Schlagwort-Archiv: Antisemitismus

„Kauft nicht beim Judenstaat!“

Alex Feuerherdt
„Kauft nicht beim Judenstaat!“
Seit 2005 häufen sich weltweit die Boykottaktivitäten gegen Israel. Sie geben sich einen humanitären Anstrich, doch ihre antisemitische Intention bleibt unübersehbar.
Zu den Charakteristika der postnazistischen Debatte über Israel gehört es, daß sich das Ressentiment gegen den jüdischen Staat von links bis rechts als Sorge um die Menschenrechte tarnt und sich das dringende Bedürfnis, mit den Juden mal ordentlich Tacheles zu reden, als Resultat heftigster Gewissensqualen darstellt, die letztlich keine andere Wahl ließen als ein empörtes »J’accuse«. Kaum jemand vergißt dabei, seine Tiraden als Freundschaftsdienst gegenüber den Israelis auszugeben, denen man, anders als ihren Vorfahren, nun nicht mehr den Krieg, sondern den Frieden erklärt. Albrecht Schröter, der sozialdemokratische Oberbürgermeister von Jena, macht da keine Ausnahme. »In einer Reihe von Reisen nach Israel und in die Westbank habe ich persönlich so viel gesehen und erlebt, daß ich nicht mehr schweigen kann, wenn jüdische und palästinensische Freunde unter Verletzungen von Menschen- und Völkerrecht leiden«, schrieb er Anfang Juni auf seiner Facebook-Seite, um anschließend ins Detail zu gehen: »Ich habe das Verhalten von Soldaten und Siedlern gegenüber Palästinensern erlebt, unnötige Demütigungen an den Checkpoints, Zerstörung von Häusern. Dazu kann ich nicht schweigen. Allein in den fast zwanzig Jahren, in denen ich Israel immer wieder besucht habe, sind große Gebiete enteignet und entgegen Völkerrecht bebaut worden. Olivenhaine sind mutwillig zerstört worden, Bauern kommen durch die Mauer nicht mehr an ihr Land, das dann enteignet wird, weil es eine Zeitlang nicht bewirtschaftet wurde. Dazu kann ich nicht schweigen. Es zerreißt mich innerlich.«
Mit diesem herzergreifenden Bekenntnis versuchte Schröter zu begründen, warum er die Ende Mai von »Pax Christi« initiierte Kampagne »Besatzung schmeckt bitter« unterstützt, mit der die katholische Organisation, wie es auf ihrer Website heißt, »für die Kennzeichnung von Waren aus den völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen auf besetztem palästinensischen Gebiet« eintritt und dazu aufruft, auf Lebensmittel zu »verzichten«, »die die unklare Ursprungsangabe ›Israel‹ tragen, wenn es sich dabei um Siedlungsprodukte handeln könnte«. Dieser Aufruf zu Kennzeichnungspflicht und Warenboykott – der Schröter den verdienten Beifall der thüringischen NPD eintrug – erinnerte einige Interviewpartner der israelischen Tageszeitung »Jerusalem Post« an die Nazi-Parole »Kauft nicht beim Juden«, woraufhin sich der Bürgermeister beeilte, den »böswillig gegen mich erhobenen Antisemitismusvorwurf« zurückzuweisen und sich selbst gewissermaßen einen Persilschein auszustellen: »Seit vielen Jahren« engagiere er sich »aktiv gegen den Antisemitismus«, sogar einen »Preis für Zivilcourage« habe er für seinen »kompromißlosen Einsatz gegen die Neonazis« bekommen. Außerdem habe er »viele Freunde in Israel, die mich darin bestärken, mich gegen das Unrecht der Besatzung und gegen die Siedlungspolitik zu engagieren«, und schließlich könne ihm niemand »das Recht nehmen, mich aktiv dafür einzusetzen, daß das Recht des palästinensischen Volkes auf einen eigenen Staat endlich umgesetzt wird«.
In seinem selbstlosen Kampf für palästinensisches Recht und gegen israelisches Unrecht hat der promovierte Theologe aber nicht nur Verbündete bei der katholischen »Friedensbewegung« und jüdischen Israelis, sondern auch bei prominenten muslimischen Palästinensern: Wie der Journalist und frühere stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Erfurt, Kevin Zdiara, herausfand, hatte Schröter Anfang Juli 2009 an einer Demonstration gegen den (bekanntlich infolge zahlloser Selbstmordattentate errichteten) israelischen Sperrwall in der Nähe der palästinensischen Stadt Beit Jala teilgenommen – in der ersten Reihe, Seite an Seite mit dem obersten islamischen Richter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Scheich Taissir Tamimi. Der hatte, wie Zdiara ebenfalls recherchierte, einen Monat vor dem Protestmarsch gegenüber einem Fernsehsender der PA klargemacht, daß auch er nun nicht mehr schweigen kann: »Die Juden sind dafür bekannt – und man wußte das durch die ganze Geschichte hindurch – , daß sie falsche Behauptungen aufstellen, lügen, fälschen, verleumden und Dinge frei erfinden, nur um ihre Aggression, ihren Landraub, die Schändung heiliger Stätten, die Aneignung von Land, die Zerstörung von Häusern, den Mord an Kindern, Frauen und alten Menschen zu rechtfertigen.« Innerlich zerrissen hat diese antisemitische Brandrede Tamimis den kompromißlosen thüringischen Streiter wider die Judenfeindlichkeit offenbar nicht – ganz im Gegenteil: »Wir haben uns bei der Demonstration eingehakt, und wir haben uns gefühlt wie Brüder«, sagte der frühere Pfarrer nach einem Bericht der Tageszeitung »Südwest Presse« in einem öffentlichen Vortrag.
Der von Schröter beworbene Aufruf von »Pax Christi« ist nur ein (neueres) Beispiel für die gegen Israel gerichteten Boykottaktivitäten, die weltweit erheblich zugenommen haben, seit im Juli 2005 von mehr als 170 palästinensischen Organisationen eine Kampagne für Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen (kurz: BDS) gegen Israel gegründet worden war und zahlreiche Unterstützer gefunden hatte – vom südafrikanischen Erzbischof Desmond Tutu über den britischen Filmregisseur Ken Loach bis zur amerikanischen Philosophin Judith Butler. Die BDS-Bewegung, die Israel als »Apartheidstaat« wie ehedem Südafrika betrachtet, ruft zu einem umfassenden wirtschaftlichen, politischen, akademischen und künstlerischen Boykott Israels sowie zu einem Investitionsentzug, zu Embargos und Zwangsmaßnahmen auf. Ihre Aktivisten und Unterstützer schreiten dabei mit allerlei Aktionen voran.
So findet beispielsweise jedes Jahr in über 50 Städten in den USA, Kanada, England, Südafrika und weiteren Ländern eine »Israeli Apartheid Week« mit einer Reihe von Kundgebungen und Universitätsveranstaltungen statt. Die größte britische Akademikergewerkschaft University and College Union (UCU) stimmte zudem im Jahr 2010 auf ihrer Hauptversammlung für einen Abbruch der Beziehungen mit Histadrut, dem Dachverband der Gewerkschaften Israels, weil dieser im Januar 2009 den »israelischen Angriff auf Zivilisten in Gaza« unterstützt habe und daher nicht den Namen einer Gewerkschaftsorganisation verdiene. Bereits im Mai 2007 hatte sich die UCU auf einen Boykott akademischer israelischer Einrichtungen verständigt. Zwei dänische Banken beschlossen im Januar 2010, ihre Investitionen aus israelischen Firmen zurückzuziehen, die »eine Rolle bei der Finanzierung und Unterstützung beim Bau der Mauer und der Siedlungen spielen«. Musiker wie der Pink-Floyd-Frontsänger Roger Waters, Elvis Costello und Carlos Santana sagten ihre Konzerte in Israel ab oder riefen dazu auf, keine Konzerte in Israel zu geben. Und die amerikanische Schriftstellerin Alice Walker weigerte sich sogar, ihr mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Buch The Color Purple (Die Farbe Lila) ins Hebräische übersetzen zu lassen.
All dies soll, wie es auf den Internetseiten der BDS-Kampagne heißt, dazu führen, daß der jüdische Staat die »Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes beendet« und »die Rechte der palästinensischen Flüchtlinge, in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum zurückzukehren«, »respektiert, schützt und fördert«. Daß die Bewegung offenläßt, wieviel arabisches Land sie für besetzt und kolonisiert hält – nur die Westbank oder womöglich doch ganz Israel? – , dürfte dabei kein Zufall sein, sondern eine bewußte Entscheidung. Denn auf diese Weise können sich ihr diejenigen, die offiziell eine Zweistaatenlösung befürworten, genauso anschließen wie jene, die »ganz Palästina befreien«, das heißt: Israel zerstören wollen. Und daß man auf dem »Rückkehrrecht« der palästinensischen »Flüchtlinge« beharrt, hat außer ideologischen Gründen auch ganz konkret strategische: Angesichts der Tatsache, daß sich der Flüchtlingsstatus bei den Palästinensern vererbt und die Zahl der Flüchtlinge dadurch von anfänglich etwa 900.000 auf mittlerweile rund fünf Millionen Menschen angewachsen ist (von denen der weitaus größte Teil ja nie in Israel gelebt hat), würde eine »Rückkehr« dieser Menschen die Juden in Israel zu einer Minderheit machen. Israel wäre dann kein jüdischer Staat mehr. Aus diesen Gründen ist sogar der amerikanische Politikwissenschaftler Norman Finkelstein – sonst selbst ein glühender »Antizionist« und eine Galionsfigur der »Israelkritiker« – mit scharfen Worten auf Distanz zur BDSKampagne gegangen. Im Februar dieses Jahres sagte er in einem Interview: »Die BDS-Aktivisten sprechen von einem dreistufigen Plan: Wir wollen ein Ende der Besatzung, das Recht auf Rückkehr und die gleichen Rechte für Araber in Israel. Sie glauben, besonders schlau zu sein. Aber Sie und ich wissen, was das Ergebnis davon sein wird: Es wird kein Israel mehr geben.«
Denn die BDS-Kampagnen sind ein fester Bestandteil des Kampfes gegen den jüdischen Staat, der an verschiedenen Fronten und mit verschiedenen Waffen geführt wird: mit Attentaten, Bomben und Raketen im Nahen Osten, mit Boykottaktivitäten in Europa und Nordamerika sowie mit vermeintlich humanitären »Friedensflottillen«, die von europäischen »Antizionisten« und vernichtungswilligen Islamisten gemeinsam ins Werk gesetzt werden. Die Antisemiten teilen sich gewissermaßen die Arbeit, um den militärisch bislang überlegenen Gegner zu Fall zu bringen: Während die einen Israel mit physischer Gewalt zuleibe rücken, treiben die anderen die internationale Dämonisierung und Delegitimierung des Judenstaates voran.
Daß es dabei nicht um das Wohl der Palästinenser geht, zeigt sich bereits daran, daß keiner der BDS-Aktivisten je gegen deren nahezu völlige Entrechtung im Libanon oder gegen die regelmäßigen Gemetzel zwischen der Hamas und der Fatah seine Stimme erhoben hat. Gewalt gegen Palästinenser, die nicht von Israel ausgeübt wird, ist schlicht kein Thema – auch nicht bei »Pax Christi« oder Albrecht Schröter. Im übrigen: Hat man von ihnen jemals Proteste gegen die Raketenangriffe der Hamas und der Hisbollah auf Israel vernommen? Haben sie sich jemals gegen die antisemitischen Haßtiraden des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad gewandt oder vor den Atomplänen Teherans gewarnt? Hat es jemals einen Aufruf von ihnen gegeben, auf den Kauf iranischer Pistazien zu verzichten, oder die Forderung nach einer Kennzeichnungspflicht für iranisches Öl? Natürlich nicht. Und schon deshalb liegt es auf der Hand, daß sich ihre Kampagne nicht »nur« gegen die israelische »Besatzung« richtet, sondern daß das, was früher »Kauft nicht beim Juden!« hieß, heute de facto zur Parole »Kauft nicht beim Judenstaat!« mutiert ist.
Alex Feuerherdt schrieb in KONKRET 3/12 über eine Studie zum Antisemitismus in Deutschland
Konkret 09/12, S. 20

Antisemitismus, Rassismus und Neonazismus in der DDR

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PLO Arafat -DDR Honecker

 

Rassismus und Neonazismus in der DDR – Ursachen und Folgen

Verfasst von Harry Waibel. Verfasst am 12.06.2015

In meinen Publikationen belege ich für die DDR über 8.000 neonazistische, antisemitische und ras­sistische Propaganda- und Gewaltstraftaten. Dabei sind etwa 7.000 dem Neonazismus zu zu­ordnen, etwa 900 Angriffe sind antisemitisch (inkl. Friedhofsschändungen) und  etwa 700 „Vorkommnisse“ sind Ausdruck des in der DDR latent und manifest vorhandenen Ras­sismus. Diese 700 „Vorkommnisse“ beinhalten über 200 rassistische Pogrome und pogrom­ähnliche Auseinandersetzungen, bei denen Afghanen, Algerier, Kubaner, Japaner, Indonesier, Jemeni­ten, Jugoslawen, Mosambikaner, Polen, Sowjetische Bürger, Syrer, Tschechoslowa­ken, Tune­sier, Türken, Ungarn und Vietnamesen Opfer ostdeutscher Rassisten und Neonazis geworden sind. Entgegen der viel verbreiteten Ansicht in Hoyerswerda 1991 hätte es das erste rassisti­sche Pogrom in der deut­schen Nachkriegsgeschichte gegeben, ist es tatsächlich so, das in Er­furt im August 1975 das erste rassistische Pogrom der deutschen Nach­kriegsgeschichte statt­gefunden hat, als algerische „Vertragsarbeiter“ in mehreren Tagen von Mobs durch die Stadt gejagt wurden. Der erste Angriff eines deutschen Mobs auf ein Wohnheim, ähnlich dem von 1991 in Hoyerswerda, fand am 13. Februar 1977 in Dessau statt, als mehrere Rassisten ein Wohnheim für algerische Arbeiter mit Steinen angriffen. Insgesamt sind für die DDR über 30 rassistische Angriffe auf Wohnheime von ausländischen Arbeitern durch Archivmateria­lien belegt. In Merse­burg wurden im August 1979 zwei Kubaner getötet und anschließend sorgte die Partei- und Staatsführung der DDR dafür, dass keine juristischen Ermittlungen durch Staatsanwaltschaft und Volkspolizei stattfinden konnten. Zurzeit wird juristisch geprüft, ob und wie ein neues Ermittlungsverfahren zur Aufklärung der Umstände des Todes der bei­den kubanischen Arbeiter möglich werden kann.

Der Antifaschismus der SED hat die rassistische, neonazistische und antisemitische Entwick­lung in der DDR weder in ihren Ansätzen verhindern können, noch konnte sie sie stoppen. Dafür sind weitestgehend DDR-spezifi­sche Ursachen aus den Bereichen Geschichte, Ideolo­gie und Politik verantwortlich. Die Verleugnung und Ver­drängung dieser Tatsachen bis in die Gegenwart hinein hat gravierende Folgen, was die Glaubwürdigkeit und die Wirksamkeit die­ses Antifaschismus angeht.

https://linksunten.indymedia.org/de/node/145796

 

Der gescheiterte Antifaschismus der SED

Geschrieben von Harry Waibel 11. Juni 2015

 

Antisemitismus, Rassismus und Neonazismus in der DDR

 

’Damit (links-)deutsche Ideologen handeln‚ als enttäuschte zu Verstande gekommene Menschen’ (Marx)

 

Harry Waibel führt in seine Untersuchung u. a. mit folgenden Sätzen ein: „Wie die SED den Antisemitismus in der DDR leugnete, so leugnete sie auch den Rassis­mus. Wenn doch „Vor­kommnisse“ dieser Art registriert werden mussten, dann wurden Täter als „kriminelle“ oder „asoziale“ Elemente be­zeichnet, die durch den schädli­chen Einfluss westlicher Medien oder Agenten dazu beeinflusst worden wären. Die Verleug­nung und Verdrängung dieser Thematik reicht bis in die Gegenwart, wenn von Mitgliedern und Sympathisanten der Linkspartei immer wieder behauptet wird, in der DDR hätte es kei­nen Ras­sismus oder Antisemitismus gegeben, und die Erscheinungen der Gegenwart seien aus­schließlich Folgen der politischen, sozialen und ökonomischen Veränderungen ab 1990. (…) Rassisten, Antisemiten und Neonazis waren Teil einer sozialen Realität (der DDR Anm.JSB)und sie bildeten die politischen, re­aktionären Kerne einer ansonsten amorph strukturierten Opposition und deren rassistische Exzesse waren auch ein Ausdruck dafür, dass sie den sozialen und politischen Verhältnissen kritisch oder ablehnend gegenüberstanden. “Damit (links-)deutsche Ideologen handeln ‚als enttäuschte zu Verstande gekommene Menschen“ (Marx)

 

Wer aber vom Rassismus in der DDR nicht reden will, sollte auch vom Antifaschismus schweigen Einleitung

Rassisten, Antisemiten und Neonazis waren Teil einer sozialen Realität und sie bildeten die politischen, reaktionären Kerne einer ansonsten amorph strukturierten Opposition und deren rassistische Exzesse waren auch ein Ausdruck dafür, dass sie den sozialen und politischen Verhältnissen kritisch oder ablehnend gegenüberstanden. Somit fand der in der Bevölkerung latent vorhandene Unmut und die Demoralisierung über die Unmöglichkeit der Veränderung der Verhältnisse, im Rassismus einen politischen Ausdruck. Rassismus ist hier jedoch nicht nur zu Verstehen als Opposition gegen die staatliche und gesellschaftliche Totalität der DDR, sondern damit wurden unverarbeitete, tradierte Bewusstseinsinhalte sichtbar, die durch Zensur und Repression lediglich unterdrückt worden waren. Die Ursachen für den Rassismus in der DDR lassen sich nicht allein aus Politik, Ideologie oder durch Einwirkungen aus dem Westen erklären, denn ohne innere Ursachen hätten rassistische Parolen keinen Nährboden finden können.

Aus ca. 1.500 unveröffentlichten Archivmaterialien belege ich insgesamt über 8.600 neonazistische, rassistische und antisemitische Propaganda- und Gewalttaten, wobei der Anteil antisemitischer Angriffe bei ca. 900 liegt und ca. 145 Vorfälle betreffen Schändungen jüdischer Friedhöfe und Gräber. Es gab über 700 rassistische Angriffe mit mindestens 12 Toten und tausenden verletzten Kinder, Frauen und Männer aus über 30 Ländern. Menschen aus Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa wurden so Opfer rassistischer Angriffe und mit den meisten Herkunftsländern hatte die DDR offiziell, unter dem Gesichtspunkt eines „proletarischen Internationalismus“, hervorgehobene politische Beziehungen.

Das Spektrum des Rassismus erstreckte sich von Schändungen von Gräbern auf jüdischen Friedhöfen unmittelbar nach dem Ende des II. Weltkrieges, über Hakenkreuzschmierereien ab den 1950er Jahren bis hin zu Pogromen in den 1970er und 1980er Jahren. Ab den 1960er Jahren gab es in mehreren Bezirken neonazistische Gruppen, so wurden 1962/63 acht „Untergrundgruppen“ aufgedeckt, von denen vier neonazistisch waren. In den 1970er Jahren gab es mehrere hundert rassistische Angriffe an Oberschulen, an Betriebsberufsschulen und Kinder- und Jugend-Sportschulen, wo neonazistische bzw. rassistische Symbole und Losungen vorgefunden oder wo, besonders um einen 20. April herum, „Heil Hitler“ gegrölt wurde. In den Fußballstadien der Oberliga trafen sich unzählige neonazistische Hooligans und Skinheads und fanden dort ein öffentliches Publikum für ihre rassistischen Parolen und Gesänge.

Ab den 1970er Jahren kamen, durch zwischenstaatliche Abkommen, z. B. mit Algerien, Kuba, Mosambik oder Vietnam, „Vertragsarbeiter“ in Betriebe der DDR. Für jeden Beschäftigten galt eine 4-jährige Aufenthaltsdauer, es gab ein Verbot des Zuzugs von Familienangehörigen und jeder Arbeitsvertrag konnte nur mit der Zustimmung der jeweiligen Regierungsvertreter gekündigt werden. Schwangere Ausländerinnen hatten die DDR zu verlassen. In den Wohnheimen für die Arbeiter aus dem Ausland konnten in einem Raum bis zu vier Personen leben und jeder Person standen mindestens 5 qm zu — das im Gegensatz zu den für Deutsche üblichen 12 qm. Frauen und Männer hatten in getrennten Unterkünften zu leben und Besuche von Frauen bei Männern bzw. umgekehrt wurden nicht erlaubt. Wohnheime wurden oft überbelegt und gelegentlich mussten sich bis zu 40 Personen fünf Kochstellen teilen. Es wurden nächtliche Kontrollen durchgeführt, die Leitungen der Wohnheime besaßen Schlüssel zu allen Räumen und konnten so zu jeder Zeit Durchsuchungen vornehmen. Zu den ersten Migranten gehörten algerische Arbeiter, die Mitte der 1970er Jahre in fünf Betrieben der Kohle- und Baustoffindustrie sowie im Landmaschinenbau eingesetzt wurden. So waren im Kombinat Schwarze Pumpe (Bezirk Cottbus) ca. 300 Algerier tätig, die zu jeweils 30 Mann in Baracken lebten, die im Sommer heiß und im Winter kalt waren. Zwei oder drei Personen wohnten in einem Raum, in dem sich eine Toilette und eine Dusche befanden. Gekocht wurde in Gemeinschaftsküchen. Die Baracken befanden sich weit außerhalb des Stadtzentrums und öffentliche Verkehrsmittel waren rar. Die ausländischen Arbeiter wurden durch das Personal von Wohnheimen bevormundet, es wurden ihnen Pässe abgenommen, Linienbusse fuhren an wartenden Afrikanern vorbei, auf Ämtern wurden sie ignoriert und von Ärzten ungleich behandelt. Diese rassistische Segregation von Ausländern am Arbeitsplatz und im Wohnheim beförderte die in der ost-deutschen Gesellschaft latent vorhandenen rassistischen Aggressionen. In vielen Bereichen der Gesellschaft, an den Universitäten oder in Betrieben wurden Deutsche genötigt zu erklären, dass sie keine Kontakte zu Ausländern aufnehmen oder das sie unvermeidbare Kontakte melden. Diese Kontaktsperre betraf auch Meister und Betreuer von ausländischen Arbeitern in der Industrie.

Ausländische ArbeiterInnen wurden von ihren Arbeitgebern bezahlt und mit betriebskulturellen Angeboten versorgt, jedoch wurden ihre eigenen sozialen und kulturellen Bedürfnisse und Gewohnheiten völlig missachtet. Formal gleichgestellt mit den Deutschen, waren sie in ihrem Leben weitgehend rechtlos und am untersten Ende der sozialen Hierarchie eingeordnet. Niemand in der DDR wollte ihre Integration in die Gesellschaft, im Gegenteil sie waren ständig von Sanktionen bedroht, gegen ihren Willen in ihre Heimat abgeschoben zu werden. Die Mehrheit dieser Ausländer lebte in den 1980er Jahren in fünf der 15 Bezirke: KarlMarx-Stadt, Dresden, Berlin, Leipzig und Halle. Unterrepräsentiert waren sie in den Bezirken Neubrandenburg, Schwerin und Suhl, also in ländlich geprägten Bezirken mit wenig Industrie. 1989 lag der Anteil der Frauen bei den Ausländern bei ca. 30 %. Einen Großteil dieser Frauen waren Vietnamesinnen.

Die Ausländer wurden zum Ziel rassistischer Aggressionen und Ressentiments, gespeist aus Sozial-Neid und sozial-darwinistischen Anschauungen. Immer wieder wurde ihnen von Deutschen eine mangelnde Einstellung zur Arbeit vorgeworfen oder ihre Ordnungs und Sauberkeitsgewohnheiten wurden wieder und wieder als „Ekel erregend“ abqualifiziert. Die Unzufriedenheit vieler Deutscher über ihre eigene politische und ökonomische Situation, entlud sich in offenen Aggressionen gegen die Migranten. Die kleinmütigen und ängstlichen Deutschen, die es nicht wagten gegen die tatsächlichen Urheber der Misere zu kämpfen, benutzten die Ausländer als Sündenböcke für die Abfuhr ihrer Frustrationen.

Die rassistische Szene

Bereits unmittelbar nach 1945 gehörten organisierte und unorganisierte Neonazis zu den hervorstechenden Akteuren der rassistischen Szene in der DDR und sie blieben es bis zu ihrem Ende. Ab den 1970er Jahren traten gewaltbereite Hooligans in und vor Fußballstadien hinzu und ab den 1980er Jahren entwickelten sich die durch Glatzen und Kleidung uniformierten neonazistischen und rassistischen Skinheads. Ebenfalls ab den 1970er Jahren entwickelte sich eine neue Erscheinungsform des rassistischen Vorgehens, wenn sich Deutsche spontan und ungeplant zu einem rassistischen Mob versammelten und zuschlugen.

Pogromartige Angriffe auf Wohnheime für Ausländer gab es ab Mitte der 1970er Jahre und sie sind insofern ein Ausdruck einer Besonderheit, denn in der BRD gab es vergleichsweise keinen rassistischen Angriff eines Mobs auf Wohnungen von Ausländern, mit einer Ausnahme, als im Juni 1992 in Mannheim-Schönau ein Wohnheim für Flüchtlinge von Rassisten angegriffen wurde und die Angreifer Unterstützung von mehreren hundert Deutschen erhielten, die sie durch Rufe und Parolen anfeuerten.

Für die DDR belege ich nahezu 40 Angriffe auf Ausländerwohnheime und den Beginn dieser speziellen Form des Angriffs bildet die Parole „Chilenen raus“, die 1973 an der Wand eines Wohnblocks in dem Chilenen wohnten in Karl-Marx-Stadt. Sie hatten nach dem faschistischen Putsch des chilenischen Militärs unter der Führung von General A. Pinochet in der DDR politisches Asyl erhalten hatten.

Im Januar 1976 wurde In der Gemeinde Spergau im Kreis Merseburg (Bezirk Halle) organisierte eine Oberschülerin (16 Jahre) eine Unterschriftensammlung mit dem Ziel, dass die in Spergau wohnenden Algerier aus der DDR ausgewiesen werden sollten. Die Leitung der Schule dieser Aktivistin entdeckte die Liste mit 117 Unterschriften, u. a. hatten dort Lehrer und Mitglieder des Gemeinderates unterschrieben und übergab sie an die Kreisleitung der SED. Dort wurde diese Unterschriftensammlung als Eingabe für den Gemeinderat behandelt. Die von Algeriern verursachten „Vorkommnisse“, stellten nach Meinung der Schülerin, eine Gefährdung des Lichtmeßfestes dar, da sich deutsche Mädchen und Frauen abends nicht mehr auf die Straße trauten. In Spergau sei es bis dahin zu insgesamt 16 „Vorkommnissen“ mit Algeriern gekommen und zusätzlich hätte es am Arbeitsplatz beim VEB Kombinat Leuna Fehlverhalten der Algerier gegeben, Einrichtungen im Wohnheim seien beschädigt oder zerstört worden, es soll Diebstähle gegeben haben und außerdem habe es im Zusammenhang mit den Löhnen Streiks gegeben.

In Dessau (Bezirk Halle) kam es im Februar 1977 im und vor dem „Haus des Handwerks“ zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen etwa 25 Algeriern und etwa 70 Deutschen. Unter dem Druck der Geschehnisse mussten sich die Araber zu ihrem Wohnheim zurückziehen, wo die Auseinandersetzung fortgesetzt und eine große Anzahl Fensterscheiben des Wohnheims durch Wurfgeschosse der deutschen Angreifer zerstört wurden. Ein konzentrierter Einsatz von Volkspolizei und Sicherheitskräften konnte „Ruhe und Ordnung“ wieder herstellen. 18 Deutsche waren von der Volkspolizei vorläufig festgenommen worden, doch die Angriffe wären von einem deutschen Arbeiter „bewußt und vorsätzlich provoziert“ worden. Bei seiner Vernehmung bei der Volkspolizei gab er am, er hätte „eine persönliche Antipathie“ gegen Algerier. Gegen ihn wurde „ein Ermittlungsverfahren mit Haft“ gemäß § 215 StGB Rowdytum und gegen weitere sieben Deutsche wurde ein Ermittlungsverfahren ohne Haft gemäß § 215 StGB Rowdytum eingeleitet.

Die Reihe der Angriffe auf Wohnheime endete im August 1990 als in Trebbin (Bezirk Potsdam) ein Wohnheim für Mosambikaner von etwa 30 Rassisten angegriffen wurde. Insofern muss auch die Aussage korrigiert werden, die Angriffe auf Wohnheime für Ausländer in Hoyerswerda im Jahr 1991 seien das erste Pogrom in Deutschland nach dem II. Weltkrieg gewesen.

Die ersten rassistischen Pogrome eines deutschen Mobs fern der Wohnheime waren eine weitere Besonderheit des Rassismus in der DDR. So wurden in Erfurt im August 1975 mehrere Algerier von einem, mit Eisenstangen und Holzlatten bewaffneten deutschen Mob angegriffen, der sie durch das Stadtzentrum vor sich her trieb. Unter Polizeischutz konnten die Angegriffenen, es gab viele Verletzte, in ihre Unterkünfte flüchten. Diese rassistischen Vorfälle hatten den Charakter von Lynchjustiz, dauerten vier Tage und sie sind das erste rassistische Pogrom in Deutschland nach 1945.

Rassistische Angriffe gegen Vertragsarbeiter

Rassistische Angriffe fanden statt durch staatliche Institutionen und durch rassistische Mobs aus der Mitte der Gesellschaft. Die anhaltenden rassistischen Angriffe auf algerische Arbeiter bewog die algerische Regierung dazu, dass sie ab Ende der 1970er Jahre ihre Leu- 7 Meinung der Schülerin, eine Gefährdung des Lichtmeßfestes dar, da sich deutsche Mädchen und Frauen abends nicht mehr auf die Straße trauten. In Spergau sei es bis dahin zu insgesamt 16 „Vorkommnissen“ mit Algeriern gekommen und zusätzlich hätte es am Arbeitsplatz beim VEB Kombinat Leuna Fehlverhalten der Algerier gegeben, Einrichtungen im Wohnheim seien beschädigt oder zerstört worden, es soll Diebstähle gegeben haben und außerdem habe es im Zusammenhang mit den Löhnen Streiks gegeben.

In Dessau (Bezirk Halle) kam es im Februar 1977 im und vor dem „Haus des Handwerks“ zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen etwa 25 Algeriern und etwa 70 Deutschen. Unter dem Druck der Geschehnisse mussten sich die Araber zu ihrem Wohnheim zurückziehen, wo die Auseinandersetzung fortgesetzt und eine große Anzahl Fensterscheiben des Wohnheims durch Wurfgeschosse der deutschen Angreifer zerstört wurden. Ein konzentrierter Einsatz von Volkspolizei und Sicherheitskräften konnte „Ruhe und Ordnung“ wieder herstellen. 18 Deutsche waren von der Volkspolizei vorläufig festgenommen worden, doch die Angriffe wären von einem deutschen Arbeiter „bewußt und vorsätzlich provoziert“ worden. Bei seiner Vernehmung bei der Volkspolizei gab er am, er hätte „eine persönliche Antipathie“ gegen Algerier. Gegen ihn wurde „ein Ermittlungsverfahren mit Haft“ gemäß § 215 StGB Rowdytum und gegen weitere sieben Deutsche wurde ein Ermittlungsverfahren ohne Haft gemäß § 215 StGB Rowdytum eingeleitet.

Die Reihe der Angriffe auf Wohnheime endete im August 1990 als in Trebbin (Bezirk Potsdam) ein Wohnheim für Mosambikaner von etwa 30 Rassisten angegriffen wurde. Insofern muss auch die Aussage korrigiert werden, die Angriffe auf Wohnheime für Ausländer in Hoyerswerda im Jahr 1991 seien das erste Pogrom in Deutschland nach dem II. Weltkrieg gewesen.

Die ersten rassistischen Pogrome eines deutschen Mobs fern der Wohnheime waren eine weitere Besonderheit des Rassismus in der DDR. So wurden in Erfurt im August 1975 mehrere Algerier von einem, mit Eisenstangen und Holzlatten bewaffneten deutschen Mob angegriffen, der sie durch das Stadtzentrum vor sich her trieb. Unter Polizeischutz konnten die Angegriffenen, es gab viele Verletzte, in ihre Unterkünfte flüchten. Diese rassistischen Vorfälle hatten den Charakter von Lynchjustiz, dauerten vier Tage und sie sind das erste rassistische Pogrom in Deutschland nach 1945.

Rassistische Angriffe gegen Vertragsarbeiter

Rassistische Angriffe fanden statt durch staatliche Institutionen und durch rassistische Mobs aus der Mitte der Gesellschaft. Die anhaltenden rassistischen Angriffe auf algerische Arbeiter bewog die algerische Regierung dazu, dass sie ab Ende der 1970er Jahre ihre Leu- 7 te wieder aus der DDR abgezogen haben. An ihre Stelle traten Arbeiter aus Mosambik, Kuba und Vietnam hinzu, die von rassistischen Mobs mit der gleichen Militanz empfangen wurden, mit der schon die Algerier vertrieben worden waren. Bei den Rassisten muss es eine große Genugtuung und Freude ausgelöst haben, dass sie es geschafft hatten, die Algerier aus dem Land zu vertreiben, doch die Tatsache, dass die SED nun Arbeiter aus Afrika oder Kuba ins Land holte, brachte die soziale Atmosphäre gegen Ausländer zum kochen.

Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Kubanern und Deutschen oder Algeriern und Deutschen waren im Alltag üblich und Deutsche behaupteten immer wieder, dass sich die Ausländer gegenüber deutschen Frauen provozierend verhielten und deshalb wäre es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Deutsche verglichen die Wohnungen von Kubanern mit einem Bordell und dazu passt das weitverbreitete Gerücht, die Kubaner hätten „Geschlechtskrankheiten“ eingeschleppt und in ihren Wohnungen würden sie über Schuß- und Stichwaffen verfügen.

Gastwirte weigerten sich mit rassistischen Begründungen Afrikaner zu bedienen und bei Disko-Veranstaltungen wurden mit leeren Biergläsern auf der Tanzfläche Hakenkreuze gebildet, „Heil Hitler“ gerufen und der Hitlergruß gezeigt.

Den Migranten schlug „Neid, Missgunst und Rassismus“ entgegen und Busfahrer hielten nicht, wenn ausschließlich Afrikaner an einer Haltestelle warteten. Rassisten verprügelten unter dem Motto „Vertreibung von Negern aus dem Jugendklub“ afrikanische Arbeiter. Es gab rassistische Äußerungen, wie „schwarzen Affen“ und Deutsche drohten mit „Selbstjustiz“. Angeblich, so das Gerücht, könnten Mosambikaner tun und lassen was sie wollten, sie würden strafrechtlich „nicht zur Verantwortung gezogen. Gegen diese Stimmung setzten die Volkspolizei und das MfS, im Einvernehmen mit dem Ministerium für Volksbildung und dem Staatssekretariat für Berufsausbildung, um Exempel zu statuieren, auf die zwangsweise Rückführung von Ausländern in das Heimatland. Offiziere des MfS drohten mit verheerenden Folgen für die innere Verfassung der DDR, falls ihre Vorschläge nicht angenommen würden. Das MfS entnahm aus den Diskussionen in der Bevölkerung der DDR, dass „Ausländerfeindlichkeit“ existierte und es wurde klar und deutlich, darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Spannungen und Konflikte noch verstärken würden, falls die Probleme nicht in ihrem Sinne geklärt würden. Diese Strategie der Einschüchterung der für eine begrenzte Zeit eingewanderten Ausländer durch Androhung und auch Vollzug von „Rückführung“ ins jeweilige Heimatland. Damit suggerierte der Sicherheitsapparat der deutschen Bevölkerung, dass man bereit und entschlossen war, gegen „kriminelle“ Ausländer hart durchzugreifen. Man kann hier auch davon ausgehen, dass ausländische Arbeiter, gerade nach heftigen rassistischen Angriffen, es nicht ungern in Kauf nahmen, wieder in die Heimat zurückgeflogen zu werden. So drehte sich die Spirale der Gewalt und des Terrors immer weiter und die Sicherheitsbehörden der DDR mussten schließlich vor der Übermacht ihrer inneren Gegnern und Feinden ihre Waffen strecken. Im Jahr des Mauerfalls beschwerten sich die Botschafter von Kuba und Mosambik beim Außenministerium der DDR darüber, dass ihre Staatsbürger im wachsenden Maß beschimpft und gewalttätig angegriffen wurden.

Wie sehr die unter den rassistischen Exzessen liegenden überheblichen Gedanken und Gefühle von Nationalstolz in der DDR eine weite Verbreitung gefunden haben, zeigen demoskopische Umfragen die vom „Zentralinstitut für Jugendforschung“ (ZIJ) in Leipzig erhoben wurden. Das ZIJ bildete in der Wissenschaftslandschaft der DDR in derart eine Ausnahme, als nur den dort tätigen Sozialwissenschaftler erlaubt wurde Umfragen durchzuführen, mit einer wesentlichen Bedingung: Die Studien mussten „streng geheim“ gehalten werden und sie durften nur den Mitgliedern des Politbüros der SED zugänglich gemacht werden. In einer Erhebung aus dem Jahre 1988 war deutlich zu sehen, dass sich nennenswerte Teile der Bevölkerung von den, für die SED legitimatorisch wichtigen Inhalten der offiziell gültigen Geschichtsschreibung und der herrschenden Politik distanziert hatten und dass nationalistische oder faschistische Einstellungen und Strömungen nicht mehr zu übersehen waren. Obwohl die Repräsentativität der demoskopischen Untersuchung „Politisch-historische Einstellungen bei Jugendlichen 1988″, mit über 1.900 Befragten, durch einen zu hohen Anteil von Mitgliedern der SED bei Studenten, Arbeitern und Angestellten nicht gewährleistet war, waren die Ergebnisse „eher positiv verzerrt“. 11 % der Befragten stimmten der Behauptung zu, die „Deutschen waren schon immer die Größten in der Geschichte“.

Deutschtümelnde bzw. nationalistische Überheblichkeiten traten deutlich hervor und bei einem nicht unerheblichen Teil der Befragten waren „größere Erkenntnisdefizite in Bezug auf Wesen und Funktion des Faschismus und der Rolle Hitlers“ zu konstatieren. 64 % der Befragten gaben an, stolz zu sein auf ihr „Deutschtum“, 67 % hielten die Deutschen für besser als Polen und 40 % waren der Ansicht, es wäre am besten, „wenn alle Ausländer das Land verlassen würden“. Die Wissenschaftler kamen zur Ansicht, dass ca. 10 bis 15 % der Bevölkerung „festgefügte rechtsradikale Denkmuster“ und bis zu 50 % der Jugendlichen „rechtsradikale Gefühlsstrukturen“ besäßen. Für die Autoren dieser Studie drängte sich die Frage nach der Wirksamkeit der „internationalistischen Erziehungsarbeit“ auf. Insgesamt sollten die Studie Anlass „zum ernsthaften Nachdenken“ sein. Die Adressaten dieser, als „Vertrauliche Verschlußsache“ deklarierten Studie mit ihren brisanten Ergebnissen, waren im Politbüro der SED zu finden, denn solche Studien wurden ausschließlich diesem höchsten politischen Gremium bekannt gemacht.

Rassistische Pogrome

 

 

In Merseburg (Bezirk Halle) kam es im August 1979 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Kubanern. Zuvor war es bereits, nach einer Tanzveranstaltung, zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen vier Ungarn und vier Kubanern gekommen. Sie waren im VEB Leuna-Werke „Walter Ulbricht“ beschäftigt. Nach einer Veranstaltung in einer Gaststätte hatten sich mehrere Deutsche vorgenommen, einen Kubaner zu misshandeln, weil es zuvor zu Streitigkeiten gekommen war. Dafür zogen sie Richtung Stadtmitte und begegneten einem Kubaner, den sie grundlos niederschlugen. Von dort zogen sie weiter und bei einer Straßenbahnhaltestelle trafen sie auf zwei Kubaner, die sie ebenfalls niederschlugen. Diese tätlichen Angriffe wurde von einer abseits stehenden Gruppe Kubaner beobachtet, die ihren Landsleuten zur Hilfe kamen und dadurch kam es zu Auseinandersetzungen, bei denen Steine und Flaschen geworfen wurden. Die Kubaner zogen sich in ihr Wohnheim zurück, beratschlagten ihre Situation und beschlossen am nächsten Tag einen „Racheakt“ in der Gaststätte durchzuführen. Am Abend des nächsten Tages kam es in der Gaststätte, es befanden sich etwa 230 Deutsche im Saal, zu gewalttätigen Auseinandersetzungen als etwa 10 Kubaner den Saal stürmten. Danach flüchteten sie vor das Gebäude, wo Kubaner „in einer Stärke von circa 35 Mann standen, die die heraus stürmenden Deutschen mit „Feldsteinen und Weinflaschen“ bewarfen. Auch Fensterscheiben der Gaststätte wurden durch Steinwürfe zerstört. Der „überwiegende Teil“ der Kubaner entfernte sich über die Saalebrücke in das Zentrum von Merseburg. Doch neun Kubaner flüchteten entlang des Flussufers, verfolgt von einem rassistischen Mob von ca. 30 bis 40 Deutschen. Da ihnen von anderen Deutschen dieser Weg versperrt wurde, sprangen die Kubaner in den Fluss und versuchten schwimmend das andere Ufer zu erreichen. Auf der Saalebrücke beobachteten ca. 70 Deutsche das makabere Schauspiel und einige von ihnen bewarfen die Schwimmer mit „Gegenständen“, wie z. B. mit „Weinflaschen“. Eine Deutsche sagte bei der Volkspolizei aus, dass sie, auf der Brücke stehend, eine Flasche auf einen Schwimmenden geworfen hatte und das sie den Hinterkopf eines Flüchtlings traf. Ihrer Meinung nach zeigte der Schlag Wirkung und der schwimmende Kubaner „geriet zeitweilig unter Wasser“.

Als die Volkspolizei eintraf, war das Pogrom bereits beendet. Die vier Kubaner, die schwimmend das andere Ufer erreicht hatten, wurden vorläufig festgenommen (zugeführt).

Am 15. August, drei Tage später, wurde von der Wasserschutzpolizei, in Höhe der Ortschaft Meuschau, der Leichnam eines Kubaners gefunden. Es wurde behauptet, dass die Verletzungen im Stirnbereich „nach Todeseintritt“ entstanden wären. Ein Tag später wurde im Mittellandkanal, circa 1.000 m vom „Ereignisort“ entfernt, der zweite Kubaner tot aufgefunden. Die Obduktion der beiden Leichen ergab, dass sie durch „Ertrinken“ gestorben wären. An der Leiche soll es keinerlei Verletzungen gegeben haben.

In einem internen Schreiben des MfS war am 16. Oktober festgelegt worden:

„Mit Zustimmung des zuständigen Stellvertreters des Generalstaatsanwaltes der DDR, Gen. Borchert, wurde ausgehend von den geführten Ermittlungen, insbesondere unter Berücksichtigung der brüderlichen Beziehungen zwischen der DDR und der Sozialistischen Republik Kuba entschieden, gegen die an dem Vorkommnis in Merseburg Beteiligten keine strafrechtlichen Maßnahmen einzuleiten und das Ermittlungsverfahren gegen UNBEKANNT ein zustellen, „zumal keine erheblichen gesundheitlichen und materiellen Schäden vornegen“.(sic!)

Durch das MdI war am 28. August 1979 an den Generalsekretär der SED und Vorsitzenden des Staatsrates, Gen. Honecker entsprechend informiert worden. Es wurde auch klargestellt, dass die Bezirksverwaltung Halle der VP am 14. August 1979 zwei Ermittlungsverfahren einleiten wollte, was durch das MfS „verhindert werden“ konnte.

Der kubanische Botschafter in der DDR verlangte im Oktober 1979 bei einer Unterredung im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (MfAA), dass „alle Schuldigen“ zur „Verantwortung gezogen und abgeurteilt“ werden müssten, den der Tod der beiden Kubaner wäre zwar „durch Unfall“ geschehen, jedoch als eine „Folge des vorausgegangenen Geschehens“. Der kubanische Botschafter wurde dahingehend im Unklaren gelassen, dass die SED bereits Ende August jegliche juristische Aktivitäten begraben hatte.

Da Mord nicht verjährt wird juristisch noch zu klären sein, ob die Eliminierung eines staatsanwaltschaftlichen Ermittlungverfahrens zur Aufklärung der Umstände des Todes der beiden Kubaner noch gegenwärtig juristisch Konsequenzen hervorruft.

In Leipzig-Lößnig kam es 1987 bei einer der wöchentlich stattfindenden Diskoveranstaltungen in einer Gaststätte zu Zusammenrottungen von Rassisten. Die Gaststätte befand sich neben dem Wohnheim der Karl-Marx-Universität, in dem auch ausländische Studenten wohnten. Hier wurden Afrikaner tätlich angegriffen und es wurden rassistische Parolen gerufen wie z. B. „Ausländer raus aus Deutschland“ oder „Nigger raus“. Fensterscheiben des Wohnheims wurden mit Steinen zerstört. Da die Volkspolizei keinen effektiven Schutz leisten konnte, bewaffneten sich die Afrikaner mit Messern. Ende Januar 1987 war das Wohnheim der Karl-Marx-Universität von ca. 20 Rassisten angegriffen worden die rassistische und faschistische Parolen grölten und Nazi-Lieder sangen. Mitte Februar waren bis zu 50 Neonazis bis in die dritte Etage des Wohnheims eingedrungen. Jedoch lagen die Zimmer für ausländische Studenten in den Etagen sechs bis acht. Die „Wohnheimwache“ verständigte die VP, die drei oder vier Angreifer (16 bis 22 Jahre) festnahm.

Exkurs:

Rassismus in der Stadt und im Kreis Staßfurt (Bezirk Magdeburg) von 1976 bis 1989

 

 

In und um die Stadt Staßfurt sind von Mitte der 1970er Jahre bis zum Ende der DDR immer wieder rassistische und neonazistische Angriffe von den Sicherheitsorganen der DDR notiert worden. Dieses aufgeheizte gesellschaftspolitische Klima kulminierte im September 1987, als ein rassistischer Mob den 18-jährigen Mosambikaner Carlos Conceicao tötete. Um deutlich zu machen, wie sehr diese rassistische Tat eingebettet war in eine Atmosphäre von Hass und Gewalt, wird deutlich durch die hier angeführten Beispiele von Alltagsrassismus im südlichen Zipfel des Bezirks Magdeburg.

In Förderstedt im Kreis Staßfurt wurde 1976 in der Gaststätte „Zum Dreieck“ ein Algerier von einem Deutschen verletzt, weil der sich gegen die Verlobte des Deutschen „aufdringlich“ verhalten haben soll.

In Staßfurt wurden im Februar 1981 in einer Toilette im VEB Chemieanlagenbau, Bereich Mechanische Werkstatt I, mehrere Hakenkreuze, zwei SS-Runen, die Parole „Heil dem Führer“ und zwei Zeilen des Deutschlandliedes festgestellt, was die KDfS Staßfurt als eine „öffentliche Herabwürdigung“ einstufte.

In Staßfurt kam es im März 1981 in den Gaststätten „Bodebrücke“ und „Sternchen“ zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kubanern und Deutschen. Deshalb, so der Bericht des Leiters der Kreisdienststelle Staßfurt des MfS, war es in der deutschen Bevölkerung zu einer „ablehnenden Haltung“ gegenüber den Kubanern gekommen. Eine Sekretärin des Kreiskrankenhauses Staßfurt unterhielt eine intime Beziehung zu einem Kubaner, der sie in ihrer Wohnung besuchte. Sie war verheiratet und hatte drei Kinder, die durch diese Liaison vernachlässigt würden und deswegen bereits „asoziales Verhalten“ zeigten. Deutschen behaupteten, dass sich die Kubaner gegenüber deutschen Frauen provozierend verhalten würden und daraus war es zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen. Außerdem würden deutsche Frauen „ständig den Wohnblock der Kubaner“ im Wohngebiet Leninring „umlagern“, dort übernachten und die Kubaner „durch gezieltes Animieren zu sexuellen Handlungen“ herausfordern. Die „Wohnungen der Kubaner (wären) mit einem Bordell vergleichbar“, sie verfügten über Schuß- und Stichwaffen, hätten „Geschlechtskrankheiten nach Staßfurt“ eingeschleppt. Sie hätten genügend Geld um im Intershop einkaufen zu können und mit ihren Pässen könnten sie in Drittländer reisen. Das MfS wollte mit operativen Maßnahmen diesen Diskussionen entgegentreten. In Staßfurt fand am 18. September 1981, in der Nähe der Bodebrücke, eine tätliche Auseinandersetzung statt, wobei ein Kubaner von einem Deutschen im Gesicht „geringfügige Verletzungen“ erlitt.

In Staßfurt kam es am 11. Dezember 1981, bei einer Diskoveranstaltung der FDJ im Speisesaal des VEB Achslagerwerkes, zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und einem Kubaner, dem solche Verletzungen zugefügt worden sind, dass seine stationäre Behandlung nötig wurde und seine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte.

 

In Staßfurt kam es am 1. Mai 1982 zwischen einem vorbestraften Deutschen und einem kubanischen Anlernling zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Das Volkspolizei-Kreisamt leitete gegen den Kubaner ein Ordnungsstrafverfahren ein.

1982 wurde bekannt, dass in Staßfurt und Umgebung Gastwirte sich mit rassistischen Begründungen weigerten Gäste aus Afrika zu bedienen.

In Staßfurt (Bezirk Magdeburg) wurde am 1. Februar 1985 im VEB Fernsehgerätewerk „Friedrich Engels“ in der Herrentoilette der Halle V ein Hakenkreuz und die Parolen „Ihr seid alle SS-Schweine“ und „Ihr Nazis“ angebracht. Durch Schriftvergleiche sollten der oder die Täter festgestellt werden.

In Egeln im Kreis Staßfurt wurde am 2. April 1985 an einer Bushaltestelle ein „faschistisches Symbol“ aufgefunden. Untersuchungen ergaben, dass diese „öffentliche Herabwürdigung“ wahrscheinlich von Schüler angebracht worden war. Ein Ermittlungsverfahren oder weitere Untersuchungen wurden nicht durchgeführt, da die verantwortlichen Offiziere des Volkspolizei-Kreisamtes Staßfurt die Schmiererei „nicht einwandfrei“ als Hakenkreuz bezeichnen konnten.

In Hecklingen im Kreis Staßfurt gab es am 26. Oktober 1985 bei einer Disko-Veranstaltung durch „Rowdys“ und „Asoziale“ Auseinandersetzungen. Eine Woche davor stellten Jugendliche mit leeren Biergläsern ein Hakenkreuz auf der Tanzfläche auf, riefen „Heil Hitler“ und zeigten den Hitlergruß. Jugendliche brüsteten sich mit einer Reihe von ähnlichen und weiteren Taten. Die KDfS Staßfurt leitete Maßnahmen ein, um den entsprechenden Personenkreis zu ermitteln.

In Staßfurt wurde am 15. Januar 1986 festgehalten, dass die deutsche Bevölkerung und teilweise auch das Verkaufspersonal, z. B. im „Exquisit“ oder im HO-Kaufhaus, „ärgerlich“ über einkaufende Mosambikaner aus der „Schule der Freundschaft“ reagierten, weil die „viele Waren wegkauften“, ohne das für Ersatz gesorgt würde. Afrikanern schlugen in der Stadt und im Kreis Staßfurt „Neid, Missgunst und Rassismus“ entgegen. Es wurde festgestellt, dass Busfahrer nicht anhielten, wenn ausschließlich Afrikaner an einer Haltestelle warteten,

In Staßfurt wurde am 4. Februar 1986 an einer „Arbeiterfahne“ im Speiseraum des VEB Achslagerwerk ein Hakenkreuz festgestellt.

In Staßfurt wurden um den 20. November 1986 herum, Mosambikaner aus der „Schule der Freundschaft“ von Deutschen im und beim „Jugendklub Neundorf“ verprügelt. Die Tätlichkeiten standen unter dem Motto: „Vertreibung von Negern aus dem Jugendklub Neundorfer Straße“. Ein Deutscher war der Meinung, dass diese Prügeleien ein „zurückschlagen“ bedeuteten, da es bereits davor schon Prügeleien von Mosambikanern mit Deutschen gege ben hätte. Die KDfS Staßfurt wollte durch Aufklärung und Ermittlung der Rädelsführer habhaft werden.

In Staßfurt wurde Anfang Februar 1987 der „Stand der Entwicklung der mocambikanischen Jugendlichen“ an der „Schule der Freundschaft“ (SdF) beschrieben. Die KDfS Staßfurt führte die „in letzter Zeit mehrfach auftretenden“ gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Mosambikanern darauf zurück, dass es in Staßfurt nur ca. 350 Plätze in Einrichtungen für Jugendliche gäbe und dass sich an Wochenenden allein etwa 900 Mosambikaner an der Schule befänden. „Prügeleien, Körperverletzungen und Diebstähle“ hätten dazu geführt, dass die Deutschen gegen die Mosambikaner eingestellt wären und Äußerungen wie z. B. „Schwarze Affen“ würden sich häufen. Außerdem drohten betroffene und geschädigte Deutsche „Selbstjustiz“ an, weil sie der Meinung waren, die Mosambikaner könnten angeblich machen was sie wollten, ohne strafrechtlich belangt zu werden.

Der Leiter der KDfS Staßfurt beklagte quasi selbstkritisch ein „jahrelanges Verschweigen der sich abzeichnenden Probleme durch parteiliche und staatliche Leitungskader gegenüber den übergeordneten Dienststellen und der Öffentlichkeit“. Weil Maßnahmen zur Eindämmung der Gefahr „zu spät“ und „unwirksam“ eingesetzt worden sind, konnten sich die dynamischen Tendenzen bis hin zu rassistischem Verhalten entwickeln.

In Güsten im Kreis Staßfurt kam es am 11. Mai 1987 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, weil Deutsche im „Klubhaus der Eisenbahner“ etwa zehn mosambikanischen Lehrlingen der Eintritt ins Lokal, wegen angeblicher Überfüllung, verwehrten. Die Mosambikaner wurden rassistisch beleidigt wie z. B.: „Schwarze Schweine“ oder „zur Zeit des Führers hätte man Dir die Haut abgezogen, Dich langsam getötet und dann verbrannt“ und gewalttätig angegriffen. Erst als andere Deutsche die Auseinandersetzungen beendeten, konnten die Mosambikaner in ihr Wohnheim in Güsten zurückkehren. Am 13. Mai, Zwei Tage später, am 13. Mai, drangen vier angetrunkene Deutsche gewalttätig in das von Mosambikanern bewohnte Lehrlingswohnheim ein und verletzten den Heimleiter. Die hinzugezogene Transportpolizei leitete erste Maßnahmen zur Beweisaufnahme ein, doch kam es dabei zu widersprüchlichen Aussagen.

In der Nacht vom 19. auf den 20. September 1987 gegen 23 Uhr wurde in Staßfurt der 18jährige, mosambikanische Lehrling Carlos Conceicao (Jg. 1969) getötet. Obwohl es seinem Freund noch gelungen war, die Volkspolizei zu informieren, wurde die Leiche erst am 20. September gegen 11 Uhr im Fluss Bode, ca. 100 m von der Brücke entfernt, aufgefunden. Dem vorausgegangen war am 19. September eine Diskoveranstaltung im Jugendfreizeitzentrum (JFZ) in der Karl-Marx-Straße, bei der es zwischen zwei Deutschen und zwei Afrikanern zuerst zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen war, die dann vor dem Gebäude fortgesetzt wurden. Dabei kam es zu rassistischen Äußerungen die dann zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen einem Deutschen und Carlos Conceicao führten, die darin mündeten, dass Carlos über das Brückengelände, ca. 5 m tief, in die Bode geworfen wurde. Seine Hilferufe blieben ungehört. Die sofort eingeleitete „Suchaktion“ wurde am 20. September gegen 4 Uhr ohne Erfolg abgebrochen. Der Täter (21 Jahre), ein vorbestrafter Deutscher aus Staßfurt, wurde am 21. September festgenommen und in die Untersuchungshaftanstalt Magdeburg überführt. Er war geschieden, Vater eines Kindes und er war Mitglied im FDGB. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren, gemäß §§ 115 und 117 StGB eingeleitet, wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, als Ursache, dass C. Conceicao durch Ertrinken gestorben war. Hinweis auf die rassistische Stimmung und Einstellung waren die untätig zuschauenden Deutschen, von denen einer abfällig bemerkte: „Da ist ja nur ein Stück Kohle in die Bode gefallen“.

Am 21. September gegen 18 Uhr fand eine Veranstaltung statt, auf der „eine Information über das Vorkommnis, die eingeleiteten Maßnahmen sowie die bisherigen Ergebnisse der Ermittlungen“ mitgeteilt wurden. Anwesend waren Vertreter des VPKA, der „Schule der Freundschaft“ (SdF) und des Rates des Bezirkes von der Abteilung Volksbildung. Hier wurde auch mitgeteilt, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen waren, dass aber „der Täter festgenommen wurde“ und dass er vor ein Gericht kommen und „nach unseren Gesetzen“ verurteilt werden sollte. Den Zuhörern wurde mitgeteilt, dass „nach unseren Gesetzen im Prinzip eine Freiheitsstrafe von ca. 10 Jahren zu erwarten“ sei. Danach waren einige mosambikanische Lehrlinge sehr unzufrieden über den Verlauf der Informationsveranstaltung und warfen gegen 22.10 Uhr Flaschen und Gläser aus dem Internatsgebäude auf die Straße. Daraufhin wurde für den nächsten Tag, den 22. September gegen 10.30 Uhr in der „Schule der Freundschaft“ (SdF) eine „Beratung“ anberaumt, an der der Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates des Bezirkes für Inneres, der Bezirksschulrat, der 2. Sekretär der Kreisleitung der SED, der Parteisekretär an der SdF, ein Mitarbeiter der Bezirksleitung der SED und Beauftragter für den Kreis Staßfurt und mehrere Vertreter der Sicherheitsorgane des Bezirkes und Kreises. Ziel dieses Treffens war es u. a. „weitere Maßnahmen einzuleiten, die weitere Vorkommnisse verhindern“ sollten. Dabei sollte mit den Schülern der SdF Gespräche geführt werden, und eine „solidarische Haltung“ gegenüber den Mosambikanern sollte herausgearbeitet werden und es sollten rassistische Ansichten von jungen und alten Deutschen, wie z. B. „Da ist nur ein Stück Kohle in die Bode gefallen“ oder „Macht‘ euch nach Hause, wo ihr hergekommen seit“ kritisch besprochen werden. Diese Äußerungen sollten als „feindlich und antisozialistisch“ konsequent widerlegt werden. Nach Berichten der Bild-Zeitung, sie stützte sich auf Angaben einer Staßfurterin und eines zufällig sich in Staßfurt aufhaltenden Mannes aus der BRD, fand am 19. bzw. 20. September ein Lynchmord statt, begangen durch einen rassistischen Mob von sechs bis acht Deutschen (20 bis 25 Jahre).

Am 24. September wurde von der KDfS Staßfurt die „Stimmung und Reaktion der Bevölke- rung“ wegen der Ermordung von Carlos Conceicao beschrieben. Darin wurde „vielfach aus gedrückt“, die Mosambikaner würden durch ihr Auftreten „bestimmte Vorkommnisse teilweise heraufbeschwören“ und es wurden die angeblichen Bevorzugungen der Schüler der „Schule der Freundschaft“ in Bezug auf Bekleidung und Südfrüchte, hervorgebracht.

Am 26. September, so ein Bericht des IM „Heinz Meier“, er war als Lehrausbilder tätig, wollten ca. 50 Mosambikaner ins Jugend- und Freizeitzentrum (JFZ) kommen, um nach den Deutschen zu suchen, die am 19./20. September zur FDJ-Ordnungsgruppe gehörten, und die Carlos Conceicao nicht zur Seite gestanden sind. Dem Berichterstatter war auch bekannt geworden, dass am 22. September mehrere Mosambikaner in Staßfurt unterwegs waren, um die Eltern des Täters aufzufinden, was ihnen nicht gelang.

Ende September stellte die BVfS Magdeburg in einem Fernschreiben fest, „daß sich die lage an der schule der freundschaft und im kreis weiter normalisiert“ hätte, dass aber gleichzeitig „vielfach ausgedrückt (würde), dass die mocambiquanischen jugendlichen durch ihr auftreten im kreisgebiet bestimmte vorkommnisse teilweise heraufbeschwoeren“ und das „alte diskussionsthemen und meinungen […] wieder neu entfacht (bevorzugung der schule der freundschaft mit kleidung, negative aeuszerungen zum solidaritaetsgedanken u.a“ worden wären. Es wurden auch Meinungen festgehalten, die sich kritisch zur „nichtreaktion“ bzw. zur unterlassenen „hilfeleistung“ der beteiligten Deutschen und der FDJ-Ordnungsgruppe des Jugendfreizeitzentrums (JFZ) Staßfurt äußerten. Das MfS hatte bei den Ermittlungen festgestellt, dass nicht nur deutsche Gäste, sondern auch die Mitglieder der FDJOrdnungsgruppe des Jugendklubs Carlos keine Hilfe geleistet haben.

Am 20. Oktober wurde von der KDfS Staßfurt die Lage an der SdF so eingeschätzt, dass sich dort „die Stimmung unter den mocambiquischen Jugendlichen“ nach dem „Vorfall vom 19.09.87 wieder beruhigt hat“. Die Lehrlinge würden sich „weitgehend ordnungsgemäß und diszipliniert“ verhalten und das „Auftreten der Angehörigen“ der Schule an Jugendveranstaltungen im Kreisgebiet und in Gaststätten, wäre „etwas zurückhaltender“ geworden. Der Bericht des MfS wollte jedoch nicht ausschließen, dass einzelne Mosambikaner noch „Rachegefühle“ hegten und nur auf eine „günstige Gelegenheit“ warteten.

Das Gericht in Staßfurt verurteilte am 11. Januar 1988 den Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren.

Der Bericht der KDfS Staßfurt beinhaltet die Einschätzung, dass die „mocambiquischen Jugendlichen von diesem Unglücksfall (sic!) schon Abstand genommen“ hätten und das auch „keine Rachegefühle mehr existierten“. Dieser Bericht beinhaltet auch Informationen, „daß unterschiedlichste Personenkreise so Ausländer, kriminell gefährdete und feindlich-negative Kräfte […] vor allem Skinheads – Gaststätten, Raststätten, Ausflugslokale, Diskotheken, Clubs und ähnliches nutzen, um sich zu sammeln, Absprachen zu treffen bis hin zur Organisierung von illegalen Zusammenschlüssen“.

 

Nach dem Mordfall und der vielfältigen Maßnahmen des MfS gingen die rassistischen Angriffe in und um Staßfurt unvermindert weiter. So wurde die „Schule der Freundschaft“ (SdF), dort lebte Carlos Conceicao bis zu seiner Ermordung, am 21. Juni 1989 von drei Rassisten mit Steinen beworfen worden, die auch „Negerschweine“ und „Judenpack“ grölten. Die Volkspolizei konnte die Täter nicht namhaft machen.

In Staßfurt kam es am 10. Juni 1989 in der Gaststätte „Bierbar“ zu einer „Straftat gegen Ausländer“. Ein Vietnamese, er war als Arbeiter im VEB Fernsehgeräte beschäftigt, wurde von einem Deutschen angegriffen und durch Schläge so verletzt wurde, dass er deswegen im Kreiskrankenhaus Staßfurt behandelt werden musste.

Rassistische Angriffe

In Oberhof (Bezirk Suhl) wurden im Juli 1984 an einer Bushaltestelle mehrere Namibier von Deutschen überfallen, rassistisch beleidigt und verletzt. Die gewalttätigen Auseinandersetzungen fanden einen Tag später eine Fortsetzung, als es wieder zu heftigen Schlägereien und rassistischen Beschimpfungen mit vielen Beteiligten kam. Es wurde gerufen: „Nigger verschwinde!“ oder „Diese schwarzen Schweine bringen wir alle um“ und „Man müsste die Schweine alle aufhängen“. Drei Afrikaner wurden schwer verletzt und mussten ins Bezirkskrankenhaus Suhl gebracht werden. Ebenfalls mussten dort mehrere Deutsche ambulant medizinisch behandelt werden. Der Sachstandsbericht der Bezirksdirektion Suhl endete mit dem Vorschlag, die Sache auf sich beruhen zu lassen, denn „Unter Berücksichtigung aller Umstände, besonders des provozierenden Verhaltens von fast immer den gleichen DDRBürgern, die bei der Auseinandersetzung im Wesentlichen auch die Verletzungen erlitten, wird vorgeschlagen, von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen alle Beteiligten abzusehen und zu Verhinderung weiterer solcher Tätlichkeiten vorbeugende Aussprachen im Zusammenwirken mit dem Kreis-Staatsanwalt Suhl mit allen Beteiligten zu führen“.

Anfang August verfügte ein Oberstleutnant der Kriminalpolizei Suhl, dass von juristischen Maßnahmen gegen die rassistischen Übergriffe im Sommer 1984 in Oberhof abgesehen werde und er begründete seine Entscheidung damit, dass „die DDR-Bürger nicht schuldlos am Zustandekommen der Auseinandersetzungen waren. Ihre Handlungen wären, wie auch teilweise die der Namibier, zwar dem Wortlaut eines gesetzlichen Tatbestandes nach strafbar, jedoch wären die Auswirkungen der Taten auf die Rechte und Interessen der Gesellschaft und die Schuld der Täter unbedeutend, „weshalb in Abstimmung mit dem Staatsanwalt der Stadt und des Landkreises Suhl entschieden wurde, dass „keine Straftat vorliegt“.

In Dresden kam es im Mai 1985 auf dem Fucikplatz am Forsthaus zu gewalttätigen Ausei- nandersetzungen zwischen Mosambikanern und Deutschen, an denen schließlich 150 bis 250 Personen beteiligt waren. Die VP verhaftete 12 Deutsche und 6 Mosambikaner vorläu fig. Es wurden keine Ermittlungsverfahren eingeleitet und es wurden auch keine weiteren polizeilichen Maßnahmen durchgeführt, da „diese Personen bisher nicht negativ aufgefallen“ waren. Für den 18. Mai sah die BVfS Dresden eine „kurze Pressemitteilung auf der Stadtseite der Sächsischen Zeitung“ vor.

Am Streckengleis Dessau-Berlin, wurde am 30. Juni 1986 ein Mosambikaner von Angehörigen der Deutschen Reichsbahn tot aufgefunden. Die Obduktion ergab eine offene Schädelfraktur mit Zertrümmerung der Schädelbasis und schwere innere Verletzungen. Der Tote war in Begleitung von vier weiteren Mosambikanern, die im Ort Jeber-Bergfrieden bei Coswig ausgestiegen waren und wo er ebenfalls hätte aussteigen sollen. Die polizeilichen Untersuchungen wurden von der Abt. K des TPA Potsdam durchgeführt. Es wurde berichtet, dass der Tote mit einer Deutschen aus Dessau Wert war und das aus dieser Beziehung ein Kind hervorgegangen war. Dieser Bericht der BVfS Halle bzw. ihres Leiters Generalmajor Schmidt und war mit einem Stempel versehen: „Streng vertraulich! Um Rückgabe wird gebeten!“.

In Erfurt kam es vom 10. bis zum 15. August 1975 zu rassistisch motivierten Gewalttaten zwischen Deutschen, Ungarn und Algeriern. In Erfurt und speziell bei der „Deutschen Reichsbahn“, war von Verantwortlichen eines Bau- und Reparaturkombinats Gerüchte verbreitet worden, die Algerier wären „nicht sauber“, „nicht arbeitsam“ und dem „Alkohol und lockeren Frauen zugetan“. Vom Personal der Erfurter Verkehrsbetriebe und beim VEB Optima wurde rassistische Hetze betrieben, in der Weise, dass angeblich zwei bis zehn Deutsche von Algeriern ermordeten worden wären. Zu Beginn der „Zusammenrottung“ am 10. August 1975 gab es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Algeriern und es wurde gerufen: „Schlagt die Algerier tot“. Ca. 20 Personen waren an Schlägereien beteiligt und ca. 150 Schaulustige beobachteten das makabre Geschehen. Danach wurden ca. 25 Algerier von ca. 300 Deutschen bis in die Nähe des Hauptbahnhofes getrieben, wo mit Latten und Stangen auf die Ausländer eingeschlagen wurde. Zwei Tage später wurden ca. 12 Algerier von ca. 50 bis 60 Deutschen verfolgt und angegriffen. Die Opfer flüchteten in das Gebäude der Hauptpost und davor wuchs der rassistische Mob auf ca. 150 Personen an. Es wurde gerufen: „Gebt die Algerier raus“ und „totschlagen“, „hängen“ oder „schlagt die Bullen tot“. Die Fensterscheiben der Betriebswache wurden mit Steinen eingeschmissen. 19 Personen wurden von der VP vorläufig festgenommen. Einen Tag später lösten die Sicherheitskräfte einen rassistischen Mob mit ca. 20 Personen in der Nähe des Wohnheims der Algerier auf. Schließlich wurden 27 Ermittlungsverfahren und neun Ordnungsstrafverfahren eingeleitet und insgesamt kam es zu 57 vorläufigen Festnahmen. Aus diesen wurden dann fünf Vorbestrafte als „Rädelsführer“ bestimmt.

In Kamenz (Bezirk Dresden) kam es im Oktober 1980 in einer Gaststätte zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Algeriern und Deutschen. Der Leiter der Gaststätte infor- mierte das VPKA Kamenz, von wo aus fünf Schutzpolizisten zur Gaststätte kamen, die aber

– nicht in der Lage waren „Ruhe und Sicherheit“ wieder herzustellen. Deshalb wurde bei der Offizierhochschule der LSK/LV Kamenz ein „Einsatzzug“ von 20 Soldaten in Ausbildungsuniform und Stahlhelm eingesetzt, weil angeblich die Möglichkeit bestand, Soldaten der NVA könnten an den Auseinandersetzungen beteiligt gewesen sein. Vier Deutsche wurden verletzt und ein Verletzter musste mit einer Schädelfraktur zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Sieben Algerier wurden vorläufig festgenommen, wobei ein Algerier Widerstand leistete. Der Sachschaden der Gaststätte lag nach den ersten Schätzungen bei ca. 30.000 Mark. Die VP leitete ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Algerier ein und ein Haftantrag wurde gestellt. Gegen zwei weitere Algerier wurde ein Ermittlungsverfahren ohne Haft eingeleitet.

In Naumburg (Bezirk Halle) kam es im August 1987 in einer Freiluftgaststätte zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen ca. 10 ausländischen Militärangehörigen aus Tunesien, Syrien, Jordanien, Palästina und Afghanistan sowie Offiziersschüler des Instituts für Fremdsprachen der „Nationalen Volksarmee“ (NVA) einerseits und ca. 50 Deutschen andererseits, bei denen Flaschen und Gläser eingesetzt wurden. Volkspolizisten setzten Schlagstöcke ein und erst als drei Volkspolizisten ihre Schusswaffen zogen und drohten sie zu benutzen, wurden die Tätlichkeiten beendet. 10 Soldaten aus Afghanistan und arabischen Ländern wurden zum Teil schwer verletzt und mussten in medizinischen Einrichtungen der NVA behandelt werden. Ein arabischer Offizier behauptete, er sei im VPKA Naumburg von Volkspolizisten geschlagen worden, was Angehörige der VP nicht bestätigten. Es wurde ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet, dass am 19. Oktober vorläufig eingestellt wurde.

In der DDR hielten sich von 1974 bis 1985 mehr als 6.000 Algerier auf. Seit dem 1985 das Arbeitskräfteabkommen zwischen der DDR und Algerien 1985 eingestellt worden war, hielten sich nur noch 2.000 Algerier in der DDR auf. 1988 waren es nur noch ca. 300 Algerier die polizeilich gemeldet waren.

Angriffe auf Kubaner

In Leipzig kam es im Juni 1980 in und vor einer Gaststätte zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen 23 Kubanern und mindestens 150 Deutschen. Zwei Deutsche mussten „schwer verletzt“ in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Kubaner wurden durch eine Einsatzgruppe der VP, Besatzungen von acht Funkstreifenwagen und einer Mobilen Einsatzreserve der VP-Bereitschaft in die Gaststätte abgedrängt und dort festgehalten. Deutsche die sich vor der Gaststätte versammelt hatten, forderten die „Herausgabe der Kubaner“ oder riefen Parolen wie z. B. „Schmeißt die Kubaner aus der DDR raus“ oder „Schlagt die Nigger und die Bullen“. Volkspolizisten mit Schlagstöcken lösten diese „Menschenansammlung“ in und vor der Gaststätte auf. Ein Angehöriger des VPKA Leipzig zog seine Dienstwaf- 19 fe zu „Abschreckungszwecken“. 23 Kubaner wurden dem VP-Revier zugeführt und schließlich wurde gegen fünf Kubaner ein Ermittlungsverfahren ohne Haft eingeleitet. Deutsche Täter blieben zuerst unbehelligt und erst im Juli wurden gegen zwei Deutsche, sie waren u. a. wegen „Rowdytum“ vorbestraft, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gegen eine, ebenfalls vorbestrafte Deutsche wurde „ein Ermittlungsverfahren mit Haft wegen Beleidigung, Zusammenrottung und öffentliche Herabwürdigung“ eingeleitet. Sie war mit rassistischen Äußerungen aufgefallen, wie „Raus mit den verdammten Ausländern“. Bei einer gemeinsamen Absprache zwischen dem Staatsanwalt und der AG Ausländer wurde festgelegt, das Ermittlungsverfahren gegen die Kubaner einzustellen.

Angesichts der umfassenden Kontrolle der Medien durch die SED ist es verständlich, dass diese und alle anderen rassistischen Vorfälle, wenn überhaupt, nur als Einzelfälle wahrgenommen werden konnten. Sie waren jedoch symptomatisch für die ostdeutsche Gesellschaft, die nach maximaler Homogenität strebte und in der davon Abweichende und Abweichendes keinen Raum gegeben wurde.

Neonazistische Gruppen

Der gewalttätige Kampf organisierter und unorganisierter Neonazis gegen Ausländer, auch gegen sowjetische Soldaten und Einrichtungen, zieht sich durch die gesamte DDR. Ein Beispiel aus Schwerin zeigt den Übergang von einem Angehörigen der faschistischen Untergrundorganisation der „Werwölfe“ hin zu einer organisierten und bewaffneten Untergrundeinheit von Neonazis. Immer wieder gab es Versuche zu einem organisierten Kampf zu kommen, die jedoch durch die Sicherheitsbehörden, an ihrer Spitze das MfS, immer wieder zerschlagen werden konnten.

In der Volkspolizei traten Neonazis in Erscheinung und in dem folgenden Beispiel wurden Waffen zur Bedrohung und Einschüchterung eingesetzt. Im Wachbataillon der Bezirksdirektion der Volkspolizei (LBdVP) Mecklenburg hatten sich im August 1951 Volkspolizisten mit „starken antisowjetischen Tendenzen“ geäußert. Ein Volkspolizist hatte zwei Angehörige der Roten Armee mit der Pistole bedroht und sich damit gebrüstet, er hätte sie abschießen können. Im Polit-Unterricht gab es ebenfalls antisowjetische Äußerungen. Zwei neonazistische Volkspolizisten wurden mit sieben Tagen Arrest disziplinarisch bestraft.

In Rerik, Kreis Bad Doberan (Bezirk Rostock) wurden im Mai 1955 in und vor einer Gaststätte zwei sowjetische Offiziere von drei Deutschen gewalttätig angegriffen und verletzt. Die Angreifer sangen faschistische Lieder, wie z. B. „Es rollen die Panzer im Afrikakorps“ und „Die Fahne hoch“. Die Täter wurden in Untersuchungshaft genommen und wenige Wochen später wieder entlassen, weil das MfS und die Staatsanwaltschaft zur Ansicht gelangt waren, dass „der festgestellte Sachverhalt weder ein Verbrechen noch eine Übertretung“ gewesen sei und es wurde die Aufhebung der Haftbefehle beantragt. Zwei der Täter waren vor 1945 Funktionäre („Jungzugführer) der Nazi-Jugendorganisation „Jungvolk“ und einer war bis 1948 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft.

In Rostock wurden im Mai 1979 in und vor einer Gaststätte fünf Personen von Neonazis niedergeschlagen. Ein Bericht (Streng vertraulich! Um Rückgabe wird gebeten!) der BVfS Rostock hielt fest, die Täter wären durch westliche Rundfunk- und Fernsehstationen nicht nur für den für den „Faschismus sowie den Neofaschismus in der BRD“ begeistert worden. Einer der Neonazis gab an, dass er 1976 während seiner Dienstzeit in der NVA, ca. 600 g Sprengstoff entwendet und in einem Waldgebiet gezündet hatte, um anderen Neonazis seine Kenntnisse als Pioniersoldat zu demonstrieren. Das MfS entschied, dass wegen „seiner positiven Entwicklung“ (er arbeitete im Rahmen der FDJ-Initiative in Berlin in einer Brigade des Wehrbezirkskommando (WBK) Rostock und er war Delegierter zum Nationalen Jugendfestival) gegen ihn kein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Gegen drei Neonazis wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet wegen öffentlicher Herabwürdigung und unbefugten Benutzens von Fahrzeugen und zwei Neonazis wurden belehrt. Gegen sechs Personen wurde ein Ermittlungsverfahren mit Haft eingeleitet, wegen unbefugten Waffenbesitzes, öffentlicher Herabwürdigung und Rowdytum. Die neonazistische Gruppe bestand seit 1977 und die Mitglieder trafen sich in der Wohnung des „Rädelsführers“, die als „Führerhauptquartier“ bezeichnet wurde. In Gaststätten in Rostock und anderswo zeigten sie den „HitlerGruß“ und Gäste wurden als „Rote Säue“, „Judensau“ oder „Kommunistenschweine“ bezeichnet. Es wurden faschistische und antisemitische Lieder gesungen, wie z. B. das „Deutschland-Lied“, das „Horst-Wessel-Lied“ und das Lied „Die Fahne hoch …“.

In Karl-Marx-Stadt wurde im Dezember 1985 gegen eine neonazistische Gruppe ein operativer Vorgang wegen des Verdachts der staatsfeindlichen Tätigkeit mit Haft eingeleitet. Die Mitglieder der Gruppe verherrlichten öffentlich den „Faschismus/Militarismus“ und sie wollten nach dem Vorbild der in der BRD verbotenen „Wehrsportgruppe Hoffmann“, eine Gruppe aufbauen, mit dem Namen „Nationale Partei Chemnitz“ (NPC). Die Mitglieder der Gruppe waren durch „faschistische, neonazistische sowie rassistische Äußerungen in Erscheinung“ getreten, sie zeigten den faschistischen Gruß und es gab rassistische Äußerungen wie z. B. „Judenschweine“, „Niggerschweine“, „Deutschland“ oder „diese Kneipe bleibt deutsch“. In erster Linie wollten sie solche Personen rekrutieren, die durch den DTSB, die GST bzw. in den bewaffneten Organen eine Spezialausbildung im Zwei- und Nahkampf absolvierten hatten.

Hooligans

Anfang der 1970er Jahre wurden die ersten Hooligans wahrgenommen und ihre Gewaltta- ten wurden unter dem juristischen Allerweltsparagraphen „Rowdytum“ subsumiert. Die Be wegung der neonazistisch und rassistisch politisierten Hooligans, hatte einen großen Zulauf, und war, ebenso wie die anderen Zweige des Neonazismus, für die SED-Führung spätestens ab den 1980er Jahren nicht mehr zu beherrschen. Im Mai 1984 gab es auf der Rückfahrt in einem Zug der „Deutschen Reichsbahn“, nach dem Fußballspiel Halle FC Chemie gegen BFC Dynamo rassistische Angriffe auf 26 mitreisende Kubaner, wobei Flaschen und Flaschenteile als Schlagwaffen eingesetzt wurden. Es gab Verletzte auf beiden Seiten. In Sprechchören wurde gerufen „Kanaken raus“, „Juden raus“, „Kubaner raus“, Ausländer raus“, „Deutschland den Deutschen“ und „Halt! Dahinten ist nur für Weiße“; außerdem wurde das „Deutschlandlied“ gesungen. Eine Verletzung eines BFC-Fans war zum Anlass genommen worden, das Abteil der Kubaner zu stürmen. Beim Zwischenhalt im Bahnhof Jüterbog war eine Segregation durchgeführt worden, d. h. die Kubaner wurden in den ersten Wagen geführt und die BFC-Fans wurden nicht weiter als bis zum dritten Wagen durchgelassen. Bei diesem Umzug kam es zu „schweren Auseinandersetzungen“ zwischen den Kubanern und ca. 150 BFC-Fans und dabei wurden volle und leere Flaschen als Schlagwaffen und Schotter- und Pflastersteine als Wurfgeschosse eingesetzt. Fünf Deutsche und neun Kubaner wurden dadurch verletzt. Bei der Ankunft des Zuges in Berlin im Bahnhof Lichtenberg wurden zuerst die Deutschen aus dem Zug geleitet und der Wagen der Kubaner wurde durch eine Sperrkette der Volkspolizei gesichert. Die zum Teil vermummten BFC-Fans versuchten jedoch mehrfach die Sperrkette zu durchbrechen, um zu den Kubanern vorzustoßen. Dabei wurden antisemitische, faschistische und rassistische Parolen gegrölt und es wurde das faschistische „Horst-Wessel-Lied“ gesungen und der Hitler-Gruß gezeigt. Der Wagen mit den Kubanern wurde dann auf ein anderes Gleis gefahren. Da befürchtet werden musste, dass die Rassisten die Adresse des Wohnheims der Kubaner kannten, wurde das Gebäude durch Volkspolizei gesichert. Insgesamt wurden bis dahin 39 Deutsche als Täter identifiziert, wobei neun von ihnen zum Teil mehrfach vorbestraft waren. Gegen acht deutsche Täter wurden Ermittlungsverfahren wegen Rowdytum eingeleitet und gegen neun Täter wurde Haftbefehl erlassen. Einer der „Rädelsführer“ war ein in Erkner wohnender Deutscher; gegen zwei weitere Täter wurde die „Rädelsführerschaft“ geprüft.

In der Saison 1984/85 wurden bei Fußballspielen der Oberliga ca. 5.000 Volkspolizisten und Angehörige des MfS eingesetzt. Für die Fußball-Saison 1987/88 sind über 1.000 Ausschreitungen mit Hooligans registriert worden.

Auf dem Hauptbahnhof in Magdeburg hatten Hooligans Anfang September 1989 eine Streife der sowjetischen Streitkräfte angegriffen und ein sowjetischer Offizier gab zwei Warnschüsse ab. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Hooligans waren ab den 1980er Jahren immer auch Skinheads beteiligt, als Ausläufer der Bewegung der „Skinheads“ auch in die DDR sichtbar wurden.

 

Verleugnende Verdrängung nach 1990

Niemand wusste etwas über das gesamte Ausmaß des institutionalisierten und gesellschaftlichen Rassismus in der DDR, auch weil niemand es wissen sollte. Die seit den 1990er Jahre wissenschaftlich zutage geförderten Fakten werden bis heute grundsätzlich angezweifelt und sie sind damit ein Hindernis, um den wahren Charakter der rassistischen Gefahr zu erkennen. In einem Leserbrief aus Magdeburg an den Berliner „Tagesspiegel“, wurde 2011 behauptet, in den neuen Bundesländern gäbe es gar keine Neonazis oder Rassisten bzw. die die da sind, wären aus dem Westen gekommen. Andere ultraharte Verteidiger der DDR bestreiten, dass es in der DDR jemals antisemitische, rassistische oder gar neonazistische Erscheinungen gegeben hätte. An vorderster Front der Leugner befindet sich der ehemalige Historiker der Humboldt-Universität und Mitglied der Linkspartei Kurt Pätzold, der mich bzw. die Macher der Ausstellung: „Das hat es bei uns nicht gegeben — Antisemitismus in der DDR“ mit dem Ober-Nazi J. Goebbels verglich. Meine grundlegenden Forschungsergebnisse, sie haben Eingang in die Dauerausstellung gefunden, bezeichnete er als Lüge und er zitierte dazu das biblische 9. Gebot „Du sollst nicht falsch Zeugnis abgeben“.

Im Frühjahr 2007 war in Berlin die Wanderausstellung eröffnet worden und drei Jahre später hat die für die Organisation verantwortliche Amadeo-Antonio-Stiftung ein Begleitbuch zur Ausstellung veröffentlicht. In diesem Begleitbuch war der Hinweis auf meine Forschungsarbeit, auf die die Beispiele der Ausstellung fußt, vollständig getilgt worden. Durch einen außergerichtlichen Vergleich zwischen der der Amadeo-Antonio-Stiftung und mir, wurde festgelegt, dass auf den Ausstellungstafeln auf meine Publikation hingewiesen wird.

Pätzold setzte sich in einer Broschüre wieder mit dem Thema Antisemitismus in der DDR auseinander und er charakterisiert diese Ausstellung als Teil einer anhaltenden Propagandakampagne, deren Ziel die Verteufelung der DDR sei. Dieser Autor, und weitere Autoren dieses Kalibers, weigern sich seit zwei Jahrzehnten die zeithistorischen Tatsachen über rassistische und antisemitische Angriffe in der DDR wahrzunehmen. Seiner Partei, der Linkspartei bescheinigt Pätzold mit seiner Geschichtsklitterung, und darum handelt es sich bei seinen Texten zu dieser Thematik: „Es wird in der Bundesrepublik Deutschland noch immer eine zweite Partei gesucht, deren Mitgliedschaft und Umfeld sich mit der eigenen Vergangenheit so gründlich, in manchen Teilen gründlich bis zum Selbstquälerischen, auseinandersetzt“. Was die Themen Neonazismus und Rassismus in der DDR anbelangt lässt sich diese Aussage von Pätzold nicht verifizieren, weil sich die „Die Linke“ insgesamt, inklusive Rosa-Luxemburg-Stiftung und den ihr nahestehenden Publikationsorganen (Neues Deutschland, Junge Welt), seit fast zwanzig Jahren weigern die historischen Tatsachen wahrzunehmen.

 

Zu den Ursachen

Die neonazistischen und rassistischen Erscheinungen in der DDR sind nicht allein zu Verstehen als Ausdruck von Opposition gegen ihre staatliche und gesellschaftliche Totalität, sondern hier werden unverarbeitete, tradierte Bewusstseinsinhalte sichtbar, die durch die Zensur und Repression lediglich unterdrückt worden waren. Die Ursachen lassen sich nicht allein aus Politik, Ideologie oder durch Einwirkungen aus dem Westen erklären, denn ohne innere Ursachen hätten neonazistische und rassistische Parolen keinen Nährboden finden können. Besonders die Verleugnung und Verdrängung der aufkeimenden Probleme durch Geheimhaltung über viele Jahrzehnte, und gleichzeitiger öffentlicher Propagierung der eigenen scheinheiligen Makellosigkeit, führten zu einem gesellschaftlichen Klima des Hasses, in dem kleine und kleinste Streitereien genügten, um Kaskaden der Gewalt zu initiieren.

Zu den „inneren Ursachen“ gehören die protestantische Arbeitsethik, ein jahrzehntelanges Wunschdenken, autoritäre Elemente des Preußentums, der vormundschaftliche Absolutheitsanspruch der Ideologie des „Marxismus-Leninismus“, ein ideologisierte Antifaschismus, eine ungenügende Ent-Nazifizierung, anti-emanzipatorische Haltungen, umfassende politische Repression — auch gegen Demokraten und Sozialisten, autoritäre Denk- und Verhaltensweisen, die Militarisierung der Gesellschaft und des Bildungswesens, ein bürokratischer Zentralismus auf der militaristischen Grundlage von Befehl und Gehorsam, antidemokratisches Denken, bürokratische Verstaatlichungen in der Volkswirtschaft und letztlich die anhaltende Krise der ostdeutschen Ökonomie.

Über eine umfassende Zensur hat die SED die Ausbreitung der Fakten in allen Medien unterdrückt und verunmöglichte damit eine öffentliche Debatte. Bei der Reflexion der gesellschaftlichen Dimension von Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus dürfen die Ursachenfelder nicht eingeengt werden allein auf die Analyse der ökonomischen Aspekte von Akteuren aus prekären, weil unterprivilegierten Lebens- und Familienverhältnissen, denn bei aller Betonung der Bedeutsamkeit frühkindlicher Eindrücke, erfolgt die entscheidende Formung politischer Haltungen durch fortschreitende Persönlichkeitsbildung in jedem Lebensalter auch bei denen, die individuelle bzw. kollektive Prozesse einer „Faschisierung“ durchlaufen. Die Prozesse der „Faschisierung“ von Subjekten war an die politischen und ideologischen Bedingungen der ostdeutschen Realität gebunden und daher auch verknüpft mit den historischen Determinanten der orthodoxen deutschen Arbeiterbewegung im Allgemeinen und der kommunistischen im Besonderen. Demnach geht es hier um die Ursachen, die den historischen und politischen Bedingungen der DDR zuzuschreiben sind, denn in der Auseinandersetzung mit den sozialen und politischen Inhalten und Kategorien der Politik der SED konstituierten sich rassistische Bewusstseinsinhalte, die zurückweisen auf tradierte, unverarbeitete Bewusstseinsstrukturen und -inhalte des Nazismus und die Frage ist, warum die „antifaschistische“ DDR keine wirksamen politischen oder theoretischen Konzepte gegen diese Entwicklung vorzuweisen hatte? Zogen doch Rassisten und Neonazis, den von der SED verteidigten staatlichen und gesellschaftlichen Anspruch, die Grundlagen für Faschismus und Rassismus seien mit „Stumpf und Stiel ausgerottet“ worden, grundsätzlich in Zweifel. Am Ende reichte es nicht aus, daß die SED propagandistisch die neonazistischen und rassistischen Vorfälle für ihre Zwecke insofern einsetzte, wo sie ihrer Bevölkerung vorführen konnte, welche gefährlichen Einflüsse angeblich von der BRD ausgingen. Insofern demonstrierte die Führung der SED mit ihrer Bekämpfung neonazistischer und rassistischer Ereignisse im eigenen Land, lediglich sowohl ihren Machtanspruch, als auch die Stabilität ihres Weltbildes.

Sieben Ursachen sind für den Rassismus, Neonazismus und Antisemitismus in der DDR verantwortlich zu machen:

  1. Völkischer Nationalismus
  2. Militarisierung von Staat und Gesellschaft
  3. Gescheiterter Antifaschismus
  4. Die Ideologie des „Marxismus-Leninismus“
  5. Antisemitismus getarnt als Antizionismus
  6. Ineffektive antifaschistische Abwehr
  7. Fehlgeschlagene Ent-Nazifizierung
  8. Völkischer Nationalismus

Die Hinwendung der deutschen Kommunisten zur Liebe zum deutschen Volk und zur deutschen Nation begann in den 1920er Jahren, als sie sich unter der Führung von Ernst Thälmann über das EKKI, dem Führungsanspruch der KPdSU, beugten. Von Thälmann, und nicht nur von ihm, sind flammende Reden in diesem Kontext überliefert. Die SED hatte in und mit der DDR Gelegenheit, ihre völkisch-nationalistische Orientierung in die Praxis umzusetzen, durch eine Erziehung zur „Liebe zum Vaterland“ und einer „Erziehung zum Hass“ auf die „Feinde“. Desweiteren sind Begriffe wie NVA, NR, NF, DR ein beredter Ausdruck für diese unheilvolle Entwicklung.

 

 

  1. Militarisierung von Staat und Gesellschaft

Die Militarisierung der KPD begann ebenfalls in den 1920er Jahren und setzte sich in den bewaffneten Kräften der DDR fort, wie der NVA, VP und dem MfS. Dazu kamen paramilitärische Einheiten wie die Betriebskampfgruppen, GST oder die Ordnungsgruppen der FDJ.

Von 1965 bis 1980 gab es in der NVA und in Einheiten des MfS über 700 neonazistische Ereignisse. Sie reichten von faschistischen Schmierereien, über mündliche Hetze, das Zeigen des Hitlergrußes, rassistischen Pöbeleien bis hin zu Gewalttaten. 44 % der Täter waren untere Dienstgrade, ebenfalls 44 % waren Unteroffiziere, Feldwebel und Fähnriche und 12 % waren Offiziere. Die Führung der NVA wollte der neonazistischen Entwicklung entgegen treten, auch weil festgestellt worden war, dass manche militärische Vorgesetzen und einige Parteileitungen neonazistische Erscheinungen bagatellisierten, indem sie sie als „dumme Jungenstreiche“ verniedlichten. Armeegeneral H. Hoffmann, Minister des MfNV, befürchtete dadurch eine Gefährdung: 1. Durch die Zunahme anti-sowjetischer und antikommunistischer Einstellungen und 2. meinte er, dass es durch die „zunehmende Faschisierung in der Bundesrepublik“ zu einer Beeinflussung kommen könnte, deren Folgen „ideologische Sabotage und subversive Tätigkeit des Feindes wären. 3. sah der Minister die Gefahr unkalkulierbarer Wirkungen, wenn die neonazistischen Vorkommnisse in der NVA bekannt werden würden, gerade dann, „wo wir uns offensiv mit der Propagierung des Faschismus, insbesondere in der BRD, auseinandersetzen“. Insofern lässt sich nun feststellen, dass bereits Ende der 1970er Jahre die neonazistische und rassistische Bewegung in der DDR zu einer ernsten Bedrohung für die anti-faschistische bzw. kommunistische Legitimation geworden war.

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurden pro Jahr durchschnittlich einhundert neonazistische oder rassistische Vorfälle in der NVA registriert. In verharmlosender Weise behauptete die Führung, es würde sich dabei nicht um „ideologische Positionen“ handeln, sondern es wären unkritische Tendenzen, die aus dem feindlichen Westen kamen und einfach wiedergegeben worden wären. 1989 hatten sich die neonazistischen Vorkommnisse in der NVA und bei den Grenztruppen weiter erhöht hatte und die Neonazis waren „aggressiv und in ständig eskalierender Form gegen progressive Angehörige“ vorgegangen. In großen Teilen war es nicht mehr möglich „im Sinne einer Rückgewinnung wirksam zu werden“, d. h. die vorgesetzten Stellen hatten die Kontrolle über die Neonazis in der NVA und in den Grenztruppen verloren. Der einzig gangbare Weg die Neonazis aus den Einheiten zu entfernen, wären Strafprozesse oder Disziplinarverfahren.

  1. Der gescheiterte Antifaschismus der KPD und der SED

Auf Geheiß des EKKI stellte die KPD in der Endphase der I. Republik den Kampf gegen die faschistischen Parteien ein und erklärte die SPD zum „sozialfaschistischen“ Hauptfeind. Diese Entscheidung beförderte schließlich den Sieg der Nazis. So wie der theoretische und praktische AntiFaschismus der KPD an den eigenen Fehleinschätzungen gescheitert ist, so ist auch der Anti-Faschismus der SED gegenüber den Neonazis, Rassisten und Antisemiten in der DDR gescheitert.

– Ausgangspunkt des Antifaschismus der deutschen Kommunisten war und ist die Reduktion der Ursachen des „Faschismus“ allein auf die politischökonomischen Sektoren und vor allem auf den Finanzsektor der kapitalistischen Volkswirtschaft, gemäß den Vorgaben durch die Dimitrow-Thesen vom VII. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale vom August 1935, mit der der Charakter des Faschismus als eine „terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ bestimmt wurde. Das Volk wäre diesem Treiben quasi hilflos ausgeliefert und „die Massen des Kleinbürgertums, selbst ein Teil der Arbeiter, […1″ wären Opfer der sozialen und chauvinistischen Demagogie des Faschismus geworden. Die SED war dem Glauben verfallen, sie hätte durch die Verstaatlichung der Großindustrie, des Großgrundbesitzes, der Banken und der Handelskonzerne, einen Staat ohne Rassismus gegründet. Jedoch anders als das was die Dimitroff-These aussagt, sind Rassismus, inklusive Antisemitismus, sowie Autoritarismus und Sexismus die Achsen, auf denen Nazi und Rassisten ihre Politik entwickeln. Dass die falsche These von Dimitroff noch heute Bestand hat, zeigte sich bei Sarah Wagenknecht von der Linkspartei, als sie in der TV-Talkrunde „Anne Will“ im Februar 2013 diese Position für ihre Partei als immer noch gültig wiedergab.

Das Ergebnis der Bemühungen der SED war jedoch nicht die Befreiung der ost-deutschen Bevölkerung von rassistischen und autoritären Überzeugungen, sondern die Konstituierung einer klein-bürgerlichen Gesellschaft, in der ehemalige Nazis funktionaler Bestandteil der von der SED dominierten Eliten wurden. Diese Entwicklung hatte für das Bewusstsein der Masse der Deutschen in der DDR tiefgreifende Folgen und die Führung der SED versuchte dieses Bewusstsein insofern zu transformieren, als sie die Bevölkerung an die Seite der siegreichen UdSSR stellte und suggerierte, sie seien damit quasi Sieger und legitime Erben der Geschichte der deutschen Nation.

  1. Marxismus-Leninismus

Die marxistisch-leninistische Ideologie, so wie sie u. a. von Lenin und Stalin entwickelt und vertreten wurde, verhinderte mit ihrer autoritären Ausrichtung, die realistische Wahrnehmung der Dimension des Rassismus in den staatskapitalistischen Ländern des RGW. Dem ist entgegen zuhalten, dass die Rolle der Kommunisten im Klassenkampf nicht die ist von Chefs über ihre Angestellten bzw. Arbeiter oder die von Offizieren über ihre Soldaten. Das ist im Kern die basisdemokratische Differenz zum Parteikonzept des „Demokratischen Zentralismus“.

  1. Antisemitismus als getarnter Antizionismus

Der Antisemitismus in der DDR erscheint auf einer institutionellen und auf einer gesellschaftlichen Ebene, sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik. Die SED trägt die politische Verantwortung für die Entwicklung sublimer antisemitischer Potentiale, nicht nur durch ihre im wesentlichen antisemitisch begründeten antizionistischen Politik gegenüber dem Staat Israel, sondern auch durch ihre antisemitische Innenpolitik gegenüber den Vertretern der Juden und ihrer Institutionen. Doch es blieb nicht bei der publizistischen Unterstützung der Feinde Israels, denn wie schon 1956, als in der SED Überlegungen angestellt wurden, bewaffnete Freiwillige nach Ungarn zu schicken um den „Sozialismus“ zu schützen, so beschloss das SED-Politbüro am 7. Oktober 1969 die Vorbereitung eines Einsatzes von deutschen Freiwilligenverbänden gegen Israel. Der Anlass dafür war ein Schreiben des Generalsekretärs der KPdSU, L. Breschnew an E. Honecker, E. Mielke, H. Hoffmann und W. Ulbricht, in dem er die Notwendigkeit des Einsatzes von Verbänden von Freiwilligen als Flieger, Panzerführer und Kampfgruppen zur Unterstützung arabischer Truppen im Krieg gegen Israel forderte. Ab 1967 lieferte die DDR Waffen und militärisches Know-how an die Feinde Israels, wie z. B. an Ägypten und Syrien. Ende 1973 wurden erneut Waffen an Syrien geliefert, darunter befanden sich 12 Abfangjagdflugzeuge MIG-21, 62 mittlere Panzer vom Typ T-54 AM mit Munition, 300 Panzerbüchsen RPG- 7, 74.500 Granaten und 30.000 Panzerminen. 1982 lieferte die DDR auch Waffen an die PLO.

  1. Ineffektive antifaschistische Abwehr

Für die Funktionäre der SED lief die Bekämpfung der Rassisten im eigenen Land darauf hinaus, die latenten und manifesten rassistischen Bedrohungen zu verniedlichen, die justizielle und administrative Bekämpfung dominieren zu lassen oder pauschal den Westen und seine Medien dafür verantwortlich zu machen. Diese falsche Einschätzung entsprang dem Dogma, mit der Gründung der DDR wären die Ursachen für Faschismus und Rassismus mit „Stumpf und Stiel“ ausgerottet worden. Der Minister für Staatssicherheit, General Erich Mielke, behauptete 1986 gar, die neonazistischen Aktivitäten in der DDR wären bloße „Wichtigtuerei“. 1988 erklärte die Hauptabteilung I seines Ministeriums, dass ostdeutsche Rassisten und Neonazis unkritisch Tendenzen aus dem feindlichen Westen wiedergeben würden. Obwohl es allein im Jahr 1989 ca. 280 Strafverfahren wegen neonazistischer Umtriebe gab, behauptete am 11. August 1989 die staatliche Nachrichtenagentur ADN, Informationen über neonazistische Tendenzen in der DDR seien „purer Unsinn“.

  1. Fehlgeschlagene Entnazifzierung

Mit der Kooperation zwischen den kommunistischen Antifaschisten an der Spitze des Staates und der mittleren Funktionselite mit ehemaligen Nazis, kam es auch in der DDR zu einem großen Frieden mit den Tätern (Giordano). Den vor den Nazis geflüchteten Emigranten, die nach 1945 aus dem östlichen und westlichen Ausland zurückkehrten, stand eine demoralisierte Masse aus Frauen und Männern (auch Kinder) gegenüber, von denen die übergroße Mehrheit bis zum Schluss überzeugte Anhänger des Nazismus geblieben waren.

Für den Aufbau und den Bestand der DDR benötigten die deutschen Kommunisten für die Machtausübung die erfahrenen ehemaligen Nazis, die die Geschäfte des Systems betrieben. Die verflochten ihre vorhandenen, zwar gebrochenen und verdrängten, aber nach wie vor wirksamen rassistischen Einstellungen mit den neuen Erfordernissen des Landes. Aus dieser Melange entwickelte sich im Laufe der Zeit nicht nur eine autoritäre und rassistischen Ideologie, sondern eine ebenso abstoßende gesellschaftliche Wirklichkeit.

Das verleugnenden Verdrängen der neonazistischen Vorgänge die nach dem II. Weltkrieg entstanden sind, entspricht dem Prozess des Verdrängens der historischen Tatsache, dass die verbrecherischen Nazis, von einem großen Teil der deutschen Bevölkerung unterstützt wurden. Diese Einsicht betrifft die kollektive Bewusstseinslage der Deutschen nach 1945 sowohl in der DDR als auch in der BRD. Das deutsche ideologische Syndrom aus Nationalismus und Rassismus bzw. Antisemitismus ist nach 1945 nicht verschwunden und seine unveränderten Achsen waren, so wie es der Philosoph und Soziologe Th. W. Adorno aufzeigte:

Aus „völkisch“ wurde „ethnisch“, aus „Rasse“ wurde „Kultur“ und aus Antisemiten wurden Antizionisten oder Philosemiten. Nicht nur Antisemitismus sondern auch Nationalismus und Rassismus durften öffentlich nicht stattfinden, wucherten aber sowohl auf der gesellschaftlichen Ebene der Alltagskultur, wie auch in der Form eines institutionalisierten Rassismus fort.

Seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten haben nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) mehrere hunderttausend neonazistische, rassistische und antisemitische Propaganda- und Gewaltstraftaten stattgefunden. Nach meinen Recherchen gab es in diesem Zeitraum über 250 Tote und tausende Verletzte. Der Anteil der Täter stammt überproportional (3:1), gemessen an der Zahl der Einwohner, aus den fünf neuen Ländern und diese Struktur lässt sich ebenfalls in Berlin feststellen, wenn man die Berliner Bezirke im Osten und im Westen vergleicht. Fälschlicherweise wurde behauptet, diese Entwicklung wäre ausschließlich den ökonomischen, sozialen und politischen Verwerfungen seit dem Vereinigungsprozess geschuldet. Doch jetzt wird klar, nicht nur in der der Bundesrepublik, sondern auch in der DDR hat es Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus gegeben.

Wehren wir uns gemeinsam gegen diese gefährlichen Zustände!

Literaturverzeichnis

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Der gescheiterte Antifaschismus der SED Antisemitismus, Rassismus und Neonazismus in der DDR Harry Waibel Zitation: Waibel, Harry (2015): Der gescheiterte Antifaschismus der SED -Antisemitismus, Rassismus und Neonazismus in der DDR, in: Kritiknetz – Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft © 2015 bei www.kritiknetz.de                   Hrsg. Heinz Gess, ISSN 1866-4105 http://www.kritiknetz.de/index.php/antisemitismus

 

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
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https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

„Ich bin eine Feministin. Das bedeutet, daß ich extrem stark behaart bin und daß und ich alle Männer haße, sowohl einzelne als auch alle zusammen, ohne Ausnahmen.“Bridget Christie

„Die Tragödie isolierter persönlicher Leidenschaften ist für unsere Zeit zu fade. Aber weshalb? Weil wir in einer Epoche der sozialen Leidenschaften leben. Die Tragödie unserer Epoche ist der Zusammenstoß der Persönlichkeit mit dem Kollektiv.“ –  LeoTrotzki 1923

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Love: only, and not always, a mother loves her child, just as it is, otherwise you have to meet the expectations of others, to be accepted.

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno
„What one must be judged by, scholar or no, is not particularised knowledge but one’s total harvest of thinking, feeling, living and observing human beings.“ (…) „While the practice of poetry need not in itself confer wisdom or accumulate knowledge, it ought at least to train the mind in one habit of universal value: that of analysing the meanings of words: of those that one employs oneself, as well as the words of others. (…) what we have is not democracy, but financial oligarchy. (…) Mr. Christopher Dawson considers that “what the non-dictatorial States stand for today is not Liberalism but Democracy,” and goes on to foretell the advent in these States of a kind of totalitarian democracy. I agree with his prediction. (…) That Liberalism is something which tends to release energy rather than accumulate it, to relax, rather than to fortify. (…) A good prose cannot be written by a people without convictions. (..) The fundamental objection to fascist doctrine, the one which we conceal from ourselves because it might condemn ourselves as well, is that it is pagan. (..) The tendency of unlimited industrialism is to create bodies of men and women—of all classes—detached from tradition, alienated from religion and susceptible to mass suggestion: in other words, a mob. And a mob will be no less a mob if it is well fed, well clothed, well housed, and well disciplined. (…) The rulers and would-be rulers of modern states may be divided into three kinds, in a classification which cuts across the division of fascism, communism and democracy. (…) Our preoccupation with foreign politics during the last few years has induced a surface complacency rather than a consistent attempt at self-examination of conscience. (…) What is more depressing still is the thought that only fear or jealousy of foreign success can alarm us about the health of our own nation; that only through this anxiety can we see such things as depopulation, malnutrition, moral deterioration, the decay of agriculture, as evils at all. And what is worst of all is to advocate Christianity, not because it is true, but because it might be beneficial. (…) To justify Christianity because it provides a foundation of morality, instead of showing the necessity of Christian morality from the truth of Christianity, is a very dangerous inversion; and we may reflect, that a good deal of the attention of totalitarian states has been devoted, with a steadiness of purpose not always found in democracies, to providing their national life with a foundation of morality—the wrong kind perhaps, but a good deal more of it. It is not enthusiasm, but dogma, that differentiates a Christian from a pagan society.“ (…)  It would perhaps be more natural, as well as in better conformity with the Will of God, if there were more celibates and if those who were married had larger families. (…) We are being made aware that the organisation of society on the principle of private profit, as well as public destruction, is leading both to the deformation of humanity by unregulated industrialism, and to the exhaustion of natural resources, and that a good deal of our material progress is a progress for which succeeding generations may have to pay dearly. I need only mention, as an instance now very much before the public eye, the results of “soil-erosion”—the exploitation of the earth, on a vast scale for two generations, for commercial profit: immediate benefits leading to dearth and desert. I would not have it thought that I condemn a society because of its material ruin, for that would be to make its material success a sufficient test of its excellence; I mean only that a wrong attitude towards nature implies, somewhere, a wrong attitude towards God, and that the consequence is an inevitable doom. For a long enough time we have believed in nothing but the values arising in a mechanised, commercialised, urbanised way of life: it would be as well for us to face the permanent conditions upon which God allows us to live upon this planet. And without sentimentalising the life of the savage, we might practise the humility to observe, in some of the societies upon which we look down as primitive or backward, the operation of a social-religious-artistic complex which we should emulate upon a higher plane. We have been accustomed to regard “progress” as always integral; and have yet to learn that it is only by an effort and a discipline, greater than society has yet seen the need of imposing upon itself, that material knowledge and power is gained without loss of spiritual knowledge and power. “ – T.S.Eliot
“I am a feminist. All this means is that I am extremely hairy and hate all men, both as individuals and collectively, with noexceptions.” – Bridget Christie

 

Jürgen Todenhöfer empfiehlt Buch einer Nationalsozialistin

  19.07.2015   Achgut.com

Todenhöfers hässliche Verwandte

Als ob es damit nicht getan wäre, dass er selber durchgeknallt ist, promotet Jürgen Todenhöfer auf seiner FB-Seite eine Nazi-Schlampe, die sich einen Namen als RassentheoretikerIn gemacht hat. An der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin wurde sie bei dem einflussreichen Rassentheoretiker des Dritten Reichs Ludwig Ferdinand Clauß mit einer Dissertation über Herkunft und Wirkung fremder Vorbilder auf den deutschen Menschen 1941 promoviert. 1940 bis 1941 war sie zusammen mit ihrer Schwester Waltraud Hunke im „Germanischen Wissenschaftseinsatz“ der SS tätig; sie erhielt ein Stipendium des SS-Ahnenerbes und veröffentlichte in dessen Zeitschrift Germanien. Zu ihren frühen Werken gehört auch der Schulungsbrief „Rassenseelenkunde“ aus dem Jahre 1935. Was den Edelarier Todenhöfer weder stört noch in seiner Begeisterung für die inzwischen Verblichene bremst.

Eine ausführliche Darstellung des Falles finden Sie hier.

Und so wie er einer inzwischen vermoderten Nazisse einen Strauss Blumen aufs Grab legt, so schickt er einmal mehr einen Liebesgruss nach Teheran, an das Regime, dass die Endlösung der Judenfrage, mit der die Nazis nicht fertig wurden, vollenden möchte, diesmal im Nahen Osten. Glückwunsch an alle Beteiligten! Auch an Chamenei und Obama. Warum Obama diesen Deal wollte, werden wir erfahren, sobald die Protokolle der Verhandlungen deklassifiziert werden, was der Führer der Islamischen Republik Iran, Ajatollah Ali Khamenei, will, wissen wir, er hat es in einer Ansprache zum Ende des Ramadan noch einmal bestätigt.

Todenhöfer illustriert den Beitrag zu dem Abkommen mit einer Collage, auf der Khamenei und Obama zu sehen sind, Brüder im Geiste sozusagen, die den “Sieg für den Frieden” feiern. Vereint unter Zuhilfenahme einer Schere und etwas Schleim. Darüber ein Zitat, dass sich JT, wie kürzlich eine Koran-Sure, ebenfalls zurechtgebogen hat. “Netanjahu ist für Israel gefährlicher als Iran.” Er muss es wissen, hat er doch kürzlich die Zentrifugen in Netanjahus Hausbar gezählt und die Modelleisenbahnanlage in Khameneis Keller besichtigt.

Und so wirkt gemeinsam, was zusammen gehört. Eine Rassentheoretikerin der Nazis, der geistliche Führer des Iran, der Israel immer wieder als ein “Krebsgeschwür” bezeichnet, und “eine Person des öffentlichen Lebens” in Deutschland, die sich beiden verbunden fühlt.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/todenhoefers_haessliche_verwandte

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Jürgen Todenhöfer empfiehlt Buch einer Nationalsozialistin

Auf seiner Facebook-Seite gratuliert Jürgen Todenhöfer zum Ende des Ramadans und empfiehlt zur Feier des Tages das Buch einer Nationalsozialistin:

“EID MUBARAK, FROHES FEST!

Liebe Freunde, Muslime gratulieren uns zu Weihnachten, wir ihnen zum Ende des Ramadan. An meinen kleinen Fest-Geschenk muss ich leider noch etwas basteln. Dienstag ist es fertig. Dann Näheres.

Ich lese gerade “Allahs Sonne über dem Abendland” von Sigrid Hunke. Sie beweist an 1000 Beispielen, dass der Westen – auch Deutschland – nicht nur Erbe der griechisch-römischen Kultur, sondern auch der arabisch-islamischen Geisteswelt ist. Mehr als alle ahnen. Goethe schrieb: “Wenn Islam Gott ergeben heißt, im Islam leben und sterben wir alle.”

Eid Mubarak! Euer JT”

Jürgen Todenhöfers Werbung für das Buch der Rassentheoretikerin Sigrid Hunke erhielt in nur vierzig Stunden über 27.000 “Gefällt mir” und wurde über 1.700 mal geteilt!

Am 1. Mai 1937 wurde Sigrid Hunke Mitglied der NSDAP. Ihre Doktorarbeit über “Herkunft und Wirkung fremder Vorbilder auf den deutschen Menschen” legte sie 1941 an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin bei dem einflussreichen Rassentheoretiker Ludwig Ferdinand Clauß ab. Von 1940 bis 1941 war sie in der SS tätig. Sie erhielt ein Stipendium des SS-Ahnenerbes und veröffentlichte in dessen Zeitschrift Germanien. Die Ehe schloss sie mit einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS.

1985 gab ihr das Deutsche Kulturwerk Europäischen Geistes (DKEG) einen Preis. Das DKEG war eine bis 1996 bestehende rechtsextreme Organisation, die sich als „volksbewusste und volkstreue Gemeinschaft“ zur Förderung “deutschen Kulturguts” verstand. Ab 1986 arbeitete Sigrid Hunke regelmäßig für das rechtsextreme Thule-Seminar.

Das von Jürgen Todenhofer empfohlene Buch erschien 1960. Der Oberste Rat für islamische Angelegenheiten in Kairo ehrte Sigrid Hunke für dieses Buch, woraufhin sie direkt Mitglied wurde.

Die Fans von Jürgen Todenhöfer sind ganz begeistert von der Werbung für Sigrid Hunke und kommentieren darunter:

“Wünschte es gäbe mehr von Ihrer Sorte…”

“Danke das sie ans und Muslime denken”

“Wir Muslime danken Ihnen herzlich das Sie an uns denken und immer mit der Wahrheit kommen und das sogar vor der GANZEN WELT Respekt, Allah soll sie beschützen InShaaAllah”

“Beste!!!!! Ein Ehrenmann durch und durch..”

“Jürgen todenhöfer sie sind ein vorbild für alle, respeckt…”

“Herr Todenhöfer sie sind ein Mann der Eier hat und nicht wie andere Menschen die Angst haben die Wahrheit ins Auge zu sehen und das zu ignorieren”

“Habe mir das Buch eben gerade bestellt und bin gespannt.”

“Vielen Lieben Dank. Hab gerade ihr Buch gekauft und werde es in meinem Urlaub lesen.”

Jürgen Todenhöfer mag den Islam. Sigrid Hunke war begeistert vom Islam. Ihre Begeisterung teilte sie mit vielen ihrer Parteifreunden. Heinrich Himmler zum Beispiel sagte:

“Ich muss sagen, ich habe gegen den Islam gar nichts, denn er erzieht mir in dieser Division namens Handschar seine Menschen und verspricht ihnen den Himmel, wenn sie gekämpft haben und im Kampf gefallen sind. Eine für Soldaten praktische und sympathische Religion!”

 

 

Auch der Führer ihrer Partei (Adolf Hitler) war dem Islam zugeneigt:

“Auch das Regime der Araber in Spanien war etwas unendlich Vornehmes: die größten Wissenschaftler, Denker, Astronomen, Mathematiker, einer der menschlichsten Zeiträume, eine kolossale Ritterlichkeit zugleich. Als dann später das Christentum dahin kam, da kann man nur sagen: die Barbaren. Die Ritterlichkeit, welche die Kastilier haben, ist in Wirklichkeit arabisches Erbe. Hätte bei Poitiers nicht Karl Martell gesiegt: Haben wir schon die jüdische Welt auf uns genommen – das Christentum ist so etwas Fades –, so hätten wir viel eher noch den Mohammedanismus übernommen, diese Lehre der Belohnung des Heldentums: Der Kämpfer allein hat den siebenten Himmel! Die Germanen hätten die Welt damit erobert, nur durch das Christentum sind wir davon abgehalten worden.”

Im Jahr 1941 trafen sich Adolf Hitler und der Großmufti von Al-Quds (Jerusalem), Hadsch Muhammad Amin al-Husseini, bei einem Berliner Empfang. Dort zeigte es sich, dass die Nazis den Großmufti als den zukünftigen Anführer aller Araber und Moslems betrachteten. Er wurde im prächtigen Schloss Bellevue untergebracht. Al-Husseini erhielt für seine persönlichen Bedürfnisse und für seine politische Arbeit eine Geldsumme, die heute dem Wert von zwölf Millionen Dollar pro Jahr entspricht. Diese Geldmittel wurden durch den Verkauf des Goldes erbracht, das man Juden abgenommen hatte. Al-Husseini folgte dem Muster und verlangte ein Büro in einer enteigneten jüdischen Wohnung. Sein Mitarbeiterstab wurde in einem halben Dutzend weiterer Häuser untergebracht, die die Nazis für sie bereitstellten. Zusätzlich stellte man al-Husseini eine Suite im Berliner Luxushotel Adlon und für die Ferien schöne Appartements im Hotel Zittau und im Schloss Oybin in Sachsen zur Verfügung. Derart gut untergebracht wurde verhandelt. Es ging um die “Endlösung der Judenfrage”.

Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, “judenrein” haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen befahl Hitler die Konferenz am Wannsee, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der erste Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvenichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Die Nazis haben den Krieg verloren, aber an vielen Orten der Welt haben Islamisten die Schlachten gewonnen. Daher taucht der faschistische Hass der Nationalsozialisten heute überwiegend in arabischer Sprache auf.

Auf dem ägyptischen Al-Rahma TV wurden am 26. Januar 2009 Bilder und Filme vom Holocaust gezeigt. Im Hintergrund kommentierte ein Mann voller Begeisterung:

„Schauen wir uns mal die Bilder an, wie die jüdischen Unterdrücker von den deutschen Opfern bestraft werden. Hier seht ihr Leichen und tote Menschen und Knochen von Juden. Hier haben wir ein Krematorium, in dem die Juden verbrannt werden. Hier sehen wir Juden, wie sie sich bereit machen, verbrannt zu werden. Schaut her, hier sehen wir Juden, die am Hunger sterben und an Gas. Schaut, wie sie umzingelt werden und auf Lastwagen verfrachtet werden. Schaut euch die Erniedrigung in ihren Gesichtern an. Sei Gott gelobt dafür! Sie haben Gottes Zorn heraufbeschworen. Hier seht ihr, wie ein Jude lebendig begraben wird. Sieht das wie ein Mensch aus? Er wird in ein Loch geworfen, um lebendig begraben zu werden. Hier seht ihr einen Leichenhaufen. Ibn Mas’oud hatte recht. Schaut her, hier seht ihr Stacheldraht, damit wird hier ein Körper geschunden. Er wird noch zusammen mit fünf anderen an einem Strick aufgehängt werden. Konzentriert euch darauf! Schaut es euch an! Hier, sie binden fünf Köpfe zusammen. Das sind Leichen! Hier bohren sie ein Loch in einen Rücken mit einem Nagel. Gleich ist dieses Kind dran. Schaut euch an wie sie gedemütigt werden. Das sind Leichen. Gott sei gelobt. Die Juden sind Unterdrücker! Hier werden sie deportiert. Ibn Mas’oud hatte recht als er sagte: „Alle Unterdrücker werden einst von den Unterdrückten bestraft werden“ Das sind Leichen. Das sind tote Menschen. Das sind Schädel. Das hier sind die Leichen von Juden. Sie werden verfrachtet wie Vieh. Schaut Euch diesen Traktor an, wie er die Leichen der Juden entsorgt. Und hier sehr ihr Flüchtlinge. Sie warten darauf getötet zu werden. Ein deutscher Soldat wird gleich kommen! Schaut hin. Die Jüdin küsst seine Hand. Seht ihr die Erniedrigung, die Furcht. Seht her, wie sie die Hand des Soldaten küsst. Seht die Erniedrigung! Seht es Euch an. Das ist es, was wir alle erwarten! So Gott will, möge es bald in den Händen der Muslime liegen!“

 

 

Der Mann kommentierte den Holocaust wie ein Fußballspiel und seine Begeisterung galt den Taten der Nazis. Der ehemaliger libanesischer Minister, Wiam Wahhab, erklärte am 4. Juli 2010 auf Al-Jadid/New TV:

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben. Hahahahaha!“

Es gibt Minister, die nehmen wirklich kein Blatt vor dem Mund. Der stellvertretenden Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, fand am 28. Februar 2010 noch deutlichere Worte:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Der Judenhass zieht sich durch die ganze islamische Welt:

„Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“ (Al-Nas TV (Ägypten), 8. Januar 2008)

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (…) Dein Glaube bezüglich der Juden soll sein, erstens, dass sie Ungläubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie Palästina besetzt halten. Sie wären auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hätten!“

„Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!“ (Qatar TV (Katar), 9. Januar 2009)

„In aller Kürze, so sind die Juden: Als Muslim ist unser Blut voller Rachsucht gegen sie und sie kann nur mit der Vernichtung der Juden gestillt werden, so Gott will. Sie haben mehrmals versucht, unseren Propheten zu töten.“ (Al-Aqsa TV (Gaza), 28. Februar 2008)

„Der größten Feinden eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!“ (Al-Rahma TV (Ägypten), 9. Januar 2009)

„Im Jahre 1883, wurden vor dem jüdischen Pessachfest um die 150 französische Kinder auf grausamste Weise in den Vororten Paris ermordet. Spätere Untersuchungen haben ergeben, dass die Juden diese Kinder getötet haben, um an ihr Blut zu kommen.(Dr. Hassan Hanizadeh auf Jaam-E Jam2 TV (Iran), 20. Dezember 2005)

„Es muss ein Kind sein, das die Pubertät noch nicht erreicht hat. Die Juden entführen das Kind, stecken es in ein Fass, nur zu dem Zweck, um durch Löcher, die an den Orten, wo sich die Arterien des Kindes befinden, kleine Schrauben in die Körper zu schrauben, um an das Blut zu kommen. Sie sammeln das Blut und benutzen es für ihr Pessachfest.“ (Ein politischer Kommentator des Nile Culture TV (Ägypten), 25. Februar 2007)

„Die Juden haben zum Beispiel diesen französischen Doktor Toma getötet, der Juden umsonst behandet hat, um die Lehren des Christentums zu verbreiten. Obwohl er ihr Freund war und sie von ihm profitiert haben, haben sie ihn an einem ihrer Feiertage entführt und geschlachtet, zusammen mit einer Schwester. Sie haben Matzebrot aus ihrem Blut gemacht. Sie machen das jedes Jahr. Die Welt muss davon erfahren! (Dr. Sallah Sultan, Präsident des Amerikanischen Zentrums für Islamforschung auf Al-Aqsa TV (Gaza), 31. März 2012)

„Immer wieder hat Gott Strafen über die Juden kommen lassen. Die letzte Strafe wurde von Hitler ausgeführt. Bei allem, was er ihnen angetan hat, und die Juden übertreiben bei der Beschreibung dieser Taten, hat Hitler die Juden nur an ihren gerechten Platz gesetzt. Es war die göttliche Strafe für sie!“ (Al-Jazeera TV (Katar) 30. Januar 2009)

„Juden sind Schweine und Affen! Gott sagt das!“ (Ein kleines Mädchen auf Iqra TV (Saudi-Arabien), 7. Mai 2002)

Schon die Kleinsten der Kleinen werden auf Judenhass gedrillt. Im arabischen Fernsehen laufen Sendungen, die Kinder dazu verühren, Freude zu verspüren, wenn sie Juden hassen.

 

 

 

Das lustige Hamas-Häschen Assud ruft Kinder zum Krieg gegen Ungläubige auf.

 

 

Zu seinem Hobby gehört es, Juden zu essen.

 

 

Die Hamas Mickey Mouse lässt Kinder Lieder über die heldenhafte Tat des Attentats singen.

 

 

Dies sind keine Ausnahmen im arabischen Fernsehpogrom, sondern kindgerechter Alltag in einer Medienlandschaft, die Juden als Affen, Mörder und Kakerlaken zeigt, wie dieser ZDF-Bericht beweist.

 

 

Es ist daher kein Wunder, wenn Jürgen Todenhöferd Werbung für das Buch einer Nationalsozialisten in nur vierzig Stunden über 27.000 “Gefällt mir” erhält. Es ist auch klar, wer gemeint es, wenn darunter kommentiert wird:

“Möge Allah uns im Deen Stärken und uns die Augen öffnen damit wir den wahren Feind erkennen Ameen”

Dafür wird Jürgen Todenhöfer geliebt:

“Jürgen Todenhöfer ein Ehrenmann. Danke für alles, ich liebe diesen Mann”

“Ich liebe sie über alles und küsse ihre Hände !”

“Sie wären ein guter Bundeskanzler”

http://tapferimnirgendwo.com/2015/07/19/jurgen-todenhofer-empfiehlt-buch-einer-nationalsozialistin/

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  • Eine großzügige Person wird vielleicht sagen, „Tod für Amerika“ zu rufen, sei im Iran nichts Besonderes, sondern eine Art Räuspern.
  • Nur einer kaltherzigen Person kann es einfallen, die Frage zu stellen, warum Irans Herrscher die Technik einkaufen, die sie benötigen, um Angriffe auf ihr Nuklearprojekt abzuwehren, wenn sie zur selben Zeit den Amerikanern versprechen, dass sie keine Atomwaffen entwickeln.

Was genau hat sich nach Ansicht der Obama-Administration an der Führung des Iran geändert? Unter all den Fragen, die im Zuge des 5+1-Abkommens mit dem Iran unbeantwortet geblieben sind, ist dies vielleicht die am schwersten zu beantwortende.

Irgendetwas muss ein westlicher Führer schließlich sehen, wenn er den Versuch unternimmt, die Beziehungen zu einem bösartigen Regime zu „normalisieren“ – etwas wie das, was Richard Nixon in der chinesischen KP erblickte, das ihn davon überzeugte, dass ein Tauwetter in den Beziehungen möglich wäre, oder wie das, was Margaret Thatcher in den Augen von Michail Gorbatschow sah, das sie davon überzeugte, dass es ein Gegenüber gab, dem man endlich trauen konnte.

Was den Iran betrifft, machen die äußeren Zeichen keinen vielversprechenden Eindruck. Just letzten Freitag, als die 5+1-Gruppe das Abkommen mit den Iranern besiegelte, waren die Straßen Teherans Schauplatz des „Al-Quds-Tags.“ Dies ist jener vom verstorbenen Ajatollah Khomeini eingeführte Tag im iranischen Kalender, an dem antiisraelische und antiamerikanische Aktivitäten noch mehr als gewöhnlich in den Vordergrund rücken. Vom Regime dazu ermuntert marschieren dann Zehntausende von Iranern durch die Straßen und rufen nach dem Ende Israels und nach „Tod für Amerika“. Dabei werden nicht nur israelische und amerikanische Flaggen verbrannt, sondern auch britische – was daran erinnert, dass der Iran das einzige Land ist, das immer noch glaubt, Großbritannien beherrsche die Welt.

Der jüngste in der langen Reihe „moderater“ iranischer Führer, Präsident Hassan Rouhani, erschien persönlich auf einer dieser Paraden, um der Verbrennung israelischer und amerikanischer Flaggen beizuwohnen. Ist er eingeschritten? Hat er der Menge erklärt, dass sie noch nicht auf dem neuesten Nachrichtenstand ist – dass Amerika jetzt ihr Freund ist und sie ihre Energien auf das massenhafte Verbrennen von Davidsternen konzentrieren sollen? Nein, seine Teilnahme war wie gewöhnlich, und die Menge reagierte wie üblich.

Teilnehmer des Teheraner Quds-Tag-Marsches verbrennen amerikanische und israelische Flaggen, 10. Juli 2015. (Foto: ISNA)

Das gleiche Bild hatte sich bereits einige Wochen zuvor geboten, als das iranische Parlament zusammenkam, um über das Abkommen in Wien zu beraten: Nach einigen genehmigten Debattenbeiträgen vertagte sich das Parlament und die Abgeordneten riefen „Tod für Amerika“.

Eine großzügige Person wird vielleicht sagen, dies sei unwichtig, „Tod für Amerika“ zu rufen, sei im Iran nichts anderes als eine Art Räuspern. Genau das wird uns erzählt: Solche Botschaften seien „nur für den heimischen Gebrauch“ und hätten nichts zu sagen.

Lassen wir ihre Bedeutung für einen Moment außer Acht und fragen: Was hat sich an Irans Handlungsweise geändert, das die US-Regierung davon überzeugt hat, dass das iranische Regime eines sein könnte, das sich im Wandel befindet?

Im Inneren gibt es kein Nachlassen der Unterdrückungskampagne gegen das iranische Volk: Weiterhin werden Menschen für „Verbrechen“ gehängt, die darin bestehen, dass jemand schwul ist oder ein Dichter, der der „Blasphemie“ für schuldig befunden wurde.

In den letzten 18 Monaten, während die Unterhändler in Wien das Abkommen diskutierten, hat der Iran über tausend dieser inneren „Feinde“ gehängt. In seinem Umkreis bleibt der Iran die Regionalmacht mit den gierigsten Ambitionen und vielleicht die einzige, die dabei Erfolge verbucht. In den Jahren seit Beginn des „arabischen Frühlings“ ist es nur dem Iran gelungen, seinen Einfluss in der Region deutlich auszuweiten. Er hat seinen Griff auf den Jemen, den Irak, Syrien und den Libanon erheblich verstärkt. Weiterhin liefert er seinen terroristischen Stellvertretern Waffen, wie etwa der Hisbollah, die ihrerseits an Israels nördlicher Grenze mit Raketen und anderer Munition aufrüstet.

Die vier amerikanischen Geiseln, die der Iran in seiner Gewalt hat, hat er nicht freigelassen: Pastor Saeed Abedini, der wegen des Verbrechens des Übertritts zum Christentum festgehalten wird; der Washington Post-Journalist Jason Rezian, verhaftet wegen des offenkundig unsinnigen Vorwurfs der Spionage; der frühere US-Marine-Soldat Amir Mirza Hekmati, der in den Iran reiste, um seine Großmutter zu besuchen; sowie der pensionierte DEA- und FBI-Agent Robert Levinson, der vor acht Jahren entführt wurde und von dem es seit 2013 kein Lebenszeichen mehr gibt. Die vier werden nicht freigelassen, obwohl die 5+1-Gruppe selbst der in letzter Minute vom Iran erhobenen Forderung noch nachgab, das Embargo für konventionelle Waffen aufzuheben; damit vergab die 5+1-Gruppe eine weitere Chance, als Gegenleistung für ihre völlige Kapitulation vom Iran irgendetwas zu bekommen.

Von außen betrachtet scheint sich sowohl in der Rhetorik als auch am Verhalten des Regimes kaum etwas geändert zu haben. Darum bleibt es doppelt rätselhaft, welche Veränderung die US-Regierung und ihre Partner wohl aus den Augen der Ajatollahs ablesen können.

Denn das Wesen des Abkommens macht es so außergewöhnlich wichtig, dass es irgendetwas im Austausch gibt. Dafür, dass sie „geführten Inspektionen“ einer begrenzten Zahl iranischer Anlagen zustimmen, werden sich die Ajatollahs in den nächsten zehn Jahren über eine Explosion des Außenhandels und einen Geldregen von 140 Milliarden US-Dollar an freigegebenen Vermögenswerten freuen können, und das ist erst der Anfang. Im selben Zeitraum werden u.a. Restriktionen des Verkaufs von Waffen und Munition an den Iran aufgehoben. Der Iran wird endlich in der Lage sein, die lange ersehnten Flugabwehrraketen zu kaufen, die die Russen (die natürlich in Wien mit am Verhandlungstisch saßen) ihnen verkaufen wollen. Dieses System – eines der modernsten Flugabwehrsysteme der Welt – kann jegliches amerikanische, israelische oder sonstige Kampfflugzeug abschießen, das auf dem Weg ist, Irans Atomprojekt zu zerstören. Und natürlich kann es nur einer kaltherzigen Person einfallen, die Frage zu stellen, warum Irans Herrscher die Technik einkaufen, die sie benötigen, um Angriffe auf ihr Nuklearprojekt abzuwehren, wenn sie zur selben Zeit den Amerikanern versprechen, dass sie keine Atomwaffen entwickeln.

Dass die Hoffnung weckenden Anzeichen, die die US-Regierung geortet hat, korrekt sind, ist umso wichtiger, als die Mullahs, solange es keinen Volksaufstand gibt – was dank des Wiener Abkommens und der damit einhergehenden diplomatischen und finanziellen Stärkung des Regimes unwahrscheinlicher ist als je zuvor –, sicherlich ein weiteres Jahrzehnt lang im Iran an der Macht bleiben werden.

Wer weiß hingegen, wer in den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien in zehn Jahren an der Macht sein wird? In Großbritannien könnte sich die Labourpartei zum Sieg getollt haben an ihrer Spitze womöglich der Abgeordnete Jeremy Corbyn (er bewirbt sich derzeit um die Führung der Labourpartei) – ein Mann, der öffentlich und wiederholt die Hamas und die Hisbollah als „Freunde“ gepriesen hat. Das würde die Dynamik sicherlich noch einmal verändern.

Aber lassen wir dieses vielleicht unwahrscheinliche Szenario einmal beiseite und nehmen an, dass Großbritannien und Amerika einfach Politik wie immer betreiben. In den USA wird es im Laufe dieser zehn Jahre vier verschiedene US-Regierungen geben, die die Umsetzung dieses Abkommens zu überwachen haben und zu prüfen, ob das iranische Regime die Inspektionen zulässt.

In Großbritannien sind es mindestens zwei neue Regierungen. Wer vermag zu sagen, dass diese unterschiedlichen Regierungen – gleich, welcher Parteizugehörigkeit – alle dasselbe Maß an Achtsamkeit aufbringen werden, wissen werden, worauf sie ein Auge haben müssen und sich angesichts „schrittweise fallender“ (und überhaupt nicht erzwingbarer) Sanktionen und anderer Details der Umsetzung dieses Abkommens ebenso gewappnet fühlen werden wie die Unterzeichner dieses Vertrags es von ihnen zu erwarten scheinen? Ist es möglich, dass die Iraner das wissen?

Vielleicht gibt es in den Augen der Ajatollahs tatsächlich etwas. Vielleicht haben US-Außenminister John Kerry und Präsident Barack Obama wirklich in die Augen der iranischen Führer geschaut und dort ein Lächeln erkannt. Ob dieses aber die von ihnen offenbar vermuteten Gründe hat, steht auf einem anderen Blatt.

http://de.gatestoneinstitute.org/6196/iran-abkommen

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  20.07.2015   Achgut.com

Deine Freunde sind nicht unsere Freunde, Siggi!

Julian Reichelt über den Auftritt des Vizekanzlers in Teheran:

Diese „Freunde“ sind der weltgrößte Finanzier des globalen Terrorismus’. Die Hisbollah richtet sich unter iranischer Weisung am liebsten gegen israelische Ziele, schiitische Milizen im Irak – aus Teheran gesteuert – sprengten jahrelang amerikanische Humvees samt Soldaten in die Luft.

Und wenn wir noch über staatlichen Terrorismus sprechen wollen – Assads Truppen, die seit vier Jahren systematisch die Zivilbevölkerung ganzer Städte in Syrien ausradieren, lassen sich vom Iran gern beraten, bezahlen, führen und ausstatten. Als 2009 Studenten ein bisschen mehr Freiheit forderten, entschied das Regime, das Gabriel nun „Freunde“ nennt, diese zaghafte Revolution niederschießen zu lassen.Im Juni ließen diese „Freunde“ unter der Führung von Präsident Rouhani (ein milde lächelnder Hardliner) alle zwei Stunden einen Menschen hinrichten. Falls Gabriel zum Empfang die deutsche Botschaft in Teheran besucht, kann das diplomatische Personal dort ihm berichten, wie man in manchen Stadtteilen Teherans die verzweifelten, schmerzerfüllten Schreie aus dem Foltergefängnis „Evin“ hört, wenn der Wind richtig steht. Hier geht’s weiter.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/deine_freunde_sind_nicht_unsere_freunde_siggi

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Der Vizekanzler in TeheranGabriels falsche Freunde!

Julian Reichelt 20.07.15 bild.de

„Wenn man glaubt, den Iran verstanden zu haben, sollte man schleunigst die Koffer packen und nach Hause fahren“, heißt es bei westlichen Diplomaten, die in Teheran ihren Dienst tun.

Undurchschaubar, verworren, verwirrend und geheimnisvoll ist dieses Land – besonders seine Politik mit der einzigartigen Mischung aus brutalster Diktatur, Unterdrückung durch Paramilitärs und Geheimdienste, Terror-Unterstützung und religiösem Endzeitwahn. Nicht einfach zu verstehen also.

Trotzdem gibt es einige sehr grundsätzliche Dinge, die wirklich jedermann berücksichtigen und verstehen sollte, besonders der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel, wenn er Deutschland in Teheran repräsentiert.

► 1. Das Regime in Teheran ist nicht mit Deutschland „befreundet“, wie Gabriel es formuliert. Gabriel will „mit Freunden“ in Teheran über wirtschaftliche Freiheit reden.

Diese „Freunde“ sind der weltgrößte Finanzier des globalen Terrorismus’. Die Hisbollah richtet sich unter iranischer Weisung am liebsten gegen israelische Ziele, schiitische Milizen im Irak – aus Teheran gesteuert – sprengten jahrelang amerikanische Humvees samt Soldaten in die Luft.

Und wenn wir noch über staatlichen Terrorismus sprechen wollen – Assads Truppen, die seit vier Jahren systematisch die Zivilbevölkerung ganzer Städte in Syrien ausradieren, lassen sich vom Iran gern beraten, bezahlen, führen und ausstatten. Als 2009 Studenten ein bisschen mehr Freiheit forderten, entschied das Regime, das Gabriel nun „Freunde“ nennt, diese zaghafte Revolution niederschießen zu lassen.

Im Juni ließen diese „Freunde“ unter der Führung von Präsident Rouhani (ein milde lächelnder Hardliner) alle zwei Stunden einen Menschen hinrichten. Falls Gabriel zum Empfang die deutsche Botschaft in Teheran besucht, kann das diplomatische Personal dort ihm berichten, wie man in manchen Stadtteilen Teherans die verzweifelten, schmerzerfüllten Schreie aus dem Foltergefängnis „Evin“ hört, wenn der Wind richtig steht.

Das iranische Regime betreibt Folter und Terrorismus als Politik. NEIN, das sind NICHT die Freunde Deutschlands!

http://www.bild.de/politik/ausland/julian-reichelt/gabriels-falsche-freunde-41867730.bild.html

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20.07.2015  Achgut.com

Schade, dass der Führer es nicht mehr erlebt hat!

Joachim Nikolaus Steinhöfel

Am heutigen 20. Juli jährt sich der Attentatsversuch von Schenk Graf von Stauffenberg auf Adolf Hitler, den Massenmörder von 6 Millionen Juden.

Am heutigen 20. Juli biedert sich der deutsche Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bei dem Mullahregime in Teheran an. Er ist der erste westliche Politiker, der nach dem fatalen Atomabkommen in der iranischen Hauptstadt ankommt und um Milliardendeals für die deutsche Wirtschaft wirbt. Der Hass auf Israel gehört zur Staatsdoktrin der Islamischen Republik Iran. Als oberster Führer des Landes hat Ajatollah Ali Khamenei nie ein Hehl daraus gemacht, dass er den jüdischen Staat verachtet und vernichten will.

Die Mullahs sind mithin Gesinnungsgenossen des Führers. Beide würden voller Begeisterung einen Vertrag zur Vernichtung des jüdischen Staates Israel schliessen. Eine bodenlose Instinktlosigkeit des Vizekanzlers, der Israel schon als „Apartheidsstaat“ bezeichnet hat und der damit deutlich macht, wie viel von der Zusicherung der Kanzlerin, Israels Sicherheit sei Staatsräson Deutschlands, in der Realität übrig bleibt.

Siehe auch:
Why should the US pay the price?

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Gute Freunde kann niemand trennen

Gute Freunde kann niemand trennen: Sigmar Gabriel (links) und Hassan Rouhani, Teheran, 20. Juli 2015

Man weiß nicht so genau, ob die Regierungen, die mit dem Iran vor wenigen Tagen den grässlichen Atomdeal ausgehandelt haben, zumindest selbst ernsthaft daran glauben, dass sich die nuklearen Ambitionen des Regimes in Teheran mit der getroffenen Vereinbarung entscheidend einschränken lassen. Dafür weiß man umso besser, was das Abkommen in jedem Fall bewirken wird (und bewirken soll): die Beseitigung nahezu sämtlicher Einschränkungen beim Handel mit dem Iran und infolgedessen milliardenschwere Geschäfte für die beteiligten Unternehmen. Dass das der eigentliche Sinn und Zweck der Übereinkunft ist – und das politische Drumherum kaum mehr als eine moralische Beschwichtigung der Öffentlichkeit –, hat niemand deutlicher gemacht als der deutsche Wirtschaftsminister, Vizekanzler und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel.

Denn keiner hatte es so eilig, sich mit einer »Wirtschaftsdelegation« ins Flugzeug zu setzen und in die »Islamische Republik« zu jetten, um dort anzubahnen, worauf deutsche Unternehmen so lange verzichten mussten. Zwar ist das Abkommen noch von keiner Seite ratifiziert worden, und auch die UN-Sanktionen bleiben einstweilen in Kraft. Der Iran hat zudem klar gemacht, dass er zumindest seine militärischen Einrichtungen keineswegs inspizieren zu lassen gedenkt. Aber das alles stört Gabriel nicht im Geringsten, denn wichtig ist ihm ausschließlich, keine Zeit zu verlieren. Deutsche Unternehmer haben die Sanktionen ohnehin immer nur für lästig und überflüssig gehalten, den Deal haben sie deshalb geradezu herbeigesehnt, und nun kann es ihnen gar nicht schnell genug gehen – die internationale Konkurrenz schläft schließlich nicht.

Was aber ist mit dem Existenzrecht Israels, das von der Bundeskanzlerin als Teil der deutschen Staatsräson bezeichnet, vom iranischen Regime dagegen radikal negiert wird, zuletzt während des antisemitischen Quds-Marsches? Für Gabriel ist das etwas »von großer Bedeutung«, worüber man »in Respekt miteinander reden« solle. »Wirkliche Freundschaft«, sagte er im Beisein des iranischen Ölministers, »erweist sich dann, wenn man auch offen und partnerschaftlich und respektvoll über schwierige Themen sprechen kann«. Noch einmal zum Mitschreiben: Mit den »Freunden« ist das iranische Regime gemeint, der weltweit größte Finanzier des Terrorismus, während die Existenz des jüdischen Staates nicht etwa eine Conditio sine qua non ist, sondern vielmehr zu den »schwierigen Themen« zählt, über die man mit jenen, die diese Existenz auslöschen wollen, »partnerschaftlich« und »respektvoll« plaudern will. Doch nicht mal dieses Heranwanzen half: Der Iran wies Gabriel hier kategorisch zurück.

Hat diese neuerliche Kriegserklärung gegenüber Israel dazu geführt, dass der deutsche Wirtschaftsminister umgehend seine Wirtschaftsdelegation eingesammelt und den Heimweg angetreten hat? Selbstverständlich nicht, denn »Staatsräson« war in Bezug auf den jüdischen Staat nie etwas anderes als ein Synonym für Lippenbekenntnis. Und Gabriel setzte sogar noch einen drauf: Der Iran müsse, so forderte er allen Ernstes, zum »Stabilisierungsfaktor in der Region« und zum »Motor für friedliche Konfliktlösungen« werden. Genau jener Iran, der nicht nur die Vernichtung Israels anstrebt, sondern mit seinen immer zahlreicher werdenden kriegerischen Aktivitäten und direkten Einmischungen in Syrien, dem Irak, Bahrain, dem Libanon, den palästinensischen Gebieten und dem Jemen auch die gesamte Region destabilisiert und damit jede friedliche Konfliktlösung verhindert. Der Brandstifter soll also den Feuerwehrmann geben – fürwahr eine bahnbrechende Idee.

»Deutsche Unternehmen und die Bundesregierung stehen 70 Jahre nach dem Ende der Shoa in der ersten Reihe, um Geschäfte mit dem antisemitischen iranischen Regime zu machen«, brachte es das Bündnis Stop the Bomb in einem Aufruf zum Protest gegen Sigmar Gabriels Iranreise auf den Punkt. Inzwischen hat sich der SPD-Vorsitzende auch mit dem Parlamentssprecher und Holocaustleugner Ali Larijani sowie mit dem Präsidenten Hassan Rouhani getroffen (Foto oben), seit dessen Amtsantritt vor zwei Jahren bereits 1.900 Menschen im Iran hingerichtet wurden. All das geschieht selbstverständlich nur, um die Welt zu einem sichereren Ort zu machen, so hat schließlich auch der amerikanische Präsident Barack Obama seine Annäherung an das Regime begründet. Und wer wollte dessen Art von Friedenspolitik schon in Zweifel ziehen?

Zuerst veröffentlicht auf Fisch + Fleisch.

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Gute Freunde kann niemand trennen

Gute Freunde kann niemand trennen: Sigmar Gabriel (links) und Hassan Rouhani, Teheran, 20. Juli 2015

Man weiß nicht so genau, ob die Regierungen, die mit dem Iran vor wenigen Tagen den grässlichen Atomdeal ausgehandelt haben, zumindest selbst ernsthaft daran glauben, dass sich die nuklearen Ambitionen des Regimes in Teheran mit der getroffenen Vereinbarung entscheidend einschränken lassen. Dafür weiß man umso besser, was das Abkommen in jedem Fall bewirken wird (und bewirken soll): die Beseitigung nahezu sämtlicher Einschränkungen beim Handel mit dem Iran und infolgedessen milliardenschwere Geschäfte für die beteiligten Unternehmen. Dass das der eigentliche Sinn und Zweck der Übereinkunft ist – und das politische Drumherum kaum mehr als eine moralische Beschwichtigung der Öffentlichkeit –, hat niemand deutlicher gemacht als der deutsche Wirtschaftsminister, Vizekanzler und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel.

Denn keiner hatte es so eilig, sich mit einer »Wirtschaftsdelegation« ins Flugzeug zu setzen und in die »Islamische Republik« zu jetten, um dort anzubahnen, worauf deutsche Unternehmen so lange verzichten mussten. Zwar ist das Abkommen noch von keiner Seite ratifiziert worden, und auch die UN-Sanktionen bleiben einstweilen in Kraft. Der Iran hat zudem klar gemacht, dass er zumindest seine militärischen Einrichtungen keineswegs inspizieren zu lassen gedenkt. Aber das alles stört Gabriel nicht im Geringsten, denn wichtig ist ihm ausschließlich, keine Zeit zu verlieren. Deutsche Unternehmer haben die Sanktionen ohnehin immer nur für lästig und überflüssig gehalten, den Deal haben sie deshalb geradezu herbeigesehnt, und nun kann es ihnen gar nicht schnell genug gehen – die internationale Konkurrenz schläft schließlich nicht.

Was aber ist mit dem Existenzrecht Israels, das von der Bundeskanzlerin als Teil der deutschen Staatsräson bezeichnet, vom iranischen Regime dagegen radikal negiert wird, zuletzt während des antisemitischen Quds-Marsches? Für Gabriel ist das etwas »von großer Bedeutung«, worüber man »in Respekt miteinander reden« solle. »Wirkliche Freundschaft«, sagte er im Beisein des iranischen Ölministers, »erweist sich dann, wenn man auch offen und partnerschaftlich und respektvoll über schwierige Themen sprechen kann«. Noch einmal zum Mitschreiben: Mit den »Freunden« ist das iranische Regime gemeint, der weltweit größte Finanzier des Terrorismus, während die Existenz des jüdischen Staates nicht etwa eine Conditio sine qua non ist, sondern vielmehr zu den »schwierigen Themen« zählt, über die man mit jenen, die diese Existenz auslöschen wollen, »partnerschaftlich« und »respektvoll« plaudern will. Doch nicht mal dieses Heranwanzen half: Der Iran wies Gabriel hier kategorisch zurück.

Hat diese neuerliche Kriegserklärung gegenüber Israel dazu geführt, dass der deutsche Wirtschaftsminister umgehend seine Wirtschaftsdelegation eingesammelt und den Heimweg angetreten hat? Selbstverständlich nicht, denn »Staatsräson« war in Bezug auf den jüdischen Staat nie etwas anderes als ein Synonym für Lippenbekenntnis. Und Gabriel setzte sogar noch einen drauf: Der Iran müsse, so forderte er allen Ernstes, zum »Stabilisierungsfaktor in der Region« und zum »Motor für friedliche Konfliktlösungen« werden. Genau jener Iran, der nicht nur die Vernichtung Israels anstrebt, sondern mit seinen immer zahlreicher werdenden kriegerischen Aktivitäten und direkten Einmischungen in Syrien, dem Irak, Bahrain, dem Libanon, den palästinensischen Gebieten und dem Jemen auch die gesamte Region destabilisiert und damit jede friedliche Konfliktlösung verhindert. Der Brandstifter soll also den Feuerwehrmann geben – fürwahr eine bahnbrechende Idee.

»Deutsche Unternehmen und die Bundesregierung stehen 70 Jahre nach dem Ende der Shoa in der ersten Reihe, um Geschäfte mit dem antisemitischen iranischen Regime zu machen«, brachte es das Bündnis Stop the Bomb in einem Aufruf zum Protest gegen Sigmar Gabriels Iranreise auf den Punkt. Inzwischen hat sich der SPD-Vorsitzende auch mit dem Parlamentssprecher und Holocaustleugner Ali Larijani sowie mit dem Präsidenten Hassan Rouhani getroffen (Foto oben), seit dessen Amtsantritt vor zwei Jahren bereits 1.900 Menschen im Iran hingerichtet wurden. All das geschieht selbstverständlich nur, um die Welt zu einem sichereren Ort zu machen, so hat schließlich auch der amerikanische Präsident Barack Obama seine Annäherung an das Regime begründet. Und wer wollte dessen Art von Friedenspolitik schon in Zweifel ziehen?

Zuerst veröffentlicht auf Fisch + Fleisch.

http://lizaswelt.net/2015/07/21/gute-freunde-kann-niemand-trennen/

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Die Deutschen: Gabriels Zeichen | Die Weltwoche, Ausgabe 30/2015

Anders als in den Niederlanden, in der Schweiz oder in Österreich gilt es in Deutschland als unfein, über Geld zu sprechen. Man kann einen Freund oder Kollegen eher fragen, wann er zuletzt Sex mit seiner Frau hatte, als danach, wie viel er verdient. Das gehört sich nicht. Geld gehört zur Intimsphäre. Zugleich wird es metaphysisch überhöht. «Unsere Deutsche Mark» war lange der Kern der deutschen Identität, und als sie zugunsten des Euro abgeschafft wurde, musste eine neue emotional aufgeladene Beziehung her. «Der Euro ist mehr als eine Währung», sagt die Kanzlerin, ohne zu verraten, worin das «mehr» liegt.

Man redet also nicht übers Geld, läuft ihm aber nach beziehungsweise entgegen. Merkels Stellvertreter, Wirtschaftsminister Gabriel, ist als erster westlicher Politiker seit der «Einigung im Atomstreit» am 14. Juli nach Teheran gereist, um «ein Zeichen zu setzen», dass «der Verzicht auf Atomwaffen» sich für beide Seiten lohnen würde. Aber das war natürlich nicht der einzige Zweck der Reise. Worum es ging, brachte Claus Kleber im ZDF in einem Satz auf den Punkt. «Gerade öffnet sich in Teheran eine Tür, und der deutsche Wirtschaftsminister ist so geschwind da reingehuscht, dass er der Erste ist im Rennen um neue Geschäfte mit der Öl-Macht Iran.» Bevor der Gold-Rush einsetzt, wollte Gabriel die Claims für die deutsche Wirtschaft abgesteckt haben. Nebenbei hatte er auch ein Anliegen im Gepäck. Er wollte «für eine neue Rolle des Iran in der Region» werben; mit «Blick auf Syrien und den Irak» sollte das Land «zum Motor für friedliche Konfliktlösungen» werden.

Das war so realistisch, als hätte der deutsche Minister einen Pyromanen gebeten, die Leitung der Feuerwehr zu übernehmen.

Während Gabriel den Ajatollahs Honig in die Bärte schmierte, fand in Berlin eine Feier zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer um Oberst Graf Stauffenberg statt, die nach dem gescheiterten Anschlag vom 20. Juli 1944 hingerichtet wurden. Zynischer kann Politik nicht sein. Daheim wird der Helden gedacht, die einen Diktator umbringen wollten, in der Ferne werden dessen geistige Erben hofiert. Damit sie noch mehr Autokräne aus deutscher Produktion kaufen, um sie als fahrbare Galgen benutzen zu können.

 

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2015-30/die-deutschen-gabriels-zeichen-die-weltwoche-ausgabe-302015.html

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  23.07.2015   Achgut.com

Gabriels respektvoller Umgang mit Terroristen

Man weiß nicht so genau, ob die Regierungen, die mit dem Iran vor wenigen Tagen den grässlichen Atomdeal ausgehandelt haben, zumindest selbst ernsthaft daran glauben, dass sich die nuklearen Ambitionen des Regimes in Teheran mit der getroffenen Vereinbarung entscheidend einschränken lassen. Dafür weiß man umso besser, was das Abkommen in jedem Fall bewirken wird (und bewirken soll): die Beseitigung nahezu sämtlicher Einschränkungen beim Handel mit dem Iran und infolgedessen milliardenschwere Geschäfte für die beteiligten Unternehmen.

Dass das der eigentliche Sinn und Zweck der Übereinkunft ist – und das politische Drumherum kaum mehr als eine moralische Beschwichtigung der Öffentlichkeit –, hat niemand deutlicher gemacht als der deutsche Wirtschaftsminister, Vizekanzler und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel.

Denn keiner hatte es so eilig, sich mit einer »Wirtschaftsdelegation« ins Flugzeug zu setzen und in die »Islamische Republik« zu jetten, um dort anzubahnen, worauf deutsche Unternehmen so lange verzichten mussten. Zwar ist das Abkommen noch von keiner Seite ratifiziert worden, und auch die UN-Sanktionen bleiben einstweilen in Kraft. Der Iran hat zudem klar gemacht, dass er zumindest seine militärischen Einrichtungen keineswegs inspizieren zu lassen gedenkt.

Aber das alles stört Gabriel nicht im Geringsten, denn wichtig ist ihm ausschließlich, keine Zeit zu verlieren. Deutsche Unternehmer haben die Sanktionen ohnehin immer nur für lästig und überflüssig gehalten, den Deal haben sie deshalb geradezu herbeigesehnt, und nun kann es ihnen gar nicht schnell genug gehen – die internationale Konkurrenz schläft schließlich nicht.

Was aber ist mit dem Existenzrecht Israels, das von der Bundeskanzlerin als Teil der deutschen Staatsräson bezeichnet, vom iranischen Regime dagegen radikal negiert wird, zuletzt während des antisemitischen Quds-Marsches? Für Gabriel ist das etwas »von großer Bedeutung«, worüber man »in Respekt miteinander reden« solle. »Wirkliche Freundschaft«, sagte er im Beisein des iranischen Ölministers, »erweist sich dann, wenn man auch offen und partnerschaftlich und respektvoll über schwierige Themen sprechen kann«.

Noch einmal zum Mitschreiben: Mit den »Freunden« ist das iranische Regime gemeint, der weltweit größte Finanzier des Terrorismus, während die Existenz des jüdischen Staates nicht etwa eine Conditio sine qua non ist, sondern vielmehr zu den »schwierigen Themen« zählt, über die man mit jenen, die diese Existenz auslöschen wollen, »partnerschaftlich« und »respektvoll« plaudern will.

Doch nicht mal dieses Heranwanzen half: Der Iran wies Gabriels Ansinnen kategorisch zurück.

Hat diese neuerliche Kriegserklärung gegenüber Israel dazu geführt, dass der deutsche Wirtschaftsminister umgehend seine Wirtschaftsdelegation eingesammelt und den Heimweg angetreten hat? Selbstverständlich nicht, denn »Staatsräson« war in Bezug auf den jüdischen Staat nie etwas anderes als ein Synonym für Lippenbekenntnis. Und Gabriel setzte sogar noch einen drauf: Der Iran müsse, so forderte er allen Ernstes, zum »Stabilisierungsfaktor in der Region« und zum »Motor für friedliche Konfliktlösungen« werden.

Genau jener Iran, der nicht nur die Vernichtung Israels anstrebt, sondern mit seinen immer zahlreicher werdenden kriegerischen Aktivitäten und direkten Einmischungen in Syrien, dem Irak, Bahrain, dem Libanon, den palästinensischen Gebieten und dem Jemen auch die gesamte Region destabilisiert und damit jede friedliche Konfliktlösung verhindert. Der Brandstifter soll also den Feuerwehrmann geben – fürwahr eine bahnbrechende Idee.

»Deutsche Unternehmen und die Bundesregierung stehen 70 Jahre nach dem Ende der Shoa in der ersten Reihe, um Geschäfte mit dem antisemitischen iranischen Regime zu machen«, brachte es das Bündnis Stop the Bomb in einem Aufruf zum Protest gegen Sigmar Gabriels Iranreise auf den Punkt.

Inzwischen hat sich der SPD-Vorsitzende auch mit dem Parlamentssprecher und Holocaustleugner Ali Larijani sowie mit dem Präsidenten Hassan Rouhani getroffen, seit dessen Amtsantritt vor zwei Jahren bereits 1.900 Menschen im Iran hingerichtet wurden. All das geschieht selbstverständlich nur, um die Welt zu einem sichereren Ort zu machen, so hat schließlich auch der amerikanische Präsident Barack Obama seine Annäherung an das Regime begründet. Und wer wollte dessen Art von Friedenspolitik schon in Zweifel ziehen?

Zuerst erschienen auf der Seite https://www.fischundfleisch.com

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/gabriels_respektvoller_umgang_mit_terroristen

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  23.07.2015   12:17   Achgut.com

Give Iran A Chance (to destroy Israel)!

Falls Sie schon lange geahnt oder vermutet haben, dass die Spitzenriege der GRÜNEN aus alten, autoritären, größenwahnsinnigen, selbstgerechten und sklerotischen Säcken und Säckinnen besteht, die nur das gelten lassen, was sie für richtig halten – Ihr Bauchgefühl hat Sie nicht betrogen. Die jungen Grünen haben es gewagt, eine Stellungnahme zum Iran-Abkommen zu veröffentlichen, worauf die alten Grünen vollkommen ausgeflippt sind, wie ein cholerischer Familienvater, der am Kopfende des Tisches sitzt und die Kinder anbrüllt: “So lange ihr mit mir unter einem Dach lebt, habe ich hier das Sagen und sonst keiner!” Machen Sie sich einen Roibusch-Tee, entspannen Sie sich und lesen Sie diesen Briefwechsel.

Lustig, nicht wahr? Dieselben Leute, die ihren fair gehandelten Kaffee mit Windkraft kochen und nachts mit Sonnenenergie heizen, die in Deutschland für einen totalen Ausstieg aus der Atomkraft (und den fossilen Energien) kämpfen, gönnen dem Iran ein Programm zur “friedlichen” Nutzung der Atomkraft, das den Ayatollahs den Weg zur Bombe nicht verbaut, sondern ebnet. Es wäre falsch, dies mit der begrenzten Intelligenz der grünen Politkommissare zu erklären. Sie wissen, was sie tun, es ist eine Frage der Gesinnung. Schon vor 24 Jahren, 1991, hat der damals 51jährige Sprecher der Grünen, Christian Ströbele, erklärt, die irakischen Raketenangriffe auf Israel seien “die logische, fast zwingende Konsequenz der israelischen Politik den Palästinensern und den arabischen Staaten gegenüber”. Er wurde von seinen Freunden vorübergehend ruhig gestellt, durfte aber bald wieder in die erste Reihe zurück kehren. Er sprach sich damals auch gegen die Lieferung von Defensiv-Waffen wie den Patriot-Raketen nach Israel aus, weil diese zur Eskalation des Konflikts beitragen würden. Soll heißen: Der aufgrund der israelischen Politik den Palästinensern und den arabischen Staaten gegenüber wohlverdiente Untergang des jüdischen Staates könnte unnötig hinausgezögert werden.

Mittlerweile haben sich die Erwartungen und Hoffnungen der grünen Weltenretter vom Irak auf den Iran verlagert. Die Ayatollahs haben mit einer Ehrlichkeit, an der sich die Grünen ein Beispiel nehmen könnten, die Vernichtung Israels zu einem ihrer Staatsziele erklärt. Sie zicken nicht rum wie Roth und Trittin, sie reden Klartext. Israel, das Krebsgeschwür, muss weg! So klar würden es die alten Grünen nicht sagen, aber neben dem Ich, das sich an die Parteitagsbeschlüsse hält, gibt es noch ein Es, das anders tickt. Nicht nur manche Grünen fänden die Vorstellung durchaus verlockend, die Ayatollahs könnten den Job zu Ende bringen, den die eigenen Väter und Großväter mittendrin abbrechen mussten. Es wäre die Erlösung von allen Schuldgefühlen den Juden gegenüber. Das ist nicht unbedingt Antisemitismus, eher ein Weg zur Selbstheilung.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/give_iran_a_chance

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  23.07.2015   Achgut.com

Weg frei für die Bombe

Matthias Küntzel über das Atomabkommen mit Iran und seine Folgen:

Beim Atomabkommen mit Iran steckt der Teufel nicht im Detail, sondern in der Substanz. Ursprünglich ging es bei den Iran-Verhandlungen darum, eine Grenze zwischen ziviler und militärischer Atomenergie ziehen. Später wurden die Parameter verschoben. Inzwischen geht es nicht mehr darum, ob Iran Atomwaffen bauen kann, sondern um die Frage, wie lange das Regime hierfür braucht.

Im Wiener Abkommen vom 14. Juli 2015 ist das „breakout window“, also die Zeitspanne, die für den Bau der Bombe erforderlich ist, mit einem Jahr definiert. Um diesen Abstand zu gewährleisten, sieht das Abkommen eine stark verminderte Kapazität für die iranische Urananreicherung und die Plutoniumerzeugung vor.[1]

Mit diesem Zustand könnte man leben, gäbe es da nicht zwei Tatbestände, die die gute Stimmung verderben. Das erste große Problem ist die Frist: Die Existenz des komfortablen „breakout windows“ ist auf 10 bis 15 Jahre begrenzt.

Direkt danach wird das Regime mit dem Segen der Staatengemeinschaft sämtliche Bombenrohstoffe ohne Einschränkung produzieren dürfen. Dann wird „die ,breakout time‘ auf nahezu Null schrumpfen“, erklärte US-Präsident Obama in einem Interview.[2] Dann kann der Bau einer Bombe binnen weniger Wochen erfolgen. Hier geht’s weiter.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/weg_frei_fuer_die_bombe

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Israels UN-Botschafter Ron Prosor Israels UN-Botschafter Ron Prosor : UN Photo/Loey Felipe
Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ron Prosor, äußerte sich am Montag (20.07.15) zur Billigung des Atomdeals mit Iran durch den UN-Sicherheitsrat (UNSC). Er sagte:„Meine Damen und Herren,heute haben Sie dem gefährlichsten Land der Welt einen großen Preis verliehen.

Ich hasse es, derjenige zu sein, der die Feier verdirbt, aber irgendjemand muss sagen, dass der Kaiser keine Kleider anhat. Heute ist ein sehr trauriger Tag. Nicht nur für den Staat Israel, sondern für die ganze Welt, selbst wenn die internationale Gemeinschaft sich zum jetzigen Zeitpunkt weigert, diese Tragödie zu erkennen.

Es ist ein trauriger Tag, weil die internationale Gemeinschaft Schritte unternimmt, um die Sanktionen gegen den Iran aufzuheben, ohne zu warten und zu prüfen, ob Iran nur einer einzigen Verpflichtung des Abkommens nachkommen wird.

Es ist ein trauriger Tag, weil diese Einigung Iran einen Sitz in der Kommission zugesteht, die entscheiden wird, ob Iran das Abkommen verletzt hat oder nicht. Das ist, als würde man einem Kriminellen erlauben, zu den Geschworenen zu gehören, die über sein Schicksal entscheiden werden.

Sie haben die zerstörerische Ideologie von Iran nicht verändert, welche nicht nur darauf abzielt, tödliche Waffen zu vermehren und Terror zu finanzieren.

Nicht nur haben Sie die Symptome nicht gelindert, sondern Sie haben auch die Ursache des Problems verstärkt. Sie haben der Ursache des Problems – Iran – Geld, Stabilität im Innern und Zeit, um seine zerstörerische Ideologie zu verwirklichen, gegeben.

Zum ersten Mal, seitdem wir gedenken können, sind Israel und die Arabische Welt einer Meinung darüber, dass dieses Abkommen gefährlich ist für die Menschen in der Region – für Juden, Muslime und Christen gleichermaßen –  und für die ganze Welt.

Sie, die Sie zur internationalen Gemeinschaft gehören, haben keine gute Bilanz vorzuweisen, wenn es darum geht, bevorstehende Desaster vorauszusehen, selbst wenn diese direkt vor Ihren Augen liegen.

Gute Intentionen führen zu oft zu Wunschdenken. Schauen Sie nur, was mit dem Arabischen Frühling passiert ist, als so viele Menschen vollkommen überzeugt waren, dass wir am Beginn eines neuen Nahen Ostens stehen würden. Erinnern Sie sich daran, wie viele Menschen Assad, der in London Augenheilkunde studiert hatte, als einen Reformer lobten, der die Wirtschaft Syriens verändern würde – und in der Tat gab es eine recht große Veränderung. Aber all diejenigen, die wagten zu sagen, dass sie die Dinge etwas anders sahen, wurden so hingestellt, als seien sie ideenlos, als hätten sie keine Kreativität und seien nicht fähig, alte Paradigmen hinter sich zulassen.

Als der Atomdeal mit Nordkorea geschlossen wurde, gab es gute und wohlwollende Menschen, an die ich mich erinnere. Sie wollten glauben, dass sie einen Vertrag unterzeichnet hätten, der Nordkorea davon abhalten würde, Atomwaffen zu entwickeln. Und wir alle wissen, was seitdem passiert ist.

Sie erzählten uns, dass wir in einer sichereren Welt leben würden.

Ich bin überzeugt, dass viele von Ihnen, viele hier, sich in der heutigen Welt nicht sicherer fühlen.

Meine Damen und Herren,

Ich möchte Ihnen diese Weltkarte zeigen, welche Irans Königreich des Terrors zeigt.

Schauen Sie sich diese Karte genau an. So sah die Welt heute Morgen aus, bevor Sie über den Prozess der Aufhebung der Sanktionen gegen Iran abstimmten. Sie können den Einfluss von Irans Terrorapparat hier mit Ihren eigenen Augen sehen. Länder wie Aserbaidschan, Thailand und die Hauptstadt der Vereinigten Staaten schafften es, in letzter Sekunde iranische Terrorplots zu verhindern, bevor sie umgesetzt werden konnten. Andere Länder hatten nicht so viel Glück. Länder von Bulgarien bis hin zu Argentinien haben den Gräuel des iranischen Terrors am eigenen Leib erfahren.

In Syrien, im Libanon, im Irak und in anderen Ländern auf der ganzen Welt hat Iran seine Tentakel ausgestreckt, um sein Reich zu vergrößern. Am letzten Wochenende vor 21 Jahren schickten Iran und die Hisbollah einen Selbstmordattentäter, der einen mit Sprengstoff beladenen Pickup fuhr, zum jüdischen Gemeindezentrum in Buenos Aires. 85 unschuldige Menschen wurden getötet und viele weitere wurden verletzt.

Seitdem kann man Irans Fingerabdrücke an jeder Ecke der Welt finden, ob er nun unschuldige Zivilisten zur Zielscheibe macht, Waffen schmuggelt, terroristische Gruppen finanziert oder illegale Aufrüstung betreibt.

Was aber tat die Welt, um auf Irans wachsendes Reich des Terrors zu antworten?
Nun, vor nur wenigen Minuten tat sie dies:
Sie stimmte dafür, Iran mehr Macht zukommen zu lassen.
Sie stimmte dafür, Iran zu stärken.
Sie stimmte dafür, Irans Expansion zu finanzieren.
Iran wird nun 150 Milliarden Dollar besitzen, um Terrorgruppen zu finanzieren.
Also lautet die 150-Milliarden-Dollar-Frage: Wie wird diese Weltkarte morgen aussehen?
Wie viel Geld werden die Hisbollah und die Hamas erhalten?
Wie viel Geld wird Assad erhalten?
Wie viel Geld wird in die Finanzierung weltweiter Terroraktivitäten fließen?
Und: Wie lange wird es dauern, bis diese Karte vollständig rot ist?

Wenn sich die internationale Gemeinschaft weigert, dies als eine Tragödie anzusehen, ist dies ein schwerer strategischer Fehler. Aber wenn sie sich dieser Tragödie bewusst ist und trotzdem beschließt, auf diesem gefährlichen Weg voranzuschreiten, dann ist dies eine Katastrophe.

Ich würde gerne metaphorisch sagen, dass das iranische Regime jedem ins Gesicht lacht. Aber das Traurige ist, dass es diesmal keine Metapher ist.

Wenn der Bösewicht lacht, weiß man, dass irgendetwas nicht stimmt. Meine Freunde, der Bösewicht lacht und das Echo seines Lachens ist in der ganzen Welt zu vernehmen. Laut und klar.

Wenn wir Lachen aus einem Land hören, dessen oberster Führer, Ayatollah Khamenei, selbst nach der Unterzeichnung des Abkommens sagt, dass Iran den Kampf gegen die USA fortführen wird, dass Iran weiterhin Terroristen im Nahen Osten und auf der ganzen Welt unterstützen wird – dann stimmt irgendetwas nicht.

Wenn wir Lachen aus einem Land hören, dessen Präsident nur wenige Tage, bevor die Einigung unterzeichnet wurde, an der Spitze einer Parade in Teheran marschierte, bei der amerikanische und israelische Flaggen verbrannt wurden – dann stimmt irgendetwas nicht.

Wenn wir Lachen aus einem Land hören, das nicht einmal versucht, seinen Hass zu verstecken, dann stimmt irgendetwas nicht.

Meine Freunde, ganz eindeutig stimmt irgendetwas nicht.

Israel – aber nicht nur Israel – steht an der Front. Wir werden den ganzen Preis bezahlen, und das nicht nur im Nahen Osten. Es mag einige von Ihnen verwundern, aber wir in Israel neigen dazu, es ernst zu nehmen, wenn jemand droht, uns zu zerstören.

Meine Damen und Herren,

in den nächsten Jahren werden die Konsequenzen dieses Fehlers allen klar werden, aber für Israel ist morgen bereits zu spät.“

(MFA, 20.07.15)

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  23.07.2015  Achgut.com

Sigmar im Märchenland

Es gehört zu den selbstverständlichen Umgangsformen, dass ein Gastgeber seinem Gast entgegen kommt. Merkel macht es, wenn sie von Hollande besucht wird, umgekehrt ebenso. Es ist mehr als eine Geste der Höflichkeit, es ist auch ein Zeichen von Gleichwertigkeit.

Und jetzt schauen Sie sich mal, wie es war, als unser Wirtschaftsminister beim iranischen Präsidenten aufschlug, in den Tagesthemen vom 20.7., ab 19’26.
Gabriel stampft auf Rouhani zu, der ihm keinen Schritt entgegen kommt. Beachten Sie zudem das äußerst geschmackvolle Mobiliar, das allen Sanktionen zum Trotz seinen Weg nach Teheran gefunden hat. Ja, so sieht es aus, wenn sich ein Monarch dazu herablässt, einen Handelsvertreter zu empfangen. Der ergreift die Hand, die Hunderte von Todesurteilen unterschrieben hat, und mag sie gar nicht mehr loslassen. Sigmar im Märchenland. – Wer jetzt noch die SPD wählt, und sei es nur, weil er sie für das “kleinere Übel” hält, dem ist nicht mehr zu halfen.

Siehe auch:
“The Holocaust is an event whose reality is uncertain and if it has happened, it’s uncertain how it has happened,” Khamenei’s Twitter account quoted him as saying in the speech. http://www.jpost.com/Iranian-Threat/News/Irans-Khamenei-questions-certainty-of-Holocaust-346116

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  • Die Hamas ist nur eine von zahlreichen radikalen Gruppen im Gazastreifen, die vom Iran finanzielle und militärische Unterstützung erhalten. Unter den anderen Gruppen sind etwa der Islamische Dschihad, die Volkswiderstandskomitees und einige mit der Fatah verbundenen Milizen. Palästinensischen Quellen im Gazastreifen zufolge haben die Iraner ihre Hilfe für den militärischen Arm der Hamas, die Ezaddin al-Qassam-Brigaden, wiederaufgenommen.
  • Führer der Hamas hoffen, dass das Atomabkommen und die Aufhebung der dem Iran auferlegten Sanktionen dazu führen werden, dass Teheran seine Unterstützung der Terrorgruppen in der Region dramatisch ausweitet. Dank jenes Abkommens arbeiten die Hamas und die Hisbollah wieder gemeinsam an dem Ziel, die moderaten Araber und Muslime zu unterminieren und Israel zu vernichten.
  • „Das palästinensische Volk wird nicht kapitulieren, wir werden den Widerstand fortsetzen bis ganz Palästina befreit ist“, sagt Hamasführer Mahmoud Zahar.
  • Das Abkommen hat praktisch jegliche Aussicht auf eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts zunichte gemacht.

Die Hamas, die palästinensisch-islamistische Bewegung, die gelobt hat, Israel zu zerstören, ist einer der größten Gewinner des zwischen dem Iran und den Weltmächten ausgehandelten Atomabkommens. Es ermutigt sie dazu, nun dessen Früchte zu ernten, indem sie mit der Hilfe des Iran ihre Umklammerung des Gazastreifens festigt. Das sind natürlich schlechte Nachrichten für die Rivalen der Hamas in der palästinensischen Arena, nämlich die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) und all jene, die immer noch an den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern glauben.

Das Atomabkommen hat auch Saudi-Arabien und andere sunnitisch-muslimische Länder dazu bewogen, ihre Beziehungen zur Hamas wiederherzustellen. Ihr Ziel ist es, die Hamas und ihre Herren in der Muslimbruderschaft zu umwerben, Teil einer anti-iranischen sunnitischen Koalition in der arabischen Welt zu werden.

Die Hamas versucht nun, beides zu haben: Einerseits ihre Beziehungen mit den großen arabischen Ländern zu erneuern und gleichzeitig ihre Beziehungen zum Iran zu verbessern. Bis jetzt scheint diese Strategie – dank dem Atomdeal zwischen den Weltmächten und dem Iran – zu funktionieren.

Einige Hamas-Führer haben ihre Freude über den Iran-Deal nicht verborgen gehalten – er werde auf jeden Fall ihre Bewegung und andere Terrorgruppen im Nahen Osten, die sich vehement jeglichem Friedensabkommen mit Israel widersetzen, stärken, sagen sie.

Einer dieser Führer, Mahmoud Zahar, äußerte ausdrücklich die Hoffnung, das Atomabkommen werde es dem Iran ermöglichen, seine Stellvertreter im Nahen Osten noch mehr zu unterstützen, allen voran die Hamas.

Begleitet von lobenden Worten für das Abkommen sagte Zahar, der enge Verbindungen nach Teheran hat, die Hamas sei nun viel stärker als letztes Jahr während des Krieges mit Israel. „Das palästinensische Volk wird nicht kapitulieren, wir werden den Widerstand fortsetzen bis ganz Palästina befreit ist“, sagte er.

Um das Ziel des Völkermords zu erreichen, wollen sie den Graben zwischen Sunniten und Schiiten überwinden: Hamasführer Khaled Mashaal (links) berät 2010 mit Irans „Oberstem Führer“ Ali Khamenei. (Foto: Büro des Obersten Führers)

Die Hamas ist nur eine von zahlreichen radikalen Gruppen im Gazastreifen, die vom Iran finanzielle und militärische Unterstützung erhalten. Unter den anderen Gruppen sind etwa der Islamische Dschihad, die Volkswiderstandskomitees und einige mit der Fatah verbundenen Milizen. Palästinensischen Quellen im Gazastreifen zufolge haben die Iraner ihre Hilfe für den militärischen Arm der Hamas, die Ezaddin al-Qassam-Brigaden, wiederaufgenommen. Vor vier Jahren hatte die Weigerung der Hamas, Irans Verbündeten, den syrischen Präsidenten Bashar Assad, in seinem Kampf gegen Rebellegruppen zu unterstützen, die Beziehungen zwischen dem Iran und der Hamas belastet. Führer der Hamas hoffen nun, dass das Atomabkommen und die Aufhebung der dem Iran auferlegten Sanktionen dazu führen werden, dass Teheran seine Unterstützung der Terrorgruppen in der Region dramatisch ausweitet.

Die Annäherung zwischen den westlichen Mächten und dem Iran hat auch zu einer engeren Kooperation zwischen der Hamas und der Hisbollah geführt, Teherans Stellvertreterorganisation im Libanon.

Am Vorabend der Unterzeichnung des Atomabkommens reiste der hochrangige Hamasfunktionär Musa Abu Marzouk zu Gesprächen mit Hisbollahchef Hassan Nasrallah nach Beirut. Obwohl die Hamas und die Hisbollah viele Differenzen haben, insbesondere, was den Bürgerkrieg in Syrien betrifft, teilen die beiden Terrorgruppen ein gemeinsames Ziel: die Zerstörung Israels.

Die Hamas weiß, dass auch die Hisbollah sehr von dem Atomabkommen profitiert, da es dem Iran ermöglichen wird, auch dieser noch mehr militärische Hilfe zukommen zu lassen. Die Hamas hofft, dass einige dieser Waffen ihren Weg in den Gazastreifen finden werden, insbesondere angesichts der strengen Sicherheitsmaßnahmen, die den Schmuggel an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten behindern. Dank des Atomdeals arbeiten Hamas und Hisbollah nun wieder gemeinsam am Ziel, moderate Araber und Muslime zu unterminieren und Israel zu vernichten.

Was vielleicht noch interessanter ist, ist, dass im Zuge des Atomabkommens nun auch Saudi-Arabien und andere arabische Länder die Hamas umwerben.

In den letzten drei Jahren hatten sich die Saudis geweigert, mit der Hamas zu reden und sie stattdessen als Feind und Bedrohung behandelt. Jetzt aber scheint sie das Abkommen dazu gebracht zu haben, ihre Strategie gegenüber der Hamas zu ändern.

Kurz nachdem das „historische“ Abkommen unterzeichnet war, wurde Hamasführer Khaled Mashaal – in einem Schritt, der selbst für viele Hamasführer überraschend kam – nach Saudi-Arabien eingeladen.

Mashaals unerwarteter Besuch in Saudi-Arabien, wo er den saudischen König Salman bin Abdel Aziz traf, wird von der Hamas als „dramatische und wichtige“ Entwicklung gefeiert.

Ismail Haniyeh, der Führer der Hamas im Gazastreifen, sagte, der Besuch ebne einer neuen Ära in den Beziehungen zwischen der Hamas und Saudi-Arabien den Weg. „Dies war ein fruchtbarer, erfolgreicher und guter Besuch“, fügte er hinzu.

Mashaals Visite hat sich für die Hamas rasch ausgezahlt. In einer freundschaftlichen Geste ließen die Saudis zahlreiche Hamas-Mitglieder frei, die in dem Königreich wegen ihrer terroristischen Aktivitäten inhaftiert waren.

Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah äußerten angesichts der Annäherung zwischen der Hamas und Saudi-Arabien große Besorgnis: Die Wiederherstellung der Beziehungen zwischen beiden stärke die islamistische Bewegung im Westjordanland und dem Gazastreifen zu einer Zeit, wo die PA einen groß angelegten Schlag gegen Hamas-Unterstützer durchführe, erklärten sie. Bei ihrem jüngsten Versuch, den wachsenden Einfluss der Hamas einzudämmen, nahmen die Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde in den letzten Wochen mehr als 250 Hamas-Mitglieder fest.

Das Atomabkommen ist ein Segen für die Hamas und alle anderen Feinde des Friedens im Nahen Osten. Die Hamas versucht nun, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: sich die fortlaufende Unterstützung des Iran für ihr Ziel der Zerstörung Israels zu sichern, während sie gleichzeitig den Anschluss an die von Sunniten geführte Koalition sucht und vorgibt, sich der wachsenden Macht des Iran im Nahen Osten zu widersetzen.

Das Atomabkommen räumt der Hamas den Weg frei, sie bekommt nun wieder Waffen von ihren Freunden in Teheran und Millionen von Dollar aus Saudi-Arabien und anderen ölreichen Staaten des Nahen Ostens. Das Abkommen hat praktisch jegliche Aussicht auf eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts zunichte gemacht. Dank der Appeasementpolitik gegenüber dem Iran werden die Feinde des Friedens in der Region bald mehr Waffen und Geld haben denn je.

http://de.gatestoneinstitute.org/6209/iran-abkommen-palaestinenser

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!
I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein sozialer Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein sozialer Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ – Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno

Warum darf man in Deutschland Israel und Juden nicht einfach gut finden?

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Ein Jude schreibt in Die Zeit über Antisemitismus und meint seinen Artikel mit einem Seitenhieb auf die Juden und Israel beginnen zu müssen, Antisemiten seien Scheiße, aber Philosemiten auch, schreibt er.

Wer sind diese Philosemiten? Menschen, die Israel und Juden O.K. finden, werden als Philosemiten beschimpft und abgewertet, was auch eine Form des Antisemitismus ist.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Niemand, der Holland, England oder irgendeinen anderen Staat (außer Rußland) gut findet, wird ein Philo-irgendwas geschimpft, nur wenn man Israel oder Juden in Ordnung findet, dann ist man gleich ein Philosemit. Für Antisemiten ist jeder, der kein Antisemit ist, ein Philosemit.

Warum aber meint der jüdische Autor Gil Bachrach sich bei seinen Lesern entschuldigen zu müssen, daß er Antisemiten scheiße findet? Weil fast alle Muslime Antisemiten sind, und ein großer Teil der Bio-Deutschen auch?

Julian S. Bielicki

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Antisemitismus: Ein Misthaufen aus Vorurteilen

Na klar gibt es Antisemitismus in Deutschland. Auch ist er oft Teil der muslimischen Kultur. Aber ich bin ebenso sauer auf die Philosemiten, auf meine liberalen türkischen Freunde und auf viele junge Juden mit ihrem ständigen Opfergetue

Gil Bachrach

 

Demonstration gegen Antisemitismus in Berlin (Archiv)

Demonstration gegen Antisemitismus in Berlin (Archiv)  |  © Ayhan Simsek/Anadolu Agency/Getty Images

Ich bin sauer auf Philosemiten. Ich brauche sie nicht. Ich mag keine Schlechte-Gewissen-Aktionen. Ich will auch keine jüdischen Würdenträger, die die Gesellschaft ständig an den Horror unserer Geschichte erinnern. Ich brauche auch Herrn Netanjahu nicht, der mich zur Einwanderung nach Israel überreden will, um seine politische Machtposition zu stärken. Meiner Familie und mir geht es gut hier.

Ganz besonders sauer bin ich auf alle demokratisch verankerten liberalen Muslime. Auf meine türkischen Freunde, die mit mir trinken und tanzen, die aber, wenn es darauf ankommt, schweigen. Die muslimische Mahnwache vor dem Brandenburger Tor war doch nur eine Alibiveranstaltung. Wo seid ihr feinen, klugen, freiheitsliebenden und humorvollen Muslime? Warum sagt ihr nichts?

Ich lebe seit 50 Jahren in Deutschland. Mit vielen nicht jüdischen Freunden und ja, auch manchmal mit einem latenten Antisemitismus in allen Bereichen der Gesellschaft. Genauso wie meine Freunde in Amerika, England und Spanien. Seitdem es Juden gibt, gibt es auch Antisemitismus. Überall.

Die terroristische Gewaltbereitschaft gegen Juden ist nicht neu für mich. Ich bin damit aufgewachsen. Aber ich bin auch aufgewachsen mit vielen Deutschen, die so denken und fühlen wie ich. Mit wunderbaren Menschen, für die unsere Freundschaft einen elementaren Grundwert darstellt.

Wir alle haben jetzt gemeinsam ein wachsendes Problem. Wenn Juden wieder verfolgt und umgebracht werden, nur weil sie Juden sind …

Die brave, politisch korrekte Demokratie in Europa hat einen großen Fehler gemacht: Sie versteht Toleranz falsch. Politiker und Medien haben das gemeinsam verbockt. Ob das berechnend oder naiv ist, ist mir ziemlich egal. Wenn wir in Deutschland die antisemitischen Überzeugungen, die seit vielen Jahren auch aus der Mitte des Islams heraus gewachsen sind, die trotz aller politisch motivierten Beschwichtigungen sehr wohl Teil der muslimischen Kultur geworden sind, wenn wir sie nicht entlang der gesamten Sozialisation vehement bekämpfen, werden die Juden in den nächsten hundert Jahren aus Deutschland verschwunden sein.

Getragen von Hasstiraden islamischer Kriegstreiber gegen Israel, genährt von einer Abertausend Jahre langen Familienfehde, sind die jüdischen Brüder und Schwestern (ja, wir haben denselben Stammesvater, Abraham) Feindbild Nummer eins für den Islam. Weltweit.

Wir Juden sind auch für den Islam der Sündenbock, der für die eigene Misere verantwortlich gemacht wird. Nur wenn es gelingt, diesen ewigen Misthaufen an Vorurteilen zu beseitigen, der natürlich auch in dem christlich-abendländischen Kosmos sein Ebenbild hat, nur wenn es mit der gemeinsamen Überzeugung aller verantwortlichen Politiker, Intellektuellen, Lehrer, Mütter, Väter und Religionswächter gelingt, dass eine neue Interpretation der Menschheitsgeschichte erzählt wird, nur dann können wir daran etwas ändern.

Utopie oder Chance?

Und als wenn das nicht genug wäre, kommt nun erschwerend hinzu: Überall dort, wo alle Kombattanten ausschließlich sich selbst als Opfer einer himmelschreienden Ungerechtigkeit sehen, sich also als Einzige einen rechtmäßigen Opferstatus zusprechen, geht in der Regel nichts voran. Sackgasse.

Das gilt auch für uns Juden. Ja, in der Top-Ten-Liste der größten Unmenschlichkeiten aller Zeiten müssen die Gräuel der Schoah außer Konkurrenz geführt werden. Das bleibt so, und ich kann natürlich verstehen, dass so ein Trauma nicht einfach zu den Akten gelegt werden kann. Bei der jüngeren Generation nervt mich jetzt aber das ständige Opfergetue. Für uns Juden ist es eine Pflicht, unsere Ahnen zu ehren, wir haben allerdings auch eine Verpflichtung für die Zukunft. Eine gemeinsame Zukunft mit den Gojim.

Nur, wie bekommen wir es hin, dass die Muslime diese gemeinsame Zukunft auch wollen?

Eine Psychotherapie für 1,5 Milliarden Menschen wäre ideal.

Zum Glück gibt es kleine realistischere Ansätze. Das wunderbare interkulturelle Tanzprojekt Dancing in Jaffa findet heute seine Fortsetzung in Dancing in Berlin. Jüdische und muslimische Kinder lernen gemeinsam tanzen. Überhaupt passiert diesbezüglich in Israel viel mehr, als wir das hier gesagt bekommen. Statt draufzuhauen, kann sich Europa auch was abschauen von Integrationsprojekten im Gelobten Land. In Norwegen haben letztens 1.300 norwegische Muslime einen symbolischen Schutzring um eine Synagoge in Oslo gebildet – ein kleines Nordlicht als Hoffnungsschimmer.

Die guten Deutschen stehen jetzt da und erleben, wie eine diskriminierte muslimische Minderheit den zeitweise doch ganz gut in Schach gehaltenen Antisemitismus neu zu Kräften bringt. Und wir wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen, weil man die Muslime nicht anschreien will, weil man eben überhaupt keine Minderheiten mehr anschreien mag, auch dann nicht, wenn es mal echt verdient ist.

Was gesagt werden müsste, ist im Grunde klar: Wenn der Islam zu Deutschland gehört und wenn zu Deutschland diese Geschichte gehört, dieses besondere Verhältnis, dann, liebe deutschen Muslime, kommt her, lasst uns streiten, dass es kracht, ihr gehört hierher, aber euer wütender, selbstgerechter Antisemitismus nicht.

Vor dem Hintergrund der schrecklichen Geschichte und für ein großes gemeinsames Europa muss und kann Deutschland vorangehen auf der Suche nach nachhaltigen Lösungen in diesem Konflikt. Die sprichwörtliche, viel zu oft bemühte besondere deutsche Verantwortung bedeutet heute, dass der Streit mit den Muslimen über den Antisemitismus gerade hier geführt werden muss, vielleicht mehr und hoffentlich besser als anderswo.

Wir Deutschen jedenfalls sind alle aufgefordert, dafür zu sorgen, dass unser Land auch noch in 50 Jahren das ist, wofür es heute fast in der ganzen Welt angesehen ist: ein Vorbild für demokratisches Miteinander und erfolgreiches friedliches Leben.

 

Gil Bachrach ist Journalist, Fernsehproduzent und Medienberater in München.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

http://www.zeit.de/2015/10/antisemitismus-juden-opferrolle-philosemiten/seite-2

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 Kultur statt Krankenkasse
Warum der Islam der Berliner Republik so teuer ist und was Pegida daran stört

 

Jüngst pos­te­te Cem Öz­de­mir ein Foto sei­ner El­tern aus den sieb­zi­ger Jah­ren. Die Mut­ter im flot­ten Mini und selbst­ver­ständ­lich ohne Kopf­tuch, der Vater im da­mals schi­cken Hemd bis oben­hin zu­ge­knöpft, beide glück­lich ver­eint vor dem ge­schmück­ten Weih­nachts­baum. Ver­se­hen hatte Öz­de­mir das Foto mit dem Kom­men­tar: Er­wischt: Meine das Abend­land be­dro­hen­den fun­da­men­ta­lis­ti­schen El­tern bei einer is­la­mis­ti­schen Ze­re­mo­nie. Foto und Kom­men­tar sol­len die Pa­trio­ti­schen Eu­ro­pä­er gegen die Is­la­mi­sie­rung des Abend­lan­des, kurz: Pe­gi­da lä­cher­lich ma­chen und so tun, als spiel­te der Islam 2015 die­sel­be Rolle wie 1971, näm­lich keine, als seien Is­la­mis­mus und Is­lam­kri­tik eine Sache von Spin­nern auf bei­den Sei­ten. Durch­aus wit­zig, aber des­halb umso per­fi­der wird hier ab­sichts­voll alles durch­ein­an­der­ge­wor­fen; denn die tür­ki­sche Fa­mi­lie vor dem Weih­nachts­baum ist es si­cher nicht, wo­ge­gen Pe­gi­da de­mons­triert, sie sym­bo­li­siert viel­mehr das, was sich die De­mons­tran­ten als ge­sell­schaft­li­chen Zu­stand er­seh­nen: die trau­te Idyl­le der staat­lich ab­ge­si­cher­ten Klein­fa­mi­lie in der alten Bun­des­re­pu­blik, die im Tausch für brave Ar­beit ir­gend­wann einer si­che­ren Rente ent­ge­gen sehen konn­te. Mit Islam meint der so­zi­al­kon­ser­va­ti­ve De­mons­trant also nicht den vom Aus­ster­ben be­droh­ten Typus Öz­de­mir, den eben­so in­te­grier­ten wie am­bi­tio­nier­ten Daim­ler-Tür­ken, son­dern das, was der Islam in und für die Ber­li­ner Re­pu­blik be­deu­tet.

  1. Nichts wür­den sich die alt­ge­dien­ten Frie­dens­ak­ti­vis­ten wie das ge­sam­te Block­u­py-Spek­trum sehn­li­cher wün­schen als die po­li­ti­sche Klas­se in Ber­lin und ihre me­dia­len Vor­feld­in­sti­tu­tio­nen mit we­ni­gen Tau­send De­mons­tran­ten der­ma­ßen in Auf­re­gung zu ver­set­zen wie es Pe­gi­da jetzt ge­lun­gen ist. Schril­le Panik näm­lich kenn­zeich­net nicht we­ni­ge State­ments; sogar die Neu­jahrs­re­de der Kanz­le­rin warn­te die Na­ti­on in einem Auf­wasch vor den Kopf­ab­schnei­dern des Is­la­mi­schen Staa­tes und den Pe­gi­da-Or­ga­ni­sa­to­ren, die Vor­ur­tei­le, Kälte, ja, sogar Hass in ihren Her­zen trü­gen. Ge­ra­de­zu hek­tisch wird der­weil die na­tür­lich ver­geb­li­che Suche nach dem mo­dera­ten Eu­ro-Is­lam be­trie­ben, an­hand des­sen man den ge­äu­ßer­ten Wi­der­wil­len gegen eine Is­la­mi­sie­rung des Abend­lan­des bla­mie­ren könn­te; mehr denn je muss die blan­ke Be­haup­tung, es gäbe ihn oder es könn­te ihn zu­min­dest geben, die er­schüt­tern­de Rea­li­tät des prak­ti­zier­ten Islam er­set­zen; eine Lüge, die nie­mand so recht mehr glaubt – und an der doch so er­bit­tert fest­ge­hal­ten wird, dass es wohl mo­men­tan ohne die pu­bli­ci­ty­träch­ti­gen Schläch­te­rei­en des IS über­haupt keine Is­lam­kri­tik in den öf­fent­li­chen und eta­blier­ten Me­di­en mehr gäbe.
  2. Auf den ers­ten Blick ist die zen­tra­le Rolle des Islam in der ge­sell­schaft­li­chen De­bat­te eines Lan­des, in dem Mos­lems nur we­ni­ge Pro­zent der Ge­samt­be­völ­ke­rung bil­den, ein Rät­sel. Der Islam steht in dem Kon­flikt zwi­schen Pe­gi­da und Es­ta­blish­ment nicht für sich selbst, son­dern als Chif­fre für etwas an­de­res, das vor allem die Mei­nungs­füh­rer der Ber­li­ner Re­pu­blik nicht aus­zu­spre­chen wagen. Aber nicht nur sie, son­dern auch ihre Geg­ner mei­nen mit Islam mehr und an­de­res als das, wofür der Be­griff ei­gent­lich steht. Denn warum soll­te das Pe­gi­da-Spek­trum, wenn es denn aus Voll­blut-Na­zis be­stün­de, den Islam als Re­li­gi­on an­grei­fen? Ers­tens wären Nazis ja gegen alle Raum­frem­den und Nich­ta­ri­er, gleich, zu wel­cher Re­li­gi­on diese sich be­ken­nen; zwei­tens kenn­zeich­net Nazis ja nicht Ab­scheu gegen den Islam, im Ge­gen­teil: Be­wun­de­rung mischt sich mit Neid an­ge­sichts der ge­mein­ge­fähr­li­chen Fä­hig­keit des Islam, den un­er­hell­ten Trieb (Ador­no/Hork­hei­mer) – so wie einst Hit­ler – in idio­syn­kra­ti­sche Re­fle­xe und ent­hemm­te Ge­walt­tä­tig­keit über­füh­ren zu kön­nen. Hoo­li­gans gegen Sala­fis­ten (Ho­Ge­Sa) bei­spiels­wei­se ist eine po­li­ti­sche Kon­kur­renz­ver­an­stal­tung von Leu­ten, die mor­gen schon als Kon­ver­ti­ten sel­ber Sala­fis­ten sein könn­ten und es – siehe Pier­re Vogel – wohl auch sein wer­den.
  3. Der Islam ist des­halb den einen so sank­ro­sankt und wird von den an­de­ren quasi blas­phe­misch an­ge­grif­fen, weil die Ber­li­ner Re­pu­blik in eine Le­gi­ti­ma­ti­ons­kri­se gerät: Ihr Wesen – im Un­ter­schied zur klas­si­schen Bun­des­re­pu­blik bis in die acht­zi­ger Jahre hin­ein – war die Er­set­zung der Kran­ken­kas­se durch Kul­tur, die In­te­gra­ti­on nicht durch Ren­ten­an­spruch, son­dern durch Res­sen­ti­ment. Dabei hielt die Ber­li­ner Re­pu­blik nicht wie die ost­eu­ro­päi­schen Nach­barn or­di­nä­ren Ras­sis­mus im An­ge­bot, son­dern eher wie die west­eu­ro­päi­schen An­rai­ner An­ti­ras­sis­mus: Die Ge­sell­schaft soll­te ein Netz­werk von Min­der­hei­ten, Kom­mu­ni­tä­ten, Kul­tur­kol­lek­ti­ven wer­den, die sich nur gegen das uni­ver­sa­le Prin­zip von Tausch und Recht ver­ei­nen; über­grei­fen­de Ideo­lo­gie, die den Laden des immer wei­ter ab­ge­wi­ckel­ten in­te­gra­len Eta­tis­mus und mit ihm der in­dus­tri­el­len Ar­beits­biog­ra­hie, zu­sam­men­hielt, war ein An­ti­ame­ri­ka­nis­mus im Namen der Min­der­hei­ten der Welt. Dabei spiel­te und spielt der Islam eine zen­tra­le Rolle: als mus­ter­gül­ti­ge Ideo­lo­gie dafür, wie ge­sell­schaft­li­che Re­pro­duk­ti­on kos­ten­spa­rend – schein­bar le­dig­lich um den Preis eines mi­li­tan­ten An­ti­se­mi­tis­mus – den Fa­mi­li­en, den Clans rück­über­tra­gen wer­den kann. In die­sem kom­mu­ni­tä­ren Rück­bau der Ge­sell­schaft ist La­bour-Lon­don am wei­tes­ten ge­gan­gen, hier lässt sich ent­spre­chend am bes­ten be­ob­ach­ten, was man sich unter Is­la­mi­sie­rung vor­stel­len muss.
  4. Der Islam spielt eine ent­schei­den­de Rolle nicht nur als für die­sen kom­mu­ni­tä­ren Rück­bau in Deutsch­land oh­ne­hin am bes­ten ge­eig­ne­te Ideo­lo­gie, son­dern auch ganz prak­tisch: seine Basis, die ehe­ma­li­gen tür­ki­schen Gast­ar­bei­ter und ihre Fa­mi­li­en, wurde zum Ex­pe­ri­men­tier­feld der Se­gre­ga­ti­on des Ar­beits­mark­tes. Dro­hen­de tür­ki­sche Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit, ins­be­son­de­re die gan­zer Ge­ne­ra­tio­nen Her­an­wach­sen­der, wurde in die mi­gran­ti­sche Öko­no­mie, die Fa­mi­lie, den Ge­mü­se­la­den, die Gän­ge­lung durch die Onkel ab­ge­scho­ben und – eher un­ge­wollt, aber un­ver­meid­lich – der or­ga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät über­ge­ben. Doch nicht nur die Onkel und die Gangs­ter leben von die­ser kal­ten Ab­schie­bung Hun­dert­tau­sen­der Ju­gend­li­cher in den ehe­ma­li­gen in­dus­tri­el­len Bal­lungs­zen­tren und der ehe­mals ver­län­ger­ten Werk­bank West­ber­lin in die to­ta­le Per­spek­tiv­lo­sig­keit, in ein un­sicht­ba­res Straf­la­ger mit frei­er, von Neid ge­präg­ter Sicht auf den un­er­reich­ba­ren Le­bens­stil derer, die ihre Ar­beits­kraft noch zu einem zu­mut­ba­ren Preis ver­kau­fen kön­nen. Von die­ser Ab­schie­bung und Se­gre­ga­ti­on leben auch die, wenn man so will, ideo­lo­gi­schen Staats­ap­pa­ra­te derBetreuungsindustrie der Ber­li­ner Re­pu­blik: So­zial­in­sti­tu­tio­nen, Wei­ter­bil­dungs­fir­men, In­te­gra­ti­ons­sprach­schu­len, Is­la­min­sti­tu­te, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Pädagogen, Erzieher, etc.​pp. – jene also, die jetzt einen auf An­ti­fa­schis­mus und Eu­ro-Is­lam ma­chen.
  5. Die­ser Ab­schie­bungs-Kom­mu­ni­ta­ris­mus, dem auf der ideo­lo­gi­schen Ebene der Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus ent­spricht, ist das we­sent­li­che An­triebs­mo­ment der Is­la­mi­sie­rung jun­ger Tür­ken in Deutsch­land. Die Ver­tei­di­gung des Is­lams ist somit die Ver­tei­di­gung der rai­son d’etat der Ber­li­ner Re­pu­blik, die den Preis der so­zia­len In­te­gra­ti­on, den die Bon­ner Re­pu­blik zu be­zah­len hatte, nicht mehr auf­brin­gen konn­te und woll­te. Es war Ger­hard Schrö­der, der die Zu­mu­tun­gen und Mög­lich­kei­ten die­ses neuen Mo­dells hoch aus­reiz­te: Deutsch­land als Füh­rungs­macht des An­ti­im­pe­ria­lis­mus zu sti­li­sie­ren und zu­gleich die in­for­mel­le Ab­schie­bung, für die der Islam als Me­ne­te­kel steht, in Form von Hartz IV zu ver­all­ge­mei­nern: eben auch für Deut­sche. Volks­ge­mein­schaft war damit rein als Ge­mein­schaft der Leis­tungs­fä­hi­gen de­fi­niert, die scharf von den Leis­tungs­emp­fän­gern ge­schie­den wur­den. Und das ist das Schrö­der­sche Erbe, an das kei­ner sei­ner Nach­fol­ger noch Hand an­le­gen woll­te, das als neues deut­sches Wesen ver­kauft wer­den soll: als Lei­dens­be­reit­schaft, als Ar­beit um ihrer selbst wil­len – nur ohne den De­klas­sier­ten we­nigs­tens die klas­sisch deut­sche Ge­nug­tu­ung eines all­ge­mei­nen Ar­beits­diens­tes mit Uni­for­men und Aus­zeich­nun­gen zu geben. Sie wer­den tat­säch­lich wie human waste be­han­delt, wäh­rend die po­li­ti­sche Klas­se und die öf­fent­li­che Mei­nung diese De­klas­sier­ten zu igno­rie­ren ge­ruht, wohl wis­send, dass die klamm­heim­li­che Angst, durch den Rost zu fal­len, al­lent­hal­ben die Jo­bin­ha­ber an­spornt und das Ar­beits­le­ben ver­gällt.
  6. Als ge­sell­schaft­li­ches Me­ne­te­kel die­ser De­klas­sie­rung er­regt der Islam auch und ge­ra­de in Ge­gen­den, wo er kaum sicht­bar ist, die Ge­mü­ter; die Kon­junk­tur die­ser Er­re­gung hängt nicht von der Prä­senz der Re­li­gi­on ab, son­dern von der Hartz-IV-Quo­te. Die Is­la­mo­phi­lie gilt als Aus­weis einer öf­fent­li­chen Kri­sen­ver­wal­tung, die ihre volks­staat­li­che Le­gi­ti­ma­ti­on zu ver­spie­len be­gon­nen hat. Den Volks­staat wie­der zu­rück­zu­ge­win­nen, darum geht es der so­zi­al­kon­ser­va­ti­ven Kli­en­tel der Pe­gi­da. Ihre Sehn­sucht ist die Rück­kehr in die gol­de­ne Ära des Post­fa­schis­mus der Bun­des­re­pu­blik, in die for­mier­te Ge­sell­schaft im Sinne Er­hards, die die Früch­te der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Mo­der­ni­sie­rung ge­noss, ohne dafür die Kos­ten einer per­ma­nen­ten ge­sell­schaft­li­chen Ge­ne­ral­mo­bil­ma­chung tra­gen zu müs­sen (wes­halb auch der Frie­dens­win­ter ein Flop wird, er­in­nert seine Rhe­to­rik doch zu stark an Alar­mis­mus und Mo­bi­li­sie­rung) – also mit einem Wort: auf Raub­krieg und Ver­nich­tungs­fu­ror zu ver­zich­ten, in Ba­de­lat­schen und nicht in Kno­bel­be­chern in Ita­li­en ein­zu­fal­len und über Juden am bes­ten gar nichts mehr zu hören, dafür aber auch Is­ra­el zu­meist in Ruhe zu las­sen. Diese Bun­des­re­pu­blik war es, in die die Zone ein­wan­dern woll­te. Dass die 16 Mil­lio­nen Wirt­schafts­flücht­lin­ge, wie Wolf­gang Pohrt sei­ner­zeit die Ost­deut­schen be­zeich­net hatte, zur Schwung­mas­se wur­den, mit der die So­zi­al­tech­no­kra­tie die Kom­pro­mis­se und so­zia­len Ver­bind­lich­kei­ten des rhei­ni­schen Ka­pi­ta­lis­mus ab­zu­räu­men wuss­te, lag ab­so­lut nicht in der In­ten­ti­on der Ost­deut­schen: die woll­ten Ba­na­nen und Ras­sis­mus, hät­ten aber für ein Mehr an Ba­na­nen, also für eine Teil­ha­be am west­deut­schen Leben vor 1989, si­cher rasch und gern ein We­ni­ger an Ras­sis­mus ge­tauscht – so wie die west­deut­schen Brü­der und Schwes­tern einst Hit­ler gegen das Wirt­schafts­wun­der ein­ge­tauscht hat­ten. Weil die­ser Tausch aber so gar nicht klapp­te und so gar nicht ge­wollt war sei­tens der Eli­ten, die die po­li­ti­sche Ge­le­gen­heit zur Ver­schlan­kung des So­zi­al­staats 1990ff. nicht ver­strei­chen lie­ßen, un­ter­schei­det sich Pe­gi­da-Ost von Pe­gi­da-West: Weil sie die for­mier­te Ge­sell­schaft nicht be­kom­men, will eine immer we­ni­ger schwei­gen­de Mehr­heit der Ost­deut­schen die be­to­nier­te Ge­sell­schaft der DDR zu­rück; ab­ge­schot­tet gegen die Au­ßen­welt, mit kla­ren So­zi­al­hier­ar­chi­en, an deren Ende die Fi­d­schis zu ste­hen und zu blei­ben hat­ten – und eben nicht wie heute in der Kon­kur­renz mit den Ost­eu­ro­pä­ern wo­mög­lich sogar den Kür­ze­ren zu zie­hen. Das ist es, was ein ost­deut­scher Pe­gi­da-Red­ner mein­te, als er sagte, man wolle ein­fach keine „Zu­stän­de wie im Wes­ten“ haben (FAZ 10.12.14).
  7. Des­halb ent­fällt auch ein be­son­de­rer An­ti­se­mi­tis­mus bei Pe­gi­da und AfD, außer in der Form, wie er in den ty­pi­schen, vul­gä­r­öko­no­mi­schen Vor­stel­lun­gen des All­tags­ver­stan­des oh­ne­hin lau­ert; darin ist Pe­gi­da aber nicht an­ti­se­mi­ti­scher als 95 Pro­zent der rest­li­chen Be­völ­ke­rung, die nicht erst seit der An­ti-Atom- und Frie­dens­bwe­gung der sieb­zi­ger und acht­zi­ger Jahre be­wie­sen hat, wie treu sie sich als deut­sche bleibt, wenn sie sich für Os­wald Speng­lers apo­ka­lyp­ti­sche Vi­si­on eines Un­ter­gangs des Abend­lan­des mehr be­geis­tert als für einen uni­ver­sel­len Be­griff von Zi­vi­li­sa­ti­on. Die Be­grif­fe Abend­land und Eu­ro­pa schei­nen für das Gros der Pe­gi­da-Sym­pa­thi­san­ten den­noch we­ni­ger mit Ari­er-Phan­ta­si­en be­setzt zu sein, son­dern stel­len viel­mehr die po­si­ti­ve Ge­gen­chif­fre zur ne­ga­ti­ven des Islam dar: Abend­land meint des­halb auch mit­nich­ten das reale po­li­ti­sche Eu­ro­pa, son­dern eine EU wie zu Zei­ten Er­hards, mit einem Mo­dell Deutsch­land in der Mitte – aber eben nicht als Aus­te­ri­täts­vor­rei­ter, son­dern als Herz und Vor­bild einer re­la­tiv losen Ge­mein­schaft von Staa­ten so­zi­al­eta­tis­ti­schen Zu­schnitts – ein Wunsch, den Pe­gi­da üb­ri­gens mit dem Gros der Fran­zo­sen bei­spiels­wei­se durch­aus teilt. So pflegt Pe­gi­da denn auch, höchs­tens eine Art Ras­sis­mus der sau­be­ren, über­schau­ba­ren Ver­hält­nis­se: die Öz­de­mirs, die Daim­ler-Tür­ken, ge­hö­ren dem­nach ein­deu­tig zu Deutsch­land; was nicht dazu ge­hö­ren soll, sind die le­ben­den Re­sul­ta­te der Aus­te­ri­tät, die Gangs­ter-Rap­per, Dro­gen­ver­ti­cker und sala­fis­ti­schen Mord­bu­ben, die den Deut­schen zum einen den bösen Zerr­spie­gel ihrer selbst vor­hal­ten, zum an­de­ren eine be­droh­li­che Vi­si­on der Zu­kunft der ei­ge­nen Kin­der ver­kör­pern. Dass die sau­be­ren Ver­hält­nis­se im Osten dabei noch sau­be­rer zu sein haben, dass man dort noch nicht ein­mal Flücht­lin­gen das sprich­wört­li­che Schwar­ze unter dem Nagel gönnt, ist dabei das so­zi­al­kon­ser­va­ti­ve Erbe der DDR und der bös­ar­ti­gen Sehn­sucht nach dem ein­ge­mau­er­ten Kol­lek­tiv.
  8. An­ge­sichts des­sen darf sich nicht wie­der­ho­len, dass sich die An­ti­fa ein zwei­tes Mal zu einem Auf­stand der An­stän­di­gen wie 2000ff. her­gibt; denn den wird das Ber­li­ner Es­ta­blish­ment, nicht zu­letzt das me­dia­le, das um die Hartz-Re­for­men bangt und sich vor Staats­de­fi­zit fürch­tet, si­cher in­sze­nie­ren wol­len, falls Pe­gi­da ge­samt­deutsch so wach­sen soll­te wie die AfD. Die Auf­ga­be, die sich An­ti­fa­schis­ten stellt, ist zum einen, der Ver­su­chung zu wi­der­ste­hen, aus Pe­gi­da und AfD einen be­que­men und wohl­fei­len Na­zi-Po­panz zu bas­teln, und zum an­de­ren, die Sehn­sucht nach Bonn über­haupt als sol­che wahr­zu­neh­men, um sich dann aber klar zu ma­chen, dass es die­sen Weg zu­rück nicht gibt; dass staat­li­che Kri­sen­ver­wal­tung eben so aus­se­hen muss, wie sie aus­sieht. Die­sen Zu­stand gilt es zu de­nun­zie­ren statt zu igno­rie­ren: Der Kampf gegen den An­ti­se­mi­tis­mus darf keine Par­tei­nah­me für die so­zia­len und ideo­lo­gi­schen Ver­hält­nis­se der Ber­li­ner Re­pu­blik wer­den oder blei­ben.

Re­dak­ti­on Ba­ha­mas

http://www.redaktion-bahamas.org/aktuell/20150103pegida.html

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Erziehung zur Toleranz

Neun- und zehnjährige Mädchen und Buben muslimischen Glaubens erzählen ganz selbstverständlich, dass „Du Christ“ für sie eine schlimme Beleidigung ist. Dass „Jude“ ein noch übleres Schimpfwort sei. Ein Kind sagt, völlig unbekümmert, dass „Juden auf der Stufe von Schweinen stehen“.
Die Notizen, die sich die Lehrerin gemacht hat, zeigen nur die Spitze des Eisbergs. In intensiven Gesprächen habe sich herausgestellt, dass Kinder, die viel Zeit in bestimmten Moscheen oder Gebetsräumen verbringen, von muslimischen Geistlichen offenbar so indoktriniert sind, „dass sie keiner anderen Religion gegenüber Respekt oder Wertschätzung zollen dürfen“. So steht es in einem schulinternen Protokoll, das unserer Zeitung vorliegt.

http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Hetz-Parolen-an-Grundschule-Wer-das-Kreuz-malt-kommt-in-die-Hoelle-id33274382.html

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Genese und Geltung
Wie sich das Denken mit den Mitteln des Denkens selbst zerstört

Die Enttäuschung an der Realität, die Verzweiflung an der Möglichkeit realer Befriedigungen führt zur Flucht aus der Realität.

Henry Lowenfeld
in: Zur Psychologie des Faschismus
Wenn es um den Schutz der Ge­sund­heit, zu­min­dest im Wes­ten, geht, dann gibt es noch Zi­vil­cou­ra­ge, sogar unter Stu­den­ten. „Sorry, but you can’t smoke on Cam­pus“, wies ein Kom­mi­li­to­ne einen jun­gen Mann höf­lich zu­recht, der sich ver­deckt dabei fil­men ließ, wie er auf dem Uni­ver­si­täts­ge­län­de der Uni­ver­si­ty of Ca­li­for­nia in Ber­ke­ley, die ISIS-Fah­ne schwen­kend, eine Zi­ga­ret­te rauch­te. Ab­ge­se­hen von die­sem kur­zen In­ter­mez­zo ließ man ihn je­doch ge­wäh­ren und ging wort­los an ihm vor­bei. Dies än­der­te sich je­doch schlag­ar­tig, als der junge Mann die ISIS-Fah­ne gegen die des jü­di­schen Staa­tes ein­tausch­te. Nun ha­gel­te es wüste Be­schimp­fun­gen und Dro­hun­gen, das Üb­li­che aus dem Ar­se­nal der „Is­ra­el­kri­ti­ker“: „Kid-Kil­lers, Thie­ves, Ge­no­ci­de“ und der­glei­chen mehr. (1)

Wer nun meint, von die­ser Per­for­mance nicht auf die Wirk­lich­keit schlie­ßen zu kön­nen, sieht sich eines Bes­se­ren be­lehrt, wenn er nur einen Blick über den Kanal nach Eng­land wirft. Am 16. Ok­to­ber 2014 be­rich­te­te die Haa­retz von der Insel näm­lich fol­gen­des: „Die na­tio­na­le Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung des ver­ei­nig­ten Kö­nig­reichs hat einen An­trag, der den Is­la­mi­schen Staat ver­ur­teilt, mit der Be­haup­tung zu­rück­ge­wie­sen, die­ser sei is­la­mo­phob.“ Gegen die­sen An­trag hatte eine Stu­den­tin der post­ko­lo­nia­len Theo­rie und der Spra­che (ver­mut­lich An­glis­tik) in Bir­ming­ham, die Ab­ge­ord­ne­te schwar­zer Stu­den­ten, Malia Bouat­tia, mo­bi­li­siert. Die Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung ver­laut­bar­te schließ­lich Fol­gen­des: „Wir an­er­ken­nen, dass die Ver­ur­tei­lung von ISIS zu einer Recht­fer­ti­gung von Krieg und of­fe­ner Is­la­mo­pho­bie ge­kom­men zu sein scheint. […] Diese Rhe­to­rik ver­schlim­mert den Ge­gen­stand, um den es geht, und im We­sent­li­chen ist es ein wei­te­rer An­griff auf die­je­ni­gen, die wir zu ver­tei­di­gen be­ab­sich­ti­gen. […] Die Kam­pa­gne Schwar­zer Stu­den­ten in­ner­halb der na­tio­na­len Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung un­ter­stützt Black com­mu­nities auf dem gan­zen Glo­bus kom­pro­miss­los gegen Im­pe­ria­lis­mus und west­li­che Ein­mi­schung, die, wie die Ge­schich­te zeigt, viel zu oft zum Leid der Schwar­zen ge­führt hat.“ (2) Auf der­sel­ben Sit­zung der na­tio­na­len Stu­den­ten­ver­ei­ni­gung wurde die eu­ro­pa­skep­ti­sche Par­tei UKIP ver­ur­teilt und zu einem Boy­kott des jü­di­schen Staa­tes auf­ge­ru­fen.

Wilde und Neurotiker

Fast gleich­zei­tig regte sich gegen die „wei­ßen“ Zu­mu­tun­gen auch Wi­der­stand am re­nom­mier­ten lin­ken Golds­miths-Col­le­ge in Lon­don. Die streng be­kopf­tuch­te stu­den­ti­sche Ab­ge­ord­ne­te für Er­zie­hungs­wis­sen­schaf­ten, Sarah El-al­fy, for­der­te dort ihre Kom­mi­li­to­nen in der stu­den­ti­schen Voll­ver­samm­lung der Uni­ver­si­tät dazu auf, dem ein­ge­brach­ten An­trag, doch einen of­fi­zi­el­len Ge­denk­tag des Ho­lo­caust an der Uni ein­zu­füh­ren, und zwar neben denen für die Opfer des Sta­li­nis­mus, des Ho­lo­do­mors, also der Sta­lin­schen Aus­hun­ge­rung der ukrai­ni­schen Be­völ­ke­rung, sowie des Ge­no­zids an den Ar­me­ni­ern eine Ab­fuhr zu er­tei­len, weil ein sol­ches An­sin­nen „eu­ro­zen­trisch“ und „ko­lo­nia­lis­tisch“ wäre. El-al­fy fügte hinzu: „Ge­denk­ta­ge soll­ten nicht bloß auf eine Liste eu­ro­päi­scher ge­schicht­li­cher Er­eig­nis­se re­du­ziert wer­den. […] An­ge­sichts un­se­rer lan­gen Ge­schich­te sich für Di­ver­si­tät und die An­er­ken­nung zahl­rei­cher Kämp­fe ein­zu­set­zen und in An­be­tracht der Tat­sa­che, dass der­zeit der Monat der schwar­zen Ge­schich­te [Black His­to­ry Month] ist, fühle ich, dass der An­trag nicht weit genug ging.“ Ihrer Auf­for­de­rung wurde flugs mit einer durch­aus to­ta­li­tä­ren Mehr­heit von 60 zu 1 Stim­men ent­spro­chen. Ein be­son­ders sen­si­bler Stu­dent wird mit den Wor­ten zi­tiert: „Der An­trag würde Leute dazu zwin­gen, sich an Sa­chen zu er­in­nern, an die sie sich mög­li­cher­wei­se nicht er­in­nern möch­ten.“ (3)

Der­ar­ti­gen Aus­sa­gen und Re­ak­ti­ons­wei­sen mit dem de­zen­ten Hin­weis auf die his­to­ri­schen Tat­sa­chen be­geg­nen, bei­spiels­wei­se dar­auf auf­merk­sam ma­chen zu wol­len, dass die An­nah­me von ho­mo­ge­nen „black com­mu­nities around the world“ ein ras­si­sches Phan­tas­ma dar­stellt, und dass die west­li­che Ein­mi­schung die Skla­ve­rei nicht ein­ge­führt, son­dern ab­ge­schafft und dem we­sent­lich um­fang­rei­che­ren arabo-mus­li­mi­schen Skla­ven­han­del – zwar zö­ger­lich, aber im­mer­hin – den Rie­gel vor­ge­scho­ben hat, oder klar­zu­stel­len, dass die Opfer des Sta­li­nis­mus doch größ­ten­teils im Gulag ver­nich­tet wur­den, die am an­de­ren Ende der Welt, näm­lich in Si­bi­ri­en ge­le­gen waren, dass auch eine von einem pa­läs­ti­nen­si­schen Mos­lem ge­lei­te­te mus­li­mi­sche SS-Di­vi­si­on das Mor­den in Bos­ni­en über­nahm und die­ser Amin al-Hus­s­ei­ni zudem ganz per­sön­lich die Ver­nich­tung der un­ga­ri­schen Juden in die Hand nahm, oder dass der Ge­no­zid an den Ar­me­ni­ern sich doch öst­lich der ter­ri­to­ria­len Gren­ze Eu­ro­pas am Bos­po­rus er­eig­ne­te, oder höf­lich nach­zu­fra­gen, was diese Ver­nich­tun­gen denn über­haupt mit der „An­er­ken­nung zahl­rei­cher Kämp­fe“ zu tun hät­ten, ginge völ­lig ins Leere. Denn man hat es bei den zi­tier­ten Äu­ße­run­gen mit Phä­no­me­nen zu tun, die psy­cho­lo­gi­scher Natur sind: Hier zählt, wie Freud sagt, aus­schließ­lich die „neu­ro­ti­sche Wäh­rung, d.h. nur das in­ten­siv Ge­dach­te, mit Af­fekt Vor­ge­stell­te, des­sen Über­ein­stim­mung mit der Rea­li­tät ne­ben­säch­lich ist.“ (4)

Im zwei­ten Teil sei­ner – in den Augen die­ser auf den post­mo­der­nen Hund ge­kom­me­nen Stu­den­ten, si­cher­lich ganz und gar ver­dam­mens­wer­ten, weil eu­ro­zen­tri­schen – Schrift Totem und Tabu, die den – wor­auf der ös­ter­rei­chi­sche Psy­cho­ana­ly­ti­ker Saama Mani auf­merk­sam ge­macht hat – gänz­lich de­zen­trie­ren­den, weil uni­ver­sa­len Un­ter­ti­tel Ei­ni­ge Über­ein­stim­mun­gen im See­len­le­ben der Wil­den und Neu­ro­ti­ker trägt, geht Freud der Lö­sung des Rät­sels des Tabu nach und spricht dabei fol­gen­de, jeden ech­ten Eu­ro­zen­tri­ker wohl zu­tiefst be­lei­di­gen­de Ver­mu­tung aus: „Es darf uns ahnen, dass das Tabu der Wil­den Po­ly­ne­si­ens doch nicht so weit von uns ab­liegt, wie wir zu­erst glau­ben woll­ten, dass die Sit­ten- und Mo­ral­ver­bo­te, denen wir selbst ge­hor­chen, in ihrem Wesen eine Ver­wandt­schaft mit die­sem pri­mi­ti­ven Tabu haben könn­ten und dass die Auf­klä­rung des Tabu ein Licht auf den dun­keln Ur­sprung un­se­res ei­ge­nen ‚ka­te­go­ri­schen Im­pe­ra­tivs‘ zu wer­fen ver­möch­te.“

In der Frage nach der psy­cho­lo­gi­schen Ge­ne­se des­sen also, was nicht nur in der eu­ro­päi­schen Phi­lo­so­phie der Auf­klä­rung mit zum höchs­ten der Kul­turi­dea­le ge­rech­net wer­den darf, dem ka­te­go­ri­schen Im­pe­ra­tiv der Kant­schen Ver­nunft- bzw. Mo­ral­phi­lo­so­phie, macht Freud eine „Ver­wandt­schaft“ mit dem „pri­mi­ti­ven Tabu“ aus. „Weit davon ent­fernt also dem eu­ro­päi­schen Men­schen eine zen­tra­le Stel­lung sei­ner Kul­tur unter allen an­de­ren Kul­tu­ren zu at­tes­tie­ren, schreibt Totem und Tabu jene Krän­kung [ge­meint ist die drit­te, streng ge­nom­men, vier­te der Mensch­heit nach Ko­per­ni­kus, Dar­win und Marx; P.W.] mit den Mit­teln der Eth­no­psy­cho­ana­ly­se fort. Kränkt die in­di­vi­du­el­le Psy­cho­ana­ly­se das Sub­jekt durch Kon­fron­ta­ti­on mit des­sen in­ne­rem Aus­land, […] also dem Un­be­wuss­ten, kränkt der eth­no­psy­cho­ana­ly­ti­sche An­satz von Totem und Tabu die Zi­vi­li­sier­ten, re­spek­ti­ve die Eu­ro­pä­er, indem er ihnen vor Augen führt, wie­viel sie mit den Wil­den, jenen Be­woh­nern des äu­ße­ren Aus­lands, ge­mein haben.“ (5)

So­we­nig also wie die Psy­cho­ana­ly­se ka­te­go­risch in krank und ge­sund trennt, so­we­nig pos­tu­liert sie einen ka­te­go­ri­schen, son­dern bloß gra­du­el­len Un­ter­schied zwi­schen den Wil­den, Pri­mi­ti­ven und den „zi­vi­li­sier­ten Völ­kern“. Und ge­ra­de weil sie damit gemäß dem la­ten­ten Ge­schichts­op­ti­mis­mus in Totem und Tabu an der auf­klä­re­ri­schen Vor­stel­lung der einen Mensch­heit und ihrer einen Ge­schich­te fest­hält, re­gis­triert sie auch den hier­ar­chi­schen Ab­stand eben­die­ser „zi­vi­li­sier­ten Völ­ker“ zu den „tief­ste­hen­den Kul­tu­ren“. (6) Aber, und das ist zu­gleich das selbst­re­fle­xi­ve Pro­gramm einer Dia­lek­tik der Auf­klä­rung vor dem Zi­vi­li­sa­ti­ons­schwund, sie ist von einer er­heb­li­chen Skep­sis ge­tra­gen hin­sicht­lich der Re­sis­tenz­kraft eben die­ser „zi­vi­li­sier­ten Völ­ker“ gegen die zu­neh­men­de Kul­tur­feind­schaft, d.h. die mas­sen­psy­cho­lo­gi­schen Re­gres­sio­nen, wie sie kurz nach Ver­öf­fent­li­chung der Schrift im ers­ten Welt­krieg, im völ­ki­schen Wahn der Deut­schen und der dar­aus re­sul­tie­ren­den Ver­nich­tung und ge­gen­wär­tig im po­li­ti­schen Islam sich dann auch ma­ni­fes­tier­ten.

Freuds Rede von der Mög­lich­keit einer den Kul­tur­pro­zess stets be­glei­ten­den und wo­mög­lich un­ter­mi­nie­ren­den Re­gres­si­on, wo­nach das ein­zel­ne In­di­vi­du­um wie auch kol­lek­ti­ve Grup­pen je­der­zeit auf einen his­to­risch be­reits über­wun­de­nen, frü­he­ren nar­ziss­ti­schen Ent­wick­lungs­stand zu­rück­fal­len kön­nen, der sich durch ma­gi­sches Wunsch­den­ken, phan­tas­ti­sche Ver­ken­nung der Rea­li­tät, All­macht der Ge­dan­ken, also Pa­ra­noia, aus­zeich­net, im­pli­ziert zu­gleich not­wen­dig immer ihren Ge­gen­be­griff: den des Fort­schritts. Und damit, was so­wohl in­di­vi­du­ell als „nor­ma­le“ Sub­jekt­wer­dung bzw. wenn diese mas­siv ge­stört wird, als Ziel einer er­folg­rei­chen psy­cho­ana­ly­ti­schen The­ra­pie, wie auch kol­lek­tiv für ge­lin­gen­de Kul­tur­ent­wick­lung zu gel­ten hätte: die Be­fä­hi­gung zur kri­ti­schen Selbst­be­sin­nung, zur rea­lis­ti­schen Ur­teils-, Lie­bes- und Ar­beits­fä­hig­keit, kurz: die (Wie­der-)Her­stel­lung von Reife und Au­to­no­mie. (7)

Aus den Augen, aus dem Sinn

Dass Freud hier Onto- wie Phy­lo­ge­ne­se par­al­lel führt bzw. in­ein­an­der über­setzt, hat den Zweck, dar­zu­le­gen, wie pre­kär so­wohl ge­sell­schaft­li­cher Fort­schritt, etwa die Ver­mitt­lung der Herr­schaft durch das Recht (8), als auch in­di­vi­du­el­le Rei­fungs­pro­zes­se hin zu einer er­sehn­ten Stär­kung bzw. Rei­fung des Ichs bis­lang ge­blie­ben sind und an­ge­sichts der Über­macht ob­jek­ti­ver ge­sell­schaft­li­cher Ver­hält­nis­se, denen das In­di­vi­du­um ziem­lich schutz- und hilf­los, im der­zeit bes­ten Fall als Ar­beits­kraft­be­häl­ter bloß funk­tio­nal an­ge­hängt ist, auch blei­ben müs­sen. Wenn man Freuds On­to­lo­gie des fal­schen Zu­stands, sei­nen ahis­to­ri­schen, funk­tio­na­len Be­griff der bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft (9), in der Par­ti­al- und All­ge­mein­in­ter­es­se als be­reits ver­söhnt un­ter­stellt wer­den, wes­halb er auch un­um­wun­den ein han­deln­des Kol­lek­tiv­sub­jekt der Gat­tung un­ter­stellt, nicht teilt, gilt es den­noch, die kri­ti­schen Ein­sich­ten der Psy­cho­ana­ly­se und die Po­ten­zen, die sie auch bei Freud auf­weist, gegen man­che Be­schrän­kung ihres Au­tors zu wen­den, was die Kri­ti­sche Theo­rie, vor allem bei Ador­no und Mar­cu­se, dann ja auch getan hat.

Wenn man­che heute im Wes­ten aber zu­neh­mend eine „hei­li­ge Scheu“ – so Freuds Über­set­zung des po­ly­ne­si­schen Wor­tes Tabu – an den Tag legen, des Ho­lo­causts zu ge­den­ken, wäh­rend sie sich gleich­zei­tig über die Bar­ba­rei der­je­ni­gen aus­schwei­gen, die die­sen zu wie­der­ho­len sich an­schi­cken, oder wie die Gen­der-Pro­fes­so­rin Antje Lann Horn­scheidt von der HU in Ber­lin, die ma­gi­sches Den­ken mit Wis­sen­schaft ver­wech­selt, nicht als Mann oder Frau, son­dern als „ver­ehr­tx Profx“ an­ge­spro­chen wer­den wol­len (10), dann wären diese bi­zar­ren Phä­no­me­ne samt der ihnen un­ter­leg­ten Theo­ri­en vor dem Hin­ter­grund der dy­na­mi­schen Ein­sich­ten Freuds als klas­si­scher Fall einer den Tabus und Zwangs­hand­lun­gen zu­grun­de­lie­gen­den in­fan­ti­len Ge­fühls­am­bi­va­lenz auf­zu­fas­sen. Denn of­fen­sicht­lich an die­sen „Ich mache mir die Welt, wie sie mir ge­fällt“-In­fan­ti­lis­men ist, dass hier ein pri­mi­ti­ves Ver­mei­dungs­ver­hal­ten am Werk ist, das alle Züge ma­gi­schen Den­kens trägt, setzt es doch kon­se­quent psy­cho­lo­gi­sche Ge­set­ze an die Stel­le na­tür­li­cher.

Und zwar in­so­fern, als sich in der Wei­ge­rung, reale Sach­ver­hal­te auch nur aus­zu­spre­chen, das „Haupt- und Kern­ver­bot bei der Neu­ro­se“ of­fen­bart, das, wie beim Tabu auch, die Be­rüh­rung um­fasst, wor­aus sich sein Name „Be­rüh­rungs­angst, délire de tou­cher“ ab­lei­tet. Freud macht dar­auf auf­merk­sam, dass der Be­deu­tungs­um­fang die­ser Be­rüh­rungs­angst auch den der „über­tra­ge­nen Rede“ an­neh­men kann, im Sinne von „in Be­rüh­rung kom­men.“ Die „Ge­dan­ken­be­rüh­rung“ wird aus die­sem Grund wie auch der un­mit­tel­ba­re, leib­li­che Kon­takt per­hor­res­ziert. Wie klei­ne Kin­der also, die sich ver­steckt zu haben glau­ben, wenn sie sich nur die Augen zu­hal­ten, glau­ben die zwang­haf­ten bri­ti­schen Stu­den­ten oder auch die deut­schx fe­mi­nis­ti­schx Sprach­kämpfx, einen Bei­trag zur Be­kämp­fung des Bösen, in ihren Augen also des Wes­tens oder der He­te­ro­nor­ma­ti­vi­tät zu leis­ten, indem sie be­stimm­te Sprach­hand­lun­gen un­ter­las­sen, so als ob die Fak­ten, die his­to­ri­sche Wahr­heit oder auch das bio­lo­gi­sche Ge­schlecht erst mit ihrer Be­nen­nung in die Welt kämen.

Wenn es also stimmt, was Freud sagt, dass es nahe liegt „die Hoch­schät­zun­gen und Über­schät­zun­gen der psy­chi­schen Ak­tio­nen bei den Neu­ro­ti­kern und Pri­mi­ti­ven in Be­zie­hung zum Nar­ziss­mus zu brin­gen und sie als we­sent­li­ches Teil­stück des­sel­ben auf­zu­fas­sen“, wir also „im Nach­weis der All­macht der Ge­dan­ken bei den Pri­mi­ti­ven ein Zeug­nis für den Nar­ziss­mus er­bli­cken dür­fen, so kön­nen wir den Ver­such wagen, die Ent­wick­lungs­stu­fen der mensch­li­chen Welt­an­schau­ung mit den Sta­di­en der li­bi­di­nö­sen Ent­wick­lung des Ein­zel­nen in Ver­gleich zu zie­hen. Es ent­spricht dann zeit­lich wie in­halt­lich die ani­mis­ti­sche Phase dem Nar­ziss­mus, die re­li­giö­se Phase jener Stufe der Ob­jekt­fin­dung, wel­che durch die Bin­dung an die El­tern cha­rak­te­ri­siert ist, und die wis­sen­schaft­li­che Phase hat ihr vol­les Ge­gen­stück in jenem Rei­fe­zu­stand des In­di­vi­du­ums, wel­cher auf das Lust­prin­zip ver­zich­tet hat und unter An­pas­sung an die Rea­li­tät sein Ob­jekt in der Au­ßen­welt sucht.“ (11)

Na­tür­lich ist die Ein­tei­lung der Mensch­heits­ge­schich­te dem Drei-Sta­di­en-Ge­setz des Po­si­ti­vis­mus Au­gus­te Com­tes (12) ab­ge­schaut und re­flek­tiert of­fen­kun­dig das li­nea­re Fort­schritts­mo­dell der Auf­klä­rung des selbst­be­wuss­ten, re­vo­lu­tio­nä­ren Bür­ger­tums Frank­reichs. Aber im Ge­gen­satz zum Po­si­ti­vis­mus weiß Freud, dass die frü­he­ren Stu­fen nicht ein für al­le­mal über­wun­den wur­den, son­dern eine stets prä­sen­te Vir­tua­li­tät be­hal­ten – mit den be­kann­ten ka­ta­stro­phi­schen Kon­se­quen­zen. In Zei­ten des phan­tas­ti­schen Stur­zes des Po­si­ti­vis­mus käme es des­halb zu­nächst dar­auf an, die be­wusst­sein­s­un­ab­hän­gi­ge, reale Au­ßen- bzw. Ob­jekt­welt vor den il­lu­sio­nä­ren Wunsch­phan­ta­si­en kol­lek­tiv re­gre­die­ren­der Nar­ziss­ten zu ret­ten. (13)

Get real

Das reife, ma­te­ria­lis­ti­sche Mo­ment, wo­nach Wis­sen­schaft erst ein­setzt, wenn man ein­ge­se­hen hat, dass man die Welt nicht kennt und darum nach Wegen su­chen muss, um sie ken­nen­zu­ler­nen, dass man also nach wirk­li­chen, nicht vor­ge­stell­ten Kau­sa­li­tä­ten in den Na­tur­wis­sen­schaf­ten, Ge­schichts­wis­sen­schaf­ten, der Me­di­zin, der Psy­cho­lo­gie oder So­zio­lo­gie fahn­den muss, um sich bes­ten­falls einen kri­ti­schen Be­griff von In­di­vi­du­um und Ge­sell­schaft ma­chen zu kön­nen, um Wege zu fin­den, das pe­ren­nie­ren­de Lei­den ab­zu­schaf­fen oder we­nigs­tens zu mi­ni­mie­ren, gerät zu­neh­mend auch unter Be­schuss einer post­mo­der­nen Ge­gen­auf­klä­rung, einer so­zia­len De­kon­struk­ti­on bzw. ge­nau­er: De­struk­ti­on der Wis­sen­schaft mit üblen Kon­se­quen­zen. Und zwar in ers­ter Linie für die post­ko­lo­nia­len Sub­al­ter­nen, für deren vor­geb­li­che Ret­tung vor dem im­pe­ria­lis­ti­schen und eu­ro­zen­tri­schen Wes­ten der ganze ob­sku­ran­tis­ti­sche Ho­kus­po­kus über­haupt erst er­fun­den wurde.

Meera Nanda, eine in­zwi­schen in den USA le­ben­de, ganz und gar an­ti­im­pe­ria­lis­tisch ge­sinn­te Mo­le­ku­lar­bio­lo­gin und Wis­sen­schafts­au­to­rin aus In­di­en, der man im­mer­hin zu­gu­te­hal­ten muss, dass sie an den Vor­aus­set­zun­gen des Den­kens (14) ri­go­ros fest­hält, hat 1997 in einem Ar­ti­kel (15) für das mar­xis­ti­sche US-Jour­nal Month­ly Re­view her­aus­ge­ar­bei­tet, wie die Ideo­lo­ge­me west­li­cher, post­mo­der­ner, so­zi­al-kon­struk­ti­vis­ti­scher An­ti-Wis­sen­schaft zwar welt­weit wir­ken, im kon­kre­ten Bei­spiel aber durch so­ge­nann­te neo-gan­dhia­ni­sche „in­di­ge­ne Wis­sen­schafts­be­we­gun­gen“, die sich aus den Hin­du­na­tio­na­lis­ten der BJP (16) re­kru­tie­ren, auf­ge­grif­fen wer­den. Diese brin­gen be­haup­te­te kul­tu­rel­le Ei­gen­hei­ten gegen Be­mü­hun­gen um eine ver­nünf­ti­ge Un­ter­rich­tung in den länd­li­chen Ge­bie­ten und ur­ba­nen Slums In­di­ens durch die peop­le’s sci­ence mo­ve­ments (17) in An­schlag.

Deren Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen „brin­gen die Bil­dung in den mo­der­nen wis­sen­schaft­li­chen Vor­stel­lun­gen, vor allem denen, die aus der mo­der­nen ,west­li­chen‘ Bio­lo­gie stam­men, voran […] Evo­lu­ti­ons­theo­rie, die Ge­set­ze der Phy­sik nach New­ton und be­zie­hen diese auf das All­tags­le­ben der Men­schen unter Zu­r­hil­fe­nah­me aller ver­füg­ba­ren kul­tu­rel­len Mit­tel: über Klas­sen­räu­me, bis hin zu Kunst­märk­ten, Lie­dern, Stra­ßen­eck­en­thea­tern und Wis­sen­schafts­pro­zes­sio­nen“. Bei­spie­le die­ser Bil­dungs­tä­tig­keit um­fas­sen As­tro­no­mie­kur­se, die die Lauf­bahn eines der Erde na­he­kom­men­den Ko­me­ten er­klä­ren oder sol­che, die über einen Pa­ra­si­ten auf­klä­ren, der eine na­tio­na­le Panik hin­sicht­lich eines „Flu­ches“, der auf grü­nem Ge­mü­se liege, aus­lös­te.

Die in­di­ge­nen Ge­gen­be­we­gun­gen auf der an­de­ren Seite, die die in­di­sche Le­bens­wei­se (18), also re­li­giö­sen Ob­sku­ran­tis­mus, Kas­ten­sys­tem und Un­ter­jo­chung der Frau­en, kon­ser­vie­ren wol­len, stem­men sich ve­he­ment gegen diese Un­ter­neh­mun­gen und „er­schaf­fen voll­kom­men neue Wis­sen­schaf­ten, in denen selbst die Na­tur­ge­set­ze un­ter­schied­lich sind, da sie ihre Le­gi­ti­mie­rung als Tat­sa­chen aus einer Welt­sicht ab­lei­ten, die or­ga­nisch und au­then­tisch auf den ,way of life‘ der Men­schen be­zo­gen ist, die in die­sen Ge­sell­schaf­ten leben.“ So haben bei­spiels­wei­se hin­du­is­ti­sche „re­vi­va­list par­ties“ in den Bun­des­staa­ten, in denen sie an die Macht kamen, die mo­der­ne Ma­the­ma­tik durch eine „of­fen­sicht­lich fal­sche Ver­si­on ,Ve­di­scher Ma­the­ma­tik’“ er­setzt. Wie un­schwer zu be­mer­ken, zählt das Nicht- bzw. Fal­sch­rech­nen­kön­nen si­cher­lich nicht zu den bes­ten Vor­aus­set­zun­gen für mit­tel­lo­se in­di­sche Sub­al­ter­ne, um sich den bru­ta­len Zwän­gen des Welt­mark­tes stel­len zu kön­nen bzw. zu müs­sen.

Ge­mein sind den in­disch-in­di­ge­nen wie auch den west­lich-so­zi­al-kon­struk­ti­vis­ti­schen Ideo­lo­gen für Volks­ver­dum­mung je­den­falls die we­sent­li­chen An­nah­men des „Strong Pro­gram­me“ der So­zio­lo­gie der Wis­sen­schaf­ten nach David Bloor und Barry Bar­nes (19): „dass die phy­si­sche ‚Wirk­lich­keit‘ nicht we­ni­ger als die so­zia­le ‚Wirk­lich­keit‘ im Grun­de ein so­zia­les und lin­gu­is­ti­sches Kon­strukt ist; dass wis­sen­schaft­li­ches ‚Wis­sen‘, weit davon ent­fernt ob­jek­tiv zu sein, die do­mi­nan­ten Ideo­lo­gi­en und Macht­be­zie­hun­gen der Kul­tur re­flek­tiert und ver­schlüs­selt, die es her­vor­ge­bracht hat; dass die Wahr­heits­an­sprü­che der Wis­sen­schaft in­hä­rent theo­rie­ge­la­den sind und dass der Dis­kurs der sci­en­ti­fic com­mu­ni­ty, trotz sei­nes un­be­streit­ba­ren Werts, kei­nen pri­vi­le­gier­ten epis­te­mo­lo­gi­schen Sta­tus be­an­spru­chen kann im Hin­blick auf die ge­gen­he­ge­mo­nia­len Nar­ra­ti­ve, die von dis­si­den­ten oder mar­gi­na­li­sier­ten Ge­mein­schaf­ten aus­ge­hen.“ (20)

Oder um die­sen Quatsch mit den Wor­ten der Kul­tur­psy­cho­lo­gen Ken­neth und Mary Ger­gen (21) zu­zu­spit­zen: „Es gibt keine be­son­de­re Kon­fi­gu­ra­ti­on von Wor­ten oder Sät­zen, die in ein­zig­ar­ti­ger Weise mit dem ver­bun­den ist, was wir ent­we­der die Welt ‚da drau­ßen‘ oder ‚hier drin­nen‘ nen­nen. Wir mögen wün­schen darin über­ein­zu­stim­men, dass ‚etwas exis­tiert‘, aber was auch immer ‚exis­tiert‘, stellt keine An­sprü­che an die Kon­fi­gu­ra­ti­on der Pho­ne­me oder Sätze, die Men­schen ge­brau­chen, um dar­über zu spre­chen. Aus die­sem Grund ent­zie­hen wir jeder Per­son oder Grup­pe das Pri­vi­leg einen über­le­ge­nen Wis­sens­an­spruch be­züg­lich des­sen, was exis­tiert, zu er­he­ben. Im Hin­blick auf die Wahr­heit (einer Pas­sung von Wort und Welt) oder Ver­nunft (das Ar­ran­ge­ment der Wör­ter selbst), kann keine Wis­sen­schaft, Re­li­gi­on, Phi­lo­so­phie, po­li­ti­sche Par­tei oder an­de­re Grup­pe ul­ti­ma­te Über­le­gen­heit be­an­spru­chen. Po­si­ti­ver aus­ge­drückt: ‚Die Welt kon­trol­liert nicht, was wir aus ihr ma­chen.’“ (22)

„Die Welt kon­trol­liert nicht, was wir aus ihr ma­chen“ – Pippi Lang­strumpf käme si­cher­lich zu kei­nen an­de­ren Schlüs­sen. Re­sul­tat die­ser ma­gi­schen kos­mi­schen Har­mo­nie ist in­des­sen, kon­se­quent zu Ende ge­dacht, dass es kei­nen Un­ter­schied zwi­schen dem Wahn und sei­ner Kri­tik, zwi­schen Himm­ler und Ador­no, mehr gibt bzw. geben kann. Die An­nah­me etwa, dass die Juden die Welt re­gie­ren, wes­we­gen man alle Ge­walt auf­bie­ten, um diese „Ge­gen­ras­se“ zu ver­nich­ten, und dabei selbst na­tür­lich „an­stän­dig“ blei­ben muss, ist hier­nach eine Sicht­wei­se, die ge­nau­so „gül­tig“ wie ihr Ge­gen­teil ist. Womit dann al­ler­dings auch das Kon­zept des „gül­tig seins“, d.h. der Gel­tung, und dem, was daran hängt, also Spra­che, Logik und Wahr­heit jeg­li­chen Sinn ver­lie­ren. Das Den­ken zer­stört sich mit den Mit­teln des Den­kens selbst.

Und das hat Tra­di­ti­on; man werfe nur einen Blick in Die deut­sche Ideo­lo­gie, Mar­xens Aus­ein­an­der­set­zung mit Max Stir­ner und den deut­schen So­zia­lis­ten, oder auf die Idea­lis­ten der deut­schen, po­li­ti­schen Ro­man­tik wie Her­der und Kon­sor­ten. Diese hat­ten, wor­auf Alain Fin­kiel­kraut ein­mal hin­ge­wie­sen hat, be­reits der Phi­lo­so­phie der Auf­klä­rung vor­ge­wor­fen, sich ar­ro­gant im Geist über das Sein zu er­he­ben, an­statt de­mü­tig an­zu­er­ken­nen, dass „es“, also der Volks­geist, immer schon in uns bzw. uns denkt. Diese Nie­der­la­ge des Den­kens, so der Titel sei­nes Es­says, wird heute zwar ein wenig post­mo­dern auf­ge­hübscht, der Sache nach aber in­zwi­schen glo­bal fort­ge­führt. Gegen den uni­ver­sa­lis­ti­schen Geist, die Ver­nunft, brin­gen die post­mo­dern ge­stimm­ten Ewig­gest­ri­gen die Sprechor­te, d.h. die Si­tu­iert- sowie Po­si­tio­niert­heit und damit die Per­spek­ti­ven der nicht mehr ur­tei­len­den, aber dafür umso mehr emp­fin­den­den Sub­jek­te in Stel­lung und tra­gen in läs­si­ger Un­be­küm­mert­heit dazu bei, die „Schreie der Re­bel­li­on und des Lei­dens [zu] un­ter­drü­cken, so­bald die Knute [nur] eine be­jahr­te, eine an­ge­stamm­te, eine his­to­ri­sche Knute ist“ (Marx). Wenn man diese Ent­wick­lung als das de­nun­zie­ren will, was sie ist, ein selbst- und fremd­ge­fähr­den­des De­li­ri­um, wird man nicht darum her­um­kom­men, am Pro­jekt der Auf­klä­rung fest­zu­hal­ten und immer wie­der zu be­to­nen, dass, wie der dä­ni­sche Se­mio­ti­ker Fre­de­rik Stjern­felt ein­mal la­pi­dar fest­ge­hal­ten hat, „[d]ie Feier des mensch­li­chen Op­fers, des Krie­ges, der Stei­ni­gun­gen und des Ab­schnei­dens von Hän­den [und Köp­fen, P.W.] [nicht] ein Wert­maß­stab und das Stre­ben nach Kunst, Wis­sen­schaft und De­mo­kra­tie ein an­de­rer [ist], wobei es un­mög­lich [sei] zu be­haup­ten, dass der eine dem an­de­ren über­le­gen ist.“ (23)

Hilfloser Humanismus

Freuds in Die Zu­kunft einer Il­lu­si­on ge­äu­ßer­ter, zag­haf­ter Hoff­nung auf eine „Er­zie­hung zur Rea­li­tät“ sind damit Gren­zen ge­setzt, die ge­sell­schaft­li­cher, nicht in­di­vi­du­el­ler Natur sind. Auch wenn er das Pro­blem – die Kul­tur­feind­schaft auf­grund ir­ra­tio­na­ler Trie­bop­fer – rea­lis­tisch be­stimmt (24), zieht er je­doch die fal­schen, weil eli­tä­ren Schlüs­se. Be­reits in sei­ner vor dem ers­ten Welt­krieg ver­öf­fent­lich­ten Schrift Die zu­künf­ti­gen Chan­cen der psy­cho­ana­ly­ti­schen The­ra­pie ar­ti­ku­liert Freud, wor­auf Jo­hann Au­gust Schü­lein in sei­ner Stu­die auf­merk­sam macht, „tie­fe­re Ein­sich­ten in die ge­sell­schaft­li­che Wirk­lich­keit als jedes form­al­de­mo­kra­ti­sche Aus­ge­hen vom sog. ‚mün­di­gen Bür­ger’“ (25). Dort schreibt Freud tref­fend: „Über die Be­deu­tung der Au­to­ri­tät brau­che ich Ihnen nicht viel zu sagen. Die we­nigs­ten Kul­tur­men­schen sind fähig, ohne An­leh­nung an an­de­re zu exis­tie­ren oder auch nur ein selb­stän­di­ges Ur­teil zu fäl­len. Die Au­to­ri­täts­sucht und in­ne­re Halt­lo­sig­keit der Men­schen kön­nen Sie sich nicht arg genug vor­stel­len.“ (26)

Spä­ter, in Die Zu­kunft einer Il­lu­si­on, äu­ßert er sich hin­sicht­lich der Schick­sals­fra­ge der Mensch­heit, „ob und wie­weit es ge­lingt, die Last der den Men­schen auf­er­leg­ten Trie­bop­fer zu ver­rin­gern, sie mit den eben­so ver­blei­ben­den zu ver­söh­nen und dafür zu ent­schä­di­gen“ dann auch fol­gen­der­ma­ßen: „Nur durch den Ein­fluss vor­bild­li­cher In­di­vi­du­en, die sie [ge­meint sind die Mas­sen, P.W.] als ihre Füh­rer an­er­ken­nen, sind sie zu den Ar­beits­leis­tun­gen und Ent­sa­gun­gen zu be­we­gen, auf wel­che der Be­stand der Kul­tur an­ge­wie­sen ist.“ Freud be­wegt sich somit im Teu­fels­kreis einer selbst ge­schaf­fe­nen An­ti­no­mie: denn wie soll es ge­lin­gen, „die kul­tur­feind­li­che Mehr­heit von heute zu einer Min­der­heit her­ab­zu­drü­cken“ (27), wenn das Heil­mit­tel da­ge­gen doch von An­fang an zu­gleich die Ur­sa­che der Kul­tur­feind­schaft war, der Teu­fel also mit dem Beel­ze­bub aus­ge­trie­ben wer­den soll?

So ra­tio­nal Ador­nos Ein­sicht auch ist, der von Freud als Exis­ten­ti­al pos­tu­lier­ten Le­bens­not bzw. Anan­ke, die „heute in ihrer ge­sell­schaft­li­chen Ge­stalt als über­holt durch­sich­tig wird“ (28), von Freud aber nicht ge­sell­schaft­lich ge­dacht und damit – ganz der Bür­ger – zum Schick­sal hy­post­asiert wird, wie folgt zu be­geg­nen: „Wird je­doch in einer Ge­sell­schaft, in der Hun­ger an­ge­sichts vor­han­de­ner und of­fen­sicht­lich mög­li­cher Güter­fül­le jetzt und hier ver­meid­bar wäre, gleich­wohl ge­hun­gert, so ver­langt das Ab­schaf­fung des Hun­gers durch Ein­griff in die Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­se“ (29) – so sehr stellt sich aber auch für Ador­no das näm­li­che Di­lem­ma, die ent­schei­den­de Frage nach dem Sub­jekt die­ses Ein­griffs, denn „wäh­rend die Kul­tur zwar miss­lun­gen ist, und miss­lun­gen ist aus ihrer ei­ge­nen Schuld, die an ihr ge­rächt wird, ist die un­mit­tel­ba­re Bar­ba­rei, die durch ihr Miss­lin­gen her­bei­ge­führt wird, dann immer noch das Schlim­me­re. Es ist ein me­ta­phy­si­scher Fehl­schluss, […] dass man des­halb, weil die Kul­tur miss­lun­gen ist, weil sie also das nicht ge­hal­ten hat, was sie ver­spricht; weil sie Frei­heit, weil sie In­di­vi­dua­li­tät, weil sie wahre All­ge­mein­heit den Men­schen vor­ent­hal­ten hat, weil sie also ihrem ei­ge­nen Be­griff nicht ge­nügt hat, dass sie des­halb nun zum alten Eisen zu wer­fen und frisch-fröh­lich durch die zy­ni­sche Her­stel­lung der Macht­ver­hält­nis­se un­mit­tel­bar zu er­set­zen sei. Es ist einer der ge­fähr­lichs­ten Irr­tü­mer […], an­zu­neh­men, dass etwas des­halb, weil es nicht das ist, was es ver­spricht, weil es noch nicht sein ei­ge­ner Be­griff ist, auch schlech­ter sei als das Ge­gen­teil der puren Un­mit­tel­bar­keit, das es zer­stört.“ (30)

Nicht erst um das „Ich“ des Marx­schen Im­pe­ra­tivs, das „ge­schicht­lich erst er­starkt sein [muss], um über die Un­mit­tel­bar­keit des Rea­li­täts­prin­zips hin­aus die Idee des­sen zu kon­zi­pie­ren, was mehr ist als das Sei­en­de“ (31) steht es schlecht, son­dern, wie dar­ge­legt, auch um das, was im Stan­de der Un­frei­heit den Rück­fall in die Bar­ba­rei zu ver­hin­dern hätte; den ein­zi­gen Fort­schritt, den er noch avi­sier­te, und der nicht erst mit dem Ge­no­zid in Ru­an­da aus­ge­blie­ben ist und bis dato aus­bleibt, fass­te er in be­reits er­wähn­ter Vor­le­sung wie folgt: „Ich glau­be, wenn Sie zu­nächst ein­mal unter Fort­schritt den­ken: dass es bes­ser wird, dass keine Angst mehr ist – dann haben Sie ja ge­wiss nicht eine zeit­lo­se und ab­so­lu­te De­fi­ni­ti­on von Fort­schritt, aber doch die kon­kre­te Ge­stalt, in der die­ser Be­griff heute al­len­falls er­schei­nen kann. Denn Fort­schrei­ten heute heißt ja wirk­lich nichts an­de­res, als die to­ta­le Ka­ta­stro­phe ver­mei­den und ver­hin­dern; und ich würde sagen, wenn sie nur ver­hin­dert und ver­mie­den wird, dann ist das ei­gent­lich be­reits der Fort­schritt um das Ganze.“ (32)

Zur Vor­aus­set­zung einer Staats- und Ka­pi­tal­kri­tik, die ihren Namen ver­dient, ge­hört es, nicht von der psy­chi­schen und ideo­lo­gi­schen Ver­fasst­heit der Staats­sub­jek­te zu ab­stra­hie­ren, denn die ge­lin­gen­de Rea­li­sie­rung der ver­söhn­ten Ge­sell­schaft hängt an der Ur­teils­fä­hig­keit rei­fer, nicht pa­thisch pro­ji­zie­ren­der In­di­vi­du­en. Zu die­ser Reife zählt vor allem die il­lu­si­ons­lo­se Be­stands­auf­nah­me der wirk­li­chen Ver­hält­nis­se, die Ab­leh­nung hal­lu­zi­na­to­ri­scher Wunsch­be­frie­di­gun­gen und All­machts­vor­stel­lun­gen. Dass diese nüch­ter­nen, selbst­re­fle­xi­ven Ei­gen­schaf­ten his­to­risch am männ­li­chen bür­ger­li­chen In­di­vi­du­um der Auf­klä­rung ge­won­nen wur­den, spricht nicht gegen diese Ei­gen­schaf­ten, wie es eine phan­tas­ti­sche Pri­vi­le­gi­en- und Auf­klä­rungs­kri­tik ver­kom­me­ner Dis­kurs­lum­pen will, son­dern bloß gegen deren ge­sell­schaft­li­che Par­ti­ku­la­ri­sie­rung. Das also wäre im Kern der Zu­sam­men­hang und Wi­der­spruch von Ge­ne­se und Gel­tung.

Phil­ip­pe Witz­mann (Ba­ha­mas 70/2015)

http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web70-3.html

Anmerkungen:
  1. Ami Ho­ro­witz – Ber­ke­ley stu­dents´ sur­pri­sing re­ac­tion to ISIS and Is­ra­el flags on Cam­pus: https://​www.​youtube.​com/​watch?​v=kCB​INSW​CiAE
  2. http://​www.​haaretz.​com/​news/​world/​1.​621156 sowie http://​tab.​co.​uk/​2014/​10/​14/​nus-​refuses-​to-​condemn-​terrorists-​because-​its-​isl​amop​hobi​c/
  3. http://​tab.​co.​uk/​2014/​10/​15/​now-​vile-​su-​refuse-​to-​ commemorate-​holocaust-​because-​its-​eurocentric-​and-​colonialist/ und http://www.​thetower.​org/​1206-​uk-​student-​union-​votes-​against-​com​memo​ rati​ng-​holocaust/
  4. S. Freud: Totem und Tabu, Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 9, 375.
  5. Vor­trag von Saama Mani: Warum wir frem­de Kul­tu­ren nicht re­spek­tie­ren soll­ten – und un­se­re ei­ge­ne auch nicht, 10. No­vem­ber 2014, Wien. Nach­zu­hö­ren unter: http://​m.​buechereien.​wien.​at/​de/​programm/​podcasts/​101 Eine Auf­satz­samm­lung mit glei­chem Titel er­scheint die­ser Tage.
  6. Freud: Totem, a.a.O., 315.
  7. „Die Psy­cho­ana­ly­se geht ge­nau­so wie der ge­sun­de Men­schen­ver­stand oder die Phi­lo­so­phie von Plato und Aris­to­te­les bis Di­de­rot davon aus, dass der er­wach­se­ne Mensch eine Viel­zahl von äu­ße­ren Zwän­gen in­ter­na­li­siert hat, die einen in­te­gra­len Be­stand­teil sei­ner Psy­che bil­den. Aus der psy­cho­ana­ly­ti­schen Per­spek­ti­ve hat der er­wach­se­ne Mensch seine Om­ni­po­tenz­phan­ta­si­en auf­ge­ge­ben, hat ak­zep­tiert, dass Wör­ter nicht das mei­nen, was sie nach sei­nem Wil­len mei­nen soll­ten, hat er­kannt, dass es an­de­re Men­schen gibt, deren Wün­sche meis­tens im Ge­gen­satz zu den ei­ge­nen ste­hen usw.“ Was die Psy­cho­ana­ly­se neben Po­li­tik und Päd­ago­gik zu einem „un­mög­li­chen Beruf“ macht, ist, wie Cor­ne­li­us Cas­to­ria­dis in die­sem Zu­sam­men­hang wei­ter aus­führt (Psy­cho­ana­ly­se und Po­li­tik, in: Psy­che, 1996 Heft 09/10, 907 f.) dem Um­stand ge­schul­det, dass die auf die­sen Fel­dern Tä­ti­gen stets eine Au­to­no­mie sup­po­nie­ren bzw. sich die­ser be­die­nen müs­sen, die fak­tisch (noch) nicht be­steht.
  8. Vgl. hier­zu etwa Theo­dor W. Ador­nos Aus­füh­run­gen: „Zu­nächst ein­mal ge­nügt es mir für den Be­griff der Frei­heit – ich meine: der po­li­ti­schen Frei­heit, nicht der Frei­heit des Wil­lens – voll­kom­men an­zu­ge­ben, dass frei ein Zu­stand ist, in dem ich nicht, wenn es um halb sie­ben mor­gens schellt, ver­mu­ten muss, dass ent­we­der die Ge­sta­po oder die GPU oder eine an­de­re ähn­li­che In­sti­tu­ti­on mich ab­füh­ren kann, ohne dass ich das Recht des Ha­be­as Cor­pus da­ge­gen gel­tend ma­chen könn­te.“ (Ador­no: Zur Lehre von der Ge­schich­te und von der Frei­heit, 2006, 197 f.)
  9. Freud fasst das Ver­hält­nis von Kul­tur und Ge­sell­schafts­or­ga­ni­sa­ti­on fol­gen­der­ma­ßen: „Die mensch­li­che Kul­tur ruht auf zwei Stüt­zen, die eine ist die Be­herr­schung der Na­tur­kräf­te, die an­de­re die Be­schrän­kung un­se­rer Trieb­kräf­te. Ge­fes­sel­te Skla­ven tra­gen den Thron der Herr­sche­rin […] Wehe, wenn sie be­freit wür­den; der Thron würde um­ge­wor­fen, die Her­rin mit Füßen ge­tre­ten wer­den. Die Ge­sell­schaft weiß dies und – will nicht, dass davon ge­spro­chen wird. Aber warum nicht? Was könn­te die Er­ör­te­rung scha­den? Die Psy­cho­ana­ly­se hat ja nie­mals der Ent­fes­se­lung un­se­rer ge­mein­schäd­li­chen Trie­be das Wort ge­re­det; im Ge­gen­teil ge­warnt und zur Bes­se­rung ge­ra­ten. Aber die Ge­sell­schaft will von einer Auf­de­ckung die­ser Ver­hält­nis­se nichts hören, weil sie nach mehr als einer Rich­tung ein schlech­tes Ge­wis­sen hat. Sie hat ers­tens ein hohes Ideal an Sitt­lich­keit auf­ge­stellt – Sitt­lich­keit ist Trie­bein­schrän­kung –, des­sen Er­fül­lung sie von allen ihren Mit­glie­dern for­dert, und küm­mert sich nicht darum, wie schwer die­ser Ge­hor­sam dem Ein­zel­nen fal­len mag. Sie ist aber auch nicht so reich oder so gut or­ga­ni­siert, dass sie den Ein­zel­nen für sein Aus­maß an Trieb­ver­zicht ent­spre­chend ent­schä­di­gen kann. Es bleibt also dem In­di­vi­du­um über­las­sen, auf wel­chem Wege es sich ge­nü­gend Kom­pen­sa­ti­on für das ihm auf­er­leg­te Opfer ver­schaf­fen kann, um sein see­li­sches Gleich­ge­wicht zu be­wah­ren. Im gan­zen ist es aber ge­nö­tigt, über sei­nen Stand zu leben, wäh­rend ihn seine un­be­frie­dig­ten Trieb­an­sprü­che die Kul­tur­an­for­de­run­gen als stän­di­gen Druck emp­fin­den las­sen. Somit un­ter­hält die Ge­sell­schaft einen Zu­stand von Kul­tur­heu­che­lei, dem ein Ge­fühl von Un­si­cher­heit und ein Be­dürf­nis zur Seite gehen muss, die un­leug­ba­re La­bi­li­tät durch das Ver­bot der Kri­tik und Dis­kus­si­on zu schüt­zen. […] Die Psy­cho­ana­ly­se deckt die Schwä­chen die­ses Sys­tems auf und rät zur Än­de­rung des­sel­ben. Sie schlägt vor, mit der Stren­ge der Trieb­ver­drän­gung nach­zu­las­sen und dafür der Wahr­haf­tig­keit mehr Raum zu geben […] In­fol­ge die­ser Kri­tik ist die Psy­cho­ana­ly­se als ‚kul­tur­feind­lich‘ emp­fun­den und als ‚so­zia­le Ge­fahr‘ in den Bann getan wor­den. Die­sem Wi­der­stand kann keine ewige Dauer be­schie­den sein; auf die Länge kann sich keine mensch­li­che In­sti­tu­ti­on der Ein­wir­kung ge­recht­fer­tig­ter kri­ti­scher Ein­sicht ent­zie­hen.“ (Ges. Werke XIV, Die Wi­der­stän­de gegen die Psy­cho­ana­ly­se, 106 f.)
  10. An­to­nia Baum: Gen­der­ge­rech­te Spra­che. Sagen Sie bitte Profx zu mir, FAZ 17.11.2014 http://www.​faz.​net/​aktuell/​feuilleton/​debatten/​profx-​als-​ges​chle​chte​ rger​echt​e-​sprache-​fuer-​professoren-​13268220.​html zu Horn­scheidt im Be­son­de­ren siehe auch mei­nen Ar­ti­kel in Ba­ha­mas 56/2008.
  11. Freud: Totem, a.a.O.
  12. Vgl. Au­gus­te Comte: Die So­zio­lo­gie. Die po­si­ti­ve Phi­lo­so­phie im Aus­zug, Stutt­gart 1974. Com­tes drei Sta­di­en bil­den die „kind­li­che“ Re­li­gi­on, die „jun­gen­haf­te“ Me­ta­phy­sik und schließ­lich die „männ­li­che“ po­si­ti­ve Wis­sen­schaft.
  13. Dass die­ser kri­ti­sche Rea­li­täts­be­zug in der (psy­cho­ana­ly­ti­schen) Wis­sen­schaft durch­aus auch über­schwäng­li­che Züge tra­gen kann, dar­auf mach­te Otto Fe­ni­chel ein­mal auf­merk­sam: „Wir, weder pan­vol­le Säug­lin­ge und Schi­zo­phre­ne noch ani­mis­ti­sche Ok­kul­tis­ten und mys­ti­sche Schwär­mer, wir Lo­gi­ker, wir haben uns im har­ten Kampf das neue Kri­te­ri­um der ‚bw. Rea­li­täts­prü­fung‘ ge­schaf­fen. Und damit uns Leid nicht er­drückt in durch die­ses Kri­te­ri­um be­ding­tem Lust­ver­zicht, einem hohen Lust­lohn die­ses ur­sprüng­li­chen Lust­ver­zichts, eine neue Ethik, die keine an­de­re Auf­ga­be stellt als die: Über Wirk­lich­keit oder Nicht­wirk­lich­keit nur nach Ein­sicht zu ent­schei­den, und als die: Beim ein­mal Er­kann­ten blei­ben, so­lan­ge die Grün­de fort­be­ste­hen, die zur Er­kennt­nis be­wo­gen haben, aber auch immer be­reits sein, alle Grün­de neu zu kri­ti­sie­ren. Diese neue Tu­gend, diese Tu­gend des Er­wach­se­nen und des Über­win­ders alles rei­nen Lust­prin­zips, sie ist es, die nach Nietz­sche „die jüngs­te aller Tu­gen­den ist, die da heißt ‚Red­lich­keit’“. Viel­leicht wird man dies be­den­kend, er­mes­sen, dass der, der Ver­stand über­all hin trägt, wohin über­haupt er sich tra­gen lässt, nicht auf der Flucht ist vor dem Ver­stand­dis­pa­ra­ten, son­dern viel­leicht hei­ßer und wahr­haf­ti­ger darum ringt, als der, der zwei­fels­frei leicht­fer­tig sei­ner In­tui­ti­on Glau­ben schenkt. Dass die Er­wä­gung nicht immer „Nüch­tern­heit“ ist, son­dern manch­mal tie­fe­rer Rausch als der allzu bil­li­ge, den der Ge­dan­ken­lo­se am Ber­ges­gip­fel er­lebt. Dass das Er­leb­nis des lo­gi­schen Den­kens nicht un­hei­li­ger ist als das eines ly­ri­schen Ge­dichts, so dass ich schlie­ßen will, ein Wort Beer-Hoff­manns über die Got­tes­sehn­sucht va­ri­ie­rend: Und näher sei­nem Trone steht mein Has­sen als alle Liebe sei­ner Che­ru­bim.“ (Psy­cho­ana­ly­se und Me­ta­phy­sik. Eine kri­ti­sche Un­ter­su­chung, in: Auf­sät­ze Band I, FfM 1985, 29) Max Hork­hei­mer ist dies­be­züg­lich ganz ähn­li­cher Auf­fas­sung, wenn er in sei­nem Auf­satz Zum Pro­blem der Wahr­heit in der Zeit­schrift für So­zi­al­for­schung IV/1935 etwa schreibt: „Von der Ent­schie­den­heit, mit der die Men­schen aus ihren Er­kennt­nis­sen Kon­se­quen­zen zie­hen, von der Auf­ge­schlos­sen­heit, mit der sie ihre Theo­ri­en der Wirk­lich­keit an­pas­sen und ver­fei­nern, kurz von der kom­pro­miss­lo­sen An­wen­dung der als wahr er­kann­ten Ein­sicht hängt zum gro­ßen Teil Rich­tung und Aus­gang der ge­schicht­li­chen Kämp­fe ab. […] Nicht ‚die‘ Ge­schich­te be­sorgt die Kor­rek­tur und wei­te­re Be­stim­mung der Wahr­heit, so dass nun das er­ken­nen­de Sub­jekt aus dem Be­wusst­sein her­aus, dass auch seine dif­fe­ren­zier­te Wahr­heit, wel­che die an­de­ren auf­ge­ho­ben in sich ent­hält, nicht die ganze sei, bloß zu­zu­se­hen brauch­te, son­dern die Wahr­heit wird vor­wärts­ge­trie­ben, indem die Men­schen, die sie haben, un­beug­sam zu ihr ste­hen, sie an­wen­den und durch­set­zen, ihr gemäß han­deln, sie gegen alle Wi­der­stän­de aus zu­rück­ge­blie­be­nen, be­schränk­ten, ein­sei­ti­gen Stand­punk­ten zur Macht brin­gen. Der Pro­zess der Er­kennt­nis schließt eben­so­sehr das reale ge­schicht­li­che Wol­len und Han­deln wie das Er­fah­ren und Be­grei­fen ein. Die­ses kann ohne jenes gar nicht vor­wärts­kom­men. […] Nietz­sche hat ge­sagt, eine große Wahr­heit ‚will kri­ti­siert, nicht an­ge­be­tet sein‘. Dies gilt für die Wahr­heit über­haupt. Er hätte hin­zu­fü­gen kön­nen, dass zur Kri­tik nicht bloß das ne­ga­ti­ve skep­ti­sche Mo­ment, son­dern eben­so­sehr die in­ne­re Un­ab­hän­gig­keit [also die an­ge­streb­te Reife bzw. Au­to­no­mie, die der Freud­schen Psy­cho­ana­ly­se vor­schwebt, P.W.] ge­hört, das Wahre nicht fal­len zu las­sen, son­dern in sei­ner An­wen­dung fest zu blei­ben, wenn­gleich es ein­mal ver­ge­hen mag. Zum Pro­zess der Er­kennt­nis ge­hört beim In­di­vi­du­um nicht bloß In­tel­li­genz, son­dern auch Cha­rak­ter und bei einer Grup­pe nicht bloß An­pas­sung an die wan­deln­de Rea­li­tät, son­dern die Kraft, ihre ei­ge­nen An­sich­ten und Ideen zu be­haup­ten und durch­zu­set­zen.“
  14. Als da wären, auf der Ob­jekt­sei­te: die Exis­tenz einer geis­tun­ab­hän­gi­gen Welt, die für den mensch­li­chen Geist er­kenn­ba­re Qua­li­tä­ten, Struk­tu­ren und Kau­sa­li­tä­ten auf­weist, sowie auf der Sub­jekt­sei­te: das allen Men­schen glei­cher­ma­ßen zur Ver­fü­gung ste­hen­de Ver­mö­gen der (einen, un­teil­ba­ren) Ver­nunft.
  15. Meera Nanda: Cau­tio­na­ry Tales from the Third World. Against so­ci­al De(con)struc­tion of Sci­ence, Month­ly Re­view März 1997, 1–20. Kurz­ver­si­on, nach der im Fol­gen­den auch zi­tiert wird, on­line unter: https://​www.​andrew.​cmu.​edu/​course/​76-​101AA/​readings/​nanda.​htm
  16. Bha­ra­tiya Ja­na­ta Party ist eine in­di­schen Hin­du-Volks­par­tei und stellt ge­gen­wär­tig die Re­gie­rung.
  17. Etwa der „Ke­ra­la Sas­tra Sa­hi­tya Pa­ris­had (KSSP) with 40,000 ac­tive mem­bers and ne­ar­ly 1500 sci­ence clubs in small towns and vil­la­ges in the state of Ke­ra­la. There are many other sci­ence-ba­sed, con­scious­ness rai­sing groups, some of them re­co­gni­zed na­tio­nal­ly for their in­no­va­ti­ve edu­ca­tio­nal me­thods in sci­ence, es­pe­cial­ly the cen­tral-In­dia based Ekla­vya and the now clo­sed Kis­hore Bha­ra­ti, which in 1972 for­med the nu­cleus of the Hos­han­ga­bad Sci­ence Teaching Pro­gram (HSTP), a pro­gram that has now spre­ad to more than 500 schools.“
  18. Über den Ver­bre­cher Gan­dhi ist in die­ser Zeit­schrift von Peter Sie­mio­nek in der Nr. 53/2007 be­reits alles Nö­ti­ge zu­sam­men­ge­tra­gen wor­den. Ver­blüf­fend ist, dass selbst eine hart­ge­sot­te­ne An­ti­im­pe­ria­lis­tin wie Arund­ha­ti „blame the West“ Roy in jüngs­ter Zeit auch am Hei­li­gen­schein die­ses Na­tio­nal­hel­den mas­siv kratzt. So hat sie bspw. das Vor­wort zu dem letz­tes Jahr bei Verso neu auf­ge­leg­ten sehr le­sens­wer­ten und wich­ti­gen Buch An­ni­hilati­on of Caste von B.R. Am­bed­kar ge­schrie­ben, dem his­to­ri­schen Ge­gen­spie­ler Gan­dhis, der mit der Schrift 1936 das Kas­ten­sys­tem und den Hin­du­is­mus scharf at­ta­ckiert hat. Siehe in die­sem Zu­sam­men­hang bspw. auch ihren Ar­ti­kel hier: http://www.​pro​spec​tmag​azin​e.​co.​uk/​features/​indias-​shame
  19. Bar­nes, B., D. Bloor, and J. Henry: Sci­en­ti­fic Know­ledge: A So­cio­lo­gi­cal Ana­ly­sis, Chi­ca­go 1996.
  20. Es kann durch­aus vor­kom­men, dass ver­schie­de­ne Theo­ri­en zu einem ge­ge­be­nen Zeit­punkt um die Be­schrei­bung und Er­klä­rung des­sel­ben Phä­no­men­be­reichs kon­kur­rie­ren, doch wird sich auf lange Sicht die­je­ni­ge durch­set­zen, die über eine grö­ße­re Er­klä­rungs­tie­fe als die kon­kur­rie­ren­den ver­fügt, also er­klä­ren kann, warum an­de­re Theo­ri­en die fal­schen An­nah­men ma­chen, die sie ma­chen, oder wes­halb diese auch zu den ent­spre­chen­den fal­schen Schluß­fol­ge­run­gen kom­men, zu denen sie kom­men. Mar­xens Kri­tik des Fe­ti­schis­mus, der der bür­ger­li­chen klas­si­schen als auch neo-klas­si­schen Öko­no­mie­theo­rie sowie dem hand­lungs­an­lei­ten­den All­tags­be­wusst­sein der Men­schen un­ter­liegt, ist hier bes­tes Bei­spiel. In die glei­che Rich­tung zielt auch eine Be­mer­kung Al­bert Ein­steins: „The de­ve­lop­ment of phy­sics has shown that at any given mo­ment, out of all con­ceiva­ble con­struc­tions, a sin­gle one has al­ways pro­ved its­elf de­ci­ded­ly su­pe­ri­or to all the rest. No­bo­dy who has re­al­ly gone de­eply into the mat­ter will deny that in prac­tice the world of pheno­me­na uni­que­ly de­ter­mi­nes the theo­re­ti­cal sys­tem, in spite of the fact that there is no lo­gi­cal bridge bet­ween pheno­me­na and their theo­re­ti­cal prin­ci­ples. […] Can we ever hope to find the right way? Nay, more, has the right way any exis­tence outs­ide our il­lu­si­ons? […] I an­s­wer wi­thout he­si­ta­ti­on that there is, in my opi­ni­on, a right way and that we are ca­pa­ble of fin­ding it.“ (Ein­stein: Ideas and Opi­ni­ons, New York 1954, 226, 274, zit. nach Carl Rat­ner: Macro Cul­tu­ral Psy­cho­lo­gy. A po­li­ti­cal phi­lo­so­phy of mind, Ox­ford/New York 2012, 79)
  21. K. Ger­gen/M. Ger­gen: Toward a cul­tu­ral con­struc­tio­nist psy­cho­lo­gy. In M. Hil­de­brand-Nils­hon, C.W. Kim, D. Pa­pa­do­pou­los (Hg.): Kul­tur (in) der Psy­cho­lo­gie: über das Aben­teu­er der Kul­tur in der psy­cho­lo­gi­schen Theo­ri­en­bil­dung. Hei­del­berg, 2002, 47–64.
  22. Ger­gen/Ger­gen 2002, 51 zit. nach Rat­ner 2012, 35 f.
  23. Fre­de­rik Stjern­felt: Se­cu­la­rism is a Fun­da­men­ta­lism! The Back­ground to a Pro­ble­ma­tic Claim, In Telos 148 (Fall 2009)
  24. „Man hat mit der Tat­sa­che zu rech­nen, dass bei allen Men­schen de­struk­ti­ve, also an­ti­so­zia­le und an­ti­kul­tu­rel­le Ten­den­zen vor­han­den sind und dass diese bei einer gro­ßen An­zahl von Per­so­nen stark genug sind, um ihr Ver­hal­ten in der Ge­sell­schaft zu be­stim­men. Die­ser psy­cho­lo­gi­schen Tat­sa­che kommt eine ent­schei­den­de Be­deu­tung für die Be­ur­tei­lung der mensch­li­chen Kul­tur zu. Konn­te man zu­nächst mei­nen, das We­sent­li­che an die­ser sei die Be­herr­schung der Natur zur Ge­win­nung von Le­bens­gü­tern und die ihr dro­hen­den Ge­fah­ren lie­ßen sich durch eine zweck­mä­ßi­ge Ver­tei­lung der­sel­ben unter den Men­schen be­tei­li­gen, so scheint jetzt das Schwer­ge­wicht vom Ma­te­ri­el­len weg auf’s See­li­sche ver­legt. Es wird ent­schei­dend, ob und in­wie­weit es ge­lingt, die Last der den Men­schen auf­er­leg­ten Trie­bop­fer zu ver­rin­gern, sie mit den not­wen­dig ver­blei­ben­den zu ver­söh­nen und dafür zu ent­schä­di­gen.“ (Die Zu­kunft einer Il­lu­si­on, 328)
  25. J.A. Schü­lein: Das Ge­sell­schafts­bild der Freud­schen Theo­rie, Frank­furt 1975, 173.
  26. Freud: Ges. Werke VIII, 109
  27. Freud: Die Zukunft.​einer Il­lu­si­on, Ges. Werke, XIV, 328 f. bzw. 330.
  28. T.W. Ador­no: Ve­blens An­griff auf die Kul­tur, 1977, Ges. Schrif­ten 10.2, 95
  29. Ders.: Ein­lei­tung zum Po­si­ti­vis­mus­streit, 1969, Ges. Schrif­ten 8, 347. Das Pro­blem ist näm­lich nicht ein zu­viel, son­dern ein zu­we­nig an Ra­tio­na­li­tät (im Sinne eines In­ter­es­ses aller), wes­halb es Hork­hei­mer und Ador­no auch darum ging, alle Ar­gu­men­te der Ge­gen­auf­klä­rung zur Stär­kung der Auf­klä­rung zu ver­wen­den: „Die Dia­lek­tik der Auf­klä­rung, die in der Tat den Preis des Fort­schritts, all das Ver­der­ben mit­be­nen­nen muss, das Ra­tio­na­li­tät als fort­schrei­ten­de Na­tur­be­herr­schung be­rei­tet, wird ge­wis­ser­ma­ßen zu früh ab­ge­bro­chen, nach dem Mo­dell eines Zu­stands, des­sen blin­de Ge­schlos­sen­heit den Aus­weg zu ver­sper­ren scheint. Krampf­haft, wil­lent­lich wird ver­kannt, dass das Zu­viel an Ra­tio­na­li­tät, über das zumal die Bil­dungs­schicht klagt und das sie in Be­grif­fen wie Me­cha­ni­sie­rung, Ato­mi­sie­rung, gern auch Ver­mas­sung re­gis­triert, ein Zu­we­nig an Ra­tio­na­li­tät ist.“ (Ver­nunft und Of­fen­ba­rung, Ges. Schrif­ten 10.2, 611)
  30. T.W. Ador­no: Me­ta­phy­sik. Be­griff und Pro­ble­me, FfM 2006 [1965], 200
  31. Ders.: Ne­ga­ti­ve Dia­lek­tik, Ges. Schrif­ten 6, 1966, 389
  32. Ders.: Zur Lehre von der Ge­schich­te und von der Frei­heit, Frank­furt 2006, 202
 http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web70-3.html

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.
Romantic sucks.
 The reality is always stronger than illusions.
 A delusion is characterized by increasing loss of reality, and can be attested to today’s leaders in Germany and the mass media. Loss of reality describes the mental state of a person who is not (any longer) be able to understand the situation in which it is located. So you are ruled by madmen and manipulated by the mass media.
Totalitarianism can only be defeated if one has the courage to call things by their right names, just as they are. Political correctness prevents it promotes totalitarianism and political cowardice and political lie.
The Extinction: Islam is like the sun, who comes too close to him, will burn itself and will flare the rest of the world with him.
Islam does not want any submission! Islam wants victory, destruction and annihilation.

Sind wir du, seid ihr es, oder sind sie uns? Die vertauschten Opfer

dreibilder

Die vertauschten Opfer

Von Pascal Bruckner

perlentaucher.de, 23.02.2015.

Der Begriff der Islamophobie verfolgt drei Ziele: Er erklärt Kritik an Religion zu Rassismus. Er will die Diskriminierung von Muslimen dem Antisemitismus gleichstellen. Und er pocht auf einen Status der Singularität, den er dem Holocaust neidet.
„Etwas Neues war im Gange: eine neue Intoleranz zog auf. Sie verbreitete sich über den Erdball, doch niemand wollte es wahrhaben. Ein neues Wort war erfunden worden, um den Blinden ihre Blindheit zu lassen: Islamophobie. Die militanten Misstöne im gegenwärtigen Gepräge dieser Religion zu kritisieren, war Bigotterie. Phobische Menschen hatten extreme und irrationale Ansichten, also waren sie schuld und nicht das Glaubenssystem, das sich mehr als einer Milliarde Anhänger weltweit rühmen konnte.“
(Salman Rushdie, „Joseph Anton“, zitiert nach der deutschen Ausgabe, C.Bertelsmann Verlag, Seite 393) Im Jahr 1910 veröffentlichte Alain Quellien, französischer Mitarbeiter im Kolonialministerium die Schrift „La politique musulmane dans l’Afrique Occidentale“1. Das an Fachleute gerichtete Werk ist eine moderate Lobrede auf die „praktische und nachgiebige“ Religion des Korans, die von den Eingeborenen besser angenommen werde als das Christentum, das „zu kompliziert, zu abstrakt, zu streng für die schlichte und materialistische Mentalität des Negers“ sei. Der Autor stellt fest, dass der Islam die europäische Herrschaft durch seine zivilisierende Art begünstigt, die Völker „vom Fetischismus und unwürdigen Praktiken“ abbringt und möchte darum dem Vorurteil ein Ende bereiten, das diesen Glauben der Barbarei und dem Fanatismus gleichsetzt. So geißelt er die „Islamophobie“, die unter dem kolonialen Personal grassiere: „Loblieder auf den Islam zu singen ist ebenso einseitig wie ihn geradewegs zu verunglimpfen“. Man müsse ihn im Gegenteil tolerieren und unvoreingenommen behandeln. Alain Quellien spricht hier als ein um die öffentliche Ordnung besorgter Beamter. Scharf kritisiert er den europäischen Hang, einen Glauben zu verteufeln, der den Frieden im Kolonialreich aufrechterhält, was auch immer er sich für – in seinen Augen unbedeutende – Verfehlungen zu schulden kommen lasse, darunter Sklaverei und Polygamie. Da der Islam der beste Verbündete des Kolonialismus sei, müsse man die Gläubigen vor dem unheilvollen Einfluss moderner Ideen schützen und ihre Art zu leben wie auch ihre Überzeugen respektieren.Ein anderer Kolonialbeamter, der in Dakar lebende Maurice Delafosse, schrieb zur gleichen Zeit: „Was auch immer diejenigen behaupten mögen, die Islamophobie als ein Prinzip unserer Verwaltung ansehen, Frankreich hat von den Muslimen in Westafrika nicht mehr zu fürchten als von den Nicht-Muslimen… Die Islamophobie hat in Westafrika also keine Berechtigung, während Islamophilie, das heißt die Bevorzugung von Muslimen, zu Misstrauen bei den nicht-muslimischen Bevölkerungsgruppen führen würde, die nun mal viel größer sind.“2 Die Begriffe existierten wahrscheinlich bereits, bevor die beiden Kolonialbeamten sie verwandten, sonst hätten sie sie nicht mit solcher Selbstverständlichkeit benutzen können. Dennoch wurden sie abgesehen von einigen Forschern bis zum Beginn der achtziger Jahre selten gebraucht, als sie sich nach der islamischen Revolution von 1979 in Teheran nach und nach in ein politisches Instrument verwandelten. In seiner Bedeutung schwankend, auf der Suche nach seinem Sinn, kann der Begriff der „Islamophobie“ zwei verschiedene Dinge meinen: Entweder Kritik am Islam oder die Diskriminierung der Anhänger des Korans. Ein Wort gehört nicht demjenigen, der es zuerst gebraucht hat, sondern denen, die es neu erfunden haben, um seinen Gebrauch populär zu machen. Als Neuankömmling auf dem semantischen Feld des Antirassismus will dieser Begriff einen dreifachen Ehrgeiz befriedigen: das Prinzip der Unantastbarkeit, das Prinzip der Äquivalenz und das Prinzip der Austauschbarkeit.
1. Das Prinzip der Unantastbarkeit

 

Bei einem Istanbuler Treffen im Oktober 2011 fordert die OIC, die Organisation für Islamische Zusammenarbeit, die durch Hillary Clinton und Catherine Ashton vertretenen westlichen Länder auf, dem Grundrecht der Meinungsfreiheit Grenzen zu setzen, sofern es den Islam und seine negative Darstellung als einer Religion betrifft, die Frauen unterdrücke und einen aggressiven Bekehrungseifer an den Tag lege. Finanziert von einem Dutzend Staaten, die selbst ungeniert Juden und Christen verfolgen, will die Organisation Kritik am Islam zu einer international von den höchsten Instanzen anerkannten Straftat machen. Erstmals 2001 in Durban aufgebracht, wurde diese Forderung beinahe jedes Jahr erneuert. 2007 erklärte der UN-Sonderberichterstatter über den Rassismus, Doudou Diene, in seinem am 14. September dem Menschenrechtsrat in Genf vorgelegten Bericht die Islamophobie zu einer der „schwerwiegendsten Formen der Diffamierung von Religionen“ überhaupt. Im März 2007 hatte der Menschenrechtsrat diese Art der Diffamierung schlicht und einfach dem Rassismus gleichgesetzt und gefordert, jede Verächtlichmachung von Propheten und religiösen Symbole zu verbieten, und den Zionismus als eine Form der rassistischen Diskriminierung und der Apartheid zu verurteilen. Doppelter Ehrgeiz also: Zunächst den Westen zum Schweigen bringen, der sich dreier Hauptsünden schuldig gemacht hat: des Kolonialismus, der Laizität und der Gleichheit von Mann und Frau. Vor allem aber ein Werkzeug schmieden, um die liberalen Muslime im Innern unter Kontrolle zu bringen, die es wagen, ihren Glauben zu kritisieren und eine Reform der Familienpolitik verlangen. Und die eine ganze Reihe von Forderungen stellen: Gleichheit zwischen den Geschlechtern, Recht auf Apostasie und Konversion, Recht, nicht an Gott zu glauben, nicht am Ramadan teilzunehmen, nicht den Ritualen zu folgen.

Diese Renegaten will man gegenüber ihren Mitgläubigen anprangern, sie als von kolonialer Ideologie verblendet darstellen, um jede Hoffnung eines Aufstands in der Welt des Korans zu verhindern. Und all das mit den Weihen der nützlichen Idioten von links und rechts, die stets auf der Pirsch nach einem neuen Rassismus sind und glauben, mit dem Islam das letzte unterdrückte Subjekt der Geschichte gefunden zu haben. Seit zwanzig Jahren sehen wir der Fabrikation eines neues Meinungsdelikts zu, das dem der „Volksfeinde“ in der einstigen Sowjetunion gleicht. Und man will jene jungen Frauen stigmatisieren, die sich vom Schleier befreien und mit bloßem Haupt und ohne Scham durch die Straßen gehen wollen, die den Mann heiraten wollen, den sie lieben, und nicht den, der ihnen aufgezwungen wird. Man will jene Franzosen, Deutschen und Engländer türkischer, pakistanischer, maghrebinischer, afrikanischer Herkunft mundtot machen, die für sich das Recht religiöser Gleichgültigkeit in Anspruch nehmen und ihr Leben ohne bedingungslose Ergebenheit gegenüber der Ursprungsgemeinschaft führen wollen. Kurz gesagt, das Problem wird von einer intellektuellen, individuellen oder theologischen auf die Ebene des Strafrechts verlegt, jeder Einspruch oder Vorbehalt kann geahndet werden. Der Bann triff auch die universitäre Welt, wie der Streit zwischen dem Mediävisten Alain de Libera und dem Historiker Sylvain Gouguenheim beweist, der als „islamophober Gelehrter“ gehandelt wurde, weil er in seinem Werk die Rolle der Araber bei der Überlieferung des antiken Wissens als minimal bezeichnet hatte.3 Was eine schlichte fachliche Meinungsverschiedenheit hätte bleiben müssen – für den Laien schwierig bis in die Tiefe zu verfolgen -, verwandelte sich in Inquisition, Kabale und Hexenjagd. Und natürlich wurde Gouguenheim beschuldigt, aus der extremen Rechten zu stammen und einen ungeheurlichen Rassismus an den Tag zu legen, indem er den Anteil der Muslime an der Entstehung des europäischen Geistes geringschätzte.

Bleibt ein Mysterium: Die Wandlung von Religion in Rasse, denn die erneute neue Einteilung der Welt in Rassen scheint nach einem halben Jahrhundert das wohl verblüffendste Resultat der Kämpfe gegen Diskriminierung, die stets von neuem das Unheil schaffen, von dem sie sich befreien wollen. Die Operation ist heikel, steht aber kurz vorm Gelingen: Eigentlich dachten wir, dass universelle Religionen wie der Islam oder das Christentum viele Völker umfassen und sich nicht auf eine Ethnie beschränken lassen. Nun aber stellt der Begriff der Islamophobie eine Verschmelzung zwischen einem Glaubenssystem und seinen Gläubigen her. Ein Angriff auf den Islam entwürdigt also die Muslime, Kritik am Christentum entwürdigt die Christen.

Doch Gehorsam zu verweigern, Dogmen abzulehnen, die man für absurd oder falsch hält, ist die Basis jedes intellektuellen Lebens: Müsste man dann nicht auch von einem antikapitalistischen Rassismus sprechen, einem antiliberalen, einem antimarxistischen? In einer demokratischen Ordnung haben wir das Recht, einen Glauben in seiner Gesamtheit abzulehnen, ihn als irreführend, rückwärtsgewandt und verdummend zu beurteilen. Schlagendes Gegenbeispiel: Obwohl die christlichen Minderheiten in der islamischen Welt verfolgt, getötet, zum Exodus getrieben werden, spricht niemand von Christianophobie, wie es Mitarbeiter der Uno vorgeschlagen haben. Als täuschten uns die Sinne: Es fällt uns schwer, uns das Christentum nicht als eine Religion der Eroberung und der Intoleranz vorzustellen, dabei ist sie heute, zumindest im Nahen Osten und bis Pakistan, eine der Märtyrer. Man kann in Frankreich, dem Land antiklerikaler Tradition, Moses, Jesus und den Papst lächerlich machen, sie in allen, selbst den groteskesten und obszönsten Posen zeigen, aber man darf nicht über den Islam lachen, will man nicht den Zorn eines Volkstribunals auf sich ziehen.4 Unter allen großen Religionen soll allein der Islam von Spott und Schmähung ausgenommen sein. Was für eine Anmaßung.

Und hier kommt der befremdlichste Aspekt der ganzen Geschichte ins Spiel: Ein Teil der amerikanischen und europäischen Linken hat sich zur Verteidigung dieses rückwärtsgewandten Islams mobilisieren lassen. Man könnte das die neobolschewistische Bigotterie der verirrten Anhänger des Marxismus nennen. Die Linke, die alles verloren hat, die Arbeiterklasse und die dritte Welt, klammert sich an diese Illusion: Der Islam, zur Religion der Armen erhoben, wird für die desillusionierten Kämpfer zur letzten Utopie, zum Ersatz für Kommunismus und Entkolonialisierung. In der Kategorie des Subjekts der Geschichte treten die Muslime, Mudschaheddin oder Dschihadisten an die Stelle der Proletarier, Verdammten dieser Erde, Guerilleros. Die Staffelübergabe trug sich wohl im Jahr 1979 zu, als der Sturz des Schahs Intellektuelle wie Michel Foucault oder Jean Baudrillard zu enthusiasmierten Kommentaren inspirierte. Die Rückkehr Gottes auf die Bühne der Geschichte entwertete die marxistischen und antikolonialistischen Schemata. Schluss mit den mühsamen Analysen über Klassenkampf und antiimperialistische Schlachten. Der Glaube mobilisierte die Massen stärker als die Ablehnung des Kapitalismus oder die Hoffnung auf den Sozialismus. Von nun an verkörpert der Korangläubige die Sehnsucht nach Gerechtigkeit auf Erden. Nun stellt er sich gegen die Ordnung der Dinge, überschreitet Grenzen, weitet den Horizont. Karl Marx‘ Opium fürs Volk wird zur unerlässlichen Zutat für die Erneuerung des Menschengeschlechts.

Weg mit dem Feminismus, der Gleichheit von Mann und Frau, dem rettenden Zweifel, dem kritischen Geist, mit allem, was traditionell zu einer fortschrittlichen Position gehörte. Diese Haltung bringt eine unerschütterliche Ehrfurcht für alle muslimische Rituale und Praktiken mit sich, besonders für den islamischen Schleier, der buchstäblich vergöttert wird, so dass für einige Kommentatoren eine Muslimin, die sich aus Überzeugung nicht verschleiert, nur eine Verräterin sein kann, eine Harkie, die sich an die Kolonialbehörden verkauft hat.5 Man könnte sich hier noch länger mit der islamfreundlichen Linken befassen, der Hoffnung einer revolutionären Randgruppe auf den Islam als Speerspitze eines „heiligen Kriegs“ gegen den globalen Kapitalismus, wie einst in Baku 1920, als die bolschewistischen Führer, darunter Sinowjew, an der Seite der Panislamisten zum Dschihad gegen den westlichen Imperialismus aufriefen.6 Nehmen wir zum Beispiel diese Überlegung eines Philosophieprofessors: Es sei „statistisch erwiesen, dass rassistische, xenophobe, islamophobe Meinungen unter Weißen weiter verbreitet sind als unter Nicht-Weißen … Man muss auch wissen, dass die muslimischen Befragten deutlich progressiver eingestellt sind als der Rest der Bevölkerung, was Fragen des Sozialstaats, der Verteilung von Reichtum, des Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit betrifft, und dass schließlich 93 Prozent der Muslime in Frankreich bei den Wahlen im Mai 2012 für den sozialistischen Kandidaten gestimmt haben“.7 Seltsame Reflexion die selbst ins rassistische Klischee führt, denn sie verknüpft politische Meinungen mit Hautfarben oder Religionen.

 

2. Das Prinzip der Äquivalenz



1978 erinnerte Edward Said in seinem „Orientalismus“-Buch an Karikaturen der westlichen Presse nach dem Krieg von 1973, die Araber mit Hakennasen an Zapfsäulen darstellten: „Eindeutig Semiten“. Die verbreitete antisemitische Abneigung sei still und heimlich von den Juden auf die Araber übergegangen, daher glichen sich die Bilder.8 Die Islamfeindlichkeit des christlichen Abendlands sei mit dem Antisemitismus gleichgezogen und speise sich aus der selben Quelle. Der Philosoph Enzo Traverso erklärte, dass „die Islamophobie für den neuen Rassismus die Rolle spielt, die einst dem Antisemitismus zukam“: die Ablehnung des Einwanderers, der seit der Zeit des Kolonialismus als der Andere wahrgenommen wird, als Eindringling und Fremdkörper, der sich nicht in die nationale Gemeinschaft fügt – und das Gespenst des Terrorismus ersetzt das des jüdischen Bolschewismus. „So gesehen schreibt sich die Islamophobie gänzlich in das ein, was wir die antijüdische Gedächtniskammer nennen könnten … ein ganzes Repertoire aus Stereotypen, Bildern, Orten, Vorstellungen und Stigmatisierungen, das eine Wahrnehmung transportiert, einen stabilen, in sich homogenen Diskurs erzeugt. Diese Diskurspraxis ist also fähig zu einem Objekt-Transfer: Antisemitismus hat sich in Islamophobie verwandelt.“9 Weitere Symbole: Bereits 1994 gingen junge Muslime auf die Straße, um gegen das Verbot des islamischen Kopftuchs zu protestieren: Sie trugen eine Armbinde, die gelb auf schwarzem Grund den islamischen Halbmond zeigte und eine offenkundige Anspielung auf den gelben Stern war, den die Juden während der Besatzung tragen mussten. Damit einher ging die Frage: Wann sind wir an der Reihe? Und als islamistische Aktivisten, die der Sympathie für die algerischen FIS verdächtigt wurden, im Sommer 1994 in einer Kaserne im Norden Frankreichs festgesetzt wurden, brachten sie an den Mauern des Gebäudes sofort ein Transparent an, auf dem „Konzentrationslager“ stand.

Tariq Ramadan, der fundamentalistische Prediger aus der Schweiz und ehemalige Berater von Tony Blair, erklärte, dass die Situation der Muslime in Europa jener der Juden in den dreißiger Jahren gleiche. Welche Koinzidenz: 2014 ist 1933. Kritik am Islam, mangelnder Respekt für seine liturgische Integrität sind schon erste Schritte in der Vorbereitung eines neuen Holocaust. Und Wissenschaftler wie James Pasto, Jonathan M. Hess und Gil Anidjar versuchen, die Konstruktion des „jüdischen Problems“ und des „muslimischen Problems“ zusammenzudenken: Das christliche Europa, betont Gil Anidjar, konstruierte seinen Feind aus dem Araber und dem Juden, das heißt aus dem Verhältnis, das Europa zugleich zu Arabern und Juden unterhält“10. Ernest Renan machte Edward Said zufolge beim Aufbau der orientalistischen „Wissenschaft“ die semitischen Thesen stark, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts vom Historiker August Ludwig von Schlozer eingeführt wurden. Laut Said enthalten Renans Arbeiten über die semitischen Sprachen geradezu „eine Enzyklopädie der rassischen Vorurteile gegenüber Semiten (das heißt gegenüber Muslimen und Juden)“11. Zwischen dem Aufbau Europas und der Islamophobie bestehe also ein ähnlicher Zusammenhang wie einst zwischen der politischen Judenfeindlichkeit und dem Aufbau der Staatsnationen in Europa. (Shlomo Sand)12. Das entstehende Europa stößt demnach die Muslime als Fremdkörper aus und verweigert ihnen jegliche Legitimität und Gleichheit.

Woher dieses leidenschaftliche Bemühen, Antisemitismus und Islamophobie auf die gleiche Stufe zu stellen? Oder anders gefragt: Warum will heute jeder Jude sein, sogar und vor allem die Antisemiten? Um über diese Phantasmagorie den Status des Unterdrückten zu erlangen, denn in Europa haben wir ein christliches Bild von den Juden, das aus ihnen die Gekreuzigten par excellence macht. Und natürlich will man die kleinsten Konflikte auf das Niveau eines neuaufgelegten Kampfes gegen den Nazismus erheben und die kleinste Kritik an den Muslimen dem Rechtsextremismus gleichstellen. So versuchen Fundamentalisten für ihren Glauben den Passierschein immerwährender Immunität zu erlangen. Ganze Gruppen verbarrikadieren sich in einer Festung der Identitäten, um die mangelnde Integration zu rechtfertigen. So wie der Antisemitismus sein Objekt überlebt, indem er mangels jüdischer Präsenz zur Not auch „Goi“ zu Juden erklärt, so stellen sich manche Völker, Gruppen oder Minderheiten mit ihrer Sehnsucht, Juden anstelle der Juden zu sein, in eine scharfe Konkurrenz um das Privileg der Auserwähltheit. In der Regel unterscheidet man zwei größere Typen des Antisemitismus: den religiösen, der sich aus dem Christentum speist und dem jüdischen Volk vorwirft, Christus getötet zu haben und trotz der Offenbarung des Evangeliums in seinem Irrglauben zu verharren; und den nationalistischen, der die staatenlosen Minderheiten als Ferment der Unreinheit anprangert, an dem das Wohlergehen des Volkes Schaden nehmen könnte.

Diesen beiden klassischen Vorurteilen muss man seit 1945 eine dritte, überraschende Spielart an die Seite stellen: den Neid auf die Juden als Opfer, seit der Shoah Inbegriff des Unglücks. Vorbild und Hemmnis zugleich, besetzen sie eine Position, die von Rechts wegen den Afrikanern, Schwarzen, Palästinenser, Arabern, Russen zusteht. Das jüdische Leid ist zum Richtmaß geworden und die Shoah das Urereignis, von dem aus Verbrechen gegen die Menschlichkeit gedacht und verurteilt werden. Doch den Genozid sehen diese neuesten Bewerber auf den gelben Stern in einem krassen Widerspruch nicht als Gipfel der Barbarei, sondern als Gelegenheit, sich durch Unglück auszuzeichnen und einen ewigen Anspruch auf Immunität zu erwerben. Daher die ungeheure Karriere des Begriffs: sich selbst zum Opfer eines neuen Holocausts zu erklären, heißt vor allem, das grellste Licht auf sein eigenes Schicksal zu lenken, aber es heißt auch, sich das größtmögliche Unglück unter den Nagel zu reißen, sich zu seinem einzigen legitimen Eigentümer zu erklären und die anderen Menschen auszuschließen.

Hier wird ein symbolischer Kampf um einen heiß begehrten Markt ausgefochten: den des Antirassismus. Oder anders formuliert: Der Antisemitismus nährt sich aus seiner eigenen Zurückweisung, er flammt nicht trotz des jüdisches Leidens immer wieder auf, sondern gerade wegen dieses Leidens, um es sich so oder so anzueignen. Es sieht ganz so aus, als wollte man den Juden das Privileg auf Vernichtung streitig machen und ausrufen: „Auschwitz, das sind wir!“ Daher die Ambivalenz der Holocaustleugnung, die die Shoah den Juden nur wegnimmt, um sie anderen Gruppen, anderen Völkern zuzuschieben, die sie mehr verdienen: den Afrikanern, den Palästinensern, den Muslimen. Die Toten werden ausgetauscht, nicht das Ereignis.


3. Das Prinzip der Austauschbarkeit

 

Die Shoah ist zu einem monströsen Objekt der Begierde geworden: Nicht als Abscheulichkeit schlägt sie alle in den Bann, sondern als ein perverser Schatz, aus dem sich jeder nach Belieben bedienen zu können glaubt. Statt die Öffentlichkeit für eine ungeheure Schandtat zu sensibilisieren, haben wir eine perverse Metaphysik des Opfers alimentiert. Daher der Eifer, dem Club anzugehören und diejenigen zu vertreiben, die sich bereits darin befinden. So forderte etwa Sir Iqbal Sacranie, bis 2006 Generalsekretär des Muslimischen Rats in Großbritannien, den (der Shoah vorbehaltenen) Holocaust Memorial Day durch einen Genocide Day zu ersetzen: „Die Botschaft des Holocausts, das ‚Nie wieder!‘, ist nur dann von Nutzen, wenn sie umfassender wird. Sie darf nicht eine Diskriminierung des menschlichen Lebens bedeuten. Die Muslime fühlen sich verletzt und ausgeschlossen durch die Tatsache, dass ihr Leben nicht denselben Wert haben soll wie diejenigen, die ihres im Holocaust verloren haben.“13 Kurz: Es ist Zeit für einen Opferaustausch. In der Weltmeisterschaft der Opfer sollen die Muslime die Juden ersetzen, zumal letztere nicht nur ihr Anrecht auf den Titel verloren haben, sondern mit der Gründung des Staates Israel auch noch zu Kolonialherren geworden sind.

Die Idealisierung der Juden nach dem Krieg bereitete ihrer späteren Verunglimpfung den Weg, oder anders gesagt, mit der Stilisierung der Muslime als den neuen Juden ging automatisch die Stilisierung der Israelis als die neuen Nazis einher. Es gibt den guten Juden des Gestern, ewig verfolgt und in der Diaspora, sowie den bösen Juden, den herrischen und rassistischen im Nahen Osten. Wie es Enzo Traverso so treuherzig zum Ausdruck brachte: Einst kämpften Juden und Schwarze als Verbündete zusammen gegen Faschismus und Kolonialismus, doch dann verließen die Juden die „Linien der Farbigen“ und wurden „Weiße“, also Unterdrücker!14 Der wahre Jude trägt heute Kefije und spricht Arabisch, der andere ist nur ein Hochstapler, der sich einen Titel anmaßt, doch „die moralische Erhabenheit des Märtyrers“ (Peguy) schon lange verloren hat. Um noch ein Zitat zu bringen, eines von Hunderten oder Tausenden, ein Interview, das der frühere Diplomat Stéphane Hessel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Januar 2011 gegeben hat: „Die deutsche Besatzung war, wenn man sie zum Beispiel vergleicht mit der heutigen Besetzung von Palästina durch die Israelis, eine relativ harmlose, von Ausnahmen abgesehen wie den Verhaftungen, Internierungen und Erschießungen, auch vom Raub der Kunstschätze.“ Wenn also Juden unterdrücken oder besetzen, dann verwandeln sie sich nicht nur sofort in Nazis, sondern sie agieren auch noch schlimmer als die Nazis, keine halbe Sachen! Wenn erst einmal das Prinzip der Äquivalenz von Judäophobie und Islamophobie durchgesetzt ist, kann man auch das Prinzip der Entsorgung angehen: eine subtile, aber effektive Methode der symbolischen Enteignung. Jetzt sind wir an der Reihe, sagen die Fundamentalisten. Auf diese Art kann sich der Islam als Gläubiger der gesamten Menschheit präsentieren: Wir sind ihm etwas schuldig für die erlittenen Qualen seit den Kreuzzügen, die Erniedrigung des Kolonialismus, die Besetzung Palästinas durch die Zionisten und schließlich für das schlechte Image, unter dem die Religion des Propheten leidet.15 Bei ihm müssen wir die moralische Schuld abtragen, die wir bis dahin den Juden erbracht haben.

Wie kann man auf diese semantische Erpressung reagieren? Zunächst, indem man sich nicht in der Schuld irrt, die im übrigen nicht zurückzuzahlen, sondern anzuerkennen und als Verantwortung in Erinnerung zu rufen ist. Europa hat eine Schuld gegenüber den Juden, die seine Geschichte seit den Ursprüngen begleitet. Der Islam ist Teil der französischen und europäischen Landschaft, er hat daher ein Recht auf unsere Sympathie, auf die Freiheit des Kultus, den Schutz des Staates, auf anständige Gebetshäuser und auf Respekt. Unter der Bedingung dass er selbst die Regeln der Republik und der Laizität respektiert und für sich weder einen außerordentlichen Status reklamiert noch spezielle Rechte, wie die Befreiung der Mädchen vom Schwimmen und Sport, getrennten Unterricht oder bestimmte Begünstigungen und Privilegien. Schutz der Gläubigen, sicher, aber auch Schutz der Ungläubigen, der Apostaten, Skeptiker; Unterstützung für die Dissidenten des Islams, wie ich es bereits vor zehn Jahren vorgeschlagen habe, und freie Auslegung der Doktrin wie es im Christentum, im Judentum oder im Buddhismus möglich ist. Der Begriff der Islamophobie zielt auf akademische Würden, um einen Status zu erlangen, der den anderen Religionen vorenthalten wird: den Status der Ausnahme. Alle großen Glaubensrichtungen hätten dann Pflichten, ausgenommen der Islam, der das Recht bekäme, bleiben zu dürfen, wie er ist. Er soll in seiner Unveränderlichkeit erstarren, während doch zugleich die arabisch-islamische Welt, zumindest in Tunesien und Ägypten, gegen seine strengen Dogmen und seine Macht rebelliert. Die am wenigsten tolerante Religion fordert zudem das außerordentliche Privileg, nicht in Frage gestellt zu werden, es sei denn, man möchte sich des Rassismus bezichtigen lassen. Religiöse Verfolgung von Muslimen ist selbstverständlich unzulässig und muss bestraft werden. Aber unter der Bedingung, dass dies auch für Christen, Juden, Hindus und Buddhisten in den islamischen Ländern gilt. Soll der Islam auf unserem Boden zur Normalität werden, dann muss er genau den gleichen Status bekommen wie die anderen Konfessionen: weder bornierte Verteufelung (es gibt nichts Dümmeres als den „Apéro mit Wein und Wurst“, den die identitären Gruppen verfechten) noch blinde Verehrung. Der Fanatismus spricht stets in der Sprache der Menschenrechte und kleidet sich in das Gewand des Opfers, um seine Forderungen durchzusetzen. Wie das alte Sprichwort sagt: Auch der Teufel zitiert gern die Heilige Schrift.

In dieser Hinsicht befinden sich die großen Religionen seit einem Jahrhundert in Trauer um ihre einstige Größe. Sie sind nur mehr eine unter anderen und machen die schreckliche Erfahrung der Vielfalt. Genau dieses Gefühl beschleicht einen, wenn man in Europa oder den USA in eine beliebige Großstadt kommt und in ihr von einem Stadtteil in den anderen spaziert, an unzähligen Kirchen vorbei, katholisch, evangelisch, baptistisch, an Synagogen, hinduistischen Tempeln und Pagoden, artig aneinandergereiht wie bei einer Parade. Zeichen der Bigotterie? Vor allem eines zivilen Friedens und der stillen Koexistenz der verschiedenen Ausdrucksformen des Göttlichen. „Gibt es nur eine Religion, dann herrscht die Tyrannei; gibt es zwei, herrscht ein Krieg der Religionen; gibt es viele, hält die Freiheit Einzug.“ (Voltaire) Das Beste, was man sich für den Islam wünschen kann, ist weder die „Phobie“ noch die „Philie“, sondern die wohlwollende Gleichgültigkeit auf dem Markt der Spiritualität, der allen Gläubigen offen steht. Doch gerade diese Indifferenz wollen die Fundamentalisten nicht. Sie würde bedeuten, dass der Islam ein Monotheismus unter vielen ist, in ihren Augen eine unerträgliche Feststellung. Er sieht sich nicht als Erbe früherer Bekenntnisse, sondern als Nachfolger, der in ihre Rechte tritt. Er will nicht anderen gleichgestellt sein, denn er ist ihnen allen überlegen. Genau das ist das Problem!

Pascal Bruckner

Aus dem Französischen von Thekla Dannenberg

Der Text erschien im Französischen zuerst in der Revue des deux Mondes, Mai 2014, wir danken Pascal Bruckner für die Nachdruckgenehmigung.

1Alain Quellien,la politique musulmane dans l’Afrique occidentale, I9IO, Gallica, BNF

2 Maurice Delafosse, Revue du monde musulman, Jahrgang XI, Nr. V, I9IO, S. 57. Zitiert in Abdellali Hajjat und Marwan Mohammed, Islamophobie, La découverte, 2013, Seite 73 ff.

3Sylvain Gouguenheim, Aristote au Mont Saint Michel. Les racines grecques de l’Europe chrétienne,Le Seuil,2008

4In Frankreich betrafen laut einer Stastitik des Innenministeriums von 2013, die antireligiösen Taten, Schändungen von Friedhöfen und Gotteshäusern, die Beleidigungen und Hakenkreuz-Schmiererein in der Mehrheit die Christen, auch wenn sie proportional gegenüber Juden und Muslimen anstiegen.

5Der „Philosoph“ Pierre Tevenain vergleicht das Gesetz von 2004, das den Schleier an Schulen verbietet, mit der von der Ehefrau des französischen Militärkommandanten, Madame Salan, organisierten Zeremonie vom 13. Mai 1958 in Algier, bei der muslimische Frauen auf einem Podium vorgeführt wurden, um als Zeichen der Emanzipation ihren Schleier zu verbrennen. Pierre Tevanian, La haine de la religion. La Découverte, Cahiers Libres, 2013, Seite 116. Die Streiterinnen von „Ni Putes ni soumises“ wären demnach den Aushilfstruppen des Algerienkrieges vergleichbar, den einheimischen Truppen im Dienste der französischen Armee!

6Zitiert nach Pierre Tevanian, siehe oben, Seite 115

7Pierre Tevanian, siehe oben, S. 66-67

8Edward Saïd, L’Orientalisme, L’Orient crée par l’Occident, Le Seuil,I980, S. 319

9Enzo Traverso, La fin de la modernité juive, Histoire d’un tournant conservateur

10Zitiert in Abdellali Hajjat, Morwan Mohammed, siehe oben, S. 185. Gil Anidjar, The Jew, The Arab, A History of the ennemy, Stanford University Press 2003

11Zitiert in „Islamophobie“, Seite I88. Der Autor selbst distanziert sich von dieser Hyptothese.

12Shlomo Sand, From Juedophobia to Islamophobia, Jewish Quarterly, 2 Juillet 2010, S. 194

13Zu den Opfern des arabisch-islamischen Genozids zählt Sir Iqbal Sacranie die Palästinenser und die Iraker, aber auch die Kurden, die bei den Giftgasangriffen von Saddam Hussein ums Leben kamen. Sir Iqbal Sacranie hat auch nach der Fatwa gegen Salman Rushdie erklärt, dass der Tod eine zu milde Strafe für Rushdie sei und er bis an sein Lebensende gefoltert gehöre.

14Enzo Traverso, Les Juifs et la ligne de couleur. In: De quelle couleur sont les Blancs sous la direction de Sylvie Laurent und Thierry Leclère, La Découverte, Paris, 2013, S. 253-261

15Siehe zum Beispiel die Islamophobia Studies Journal, Herbst 2012, eine Publikation der Universität Berkeley, und darin der Artikel von Ramon Grosfoguel, The multiple faces of islamophobia.

http://www.perlentaucher.de/essay/die-vertauschten-opfer.html

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.
Romantic sucks.
 The reality is always stronger than illusions.
 A delusion is characterized by increasing loss of reality, and can be attested to today’s leaders in Germany and the mass media. Loss of reality describes the mental state of a person who is not (any longer) be able to understand the situation in which it is located. So you are ruled by madmen and manipulated by the mass media.
Totalitarianism can only be defeated if one has the courage to call things by their right names, just as they are. Political correctness prevents it promotes totalitarianism and political cowardice and political lie.
The Extinction: Islam is like the sun, who comes too close to him, will burn itself and will flare the rest of the world with him.
Islam does not want any submission! Islam wants victory, destruction and annihilation.

Flöten-Adolf

Ein Insider-Handbuch zur wichtigsten Story der Welt

Blick auf die Welt - von Beer Sheva aus

Das englische Original von Matti Friedman wurde gestern auf Tablet veroeffentlicht.

Bis Mitternacht habe ich den Text ins Deutsche uebersetzt. Ich habe versucht, Tablet und Matti Friedman zu erreichen, um mir eine Genehmigung fuer die Uebersetzung zu holen. Bis jetzt habe ich noch keine Antwort erhalten.

Die Veroeffentlichung des uebersetzten Texts geschieht also unter Vorbehalt. Notfalls muss ich ihn wieder aus dem Blog loeschen.

Ein Insider-Handbuch zur wichtigsten Story der Welt

Ein ehemaliger AP Korrespondent erklärt wie und warum Reporter Israel missverstehen und wieso das etwas ausmacht

Die Israel-Story

Blieb irgendetwas zu Israel und dem Gazastreifen noch ungesagt? Diesen Sommer sind die Zeitungen voll davon. Fernsehzuschauer sehen Trümmerhaufen und Wolkensäulen schon im Schlaf. Ein repräsentativer Artikel aus der jüngsten Ausgabe des „The New Yorker“ beschriebt die Ereignisse dieses Sommers, indem er je einen Satz für den Horror in Nigeria und in der Ukraine verwendet, vier Sätze für die fanatischen Völkermörder…

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