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Бумер (фильм)

 

Бумер (фильм)

Производство: Россия, 2003
Режиссер: Петр Буслов


В ролях: Владимир Вдовиченков, Андрей Мерзликин, Максим Коновалов, Сергей Горобченко, Яна Шивкова, Людмила Полякова, Анастасия Сапожникова, Василий Седых, Евгений Крайнов, Алексей Зайцев, Виталий Альшанский, Олег Семисотов, Михаил Лукашо, Филипп Рыба, Алексей Ошурков, Анатолий Кощеев, Александр Ильин, Николай Олялин, Нелли Уварова, Анна Чурина, Вячеслав Кулаков, Оксана Сташенко, Мария Шалаева, Сергей Шеховцов, Александр Высоковский, Илья Любимов, Яна Львова, Дмитрий Мухамадеев, Олег Валкман, Александр Бухаров, Алексей Васильев, Юрий Соколов
Награды: Национальная премия кинокритики „Белый слон“, Ника
Номинации: Национальная премия кинокритики „Белый слон“

Друзья Костян, Димон, Леха и Петя занимаются рэкетом. Очередная разборка заканчивается неудачно, и теперь они уходят от погони. За ними по пятам следует милиция. Угнанный черный BMW – верный друг „бумер“ – мчит перепуганную четверку прочь из Москвы. Никто из них не хотел умирать и быть убийцей, но будущее предрешено. Ставка в этой неравной борьбе – жизнь, а свободу нельзя купить даже ценой предательства.
Награды:
Национальная премия кинокритики „Белый слон“, Лучшая музыка – Сергей Шнуров, 2003;
Ника, Лучшая музыка к фильму – Сергей Шнуров, 2004.
Номинации:
Национальная премия кинокритики „Белый слон“, Лучший фильм, 2003;
Национальная премия кинокритики „Белый слон“, Лучший режиссер – Петр Буслов, 2003;
Национальная премия кинокритики „Белый слон“, Лучший сценарий – Петр Буслов, Денис Родимин, 2003;
Национальная премия кинокритики „Белый слон“, Лучшая работа оператора – Даниил Гуревич, 2003;
Национальная премия кинокритики „Белый слон“, Лучшая мужская роль – Владимир Вдовиченков, Андрей Мерзликин, Максим Коновалов, Сергей Горобченко, 2003;
Национальная премия кинокритики „Белый слон“, Лучший дебют, 2003… Онлайн фильм „Бумер“.

 

 

Vom Film-Soundtrack der jugoslawischen Schwarzen Welle der 1960er Jahre bis zum Balkan-Pop

Vom Film-Soundtrack der jugoslawischen Schwarzen Welle

der 1960er Jahre bis zum Balkan-Pop

von Tomo Polić

 

Vom Film-Soundtrack der jugoslawischen Schwarzen Welle der 1960er Jahre bis zum Balkan- Pop: Filmhistorische, kulturelle und politische Aspekte des Einsatzes von Balkanmusik im Film und Video

 

In guten Zeiten wird der Balkan in dem restlichen Europa und der Welt gerne als vorbildliches Ideal betrachtet, als ein gelungenes Beispiel für das friedliche Zusammenleben von verschiedenen Völkern und Kulturen. In schlechten Zeiten dagegen, gilt die Halbinsel als Abbild des Schreckens, als abschreckendes Beispiel – so sollten die Europäer nicht sein, so sollte die Welt keinesfalls aussehen.

Der Literaturnobelpreisträger Ivo Andrić schrieb in seinem Roman Die Brücke über die Drina. Eine Visegrader Chronik, dass die Menschen und Völker auf dem Balkan in der Vergangenheit nicht nur um die Territorien, Städte und Häuser, Reichtümer und Frauen, sondern auch um die Musik, um jedes einzelnes Lied, kämpften. Dieser Kampf dauert bis heute an, wobei sich die Auseinandersetzungen zunehmend ins Internet verlagern.

Unter dem Begriff Balkanmusik, wie auch unter dem Begriff Balkan, wird meistens völlig Unterschiedliches gemeint und verstanden. Für manche seien die Siedlungen der „wilden“ Bewohner des Balkans mit ihren Bräuchen und Sitten bereits hinter Aschaffenburg zu finden. Für die meisten anderen verläuft die Grenze zwischen der Balkanhalbinsel und dem Mitteleuropa doch eher entlang der ehemaligen Grenze zwischen der Habsburgermonarchie und dem Osmanischen Reich. Wegen den negativen kulturellen, sozialen und politischen Konnotationen des Balkan-Begriffs verneinen aber die meisten Völker der Balkaninsel ihre Zugehörigkeit zum Balkan.

Die Pop-Variante der Musik des Balkans, oft Balkanbeats oder Balkan-Pop genannt, fand ihren Weg in die deutschen und europäischen Klubs über den Film. Das geschah Mitte der 1990er Jahren, in einer Zeit in der auf dem Territorium des ehemaligen Jugoslawiens die blutigen Bürgerkriege wüteten. Emir Kusturicas Filme Underground (1995) und Schwarze Katze, weißer Kater (1998), ebneten den Weg zur Entstehung der neuen Musikrichtung, die der Frankfurter DJ Shantel später als Balkan-Pop bezeichnen werde.

Im Tutorium werden wir uns gemeinsam die Filme und Ausschnitte aus den Filmen von Aleksandar Petrović, Dušan Makavejev, Emir Kusturica, Krsto Papić, Slobodan Šijan, Živko Nikolić, u. a. anschauen. Die Darstellungen von Ritualen, Hochzeiten und sonstigen Feierlichkeiten in denen die Musik als Teil der Handlung eingesetzt wird, werden dabei im Mittelpunkt stehen. Das Einmalige und das Faszinierende am leidenschaftlich-emotional-exzessiven Feiern, das seine Auftritte begleite, beschrieb der ehemalige Philosophie-Student und Studienabbrecher und einer der Stars des Balkan-Pop, Goran Bregović mit den Worten: „Wer hier nicht verrückt wird, der ist nicht normal!“

Viele Musiker und Bands auf dem Balkan gehören der Roma-Minderheit an. Oft sind sie auch die eigentlichen. aber dem breiten Publikum meist unbekannte Urheber von Balkan-Hits. Auch der Alltag der Roma zeigte sich in der Vergangenheit als die ideale Quelle für die Plots von international erfolgreichen Filmen.

Im Video-Teil des Tutoriums werden zwei, auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Phänomene, unter die Lupe genommen. Neben dem „westlichen“, stark romantisierenden Balkan-Pop, dessen Vertreter mittlerweile in jedem europäischen Land zu finden sind, existiert auf dem Balkan eine andere, für das westliche Publikum eher befremdlich klingende und kaum genießbare Variante der Balkanmusik, die von ihren Kritikern Turbofolk und von Konsumenten einfach narodna (Volksmusik) genannt wird und auf dem realen Balkan tatsächlich und am liebsten gehört. Auf der formalen Ebene unterscheidet sich der Turbofolk vom Balkan-Pop zunächst nicht so sehr. Denn es ist ebenfalls eine Kombination aus einem modernem Klang und der traditionellen oder „neukomponierten“, meistens orientalisch angehauchten Musik. Nicht selten sorgen die Texte mit ihren oft banalen und vulgären Inhalten für die Empörung bei den gebildeten Teilen der Gesellschaft.

Wir werden uns auch solche Fragen stellen: Warum wird eine Russen Disko-Party als Balkan-Party wahrgenommen? Was hat die Habsburgermonarchie und was das Osmanische Reich mit der Musik des Balkans zu tun? Neben den filmwissenschaftlichen Texten werden wir einige Essays und Kurzgeschichten von Ivo Andrić, Slavoj Žižek, Dubravka Ugrešić, Danilo Kiš, Peter Handke und Miljenko Jergović lesen.

1. Sitzung

Đelem, đelem!

In der Beschreibung der Veranstaltung habe ich geschrieben, dass die Filme, Videos und Musik aus dem Balkan unsere Themen sein werden. Unter anderem wurden diese Fragen gestellt: Was ist Balkan, was ist Balkanmusik, Balkan Beats, Balkan-Pop? Mal schauen ob es uns gelingt, im Laufe des Semesters, diese Fragen zu beantworten.

In Film-Teil des Tutoriums werden wir uns ausschließlich Filme aus dem ehemaligen Jugoslawien anschauen. So wird zumindest eine Abgrenzung geschaffen und der Ausgangspunkt der Reise festgemacht. Da ihr ziemlich jung seid, könnte gut sein, dass ihr nicht genau wisst, welche Länder heute zu dem ehemaligen Jugoslawien gehören. Das sind heute unabhängige Staaten mit mehr oder weniger armer und stolzer Bevölkerung, Serbien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Slowenien, Montenegro und das Kosovo.

In dem Video-Teil werden wir die Grenzen öffnen und die Wege des Balkan-Pop verfolgen. Balkan-Pop als globales Phänomen hat seine Ursprünge in Jugoslawien, in jugoslawischem Film. Mit der Hilfe des Films, dazu zählen vor allem die Filme von Emir Kusturica, eroberte Balkan-Pop die Welt. Wir werden mit den Filmen, die als Werke der Regisseure der sogenannten jugoslawischen Schwarzen Welle, wobei das Adjektiv „jugoslawische“ nicht unbedingt zutreffend ist, anfangen. Denn mit der Ausnahme des Bosniers Bata Čengić, des Kroaten Krsto Papić, Slowenen Boštjan Hladnik und manchen anderen, weniger bekannten, die gelegentlich in dem Zusammenhang mit der polemischen Filmbewegung genannt werden, handelte es sich um ausschließlich serbische Regisseure, die zudem allesamt in der jugoslawischen und serbischen Hauptstadt Belgrad lebten. So könnte man sagen, dass es sich um ein Belgrader Phänomen handelte. Bis dahin, von 1946 bis zum Anfang der 1960er Jahre war die jugoslawische Filmindustrie dagegen überdurchschnittlich durch slowenische und kroatische Regisseuren vertreten.

Die Regisseure der Schwarzen Welle wollten die Realität zeigen. Die frühen jugoslawischen Filme waren dagegen mit dem revolutionären Pathos durchdrungen, mit der Partisanen-Romantik gekennzeichnet war. Die jungen Regisseure aus dem Belgrader Kreis hatten ihre Vorbilder im italienischen Neorealismus, in der französischen Novelle Vague aber auch in dem Cinéma vérité, dem amerikanischen Direct Cinema, sie liebten Film Noir, Eisenstein, Vertov, Hitchcock, Tati. Nachdem mehrere Filme der Schwarzen Welle auf den europäischen Filmfestivals gezeigt wurden und dort die Preise gewannen, übernahmen in Gegenzug die europäischen Regisseure manche stilistischen, strukturellen und ästhetischen Methoden der Jugoslawen. Darüber mehr in den nächsten Sitzungen.

Die Schwarze Welle wird meistens in die Zeit zwischen 1963 und 1972 datiert. Das Verbot und die Affäre um den Film Plastični Isus (1971, Jesus aus Plastik), eine Diplomarbeit von Lazar Stojanović, markierten den Anfang vom Ende einer Filmepoche, in der insbesondere zwischen 1965 und 1967 außerordentlich viele herausragende Filme entstanden sind – wie nie zuvor und nie danach.

Zu der ersten Generation der Schwarzen Welle zählen Aleksandar Petrović, Dušan Makavejev, Živojin Pavlović, um nur die wichtigsten zu nennen. Želimir Žilnik gehört beispielsweise schon der zweiten Generation an, die an der Belgrader Akademie für Film, Theater und Fernsehen von den Regisseuren der ersten Generation betreut wurde.

Die Schwarze Welle fing mit den gesellschaftskritischen Dokumentarfilmen an, ich möchte in der nächsten Sitzung einige dieser Filme zeigen.

Heute möchte ein Paar Ausschnitte aus dem Film I Even Met Happy Gypsies (Skupljači perja) des Regisseurs Aleksandar Petrovic aus dem Jahr 1967 zeigen. Das wird der erste Schritt in der Herstellung der Verbindung zwischen der Filmmusik und der Musikrichtung, die Shantel Balkan-Pop genannt hat. Während Petrovic die Intention hatte, das reale Leben zu zeigen, suggeriert die Ästhetik und der Inhalt des Balkan-Pop, mal romantisches, mal trashiges Bild des Balkans. I Even Met Happy Gypsies inspirierte Emir Kusturica zu seinen beiden Filmen mit der Roma-Thematik, Time Of the Gypsies (1988) und Schwarze Katze, weißer Kater (1998).

Wir werden neben den Filmen der Schwarzen Welle und den Filmen von Emir Kusturica im Laufe der Veranstaltung auch die Ausschnitte aus den Kriegsfilmen, sowie einige Komödien und Musikfilme aus den 1980er Jahren (beispielsweise Filme von Slobodan Šijan) anschauen. Die affirmativen Filme mit der Kriegsthematik wurden Filme der Roten Welle genannt. Sie hatten die Aufgabe das Selbstbewusstsein der jungen jugoslawischen Nation im Entstehen zu stärken und identitätsstiftend zu wirken. Die schwarze und rote Welle unterschieden sich im Umgang mit dem Erbe der jugoslawischen Revolution, die eine doppelte war: zum einen war sie der bewaffnete Widerstandskampf gegen die faschistischen Besatzer und die Kollaborateure, gleichzeitig aber auch eine proletarische, sozialistische Revolution.

Auch den beiden zentralen Figuren der Film- und der Musikszene Balkans möchte ich etwas mehr Zeit widmen. Emir Kusturica, wie auch Goran Bregović, der größte Star des Balkan-Pop, stammen aus Sarajevo, der heutigen Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina. Bregović und Kusturica waren lange Zeit befreundet und haben an drei Kusturicas Filmen zusammengearbeitet (Time Of the Gypsies (1988), Arizona Dream (1993), Underground (1995)). Die Musik für diese Filme machten Bregović weltweit berühmt. Da er Kusturica und seine Filme auf seinen Konzertplakaten nie erwähnte, zerbrach die Freundschaft zwischen den beiden. So erklärte zumindest der Regisseur in einem Zeitungsinterview die Gründe für den Bruch der Freundschaft. Vermutlich ging es aber dabei, wie immer, um eine Frau.

Während Kusturica ein Ruf des Provokateurs, und eines falsch verstandenen Rebellen (vor allem wegen seiner Interviews, weniger wegen seinen Filmen) begleitet, gilt Bregović als politisch korrekt, oder unpolitisch, und jederzeit anpassungsfähig. Bregovićs Exzesse sind selten und einkalkuliert, manchmal ungewollt (Neulich wurde im Netz zum Boykott seiner Konzerte aufgerufen. Der Grund waren seine Auftritte in dem „russischen Teil“ der Ukraine). Schon in Jugoslawien war Bregović mit seiner Band Bijelo Dugme ein Superstar, ab 1973 bis zum Ende des gemeinsamen Staates 1990. Die Medien auf dem Balkan berichteten neulich, dass die Bregovićs Band in Wirklichkeit von dem jugoslawischen Geheimdienst gegründet wurde. So geht das eben auf dem Balkan: irgendjemand erfindet eine Geschichte, die dann für immer an einem hängen bleibt, ob sie wahr sei oder nicht, ist dabei nicht so wichtig. Es kommt oft vor, dass die Menschen einen tot geglaubten in der weiten Welt treffen, und das zuhause weitererzählen. Sie stellen die Geschichte mit einer Überzeugung dar, dass selbst die, die persönlich auf der Beerdigung anwesend waren, plötzlich glauben, dass der Tote doch noch am Leben sei. Auch umgekehrt, werden die Lebenden gerne für tot erklärt. Auch jugoslawische Filme erzählen solche Geschichten.

Ein begleitendes Thema, ein weiteres Leitmotiv des Tutoriums wird der Turbofolk sein, ein musikalisches, ästhetisches und gesellschaftliches Balkan-Phänomen. Die lärmende, orientalisch angehauchte Musik, mit vulgären, lasziven Texten und mit Botex & Silikon umgeformten Sängerinnen, wirkt auf das westliche Publikum meist abstoßend. Die Musik, die für die Westeuropäer ein weißes Tuch sei (wie beispielsweise für viele der deutsche Schlager) ist mit dem romantisierend- multikulturell -kultivierten Balkan-Pop eng verwandt.

Die Roma als Akteure, als Musiker, oder als beides, als Protagonisten und Kommentatoren, werden ein weiteres Leitmotiv der Veranstaltung sein. Die Texte der Lieder in den Filmen liefern oft einen Kommentar zu der Handlung oder erzählen eine Geschichte, die nicht unmittelbar dazu gehört und als Subtext zu verstehen ist.

Wie in der Beschreibung der Veranstaltung erwähnt, empfehle ich, begleitend zum Tutorium, die Werke von Ivo Andrić (1892-1975) zu lesen. Das würde den Zugang zu den Filmen erleichtern und würde den Einblick in die Geschichte des Zusammen- und Nebeneinanderlebens der Völker Balkans geben. Aus dem gleichen Grund empfehle ich die Erzählungen und Romane von Miljenko Jergović, einem der bekanntesten Schriftsteller der Gegenwart in der „Region“.

Jetzt möchte ich drei Szenen aus dem Film I Even Met Happy Gypsies zeigen, drei Szenen die mich dazu gebracht haben, nach der Verbindung zwischen dem jugoslawischen Film der 1960er Jahre und dem Balkan-Pop nachzudenken.

Im Film geht es um zwei konkurrierende Roma, zwei Gänsefederhändler, dem Bora (gespielt von Bekim Fehmiu) und Mirta (Bata Zivojinović). Beide versuchen möglichst viele Gänsefeder von den Menschen in ihrer Umgebung abzukaufen. Unter den Anbietern sind auch ein verarmter orthodoxer Pope und eine Nonne. Bora und Mirta teilen die Einflussgebiete untereinander aus. Sie treffen sich in dem örtlichen Kaffeehaus, einer Gaststätte, um zu verhandeln. Die Gaststätte ist für sie wie in ein gemeinsames Büro, in dem sie sich austauschen, gemeinsam trinken, singen und trauern. Die Sängerin (Olivera Katarina) und die Roma-Musiker sorgen dafür, dass die Stimmung immer heißer wird und das keiner gleichgültig bleibt. Man sieht auch das normale Publikum. Die normalen Gäste wirken in den Einstellungen wie fremde Körper.

In der ersten Szene singt die Sängerin das Lied Niška Banja. Sie scheint die Herrscherin in ihrem Reich zu sein, sie tauscht die Mützen und Kappen auf den Köpfen der Gäste um und bringt sie durcheinander. Wie auch in den Filmen mit der Kriegsthematik, beispielsweise in denen von Antun Vrdoljak, funktionieren auch hier die Kappen und Mützen als Bedeutungsträger. Sie beinhalten die verschlüsselten Informationen über die nationale Angehörigkeit, die soziale Stellung oder den Beruf, suggerieren oft auch die Zugehörigkeit zu einem bestimmten politischen Lager. Mit der gleichermaßen lebhaften und energischen Tauschaktion der Sängerin, entsteht die Illusion der (proklamierten) gesellschaftlichen Gleichheit zwischen den Gästen aus allen Schichten und ethnischen Gruppen. Die Illusion wird kurze Zeit danach zerstört, indem der Polizist zu Bora sagt, dass man „mit einem Zigeuner entweder trinken oder ihn verhaften kann“, und sonst nichts. Diese Aussage stellt die normative Ordnung wieder her.

In der zweiten Szene passiert etwas Erschreckendes, vermutlich wäre der Film wegen der Szene von der deutschen FSK erst ab 18 freigegeben. Was geschieht? Zunächst hören wir uns das Lied an. Djelem, djelem lautet der Refrain des Liedes, das heute die offizielle Roma-Hymne ist. In dem Lied heißt es, dass die Roma immer unterwegs seien und nirgendwo ihr zuhause finden könnten. Irgendwo dazwischen sein, und immer auf dem Weg, auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen, in Bewegung, das ist auch die Position, der Zustand der jugoslawischen Gesellschaft in den 1960er Jahren, einer Gesellschaft im Wandel. Das wird auch danach so bleiben. Die Figuren im Film suchen nicht nach etwas Konkretem, sie versuchen zu überleben. Das einzige, das die Hoffnungen weckt, ist das Fernsehen, und das Fernsehprogramm, das eine inszenierte, wunderschöne Welt zeigt, die es nur in der Hauptstadt, in Belgrad geben könnte. Auch das Fernsehergerät als Gegenstand, der die Traumwelt ausstrahlt, ist ein wertvolles Objekt, das in Notsituationen verkauft oder getauscht wird. Zuhause, in Sombor, in Vojvodina, ist alles anders als im Fernsehen, alles anders als in Belgrad. Und so wird es anscheinend auch noch lange bleiben.

Die Regisseure der Schwarzen Welle suchten sich die ethnische Gruppe der Roma bewusst aus, um die gesellschaftlichen Missstände aufzuzeigen. Von der Partei propagierte Parolen der Gleichheit konnten am Bespiel der Roma am effektivsten in Frage gestellt werden. Am Bespiel der Alltagsbeziehungen von Roma und den anderen Volksgruppen zeigt Petrović wie das Zusammenleben in der Realität funktioniert. Er zeigt uns wie die Richter, Polizisten, Geistlichen, die Angehörigen der anderen Minderheiten und die Ausländer auf der Durchreise mit den Roma kommunizieren und wie sie sie behandeln: Mal feindlich, mal gewalttätig, oft freundlich aber zurückhaltend, mal herzlich, mal wie kleine Kinder, aber immer misstrauisch, und fast immer vom oben herab.

Aber warum macht der Mann im weißen Anzug, der Bora, das was er macht? Warum zerschlägt er die Gläser und verletzt sich auf eine grausame Weise?

Die Gläser kaputtzuschlagen und sich dabei zu verletzten, wie in dieser Szene, soll heutzutage nicht so oft vorkommen. Dieser Brauch wird auf dem ganzen Balkan praktiziert. Die kaputtgeschlagenen Gläser werden dem Gast in Rechnung gestellt. Der Schild mit dem Satz Jedes zerschlagene Glas wird bezahlt schmückte viele Dorfkneipen. In Griechenland kann man in manchen Kneipen heute noch die einfachen weißen Teller kaufen, die Teller die man im Laufe der Nacht zerschlagen darf.

Das Wesentliche neben der Trauer, Melancholie und des Gefühls der Unglücks und des Bedürfnisses, das eigene Schicksal zur Schau zu stellen, ist die Musik, die einen begleitet. Denn die Musik hat die irrationelle Kraft, die Menschen dazu zu bringen, auch solche Dinge zu tun. In Dostojewskis Erzählung Kreutzersonate beispielsweise, inspirierte Beethovens Sonate den eifersüchtigen Posdnyschew dazu, seine Ehefrau zu töten. Bora bringt niemanden um, erst später wird er auch das tun.

Die Kraft der Musik, die exotischen Klänge und die fremdaussehenden Menschen, die die Balkan-Musik spielen oder dazu tanzen, fasziniert auch Menschen im Westen: Einmal selbst die Gläser kaputtzuschlagen. Wenn auch nur in Gedanken.

Djelem, djelem kann man als Sevdah-Lied bezeichnen. Das Wort Sevdah kommt aus dem Türkischen, sevda bedeutet Liebe. Auch im Arabischen gibt es ein ähnliches Wort, das dort die schwarze Galle oder einfach nur die Farbe Schwarz bedeutet. Die Schwarze Galle symbolisiert Melancholie. Im Mittelalter haben die Ärzte sie benutzt, um die menschlichen Emotionen unter Kontrolle zu halten.

Die Leidenschaft und Traurigkeit werden in der Szene verbunden, die Musik selbst verleiht dem Moment etwas Transzendentales und etwas Dämonisches. Bora überwindet für ein paar Momente die Angst vor dem Leben, die Angst vor seiner Umgebung. Die Angst ist für die Menschen auf dem Balkan in den vergangenen Jahrhunderten, insbesondere in der langen Epoche der osmanischen Herrschaft, zum prägenden Gefühl geworden, einem Gefühl das gelegentlich auch die Zerstörungstriebe fördert.

Ciganka sam mala, das Lied aus dem dritten Ausschnitt, wurde von Shantel und seiner Bucovina Klub Orkestar gecovert und unter dem Namen Ciganka Medley veröffentlicht. Das Lied wurde zu einem seiner Markenzeichen. Im Hintergrund des Geschehens sehen wir die normalen Gaststätten-Besucher, die man der bürgerlichen Schicht zuordnen könnte. Manche beobachten das Geschehen interessiert, wie im Theater, andere spielen Karten, ein Pärchen küsst sich leidenschaftlich.

Hasan Dudić- Čaše lomim, ruke mi krvave

Diese Band spielt nicht ein Lied aus dem Film nach, sondern besingt den Brauch, die rituelle Selbstverletzung, die wir im Film gesehen haben. Der Refrain des Liedes, das hier gesungen wird, lautet: Ich schlage die Gläser kaputt, meine Hände sind blutig. Diese Worte beschreiben etwas schreckliches, eine Horrorvorstellung. Es ist die unbegreifliche Szene aus dem Film, die der Sänger im Jetzt und Hier besingt. Und was macht der Sänger? Er lächelt und ist ganz zufrieden, mit sich selbst im Reinen. Ihm scheint es sehr gut zu gehen. Der Klarinettist ist auch voller Freude, er legt sein Instrument zur Seite und singt mit. Wie schon erwähnt: In der Gesellschaft lässt es sich besser feiern und besser trauern. Von dem Lied Čaše lomim, ruke mi krvave gibt es unzählige Versionen auf YouTube, es wird auf Hochzeiten gespielt und auch in großen Hallen.

Jeder kann es lernen, Čaše lomim, ruke mi krvave zu spielen. Das Original wurde vom Roma-Sänger Muharem Serbezovski gesungen. Serbezovski war ein beliebter jugoslawischer Folksänger, heute ist er Roma-Politiker und Übersetzer mit abgeschlossenem Jura-Studium. In dem Lied geht es um eine unglückliche Liebe, um was auch sonst. Die Frau seines Lebens hatte den Dichter verlassen, und wie es aussieht, möchte sie auch nicht mehr zu ihm zurück. Ob sie doch noch kommt? Das ist ein sehr beliebtes Thema und eine oft besungene Lebenssituation auf dem Balkan: der Sänger beschwert sich. Sein Leben sei ruiniert, ihm bleibt nichts anderes übrig, als das zu machen, was er gerade macht. Und das bedeutet hier, die eigenen Hände mit eigenem Blut verschmieren, um den Schmerz der Liebe zu überwinden.

Der Sänger der Belgrader Band Partibrejkers Zoran Kostic Cane sagte einmal, als man ihn nach den Ursachen für den jugoslawischen Bruderkrieg fragte, dass das Konsumieren vom fetten Essen in der Kombination mit der schlechten Musik und dem hochprozentigen Alkohol am Krieg schuld sei. Mit dem aktuellen Vokabular gesagt, sagte er nichts anders, als dass das dunkle Jugoslawien den hellen Gegenpol besiegt hatte. Die Erklärung scheint mir zu einfach, damals wie heute. Aber darüber mehr in den nächsten Sitzungen.

Rambo Amadeus- Samit u Burekdjinici Lajban (1989)

Rambo Amadeus ist ein kontroverser montenegrinischer Musiker und Sänger, den man in bestimmten Kreisen für einen der intellektuellsten und klügsten Menschen in dem gesamten ehemaligen Jugoslawien hält. Am Anfang seiner Kariere hat er noch für die berühmte Folkstars Texte geschrieben und davon gelebt. Das waren noch normale Zeiten, da konnte er sich erlauben mit dem späteren Feind (siehe Turbofolk) zusammen zu arbeiten, um auf diese Weise die eigenen, nicht kommerziellen Projekte zu finanzieren. Mit dem Zusammenbruch Jugoslawiens endete auch seine Tätigkeit des Textschreibers für die Folkstars. Jemand erzählte mir, dass er ins Ausland ging und Bodenbelagleger wurde. Nach dem Krieg machte er nur noch eigene Projekte. 2012 folgte sein Auftritt bei dem Euro Song. So kam er in gewisser Weise wieder in die Nähe des Turbofolk, der Musikrichtung, für die er den Namen erfand.

Der Song im Video ist ein Cover des Liedes Čaše lomim, ruke mi krvave, das wir vorhin gehört und gesehen haben, des Liedes, das die blutverschmierten Hände feiert. Hier sind die stolzen und anscheinend ziemlich steifen Montenegriner zu sehen. Sie besteigen einen hohen Berg. Nicht irgendeinen Berg, sondern den Lovćen, das Symbol des montenegrinischen Volkes. Rambo Amadeus verbindet hier die wieder in die Mode gekommene nationale Traditionen mit den Aussichten auf das Blutvergießen, auf den Krieg, dessen Nähe man schon spüren konnte. Sein Text ist etwas länger als das Original, er bringt die frischerweckten religiösen Gefühle der Montenegriner ins Spiel und lässt die, in die Volkstrachten gekleideten Helden die Jungfrau Maria besingen. Der Song erschien auf dem Album Hoćemo gusle (Wir wollen Gusle), das Video wurde 1989 veröffentlicht. Kurz darauf wurde der Inhalt des Liedes zur bitteren Realität.

Wir schauen uns gleich noch ein Video an, in dem eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden ist.

Laibach-Life is Life (1987)

Wir haben hier ein Video der slowenischen Band Laibach, aus dem Jahr 1987. Das Lied selbst ist ein Cover eines Charthits der Band Opus (1985). Während Laibach die Band Opus parodiert, geht Rambo Amadeus ironischer Kommentar in zwei Richtungen: einmal die zum Blutvergießen auffordernden Bräuche des Balkans und andererseits auch die teutonisch-wagnerianisch-westeuropäisch klingende Konzeptkünstler von Laibach. Auch Laibach war eine der Bands des hellen Jugoslawien, nur um es nebenbei zu erwähnen. In Westeuropa hat man Laibach dagegen wegen ihrer Uniformen kritisch betrachtet, gleichzeitig aber, aus dem gleichen Grund als interessant empfunden. Dass sie aus einem sozialistischen Land stammten, war wie immer von großer Bedeutung.

Die Band Laibach ist ein Teil der 1984 gegründeten slowenischen Künstlerbewegung NSK, Neue Slowenische Kunst. Merkwürdigerweise war die Band Laibach noch eine Zeitlang nach der Unabhängigkeitserklärung im Juni 1991 bekannter als der Staat aus dem sie kamen. Der slowenische Staat und das slowenische Kulturministerium hat die Band unterstützt. Die NSK sollte die Kunst des kleinen slawischen Volkes in der Welt präsentieren, und das, paradoxerweise, unter einem deutschen Namen. Dabei hatten die Slowenen lange dafür gekämpft ihre eigene Sprache sprechen zu dürfen. Unter Tito bekamen sie das Recht dafür und eine eigenständige, teilweise selbstverwaltete, nationale Republik dazu. Wenig bekannt ist die Tatsache, dass Slowenen wie auch Mazedonier eine eigenständige Sprache sprechen, die sich vom Serbokroatischen deutlich unterscheidet. So kann man feststellen, dass der Krieg in den 1990ern nur unter den Völkern geführt wurde, die eine, oder jedenfalls eine sehr ähnliche Sprache sprachen. Slowenen waren an diesem Krieg nicht beteiligt, vor allem weil die jugoslawische Volksarmee daran kein Interesse hatte. Später erklärten sich die Slowenen selbst zu Helden, die den Krieg gegen einen übermächtigen Gegner gewonnen hatten. (Ähnlich ernsthaft und voller Stolz, wird in Deutschland über den Mauerfall als einer „friedlichen Revolution“ gesprochen, obwohl der Ostblock in Wirklichkeit in sich zusammenbrach). Ich denke, dass ich mit Laibach einen Bogen von dem verrauchten kafana irgendwo in tiefem Balkan, bis Laibach, am Rande Westeuropas, musikalisch wie ästhetisch, schließen konnte.

In diesem Video, wie auch in anderen Werken, benutzt Laibach die Mehrdeutigkeit als Methode. Es sind die unterschiedlichsten Elemente, die hier zusammen kommen, und erst der Kontext mit zusätzlichen Informationen kann das Bild komplett machen. Nach jedem neuen Schauen wird etwas Neues entdeckt, korrigiert oder erkannt. Die Musik bleibt aber die, die etwas Dämonisches hat, die die einen dazu bringen kann etwas ganz dummes zu machen, und sich dabei mächtig und groß zu fühlen. Die Bilder verstärken den Eindruck, die Intension, noch mehr. Während der Gänsefederhändler Bora aus dem Film, nur sich selbst wehtut und zunächst nur sich selbst schadet, feiert man sich im Laibach-Video selbst, als Teil einer übermächtigen Volksgemeinschaft. Dem anderen, der nicht dazu gehört, dem wird womöglich Böses getan. Denn der, der anders ist, spielt nicht mit, nicht bei der Maskerade und nicht im Wahn. Rambo Amadeus vereint beides: er zeigt den Einzelnen, der als Teil der Gesellschaft bereit ist, sich selbst und auch den anderen zu schaden. Übrigens, im Laibach-Video werden die slowenischen Alpen gezeigt, der höchste Berggipfel Sloweniens Triglav, der die Zugehörigkeit zu dem deutschsprachigen, germanischen Teil Europas, aber auch dem Jugoslawien (siehe das Video Od Vardara pa do Triglava) symbolisiert.

Laibach war ein Vorbild für die deutschen Brachialrocker Rammstein. Rammstein setzt auf das Spektakuläre, auf das Feuerschlucken und in ihren Texten behandeln sie eine Palette von Perversionen. Sie haben wenig Humor, sie langweilen, man erfährt aber ein wenig über die dunkle Seite der deutschen Seele. Laibach dagegen macht eine Musik über die man nachdenkt. Der Original-Song der Band Opus beinhaltet in sich bereits den faschistischen Kern, und das wurde in der Cover-Version deutlich gemacht. Ein naiv klingender, einfacher und banaler Pop-Song entfaltet sich in der Laibach-Version als protofaschistisch. Irwin, die Abteilung des NSK für die bildenden Künste, provozierten 1987 ein Skandal indem sie ein nationalsozialistisches Plakat übernahmen, und sich damit bei dem Wettbewerb für das Plakat für den Tag der Jugend, die Feier für Titos Geburtstag, bewarben. Der „Entwurf“ gewann den Wettbewerb und der Skandal war da.

Laibach entsteht 1980, kurz nach Titos Tod. Laibach überschritten oft die Grenze, indem sie beispielsweise in einem Video einen erigierten Penis, und im anderen, das parallel lief, den toten Präsidenten zeigten.

Nach so einem Skandal wurden Laibach-Auftritte untersagt, bis 1987. Auch weil das politische Establishment die Band nicht einordnen konnte. Sie nutzten den Ruhm des Verbotenen und tourten „durch das okkupierte Europa“ (so der Name der Tour), nahmen mehrere Platten in London und Berlin auf, arbeiten für das Theater etc.

Ansonsten, hatte man in Jugoslawien mehr Freiheiten, als heute allgemein behauptet wird. Das Nationalistische und das Pornographische war verpönt. Und das zu recht, wie es sich später zeigen werde. Man erzählt heute gerne, dass man in die Kirche nicht gehen durfte. Dabei waren die Kirchen jedem zugänglich und am Heiligen Abend gar überfüllt. Heute wird oft behauptet, dass man nicht sagen dürfte, dass man Serbe, oder Kroate sei. Das stimmt natürlich auch nicht. Denn alleine Nationalismus wurde nicht geduldet und alles andere eigentlich erlaubt. Heute hat man oft den Eindruck, dass es umgekehrt sei. Die Jahre zwischen 1987 und 1990 waren eine Zeit in der ziemlich alles erlaubt war. An sich war das nicht schlecht. Doch das, was darauf folgte, war die Kehrseite der Medaille: der Hass wurde immer stärker, unverschämter, präsenter. Heute haben alle jugoslawischen Völker einen eigenen Nationalstaat: Die wichtigste Eigenschaft eines Menschen ist seine Nationalität geworden, ob rechts oder links, ob Faschist oder nicht, gut oder böse, intelligent oder dumm, ist nicht so wichtig. Denn wir sind alle Brüder und Schwestern, wir sind Teil einer Nation und müssen zusammenhalten. Die Entwicklungen bei den sogenannten Fußballfans, zurzeit vor allem in Kroatien, aber auch in Serbien, Bosnien, Montenegro sprechen eine deutliche Sprache. Im Video Life is Life wurde bereits auch der nationalistische Wahnsinn vorausgesagt. Davon gibt es übrigens auch eine deutsche Version und die heißt Leben heißt Leben.

Die Kommentare bei YouTube, auch in diesen beiden Videos sind meistens voller Beschimpfungen und Anfeindungen. Manche Kommentare sind eher humorvoll, ironisch gemeint und haben mit dem was gesungen und gezeigt wird zu tun. So stellt ein Nutzer unter dem Video über die blutigen Hände fest, dass „darum die Plastikbecher erfunden worden sind“. Der andere sagt: „Hier im Angebot: Rasierklingen.“ Es gehört zu der Kultur des Balkans, dass es nichts auf der Welt geben kann, worüber man keine Scherze machen dürfte. Es gibt nichts, was nur traurig oder schlimm wäre. Natürlich ist das schlimm, was hier besungen wird. Wenn man sich das Gesicht des Sängers anschaut, und aus diesem Kulturkreis kommt, dann wird das Ganze auch ein wenig lustig. Schön und lustig, komisch und hässlich, so ist die Trauer dieses Mannes, den eine Frau verlassen hat. Das kann man in Deutschland beispielsweise nicht verstehen. Diesen Zwiespalt verstehen auch viele Menschen nicht, die unbedingt zu dem guten, das heißt, dem europäischen Balkan gehören wollen. Sie sagen, sie seien für europäische Werte, für Demokratie, für die Gleichstellung von Frauen, für Homosexuelle, sie ernähren sich gesund… Sie wundern sich angeblich, dass der Vorschlag, über die Gleichstellung der Homosexuellen auf dem Referendum nicht durchkommt, oder dass die Teilnehmer der Gay-Parade in Split, in Belgrad verprügelt wurden, als würden sie auf dem Mars, mit geschlossenen Augen und verschlossenen Ohren leben. Und nicht auf dem Balkan.

Auch in anderen Dingen wird nach Europa geschaut. Man möchte wie die Menschen in Deutschland essen, nicht um sich zu ernähren und weil es schmeckt, sich kleiden, nicht um nicht zu frieren und schön auszusehen und nicht leben um zu erleben, sondern leben um zu unterstützen, ganzgleich wen und warum. Nur zu konsumieren ist es zu wenig geworden, man will unterstutzend konsumieren. Auch diese Einsichten werden auf dem hellen Balkan immer präsenter. Ivo Andrić beschrieb den bosnischen Menschen, und das gilt auch auf andere Teile des Balkans, als einen Menschen der von den Türken die Trägheit ( wie z. B. den typischen, täglichen, langen Ritual des Kaffeetrinkens), von den Slawen die Leidenschaft, die sich mit der Neigung zu Exzessen mischt, von den Österreichern, den Mitteleuropäern, das Bedürfnis, mit dem was man hat, anzugeben. Heutzutage kommen, meistens über Deutschland, auch die globalen Aktivisten dazu: die Klimaretter, Bioritter, Antifa, Menschenrechtler, Tierschützer, etc. So entsteht ein neuer Mensch, der sich über alle Dinge, die zuhause nicht funktionieren, aber schon immer so waren, wundert. Anscheinend denkt er, dass seit dem z. B. Kroatien in der EU ist, alles anders sein müsste als es wirklich ist. Denn wir müssen wie die Europäer werden. Und sie sind perfekt. Wenn das nur so wäre.

Wir kommen jetzt wieder zum Film.

Am Anfang des Films sehen wir ein Fresko, auf dem die biblische Figur Legion, die von Dämonen besessen ist, zu sehen ist. In der biblischen Geschichte befreit Jesus den Besessenen, doch die Dämonen sind nicht erziehbar und nicht zerstörbar, so wandern sie weiter und fanden ihr neues Zuhause in der Schweineherde. Das ist auch die Geschichte, die in dem Film erzählt wird. Bora kann man als einen Besessenen betrachten, aber auch andere Menschen im Film. Die Gänse sind im Film die biblischen Schweine. Da die Federn der Gänse Engel symbolisieren, kann man auch sagen, dass sich hier um die Dämonen mit der Engelgestalt handelt. Oder man liest die Botschaft dialektisch, und stellt fest, dass in den Menschen und der Gesellschaft das Gute und das Böse vereint seien oder eng beieinander existieren.

Die Sprache im Film ist nicht Serbisch oder Kroatisch, was man denken könnte. Die Roma sprechen untereinander die Roma-Sprache, benutzen dabei einige serbische Worte. Das gilt auch für die anderen Volksgruppen, die im Film vorkommen, für die Slowaken, Ruthenen, Türken etc. Vor Gericht, in der Kneipe, im Umgang mit der Polizei, überhaupt in den öffentlichen Räumen spricht man Serbisch.

Im letzten Videobeitrag für heute, sehen wir uns eine alte Fernsehaufnahme mit Olivera Katarina, die durch den Film zum Star wurde, an. Hier singt sie nochmal das Lied Niška Banja in dem es heißt, dass ein Zigeuner ohne Schnaps und ohne eines Zigeunermädchens nicht leben kann.

1 Đelem, đelem ist die internationale Hymne der Roma. Đelem, đelem bedeutet so viel wie „auf dem Weg sein“

2 Gusle, ein Seitenmusikinstrument. Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Gusl

 

http://tomopolic.de/yugoslavia%20film/1.%20sitzung.html

 

2. Sitzung: Pioniri maleni / Die kleinen Pioniere

Heute möchte ich euch einige Dokumentarfilme von Želimir Žilnik und Dušan Makavejev zeigen. Beide Regisseure stammen aus Belgrad. Žilnik studierte Jura und Makavejev Psychologie. Makavejev war zunächst Mitglied des Kino-Klubs „Beograd“, später Professor an der Hochschule für Film, Theater, Radio und Fernsehen in Belgrad, schrieb Filmkritiken und filmtheoretische Texte für die Zeitschrift „Film danas“ (Film heute). Die Belgrader Filmhochschule wurde nach dem zweiten Weltkrieg gegründet und war eine der wenigen von fünf oder sechs dieser Art in der ganzen Welt. Die erste entstand 1919 in Moskau. An der Belgrader Hochschule wurde Film vom Anfang an als Kunst und nicht als Handwerk aufgefasst. Die besondere Ästhetik, die mit dieser Entscheidung zusammenhängt, ist in den Filmen, die wir uns anschauen wollen, deutlich zu erkennen. Neben Makavejev verfassten auch andere Filmemacher, wie Aleksandar Petrović oder Živojin Pavlović die filmtheoretischen Texte und Filmkritiken und waren gleichzeitig an die akademische Institution, an die Hochschule gebunden. Auch auf diese Weise wurde das Spezifische des jugoslawischen Weges, in der Politik und in der Kunst, unterstrichen. Denn, das kritische und beobachtende Schreiben für eine Filmzeitung, die mit der Leidenschaft eines Cineasten zusammenging, könnte man als westliches Model betrachten, ein Model welches die Regisseure der französischen Nouvelle Vague um die Zeitschrift „Cahiers du cinéma“ praktizierten und berühmt machten. Die institutionell- akademische Variante konnte man dagegen vielmehr als osteuropäische, hinter dem sogenannten Eisernen Vorhang praktizierte Praxis betrachten. Das jugoslawische Model mag ein Produkt des Zufalls und der äußeren Zustände sein, vereint in sich aber in der Tat sehr erfolgreich die beiden scheinbar gegensätzlichen Systeme und spiegelt damit die geopolitische und kulturelle Position des sozialistischen Jugoslawiens wieder. Ob man es will oder nicht, man muss hier an die Politik des jugoslawischen Präsidenten Tito, eines moderaten Diktators (und leidenschaftlichen Cineasten!), denken, der sein Land zu einem blockfreien Staat machte, in dem er sich 1948 mit dem historischen Nein zu Stalin von dem Einfluss der Sowjetunion loslöste und die führende Position der sowjetischen Kommunistischen Partei unter den sozialistischen Ländern ablehnte. So stand Jugoslawien, spätestens ab 1952, nicht nur zwischen dem Orient und Mitteleuropa, im territorialen, kulturellen und religiösen Sinne, sondern auch politisch irgendwo dazwischen (so lautete auch der Titel eines Films von Srđan Karanović aus dem Jahr 1983, „Nešto između“), zwischen Osten und Westen, und im Laufe der Zeit immer mehr zwischen Sozialismus und Kapitalismus.

Die kritischen Filme gewannen regelmäßig Preise, auch in Pula, auf dem wichtigsten Filmfestival des Landes, was oft als ein Gegenargument für die weitverbreitete These über die absolute Unmöglichkeit der Kritik des Tito-Regimes, diente. Zudem, interessant zu erwähnen, gab es an der besagten Hochschule für Film, Theater, Radio und Fernsehen, an der die meisten kritischen Filmemacher unterrichtet haben, kein einziges Parteimitglied, nicht einmal in der Verwaltung. So konnte jeder Regisseur relativ frei entscheiden, was und wie er darstellen und drehen möchte. Dies gilt zumindest für die zweite Hälfte der 1960er Jahre. Denn die Lage änderte sich ständig, so dass man von einer Kontinuität nicht sprechen kann. Beispielsweise nutzte die Parteiführung um Tito, die Abrechnung mit den innerparteilichen Abweichlern, um die hart erkämpften Freiheiten im kulturellen Bereich wieder zu streichen (in Serbien waren es die sogenannten serbischen Liberalen um Latinka Perović, in Kroatien die Befürworter und die Anführer des kroatischen Maspok, der Massenbewegung (in Kroatien im positivistischen Sinne kroatischer Frühling genannt) um Mika Tripalo und Savka Dabčević-Kučar. Die neuen Verbote Anfang der 1970er Jahre brachten einige erfolgreiche Regisseure ins Ausland, oder in eine andere Teilrepublik Jugoslawiens, in Žilniks und Pavlovićs Fall war es Slowenien. Andererseits war im Westen alleine der Ruf des Dissidenten schon immer als Zeichen des besonderen Talents verstanden. Makavejev nutzte die Gelegenheit, wie auch Petrović. Von der Vorliebe des Westens profitierte auch Žilnik, der 1969 in Berlin mit seinem Film „Rani radovi“ (Die frühen Werke) den Goldenen Bären gewann. Die Berlinale verfolgt heute noch die Tradition nach der bei der Preisvergabe (ganz gleich wer der Jury angehöre) die politisch-ideologische Botschaft des Films viel bedeutender sei, als der künstlerisch – filmästhetische Aspekt. In Žilniks Film trafen beide Kriterien zusammen, das politisch-kritische und das formal-innovative zusammen.

In der Literatur über den Neuen jugoslawischen Film kann man lesen, dass die politisch-gesellschaftlichen Ziele der Schwarzen Welle von den Theorien, die man in der Zagreber Zeitschrift „Praxis“ (1964-1974) vertrat, beeinflusst worden seien. Auch wenn man ausschließt, dass beispielsweise Petrović oder Makavejev ihre Filme nach philosophischen Grundlagen drehten, trotzdem könnte es interessant sein, nach Gemeinsamkeiten zu schauen. Die Zeitschrift „Praxis“ um den Philosophen und Professor an der Philosophischen Fakultät in Zagreb Gajo Petrović setzte sich, ähnlich wie die Belgrader Regisseure in ihren Filmen, für eine kritische Auseinandersetzung mit der Realität der jugoslawischen Gesellschaft ein, sowie dafür, dass man (auch) die negativ konnotierten Prozesse und gesellschaftlichen Entwicklungen genau untersucht und schonungslos darstellt. Die Zeitschrift „Praxis“ orientierte sich u.a. an Karl Marx, Antonio Gramsci, Georg Lukács, Ernst Bloch, Herbert Marcuse, Erich Fromm und hielt die offen gestaltete und geführte Polemik mit der klaren Problembenennung für überlebenswichtig in Bezug auf die sozialistische Gesellschaft. Von der Kritik sollte niemand und nichts geschont werden. So richtete sich die Kritik des „Praxis“ auch gegen die dogmatisch-leninistischen Fraktion unter den jugoslawischen Kommunisten, die in den 1960er Jahren an der Macht war.

Die kommunistischen Machthaber zogen damals eine relativ unklare Linie zwischen dem Erlaubten und Unerlaubten. So entstand eine graue Zone in der man frei denken und handeln konnte, und gleichzeitig nie wusste, wann die imaginäre Grenzlinie des Erlaubten überschritten wurde. Als eine solche Grenzüberschreitung ist die Gleichstellung von Partisanen und Faschisten oder von Tito und Hitler oder Mussolini, die man, in einem Film beispielsweise, sehr einfach mit den Mitteln der Montage herstellen kann (siehe auch die erste Sitzung und den Laibach-Fall). Der Film Plastični Isus (Jesus aus Plastik), Lazar Stojanovićs Diplomarbeit mit dem Zagreber Performance-Künstler Tom Gotovac in der Hauptrolle, wurde aus einem ähnlichen Grund verboten. Das Verbot sollte aber vielmehr den anderen Filmemachern als negatives Beispiel dienen und sie in ihrer künstlerischen Arbeit unter Druck setzen. Aleksandar Petrović, damals Professor an der Filmhochschule, betreute und unterstützte den jungen Lazar Stojanović als einen seiner Studenten. Nachdem der Skandal mit dem Film „Jesus aus Plastik“ öffentlich gemacht wurde und Stojanović rechtmäßig verurteilt wurde, ging Petrović vorsichtshalber, wenn auch noch freiwillig, ins Ausland, nach Paris. In diesem Zusammenhang ist vielleicht der legendär gewordene, und aus dieser Zeit stammende Satz Titos zu nennen, in dem er den zuständigen Richtern riet, „sich an die Gesetze nicht wie ein Betrunkener an die Mauer blindlings (fest)halten zu müssen“.

Im Ausland drehte Petrović zwei Romanadoptionen, einmal Bulgakows „Der Meister und Margarita“(1972) und Bölls „Gruppenbild mit Dame“ (1977) mit Romy Schneider. Keine der beiden Filme erreichte den Erfolg seiner in Jugoslawien gedrehten Filme. Das gilt mehr oder weniger auch für die anderen Dissidenten, die zu der Schwarzen Welle zählten. Scheinbar funktionierte die „Kritik der Wirklichkeit“ in Westeuropa nicht so wie zuhause, auch wenn es durchaus Ausnahmen gab, wie das Makavejevs kontroverses Meisterwerk „Montenegro“.

Aleksandar Petrović vs. Emir Kusturica

Emir Kusturica hat 1989 mit “Time of the Gypsies” eine Art Hommage an “I Even Met Happy Gypsies” gedreht. Während bei Petrović die Liebe (und damit ist nicht die körperliche „Liebe“ gemeint, sondern vielmehr das Zwischenmenschliche, das liebevolle Füreinander), kaum eine Chance hat, vor allem weil die Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen und sozialen Schichten (die es nach der Parteiideologie gar nicht geben sollte) unüberbrückbar zu sein scheinen, macht Kusturica aus ähnlichen Stoff einen gleichermaßen wunderbaren wie hoffnungsvollen Film. Dem Realismus Petrovićs mischt Kusturica den Zauber und die Magie des Lebens, des Roma-Lebens, bei. In dem trostlosen Dasein der Roma, das durch die Ausgrenzung (teilweise selbstverschuldet) und die Perspektivlosigkeit in die Kriminalität und Brutalität mündet, entdeckt Kusturica eine Welt voller Schönheit und machtvollen Zaubers. Die unheimlichen Kräfte, die sie besitzen oder durch Übungen entwickeln, helfen den Protagonisten zu überleben, aber auch ihre menschliche Würde zu retten.

Bei Petrović dagegen sind alle Figuren allein auf sich selbst gestellt. Die Gesellschaft kümmert sich

um einen nicht, auch die Familie bietet kein Halt. Die Beziehungen sind zerbrechlich, voller Missverständnisse und Streitigkeiten. Auch das wird bei Kusturica anders: Die Familie hält zusammen, und das trotz ständiger Streitereien, trotz Armut und Gewalt, von innen und von außen. Denn die Liebe hat bei Kusturica einen unmessbaren Wert und die Bedeutung, so darf sie ihre magischen

Kräfte entfalten.

Das Mädchen Tisa aus dem „I Even Met Happy Gypsies“, die Sängerin werden möchte, obwohl sie nicht singen kann (heutzutage ist ein solcher Wunsch allerdings völlig normal geworden), gehört zu den Antihelden-Typus, den man regelmäßig in den Filmen der Schwarzen Welle antrifft. Es sind Menschen, die keine besondere Fähigkeiten haben, die nichts wirklich können und nichts gelernt haben, trotz des Versprechens des Staates, alle Menschen auszubilden und gleich zu behandeln.

Die Sprachen in „I Even Met Happy Gypsies“

Wie man weiß, weigerte sich Pasolini die gesprochene Sprache in seinen Filmen einem italienischen, zentralistischen Sprachstandard zu unterziehen und ließ seine Protagonisten im Dialekt sprechen. Er sah damit die Identität der Menschen gerettet. In der Betonung der Unterschiede sah er die Ansätze der Befreiung des Einzelnen.

In „I Even Met Happy Gypsies“ spielt die Sprache eine wichtige Rolle. Wenn man Serbisch (oder Kroatisch) nicht versteht, oder wenn man sich den Film in der deutschen Fassung anschaut, dann könnte man denken, dass alle Figuren im Film Serbisch, bzw. eine einzige Sprache sprechen. Dabei wird im Film eine ganze Palette der Sprachen gesprochen. Für das Verständnis des Films ist das eine wichtige Information. Denn nicht zu wissen, welche Sprache gesprochen wird, bedeutet hier auch nicht zu wissen wer spricht.

So wird die „Sängerin“ Lisa am Ende des Films, nach ihrem unglücklichen Ausflug nach Belgrad, von zwei Männern mitgenommen. In ihrem LKW wird sie von einem der Männer „verführt“ und von dem anderen nach einem Vergewaltigungsversuch geschlagen und beinah getötet. Die Sprache, die die Männer gesprochen haben, habe ich zunächst für Ungarisch gehalten. Und das aus für mich einem einfachen, plausiblen Grund: in Vojvodina, wo sich die Geschichte abspielt, leben viele Ungarn. Die Männer aber schienen von einer langen Reise ziemlich genervt und müde zu sein, zudem beschwerten sie sich über die monotone, eintönige weite, endlose, flache Landschaft. So sprach alles dafür, dass sie keine Einheimischen seien, sondern eher Fremde auf der Durchreise. Die Sprache, die sie untereinander sprachen, könnte Türkisch sein. Einer der Männer, der „nette“ mit der Puppe, benutzt das deutsche Wort Zigeuner. Es ist also ein Hinweis darauf, dass zwei Männer in Deutschland, Schweiz oder Österreich lebten.

In Vojvodina, damals wie heute, einem autonomen Gebiet zwischen Rumänien, Ungarn, Kroatien und Zentralserbien sind die vielen Sprachen auch heute Realität. Im Film symbolisieren sie, wie auch die unterschiedlichen Trachten der Volksgruppen, die Vielfalt Jugoslawiens. Vojvodina ist bis heute multiethnisch geblieben, auch wenn sich die Verhältnisse durch den Krieg in den 1990er Jahren verschoben haben. Viele Kroaten verließen Vojvodina, als Teil Serbiens, und gingen nach Kroatien während im Gegenzug viele geflüchtete Serben aus der kroatischen Krajina in Vojvodina eine neue Heimat fanden. Auf ähnliche Weise wurde die zwischen den Kriegsparteien vereinbarte Völkerwanderung, die unter dem Begriff humano preseljenje, „humanitäre Umsiedlung“ bekannt wurde, auch in vielen anderen Kriegsgebieten praktiziert. Das Territorium des Vojvodina wurde zwar, wie auch der Rest Serbiens vom Bruderkrieg verschönt, wurde aber dann doch im Frühling 1999 durch die

NATO bombardiert.

Želimir Žilnik: „Pioniri maleni“ (Die kleinen Pioniere, YU, 1968)

Wir schauen uns jetzt den Film „Pioniri maleni“ (Die kleinen Pioniere) von Želimir Žilnik aus dem Jahr 1968 an. „Pioniri maleni“ ist auch jedem in Jugoslawien bekanntes, berühmtes Kinderlied, das jeder mindestens einmal im Leben, beim Ritual der Initiation nämlich, bei der Aufnahme in den jugoslawischen Pionieren- Verband, gemeinsam mit anderen Kindern, sang. Im Text heißt es auf Deutsch:

Wir, die kleinen Pioniere,

wir sind eine echte Armee,

und mit jedem neuen Tag wachsen wir,

wie der grüne Rasen!

Tod dem Faschismus,

und Freiheit für das Volk!

Auch mich wird meine Mutter

einen Pionier nennen!

Der Entschluss Žilniks, dem Film genau diesen Titel zu geben hat poetische wie subversiv-ironische Gründe. Wir werden gleich sehen warum. Denn im Film geht es um die obdachlosen Kinder. Hier werden ähnliche gesellschaftliche Phänomene und Probleme wie in Petrovićs „I even met Happy Gypsies“ thematisiert. Das Mädchen Tisa und die bettelnden Kinder aus Petrovićs Film werden hier sozusagen in ihrem Alltag, der nicht in das von der Partei propagierte, idealisierte Bild der jugoslawischen Jugend passt, gezeigt. Die Tatsache, dass es sich um die kleinsten Mitglieder der Gesellschaft handelt, die eigentlich die Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft sein sollten, schmerzt besonders. Der Film gewann übrigens, trotz (oder gerade wegen) seiner kritischen Haltung, verschiedene Preise, darunter auch den Preis des Verbands der sozialistischen Jugend.

Im Film sehen wir die Obdachlosekinder und Kinder, die in Heimen leben. Eines der Kinder, mit einem amputierten Bein und Krücken, inspirierte möglicherweise Emir Kusturica für die Figur des Schlagzeugers in seinem ersten Film „Erinnerst du Dich an Dolly Bell“.

Für alle Kinder, die in Jugoslawien aufwuchsen, war es die schlimmste Eltern-Drohung gewesen, in einem Kinderheim leben zu müssen. Fast jeder hat eines der Heimkinder gekannt, oder die üblen Geschichten über sie gehört, über die Gewalt und Brutalität. Von solchen Geschichten bekam man einen echten Schrecken. Eine ähnliche Droh- und Schreckensbotschaft schickt die Frau, eine Mutter am Ende des Films an ihre Kinder, indem sie in die Kamera sagt: „Meine Kinder sind nicht wirklich nett zu mir. Wenn sie so weiter machen, dann kommen sie ins Heim.“

Dabei sehen die Heimkinder so lieb und so nett aus, wie die Kinder in ihrem Alter eben aussehen. Das naive, kindliche Aussehen will aber mit ihren Geschichten, die mal als Voice-Over-Kommentar zu hören sind, und mal von den Kindern direkt in die Kamera erzählt werden, nicht übereinstimmen. Diese Diskrepanz erzeugt das Unwohlgefühl beim Zuschauer. Man sieht Kinder, die spielen und Spaß am Leben haben. Sie sehen fröhlich aus, auch dann wenn sie gemeinsam das Partisanenlied-Klassiker „In einem Tunnel, mitten in der Dunkelheit, leuchtet der rote Stern“ singen. Sie haben aber eine eigene Version davon: für sie leuchtet in der Dunkelheit des Tunnels kein roter Stern sondern „eine leere Cognac-Flasche“.

Das erste Lied im Film, das von den Kindern gesungen wird, handelt von der ersten Liebe. Dasselbe Lied wird auch in Petrovics „I Even Met Happy Gypsies“ gesungen, dort sogar zweimal. Einmal im Dorf und einmal in Belgrad, in einem Treppenhaus, von den Kindern, die als Bettler „arbeiten“. In „Pioniri maleni“ wird die tatsächliche Bedeutung des Begriffs „erste Liebe“ für die Kinder erklärt. Zunächst erzählt ein Mädchen von einem Mann (schnell zeigt sich, einem Pädophilen), den sie als „Schwul“ bezeichnet. Indem sie den Mann als Schwulen bezeichnet, zeigt sie, dass sie ihn als Menschen und auch als Mann nicht schätzt. Als das Mädchen erzählt, dass „wir in den Park gegangen sind, um uns die Schwulen mal anzuschauen“ klingt das humorvoll, ironisch und irgendwie sympathisch. Dann aber erzählt sie den Rest der Geschichte, die keinesfalls lustig sei. Die Liedzeile und das gesamte Lied „Die erste Liebe vergisst man nie“ ist hier also zweierlei. Es ist ein wunderschönes, altes Lied, ein Lied das durch die Kinderstimmen zusätzlich an Wärme gewinnt und unschuldig klingt. Umso bitterer und gnadenloser wirkt es als Kommentar des traurigen Schicksals der allein auf sich selbst gestellten, für sich selbst und die Gesellschaft verlorenen, seelisch und sexuell missbrauchten Kinder.

Der Film entstand 1968. Man wundert sich über die Szenerie, in der die Kinder gezeigt werden. Denn auch wenn der Krieg schon seit 23 Jahren beendet ist, die Kriegsruinen scheinen allgegenwärtig zu sein. Belgrad, die wunderschöne Stadt, die gibt es hier nicht, es existiert scheinbar nur in den Träumen und Vorstellungen, in der Fernsehwelt (siehe die Wohnzimmer-Szene mit der Familie vorm Fernseher aus „I Even Met Happy Gypsies“).

Kritische Filme wie dieser gewannen Filmpreise, nicht nur im Ausland, sondern auch in Jugoslawien. Da die Dokumentarfilme in Kinos kaum gezeigt wurden, waren sie für die Machthaber völlig ungefährlich. Ganz im Gegenteil, sie dienten in gewisser Weise dem kommunistischen Regime als Beweis, dass die proklamierte Freiheit der Gesellschaft auch eine reale sei.

Želimir Žilnik: „Žurnal o omladini na selu zimi“ (YU, 1967)

Wir schauen uns jetzt noch einen Film von Žilnik an. Der Film hat keine Untertitel, es wird aber ohnehin nicht viel gesprochen, dafür viel gesungen und musiziert. Denn er handelt um, wie der Titel schon sagt, „um das Leben der Jugend auf dem Land im Winter“. Der Titel ist gleichzeitig eine Anspielung auf die, damals populäre, heute fast vergessene filmische Form des Filmjournals.

Am Anfang des Films äußert sich eine ältere Frau negativ über die moderne Jugend, und sagt, dass „früher alles besser war“. Sie sagt aber auch, und das ist die Besonderheit ihrer Einleitung, dass „die Menschen verschiedener Nationalitäten früher viel gemeinsam unternommen haben“. „Und heute leider nicht mehr“ sagt sie noch dazu. Stattdessen seine „alle lieber unter sich“. Diese Aussage wird im Film nicht weiter thematisiert.

Am Anfang des Films erwartet uns eine ähnliche Situation wie in „I Even Met Happy Gypsies“: eine verrauchte Kafana, ein Kaffeehaus, mit einer Band und einer Sängerin, mit den Menschen, die gutgelaunt und betrunken sind. Sie schlagen auch hier, je nach Laune, ein paar Gläser kaputt.

Die Sängerin kann nicht singen. Ihr Aussehen und die anzüglichen Texte der Lieder die sie singt, scheinen das Manko an Talent beim Publikum wettmachen zu können. Sie bringt also doch ihre Leistung. Die Sängerin singt davon, dass ihre Mutter ihr den Ratschlag gegeben hat, mit dem Mann zu gehen, bzw. ihm den Kuss zu geben, wenn er dafür zahle. Es ist eine sehr direkte Anspielung auf die käufliche Liebe, die hier von der Mutter auf die Tochter anscheinend weitergegeben und empfohlen wird. Das Frauenbild, das die Sängerin sozusagen von sich selbst aufzeichnet, kommt der betrunkenen Kundschaft im Kaffeehaus scheinbar sehr entgegen. (Heute würde man das Handeln der Sängerin hierzulande vielleicht als feministisch bezeichnen, weil sich die Frau über ihre und die Geldgier ihrer Mama „selbstbewusst“ äußert) Die Botschaft des Liedes, eines der zahlreichen Vorgänger des Turbofolks, ist mit der sozialistischen Moral natürlich nur schwer vereinbar. Auch die singenden Männer in einer späteren Szene besingen die sexuelle Wünsche und die Reize der Frau, die sich im Idealfall im Geschlechtsverkehr entfalten sollten. Das große Finale ist der Auftritt einer Rock-Band, die wie die Beatles oder die Shadows aussehen und zunächst auch eine ähnliche, moderne Pop-Musik spielen. Nach einer Weile kippt die Stimmung und sie spielen plötzlich ein traditionelles Lied, ein Kolo-Kreistanzlied, und vermischen auf dieser Weise, das als konservativ-traditionell, rückständig- ethnisch geltende, mit einer angeblich modernen und weltoffenen, fortschrittlich-multikulturellen Weltsicht. Die Band kapituliert, sozusagen, gemeinsam mit seinem Publikum vor Traditionen, die immer noch stark präsent sind, auch wenn sich das Äußere verändert hat. Denn am Ende tanzen sie alle Kolo, in einem Rock-Konzert-Besucher-Outfit, den man vielleicht in einem Klub irgendwo in Westeuropa, vielleicht auch in London, antreffen könnte. Der Konflikt zwischen dem Neuen und Alten, Traditionellen und Modernen wird sich noch verschärfen und lange bestehen, er wird Jugoslawien als Staat überleben.

Nach Titos schicksalhaften Nein zu Stalin, orientiert sich Jugoslawien kulturpolitisch immer mehr in Richtung Westen, so dass die meisten Filme in den jugoslawischen Kinos aus USA und England stammten und nur wenige aus der Sowjetunion und aus dem Osten. Mit der Verbreitung der amerikanischen Pop-Kultur kam auch die Rock-Musik. Goran Bregović wird in den 1970er Jahren mit seiner Band Bijelo Dugme die zwei Optionen verbinden und eine neue, authentische Form schaffen, die die zwei einflussreichen Zagreber Musikkritiker Darko Glavan und Dražen Vrdoljak pastirski rock (Hirten-Rock) nannten. Darüber mehr in einer der nächsten Sitzungen.

Dječaci-„Narodna“(Milan Latković & Danijel Simon, CRO, 2005)

Die Band Dječaci (Knaben oder Buben, kleine Jungs) kommt aus der dalmatinischen Stadt Split in Kroatien. Dječaci sind normalerweise eine Hip-Hop-Band, die eine Art Musik spielt, die zu Dalmatien passt: alles ist irgendwie verlangsamt, träge. Die Jugend ist in Dalmatien von einem südlichen Wind, von der Melancholie des Meeres, vom Wein und leichten und harten Drogen gekennzeichnet. Die Junkies leben ganz ordentlich bei der Mama und bekommen ihre drei Mahlzeiten regelmäßig. Auch in diesem Video spielt der Konflikt zwischen dem Konservativen und Modernen eine Rolle: Schnapskonsum und Lammbratenfeste sind Zeichen der Rückständigkeit und des Konservativen. Die Drogen dagegen gelten als progressiv. In diesem Video geht es aber um mehr.

Ich bin mit ähnlicher Musik aufgewachsen. Vor allem auf Hochzeiten werden ähnlich klingende Lieder gespielt, von mehreren Männern und Frauen gesungen, mit einer Ziehharmonika begleitet. Das Video für das Lied „Narodna“ (Das Volkslied) ist ein vielschichtiges, ein konzeptuelles Werk. In dem Lied wird wieder einmal die Liebe eines Mannes, eines normalen dalmatinischen Macho, zu einer Frau thematisiert. Der Sänger ist voll des (Sonder-) Lobes für die Frau, die er liebt. Er behauptet, er sei betrunken, aber nicht von einer Flasche Schnaps, die er ausgetrunken hat, sondern sie, die Frau, mache ihn betrunken, mit ihrer bloßen Anwesenheit. Er bittet sie, oder besser, er fordert sie auf, auf den Tisch zu springen, ihm den Wein einzuschenken, und die Nacht für ihn durchzutanzen. Dječaci parodieren hier die lokalen Sänger und Stars. Das Vokabular, die Worte, die im Text vorkommen, gehören auch in vielen anderen Liedern zum Standard. Dabei ist die Ironie nicht für jeden erkennbar, obwohl sie teilweise mehr als offensichtlich ist. Dass es dem so ist, zeigen auch die Kommentare unter dem YouTube-Video.

Wir sehen unten rechts die Zeitangabe, die Aufnahmezeit. Das Jahr ist 1989. Auch Menschen in Maskieruniformen, mit schweren Gewehren, sind Teil der orgiastischen Tischgesellschaft. Die Stimmung ist sogar für die Balkanverhältnisse etwas übertrieben ausgelassen, eigentlich euphorisch. Die „Fleischfresser“ (siehe die Aussage von Cane in der ersten Sitzung) stehen im Vordergrund. Hier sind eigentlich die Atmosphäre und die geistige Lage in ganz Jugoslawien 1989 dargestellt, im dalmatinischen Kolorit und mit der dalmatinischen Musik unterlegt. Denn, die meisten jugoslawischen Menschen, im Jahr 1989, waren von sich selbst berauscht, von der Zugehörigkeit der eigenen, großartigen Nation. Der Schnaps (leider aber auch die progressiven, angeblich prowestlichen Drogen) kam einfach nur dazu und verstärkte die Wirkung. Die Männer freuten sich, endlich etwas zu erleben und die Frau und die Kinder zuhause lassen zu dürfen, das eigene Heim zu verlassen um jeweils für das eigene, das richtige Volk kämpfen zu können. Auch wenn sie Angst hatten. Die Kommentare unter dem Video deuten darauf hin, dass die meisten Menschen das Video für „echt“ halten. Dabei waren die Mitglieder der Band Dječaci im Jahr 1989 wirklich noch dječaci, also kleine Kinder. Das Video ist tatsächlich erst 2005 entstanden und ist ein fake- für mich ein perfekter. Die Stimmung vor dem Krieg, der Vorkriegsrausch, der hier gezeigt wird, wirkt authentisch, aggressiv parodistisch. Ich kenne keine Dokumentarfilmaufnahmen, in denen dieser Zustand besser dargestellt wäre. Auch die Kommentare sind ein Zeichen dafür, dass das Verwirrspiel gelungen ist. Aber auch dafür, dass die geistigen Zustände, die zum Krieg geführt haben, immer noch präsent und äußerst vital sind. Eigentlich wird die Situation aus dem Žilniks Kaffeehaus aus seinem Filmjournal in das Vorkriegsjahr 1989 versetzt: Man will dem Ende der Welt nicht unvorbereitet entgegentreten, sondern satt, „geliebt“ und besoffen.

Man kann auch sagen, dass das „Narodna“- Video, die atmosphärisch-inhaltliche, emotionale Ergänzung zu den Videos von Laibach und von Rambo Amadeus (siehe die 1.Sitzung) bietet, Während in zwei oben genannten Videos die politisch-ideologische Seite des Krieges und der nationalen Begeisterung gezeigt wird, sehen wir hier die Wirkung und die vorläufigen Ergebnisse der nationalistischen Ideologien.

Dušan Makavejev: „Parada“ (Die Parade, YU, 1962)

Der nächste Film für heute ist der zwölf Minuten lange Dokumentarfilm „Parada“ (Die Parade, 1962) von Dušan Makavejev. Gezeigt werden die Vorbereitungen für die Belgrader 1. Mai- Parade. Man kann sagen, dass „Parada“ ein Schlüsselwerk im Makavejevs Oeuvre ist, ein Film, das uns im Laufe der Veranstaltung immer wieder begleiten werde.

Die offizielle Kritik an diesem Film, von der Seite der regimetreuen Journalisten lautete: er „entspreche nicht den Tatsachen“ bzw. er zeige nicht das, was wichtig sei, sondern das eigentlich Unwichtige. Hier sehen wir nicht die Parade, wie man sie damals filmte, mit den Panzern, marschierenden Soldaten, mit Gewehren und glänzenden Stiefeln, mit Parolen und einer geschmückten Loge mit Generälen, Politikern und dem großen, unfehlbaren Führer Tito – dem Präsidenten und dem Marschall, dem Vater der Nation und dem größten Sohn unserer Völker. Statt allen diesen wichtigen Dingen scheint sich Makavejev viel mehr für das Nebensächliche, für die Vorbereitungen für das Spektakel, zu interessieren. Wir sehen das Volk, die Bauern und ihre Tiere, die Arbeiter und ihre Familien, man sieht Belgrad in einem anderen Licht, aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Wir sehen die Soldaten als Menschen und nicht als marschierende Kriegsmaschinen. Sie sind nicht nur ein Teil des Armeenapparats, dem der Marschall vorstehe, sondern auch ein Teil des Ganzen- wie andere Menschen, sie lachen und sind mal ungeschickt. An prominenter Stelle wird ein Kaufhaus gezeigt, sowie ein Abschnitt des Paradezuges, in dem eher die Konsumfreude des Volkes als die erwünschte und proklamierte Entschlossenheit das Land und das sozialistische System zu verteidigen, zum Vorschein kommt. Die 1. Mai-Paraden in den 1960er Jahren waren vom Kalten Krieg gekennzeichnet, und von eingeschlagenen Dritten Weg Jugoslawiens, damals eines führenden Staates im Bund der blockfreien Staaten. Es ist ein Volksfest, das hier gezeigt wird, die Menschen sind gutgelaunt und haben Spaß an der Vorbereitung und auch am Spektakel. Makavejev zeigt die Parolen und die riesigen Porträts von Lenin, Marx, Engels… Er spielt mit Worten und Bildern auf ähnliche Weise wie es die amerikanische Pop-Art Künstler auch machen werden, und mit einer Leichtigkeit und dem Humor, die an Filme Jacques Tatis erinnern. Man kann sagen, dass die 1. Mai Parade auf ähnliche Weise dargestellt wird, wie Côte d’Azur in Agnès Vardas „Du côté de la côte“ (1958), oder die verschiedenen Institutionen in Frederick Wisemans Filmen in denen er jeweils eine staatliche Institution „porträtiert“.

Präsident Tito wird im Film zwei Mal gezeigt. Einmal sieht man ihn in seiner Loge, aber „nur“ im Hintergrund des vorbei laufenden Paradezuges. Die Hauptrolle wird ihm verweigert. Die Szene wurde von der anderen Straßenseite aufgenommen. In der zweiten Szene bekommt der Marschall eine kleine Nebenrolle, wenn auch eine wichtige. Das ist die Rolle eines Sekundanten, eines Mannes der gar der Herrscher der Zeit zu sein scheint. Denn man sieht den Marschall in seiner weißen Uniform wie er auf der Strasse auf seine Handuhr schaut. In dem Moment erklangen die Gongs, die so einsetzen, dass man den Eindruck bekommt, der Präsident selbst sei von der Wirkung seines Auf- die- Uhr- Schauens überrascht. Jeder Schlag bringt mit sich einen neuen Schnitt, eine neue kurze Einstellung, ein neues Bild. Der Schnitt verfolgt die Gongs der unsichtbaren großen Uhr.

Eine dritte Szene musste herausgeschnitten werden, nur so dürfte der Film gezeigt werden. In der Szene sieht man Tito wie er aus seiner Limousine aussteigt, während ihm eine Roma-Frau entgegenkommt. Sie bietet dem Präsidenten für einen Dinar an, die Zukunft (des Landes?) vorauszusagen.

Kiša metaka- “Konan” (CRO, 2012)

An dieser Stelle wollte ich ursprünglich eine Parade aus dem Jahr 1965 zeigen, um die beiden Versionen zu vergleichen. Dann habe ich mich doch anders entschieden. Wir schauen uns stattdessen ein Video, auf dem eine etwa 30 Jahre später gefilmte Militärparade zu sehen ist.

Es sind die 1990er, die Parade aus der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Hier ist der Mann in der weißen Uniform in der Hauptrolle. Die treusten Politiker und hoch rangierten Soldaten sind, wie es sich gehört, um ihn herum. Man sieht viele echte Panzer, Kanonen. Das Lied fängt mit der kroatischen Hymne „Lijepa naša domovino“ (Unsere schöne Heimat) an. Die Szenerie macht einen ziemlich ernsten Eindruck und ist ordentlich, klassisch gefilmt. Hier wird nicht das Unwichtige, sondern das Wesentliche gezeigt, wie es sein muss. Der Mann im Mittelpunkt lacht nicht, auch das Volk und die Soldaten erst recht nicht. Die Atmosphäre ist todesernst, hier wird die angebliche Stärke des Landes präsentiert. Die Soldaten marschieren. Es handelt sich um die Feier des Jahrestages des Sieges über die Serben in der Krajina, es wird der militärisch erfolgreiche Aktion „Oluja“ (Der Sturm) in der 200 000 Serben vertrieben und etwa 1200 Zivilisten getötet wurden, gedacht. Der Tag ist ein offizieller Feiertag in Kroatien, in Serbien dagegen ein Trauertag. Der Mann in weißer Uniform ist kein Schauspieler oder ein bezahlter Imitator Titos, sondern sein ehemaliger (vorzeige!)General und der spätere kroatische Präsident, „ der Vater der kroatischen Heimat“ Dr. Franjo Tudjman.

Wenn man sich das Video genauer anschaut, dann merkt man, dass es geschnitten wurde, dass sich manche Einstellungen mehrmals wiederholen. Das Video ist noch ein subversiv-ironisches Werk, diesmal von der Band Kiša metaka (Regen aus Kugeln), die eng mit der Band Dječaci befreundet ist

und auch aus Split kommt. Die Mittel der Manipulation sind hier sichtbarer und viel einfacher zu entschlüsseln (wenn auch nicht für alle!). Im Lied wird beispielsweise über den Sommer und über die Sandalen gesungen, während die Stiefel der Soldaten gezeigt werden. Im Refrain wird ein Zitat aus

dem Comic „Conan“ benutzt (Es kommt ein Regen aus Kugeln, und wir werden alle untergehen).

Die Anspielung könnte auch aus dem berühmten jugoslawischen Partisanen-Comic

„Mirko und Slavko“ stammen.

Mirko und Slavko in der Episode „Schneller als Tod“

(1966, Ž. Vukosavljević, D. Žižović-Buin)

Im Text werden Missstände aus dem kroatischen Alltag beschrieben: Drogenkonsum, Morde, Korruption. Das Lied ist aus dem Jahr 2012, die Video-Aufnahmen aus den 1990er Jahren. Die Botschaft ist klar: es hat sich nicht viel geändert in den letzten 10-20 Jahren. Der kroatische Staat scheint sich immer noch im Krieg zu befinden.

Erstaunlich auch, ein zweites Video, das ich zufällig im Internet gefunden habe. Der unbekannte Autor hat die TV-Übertragung einer weiteren Parade der kroatischen Armee, die am 04.08.2015 stattgefunden hat, mit dem gleichen Lied untermalt, wohl wissend um was es in dem Lied geht. Diesmal sollte das Video nicht die ironische Kritik der Parade sein, sondern, merkwürdigerweise, vielmehr das Gegenteil davon. Der unbekannte Autor hat das erste Video anscheinend sehr gemocht und daraus ein zweites gemacht, ohne es neu zu schneiden. Der kritische Text des Liedes funktioniert natürlich auch hier. Erstaunlich nur, dass der „Autor“, allem Anschein nach ein waschechter Patriot, die einfachen Zusammenhänge nicht verstanden hat. Ein weiterer Beweis, dass das Internet eine ideale Plattform und Kommunikationsmittel ist, auch für ganz dummen unter uns.

Ähnlich wie der Film von Makavejev die Hoffnungen des „jugoslawischen Experiments“ in den 1960ern auf eigene Weise abbildet, beschreiben diese beiden Videos die kriegerisch-trostlose Atmosphäre in Kroatien, aber auch in anderen Balkan-Ländern heute. Bei Makavejev sahen wir die Arbeiter, Bürger und Bauern, die menschliche Wärme und Witz ausstrahlen. Es ist das Mögliche und das Authentische, es sind die Unterschiede, die allen Menschen eigen sind, die mittels spielerisch-lebhaften Montage zelebriert werden. In den anderen zwei Videos scheinen alle Hoffnungen begraben zu sein. Im Letzteren wird die Sturheit, Dummheit und die Lust auf Gewalt zusätzlich mit einer eigenartigen, merkwürdigen patriotischen (Selbst-) Zufriedenheit belegt und „bereichert“. Und das ist das eigentlich Beängstigende.

1 Želimir Žilnik erzählte einmal, dass es in seinem Film Rani Radovi um die Terroristen der Gruppe Baader-Meinhof gehe. Merkwürdig nur, sagte er weiter, dass es die Terroristengruppe zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gegeben hätte. Er scherzte und sagte weiter, dass die Terroristen den Film vermutlich auf der Berlinale gesehen haben und so erst auf die Idee des „bewaffneten Widerstands“ kamen.

2I Even Met Happy Gypsies war beispielsweise ein Kinohit, 500 000 Menschen sahen den Film alleine in Belgrad. Die Jugoslawen gingen in den 1960ern gerne ins Kino, im Durchschnitt acht Mal im Jahr.

3Dinar, jugoslawische Währung.

4Als ich zum ersten Mal ein Foto von Franjo Tudjman sah, und das war in der Jugendzeitschrift „Iskra“, in seinem ersten Zeitungsinterview, etwa 1989, einen Mann mit nicht sehr hellem, dafür aber umso strengerem Blick, mit einer altmodischen, dicken Brille, da wusste ich, dass das kroatische Volk sich in diese Person verlieben werde, obwohl es mehrere Kandidaten gab und der General sich erst ziemlich spät in das politische Rennen einschaltete.

 

http://tomopolic.de/yugoslavia%20film/2.%20sitzung.html

 

tomopolic.de

3. Sitzung  „Čovek nije tica“, 1967, (Der Mensch ist kein Vogel)

 

Wir werden uns insgesamt drei Filme von Dušan Makavejev anschauen.

In seinen Filmen vermischt Makavejev die Dokumentar- und Spielfilmsequenzen, sodass der Zuschauer den Unterschied oft gar nicht wahrnimmt. Etwas Ähnliches kann man später in den Filmen von Alexander Kluge, oder bei Godard sehen. Die meisten Filme Makavejevs sind aber keine Diskurs-, oder Essay-Filme. Vielmehr wird eine Geschichte erzählt, die von anderen, kleineren Nebenhandlungen gleichermaßen unterbrochen und vervollständigt wird. Die Nebenhandlungen geben der Haupterzählung oft eine neue, unerwartete Richtung oder verleihen ihr eine neue bzw. zusätzliche Bedeutung. Die Nebenerzählungen gehen meistens nicht zu Ende, so bezeichnet Makavejev seine Filme als asymmetrisch, während seine spezifische Art der Filmmontage „serbian cutting“ genannt wird. Darüber mehr in nächsten Sitzungen.

Makavejev nutzt in „Čovek nije tica“ alle Möglichkeiten des Films als Mediums des Geschichtenerzählens um die Komplexität der kleinen Liebesaffäre des Ingenieurs Jan (Janez Vrhovec) und der Frisörin Rajka (Milena Dravić) in einer kleinen Arbeiterstadt in Serbien (Bor) in den 1960er Jahren, darzustellen. Die These, dass Film mehr kann als Literatur, scheint sich hier zu bestätigen.

Wie in Želimir Žilniks Dokumentarfilm „Žurnal o životu omladine na selu zimi“, und in Petrovićs „I even met a happy Gypsies“ spielt auch hier die Kafana, das Kaffeehaus mit Live-Musik eine besondere Rolle: eine Sängerin begleitet von der Roma-Band, führt den Zuschauer in das Universum der Arbeiterklasse ein. Die Kafana ist hier wiedermal der Zufluchtsort der Arbeiter, an dem sie sich von der harten Realität des Bergwerks erholen und in einer Phantasiewelt der Musik und Frauen eintauchen dürfen, wobei die „Frauen“ meistens allein durch die Sängerin vertreten sind. Die Sängerin Makavejevs kann singen, im Unterschied zu der Dorfsängerin Žilniks. Der Zuschauer wird noch Zeuge einer Schlägerei und erfährt erst später, dass es zur Messerstecherei kam, die für die Sängerin tödlich endete.

Hypnose als Mittel der Verführung

In der ersten Sequenz erzählt „der jüngste Hypnotiseur auf dem Balkan“ in seiner „Einführung“ über die „negative Dinge im Liebesleben“. Die Information, dass es sich um Teil einer echten Hypnose-Session handelt, wird dem Zuschauer verheimlicht.

Einleitung in die Hypnose im Bereich des Liebeslebens

Hypnose-Session: Man fliegt!

Der zweite Auftritt des Hypnotiseurs funktioniert unter anderem als Kommentar und als „Experten“-Einleitung für das, was noch kommen werde: eine Liebesaffäre. Um sich verliebt zu fühlen, braucht man die Bereitschaft, sich einer „(Selbst)-Hypnose“ zu unterziehen. Denn ohne die Vorstellungskraft kann keine Verliebtheit funktionieren. Genauso wenig klappt es ohne dazu passender Szenerie und einer Bühne, auf der sich die gewünschte Handlung, die am besten ein wenig spektakulär ausfällt, vollziehen lässt. Gelingt die Aufführung, dann kommt es zu einer „Liebesbeziehung“, oder zu einer Liebesaffäre, oder zu einer Liebesfalle.

Die Fabriklandschaft als Liebesnest

Makavejev benutzt Symbole und Bilder um die Realität aufzuzeigen und zu hinterfragen. Im Büro der Leitung des Bergwerks sehen wir beispielsweise zwei Mal dasselbe Bild mit Fabrikschornsteinen, in einer Einstellung vereint: einmal als Realität, als Bild außerhalb des Zimmers, draußen in der realen Landschaft, eingerahmt im Zimmerfensterrahmen, im eigenen Rauch verhüllt. Nach einem Kameraschwenk tauchen die Fabrikschornsteine plötzlich wieder auf, als Bild an der Wand des Fabrikbüros.

Die Fabrik- und Wüstenlandschaften (ähnliche Bilder werden wir ein paar Jahre später in Antonionis „Zabriski Point“ wiedersehen) sind die ständigen Begleiter der Verliebten. Sie scheinen ein Teil dieser Landschaft zu sein, stellen gleichzeitig mit ihrer leidenschaftlichen, mit Leben erfüllten, verbotenen Liebe ein Kontrast zu der Kälte der Umgebung. Die zarte, romantische Liebesgeschichte wird auf diese Weise von der ruinenhaften, grauen, kühl und übermächtig wirkenden Kulisse der Industrielandschaft zusätzlich angefärbt. Die Sehnsüchte der Figuren nach einem erfüllten Leben werden mit der Leere und Trostlosigkeit der Realität konfrontiert (wie meistens auch bei Aki Kaurismäki).

Helden der Arbeit

Auch die Figuren im Film bilden gegensätzliche Paare. So ist der slowenische Ingenieur Jan Rudinski gebildet, besitzt einen Hochschulabschluss, und verfügt somit zumindest über das technische Fachwissen. Auf seinem Gebiet ist er gefragter Mann, mit vielen Aufträgen in der ganzen Welt. In einem westlichen Land wäre er gutsituiert, womöglich mit einem Haus, Garten, einem vorm Haus geparkten Familienwagen, mit einer Frau und Kindern. Dass Jan Slowene ist, sollte kein Zufall sein. Jans richtiger Name wäre Janez, das anscheinend für Makavejev zu direkt, zu einfach oder zu „slowenisch“ wäre. Jan klingt jedenfalls internationaler, so könnte er auch Tscheche, Pole, auch Norddeutscher oder Skandinavier sein. Jan ist ein Mann, der für die Arbeit lebt, ein Musterarbeiter. Die Slowenen galten in anderen Teilen Jugoslawiens als Menschen, die sich für etwas Besseres halten, nicht sehr leidenschaftlich, unterkühlt, als „Halbösterreicher“. Gleichzeitig wurden sie geschätzt – als fleißig, fortschrittlich, kultiviert, gebildet, westlich, europäisch, friedlich.

Jan ist trotz seiner beruflichen Erfolge ein Mann der kein festes, kein echtes Zuhause hat. Er ist einer, der in gemieteten Wohnungen überall auf der Welt zu Recht kommen muss. Nirgendwo scheint er Ruhe finden zu können. Ohne festen Wohnsitz, ohne vertraute Lebensumgebung, ohne Freundeskreis, kann man schwerlich eine Familie gründen. Die Heimatlosigkeit und die Unruhe, die sie mit sich bringt, machen den Ingenieur zum engen Verwandten von anderen Antihelden aus den Filmen der Schwarzen Welle.

Jans Gegenbild verkörpert die Figur des Arbeiters Barbulović (Stole Aranđelović). Barbulović ist gewalttätig, roh, ungebildet. Sein Äußeres sagt viel über ihn: er ist kräftig, ungepflegt, unrasiert, ständig missgelaunt, mit einem grimmigen Blick. Er hat seine Triebe nicht unter Kontrolle, trinkt viel, er ist untreuer Ehemann, der seine Frau schlägt und von schweren Körperverletzungen und sogar dem Mord nicht zurückschreckt.

Das interessante ist, dass die beiden gegensätzlichen Figuren, jeder in seinem Bereich, als Vorbilder gelten und so angesehen werden. Der eine ist ein anerkannter Experte, der andere einfacher Arbeiter, der in einer Szene wie ein Affe im Zoo (siehe auch spätere Montenegro-Sitzung) oder wie ein museales Exemplar aus der Steinzeit den Schulkindern gezeigt wird. Die „Steinzeit“ sei dabei zwar immer noch die sozialistische Gegenwart, aber anscheinend nicht mehr lange. Dies erklärt der „Bergwerkführer“ den Kindern, die er durch das Bergwerk, wie durch eine spektakuläre Ausstellung führt. Der einfache und einfach gestrickte Arbeiter voller Laster darf sich mit der Vorbildsfunktion rühmen (auch wenn diese Ehre für ihn keine Bedeutung zu haben scheint), solange die sozialistische Gesellschaft den „neuen Menschen“ (noch) nicht hervorgebracht und den „alten Menschen“ ersetzt hätte. Die schmeichelhafte Titulierung der Bürokraten (durch den „Bergwerkführer“) als „intellektueller Aufbau“ der Arbeiterklasse entlarvt im Kontext des Musealisierungsprozesses, der für den Arbeiter und seiner Arbeit festgeplant zu sein scheint, die Ideologie der Partei (und ihrer Bürokraten) und zeigt die wahre Position des „hypnotisierten“ Arbeiters innerhalb der Gesellschaft, in der er angeblich an der Macht sei. Der Schlägertyp, der seinen Trieben, dem Alkohol und dem Sex folgt, der im Kaffeehaus das wahre Zuhause zu haben scheint, und im Zirkus das einzig passende Kulturangebot findet, ist als Arbeiter ein Vorbild, ein Vorzeigearbeiter. Als Mensch ist er dagegen eine Null. Man kann ruhigen Gewissens sagen: Zum Glück wird ihn die Zukunft abschaffen, samt aller seiner Laster. An seine Stelle wird ein neuer Mensch kommen. Diese Hoffnung wird im Film keinesfalls aufgegeben.

Der gewalttätige Vorzeigearbeiter wird auf dem Arbeitsplatz wie ein wildes Zirkustier, das etwas kann, weil es dressiert sei, dargestellt. Im ganzen Film spielen die unterschiedlichen Bühnen, auf denen das Publikum, das Volk, mit unterschiedlichen „Artisten“ zusammen kommt, eine wichtige Rolle. Neben dem Hypnotiseur und der Band in der Kafana, sehen wir Auftritte von Artisten im Wanderzirkus, oder von Jan, der in der Bergwerkhalle mit einem Orchester der klassischen Musik im Rücken, den Orden angereicht bekommt. Einer der Jans Mitarbeiter ist ehemaliger Zirkus-Artist und verwechselt gerne den Arbeitsplatz mit dem Zirkustrapez – und somit das sozialistische Bergwerk mit dem Zirkuszelt.

Der bodenständige Jan bei der Arbeit…

…der Arbeiter als Trapezkünstler auf der Fabrikbühne

Zeitschriften-Überschriften und Stickereien als Träger der Bedeutung

Auf der Titelseite der Zeitungen, die auf dem Tisch bei Barbulović liegt, steht geschrieben: „Nur Trauer und Leid“. Die Überschrift kommentiert die Szene, in der es zum Streit zwischen Barbulović und seiner Frau (Eva Ras) kommt. Man fragt sich, wie könnte es sein, dass ein Arbeiterheld, der das Vorbild für die Jugend sein sollte, ein solches Leben führt – in Armut, voller Trauer und Gewalt.

Zuhause hat Genosse Bartulović das Sagen

Auch die Stickereien an der Wand, in der Wohnung der Rajka kommentieren ironisch, aber nicht böse, die Szene, in der Rajka und Jan als Liebespaar von Rajkas Eltern überrascht werden. Man sieht Rajka weinend neben der Stickerei, auf der geschrieben steht: „ Liebe ist Freude“. Die Botschaft ist klar und lautet: die Liebe ist aus. Die gestickten Konturen der Figuren scheinen aus einer idealen, eben noch fröhlicheren Welt, und warum nicht, aus der Zukunft, zu stammen.

Liebe ist Freude

Hypnose als Traum von der Befreiung?

Nach dem Besuch der Hypnose-Session versucht die Ehefrau des Arbeiters Barbulović die einfachen Botschaften des Hypnotiseurs auf ihr eigenes Leben zu übertragen. So stellt sie fest, dass sie eine Marionette in den Händen ihres gewalttätigen Mannes ist. Sie hat nicht einmal Kinder, an die sie sich wenden könnte. Die Parallele zwischen den familiären und gesellschaftlichen Beziehungen ist offensichtlich, aber nicht vordergründig. Denn die totalitären, sowie konsumorientierten Gesellschaften und Ideologien kombinieren die feinsten Künste der Verführung und der Hypnose mit der Gewaltandrohung, um Menschen ruhig zu stellen. Hier wird die unterdrückte Ehefrau paradoxerweise durch die Hypnose zum Leben erweckt und in ihr Leben der Keim der Hoffnung gesät.

Mit den Fragen der Hypnose, der Ideologie, des Fortschritts und der Hoffnung setzt sich auch Emir Kusturica auseinander. In seinem ersten Spielfilm „Erinnerst du dich an Dolly Bell“ (1979) werden beispielsweise die Hypnose und ihr Gebrauchswert in Hinsicht auf die endgültige Verwirklichung des Kommunismus zum einen zentralen Leitmotiv.

Das Ende der Geschichte

Ähnlich wie in „Liebesfall“ (Ljubavni slučaj), den wir uns nächste Woche anschauen werden, baut Makavejev in die Liebegeschichte die Figur des Eindringlings ein. Er ist ein unbesorgter, spielender Zerstörer und Verführer, der sich in Frauenfragen und dem Liebesschemata bestens auszukennen scheint. In „Liebesfall“ wird der rücksichtslose Draufgänger der Arbeitskollege der Postmitarbeiterin, ein Postbote sein. Hier ist es der aufdringliche LKW-Fahrer (Boris Dvornik). Seine Qualitäten sind Ausdauer, Scharm und Komplimente. Die Frisörin Rajka wird zur Beute und die angeblich große Liebe zu Jan, der übrigens viel älter ist als sie, und ihr Vater sein könnte, wird sich als leicht zerbrechlich erweisen. Für Rajka war die Beziehung mit dem Ingenieur offensichtlich nur eine kleine Affäre von vielen und sonst nichts (heute würde man Rajkas Verhalten wahrscheinlich als „feministisch“ bezeichnen). Als Jan der Rajka davon erzählt, dass er nach der getanen Arbeit die Stadt und sie verlassen muss, sagt sie nicht etwa, dass sie ihn vermissen werde. Stattdessen stellt sie ihm eine andere, auf sie selbst fixierte Frage: „Wie wirst du denn ohne mich weiterleben?“

Makavejevs „W.R. – Die Mysterien des Organismus“(1971)

Dušan Makavejev, Filmregisseur und Psychologe, drehte 1971 den Film „W.R. – Die Mysterien des Organismus“ über den Psychoanalytiker Wilhelm Reich, in dem es unter anderem um seine Theorien über die Beziehung zwischen Sexualität und Marxismus, die er in der Idee der Menschenbefreiung miteinnimmt. In dem Film werden unter anderem Partisanenlieder und Lieder, die die Partei feiern, mit pornographischen Filmchen zusammengeschnitten. Allein das hätte zum Verbot und zum Skandal geführt. So verwundert etwas die Aussage Makavejevs, dass er von den Reaktionen auf den Film „völlig überrascht“ war.

Nach dem „überraschenden“ Verbot des Films zieht er nach Paris, mit dem Ruf und der Legitimation des Dissidenten. In Jugoslawien wurde der Skandal-Film erst in den späten 1980er in Kinos gezeigt, und das nur in auserwählten Kinos, in Spätvorstellungen ab 22 Uhr. Im Westen lief er in „elitären“ Kinos mit kunstinteressiertem Publikum, was ihm Kultstatus sicherte. Als ich den Film zum ersten Mal sah, war ich ziemlich enttäuscht. Die Erwartungen waren groß, die Ergebnisse eher konfus. Der Film ist mir als eine irrsinnige Collage, ein etwas lahmes Durcheinander, mit vielen echten Interviews und vielen theatralisch gespielten Sequenzen, mit ein paar pornografisches Filmchen, in Erinnerung geblieben. Es ist ein Film ohne Geschichte, ohne Handlung, der ein wenig an Godard in seiner Dziga Vertov Polit- und Predigerphase erinnerte. Außerdem war die Kritik des Kommunismus in der damaligen jugoslawischen Gesellschaft, als der Film endlich in die Kinos kam (späte 1980er) im vollen Gange, die Nationalisten bereiteten sich für die Machtübernahme und für den Krieg. Der Film überlebte das Fehlen des Kontexts nicht, die Provokation blieb aus. „W.R. – Die Mysterien des Organismus“ funktionierte in der Zeit der Entstehung, vor allem aber als gefundenes Fressen für die westlichen Filmwissenschaftler, und junge Künstler, die auf der Suche nach den Bildern in denen der Geschlechtsverkehr mit ideologischem Hintergrund und gesellschaftlichen Kritik vor der Kamera gezeigt wird, waren. Zusammengefasst: Kommunismus und Pornographie, viel Theater, viel Theorie, und die Mode der sexuellen Befreiung.

Das alles wird am Ende mit einem weiblichen, hübschen, frisch abgehackten und immer noch sprechenden Kopf auf einem silbernen Teller garniert. Der vom hübschen Körper getrennte Kopf gehörte der Schauspielerin Milena Dravić, die nach dieser Rolle endgültig zum Markenzeichen der Schwarzen Welle wurde.

Die Schauspielerin und jugoslawische Powerfrau Milena Dravić ist seit 1971 mit dem Schauspieler Dragan Nikolić verheiratet. Sie bildeten zusammen das jugoslawische Traumpaar. Wir schauen uns jetzt eine Szene mit dem Ehemann an, aus dem Film „Mlad i zdrav kao ruža“ (Jung und gesund wie eine Rose, J. Jovanović, 1971)

Titos Geburtstagsfeier als Filmsoundtrack- „Jung und gesund wie eine Rose“ (1971)

Dragan Nikolić spielt hier einen jungen Mann, den kleinkriminellen Aussteiger Steve (Stiv), der Coca Cola trinkt und sich auch für nichts anderes interessiert als für Frauen, Partys und Geld. Er ist Einzelgänger, der Probleme mit der Polizei hat- noch eine typische Gestalt der Schwarzen Welle. Der Film gehört zu den Werken, die die Sehnsüchte der Jugend nach einer westlichen Lebensart, vor allem nach Konsum, thematisieren. (Diese Art der Sehnsüchte sind das Thema in Dokumentar- und Kurzfilmen des slowenischen Regisseurs und Kameramanns Karpo Godina, dem vor kurzem in Frankfurt eine Retrospektive durch das Filmkollektiv gewidmet wurde.)

Für mich ist der Film aber nicht wegen seines mehr oder weniger offenen Antikommunismus, sondern aus einem anderen Grund interessant. In den ersten acht Minuten sehen wir den jungen Dragan Nikolic in seinem kleinen Wagen, wie er durch die Straßen Belgrads fährt. Die Handkamera wackelt, die Bilder sind unscharf, verschwommen. Die Straßen sind voller Parolen. Es sieht ungefähr so aus, als würde man Makavejevs „Parade“ plötzlich aus einer anderen Perspektive betrachten, aus dem fahrenden Auto. Es sind aber keine Menschenmassen auf den Straßen zu sehen, nur einzelne Fußgänger. Die Massen hört man aus dem Radio, das Steve im Auto hört. Denn es läuft gerade die Live-Übertragung der Feier des Tages der Jugend, wie Titos Geburtstag merkwürdigerweise genannt wurde. Am 25. Mai jedes Jahres fand das Finale des traditionellen Staffelrennens durch Jugoslawien (das Staffelrennen sollte von der Liebe und Treue der jungen Generationen zu dem Präsidenten zeugen) im Stadion der Jugoslawischen Volksarmee in Belgrad statt. An diesem Tag wurde der Staffelstab dem geliebten Präsidenten im Namen der Jugend aus ganz Jugoslawien, im Namen aller Völker und aller ethnischen Gruppen, feierlich überreicht. Auf dem Rasen des Stadions spielte sich Programm ab, in dem die Vertreter der Jugend des Landes die Geschlossenheit, das eigene Können und die Bereitschaft für das Neue, für die bessere Zukunft demonstrierten. Der Regisseur Jovan Jovanović zieht die Szene des Autofahrens in die Länge. So fährt Steve nach einer Weile in den Tunnel rein. Als er aus dem Tunnel raus kommt, befindet er sich schon außerhalb der Stadt: in der Natur, in der Freiheit. Irgendwann sieht man, dass ihn die Live-Übertragung der Feier zunehmend langweile. Er gähnt. Kurz darauf redet er und erzählt seine Geschichte, als Off-Stimme. Sein Monolog klingt ernüchternd. Es ist klares Gegenstatement für den gerade gehörten, mit der Begeisterung erfüllten und vorgetragenen Kommentar des Radio-Sprechers, der von der treuen, begabten und körperlich fitten, braven sozialistischen Jugend bei der Feier im Stadion der jugoslawischen Volksarmee schwärmte. Es war mutig auf dieser Weise die Absage an den sozialistischen Kollektivismus und den Personenkult zu erteilen. Aber auch rein filmästhetisch war es geniale Idee den Soundtrack der Übertragung von der Feier von Titos Geburtstag am Anfang der Geschichte eines Kleinkriminellen einzugliedern. Obwohl der Film nie offiziell verboten wurde, wurde er nur einmal gezeigt, auf dem Filmfestival in Pula. Angeblich hat ihn der Präsident dort gesehen und nicht besonders kommentiert. Erst nach 35 Jahren (!) wurde der Film wieder gezeigt.

Chorgesang und Gemeinschaft

Die Sendung „Obraz uz obraz“ („Cheek to Cheek“, die Sendung regierte Zdravko Šotra, der für konventionelle Partisanenfilme bekannt war) wurde als eine Fernsehshow für die ganze Familie konzipiert, als Mischung von Musiknummern, Sketsches und kleineren Interviews. Als Gäste traten Prominente aus der jugoslawischen Musikszene, Sportler, Schauspieler, populäre Fernsehmoderatoren auf. Am Ende der jeweiligen Sendung sangen alle Gäste gemeinsam, meist ein altes, und jedem Zuschauer bekanntes Lied. So auch hier. Die Gäste hatten verschiedene Berufe und gehörten unterschiedlichen Nationalitäten an. Sie bildeten den Halbkreis und wurden zu kleinem Chor. Der kleine Chor symbolisierte die jugoslawische Gemeinschaft in der nicht die einzelne Stimme wichtig sei, sondern der gemeinsam erzeugte Gesamtklang. In der letzten Sequenz in Makavejevs Film haben wir das klassische Konzert in der Fabrikhalle gesehen. Dort hat das Motiv des Orchesters eine ähnliche, symbolische Bedeutung. Es sind die unterschiedlichen Stimmen der Menschen verschiedener Geschlechter, Altersgruppen, Völker und Nationen, die den altstädtischen Liedern neue Farbe, neues Leben und Schönheit verliehen. Es ist Jugoslawien im Kleinen, die hier immer wieder, Woche für Woche immer neue, alte Lieder sang. Dabei stand die Idee der Gemeinschaft keinesfalls künstlich im Vordergrund der Sendung. Viel mehr ergab sie sich aus ihren „Zutaten“.

Milena Dravić & Dragan Nikolić. Gäste (u.a.): Schauspieler Bata Živojinović, Sänger Arsen Dedić, Boxweltmeister Mate Parlov

Gäste: Schauspielerinnen Marija Baksa und Ružica Sokić, Dubrovački trubaduri, Komponist Kornelije Kovač, sein Bruder Sänger und Journalist Mihajlo Kovač, Nachrichtensprecherin Helga Vlahović, Moderatoren Ljubo Jelčić und Oliver Mlakar, Sportjournalist Mića Orlović, Sänger Dalibor Brun

In den letzten Jahren sind die Chöre in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens wieder in die Mode gekommen. Es handelt sich dabei um alternative Chore. Der bekannteste ist der Belgrader Horkesktar (früher Horkeškart) sowie der Zagreber „feministische“ Frauenchor Le Zbor. Die Band Let 3 engagierte für ihre Live-Auftritte einen gemischten Chor und „bekleidete“ die männlichen sowie weiblichen Mitglieder mit einen schönen, rabenschwarzen, also „machohaften“ Schnurrbart, den die Mitglieder der Band bei ihren Auftritten auch selbst tragen. Alle sind gleich und alles ist durcheinander, könnte eine der Botschaften des Schnurrbart-Outfits lauten.

Let 3 – Ero s onoga svijeta

“Ero s onoga svijeta” ist Cover eines Volksliedes und eines Lieds aus der gleichnamigen komischen Opera des kroatischen Komponisten Jakov Gotovac.

LET 3 hat 2005 CD mit dem Titel „Bombardiranje Srbije i Čačka“ (Das Bombardieren von Serbien und der Stadt Čačak) herausgebracht. Die Musikstücke für die CD wurden von Fans übers Internet ausgewählt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Pop-Musik, so die Band. Jedenfalls war das musikalisch bis dahin die schlechtechte CD der Band.

2006 war ich in der kroatischen Stadt Osijek zur Besuch. In der Stadt gab es viele neue Einkaufszentren, die, obwohl meistens fast ohne Kundschaft (es waren zu viele auf einmal und die Menschen hatten eher kein Geld) zum wichtigsten und prächtigsten Bauten der Stadt wurden. In einem dieser Einkaufszentren gab es auch eine spezielle CD und DVD- Abteilung. Dort sah ich die ganze Wand voll (etwa eine 2x4m Fläche) mit den Hüllen von der neuen LET 3-CD. Nicht Shakira, oder Britney Spears, nicht U 2 oder Rolling Stones, nicht die einheimischen Stars wie Severina oder Jelena Rozga, nicht die Tamburica- Patrioten, sondern die „LET 3“ war in diesem Familieneinkaufzentrum angesagt. Ich versuchte die möglichen Gründe dafür zu finden, denn die Musik war es nicht. Die Stadt Osijek liegt in Slawonien, wo im Krieg in den 1990er Jahren heftig gekämpft wurde. Die CD wurde zum Hit wegen des Titels und der Schadenfreude über die Bombardierung Jugoslawiens 1999 (damals Serbien und Montenegro) durch die NATO. LET 3 wundern sich übrigens über ihren Status in der kroatischen Pop-Musik und fragen: „Was soll das für ein Land sein, in dem wir Mainstream sind“?

Horkestar-Aktion „Rückwärts“ (2006)

Der Chor Horkestar aus Belgrad ist Performance-Chor und Orchester in einem. Sie treten unerwartet

auf der Straße, aber auch in Hallen und in Klubs auf. Sie tragen Arbeiteranzüge und erfüllen alle Voraussetzungen eines amateur- demokratischen Chors – jeder darf mitmachen.

Hier sehen wir den Auftritt vor dem serbischen Parlament (Skupština) in Belgrad.

In dem Lied heißt es: „Nazad u boj!“ Das ist der ganze Text, es ist die drei-Worte- Aufforderung, die übersetzt „Zurück in den Kampf“ lautet. Damit wird die ursprüngliche Bedeutung, der ursprüngliche Aufruf zum Kampf „Vorwärts in den Kampf!“ mit dem „Zurück (oder „rückwärts“) in den Kampf“ getauscht.

Doch noch: der Mensch ist ein Vogel

In dem sie in „Der Mensch ist kein Vogel“ das Kupfer klauen, zaubern die Roma-Arbeiter das Kupfer weg, sie lassen es verschwinden. Am Zauber dieser Art scheiterte Jugoslawien als Land, in dem die Fabriken von Arbeitern selbstverwaltet wurden. Denn nicht nur die Roma zauberten die Gegenstände, die Gemeinschaftsgut waren, weg, sondern auch die meisten anderen.

Um das Wegzaubern und das Fliegen geht es im nächsten Filmausschnitt. Auf die geheimnisvolle Frage, ob der Mensch fliegen kann, antwortet Emir Kusturica in seinem Film „Zavet“ (Versprich es mir, 2007) mit Ja. Zumindest gilt das im Film.

Das Wunder des Fliegens braucht nicht viel: einen Magier (der sich seiner wahren Fähigkeiten eigentlich gar nicht bewusst ist!), den Zirkus mit einem für alles offenem Publikum, sowie eine gut funktionierende Kanone. Ja, und den Artisten, der für das Fliegen bereit ist. Wir sehen hier die Zirkusbesucher, die staunen, weil sich ein wahres Wunder ereignete, das auch den echten Fachmann, den Magier überrascht. Eine Frau aus dem Publikum stellt, zufrieden und staunend gleichermaßen, fest: „Er ist weg!“ Ihr Gesicht strahlt, als hätte sie gerade den Messias persönlich gesehen und ihm die lange Reise, den angenehmen Flug voller guten Taten gewünscht. Die Sympathie und Bewunderung vermischen sich. Der Fliegende wird zum Engel-Begleiter des Enkelsohns, der alleine in der Stadt ist. Die Frau aus dem Zirkuszelt, das zeigt sich später, ist die Mutter der zukünftigen Frau des Enkels, des Mädchens, das er auf der Brücke kennenlernte. Während bei Makavejev die Magier alles unter Kontrolle haben und die Magie der Erhaltung der Macht der Partei und des Mannes, sowie der Verblendung der Massen dient, erleben in „Zavet“ die Protagonisten der Zirkusnummer und ihr Publikum als eine Art Befreiung, die durch die Macht des Wunders erfolgt.

Die Zirkusse waren in der Nachkriegszeit, bis in die 1980er Jahren hinein sozusagen Teil des kulturellen Angebots. Die Spielleute und kleine Zirkustruppen durchquerten das Land und besuchten gar die kleinsten Dörfer und veranstalteten dort ihre kleinen Spektakel. Der Regisseur Goran Paskaljević widmete seinen nostalgischen Film „Pas koji je voleo vozove“(1977, The Dog Who Loved Trains) einem jugoslawischen „Rodeo-Künstler“, dem fahrenden Cowboy, gespielt von Bata Živojinović.

Die einzige Hoffnung, wenn kein Wunder passieren sollte, liegt in der Vergangenheit, und in der Tradition. Wir haben gesehen, dass der Großvater seinen Enkelsohn in die Stadt schickt „um dort eine Frau und eine Ikone zu finden“. Die Stadt, die er dort antrifft, ist unangenehmer Ort, ein Ort an dem die Regeln außer Kraft gesetzt sind, oder sie werden, und das macht es noch schlimmer, von irrsinnigen Kriminellen erstellt und bestimmt, nach ihren Launen. Als einer der Männer im Auto sagt (nachdem der Junge mit seiner Kuh vorbeizog), dass er gerne mal „einen Bauern erschießen würde“, antwortet der andere, dass er das nicht machen sollte, „weil ein Bauer ein menschliches Wesen“ sei. Der ironische Diskurs richtet sich an westliche Zuschauer, die gerne die Illusionen pflegen, den Balkan (und die ganze Welt) verstehen zu können und genau zu wissen, was dort zu machen sei.

Zum Abschied habe ich noch ein Video von Horkestar, das in der verlassenen, ehemals einer der größten Werft der Welt, „1. Maj“ in Rijeka gedreht wurde. Dort wurden vor 1990 unzählige Schiffe gebaut. Heute steht die Werft leer und stellt als Ruine die ideale Kulisse für dieses alte Lied, das die Arbeit feiert, dar.

Schön, dass ihr da ward. Bis zum nächsten Mal!

*Film stills are for study purposes only

 

Schön, dass ihr da ward. Bis zum nächsten Mal!

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4. Sitzung: „Ljubavni slučaj ili tragedija službenice P.T.T.“

(Ein Liebesfall oder Die Tragödie einer Postbeamtin), 1967

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Die deutsche Übersetzung des Titels des Films „Ljubavni slučaj ili tragedija službenice P.T.T.“ (1967) von Dušan Makavejev lautet „Ein Liebesfall oder Die Tragödie einer Postbeamtin“ und die englische einfach nur „Love Affair“. Es sind eigentlich zwei Liebesaffären der hübschen Postbeamtin Isabela (Eva Ras, wir kennen sie bereits aus Makavejevs Film „Der Mensch ist kein Vogel“): eine etwa mehrere Wochen andauernde Beziehung mit dem Sanitärinspektor Ahmed (Slobodan Aligrudić) und der Seitensprung, der die Beziehung zum Bruch brachte. So wurde aus der vermeintlichen Liebesbeziehung ein Liebesfall – ein Fall für die Kriminalpolizei. Also, wie schon in „Der Mensch ist kein Vogel“ sehen wir hier eine Dreieckgeschichte, dieses Mal mit dem tragischen Ende. Im Film erfährt man einiges über das Leben in Jugoslawien, in Belgrad der 1960er Jahre. Isabel hat nicht viel Geld aber einen festen Job und kann frei über sich selbst entscheiden: auch mit wem sie ins Bett geht.

„Ein Liebesfall oder Die Tragödie einer Postbeamtin“ ist ein Collage-Film den Makavejev aus verschiedenen Puzzleteilen zusammen baut. Unterschiedliche Experten kommen zum Wort (der Sexologe, der Mann von der Kripo, der Obduktionsarzt…), wobei der Zuschauer nicht weiß, ob sie „echt“ sind, oder von Schauspielern gespielt werden. Die Experten beleuchten den Mordfall aus verschiedenen Perspektiven, jeder mit der Hilfe seines Fachwissens und einem eigenen Schwerpunkt.

Die Funktion der Experten-Einleitung, die in „Čovek nije tica“ dem Hypnotiseur zugeteilt wird, gehört hier dem Sexualarzt. In seinem Statement erklärt der Sex-Experte, dass die menschlichen Triebe und die unterdrückten Gefühle, die Quelle der mörderischen Gewalt seien. (Den Film kann man in die filmische Tradition der Krimis über die Frauenmörder und die Mörder „aus Leidenschaft“ (z.B. bei Hitchcock) eingliedern.)

Nach der Einleitung sehen wir das erste Date von Ahmed und Isabela. Im Anschluss an die Szene wird schon das Ende der Liebesgeschichte verraten. Denn anschließend wird Isabelas Leiche aus dem Brunnen geholt. Was bleibt, sind viele Fragen: was genau, wie und warum ist es passiert, und – wer ist der Mörder?

Mittels Montage verbindet Makavejev die Frage nach dem Mörder mit den Händen von Ahmed. Man sieht zunächst die Hände in Großeinstellung. Nach einem Schnitt sehen wir das dazugehörende Gesicht – das ist das Gesicht Ahmeds. Sind das wirklich die Hände des Mörders?

Nach der Szene mit den im Bett liegenden Liebenden wird Isabelas Leiche im Obduktionssaal gezeigt.

Die Aufklärung des Mordfalls verläuft parallel mit der Liebesgeschichte, die in Rückblenden erzählt wird. Schließlich münden beide Handlungsstränge in einem großen Finale. Der Zuschauer wird aufgefordert, die eigenen Eindrücke mit den Urteilen von Experten zusammenzufügen, das was geschieht zu vervollständigen und nach weiteren möglichen Erklärungen zu suchen. Denn Hinweise und Informatio-nen sind überall im Film versteckt, mal in der mise-en-scène, auf den Plakaten, Stickereien, im Fernsehen, mal in dem eingeschobenen, zusätzlichen Filmmaterial, das nicht zu dem gespielten Teil

des Films gehört. Politik und Ideologie vermischen sich mit der Haupthandlung. Das Versteckspiel, das sich auf verschiedenen Ebenen treiben lässt, macht den Film zum einen außerordentlichen intellektuellen, und gleichermaßen, unterhaltsamen Vergnügen.

Der Zuschauer wird mit permanentem Richtungswechsel konfrontiert und überrascht. Es werden Einstellungen und Bilder zusammengebracht, die man zunächst nicht als verwandt ansieht. In der Szene, in der Isabela mit ihrer Freundin (Ružica Sokić) spazieren geht, halten sie sich für einen kurzen Moment vor einem Kinoplakat auf. Plötzlich taucht an der gleichen Stelle, mit einem Schnitt voneinander getrennt, ein anderes, chinesisches Kino-Plakat auf. Das Plakat verschwindet aber sofort wieder und lässt den Zuschauer ratlos zurück. Die plötzlich erschienen, und noch schneller verschwundenen fröhlichen Chinesen von dem grellen Agitprop-Kinoplakat, treffen sehr bald, in der darauffolgenden Einstellung, auf den Revolutionsführer V. I. Lenin. Die Einstellung mit dem riesigen Porträt von Lenin kennen wir bereits aus Makavejevs Dokumentarfilm Parada (1962).

Im Manier der russischen Montagekünstler, insbesondere der Filmstudenten der 1920er Jahre, die aus dem Manko eine Tugend gemacht hatten (sie hatten nicht sehr viel Material, so haben sie sich aus den Readymades, aus den Filmen und Filmjournals bedient, und die Ausschnitte aus dem „fremden“ Material in ihre eigenen Filme eingebaut), benutzt Makavejev hier, neben den unterschiedlichen fremden und scheinbar nicht der Handlung gehörenden Bilder und Filme, auch sein eigenes, nur einige Jahre altes filmisches Archivmaterial.

Das Leben als Dauerparade

Der Kurzdokumentarfilm aus dem Jahr 1962 „Parada“ kommt hier nicht nur als Zitat vor, er lebt im Soundtrack des Films weiter. Als Geräusch und musikalische Kulisse, macht sich eine zwar unsichtbare, aber deswegen nicht weniger eindringliche, scheinbar Tag- und Nacht andauernde Parade auf den Straßen Belgrads bemerkbar. Das Musikgeräusch wird zum treuen Begleiter und unsichtbaren Bewacher der Handlung. Überall hört man die Partisanenlieder (wie heutzutage die Meldungen über die „Flüchtlingskrise“), die das Vergangene glorifizieren und die Lieder, die die Partei und den Volksführer Tito feiern. So wird die Kontrolle der Partei, die in den Bildern nur sporadisch zum Vorschein kommt, auf indirekte Weise angedeutet. Die diegetisch abgespielte Musik wird meistens gegen die Handlung eingesetzt, insbesondere dann wenn sie die Liebesbeziehung zweier Protagonisten untermalt. Denn auch die intimsten Momente werden von der revolutionären Musik begleitet.

In der einleitenden Sequenz hören wir ein Kinderlied und ein Liebeslied. Ahmed, Isabela und ihre Freundin laufen zu dritt über die Straße auf der die Unordnung und der Lärm herrschen. Es wird gearbeitet und gebaut. Das Baustellen-Motiv kommt in jugoslawischen Filmen aus dieser Zeit oft vor. Denn die Gesellschaft befindet sich im Prozess der Veränderung, des Aufbaus, des Neuanfangs. (Ähnlich wie in den Filmen des italienischen Neorealismus wird an den Originalschauplätzen gedreht: es ist realistisch, senkt die Produktionskosten.) Auch die Liebesbeziehung von Ahmed und Isabela befindet sich erst am Anfang und muss zunächst „aufgebaut“ werden.

Das Leben ist eine Baustelle

Die Rolle der ethnischen Zugehörigkeit

Die mehrheitlichen Völker in Jugoslawien waren Serben und Kroaten. Man sagte, dass die Beziehungen zwischen den zwei Völkern entscheidend und richtungweisend für die Zukunft, für das Weiterbestehen und für das friedliche Miteinander in Jugoslawien seien. Ende der 1980er Jahre wird sich zeigen, dass dies stimmen könnte.

Die Liebe zwischen Ahmed und Isabela ist auch die Liebe zwischen einem bosnischen Muslim und einer katholischen Ungarin1, vermutlich aus Vojvodina, dem Grenzgebiet zu Ungarn. Während die Figuren, beispielsweise in Petrovićs „Skupljači perja“ (I Even Met Happy Gypsies, 1967), nicht durch ihre Namen, sondern durch Sprache und Kleidung (und nur mit Mühe) „identifizierbar“ sind, und der Zuschauer selbst herausfinden muss „wer ist wer“, thematisiert Makavejev die nationale Angehörigkeit viel unmittelbarer, schon bei der Namensgebung (in „Der Mensch ist kein Vogel“ wird beispielsweise die Liebesgeschichte des Slowenen Jan und der Serbin Rajka erzählt). Denn die Namen der Protagonisten setzten einiges voraus. Isabela und Ahmed stehen hier für das jugoslawische Experiment: sie werden ein Land gemeinsam bauen und gestalten, ein Land mit vielen verschiedenen Völkern, Traditionen und Kulturen. Es soll zusammenwachsen, was zusammengehört. Oder auch nicht. Makavejev seinerseits bringt die Liebenden zusammen, und wieder auseinander.

Ahmed und Isabela sprechen beide serbokroatisch, wobei das nicht die Muttersprache von Isabela ist. Sie leben in Belgrad, in der Hauptstadt Jugoslawiens und sind beide zugezogen. Sie arbeitet bei der Post, er ist Sanitärinspektor, ein „Rattenfänger“. Sie scheint liberal und offen zu sein, er ein treuer Kommunist, konservativ und ziemlich verklemmt. Sie sind also ganz unterschiedlich. Ihre Nationalangehörigkeit machen sie gelegentlich selbst zum Thema. Es ist kompliziert.

Der begeisterte Ahmed spielt ein deutsches Lied auf seinem Grammofon. Die Schallplatte ist das Geschenk eines DDR-Genossen. Es handelt sich um den „Zeit-Marsch“ („Sang der Gesänge“) des russischen Dichters Wladimir Majakowski, in deutscher Übersetzung von Hugo Huppert, gesungen von Ernst Busch2. Warum spielt Ahmed die deutsche Version eines russischen Liedes? Es ist wieder ein für Makavejev typischer, rätselhafter Einfall, in dem sein ironischer Blick auf die Welt und das Weltgeschehen zur Geltung kommt.

1 Die Muslime wurden 1971 als eines der sechs gleichberechtigten konstitutiven Völker/Nationen Jugoslawiens (neben Kroaten, Serben, Slowenen, Montenegriner, Mazedonier) anerkannt.

2 Die Musik stammt von Hanns Eisler.

Es ist das Jahr 1967, 22 Jahre sind nach dem Ende des 2. Weltkrieges vergangen. Die deutsche Sprache ist immer noch ein Synonym für Faschismus, Totalitarismus und Krieg. Und die DDR blieb ohnehin weiter totalitär. Die Ungarn wie Muslime haben im 2. Weltkrieg mehrheitlich an der Seite der Deutschen gekämpft. Aus der Treue zu den Deutschen wurde die Treue zu den Siegern, zu den jugoslawischen Kommunisten. Ob der Übergang zum Sozialismus die Haltung der Menschen, die auf der anderen Seite gekämpft haben, veränderte? So kann man hier das russische revolutionäre Lied, das in deutscher Sprache ausgeführt wird, als Mittel der Kontinuitätsherstellung betrachten, die in beide entgegengesetzte Richtungen wirkt und das Totalitäre der neuen Machthaber zur Schau stellt.

„Serbian Cutting“ / Seitensprung und „Pornofilm“

Statt die Sexszene mit Isabel und dem Postboten (Ljuba Moljac) zu zeigen, schneidet Makavejev einfach den kurzen „Aufklärungsfilm“ rein, in dem man sieht, wie die Geschichte in etwa weitergelaufen sei. So funktioniert das Pornofilmchen als effektvolle Ersatzszene. Der praktische Nutzen des Vorgangs: Makavejev muss die aufwendige Sexszene nicht mehr drehen, und spart nebenbei Zeit, Geld und Nerven der Schauspieler.

Makavejev soll sich von den „deutschen Pornofilmen“ inspiriert haben, die er in den 1970ern in Oberhausen in den dortigen „feinen Kinos“ gesehen haben soll.

Makavejev liebt sie, die sprechenden Stickereien: Die Liebe ist süß.

Ahmed und Isabel zum ersten Mal in ihrem Zimmer.

Die emanzipierte Isabel möchte den verklemmten Ahmed ins Bett locken. So sagt sie, dass sie Lust

aufs Fernsehen hätte, denn es „liefe gerade etwas Gutes“.

Der Film, der tatsächlich im Fernsehen läuft, ist nicht das, was man sich unter „etwas Gutes“,

zumindest in dieser Situation, vorstellen würde. Nein, es ist kein romantischer Liebesfilm, sondern vielmehr ein sowjetischer Film über den Sehnsucht- und Ursprungsort aller sozialistischen Paraden,

die Oktoberrevolution. Es läuft „Die Donbaß Sinfonie“ (1930) von Dziga Vertov. Man sieht Menschenmassen, die in eine Kirche eindringen und alles mitnehmen (oder kaputtschlagen), was sie können. Die Musik im Film unterscheidet sich nicht viel von der Musik die man ständig, auch hier,

in Isabels Wohnung, bei offenem Fenster, hört. Man kann sich anscheinend von der Revolution nirgendwo verstecken und alleine sein, auch nicht in intimsten Momenten.

3An den Feiertagen wurde die revolutionäre Musik gespielt, am 1. Mai, am Tag der Republik, am Tag der Jugend…Tito sagte einmal: „Wir werden so leben, als würde es den Krieg nie geben, wir müssen aber ständig bereit sein, für einen neuen Krieg.“

Episoden „außerhalb“ der Handlung

Die Szene in der Isabel die Pita, den serbischen Kuchen, backt, könnte aus einer Koch-Fernsehsendung oder aus einem Dokumentarfilm stammen. Denn Makavejev lässt sich Zeit und dokumentiert den kompletten Vorgang der Vorbereitung und des Backens. Es ist eine Sequenz, in der das Dokumentarische imitiert wird. Das Pita-Backen hat hier etwas Erotisches, und die Folge ist die Schwangerschaft der Isabel. Die Szene mit dem Einbau der Dusche ist ähnlich. Auch dort sehen wir den ganzen Vorgang des Einbauens. Die Szene bleibt zwar spannend, denn wir wissen nicht, wann und wo Isabel ermordet wurde. Es passierte nichts Dramatisches, und nichts für die Handlung Relevantes: die neue Dusche wurde eingebaut, und das Leben ging weiter. Die beiden Szenen sind äußerst liebevoll, ästhetisch gedreht.

Das Kartenlegen als Wissenschaft

Neben allen Experten, die mit ihren Namen, Berufsbezeichnungen und Funktionen, formal von der Haupthandlung getrennt auftreten, liefert Isabels Freundin und Arbeitskollegin eine spezielle Expertise ab: das Kartenlegen. Der Aberglaube spielt auf dem Balkan eine wichtige Rolle. Das Kaffeesatzlesen ist beispielsweise noch heute weit verbreitet und gehört zum Tagesablauf vieler Frauen. Es ist eine Beschäftigung, die irgendwo zwischen Zeitvertreib und „Wissenschaft“ anzusiedeln ist. „Untersucht“ werden die Aussichten in wichtigsten Bereichen des Lebens: Liebe, Gesundheit, Arbeit, Eigentum… Die Freundin sagt Isabel die Zukunft voraus: es gibt einen neuen Mann in ihrem Leben und sie wird Ahmed ganz sicher und unausweichlich untreu. In der nächsten Einstellung sehen wir „ihren Neuen“, den eindringlichen Postboten. Isabel wehrt sich gegen das „Schicksal“ und sagt, dass sie „das nicht wolle“, denn schließlich sei sie „verliebt“. Der Widerstand ist vergeblich und zwecklos – die einfache, durchaus übliche, verallgemeinerte „Voraussage“ der Freundin wird real. Man kann sich fragen: Ist Aberglaube stärker als Wissenschaft, oder ist Wissenschaft zum Teil ein Aberglaube?

Der eindringliche Postbote macht es sich unter Titos Bild bequem. Ist Tito etwa sein Beschützer?

Hat der Präsident auch hier alles unter Kontrolle?

Isabels Beichte

Isabel macht Seifenblasen und schaut plötzlich direkt in die Kamera. So macht sie etwas, was nur den Experten im Film vorgehalten ist. Sie sagt, als würde sie ihre Beichte schon im Voraus ablegen wollen: „Ich kann es nicht mehr aushalten, ich werde fremdgehen.“

Das Sprechen eines Protagonisten direkt in die Kamera hat immer etwas Intimes. Es ist die Grenz-überschreitung, denn auf diese Weise dringt die Figur in den Zuschauerraum ein und bricht das wichtige Tabu: die Konvention über die klare Teilung zwischen der äußeren und der filmischen Realität.

Das Ende der Affäre

Die Hauptfiguren scheitern, anscheinend war die Bindung nicht stark genug. Ahmed will sich umbringen, weil er das Verlassensein nicht ertragen kann. Am Ende stirbt Isabela und Ahmed wird zum Mörder. Obwohl es kein Mord war, sondern ein Unglück.

Makavejev lässt am Ende des Films Isabel wiederauferstehen (wie Milena Dravić in „W.R. Mysterium des Organismus“). Das glücklose Liebespaar darf es noch einmal versuchen.

Zweiter Versuch genehmigt: Die Liebe zwischen Ahmed und Isabela, genauso wie das Projekt Jugoslawien, verdient eine zweite Chance!

Schön, dass ihr da ward. Bis zum nächsten Mal!

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5. Sitzung: „Kad budem mrtav i beo“ (Wenn ich tot und weiß bin), 1967

 

Heute werden wir uns Ausschnitte aus dem Film von Živojin Pavlović „Kad budem mrtav i beo“ anschauen. Wir sind immer noch im Jahr 1967 (drei von vier Filmen, die wir bis jetzt gesehen haben, stammen aus diesem Jahr), mitten in der jugoslawischen Schwarzen Welle. Živojin Pavlović (1933-1998) gehört zur ersten Generation der Filmemacher der Schwarzen Welle. Er war Professor an der Akademie für Theater, Film, Radio und Fernsehen in Belgrad, sowie Maler und Schriftsteller.

Der Titel des Films stammt aus dem Gedicht „Laternentraum“ des deutschen Schriftstellers Wolfgang Borchert (1921-1947), der als Vertreter der sogenannten „Trümmerliteratur“ bekannt wurde. Im Filmtitel haben wir das Wort „weiß“, das im Gedicht nicht vorkommt. Die ersten drei Verse werden am Anfang des Films eingeblendet:

Wenn ich tot bin,

möchte ich immerhin

so eine Laterne sein,

und die müsste vor deiner Türe sein

und den fahlen

Abend überstrahlen.

In der serbischen Übersetzung scheint der Wunsch „eine Laterne zu werden“ nicht mit der Liebe motiviert zu sein, wie es im Borcherts Gedicht der Fall ist. Viel mehr möchte das „lyrische Subjekt“ nach dem Tod „irgendeine Laterne“ werden, um „auf der Welt“ zu bleiben.

Kad već budem mrtav i beo,

ja bih ipak nekako hteo

da makar kakva nekakva

svetiljka budem

Verglichen mit Makavejev, bleibt Pavlović bei einem klassischen Erzählmuster (klassisch im Sinne der 1960er Jahren, geprägt durch Novelle Vague und italienischen Neorealismus). Er baut keine zusätzlichen Szenen oder Bilder in den Film ein und erzählt die Geschichte vom Anfang bis zum Ende, chronologisch (auch wenn der Film die Zirkelstruktur hat und sozusagen mit dem Anfang endet).

Am Anfang des Films geht Verwalter Milutin (Slobodan Aligrudić) auf die Jagd. Auch Präsident Tito war Jäger.

Wir haben die wichtigsten Protagonisten des Films in der Anfangssequenz kennengelernt. Dragan Nikolić (Steve aus „Jung und gesund wie eine Rose“) spielt hier seine erste Hauptrolle, den Ganoven Jimi Barka. Im Laufe seiner Karriere wird er noch öfter ähnliche Figuren der jungen & wilden spielen, die Rollen der Menschen die sich in der jugoslawischen Gesellschaft nicht zu Recht finden könnten (z.B. in Radivojevićs „Bube u glavi“(1970) oder in Goran Markovićs „Nacionalna klasa“(1979)),

Dass Jimi Barkas Schicksal besiegelt ist, kündigt schon der Titel des Films an. Denn er scheint ein verlorener Fall und eine typische Gestalt der Schwarzen Welle zu sein. Jimi versucht sich als Trickdieb über Wasser zu halten und ist dabei auf die Hilfe von anderen, meistens Frauen, angewiesen. Er lebt im Jetzt, ohne einen Plan für das Leben, sammelt sexuelle Erfahrungen. Schließlich, er ist Sänger – der nicht singen kann.

Die Handlungsstruktur des Films kann man mit einem Picard-Roman vergleichen, wobei man in vielen Episoden, die sich an verschiedenen Orten abspielen, einiges über die jugoslawische Gesellschaft erfährt.

„Wollen wir nicht reden?“

„Wir reden schon seit drei Jahren.“

Das ist Jimis Freundin und Komplizin Lilica (Neda Spasojević), mit der er schon seit drei Jahren zusammen ist. Jimi scheint sein Leben ändern zu wollen und sucht eine Arbeit. Schließlich bekommt er den Job als Saisonarbeiter. In der Arbeiter-Barracke muss er das Bett mit einem anderen Arbeiter, und den Schlafraum mit vielen anderen Menschen teilen.

Wäre es vielleicht doch besser als „freier Mensch“, als Dieb, von einer Stadt in die andere zu ziehen, als so zu leben? Pavlović zeigt die menschenunwürdigen Zustände, in denen die Saisonarbeiter leben müssen. Wir sahen die Ergebnisse eines Streits zwischen Arbeitern, nach der ein schwerverletzter Mann in die Baracke hereingetragen werden muss. Jimi nutzt die Gelegenheit und beklaut die Arbeiter, die während des Streits draußen sind.

Im Kontext der Handlung des Films fallen die kürzen Nebengeschichten nicht besonders auf, denn Pavlović zeigt nicht mit gehobenem Finger auf die Ungerechtigkeiten. Er sagt nicht: Schaue mal her, so etwas passiert im Sozialismus! Die Kritik wird auf die Nebenschauplätze verschoben. Das macht den Film mit seinem episodenhaften Charakter im Sinne Kracauers zum „filmischen“ Film, der die Wirklichkeit zeigt. Das Nebensächliche, die „unwichtigen“ Miniaturen, alles um die Gauner-Geschichte drum herum, bedeutet hier das reale Leben.

Der Film funktioniert auch als Road- Movie. In der Szene, die wir gesehen haben, sieht man Jimi Barka, wie er einen Moment, bevor er vom Zug fast erfasst worden wäre, zur Seite springt. Der Zug als Motiv, und als Transportmittel, begleitet die Jimis Geschichte. Später wird er mit dem Auto und am Ende des Films mit dem Schiff fahren.

Jimi (oben rechts) hat nichts zu verlieren

Dragan Nikolić als Belmondo

Hier sehen wir Dragan Nikolić als jugoslawische Ausgabe von Michel Poiccard aus Godards „Außer Atem“ (gespielt von Jean-Paul Belmondo). Jimi ist nicht so extrem charmant wie Michel, denn Nikolić kokettiert nicht mit der Kamera, wie es Belmondo macht. Er erweckt eher einen schüchternen Eindruck. Die Sängerin Duška (Ružica Sokić, Isabels beste Freundin in Makavejevs „Liebesfall“) erzählt Geschichten über ihre Liebhaber und schwärmt von dem Musiker der sie geschlagen hat und ihr eine Narbe für das Leben „geschenkt“ hatte. Jimi hört nicht wirklich zu, sondern schmiedet seine kurzfristigen Pläne für die nächsten Stunden oder Tage. Jimi wird übrigens von Duška, wie auch von anderen Frauen (mit einer Ausnahme, später mehr darüber) nicht erst genommen und muss sich immer wieder anhören, dass er „zu jung“ sei.

Der erste Auftritt von Jimi Barka

Während des Auftritts auf dem Markt wird Jimis Musikkarirere geplant. Duška unterhält sich mit einem befreundeten Journalisten (Milorad Spasojević), der ihr verspricht, über Jimi als einem „beliebten“ Sänger, dem „großen Star“ zu schreiben. Duška wird sich um die „Gegenleistung“ kümmern.

Der Zuschauer nimmt am Gespräch der beiden teil und erlebt gleichzeitig den Auftritt von Barka: es ist klar, dass der „berühmte“ Sänger überhaupt kein Talent hat. Der Artikel wird trotzdem erscheinen. Dies kann man als Hinweis verstehen, dass die Zeitungen Nachrichten und Texte schreiben, die nicht stimmen und schlimmer noch, dass es ziemlich egal sei, ob das, was sie schreiben stimmt oder nicht. Denn wenn der talentfreie und völlig unbekannte Jimi zu einem erfolgreichen Sänger stilisiert wird, ohne dass sich jemand aufregt, dann kann man den Medien im Allgemeinen, auch in politischen Themen, kein Vertrauen schenken.

Jimis Auftritt auf dem Markt ist einer der vielen Live-Auftritte im Film, die den großen Teil des Filmmaterials ausmachen. Der Film ist ca. 79 Minuten lang, etwa ein Drittel davon sind Live-Aufnahmen. Am Ende gibt es eine längere Sequenz mit mehreren Bands, die wir uns noch anschauen werden.

Rock’n’roll in der Kaserne

Jimi Barka verlässt die Sängerin Duška wieder, und im Zug (in dem er illegal mitfährt) lernt er Mica (Dara Čalenić), die im Postwagon arbeitet, kennen.

Mica nimmt Jimi mit nachhause, in der Hoffnung endlich einen Mann fürs Leben gefunden zu haben.

Sie lebt zusammen mit ihrem Bruder (Severin Bijelić), einem Offizier der Jugoslawischen Volksarmee. Der Bruder organisiert für Jimi den Auftritt in der Kaserne (er glaubt dem Zeitungsartikel und denkt, Jimi sei ein Star). Überraschenderweise wird der Auftritt in der Kaserne ein Erfolg. Während Jimi auf dem Markt ein Volkslied sang, singt er hier, bei den Soldaten, die den konservativsten Teil der Gesellschaft repräsentieren sollten, die westliche Musik, Rock’n’roll.

Man hätte in einer jugoslawischen Kaserne sicherlich etwas anderes erwartet, jedenfalls kein Rock’n’roll. Der Sänger ist schlecht, das Publikum ist begeistert.

Sind die Soldaten und Offizieren taub? Oder mögen sie doch die „moderne“ Musik, ganz egal wie sie klingt?

An einer früheren Stelle im Film lässt Pavlović die „bessere Gesellschaft“ in einem Restaurant auf Volksmusik, das Kolo, tanzen.

Die jugoslawische Gesellschaft scheint also durchmischt zu sein. Der Musikgeschmack verrät nichts über die Stellung von einzelnen Personen in der Gesellschaft.

Der misslungene Auftritt bei den streikenden Arbeitern

Nach dem erfolgreichen Auftritt in der Kaserne, wurde Jimi weitergereicht und durfte auch für die streikenden Arbeiter auftreten. Die Arbeiter wollten, anders als Soldaten, doch nur Volksmusik und nichts „Modernes“. Der Auftritt wurde ein Misserfolg.

Jimi soll in Belgrad auf einem Musikwetbewerb singen, seinen „Ruhm“ bestätigen und weiter ausbauen. Pavlović zeigt ein großen Teil des Konzertes auf dem mehrere Bands auftreten. Es sind Originalaufnahmen eines musikalischen Wettbewerbs für junge Talente, der typisch ist für die 1960er Jahren. Einer der Teilnehmer war der spätere jugoslawische Pop-Star Peđa D’Boj, der in den 1980ern mit seiner Band D’Bojs mehrere Hits, wie „Jugoslovenka“ herausbrachte. Dies soll sein erster Live-Auftritt gewesen sein.

Jeder Teilnehmer wird benotet durch die Jury. Manche Kandidaten können genauso wenig singen wie Jimi, die anderen sind wiederum deutlich besser. Das verunsichert Jimi, den die Kamera immer wieder aufsucht um sich nach seiner Laune zu erkundigen. Mal schaut er optimistisch aus, mal scheint er fliehen zu wollen und sich gerade zu fragen, was er an diesem Ort verloren habe. Das Mädchen Bojana, das ihn nach Belgrad begleitete, davor ihren Job als Zahntechnikerin geschmissen hatte, um mit dem „berühmten“ Sänger in die große, weite Welt zu ziehen, sehe nicht mehr so glücklich aus. Auch sie scheint es schon zu ahnen: der Auftritt wird zur Blamage und Jimi wird vom Publikum ausgebuht. Das Konzert sei wohl das Ende der kurzen Musik-Karriere gewesen.

Finale

Jimi Barka steht plötzlich auf einem realen Boot, und wird so seinem Spitznamen (Barka= kleines Boot, eine Barkasse) gerecht.

Er verlässt die Zahntechnikerin (oder besser, sie ihn) und trifft überraschend auf die Freundin und Komplizin Lilica vom Anfang des Films wieder. Sie scheint hochschwanger zu sein. Der runde Bauch ist allerdings nicht echt, sondern dient dazu, die Passagiere leichter zu berauben, was ihr auch gelingt. So sind zwei alte Bekannte wieder vereint und das Ganze hätte noch ein schönes Happy- End à la Hollywood haben können. Die Wiedervereinten versuchen den Verwalter Milutin zu erpressen, indem sie behaupten, dass das angebliche Kind im Bauch der Komplizin seins sei. Leider ertappt der Verwalter die Beiden bei der Lüge.

Es gibt wahrscheinlich nicht unwürdigeres, als mit heruntergezogenen Hosen, auf der Kloschüssel, vor Augen fremden Menschen zu sterben. Außer vielleicht am Kreuz.

Am Ende wird Jimi vom Verwalter erschossen und stirbt auf dem Feldklo. Kurz vor seinem Tod sieht Jimi noch als moralischer Sieger aus, was auch immer das bedeuten mag, und jagt den Verwalter durch den Hof, in einer Szene, die an klassische Partisanenfilme erinnert. So wie Jimi mit dem verhassten Verwalter umging, gingen nämlich die Film-Partisanen mit Volksfeinden und Verrätern um.

Emir Kusturica und Jimi Barka

Emir Kusturica beeindruckte die Szene auf dem Feldklo anscheinend so sehr, dass er sie gleich zweimal zitiert hat, in „Time of the Gypsies“ (1989) und in „Schwarze Katze, weißer Kater“(1998).

Onkel Ahmed (Bora Todorović) muss sterben

Kusturica sagte, dass er sich von den Roma angezogen fühlt, weil sie die schlimmsten Dinge, die im Leben passieren, nicht so ernst nehmen, und weil er eine Vorliebe für kitschige Gegenstände und Situationen mit ihnen teilt. Außerdem, auch er weiß nicht mehr wohin er hingehört. In „Schwarze Katze, weißer Kater“ stehen Symbole des Islam und des Christentum, der Halbmond und das Kreuz eng beieinander, zumindest auf dem Halsanhänger des Großvaters. Die zwei Religionen wurden so auf zwei Symbole reduziert. Denn für die Roma ist die Religionsangehörigkeit zweitrangig, sie nehmen jeweils die Religion an, die in der Umgebung praktiziert wird. Der Film spielt während des Bürgerkrieges in Jugoslawien, Anfang 1990er, den man durchaus auch als Religionskrieg bezeichnen kann. Kusturica selbst konvertierte 2005 von Islam zum Christentum. Er machte es, nach eigener Auskunft, weil er damit zum „Ursprung“ seiner Familiengeschichte zurückkehren wollte. Für den begabten Provokateur (der bei der Gelegenheit auch seinen Namen in Nemanja änderte) war es mindestens genauso wichtig Feinde (und Freunde) in der ganzen Welt (insbesondere in Sarajevo, seiner Heimatstadt) zu ärgern.

Hier rächen sich ein Mädchen und ein Junge am Familienoberhaupt, weil sie nicht heiraten dürfen. Es ist wieder Bora Todorović (wie oben in „Time of the Gypsies“), der für seine Schuld auf besondere Weise büßen muss. Er wird nicht umgebracht, wie Onkel Ahmed oder Jimi Barka, er landet dafür mitten in der Jauchegrube. Aus verständlichen Gründen fällt es niemanden leicht ihm zu helfen, von dort wieder raus zu kommen.

Jimi Barkas Wiederauferstehung in „Wer singt da?“ (Ko to tamo peva) von Slobodan Šijan (1980)

Dragan Nikolić fährt mit dem Bus nach Belgrad, um dort als Schlagersänger vorzusingen.

Die Zagreber Grupa 220 auf dem Weg nach Belgrad/ Osmijeh – Grupa 220 (1967)

Das Musik-Video aus dem Jahr 1967. Gänse, Traktor, Boot: auch die Band „Grupa 220“ fährt nach Belgrad um dort auf einem Musikfestival aufzutreten.

Jimi lebt wieder – „Nacionalna klasa“(1979)

Auch im Film „Nacionalna klasa“(1979) von Goran Marković lebt Jimi Barka weiter. Dragan Nikolić ist Rennfahrer Floyd (allerdings fährt er den winzig kleinen Wagen, Fiat 750, in der Volkssprache unter dem Namen „Fićo“ bekannt) und weigert sich in den Armeedienst zu treten. Das sind die zwei Handlungsstränge des Films. Am Ende hat Floyd „seinen großen Auftritt“, das Rennen. Das Rennen geht für ihn gar nicht gut aus, sein Wagen bleibt im Schlamm stecken.

Danke schön, dass ihr da ward! Nächste Woche geht es weiter mit dem Film

„Montenegro“ von Dušan Makavejev.

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6. Sitzung: Montenegro (1981)

Wir haben uns gestern „Montenegro“ (1981) von Dušan Makavejev angeschaut. Der Film ist eine schwedische Produktion, gesprochen wird English und innerhalb der jugoslawischen Gemeinde Serbokroatisch. Im Mittelpunkt steht Marilyn, eine Frau um die 40 (Susan Anspach), Amerikanerin, die mit dem Schweden Martin Jordan (gespielt von Erland Josephson, den wir aus den Filmen von Ingmar Bergman kennen) verheiratet ist und mit ihm zwei Kinder im Schulalter hat. Die Familie gehört der gehobenen bürgerlichen Klasse an.

Das Sexualleben der Ehepartner scheint nicht zufriedenstellend zu sein, bzw. findet nicht statt.

Ein Besuch im Zoo (es ging um den Privatkauf eines Hundes!) verändert das Leben der Marilyn.

Denn dort lernt sie den Tierpfleger Montenegro (Svetozar Cvetković) kennen.

Montenegro – ein Mann hinter Gittern

Eine Reihe von Zufällen sorgt dafür, dass sich die beiden in der kleinen jugoslawischen Gemeinde, irgendwo außerhalb der Stadt, wiedersehen. Es prallen, und nicht nur dort, zwei Welten aufeinander.

Wir haben den Anfang des Films gesehen (mit einer ähnlichen Einstellung endet der Film). Die deutsche Distributionsfirma betitelt den Film nach dem Lied „The Ballad of Lucy Jordan“ (zur Zeit des Filmdrehs ein Welthit, von Marianne Faithfull gesungen), das in der Eröffnungssequenz zu hören ist, während der nicht so brave, und schon gar nicht romantische Originaltitel „Montenegro – Or Pigs and Pearls“ lautet. Das Wort „Montenegro“ verspricht allerlei: Wilde Landschaften, hohe, schwarze Berge, Strände und hochgewachsene, leidenschaftliche Frauen und Männer. Der zweite Teil des Titels verwirrt: Wer wirft hier Perlen vor die Schweine? Und wer oder was sind Perlen? Wer sind Schweine?

Makavejev lässt fast das ganze Lied laufen, wie in einem Musikvideo. Es ist Romantik pur:

Der Sonnenuntergang in der grau-bräunlichen, eigentlich düster-hoffnungslos wirkenden Seelandschaft.

Im Lied „The Ballad of Lucy Jordan“ geht es um eine 37-jährige Frau namens Lucy Jordan, die gerne noch mal was Ausgefallenes erleben möchte: Ein Abenteuer mit tausend Männern.

Wiener Schnitzel schmeckt gut

Marilyn bereitet das Essen vor, das Wiener Schnitzel. Eine ähnliche Sequenz, des Pita-Backens, kennen wir bereits aus dem Makavejevs „Liebesfall“. Während dort die Sequenz der Essensvorbereitung eigenständig, gänzlich von der Haupthandlung isoliert ist, erfährt man hier Wichtiges über die Figur Marilyns. Sie isst zunächst alle Schnitzel selber auf. Dann mischt sie dem neuen Familienhund etwas Gift in sein Futter ein. Der Hund soll selbst entscheiden, ob er das vergiftete Futter fressen will oder nicht. Er macht es nicht. Ab diesem Moment wissen wir, dass mit Marilyn etwas nicht stimmt.

Der mit dem langen Bart ausgestattete Großvater (John Zacharias) hält sich für Buffalo Bill, reitet in seinem Rollstuhl durch die Wohnung, schießt dabei gelegentlich mit einer antiken Pistole (die er in dem schwarzen Bibel-Gehäuse versteckt hält) um sich, als wäre er irgendwo im Wilden Westen, auf der Jagd nach Banditen. Oder Indianern.

Die Schlafzimmersequenz

Wir sehen Marilyn und ihren Mann im klinisch sauberen und krankhaft ordentlichen Schlafzimmer des Ehepaars. Marilyn kann nicht einschlafen, weil sie an den Affen aus dem Zoo-Käfig denken muss. So versucht sie, das Tier in ihrem Ehemann zu wecken. Dieser will aber lieber schlafen, „hat Kopfschmerzen“. Makavejev hätte Marilyns sexuelle Wünsche in einer Traumsequenz zeigen können, in der sie mit dem Tierpfleger Montenegro Sex hat. Stattdessen zeigt er „nur“ den Affen im Käfig. Es ist also eine assoziative Ersatzeinstellung, charakteristisch für Makavejev.

Die Sauberkeit des Zimmers deutet auf etwas Perverses, die „normalen Triebe“, die für das Eheleben verpflichtend und gesetzlich vorgeschrieben sind, scheinen dagegen Tabu zu sein. Hier sehen wir zum ersten Mal die Perlenkette Marilyns in Großeinstellung. Im späteren Verlauf des Films taucht sie immer wieder auf. Wer bekommt die „wertvolle“ Marilyn? Wer bekommt die teure Perlenkette? Aus Rache für die Verweigerung der Ehepflichten ihres Ehemannes legt Marilyn Feuer im Ehebett. Der Ehemann ist verständlicherweise geschockt.

Am nächsten Tag engagiert er den Psychiater Dr. Aram Pazardjian, der wie die meisten Figuren im Film Ausländer ist. Der Nervenarzt stellt fest: „Jeder kommt von irgendwo“. Martin antwortet: „Ich nicht, ich bin von hier.“

Marilyns Ehemann ist beruflich oft unterwegs. Diesmal fliegt er nach Brasilien. Plötzlich möchte auch Marilyn mitkommen. Sie fährt mit dem Taxi dem Ehemann hinterher (auch der Taxifahrer ist Ausländer). Marilyn wird am Flughafen überraschend wegen einer Gartenschere (!) in ihrer Damentasche länger aufgehalten und gründlich durchsucht. Denn die Schere ist ziemlich groß und wirkt gefährlich, fast wie ein Gewehr.

Die Tatsache, dass Marilyn wegen der Gartenschere aufgehalten wurde und den Flug verpassen musste, kann man als ironischen Kommentar zur Marilyns bürgerlich-geordneten Hausfrauen-Dasein verstehen sowie als einen weiteren Hinweis auf die unterdrückten Aggressionen und die potenzielle Gefahr, die die verträumt-verwirrte Marilyn für ihre Umwelt noch werden könnte. Also statt mit ihrem Mann nach Brasilien zu fliegen, lernt sie das jugoslawische Mädchen Tirke (Patricia Gélin) kennen, die wie sie an der Grenze aufgehalten wurde. Allerdings wollte Tirke nicht ausreisen, sie reist nach Schweden ein. Sie hat das Nötigste aus der Heimat mitgenommen: Vier Flaschen Schnaps und ein ganzes, gebratenes Schwein.

Tirke erinnert ein wenig an das Mädchen Paranja (gespielt von Vera Maretskaya) aus Boris Barnets sowjetischen Film „Das Haus in der Trubnaja-Strasse“ (1928). Dort geht das arme Landmädchen Paranja, von einer echten, lebenden Gans begleitet, nach Moskau. In Kusturicas Film „Versprich es mir“ (2007) nimmt der Junge Cane (Uroš Milovanović) eine Kuh mit in die Stadt: Sie soll ihn dran erinnern, dass er Bauer sei und ihm behilflich sein bei der Suche nach einer Ehefrau.

Wie auch immer, in einer wunderbaren Szene verbrannten die oberkorrekten schwedischen Polizisten den „gefährlichen“, hausgemachten Schnaps. Aus dem alkoholischen Dunst, aus Feuer und Flamen, erscheint, wie ein Neugeborener, wie ein Geist aus der Flasche, der wilde Alex. Ab diesem Moment beginnt für die an der Landesgrenze aufgehaltene Marilyn eine Grenzüberschreitung anderer Art. Wie Andreas Radek bemerkt hat, verliert Marilyn wie ein modernes Aschenputtel ihren Schuh, um anschließend im von Gastarbeitern bewohnten „Wunderland“, wie Alice, zu landen.

Ramo, Ramo!

Das obligatorische gemeinsame Schnapstrinken während der Autofahrt, das musikalisch vom Lied „Ramo, Ramo“ (dem Klassiker der Roma-Musik, geschrieben von Muharem Serbezovski und bekannt in allen Balkan-Ländern) unterstützt wird, kennzeichnet den Vorgang des Überschreitens der Grenze zwischen zwei Welten. Nach einem Tunnel scheint Marilyn die „Zivilisation“ endgültig zu verlassen. Der Zuschauer wird Zeuge der Initiation Marilyns in die Welt der Immigranten. Sie wird sich nur noch selten fragen, was ihr geschieht. Oder wie es ihrer Familie geht. Vielmehr wird sie sich in die faszinierende, bunte Welt der Fremden einleben: Gewalt, Schmutz, Ungerechtigkeit, Ausbeutung, alles das, was sie sonst in ihrem bürgerlichen Leben ablehnt und verabscheut, wird ihr hier als Liebe, Schönheit, Zuneigung und Zusammenhalt erscheinen. Makavejev lässt die wohlhabende schwedische Hausfrau in die groteske Welt der Immigranten durch die romantische rosa Brille hineinschauen – und integrieren.

Marilyns neue Familie

Wir haben gesehen, dass das Familienoberhaupt, der Buffalo Bill zu sein glaubt, ohne einen sichtbaren Grund (z. B. Geburtstag oder Familienbesuch) ein Familienfoto gemacht hat. Auf der „anderen Seite“, in der Immigrantenwelt, übernimmt Alex die Funktion des durchgeknallten Familienoberhaupts. Der „falsche“ Buffalo Bill, der in gewisser Weise alle Opfer des kapitalistischen Konsumwahns (und des Hollywood) vertritt, bekommt den ebenbürtigen Gegenspieler im authentischen, natürlich-echten „Indianer-Häuptling“ Alex.

Buffalo Bill als Fotograf

Denn er macht ebenfalls ein „Familienfoto“, allerdings nicht selbst. Diese Aufgabe gibt er, wie ein echter Herr, weiter an den einheimisch aussehenden Mediziner. Diese bereits zweite überraschende Fotosession ist, genauso wenig wie die erste, durch die Handlung gerechtfertigt. Das Foto zeigt aber Marilyn im Kreis ihrer neuen, sozusagen Adoptivfamilie. Einer der „Verwandten“ hat zufällig ein Messer in der Stirn (beschwert sich nebenbei über „Fieber“ und „Kopfschmerzen“), was ihn nicht hindert, lächelnd und lebensfroh für das gemeinsame Erinnerungsfoto in die Kamera zu schauen.

„Montenegro“ ist platt

Einige Kommentare nach dem Film haben mich etwas überrascht. Der Vorwurf lautete, der Film sei „platt“. Interessanterweise haben die Menschen aus den Balkan-Ländern oder aus Mexiko, die unter den Zuschauern waren, es nicht so gesehen. Was sollte in diesem Film „platt“ sein? Nicht der Film ist „platt“, vielmehr ist es die Welt, die er zeigt: Die romantischen Sehnsüchte und Vorstellungen Marilyns, ihr ordentliches, farbloses Familienleben sowie die „schöne“, weil andere, Welt der „Wilden“. Da ist etwas durcheinander geraten: Beide Lebensweisen kann man als inhaltslos, banal, kitschig, und wenn man will, auch als „platt“ bezeichnen, aber den Film bestimmt nicht.

Mit solch einem einfachen Urteil verweigert man sich der Diskussion und der Auseinandersetzung mit der im Film dargestellten Realität. Die Weigerung ist politisch korrekt, so gehört es sich heutzutage. Es ist natürlich ein Irrtum zu glauben, dass man etwas Gutes macht, indem man vor der Realität die Augen verschließt. Die Immigranten darf man nicht „so“ darstellen, für die ist die Rolle der Guten reserviert. Falls sie doch böse seien, dann müssen sie dafür einen guten Grund haben, wie es beispielsweise im deutschen „Tatort“ die Verbrecher aller Art haben. Es bieten sich an: Klimawandel, Fukushima, Ausbeutung, Kindheitstrauma, Armut, Diskriminierung, etc.

Auch wenn das vielen nicht gefällt, zeigt Makavejev hier die Realität, wie er sie sieht. Dass er dabei mit den Klischees, Vor- und Nachurteilen spielt, macht den Film, den er nach eigener Aussage den damals 11 Millionen Gastarbeitern, die „ihre schlechten Manieren, den Knoblauch-Geruch“, und wer weiß was alles noch, nach Europa bringen und es damit bereichern, widmete, umso wertvoller.

Marilyn trifft den Tierpfleger Montenegro in der „Zanzi Bar“, wo er nebenbei nach Feierabend arbeitet.

Die Männer in der ZanziBar singen zu Marilyns Ehren, und zunächst kann sie (wie der Zuschauer auch) mit der Darbietung nichts anfangen. Der sonderbare Klang ist gewöhnungsbedürftig und insbesondere für die westlichen Ohren nur bedingt erträglich. Der Gesang klingt wie das Geheule wilder Wölfe, die sich irgendwo in den Bergen (in diesem konkreten Fall im kroatisch-dalmatinischen Hinterland) über die eigenen schwierigen Lebensumstände zu beschweren scheinen. Im Lied wird etwas anderes besungen: Der bescheidene Wunsch, die „geliebte“ Frau, in diesem Fall Marilyn, zu ficken.

Das Mädchen Tirke versichert dem Objekt der Begierde, also Marilyn, mit einem breiten, fröhlichen Lächeln, dass das Lied schön sei, und dass es speziell für sie vorgetragen wird (Tirke findet das Lied wirklich schön, denn sie kennt sonst nichts anderes, jedenfalls keine „feineren“ Komplimente). Nach Tirkes freundlichem Hinweis bekam das Gesicht Marilyns den zwar etwas verlegenen, aber glücklichen Ausdruck. Als wäre sie wirklich das Aschenputtel, die Prinzessin am Hof des Prinzen, die gerade von der Hofkapelle begrüßt wird. „Andere Länder, andere Sitten“ musste sie sich gedacht haben. Wie auch immer fühlt sich Marilyn wieder, und endlich, begehrenswert.

Ganga aus Imotski

Die „erotischen“ Gesänge bringen die Immigranten mit. Im Westen finden sie das passende „erotische Spielzeug“ vor. Bei der Zanzi Bar-Silvesterfeier sehen wir, wie es funktioniert. So gelingt zumindest die „erotische“ Integration in die schwedische Gesellschaft, auch wenn sie sonst scheitert.

Phallus auf dem Panzer – für Makavejev eine Friedensbotschaft (Godard Cine-Eye Panzer)

Das Mädchen Tirke

Das Mädchen Tirke macht einen unschuldigen Eindruck. Das, was sie erzählt und das, was sie macht, ist weniger sympathisch. Sie prostituiert sich, und es sieht nicht danach aus, als würde sie darunter leiden. Oder, dass es ihr Spaß machen würde. Was man heutzutage hierzulande als „weibliche Stärke“ und als Zeichen des „ausgeprägten Selbstbewusstseins“ ansehen würde. Tirke ist für die feministische Sache leider gar nicht zu gebrauchen: Sie ist nun mal fröhlich und indifferent, ganz gleich was mit ihr und um sie herum passiert. Das macht ihre Figur rätselhaft. Und den (westlichen) Zuschauer wieder einmal ratlos.

Beim Ankommen in die Zanzi Bar wird Tirke auf ähnliche Weise abgetastet wie Marilyn bei der Flughafenkontrolle. Damit zieht Makavejev die Parallele zwischen zwei weiblichen Körpern, zwischen zwei Frauen aus unterschiedlichen Kulturen und Milieus. Die Frage lautet: Ist die emanzipierte Marilyn, die Ehefrau eines schwedischen Geschäftsmannes, ähnlich wie Tirke, das analphabetische, jugoslawische Dorfmädchen, das ihren Körper für kleines Geld verkauft, auch eine Prostituierte? Nebenbei erwähnt, es sind in beiden Fällen Frauen, die Marilyn und Tirke „untersuchen“.

Schwedische Familienidylle

Die schwedische Familie der „Besserverdiener“ bietet ihrerseits genauso wenig Gutes an wie der Clan der „Gastarbeiter“. Der westliche Zuschauer erkennt die verlogene Familienidylle wieder: Sie ist farblos, steril, öde. Konsumsucht, psychische Probleme, geistliche Leere, romantische sowie Gewaltphantasien durchdringen den Alltag der Familie. Im Unterschied zur Kritik der „Fremden“ wird diese Art der „Gesellschaftskritik“ gerne als Selbstkritik wahrgenommen, und ist immer willkommen.

Das geordnete, farblose Leben wird hier für die banale, inhaltsleere, aber „bunte“ Vielfalt getauscht. Der westliche Mensch, also Marilyn, scheint hier die Sehnsucht nach Primitiven als Suche nach sich selbst und nach dem, was ihre Vorfahren einmal waren, früher, vor vielen Generationen, zu suchen. Andererseits wird der „Fremde“ nie als gleichwertig behandelt, auch wenn er für seine „Wildheit“ bewundert und beneidet wird. So versucht Marilyns Ehemann dem Tierpfleger Montenegro weniger Geld für den Hund zu geben als ausgemacht, weil das gekaufte Tier „keine Papiere“ hat. Ob Montenegro „Papiere“ hat, wissen wir nicht. Jedenfalls gehört Montenegro als Ausländer, der gebrochenes Schwedisch spricht und dazu einen unsauberen Job hat, in den Augen des Ehemannes zu der Menschengruppe, bei der man unter anderem Geld sparen kann. Auch wenn er das als gutsituierter Mann überhaupt nicht nötig hat.

Marilyn singt

In der Silvesternacht singt Marilyn in der Zanzi Bar. Währenddessen feiert auch ihr Ehemann im Saunaoutfit mit ihrem Psychiater und fremden Frauen. Marilyn wird von Alex als „Amerikanerin“ vorgestellt. Sie darf ihr Lied in voller Länge bis zum Ende singen, genauso, wie es Marianne Faithfull am Anfang des Films machen darf. Danach folgt die Szene, die wie die Verfilmung einer Liebesszene aus dem „Julia“-Roman aussieht. Es ist gleichzeitig die Verwirklichung des sexuellen Wunsches Marilyns. Weniger romantisch ist dagegen die Tatsache, dass der „Affe“ Montenegro, nachdem er seine Mission erfüllt und Marilyn befriedigt hat, tot im Duschraum liegt. Das Wasser fließt über den toten Körper des Objektes der Begierde Marilyns. Man fragt sich, was ist passiert?

In der nächsten Einstellung, die gleichzeitig die Schlussszene einleitet, kehren wir zurück in das Haus der Familie Jordan, in ihr Schlafzimmer, das die Kamera wieder verlässt, um die versammelte Familie samt dem Psychiater, scheinbar dem einzigen Freund der Jordans, am Esstisch anzutreffen. Makavejev schneidet eine ganz kurze Einstellung mit Montenegro, der hinter Gitter ausgegrenzt geblieben ist, als Fremdkörper, der das idyllische Familienleben störte. Er wurde beseitigt und die Lebensenergie, die die Farbe und mit ihr die Keime der Zerstörung in Marilyns Alltag brachte, wurde erlöscht.

Das alte Familienglück scheint wieder in das Haus der Jordans zurückgekehrt zu sein. Marilyn verteilt keine Äpfel wie Eva, sondern Trauben (wie Isabel in „Love Affair“, die ihrem Ahmed nach dem Liebesakt die Trauben reicht). Das Happy End wird durch den Hinweis, dass die Trauben vergiftet waren, dann deutlich betrübt. Und dass die Geschichte „an realen Geschehnissen basiert“, wird dem Zuschauer noch verraten. Was für ein Happy- End: Marilyn ist (wieder) frei!

7. Sitzung: Jovana Lukina (1979)

Mythos, Traum, Realität

 

Das Land Montenegro, oder Crna Gora, (damals noch jugoslawische Teilrepublik) kommt im Makavejevs Film „Montenegro“ eigentlich gar nicht vor. Das Wort Montenegro kommt aus dem Italienischen und bedeutet übersetzt „schwarze Berge“, es klingt geheimnisvoll, und kaum einer weiß wo es sich befindet. So kann das unbekannte Land als ideale Projektionsfläche für Vorstellungen und Träumereien aller Art dienen. Makavejev macht daraus einen Witz, er spielt mit verschiedenen Bedeutungen und Assoziationen.

In der heutigen Sitzung werden wir uns nicht dem traumhaft-geheimnisvollen Land, mit den wunderschönen Bergen, dem Meer und den Stränden widmen, sondern dem realen Land, das sich hinter der Kulisse verbirgt, dem Montenegro aus den Filmen des bekanntesten montenegrinischen Regisseurs Živko Nikolić (1941-2001). Einen bedeutenden Montenegriner haben wir übrigens schon kennengelernt, den Musiker Rambo Amadeus.

 

Wo liegt Montenegro genau? Es ist ein kleines Land an der Adria, umgeben von Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo und Albanien. Montenegro ist unabhängig seit 2006 und etwa so groß wie Schleswig-Holstein, mit ca. 625 000 Einwohnern (etwa so viel wie Frankfurt). Die Mehrheit der Bewohner sind christlich-orthodoxe Montenegriner und Serben, die größte Minderheit die muslimischen Albaner.

 

In Jugoslawien gab es viele Witze über die Montenegriner (nur über die Bosnier erzählte man mehr Witze) in denen immer wieder die angebliche Faulheit, übertriebener Stolz, Traditionalismus bzw. Konservativismus, Heldentum, Sturheit und Eitelkeit der Montenegriner thematisiert wurden. Zu den Vor- und Nachurteilen über die Montenegriner passt hervorragend die Tatsache, dass es in der Jugoslawischen Volksarmee überdurchschnittlich viele montenegrinische Generäle gab. Montenegriner sind wie die anderen jugoslawischen Völker außerordentlich sportlich und für die Mannschaftssportarten besonders begabt (so sind sie schon, obwohl sie so eine kleine Nation sind, beispielsweise Weltmeister im Wasserball gewesen).

 

Wir schauen uns heute den kurzen Dokumentarfilm „Ždrijelo“ (1972) und die Ausschnitte aus dem Spielfilm „Jovana Lukina“ (1979) von Živko Nikolić an. Živko Nikolić war ausgebildeter Maler und Schauspieler, der am Ende doch Regisseur wurde. Wie man in seinen Interviews sehen kann, war er ein kluger und äußerst ruhiger, etwas scheuer, bescheidener Mensch.

 

„Jovana Lukina“ ist ein Film aus Nikolićs früher Schaffensphase, in der er eine Serie von kurzen Dokumentarfilmen drehte und die Geschichten aus seiner Heimat erzählt. „Jovana Lukina“ kann man in gewisser Weise als „verlängerten“ Kurzfilm oder „bearbeiteten“ Dokumentarfilm betrachten. Der Regisseur selbst ist in den Bergen Montenegros aufgewachsen, mit den Geschichten und Erzählungen seiner Großmutter. Es handelte sich um skurrile, blutige Geschichten, in denen es um den Teufel und die Gewalt, um die Tapferen und Heiligen, um die Verräter und Helden geht. Sie berichtete von Menschen, die, wie sie selbst, die Gegenwart und den Mythos, die Realität und den Traum nicht auseinanderhalten konnten, vielleicht auch nicht wollten. Die Heimat des Regisseurs ist die Quelle seiner Kunst und die Quelle des Unbewussten in der die Figuren handeln. Seine obsessive Beschäftigung mit der eigenen Heimat (er drehte nie woanders) brachte ihm statt Wertschätzung den Vorwurf des Vaterlandsverrats, weil er in seinen Filmen die stolzen und traditionsbewussten Montenegriner „karikierte und über sie spottete“. Einmal wurde gar sein Kopf auf ganze 1000 Dollar (!) gesetzt. Er selbst sagte zu dem Thema nur, dass er seine Heimat liebt, und dass er nicht verstehen kann, wie es jemand nicht tut. Man kann es nur bestätigen: Nikolićs Blick auf die eigenen Landsleute ist, trotz aller Grausamkeiten, die er sichtbar macht, realistisch und auf eigene Weise liebevoll. Überspitzt könnte man die Filme Nikolićs (das gilt besonders für die frühen Werke des Regisseurs) als liebevoll-atmosphärisch gestaltete und melancholisch-zärtlich erzählte, poetische und äußerst brutale Horrorfilme über die eigene Kindheit bezeichnen.

 

Jedenfalls, man weiß nicht ob diese unglaublichen, oft schrecklichen Dinge wirklich passiert sind. Die mystische Mischwelt wird durch die mündliche Überlieferung an die nächsten Generationen weitergegeben, dadurch existiert sie, mit all den Geistern, Teufeln und Hexen, immer noch. Nikolić erzählte einmal von seinem Weg zur Schule (die es anscheinend problemlos in die Arte-Reihe „Die gefährlichsten Schulwegen der Welt“ geschafft hätte): Er und die andere Kinder aus dem Dorf mussten jeden Tag auf dem Weg zur Unterricht zwei Mal einen Fluss überqueren, jedes Mal hielten sie sich gegenseitig fest und beteten, dass es auch diesmal gut geht.

 

 

„Ždrijelo“ enthält kleine Geschichten, Erzählungen, wie übrigens auch „Jovana Lukina“. Ein alter Mann erzählt, als voice over, dass er sein Dorf noch nie verlassen hatte, nicht ein einziges Mal in seinem langen Leben. Jeden Tag hat er die „magische“ Stelle, die schmale Öffnung zwischen den Felsen, die für ihn (und andere Dorfbewohner) das Tor zur weiten, unbekannten Welt bedeutete, nur stumm betrachtet und sich gefragt: „Was wäre alles passiert, wenn ich den Schritt gewagt hätte? Wäre das besser für mich gewesen?“

In diesem Dorf gab es kein Fernsehen, es gab nur vereinzelte Berichte und Geschichten von und über die Menschen, die es gewagt haben das Dorf zu verlassen. Es sind Steine, die hier das Leben bedeuten: Man lebt auf den Steinen und von Steinen, die hin und her geschoben und auf verschiedensten Weisen verarbeitet werden. Trotz Armut, für die meisten Dorfbewohner scheint es keine bessere Option zu geben, als im Dorf zu bleiben. Denn der Weggang, schon allein das Überschreiten der Dorfgrenze, bringt die Ungewissheit, Unsicherheit, Gefahren mit sich.

Das Klopfen als Soundtrack

 

In „Ždrijelo“ gibt es, bis auf einen kleinen Gesangsintermezzo, keine Musik. Das Geräusch, das sich von anderen abhebt, ist das Klopfen der Menschen mit dem Holzstock auf die Steine. Die Menschen scheinen hier, wie in einem Natur- oder Tierfilm, das Klopfen als Zeichen ihrer eigenen Existenz, als minimalistisch-sparsame Geheimbotschaften, an ihre Umgebung zu verschicken. Die Stockschläge sind Mittel einer sonderbaren Kommunikation, in der die Sprache streng kodiert ist und für Fremde und Eindringlinge unverständlich bleiben soll. Die kurzen, entschlossenen, immer anders klingenden Schläge der verschiedenen Stöcke, erzeugen Geräusch und Rhythmen, die von einem Percussions-Ensemble stammen könnten. In einem sonderbaren Zusammenspiel mit (mehr und weniger) bewegten Bildern von Menschen, die die der Steinlandschaft bewohnen, sowie mit der leisen und völlig unaufgeregten Off-Stimme des alten Mannes, erzeugen die Stock- und Steingeräusche eine Art polyfone, filmische Melodie. Die verschiedenen Ebenen und Elemente werden mittels Montage ineinandergefügt und zusammengeschweißt. Das scheint mir ein schönes Beispiel für die Montagetechnik und die Theorie der organischen Einheit von Musik, Geräusch und Bild zu sein, die Eisenstein einmal am Beispiel der Vielschichtigkeit und dem polyphonischen Charakter der Fuge des J.S. Bachs erklärte. Auch hier erzählt jedes einzelnes Element eine „Geschichte“ aus verschiedenen „Perspektiven: das Bild/die Natur, die Stimme/der Mensch, das Geräusch/das Interagieren. Sie werden zu einem Ganzen gemacht, zu einer neuen Erzählung.

 

Das Klopfen setzt zunächst in regelmäßigen Abständen ein. Die Brüche, die Schläge, die den Rhythmus zu zerstören scheinen, werden „adoptiert“. Es entsteht immer ein neuer Rhythmus, der für die zusätzliche Spannung sorgt.

Der Minimalismus scheint also die passende Ausdrucksform zu sein, um das Leben in den Bergen darzustellen. Man kann dabei an John Cage und sein Musikstück/ Performance „4:33“ denken.

 

 

 

Jovana Lukina

 

„Jovana Lukina“ („Jovana, die Frau von Luka“) ist Nikolićs zweiter Film.

Der Film fängt mit dem Abspann an, mit der absoluten Stille. Die ersten 1:50 Minuten herrscht also die schwarze, stumme Stille, die regungslos in die Einstellung der Steinlandschaft übergeht. Es ist unheimlich, man hört immer noch nichts. Diese Einstellung, wie auch viele andere bei Nikolić, erinnert an die Bilder des Lieblingsmalers des Regisseurs, des Montenegriners Petar Lubarda.

 

 

 

Die Protagonisten Jovana (Merima Isaković) und Luka (Bogoljub Petrović) lernen wir zunächst als Menschen kennen, die in der kargen, steinigen, exotischen Landschaft leben. Sie scheinen sich das gleiche zu wünschen, wie viele andere Menschen, die wir aus unserem Alltag kennen: sie wollen arbeiten, Kinder kriegen, eine Familie gründen. Und in Ruhe, möglichst ungestört leben. Wir sehen sie bei der gemeinsamen, harten Arbeit, bei der die Aufgaben klar aufgeteilt sind. Wir beobachten sie beim archaisch wirkenden Liebesspiel in einem höhlenartigen, dunklen, mit dem Kerzenlicht beleuchteten Raum, die die Sehnsüchte nach einem reinen, unangetasteten, authentischen Leben, nach den Ursprüngen, weckt. Das Bild von Jovana und Luka vervollständigt Nikolić, indem er sie bei dem gemeinsamen Gang in die Kirche sowie beim Beten zeigt. Sie scheinen nicht viel zu besitzen, sie haben aber ihre Arbeit, ihre Liebe, ihren Glauben. Und das alles mache sie glücklich. Die Landschaft, die Liebe zweier Menschen, die an einem Ort „irgendwo“ auf der Welt, die völlig fremd erscheint, verführen uns zunächst und gewinnen unsere Sympathie. Sehr bald wird sich zeigen, dass das harmonische Bild trügerisch, bisweilen parodistisch gewesen sei.

 

Die ersten, bildhaften und langen Einstellungen, die typisch für Nikolić sind, führen den Betrachter in eine rätselhafte, befremdliche Welt ein, die sich immer mehr in den phantastischen und immer grausameren Albtraum verwandelt. Die beklemmende Ruhe der musterhaften, abstrakt wirkenden, scheinbar endlosen Steinlandschaft, wird zunächst durch die eintönigen, rhythmischen Schläge des Schlägels gestört. Diese Schläge weisen darauf hin und erinnern uns, dass auch hier Menschen leben. Mit einem Zoom nähert sich Nikolićs Kamera dem Geräusch und „entdeckt“ den ersten „unsichtbaren“ Menschen. Wir sehen Luka, mitten in der Steinlandschaft stehend. Er wirkt wie einer, der aus dem Stein geboren sei, einer der gerade zum Leben erweckt wurde, und gleichzeitig schon immer Teil dieser Umgebung gewesen war. Er steht oben an den Felsen, in der Heldenpose eines Überzeugten, eines Festentschlossenen. Die Umrisse des Körpers, seine Körperhaltung, der Schlägel in seiner Hand, all das erinnert ein wenig an Bildnisse amerikanischer Pioniere, oder an Denkmäler des sozialistischen Realismus. Die ersten Einstellungen führen uns in die Welt von Jovana und Luka, und in Nikolićs Filmmontage-Technik ein. Er kombiniert die Groß- und Detaileinstellungen mit den Totalen, die in ihrer Langsamkeit und Geduld eine Bildhaftigkeit entfalten, in der sich die psychologisch äußerst komplexe Beziehungswelt verbirgt. In schwarzweißen Bildern werden nacheinander die in die Landschaft integrierten menschlichen Körper gezeigt, und mit den Details, wie z. B. dem sinnlichen Gesicht Jovanas, kombiniert. Durch die Wechselwirkung, die von den Geräuschen unterstützt wird, die die Figuren durch die Interaktion mit der Natur erzeugen, entsteht der für Nikolićs Filme typischer, einzigartiger Rhythmus. So hören wir Jovanas Schritte beim Tragen von schweren Steinen und sehen sie singend, glücklich und voller Hoffnung ausschauend als sie zum Luka „Ich werde dir einen Sohn gebären“ sagt.

 

Wir sehen und hören den Luka beim Klettern auf den Felsen, auf der Suche nach „besten“ Steinen. Die Idylle wird zunächst in einer merkwürdigen Szene in Frage gestellt. Luka, oben auf den Felsen stehend, ruft Jovana, mit einem beinah euphorischen Gesichtsausdruck: „Jovana! Schau mal hier!“ Er wirft einen großen Stein etwa zwanzig Meter tiefer, genau an die Stelle wo Jovana steht. Bei dieser Geste, die eigentlich liebevoll gemeint war, und die Lukas Zuneigung und die schöne Aussichten für die Zukunft der beiden ausdrucken sollte, offenbaren sich die ersten Symptome der späteren Entwicklungen. Denn bei dem „liebevollen“ Steinwurf hätte sich Jovana verletzen können, womöglich auch tödlich. Alles ist aber gut gegangen: der Zuschauer vergisst den Vorfall wieder, mit beruhigendem Gedanken, dass die Liebeserklärungen manchmal etwas ungewöhnlich sind.

 

Gemeinsam mit Jovana möchte Luka ein kleines Kalkwerk bauen. Jovana hilft ihm dabei, indem sie die schweren Steinklötze trägt. Der Bau des Kalkwerks wird durch Sisyphos-Symbolik, die uns auch in den anderen Nikolics Filmen begegnet, durchdrungen. Unweit von der Baustelle entfernt befindet sich eine Grotte, ein Abgrund, in den Menschen reingeworfen werden und in dem sie für immer verschwinden, wie in einem direkten, dunklen und steifen Weg zur Hölle. Allein Luka wird sein Tod im eigenen Lebenswerk, in seiner eigenen Hoffnung, im Kalkwerk finden. Paradoxerweise wird er ausgerechnet von Jovana hinein geworfen.

 

Je länger der Film dauert, desto deutlicher wird, dass Jovanas und Lukas Schicksal und ihre Existenz, ihre Geschichte und ihre Welt, ihr Leben und Tod, unzertrennbar von der Natur die sie umgibt sei. Mehr noch: alle Figuren im Film scheinen, jeder einzelne, eine selbständige, ungezähmte Natur zu haben. So kommt es immer wieder zu den plötzlichen, unerwarteten „Unwettern“, zu den Gewaltausbrüchen dessen Verursacher und Quellen die menschlichen Naturen sind. Das was danach bleibt, das sind die Toten, Verletzten und Vertriebenen, die erkrankten menschlichen Seelen. Es ist eine tragikomische, groteske Welt, in der sie leben und sterben müssen. Dabei lacht Nikolić nicht, vielmehr trauert er, ganz leise. Oft sind das Hässliche und das Böse hinter schönem Gesicht verborgen und hinter „besonderer“ Kleidung versteckt (z.B. die Nonne). Die Frage nach Warum wird einfach mit einem „Ich weiß es nicht“ beantwortet. Der Einzelne tritt nicht entschlossen genug ein, um seine Person und die Menschen, die für ihn wichtig sind, zu verteidigen. Als ein Unbekannter in der Begleitung eines Schwachsinnigen beim Luka nach Sex mit Jovana verlangt, stellt sich Luka zwar dazwischen, wird durch eine Messerattacke eingeschüchtert. Danach schämt er sich für seine Frau und macht sie schweigend für das was ihr angetan wurde verantwortlich. Denn jetzt sei sie nicht mehr „rein“.

Das Glück der „Urmenschen“ Jovana und Luka, zeigte sich bereits vor der Vergewaltigung als zerbrechlich. Der allererste Besuch, der erste Kontakt mit der Außenwelt, mit den Menschen die von irgendwo kamen, war fatal. Indem Jovana den Befehl der schnurbärtigen Frau (!) durchführt und einen Menschen tötet, wurde sie, die reine und unschuldige, an eine Ikone Muttergottes erinnernde Jovana, zu Sünderin, mehr noch, zu Mörderin. Sie tötete einen Mann, den sie nicht kannte, auf die Aufforderung einer Frau, die sie genauso wenig kannte. Sie nahm den Stein unter den Füssen des Mannes weg, so dass er auf dem Baum, am Strick, hängen blieb.

Anschließend fragt sie ratlos und scheinbar unwissend, immer noch unschuldig ausschauend: „Was war da gerade passiert, Luka?“ Luka antwortet: „Ich weiß es nicht“. Der Dialog des Unwissens wird mehrmals im Film wiederholt und ist eines der Leitmotive des Films. Als Luka vor Augen seiner Frau und vor Augen des Kalkkäufers Jakov, mit Jakovs hysterischer Frau „plötzlich“ Geschlechtsverkehr hat, fragt Jovana unwissend: „Was war das?“ Luka antwortet: „Ich weiß es nicht.“ Als Luka merkt, dass sich Jovana vom Ikonenmaler Petar angezogen fühlt, fragt er sie: „Bist du das Jovana?“ Sie antwortet: „Ich weiß es nicht“.

 

Der Regisseur selbst verweigert jede Hilfestellung, denn auch er hat keine Antwort. Der erste Mord bedeutet, dass die Idylle vom Anfang des Films nicht mehr wiederkehren kann. Und hinter den Bergen zeigt sich schon der nächste Besuch. Es geht episodenhaft weiter. Der Zuschauer steht vor vielen Fragen, kaum eine lässt sich beantworten.

 

Nikolić betrachtet den Film als die Erweiterung der Malerei, als bildende Kunst, die in sich die Elemente der dramatischen Kunst beinhaltet, also als Synthese vom Drama und der Malerei oder der Bildhauerei. Nikolić übersiedelt Manets „Le Déjeuner sur l’herbe“ („Frühstuck im Grünen“, 1863) in die weiße Bergen Montenegros. Genauso erinnern manche Szenen der Gewalt an die Motive aus Goyas Graphiken-Serie „Desastres de la guerra“ („Die Schrecken des Krieges“, 1810-1814). Auf der stilistischen Ebene oder der Ebene der „Lichtführung“ ähneln die Einstellungen Nikolics am Stärksten noch an die Werke Rembrandts oder Caravaggios. Das Dramatische wird unter anderem mit dem gezielten Einsatz des Lichts erreicht. Der serbisch-montenegrinische Maler Lubarda inspirierte ihn dagegen für die Einstellungen der Steinlandschaft, in denen das Atmosphärische in das Symbolische überzugehen scheint. Nikolićs Kamera bleibt geduldig an den Gesichtern der Menschen hängen. Die Gesichter bewegen sich kaum, in ihrer Sturheit und Unbeweglichkeit ähneln sie der Umgebung. Sie wirken wie Masken. Die spöttischen Gelächter, die Lachgrimmasen erschrecken einen. In anderen Situationen, wie in der Szene in der Jovana vor den Zigeunern tanzt, oder bei dem Angriff auf das „eigene“ Gotteshaus, wechselt er von einem zum anderen Gesicht. Der Zuschauer ist mit ihm völlig fremd erscheinenden Menschen konfrontiert, mit Menschen die mit einer merkwürdigen, dämonischen Freude die orgiastische Gewalt ausüben. Dies sei mit dem Selbstbild der Montenegriner, sowie mit romantisierendem Bild des Montenegros, die z. B. die Touristen aus Mitteleuropa haben, nicht in Einklang zu bringen. Die Gesichter der schwarz eingehüllten Frauen und Männer werden aneinandergereiht, so dass ein einzigartiger Rhythmus erzeugt wird. Die Struktur des Films gleicht der Struktur einer musikalischen Komposition mit vielen Wiederholungen und mit der Zirkelstruktur in der eine traumähnliche Sequenz der anderen folgt. Die Wiederholungen haben eine ähnliche Funktion wie ein Refrain in einem Lied.

 

Eine alte Frau, um die sich Jovana kümmert, liegt im Haus von Luka und Jovana. Ihre „Auftritte“ werden leitmotivisch eingesetzt. Man weiß nichts über sie, sie ist einfach da. Die alte Frau erkennt Jovana nicht (erst am Ende des Films sagt sie zu Jovana, wer sie ist). Stattdessen scheint sie in Jovana mal ihre ehemalige Liebhaber zu sehen, mal die Popen und Menschen aus der montenegrinischen Geschichte, die schon längst tot sind.

 

Am Ende tanzt Jovana mit Zigeunern. Innerhalb der Struktur des Films ist die Szene ein Bruch: es wird zum ersten Mal Musik gespielt. Als man die Gruppe der Zigeuner kommen sieht, befürchtet man etwas Schlimmes. Es sind Geisteskranke dabei, deformierte, Leprakranke. Es kommt aber ganz anderes: Nikolić gönnt Jovana einige Minuten Ruhe und Erholung, im Tanz.

Die Zigeuner gelten als schwer integrierbar, als Volksgruppe, die gerne ihre eigenen Regeln aufstellt. So kann man sie als Symbol des Widerstands gegen die Zwänge des „Zusammenlebens“ in der Berggemeinschaft sehen.

 

Die Frage der Vermischung von Realität, Traum und Mythos, als der immer wiederkehrenden Gegenwart, wird auf den ganzen Film übertragen. Denn der Mythos ist hier keine Geschichte, sondern vielmehr die ewige Gegenwart. Die Legenden, die überlieferten Geschichten und der Aberglaube, der sie begleitet, sie sind beides, der Mythos und die Gegenwart der Figuren. Dabei herrscht der Mythos keinesfalls über den Film, er wird zur Parodie, zur Groteske. Man fragt sich, was sind das für Menschen, wer sind sie? Wie könnte es sein, dass die Gläubigen ihre eigene Kirche mit Steinen, unter dem lauten Gelächter begraben? Und sie später wieder auszugraben? Warum stehen dabei die Geistlichen der Kirche in vorderen Reihen und die größten Steine werfen. Was ist bloß mit der Nonne, bei der Jovana den Ratschlag sucht, los? Wie kann es sein, dass diese junge Frau mit dem wunderschönen Gesicht voller menschlicher Wärme nichts Besseres weiß, als, anstatt zu helfen, Jovana sexuell misshandelt. Was sind das für Menschen, die voller Wut die Gräber anderer Menschen schänden? Man erfährt, dass sie die Rache üben, aber wofür? Wie könnte es sein, dass Luka, der anständig und naiv wirkt und glaubt, dass „ der Kalk die Steine zusammenhält und die Wände verbindet“ und in seinem Kalkwerk den Sinn des Lebens gefunden zu haben scheint, tatenlos zuschauen kann, dass eine Frau äußerst brutal, mit einer glühenden Eisenstange, brutal, extrem misshandelt wird. Was erzählt die alte Frau? Ist das alles nur ein Traum? Ein Albtraum?

 

Als die ersten fremden Menschen kamen, standen sie beide, Jovana und Luka, ehrfurchtsvoll vor ihnen. Wie in der Kirche, vor Gott, dem höchsten, und unbekannten Autorität. Das bedeutet, dass jeder, dem sie auf der Welt begegnen, für sie eine Autorität darstellt: nicht nur der Priester oder die Nonnen, die Soldaten und Gelehrten, oder irgendwelche Menschen aus der Gegend oder aus der Stadt.

 

Der Glaube

 

Der Glaube steht hier in der Konkurrenz mit den Mythen und heidnischen Religionen, mit dem Unwissen, dem Aberglaube und den Unsicherheiten, die die Osmanen mit sich brachten. Das Christentum ist für die Menschen nur ein Teil der Tradition, über die sie ohnehin nicht viel wissen. Man denkt am Anfang, dass sie gläubig sind, glücklich und aufrecht, was sie auch einerseits sind. Jovana ist schön, wie eine Heilige. Nur die Schönheit ist auf dem Balkan nicht immer etwas Vorteilhaftes. So wurden im Osmanischen Reich die schönsten christlichen Mädchen ihren Familien weggenommen und nach Istanbul oder anderswo verschleppt. So bringt Jovana ihre engelhafte Schönheit keine Vorteile, sie wird zerstört.

 

Die dunklen Kräfte des Teufels und die der Natur scheinen mächtiger zu sein als der Wille der Menschen. Dabei scheinen die Dämonen nicht die Mächte des Jenseits zu sein. Vielmehr sei das Dämonische der feste Bestandteil von Menschenseelen und der Mensch derjenige, der die Hölle auf die Erde produziert. „Jovana Lukina“ kann man als Horrorfilm bezeichnen, ein Horrorfilm über die Orte und Menschen aus der Kindheit des Regisseurs. Die Figuren scheinen von einem unsichtbaren Schicksal beherrscht zu sein, das ihnen nicht erlaubt, nicht zulässt, sich zu befreien. In der Zirkelstruktur sind auch die Hinweise auf Gewalt als eine Konstante in der Geschichte Montenegros (oder der Welt) und derer Unveränderbarkeit. Die Menschen kooperieren mit jedem System und im Namen des Systems begehen sie immer neue Verbrechen, ohne zu wissen warum. Der Glaube ist dabei genauso wie die politische Ideologie nur ein Hilfsmittel, um die boshaften Triebe auszuleben. Und das Schlimmste ist, dass es für den Einzelnen keinen Ausweg zu geben scheint. Auch der Regisseur seinerseits weckt keine falschen Hoffnungen. Als der Ikonenmaler Petar Jovana auffordert mit ihm zu kommen, fragt sie ihn: „Wohin?“ Sein Antwort lautet: „Dorthin.“

http://tomopolic.de/yugoslavia%20film/7.%20sitzung.html

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Siehe auch:

 

 

Balkan Ballroom* Jubiläums-Mixtape*

Die Kunst ahmt nicht das Leben nach, sondern das Leben ahmt die Kunst nach.

Andy Warhol (Warchol bedeutet Berseker, Warchlak ist ein Jungwildschwein, Frischling) sagte, die Kunst ahmt nicht das Leben nach, sondern das Leben ahmt die Kunst nach.

Nachdem der parfümierte und gepuderte deutsche Dichter, der in Reimen philosophierte, Johann Wolfgang von Goethe, den anschwellenden Bocksgesang eines hormonell  verstörten jungen Mannes, der seine Ausschüttung der Endorphine (körpereigene Opiate, wie Morphin, Glückshormone) durch einen Schlüsselreiz eines Weibchens namens Charlotta bis zum Liebeswahn gesteigert hat, als einen Briefroman unter dem Titel „Die Leiden des jungen Werthers“ 1774 veröffentlichte,   war dem Sturm und Drang der Liebestollen in ganz Europa kein Halt mehr zu bieten, die etwas noch Tolleres entdeckt haben, als für den Kaiser und das Vaterland zu sterben, nämlich für eine meist ebenso dämmliche weibliche Kreatur, wie die Männchen selbst, sich in den Tod zu stürzen.

wertherdrama

Desweiteren kam 1955 in Frankreich ein Film in die Kinos unter dem Titel „Rififi“ (Du rififi chez les hommes), in dem ein Bankraub stattfindet, nachdem die Räuber eine über der Bank liegende Wohnung überfallen und in den Fußboden der Wohnung und zugleich die Decke der Bank ein Loch stemmen, und durch das Loch in die Bank eindringen. Unzählige Einbrüche fanden im nachhinein weltweit nach dieser „Rififi“ genannter Methode statt.

Zuletzt im Jahre 2014 erschien ein herrlicher argentinischer Film des Regisseurs und zugleich Drehbuchautors Damián Szifron (einer der Produzenten war Pedro Aldomovar, das merkt man), in dem in wunderbar gedrehten sechs Episoden aus echtem Leben erzählt wird, in dem es oft anders kommt, als man denkt. DIe Kameraführung ist kunstvoll, die Geschichten sind intelligent und spannend, die Schaupieler spielen sehr gut und die Dialoge sind super. Der Film ist kurzweilig und schön – was will man mehr?

Schauen SIe sich hier die erste Episode an und dann macht es bei Ihnen im Kopf „klick“, wo der Pilot des Todesfluges von Germanwings, Andreas Lubitz, die Idee zu seinem Todesflug fand. Womöglich werden nun Rechtsanwälte der Opfer nicht nur Germanwings auf Schadenersatz verklagen, sondern auch Pedro Almodovar und andere Mitproduzenten dieses Films. Sehen Sie bitte hier:

Frapierend, nicht wahr?

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!
I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein sozialer Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein sozialer Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ – Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno

Idiot´s Guide to Freedom and Democracy

Idiot´s Guide to Freedom and Democracy

angrymob

 

 

Assault on Wall Street, formerly known as Bailout: The Age of Greed, is a 2013 direct-to-DVD American–Canadian drama thriller film written and directed by Uwe Boll, and starring Dominic Purcell.[2] The film stars Purcell as a security guard who struggles to pay for his wife’s medical bills and loses his investments in the 2007–08 financial crisis, prompting a shooting spree on Wall Street after his wife takes her own life.

Assault on Wall Street ist ein kanadischer Film des Regisseurs Uwe Boll aus dem Jahr 2013 mit Dominic Purcell in der Hauptrolle. Das Drama beschäftigt sich mit dem Thema der Finanzkrise aus der Sicht eines einfachen Angestellten. Veröffentlicht wurde der Film in den USA am 30. Juli 2013.

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Wenn uns die Presstitutes der Medien in Ohren klingeln, dann kommt wie Majo zur Currywurst sehr oft ein Begriffspaar “Freiheit und Demokratie”. Welche Freiheit, wird nicht gesagt. Es gibt keine Freiheit als solche.“ Frei“ ist ein Begriff, der ohne die Bezeichnung, von was denn „frei“, sinnlos und inhaltsleer ist. Frei von Rost, frei vom Fußpilz, frei von irgendwelchen Einschränkungen, etc. Das muß gesagt werden, wenn jemand von Freiheit spricht: Freiheit von was denn? Denn es gibt keine Freiheit zu Reisen, wenn jemand kein Geld zum Reisen hat, und keine Meinungsfreiheit, wenn jemand sich keine Meinung bilden kann. Da wo keine Freiheiten vermutet werden, gab es die Freiheit keine Angst zu haben, die Arbeit oder die Wohnung zu verlieren. Und das ist sehr viel wert. Die Freiheit des Stärkeren ist die Unfreiheit des Schwächeren. Und die Freiheit, obdachlos unter einer Brücke zu hausen, ist bombok. Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das Höchste, was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

Und viele meinen, ich sage nicht „denken“, denn es ist kein Denken, sondern lediglich ein „Meinen“, früher bezeichnete man es als „Räsonieren“, daß eine Demokratie bedeutet, daß jeder machen kann, was er will, und das wäre die Freiheit. Nein. Nein. Nein.

Demokratie bedeutet nur, daß nach einem vereinbarten Zahlenverhältnis der allgemeinen Wahlen die Regierung gebildet wird.

Ob die Masse, der Mob, den man „das Volk“ nennt und ihm irrational übernatürliche Güte und Weisheit zuschreibt, eher faschistische oder sozialistische oder konservative, wie auch immer, Regierung wählt, das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Die Mörderbande Hamas in Gaza kam 2006 demokratisch an die Macht (und seither Neuwahlen verhindert), Hitler ebenso, und Mursi von der islamistischen Muslimbrüderschaft in Ägypten, der jetzt im Gefängnis mit einem Todesurteil am Hals sitzt. Demokratische Wahlen in Spanien wurden durch Putsch des General Franco und politische und militärische Unterstützung von Hitler zu einer Luftnummer, Franco regierte als Diktator bis 1975. Die Aliierten nach der Landung in der Normandie hätten die faschistische Diktatur in Spanien und Portugal mit kleinem Finger umwerfen können, die USA hat jedoch offenbar keine Demokratie in Spanien und Portugal haben wollen. Die USA hat demokratisch gewählte sozialistische Regierungen in Nicaragua und El Salvador und Chile jeweils mit militärischer Unterstützung, mit Hilfe von Gewalt liquidiert. Und vor einem Jahr hat die westliche Wertegemeinschaft der lupenreinen Hurensöhne in einem Putsch die in der Ukraine demokratisch gewählte Regierung Janukowitsch liquidiert und mit Hilfe ukrainischer Nazis in Kiew ein faschistisches Regime installiert, natürlich im Namen des Kampfes um die „Freiheit und Demokratie“.

In Deutschland haben wir eine sog. „repräsentative Demokratie“, d.h. der Mob wählt nicht direkt seine Repräsentanten, sondern wählt Parteien, die ihrerseits die Machthaber stellen. Und das ist gut so, denn der Mob hat von 1933 bis 1945 in Deutschland, und seit 1917 bis 1991 in Rußland regiert. Es wird jedoch immer mehr in Deutschland in Mode, nach „Bürgerbeteiligung“, „Basisdemokratie“ und „plebiszitären Demokratie“ zu rufen, was bedeuten würde, daß sich diejenigen durchsetzen, die am lautesten schreien und am aggressivsten randalieren, wie es bereits oft der Fall ist. Hierzu schreibt Götz Aly:

Kolumne zu Volksentscheiden: Vorsicht mit Plebisziten (Mob-isziten!

 Von Götz Aly

Volksentscheid

Auch über die Bebauungspläne auf dem Tempelhofer Feld wurde per Volksentscheid abgestimmt.  Foto: imago/CommonLens

Deutschland hat die besten Erfahrungen mit der repräsentativen Demokratie gemacht. Deshalb sollte gerade mit Blick auf diverse Berliner Volksentscheide das Abstimmungsgesetz eingrenzend korrigiert werden, findet unser Autor Götz Aly.

Neulich erklärte der Regierende Bürgermeister, es werde immer häufiger versucht, mit Volksbegehren „die parlamentarische Demokratie auszuhebeln“. Michael Müller hat vollkommen recht. Zu oft gehorchen Berliner Plebiszite dem Gruppenegoismus. Sie benachteiligen die Leisen gegenüber den Lauten und schon Privilegierten. Schaut man in das Internetportal der BIG (Berliner Initiativ-Gemeinschaft), dann landet man im neubürgerlichen Milieu der Besitzstandswahrer. Dort propagieren diejenigen, die zum Beispiel angenehmst am Mauerpark wohnen und deshalb Neubauten zu verhindern trachten, mit schalem Witz die „GeiselNahme“ von Andreas Geisel, seines Zeichens Senator für Stadtentwicklung – nicht für eigennützigen Stillstand. Die Seite http://www.leute-am-teute.de/ führt zum Teutoburger Platz am Pfefferberg. Die „Leute am Teute“, anderswo Gentrifizierer genannt, kümmern sich um „volle Windeln und freche Krähen“, haben dem Bezirksamt einen Müllcontainer abgebettelt, den sie „Liselotte“ tauften, und finden es schick, gegen weitere Luxuswohnungen nahe ihrem so bescheidenen „Teute-Quartier“ mobil zu machen.

Beste Erfahrungen mit repräsentativer Demokratie

Gegen derartiges Herumprotestieren wehrt sich Michael Müller, weil einzelnen Gruppen nicht das Recht zusteht, mit fragwürdigen Unterschriftenlisten – wie im Fall Tempelhofer Feld – die gewählten Verfassungsorgane Abgeordnetenhaus und Stadtregierung zu bestimmtem Handeln oder Unterlassen zu zwingen. Das Berliner Abstimmungsgesetz sollte schleunigst und eingrenzend korrigiert werden.

Die Bundesrepublik hat mit der repräsentativen Demokratie beste Erfahrungen gemacht. Es gibt keinen Grund, gewählte Parlamente den Diktaten zufälliger Kampagnen-Erfolge auszusetzen. Zur Erinnerung: Im April 2008 erreichte die Bürgerinitiative, die für den Weiterbetrieb des Flughafens Tempelhof warb, eine satte Mehrheit der abgegebenen Stimmen, verfehlte jedoch das notwendige Quorum knapp.

Soll demnächst über die Unterbringung von Flüchtlingen abgestimmt werden? Soll eine plötzlich erstarkende Bewegung wie Pegida ihre Obsessionen per Plebiszit durchsetzen dürfen? Es muß die verfassungsmäßige Aufgabe des Abgeordnetenhauses bleiben, darüber zu entscheiden, ob der muslimische Friedhof am Tempelhofer Feld erweitert wird – das geht die Freunde windiger Grassteppen nichts an. Ähnliches gilt für den aktuellen „Berliner Mietenvolksentscheid“. De facto wird damit versucht, das wichtigste Recht des Parlaments – das Budgetrecht – zu usurpieren, und zwar durch Leute, die keinerlei Verantwortung für das Große und Ganze tragen und denen die öffentliche Schuldenlast schnurz ist.

Nie wieder!

Zum Schluß noch der Blick ins geschichtliche Sündenregister heimischer Initiativ-Gemeinschaften: Im Sommer 1931 propagierte die KPD das Volksbegehren zur vorzeitigen Auflösung des Preußischen Landtags. Es war ursprünglich von rechtsradikaler Seite eingebracht worden, sollte Neuwahlen erzwingen und damit der aus SPD, Zentrum und DDP bestehenden Regierung Preußens – der letzten noch stabilen Bastion der Republik – den Garaus machen. Von 26 Millionen Stimmberechtigten votierten immerhin 10 Millionen für das von NSDAP und KPD gemeinsam betriebene Projekt. Daraus folgt: Nie wieder! Keine Macht der Nazifa! Vorsicht mit Plebisziten!

Michael Müller

Für Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller werde immer häufiger versucht, mit Volksbegehren „die parlamentarische Demokratie auszuhebeln“.  Foto: dpa

http://www.berliner-zeitung.de/meinung/kolumne-zu-volksentscheiden–vorsicht-mit-plebisziten-,10808020,30724326.html

 

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mediacontrol

Noam Chomsky in „Media Control“
„Die Rolle der Medien in der gegenwärtigen Politik zwingt uns zu der Frage, in was für einer Welt und in was für einer Gesellschaft wir leben wollen, und vor allem, in welchem Sinn diese Gesellschaft demokratisch verfaßt sein soll. Ich möchte zunächst zwei unterschiedliche Konzeptionen von Demokratie einander gegenüberstellen. Die eine geht davon aus, daß in einer demokratischen Gesellschaft die Bevölkerung die Möglichkeit hat, sich auf sinnvolle Weise an der Regelung ihrer Angelegenheiten zu beteiligen und ungehinderten Zugang zu den Informationsmitteln besitzt. Wenn man in einem Lexikon den Begriff »Demokratie« nachschlägt, wird man eine Definition dieser Art erhalten.
Eine andere Konzeption besagt, daß die Bevölkerung von der Regelung ihrer Angelegenheit ausgeschlossen und der Zugang zu den Informationsmitteln streng begrenzt und kontrolliert werden muß. Das mag sich seltsam anhören, aber diese Konzeption von Demokratie ist die vorherrschende, und das schon seit langem, in der Theorie ebenso wie in der Praxis. Es ist eine Geschichte, die bis zu den frühesten demokratischen Revolutionen im England des 17. Jahrhunderts zurückreicht. Ich betrachte im folgenden die Epoche der Moderne, sage etwas zur Entwicklung des Demokratiebegriffs und erörtere, wie und warum das Problem der Medien und der Desinformation in diesem Zusammenhang auftaucht.“
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Donnerstag, 28. Mai 2015

ZDF-Krokodilstränen: Alligatoren tarnen sich als NGO

Gesterm haben wir die schlecht geheuchelte Empörung des ZDF über das russische NGO-Kontroll-Gesetz analysiert. Inzwischen wurde dem „Journalisten“ Stevan Dojčinović, dessen Brötchengeber auf der Lohnliste von US- und CDU-Organisationen steht, die Einreise nach Rußland verweigert. Anlaß, heute einen Blick auf die als Nichtregierungsorganisation getarnten Agenturen des NATO-Imperiums zu werfen.

Teil 2
Unvollständiger Streifzug durch die Halbwelt getarnter „NGO“
Rußland tut gut daran, die vom Ausland bezahlten Strukturen ständig, gründlich und nachhaltig unter die Lupe zu nehmen. Sie haben im Gefüge des US-amerikanischen Kampfes um die Weltherrschaft eine Schlüsselrolle.
Die Beweise für die imperialistische und antirussische Funktion der angeblichen NGO liegen evident auf der Hand. Ich zeige Spotlights aus allen Richtungen, um die Schatten dieser Unterwelt auszuleuchten.

14. Im Handbuch der US-Armee “FM 3-05.130 Unconventional Warfare” (Unkonventionelle Kriegsführung) heißt es unter Punkt 3-72: “Der Kommandierende wird auch die automatisierten Synchronisierungs- und Koordinationsmittel nutzen, um die militärischen Aktivitäten in Übereinstimmung zu bringen und zu koordinieren mit diplomatischen, informatorischen, wirtschaftlichen und anderen Aktivitäten … Autonome Synchronisierungsmittel werden die Nachvollziehbarkeit der eingesetzten Ressourcen und der Verantwortlichkeiten für die erzielten Wirkungen liefern. Dieser Nachweis wird nationalen Regierungen, internationalen Organisationen und bestimmten Partner-NGO erlauben, ihren Beitrag beim Erreichen der gemeinsamen strategischen Ziele, als auch spezifischer organisatorischer Ziele nachzuvollziehen.

Das Handbuch ist eine aufschlußreiche Lektüre darüber, welche Rolle die „Nichtregierungsorganisationen“ in der US-amerikanischen irregulären und unkonventionellen Kriegsführung spielen.

15. Die Amerikanerin Serena Shim wurde 2014 bei Kobane getötet, nachdem sie aufdeckte wie Terroristen von der Türkei nach Syrien geschmuggelt wurden – in Lkw von NGO, darunter des UNO Welternährungsprogramms.

16. Nichts Neues: Schon die von der CIA finanzierte NGOKampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ verübte Terroranschläge in der DDR.

17. Die Webseite des US-Außenministeriums zeigt wie aus 330 Mio. $ für die syrische Opposition „Bürgerjournalisten“ und Blogger bezahlt (ZDF-Deutsch „unterstützt“) werden, die US-genehme Horrormeldungen über Syrien verbreiten.

18. NGO werden unterwandert, um als „Friedensgruppen“ US-Kriege zu promoten.

19. Syrische NGO erhalten Bezahlung vom Democracy Council dessen Kampagne durch die US-Regierung mit 6,3 Mio. $ finanziert wird.

20. Dokumente aus Reagans Nachlaß zeigen, daß schon in den 1980ern die angeblichen US-NGO Freedom House und NED – National Endowment for Democracy – verdeckt von CIA-Propaganda-Experten angeleitet wurden.

21. NRhZ: „Nach Recherchen von Hans-Rüdiger Minow waren zwei Mitbegründer der Deutschen Sektion von Amnesty International Teil des CIA-Netzes.“

22. Der vom ZDF promotete – Sprachregelung „Kreml-Kritiker“ – und „NGO“-Boss Nawalny (Zitat: „Ich bin gegen obdachlose Kinder. Lass sie töten.“) ist ein persönlicher Freund von McCain und wird von den Russen „als Vasall Washingtons und Verräter der Interessen Rußlands betrachtet.“

  1. Nawalnys NGO „Demokratische Alternative – DA!“, wird ebenfalls von der NED/National Endowment for Democracy der US-Regierung bezahlt.  Das US-Außenministerium verrät dasund führt DA! unter Jugendbewegungen auf, die es in Rußland “unterstützt”. DA! wird geleitet von Maria Gaidar, der Tochter des ehemaligen Ministerpräsidenten, der Rußlands Volksvermögen an die USA zu verschachern begann und von Putin gestoppt wurde.
  2. Ohne Zweifel machte bis dahin der Spekulant und NGO-Massengründer George Soros ein Vermögen durch die Ausplünderung Russlands unter Jelzin und Gaidar. Zum ihm später.25. Natürlich betreibt auch der Grünen-Protegé, Bush-Freund und Wirtschaftsverbrecher Chodorkowski (ARD/ZDF/BILD/SPIEGEL-Sprachregelung „Kreml-Kritiker“) eine eigene NGO, nach Soros‘ Vorbild Open Russia genannt. Deren Einstufung als ausländischer Agent wird nun geprüft. Wen wundert es?

    26. Verwicklung von US-Regierungs-„NGO“ und „Dissidenten“. Als Chodorkowski verhaftet wurde, kam seine heimliche Geschäftsverbindung mit den Rothschilds ans Licht, weil Jacob Rothschild Chodorkowskis 26%igen Anteil an Yukos übernahm und sein Vorstandsplatz an Edgar Ortiz ging, den Vizepräsidenten von Halliburton zu der Zeit als der Bush-Kumpan und Kriegsverbrecher Dick Cheney CEO von Halliburton war. 1997 ernannte Dick Cheney diesen Edgar Ortiz zum Präsidenten von Halliburton Energy Services. Dick Cheney war US-Kriegsminister und Vize von George W. Bush. Er gründete mit dem anderen Kriegsverbrecher Rumsfeld (Kriegsminister unter Bush) die größenwahnsinnige „NGO“ PNAC (Projekt für ein neues amerikanisches Jahrhundert), deren Weltherrschafts- und anti-russischen Thesen sich u. a. der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir (Offener Brief gegen Putin) anschloß. Die Grünen wiederum warfen sich – siehe Marieluise Beck oben – Chodorkowskis an den Hals. So schließt sich der Kreis.

    27. Chodorkowskis Sohn betreibt nun in New York „The Interpreter“ ein antirussisches Portal; es gehört der NGO „Institute of Modern Russia“ von Vater Chodorkowski. Kostprobe: „Kiew kann die Krim zurückbekommen.”

    28. Die NGO „Alexander Herzen Stiftung“ Amsterdam wurde von der CIA in den 60ern gegründet. Die Arbeitsweise ist von Harry Thürk in „Der Gaukler“ treffend beschrieben worden. Die Foundation ist laut der „objektiven“ Wikipedia 1998 geschlossen worden. Halbe Wahrheit – ganze Lüge. 2013 wurde die Stiftung mit gleicher Zielstellung wieder belebt. Der oben erwähnte Interpreter schreibt offen: „Die Stiftung ist bestrebt, die Sprachbarrieren abzubauen, die Journalisten, Russland-Analysten, politische Entscheidungsträger, Diplomaten und interessierte Laien trennt … von den Debatten, Skandalen, Intrigen und politischen Entwicklungen in der Russischen Föderation.” Welcher Art die Ziele und Aktivitäten sind, erahnt man, wenn man die Geldgeber für „The Interpreter“ sieht die der Interpreter selbst enthüllt. Chodorkowskis „Institute of Modern Russia” in New York und die “neue” Herzen-Stiftung.

    29. Im Donbass/Donezk wurden als NGO-Mitglieder getarnte US-Spione aufgeklärt und ausgewiesen. Die Mitarbeiter des US-amerikanischen „Rescue Committee“ sammelten Informationen über die Milizen in der Region. Sie kopierten persönliche Daten, und suchten Kontakt zu Beamten der Ministerien, versuchten Informationen z. T. durch abhören zu erhalten.

    30. Sehr faktenreiche Darstellung über Bernard Kouchner, Ärzte ohne Grenzen, Amnesty international u. a. die immer zu den Waffenbrüdern des US-Imperialismus stehen.

    31. NGO-US-Organisationen wie German Marshall Fund – der Jazenjuk mitfinanziert – werden nicht nur im Ausland aktiv. Sie spielen auch stimmungsprägend eine große Rolle in den deutschen Staatsmedien wie der transatlantischen Neocon-Talkshow „Presseclub“ der ARD.

    32. Nuland hatte die Umgehung des Gesetzes ja schon 2013 angekündigt: Die US-Botschaft in Moskau/Botschafter Tefft organisierte mindestens ein konspiratives Treffen mit pro-amerikanischen russischen Bloggern. Die sind leichter zu steuern und unterliegen nicht dem NGO-Gesetz. Ihre Bezahlung als „Privatleute“ kann über inländische Kanäle und Privatkonten organisiert werden.

    In Adenauers Schatten
    Wir werden nun die erwartbare verstärkte Taktik der NATO-Staaten erleben, US-finanzierte Blogger und Journalisten in Rußland einzusetzen. Rußland stellt sich offensichtlich darauf ein. Der CIA-Sender Free Europe wußte heute Nacht als erster, daß Stevan Dojcinovic, einem „Journalisten“ der CINS/BIRN, die Einreise nach Rußland verweigert wurde. Wir wissen nicht was konrekt vorgefallen ist. Doijcinovic wird wissen warum. Was im Westen nämlich nicht berichtet wird ist, daß BIRN (Balkan Insight Reporter Netzwerk) über „Freedom House“ von der US-Regierung und von der CDU-Adenauer-Stiftung finanziert wird. Die Adenauer-Stiftung wandelt auf den Pfaden des CDU-Ostbüros, das gemeinsam mit der CIA offiziell psychologische Kriegsführung betrieb. An der Sommerschule des BIRN (2015 in Albanien) wird u. a. von ZDF- und CDU-Leuten ausgebildet. CINS gehört der NGO „Independent Journalists‘ Association of Serbia“ und die steht auf der Geld-Empfänger-Liste von Obamas Subversions-Abteilung NED.

Das Thema „NGO als Tarnkappe“ ist nicht erschöpft. Im dritten und vierten Teil zeige ich Ansätze für die eigene Recherche über Soros, Avaaz, Amnesty International, HRW, Parteistiftungen etc.

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Mittwoch, 27. Mai 2015

ZDF: „Unterstützung“ heißt Sabotage heute

Zur synthetischen Mainstream-Panik über Rußlands NGO-Gesetz
Wie bloß soll Rußlands Zivilgesellschaft überleben, wenn 0,1 Promille der NGO als ausländische Agenten kontrolliert werden? Wieso nennt der Westen sie Nicht-Regierungs-Organisationen, wenn sie von ausländischen Regierungen bezahlt werden?

Propaganda ist ja schon plakativ. Deutsches Staatsfernsehen jedoch auch noch plump. Die prostituierte Rolle US-amerikanisch bezahlter Gruppen – die sich auch noch Nicht-Regierungsorganisation nennen – hat sich herumgesprochen. Das Wort „bezahlen“ wäre zu zutreffend. Da versucht es das ZDF mit dem Holzhammer. Der aktuelle Einheits-Euphemismus der Konzern- und Staatsmedien ist „unterstützen“ für bezahlen.

Christian Sievers in der ZDF-heute-Sendung vom 24. 5. 2015: „Eine Nachricht hat international für heftige Kritik gesorgt… der Kreml erhöht den Druck auf NGO die aus dem Ausland unterstützt werden“. Der Ableser vom Teleprompter verkündet nun nicht etwa die Meinung der Bundesregierung. Nein wir hören von ihm – nahtlos anschließend – die nicht nur in Menschenrechtsfragen völlig unerhebliche Meinung des Folterstaates USA. Bevor man sich über die Nachrichten von den anscheindenden Kolonialherren wundert, gibt er schnell zur einschlägig bekannten Lügnerin und Scharfmacherin Katrin Eigendorf nach Moskau. „In Russland nicht ungewöhnlich, eine Menschenrechtsorganisation bekommt Besuch von der Polizei.“ Was natürlich völliger Unfug ist, doch dazu später.

Eigendorf im ZDF am 24. 5. 2015
Daily Beast, Herbst 2014

Eigendorf heizt sofort an und tut aktuell – mit uralten Bildern. Unbekannte hätten an die Wand der NGO Memorial „Ausländischer Agent“ gesprüht. Wie Bilder aus Rußland zeigen, ist das schon mindestens ein halbes Jahr her. Es handelt sich um ein Graffiti vom letzten Jahr. Was Eigendorf nicht sagt: Natürlich ist Memorial ein ausländischer Agent; die Gruppe bekommt nen Batzen Geld von der NED der US-Regierung.

Bezahlen heißt jetzt „unterstützen“.
So die auf allen Staatssendern gleichlautende Sprachregelung. Sievers und Eigendorf wiederholen es wie ein Mantra bis es sitzt. Warum aber hyperventilieren sie – die sich hier selbst als Lügenmedien vorführen –  so „heffftig“ (O-Ton Sievers)? Mal abgesehen davon, daß man schon dann auf der richtigen Seite ist, wenn Eigendorf auf der anderen agitiert; das russische Gesetz zur Kontrolle ausländischer Regierungsorganisationen ist nicht nur angebracht, es ist im Wortsinne notwendig, um Rußland vor dem Imperium der Psychopathen zu schützen. Die Russen wenigstens haben das Selbstbewusstsein und die Klugheit, den Weltkriegern in Washington die Grenze zu zeigen. Der USA und ihresgleichen gewissenlose Arroganz der Macht und des Geldes hat dazu geführt, dass die USA und ihre europäischen Mitläufer glauben, überall in der Welt mittels käuflicher Idioten, skrupelloser Hassprediger oder eingeschleuster Aufwiegler ihre „exzeptionellen“ und Weltherrschaftsziele erreichen zu können.
Wohin die als „Zivilgesellschaft“ (was immer diese Erfindung des Spekulanten Soros und Konsorten sein soll) verbrämte Unterwanderung unabhängiger Staaten und die zur „Unterstützung“ schöngefärbte Korruption geführt hat, erweist sich eben in der Ukraine. Gegen die Interessen des ukrainischen Volkes wird die Unterwerfung unter den Westen erzwungen. Genauso verfuhren USA und NATO seit Jahrzehnten, so begann es in Libyen und Syrien. Wohin hat es diese und viele andere Länder wie Jugoslawien geführt? Eben nicht zur „Zivilgesellschaft“. Zu Terror, sozialem Elend, Okkupation, Chaos, Flüchtlingsdramen und Krieg.

Einige Fakten zu den gefälschten NGO
Man könnte ein mehrbändiges Buch darüber schreiben. Aber wer ist schon gerne Kanalarbeiter. Hier deshalb ein paar Recherche-Anstöße und Fakten, die von ARD und ZDF vorsätzlich unterdrückt oder verzerrt werden.

1. Das russische NGO-Gesetz wurde nicht von Putin verabschiedet, sondern vom demokratisch gewählten Parlament Russlands.
2. Dummenfang. Das Gesetz wird von den Lügen-/Westmedien in voller demagogischer Absicht als „Agenten“-Gesetz gehypt. Natürlich könnten die Russen es auch „vom-Ausland-bezahlte-Auslands-Interessenvertreter“-Gesetz nennen. Aber warum? Wegen der Rumpelstilzchen aus Mainz? Hat sich das ZDF schon mal über den „brandmarkenden“ Begriff Künstleragent oder Versicherungsagent aufgeregt?!
3. Russland tut nur was viele andere Staaten auch tun.
4. Allen voran die USA mit ihrem Foreign Agent Registration Act (FARA) von 1938, an das sich das russische Gesetz anlehnt. FARA verlangt , daß Interessenvertreter von ausländischen Regierungen und politischen Parteien dem Justizministerium alle ihre Aktivitäten offenlegen müssen, inklusive aller Zahlungen und jegliches „Informationsmaterial“ ihrer Klienten.
5. Dieses Gesetz ist gängige Praxis, seit Jahrzehnten. Die USA gehen noch viel, viel weiter als Rußland. Die Oregon Law Review berichtet schon 1988, als die Oscar-prämierte Anti-Kriegs-Dokumentation If You Love This Planet, und verschiedene kanadisch finanzierte politische Dokumentationen wie der Umweltfilm „Acid From Heaven“ als „politische Propaganda“ und Kanada als „ausländischer Agent“ eingestuft wurden: „Das Justizministerium schrieb an NFBC (National Film Borad of Canada), die Bezeichnung ‚politische Propaganda‘ müsse am Beginn des Filmes so lange eingeblendet werden, dass jeder es lesen kann“. Außerdem habe man gemäß FARA-Gesetz dem Justizministerium die Namen aller Distributoren sowie eine Liste all derer zu übergeben, die den Film anfordern.
6. FARA wird in den USA – Vorwurf Fremdfinanzierung – sogar gegen Occupy Wall Street und in einem Fall sogar gegen „Al-Jazeera English“ herangezogen.
7. Ich kann mich nicht erinnern, dass Herr Sievers sich (2009 bis 2014 war er Leiter des ZDF-Studios in Tel Aviv.), darüber berichtet, geschweige aufgeregt hat – schon gar nicht „heffftig“ – als Israel 2011 die Finanzierung von NGO durch europäische Regierungen streng reguliert und besteuert hat (meines Wissens mit 45%).
8. In Rußland gibt es fast 300.000 NGO. Die Behörden haben seit 2013 nur 0,01 % der NGO als unter das Gesetz fallend definiert. Alle anderen betrifft das gar nicht.
9. Sind von ausländischen Regierungen und Strohleuten wie Soros bezahlte Organisationen Repräsentanten des russischen Volkes? Wieso sollen ausgerechnet diese von fremden Regierungen bezahlten Organisationen Nicht-Regierungsorganisationen sein? Lächerlich.
10. Mark Sleboda, amerikanischer Lehrer und Forscher an der soziologischen Fakultät der Moskauer Universität 2013: „Die USA akzeptieren das neue Gesetz, das ihre Einmischung in die inneren Angelegenheiten Russlands einschränkt, nicht. Das US-Außenministerium hat versprochen „den Kreml und das Gesetz zu umgehen“, sagt die berüchtigte Maidan-Keks-Nuland, die nach eigenem Bekunden tatsächlich daraufhin Milliarden Dollar für den Putsch in die Ukraine gebracht hat.
11. Das ZDF liegt ganz auf einer Linie mit Human Rights Watch (HRW), einer seit ihrer Gründung gegen den Osten ausgerichtete Tarnorganisation der USA. Andrew Stroehlein der Medienchef von HRW provoziert auf Twitter am 24. 5. 2015: „Das mächtige Rußland fürchtet sich vor ein paar zusammengestückelten NGO…“
12. Was die „zusammengestückelten“ Agenturen anrichten, sieht man in Jugoslawien, Libyen, Syrien, Ukraine … Wo sich urplötzlich binnen Wochen die komplette Lage in Richtung US-Interessen wendet. Thicktoast: „Doch ganze Völker wechseln nicht plötzlich die Einstellung. Die USA haben durch NGO Milliarden investiert, die in jedem Land aufgebaut wurden um Propaganda zu treiben. Pro-westliche Kandidaten werden hochgebracht, pro-russische Regierungen gestürzt.“
13. Weil es nicht in die Hetzkampagne passt, verschweigt das ZDF: Putin unterzeichnet Gesetz das die Aufhebung der Einstufung als „Agent“ erlaubt.

Kernfrage:
Wieso brauchen Organisationen in Rußland ausländisches Geld – ähm – „Unterstützung“, wenn sie doch die Interessen der Russen vertreten? Allein die von Putin persönlich unterdrückten Millionen Russen müssten den selbstlosen Erlöser-NGO doch ihren letzten Rubel aufdrängen?!

Morgen Teil 2: Rußland tut gut daran, aus dem Ausland bezahlte Organisationen ständig unter die Lupe zu nehmen. Der Verdacht der imperialistischen und antirussischen Funktion der angeblichen NGO liegt nämlich evident auf der Hand.

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hinter-der-fichte.blogspot.de Donnerstag, 28. Mai 2015

ZDF-Krokodilstränen: Alligatoren tarnen sich als NGO

Gesterm haben wir die schlecht geheuchelte Empörung des ZDF über das russische NGO-Kontroll-Gesetz analysiert. Inzwischen wurde dem „Journalisten“ Stevan Dojčinović, dessen Brötchengeber auf der Lohnliste von US- und CDU-Organisationen steht, die Einreise nach Rußland verweigert. Anlaß, heute einen Blick auf die als Nichtregierungsorganisation getarnten Agenturen des NATO-Imperiums zu werfen.

Teil 2
Unvollständiger Streifzug durch die Halbwelt getarnter „NGO“
Rußland tut gut daran, die vom Ausland bezahlten Strukturen ständig, gründlich und nachhaltig unter die Lupe zu nehmen. Sie haben im Gefüge des US-amerikanischen Kampfes um die Weltherrschaft eine Schlüsselrolle.
Die Beweise für die imperialistische und antirussische Funktion der angeblichen NGO liegen evident auf der Hand. Ich zeige Spotlights aus allen Richtungen, um die Schatten dieser Unterwelt auszuleuchten.

14. Im Handbuch der US-Armee “FM 3-05.130 Unconventional Warfare” (Unkonventionelle Kriegsführung) heißt es unter Punkt 3-72: “Der Kommandierende wird auch die automatisierten Synchronisierungs- und Koordinationsmittel nutzen, um die militärischen Aktivitäten in Übereinstimmung zu bringen und zu koordinieren mit diplomatischen, informatorischen, wirtschaftlichen und anderen Aktivitäten … Autonome Synchronisierungsmittel werden die Nachvollziehbarkeit der eingesetzten Ressourcen und der Verantwortlichkeiten für die erzielten Wirkungen liefern. Dieser Nachweis wird nationalen Regierungen, internationalen Organisationen und bestimmten Partner-NGO erlauben, ihren Beitrag beim Erreichen der gemeinsamen strategischen Ziele, als auch spezifischer organisatorischer Ziele nachzuvollziehen.

Das Handbuch ist eine aufschlußreiche Lektüre darüber, welche Rolle die „Nichtregierungsorganisationen“ in der US-amerikanischen irregulären und unkonventionellen Kriegsführung spielen.

15. Die Amerikanerin Serena Shim wurde 2014 bei Kobane getötet, nachdem sie aufdeckte wie Terroristen von der Türkei nach Syrien geschmuggelt wurden – in Lkw von NGO, darunter des UNO Welternährungsprogramms.

16. Nichts Neues: Schon die von der CIA finanzierte NGOKampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ verübte Terroranschläge in der DDR.

17. Die Webseite des US-Außenministeriums zeigt wie aus 330 Mio. $ für die syrische Opposition „Bürgerjournalisten“ und Blogger bezahlt (ZDF-Deutsch „unterstützt“) werden, die US-genehme Horrormeldungen über Syrien verbreiten.

18. NGO werden unterwandert, um als „Friedensgruppen“ US-Kriege zu promoten.

19. Syrische NGO erhalten Bezahlung vom Democracy Council dessen Kampagne durch die US-Regierung mit 6,3 Mio. $ finanziert wird.

20. Dokumente aus Reagans Nachlaß zeigen, daß schon in den 1980ern die angeblichen US-NGO Freedom House und NED – National Endowment for Democracy – verdeckt von CIA-Propaganda-Experten angeleitet wurden.

21. NRhZ: „Nach Recherchen von Hans-Rüdiger Minow waren zwei Mitbegründer der Deutschen Sektion von Amnesty International Teil des CIA-Netzes.“

22. Der vom ZDF promotete – Sprachregelung „Kreml-Kritiker“ – und „NGO“-Boss Nawalny (Zitat: „Ich bin gegen obdachlose Kinder. Lass sie töten.“) ist ein persönlicher Freund von McCain und wird von den Russen „als Vasall Washingtons und Verräter der Interessen Rußlands betrachtet.“

  1. Nawalnys NGO „Demokratische Alternative – DA!“, wird ebenfalls von der NED/National Endowment for Democracy der US-Regierung bezahlt.  Das US-Außenministerium verrät dasund führt DA! unter Jugendbewegungen auf, die es in Rußland “unterstützt”. DA! wird geleitet von Maria Gaidar, der Tochter des ehemaligen Ministerpräsidenten, der Rußlands Volksvermögen an die USA zu verschachern begann und von Putin gestoppt wurde.
  2. Ohne Zweifel machte bis dahin der Spekulant und NGO-Massengründer George Soros ein Vermögen durch die Ausplünderung Russlands unter Jelzin und Gaidar. Zum ihm später.25. Natürlich betreibt auch der Grünen-Protegé, Bush-Freund und Wirtschaftsverbrecher Chodorkowski (ARD/ZDF/BILD/SPIEGEL-Sprachregelung „Kreml-Kritiker“) eine eigene NGO, nach Soros‘ Vorbild Open Russia genannt. Deren Einstufung als ausländischer Agent wird nun geprüft. Wen wundert es?

    26. Verwicklung von US-Regierungs-„NGO“ und „Dissidenten“. Als Chodorkowski verhaftet wurde, kam seine heimliche Geschäftsverbindung mit den Rothschilds ans Licht, weil Jacob Rothschild Chodorkowskis 26%igen Anteil an Yukos übernahm und sein Vorstandsplatz an Edgar Ortiz ging, den Vizepräsidenten von Halliburton zu der Zeit als der Bush-Kumpan und Kriegsverbrecher Dick Cheney CEO von Halliburton war. 1997 ernannte Dick Cheney diesen Edgar Ortiz zum Präsidenten von Halliburton Energy Services. Dick Cheney war US-Kriegsminister und Vize von George W. Bush. Er gründete mit dem anderen Kriegsverbrecher Rumsfeld (Kriegsminister unter Bush) die größenwahnsinnige „NGO“ PNAC (Projekt für ein neues amerikanisches Jahrhundert), deren Weltherrschafts- und anti-russischen Thesen sich u. a. der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir (Offener Brief gegen Putin) anschloß. Die Grünen wiederum warfen sich – siehe Marieluise Beck oben – Chodorkowskis an den Hals. So schließt sich der Kreis.

    27. Chodorkowskis Sohn betreibt nun in New York „The Interpreter“ ein antirussisches Portal; es gehört der NGO „Institute of Modern Russia“ von Vater Chodorkowski. Kostprobe: „Kiew kann die Krim zurückbekommen.”

    28. Die NGO „Alexander Herzen Stiftung“ Amsterdam wurde von der CIA in den 60ern gegründet. Die Arbeitsweise ist von Harry Thürk in „Der Gaukler“ treffend beschrieben worden. Die Foundation ist laut der „objektiven“ Wikipedia 1998 geschlossen worden. Halbe Wahrheit – ganze Lüge. 2013 wurde die Stiftung mit gleicher Zielstellung wieder belebt. Der oben erwähnte Interpreter schreibt offen: „Die Stiftung ist bestrebt, die Sprachbarrieren abzubauen, die Journalisten, Russland-Analysten, politische Entscheidungsträger, Diplomaten und interessierte Laien trennt … von den Debatten, Skandalen, Intrigen und politischen Entwicklungen in der Russischen Föderation.” Welcher Art die Ziele und Aktivitäten sind, erahnt man, wenn man die Geldgeber für „The Interpreter“ sieht die der Interpreter selbst enthüllt. Chodorkowskis „Institute of Modern Russia” in New York und die “neue” Herzen-Stiftung.

    29. Im Donbass/Donezk wurden als NGO-Mitglieder getarnteUS-Spione aufgeklärt und ausgewiesen. Die Mitarbeiter des US-amerikanischen „Rescue Committee“ sammelten Informationen über die Milizen in der Region. Sie kopierten persönliche Daten, und suchten Kontakt zu Beamten der Ministerien, versuchten Informationen z. T. durch abhören zu erhalten.

    30. Sehr faktenreiche Darstellung über Bernard Kouchner, Ärzte ohne Grenzen, Amnesty international u. a. die immer zu den Waffenbrüdern des US-Imperialismus stehen.

    31. NGO-US-Organisationen wie German Marshall Fund – der Jazenjuk mitfinanziert – werden nicht nur im Ausland aktiv. Sie spielen auch stimmungsprägend eine große Rolle in den deutschen Staatsmedien wie der transatlantischen Neocon-Talkshow „Presseclub“ der ARD.

    32. Nuland hatte die Umgehung des Gesetzes ja schon 2013 angekündigt: Die US-Botschaft in Moskau/Botschafter Tefft organisierte mindestens ein konspiratives Treffenmit pro-amerikanischen russischen Bloggern. Die sind leichter zu steuern und unterliegen nicht dem NGO-Gesetz. Ihre Bezahlung als „Privatleute“ kann über inländische Kanäle und Privatkonten organisiert werden.

    In Adenauers Schatten
    Wir werden nun die erwartbare verstärkte Taktik der NATO-Staaten erleben, US-finanzierte Blogger und Journalisten in Rußland einzusetzen. Rußland stellt sich offensichtlich darauf ein. Der CIA-Sender Free Europe wußte heute Nacht als erster, daß Stevan Dojcinovic, einem „Journalisten“ der CINS/BIRN, die Einreise nach Rußland verweigert wurde. Wir wissen nicht was konrekt vorgefallen ist. Doijcinovic wird wissen warum. Was im Westen nämlich nicht berichtet wird ist, daß BIRN (Balkan Insight Reporter Netzwerk) über „Freedom House“ von der US-Regierung und von der CDU-Adenauer-Stiftung finanziert wird. Die Adenauer-Stiftung wandelt auf den Pfaden des CDU-Ostbüros, das gemeinsam mit der CIA offiziell psychologische Kriegsführung betrieb. An der Sommerschule des BIRN (2015 in Albanien) wird u. a. von ZDF- und CDU-Leuten ausgebildet. CINS gehört der NGO „Independent Journalists‘ Association of Serbia“ und die steht auf der Geld-Empfänger-Liste von Obamas Subversions-Abteilung NED.

Das Thema „NGO als Tarnkappe“ ist nicht erschöpft. Im dritten und vierten Teil zeige ich Ansätze für die eigene Recherche über Soros, Avaaz, Amnesty International, HRW, Parteistiftungen etc.

http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2015/05/zdf-krokodilstranen-alligatoren-tarnen.html

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Die Moritat von Mackie Messer von Bertolt Brecht:

Und der Haifisch, der hat Zähne
Und die trägt er im Gesicht
Und Macheath, der hat ein Messer
Doch das Messer sieht man nicht.

An ’nem schönen blauen Sonntag
Liegt ein toter Mann am Strand
Und ein Mensch geht um die Ecke
Den man Mackie Messer nennt.

Für die geplante Verfilmung fügte Brecht 1930 u. a. die folgende Schlussstrophe hinzu:

Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.

BALLADE VOM ANGENEHMEN LEBEN (Bertold Brecht)

Ihr Herrn, urteilt jetzt selbst: ist das ein Leben?
Ich finde nicht Geschmack an alledem
Als kleines Kind schon hörte ich mit Beben:
Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm.

Da preist man uns das Leben großer Geister
Das lebt mit einem Buch und nichts im Magen
In einer Hütte, daran Ratten nagen.
Mir bleibe man vom Leib mit solchem Kleister!
Das simple Leben lebe, wer da mag!
Ich habe (unter uns) genug davon
Kein Vögelchen, von hier bis Babylon
Vertrüge diese Kost nur einen Tag.
Was hilft da Freiheit, es ist nicht bequem
Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm.

Die Abenteurer mit dem kühnen Wesen
Und ihrer Gier, die Haut zu Markt zu tragen
Die stets so frei sind und die Wahrheit sagen
Damit die Spießer etwas Kühnes lesen
Wenn man sie sieht, wie das am Abend friert
Mit kalter Gattin stumm zu Bette geht
Und horcht, ob niemand klatscht und nichts versteht
Und trostlos in das Jahr fünftausend stiert.
Jetzt frag ich Sie nur noch: ist das bequem?
Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm.

Ich selber könnte mich durchaus begreifen
Wenn ich mich lieber groß und einsam sähe
Doch sah ich solche Leute aus der Nähe
Da sagt ich mir: das mußt du dir verkneifen.
Armut bringt außer Weisheit auch Verdruß
Und Kühnheit außer Ruhm auch bittre Mühn.
Jetzt warst du arm und einsam, weis und kühn
Jetzt machst du mit der Größe aber Schluß.
Dann löst sich ganz von selbst das Glücksproblem:
Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm.

Ihr Herrn, die ihr uns lehrt, wie man brav leben
Und Sünd und Missetat vermeiden kann
Zuerst müßt ihr uns schon zu fressen geben
Dann könnt ihr reden: damit fängt es an.
Ihr, die ihr euren Wanst und unsere Bravheit liebt
Das Eine wisset ein für allemal:
Wie ihr es immer dreht und immer schiebt
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
Erst muß es möglich sein auch armen Leuten
Vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.

Denn wovon lebt der Mensch? Indem er stündlich
Den Menschen peinigt, auszieht, anfällt, abwürgt und frißt.
Nur dadurch lebt der Mensch, daß er so gründlich
Vergessen kann, daß er ein Mensch doch ist.

Ihr Herren bildet euch nur da nichts ein:
Der Mensch lebt nur von Missetat allein.
Ihr lehrt uns, wann ein Weib die Röcke heben
Und ihre Augen einwärts drehen kann?
Zuerst müßt ihr uns schon zu fressen geben
Dann könnt ihr reden: damit fängt es an!

Ihr, die auf unsere Scham und eure Lust besteht
Das eine wisset ein für allemal:
wie ihr es immer schiebt und immer dreht
zuerst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
Erst muß es möglich sein, auch armen Leuten
vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.

Denn wovon lebt das Mensch? indem es stündlich
Den Menschen peinigt, auszieht, anfällt, abwürgt und frißt.
Denn nur so lebt das Mensch, daß es so gründlich
Vergessen kann, daß es ein Mensch doch ist.
Ach, bildet euch ihr Herren da nichts ein:
Der Mensch lebt nur von Missetat allein.

Der Mensch lebt durch den Kopf.
Sein Kopf reicht ihm nicht aus.
Versuch es nur, von deinem Kopf lebt
höchstens eine Laus.
Denn für dieses Leben
ist der Mensch nicht schlau genug.
Niemals merkt er eben diesen Lug und Trug.

Ja, mach nur einen Plan! sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch ‘nen zweiten Plan! Gehn tun sie beide nicht.
Denn für dieses Leben‚ ist der Mensch nicht schlecht genug.
sein höhres Streben ist ein schöner Zug.

Ja, renn nur nach dem Glück
Doch renne nicht zu sehr
Denn alle rennen nach dem Glück
Das Glück rennt hinterher.
Denn für dieses Leben
ist der Mensch nicht anspruchslos genug.
Drum ist all sein Streben
Nur ein Selbstbetrug.

Der Mensch ist gar nicht gut
Drum hau ihm auf den Hut.
Hast du ihm auf den Hut gehaun
Dann wird er vielleicht gut.

Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht gut genug
Darum haut ihm eben
Ruhig auf den Hut!

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So. Das war es für heute!

So long!

JSB

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

Confidential video of brutal CIA like interrogation methods used by Russian MWD police against innocent citizens.

Confidential video of brutal CIA like interrogation methods used by Russian MWD police against innocent citizens.

Watch this scandalous confidential video of brutal CIA like interrogation methods used by Russian MWD police against innocent citizens.

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

 I think for food

800px-Molon_labe2

 

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur Fürchten oder Hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat / Creativity is an intelligence having fun

Enjoy! JSB

 

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

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Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
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They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

 I think for food

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Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

Der Film „Im Labyrinth des Schweigens“ – Trailer, Rezension und Texte zum Film

Trailer zum Film „Im Labyrinth des Schweigens“

 

Loriot über die „Reichskristallnacht“

 

ZDF-History_ Mörder unter uns – Fritz Bauers einsamer Kampf (Dokumentation)

 

Ich hab‘ nur meine Pflicht getan

 

Deportation (Verschleppung) von Juden nach Auschwitz – (Dokumentation)

 

Auschwitz – Bilder aus der Hölle – (Dokumentation)

 

Reichsführer-SS Heinrich Himmler am 4. Oktober 1943 bei der SS-Gruppenführertagung in Poznán, Polen zur Judenausrottung (Auszug)

 

Reichsführer-SS Heinrich Himmler am 4. Oktober 1943 bei der SS-Gruppenführertagung in Poznán, Polen zur Judenausrottung (die ganze Rede)

 

Die neuen Nazis

Adolf Eichmann ,Begegnung mit einem Mörder , spannende Doku 1/6 SS Obersturmbahnführer

Klaus Barbie

 

Die Wannseekonferenz

 

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Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt

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In Kinos läuft seit kurzer Zeit ein hervorragender Film des Italieners Giulio RicciarelliIm Labyrinth des Schweigens“ zum Thema der Auschwitzprozesse geführt vom Staatsanwalt Fritz Bauer in Frankfurt am Main in sechziger Jahren.

 

Hier einige Texte zum Film und dessen Thema:

 

1)    Christiane Linke: eine Rezension des Films

2)    Henryk Broder: „Antisemitismus der Deutschen – gestern“[i]

3)    Maxim Biller: „Antisemitismus der Deutschen – heute“[ii]

4)    Julian S. Bielicki: Antisemitismus in deutscher Psychoanalyse

 

 

 

Rezension des Films „Im Labyrinth des Schweigens“

Von Christiane Linke

 

„War es denn nicht ein Schutzhaftlager?“

“Haben Sie schon mal von Ausschwitz gehört?“ Auf die Frage des Redakteurs weicht man aus. Deutschland in den 50-igern. Gemeinsames Verdrängen. Die Wunde müsse langsam heilen. Wessen Wunde?

Der jüdische Freund des Redakteurs erkennt bei einem Spaziergang zufällig einen Wachmann aus dem berüchtigten KZ Auschwitz wieder. Dieser arbeitet mittlerweile unbehelligt im Schuldienst. Normaler Alltag in jener Zeit. Der Redakteur konfrontiert die Staatsanwaltschaft mit dem Sachverhalt und ein junger begeisterungsfähiger Staatsanwalt verfolgt die Geschichte. Im Hintergrund agiert Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der ihm schließlich die Verantwortung für die Untersuchung überträgt. „Bringen Sie mir Zeugen und Beweise.“ Der junge Johann Radmann erfährt erst später, daß Bauer Jude ist und ebenfalls im KZ war.

Bauer prägte als Ankläger später den Satz: Ein Unrechtsstaat, der täglich Zehntausende Morde begeht, berechtigt jedermann zur Notwehr. Die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 wurden rehabilitiert und ihr Versuch, Hitler zu töten, legitimiert (Quelle: Wikipedia). Bauer, der kein Vertrauen in die deutsche Justiz hatte, arbeitete mit dem Geheimdienst Mossad zusammen, um die Ergreifung Eichmanns zu erwirken.

Der junge Staatsanwalt findet durch Zufall bei dem jüdischen Freund des Redakteurs eine Liste mit Namen von KZ-Wärtern und beginnt in den Archiven der Alliierten zu recherchieren. Die beeindruckende Einstellung zeigt einen Keller mit unzähligen Regalreihen und zehntausenden von Akten. Die ersten Befragungen ehemaliger Insassen bringen die Greuel ans Licht und den jungen Staatsanwalt an den Rand der Belastbarkeit. Er bittet das BKA um Mithilfe bei der Festnahme der Täter. Eine Szene, die beispielhaft ist. Der Kriminalbeamte nimmt die Liste mit den Namen und beginnt sie sorgfältig zu einem kleinen Paket zu falten, dann schiebt er es unter das eine Tischbein und prüft, ob der Tisch wackelt. Er lächelt Radmann an: „Wir werden uns darum kümmern.“

Eichmann wird schließlich von Mossad-Agenten in Argentinien gefaßt, Mengele taucht unter und stirbt später unbehelligt bei einem Badeunfall.

„Über so etwas Grausames kann man keinen schönen Film machen.“ Stimmt, der Film zeigt ästhetische Bilder, ist gut gemeint und bleibt doch gut verdaulich an Oberfläche. Vielleicht hätten schon ein wenig Sepia-Filter und weniger schöne, blonde Schauspieler das Grauen etwas ehrlicher gemacht. Man wollte aufrütteln und hat verklärt. Man habe es doch gut gemeint und wollte die Menschheit retten. Das gilt auch für den Film. Ich mußte während der Vorstellung oft an Primo Levis Buch „Ist das ein Mensch“ denken, das eine authentische, aber vor allem vielschichtige Vorlage gegeben hätte: „Ein Erlebnisbericht mit Textstellen, die das Leben im Lager überwiegend analytisch beschreiben… Ferner wird explizit auf die Veränderung der Häftlinge nach der Internierung hingewiesen: Durch den Kampf ums Überleben müssen einige grundlegende ethische Grundsätze vorübergehend ausgeschaltet werden… Die Gefangenen bilden eine linguistisch bunte Gesellschaft; neben den einzelnen Sprachen der Häftlinge hat sich auch ein wichtiger Lagerjargon herausgebildet, der als interkulturelles Kommunikationsmittel dient und dessen Wörter das Leben im Lager bildhaft beschreiben.“ (Quelle: Wikipedia)

 

2014 © Christiane Linke

 

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„Ihr bleibt die Kinder Eurer Eltern“. „Euer Jude von heute ist der Staat Israel“: Die neue deutsche  linke und der alltägliche Antisemitismus.

Von Henryk M. Broder

DIE ZEIT Ausgabe: 10/1981 27. Februar 1981

 

Meine mehr oder weniger lieben linken Freunde! Ich schreibe Euch diesen Brief,

weil ich keine Lust mehr habe, mit Euch zu reden. Ich will jetzt nur noch ein paar Dinge aussprechen und festhalten. Dadurch wird nichts besser, aber es wird einiges klarer. Und nur noch darauf kommt es mir an.

Vor ein paar Wochen war ich In einer sogenannten alternativen Kneipe. An den Wänden Plakate über Chile, El Salvador, Iran, ein Solidaritätsaufruf für die inhaftierten Genossen von der IRA, auf dem Klo in die Wand geritzte Sprüche, darunter auch diesen „Wir sind diejenigen, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben!“ – Toll, dachte ich, die sind noch auf die Irrtümer ihrer Alten stolz.

Ihr bildet Euch viel darauf ein, ganz anders als Eure Eltern zu sein. Ihr habt, so scheint es, etwas geschafft, was vor Euch noch keiner Generation gelungen ist: Ihr wollt mit dem Stamm, von dem Ihr gefallen seid, nichts zu tun haben.

Vor ein paar Tagen habe ich in der TAZ ein Interview mit ein paar Punks der fortschrittlichen Art gelesen. Auf die Frage: „Was habt ihr für einen Begriff vom Faschismus?“ antwortete einer der etwa 20 Jahre alten Jugendlichen! „Ich hab’ keinen Juden ins KZ gesteckt, ich hab’ auch keinen Polen erschossen, ich hab’ da echt nichts mit zu tun, das war mein Vater oder mein Großvater. Ich mach’ auch meine Großmutter oder meine Vorfahren nicht für den Dreißigjährigen Krieg verantwortlich…“ Ein anderer Punk schlug daraufhin die Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart: „Früher haben se Juden vergast, heute werden die Leute in Stammheim abgeknallt.“

So platt und so dumm klingt es nicht aus jedem alternativen Mund. Aber diese beiden Sätze stecken genau den Rahmen ab, in dem sich auch Euer historisches Bewußtsein entfaltet: Mit Eurer Geschichte habt Ihr „echt nichts mit zu tun“, und was Eure Eltern mit den Juden angestellt haben, kommt Euch allenfalls dann in den Sinn, wenn Ihr darüber klagt, wie schlecht einige Gruppen in der Gesellschaft heute behandelt werden. Dann sind die Frauen oder die Studenten oder die Schwulen „die Juden von heute“; die Schamlosigkeit solcher Vergleiche fällt Euch ebensowenig auf wie die Tatsache, daß Ihr Euch mit solchen Konstruktionen in die unmittelbare Nachbarschaft von Strauß, Stoiber und Kohl bringt, die es passend finden, die Anti-Strauß-Kampagne mit der Hetze des Stürmer gegen die Juden gleichzusetzen. Auch Ihr mißbraucht Millionen von Toten für Eure tagespolitischen Geschäfte, auch Euch sind alle Maßstäbe abhanden gekommen, so Ihr überhaupt jemals welche gehabt habt.

Ich könnte Euch ein paar mildernde Umstände zugute halten: Eure Eltern haben Euch allein gelassen, das wenige, was Ihr über Eure Geschichte wißt, habt Ihr zufällig aufgeschnappt. Ihr könnt Euch von Vater und Mutter so viel distanzieren, wie Ihr wollt, und so abfällig über Eure Erzeuger sprechen, wie Ihr nur könnt – Ihr bleibt dennoch die Kinder Eurer Eltern. Nur in Eurem bewußten Verhalten, also dem Bereich, den Ihr kontrollieren könnt, habt Ihr Euch von Euren Eltern abgesetzt, je demonstrativer desto verkrampfter.

Was ich Euch zum Vorwurf mache, ist, daß Ihr den Zusammenhang von Ursache und Wirkung nicht erkennen wollt, wenn es um Euch selbst geht und daß Ihr so tut, als wäret Ihr die neuen Menschen: Unbelastet von dem Geruch der Küchen, aus denen Ihr kommt, hineingeboren in ein Vakuum, das erst mit Eurem Auftreten anfing, sich zu füllen. Daß Ihr aber in Euren Wiegen mehr aufgenommen habt als nur das Geräusch der Kinderrassel, daß Ihr nicht nur mit Milchbrei gefüttert worden seid, sondern auch mit den Vorurteilen und Vorlieben Eurer Mütter und Väter, mit deren Art zu denken und zu fühlen – dies ist ein Gedanke, von dem Ihr bis heute verschont geblieben seid.

Das „pathologisch gute Gewissen“ Eurer Eltern, die nichts gewußt und allenfalls mitgemacht haben, um Schlimmeres zu verhüten, dieses pathologisch gute Gewissen ist auch Euer politisches Startkapital: Auschwitz im Rücken, aber weder im Kopf noch im Herzen, erlaubt Ihr Euch heute Debatten darüber, ob die Vietnam-Flüchtlinge „richtige“ oder nur „Wirtschaftsflüchtlinge“ sind, die sich nicht am Aufbau des Sozialismus beteiligen wollen, und Ihr zählt die Dollarnoten und Goldbarren, die diese Menschen mitbringen, falls sie das Glück haben, die Flucht zu überleben. Solche Debatten hat’s hier schon mal gegeben, als es darum ging, ob man die reichen Juden gegen eine „Gebühr“ ausreisen läßt oder sie gleich umbringt.

Ihr habt den Rassismus Eurer Eltern geerbt und auf Eure speziellen Bedürfnisse hin zurechtgebogen. Nicht das „Was“ hat sich geändert, lediglich das „Wie“. Die Art, wie Ihr Euch mit der Dritten Welt beschäftigt, wie Ihr gute und schlechte Befreiungsbewegungen unterscheidet je nachdem, ob diese Befreiungsbewegungen Euren revolutionären Ansprüchen genügen; die Bereitschaft, Grausamkeiten zu verschleiern oder sogar propagandistisch zu fördern, wenn sie nur von Euren ideologischen Verbündeten an den richtigen Gegnern begangen werden, weist Euch als begabte Nachfahren jener aus, die in China die Boxeraufstände niedermachten und in Südafrika die Hereros liquidierten. Ihr macht Euch freilich die Finger selbst nicht mehr schmutzig, ihr treibt’ s vom alternativen Schreibtisch aus und an der revolutionären Theke.

Ich will mich hier nur mit einem Punkt Eures rassistischen Reservoirs beschäftigen, der mich speziell betrifft: Eurem Antisemitismus. Daß ein Linker, sozusagen von Natur aus, kein Antisemit sein kann, weil dies die Domäne der Rechten sei, das ist eine ebenso beliebte wie verlogene Ausrede, an die Ihr Euch klammert, die Generalabsolution, die Ihr Euch selbst erteilt, ein weiterer Beweis für die Dürftigkeit Eures historischen Wissens. Ich wette: mit den Namen Slansky und Rajk könnt Ihr nix anfangen und die Ärzteprozesse 1953 (Stalins antisemitische Kampagne kurz vor seinem Tod im März 1953, d. Red.) haltet Ihr wahrscheinlich für eine Fortsetzungsserie über den Konflikt zwischen Hackethal und der Schulmedizin.

Wieso kann ein Linker eigentlich kein Antisemit sein? Sind Linke denn per se die besseren Menschen? Verprügeln Linke nicht auch ihre Frauen und diskriminieren Schwule? Euer Rassismus fängt schon bei der Überschätzung Eurer eigenen Moral an. Sicher, Ihr schmiert keine Hakenkreuze an die Mauern und von jeder „Juda verrecke!“-Parole könnt Ihr Euch leicht distanzieren. So primitiv seid Ihr nicht – auch den Mitarbeitern der Zeitschrift Das Reith waren die Pöbeleien des Stürmer peinlich. Euer Antisemitismus ist von subtilerer Art, durch Euer Bewußtsein veredelt und Eurem politischen Umfeld angepaßt Ich will Euch an ein paar konkreten Beispielen erklären, was ich meine.

Vor rund zwei Jahren, Ende 1978, veranstaltete die Westberliner „Galerie 70“ eine Ausstellung zum Thema Neonazismus. Während der mehrwöchigen Ausstellung fanden in der Galerie regelmäßig Diskussionen statt. Bei einer dieser Diskussionen war ich dabei, es ging um neonazistische Vorfälle an Westberliner Schulen. Etwa 150 Lehrer, die meisten von ihnen in der GEW organisiert, berichteten über ihre Erfahrungen mit rechtsextremen Schülern und bemühten sich um eine „Einschätzung“ des faschistischen Potentials unter Jugendlichen. Im Laufe dieser Diskussion sprach eine junge Lehrerin – sie war vielleicht 30 Jahre alt – diese Sätze: „Die Jugendlichen wehren sich auch dagegen, daß sie falsch informiert werden. Es ist doch so gewesen, daß die KZs in erster Linie Arbeitslager waren, wo Rüstungsgüter billig hergestellt wurden und erst gegen Ende des Krieges, als die Niederlage absehbar war, fingen die Nazis mit der Vernichtung der Juden an. Heute wird der Holocaust als zionistische Propaganda benutzt, um die Existenz des Staates Israel zu rechtfertigen.“

Mir blieb einen Moment lang die Luft weg, das hörte sich an, wie aus der Nationalzeitung vorgelesen. Ich schaute mir die Lehrerin an, eine junge Frau mit hennaroten Haaren, dezent alternativ gekleidet, und dachte: „Die muß jetzt gleich noch was sagen, so kann sie das doch nicht gemeint haben…“ Aber sie hatte es genauso gesagt, wie sie es gemeint hatte. Und das tollste war: Niemand widersprach ihr! Keiner der rund 150 Lehrer stand auf und sagte: „Mädchen, entweder du redest Unsinn oder du willst uns hier auf die Probe stellen, aber auf so was fallen wir nicht rein …“ Nichts passierte, es wurde weiter über rechtsextreme und faschistische Haltungen bei den Schülern gesprochen. Ich verließ die Galerie mit der sicheren Überzeugung im Kopf und im Bauch: Wenn dies die Garanten einer antifaschistischen Erziehung sind, dann braucht die Wiking-Jugend von sich aus nichts zu tun, diese Pauker sind ihre besten Helfershelfer.

Im Sommer 1980 nahm ich an einer Diskussion beim Hamburger Literaturtubel teil. Auf ein nicht besonders wichtiges Statement. von mir meldete sich ein junger Mann zu Wort, sagte, er wäre vollkommen meiner Meinung, er kenne auch meine Arbeiten, hätte da aber ein Problem mit mir: Als Verbündeten im antifaschistischen Kampf schätze er mich sehr, nur als Zionisten könnte er mich nicht akzeptieren, mit meiner Einstellung zum Staat Israel sei er überhaupt nicht einverstanden. Ich sagte nichts. Ich hätte keine Lust, diesen Jungen auch nur zu fragen, wie denn ein Jude sein müsse, damit er ihn heute akzeptieren könne. Dieser Antifaschist tat genau dasselbe, was schon seine Eltern getan hatten: Er bestimmte, wie er sich den Juden wünschte, um mit ihm etwas anfangen, um ihn für seine Zwecke instrumentalisieren zu können. In diesem Moment beschloß ich, den antifaschistischen Kampf jenen zu überlassen, die ihn am meisten nötig haben.

Ich habe, wie Ihr vielleicht wißt, ziemlich lange über ein Thema gearbeitet, das Euch besser angestanden hätte: den Neonazismus. Ich habe seit über zwei Jahren kein Wort und keine Zeile mehr darüber verloren, weil ich gemerkt habe, daß diese Auseinandersetzung mehr verschleiert als enthüllt. Von Hakenkreuzschmierern und Adolf-Hitler-Fans, die noch jeden 20. April feiern, kann sich in diesem Lande jeder guten Gewissens absetzen, Franz Josef Strauß ebenso wie Ihr. Die Empörung über solche fossilen Äußerungen des Nazi-Geistes schafft Luft und verstellt zugleich die Optik auf das faschistische „alter ego“ in Herrn und Frau Jedermann, auch in Euch. Ein Hakenkreuz an einer Hausmauer, eine SS-Rune an einer Bushaltestelle, ein „Juden raus!“ an einem jüdischen Geschäft sind Anachronismen, geradezu nostalgisch anmutende Formen des Ressentiments. Ihr hingegen seid ganz auf der Höhe der Zeit. Gerhard Zwerenz zum Beispiel schreibt ein Stück ausgerechnet über einen jüdischen Haus- und Grundbesitzer, weil es in diesem Land bekanntlich an arischen Vertretern dieser Gattung mangelt; im Frankfurter Häuserkampf hat die Tatsache, daß es gegen jüdische Spekulanten ging, eine maßgebliche Rolle gespielt. Ist alles schon mal dagewesen: Als die großen Warenhäuser noch im jüdischen Besitz waren, ging die Parole von der „Warenhausseuche“ um, auf Flugblättern, in denen zu „Volks-Versammlungen“ geladen wurde, hieß es: „Es kam der Jude und setzte dem deutschen Kaufmann die Warenhäuser vor die Nase, er vernichtete ihm mit der marktschreierischsten Reklame die Existenz, er nahm dem Handwerker das Brot, er zog jedem Gewerbetreibenden den Hals zu…“ Als dann die Warenhäuser arisiert wurden, regte sich niemand mehr darüber auf, daß sie die Existenz der kleinen Geschäfte genauso gefährdeten wie vorher unter ihren jüdischen Besitzern. Ein Glück, daß der Verfall von Kreuzberg nicht auf das Konto von Juden geht, nicht auszudenken, wie Euch das beflügeln Hielten sich Eure Eltern noch an die Devise „Die Juden sind unser Unglück!“ (beziehungsweise „Die Juden sind an allem schuld!“), so habt Ihr, mangels vorhandener jüdischer Masse, diesen Grundsatz ein wenig abgewandelt. Bei Euch heißt es nur noch: „Das Jüdische ist schuld!“ Im Oktober 1979 veröffentlichte ich in konkret eine Geschichte („Ich bin ein. Chauvi“), in der ich meine Vorliebe für vollbusige Frauen erklärte: „Jeder Busen ist eine Provokation, jeder Hintern eine Herausforderung.“

„Ich bin ein Chauvi“ war einerseits durchaus ernstgemeint, andererseits aber auch eine ironische Provokation gegenüber den immer mehr sich ausbreitenden „Softis“, die den ganzen Tag damit beschäftigt sind, ihr Rollenverhalten zu hinterfragen, und die ihre Solidarität mit der Frauenbewegung dadurch demonstrieren, daß sie sich zum Pinkeln hinhocken. Man tut in Deutschland gut daran, zu jeder Satire gleich eine Ausführungsbestimmung mitzuliefern, andernfalls man einen Aufstand der Studienräte riskiert, der leibhaftigen und auch der verhinderten. In diesem Fall liefen nicht nur einige Dutzend konkret-Leserinnen und vor allem Leser brieflich Amok (ich hatte auf keine meiner „politischen“ Geschichten jemals ein so massives Echo), es erhob auch ein linker Linienrichter seine Stimme, um mir mein Bewußtseinsdefizit um die Ohren zu schlagen.

Hermann P. Piwitt versicherte einen Monat nach mir in konkret auch er habe „nichts gegen Arsch und litten, wen macht das nicht verrückt?“, geißelte aber „typisch männliche“ Züge an mir: „Der Hochmut und die Verachtung für den Sexualpartner, an dem nur das Fleisch interessiert“. Piwitt nannte mich in einem Satz mit dem Dichter Bukowski („… ein ziemlicher Dreckhaufen“), was mir geschmeichelt hätte, wenn er nicht als dritte Horrorgestalt nach Broder und Bukowski auch den Frauenmörder Honka aufgereiht hätte. En passant ging Piwitt auch auf die Frage ein, von welcher „Weltanschauung Broder verhunzt worden ist“ und kam ganz schnell auf „eine sprichwörtlich patriarchalische, nämlich jüdische Erziehung…“

Es wäre müßig, Piwitt faktisch zu korrigieren und ihn darauf hinzuweisen, daß die jüdische Erziehung, in der er die Ursache für mein Chauvi-Sein sieht, mitnichten „sprichwörtlich patriarchalisch“, sondern viel mehr von der Mutter bestimmt ist und der Vater in der jüdischen Familie die Gebete zelebriert, aber sonst wenig zu sagen hat; weswegen auch jeder jüdische Junge, der etwas auf seine Erziehung hält, ein Leben lang mit dem Ödipus- Komplex herumläuft. Auf eine solche Auffüllung der Piwittschen Wissenslücken kommt es nicht an; Piwitt ging es nicht darum, etwas über die jüdische Erziehung zu sagen, sondern darum, für ein Verhalten von mir, das ihm nicht paßt, das Charakteristikum „jüdisch“ verantwortlich zu machen, koste es, was es solle.

Das antisemitische Syndrom ist von seinem Gegenstand vollkommen unabhängig. Nicht das Verhalten des Juden zählt, sondern das Bedürfnis des Antisemiten, das, was ein Jude tut, negativ zu besetzen. Weswegen ein Antisemit immer etwas findet, wo er sich einhaken kann. Ein besonders tolles Ding in dieser Beziehung hat sich vor Jahren Klaus Rainer Röhl geleistet. In einer Glosse über Henry Kissinger schrieb er, Kissingers hervorragende körperliche Verfassung sei zurückzuführen auf „jahrtausendealte gesunde koschere Ernährung“, speziell „Knoblauch“. Röhl, der Schmock von der Elbchaussee, hat keine Ahnung, daß Knoblauch mit koscherer Ernährung nicht zu tun hat, aber wo von einem Juden die Rede ist, da reagiert der Antisemit wie ein Pawlowscher Hund auf die Glocke, und Knoblauchduft (oder besser: Gestank) steigt in seine arisch gradlinige Nase. Ich halte solche Reaktionen deswegen für so aussagestark, weil sie vegetativ ablaufen; das Es triumphiert über das Ich, da kann auch der aufgeklärteste Intellektuelle mit seinem Bewußtsein nix anfangen. Er stolpert in eine Falle, die er sich selbst gestellt hat und die er dennoch nicht sieht.

Emma, die Zeitschrift von Frauen für Frauen, brachte zum Papstbesuch in der Bundesrepublik einen Offenen Brief an den reisenden Stellvertreter. Darin ging es um die Sünden der katholischen Kirche an den Frauen. Und mitten in diesem Offenen Brief, völlig unvermittelt, heißt es auf einmal: „Wenn man eines aus dem Talmud lernen kann als Christ, dann doch dieses Dankgebet: ‚…gepriesen sei, der mich nicht zur Frau machte!“ Unbewußter Etikettenschwindel Dieser Einschub folgt derselben Logik bzw. Unlogik wie die Piwittsche „jüdische Erziehung“ oder die Römische „koschere Ernährung“. Das Zitat steht nicht im Talmud, sondern stammt aus einem Morgengebet, für jüdische Männer. Daß eine Quelle nicht stimmt, kann schon mal passieren. Aber wie kommt die Verfasserin ausgerechnet auf den Talmud? Der Talmud spielt seit jeher in der antisemitischen Propaganda eine zentrale Rolle. Er ist, aus der Sicht der Judenhasser, sozusagen das Hauptbuch der jüdischen Gemeinheiten. Würde man all das zusammenstellen, was angeblich im Talmud steht, käme dabei ein Werk vom mehrfachen Umfang der Encyclopaedia Britannica heraus. Die Autorin des Papst-Briefes wird irgendwann mal irgendwas Negatives über den Talmud mitgekriegt haben und assoziiert ihn nun mit jüdischer Misogynie. Als gäbe es in der katholischen Kirche nicht genug Beispiele für die Diskriminierung der Frau, von der Hexenverfolgung bis zum Marienkult, muß sie auf ein jüdisches Exempel zurückgreifen. Und dazu eins, das die Beweislast nicht mal trägt.

Ich möchte jetzt nur noch wissen, wie nichtjüdische Männer an ihren Chauvinismus und ihre Frauenverachtung kommen, wo sie weder eine patriarchalische jüdische Erziehung genossen haben, noch jeden Tag dem Herrgott dafür danken, daß er sie nicht zur Frau gemacht hat.

Nun macht Ihr die Juden nicht nur für alles Mögliche und Unmögliche verantwortlich, Ihr könnt einfach nicht von den Juden lassen. Daß Aufklärung, Arbeiterbewegung und Assimilation Auschwitz nicht verhindert haben, macht Euch nicht stutzig. Und daß Ihr Euch heute wieder mit uns beschäftigen müßt, liegt natürlich an den Juden und nicht an Euch. Ihr merkt nicht einmal, daß Ihr wie ein in Schlamm und Geröll steckengebliebener Zug an genau der Stelle weitermacht, an der Eure Eltern aufhören mußten mit ihrem gescheiterten Versuch, das Weltjudentum aus der Welt zu schaffen. Die Endlösung der Judenfrage setzt Ihr nun mit ideologischen Mitteln fort; es geht Euch, wie allen Antisemiten vor Euch, um dieselbe Sache: Die Juden sollen aufhören, Juden zu sein, erst dann seid Ihr bereit, sie zu akzeptieren.

Und wenn Ihr meint, daß Ihr deswegen keine Antisemiten seid, weil Ihr Euch selbst nicht als Antisemiten definiert, dann sage ich Euch: Es wäre nicht das erste Mal, daß die Angaben auf der Verpackung nicht mit dem Inhalt übereinstimmen.

Euer Etikettenschwindel mag Euch selbst nicht bewußt sein, aber das spricht nicht gegen seine Existenz sondern, im Gegenteil, für die große Effizienz dessen, was Ihr verinnerlicht habt. Allerdings haben Eure Eltern so gründliche Arbeit geleistet, daß Euer antisemitisches Potential sozusagen freischwebend vagabundiert. Woran soll es sich festmachen, seit Hermann Tietz (Hertie), Ullstein und Mosse arisiert sind und leider auch feststeht, daß Iwan Herstatt kein Jude ist? Die paar jüdischen Hausbesitzer und Spekulanten, die Euch ins Auge fallen, geben nur kurzfristig was her.

Aber Gott sei Dank gibt es da noch den Über-Juden, den Staat Israel, um den Ihr Euch mit einer Verbissenheit kümmert, als hättet Ihr sonst nix zu tun. Euer Antizionismus ist nichts anderes als eine von links her aufgemotzte Variante des Antisemitismus: gleiche Logik, gleiche Methodik, gleiches Vokabular, nur „Jude“ gegen „Zionist“ ausgetauscht. Und daran hat sich nichts geändert. Ich muß nicht die Israel-Berichterstattung der UZ, der Roten Fahne, der Neuen, der TAZ usw. analysieren, ich muß nicht zum x-ten Male beweisen, daß an Israel ganz andere Maßstäbe angelegt werden als an einen Nicht-Juden, es genügen schon die kleinen Erfahrungen und Beobachtungen, die ich täglich mache.

Ich besuche einen sehr netten älteren Prof in Berlin. Eine Sozialarbeiterin, die Gefangenenhilfe macht, kommt dazu, wir werden einander vorgestellt. „Sind Sie der Broder, der nach Israel gehen will?“ – „Ja.“ – „Sagen Sie mal, wie kann ein Linker nach Israel gehen?“ – „Eine gute Frage, gnädige Frau, ich werde sie Ihnen beantworten, wenn Sie mir sagen, wie ein Jude nach Auschwitz in Deutschland leben kann. Damit war das gegenseitige Abfragen zu Ende. Ich hatte keine Lust auf eine Debatte. Ich hätte die junge Frau aber vielleicht doch fragen sollen, wie ein Linker in der Bundesrepublik leben kann, ohne tagtäglich mehr kotzen zu müssen, als er essen kann, in einem Land, das sich einen ehemaligen SA-Mann als Präsidenten leistet, in dem zahllose Massenmörder frei herumlaufen und in dem das demokratische Bewußtsein der Massen von der Höhe der Inflationsrate abhängt. Diese Frage wäre sicher unfair gewesen, man kann die Linken nicht für das Umfeld, in dem sie ihre Vergeblichkeit erleben, verantwortlich machen. Aber daß ein Linker – mal unterstellt, ich wäre einer – nach Israel geht, ist ein Vorwurf, an dessen Berechtigung es offenbar keinen Zweifel gibt, Konkret, ein politisches Magazin, in dem ich viel veröffentlicht habe, brachte in der November-Ausgabe 1980 die Anzeige eines „Verlags für ganzheitliche Forschung“ in 2251 Wobbenbüll. Name und Programm des Verlages riechen schon aus der Ferne nach Blut und Boden, unter den angebotenen Titeln ist auch dieser: „Roland Bohlinger, Rassismus in Israel? Unser heißestes Eisen. Verwirklicht Israel, was dem Dritten Reich zum Vorwurf gemacht wird?“ Dies ist, in einer linken, entschieden antifaschistischen Zeitung, ein echter Fortschritt. Dem Dritten Reich wird nur noch etwas „zum Vorwurf gemacht“, es gibt da sozusagen einen gewissen Tatverdacht, aber die Tat, die dem Dritten Reich vorgeworfen wird, findet in Israel statt. Ich habe die konkret-Leute auf diese Anzeige angesprochen, und es war ihnen sehr peinlich. Sie sei „irgendwie reingerutscht“, keiner habe aufgepaßt und es käme nicht wieder vor… Schön und gut, aber kann sich jemand vorstellen, daß eine Buchanzeige, in der zum Beispiel vom „sowjetischen Völkermord in Afghanistan“ die Rede wäre, auch so unbemerkt ins Blatt hätte rutschen können?

Abends in einer Hamburger Kneipe, eine Hunde von Journalisten, Autoren, Uni- Menschen. Es wird über Faschismus und die Folgen geredet. Ein stadtbekannter linker Theoretiker namens Oberlercher, ein erklärter Antifaschist, sagt: „Das einzige, was die Juden aus ihrer Verfolgung gelernt haben, ist, wie man selber Leute verfolgt.“  Die gleiche Situation ein paar Tage später in einem Göttinger Lokal, diesmal eine Runde von liberalen Juristen, darunter auch einige engagierte Richter. Von der Rolle der Justiz im Dritten Reich kommt einer von ihnen auf den Holocaust-Film. „Da kann ich mich an die Schlußszene gut erinnern“, sagt er, „der jüngere Sohn der Familie Weiß sagt zu seiner Freundin: Wir gehen jetzt nach Palästina ’ und sie sagt darauf: ‚Aber da sind doch schon Menschen“, worauf er sagt: ‚Da müssen: die eben etwas zusammenrücken‘, und seitdem ‚machen die Israelis mit den Arabern dasselbe, – was die Nazis mit den Juden gemacht haben. – Einer aus der Firma Freislers Erben schaut sich den Holocaust-Film an und die Szene, die ihm am besten in Erinnerung bleibt, ist eine, die er braucht, um die Juden mit den Nazis gleichzusetzen. Sonst hat ihn an diesem Film offenbar nichts beeindruckt. Ich kann es nachvollziehen, wie Ihr auf diesen obszönen Vergleich „Israelis gleich Nazis“ und „Palästinenser gleich die Juden der Israelis“ kommt. Das ist Eure historische und psychologische Entlastungsoffensive. Nicht, daß Ihr ein Schuldbewußtsein gegenüber den Juden hättet, warum denn auch, Ihr habt doch keinem Juden ein Haar gekrümmt; aber ein gewisses Unbehagen habt Ihr doch, da stimmt was nicht mit Euren Eltern.

Die meisten von Euch haben sich nie mit ihren Eltern über deren Vergangenheit auseinandergesetzt. In den Familien wurde darüber nicht gesprochen und wenn Ihr mal Fragen gestellt habt, dann wurde Euch das Fragen verboten. Antworten habt Ihr nie gehört und wenn, dann bestenfalls: „Wir haben von nichts gewußt“ oder „Was hätten wir denn schon tun können…“

Und es könnte doch sein, Ihr wißt es, daß der Vater die Jahre, über die er nicht spricht, nicht an der Front mit dem Knacken von Russenpanzern, sondern im Warthegau bei Einsatzgruppen verbracht hat, die hinter den deutschen Linien das Land von Juden und Zigeunern säuberten.

Es könnte doch sein, daß die Mutter auf dem hübschen Photo aus dem Jahre 1942 ein Kleid, trägt, das mal einer Jüdin gehört hat, die es nicht nach Auschwitz mitnehmen durfte.

Und wenn der Vater tatsächlich „nur“ an der Front war (wobei Ihr bedenken müßt, daß die KZs nur so lange arbeiten konnten, wie die Front hielt) und die Mutter das Kleid selbst genäht hatte, dann schulden sie Euch zumindest Aufklärung darüber, was sie sich gedacht haben, als die Cohns und die Blums von nebenan plötzlich verschwunden waren.

Ich verstehe, Ihr habt es nicht leicht mit einer solchen Hypothek im Rücken. Da sind wir, die Kinder der Verfolgten, leider besser dran. Und so verschafft Ihr Euch Erleichterung, indem Ihr die Auseinandersetzung, die Ihr mit Euren Eltern nie geführt habt, nie führen könntet, auf die Opfer Eurer Eltern übertragt. Es funktioniert: Die Juden-sind die Nazis, die Palästinenser sind die Opfer der Juden, und Eure Eltern sind aus allem heraus (und Ihr auch), sie haben ‘sozusagen mit sich selber nichts mehr zu tun. Ihr könnt ihnen wieder ins Gesicht schauen, denn Ihr wißt jetzt, wo die Nazis sitzen, die es hier ja nie gegeben hat.

Aber das ist noch nicht alles. Außerhalb Eurer familiären Problematik gibt es noch etwas, wovon ich schon gesprochen habe: Wer von Euch hat als Kind keine Horror- und Schauergeschichten über „den Juden“ gehört, der an allem schuld ist? Am Kapitalismus, am Kommunismus, an der Inflation, der Arbeitslosigkeit, den hohen Zinsen, den niedrigen Zinsen, der Pornographie, dem Krieg, dem Schandfrieden – an allem, womit der Antisemit nicht fertig wird und wofür er einen Sündenbock braucht. Und von diesem Sündenbock könnt Ihr nicht lassen. Ihr braucht ihn wie ein Süchtiger seinen Stoff, und da hilft keine Willensbekundung, kein Etikettenschwindel („Wir haben nichts gegen Juden, nur gegen Zionisten“); nur eine schmerzhafte Entziehungskur, aber dazu seid Ihr nie gekommen, weil Ihr genauso wie Eure Eltern zu keiner Trauerarbeit fähig seid und Euch statt dessen nicht verantwortlich erklärt für die deutsche Geschichte: „Ich hab’ keinen Juden ins KZ gesteckt, ich hab’ auch keinen Polen erschossen…“

Euer Jude von heute ist der Staat Israel. So wie Eure Eltern meinten, ohne die Juden ginge es ihnen viel besser, meint Ihr, ohne Israel gäbe es im Nahen Osten keine Konflikte. Es gibt keinen arabischen Staat, der nicht mit wenigstens einem anderen Staat in der Region permanent Zoff hätte: Ägypten mit Libyen, Libyen mit Tunesien, Algerien mit Marokko, Marokko mit Mauretanien, Jordanien mit Syrien, Syrien mit Irak, Irak mit Kuwait, Südjemen mit Nordjemen. Aber für Euch ist Israel der einzige Störenfried der Gegend, das einzige Hindernis zu Frieden und Sozialismus.

Ich will nicht sagen, daß Israel nicht kritisiert werden soll. Israels dumme, kurzsichtige, teilweise katastrophale Politik muß kritisiert werden. Aber wer ist es, der da aufsteht und sich über Israel empört? Über die Siedlungspolitik, über die Verletzung der Menschenrechte in den besetzten Gebieten, über die soziale Benachteiligung der israelischen Araber? Es sind dieselben, die die sowjetische Besatzung Afghanistans gutheißen, das bekanntlich den Bestand der Sowjetunion bedroht hat; die nicht mal wissen, daß Tibet von China besetzt gehalten wird, die Pol-Pots Terrorregime in Kambodscha für eine revolutionäre Volksregierung hielten und über drei Millionen Tote hinwegsehen. Es sind dieselben, die Begin einen Terroristen nennen, die vor jedem Despoten, sei es nun Idi Amin, Ghadaffi oder Chomeini, Honeurs machen, wenn er sich nur mit dem Etikett „antiimperialistisch“ schmückt; dieselben, die es einen Dreck interessiert, wie die Kurden in der Türkei langsam, aber sicher kulturell endgelöst und im Iran und Irak zu Hunderten massakriert werden; die vom Völkermord in Äthiopien noch nie was gehört haben und die über die anhaltende Sonderbehandlung der Zigeuner in der Bundesrepublik hinwegsehen.

– Was bildet Ihr Euch eigentlich ein? Wo nehmt Ihr Eure Arroganz her? Den halben Tag seid Ihr mit Sprücheklopfen beschäftigt, den anderen halben Tag damit, die richtigen „Einschätzungen“ zu suchen. Aus keinem politischen Schaden werdet Ihr klug. Die Entwicklung in China hat Euch total überrollt, so schnell konntet Ihr Eure ewig gültigen Standpunkte nicht revidieren, wie die Pekinger Volkszeitung den Kurs wechselte. Der Krieg zwischen den irakischen und den persischen Revolutionären hat Euch die Sprache verschlagen. Zur Einführung der Vorbeugehaft in Indien fällt Euch genausowenig ein wie zu den dortigen Rassenunruhen, die Tausende von Menschenleben kosten. Daß im Iran Homosexuelle, Ehebrecherinnen und Prostituierte staatlich ermordet werden, rührt Euch nicht an.

Euer freischwebendes Sympathiepotential für die Völker der Dritten Welt wandert von Kontinent zu Kontinent, um-sich mal hier, mal da für eine Weile abzusetzen. Im Augenblick ist es El Salvador, vor einem Jahr war es Rhodesien, im Jahr davor Timor.

Und wenn im kommenden Frühjahr die Karottenhosen nicht mehr modern sind, werdet auch Ihr etwas Neues für den fernrevolutionären Gebrauch entdeckt haben, vielleicht eine Befreiungsfront, welche die Antarktis vom Packeis befreien will.

Es gibt in Eurem wechselnden Repertoire nur einen Dauerbrenner: Palästina. Kein Stück Land ist Euch näher, kein Volk liegt Euch mehr am Herzen, kein Konflikt brennt Euch mehr auf den Fingernägeln. Euer Interesse an den Palästinensern hat nur einen einzigen vitalen Grund: daß es Juden sind, von denen sie unterdrückt werden. Nur darauf kommt es an, dies ist der Motor, der Euch antreibt, Ihr würdet an die Palästinenser sonst keinen Gedanken verschwenden, sie sind für Euch nur die Alibikulisse, vor der Ihr Euer antisemitisches Programm aufführt. Auch das läßt sich beweisen. Kein Linker hat sich empört, daß es junge Deutsche waren, Nachkriegskinder, die in Entebbe eine Selektion jüdischer Passagiere durchführten. Ihr habt Euch erst aufgeregt, als ein israelisches Kommando die Geiseln befreite. Da habt Ihr Kondolenztelegramme an „Seine Exzellenz Idi Amin“ geschickt und die „Verletzung der staatlichen Souveränität Ugandas“ aufs schärfste verurteilt. Als ob „staatliche Souveränität“ für Linke was Heiliges wäre. Die Verletzung der staatlichen Souveränität war Euch denn auch egal, als ein deutsches Terrorkommando die BRD-Botschaft in Stockholm überfiel.

Es ist das alte Spiel, das Ihr mit immer neuen Varianten aufführt: Juden wird weniger erlaubt als anderen, aber es wird ihnen mehr zugemutet: daß sie sich schlagen und demütigen lassen, daß sie allenfalls klagen, aber nicht zurückschlagen. Und wenn sich Juden so benehmen, wie es andere schon, immer getan haben, dann schwillt Euch der Kamm, das könnt ihr nicht haben, ob es nun ein jüdischer Hausbesitzer in Frankfurt ist oder ein israelisches Kommandounternehmen in Afrika.

Als Brigitte Schulz und Thomas Reuter vom israelischen Geheimdienst in Kenia gekidnappt und dann in Israel versteckt gehalten wurden, dann war das eine schlimme Geschichte, vorbei an Recht und Gesetz, unabhängig davon, ob die beiden Deutschen tatsächlich versucht hatten, eine El-Al-Maschine abzuschießen oder nicht. Da habt Ihr getobt und geschäumt über diesen „zionistischen Coup“. Als aber bekannt wurde, daß in Argentinien mindestens zwei Dutzend Deutsche, meist Entwicklungshelfer, spurlos verschwunden waren, als die Pfarrerstochter Elisabeth Käsemann in Argentinien von staatlichen Stellen ermordet wurde, da waren Eure Reaktionen – gemessen an Schulz/ Reuter in Israel – recht moderat. Es waren. ja auch keine Juden, gegen die sich Eure Wut richten konnte. Alles schon mal dagewesen: Wenn in Polen oder Rußland irgendwo zur Pessach-Zeit ein kleines Kind verschwand, war es allen klar: Die Juden brauchten wieder Christenblut zum Matzenbacken. Meist gab es darauf ein Pogrom. Die christlichen Totschläger waren dann immer furchtbar enttäuscht, wenn das „geschächtete“ Kind wieder auftauchte oder sich herausstellte, daß für sein Verschwinden ein arischer Täter verantwortlich war. Noch heute werden Ritualmordgeschichten in Polen mehr geglaubt als die Verlautbarungen Heiligabend 1980, ich höre im WDR 2 Nachrichten. Die Top-Meldung kommt aus Rom: „Christen und Moslems haben nach Ansicht von Papst Johannes Paul II., die Pflicht zur Zusammenarbeit, um Freiheit für Jerusalem zu erreichen und die Heilige Stadt allen religiösen Gruppen zurückzugeben.“

Ich will nicht darauf eingehen, was die Institution, die der Papst personalisiert, zwischen Heiligabend 1939 und Heiligabend 1944 für den Frieden und die Beendigung des Genozids an den Juden getan hat; ich will nur, in aller Demut, daran erinnern, daß kein Papst bis zum Jahre 1967, dem Sechs-Tage-Krieg also, dazu aufgerufen hat, „die Heilige Stadt allen religiösen Gruppen“ zu öffnen; bis dahin waren nämlich die Juden die einzige religiöse Gruppe, die keinen freien Zugang zu ihren heiligen Stätten hatte. Heute, da Jerusalem unter jüdischer Souveränität den Gläubigen aller Konfessionen offen steht, meint der katholische Oberhirte dazu aufrufen zu müssen, „Freiheit für Jerusalem“ zu erreichen. Und das Schlimmste: niemand empört sich, niemand schreit auf.

Das antijüdische Ressentiment scheint fast, wie der Freß- und Sexualtrieb, eine anthropologische Grundkonstante zu sein. In jedem Fall ist es der kleinste gemeinsame Nenner der abendländischen Kultur, auf den sich so gut wie alle verständigen können, vom Vatikan bis zum Kreml; da schwingt Ihr im selben Rhythmus wie der Herr Karol Wojtyla (Papst Johannes Paul II). Und Ihr habt noch etwas mit ihm gemeinsam: die völlige Gleichgültigkeit gegenüber Fakten. Die Ritualmordgeschichten waren durch Fakten ebensowenig zu widerlegen wie die von der zaristischen Geheimpolizei verfaßten „Protokolle der Weisen von Zion“, ein Klassiker der antisemitischen Propaganda. Ihr geht, wenn es Euch in den Kram paßt, mit Tatsachen genauso freihändig um.

Ihr habt von nix eine Ahnung, aber zu allem einen fertigen Spruch parat. Ihr wißt nicht, daß Israel genauso viele Juden aus arabischen Ländern aufgenommen hat, wie 1948 Araber aus Palästina geflohen sind; Ihr redet von Palästina und meint den schmalen Wüstenstreifen, das Gebiet von Israel, Gaza und die Westbank. Ihr wißt nicht, daß auch das Gebiet östlich des Jordan historisch ein Teil von Palästina ist und erst im Jahre 1922 von den Briten an die haschemitische Dynastie, aus der auch König Hussein stammt, „abgetreten“ wurde. Ihr wißt auch nicht, daß König Husseins Großvater, Abdullah, für ein friedliches Zusammenleben von Juden und Arabern eintrat und, deswegen, im Jahre 1947 von arabischen Terroristen umgebracht wurde. Ihr wehrt alles ab, was Euer präfabriziertes Ressentiment, erschüttern Während ich diese Geschichte schreibe, erscheint, die Januar-81-Ausgabe von Emma. Auf der Schlußseite die Vorschau auf „die nächste Emma“, unter den angekündigten Themen auch dies: „Palästina: Ingrid Strobl war vor Ort.“ Wo war Frau Strobl? In Palästina. Sie flog von Frankfurt nach Tel Aviv, fuhr von dort quer durch Israel nach Jerusalem, traf in Ost-Jerusalem ihre PLO-Freunde. Für Emma gibt es kein Israel mehr, die zweite Phase der Endlösung ist offenbar bereits beschlossene Sache und nur noch eine Frage der Zeit.

Ich habe Alice Schwarzer gefragt, was sie sich bei dieser Ankündigung gedacht habe, worauf mir Alice Schwarzer sagte, sie habe sich nichts dabei gedacht, mit der Gedankenlosigkeit etwas entschuldigend, was erst durch sie schlimm wird: wie selbstverständlich der Un-Gedanke einer Vernichtung jüdischer Existenz bereits wieder geworden ist, so selbstverständlich, daß man sich nichts mehr dabei denkt.

Von „Palästina“ wieder in Köln zurück, verkündete Frau Strobl, die Juden hätten in Palästina nichts zu suchen, das sei doch eine absolut alberne Geschichte, nur weil irgendwelche Hebräerstämme vor zweitausend Jahren dort mal gelebt hätten… Ich versuchte erst gar nicht zu erklären, daß es historische, religiöse und metaphysische Bindungen gibt, die sie möglicherweise nicht nachvollziehen kann, die aber für andere eine Rolle spielen. Ich zog mich auf ein einfacheres Argument zurück und sagte, wir hätten es zweitausend Jahre ohne einen Staat versucht und dabei reichlich schlechte Erfahrungen gemacht; worauf. Frau Strobl, ein Doktor der Philosophie, mir erwiderte, dann sollten wir es mit dem jüdischen Staat woanders versuchen, vielleicht in Bayern, aber die Palästinenser in Ruhe lassen, die hätten uns nichts getan…

An dem Satz ist was dran. Tatsächlich bezahlen die Palästinenser einen Teil der Zeche, für die Frau Strobls Eltern, pars pro toto gesprochen, verantwortlich sind. Aber an dieser Front hält Frau Strobl still, statt dessen empfiehlt sie den Israelis, sich aus Palästina zu verpissen.

Immerhin ist Frau Strobl in ihrem Ressentiment ehrlich. Sie gibt zu, daß es ihr nicht um irgendwelche besetzten Gebiete geht, Westbank, Gaza, Golan; für sie. wäre Israel auch dann ein Besetzerstaat, der aufgelöst gehört, wenn er sich auf das Stadtgebiet von Tel Aviv beschränken würde. Es geht ihr nicht um einen gerechten Ausgleich im Nahen Osten, nicht darum, daß beide Seiten, Israelis und Araber nachgeben und einen Modus vivendi finden, wenn, sie nicht miteinander draufgehen wollen; es geht ihr, und mit ihr vielen deutschen Linken, ums Prinzip: Es darf keinen jüdischen Staat geben. Dies ist der prospektiven Endlösung schon fest gebuchter zweiter Teil. Während Eure Mütter und Väter über Auschwitz so zur Tagesordnung übergegangen sind, als wäre ein verregneter. Sommer gewesen, während deutsche Gerichte über die „Echtheit“ des Tagebuches von Anna Frank befinden und die rechte Propaganda nicht nur das Tagebuch, sondern die ganze Judenverfolgung für eine Fälschung erklärt, während Jugendliche, die zur Regierungszeit von Ludwig Erhard geboren wurden, schon darüber witzeln, wie viele Juden in einen VW- Aschenbecher passen, engagiert Ihr Euch dafür, den Staat Israel aufzulösen und setzt damit, wenn auch mit anderen Mitteln, die Arbeit von Adolf Eichmann fort. Wer 40 Jahre nach Auschwitz einem jüdischen Staat das Existenzrecht abspricht beziehungsweise – nicht ganz so direkt – politische Lösungen anstrebt, die auf eine Vernichtung Israels hinauslaufen, sollte wissen, worauf sein Engagement zielt. Und er sollte auch wissen, daß er seine Hände nicht in Unschuld wird waschen können, wenn…

Ich bin am Ende. Am Ende dieser Geschichte, am Ende meiner Wut, und auch am Ende mit Euch, meine linken Freunde. Ich will nicht mehr an Eurer Dumpfheit leiden, ich will Euch nicht mehr erzählen, was Eure Eltern Euch verschwiegen haben, ich will Euch nicht kritisieren und nicht aufklären, ich will nicht mehr Euer antifaschistischer Bedarfsjude sein

– ich will mit Euch nichts mehr zu tun haben.

Dies ist die erste Geschichte, die ich in der Wir/Ihr-Form geschrieben habe. Noch vor einem Jahr hätte ich so was nicht gemacht. Aber es geht nicht anders, obwohl ich weiß, daß ich einigen von Euch Unrecht tue: dem einen Uwe und dem anderen, dem Manfred und dem Detlef, der Barbara und der Hilde, dem Peter und dem Hanno, dem Günter und dem Gerhard und bestimmt noch ein paar anderen, die mir grad nicht einfallen. Früher kannte jeder Deutsche wenigstens einen anständigen Juden. Heute kenne ich ein paar, anständige Deutsche.

So ändern sich die Zeiten.

 

http://www.zeit.de/1981/10/ihr-bleibt-die-kinder-eurer-eltern

 

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Antisemiten sind mir egal

Von Maxim Biller   DIE ZEIT Nº 41/2014            18. Oktober 2014

 

 

In Deutschland kommt es neuerdings zu offenen Hassausbrüchen gegenüber Israel. Warum kann die Gesellschaft einfach nicht genug kriegen von ihrer Abneigung gegen die Juden? Warum müssen immer ausgerechnet sie für den Abbau von Urängsten herhalten?

Nichts ist so langweilig wie Antisemitismus, jedenfalls für Juden. Ihr regiert die Welt, hören sie von den Nichtjuden seit zweitausend Jahren, auch wenn noch nie einer von ihnen römischer Kaiser oder US-Präsident gewesen ist. Eure Religion nervt, sagt man ihnen, weil ihr sie mit niemandem teilen wollt, und obwohl die meisten von euch nicht religiös sind, fühlen sie sich trotzdem als Juden, was zum Teufel bedeutet das? Ihr seid besser im Bett als wir und nehmt uns unsere Frauen weg. Ihr könnt mit Geld so gut umgehen, wie wir es auch gern könnten. Ihr seid so verdammt klug, weil ihr seit hundert Generationen keine Analphabeten seid, ein uneinholbarer Vorsprung. Und betrunken seid ihr auch nie – kann es sein, daß ihr deshalb immer alles unter Kontrolle habt?

Und kann es sein, denken die Juden, daß ihr Nichtjuden langsam anfangen könntet, ein anderes Lied zu pfeifen, während ihr zitternd durch den dunklen Wald des Mittelalters, der Neuzeit und Aufklärung, der europäischen Weltherrschaft und ihres Niedergangs geht und so eure Angst vor jeder technischen, moralischen und politischen Veränderung vertreiben wollt?

Nein, das können sie nicht. Nichtjuden können nicht genug kriegen von ihrer monomanen und sehr monotonen Abneigung gegen die Juden, und interessant und nicht langweilig daran ist nur, warum ausgerechnet immer die Juden für den Abbau ihrer Urängste herhalten müssen – eine Frage, die schon lange keiner mehr stellt, was aber gerade in Zeiten von Jakob Augsteins Gaza-Kolumnen, von Kreuzberger IS-Rappern, glimmenden französischen Synagogen und Erdoğans exhibitionistischem Judenekel nicht unwichtig wäre. Offenbar haben sich nach dem kleinen Sechs-Millionen-Schock alle längst wieder damit abgefunden, daß Juden gefährlich leben. Die Juden auch?

Der erste und einzige Fehler der Juden war es wahrscheinlich, daß sie die Idee der Moral in die Welt gebracht haben. Bis heute nerven sie die Nichtjuden damit, daß sie vor allen anderen auf dem lebensbejahenden und ziemlich anstrengenden Gegensatz zwischen Gut und Böse, menschlich und unmenschlich, Humor und heute-show bestanden haben. Dabei haben die Christen immer noch nicht verwunden, daß sie selbst irgendwie auch Juden sind, aber in der schlechteren, softeren und in ungezählten Gottes- und Raubkriegen korrumpierten Jesus-Heuchel-Variante. Und daß ihr Religionsstifter damals, kurz vor Ostern 33, eigentlich nur gegen die alten, satten Nomenklatura-Rabbis rebelliert hat und ein besserer Jude sein wollte als sie, was sie aber überhaupt nicht interessierte, verletzt seine Anhänger bis heute, denn welches Kind will schon von den Eltern, die es kritisiert, für immer ignoriert werden. Ja, und die Muslime? Die hatten die Idee mit dem einen einzigen good cop, bad cop-Gott erst eineinhalbtausend Jahre später als die Juden, darum können sie einfach nicht aufhören, sauer auf sie zu sein.

Und wie kam der Antisemitismus nach Deutschland zurück, in das Land, das wie kein anderes seine Pogrom-Geschichte durchleuchtet hatte, um für immer aus ihr zu lernen? Er ist, in seiner neuesten, antizionistischen Verpackung, natürlich ein Geschenk der 68er. Die Erklärung dafür ist ganz leicht, wird aber logischerweise verschwiegen. Viele, sehr viele von ihnen hatten als junge Wehrmachtssoldaten, Waffen-SS-Novizen und Hitlerjungen, als Journalisten, Künstler und Akademiker die schönsten, schrecklichsten, prägendsten Jahre ihres Lebens gehabt. Wie sollten sie auf einmal keine Halb- oder Ganznazis mehr sein? Sie kämpften dennoch aufrichtig gegen ihre nationalsozialistische Erziehung, sie wurden Pazifisten, sie forderten von der autoritären Adenauer-CDU mehr Demokratie, sie lasen Eugen Kogon, Hannah Arendt und Primo Levi, und sie wollten, daß nicht nur in ihrem Land, sondern auf der ganzen Welt ab sofort das totale Paradies ausbricht. Doch die Metaphysik von den blut- und geldgierigen jüdischen Intelligenzbestien, die ihnen tausend Jahre lang eingetrichtert wurde und an die ihre Eltern und Verwandten auch ohne Hitlers Einflüsterungen geglaubt hatten, saß zu tief in ihren Herzen und Köpfen. Man mußte viele der SDSler, KBWler und älteren Stern-Redakteure bloß einmal betrunken erleben. Je länger der Abend dauerte, desto mehr klangen sie wie die Gäste der Baronesse Batthyány, kurz bevor sie ihre kleine Rechnitzer Schlossparty unterbrachen, um zu ihrer Zerstreuung 180 jüdische Zwangsarbeiter wie Kaninchen zu erschießen.

Was sollten aber die armen 68er und ihre 78er-Apostel mit diesem schönen, hässlichen, metaphysischen Haßgefühl anfangen, wenn sie nüchtern waren? Juden gab es, Eichmann sei Dank, nach dem Krieg kaum noch in Deutschland, und als guter, formvollendeter Antifaschist durfte man ohnehin nicht gegen sie sein. Zum Glück gab es Israel. Es gab den Sechstagekrieg, den alte, aufrechte Nazis und Wehrmachtsoffiziere als Hommage an alle deutschen Blitzkriege seit 1870/71 feierten, was offenbar automatisch bewies, daß alle Israelis ebenfalls Militaristen, Imperialisten und totalitäre Herrenmenschen waren. Und es gab palästinensische Araber, denen es in den Augen der neuesten deutschen Weltenretter wegen Israel mindestens so schlecht ging wie den Vietnamesen und Lateinamerikanern wegen der Yankees, die Papa in der Normandie den Arsch versohlt hatten. Und plötzlich – Überraschung! – hatten also auch die 68er ihren Juden gefunden, Israel, was erst mal keine große Neuigkeit wäre, denn über diesen witzigen Twist der Geschichte sprechen und schreiben Dan Diner, Henryk Broder und andere Linksrenegaten, seit sie mit ihren Genossen Schluß gemacht haben, oder die mit ihnen. Neu und gar nicht langweilig ist eher die Erkenntnis, daß sich die Vereinheitlichungsmaschine Deutschland von der fast sadistisch autoritären 68er-Bewegung nicht nur zu so guten, selbstverständlichen Sachen wie Gleichberechtigung der Frauen, Abschaffung des antihomosexuellen Paragraphen 175, Umweltschutz oder behindertengerechten Straßenbahnen inspirieren ließ, sondern auch zum Antisemitismus-Surrogat „Israelkritik“.

Was vor dreißig Jahren nur von Linken behauptet wurde – daß Israel ein aggressiver, übermächtiger, quasifaschistischer Staat mit einer Blut-und-Boden-Ideologie von gestern sei –, ist heute pseudoliberaler Mainstream, und je weiter die CDU unter Angela Merkel nach links rutschen wird, desto schneller werden auch die Schwarzen die triebbefreienden Wonnen des Israel-Bashings genießen dürfen. Bevor es so weit ist, bevor sich dieser modernisierte antijüdische Mythos in wilhelminischem Maßstab durchsetzt, kann man sich bereits anschauen, was die Süddeutsche Zeitung, das hunderttausendfach gelesene Zentralorgan des narzißtischen deutschen Linksreaktionärs, zu diesem Thema seit Jahren druckt: antisemitische Karikaturen von Israel als messerschwingendem Monster und Mark Zuckerberg als allmächtiger Krake, Günter Grass’ ungereimte Wandschmierereien, in denen er Israel beschuldigt, den Weltfrieden (darunter macht es der doppelzüngige Waffen-SS-Veteran nicht) zu bedrohen, Gastbeiträge offener oder verdeckter Hamas-Sympathisanten und vor allem Dutzende Israel-ist-an-allem-schuld-Kommentare aus der eigenen Redaktion. Nachdem sich am 14. September fünftausend zumeist alte, erschöpfte russische Juden vor dem Brandenburger Tor getroffen und ein paar traurige Wir-sind-Deutschland-Schilder hochgehalten hatten, um zu zeigen, daß sie gern den Rest ihres Diasporalebens in Frieden zu Ende führen würden, schrieb die SZ-Korrespondentin Constanze von Bullion triumphierend, es gebe doch sowieso fast keine Juden mehr in Deutschland, warum die Aufregung. Statt mit ihnen herumzudemonstrieren, solle man lieber darüber nachdenken und diskutieren, warum ausgerechnet die armen, vom Leid der Gazakinder geschüttelten deutschen Muslime den Juden den Zyklon-B-Tod wünschen. Sie weiß, als ahnungslose, aber nicht naive 68er-Epigonin, natürlich am besten, warum: weil „sie selbst am Rand stehen“. Da sind sie wieder, die Araber als Opfer und die Judenisraelis als verlogene, kalkulierende Opferdarsteller. Und da ist er auch, mein alter Verdacht, daß die herzliche Allianz der Nazis mit dem Großmufti von Jerusalem, dem ersten Palästinenserführer und fanatischen Hitler-Verehrer, mehr Spuren in der Kollektiv-DNA der Deutschen hinterlassen hat, als sie es selbst vielleicht wissen.

Hatte ich schon gesagt, daß mir Antisemiten egal sind? Ja – aber die Juden nicht. Und die tun gerade etwas, das ich wahnsinnig komisch finde, weil es mich daran erinnert, daß bis heute in jeder Berliner und Londoner Synagoge am Sabbat für den deutschen Präsidenten und die Queen gebetet wird, keine Ahnung, was das bringen soll. Viele, sehr viele Juden betonen neuerdings – offenbar schwer beeindruckt von der seit dem Gazakrieg zunehmenden Ghettoisierung Israels durch die nichtjüdischen Staaten, inklusive einer verräterischen Kauft-nicht-bei-Zionisten-Politik –, daß die Diaspora, daß das fremde, nichtjüdische Land, in dem sie leben, ihr Zuhause ist, also auf keinen Fall Israel, und daß sie sich ihr Deutschland, ihr England, ihr Amerika nicht wegnehmen lassen. Dieter Graumann, der gar nicht so unwitzige, unkluge Chefimpresario der deutschen Juden, hat bei der tristen, dadaistischen Anti-Antisemitismus-Demo vor dem Brandenburger Tor dieselbe Mimikry-Pose eingenommen. Da stand er, unterstützt von der noch fest zu den Juden stehenden deutschen Staatsspitze, und sagte tapfer, wie unangenehm ihm die Hep-hep-Rufe der Radikalmuslime von Essen und Berlin seien. Und dann fügte er ganz im Ernst hinzu, die Juden würden sich trotzdem nicht einschüchtern und von ihrem Vorhaben abhalten lassen, ein neues, blühendes Gemeindeleben in Deutschland aufzubauen. Solche Reden haben jüdische Funktionäre seit dem babylonischen Exil schon tausendmal gehalten, aber genützt hat es ihnen auf Dauer trotzdem nie.

Das mit Deutschland war der komische Teil von Graumanns Adam-Czerniaków-Monolog. Traurig und absurd wurde es, als er über Israel sprach. Er sagte: „Wir Juden stehen zu Israel.“ Er fuhr fort, die Juden würden sich nicht von Israel distanzieren, damit man sie weniger hasse, obwohl er nicht verstehe, was Gaza und der neueste antisemitische Fieberschub miteinander zu tun hätten. Und er faßte zusammen: „Wenn wir das Gefühl haben, daß Israel ungerecht behandelt wird, dann erwacht sofort unser Beschützerinstinkt.“ Politisch geschickter und unauffälliger kann man sich gar nicht von Israel abwenden! Wer sagt, daß er sich nicht von Israel distanziert und daß er zu Israel steht, sagt zugleich, daß er selbst nicht Israel (und Israeli) ist und damit bloß nicht verwechselt werden will. Und wer dann auch noch als Jude meint, er müsse Israel wie einen armen, schwachen Verwandten beschützen, hat entweder etwas nicht verstanden – oder er hofft, daß die begriffsstutzigen Gojim auf diesen Trick hereinfallen, was ich ja noch am besten finden würde. Denn in Wahrheit ist es genau andersherum: Israel beschützt die Juden, alle Juden, und zwar vor allem und gerade die, die nicht in Israel leben, also auch Dieter Graumann – und mich.

Ich war das erste Mal als halbinteressierter Zwölfjähriger in Israel, mit meiner Mutter und meinem Vater, und obwohl wir damals kaum Geld hatten, machten wir sogar eine Flugzeugtour nach Eilat und in den Sinai. Seitdem war ich fast jedes Jahr dort, so machen es fast alle Juden, aber inzwischen hänge ich immer nur in Tel Aviv herum, dem wahren New York. Mit fünfzehn fuhr ich ohne meine Eltern hin. Es war eine von der Zionistischen Jugend Deutschlands organisierte Reise, ich wurde zu meinem Schrecken als bester Teilnehmer ausgezeichnet, bekam einen Israel-Führer geschenkt und wollte danach ein paar Jahre lang Alijah machen und Offizier in der israelischen Armee werden. Daraus wurde nichts. Stattdessen wurde ich, weil das Leben oft das Drehbuch zu einem Film schreibt, den man gar nicht sehen wollte, jüdischer Journalist und Schriftsteller in Deutschland.

Würde ich anders denken und schreiben, wenn es Israel nicht gäbe? Ja, natürlich, und vielleicht würde ich gar nicht schreiben. Denn ohne Israel, ohne das Wissen, daß ich jederzeit ins Flugzeug steigen, mir am Ben-Gurion-Flughafen einen israelischen Paß holen und mit dem wahnsinnig stressigen Rattenrennen des israelischen Alltags beginnen kann, würde ich als Autor nie so risikobereit sein, wie ich finde, daß ich es sein muß, damit der Leser wissen will, was ich zu erzählen habe.

Ich kann es noch genauer sagen: Ich betrachte und beschreibe die Welt zuerst immer als Jude, als selbstsicherer, netter, aggressiver, gut angezogener und noch besser gelaunter Jude, so wie Uwe Tellkamp die Welt als Deutscher betrachtet, Miranda July als Amerikanerin, Karl Ove Knausgård als Norweger, denen man das aber nie vorwerfen würde, und daß meine autobiographische Besessenheit so viele Deutsche – ob 68er oder nicht – nervt, bringt mich auf immer neue Ideen.

Und noch etwas genauer gesagt: Ich muß mich, weil israelische Soldaten wochenlang Hamas-Tunnel zuschütten und dabei ihr Leben riskieren, aber auch, weil sie beim Beschuß von Gaza Zivilisten töten, beim Schreiben keine Sekunde lang verstellen – so wie es früher die meisten jüdischen Autoren in Deutschland taten, Franz Kafka natürlich ausgenommen, darum war er ja auch so gut. Sie gaben, aus Angst und Berechnung, entweder ihr Judentum ganz auf, wie Rudolf Borchardt oder zeitweise Heine. Oder sie blieben irgendwie Juden, aber wollten irgendwie auch Deutsche sein, so wie der ewig berlinernde Kurt Tucholsky, dessen Selbstmord ein Eingeständnis dieser verfehlten Anpassungsstrategie war. Oder sie schrieben zwar viel und gern und offen über Juden, aber im falschen, hohen, süßlichen, pathetischen, erlösungsheischenden Ton des Neuen Testaments, so wie Joseph Roth, der am Ende sicherheitshalber auch noch zum Katholizismus übertrat, aber das hat später im Himmel sowieso keiner gemerkt. Sein Hiob, finde ich, hat mit Judentum so viel zu tun wie ein Schinkenbrot.

Und weil ich also nur wegen Israel genau der sein kann, der ich bin, verstehe ich mich als Zionist. Urzionist, Neozionist, Salonzionist, Zionist mit menschlichem Antlitz, wie immer man dazu sagen will. Ich, ein deutscher Staatsbürger und Steuerzahler, bin darum auch gar nicht beleidigt, wenn man mich fragt, warum mein Premierminister so ein Idiot ist, und Benjamin Netanjahu meint, obwohl diese Frage eigentlich nur ein Antisemit stellen würde, aber manche Sachen sind eben widersprüchlich und kompliziert, und diese hier gehört noch zu den durchschaubareren. Denn natürlich ist der ferngesteuerte Ehemann von Sara Netanjahu für mich und meine Sicherheit verantwortlich, in einem viel existenzielleren, praktischeren, aber auch ideelleren Sinn als Angela Merkel, natürlich haben der fast hundertjährige Nahostkrieg und ich sehr viel miteinander zu tun. Und natürlich bin ich der Meinung, daß man mit mir, dem in Deutschland lebenden und schreibenden Juden, über Israel sprechen können muß, darf, soll, als wäre ich auch Israeli, denn ich sitze bei diesem Krieg, seit ich zwölf Jahre alt bin, auf der israelischen Seite des Schützengrabens und hoffe, im Gegensatz zu den meisten deutschen Friedenskämpfern, aufrichtig, daß er endlich einmal zu Ende geht.

Gibt es aber überhaupt eine vernünftige Art, über den arabisch-jüdischen Konflikt zu sprechen? Wenn man als Nichtjude nach dem Antisemiten-Methadon „Israelkritik“ süchtig ist, natürlich nicht. Als Jude und Israeli kann man bei dem Thema ebenfalls ziemlich versagen, womit ich nicht nur Amok laufende jüdische Westbank-Siedler oder den diplomatischen Herrn Graumann meine. Ich meine auch Männer wie Assaf Gavron, den jungen israelischen Romancier, oder Sam Harris, den amerikanischen Neurologen, Religionskritiker und Publizisten. Gavron fleht tatsächlich die böse Boykottiert-Israel-Fraktion an, ihn und andere linke Israelis beim Kampf gegen die gewalttätige israelische Gesellschaft zu unterstützen, das ist das typische Kapitulations- und Stress-Syndrom. Harris – er ist nicht der einzige US-Jude, der so denkt – will Israel am liebsten als jüdischen Staat abschaffen. Und noch besser fände er es, wenn sich alle Juden gleich ganz für Amerika entscheiden würden, wo es ihnen, wie er meint, doch schon immer so gut gegangen sei. Das, sagt er, sei eine „glaubwürdigere Alternative, als irgendwo einzumarschieren und anderen Leuten ihr Land wegzunehmen“.

Ja, stimmt, richtig, genau – die Juden haben Palästina erobert. Sie haben dort seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Land gekauft und annektiert. Sie haben aus Staub und Schlamm Felder und Plantagen gemacht. Sie haben Banken gegründet und eine eigene Armee, die bis heute umsichtiger ist als jede andere Armee, die ich kenne, aber nie umsichtig genug. Sie haben Dörfer und Städte gebaut, wo früher keine waren, sie haben genau gewußt, daß dort, wo sie endlich Ruhe von den Gojim haben wollten, auch wieder welche waren, sie haben die Araber Palästinas ignoriert, respektiert und manchmal auch mißhandelt und davongejagt – und trotzdem hatten sie nach den zweitausend endlosen Jahren zwischen ihrer eigenen Vertreibung aus Palästina durch die Römer und dem Holocaust keine andere Wahl. Wer nicht mehr von den Soldaten und Polizisten seiner Feinde herumgestoßen und umgebracht werden will, braucht seine eigenen. Das sage ich – sorry wegen der Wiederholung –, weil sie auch auf mich aufpassen, während ich gerade in Berlin-Mitte sitze und diesen Text schreibe.

Welches Volk im friedlichen, freien Europa oder in Nordamerika lebt heute auf einem Gebiet, das immer schon seins war? Ich weiß keins. Alle, aber wirklich alle Staaten wurden auf den Knochen von Menschen errichtet, die vorher da waren, und so gesehen, finde ich, haben sich die jüdischen Eroberer in Palästina mindestens so anständig verhalten wie die Sachsen in England, die Amerikaner in Kalifornien, die Deutschen östlich der Elbe. Und sie haben zum Glück seit dem Unabhängigkeitskrieg 1948 militärisch fast nie etwas falsch gemacht, darum sind sie immer noch dort. Aber jetzt ist es langsam genug mit der Töten-um-nicht-zu-sterben-Strategie der frühen Zionisten und späteren Staatsgründer und Armee-Wunderkinder. Was seit 1948 jedes Mal funktioniert hat – ein paar Juden setzen sich immer wieder gegen eine schier unüberschaubare, hundertmillionfache arabische Übermacht durch –, hat zwei Nachteile. Erstens: Es korrumpiert die israelische Gesellschaft, es macht sie nervöser, größenwahnsinniger, ängstlicher und läßt allmählich jeden einzelnen Israeli zu einem typischen Diasporajuden ohne Diaspora werden, was eigentlich nicht der Sinn des ganzen zionistischen Projekts war. Und zweitens: Es funktioniert militärisch auf Dauer nicht.

Aber was könnte der Trick sein, um mit dem ewigen Kämpfen, Töten und Besetzen endlich aufhören zu können? Verhandeln mit den Dschihadisten? Natürlich nicht, denn der geliebte, kalkulierte Selbstmord ist deren Spezialität. Alle Araber abschieben? Entschuldigung, wir sind hier nicht in der Tschechoslowakei von 1946, als über zwei Millionen Deutsche gehen mußten, damit sie nie wieder Ärger machen. Oder vielleicht einfach nur wie ein zerstrittenes Paar nach vierzig Jahren Ehe gemeinsam zum Therapeuten gehen? Ich habe noch nie gehört, daß das etwas gebracht hätte.

Israel hatte in seiner Geschichte Dutzende, Hunderte Frauen und Männer, die visionär und pragmatisch genug waren, um zu wissen, wie man sich – als zweite verspätete Nation der postnapoleonischen Zeit nach Deutschland – aus dem Nichts einen eigenen, starken, hochzivilisierten Staat erschafft. Aber leider ist bis jetzt noch kein einziger israelischer Politiker, General, Schriftsteller oder Philosoph aufgetaucht, der gewußt hätte, wie man diese Wirklichkeit gewordene politische Phantasmagorie nun vor dem gar nicht so unmöglichen Verschwinden wieder bewahrt.

Einmal dachte ich kurz, Schimon Peres könnte so jemand sein. Er wollte in den achtziger Jahren den Nahen Osten zusammen mit den Palästinensern in eine verrückte, kreative New-Economy-Zone verwandeln, in eine kleine EU, denn er kam zu dem einzigen richtigen Schluß, nur Geld und Wohlstand würden alle in der Gegend friedlich und lieb machen, und daß während des Gazakriegs im Westjordanland keine Intifada ausbrach, hatte vor allem damit zu tun, daß seine Bewohner inzwischen genug Geld verdienen, um Angst zu haben, es durch jahrelange Unruhen wieder zu verlieren. Wohlstand macht aus fast jedem einen Pazifisten, genau.

Leider wurde nichts aus dem Schimon-Peres-Plan. Leider war das Ganze offenbar nur das Gerede eines alten, verbrauchten Parteipolitikers, dessen große Zeit schon immer vorbei war, noch bevor sie begonnen hatte, und ich und alle anderen pragmatischen Israelis und Juden müssen darum weiter auf einen neuen Ben Gurion oder eine neue Golda Meïr warten, die die Europäer und Amerikaner dazu überreden werden, ein so gigantisches und kluges Wirtschaftsaufbauprogramm für Gaza zu entwickeln, daß einem der Marshallplan wie der Mittagessenszuschuss in der Berliner TU-Mensa vorkommen wird.

Taucht eine solche Frau, ein solcher Mann noch rechtzeitig auf? Bestimmt. Und wenn dann Juden und Palästinenser wie Lamm und Wolf zusammenliegen, wenn kein Krieg mehr Israel bedroht, wenn die Antisemiten ihr wichtigstes Thema verloren haben, dann wenden sie sich, um sich nicht zu langweilen, bestimmt wieder den Diasporajuden zu. Kein Problem – denn Israel gibt es dann immer noch.

 

http://www.zeit.de/2014/41/juden-deutschland-antisemitismus/komplettansicht

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German Leftist selfie 2014

 Antisemitismus in deutscher Psychoanalyse

 

Von Julian S. Bielicki

 

 

Aus meiner Email an einen deutschen Professor für Psychoanalyse:

 

Lieber Herr Professor,

 

danke für Ihre offenherzigen Zeilen. Ich bin immer daran interessiert, zu erfahren wie es wirklich ist, deswegen bin ich für Ihre Mitteilung dankbar und möchte Ihnen ebenso offen antworten:

 

1)           Sie schreiben: „Was ich am allerwenigsten verstehe: Ich bilde mir ein die Forschungsliteratur zum Antisemitismus ganz gut zu überblicken. Aber es wird nie wirklich thematisiert was es damit auf sich hat daß ein „Volk“ oder wie auch immer über mittlerweile 5000 Jahre es schafft die Nachbarn immer und immer wieder gegen sich aufzubringen, und wenn diese sie nicht ins Ghetto bringen, dann sich selber einzumauern.“ Dieser Satz hat die gleiche Qualität wie wenn Sie schreiben würden: „: „Was ich am allerwenigsten verstehe: Ich bilde mir ein die Forschungsliteratur zur Gewalt gegen Frauen ganz gut zu überblicken. Aber es wird nie wirklich thematisiert was es damit auf sich hat daß die Frauen, oder wie auch immer über mittlerweile 5000 Jahre es schaffen, daß die Männer immer und immer wieder sie vergewaltigen.“ Daß Sie dabei den Begriff „Volk“ in Anführungszeichen setzen, ist bedeutsam.

 

2)  Sie schreiben: „Ich habe nie das Bedürfnis gehabt an Israel irgendwas „gut machen zu müssen“. Ich kann nichts dafür was vorige Generationen   angerichtet haben. Ich fühle insofern auch keine „Schuld“.“ Das höre ich oft und frage, ob derjenige sich freut, wenn die Deutsche Fußballmannschaft ein Spiel gewinnt, und wenn derjenige „ja“ sagt, erkläre ich, daß ein „wir“ nicht selektiv sein darf, „wir haben im Fußball gewonnen“ aber „ich habe mit dem Judenmord nichts zu tun.“ Das ist nicht die Frage der Schuld, sondern der Verantwortung.

 

3)    Sie schreiben: „Für mich ist Israel ein Postkolonialstaat wie so viele andere, deren Grenzen aktuell neu verhandelt werden.“. Jeder Staat ist ein Postkolonialstaat, auch Deutschland geschaffen durch Karl den Großen, Otto I den Großen und weitere Herrscher. Und es geht nicht um „Verhandlungen“, sondern um permanente Bedrohung und Ermordung von Juden. Denn die Hamas nennt die Ermordung von Juden (nicht nur Israelis) explizit als ihr Ziel in ihrer Charta.

 

4)  Sie schreiben: „Ich vermute mal Israel verkürzt seine Lebensdauer durch die jetzigen Aktivitäten auf max. 10 – 15 Jahre.“. Nun, das wird sich noch zeigen, ich hoffe daß Sie und Ihre Frau länger als 10-15 Jahre noch gesund leben. Und falls Israel eines Tages nicht mehr existiert, dann haben Palästinenser, Iran und andere in der Antijüdischen Allianz das Werk vollbracht, das Ihr Großvater und seinesgleichen nicht zu Ende führen konnten.

Ich definiere Dummheit als Zustand, in dem jemand nicht weiß, was er wissen könnte. Was ich Ihnen heute schreibe, hätten Sie wissen können. Aber Sie wissen es nicht.

 

Sie geben in Ihrer Email platte antisemitische Klischees wieder.

Sie sind ein Antisemit.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau alles Gute, vor allem Gesundheit, ich möchte mit Ihnen jedoch nichts mehr zu tun haben, ich will mit dummen Menschen nicht kommunizieren. Antisemitismus ist keine Meinung, es ist ein Verbrechen.

Bitte antworten Sie mir nicht und schreiben Sie mir nicht mehr, nicht weil es Böse wäre, was Sie schreiben, sondern weil es dumm ist, was Sie schreiben. Ihre Familiengeschichte, Deutschland, Juden und Israel ist Ihr Problem, nicht meins, ich will mich mit Ihren Problemen nicht befassen. Angedachte gemeinsame Projekte sind hiermit hinfällig, Sie werden keine Emails mehr von mir erhalten.

 

Ihnen alles Gute und beste Grüße!

Julian S. Bielicki

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Frau Prof. Dr. med. Annemarie Duehrssen, eine Koryphäe der deutschen Psychoanalyse, gelangte vor allem deshalb zu Berühmtheit, weil sie dazu beitrug, die Psychoanalyse krankenkassenwürdig zu machen, schreibt in ihrem 1994 erschienenen Buch „Hundert Jahre Psychoanalyse in Deutschland“, die Zerschlagung der Psychoanalyse durch den Nationalsozialismus entspreche lediglich dem „Wunschdenkender aus Deutschland emigrierten Psychoanalytiker“. Es sei ein „Mythos, wenn die rückblickende Geschichtsschreibung die Vorstellung erweckt, daß eine blühende und durchsetzungskräftige Psychoanalytische Gruppe unvermutet vom Nationalsozialismus überfallen“ wurde. Statt dessen habe der Nationalsozialismus im „Geist der Aufklärung“ (sic!) dafür gesorgt, daß „der patriarchalische Zug, der die Psychoanalytische Gruppe so lange beherrscht hatte“, zurückging, und daß sich die Psychoanalyse von einer „kleinen elitären, verschworenen Sekte“ mit einer „spezifisch jüdischen Eigenart“ (sic!) befreien (!) konnte.
Duehrssen konstruiert die Freudsche Psychoanalyse als Wissenschaft der „jüdischen Stammesgenossen“, deren „talmudische Denkweise“ und „Gruppendynamik sich auf die Fortentwicklung der psychoanalytischen Wissenschaft noch immer nachteilig auswirkt.“ Aber nicht nur ein fortwirkender Schaden für den „Grundbestand psychoanalytischen Wissens“ sei auf „Freud und seine Anhänger“ zurückzuführen, sondern letztlich auch die Judenfeindlichkeit, die jene zur Emigration zwang. Deutsche Psychoanalytiker seien zuvor „von der jüdischen Gruppe beeinträchtigt“ worden. Die „im tiefsten Kern abschätzige Einstellung der Juden den Nicht-Juden gegenüber setzte sich im allgemeinen vor allem in jenen Gruppen durch, in denen die Juden an Zahl überlegen waren. Aus der Berliner psychoanalytischen Gruppe stammen jedenfalls einige Berichte von nicht jüdischen Mitgliedern, die diese Form von herablassender Beurteilung gespürt haben wollen.“ Solche von den Juden ausgehenden „Spannungen zwischen den Juden und den Gojim“ seien heute „keine bewußt reflektierte oder auch nur gekannte Erscheinung mehr“. Aber „in den Jahren, in denen Freud (. . .) sein Reich ausbaute, waren sie existent und wirksam.“ Duehrssens Schrift gegen das vermeintliche jüdische „Establishment unter den Psychoanalytikern“ und den „einheitlichen Judentypus“, der „auf sein tausendjähriges Reich“ hoffte, „das den Juden die Herrschaft über die Erde“ bringen würde, erschien bei Vandenhoeck und Ruprecht.  Es ist mir nicht gelungen, trotz vieler Versuche, irgendeine Diskussion darüber bei Psychoanalytikern zu entfachen, ich erhielt von keinem der von mir angeschriebenen Psychoanalytikern je eine Antwort, auch nicht in den Internetforen, in denen sie sich ansonsten sehr angeregt über Honorarfragen aufregen. Antisemitismus ist unter deutschen Psychoanalytikern und Psychotherapeuten ein Tabu und ihre Psychoanalyse ein totes Totem, außer wenn sie sich mit Vorliebe und Enthusiasmus lebhaft der sogenannten „Israelkritik“ widmen.

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Der Psychoanalytiker Dr.Michael Schroeter schreibt in der angesehenen
psychoanalytischen Zeitschrift „Psyche“:

„Das ‚Hier stehe ich, ich kann nicht anders‘ (…) bezeugt die protestantische Tradition (von C.G.Jung und den Seinen Anm.JSB) einer mehr individualistischen Gewissensbildung, zum Unterschied von einer mehr solidarischen, die für Juden typisch sein mag (von Freud und den Seinen. Anm.JSB). In alledem liegt eine soziologische Frage, die durch den mörderischen Mißbrauch, der mit ihr getrieben wurde, nicht eo ipso diskreditiert ist.
(Schroeter, Michael In:Freuds Komitee 1912-1914, PSYCHE 6, 1995, S.533)

Damit sagt Schroeter, daß Freud und andere Juden eigentlich kein Gewissen haetten, sondern sich opportun nach ihren jüdischen Gruppeninteressen verhalten hätten, dagegen steht C.G.Jung für den ehrlichen Arier. Hier finden wir das antisemitische Schema wieder, des verschlagenen Juden und des ehrlichen Ariers.

In alledem liegt eine soziologische Frage nach dem latenten Antisemitismus deutscher Psychoanalytiker, die ebenfalls nicht eo ipso diskreditiert ist.

http://www.jsbielicki.com/jsb-74.htm

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Bernd Nitschke ist ein einflußreicher Lehranalytiker, Supervisor und Dozent, Herausgeber und Publizist, eine linkische Koryphäe unter Psychoanalytikern in Deutschland.

gefunden in einem Text von

Dr. phil. Bernd Nitzschke
Diplom-Psychologe – Psychoanalytiker (DGPT)
Psychologischer Psychotherapeut

so stellt sich der Herr auf seiner Homepage vor. Er war mir bis heute voellig unbekannt. Als ich fuer Sandmonkey nach dem deutschen Text des Freud-Briefes an Chaim Koffler suchte, bin ich auf seinen Text gestossen: “Versoehnung – diesseits von Gut und Boese, Siegmund Freuds transkulturelles Erbe”. Die Lektuere irritierte mich so, dass ich mir den Text ausdruckte und etwas genauer anschaute.

Die Grundlage dieses Textes wurde nach den Angaben des Autors auf S. 22 in den ersten Tagen nach dem Attentat vom 11. September verfasst. Offensichtlich handelt es sich um einen weltanschaulichen Artikel und nicht um einen psychologischen Fachtext.

Schon in der Zusammenfassung wird Triebverzicht als Verzicht auf Rache spezifiziert. Dass die historischen Beispiele dafuer ausser in Freuds Lebensgeschichte ausgerechnet im “juedisch-palaestinensischen” Konflikt gesucht werden, scheint ein Verweis auf den angeblichen juedischen Rachegott zu sein, der spaetestens seit Martin Luther zum antisemitischen Repertoire gehoert.

Auffallend ahistorisch ist, dass Nitzschke das Begriffspaar “juedisch-palaestinensich” waehlt. Das Adjektiv “juedisch” wuerde eigentlich nach “arabisch” als Komplement verlangen. “Palaestinenser” war bis 1964 kein gebraeuchlicher Begriff fuer die arabischen Bewohner des britischen Mandatgebiets Palaestina. Im Gegenteil beanspruchten sie fuer sich “Araber” zu sein oder allenfalls “Syrer”, so dass “Palestinian” damals gerade signalisierte, dass Juden im Mandatsgebiet gemeint waren. Zum Beispiel wurde die heutige Jerusalem Post 1932 als Palestine Post gegruendet und erst 1950 umbenannt. Das Adjektiv “palaestinensisch” dagegen verlangt als Ergaenzung nach “israelisch”, da es den Staat Israel zum Zeitpunkt der PLO-Gruendung gab und die PLO ganz bewusst einen nationalen Konflikt als Kernpunkt ihrer Agenda ansetzte, vgl. die PLO Charter, im Besonderen Art. 6. Es waere interessant zu erfahren, aus welchem Grund Nitzschke gerade diese Kombination waehlt. Koennte es darum gehen, Juden allgemein (also auch Nicht-Israelis) in diesem Konflikt verwickelt zu sehen, aber andererseits die Beteilung der arabischen Staaten und Muslime weltweit am Konflikt auszublenden? Auf diese Weise boete sich zahlenmaessig ein ausgewogeneres Verhaeltnis dar, bei dem die Juden tendenziell in der Uebermacht waeren.

Auf Seite 2 stossen wir auf diese als absolute Wahrheiten formulierten Saetze:

Im wirklichen Leben denken Erniedrigte immer an Rache. Und wenn sie sich nicht selbst raechen – dann reichen sie ihr Gedaechtnis an die naechste Generation weiter.

Mir scheint, hier haben wir die Grundlage der negativen Erwartungshaltung von Deutschen gegenueber Israelis, auf die ich hier schon zu sprechen kam.

Wenn Erniedrigte gar nicht anders koennen, als an Rache zu planen oder die Rachegedanken an ihre Kinder zu uebergeben, dann muss das auch fuer die von Opfer der Nazi-Judenverfolgung gelten. Mindestens die Nachkommen von europaeischen Juden in Israel und anderswo muessten dann von Rachegedanken vor allem gegenueber Deutschen beseelt sein, also auch gegenueber von Dr. Nitzschke.

Angesichts all dessen, was ich bei Pat Santy (alias Dr. Sanity) ueber die verschiedenen psychischen Abwehrmechanismen gelernt habe, scheint es mir geradezu lachhaft, dass hier ein diplomierter Psychologe nur eine Reaktion auf Erniedrigung, aber die immer und bei jedem wirksam, kennen will. Ohne, dass ich wirklich etwas davon verstuende, scheint mir, dass das Beduerfnis nach Rache vor allem bei narzisstischen Stoerungen zu erwarten waere:

(…)

Some societies like what the Palestinians have currently, mostly view each child as a soldier of the Jihad–without individual goals or ambitions– and from an early age route the child into service to the state. By the time the child has grown up, they have little ambition but to do the will of the omnipotent state and/or Allah. In this case, the grandiose self is not eliminated, but purposefully subjugated to act out the violent priorities of the state. The narcissistic defect is perpetuated when these children grow up and, those who do not blow themselves up in an act of ultimate union with an evil god, go on to mother and father more fragmented and horribly impaired individuals.

In fact, throughout most of history, it has been the grandiose self that society has most tried to control. Either by eliminating it entirely; or chaining the energy it brings to the achievement of union with the omnipotent other.

(…)

Dr. Santy schreibt hier ueber die palaestinensische Gesellschaft. Ich halte dafuer, dass die psychischen Mechanismen in Nazideutschland nicht viel anders waren. Das Aufgehen in und das Einswerden mit dem allmaechtigen Staat, der Herrenrasse, dem Fuehrer, das passt doch alles auch. Und dann koennte auch das Weitergeben des narzisstischen Defekts an die naechste Generation vorgekommen sein. Vielleicht liegt hier eine Projektion von Nitzschke vor: Ein Rachebeduerfnis, das ihm vermittelt wurde, wird der gesamten Menschheit unterstellt.

Auf den Umgang von Nitzschke mit der Person Freuds gehe ich nicht ein, obwohl es auch da einiges zu sagen gaebe. Ich springe gleich zu “3 Versoehnung – diesseits von Gut und Boese”. Da dieser Ueberschrift auch dem gesamten Text vorangestellt ist, gehe ich wohl nicht fehl darin, hier die zentralen Aussage zu suchen.

Vorangestellt sind zwei Zitate, das erste davon:

“Bis zur Gruendung Israels 1948 waren die Palaestinenser, die Juden und die Christen Gleiche in einem Land.” Daniel Barenboim

Diese Aussage ist historisch voellig falsch, wie Nitzschke selber auf p. 15 belegt, als er auf das Massaker von Hebron 1929 zu sprechen kommt. Nun ist ein Musiker natuerlich nicht gerade die Quelle fuer historisch saubere Analysen. Barenboim hat fuer Nitzschke vor allem wohl den Vorteil, dass er Jude ist. Auf p. 18 betont Nitzschke ausdruecklich, dass Bernard Wasserstein ein juedischer Historiker ist. Nach meinem Empfinden handelt es sich hier um die Verwendung von Alibijuden, die selber ein Indiz fuer Antisemitismus ist.

Die Quellenangaben am Ende des Textes legen davon weiter Zeugnis ab:

Norman Finkelstein wird als Gewaehrsmann fuer den Konflikt im Nahen Osten und die 1. Intifada angegeben. Waehrend bei allen anderen Namen der Vorname ausgeschrieben wird, wird Finkelstein nur mit den Initialen N.G. identifisiert. Ich vermute, dass damit der Wiedererkennungseffekt etwas behindert werden sollte, denn Finkelstein kann unmoeglich als ernsthafter Historiker gehandelt werden, dagegen hat er einen eindeutigen Ruf als antisemitischer Alibijude.

An modernen, israelischen Historikern finden wir Moshe Zuckermann, Tom Segev und Benny Morris. Die beiden ersteren sind ebenfalls beliebte Kronzeugen fuer Antizionisten und Antisemiten, wenn auch weniger anruechig als Finkelstein. Morris dagegen wird von Nitzschke in die rechtsradikale Ecke gestellt, weil er sich unter dem Eindruck der sog. Al-Aksa-Intifada von solchen Positionen distanzierte, nachdem er lange ebenfalls Kronzeuge fuer sog. Pro-Palaestinenser war. Nitzschke unterteilt also in solche Juden, die seine Auffassung bestaetigen einerseits und rechtsradikale Juden andererseits… Ueber diese eigenartige Verschiebung der politischen Masstaebe, sobald sie auf Israel angewendet werden, schrieb ich hier schon.

Die Vorstellung, dass Juden aufgrund ihrer juedischen Abstammung unmoeglich in der Lage sein koennten, antisemitisches Gedankengut zu vertreten, ist tendenziell rassistisch. Antisemitismus ist nicht genetisch verankert, sondern wird kulturell weitergegeben. Bei Kenneth Levin “The Oslo Syndrome” habe ich genuegend Beispiele und Erklaerungen fuer Juden gefunden, die sich einer von Antisemitismus gepraegten Kultur nicht entziehen konnten oder wollten. Vor guten vier Jahren habe ich hier uebrigens ein Buch von Bernard Wasserstein besprochen.

Das zweite Zitat aus dem Kaufmann von Venedig

“Du nanntest mich einen Hund, bevor ich einer war; jetzt, da ich einer bin, nimm Dich in Acht vor meinen Krallen!”

verliert durch die Kombination mit Barenboims Zitat den urspruenglichen Sinn: Wenn es den Juden vor der Staatsgruendung genauso gut ging wie allen anderen, dann kann sich die “Hundwerdung” nur auf die Palaestinenser beziehen.

Nitzschke beginnt damit, dass er Religion an sich als regressive und latent faschistische Fiktion darstellt. Absolut-gut und absolut-boese gibt es nicht, wie er Freud sagen laesst und geht gleich einen Schritt weiter: Gut und boese sind auch als nicht-absolute Beurteilungen obsolet und zwar (die Oberflaechlichkeit ist atemberaubend!) wegen der ungleichen Vermoegensverteilung auf der Welt!

Auf S. 10f schafft es Nitzschke noch ein bisschen Bush-Bashing und Antiamerikanismus einzubauen. Auf S. 12 geht es dann weiter mit Anti-Zionismus. Nitzschke unterstellt, dass Israels Gruendung vor allem aufgrund biblischer Ansprueche erfolgt sei. Das ist natuerlich Bloedsinn, wie jede noch so oberflaechliche Beschaeftigung mit Herzl und der zionistischen Fruehzeit belegen kann. Nitzschke haelt fest: “Auf diesem politisch-religioesen Fundament laesst sich wohl ein Staat, aber keine Demokratie aufbauen.” Da Nitzschke von einer falschen Praemisse ausgeht, muss er nun wegdisputieren, dass Israel eine funktionierende Demokratie ist. Das tut er, indem er einen Artikel von Richard Chaim Schneider in der SZ vom September 2003 vorschiebt und darauf befindet, dass “die religioesen Fundamentalisten zunehmend die Politik bestimmen”. Die nach den Wahlen im Januar 2003 von Sharons gebildete Koalition enthielt zunaechst keine einzige religioese Partei, bis sich am 3. Maerz die Nationalreligioesen der Koalition anschlossen. Das widersprecht der angeblichen Verwandlung in einen Gottesstaat, aber Nitzschke geht es sichtlich nicht um Fakten, sondern um Untermauerung seiner vorgefassten Meinung.

Die Weltanschauung, die ich aus dem Text destilliere, entspricht auffallend dem gegenwaertigen Mainstraem in Deutschland:

Die USA als gefaehrlicher Staat wegen der “Verquickung von Religion und Politik” (p. 11). Der weisse Mann als Kolonialherr. Zivilisation und Barbarei als siamesische Zwillinge (alle Kulturen sind gleich gut, nur die Kultur des weissen Kolonialherren ist boese, weil sie ursaechlich fuer alles Schlimme in anderen Kulturen verantwortlich gemacht wird.) Israel als Produkt von religioeser Phantasie und nationalistischem Eifer, das in die Verantwortung fuer jede pal. Aktion traegt. Selbst das Massaker von Hebron haetten die Araber durchfuehren muessen, weil die zionistische “Betar”-Gruppe freien Zugang zur Klagemauer durch das muslimische Viertel gefordert hatte!

In all dieser Seichtheit besteht Nitzschke aber darauf, sein Gedankengebaeude gerade nicht auf den hohlen Fundamenten von “kompakten Majoritaeten” zu errichten… (p. 12)

Na dann!

https://beer7.wordpress.com/2008/03/04/sekundaerer-antisemitismus-dargestellt-an-einem-text-von-bernd-nitzschke/

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Und hier ein wahnhafter, psychotischer Text des umstrittenen deutschen Körperpsychotherapeuten Tilmann Moser, der offenbar mit diskursiven Denken Probleme hat:

>>Im Rausch der Karikaturen des Propheten
Zur Kommentierung des Terrors in Frankreich

Tilmann Moser (2015)

Der bindungslose Zyniker (eigene stolze Charakterisierung: “Ich habe keine Kinder, keine Frau, kein Auto, keine Schulden. Das klingt jetzt sicherlich ein bisschen schwülstig, aber ich sterbe lieber aufrecht, als auf Knien zu leben.”) hat keine noch so drohende und grausame Warnung mehr ernst genommen, im Gegenteil, sie hat seinen sich steigernden trotzigen Heldenmut noch gesteigert. Er scheint als 45-Jähriger Chef seine ehrgeizige und untereinander um Schärfe rivalisierende Crew so weit am Zügel gehalten zu haben, dass keine Bedenken und kein Widerspruch mehr aufkam.

Außerdem scheint das auf 30.000 Abonnenten abgesunkene Blatt unter ökonomischem Untergangsdruck gestanden zu haben. Wer die katholische Kirche in Frankreich und die zum Spott herausfordernden jüdischen Orthodoxen und auch satirisch längst ausgeweidete Politiker oder Parteien als vorletzte Gegner nutzen musste, um witzig zu bleiben, erzeugt gefährliche Langeweile.

Er muss sich den zum letzten globalen Schreckgespenst aufgeblasenen Propheten als letztes Tabu auswählen, um noch extremsatirische Wirkung zu erzielen. Er braucht sich nicht zu kümmern um das immer drohende Schicksal seiner Redaktion, nicht um die aufgeheizte und bedrohlich polarisierte Stimmung im Land, nicht um die noch demokratisch-freiheitliche Befindlichkeit der großen Mehrheit dem Terrorismus abgeneigten Muslime. Sie fürchten um ihre ökonomische Lage und die zunehmende Ausgegrenztheit ihrer Gemeinschaft.

Er muss sich steigern, um noch unterhaltsam zu bleiben und sich zunehmend als wagemutiger Held zu fühlen. Als Psychoanalytiker stehe ich nicht an, mir über die aufgeheizte Gruppendynamik in der Redaktion Gedanken zu machen, die einem Sog zu gleichen schien: immer provokanter, immer verächtlicher, immer verleumderischen zu werden. Es war kein Kampf mehr um Aufklärung, Diskussion und Wahrheitsfindung, auch wenn die Pressefreiheit jetzt in kultische Höhe gehoben wird als quasi letzter europäischen Wert.

Der schien den Ermordeten anvertraut, und den man dem Islam nur drastisch genug um die Ohren hauen müsste, im Glauben, die Terroristen hätten es als oberstes missionarisches Ziel ins Auge gefasst, die europäische Freiheit als Ganzes zu vernichten. Es war ein Anschlag auf eine verhasste Redaktion, nicht auf die französische Pressefreiheit im Ganzen. Charlie und die Missachtung der Drohungen haben die Verängstigung wie die Hysterisierung der Nation vorangetrieben und der lauernden Le Pen in die Arme getrieben, mit Folgen, über sie sich anscheinend in der Redaktion niemand Gedanken gemacht hat. Eine verantwortungsvolle Vorsicht und Zurückhaltung angesichts unübersehbarer politischer Spannungen ist noch keine innere Zensur und angstvolle Selbstkastrierung, sondern fordert menschliche wie politische Besonnenheit.

Der dänische Redakteur, der die Mohammet-Karikaturen zuerst abdruckte, wurde damals schon als Held gefeiert und mit Preisen überhäuft, er lebt inzwischen in eingeengtem und angstvollen Rückzug. Charlie hat sich verrannt, und ich nenne die Redaktion eine vom publizistischen Untergang bedrohte Gruppe von latent zu suizidalen Pseudohelden. Sie haben eine (echte?) Mission der Entlarvung und eine (echte?) Angstvision vor dem dämonisierten Propheten, der die Welt bedroht.

Es wäre interessant herauszufinden, welches schreckliche Bild von ihm im Unbewussten der Zeichner lebt, die das geneigte Publikum zunehmend (siehe Pediga) inzwischen dem Islam im Ganzen zuschiebt. Schon werden Rufe laut, den Helden posthum die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Die bestialischen Morde werden mit der wahrlich polarisierenden Jahrhundertkatastrophe der Dreyfus-Affäre verglichen. Es wird nicht lange dauern, bis die Umbettung der brutal im Dienst der Freiheit Ermordeten ins Pantheon gefordert wird. Frankreich hat endlich wieder, mitten im darnieder liegenden derzeitigen Selbstbewusstsein, Nationalhelden oder Idole, um die sich alle widerspruchslos und vereint scharen sollen.

Und sie machen grad so weiter!

Dr. Tilmann Moser, Psychoanalytiker<<

http://www.tilmannmoser.de/site/neue_texte/im-rausch-der-karikaturen-des-propheten.html

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Desweiteren schreibt Moser solchen Satz, wie: >>“Bernd Nitzschke rekapituliert einen Vortrag Freuds aus dem Ersten Weltkrieg (1915) und zitiert: „Sie verwundern sich darüber, daß es so leicht ist, Menschen für den Krieg zu begeistern,und vermuten, daß etwas in ihnen wirksam ist,ein Trieb zum Hassen und Vernichten, der solcher Verhetzung entgegen kommt.“ Der Satz könnte für die sogenannten Hassprediger und ihre aufgehetzte Gefolgschaft gelten, über deren Ausweisung aus Synagogen in Deutschland debattiert wird.<< (Sic! Hervorhebung durch JSB)

Zu lesen auf Web-Seiten des ehemaligen evangelischen Studentenpfarrers, der als Psychoanalytiker eine linkische Webseite und eine Mailliste mit angeblich 1000 bis 1500 Teilnehmern, Psychoanalytikern und Psychotherapeuten betreibt, und der selbst sehr vorsichtig Antisemtisches äußert, vorwiegend in allgemeine Kritik am Monotheismus verpackt, jedoch gerne Beiträge von Antisemiten publiziert, die für ihn die Drecksarbeit erledigen, wie z.B. wenn es um „den „Schwanz von Zion“ geht, Kritik dagegen jedoch zensiert, Kritiker im Akt des Meinungs-Lynch-Mobs herausekelt, ais seiner Mail-Lister (ohne es demjenigen mitzuteilen) ausschliesst und hauptsächlich nur rot-rot-grüne Meinungen publiziert. Die FAZ ist für ihn ein Schimpfwort und Meinungsfreiheit ein Greuel, er alleine bestimmt, wer und welche Meinung dort äußern darf. Diese Zensur nennt er „Moderation“. So ist die Psychoszene in Deutschland heute: rot-rot-grün versifft, andere Meinung als eigene aggressiv bekämpfend und unterdrückend, latent oder auch virulent antisemitisch, meistens unter dem Deckmantel der „Israelkritik“ oder der „Humanität“ gegen „barbarische mosaische Riten“. Barbarische islamische oder sonstige Riten werden natürlich nicht erwähnt. Diese rot-rot-grüne, eigentlich braune Psychoszene beherrscht in ihrem Drang eine immer größer werdende, bereits etablierte Betreuungsindustrie auf allen Gebieten der Psychoanalyse, Psychotherapie und Psychologie weiter auszubauen und zu festigen und hat mit der aufklärerischen Absicht von Sigmund Freud soviel zu tun, wie Stalinismus mit Marxismus oder katholische Inquisition mit Evangelien. Es ist reines Geschäft geworden, korrupt, opportun und totalitär. Da kann sich mancher mit antisemitischen Seitenhieben des Beifalls der Psychogosse, in der er und ihm gleiche im Trüben fischen, sicher sein.

http://www.bbpp.de/moser-mordlust.htm

 

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„Jede Kritik am Staat Israel ist antisemitisch.“

Interview mit T-34. Informationen für das westliche Ruhrgebiet     (Juli/August 2003) der AntiFa Duisburg)

Joachim Bruhn ist Mitglied der Freiburger Gruppe „Initiative Sozialistisches Forum“. Mit zahl- reichen Buchveröffentlichungen im Ça ira-Verlag vertritt dieser Arbeitskreis ein an der Kritischen Theorie und dem Linkskommunismus orientiertes kategorisches Programm der Ab- schaffungen. Der Antisemitismus, als eine auf dem „Boden der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft notwendig erwachsene Aggression“, ist demnach ein wesentlicher Kritikpunkt. Neben mehreren Veröffentlichungen zum Thema, u.a. „Léon Poliakov – Vom Antisemitismus zum Antizionismus (2000), ISF – Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten (2002), war die Kritik am Antisemitismus auch Thema der am 24.6.03 in Duisburg stattgefundenen Diskussionsveranstaltung. Das Interview entstand kurze Zeit zuvor.

T-34: Zunächst eine Grundsatzfrage. Was unterscheidet den Kritiker vom Theoretiker? Was   unterscheidet den Materialismus von der Wissenschaft?

J.B.: Was den Kritiker vom Theoretiker unterscheidet ist die Frage, was Karl Marx von Max Weber unterscheidet. Der Kritiker ist immer jemand, der sich gegen die Rationalisierung wendet. Er spricht sich gegen den Versuch aus, den Widersinn, der sich in der Kapital- vergesellschaftung befindet, als ein Resultat der Vernunft auszugeben. Was nun die Kritik von der Theorie unterscheidet wird deutlich, wenn man untersucht, was in der Hegelschen Philoso- phie die Vernunft vom Verstand unterscheidet. Der Kritiker ist auf der Seite der Vernunft, der Theoretiker hingegen auf der Seite des Verstandes. Nun lohnt es sich zu schauen, was Hegel in der „Enzyklopädie“ gegen den Verstand einzuwenden hat. So wird mit dem Unterschied zwi- schen Vernunft und Verstand auch der zwischen Kritiker und Theoretiker deutlich.

Zunächst sagt Hegel nicht, daß der Verstand nicht nötig ist, aber er sagt auch, daß der   Verstand der geborene Positivist ist. Dieser kann zwar ein System der Erscheinungen erfassen, er kann aber nicht zu einer Vorstellung der inneren Reproduktion dieses Systems kommen. Der Verstand ist somit der Versuch, widerspruchsfrei zu denken und einen Widerspruch, der in der Sache selbst liegt, hinweg zu rationalisieren, zu säubern.

Damit ist sogleich gesagt, was den Materialismus von der Wissenschaft unterscheidet. In diesem Zusammenhang ist eine Fußnote aus dem Fetischkapitel des Kapitals interessant.

Dort stellt Marx fest, daß die bürgerliche Wissenschaft einfach nur die in ein System gebrachte Ideologie und Alltagsreligion der Warengesellschaft ist. (1)

T-34: Die meisten Linken sind unfähig zur Kritik. Ihre Ablehnung den antideutschen Kom- munisten können sie gerade einmal durch Rummäkeln an der Polemik, die für sie – bezeichnenderweise – unproduktive Besserwisserei ist, deutlich machen. Ihr hingegen vertretet die   Auffassung, daß „wer sich zum Kapital nicht polemisch verhält, verhält sich unsachlich zu   ihm“. Was hat es mit der Polemik auf sich?

J.B.: Die Kritik betreibt die Darstellung der inneren Widersprüche und des äußeren Widersinns des Kapitalverhältnisses. Die Polemik ist die einzig angemessene Darstellungsform der Kritik. Sie tut zunächst etwas, was sachlich nicht begründet scheint, weil sie kontrafaktisch die Ergeb- nisse des gesellschaftlichen Prozesses den Individuen als Ausdruck ihres eigenen Willens zuordnet. Sie argumentiert ad hominem. Sie packt die Verhältnisse an ihrer Wurzel, die nach Marx die Menschen selber sind. Das ist natürlich eine Unterstellung, aber eine Art therapeutische Unterstellung. Es ist der Versuch, die Aufklärung auch dort voranzubringen, wo sich gegen sie abgesondert wird. Also gerade bei der vulgären Linken.

Zum Kapital kann man sich nur polemisch verhalten, da das Kapital ein Verhältnis von Herrschaft und Ausbeutung ist. Es ist jedoch so, daß die Herrschaft des Menschen über den Menschen schon rein begrifflich ein Widerspruch ist. Wie soll denn der Mensch sich selbst beherrschen? Wer soll ihm dieses Kunststück abverlangen? Es ist ein Gebot der praktischen und theoretischen Vernunft, daß dies nicht sein soll. Das Kapital ist also eine Widervernunft in der Gesellschaft. Demnach ist ein polemisches Verhalten dem Kapital gegenüber das einzig sachlich angemessene. Sich nicht polemisch zu verhalten, verfehlt die Sache und rationalisiert, das Ganze.

In der „Einleitung zur Hegelschen Rechtsphilosophie“ von 1842 wird ausführlich der Begriff der Kritik dargelegt. Dieser wiederum geht einmal mehr zurück auf Hegel. In einem Artikel von 1806 über den Begriff der philosophischen Kritik sagt Hegel, daß da, wo keine Vernunft in der Sache ist, da hat auch die Philosophie jedes Recht verloren. Sie gibt sich, im Verhältnis zu diesem unvernünftigen Gegenstand, das Verhältnis der unmittelbaren Verwerfung, der Polemik. Kritik ist das ursprüngliche Scheideverfahren von Vernunft und Unver- nunft.

T-34: Die jährlich in Berlin stattfindende 1. Mai Demonstration marschierte dieses Jahr mit   wehenden Israelfahnen in Kreuzberg ein. Kann man dies als ein Signal für einen antideutschen

Aufbruch werten oder handelt es sich dabei wieder einmal nur um einen inhaltsleeren linken   Populismus? Was sollte die Aufgabe antideutscher Kommunisten sein?

J.B.: Das Tragen von Israelfahnen ist eine sinnvolle Provokation gegen den deutschen Mob. Es hat sich allerdings um die Israelfahne ein ungeheurer Politkitsch entwickelt, an dem auch die israelische Botschaft nicht ganz unschuldig ist. Neben dem von Antideutschen gern getragenen Button, der eine Israel- und eine Amerikafahne zeigt, wird auch ein Knopfsticker von der Botschaft verteilt, der eine Israel- und eine Deutschlandfahne vereint. Es ist also so, daß das, was im Interesse der israelischen Diplomatie ist, nicht unbedingt zugleich im Interesse der israelsolidarischen und kommunistischen Gruppen ist.

Man sollte den Gebrauch von Israelfahnen auf ganz besondere Gelegenheiten von his- torischer Wichtigkeit beschränken. Der 1. Mai ist ganz bestimmt die falsche Gelegenheit. Der 8 Mai wäre da eine bessere Möglichkeit.

Es ist ein Abgleiten, wenn nicht in linken Populismus, dann zumindest in Symbolpoli- tik. Wir sollten weder mit Politik, also mit falschen Verallgemeinerungen, noch mit Identifika-

tionen arbeiten. Die Aufgabe antideutscher Kommunisten ist es nicht, sich mit Israel zu identi- fizieren, denn Israel ist nicht das neueste Substitut des „Vaterlands der Werktätigen“, sondern aufzuklären, warum es notwendig ist sich bedingungslos hinter Israel und auch hinter Ariel Scharon zu stellen: nämlich im Interesse der staaten- und klassenlosen Weltgesellschaft.

T-34: In der Vorarbeit zu Theodor Herzls „Judenstaat“, den „Notizen zur Unterredung mit   Baron Hirsch“, schreibt Herzl: „Ihr hängt an Eurer grausamen Heimat? Wir geben sie Euch   verschönert wieder … Wir bauen uns Paris, Rom, Florenz, Genua, was wir wollen. Herrliche   Städte mit Benutzung aller modernen Erfindungen.“ Ist der Zionismus die revolutionärste   Form der bürgerlichen Ideologie?

J.B.: Zunächst muß man die Frage stellen, ob nicht jede Ideologie bürgerlich ist. Man spricht ja   auch nicht von bürgerlichem Geld, genauso wenig wie man eigentlich von einem bürgerlichem Staat sprechen kann, es sei denn man ist der Auffassung, daß es einen guten, gerechten, nicht bürgerlichen, proletarischen Staat geben kann. Das hat sich historisch blamiert, nachdem es sich theoretisch schon längst blamiert hatte.

Der Zionismus ist sicherlich nicht die revolutionärste Form der Aufklärung, da Lenin oder Robespierre Staatsbegründer vom gleichen revolutionären bürgerlichen Schlage gewesen sind wie Theodor Herzl und seine zionistische Organisation. Der Zionismus ist aber das einzige organisierte Programm bürgerlich-revolutionärer Aufklärung, das in der Gegenwart noch besteht. Das hängt zum einen mit der Ungleichzeitigkeit des Zionismus als Nationalbewe- gung zusammen und zum zweiten damit, daß der Zionismus durch die ungeheure Bedrohung der Juden durch den Nazifaschismus als Rettungsunternehmen fungiert hat. Daher ist der linke Antizionismus ein Zeichen dafür, daß die Linke sich noch unter dem Niveau der bürgerlichen Aufklärung befindet. Hätte die Linke wenigstens das Niveau der bürgerlichen Aufklärung erreicht, dann hätte sie einsehen müssen, daß der Staat Israel die organisierte Emanzipationsge- walt der Juden ist. Diese Emanzipationsgewalt ist vergleichbar mit einem in Permanenz tagenden Wohlfahrtsausschuß der Jakobiner oder einem permanent tagenden Sowjet der Zeiten Lenins.

Die Frage ist vor allem: Was ist jüdische Aufklärung? In welcher Form hat der Zionis- mus diese jüdische Aufklärung in ein Nationalprojekt transformiert und inwieweit ist diesem

Nationalprojekt so recht erst dadurch der revolutionäre Charakter zugewachsen, daß es einen Notwehrcharakter gegen den Nazifaschismus ausüben mußte.

Daß Israel bis zum heutigen Tag ein revolutionäres Projekt ist, das zeigt sich unter anderem daran, daß der Staat Israel sich zum einen über die Juden definiert, die im Land selber

wohnen, aber auch gegenüber all jenen, die in der Diaspora zerstreut und der weltweiten Be- drohung des Antisemitismus ausgesetzt sind. Deutlich wird dies an dem Knessetgesetz von 1950, welches besagt, daß alle Juden auf der Welt ein „Recht auf Rückkehr“ nach Israel haben. Dieser Doppelcharakter der israelischen Staatlichkeit, diese „demokratische Diktatur“, ist genauso revolutionär wie der des Staates UdSSR 1920, der sich als Staat des russischen Pro- letariats und als Inkarnation aller Aspirationen des Weltproletariats definiert hat.

T-34: Sowie es den Zionismus natürlich vor der Gründung des Staates Israel gab, gab es auch   den Antizionismus bereits vor der israelischen Staatsgründung. Wo liegen seine Wurzeln? Sind diese Wurzeln im heutigen Antizionismus noch erkennbar?

J.B.: Der Antizionismus hat einerseits seine Wurzel in der Kritik am jüdischen Nationalismus aus weltrevolutionärer Sicht, insbesondere im Trotzkismus. Diese Kritik hat sich am 30. Januar 1933 erledigt. Er hat zweitens eine Wurzel in der jüdischen Gesellschaft selber, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte. Seine dritte Wurzel aber liegt darin, daß der Antizionismus von Anfang an zum nazifaschistischen Programm gehörte. Es ist gerade nicht so, wie oft behauptet wird, daß der Antizionismus in Deutschland wesentlich eine linke Erfindung war. Der linke Antizionismus kommt noch zur Misere hinzu, die wesentlichste und gefährlichste Wurzel des Antizionismus ist der Nazifaschismus selber.

Als Hitler in seinem Programm von 1920 den Antisemitismus der Vernichtungspraxis erfand, war dieses Programm unmittelbar zugleich ein antizionistisches Programm. Die Nazis haben immer genau beobachtet, wie die Staatswerdung des Jischuw in Palästina voranschritt. Daß hatte zum einen den geopolitischen Zweck, das Bündnis mit den arabischen Antisemiten gegen das britische Empire zu stärken, zum anderen aber besteht der Grund dafür darin, daß der Antisemitismus in zwei verbundene, aber auch unterscheidbare Elemente zerfällt. Das eine ist der Antisemitismus, der mit einer ökonomischen Thematik – jüdisch raffendes und deutsches schaffendes Kapital- argumentiert wird, das andere Element beruht darauf, daß der An- tisemitismus sich zugleich auch in der Sphäre der Politik darstellt. Diese Darstellungsform des Antisemitismus nenne ich Antizionismus. Bei diesem wird ähnlich dem eher ökonomischen Antisemitismus- unterschieden zwischen dem organischen, einheitlichen Volksstaat und dem liberalen, pluralistischen Rechtsstaat. Der letzte wird den Juden als ihre im Politischen präsente Zersetzungspolitik zugeschlagen. Alfred Rosenberg hat beispielsweise jede Woche   im „Völkischen Beobachter“ die aktuellen Ereignisse in Palästina kommentiert und so die theoretische Formulierung des Antisemitismus im Bereich der Politik erfunden.

Genauso wenig wie man also sagen kann, daß nach 1945 der deutschen Antisemitis- mus verschwunden ist, darf man sagen, daß nach 1945 der Antizionismus verschwunden ist. Der Antizionismus von links, so wie er vor allem aus der ML-Bewegung, der DDR und dem sowjetisierten Rußland kam, ist in Deutschland natürlich auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Linken haben also ein Thema weitergetrieben, das seit 1989 nun auch wieder offenkundig von den bürgerlichen Nationalen, den Neofaschisten usw. aufgegriffen werden kann.

T-34: In Anbetracht der Tatsache, daß für eine Kritik am Nationalstaat auf der Welt knapp 200   zur Auswahl stehen, Deutschland natürlich im besonderen, ist da die Kritik am Staat Israel immer schon antisemitisch?

J.B.: Ob jede Kritik am Staat Israel antisemitisch ist, kann man nur mit einem glasklaren Ja be- antworten. Es kann keine Kritik am Staat Israel geben, die nicht antisemitisch ist, da – wie schon hervorgehoben- Israel die organisierte revolutionäre Emanzipationsgewalt der jüdischen Gesellschaft darstellt. Jede Kritik kann nur aus der Perspektive des Abscheus vor dieser Emanzipation geäußert werden.

Ich finde das Argument mit den 200 zur Auswahl stehenden Staaten sehr schön. Daher möchte ich den besonderen Fall von Marokko anführen. Jeder weiß, daß 1975 Marokko die Westsahara, die damals von Spanien entkolonisiert wurde, sich einverleibt hat. Weiterhin weiß jeder, daß sich Marokko seit fast 30 Jahren allen UNO-Versuchen und Resolutionen, dort eine Volksabstimmung durchzuführen, nicht nur tätlich widersetzt, sondern auch durch eine planmäßige Siedlungsbewegung das „eingeborene Volk“ der Sahauris um ihre angestammten Rechte bringt. Diese Sahauris leben zu Zehntausenden unter elenden Verhältnissen in der algerischen Wüste in Flüchtlingslagern. Das ist natürlich kein Thema. Es geht vielmehr nur darum, was Juden anderen antun. Man sucht sich Israel nicht aus, weil dort angeblich Rechts- verstöße besonderer Qualität vorkämen, sondern weil in Israel Juden am Werke sind.

T-34: Du kritisierst insbesondere den Postzionismus. Was muß man darunter verstehen?

J.B.: Der Postzionismus ist israelischer Azionismus für deutsche Antizionisten, die es gern mit Michael Foucault und der Postmoderne haben. Der wesentliche Charakter des Staates Israel liegt in dem Recht auf Rückkehr, welches in vielen Varianten weiterentwickelt wurde. Der An- tizionismus, Azionismus oder Postzionismus jedweder Façon wendet sich gegen dieses Gesetz und fordert mit dem Argument, daß dieses Gesetz verhindern würde, wie es z.B. bei Moshe Zuckermann heißt, daß Israel der Staat all seiner Bürger wird, seine Abschaffung. Der Begriff „Staat all seiner Bürger“ spiegelt die Illusion wider, daß der Inhalt des Staatswillens und das Programm des Souveräns wirklich durch allgemeine, freie und gleiche Wahlen ermittelt würde.

Das ist die zentrale Demokratieillusion, die bestimmt genauso mächtig ist wie die, daß auf dem Markt die Nachfrage das Angebot und die Preise bestimmen würde. Eine Ideologie von genau der selben Objektivität und Idiotie. Diese Idiotie kann im Fall Israel auch nicht richtiger sein als im Fall einer anderen bürgerlichen Gesellschaft. Die israelische Gesellschaft als eine bürgerlich-kapitalistische verhält sich zu ihrem Staat erst einmal genauso, wie sich jede Gesell- schaft zu ihrem Staat verhält. Im Falle Israel kommt aber weiter bestimmend hinzu, daß das Rückkehrgesetz besagt, der Staat Israel habe nicht nur die zu vertreten, die auf seinem Territo- rium ansässig sind, sondern auch die, die auf seinem Territorium nicht ansässig sind. Also die, die nicht in der Lage sind – wie ideologisch auch immer- durch Wahlen den Willen des Staates zu bestimmen. Der Staat Israel hat also den Doppel-Charakter einer demokratischen Diktatur. Wer dieses Gesetz auf Rückkehr streicht, der streicht auch den grundlegenden Asyl-, Notwehr-, und Schutzcharakter dieses Staates. Daß heißt, wer das Gesetz streichen will, der kann vom Antisemitismus und von dem Programm der antisemitischen Internationale über- haupt keinen Begriff haben. Wenn man sich anschaut, was die linken Anti-, A- oder Post-zionisten für einen Antisemitismusbegriff haben, wenn sie sich etwa auf Moshe Zuckermann berufen, dann kann man feststellen, daß der Antisemitismus hier als eine Art Vorurteil gedacht wird und nicht als eine auf dem Boden der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft notwendig erwachsende Aggression. Natürlich kann man nicht Israelis oder Juden vorwerfen, sie hätten keinen angemessenen Antisemitismusbegriff. Aber jemanden wie Zuckermann, der sich explizit auf die Kritische Theorie bezieht, muß man vorwerfen, daß er die Kritische Theorie zum Kinderglauben für linke Gutmenschen verunstaltet. Deswegen muß der Postzionismus als

eine innerisraelische, sozialdemokratische Position, mit deutlich postmodernen Einschlag, die in Deutschland besonders gut bei den Antizionisten ankommt und weiterverbreitet wird, kritisiert werden.

(1) „Die Ökonomen verfahren auf eine sonderbare Art. Es gibt für sie nur zwei Arten von Institutionen,   künstliche und natürliche. Die Institutionen des Feudalismus sind künstliche Institutionen, die der Bourgeoisie natürliche. Sie gleichen darin den Theologen, die auch zwei Arten von Religionen unter- scheiden. Jede Religion, die nicht die ihre ist, ist eine Erfindung des Menschen, während ihre eigene Religion eine Offenbarung Gottes ist. – Somit hat es eine Geschichte gegeben, aber es gibt keine mehr.“ (MEW 23, S. 96)

 

http://www.ca-ira.net/isf/beitraege/pdf/bruhn-kritik.israel.pdf

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Siehe auch: Polski minister spraw zagranicznych: Auschwitz oswobodzili Ukraincy / polnischer Außenminister: Auschwitz wurde von Ukrainern befreit / polish Foreign Minister: Auschwitz has been liberated bei Ukrainians ( po polsku / deutsch / english)

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https://psychosputnik.wordpress.com/2015/01/25/polski-minister-spraw-zagranicznych-auschwitz-oswobodzili-ukraincy-polnischer-ausenminister-auschwitz-wurde-von-ukrainern-befreit-polish-foreign-minister-auschwitz-has-been-liberated-bei-ukrain/

 

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[i] http://www.zeit.de/1981/10/ihr-bleibt-die-kinder-eurer-eltern
[ii] http://www.zeit.de/2014/41/juden-deutschland-antisemitismus/komplettansicht

 

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Initiative Sozialistisches Forum

Volksfront gegen Judenhass, Volksgemeinschaft gegen Israel

Was man in Deutschland Aufarbeitung, oder unfreiwillig treffender, Bewältigung der Vergangenheit nennt, bildet das Zentrum des staatsbürgerlichen Bewusstseins der Eliten im Postnazismus. Man muss Eberhard Jäckel beinahe dankbar sein für seinen stolzen Ausspruch, andere Länder würden Deutschland um das Holocaust-Mahnmal beneiden. Während man goldene Steine vor die Häuser setzt, in denen die Opfer der Nazis lebten, um ihnen nachträglich Vor- und Zunamen zurückzugeben und sie als Staatsbürger post mortem, symbolisch und ohne Folgen anzuerkennen, weil Tote keine Forderungen stellen können, bleiben ihre überlebenden Mörder auch in der deutschen Gedenkkultur in geschützter Anonymität. Es scheint in Deutschland überall Opfer der Nazis gegeben zu haben, aber keine Täter.

Als könnte Mord nur nach Einreichung einer Klage verfolgt werden, gab es gegen die Täter bis Ende der 50er Jahre nur in Ausnahmefällen strafrechtliche Verfahren und da es bis zur Einrichtung der zentralen Ermittlungsstelle in Ludwigsburg keine systematische Sammlung von Beweisen gegen NS-Täter gab, endeten diese Verfahren weit überdurchschnittlich mit Freisprüchen. Erst in den ’60er Jahren folgten Prozesse zunächst gegen die Wachmannschaften kleinerer Lager, dann, angestrengt durch Fritz Bauer, selbst Verfolgter der Nazis, der Frankfurter Auschwitzprozess. Der BGH jedoch lehnte Bauers Argumentation, die Vernichtung in Auschwitz als einheitliche Tat, und damit jeden Beteiligten als Mittäter zu verurteilen, ab; während im Auschwitzprozess die nachgewiesene Beteiligung etwa bei der Selektion an der Rampe noch für eine Verurteilung genügte, wurden danach nur dann Täter verurteilt, wenn man ihnen konkrete exzessive Einzeltaten nachweisen konnte. Wer bei seiner Beteiligung an der Vernichtung anständig geblieben war, hatte nichts zu befürchten. [ 1 ]

Zum Gründungsmythos der Zivilgesellschaft im postnazistischen Deutschland wurde die Aufspaltung in anständige und exzessive Judenmörder. Doch die anständigen Antisemiten bedürfen der exzessiven, wenn die deutsche Zivilgesellschaft zuletzt Appelle gegen zunehmenden Judenhass verfasste. Sie dienen nicht dazu, die Täter zu denunzieren und gesellschaftlich zu bekämpfen, die diesmal nicht wie sonst aus der Neonazi-Szene, sondern aus dem Islamismus kommen. Als anlässlich des Gazakrieges im Sommer 2014 in ganz Europa größtenteils islamische Jugendliche “Kindermörder Israel”, “Hamas, Hamas, Juden ins Gas” und “Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein” riefen und auf israelsolidarische Gegendemonstranten losgingen, oft ungestört von der Polizei, die ihnen z.B. in Frankfurt noch einen Lautsprecherwagen zur Verfügung stellte, in einigen Städten gefolgt von Brandanschlägen auf Synagogen und einer Welle von antisemitischen Drohbriefen an jüdische Organisationen, mussten zwar erst die offiziellen Vertretungen der deutschen Juden die Öffentlichkeit darauf hinweisen, dass man es hier mit Antisemitismus zu tun habe, bis sich dann aber auch weite Teile aus Zivilgesellschaft und Politik bereit erklärten, wie es im Jargon heißt “ein Zeichen” zu setzen gegen Judenhass.

In Nürnberg wurde beispielsweise im Anschluss an eine Demonstration gegen den Gaza-Krieg der Burgerking im Hauptbahnhof von einer “Kindermörder Israel” grölenden Meute gestürmt; als dann noch die israelitische Kultusgemeinde auf eine Welle von Hassbriefen und auf Schmähungen jüdischer Kinder in der Schule aufmerksam machte, riefen vom Oberbürgermeister und den Stadtratsfraktionen, über die Gewerkschaften und Handelskammer, sogar der FC Nürnberg und freilich die christlichen Kirchen, nicht zu vergessen die “muslimische Begegnungsstätte Medina e.V.” dazu auf, gegen Judenhass zu demonstrieren. Dies tat man nicht nur mit Israelfahnen, sondern in trauter Eintracht mit Schildern, die zur “Solidarität mit der israelischen Friedensbewegung” aufriefen, mit “Stoppt die Aggression gegen Gaza” und “Free Gaza – Stoppt den Massenmord Israels”. Es war und ist kein Widerspruch, sondern der ambivalente Kern des deutschen Selbstverständnisses, sich gegen “Judenhass” und für das “Existenzrecht Israels” zu bekennen und zugleich – anständig – Israel zu delegitimieren. Nachdem sich im Sommer 2010 der Linkspartei angehörige Mitglieder des deutschen Bundestags an einer paramilitärischen Aktion gegen Israel – der sogenannten Gaza-Hilfsflotte – beteiligt hatten, verabschiedete der deutsche Bundestag einstimmig eine Resolution, die Israel seine Sicherheitsinteressen diktieren sollte, einschließlich des irren Aufrufs, “die Forderung der Europäischen Union nach einer sofortigen Aufhebung der Gaza-Blockade mit Nachdruck zu unterstützen”. Gegen die deutschen Partisanen aus dem Bundestag ging man weder politisch, noch gesellschaftlich noch juristisch vor, sondern distanzierte sich höflich und erhöhte den Druck auf Israel. Der anständige Antisemit bestätigt den Israelis ihr legitimes Sicherheitsinteresse, das er aber sogleich israelkritisch delegitimiert, wenn die israelische Armee es aktiv verteidigt und gefährdet, indem er die wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit mit dem Iran weiterführt.

Den israelkritischen Politikern kann man sowenig wie ihren Adjutanten im Medienunwesen zugute halten, sie wüssten nicht, was sie tun. Selbst in der Süddeutschen Zeitung erschien ein Artikel der thematisierte, dass die Hamas Schulen und Krankenhäuser für Waffenverstecke nutzt, um anschließend die Fotos zerstörter ziviler Ziele zum Propagandakrieg gegen Israel einzusetzen. Wie anders, denn als Unterstützung dieses Propagandakrieges soll man deuten, wenn nur ausnahmsweise deutsche Zeitungen darauf verzichten, Fotos von Ruinen mit drapiertem Kinderspielzeug oder Rollstühlen abzudrucken? Während der Abdruck solcher Bilder für den Nahen Osten zur Folge hat, dass das zynische Kalkül der Hamas aufgeht, aktualisiert er hierzulande als Reiz-Reaktionsschema die israelkritischen Ressentiments.

Als stets kritische Avantgarde gegen Banken, Amerikanismus und Israel treten die selbsternannten “Kulturschaffenden” mit einem “offenen Brief an die Bundesregierung” auf, der von über 500 Theatermachern, Schriftstellern, Schauspielern und Akademikern unterzeichnet wurde. “Wenn die israelische Armee zum wiederholten Male in einer Großoffensive die Bevölkerung Gazas angreift und für den Tod und unendliches Elend tausender Menschen die Hauptverantwortung trägt, so geschieht dies auch mithilfe einer engen deutsch-israelischen militärischen, politischen und kulturellen Zusammenarbeit. Als Kulturschaffende in Deutschland können wir dazu nicht schweigen.” [ 2 ] Dass deutsche “Kulturschaffende” nicht schweigen können, weil sie ihre Gesinnung permanent vermarkten müssen, ist die eine Sache; dass sie zum Elend in Gaza nicht schweigen könnten, wie sie es sonst in der Regel tun, wenn keine Juden oder Amerikaner verantwortlich gemacht werden können, ist natürlich glatt gelogen. Insbesondere die holprige und merkwürdige Behauptung, der Angriff auf Gaza geschähe “mithilfe” der “kulturellen Zusammenarbeit” zwischen Israel und Deutschland verrät, dass hier eigentlich ein etwas verbrämter Aufruf zum Boykott israelischer Kultur vorliegt. Besonderes Gewicht sollte dem offenen Brief wohl dadurch zukommen, dass er nur von Kulturschaffenden unterzeichnet werden durfte, um sicherzustellen, dass ihr “Kauft nicht beim Juden” nicht als Aufruf eines antisemitischen Pöbels, sondern intellektueller und kultivierter Israelkritik daherkommt.

Dabei sind die judenhassenden Jungmänner und -frauen, die zuletzt ihre Gewaltbereitschaft herausbrüllten, auch nicht einfach aus dem gar nicht so fremden Orient herübergekommen, in dem Juden schon lange nicht besonders geschätzt werden, sondern bei der deutschen Zivilgesellschaft in die Schule gegangen. Die exzessiven Antisemiten von heute brüllen “Kindermörder Israel”, während die anständigen von der Taz (30.07.14) eine Karikatur drucken, in der eine ausgebombte Schule mit palästinensischer Fahne, auf deren Trümmern eine Gruppe Kinder steht, von einem israelischen Panzer ins Visier genommen wird, dessen Sprechblase deklariert, es gebe Zweitklässler und Menschen zweiter Klasse.

Sich vom judenhassenden Pöbel, der zweifelsohne eine Gefahr für die in Deutschland lebenden Juden darstellt, abzugrenzen, ist eine leichte Übung; sie sind nützliche Idioten, gut genug, dass die Antisemiten auch gegen Judenhass ihre Stimme erheben können. Wer aber demonstriert gegen die antisemitischen “Kulturschaffenden”, die als Avantgarde einer selbstgerechten Zivilgesellschaft fungieren, die ihren Judenhass als solchen nicht unsublimiert zulassen? Die ihren Antisemitismus gar nicht mal hasserfüllt, sondern lieber als ästhetisches Wohlgefallen mit Sekt und Brezeln gemeinschaftsbildend im Theater genießt. Und mit leichtem Gruseln und mehr gespielter als echter Empörung bei der Lektüre der neuesten News aus Gaza sich mit den “Kindermörder”-Brüllaffen in der Sache einig weiß, den sie zugleich aber wie den Fußballfan für den emotionalen Ausbruch – und nicht dessen antisemitischen Gehalt – verachtet. Was dem Brüllaffen die Pogromstimmung, ist der Zivilgesellschaft das Gelächter – beides aggressive Triebabfuhr – und es genügt ein einziger Blick ins deutsche Kabarett um zu wissen, dass kein Blatt zwischen den Pro-Gaza-Demonstranten und den gewöhnlichen Bundesbürger mit staatsbürgerlichen Bewusstsein, sprich kritischem Anspruch passt.

Auf der bereits erwähnten Nürnberger Demonstration des islamistischen Milieus gegen den Gaza-Krieg klangen die Reden wie aus der Kommentarspalte einer beliebigen deutschen Zeitung: “Das Misstrauen ist groß auf beiden Seiten, umso mehr bräuchte es in dieser Stunde Diplomaten, die eine Annäherung zwischen den Konfliktparteien schaffen. Die traditionellen Vermittler haben wenig Lust und die ganze Welt schaut zu, bzw. weg, wie Zivilisten, unter anderem viele Kinder, ermordet werden. […] Ein Teil der Hamas hat in den letzten Tagen selbstgebastelte Raketen auf das israelische Staatsgebiet abgefeuert, die größtenteils vom israelischen Abwehrsystem […] abgefangen wurden. […] Auf israelischer Seite gibt es bislang zwei Todesopfer. Auch diese sind zuviel. Aber kann man unter diesem Gesichtspunkt noch über Verteidigung sprechen?”

Auch der wütende Sturm auf Burgerking und Hauptbahnhof war keine originäre Idee der Islamisten, sondern die Wiederholung einer Aktion von 2003, als aus einer Schülerdemonstration gegen den Irakkrieg heraus ebenfalls Burgerking und Bahnhof besetzt wurden. Damals wollte niemand – etwa gegen Antiamerikanismus – aufstehen, bestand der Mob doch aus den eigenen Kindern, die in konformistischer Enthemmung nur symbolisch die Wut auf die Straße trugen, die der amerikakritische Vater bei öffentlich-rechtlichen Kabarettsendungen herauslachte.

Die Wirkung die das damalige Bündnis aus Mob und Regierung und die damalige Berichterstattung über den elften September, die zweite Intifada und den Irakkrieg auf eben jenes Milieu hatte, deren Angehörige zuletzt nach dem Vorbild holländischer Fußballfans “Hamas, Hamas, Juden ins Gas” [ 3 ] riefen, oder sich freiwillig zum Kämpfen nach Syrien absetzten, lässt sich kaum überschätzen. Die meisten der Pro-Gaza Demonstranten sind Jugendliche und junge Erwachsene, die als Kinder die von Politik, Medien und Zivilgesellschaft angefachte Massenhysterie angesichts des Irakkrieges erlebt haben – nicht nur im Elternhaus, sondern auch in der Schule, wo ihnen Lehrer vom großen Weltenbrand erzählten, der damit entfacht worden sei und an dem manche von ihnen heute in Syrien und im Irak teilnehmen. Für eine ganze von Michael Moore und Gerhard Schröder verdorbene Generation begann politisches Urteilen mit der Verachtung für den Westen, womit Israel und die USA gemeint waren.

Der Islamismus ist wenigstens in Europa kaum etwas anderes als die konsequenteste Form jener Verachtung für die USA und Israel, die den Konsens aus europäischer Politik, Zivilgesellschaft und Kulturschaffenden bestimmt. Laut einem Artikel der FAS über eine Beratungshotline des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge für Eltern, die eine islamistische Radikalisierung ihrer Kinder befürchten, haben mehr als zwei Drittel der Eltern, die die Hotline in Anspruch nehmen, gar keinen Migrationshintergrund. [ 4 ]

Antisemitismus und Antiamerikanismus waren nie nur explizit weltpolitische Einstellungen, sondern im schlimmsten Sinne ganzheitliche Denkformen, die auch das scheinbar Privateste umgreifen. Darin sind sie den Anforderungen des postmodernen Arbeitslebens genauso verwandt, wie der Ökoideologie, die aus Gesinnung das Essverhalten reguliert.

Der sexuelle Reinheitswahn des modernen Islamismus tritt dabei dem Antisemitismus nicht äußerlich hinzu, sondern ist nur dessen sexualpolitisches Pendant. Obgleich objektiv frauenfeindlich, fällt der vergleichsweise hohe Frauenanteil auf islamistischen Demonstrationen auf. Die Anziehungskraft religiöser Regelungsvorschriften dürfte sich dabei für Männer wie Frauen weniger aus alten religiösen Texten speisen, als aus dem Umstand, dass er scheinbar eine Alternative zu den Schattenseiten “westlicher” Sexualität, d.h. Konkurrenz auf dem Markt der Sexualpartner, darstellt. In einem zufällig mitgehörten Gespräch zweier Islamwissenschaftlerinnen erklärte die eine, die vor kurzem zum Islam konvertiert war und ihre Kommilitonin höchst pragmatisch anwarb, dass sie nun in dieser Gemeinschaft leicht einen Mann gefunden habe, der sich ihr dann auch gleich für das ganze Leben versprach und sie sich darüberhinaus dank Kopftuch sowohl vor abschätzigen Blicken ebenso schützen könne, wie sie auch der unangenehmen omnipräsenten sexuellen Konkurrenz endlich entronnen sei. Von islamischer Theologie habe sie bislang zwar noch keine Ahnung, wolle das aber mit dem Studium jetzt, nach ihrer Konversion, nachholen.

Wie weit das grundsätzliche Unbehagen an der gegenwärtigen sexuellen Situation in die Zivilgesellschaft hineinreicht, lässt sich an der Partei- und Presselandschaft übergreifenden Reinheitskampagne gegen Prostitution ablesen, an der jeder Mullah seine Freude hätte, die die Prostituierten und Freier stellvertretend für die geschlechtliche Konkurrenz und zugleich dafür, dass sie sich dieser vermeintlich entziehen, büßen lassen will. [ 5 ] Wie die Zivilgesellschaft die sexuelle Konkurrenz zugleich affirmiert, verdrängt und an den Prostituierten verfolgt, so affirmiert [ 6 ] und verdrängt sie auch die politische Konkurrenz zwischen den Staaten und verfolgt sie an Israel. Der postmoderne Islamismus geht jeweils einen entscheidenden Schritt weiter und tendiert dazu, sie gleich ganz still zu stellen: Als Regelung noch kleinster Details im Verkehr der Geschlechter oder politisch als weltumspannendes oder wenigstens nach Außen hermetisch abgeschlossenes und nach Innen von Gegensätzen bereinigtes Kalifat.#

Anmerkungen

[ 1 ] Erst 2011 wurde mit Demjanjuk wieder ein SS-Mann alleine wegen seiner Mitgliedschaft in einer Wachmannschaft verurteilt, als die meisten Täter schon tot und Deutschland schon als Vergangenheitsbewältigungsweltmeister feststand.

[ 2 ] http://www.gazaopenletter.de

[ 3 ] Lange Zeit pflegten gegnerische Fans den als jüdischen Club geltenden Ajax Amsterdam mit dieser Parole zu schmähen.

[ 4 ] FAS vom 14.09.2014.

[ 5 ] Dass Frauen in der Prostitution “zur Ware” gemacht würden, ist nach gängigem Sprachgebrauch der wesentliche moralische Vorwurf gegen die Prostitution. Logisch kann daraus nur folgen, dass die Prostituierten entweder alle gezwungen wurden, sich zur Ware zu machen, was etwa Alice Schwarzer behauptet, die Prostitution mit Sklaverei identifiziert, oder aber, dass sich diese Frauen freiwillig “zur Ware” gemacht haben. Genau damit aber personifizieren sie geradezu die allgemeine Konkurrenz auf dem Markt um Sexualpartner, der sie sich gleichsam zu entziehen scheinen. Den Freiern wiederum nimmt man vor allem übel, dass sie sich für Geld holen, wofür sich andere in eben jener Konkurrenz mühsam durchsetzen müssen.

[ 6 ] Praktisch affirmiert sie die Konkurrenz zwischen den Staaten natürlich immer dann, wenn sie anderen Staaten mores lehren möchte. Dass sie dabei freilich auch eine Position innerhalb der konkurrierenden Mächte einnimmt, wird in Deutschland immer dadurch verdrängt, dass man die eigene Position als Völkerrecht ausgibt.

http://www.ca-ira.net/isf/jourfixe/jf-2014-2_volksfront.html

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
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They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

Copy-shop als psychoanalytische Methode heute.
Die Psychoanalyse heute ist lediglich die Nachahmung einer vermeintlichen Psychoanalyse, die es so nie gegeben hat, also unbewußte Karikatur, Totemmaske ihrer selbst.
Die Revolution frißt ihre Väter, nicht ihre Kinder.
Jeder verdient eine zweite Chance. Eine zweite, nicht eine zwölfte, zweiundzwanzigste oder einhundertzweite.
In Polen haben amerikanische Geheimdienstler ihre Gefangenen gefoltert, während vor polnischen Gerichten Prozesse gegen polnische Geheimdienstler liefen, die polnische Gefangene gefoltert haben.
Besser irgendwelche Sitten, als gar keine Sitten.
Direkte Gewalt gegen strukturelle Gewalt – lediglich eine Rationalisierung der eigenen Lust als Rechtfertigung für eigene wilde, triebhafte Gewalt. Wer strukturelle Gewalt von Institutionen eines demokratischen Rechtstaates delegitimiert und direkte Gewalt gegen diese Institutionen legitimiert, der gibt jeglicher denkbaren Form von Gewalt freie Hand, denn jede Gewalt kann moralisch begründet werden. Der Teufel ist ein Moralist. Und ein Gewalttäter. Aufrufe zur Gewalt sind in Deutschland strafbar.
National Sozialistische Deutsche Arbeiter Partei (NSDAP) war links,, ihr Kampf gegen Kommunisten und Sozialisten war nicht ideologisch, sondern es war ein Konkurrenzkampf unter Gleichen.
Wer sich für Kunst nicht interessiert, wem Kunst nichts bedeutet, der interessiert sich ebensowenig für Menschen, dem bedeuten Menschen nichts. Denn Kunst ist Ausdruck menschlicher Gefühle, Kunst ist Liebe.
Manche Menschen schauen in den Spiegel und sagen: „Die Welt ist schrecklich, die Welt ist böse“, und fangen an, dieses Böse in der Welt, aber nicht in sich, zu verfolgen, zu vernichten, auszumerzen. Also andere Menschen, das Andere menschliche, was sie nicht sein wollen, zu exterminieren, zu liquidieren.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

 „…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl.“ (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)
„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Ein Deutscher sei ein Mensch, der keine Lüge aussprechen könne, ohne sie tatsächlich zu glauben – Adorno
 „Nein, ihr habt nichts zu tun mit den Arbeitern. Mit Schweißgeruch. Mit Menschen in Maschinenhallen oder an Fließbändern. Mit Möbelpackern oder Heizungsmonteuren. Mit Schützenvereinen und Angelsportclubs. Mit Hauptschülern und sonntäglichen Kirchgängern. Nein, das Volk liegt euch nicht.“ Das ist die Argumentation der wahrhaften, der lafontainistisch-leninistischen Sozialdemokratie – die konsequente Steigerung von Arbeiter, Schweiß, Schützenverein und Alfred Tetzlaff immer weiter hinauf bis ins Volk hinein als dem ultimativen Gully allen deutschen Wahns. – Joachim Bruhn
Dummheit, nicht Denken, Ideologien, Moralismus, führen zum radikalen handeln. radikales Denken verhindert radikales Handeln.
„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.
Romantic sucks.
 The reality is always stronger than illusions.
 A delusion is characterized by increasing loss of reality, and can be attested to today’s leaders in Germany and the mass media. Loss of reality describes the mental state of a person who is not (any longer) be able to understand the situation in which it is located. So you are ruled by madmen and manipulated by the mass media.
Totalitarianism can only be defeated if one has the courage to call things by their right names, just as they are. Political correctness prevents it promotes totalitarianism and political cowardice and political lie.
The Extinction: Islam is like the sun, who comes too close to him, will burn itself and will flare the rest of the world with him.
Islam does not want any submission! Islam wants victory, destruction and annihilation.
The world was not created just for you.
Time needs time.
What has God with us when he freely admits the devil more and more territories?
It’s not the biggest fear when you look into an abyss, but to note that the abyss looks back at you.
I is different.
Muslim´s headscarf is less annoying than German mothers with their pushchairs.
Prostheses people – look like women and men, but they are not.
Global governance the political repair operation begins to repair before something was created.
The extremely increased, ostensibly critical, actually demonizing, German interest in Israel and Jews is perverse.
The Nonanti-Semite is by the current German law an anti-Semite who defames, discriminates, delegitimizes Israel, Jews, , but do not supports expressis verbis the aim of the Third Reich, the Holocaust, the extermination of the Jews.

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

An extreme narcissist is a potential terrorist, and every terrorist is an extreme narcissist.
Islamization means dementia.
Copy-shop as a psychoanalytic method today.
Psychoanalysis today is merely an imitation of a putative psychoanalysis, it has never existed, an unconscious cartoon, totem mask of itselves.
The revolution devours its fathers, not its children.

Everyone deserves a second chance. A second, not a twelfth, twenty-second or one hundred second.

In Poland, American intelligence officials  have tortured their prisoners, while the Polish courts ran trials of Polish intelligence officesr who tortured Polish prisoners.

Better have any manners, than no manners at all.
Direct violence against structural violence only a rationalization of their own desire as justification for their own wild, instinctual violence. Who delegitimizes structural violence of institutions of a democratic state and legitimizes direct violence against these institutions  gives any conceivable form of violence free hand, for any violence can be morally justified. The devil is a moralist. And a perpetrator of violence. Calls for violence are illegal in Germany.
National Socialists German Worker Party (NSDAP) was left, its fight against communists and socialists was not ideological, but it was a competition among equals.
Those who are not interested in art, to whom art means nothing, those are not interested in people, to those  people mean nothing. Because art is an expression of human feelings, art is love.
Some people look in the mirror and say, „The world is terrible, the world is evil,“ and begin to pursue this evil in the world, but not in themselves, destroy, eradicate. So other people, the other humans, what they do not want to be,  to exterminate, to liquidate.
1 x 1 materialist criticism: the aim must be to make appearances in a situation in which they are legible. (…) A new barbarism is always to be feared, is not directly powered from the spirit of National Socialism, but in the guise of democratic anti-fascism of learning from history and political correctness come along. (…) Defence of the open fascism by its democratic denazification and incorporation. (…) The Second World War was a culture industry Massenevent.(..) Specialization and diversification are a contemporary manifestation of massification and uniformity. (…) 

The different pigmentation of human skin is an objective fact, not a mere invention. (…) Breed today is the self-assertion of the bourgeois individual, integrated in the barbaric collective. (Clemens Nachtmann)

„Democracy is nothing more than the rule of the stick over the people by the people for the people. (…) There are three types of despots: the despot who enslaves the body, the despot who enslaves the soul and the despot who enslaves both body and soul. The first is called Prince. The second is called the Pope. The third is called the people. (..) If you want to lead the people, you are forced to follow the mob. (…) The first duty in life is to be as artificial as possible. The second duty is still unknown. Oscar Wilde

 

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

 
Stupidity, not thinking, ideologies, moralism, lead to radical acting. radical thinking prevents radical action.
The main reason of a psychotherapy is – with temporary support of the psychotherapist –. to take his own destiny in own hands.  Who lives with a self-image that the temporary clarifying role of the therapist is an intolerable insult, he must to try to cope with his life alone.“Hans Ulrich Gumbrecht

 

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