche Demokratiefreunde verkauft.

Stellt Euch vor, in Berlin würden Barrikaden gebaut und von dort auf das Bundeskanzleramt geschossen und die Rädelsführerin – nehmen wir mal an, sie hieße Karrenknecht (in Ermangelung eines deutsch-russischen Boxers) – ruft zur Revolution auf und ist laufend beim schwulenfressenden Putin zum Befehls- und Geldempfang. Sie wird von der Josef-Stalin-Stiftung unterstützt, die zum Ziel hat, einen Regierungswechsel zu erzwingen. Die Prawada berichtet täglich über den Freiheitskampf der unterdrückten deutschen Bevölkerung, die sich friedlich den Anschluss an das russische Paradies wünscht, weil dort, statt Hartz4 die gebratenen Tauben durch die Luft fliegen. Untermalt mit Fernsehbildern, wie friedliche Bürger brutal von Merkels Polizei niedergeknüppelt werden: Blutbad vor dem Brandenburger Tor. Ab und zu bringt Rossija 1 einen Brennpunkt und berichtet von Aktivistinnen der Gruppe Mösenaufstand, die das schöne Lied singen: „Vergiss nicht, dass alle Bullen Missgeburten sind“. Sie bringen in einer Endlosschleife Videos der Aktion „Schwanz in den Arsch“ und wie sich eine der Damen einen geklauten Big Mäc in ihr Geschlechtsteil schiebt. Ganz Russland ist entsetzt, wie in Merkels Reich friedlich demonstrierende Frauen von Merkels Schergen mit Knüppeln verprügelt werden, nur weil diese “Merkel bringt dir bei, die Heimat zu lieben” singen. So könnte es endlos weitergehen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Betrachtet mal die abendlichen Nachrichtensendungen und streicht mal die Propaganda raus (wenn es Euch überhaupt noch auffällt. Die meisten Zuschauer glauben, dass das, was Claus Kleber uns erzählt, Nachrichten wären!), dann bleibt oft nur der Wetterbericht als das einzig Wahre.

Hier der Baustellenreport:

Ukraine (Regimewechsel geplant und durch gewaltsamen Putsch vollzogen)
Syrien (erst gibt dummerweise Assad seine Chemiewaffen ab, dann soll er eliminiert werden. Flugverbotszone nennt man das)
demnächst: Venezuela
mittelfristig: Iran, Pakistan, Somalia u.v.m.
längerfristig: Russland, China
bereits zerstört: Afghanistan, Jugoslawien, Irak, Libyen, Ägypten

Die Liste ist sehr lückenhaft. Frieden geht nicht, weil sonst das Währungssystem noch schneller zusammen bricht. Ausflugstipp: Besuch der friedlichen Demonstranten in Kiew.

Wer sich qualitativ besser über die Lage in der Ukraine informieren will, dem sei diese Website empfohlen, die ohne Schaum vorm Mund berichtet.

Webcam gibt es hier: ARD, RT (Russisches TV)

http://www.altermannblog.de/die-baustellen-der-welt/

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Das Elend westlicher Außenpolitik am Beispiel Ukraine

 

Das ganze Ausmaß des Elends westlicher Außenpolitik ist jetzt in der Ukraine sichtbar. 5 Milliarden Dollars wurden investiert, um einen prorussischen (aber demokratisch gewählten) Autokraten demnächst durch einen mittlerweile prowestlichen Oligarchen zu ersetzen. Unsere ARD hat einen ganzen Trupp von Kameraleuten mit ARD-Sweater ausgestattet, die alles gefilmt haben, um den Volksaufstand in Kiew als Lehrstück in Sachen Demokratisierung live zu verfolgen. Keine der EUroschranzen ließ es sich nehmen, auf dem Maidan aufzukreuzen. Sogar Guido durfte noch. Auch der kalte Krieger McCain war mit seiner Frohen Botschaft dabei: ‘The free world is with you, America is with you, I am with you… Ukraine will make Europe better and Europe will make Ukraine better’. Better ist das nur für die Amerikaner. Die können sich über die europäische Zwietracht freuen. Für Europa ist das nicht nur ein Armutszeugnis sondern ein Scherbenhaufen.

Regimewechsel heißt das Zauberwort und der ist kräftig misslungen. Nur Ron Paul, der mehrfach gescheiterte Präsidentschaftskandidat der USA, hat das Desaster vorausgesagt:

… Und was werden die Ukrainer bekommen? Ihre Demokratie ist in Kiew von dem US-unterstützten Putsch unterminiert worden. In Demokratien wird Macht friedlich durch Wahlen übertragen und nicht durch Straßenrebellen ergriffen. Zumindest war es mal so.

Das Signal des Westen war: Anerkennung der Putschisten, die weder demokratisch, noch verfassungsgemäß legitimiert sind. Steinmeier wurde mit seinem 12-Stundenvertrag brüskiert (der duldete das unterwürfig) und alle winkten sofort mit dem Scheckbuch. Nicht nur seit dieser Zeit hören wir aus den “Volksempfängern” den endlos dummen und gebetsbuchartig runtergeleierten Spruch: „Putin ist an allem schuld“, der über die Konzeptionslosigkeit der eigenen Politik hinwegtäuscht. Mal eine Frage an alle wichtigen, hoch- und überbezahlten Leute: Wie hat man sich das eigentlich gedacht? Man holt eine Verbrecherin aus dem Gefängnis, stellt ihr einen Boxer zur Seite, nutzt die faschistischen Schlägertrupps als nützliche Idioten und alles wird gut? Das illegitime Kiewer Regime ist doch eine Ansammlung von Ganoven, denen ich nicht einmal die Groschen zum Telefonieren für zehn Minuten anvertrauen würde. Die kriegen jetzt Milliarden von meinem Steuergeld? Geht’s noch? Ist dieses Schurkenstück die Blaupause westlicher Demokratisierungsvorstellungen? Alle Macht den Oligarchen? Oder alle Macht den Faschisten? Hier eine “Parlamentsdebatte” in Kiew. Der Redner, Petro Symonenko, spricht die Wahrheit aus, wenn ich den Untertiteln glauben darf. Dann kommen die Swoboda-Leute und räumen auf. Dabei ist auch der langhaarige Miroschnitschenko (Putins liebster Feind gemäß Spiegelartikel). Er ist – man glaubt es nicht – Mitglied des Parlamentsausschusses für Pressefreiheit – (Du hast richtig gelesen!), der auch schon den Chef des ukrainischen TVs zusammengeschlagen hat (hier der Clip).

Was haben die Ost-Ukrainer aus dieser Schmierenkomödie gelernt? Man muss nur mit genügend Rabauken – und einer Weltmacht im Rücken – Randale machen, dann klappt alles. Dort spielen die jetzt das Stück “Vom Westen lernen, heißt siegen lernen”. Maidan 2.0 in Donezk. Was macht die Putschistenregierung in Kiew? Der Faschist Andrej Parubi, Sekretär des nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats (der Bock wurde zum Gärtner gemacht) steckt seine Maidan-Schläger in schmucke Uniformen, nennt sie Nationalgarde und lässt sie jetzt in Donezk alles niederknüppeln, was russisch spricht. Natürlich steckt da wieder der Putin dahinter, der dort alles angezettelt hat. Das meint die wundergeheilte Timoschenko und die kennt sich ja aus: “Alles bezahlte Provokateure.” Logisch gedacht, denn in Kiew hat ja der Westen die Aktivisten gepampert, also ist es dort ähnlich. Es könnte eine Parabel westlicher Verlogenheit sein, die erklärt, warum es nicht dasselbe ist, wenn zwei das gleich tun und Randalierer nur dann gut sind, wenn es der NATO/EU in den Kram passt. Leider sehe ich zur Zeit keinen Staatsmann, im positiven Sinne, der ohne Schaum vorm Mund konstruktiv die Krise löst.

Die Ukraine zerfleischt sich und das kann uns nicht gleichgültig sein. Wer kann ruhig schlafen, wenn im Nachbarhaus gezündelt wird? Der Karren steckt im Dreck und in der Hitparade der Schuldigen belegt Putin nicht Platz 1.

Eine Lösung wäre, die Ukraine – wie einst die DDR – in Deutschland zu integrieren. Das wollte der  GröFaZ schon vor siebzig Jahren. Jetzt kommt dieser Vorschlag von Henryk M. Broder, wer hätte das gedacht?

P.S. Loben möchte ich mal Monitor, die Sendung vom 10. April war einzigartig. So stelle ich mir Nachrichten vor: gut recherchiert und kein Nachgeplapper. Die Berichte über die Maidanschützen und Erdogan sind sehenswert. Hier der Link.

Und hier der Vergleich der „Monitor“-Sendung vom 10. April 2014 und der zensierten und manipulierten Wiederholung desselben Beitrags vom 1. August 201:

http://www.altermannblog.de/das-elend-westlicher-aussenpolitik-am-beispiel-ukraine/

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Der gescheiterte Staat von nebenan
Tomasz Konicz 30.05.2014
Mit der Ukraine scheint nun ein Nachbarland der EU vom Staatszerfall akut bedroht und auf dem Weg zum „failed state“ zu sein.

Schon Mitte Mai schlugen die Vereinten Nationen bezüglich der Krise in der Ukraine Alarm. In der Ostukraine drohe ein regelrechter Zusammenbruch der Grundversorgung, warnte der UNO-Vizegeneralsekretär für Menschenrechte, Ivan Simonovic, am 19. Mai nach einer Visite in der umkämpften Region. In der Großstadt Donezk würden die Vorräte an wichtigen Versorgungsgütern wie Medikamenten und Insulin zur Neige gehen, während weite Teile der städtischen Infrastruktur kaum noch funktionstüchtig seien: „Ich habe den Eindruck, die sozialen Dienste, das gesamte System in Donezk stehen am Rande des Zusammenbruchs“, sagte Simonovic.

Kämpfer in einem „Bataillon“ des Rechten Sektors. Bild: Facebook-Seite des Rechten Sektors

Neben der sich beständig verschlechternden Sicherheitslage, die eine Atmosphäre der Gesetzeslosigkeit geschaffen habe, nannte Simonovic die trüben sozialen und wirtschaftlichen Perspektiven, die eine massive Flüchtlingswelle aus der Region auslösen könnten. Der UNO-Diplomat zog dabei Parallelen zum Zerfall Jugoslawiens: „Der Vergleich ist durchaus angebracht“, so Simonovic. „Wir sollten die Lektion gelernt haben, ein derart hoher Preis sollte der Ukraine erspart werden.“

Ein solcher Zusammenbruch der Infrastruktur der Ostukraine würde den Zerfall des ukrainischen Staates, der sich ohnehin bereits abzeichnet, wohl irreversibel machen. In unmittelbarer Nachbarschaft der Europäischen Union würde somit ein gescheiterter Staat entstehen, wie er für gewöhnlich im subsaharischen Afrika (Kongo, Somalia, Zentralafrikanische Republik) oder im arabischen Raum (Libyen, Syrien, Irak) zu finden ist. Einen zuverlässigen Indikator für die rasche Erosion staatlicher Autorität in dem zerrissenen osteuropäischen Land stellt die nahezu unüberschaubare Anzahl von Milizen und irregulären Kampfverbänden dar, die in den vergangenen Monaten entstanden sind.

Neben einer unübersehbaren Vielzahl von prorussischen Milizen und bewaffneten Gruppen, die in der Süd- und Ostukraine für die Unabhängigkeit von Kiew kämpfen, ist auch der ukrainische Staat zunehmend auf hastig aufgestellte Einheiten seiner „Nationalgarde“ und irreguläre Kampfeinheiten angewiesen, die oftmals aus Neonazis aufgebaut und durch einflussreiche Oligarchen finanziert werden.

Da die offiziellen ukrainischen Sicherheits- und Streitkräfte sich als ineffektiv in dem eskalierenden Bürgerkrieg erweisen haben, da die Soldaten sich zumeist weigerten, militärisch gegen die Bevölkerung der Ostukraine vorzugehen, forcierte Kiew die Bildung der Nationalgarde. Ähnlich verhielt es sich mit den Polizeieinheiten im Osten, die den Separatisten keinen Widerstand entgegenbrachten oder gleich mit ihnen paktierten. Dieser Erosion der formellen staatlichen Sicherheitsstrukturen korrespondiert mit dem Aufbau informeller bewaffneter Organe.

Hier sammeln sich all die rechtsextremen Kräfte, die schon während des Umsturzes des ehemaligen Präsidenten Janukowitsch zur militanten Speerspitze der proeuropäischen Protestbewegung gehörten („Ukraine über Alles!“). Die Neonazis, die mittels brutalster Gewaltanwendung den Sturz Janukowitschs buchstäblich auf den Straßen erkämpften werden nun in die neu aufgestellten bewaffneten Formationen integriert. Es findet somit eine schleichende Faschisierung des ohnehin in Auflösung befindlichen ukrainischen Staatsapparates statt.

Ein Paradebeispiel für diese „Verwilderung“ des Staatsapparates stellt etwa das jüngst formierte „Azov Bataillon“ der ukrainischen Territorialverteidigung dar, das offiziell dem ukrainischen Innenministerium unterstellt ist. Unterstützt wird dieses bewaffnete Organ des ukrainischen Staates von dem Nazi Dmytro Korchnsky, der bis 2012 Führer der faschistischen Partei UNA-Unso war, bis er 2013 die neue rechtsextreme Gruppierung „Bratstwo“ (Bruderschaft) gründete – und dessen Leute sich während der Euromaidan-Proteste an einem Erstürmungsversuch des Präsidentschaftspalastes beteiligten. Das offizielle Emblem dieses Bataillons in mit faschistischer Symbolik geradezu überfrachtet.

Militarisierung der Innenpolitik

Eine US-Reporterin wurde Zeuge eines Gesprächs zwischen Korchnsky und einem Beamten des Innenministerium, in dem der Nazi Geld für das Azov-Bataillon forderte, um „Odessa und andere Städte von Moskauern zu säubern“. Die Antwort auf die Anfrage der perplexen Journalisten, wieso ein Mitarbeiter eines staatlichen Ministeriums sich mit „Nationalisten von dubioser Reputation“ abgebe, fiel bezeichnend aus:

Um die Radikalen um Osten zu besiegen, müssen wir unsere eigenen Tiger trainieren, indem wir sie in reguläre Einheiten umwandeln.

Dennoch würde der ukrainische Staat nicht alle Rechtsextremen in die offiziellen Sicherheitsstrukturen integrieren, beteuerte der Mitarbeiter des Innenministeriums. Gruppen wie der Rechte Sektor hätten ihre eigenen Milizen formiert und würden nun „unabhängig vom Staat“ operieren (Ukraine: Die Zeichen stehen auf Sturm).

Tatsächlich hat der Rechte Sektor die Aufstellung eines „Donbass Bataillons“ bereits Ende April in die Wege geleitet, dessen Mitglieder bereits an Kämpfen in der Ostukraine teilgenommen haben sollen. Andere rechte Politiker wollen dem Rechten Sektor in dieser Hinsicht natürlich nicht nachstehen. Auch Oleh Ljaschko von der „Radikalen Partei“ hat längst eine eigene Miliz formiert, die durch Anschläge auf unbewaffnete Unabhängigkeitsbefürworter im Donbass in Erscheinung getreten ist.

Generell findet in der Ukraine eine mit dem voranschreitenden Staatszerfall einhergehende „Militarisierung der Innenpolitik“ statt, bei der alle größeren politischen Kräfte und Oligarchen ihre eigenen bewaffneten Formationen aufstellen, um auch künftig noch als ein Machtfaktor wirken zu können. l Die bei den Wahlen unterlegene Präsidentschaftsbewerberin Julia Timoschenko etwa baut sich eine kleine Privatarmee auf, der laut eigenen Angaben bereits 8000 Kämpfer angehören sollen. Der mächtigste Oligarch der Ukraine, der mit Kiew verbündete ostukrainische Industriemagnat Rinat Achmetow, soll aus seinem rund 300.000 Lohnabhängige umfassenden Industrieimperium eine „Achmetow Gruppe“ formiert haben, die unter anderem bei den Auseinandersetzungen mit prorussischen Kräften in Mariupol zum Einsatz gekommen sein soll.

Der kiewtreue Gouverneur von Dnipropetrowsk, der Oligarch Igor Kolomoiskjy, hat das Dnepr Bataillon aufstellen lassen, das die „Rüstungshochburg Dnipropetrowsk“ für Kiew sichern soll. „Gehälter zwischen 1000 Dollar für Soldaten bis zu 5000 Dollar für einen Kommandeur machen den Dienst attraktiv“, hieß es in Medienberichten. Ein weiteres Donbass-Bataillon, dem sich Hunderte von Freiwilligen anschließen wollen, solle ebenfalls von Oligarchen aufgebaut werden, die als zentrale Triebfeder dieser „Militarisierung“ fungieren.

Der im Zerfall befindliche ukrainische Staat fungiert nur noch als ein „Beuteobjekt“ für diese sich überall – auch unter den prorussischen Kräften – formierenden Rackets, die um Einfluss und Macht konkurrieren. Auch unter den Separatisten finden bereits Macht- und Verteilungskämpfe statt, bei denen einzelne Milizionäre schon mal wegen Plünderungen standrechtlich erschossen werden. Perspektivisch droht die Ukraine in einem Zustand der Anomie, der regellosen und strukturlosen Gewaltherrschaft unterzugehen, wie sie bereits in vielen Zusammenbruchsökonomien Afrikas oder in den gescheiterten arabischen Staaten wie Syrien, Libyen und Irak herrscht (Mad Max im Zweistromland).

Verhältnis zwischen Staatszerfall und äußerer Intervention

Inzwischen warnen selbst Leitmedien wie Spiegel-Online davor, dass die Ukraine sich auf „dem Weg zum gescheiterten Staat“ befinde. Somit stellt sich die Frage, wieso so viele Staaten „scheitern“ und in Anomie versinken. Die äußeren – zumeist westlichen – Interventionen, die oftmals mit den staatlichen Verfallsprozessen einhergehen, können diese durchaus beschleunigen, wie es ja am Beispiel der Ukraine (Ukrainisches „Great Game“) offensichtlich ist. Doch sie bilden nicht die zentrale Ursache von Chaos und Staatszerfall.

Dies wird etwa am Beispiel Libyens deutlich, das einen westlich unterstützten Regiemesturz erlebte, nach dem das Land nicht mehr stabilisiert werden konnte (Libyen: Staatsstreich ohne Staat). Der Zerfall Libyens, der die Exporte von Energieträgern gen Westen immer wieder massiv einbrechen lässt, läuft somit den Interessen derjenigen westlichen Interventionsmächte zu wieder. Wäre die Stammesrevolte gegen Gaddafi von den Westmächten tatsächlich „ferngesteuert“ gewesen, dann hätten sie die Lage im Land längst stabilisieren können. Ähnliches ließe sich über die US-Invasion im Irak sagen. Auch dort fand nach einem schnellen Sieg der „Koalition der Willigen“ ein Staatszerfall statt, der die USA in einem kostspieligen Sumpf versinken ließ, von dem die im abstieg befindliche Weltmacht sich eigentlich nicht mehr erholte.

Das wahre Verhältnis zwischen Staatszerfall und äußerer Intervention ist genau andersherum gelagert, als gemeinhin angenommen. Der – ökonomisch bedingte! – Staatszerfall beginnt schon, bevor er durch Bürgerkrieg und Intervention evident wird. Nirgends wird dies offensichtlicher als in der Ukraine. Das neoimperiale „Great Game“ um die Ukraine, bei dem sowohl der Westen wie auch Russland bemüht sind, dieses osteuropäische Grenzland in den jeweiligen Machtblock zu integrieren, wurde gerade durch die verzweifelte, langfristig unhaltbare sozioökonomische Lage der Ukraine ausgelöst.

Diese tief greifende, systemische Krise äußerte sich in der Ukraine – wie auch in vielen anderen Krisenländern – in einem ausartenden Leistungsbilanzdefizit (Ukraine am Abgrund). Dies bedeutet im Endeffekt, dass die Ukraine jahrelang mehr Waren importierte, als sie exportieren konnte. Das enorme ukrainische Doppeldefizit in der Handelsbilanz und im Staatshaushalt konnte folglich nur noch durch ausländische Finanzierung aufrechterhalten werden, was zu einer schwelenden Schuldenkrise führte. Deswegen musste sich Kiew zwischen den Finanzspritzen aus Ost oder West – und der Einbindung in die korrespondierenden Einflusssphären – entscheiden.

Die Ukraine war als ein eigenständiger Staat schlicht nicht mehr ökonomisch überlebensfähig, weswegen sich die ostukrainische Oligarchie, deren politischer Vertreter Janukowitsch war, zwischen der Einbindung in eins der um die Ukraine konkurrierenden Machtzentren entscheiden musste. Janukowitsch entschied sich für Moskau, was die vom Westen massiv unterstützte Protestbewegung erst initiierte. Die Ukraine hat sich de facto nie vom Zusammenbruch der Sowjetunion und des Ostblocks erholt, da das Land – im Gegensatz zu Russland – nicht über die Reserven an Energieträgern verfügt, um als ein Rohstoffexporteur im Weltmarkt zu bestehen, während die ostukrainische Industrie, die im hohen Maße vom russischen Absatzmarkt abhängig ist, kaum international konkurrenzfähig ist. Nochmals: Gerade diese ausweglose ökonomische Sackgasse – in der ausländische Kreditaufnahme zur Aufrechterhaltung der ukrainischen Volkswirtschaft unabdingbar wurde – führte dazu, dass die Ukraine überhaupt zu einem Objekt des geopolitischen Gerat Game zwischen Ost und West werden konnte.

Bildunterschrift: „Vergrößerte nationalistische Familie.“ In der Ukraine wird die Rückkehr der heroischen Zeit inszeniert. Bild: Facebook-Seite des Rechten Sektors
Das Heer der ökonomisch „überflüssigen“ jungen Männer

Diese systemische Krise der ukrainischen Volkswirtschaft, in der sich die Systemkrise des spätkapitalistischen Weltsystems spiegelt, produzierte auch das Heer an ökonomisch „überflüssigen“ jungen Männern, die nun in die Milizen der verfeindeten Parteien und Oligarchenarmeen strömen. Der Zusammenbruch der ukrainischen Arbeitsgesellschaft nach dem Kollaps der Sowjetunion bilde „die Basis dafür, was hier passiert“, erklärte eine Einwohnerin Odessas gegenüber der Süddeutschen Zeitung:

Sie erzählt, wie in den 90er Jahren Arbeitsplätze verloren gingen, Ärzte und Wissenschaftler anfingen, Klamotten und Nahrungsmittel auf dem Schwarzmarkt zu verticken. Sie erzählt, wie in ihrem Hochhaus jeden Tag für einige Stunden der Strom abgestellt wurde, sodass sie nach der Arbeit länger in der Stadt blieb, um sicher zu gehen, dass Aufzug und Licht wieder funktionieren, bis sie zuhause ankommt. Sie erzählt davon, wie nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zwar viele Ausländer hier ihr „Business“ machen wollten – aber niemand blieb, um Arbeitsplätze zu schaffen. Bis heute sei die Stadt erstarrt, der Bürgermeister seit Monaten verschwunden. „Mir tut es leid um die jungen Leute“, sagt sie. „Viele haben so eine gute Ausbildung, aber was sollen sie hier? An den Strand gehen? Als Bedienung arbeiten?“

Viele junge Männer entscheiden sich nun offensichtlich für einen mit 1000 US-Dollar dotierten „Job“ bei der Miliz.

Die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entstandene räuberische Oligarchenkaste, die nun diese „Überflüssigen“ in ihre Privatarmeen rekrutiert, hat auch den ukrainischen Staat stets dominiert und ihn zu einem bloßen Objekt der Machtkämpfe zwischen den einzelnen Rackets und Clans verkommen lassen. Der Staatsapparat wurde so zur „Beute“ von Rackets, die dessen Machtmittel im Kampf gegen die Konkurrenz einsetzten. Die meisten Posten und Pöstchen im Staatssektor – die infolge der schlechten Wirtschaftslage seltene krisenfeste Einnahequellen bilden – wurden zudem im Gefolge dieser Machtkämpfe zwischen Seilschaften und Rackets verteilt. Die „Besitzer“ eines solchen Postens betrachteten ihn folglich als eine Investition, aus dem möglichst viel Kapital geschlagen werden muss.

Die Ukraine galt folglich schon vor dem aktuellen Krisenausbruch laut Transparency International zu den korruptesten Staaten der Welt – auf gleicher Höhe mit Failed States wie der Zentralafrikanischen Republik und Syrien. Je prekärer die wirtschaftliche Basis, auf der ein Staatsgebilde fußt, desto stärker nehmen die nepotistischen, willkürlichen und kleptokratischen Tendenzen innerhalb der Staatsmaschinerie zu. Mitunter bilden die Einnahmen aus Schmiergeldern oder willkürlichen „Gebühren“ und Schutzgeldern den Großteil der Einnahmen von Staatsbediensteten. Dieser Umstand erklärt auch, wieso die formellen Strukturen des ukrainischen Sicherheitsapparats vielerorts so schnell kollabierten, um der Milizbildung Platz zu schaffen: Viele Polizisten oder Offiziere waren darauf spezialisiert, in den von ihnen „eroberten“ Pöstchen möglichst effektiv Geld zu scheffeln – der Krisenausbruch, die Notwendigkeit einer militärischen Auseinandersetzung mit Milizen, die aus ökonomisch überflüssigen Desperados geformt wurden, hat diese „Staatsdiener“ schlicht überfordert.

Die „Verwilderung“ des ukrainischen Staates setzte somit schon weit vor der aktuellen Krise der ukrainischen Staatlichkeit ein, die im Endeffekt ökonomisch bedingt ist. Der Ukraine ist das ökonomische Fundament, eine funktionierende kapitalistische Arbeitsgesellschaft, weggebrochen. Ohne ausreichend breit dimensionierter Warenproduktion entsteht nicht nur ein Heer desperater „Überflüssiger“, das die Basis der derzeitigen Milizbildung bildet; ohne entsprechende Steuereinnahmen „verwildert“ auch der Staat, der dann nur noch eine Fassade darstellt, die beim kleinsten Anstoß zerfällt.

Somit kann die derzeitige Krise in der Ukraine tatsächlich in den globalen Prozess der „Entstaatlichungskriege“ eingeordnet werden, der eine beständig wachsende Anzahl „gescheiterter Staaten“ produziert. Die Parallelen zwischen den Auseinandersetzungen in der Ukraine und den chaotischen Zuständen in Irak, Syrien oder Libyen – wo seit Jahren einzelne Rackets und Milizen um Macht und Einfluss kämpfen – sind offensichtlich (Mad Max im Zweistromland). In der Ukraine, wie auch perspektivisch in Europa, übernehmen rechtsextreme Kräfte dieselbe Rolle bei der Entstaatlichung, die den islamistischen Rackets im arabischen Raum zufällt. Von einer Großukraine träumend, exekutieren sie mit ihrer Milizbildung den Zerfall ukrainischer Staatlichkeit. Angetrieben wird dieser Entstaatlichungsprozess aber durch die eskalierenden inneren Widersprüche der Kapitalistischen Produktionsweise, die in einem historischen Prozess an ihrer eigenen „inneren Schranke“ (Robert Kurz) zugrunde geht. Der kollabierende Staat bildet das letzte Überbleibsel einer krisengeschüttelten kapitalistischen Gesellschaftsformation, die aufgrund permanenter Produktivitätsschübe eine buchstäblich überflüssige Menschheit produziert (Die Krise kurz erklärt).

Diese Welle des „Staatszerfalls“, die mit dem jüngsten, 2008 eingeleiteten Krisenschub des spätkapitalistischen Weltsystems eingeleitet wurde, hat somit nicht nur die maroden arabischen Modernisierungsregime in den besagten Ländern im Rahmen des „arabischen Frühlings“ hinweggefegt; sie erfasst nun einen Nachbarstaat der EU. Die politisch instabilen Zonen ökonomisch verbrannter Erde, die sich im Verlauf der Weltkrise des Kapitals von der Peripherie ausgehend sich immer weiter ausbreiten, grenzen somit schon direkt an ein Zentrum des Weltsystems – an die EU. Die Kriseneinschläge kommen somit immer näher an die Zentren. Ähnliches ließe sich übrigens vom US-Nachbarstaat Mexiko sagen, der aufgrund des blutigen Drogenkrieges ebenfalls von Auflösungsprozessen erfasst wurde.

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41906/1.html

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41906/2.html

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failed states
Failed State Index

Als „gescheiterter Staat“ (englisch failed state) wird in seiner allgemeinen Definition ein Staat bezeichnet, der seine grundlegenden Funktionen nicht mehr erfüllen kann. Der Begriff wurde erstmals zu Beginn der 1990er Jahre verwendet.

Seit 2005 veröffentlicht die private Denkfabrik Fund for Peace in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Foreign Policy jährlich einen Index, den sogenannten Failed States Index, in dem Staaten auf ihr Risiko von Staatszerfall hin untersucht werden. Es werden dabei zwölf verschiedene Faktoren zu dem Index zusammengefasst. Je höher der Indexwert ist, desto geringer ist die Staatlichkeit. Dazu werden die Staaten in vier verschiedene Klassen eingeteilt: Alert (Alarm), Warning (Warnung), Moderate (moderat) und Sustainable (zukunftsfähig, tragbar). Hierbei umfasst die Klasse Alert diejenigen Staaten, die bereits ein gescheiterter Staat sind oder bei denen akut Gefahr droht, sich in einen zu entwickeln.

In der nichtwissenschaftlichen Literatur ist der Index sehr verbreitet und wird häufig zitiert, allerdings sind die Forschungsmethoden neuartig und nicht wissenschaftlich gesichert. Es hat bisher keine detaillierte Untersuchung dieser Studien durch andere Forscher stattgefunden.

Aktuelle Daten hier: http://www.foreignpolicy.com/failed_states_index_2012_interactive

Land Rang 2010 Wert 2010 Status 2010 Rang 2007 Wert 2007 Status 2007
Somalia 1 114,3 Alert 3 111,1 Alert
Tschad 2 113,3 Alert 5 108,8 Alert
Sudan 3 111,8 Alert 1 113,7 Alert
Simbabwe 4 110,2 Alert 4 110,1 Alert
Kongo, Demokratische Republik 5 109,9 Alert 7 105,5 Alert
Afghanistan 6 109,3 Alert 8 102,3 Alert
Irak 7 107,3 Alert 2 111,4 Alert
Zentralafrikanische Republik 8 106,4 Alert 10 101 Alert
Guinea 9 105 Alert 9 101,3 Alert
Pakistan 10 102,5 Alert 12 100,1 Alert
Haiti 11 101,6 Alert 11 100,9 Alert
Côte d´Ivoire 12 101,2 Alert 6 107,3 Alert
Kenia 13 100,7 Alert 31 91,3 Alert
Nigeria 14 100,2 Alert 17 95,6 Alert
Jemen 15 100 Alert 24 93,2 Alert
Myanmar 16 99,4 Alert 14 97 Alert
Äthiopien 17 98,8 Alert 18 95,3 Alert
Timor-Leste 18 98,2 Alert 20 94,9 Alert
Niger 19 97,8 Alert 32 91,2 Alert
Korea, Demokratische Volksrepublik 19 97,8 Alert 13 97,7 Alert
Uganda 21 97,5 Alert 15 96,4 Alert
Guinea-Bissau 22 97,2 Alert 38 88,8 Warning
Burundi 23 96,7 Alert 19 95,2 Alert
Bangladesch 24 96,1 Alert 16 95,9 Alert
Sri Lanka 25 95,7 Alert 25 93,1 Alert
Kamerun 26 95,4 Alert 35 89,4 Warning
Nepal 26 95,4 Alert 21 93,6 Alert
Malawi 28 93,6 Alert 29 92,2 Alert
Sierra Leone 28 93,6 Alert 23 93,4 Alert
Eritrea 30 93,3 Alert 50 85,5 Warning
Kongo 31 92,5 Alert 26 93 Alert
Iran 32 92,2 Alert 57 82,8 Warning
Liberia 33 91,7 Alert 27 92,9 Alert
Libanon 34 90,9 Alert 28 92,4 Alert
Burkina Faso 35 90,7 Alert 33 89,7 Warning
Usbekistan 36 90,5 Alert 22 93,5 Alert
Georgien 37 90,4 Alert 58 82,3 Warning
Tadschikistan 38 89,2 Warning 39 88,7 Warning
Mauretanien 39 89,1 Warning 45 86,7 Warning
Laos 40 88,7 Warning 44 87,2 Warning
Ruanda 40 88,7 Warning 36 89,2 Warning
Kambodscha 40 88,7 Warning 48 85,7 Warning
Salomonen 43 88,6 Warning 30 92 Alert
Äquatorialguinea 44 88,5 Warning 41 88,2 Warning
Kirgisistan 45 88,4 Warning 41 88,2 Warning
Kolumbien 46 88,2 Warning 33 89,7 Warning
Togo 47 88,1 Warning 46 86,6 Warning
Syrien 48 87,9 Warning 40 88,6 Warning
Ägypten 49 87,6 Warning 36 89,2 Warning
Bhutan 50 87,3 Warning 47 86,4 Warning
Philippinen 51 87,1 Warning 56 83,2 Warning
Komoren 52 85,1 Warning 79 77,8 Warning
Bolivien 53 84,9 Warning 59 82 Warning
Westjordanland 54 84,6 Warning
Aserbaidschan 55 84,4 Warning 62 81,2 Warning
Sambia 56 83,9 Warning 69 80,6 Warning
Papua-Neuguinea 56 83,9 Warning 52 85,1 Warning
Moldau 58 83,8 Warning 48 85,7 Warning
Angola 59 83,7 Warning 53 84,9 Warning
Bosnien und Herzegowina 60 83,5 Warning 54 84,5 Warning
Indonesien 61 83,1 Warning 55 84,4 Warning
China 62 83 Warning 62 81,2 Warning
Swasiland 63 82,8 Warning 61 81,3 Warning
Madagaskar 64 82,6 Warning 83 76,5 Warning
Nicaragua 65 82,5 Warning 72 80 Warning
Turkmenistan 65 82,5 Warning 43 87,5 Warning
Lesotho 67 82,2 Warning 62 81,2 Warning
Dschibuti 68 81,9 Warning 71 80,3 Warning
Ecuador 69 81,7 Warning 73 79,9 Warning
Mosambik 69 81,7 Warning 81 76,9 Warning
Algerien 71 81,3 Warning 89 75,9 Warning
Guatemala 72 81,2 Warning 60 81,4 Warning
Tansania 72 81,2 Warning 76 79,3 Warning
Fidschi 74 80,5 Warning 90 75,7 Warning
Gambia 75 80,2 Warning 86 76 Warning
Honduras 76 80 Warning 94 74,8 Warning
Kuba 77 79,4 Warning 77 78,6 Warning
Mali 78 79,3 Warning 91 75,5 Warning
Indien 79 79,2 Warning 110 70,8 Warning
Russische Föderation 80 79 Warning 62 81,2 Warning
Thailand 81 78,8 Warning 86 76 Warning
Venezuela 82 78,7 Warning 74 79,8 Warning
Belarus 82 78,7 Warning 51 85,2 Warning
Malediven 84 78,3 Warning 66 81,1 Warning
El Salvador 85 78,1 Warning 92 74,9 Warning
Serbien 86 77,8 Warning 66 81,1 Warning
Saudi-Arabien 87 77,5 Warning 83 76,5 Warning
Kap Verde 88 77,2 Warning 66 81,1 Warning
Türkei 89 77,1 Warning 92 74,9 Warning
Marokko 90 77 Warning 86 76 Warning
Jordanien 90 77 Warning 82 76,6 Warning
Peru 92 76,9 Warning 85 76,4 Warning
Dominikanische Republik 93 76,8 Warning 69 80,6 Warning
Benin 93 76,8 Warning 104 72 Warning
Vietnam 95 76,6 Warning 79 77,8 Warning
Mexiko 96 76,1 Warning 102 72,6 Warning
São Tomé und Príncipe 97 75,8 Warning 77 78,6 Warning
Gabun 98 75,3 Warning 99 73,3 Warning
Senegal 99 74,6 Warning 117 66,9 Warning
Namibia 100 74,5 Warning 107 71,3 Warning
Armenien 101 74,1 Warning 112 70,3 Warning
Guyana 102 73 Warning 99 73,3 Warning
Mazedonien 103 72,7 Warning 95 74,1 Warning
Kasachstan 103 72,7 Warning 103 72,3 Warning
Suriname 105 72,5 Warning 96 73,9 Warning
Paraguay 106 72,1 Warning 101 72,9 Warning
Samoa 107 71,1 Warning 97 73,8 Warning
Mikronesien 108 70,6 Warning 98 73,5 Warning
Ukraine 109 69,5 Warning 106 71,4 Warning
Malaysia 110 69,2 Warning 120 65,9 Warning
Libyen 111 69,1 Warning 115 69,3 Warning
Belize 112 68,7 Warning 114 69,8 Warning
Botsuana 113 68,6 Warning 119 66,4 Warning
Zypern 114 68 Warning 113 70,2 Warning
Südafrika 115 67,9 Warning 133 57,4 Moderate
Seychellen 115 67,9 Warning 107 71,3 Warning
Brunei Darussalam 117 67,6 Warning 109 71,2 Warning
Tunesien 118 67,5 Warning 122 65,6 Warning
Brasilien 119 67,4 Warning 117 66,9 Warning
Jamaika 119 67,4 Warning 123 65,1 Warning
Albanien 121 67,1 Warning 111 70,5 Warning
Ghana 122 67,1 Warning 125 61,9 Warning
Grenada 123 67 Warning 105 71,6 Warning
Trinidad und Tobago 124 66,1 Warning 116 67,6 Warning
Kuwait 125 61,5 Warning 124 62,1 Warning
Bulgarien 126 61,2 Warning 128 60,3 Warning
Antigua und Barbuda 127 60,9 Warning 121 65,7 Warning
Rumänien 128 60,2 Warning 126 60,9 Warning
Mongolei 129 60,1 Warning 132 58,4 Moderate
Panama 130 59,3 Moderate 131 59,4 Moderate
Kroatien 131 59 Moderate 127 60,5 Warning
Bahamas 132 58,9 Moderate 129 60,1 Warning
Bahrain 133 58,8 Moderate 134 57 Moderate
Montenegro 134 57,3 Moderate 136 55,6 Moderate
Lettland 135 55,4 Moderate 135 56,7 Moderate
Barbados 135 55,4 Moderate 130 59,9 Moderate
Vereinigte Arabische Emirate 137 52,4 Moderate 138 51,6 Moderate
Costa Rica 138 52 Moderate 140 50,5 Moderate
Katar 139 51,8 Moderate 137 53,6 Moderate
Estland 140 50,7 Moderate 140 50,5 Moderate
Ungarn 141 50,1 Moderate 139 51,2 Moderate
Polen 142 49 Moderate 145 47,6 Moderate
Slowakei 143 48,8 Moderate 142 49,3 Moderate
Oman 144 48,7 Moderate 146 45,5 Moderate
Malta 145 48,2 Moderate 144 48,5 Moderate
Litauen 146 47,8 Moderate 143 49 Moderate
Griechenland 147 45,9 Moderate 147 43,5 Moderate
Argentinien 148 45,8 Moderate 150 41,4 Moderate
Italien 149 45,7 Moderate 156 37,1 Moderate
Mauritius 150 44,4 Moderate 148 42,7 Moderate
Spanien 151 43,5 Moderate 153 39,2 Moderate
Tschechische Republik 152 41,5 Moderate 149 42,1 Moderate
Uruguay 153 41,3 Moderate 151 40,9 Moderate
Korea, Republik 153 41,3 Moderate 152 39,7 Moderate
Chile 155 38 Moderate 159 33,8 Moderate
Slowenien 156 36 Moderate 155 37,5 Moderate
Deutschland 157 35,4 Moderate 154 38,4 Moderate
Vereinigte Staaten 158 35,3 Moderate 160 33,6 Moderate
Frankreich 159 34,9 Moderate 157 34,1 Moderate
Singapur 160 34,8 Moderate 161 33 Moderate
Großbritannien 161 33,9 Moderate 157 34,1 Moderate
Portugal 162 33,1 Moderate 162 32,4 Moderate
Belgien 163 32 Moderate 167 25,5 Sustainable
Japan 164 31,3 Moderate 164 28,6 Sustainable
Island 165 29,8 Sustainable 171 21,1 Sustainable
Kanada 166 27,9 Sustainable 168 25,1 Sustainable
Niederlande 166 27,9 Sustainable 163 28,6 Sustainable
Luxemburg 168 27,3 Sustainable 165 28,1 Sustainable
Australien 168 27,3 Sustainable 169 23,2 Sustainable
Österreich 170 27,2 Sustainable 166 26 Sustainable
Neuseeland 171 23,9 Sustainable 172 20,5 Sustainable
Dänemark 172 22,9 Sustainable 170 22,2 Sustainable
Irland 173 22,4 Sustainable 174 19,5 Sustainable
Schweiz 174 21,8 Sustainable 173 20,2 Sustainable
Schweden 175 20,9 Sustainable 175 19,3 Sustainable
Finnland 176 19,3 Sustainable 176 18,5 Sustainable
Norwegen 177 18,7 Sustainable 177 17,1 Sustainable

Quellen

Bildnachweis

Weblinks

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Die Scharfschützen des Maidan

Ukraine Eine Untersuchung belegt die Täterschaft des Rechten Sektors, der bis heute aktiv ist und bewaffnet gegen den Osten der Ukraine vorgeht …

freitag.de 19.02.2015

MopperKopp

 

Es jährt sich das blutige Scharfschützen-Masaker auf dem Maidan. Ein Schlüsselereignis der Ukraine Krise und das Fanal zum „Feldzug“ gegen die Ost-Ukraine und zur politisch-medialen Kampagne gegen Russland.

TELEPOLIS, eines der ganz wenigen verbliebenen Medien, die kritisch und unvoreingenommen über die Ukraine berichten und aufklären, bringt passend dazu einen Beitrag, in dem die umfassenden Auswertungen der öffentlich zugänglichen Belege durch den Politikwissenschaftler Ivan Katchanovski von der Universität Ottawa dargelegt werden.

Scharfschützenmorde in Kiew
Die Spur führt zum Rechten Sektor

Der kanadisch-ukrainische Politikwissenschaftler Ivan Katchanovski von der Universität Ottawa hat das Kiewer Blutbad des 20. Februar in Eigenregie untersucht. Akribisch wertete er monatelang Zeugenaussagen, Filmmaterial und Funkübertragungen aus, um den Massenmord im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt zu rekonstruieren. Katchanovski belegt, dass auch Oppositionskräfte Scharfschützen einsetzten. Dabei nahmen die Maidan-Schützen nicht nur Polizisten, sondern auch die eigenen Leute und Journalisten unter Feuer. Die Spur führt zum Rechten Sektor.

Die Hinweise sind erdrückend und liegen schon seit kurz nach den schrecklichen Ereignissen vor. Die Beweise wurden allerdings systematisch vertuscht und verschwanden seit der Machtergreifung in Kiew.

Im selben Moment schießt jemand aus eben diesem Fenster auf die Journalisten. Sie flüchten hinter Säulen, wo bereits Maidankämpfer auf das Fenster deuten. „Das Fünfte von links, das Zweite von oben“, zählt Gatehouse die Fensterreihen durch. In einem Bericht für die BBC sagte er später „Ich habe den Schützen gesehen. Er trug den grünen Helm der Protestierenden.“

Nun geschieht das Erstaunliche:

Die Regierungen und Medien im Westen haben sofort akzeptiert, dass das Scharfschützenmassaker von Regierungskräften und auf direkten Befehl Janukowitschs ausgeführt wurde„, sagt Katchanovski gegenüber Telepolis.

Das „Maidan-Massaker“ war der entscheidende Moment für den gewalttätigen Putsch in Kiew.

Mehr als sieben Monate lang wertete Katchanovski deshalb das gesammelte Material aus und kommt zu einem brisanten Ergebnis: Militante Maidankräfte waren massiv als Täter an den Morden vom 20. Februar in Kiew beteiligt. Sie initiierten das Blutbad mit Schüssen auf die Polizei und legten später auf die eigenen Leute an. Von mindestens zwölf Gebäuden in Hand der Maidanbewegung sei gefeuert worden. Die neue Regierung habe die anschließenden Untersuchungen verfälscht und halte wichtige Beweise bis heute zurück, sagt der Forscher.

Wie fing das Geschehen an?

In Deutschland so gut wie unbekannt: Der 20. Februar im Kiewer Stadtzentrum begann mit einem panikartigen Rückzug der Sonderpolizei Berkut, die zwei Tage zuvor noch große Teile der besetzten Innenstadt zurückerobert hatte. Die Spezialeinheit räumte das Feld, weil sie in den frühen Morgenstunden bereits 21 verletzte und drei tote Beamte durch Schusswunden zu beklagen hatte, rekonstruiert Katchanovski.

Die Schüsse auf Berkut kamen aus dem Musik-Konservatorium, dem Hauptpostamt und weiteren Maidangebäuden, bestätigten unabhängig voneinander Videos, Augenzeugen und der Funkverkehr der Sicherheitskräfte.

All diese Gebäude waren in Hand der Oppositionskräfte

Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschehnisse.

Besonders erstaunlich ist, dass Medienunternehmen den Beschuss ihrer Mitarbeiter nicht genau untersuchen ließen.

Die Maidanschützen nahmen laut Katchanovski morgens und vormittags auch Journalisten im Hotel Ukraina ins Visier. Neben den BBC-Korrespondenten Gatehouse und Garland, die vom Hotel aus beschossen wurden, gerieten Reporter von Associated Press (USA), ABC-News (USA), TVP (Polen), Russia Today und der Australian Broadcasting Corporation in ihren Zimmern unter Feuer. Auch ein Hotelzimmer von ARD-Mitarbeitern wurde beschossen. Herkunftsort der Schüsse seien vom Maidan kontrollierte Gebäude gewesen – den Schussbahnen nach, erneut vor allem das Konservatorium und das Postamt, in dem der Rechte Sektor sein Hauptquartier aufgeschlagen hatte.
In westlichen Medien wurde der Beschuss der eigenen Journalisten zwar kurz registriert, rief jedoch keine nachhaltigen Fragen etwa nach Zweck und Schussrichtung hervor.

Die tödlichen Schüsse der Scharfschützen und die Schüsse der staatlichen Einsatzkräfte kamen aus unterschiedlichen Richtungen.

Zudem hat er jedoch Belege für zahlreiche weitere Todesschüsse aus nördlicher und südlicher Richtung entdeckt – alle aus Gebäuden, die seinen Recherchen nach von Maidankräften kontrolliert wurden. Die Scharfschützen von Polizei, Innenministerium und Inlandsgeheimdienst saßen hingegen auf den Regierungsgebäuden in östlicher und südöstlicher Richtung von der Todeszone auf der Institutska.

Von mindestens zwölf Gebäuden aus sollen die Maidanschützen geschossen haben.

Wie konnte es sein, dass die Todesschützen, obwohl deren Ort nach kurzer Zeit bekannt war, nicht gefasst wurden?

Doch obwohl die Positionen der Schützen bekannt waren und Maidankämpfer vollen Zugang zu den Gebäuden hatten, gelang es ihnen während des stundenlangen Massakers nicht, die Schützen zu lokalisieren. In diesem bemerkenswerten Versagen sieht Ivan Katchanovski einen wichtigen Hinweis darauf, dass die Täter selbst aus dem Maidanspektrum kommen.

Zugleich blieben die Anführer des Maidan verschont.

Hinzu kommt, dass ausgerechnet die Anführer des Maidan nicht beschossen wurden. Alexander Turtschinow, wenige Tage später Übergangspräsident, Swoboda-Führer Oleg Tjagnibok oder Oleg Ljaschko, radikaler Gegner Janukowitschs, hielten während der Scharfschützenmorde ungestört anklagende Reden auf der Maidanbühne.

Zu welchem Resultat kommt Katchanovski?

Für Katchanovski legen die Beweise nahe, dass „rechtsradikale Maidanelemente“ das Massaker organisiert haben: Gefeuert wurde während des Tages konstant aus dem alten und neuen Hauptquartier des Rechten Sektors (Gewerkschaftshaus und Hauptpost) sowie aus dem Quartier einer Spezialkampftruppe mit Kriegserfahrung (Musik-Konservatorium), die kurz zuvor unter Beteiligung des Rechten Sektors aufgestellt wurde.

Dann kommt noch ein gewichtiges Argument bezüglich derjenigen, die ansonsten stetig in vorderster Front auf dem Maidan zu sehen waren.

Besonders auffällig sei, dass der Rechte Sektor beim Scharfschützenmassaker nicht zu sehen war, betont Katchanovski. Die Truppe die sonst bei jeder Auseinandersetzung mit der Polizei an vorderster Front stand, war nun stundenlang untergetaucht. Dies sein ein starker indirekter Beweis – frei nach Sherlock Holmes „der Hund, der nicht bellte„, schreibt der Politikwissenschaftler.

Und was ist mit den „Ermittlungen“ der Staatsanwaltschaft?

„Die Generalstaatsanwaltschaft und andere Regierungsstellen haben die Ermittlungen zum Massaker absichtlich verfälscht„, betont Katchanovski gegenüber Telepolis.

Das ist kein Wunder, wenn man weiß, wer die Staatsanwaltschaft war und ist.

Zum blutigen Schluss noch das Vorbild des Massakers:

Die Akteure aller Konfliktparteien zu beschießen, schafft maximales Chaos und Verwirrung, erläutert der Wissenschaftler vom Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER) in Basel. Mit dem Taksim-Massaker 1977 in der Türkei gebe es sogar ein historisches Vorbild. Katchanovski legt mit seiner Arbeit die „Lupe auf die richtige Stelle„, sagt Ganser.

Genau wie das Blutbad von 1977 sind jedoch auch die Scharfschützenmorde von Kiew bislang unaufgeklärt.

Genau diesen Punkt hatte ich am  15.04.2014 in:
Die Machtergreifung VI
schon aufgegriffen:

———————–

Die Scharfschützen

„Der Schrecken begann, als Scharfschützen auf die Menschen feuerten. Das Schießen dauerte 20 Minuten. Das Hotel, von dem aus die Schüsse abgefeuert wurden, wurde bereits drei Tage vorher von Gästen geleert. Während der folgenden Untersuchungen verschwanden entscheidende Video- und Audioaufzeichnungen.“

Nein, es handelt sich nicht um die Vorgänge auf dem Maidan, es handelt sich um Vorgänge aus dem Jahr 1977, es hatten sich 500.000 Menschen auf dem Taksim-Platz, dem größten Platz Istanbuls versammelt. Auch damals beschuldigte die CIA, um die Aufmerksamkeit zu zerstreuen, den russischen Geheimdienst, die Grauen Wölfe für diese Operation rekrutiert zu haben.

Vergleichen wir das mit den aktuellen Gegebenheiten:

„Sieben Wochen nach den tödlichen Schüssen von Kiew, die zum Sturz der Regierung von Präsident Viktor Janukowitsch führten, mehren sich Hinweise, die erhebliche Zweifel an der offiziellen Version der Ereignisse aufkommen lassen. Nach Recherchen des WDR-Magazins Monitor ist es unwahrscheinlich, dass die Schüsse auf Demonstranten ausschließlich von Seiten der damaligen ukrainischen Führung unter Janukowitsch ausgingen.

Auch Schüsse aus dem Hotel Ukraina

Auf Videos ist außerdem zu erkennen, dass die Oppositionellen auf der Institutska-Straße nicht nur aus Richtung der Regierungsgebäude beschossen wurden, sondern auch vom Hotel Ukraina, das in ihrem Rücken lag. Im Interview mit Monitor bestätigt das ein Augenzeuge, der sich an dem Tag zwischen diesem Hotel und den Regierungsgebäuden aufgehalten hatte und auf mehreren Videos auszumachen ist: „Wir wurden von vorn beschossen und auch von hinten, etwa aus der achten oder neunten Etage des Hotels Ukraina. Das waren auf jeden Fall Profis.

Das Hotel, in dem auch zahlreiche Medienvertreter untergebracht waren, befand sich an jenem Tag fest in der Hand der Opposition. Am Morgen des 20. Februars hatte sie Einlasskontrollen eingeführt: in das Hotel kam nur noch, wer einen Zimmerschlüssel hatte oder sich ausweisen konnte.“

Wir haben es in der Ukraine mit fast tödlicher Sicherheit mit einem Vorgehen zu tun, welches seit Jahrzehnten „erfolgreich“ weltweit eingesetzt wird zwecks System-Change.

———————

Soweit mein Text vom 15.04.2014.

Bis zum heutigen Tag wird der Schlüssel zum blutigen Putsch in Kiew nicht aufgeklärt und unter Verschluss gehalten.

Kombiniert mit der pausenlosen medialen Propaganda erhärtet sich die Vermutung, dass dieses Verbrechen auch nie aufgeklärt werden soll, da ansonsten das ganze Lügengebäude wie ein Kartenhaus einstürzen würde.

Der Einsturz würde der Glaubwürdigkeit westlicher Politiker und Medien massiv weiter beschädigen, wurde doch nie wirklich recherchiert, sondern die Anti-Russland-Kampagne sofort und unablässig auf diesen wackeligen Beinchen aufgestellt.

Bedenklich ist, dass aktuell wieder diejenigen „Journalisten“ in den großen Medien berichten, die schon während der Geschehnisse auf dem Maidan eine unrühmliche Rolle spielten …

 

Nachtrag

Die nächste Eskalationsstufe wird gezündet:

Kiew schlägt Einsatz von EU-Soldaten im Osten vor
Der ukrainische EU-Botschafter bringt eine neue Idee ins Spiel: die Entsendung europäischer Soldaten in das Kriegsgebiet Ostukraine. Poroschenko schwebt eine Polizeimission der EU vor.

Nachtrag 2 

Aufklärung der Maidan-Morde: „Ich bin nicht sicher, wann ich wieder in die Ukraine reisen kann“
„Der Politikwissenschaftler Ivan Katchanovski über die Methode und die Ergebnisse seiner Untersuchung und die Haltung der ukrainischen Behörden

Der Politikwissenschaftler Ivan Katchanovski hat öffentlich zugängliches Material zu den Kiewer Scharfschützenmorden am 20. Februar analysiert. Im Gegensatz zur offiziellen Untersuchung der neuen Machthaber fand er Belege dafür, dass es Schützen in Maidan-kontrollierten Gebäuden gab. Laut Katchanovski feuerten sie auf Polizisten, Maidankämpfer, Journalisten und Unbeteiligte (Scharfschützenmorde in Kiew).

Zum Jahrestag der Scharfschützenmorde in Kiew hat Ivan Katchanovski eine aktualisierte und ausgedehnte Analyse des Massakers veröffentlicht.“

https://www.freitag.de/autoren/mopperkopp/die-scharfschuetzen-des-maidan

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„Interessant wäre eine Debatte darüber,  welche Deutschen das Terrorregime der Roten Khmer in Kambodscha (1975 bis 1978, geschätzt 1,7 bis 2,2 Millionen Opfer) propagandistisch unterstützten. Auskunft geben könnte eine Reihe von Ex-Mitgliedern der Maoisten-Sekten KBW und KPD/AO, die es später auf einflussreiche Posten im Schweinesystem BRD schafften.

Manche von ihnen nahmen Plätze im Bundestag ein, einige sogar Minister- und Ministerpräsidentensessel. Andere besetzen bis heute gutdotierte Posten in renommierten Verlagshäusern oder leiten grüne Stiftungen. Als Faustregel kann gelten: Je entsetzlicher die Systeme waren, die von den Linksextremen einst angehimmelt wurden, desto grüner blühten deren neue Spielwiesen. Es war besonders die sich seit Mitte der 1970er ausbildende grüne Partei, welche Fans des Totalitären anzog wie der Dung die Fliegen.

Den ehemaligen Anhängern der „chinesischen Linie“ hatte – neben revolutionären Lichtgestalten wie Kim Il-Sung, Idi Amin oder Robert Mugabe – es seinerzeit besonders Pol Pot angetan, der Kommandeur der Killing Fields. Auf den Ausrotter des eigenes Volkes ließen seine deutschen Apologeten nichts kommen. Unvergessen, mit welcher Wut die K-Gruppen-Genossen den damaligen ARD-Reporter Christoph Maria Fröhder mobbten.

Fröhder hatte, als letzter in Phnom Penh verbliebener westlicher Journalist, 1975 unter Lebensgefahr den Einmarsch der pistolenschwingenden Urwaldkommunisten dokumentiert. Und später in Fernsehsendungen kenntlich gemacht, was sie verkörperten: den Kollaps einer Zivilisation.“

  13.03.2015  Achgut.com

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/suendenkreuzfahrt._naechster_hafen_armenien

http://www.linksfraktion.de/im-wortlaut/gruene-ex-maoisten/
Auch interessant:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9221663.html

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Die Welt ist in einer prekären Schieflage
Peter Sloterdijk bezeichnet in seinem neuen Essay Europa als Unterhaltungsgemeinschaft und die USA als Kampfgemeinschaft. Beides seien Formen der Selbstzerstörung.

 

«Das europäische Aggregat befindet sich in einem Zustand, den niemand so gewollt haben kann»: Philosoph Sloterdijk. (30. Oktober 2013)

«Das europäische Aggregat befindet sich in einem Zustand, den niemand so gewollt haben kann»: Philosoph Sloterdijk. (30. Oktober 2013)

Welches Bild eignet sich am besten, um den wenig berauschenden Zustand Europas zu beschreiben? Peter Sloterdijk macht in seinem am Montag erscheinenden Essay folgenden Vorschlag: «Am besten wäre es, sich Europa vorzustellen wie einen Campingplatz am Rand der österreichischen Alpen. Nehmen wir an, es ist schon Ende August, es regnet seit fünf Wochen ohne Unterbrechung, wir haben unseren ganzen Urlaub in eine Tiefdruckzone investiert, längst hat man den Punkt erreicht, von dem an man schlechtes Wetter persönlich nimmt. Und genau da sieht man ihn in seiner wahren Natur, den Europäer von 2013, den verbitterten Urlauber, der unter dem triefenden Vordach sitzt und sich den Schilling zurückwünscht oder die Pesete oder die D-Mark, jeder für sich in seinem durchnässten Anhänger isoliert.»

Um dieses verregnete Ferienbild herum bringt der Meister der philosophischen Essayistik seine Argumente in Stellung: Europa, insbesondere die EU, hat sich trotz der Eurokrise zu einer «Unterhaltungsgemeinschaft» entwickelt, in der sich die lose miteinander verbundenen Länder je nach Gusto und Angebot verschieden verhalten – der «durchwegs ökonomisch ausgerichteten Wohlstandsgemeinschaft» fehlt es an einer einigenden Idee, an einer Vision. «Das europäische Aggregat befindet sich in einem Zustand, den niemand so gewollt haben kann.»

Die Europäer, so lautet Sloterdijks düstere Diagnose, sind zu zersplittert, aber auch zu unernst, um die grossen, nationale Grenzen überschreitenden Probleme wirklich angehen zu können. Die «Handlungsfähigkeit der verfassten Handlungsorgane läuft hinter den schnell wachsenden Problemlawinen» her. Dieser beklemmende Rückstand macht sich schmerzlich bemerkbar bei so unterschiedlichen Themen wie: Umweltvergiftung und Klimawandel, Ressourcenkrieg und Flüchtlingsstrom, Nahrungsmittelspekulation und Tierrechte. Ein lockerer Unterhaltungsverbund, der von einer «alles durchdringenden Ernstfallferne» gekennzeichnet wird, ist diesen globalen Herausforderungen nicht gewachsen.

Imaginärer Krieg

Wenn es nicht der europäische Kontinent ist, der sich in die Gefahrenzone zu begeben wagt, um die dort drohenden Krisen im Keime zu ersticken, dann stellt sich die Frage, ob die Vereinigten Staaten von Amerika zu dieser heiklen, aber nicht unmöglichen Mission imstande sind. Peter Sloterdijk, der mit dem Gegensatzpaar «Krieg und Frieden» operiert, sieht auch jenseits des Atlantiks keine wirkliche Hoffnung auf Veränderung. Denn im Unterschied zu Europa, das sich dem kantschen ewigen Frieden verschrieben hat und nicht zuletzt deshalb die Dringlichkeit der Probleme auf die lange Bank schiebt, haben sich die USA nach der traumatischen Zäsur vom 11.  September 2001 auf einen langen, imaginären Krieg festgelegt.

Wie die europäische Entschlussschwäche ist der «war on terror» wenig geeignet, die wahren Probleme, welche die Welt bedrohen, in den Blick zu ­bekommen. Sloterdijk erkennt einen neuen (fast marxschen) Verblendungszusammenhang: Die «antiislamische Verbissenheit», mit der die Amerikaner die Welt in Kollektivverdacht nehmen, führe dazu, dass zentrale Themen wie etwa das der Klimaerwärmung klein­geredet oder gar sträflich vernachlässigt werden.

Peter Sloterdijk lässt in seinen «Reflexionen eines nicht mehr Unpolitischen» die Stimmung nach 9/11 aufleben: Auf beiden Seiten des Atlantiks kam es zu einer regelrechten Hetzkampagne gegen all jene, die zu einer «Ethik der Zurückhaltung» aufriefen. «Ich formulierte ein ruhiges, doch unverhandelbares Nein zu all den Rückschlagskommandos da drüben und zu ihren Claqueuren bei uns.» Die Schweizer Minarettinitiative wird zwar nicht explizit erwähnt, lässt sich aber im Rückblick als ein unreflektierter Reflex auf diese Stimmung deuten – letztlich eine Phantomabstimmung ohne «reale Gegenwart» (George Steiner).

Verheerende Formel

Eine «kampfgemeinschaftliche Zusammenballung», wie die USA sie verkörpern, ist im Gegensatz zum relaxten europäischen Pol eher in der Lage, eine politische Agenda zu postulieren, um mit verbindlichen Beschlüssen die sich häufenden Krisen der Gegenwart anzugehen. Aber die frei werdende Energie, schreibt Sloterdijk, wird in die falsche Richtung gelenkt: «Wie verheerend die Nonsense-Formel vom Krieg gegen den Terror weltweit gewirkt hat und wie krank die Gehirne der unbedachten Benutzer der Formel durch sie geworden sind, kann man an der zutiefst korrupten Rede des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan erkennen, in welcher er die demokratischen Demonstranten im Gezi-Park von Istanbul als ‹Terroristen› bezeichnete.» Der Terminus «war on terror» sei, so Peter Sloterdijk wie gewohnt wort- und bildstark, aus dem Labor des Pentagon ausgebrochen und zu einem viralen Ungeheuer mutiert, das seinen Opfern den Tod, seinen unbedachten Benutzern aber die Pest bringe. «Unbedacht sind vor allem jene scheinbar wohlmeinenden Zeitgenossen geblieben, die hart­näckig ignorieren, dass 99  Prozent aller terroristischen Übergriffe im 20.  Jahrhundert auf das Konto von Staatsterro­rismen gegangen sind.»

Mit diesen Worten wird Peter Sloterdijk bei den Linken, die sich bei Jürgen Habermas oder Noam Chomsky besser aufgehoben fühlen, einiges an Terrain gutmachen – sind es solche Passagen, die den Autor nun zu einem «nicht mehr Unpolitischen» machen (in Anlehnung an Thomas Manns «Betrachtungen eines Unpolitischen»)? Wie dem auch sei, den Konkurrenten vom Starnberger See nimmt er erneut unter Beschuss: Hätte man nach dem 11.  September «Habermas konsultiert, er hätte seine Unzuständigkeit erklärt, weil er auf symmetrische Beziehungen zwischen vorsortierten Vernunftsubjekten spezialisiert ist». Das ist so böse, dass sein Erzfeind sich nicht auf eine Replik wird einlassen können – als einflussreichster deutscher Denker der Gegenwart hat er dies allerdings auch nicht nötig.

Pathologische Schwäche

Die Welt ist, das macht der schmale, aber gehaltvolle und brillant formulierte Essay klar, in einer ziemlich prekären Schieflage: Während Europa in einer geradezu pathologischen Weise schwach ist, fallen die USA durch eine «aus dem Gleis gesprungene Agentur-Stärke ins Auge». Letztere führt dazu, wie der NSA-Skandal zeigt, dass die Führer der Grossmacht den «Globus zum Fahndungs­gebiet und zum Schlachtfeld ohne Grenzen» erklären, ohne zu bedenken, wie kurz der Weg sei vom ersten Verrat an den eigenen Grundwerten bis zur vollendeten Selbstpreisgabe. Was muss geschehen? Europa hat sich in den Augen Sloterdijks neu zu formatieren, und die USA müssen die aufs militärische Feld bezogene Stärke breiter diversifizieren. Eine neue Weltordnung könne nur entstehen, wenn sich beide Seiten eingestünden, dass es ohne einander nicht geht. Amerika muss also europäischer, Europa amerikanischer werden.

Auch wenn Peter Sloterdijk sich in diesem Essay explizit auf die westliche Welt bezieht, so ist man doch erstaunt, dass er die aufstrebenden Mächte wie Brasilien, China oder Indien nicht in den Blick nimmt. Denn diese werden, wie auch immer der Westen sich verhält, eine entscheidende Rolle spielen bei der Frage, wie die sich abzeichnenden Grosskrisen zu bewältigen sind. Die künftige Welt, so ist zumindest anzunehmen, wird keine bipolare mehr sein – neben Krieg und Frieden wird es noch andere Optionen in einer immer komplexer werdenden Welt geben. (Tages-Anzeiger)

Peter Sloterdijk: Reflexionen eines nicht mehr Unpolitischen. Dankrede von Peter Sloterdijk zur Entgegennahme des Ludwig-Börne-Preises 2013. Laudatio: Hans Ulrich Gumbrecht. Suhrkamp-Verlag, Berlin 2013. 64 S., ca. 11 Fr.http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Die-Welt-ist-in-einer-prekaeren-Schieflage/story/21749868line-wordpress-long

http://hinter-der-fichte.blogspot.de/ Samstag, 28. Februar 2015
Studie in Zahlen: Der goldene Goebbels geht an Deutschland

Zahlen aus 60 Ländern beweisen, Deutschland führt die Hitliste der antirussischen Propaganda an – noch vor den USA.
 

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Das Sowjet-Paradies. Ausstellung der Reichspropagandaleitung der NSDAP 1942.

Die inzwischen zur flächendeckenden Hetze ausgewachsene Propaganda der deutschen Konzern- und Staatsmedien gegen Russland ist allgegenwärtig. Im Jahr 2014 steigerte sie sich im quasistaatlichen und privaten TV gleichermaßen soweit, daß selbst unpolitische einfache Menschen auf die Barrikaden gingen und den Mediensirenen die Stirn boten.

Die Unterstützung der US-finanzierten Kiewer Oligarchenjunta, Putschisten, Faschisten durch Print- und elektronische Medien (und die politischen Faschismusunterstützer von Harms bis Brok) wuchs sich zum öffentlichen Skandal aus. Unvergessen die Propagandastücke von Atai, Lielischkies, Brössler, Kornelius, den WELT/ZDF-Eigendorfs, Herzinger und wie sie alle heißen.

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Ranking der Feindseligkeit gegen Rußland 2014
Für die Studie des Russischen Institutes für Strategische Studien wurde das „Ranking massenmedialer Feindseligkeiten gegen Russland 2014“ ermittelt.

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70.000 Artikel ausgewertet

Bis heute weigern sich die Schreibtischtäter gegen den Begriff „Lügenpresse“. Doch das „Russische Institut für Strategische Studien“ hat nun profunde Daten vorgelegt, die unser aller Empfinden mit Fakten untermauern. 70.000 Medien-Veröffentlichungen in 60 Ländern wurden durch den Think Tank untersucht.
Danach führt – wie bereits 2013! – weltweit Deutschland das Trommelfeuer gegen Russland unangefochten noch vor den USA an.

Die Medienfront besteht dem Institut zufolge aus „…den angelsächsischen Ländern, den EU-Staaten, Japan, Ukraine, Georgien und Jordanien…. 2014 hatte Deutschland die höchste Anzahl signifikanter Veröffentlichungen über Russland – 8929, gefolgt von den USA mit 5771, Großbritannien 5209, Frankreich 4810, Schweiz 4105.“ „Die Länder die einen Propagandakrieg führen sind Deutschland und USA, gefolgt von den weniger aggressiven Österreich, Frankreich, Großbritannien und Polen.“

Faktor der Schande

Die von den deutschen Atlantikern und Bilderbergern angeführten Medien bellen demzufolge noch lauter als die Stimme ihres Herrn in Washington.

Von den 8929 deutschen Russlandmeldungen waren geradeeinmal 1050 neutral, 7838 dagegen negativ. Mehr als in den USA, Canada und Polen zusammen!

Aus diesem Verhältnis von neutralen zu feindseligen Artikeln ergibt sich ein (Feindseligkeits-)Faktor von 7,46. Deutlicher gesagt, sachlichen Berichten stehen 7,46 Feindseligen gegenüber. Weltrekord.

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„Lügenpresse“ trifft den Zustand der deutschen Medienlandschaft erwiesenermaßen nicht annähernd.

Wir leben im weltweit führenden Propaganda-Staat, „totaler und radikaler“ als wir uns ihn vorstellen konnten.

http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2015/02/studie-in-zahlen-der-goldenen-goebbels.html

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Jemen, Syrien, Ukraine – und die „westlichen Werte“

anderweltonline.com,  März 30, 2015

Von Peter Haisenko

Der USA-freundliche Herrscher im Jemen Hadi ist von Huthi-Rebellen gestürzt worden und nach Saudi-Arabien geflüchtet. Die Saudis bombardieren daraufhin Ziele im Jemen, in der nördlichen Hauptstadt Sanaa, und zerstören dort unwiederbringlich wertvolle Kulturgüter – die einmalige Lehm-Architektur. Die deutsche Regierung findet das in Ordnung.

In Syrien kann mittlerweile kaum noch festgestellt werden, wer alles seine Luftwaffe entsendet, um syrisches Territorium zu bombardieren, Raffinerien und Infrastruktur zu zerstören. Von einer Integrität syrischer Staatsgrenzen kann schon seit Jahren nicht mehr die Rede sein. Geschätzte 200.000 Menschen haben seit Beginn des Bürgerkriegs den Tod gefunden, Millionen sind auf der Flucht – und es werden täglich mehr. Die deutsche Regierung nimmt hierzu nicht Stellung.

In der Ukraine hat es gewalttätige Aufstände gegen die russland-freundliche Regierung Janukowitsch gegeben, die letztlich zu einem Staatsstreich geführt haben. Die deutsche Regierung hat sich sofort umfassend auf die Seite der jetzt russland-feindlichen Regierung gestellt und findet den Umsturz gut. Die „Unverletzlichkeit“ der ukrainischen Grenzen wird beschworen, als höchstes Gut gefeiert.

Unglaubliche Doppelmoral wird offenkundig

Der Vergleich der drei Länder ist zulässig, ja, er muss gemacht werden, denn er offenbart eine unglaubliche Doppelmoral. Auch bestimmte Taten des IS müssen unter diesem Aspekt betrachtet werden. Wenn IS-Schergen mit Radladern, Presslufthämmern und Muskelkraft Kulturgüter zerstören, schreien die Medien (zurecht) auf. Wenn die Saudis Bomben auf Kulturgüter im Jemen werfen, ist das kein Wort der Kritik wert. Wenn pro-westliche „Anti-Assad-Kämpfer“ die uralte Kulturstadt Aleppo in Schutt und Asche legen, wird das mit einem Achselzucken hingenommen. Wenn die Kiew-Regierung und die privaten Kampfbrigaden den neuen Flughafen in Donezk, Teile der Stadt und ganze Dörfer in Trümmer schießen, wird das mit einem „selber Schuld“ abgetan.

Was passiert denn gerade im Jemen? Nach dem Sturz der US-freundlichen Regierung, der religiös oder zumindest ideologisch begründet wird, greift die US-freundliche saudische Regierung ohne UN-Mandat militärisch ein und verstößt damit eindeutig gegen das Völkerrecht. Der Westen und unsere Regierung protestiert nicht, liefert weiterhin die Waffen an Saudi-Arabien, mithilfe derer der Völkerrechtsbruch begangen wird. Mahnende Worte zur Zurückhaltung bleiben aus, von „Sanktionen“ ist erst recht keine Rede.

Übertragen wir doch einmal die Vorgänge im Jemen auf die Ukraine. Vergleichsweise hätte also Russland entscheiden können, dass sie Kiew bombardieren, weil dort ein russland-freundlicher, demokratisch gewählter Präsident – Janukowitsch – um sein Leben fürchtend nach Russland geflüchtet ist. So wie jetzt Hadi nach Saudi-Arabien. Russland hat das nicht getan. Der Bürgerkrieg im Osten der Ukraine ist entstanden, weil die Kiew-Regierung ihren Umsturz mit Waffengewalt auch den Einwohnern der Ostregionen aufzwingen wollte – unter Beteiligung von illegitimen, privat aufgestellten und finanzierten Mörderbanden. Russland hat den angegriffenen Ostregionen moralisch Hilfestellung geleistet und vielleicht – es ist unbewiesen – auch mit Waffen. Doch keine russische Bombe ist auf ukrainisches Staatsgebiet abgeworfen worden. Dennoch tobt sich der Westen verbal gegen Russland aus und verhängt Sanktionen.

Ausgerechnet Saudi-Arabien!

Es wäre nur noch lächerlich, wenn man behaupten wollte, im Jemen müsste eine Demokratie geschützt werden. Vor allem dann, wenn ausgerechnet Saudi-Arabien diese Aufgabe wahrnehmen sollte. Ausgerechnet dieses erzkonservative, reaktionäre Wahabiten–Regime schwingt sich auf als Verteidiger von Menschenrechten und moderner Demokratie!? Das ist pervers. Im gesamten Nahen und Mittleren Osten gibt es keine Regierung, die mit Fug und Recht „demokratisch“ genannt werden könnte. Genauso wenig wie die Oligarchen, die jetzt und früher über das Schicksal der Ukraine bestimmen. Um Demokratie kann es also nicht wirklich gehen. Hier wie dort.

Was übrig bleibt, ist die flagrante Doppelmoral. Ein US-freundlicher Präsident im Jemen wird gestürzt und es ist vollkommen in Ordnung, wenn der Nachbar das mit Bombenangriffen zu revidieren sucht. Jugoslawien wird zerschlagen, zerstört, und es ist gut. Die USA ermorden täglich Menschen, nicht nur im Jemen, mit ihren Drohnen und niemand protestiert. Saudi-Arabien zerstört Kulturgüter, es gibt keinen Protest. IS-Milizen zerstören Kulturgüter und lösen damit einen Sturm der Entrüstung aus. Syriens laizistische Regierung versucht die Ordnung im Land zu erhalten und so auch die Christen zu schützen – das ist böse. Ostukrainer wehren sich gegen eine illegitime Zentralregierung und das ist böse. An die Saudis werden Waffen geliefert inklusive direkter Unterstützung der Armee bei den Angriffen auf den Nachbarn durch die USA und das ist gut. Russland reagiert und betreibt Schadensbegrenzung im Ukraine-Konflikt unter anderem mit den Minsk-Abkommen und wird dafür mit Sanktionen belegt.

Um welche „westlichen Werte“ geht es?

Gibt es also überhaupt noch „die westlichen Werte“, die irgendwie konsequent verteidigt werden können und müssen? Ist es nicht eher so, dass, je nachdem was den USA zupass kommt, Werte, Allianzen, Freund und Feind beliebig austauschbar sind? Wie glaubwürdig kann der Westen überhaupt noch sein, der Profit, Macht und den Zugriff auf Öl über jede Moral stellt? Ist es nicht eher Russland, das klassische humanistische Werte verteidigt, indem es zum Beispiel verhindert hat, dass das, was von Syrien übrig geblieben ist, wie Libyen restlos durch Bombardierungen zerstört worden wäre und so Menschenleben gerettet hat? Kann umgekehrt ein Land (die USA), das während der letzten 70 Jahre mehr als 200 Kriege geführt und Millionen Menschenleben zerstört hat, überhaupt noch einen moralischen Wert für sich reklamieren?

Allzu schnell, ja geradezu leichtfertig wird die „Verteidigung der westlichen Werte“ vorgeschoben, während es in Wirklichkeit um nichts anderes geht, als um die – auch militärische – Durchsetzungen egoistischer – meist finanzieller – Interessen. Wie viel Überwachung ist mit diesen Werten vereinbar? Gilt die Unschuldsvermutung noch? Darf man anderen Ländern und Kulturen „westliche Werte“ mit Gewalt verordnen? Kann es überhaupt eine Demokratie als Hort eben jener westlichen Werte geben, in einer völlig überschuldeten Welt, die voll und ganz vom Diktat der Finanzwelt abhängig ist?

Angesichts der inneramerikanischen und internationalen Entwicklungen der letzten Jahre wird auch darüber zu diskutieren sein, ob die westlichen Werte noch pauschal zu benennen sind. Es erscheint sinnvoller, hier eine Unterscheidung zwischen europäischen und amerikanischen Werten vorzunehmen. So viel steht fest: Wenn irgendjemand noch westliche Werte schützen und verteidigen will, dann müssen zuallererst diese Werte wieder eindeutig definiert werden. Und wenn wir uns auf solche verteidigungswürdige Werte verständigt haben, dann muss auch allen Beteiligten klar sein, dass diese universell gelten und nicht fallweise mal so oder mal so angewendet werden dürfen. Wenn wir diese Doppelmoral stillschweigend akzeptieren, haben wir einen wesentlichen Teil dieser Werte bereits aufgegeben.

http://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-2015/jemen-syrien-ukraine-und-die-westlichen-werte/

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

Copy-shop als psychoanalytische Methode heute.
Die Psychoanalyse heute ist lediglich die Nachahmung einer vermeintlichen Psychoanalyse, die es so nie gegeben hat, also unbewußte Karikatur, Totemmaske ihrer selbst.

line-wordpress

Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.
Romantic sucks.
 The reality is always stronger than illusions.
 A delusion is characterized by increasing loss of reality, and can be attested to today’s leaders in Germany and the mass media. Loss of reality describes the mental state of a person who is not (any longer) be able to understand the situation in which it is located. So you are ruled by madmen and manipulated by the mass media.
Totalitarianism can only be defeated if one has the courage to call things by their right names, just as they are. Political correctness prevents it promotes totalitarianism and political cowardice and political lie.
The Extinction: Islam is like the sun, who comes too close to him, will burn itself and will flare the rest of the world with him.
Islam does not want any submission! Islam wants victory, destruction and annihilation.
The world was not created just for you.
Time needs time.
What has God with us when he freely admits the devil more and more territories?
It’s not the biggest fear when you look into an abyss, but to note that the abyss looks back at you.
I is different.
Muslim´s headscarf is less annoying than German mothers with their pushchairs.
Prostheses people – look like women and men, but they are not.
Global governance the political repair operation begins to repair before something was created.
The extremely increased, ostensibly critical, actually demonizing, German interest in Israel and Jews is perverse.
The Nonanti-Semite is by the current German law an anti-Semite who defames, discriminates, delegitimizes Israel, Jews, , but do not supports expressis verbis the aim of the Third Reich, the Holocaust, the extermination of the Jews.

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

An extreme narcissist is a potential terrorist, and every terrorist is an extreme narcissist.
Islamization means dementia.
Copy-shop as a psychoanalytic method today.
Psychoanalysis today is merely an imitation of a putative psychoanalysis, it has never existed, an unconscious cartoon, totem mask of itselves.