Kategorie-Archiv: Mut

Angela Merkel mit Helene Fischer in Missionarsstellung / Angela Merkel with Helene Fischer in Missionary Position

kamasutra
Das Phänomen Helene Fischer und was es mit Angela Merkel zu tun hat

Von Matthias Heitmann

Helene Fischers „Vielseitigkeit“ offenbart neben der unbestreitbaren gesanglichen Qualität der Entertainerin vor allem eines: ein breites wie tiefes Desinteresse für Inhalt und Bedeutung.

Weihnachten bot die perfekte Gelegenheit für einen riskanten Selbstversuch: Noch nie hatte ich eine „Helene-Fischer-Show“ gesehen, mich noch nie diesem Phänomen bewusst ausgesetzt. Nach etwa eineinhalb Stunden überkam mich eine Art sinnliches Taubheitsgefühl, der Eindruck der Übersättigung und Verwirrung, sodass ich schon befürchtete, den Kern des Helene-Fischer-Prinzips nicht mehr entdecken zu können – bis mir plötzlich bewusst wurde: Genau diese Taubheit, erzeugt durch eine Überdosis an wahllos aneinandergereihten musikalischen Stilwechseln, macht den Kern dieses Prinzips aus!

Schöne und Biest
Jelena Petrowna Fischer – so lautete der Geburtsname der aus Sibirien stammenden Spätaussiedlerin – bietet Stoff für grandiose Märchen. Und nicht nur Stoff, sie stellt auch gleich das Personal. Sie kann die unschuldige blonde Schönheit verkörpern, die einfach nur durch ihren Gesang Freund und Feind verzaubert und der niemand etwas Böses wollen kann. Sie kann aber auch auf Knopfdruck die böse Hexe spielen, die sich dafür rächt, dass ihr als staatlich anerkannter Musicaldarstellerin von einer Karriere im Musical-Business ab- und stattdessen die Schlager-Szene angeraten wurde, und sie nun den Menschen die Sinne raubt, sie mit ihrem sirenenartigen Gesang verführt und verwirrt und unrettbar in ihren Bann zieht. Wahrscheinlich liegt auch bei Helene Fischer die Wahrheit irgendwo zwischen diesen Extremen. Und möglicherweise trägt die Tatsache, dass sie sowohl zur Heldin als auch zur Hexe taugt, nicht unwesentlich zu ihrem einzigartigen Erfolg bei. Es bedarf maximal eines Kostümwechsels, eine von Fischers einfachsten Übungen.

Um nicht missverstanden zu werden: Die 30Jährige kann sehr gut singen, tanzen und performen. Rein äußerlich und fachlich gibt es nichts Gravierendes an ihr auszusetzen. Sie wirkt freundlich, respektvoll und dankbar, hat ein Herz für Kinder und engagiert sich gegen Kinderprostitution. Auch künstlerisch eckt sie nicht an, sie ist aber gleichzeitig auch mutig und spult in ihren Shows ein beachtliches Pensum ab. Ihre Fans lieben an ihr nicht zuletzt ihre außergewöhnliche Vielseitigkeit sowie ihre Offenheit, was Musikstile anbelangt. Und in der Tat: In ihrer Show singt Helene Fischer alles, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. In der an Weihnachten 2014 ausgestrahlten Show weicht der Schlager alsbald dem Musical, das wiederum von einem Metal-Klassiker abgelöst wird, bevor sie im Duett Udo Jürgens diesen fast zu Tränen rührt. Schon im nächsten Moment ist sie Teil eines Comedy-Sketches, dessen artigen Applaus sie am Ende nutzt, um schon wieder in das nächste Kostüm zu schlüpfen und den nächsten abrupten Stilbruch anzustimmen. Und Fischer wagt sich auch an Koryphäen: Die Rockgruppe Queen gibt ihr die Ehre und singt gemeinsam mit ihr ein Lied. Dies war übrigens der Moment, an dem sich bei mir der Verdacht regte, dass der Helene-Fischer-Effekt in Wirklichkeit nicht auf reiner „Vielseitigkeit“ basiert, sondern hier irgendetwas anderes vor sich geht.

Von der Vielseitigkeit zur Beliebigkeit
Dabei ist es nicht so, dass Helene Fischer nicht dazu geeignet wäre, Musical oder Rock-Balladen zu singen. Sie kann es zweifellos, immerhin hat sie eine dreijährige Ausbildung an der Stage & Musical School in Frankfurt absolviert. Das Interessante aber ist: Helene Fischer interpretiert keine Musikstile, sie nimmt sie in Besitz. Wenn sie Rockmusik oder Swing singt, hat man nicht das Gefühl, dass sie in das jeweilige Genre und in dessen Lebensgefühl eintaucht; eher fühlt es sich an wie das Gegenteil: Fischer „rockt“ und „swingt“ nicht, vielmehr werden Rock und Swing „gefischert“. Einerseits könnte man nun sagen: Fischer ist nicht nur vielseitig, sondern auch zutiefst tolerant, da sie in ihren Shows nahezu aller Stilrichtungen bedient – was ja letztlich auch der Grund ist, warum sie sowohl von Teenies als auch von Eltern und Großeltern geliebt wird. In geradezu naiver Unschuld scheint sie Musik einfach als das zu betrachten, was sie in ihren Augen ist: eine Folge von Harmonien, Klängen und Melodien, die zum Singen und Tanzen einladen, ganz gleich, wie alt sie sind, woher sie kamen und was sie einmal bedeuteten.

Für mich fühlt und hört sich Helene Fischer nicht vielseitig an, im Gegenteil: Es ist ganz gleich, was sie singt, es klingt immer und in allererster Linie nach Helene Fischer. In ihrer Liebe zur Musik und ihrer Bereitschaft, sich nahezu jeder Musik zuzuwenden und sie als gleichberechtigte Melodien zu behandeln, betreibt sie Gleichmacherei – wahrscheinlich sogar, ohne das zu wollen. Aber das ziel-, ordnungs- und somit auch sinnfreie Potpourri, mit dem sie ihr Publikum in ihrer mehrstündigen Show beglückt, macht es nahezu unmöglich, eine andere Botschaft im Gedächtnis zu behalten als: Helene Fischer kann alles singen, was jemals komponiert wurde.

Entkernte Musik
Dabei ist gerade auch in der Musik das Verständnis von inhaltlichen Zusammenhängen, aber auch von stilistischen Entwicklungslinien und bewussten Abgrenzungen wichtig, um ihrer Seele gewahr zu werden. Rockmusik hätte nicht entstehen können, wenn es nicht vorher den Jazz gegeben hätte. Genauso wenig wie Musik eine bloße Aneinanderreihung von Tönen ist, so ist Musikgeschichte eine zufällige Aneinanderreihung von frei im Raum schwebenden Ideen und Stilrichtungen. Musik ist der historisch-spezifische Ausdruck von individuellen wie auch gesellschaftlichen, aufeinander aufbauenden Gefühlslagen, Stimmungen und Sichtweisen, aber auch vom jeweiligen Umgang mit Regeln und Traditionen. Kurz gesagt: Musik spiegelt immer auch den Zeitgeist wider. Nimmt man diesem Spiegelbild aber die zeitliche Dimension, läuft man Gefahr, ihm auch den eigenen Geist zu nehmen. Was bleibt, ist Verwirrung – und die Konzentration auf den Interpreten.

Gerade weil Musik aber immer Ausdruck des Zeitgeist ist, wurde die Rockmusik, als sie entstand, von den älteren Generationen verabscheut und als „Bedrohung für das Abendland“ angesehen: Diese Musik entsprach dem Lebensgefühl der damaligen jungen Generation, es roch nach Revolte, nach Schweiß, nach Ausbruch, nach Wildheit und Erotik – anders formuliert: Ja, das Abendland sollte tatsächlich – zumindest ein Bisschen – ins Wanken geraten und zum Einsturz gebracht werden.

Helene Fischer schwitzt nicht, sie versprüht auch weder Wildheit noch Ekstase oder gar Revolte und Erotik. Ihre „Personality“ ist so perfekt stilisiert, dass sie keiner Wandlung mehr zu bedürfen scheint. Fischer nimmt der Musik, die sie singt, ihre eigentliche Bedeutung – und dies gerade dadurch, dass sie Musik eben nur als Aneinanderreihung von Tönen betrachtet und nicht als Ausdruck von unterschiedlichen Kulturen und Subkulturen, man könnte auch sagen: „Parallelgesellschaften“. Fischer verhilft diesen Kulturen nicht zu ihrem Recht, sondern sie entkernt sie, verwischt alle Unterschiede und reduziert sie auf den kleinsten gemeinsamen Nenner singbarer Seichtheit.

Das mag, wenn professionell arrangiert, eine gute Strategie sein, um an einem Feiertagsabend in alter „Wetten-dass…?-Manier“ mehrere Generationen für eine kurze Zeit um das öffentlich-rechtliche Lagerfeuer zu vereinen, da für jeden etwas dabei ist. Andererseits ist ein solcher Gebrauch von Musik für viele, die mit Musik so etwas verbinden wie kulturelle Weltanschauungen und sie als Ausdrucksform von echten Passionen und tiefen Überzeugungen erspüren und zelebrieren, ein schmerzhafter Missbrauch.

Dies ist aber natürlich kein Aufruf, nicht mehr mit Musikstilen zu experimentieren. In der Kunst ist aus guten Gründen der Handwerker-Leitsatz, demzufolge der Schuster besser bei seinen Leisten bleibt, außer Kraft gesetzt. Alles ist erlaubt, und alles hat seine Daseinsberechtigung. Und tatsächlich gibt es grandiose stilistische Fremdgänger oder Genre-Hopper, die nicht nur Grenzen überwanden, sondern so auch neue Stile entwickelten. Freddy Mercurys Liebe zur Oper beispielsweise gipfelte in fantastischen Duetten mit der spanischen Opernsängerin Montserrat Caballé, so u.a. im Song „Barcelona“ von 1987, der 1992 zur inoffiziellen Hymne der Olympischen Sommerspiele in der katalanischen Stadt wurde.

Ob Mercury indes auch mit Helene Fischer gesungen hätte, wage ich zu bezweifeln. Wahrscheinlich hätte ihm bei all ihrer Professionalität eine Prise Echtheit gefehlt, die ein solches Duett für ihn interessant gemacht hätte. Diesen Zweifel spürten vielleicht auch Mercurys noch lebende Band-Kollegen, weshalb sie dem kurzen gemeinsamen Auftritt mit Fischer noch einen eigenen Auftritt ohne sie folgen ließen. Gut zu wissen, dass „Queen“ auch ohne Freddy nicht ganz so tief gesunken ist.

Kastriertes Crossover
Es ist alles erlaubt im künstlerischen Bereich, schließlich existiert ja kein Konsumzwang. Dasselbe gilt auch für die Musik- und Kulturkritik, aber auch für alle anderen Kritiken. Auch Kritik an Helene Fischer bzw. am Helene-Fischer-Phänomen ist erlaubt. Sich in dieser Kritik am Menschen oder seinen gesanglichen Fähigkeiten aufzuhalten, ist zwar populär und auch üblich, wäre aus meiner Sicht zu kurz gegriffen und zudem auch ungerecht. Helene Fischer ist eine außergewöhnlich gute Sängerin, und es ist in einer freien Gesellschaft ebenfalls statthaft, mit Florian Silbereisen liiert zu sein. Dass Fischer extrem erfolgreich ist, taugt ebenfalls nicht zur Angriffsfläche, vorausgesetzt, man möchte sich nicht einfach nur auf billige Kommerzkritik beschränken. Fischer trifft wie kaum jemand sonst den Nerv der Zeit. Sie weiß, dass ihr Erfolgsrezept funktioniert: Sie muss einfach nur Helene Fischer bleiben und singen, was man ihr vorschlägt.

Vor 30 Jahren wäre sie mit diesem Modell wohl noch grandios gescheitert – womöglich wäre dieses Konzept so aber gar nicht entstanden. Mitte der 80er-Jahre hätte sich eine ernsthafte Schlagersängerin weder an Punk- noch an Rockmusik herangetraut. Und dies nicht nur, weil ihr ihre Fangemeinde das nicht gedankt hätte, sondern auch, weil sich hinter Musikstilen noch stärker verankerte und inhaltlich positionierte kulturelle Standpunkte, wenn nicht sogar kulturell, aber auch politisch definierte Parallelgesellschaften verbargen. Wer Punkrock mochte, hasste Schlager und umgekehrt. Außerhalb beißender Parodien war beides nicht vereinbar – nicht, weil beide Stilrichtungen hinsichtlich ihrer Komplexität weit auseinanderlagen, sondern wegen ihrer jeweiligen gesellschaftlichen Verankerungen.

Heute bekommt Helene Fischer bekommt stehende Ovationen bei Jung und Alt, wenn sie in ihrer Show ihren Hit „Atemlos“ in einem Medley mit nicht weniger als 14 Stilrichtungen präsentiert und dabei wie selbstverständlich auch eine Hardcore-Sequenz einbaut. Dabei tut sie etwas ganz anderes wie Heino: Wenn sich der 76jährige Schlagersänger gemeinsam mit der Rockband Rammstein beim Wacken Open Air auf die Bühne traut, riskiert er etwas: Er spielt mit den Gegensätzen und vollzieht den bewussten Stilbruch. Helene Fischer zieht die Risikolosigkeit vor, zudem ist ihr Stilbrechen eine eher bewusstlose Tat, ohne Konsequenzen und ohne Erinnerungswert.

Badengehen in der Konsens-Suppe
Dass Fischer Melodien einfach nur wie verwendbares Gesangsmaterial behandelt und jeglichen kulturell-historisch-politischen Kontext von Musik beiseiteschiebt, ist allein weder neu noch eine Aufregung wert. Dass sie dafür als vielseitig und multikulturell und integrativ gelobt wird, liegt am heutigen Zeitgeist: Wir leben nicht in einer Epoche, die sich durch knallharte und trennscharfe Positionen, Identitäten und Kulturen auszeichnet. Standpunkte werden nicht mehr bis ins Kleinste ausdiskutiert und auseinander dividiert, man bleibt eher pauschal und an der Oberfläche, aber dadurch auch wenig profiliert und überzeugend. Anstatt Unterschiede zu definieren und zu erklären, ist es zeitgemäßer, grundlegende Gemeinsamkeiten herauszustellen, die jedem Individuum eine begrenzte Freiheit der Selbstgestaltung ermöglichen, aber freilich, ohne ernsthaft aus dem Rahmen zu fallen. Große Ideen und weltbewegende Ideale sind heute ebenso wenig en vogue wie sich hierum entwickelnde, in sich geschlossene, schlüssige und von sich überzeugte kulturelle oder politische Identitäten.

Im gesellschaftlichen Stillstand und angesichts des Fehlens eindeutiger Polaritäten differenzieren sich Stile nicht mehr wirklich aus, sondern tendieren eher dazu zu verschwimmen. Das gilt für die kulturelle Welt in ähnlicher Weise wie für die politische Welt. Während Angela Merkel der Inbegriff der konfliktscheuen Konsenspolitik ist, verkörpert Helene Fischer das Kollabieren von einstigen kulturellen Identitäten im stehenden Gewässer moderner Stagnation. Was in diesem Mischmasch übrigbleibt, ist allein die Person. Helene Fischer ist gewissermaßen die hohe Priesterin der „Großen Koalition der populären Musik“, in der eine „Hitparade“ im Radio auch wieder „Schlagerparade“ heißen kann, ohne dass ernsthaft dagegen rebelliert wird.

Es gibt also gute Gründe dafür, das Helene-Fischer-Phänomen nicht zu mögen. Die Sängerin ist das Aushängeschild einer bedauerlichen inhaltlichen wie kulturellen Verengung, die entsteht, wenn vormals Gegensätzliches und Auseinanderstrebendes die eigene Dynamik verliert, sich nach innen kehrt, aufeinander fällt und somit Unterschiede und Abweichungen zu Nebensächlichkeiten und Plattitüden zerquetscht. Kaum eine deutsche Künstlerin symbolisiert diese Entwicklung so perfekt wie Helene Fischer – verantwortlich für den Kollaps der Stile ist sie indes nicht. Sie singt es nur.

Matthias Heitmann ist freier Autor. Im Frühjahr erscheint im TvR Medienverlag sein Buch „Zeitgeisterjagd“. Seine Website findet sich auf www.zeitgeisterjagd.de.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_phaenomen_helene_fischer_und_was_es_mit_angela_merkel_zu_tun_hat

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They want 1984, we want 1776

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Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindlichen Bomben regnete und bemerkte: „Wie alles Deutsche, stark übertrieben.„<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Are you ready for the 2015?

Ready for the 2015

Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands
Hörspiel in 12 Teilen

Peter Weiss entwickelte eine Ästhetik, die sich gegen Unterdrückung jeder Art richten sollte.

Die Ästhetik des Widerstands, das in den Jahren von 1971 bis 1981 entstandene erzählerische Hauptwerk des Schriftstellers Peter Weiss, gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen Romanen der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts. Im Zentrum des fast eintausend Seiten umfassenden Triptychons, das die Geschichte des Scheiterns sozialistischer Ideale und Kämpfe und das Ausgeliefertsein des Individuums in totalitären Zeiten abbildet, steht die Person eines fiktiven deutschen Widerstandskämpfers. Dieser Ich-Erzähler verlässt als Jugendlicher 1937 Berlin und gelangt über die Tschechoslowakei, Spanien und Paris nach Schweden. Da wie dort wird er Zeuge der Widerstandskämpfe gegen Nazideutschland und der Machtkämpfe innerhalb der Kommunistischen Partei. „Wer ist dieses Ich? Ich selbst bin es.“

Zu hören auf:

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/hoerspiel-und-medienkunst/hoerspiel-weiss-aesthetik-widerstand-100.html

Sendungsinfo

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (1/12) – Der Altar

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (2/12) – Der Traum

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (3/12) – Der Vater

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (04/12) – Spanien

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (05/12) – Guernica

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (06/12) – Im Exil

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (07/12) – Der Auftrag

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (08/12) – Brecht

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (09/12) – Die Mutter

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (10/12) Der Untergrund

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (11/12) Plötzensee

Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstands (12/12) Die Ausgesetzten

Peter Weiss, geb. 1916 in Nowawes (heute Potsdam). Sohn eines jüdischen Textilfabrikanten ungarischer Herkunft und einer deutschen Schauspielerin. Deutsch-schwedischer Schriftsteller, Maler, Filmemacher und Illustrator. 1934 Tod der Schwester Margit und Emigration über London nach Prag. Studium der Malerei an der Prager Kunstakademie. 1938 Aussiedlung über die Schweiz ins Exil nach Schweden. Trotz Annahme der schwedischen Staatsbürgerschaft bleibt das Gefühl des nicht Dazugehörens. Durch intensiven Briefwechsel mit seinem Idol Hermann Hesse Bestärkung zur künstlerischen Arbeit. In den 30er – 40er Jahren vorrangig Beschäftigung mit expressionistischer Malerei. Ab den 50er Jahren erste kleinere Erfolge als Experimentalfilmer. 1960 Durchbruch mit Der Schatten des Körpers des Kutschers und Aufnahme in die Künstlerverbindung Gruppe 47. Auf die surrealistische Prosa folgen politische Werke analytisch-dokumentarischen Charakters. Zentral ist dabei die vergangenheitspolitische Aufarbeitung Europas in der Kunst. Weiss propagiert, Kunst und Leben nicht zu trennen. 1982, im Jahr seines Todes, sollte Weiss mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt werden, er erhält die Auszeichnung posthum.

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Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

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Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

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Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

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If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

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If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

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The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

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Das Feld, das russische Feld: Joseph Brodsky und Alexander Sergejewitsch Puschkin über Ukraine, Nikita Mikhailkov über Vladimir Putin / Field, Russian field: Nikita Mikhailkov’s speech on Vladimir Putin, Joseph Brodsky and Alexander Sergejewitsch Puschkin about Ukraine / Поле, русское поле: Никита Михалков о Владимире Путине, Иосиф Бродский и Александр Сергеевич Пушкин об Украине (german, english, russian)

Eltville 2012 © by Julian S. Bielicki 120x80cm oil in canvas

Eltville 2012 © by Julian S. Bielicki 120x80cm oil in canvas

Das Feld, das russische Feld: Joseph Brodsky und Alexander Sergejewitsch Puschkin über Ukraine, Nikita Mikhailkov über Vladimir Putin.

 

In Zeiten der Globalisierung würde man denken, daß Menschen versuchen Andere zu verstehen. Von wegen! Ganz und gar nicht, der menschliche Idiot versucht gar nicht, andere zu verstehen, denn dazu müßte er sich informieren, wie die Tatort-Kommissare immer sagen, nach allen Seiten und ergebnissoffen ermitteln, dazu ist aber der menschliche Idiot, der moderne Tartuffe, zu faul und zu unfähig, denn er hat nur gelernt Andersdenkende mit einem Meinungs-Lynch-Mob medial mundtot zu machen. Zuzuhören, nachzufragen, sich zu informieren, in Folge eigene Meinung zu bilden und eventuell zu ändern, das alles ist ihm zu stressig, dafür hat er keine Geduld, das springt nicht sofort aus seinem App heraus, da hat er nicht sofort einen kognitiven Samenerguss, dann macht er das auch nicht. Allmähliches Erarbeiten von etwas verschwindet immer mehr, alles muß sofort passieren. Schwarzbrot hat keine Konjunktur, alles muß mundgerecht kleingeschnitten geliefert werden, das moderne Gehirn will nur noch schnell Hapa-Hapa machen. Aber sofort passiert nur Blödsinn, sofort kann man nur in die Hose machen, deswegen geht es den meisten auch beschissen.

Ich versuche es aber Mal, hier etwas zu erklären, was nicht sofort einsichtig sein wird, sondern erst allmählich, in der resignierten Hoffnung, das es doch vielleicht jemand macht. Kauen, meine ich.

Also, Rußland ist in Allermunde, nun versucht Mal Rußland etwas zu verstehen.

Versucht Menschen zu verstehen, für die das Wichtigste in ihrem Leben das Feld ist. Huch?Ja, Sie haben es richtig verstanden. Das Feld. Das russische Feld. Dieses Feld wird in Russland geliebt und besungen, „Das russische Feld“ ist eins der bekanntesten russischen Lieder. Hier können Sie es hören:

Sehen Sie bitte auch „Weisse Naechte des Brieftraegers Alexei Trjapizyn“ / “Белые ночи почтальона Алексея Тряпицына” / „The Postman’s White Nights“

und lesen Sie die Rede von Nikita Mikhailkov über Vladimir Putin, und jeweils ein Gedicht über Ukraine, von Joseph Brodsky und von Alexander Sergejewitsch Puschkin.

Und dann überlegen Sie, wie Sie sich mit Menschen verständigen, für die ihr russisches Feld so wichtig ist. Und die sich ihr russisches Feld nicht von irgendwelchen dahergelaufenen ukrainischen Nazis und westlichen Neocons samt ihrer Nato-Merkel und Flintenuschi versauen lassen wollen. Der langsam daherbrabbelnde Steinmeier ist ihnen dagegen egal.

Damit haben Sie für das kommende Wochenende genug zu tun! Viel Spaß! JSB

 

Worte Inna Goff, Musik von Jan Frenkel

 

Das Feld, das russische Feld,

es scheint der Mond oder der Schnee fällt,

Glück und Schmerz mit Dir verbunden,

nein, mein Herz vergisst Dich in 100 Jahren nicht.

Russischess Feld, russisches Feld,

wie viele Wege ich gehen musste,

Du bist meine Jugend, Du bist mein Wille,

das was geschah,

was im Leben geschah.

Dir gleichen weder Wälder noch Meere,

Du bist bei mir, mein Feld,

Ein hoher Wind weht kühl,

Hier ist mein Vaterland,

Ich sage es, ohne es zu verstecken,

Grüße Dich, russisches Feld,

Ich bin Dein kleiner Halm,

Das Feld, das russische Feld,

obgleich ich schon lange ein Stadtmensch bin,

Geruch vom Wermutkraut,

Regenschauer im Frühling

Plötzlich nässen mich mit

Vergangener Wehmut durch.

Das russische Feld,

das russische Feld,

ich, wie Du, lebe durch die Erwartung,

ich glaube dem Schweigen,

wie einem Versprechen,

an dunklem Tag

sehe ich das Grauen.

Dir gleichen weder Wälder noch Meere,

Du bist bei mir, mein Feld,

Ein hoher Wind weht kühl,,

Hier ist mein Vaterland,

Ich sage es, ohne es zu verstecken,

Grüße Dich, russisches Feld,

Ich bin Dein kleiner Halm.

Feld, das russische Feld…

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Field, Russian field: Nikita Mikhailkov’s speech on Vladimir Putin, Joseph Brodsky and Alexander Sergejewitsch Puschkin about Ukraine.

 

One might think that in these times of globalization, people would make efforts to understand one another. Yeah right! It’s absolutely not the case – the human idiot doesn’t even attempt to understand others, for that would require research things, in the same manner that crime scene investigators are supposed to, i.e. in all directions and open-ended. But the human idiot, being the modern hypocrite that he is, is much too lazy and unable, for all he was trained to do is to mediumistically silence the different-minded with a lynch mob of opinions. Listening, asking question, getting informed and in conclusion creating a personal opinion, or perhaps changing it, all that is too stressful, he has no patience for that.. It doesn’t jump right out of his app offering an immediate cognitive ejaculation, so consequently he has no interest in doing it. Gradual acquisition of something is in steady decline, everything is expected to happen right away. Brown loaf doesn’t comprise business activity, everything is to be delivered cut into little bite-sized portions, so that the modern brain may limit its action to a quick and easy yum-yum. However, rubbish is the only thing that happens immediately, wetting one’s pants is the only thing that can happen from one moment to another, which is why most people are doing quite shitty.

I will try to explain something here, which won’t immediately be perceived as insightful, but will in time, thus I’m doing this in the weary hope that maybe someone will indeed begin to do it. Chewing, that is.

So, everyone’s talking about Russia then try and understand Russia a little bit.

Try to understand people to whom their fields are the most important thing in life. Huh? Yeah, you got that right! The land. The Russian land. This land is beloved and sung about in adoration, “The Russian Land” is one of the most well-known Russian songs. You can hear it here:

Please also take a look at: „Weisse Naechte des Brieftraegers Alexei Trjapizyn“ / “Белые ночи почтальона Алексея Тряпицына” / „The Postman’s White Nights“

And read Nikita Mikhailkov’s speech on Vladimir Putin,

as well as poems about Ukraine: One by Joseph Brodsky and one by Alexander Sergejewitsch Puschkin.

And then think about how you communicate with people, to whom their Russian land is so incredibly important. And who won’t allow their Russian land to be butchered by some washed-up Ukrainian Nazis and western Neocons, including Nato-Merkel and Gun-Uschi. However, they don’t really ccare about that slow-babbling Steinmeier.

Now you have plenty to do this weekend! Have fun! JSB

 

THE TEXT OF THE SONG

Words Inna Goff, music of Jan Frenkel

 

Field, Russian field…

The moon shines or snow fall –

Happiness and pain associated with you,

No, do not forget your heart for ever.

Russian field, Russian field…

How many roads I had to walk!

You are my youth, you’re my will.

What happens, then, that in a life come true!

 

Does not compare with you or forest, or sea.

You’re with me, my field, the Studite the wind temple.

Here is my Motherland, and I will say openly:

„Hello, Russian field,

I’m your thin wisp!“

 

Field, Russian field…

Let me long time ago man-city

A smell of wormwood, spring showers

Suddenly would burn me the same longing.

Russian field, Russian field…

I, like you, expectation live –

Believe молчанью, as обещанью,

Overcast day I see the blue!

 

Does not compare with you or forest, or sea.

You’re with me, my field, the Studite the wind temple.

Here is my Motherland, and I will say openly:

„Hello, Russian field,

I’m your thin wisp!“

 

Field, Russian field…

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Поле, русское поле: Никита Михалков о Владимире Путине, Иосиф Бродский и Александр Сергеевич Пушкин об Украине.

 

Можно было бы предположить, что сейчас, в эпоху глобализации, люди станут прилагать усилия для налаживания взаимопонимания друг с другом. Ну да, конечно! Все совсем не так – человекообразные идиоты даже не пытаются понять других людей, потому что для этого им понадобилось бы проникнуть в суть вещей, провести скрупулезное исследование сродни работе следователя на месте преступления, т.е. работать одновременно во всех направлениях и принимать во внимание множество различных вариантов. Но человекообразный идиот, этот современный лицемер, каким он и является, слишком ленив и немощен, поскольку единственное, чему он обучен, – затыкать рот инакомыслящим с видом медиума и линчевать толпой противоположные мнения. Слушать, задавать вопросы, получать информацию и составлять или даже менять свое собственное мнение исходя из этого – это все слишком тяжело и на это ему не хватает терпения. Все это ему неинтересно, ведь гораздо проще получить готовое для восприятия решение, которое выпрыгнет, как чертик из табакерки. Неуклонно снижается интерес к постепенному восприятию и изучению, все должно происходить немедленно. Никаких огромных порции информации, все подается мелконарезанными порциями для усваивания за один раз, поэтому мозг современного человека может ограничить всю свою активность быстрым и простым пережевыванием. Но единственная информация, которую можно усвоить немедленно, – это всяческий хлам, а единственное немедленное действие – обмочить штанишки, поэтому большинство людей ведут себя, как настоящее дерьмо.

Я попытаюсь кое-что объяснить, нечто, чью ценность и поучительность вы осознаете со временем, а не прямо сейчас, поэтому я делаю это в смутной надежде, что хоть кто-нибудь действительно сделает это. Поразмыслите над этим.

Итак, все говорят о России, поэтому попробуйте понять Россию хотя бы немного.

Попробуйте понять людей, для которых их просторы являются самым важным в жизни. Что? Да, вы все прекрасно поняли! Земля. Русская земля. Эту землю любят и поют о ней с восхищением, «Русская земля» – одна из самых известных русских песен. Вы можете послушать ее здесь:

Пожалуйста, взгляните сюда:

 

И почитайте речь Никиты Михалкова к Владимиру Путину, а также стихи об Украине: одно, написанное Иосифом Бродским, а второе – Александром Сергеевичем Пушкиным.

 

А затем подумайте, как вы общаетесь с людьми, для кого русская земля чрезвычайно важна. И с теми, кто не хочет, чтобы на их русской земле устраивали резню украинские нацисты с промытыми мозгами или западные неоконсерваторы, включая НАТО-Меркель или милитариста-Уши. Однако, их не очень волнует тугодум и балобол Штайнмайер.

 

Теперь у вас есть чем заняться на этих выходных. Приятно провести время! ЮСВ

 

 

Автор текста (слов): Гофф, Инна Анатольевна, Композитор (музыка): Френкель, Ян Абрамович

 

Поле, русское поле,

Светит луна

Или падает снег,

Счастьем и болью

Связан с тобою,

Нет, не забыть тебя

Сердцу вовек.

Русское поле,

Русское поле,

Сколько дорог

Прошагать мне пришлось.

Ты моя юность,

Ты моя воля,

То, что сбылось,

То что в жизни сбылось.

Не сравнятся с тобой

Ни леса, ни моря,

Ты со мной, моё поле,

Студит ветер висок.

Здесь Отчизна моя

И скажу, не тая,

Здравствуй, русское поле,

Я твой тонкий колосок.

Поле, русское поле,

Пусть я давно

Человек городской,

Запах полыни,

Вешние ливни,

Вдруг обожгут меня

Прежней тоской.

Русское поле,

Русское поле,

Я, как и ты, ожиданьем живу.

Верю молчанью,

Как обещанью,

Пасмурным днём

Вижу я синеву.

Не сравнятся с тобой

Ни леса, ни моря,

Ты со мной, моё поле,

Студит ветер висок.

Здесь Отчизна моя

И скажу, не тая,

Здравствуй, русское поле,

Я твой тонкий колосок.

Здесь Отчизна моя

И скажу, не тая,

Здравствуй, русское поле,

Я твой тонкий колосок.

Поле, русское поле…

 

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Nikita S. Michalkow (Schauspieler, Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent) über Putin

Heute feiert unser Präsident Wladimir Putin seinen 55. Geburtstag. Ich weiß, dass manche der Meinung sind, es sei nicht sehr geschickt Äußerungen über einen Leiter auszusprechen. Ich aber fürchte mich auf keinem Fall, weil ich überzeugt bin, dass sehr viele Menschen in unserem Land, dem Präsidenten ihr Leben anvertrauend, heute ehrlich sagen mögen, dass dieser Mensch einen wirklichen Einfluss auf ihrem Leben gehabt hat.

Ich bringe wenig Verständnis für die Regierung von Boris Jelzin auf, aber zwei Handlungen aus seinem Leben haben mich sehr getroffen. Die erste Handlung kam am 12. Juli 1990 an der 28. Sitzung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion vor. Dieser Mensch, von Macht überwältigt, nahm auf einmal seine Parteiausweis in die Hand und legte ihn auf den Tisch nieder. Das macht den Menschen rücksichtslos, da er sich nicht vorstellt, womit das alles enden könnte. Und die zweite Handlung, die mich auch stürzte, kam am Sylvester 1999 vor, als Boris Jelzin eine Neujahrsansprache aufnahm und dabei seinen freiwilligen Rücktritt aus der Politik und die Übergabe der Macht Wladimir Putin meldete. Solch eine Tat war in der Geschichte unseres Landes fast nie vorkommen. So passierte es, dass nur Stunden vor dem Beginn des Jahres 2000, ein komplett neuer Mensch zum Kreml angekommen ist.

Was war ihm befallen? Lassen Sie uns einfach eine kurze Zeitreise zu den Tagen unternehmen in einem Versuch, die Gefühle dieses Menschen, auf dessen Schultern solch ein Kreuz gelegt wurde, zu verstehen. Ja, ein Kreuz, und keine Träume von Macht. Was war das für eine Zeit? Das war eine Zeit von Verzweiflung, von furchtbaren Kriminellen, die Beute spürten. Es war eine Zeit von fast kompletter Armut, als Spargeld verschwand. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung lebte unterhalb der Armutsschwelle. Russlands Auslandsschuld wuchs auf 160 Millionen Dollar zu. Leute warteten zehn Monaten auf ihr Gehalt, länger sogar. Terrorismus, der Nordkaukasus – das war ein Problem für Russland seit immer, aber jetzt verwandelte es sich in eine blutige pulsierende Wunde. Es war die Zeit, als Basayev und Khattab versuchten, den ganzen Nordkaukasus von Russland wegzureißen. Und was war mit unseren Streitkräften? Einem riesigen Heer von fast anderthalb Millionen Soldaten gelang es mit Schwierigkeiten 65 Tausend Menschen aus allen Regionen, aus allen Wehrbereichen zu sammeln um das, was damals passierte, zu einem gewissen Grad anzuhalten. Was war mit unseren Luftwaffe unterwegs? Flugzeuge standen auf der Erde, es gab keinen Brennstoff, Piloten lernten auf festem Boden, sie konnten nicht fliegen. Das gleiche passierte bei der Flotte: Schiffe gingen nicht aufs Meer, Matrosen worden vorbereitet, ohne je auf den Wellen gerollt zu haben. Das war im Großen und Ganzen der Anfang einer großen Tragödie für solch einen Land wie Russland.

„Kursk“ war ein Teil dieser Tragödie. Es war eine Prüfung für das ganze Land und natürlich besonders für die, die von jenem furchtbaren Unglück unmittelbar betroffen wurden. Wie sollte man das aushalten? Wie sollte man das ertragen? Wie sollte man sein ganzes Sein, Herz und Seele auf dieses wenden und auf sich Verantwortung für das Ganze nehmen? Das hast Du letzten Endes getan.

Das war der Zustand des Landes. Und ohne Rücksicht darauf, ob Du Recht oder Unrecht hattest, ob Du schuldig oder unschuldig warst, auf Dich schauen alle wie auf den Menschen, der für alles verantwortlich ist. Du solltest mit Witwen reden, obwohl ich denke, dass es sehr hart sein könnte, wenn es nicht formell getan wird. Wie sehr hatte General de Gaulle Recht als er sagte, „Einsamkeit ist das Schicksal derer, die die Spitze politischer Kraft erreichen, von den Stürmen der Staatsinteressen geweht!“ Ich erinnere mich an eins von meinen Gesprächen mit dem Präsidenten (Putin Anm.JSB). Plötzlich sagte er mir einen wunderbaren Satz, „Schau auf den, der ich war, wer bin ich überhaupt? Und warum bin ich hier? Warum bin ich hier? Wozu bin ich hier? Naja, sicher nicht um die Reste, die andere übriggelassen haben, aufzufressen!” Diese Worte blieben bei mir, weil ich hinter ihnen die sehr ernste und wichtige Lebensfrage eines Menschen sah. Nicht wie man leben sollte, nicht was für eine Residenz und Büro man haben wird, was für einen Schlips und Anzug man trägt, sonder wozu man leben soll. Und dort schien es mir, dass menschliche Unsicherheit und Einsamkeit, besonders die Einsamkeit der Macht, sie ist die wirkliche Einsamkeit, wie ich es sehe, weil für die, für die Macht ein Traum ist, wird sie sofort von anderen Träumen umringt, von Menschen die denken, „jetzt geht es wirklich los…“ Erinnern Sie sich an die sieben Bänker, die Jelzin durch die Wahlen von 1996 geholfen haben, als das Land auseinandergerissen wurde, als alles schon verteilt worden ist, als kluge und schlaue und gescheite Leute allmählich verstanden haben, dass sie jetzt alles, ihr Ganzes Geschäft, ausüben konnten? Dort steht er (Jelzin Anm. JSB), als Marionette der Politik, als diese Menschen den RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) gründeten, also in der Tat einen Rat für Wirtschaftshilfe eines sterbenden Landes.

Aber gut, so ist es. Wir teilen mit euch, und dafür ihr… Und das Land findet sich fast in die Knie gezwungen von verschiedenen Menschen. Es soll ihnen seine Erde, sein Öl, sein Gas, seine Wälder, seine Gewässer überreichen, weil wenn es alles nicht überreicht, dann weiß keiner, wie er kämpfen soll. Aber sie wissen, wie sie auftreten sollen. Und sie lassen Dich nicht sterben, Land. Aber dafür zahlst Du mit allem, was Du hast. Die damalige Stimmung im Land kann mit einem Rezept verglichen werden, das vor zehn Jahren, vor fünfzig Jahren abgelaufen ist!

Innerhalb von acht Jahren ist Russland eine der zehn bedeutsamsten Wirtschaftsnationen der Welt geworden! Heute hat die Mehrheit der Regionen vergessen, was es heißt, arbeitslos zu sein, und wie öde das Leben dereinst aussah. Auf Initiative des Präsidenten (Putin) sind nationale Projekte entstanden und haben sich entwickelt. Ihr Ziel ist es der Medizin, Wissenschaft, Bildung und Landwirtschaft Leben einzuhauchen. Die Drohung, dass Russland auseinanderfallen könnte ist Teil der Geschichte geworden. Eine andere Stadt ist drohend geworden, eine Stadt die der ganze Nordkaukasus neidet. Das heißt aber nicht, dass die Probleme weg sind, sie sind geblieben, sie werden noch lange mit uns sein. Gleichzeitig aber hat sich ein Gefühl der Stabilität entwickelt. Die “Ost-” und “West-” (russischen) Bataillonen in die die Tschetschenen sich untergeordnet haben kämpfen nicht nur würdig um den Kaukasus, sondern für Russland auch im Libanon. Die Streitbeilegung in Tschetschenien wurde von der ganzen muslimischen Welt unterstützt und akzeptiert. Tausende von russischen Pilgern unternehmen jedes Jahr den Haddsch. Die Hauptsache ist, dass alle traditionelle Bekenntnisse vereinigen sich wieder um einen Staat, um Russland. Wir leben jetzt in einer Ära, in der Russland seinen Platz findet. Und das ist dasselbe Russland, das in einer wirklicher Welt führend werden kann, weil Russland die einzige Brücke zwischen Ost und West ist.

Noch etwas muss ich erwähnen. Ein Ereignis ist vorgekommen, dessen Wirkung wir noch gar nicht bewerten können. Das ist die Wiedervereinigung der Russischen Ausländischen Kirche mit unserem Moskauer Patriarchat. Seit Jahrzenten war das eine Wunde im seelischen Leben unserer Landsleute hier und im Ausland. Es kann sein, dass wir es nicht gespürt haben, aber es war da. Niemand hat sich wirklich vorstellen können, dass jetzt, vor unseren Augen, ein Wunder passiert; diese zwei unversöhnliche aber sehr bedeutungsvolle Kräfte haben sich wiedervereinigt und dabei eine riesige Anzahl von Menschen, ihren Gläubigen, sozusagen unter der Kuppel der orthodoxen Kirche vereinigten. Das kam aber nicht einfach so vor. Riesige, belangliche Änderungen fanden statt, die, auch wenn das nicht glaubwürdig scheint, mit dem Namen des Präsidenten (Putin) eng verbunden sind. Ob wir das wollen oder nicht, so ist es. Sie sind mit seinem Namen und seinen aufeinanderfolgenden, fortschreitenden, schöpferischen Bewegungen durch Zeit und Raum verbunden. Das sind persönliche Charakteristika, keiner hat ihm gesagt, „Ja, das ist Ihre Pflicht, Ihre Verantwortlichkeit.“ Das sind persönliche Eigenschaften, die Eigenschaften eines Sportlers, könnte man sagen. Einmal sagte er mir etwas Ausgezeichnetes, „Um Zweifel bei dem (Sport-) Richter zu vermeiden, muss man nicht nur gewinnen, sondern herausragen.“ Eine fabelhafter Satz! Und die Hauptsache ist, dass es nicht nur ein Satz ist, sondern eine Lebensweise.

Für mich erklärte vieles über unseren Präsidenten sein Auftritt in München. Verstehen Sie, plötzlich wurde vieles klar. Auf einmal meldete dieser Mensch im Namen des Landes Interessen jenes Landes, über die Hürden, die das Land behindern, seinen Interesse zu folgen und darüber, dass Gerechtigkeit keine einseitige Sache ist, dass man die Dinge verschleiern kann und Handlungen formulieren kann. wie man will, aber im Wesentlichen bleiben sie unverändert… Wozu macht man das? Wozu Kosovo? Wozu Irak? Zu welchem Zweck? Sind sie sicher, sie wissen was sie da machen? Braucht das jenes Volk, dem sie das antun? Haben sie es gefragt? Und ich sah den Saal, ich sah Menschen, die dasselbe gedacht haben, aber gefürchtet haben, es zu sagen, ich spürte schweißige Fäuste, ich habe Menschen gesehen, denen man zum ersten Mal sagte, „Sie sind ein Dieb.“ Und viele wollen wirklich nicht verstehen, dass diese ‚Barbaren‘ in der Tat nicht so sehr barbarisch sind. Es stellt sich heraus, sie können sich verteidigen. Es stellt sich heraus, sie können alles so sagen, wie es ist. Es stellt sich heraus, sie können nicht nur drohen, sondern ruhig ein Angebot machen, das man einfach nicht ablehnen kann. Keine kleine Rolle spielt der Mensch, der diesem Land vorstellt und weiterführt, der seine Rede ruhig und hemmungslos in mehreren Sprachen aussprechen kann, wobei er alle damit überrascht, weil sie sich einfach nicht daran gewöhnen können, dass wir wirklich ruhig und auf Augenhöhe, sogar in ihrer Muttersprache mit anderen Menschen sprechen können.

Nach wenigen Monaten tritt der Präsident ab. Diese Entscheidung ist schon gefallen und es ergibt kein Sinn sie hier zu bewerten. Aber was kommt mir als Wichtigstes vor? Mir scheint es, dass wer auch immer unser Präsident wird und womit auch immer er sich beschäftigt, wohin auch immer das Schicksal ihn führt, egal in welchem Zustand er sich befindet, mit wem auch immer er in Besprechung kommt, über egal welches Thema oder Aspekt seines Lebens, ich möchte glauben – und ich denke viele, sogar die Mehrheit der Menschen, die in unserem Land wohnen diesen Glaube mit mir teilen, – dass er das alles mit der Würde charakteristisch für diesen Mann und Offizier machen wird. Alles Gute zum Geburtstag!

Nikita S. Mikhalkov (a Soviet and Russian filmmaker, actor, and head of the Russian Cinematographers‘ Union) on Putin.

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Today our president Vladimir Putin celebrates his fifty-fifth birthday. I am aware that some people may feel it’s not very smart to speak out about a leader, but I am not in the least bit worried because I am convinced that an enormous number of people in our country today, trusting their life in the hands of President Putin, may honestly say that this man has had a remarkable influence on their lives.

I have mixed feelings about Boris Yeltsin’s leadership and find it difficult to relate to. Two events in Yeltsin’s life, though, really affected me. The first took place on 12 July 1990 at the 28th congress of the Communist Party of the Soviet Union, when this man, wielding enormous power, suddenly gets out his party membership and throws it on the table. This shows the man to be reckless, not imagining where things might lead to. The second event, which also shocked me, happened on New Year’s Eve 1999, when Boris Yeltsin recorded a festive message to the Russian people and included an announcement that shook the whole country, that he would voluntarily step down from his post, something that had almost never happened in the history of our country, and would hand the reins of government over to Vladimir Putin.

Thus hours before the dawn of the new millennium a completely new man arrived at the Kremlin. What had befallen him? Let us quickly return to those years to attempt to understand what the man across whose shoulders lay such a heavy cross may have been feeling. And not dreams of power, but precisely a cross. What sort of a time was it? It was a time of confusion, of frightening criminals who could sense victims. It was a time in which people felt poverty, when savings disappeared. More than a third of Russia’s population fell below the poverty line. The country was in debt 160 million dollars. People waited ten months for their salary, even longer; terrorism, the North Caucasus – a problem that had always been a thorn in Russia’s side, but which now escalated into a giant bloody pulsating wound.

It was a time in which Basayev and Khattab tried to wrench all of the North Caucasus away from Russia. And what happened to the army? A huge army almost 1.5 million strong manages with difficulty to raise 65 thousand people from all ends of the country, from all regions, from all military districts in order to stop as far as possible what was going on at that time. What’s going on in the armed forces? Aeroplanes are grounded; pilots learn on the ground, they can’t fly. The same thing happens in the fleet: ships don‘t take to sea, sailors train for the navy without even getting seasick. By and large it was the beginning of a great tragedy for Russia. The “Kursk” disaster became a feature of this tragedy. It became a trial for the entire country and especially, of course, for those who were directly involved in this terrible catastrophe. How to live through this? How to weather the storm? How to turn your whole existence, your heart, your soul to the situation at hand? How to take on such responsibility? Well, you did it. This is what the country had come to. And regardless of whether you are right or wrong, guilty or not, everyone looks to you as to the person who answers for all of this. You ought to talk to widows,though I think that could be quite painful if done informally. How right de Gaul is, who said, “Loneliness is the lot of those who climb the political ladder, buffeted by the icy winds of public interests!”

I remember one of my conversations with the president. He suddenly said the following, “Look, that’s who I was, but who am I really? And why am I here? To what end am I here? Well hardly to eat up others’ leftovers!” These words struck me because behind them I saw the man’s very serious and essential life question. Not how to live, what kind of residence you will have, what kind of office, what kind of suit and tie, but what to live for. And here it seemed to me that human insecurity and loneliness, the loneliness of power – this is real loneliness, in my opinion, because for those to whom power seems like a dream, it immediately becomes surrounded…How should I put it? By other dreams, it is immediately surrounded by people thinking, “Now things are really starting…”

Remember the seven bankers that got Yeltsin through the 1996 election, when the country was being torn apart, when everything had already been shared out, when the clever and cunning and intelligent realized that they could conduct whatever business they wanted to. And here he finds himself, just a puppet on strings, when these people create the so-called Comecon (Council for Mutual Economic Assistance) i.e. Council of Economic Aid for a Dying Country. Well okay, fine. We’ll share with you if you… And the country finds itself practically brought to its knees before a handful of people. It should give them its soil, its oil, its gas, its woods, its water, because if it doesn’t hand them over, no one knows how to deal with such a force. Whereas they know how to act. And they won’t let you die, country. But for this you pay them with everything you have. The atmosphere in the country – compare it to a ten-year-old prescription, a fifty-year-old prescription!

In eight years Russia became one of the ten most economically powerful countries in the world. Nowadays most regions have forgotten what it means to be unemployed and what a dreadful existence they led. National projects are created and developed on the president’s initiative with the aim of breathing life into medicine, science, education, agriculture. The threat of Russia’s collapse receded into the past. A different city became threatening, a city that all of the North Caucasus envy. Though this doesn’t mean that the problems have disappeared, they remained, they are going to stick around for a while yet. But a certain feeling of stability has emerged. The “West” and “East” battalions that the Chechens formed are not only warring over the Caucasus, they also represent Russia in Lebanon. Settlement in Chechnya was supported and accepted by the entire Muslim world. Thousands of Russian pilgrims complete the Hajj every year. Most importantly, all of the traditional confessions unite again around a state, around Russia. We are now living in an era in which Russia is concentrating its forces. And it is this Russia that can become a real world leader, because Russia is the only real bridge between East and West.

There is one more thing that must be mentioned; an event has occurred whose meaning we cannot even guess at. This is the reunion of the Churches – of the Russian Church Abroad and our Moscow Patriarchy. For decades this was a wound in the spiritual lives of our compatriots, at home and abroad. We may not have felt it, but it was there. No one could imagine that really, now, before our very eyes a miracle would happen with the union of these irreconcilable but very spiritually important forces. One could say that the united Orthodox faith had brought an enormous quantity of people, its penitents, under one roof. But it didn’t happen just like that; it took deep-seated changes of a great magnitude. And though the connection may seem frail, these changes were to a greater or lesser extent linked to the president’s opinion. They were linked to his opinion and his successive, progressive and constructive movements in time and space. These are personal characteristics. No one said “Yes it’s necessary, your duty!” These are personal characteristics, the characteristics of a sportsman, if you like. He once said a wonderful thing to me, “To avoid an argument over the refereeing, you need to wipe the floor.” A great phrase! And not just a phrase, but a way of acting.

For me personally what really summed up of a lot of things about our president was his appearance in Munich. Suddenly everything became clear, he set the record straight. This man was speaking on behalf of our country. He outlined our country’s interests and raised the obstacles connected with them. He said that justice does not only work in one direction and that you can sweep as much as you like under the carpet and dress things up in any way you like but their fundamental essence remains… Why do that? Why Kosovo? Why Iraq? What for? And are you sure you know what you’re doing there, that what you’re doing is really in the best interests of the country in which you’re doing it? Did you ask them? And I saw the hall, I saw people who were thinking the same thing, but were afraid to say so, I sensed sweaty palms, I saw people who were being told for the first time, “you’re a thief.”And many people really, really don’t want to know that these “peasants” are not actually all that peasant-like. It turns out they can stand up for themselves. It turns out they can say everything to your face. It turns out they are able not only to make threats, but to quietly make an offer that one can’t refuse. And to put things lightly, the figure who is representing and leading this country plays no small role in its fate. This is a person who can calmly and freely put forward his opinion in several languages, thus surprising everyone because they still cannot get used to the fact that we can calmly and in an even tone talk to foreigners in their own language.

The president is leaving office in several months. The decision has already been made, and passing judgement or speculating on this decision does not make sense. But what seems most important to me? I think that whoever our president may become, wherever his fate may lead him, whichever situations he may find himself in, with whomever he may need to communicate and about whichever subject, about whichever aspect of his existence, I would like to believe – and I think that many people share this belief, the majority of people living in our country – that he will do everything with the dignity characteristic of this man and officer. Happy birthday!

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Михалков, Никита Сергеевич (советский и российский актёр, кинорежиссёр, сценарист и продюсер, народный артист РСФСР) о Путине.

Сегодня исполняется 55 лет нашему президенту Владимиру Владимировичу Путину. Я понимаю, что у кого-то может возникнуть ощущение того, что не очень ловко говорить в лицо руководителю какие-то слова, но я абсолютно не боюсь, потому что убежден, что огромное количество людей в нашей стране, доверившие свою жизнь президенту Путину, сегодня могут честно сказать, что этот человек реально повлиял на их жизнь.

Я по-разному и сложно отношусь к правлению Бориса Николаевича Ельцина, но два поступка в жизни Ельцина меня, честно говоря, поразили. Первый поступок произошел 12 июля 1990 года на XXVIII съезде КПСС, когда человек, облеченный огромной властью, вдруг вынимает свой партийный билет и кладет на стол. Это делает человек безоглядно, не представляя себе, чем это кончится. И второй поступок, который меня тоже потряс, произошел в канун 2000 года, когда Борис Николаевич записал поздравление российскому народу и сделал потрясшее всю страну заявление, что он оставляет свой пост добровольно, чего не было почти никогда в истории нашей страны, и передает бразды правления Владимиру Путину. Так в канун 2000 года в Кремль пришел абсолютно новый человек. Что же ему досталось? Давайте просто проведем легкую экскурсию в те годы, для того чтобы попытаться ощутить, что же может испытывать человек, на плечи которого лег этот тяжелейший крест. И не мечта о власти, а именно крест. Что же это было за время? Это было время растерянности, это было время лихих разбойников, почуявших добычу, это было время почти полного обнищания людей, когда исчезли накопления. Более трети населения России оказались за чертой бедности. 160 миллиардов долларов – внешний долг страны. Люди сидят без зарплаты по 10 месяцев, больше. Терроризм, Северный Кавказ – проблема, которая всегда была достаточно кровоточащей для России, а здесь она превратилась в разорванную кровавую пульсирующую рану. Это было время, когда Басаев и Хаттаб пытались оторвать весь Северный Кавказ от России. А что происходит с армией?

Огромная, почти полуторамиллионная армия с трудом может набрать 65 тысяч человек со всех концов, со всех регионов, из всех военных округов для того, чтобы каким-то образом приостановить то, что происходило в то время. Что происходит в Военно-воздушных силах? Самолеты прикованы к земле, нет горючего, летчиков учат на земле, они не могут летать. То же самое происходит на флоте: корабли не выходят в море, моряки обучаются на флоте, никогда не испытав даже качки морской. Это по большому счету начало гигантской трагедии для такой

страны, как Россия. Трагедия „Курска“ стала определенной чертой. Это стало испытанием для всей страны, и в первую очередь, конечно, для тех, кто имел непосредственное отношение к этой ужасной беде. Как выдержать это? Как это перенести? Как включить свое существо, свое сердце, свою душу, как взять на себя ответственность за это? Ведь, в конце концов, не ты это сделал. Это все то, к чему пришла страна. И все равно, прав ты или не прав, виноват ты или не виноват, – на тебя смотрят как на того, кто за это отвечает. Ты должен разговаривать со вдовами. Но, я думаю, что если к этому подходить неформально, то это стоит очень дорого. Как прав де Голль, который сказал: одиночество есть удел тех, кто достиг вершин политической власти, овеваемых ледяными ветрами государственных интересов! Я вспоминаю один наш разговор с президентом. Мне он вдруг сказал такую фразу, он говорит: смотри, ну вот я был, вообще, кто я? И почему я оказываюсь здесь? Почему я оказываюсь здесь? Для чего я оказываюсь здесь? Ну неужели для того, чтобы доесть то, что не доели другие? Эта фраза меня поразила, потому что за ней я увидел очень серьезный и ключевой вопрос жизни человека. Не как жить, какая у тебя будет резиденция, какой у тебя будет кабинет, какой галстук и какой костюм, а зачем жить. И вот здесь мне показалось, что человеческая неуверенность и одиночество, а одиночество власти – это истинное одиночество, на мой взгляд, потому что для тех, для кого власть является мечтой, она сразу обрастает, так сказать, присными, она сразу обрастает людьми, которые, ну вот сейчас начнется… Вспомните семибанкирщину, когда рвалась страна на части, когда все уже поделили, когда умные и хитрые и толковые стали понимать, что сейчас, в этой растерянности, можно сделать все, весь свой гешефт, весь свой бизнес. Вот он здесь находится, вот только дерни за нитки, когда эти люди создают, так сказать, СЭВ (Совет экономической взаимопомощи), так сказать, Совет экономической помощи умирающему государству. Ну хорошо, ладно. Мы с вами поделимся, но за это вы… И страна оказывается почти поставлена на колени перед несколькими людьми практически. Она должна им отдать свои недра, свою нефть, свой газ, свои леса, свои воды отдать, потому что если не отдать, то с этим никто не знает, как поступать. А они знают, как поступать. И они тебе не дадут умереть, страна. Но за это ты расплатишься всем тем, что у тебя есть. Атмосфера в стране – сравните ее с десятилетней давностью, пятнадцатилетней давностью! За восемь лет Россия вошла в число десяти крупнейших экономик мира! Сегодня большинство регионов забыло, что

такое безработица, а это был страшный бич. По инициативе президента возникли и развиваются национальные проекты. Их цель – вдохнуть реальную жизнь в медицину, в науку, в образование, в сельское хозяйство. Угроза распада России ушла в прошлое. Грозный стал другим городом – городом, которому завидуют весь Северный Кавказ. Причем это не значит, что проблемы ушли, они остались, они будут еще долго. Но там возникло определенное ощущение стабильности. Батальоны „Восток“, „Запад“, сформированные из чеченцев, не только достойно воюют на Кавказе, но они еще и представляют Россию в Ливане. Урегулирование в Чечне было поддержано и принято всем мусульманским миром. Тысячи российских паломников ежегодно совершают традиционный хадж. Главное, все традиционные конфессии вновь объединяются вокруг государства, вокруг России. Мы сейчас живем в тот период, когда Россия сосредотачивается. И это есть та самая Россия, которая может стать реальным лидером в мире, потому что Россия – единственный реальный мост между Востоком и Западом. И еще одно, что невозможно не отметить. Произошло событие, значение которого мы еще даже не можем оценить. Это воссоединение церквей – Русской Зарубежной Церкви и нашего Московского Патриархата. В течение десятилетий это была кровоточащая рана в духовной жизни наших соотечественников – и здесь, и за рубежом. Мы могли ее не чувствовать, но она была.

Никто не мог себе представить, что реально вот сейчас, на наших глазах произойдет диво, когда эти две непримиримых силы, но очень значимых духовных силы, объединились, как бы вновь накрыв куполом православной веры огромное количество людей, ее исповедующих.

Но случилось это не просто так и не на ровном месте. Произошли огромные и очень серьезные перемены. И как это ни покажется, так сказать, излишним, эти перемены так или иначе связаны с именем президента. Хотим мы того, не хотим, но это так. Они связаны с его именем и с его последовательным, поступательным, созидательным движением во времени и пространстве. Это личные качества. Как бы там ни говорили, да, так сказать, обстоятельства, ответственность, – это личные качества, это качества спортсмена, если хотите. Однажды он мне замечательную сказал фразу. Я что-то там, ну как так можно, что-то такое взбунтовался, он говорит: для того чтобы не сетовать на судейство, нужно выигрывать с явным преимуществом. Потрясающая фраза! И самое главное, что это не только фраза, это руководство к действию. Для меня лично итоговым, что ли, во многом итоговым было выступление нашего президента в Мюнхене. Вы понимаете, вдруг ясно, просто были

расставлены точки над i. Вдруг человек от имени страны заявил об интересах страны и о том, что мешает, чтобы эти интересы соблюдались, и о том, что справедливость – это вещь не односторонняя, и о том, что можно вуалировать сколько угодно и как угодно формулировать те или другие поступки, но их суть, этих поступков… Для чего это делается? Для чего делается Косово? Для чего делается Ирак? Для чего это делается? А вы уверены ли в том, что вы там делаете, это нужно тому народу, с которым вы это делаете? А вы у него спросили? И я видел зал, я видел людей, которые думают так же, но страшно сказать, я чувствовал потные ладошки, я видел людей, которые первый раз услышали, когда им сказали: вы вор. И очень, очень не хочется вдруг понять многим, что, оказывается, эти „варвары“ – не такие уж и варвары. Оказывается, они могут за себя постоять, оказывается, они могут сказать все в лицо, оказывается, они могут не пугать, а тихо предложить то, от чего трудно отказаться. И немаловажную роль, мягко говоря, здесь играет личность, играет человек, представляющий и возглавляющий эту страну, который имеет спокойную возможность на нескольких языках легко и непринужденно сказать свою речь, удивив тем самым всех, потому что не могут еще привыкнут к тому, что мы можем совершенно спокойно и на равных говорить с людьми на их же языке. Президент уходит через несколько месяцев. Это вопрос решенный, и оценивать его, и обсуждать его не имеет смысла. Но что мне кажется самым главным? Мне кажется, что кем бы ни был и чем бы ни занимался дальше наш президент, куда бы ни забросила его судьба, в каких бы он ни оказался ситуациях, с кем бы ему ни пришлось общаться и по какому поводу, в любом качестве своего существования, я хочу верить, я думаю, что эту веру разделяют многие люди, большинство живущих в нашей стране, – все это он будет делать с достоинством, присущим мужчине и офицеру. С днем рождения!

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Joseph Brodskys Gedicht „Auf die Unabhängigkeit der Ukraine“

Lev Balashov

  1. Brodskys Gedicht „Auf die Unabhängigkeit der Ukraine“ und die heutige Welt

Aus dem Buch I. O. Glazunowas „Joseph Brodsky: Amerikanisches Tagebuch“ (2005, S. 72-73)

Im Februar 1994, nachdem die Ukraine Mitglied des NATO-Programms „Partnerschaft für Frieden“ geworden war, schrieb Brodsky das Gedicht „Über die Unabhängigkeit der Ukraine“, das die Vorstellung, er sein ein Migrantendichter, der sich für immer mit Russland und seiner Vergangenheit getrennt hatte, in die Luft sprengte.

 

Man kann sich auf verschiedenste Art zum Gedicht Brodskys verhalten, wie ansonsten zu Puschkins „An die Ehrendiebe Russlands“. In diesem Gedicht ist es aber unmöglich, die Wut eines Menschen in Zusammenhang zu dessen Land, das auf solche Weise behandelt wurde, dass die Geschichte der Zusammenarbeit zwischen zwei Ländern in Zweifel gezogen war, nicht merken. Warum aber war es die Mitgliedschaft der Ukraine in NATO, und nicht die Georgiens oder Usbekistans, die bei Brodsky solch eine wütende Ablehnung auslöste?

 

Die Antwort ist offenbar: das Verhalten eines nahen Menschen (in diesem Fall eines Vertreters der slawischen Einheit) verletzt immer tiefer und wird eher auf einer sinnesgemäßen Ebene empfunden. Die Leichtigkeit mit der die Ukraine bereit war, ihre Verbindungen mit Russland wegen Aussicht auf sehr kurzfristige Vorteile (Kriegsbedrohungen für sie gab es nicht und konnte es nicht geben) aufzuopfern war, jagte den Dichter in die Luft und schenkte ihm ausgesprochen harte Worte:

 

Lieber Karl XII, die Schlacht um Poltawa

Gott sei Dank ist verloren. Wie der Stotternde damals sagte,

Mit der Zeit sehen wir „die Mutter von Kuzka“, Ruinen

Der Knochen nachgelassener Freude mit dem Beigeschmack der Ukraine.

 

Was nicht grün ist, ist offenbar mit Isotopen verdorben,

Die Blau-Gelbe flattert über Konotop,

Aus Leinwand ausgeschnitten; Kanada hat sicherlich aufgestockt.

Gratis – ohne Haken, aber das brauchen die Ukrainer nicht.

 

Hei Karbonawez-Tuch, Sonnenblumenkerne in einer verschwitzten Faust.

Nicht unsre Aufgabe ist es, sie stattdessen zu beschuldigen.

Selbst mit Gottesglauben siebzig Jahren in Rjasan

Mit wässerigen Augen wohnten sie wie Zuchthäusler.

 

Wir zeigen Euch wo es hin geht, mit Pausen zwischen Schimpfen

Weg mit Euch, Ukrainer, auch auf schlechtem Weg.

Geht von uns in Eurem Volkstracht und wagt es nicht sie Montur zu nennen,

Geht dahin wo der Pfeffer wächst; die Adresse sollt Ihr kennen.

 

Lass es jetzt ein Chor von Hunnen mit den Polen zusammenkommen,

Um Euch auf vier Knochen herunter zu bringen, wie Ihr in euren Lehmbauen hocken

Für Euch sollen wir bitte den Kopf hinhalten,

Das Hähnchen aber von der Suppe will man lieber alleine knabbern

 

Auf Wiedersehen Ukrainer, wir wohnten schön zusammen, jetzt war’s!

Was denkt Ihr, wenn man in den Dnepr spuckt, wird es vielleicht rückwärts fließen,

Uns stolz verabscheuend, so flink, er hat

Das Aufteilen des Landes, die Erbitterung der Epochen satt?

 

Gedenkt uns nicht schlecht, euer Brot, euren Himmel

Wollen wir nicht, auch wenn wir auf Fruchtschalen verschlucken

Wozu das Blut verderben, das Hemd von der Brust reißen?

Die Liebe zwischen uns, wenn es je eine gab, scheint vorbei zu sein

 

Wozu nach den Wurzeln herum graben?

Euch wurde ein Land geboren, Erde, schwarze fruchtbare Erde.

Jetzt reicht es, auf ihren Rechten herumzutreiben, uns noch ein Garn zu spinnen,

Diese Erde wird Euch keine Ruhe geben.

 

Ach du Wald am Ufer, Steppe, Mädel, Wassermelonenfeld, Knödel

Wohl habt Ihr mehr Leute als Geld verloren,

Irgendwie kommen wir ohne Euch zurecht. Was unseren Tränen angehen,

Können wir sie nicht befehlen, auf eine andere Zeit zu warten

Sei Gott mit Euch, Kosaken und Adler, Hetman, Bewacher

Nur wenn Ihr dar zu sterben seid, ihr Riesen

Werdet Ihr flüstern, Eure Hände an den Seiten der Matratze greifend,

Verse Alexanders, und nicht des quatschenden Taras

 

Das Gedicht, vorgelesen am 28 Februar 1994 in Quincy College (USA) und 1996 in der Zeitung „Vecherni Kiev“ veröffentlicht, empörte die Ukrainer. Wahrscheinlich aus ethischen Gründen wurde das Gedicht im Sammelband „Die Werke Joseph Brodskys“ (Sankt Peterburg, 2001) nicht aufgenommen und ist zur Zeit nur im Internet lesbar. Es bleibt aber unklar, nach welchen Maßstäben der Sammelband redigiert wurde und warum Brodskys Gedichte, in denen Russlands Verhalten negativ beschrieben wird, („Fünftes Jubiläumsjahr“, „Der Entwurf“, „Die Vorstellung“) miteingeschlossen wurden.

Es kann kaum sein, dass die Gefühle eines fremden Volkes uns mehr kümmern, als die unseren eigenen, oder?

Man soll eine nicht belanglose Tatsache in Erinnerung behalten: obwohl Brodskys Gedicht förmlich „Auf die Unabhängigkeit der Ukraine“ heißt, wurde das Gedicht nicht in Hinsicht der erst neulich gewonnen unabhängigen Staatlichkeit des Landes geschrieben, sondern wegen des voreiligen Wunsches ihrer Staatsführer an den bis vor kurzem Hauptgegner Rußlands sich anzuschließen. Der Wunsch der Ukraine ein Mitglied der NATO zu werden, war quasi eine Anmeldung, dass sie jetzt zu jeder Zeit gegen Russland, ihren ehemaligen Bundesgenossen, aufmarschieren könnte. Gerade diesen Schritt empfanden nicht nur Brodsky, sondern viele seiner Landesleute als einen Schuß in den Rücken. Sicher deswegen wird der Verrat im Laufe des ganzen Gedichts thematisiert.

Am Anfang des Gedichts erinnert der Dichter an die für Russland tragischen Ereignisse des Großen Nordischen Kriegs (1700 – 1721), als das ukrainische Militär unerwartet auf die Seite des schwedischen Königs Karl XII wechselte („Lieber Karl XII, / die Schlacht um Poltawa, / Gott sei dank, ist verloren. / Wie der Stotternde damals sagte, / mit der Zeit sehen wir die Mutter von Kuzka.“ (Einem Kuzmas Mutter zeigen; russisches Idiom, das eine Bedrohung ausspricht.)) und vergleicht die Verhaltung der Ukraine mit den Antragen Lenins (des „Stotternden“), der während des ersten Weltkrieges sein Land zur Niederlage rief aus dem Grund, dass eine imperialistische Regierung Russland in jenen Krieg geführt habe[203]. Die Erinnerung an die Mutter von Kuzka (drohende Faust) ist ein Hinweis auf die tragische Aufeinanderfolge der Verhaltung der sowjetischen Staatsführer, die in ihrer Bestrebung an der Macht zu bleiben oder wegen ihrer nationalistischen Leidenschaften, die Interessen ihres Landes oft vernachlässigten. Chruschtschows berühmte Versprechung, Amerika die Mutter von Kuzka zu zeigen (Faust zu zeigen), hatte in der Tat das Umgekehrte zur Folge: die territorialen Rechte Russlands wurden beschränkt dadurch, dass die Halbinsel Krim der Ukraine 1954 (von demselben Chruschtschow in Schnapslaune, im betrunkenem Zustand eigenmächtig übergeben wurde. )

Die nächste Strophe des Gedichts, „Die Blau-Gelbe flattert über Konotop,“, führt auf der einen Seite das Thema des Verrats von Mazepa weiter (er führte die Gelb-Blaue Staatsfarben der Ukraine vom schwedischen Königen Karl XII ein, nachdem während des Großen Nordischen Krieges sein Heer auf die Seite des Bedrohenden gewechselt hatte) und auf der anderen den Leser zurück in eine vergangene Zeit führt.

Mitte der 17. Jahrhunderts der Krieg, der für Bohdan Chmelnyzkyj so erfolgreich anfing (die Saporoscher Kosaken schlugen polnische Streitkräfte mehrmals nieder) endete mit Niederlage für die Ukraine in der Schlacht bei Berestetchko (1651), wobei der Hetman Chmelnyzki Russland darum betete, Kleinrussland )wie die Ukraine damals genannt wurde. Anm.JSB) ins Großfürstentum Moskau einzuschließen. Nach vielen Bedenken bejahte Russland die Bitte des Hetman. Die Bedenken Russlands waren damit verbunden, dass nach der Union Russlands mit der Ukraine ein Krieg mit Polen unumgänglich wäre. Diese Sorgen wurden auch bestätigt: 1654 wurde die Ukraine mit Russland vereinigt; 1654 bis 1656 führte Russland gegen Polen einen Krieg, um ukrainisches Territorium zu befreien.

Nach dem Tode des Hetman Bohdan Chmelnyzkyjs änderte sich die Situation in der Ukraine. Bohdans Nachfolger, Hetman Wyhowskyj, unterstütze Polen; nachdem er einen Vertrag mit dem Khan der Krim unterschrieben hatte, agierte er gegen Moskau, als Resultat dessen eine harte Niederlage für die Russen bei Konotop wurde, an welche Brodsky in seinem Gedicht erinnert. Über diese Schlacht schrieb C. M. Solowiew:

 

„Das Beste der Moskauer Ritter, die `54 und `55 gesiegt hatten, starb an einem Tag; ungefähr fünf Tausend Gefangener nahmen die Siegreichen; diese Unglücklichen führten sie ins Freie und töteten wie Wildschweine: so handelten Landesgenossen untereinander –der Khan der Krim und das Saporoscher Militär!“[204].

 

  1. O. Kluchewskovo beschreibt in seinem „Kurs über die russische Geschichte“ die Ereignisse bei Konotop so: „Kleinrussland zog Moskau auch in seine ersten Konflikte mit der Türkei mit ein. Nach dem Tode Bohdans fing offener Krieg zwischen den Starschina Kosaken und den Schwarzmeerkosaken an. Bohdans Nachfolge Wyhowskyj machte sich zum König und zusammen mit denTataren vernichtete bei Konotop die besten Streitkräfte des Zaren Alexei (1659). Dadurch ermuntert und dank der Unterstützung Moskaus von den Schweden befreit, wollten die Polen ihnen nichts von dem, was sie gewonnen hatten, zurückgeben. Ein zweiter Krieg mit Polen fing an, der zwei üble Untaten für Russland zur Folge hatte: die Niederlage des Grafen Chowanskyj in Weißrussland und die Kapitulation von Scheremetew bei Tschudniw als Ergebnis des Verrats der Kosaken. Litauen und Weißrussland waren verloren“[205].

 

In wenigen Strophen verbirgt Brodsky die Fülle der Zusammenarbeit zwischen den zwei Ländern. Und obwohl nicht alles in dieser Zusammenarbeit schlicht und ohne Fehl und Tadel war, das gute hat das Schlechte wohl überschnitten. Und dieses Gute, laut der Vorstellung des Dichters, wurde mit dem offenen Wunsch der neuen Staatsführer der Ukraine, ein Mitglied von NATO zu werden, dem bis vor kurzem allgemeinen Feind Russlands, vernichtet.

Das gegebene Buch umfasst keine ausführliche Recherche über die Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Russland, aber wenn wir das Werk des Dichters näher anschauen, werden wir natürlich die Gründe, die ihn zur einen oder anderen Handlung führten, verstehen wollen. Man darf nicht zufrieden sein und nur eine Seite verstehen wollen, im gegebenen Fall die der „veschnupften“ Ukraine; unbedingt muss man den gegenüberliegenden Ausgangspunkt in Betracht ziehen. Und hier wird ein Rückgriff auf die Geschichte unumgänglich. Und diese Geschichte ist leider auf keinem Fall eine glatte.

Die Tatsache, dass Brodsky sich auf solch eine emotionale Weise äußerte, kann man auch verstehen – da die Handlung der Ukraine, die auch der Grund des Gedichts war, aus den Rahmen der moralisch-ethischen Prinzipien der Zusammenarbeit zwischen zwei Ländern, die durch die Geschichte festgelegt wurde, herausging.

Im Laufe eines bedeutend langen historischen Zeitraums baute Russland eine Beziehung beruhend auf der Idee der slawischen Einheit mit der Ukraine auf, oft trotz Verrat ihrer eigenen Interessen – es ist kaum nötig zu erwähnen, dass man potenziellen Feinden Territorium nicht verschenkt. Es ist möglich, dass Brodskys abschlagender Wortschwall nicht gegen die Ukraine, sondern gegen sich selbst gemeint war, gegen einen Naiven, einem der dieses Land wie einen nahen Freund und Landesgenosse empfing, auf den man sich immer verlassen könnte. Freunde zu verlieren ist wie Illusionen zu verlieren; es ist immer schwierig und kaum passiert es, dass es einem Betroffenen gelingt, einen unparteiischen Erzählungston und die tadellos abgemessene Abstand eines Beistehenden dabei zu bewahren.

 

Lev Balashov

 

 

Lev Balashov – Mein Kommentar:

 

Wie sehr dieses Gedicht Joseph Brodskys zur heutigen Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Russland passt! Euromaidan führt die üble Tat Maperas (den „ Schuß in den Rücken“) weiter. Wohl wollen sie nicht nur eine Assoziation mit der europäischen Union. Sie wollen das auf Kosten des Auseinanderfallens tiefer historischer, verwandtschaftlicher und ökonomischer Verbindungen der Ukraine mit Russland. Da liegt der Hund begraben!

Und neulich (Ende Januar 2014) wird noch eine Tendenz sichtbar: die zum Bürgerkrieg, zum Auseinanderfallen der Ukraine, zur harten Eskalation eines Konflikts zwischen Russland und dem Westen, da Russland die prorussischen Streitkräfte in der Ukraine unterstutzt.

Danke Olga Glazunowa! Mir war zunächst das Gedicht Brodskys unverständlich. Aber Olga hat sich mit allem auseinandergesetzt und alles erklärt. Dank dieses Gedichts achte ich ganz anders Joseph Brodsky. Es stellt sich heraus, dass er ein wahrer Patriot Russlands ist und kann ganz im Stil von Puschkins Gedicht „An die Ehrendiebe Russlands“ auftreten. Es bleibt nur ungewiss, warum er Taras Schewtschenko ablehnte (quatschenden Taras) und ihn unserem Aleksander Puschkin gegenüberstellte.

Es wäre wohl nicht überflüssig, Puschkins Gedicht von An den Ehrendieben Russlands hier ins Gedächtnis zu rufen:

 

Worüber grübelt Ihr, Dichter der Nationen?

Weshalb bedroht ihr uns mit Anathema?

Was besorgt Euch? Die Sorgen Litauens?

Lasset diesen Kampf zwischen Slawen untereinander,

Einen heimischen Kampf, vom Schicksal schon bestimmt,

Eine Frage, auf die Ihr keine Antwort findet.

Schon seit langem untereinander

Streiten diese Völker;

Oft litten sie unter dem Ungewitter,

Mal ihre, mal unsre Seite

Wer bleibt im ungleichen Kampf stehend,

Patziger Pole oder treuer Russe?

Fließen die slawischen Ströme zusammen ins russische Meer?

Ist es aber ausgetrocknet? Das ist die Frage.

Lasset uns: Ihr habet nicht gelesen.

Jene blutige Tafel

Ihr könnt das nicht verstehen, Euch ist das fremd

Dieser Familienkampf

Für Euch bleiben stumm der Kreml und Prag:

Und Ihr hasset uns…

Warum? Antwortet daran. Deswegen,

Dass auf den flammenden Ruinen Moskaus

Erkannten wir nicht mit frechem Wille,

Den, unterdessen Ihr zittertet?

Deswegen, dass in einen Abgrund gossen

Wir das über Nationen lastende Götterbild,

Und mit unserer Blut büßten

Für Europas Freiheit, Ehre und Pax?..

Ihr droht mit Wörtern, versucht es in der Tat!

Heißt es, das alte Held, auf seinem Bett liegend

Schon unfähig ist, sein Bajonett aus Ismail festzuschrauben?

Oder sind die Wörter eines russischen Zaren schon belanglos?

Oder sollen wir erneut mit Europa kämpfen?

Oder hat der Russen sich vom Sieg entwöhnt?

Oder gibt es von uns wenig? Oder von Perm bis zur Krim,

Von fröstelnden finnischen Bergspitzen bis zum feurigen Kolchis

Vom angegriffenen Kreml

Bis zur Mauer unbeweglichen Chinas

Seine Stahlborste glänzend

Erhebt sich nicht das russische Land?

Schickt auf dem Weg zu uns, Dichter

Eure verbitterten Söhne

Es gibt für sie auf den Feldern Russlands Platz

Unter für sie nicht unbekannten Graben

 

 

Mein Dank an Nicholas Simons, London,

http://www.translatorsbase.com/view_resume.aspx?nav=UserAccount&user_id=670462

für dessen Übersetzung beider Gedichte, von Brodsky und Pushkin und des Textes von Lev Balashov aus dem Russischen. Julian S. Bielicki

 

 

Anhang zum Gedicht von Brodsky:

Жовтоблакытный (ukrainisch) – gelb-blau; auch der Name der ukrainischen Flagge.

Карбованец  /Karbowanez/ – eine ehemalige (zu der Zeit als Brodski das Gedicht schrieb, gängige) Währung der Ukraine

Хохлам (хохол) /chochol/ – ein Spitzname unter den Russen für die Ukrainer. Seinerzeit rasierten die Saporoscher Kosaken den Kopf, ließen aber vorne einen Haarschopf, den die Russen „chochol“ nannten. Die Träger jenes Haarstils begannen sie auch „chochol“ zu nennen, und von ihnen wurde dieser Spitzname auf alle Ukrainer übertragen.

Кацапам(кацап) /kazap/ – ein verächtlicher Spitzname unter Ukrainer, Polen, Slowaken, Weißrussen und sogar Südrussen für ethnische Russen. Anders wie die Ukrainer, trugen die Russen Bärte, worauf beruht der Spitzname: auf ukrainisch bedeutet das Wort цап /zap/ ‘Bock’, der natürlich einen Bart trägt. Das ukrainische як зап /jak zap/ bedeutet buchstäblich „wie ein Bock“. Später wurde das zu кацап /kazap/.

Гансы(ганс) /gans/ – Spitzname für die Deutschen

Жупане(жупан) (vom Polnischen żupan) – warme Außenbekleidung von Männern in der Ukraine getragen

Мазанке (мазанка) Eine Lehmbauhütte

Левада /lewada/ – eine mit Bäumen und Büschen bewachsene Grube hinter den Blumen oder Gemüsegärten am Ende des Grundstücks eines Kosaken,.

Краля (vom Polnischen krala) – eine schöne Frau; beruht auf das polnische Wort krala (‚Königin‘).

Баштан (aus den Persischen bostan) – ein Feld, Garten oder anderes Grundstück auf dem Wassermelone, Melone und Gürken angebaut werden

Вареник /warenik/- Ukrainisches nationales Gericht aus im Wasser gekochten Teig mit verschiedenen Füllungen: Frischkäse, Kartoffel, Zwiebel, Kraut, Pilze, Früchte (Apfel oder Kirsche).

Казаки – Kosaken; aus den Türksprachen entlehnt, auf der früher das Wort die Bedeutung „freier Mensch“ trug

Гетьман – Hetman; seinerzeit in der Ukraine war er der Führer des Kosaker Militär und oberster Gewalthaber

Вертухай – Gefängniswärter

Брехню (брехня) – Lüge; aus dem Altslawischen брехать /brechat/ (bellen)

Кузькину мать; «Показать кузькину мать»Einem Kuzmas Mutter zeigen; russisches Idiom, das eine Bedrohung ausspricht. Es wird oft scherzhaft und ironisch gemeint. Nikita Chruschtschow hat den Ausspruch in Gesprächen mit amerikanischen Politikern oft benutzt, zum Verzweifeln seiner persönlichen Übersetzer. „Kuzmas Mutter“ wurde auch ein Spitzname für die AN602 ‚Zar‘Bombe, die 1961 detoniert wurde.

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 Joseph Brodsky Schmähgedicht auf die Ukraine
Genie und Narr
Neue Zürcher Zeitung, 21.2.2015
Als 1991 die Ukraine die Unabhängigkeit erklärte, verwandelte sich der Lyriker Joseph Brodsky in einen russischen Patrioten.
Als 1991 die Ukraine die Unabhängigkeit erklärte, verwandelte sich der Lyriker Joseph Brodsky in einen russischen Patrioten. (Bild: Giorgia Fiorio / Contrasto / Dukas)
Als 1991 die Sowjetunion auseinanderbrach und die Ukraine ihre seit dem 19. Jahrhundert ersehnte Unabhängigkeit erlangte, geriet darüber ein antisowjetischer russischer Dichter in Zorn, dem man solches nicht zugetraut hätte. Joseph Brodsky schrieb ein Schmähgedicht, das 2014 erneut Karriere machte.

Wie sehr beschimpft man die Ukrainer in den russischen staatlichen Fernsehprogrammen, und welche entsetzlichen Verbrechen wirft man ihnen vor! Nach der Einnahme von Slawjansk durch ukrainische Truppen wurde angeblich ein russischer Bub gekreuzigt und seine vor Leid verrückt gewordene Mutter an einen Panzer gebunden und über den Asphalt geschleift. Märchen von den Greueltaten der ukrainischen Militärs – sie heissen immer nur «Faschisten» «Bandera-Leute» und «Vergeltungskommandos» – füllen ganze Sendestunden der wichtigsten russischen Nachrichtenprogramme, und Talkshow-Teilnehmer sprechen der Ukraine schlicht das blosse Existenzrecht ab. Putin selbst machte nach der Annexion der Krim Ansprüche Russlands auf den ganzen Südosten der Ukraine geltend und nannte ihn in seiner Rede «Neurussland».

Die russischen «Informationstruppen», welche die unter Jelzin herangewachsene journalistische Kultur ersetzen, sind wohl mit die wichtigste Waffe in dem «hybriden Krieg», der gegen den Nachbarstaat entfesselt wurde. Die von ihnen betriebene Hirnwäsche macht Millionen Fernsehzuschauer zu Zombies und verwandelt Putins Krieger des Äthers – hier haben die Oppositionellen zweifellos recht – in potenzielle Kriegsverbrecher.

Schroffe Veränderung

Aber lässt sich eine so schroffe Veränderung des Verhältnisses zu einem Brudervolk allein mit der Effektivität der Propagandamaschinerie erklären? Oder sollte man den Ursprung dieser Effektivität nicht auch in den unbewussten Einstellungen des Auditoriums suchen, an das sie appelliert?

Ich bin mir sicher, in keinem anderen Land als Russland hätte die Propaganda vergleichbare Resultate erzielt. Sie bringt das an den Mann, was die Leute zumindest teilweise selbst hören wollen, sie erweckt ein Virus zum Leben, das sie schon in sich tragen. Die Mehrzahl der Infizierten weiss im Normalzustand nichts davon, aber bei Berührung mit den Bildern der Aggression, welche die Massenmedien verbreiten, wird die Sache virulent.

Als Indiz führe ich einen Fall an, in dem das imperiale Virus ohne alle Propaganda in einem Mann zutage trat, dessen Immunität dagegen bis dahin unangezweifelt geblieben war.

1991/1992, als die Sowjetunion zerfiel, war der sowjetische Exil-Schriftsteller Joseph Brodsky «poeta laureatus» der Library of Congress Washington DC. Sein ganzes Leben hatte er sich, so ein Freund des Dichters, durch «extremen Individualismus, Selbständigkeit im Denken, Originalität und vielleicht sogar Exzentrik» ausgezeichnet. Das Sowjetimperium bestrafte ihn zuerst wegen Schmarotzertums, dann schickte es ihn ins Exil. Viel hatte Brodsky für dieses Reich nicht übrig, ganz im Gegenteil. Er erzählte gern, wie er halb im Scherz die Frage parierte, von wo aus man am besten auf den Kreml schauen sollte: «Aus der Kabine eines amerikanischen Bombers.»

Sein Leben lang hatte Brodsky – vor allem als Dichter, aber auch im Alltag – in sich den privaten Menschen kultiviert. Seine Nobelpreisrede begann er 1987 mit den Worten: «Für einen Privatmann wie mich, für einen, der sein Leben lang die private Existenz jeder Rolle von sozialer Bedeutung vorgezogen hat (. . .), für einen solchen Menschen stellt es eine unbequeme Herausforderung dar, sich auf diesem Podium wiederzufinden.»

Der Dichter durchkreuzte jeden Versuch, die Autoren für die Verbrechen der politischen Regime, unter denen sie lebten, verantwortlich zu machen. «Wir sind Schriftsteller, und wir lassen uns nicht durch unser politisches System definieren», erklärte er auf einer Konferenz in Lissabon 1988. Und als Milan Kundera sich 1985 erlaubte, Dostojewski – wegen der aggressiven Sentimentalität seiner Figuren – eine indirekte Mitschuld an der Okkupation seiner Heimat durch sowjetische Panzer 1968 zu geben, fuhr Brodsky aus der Haut. Ja wie konnte dieser Tscheche es wagen, dem grossen russischen Romanschreiber dergleichen vorzuwerfen! «Soldaten repräsentieren nie die Kultur, geschweige denn die Literatur – sie tragen Knarren, keine Bücher», schrieb Brodsky.

Als «poeta laureatus» begründete Joseph Brodsky 1991/1992 das American Poetry and Literary Project, das dafür sorgte, dass an Bahnhöfen, in Schulen, Hotels und Supermärkten mehr als eine Million Lyrikbände kostenlos verteilt wurden. Ziel des Projekts war, die poetische Kultur des Durchschnittsamerikaners zu heben.

Der Zerfall der Sowjetunion hätte diesen inspirierten Diener der Poesie und Individualisten nicht besonders aufgeregt, wäre nicht dieser eine Umstand gewesen: Die Ukraine erklärte ihre staatliche Selbständigkeit!

Anfangs verstand Brodsky nicht, warum ihn dieser Akt so heftig traf und in Wut versetzte: «Alles, was schlecht ist für die Sowjetunion, ist absolut richtig», hatte er seinerzeit über die Bombardierung Kambodschas durch die Amerikaner gesagt. Der Zerfall der UdSSR, so könnte man glauben, hätte ihn freuen müssen, aber nichts dergleichen: Denn die Ukrainer haben sich von Russland und seiner grossen Kultur abgespalten! Wie aus dem «Bollwerk des Sozialismus» plötzlich Russland wurde, hätte Brodsky vermutlich auch selbst schwer erklären können. Ja, diese Reaktion ist emotional und unlogisch und widerspricht allem, was er früher gepredigt hat. Aber die Wut, die tiefe Kränkung verflogen nicht, sondern verstärkten sich noch, und er setzte sich hin und schrieb das Gedicht «Auf die Unabhängigkeit der Ukraine».

Brodsky sagte von sich: «Ich bin Jude, russischer Dichter und amerikanischer Staatsbürger.» Jetzt machte sich der «russische Dichter», der Bewahrer der grossen Kultur, im Juden und amerikanischen Staatsbürger (ein solcher war der Dichter schon seit 1977) mit unerwarteter Stärke bemerkbar. Der Dichter ging daran, den ukrainischen «Chochols» («Schopf», nach dem Haarschopf der Saporoscher Kosaken) im Namen aller Russen zu antworten.

Tödlich beleidigt

Am schwersten war es für Brodsky, eine kollektive Identität anzunehmen, zum russischen «Kazap» (Bezeichnung für die Russen nach einer Bartmode des 18. Jahrhunderts, von der die Ukrainer meinten, sie liessen den Träger aussehen wie eine Ziege, «kak zap») zu werden. Das stand im Widerspruch zu all seinen poetischen Instinkten und seinem Credo als Person, dem Schreiben im eigenen Namen. «Elitär» und «absolut einzelgängerisch» hatte ihn dafür Alexander Solschenizyn einmal genannt. Bei seiner Verwandlung in einen Kazap muss sich der Dichter ähnlich gefühlt haben wie Doktor Jekyll, der zu Mister Hyde wird. Aber der beleidigte Nationalstolz war so gross, dass er sich schliesslich, wenn auch mühsam, in den Kollektivkörper zwängte und mit der Figur des Durchschnittsrussen, des Kazap, verschmolz. Vielleicht erinnerte er sich in diesem Moment an die Worte des von ihm geschätzten Boris Pasternak: «Und Kunst kann hier nicht länger weilen, Hier atmen Erde und Geschick.» Eine so weitgehende Metamorphose hatte Brodsky sein Leben lang noch nicht durchgemacht.

Aber Joseph Brodsky war ein begabter, ein «gottbegnadeter» Dichter, und nachdem er sich in die ungewohnte Figur eingefunden und eingelebt hatte, standen ihm der passende Wortschatz und die passende Intonation bald zur Verfügung.

Dass die Ukrainer einfach ihre Unabhängigkeit gewonnen hatten und selbständig geworden waren, daran glaubte Brodsky nicht eine Sekunde – woher sonst übermannte ihn diese Selbstquälerei: Die Chochols haben, und auch nicht zum ersten Mal, die russischen Brüder gemein betrogen und sich auf die Seite der Feinde geschlagen! Das Gedicht beginnt mit einer Anrede an den Schwedenkönig Karl XII., dessen Armee 1709 bei Poltawa geschlagen wurde: Ja, will der Dichter sagen, damals habt ihr verloren, aber heute, fast dreihundert Jahre später, habt ihr uns dennoch besiegt. Schaut, über der Ukraine flattert die Flagge in denselben Farben, wie eure schwedische: «Gelb-Blau». Aber Schweden liegt ja weit weg von der Ukraine, dagegen sind Polen und Deutschland gleich nebenan, und eben mit den «Fritzen» und den «Polacken» oder «Ljachen» haben die undankbaren Chochols diesmal die Russen verraten. Dort aber erwartet sie nichts Gutes! Mit beispielloser Bosheit, um nicht zu sagen mit Sadismus, zeichnet Brodskys tödlich beleidigte imperiale Phantasie eine Szene der kollektiven Vergewaltigung der Verräter: «Sollen euch jetzt in der Hütte die Fritzen im Chor / Mit den Polacken auf alle Viere stellen, Dreckspack.»

Dann kippt der Dichter über die Chochols, die Russland angeblich verraten haben, das ganze Arsenal von Ukraine-Klischees aus, über das der Durchschnitts-Kazap verfügt. Dieses Arsenal ist extrem dürftig und banal: Ruschnik (ein besticktes Handtuch), Karbowanez (ukrainische Währungseinheit bis 1996), Borschtsch (Randensuppe), Ganovenbraut und Knödel. Brodsky, der Aristokrat des Geistes, schreibt diesmal im Namen des gemeinen Mannes; daher die Fülle volkstümlicher Wörtchen und Wendungen.

«Das Kürbismelonen-Volk»

Eine bestimmte Logik lässt sich in Brodskys Schöpfung aber erkennen. Die Ukrainer sind demnach ein Volk des Erdreichs, das keine eigene «hohe Kultur» hervorgebracht, sondern diese vom grossen russischen Volk erhalten hat. Und hier macht sich der Dichter mit den Chochols keine Umstände: «Euch hat das Erdreich geboren: der Boden, Schwarzerde mit Kalkbrei. Die Erde gibt euch, ihr Kürbismelonen, nie Ruhe.» Brodskys Hauptvorwurf an die Chochols läuft darauf hinaus, dass sie, das Kürbismelonen-Volk (Wasser- oder Zuckermelone oder Kürbis), das unmittelbar dem Erdreich entwächst, mit ihrer verbalen Unabhängigkeitserklärung in Wahrheit frech Russland verraten und die Nabelschnur durchtrennt haben, durch die sie sich kulturell ernährt haben.

Wie immer bei Brodsky gibt es in dem Gedicht eine Menge verborgener Bedeutungen, historischer Verweise und Wortspiele, aber die «Todsünde» der Ukrainer besteht für ihn in ihrer Abkehr von der grossen russischen Kultur. Fragen der sozialen Organisation, der Politik und selbst der Moral interessieren den Dichter und Kulturenthusiasten nicht: Das Ästhetische steht für ihn unendlich höher als die Prosa des Lebens.

In seiner sowjetischen Jugend wurde Brodsky wegen «Schmarotzertums» verurteilt und ins Gebiet Archangelsk verbannt. Dort fand er in einer Anthologie englischer Poesie einen Vierzeiler von W. H. Auden, der fürs ganze Leben zu seiner Devise wurde: «Time worships language and forgives / everyone by whom it lives: / pardons cowardice, conceit, / lays its honors at their feet» (Zeit / huldigt der Sprache und vergibt / jedermann durch den sie lebt: / entschuldigt Feigheit, Arroganz, / legt ihnen zu Füssen ihre Honneurs). Seine Nobelpreisrede widmete der Dichter dem Lob der Sprache, besonders der Poesie, die quasi über allem schwebt, was die Menschen verbindet – Politik, Ökonomie und Moral. Ihren Gipfelpunkt erreichte diese Sicht in seiner Ode «Auf die Unabhängigkeit der Ukraine». Hier aber zeigte sich auch ihre ganze Begrenztheit.

Im letzten Vierzeiler ruft Brodsky den Ukrainern pathetisch in Erinnerung, was sie durch ihre Abspaltung von der russischen Kultur verloren haben und was sie vor dem Tod noch bitter bereuen werden: Auf dem Totenbett, so droht er den Chochols, «werdet ihr röcheln, an den Rand der Matratze gekrallt, / Die Verse von Alexander und nicht den Stuss von Taras». «Alexander» ist natürlich der russische Nationaldichter Puschkin, und «Taras» der ukrainische Nationaldichter Schewtschenko. Der Dichter prophezeit zuletzt dem ukrainischen Volk einen schweren Tod auf der nackten Matratze und ein verspätetes Begreifen seiner grossen Schuld vor der russischen Poesie.

Vom Grossen bis zum Lächerlichen ist es wahrlich nur ein Schritt!

Gestänker statt Gespräch

Der Versuch, im Namen aller Kazaps zu orakeln, enthüllte einerseits die völlige Untauglichkeit von Brodskys privater Poetik für politische Zwecke und unterstrich andererseits die banale «imperiale Arroganz» des Dichters. Das Gespräch wurde zum Gezänk, zum Gestänker, das der einen Seite, den Ukrainern, jedes Rederecht bestreitet.

Für mich ist das Gedicht in anderer Hinsicht interessant. Im Altertum schrieb man den Dichtern die Gabe des prophetischen Blicks zu, doch heute glauben nur noch wenige daran. Die Ode «Auf die Unabhängigkeit der Ukraine» aber erlangte nach der Annexion der Krim und dem Krieg im Donbass offensichtlich ein neues Leben, sie gewann einen zweiten Atem, sehr viel mächtiger als der erste. Man erklärte die Ode zum «wichtigsten Gedicht des Jahres 2014», man diskutiert darüber und kommentiert sie. Natürlich geht es dabei nicht um die Form, sondern um den Inhalt.

Brodsky selbst schämte sich ein wenig für dieses Werk, er hat es ein paar Mal vorgetragen, aber seine Publikation kategorisch abgelehnt (der einzige Fall von Selbstzensur in seinem Werk). «Man wird mich falsch verstehen», erklärte er seine Ablehnung, in Wahrheit aber fürchtete er wohl eher etwas anderes, das Gegenteil: dass man ihn richtig versteht. Und tatsächlich, im Jahr 2014 überwältigen Millionen Russen für die Chochols dieselben Gefühle, die einst den Dichter im Exil ergriffen. Sie verstehen nichts von Poesie, aber sie lesen aus Brodskys Ode die eigenen Emotionen heraus. Die Zeit hat offengelegt, was der «lebende Klassiker» in sich selber nach Kräften zu ignorieren suchte: Mit seinen starken imperialen Emotionen kann man sich identifizieren, selbst wenn man nichts von Poesie oder hoher Kultur versteht.

Imperiale Anästhesie

Beim Kommentieren des Gedichts «Auf die Unabhängigkeit der Ukraine» blickt man unwillkürlich argwöhnisch auch auf sich selbst. Was wundern wir uns über die antiukrainische Hysterie in Moskau, wenn, zwanzig Jahre nach seiner Emigration, ein Nobelpreisträger und Kavalier des Ordens der Ehrenlegion, der sein Leben lang Privatmensch sein wollte, was ihm auch gelungen ist, ein «absoluter Einzelgänger», sich plötzlich – mit über fünfzig Jahren! – nicht mehr in der Hand hat und ein solches Gedicht in die Welt setzt? Bist denn du dir, fragt man unwillkürlich sich selber, so sicher, dass du dem Grosser-Bruder-Komplex, der «imperialen Arroganz» nicht erliegst? Besser erst einmal nichts versprechen.

Die Lektüre dieses Gedichts ist ernüchternd: Man versteht plötzlich besser, warum alte russische Bekannte, gestern noch zurechnungsfähig, trunken sind vom Glück der Inbesitznahme der Krim, dafür die ganze Welt brüskieren und in ihrer Ekstase gar nicht merken, wie sie buchstäblich zusehends verarmen. Man wundert sich weniger über die Wirkung der imperialen Anästhesie, wenn man weiss, dass auch der berühmte Dichter, unter Gefährdung seines Rufs als freier und aufgeklärter Denker und von vornherein überzeugt, man werde ihn «falsch verstehen», zum Schreibtisch eilte und auf dem Papier Gefühlen ihren Lauf liess, die er nicht beherrschen konnte. Man möchte seinem Beispiel auf keinen Fall folgen.

Der russische Philosoph und Schriftsteller Michail Ryklin, 1948 in Leningrad geboren, lebt in Berlin. Zuletzt erschien von ihm 2014 auf Deutsch im Suhrkamp-Verlag: «Das Buch Anna». – Aus dem Russischen von Gabriele Leupold.

http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/genie-und-narr-1.18487691

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Brodsky’ Poem To The Independence of Ukraine in The World of Today

O.I.Glazunova, Joseph Brodsky: American Diary (2005, pp. 72-73): “In February 1994, after Ukraine had become a part of NATO’s Partnership for Peace programme, Brodsky wrote his poem To The Independence of Ukraine, which exploded representations of him as the émigré poet who had forever broken ties with Russia and his past.

Just like Pushkin’s poem To the Slanderers of Russia, we can approach Brodsky’s poem in many different ways. It is impossible, though, to ignore in his verses the wrath of a man whose country was the victim of an act that cast doubt on the history of two countries’ cooperation, on all amicable relationships that had existed between them. But why was it Ukraine’s cooperation with NATO, not Georgia’s or, for that matter, Uzbekistan’s that provoked such an angry rebuff by Brodsky?

The answer is obvious: the behaviour of someone close (in this case a representative of the Slavic community) always cuts deeper and is felt on a more emotional level. The lightness with which Ukraine was ready to sacrifice its relationship with Russia for the sake of short-term interests (there was no military threat toward Ukraine and there could not be one) enraged the poet, and granted his words a particular harshness:

Dear Karl XII, the battle of Poltava,

Thank God is lost. As that stutterer did say,

Time will show us Kuzka’s mother, ruins,

A bone of posthumous joy with an aftertaste of Ukraine.

 

If it’s not green it’s obviously been wasted by isotopes,

The old yellow-blue flutters over Konotop,

Fashioned from canvas; Canada has probably stocked up.

Completely free – there’s no catch, but the Ukrainians don’t need this.

 

Hey you cloth Karbovanets, a sweaty fist of sunflower seeds.

It’s not up to us Russkis to blame them instead.

Believing in God themselves with glittering eyes they

Did their seventy-year stint in Ryazn.

 

We’ll tell them where to get off, with strict pauses between insults:

Hit the road, Ukrainian rednecks, and take your pretty napkins with you.

Get going in your national costume, and dare not call it military uniform,

The address? Just two letters – read between the lines!

 

May a choir of Huns now join the Poles

To bring you mud hut dwellers to your knees.

When it’s your neck on the line, let’s go it together,

But it’s sweeter to pick the chicken out of the borsch all on your own.

 

Say your farewells, Ukrainians, we’ve done our stint – that’s it!

Will spitting in the Dnieper really make it flow backwards,

Proudly shrinking from us in disdain, so swiftly, fed up

With redrawing the lines on the map and with the scorn of ages?

 

Remember us kindly! We have no earthly need

Of your bread, sky; though we may choke on our pith.

It’s not worth spoiling the blood, tearing the shirt from your back

Love, it seems, if ever such were present, is dead and done with.

 

Why go digging around for your roots?

Unto you a country was born, a soil, rich black soil

It’s time to stop riding on your “rights”, spinning us just one more yarn.

This soil will grant you no rest.

 

Hey you riverside forest, steppe, lass, where watermelons grow, dumpling,

You probably lost more people than money.

We’ll get by without you. As for our tears,

We cannot abate them until another time.

 

Godspeed, eagles and Cossacks, Hetmans, prison captains

Only when he comes and your time is up, giants,

Only then will you mutter, clutching at the sides of the mattress,

Verses of Alexander’s, and not barking Taras.

 

The poem, which was read out on 28 February 1994 at Quincy College (USA) and published in 1996 in Vecherny Kiev caused an uproar in Ukraine. It is probably due to ethical reasons that it was not included in the collection of Works of Joseph Brodsky (2001, St. Petersburg) and is currently only available online. By and large, though, it is unclear what the editor’s reasoning behind this was and why Brodsky’s poems that give a negative description of Russian reality (Fifth Anniversary, A Sketch, Imagine), are included.

Do we really care more about a “foreign” people’s feelings than about our own?

We mustn’t forget one important fact: although Brodsky’s poem is formally called To the Independence of Ukraine, it was not written in connection with the country being recognized as an independent nation, but instead with its leaders’ rash decision to side with an enemy they had until so recently shared with Russia. Ukraine’s aspirations to join NATO were in fact a statement that it could it at any moment oppose Russia, its former partner and ally. It was precisely this step that not only Brodsky but many of his compatriots considered a stab in the back. This is probably the reason that betrayal is a recurrent theme throughout the entire poem.

In the initial lines the poet remembers the events of the Great Northern War (1700 – 1721) that were tragic for Russia, when Ukrainian forces unexpectedly went over to the side of the Swedish king Karl XII (“Dear Karl XII, / the battle of Poltava, / thank God is lost. / As that stutterer did say, / time will show Kuzka’s mother.”), and compares the behaviour of the Ukrainian Hetman with Lenin’s (the stutterer’s) petitions during the First World War that called for his country’s defeat on the basis that an imperialist government had led Russia into that war[203]. The reference to “Kuzka’s mother” is a reminder of the sad continuity in the behaviour of communist leaders who, in their attempt to hold on to power or narrow nationalistic ideals often neglected the interests of their country. Krushchev’s famous threat to show America “Kuzka’s mother”, was in fact followed by an infringement on Russia’s territorial rights with the granting of the Crimean peninsula to Ukraine in 1954.

The following line, “The old yellow-blue flutters over Konotop”, on the one hand continues the theme of Mazepa’s betrayal (Ukraine borrowed its yellow-blue state colours from Sweden after its forces had changed sides during the Great Northern War), but on the other hand it sends readers back in time to the events of a more distant past.

The war with Poland that began so well for Bohdan Khmelnytsky in the middle of the 17th century (the Zaporozhian Cossacks routed Polish forces several times) ended with Ukraine’s defeat at the Battle of Berestechko (1651) and the Hetman’s petition to Russia to absorb Littel Rus’ into Muscovy. After prolonged hesitation, Moscow agreed to the Hetman’s request. The hesitation was linked to the knowledge that having decided to unite with Ukraine, war between Russia and Poland would be inevitable, and this indeed proved to be the case: in 1654 Ukraine was absorbed into Muscovy, from 1654 until 1656 Russia waged war with Poland over the liberation of occupied Ukrainian land.

After Bohdan Khmelnytsky’s death the situation in Ukraine changed. Khmelnytsky’s successor, Hetman Vyhovski, was a supporter of Poland; having come to an agreement with the Crimean Khan, he made a move against Moscow, the result of which was the catastrophic defeat of the Russians at Konotop, recalled in Brodsky’s poem. S. M. Soloviev also wrote about this battle:

“The flower of the Russian cavalry, victorious in `54 and `55, was shattered in one day; the victors took five thousand prisoners; the unfortunate souls where led out into the open and slaughtered like pigs: this was the arrangement between the allies – the Crimean Khan and the Zaporozhnian Hetman!”[204].

In his Course in Russian History V. O. Kluchevsky describes the events at Konotop thus: “Little Rus’ also drew Moscow into its first confrontation with Turkey. After Bohdan’s death war broke out between the Starshina Cossacks and the Black Sea Cossacks. Bohdan’s successor Vyhovski made himself king and along with the Tatars destroyed Tsar Alexis’ best fighters at Konotop (1659). Thus emboldened and having been liberated from the Swedes with the help of Moscow, the Poles did not want to give back any of the land they had won. A second war with Poland began, involving two catastrophic defeats for Moscow: Prince Khovansky’s defeat in Belarus and the capitulation of Sheremetev at Chudniv. Lithuania and Belarus had been lost”[205].

All the drama of the history of cooperation between two countries is hidden in just a few lines of Brodsky’s poem. And although not everything in this history ran smoothly and without incident, the good overrode the bad, and this good, as far as the poet is concerned, was crossed out by the wish of the new Ukrainian leaders to openly support NATO, an enemy it had shared until so recently with Russia.

Detailed research into the alliance between Ukraine and Russia does not come into the given publication but if we study the poet’s works it is natural to attempt to understand the reasoning behind his words. We must not content ourselves with one side of the story, in this case “insulted” Ukraine; we need to examine the opposing point of view also. And here reference to history is inevitable, but this history, unfortunately, is far from ideal.

The fact that Brodsky’s opinion was expressed with such emotion is also understandable, for Ukraine’s actions, which sparked the poem in response, went beyond the bounds of moral and ethical principles of cooperation between allies that had been established over the course of history.

During a significant period of its history Russia built up a relationship with Ukraine, based on the principle of a Slavic alliance, often to the detriment of its own interests, not mentioning the fact that potential enemies don’t just give land away. It is possible that the denunciatory tirade in Brodsky’s poem was not directed at Ukraine but at the author himself, who naively looked upon this country as a close friend or confederate, whom he could count upon at any time.

Losing friends is equal to becoming disillusioned, it’s always difficult, it’s unlikely that someone in a similar situation would have been able to remain impartial and take the perfectly balanced view of a bystander.”

Lev Balashov

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Lev Balashov: My Comments

How applicable Joseph Brodsky’s poem is to the present day situation of cooperation between Russian and Ukraine! Euromaidan, in essence, is a continuation of Mazepa’s dark deed (“a stab in the back”). The rebels don’t just want association with the European Union. They want this at the cost of far-reaching historical, economic and blood ties between Ukraine and Russia. This is the problem!

But lately (toward the end of January 2014) another tendency has emerged: civil war, the collapse of Ukraine, at the end of the day exacerbated conflict between Russia and the West, insofar as Russia is supporting pro-Russian forces in Ukraine.

Thank you Olga Glazunova. At first Brodsky’s poem was all Greek to me but Olga deciphered and explained everything. Thanks to this poem, I have been able to see Joseph Brodsky in a new light. It would appear that he is a real Russian patriot and can act completely in the style of A. S. Pushkin’s To the Slanderers of Russia. The only thing I don’t understand is why he rejected Taras Shevchenko (“barking Taras”) and contrasted him with our Alexander Pushkin!

For that matter, it wouldn’t hurt to remember Pushkin’s poem Slanderers of Russia here:

What are you complaining about, mouthpiece of nations?

Why do you threaten Russian with anathema?

What shook you? Lithuania’s fears?

Let it be: this is a fight between Slavs,

An ancient, domestic fight, already weighed out by fate,

A question to which you have no answer.

Since ages long past,

These tribes have been fighting;

Many a time hath faltered under siege

Now their side, now ours.

Who shall be left standing in this uneven fight:

The boastful Pole or loyal Russian?

Shall Slavic streams flow together into the Russian sea?

Has it dried up though? That is the question.

Leave us be: you have not read

Those bloody tablets;

Them you cannot understand, to you completely foreign

This family dispute;

To you the Kremlin and Prague are mute;

It vainly allures you

The courage of a desperate struggle —

And you hate us…

But why? You answer: because

Atop the flaming ruins of Moscow

We failed to recognize with a brazen will

The one, under whom you trembled?

Because into the abyss we did pour

The idol who did loom over nations

And with our blood won back

Europe’s freedom, honour and peace?..

You talk a fine talk but walk no walk!

So has the old hero, resting on his bed,

Not the strength to assemble his bayonet from Ismail?

Or are the words of a Russian tsar already meaningless?

Or are we to fight once more with Europe?

Or has the Russian grown unused to victory?

Or are there not enough of us? Or from Perm to the Crimea,

From frosty Finnish peaks to the fiery Colchis,

From the shaken Kremlin

To the walls of eternal China,

Will not with steely bristle sparkling

Russia’s soil rise up in defiance?..

So send to us, mouthpiece of nations,

Your embittered sons:

We’ll find space for them on Russia’s fields,

Amongst graves already known to them.

 

My thanks to Nicholas Simons, London,

http://www.translatorsbase.com/view_resume.aspx?nav=UserAccount&user_id=670462

whose translated those two poems by Brodsky and Pushkin, and the text of Lev Balashov from Russian. Julian S. Bielicki

 

Жовто-блакытный (Ukrainian) – yellow-blue; the name of the Ukrainian flag

Карбованец /Karbovanets/ – former Ukrainian currency (in use when Brodsky wrote his poem)

Хохлам(хохол) /khokhol/ – nickname for the Ukrainians. In their heyday the Zaporozhian Cossacks shaved their heads, leaving only a quiff of hair at the front of their heads, which the Russians called a /khokhol/. Soon the Russians gave the same name to anyone who cut his hair in this way, and eventually the nickname was used to refer to all Ukrainians.

Кацапам(кацап) /katsap/ – Ukrainian, Polish, Slovakian, Belarusian and even Southern Russian derogatory nickname for ethnic Russians. Contrary to the Ukrainians, the Russians wore beards; the Ukrainian word цап /tsap/ means ‘goat’, which of course has a beard. Як цап /yak tsap/ means literally ‘like a goat’. Over time the expression evolved from the Ukrainian into кацап /katsap/.

Гансы(ганс) /gans/ – nickname for the Germans

Жупане(жупан) (from Polish żupan) – warm outer clothing worn by Ukrainian men

Мазанке (мазанка) /mazanka/ – a hut made of wood or brick and plastered with clay

Левада /levada/ – ditch at the end of a Cossack’s plot of land, behind the flower or vegetable gardens, usually overgrown with trees and bushes

Краля (from Polish krala) – a beautiful woman; borrowed from Polish, in which ‘krala’ means ‘queen’

Баштан (from Persian bostan) – a field, garden or other plot of land on which watermelons, melons and cucumbers are grown

Вареник /varenik/ – Ukrainian national dish consisting of boiled dough with various fillings: cottage cheese, potato, onion, cabbage, mushroom, fruit (apple or cherry)

Казаки – Cossacks; borrowed from the Turkic languages, where it used to mean “free man”

Гетьман – Hetman; In Ukraine this was historically the leader of the Cossack military and supreme wielder of power

Вертухай – prison warden

Брехню (брехня) – lie; from the Old Slavic verb брехать /brekhat’/ (to bark)

Кузькину мать; «Показать кузькину мать» – to show someone Kuzma’s mother; a Russian idiom indicating a threat. It is often used jokingly or ironically. Nikita Krushchev often used the expression in conversations with American politicians, much to the despair of his personal translators. “Kuzma’s mother” also became a nickname for the AN602 ‘Tsar’bomb that was detonated in 1961.

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Стихотворение Бродского -На независимость Украины-

Лев Балашов

 

СТИХОТВОРЕНИЕ И.БРОДСКОГО «НА НЕЗАВИСИМОСТЬ УКРАИНЫ» И СОВРЕМЕННОСТЬ

Из книги О.И. Глазуновой „Иосиф Бродский: Американский дневник“ (2005 г., с. 72-73):
«В феврале 1994 года после того, как Украина стала участником программы НАТО „Партнерство ради мира“,Бродский пишет стихотворение „На независимость Украины“, которое взорвало представления о нем как о поэте-эмигранте, навсегда порвавшем с Россией и со своим прошлым.

Можно по-разному относиться к стихотворению Бродского, как, впрочем, и к „Клеветникам России“ Пушкина. Но нельзя не отметить в стихах гнев человека и гражданина страны, по отношению к которой был совершен поступок, поставивший под сомнения историю взаимодействия двух стран, все дружеские отношения в прошлом. Почему же сотрудничество с НАТО Украины, а не Грузии или, например, Узбекистана вызвало столь гневную отповедь Бродского?

Ответ очевиден: поведение близкого человека (в данном случае представителя славянского содружества) всегда ранит глубже и воспринимается на более эмоциональном уровне. Легкость, с которой Украина была готова пожертвовать отношениями с Россией ради соображений сиюминутной выгоды (военной угрозы в отношении ее не было и быть не могло) взорвала поэта, придав его словам особую жесткость:

Дорогой Карл XII, сражение под Полтавой,
Слава Богу, проиграно. Как говорил картавый,
Время покажет „кузькину мать“, руины,
Кость посмертной радости с привкусом Украины.
То не зеленок – виден, траченный изотопом,
Жовто-блакытный реет над Конотопом,
Скроенный из холста, знать, припасла Канада.
Даром что без креста, но хохлам не надо.
Горькой вошни карбованец, семечки в полной жмене.
Не нам, кацапам, их обвинять в измене.
Сами под образами семьдесят лет в Рязани
С залитыми глазами жили как каторжане.
Скажем им, звонкой матерью паузы метя строго:
Скатертью вам, хохлы, и рушником дорога.
Ступайте от нас в жупане, не говоря – в мундире,
По адресу на три буквы, на стороны все четыре.
Пусть теперь в мазанке хором гансы
С ляхами ставят вас на четыре кости, поганцы.
Как в петлю лезть, так сообща, суп выбирая в чаще,
А курицу из борща грызть в одиночку слаще.
Прощевайте, хохлы, пожили вместе – хватит!
Плюнуть, что ли, в Днипро, может, он вспять покатит.
Брезгуя гордо нами, как оскомой битком набиты,
Отторгнутыми углами и вековой обидой.
Не поминайте лихом, вашего хлеба, неба
Нам, подавись вы жмыхом, не подолгом не треба.
Нечего портить кровь, рвать на груди одежду,
Кончилась, знать, любовь, коль и была промежду.
Что ковыряться зря в рваных корнях покопом.
Вас родила земля, грунт, чернозем с подзомбом,
Полно качать права, шить нам одно, другое.
Эта земля не дает, вам, калунам, покоя.
Ой, ты левада, степь, краля, баштан, вареник,
Больше, поди, теряли – больше людей, чем денег.
Как-нибудь перебьемся. А что до слезы из глаза
Нет на нее указа, ждать до другого раза.
С Богом, орлы и казаки, гетьманы, вертухаи,
Только когда придет и вам помирать, бугаи,
Будете вы хрипеть, царапая край матраса,
Строчки из Александра, а не брехню Тараса.

Стихотворение, прочитанное 28 февраля 1994 года на вечере в Квинси-Колледже (США) и опубликованное в 1996 году в газете „Вечерний Киев“, вызвало на Украине бурю негодования. По этическим, вероятно, соображениям, оно не было включено в собрание „Сочинений Иосифа Бродского“ (СПб., 2001) и в настоящее время доступно только в интернет-версии. Хотя, по большому счету, не понятно, чем руководствовались в этом случае составители сборника и почему стихотворения Бродского, в которых дается негативное описание российской действительности („Пятая годовщина“, „Набросок“, „Представление“), в нем присутствуют.

Неужели ущемление чувств „чужого“ народа нас заботит больше, чем своего собственного?

Нельзя забывать об одном немаловажном факте: хотя формально стихотворение Бродского называется „На независимость Украины“, написано оно было не в связи с обретением страной государственного статуса, а по случаю поспешного желания ее лидеров примкнуть к своему еще недавно общему с Россией противнику. Стремление Украины стать членом НАТО фактически явилось заявлением о том, что теперь в любой момент она может выступить против России — своего бывшего партнера и союзника. Именно этот шаг украинских лидеров не только Бродский, но и многие его соотечественники восприняли как удар в спину. Вероятно, поэтому тема предательства звучит у поэта на протяжении всего стихотворения.

В начале стихотворения поэт вспоминает трагические для России события Северной войны (1700.1721), когда украинские войска неожиданно перешли на сторону шведского короля Карла XII („Дорогой Карл XII, / сражение под Полтавой, / слава Богу, проиграно. / Как говорил картавый, / время покажет „кузькину мать.“), и сравнивает поведение украинского гетмана с заявлениями Ленина („картавого“), который в ходе первой мировой войны призывал к поражению своей страны на том основании, что эта война велась империалистическим правительством[203]. Упоминание „кузькиной матери“ свидетельствует о печальной преемственности в поведении коммунистических лидеров, которые в стремлении удержать власть или в своих узконационалистических пристрастиях часто пренебрегали интересами страны. Знаменитое обещание Хрущева показать „кузькину мать“ Америке на деле обернулось ущемлением территориальных прав России и передачей Украине Крымского полуострова в 1954 году.

Следующая строка стихотворения „жовто-блакытный реет над Конотопом“, с одной стороны, продолжает тему предательства Мазепы (желто-синие государственные цвета Украина взяла у Швеции, после того как в ходе Северной войны ее войска перешли на сторону противника), а с другой, — отсылает читателей к событиям еще более далекого прошлого.

В середине XVII века война с Польшей, которая началась так удачно для Богдана Хмельницкого (запорожские казаки несколько раз разгромили польские войска), закончилась поражением Украины в битве при Берестечке (1651) и обращением гетмана к России с просьбой присоединить Малороссию к Московскому государству. После долгих колебаний Москва дала положительный ответ на просьбу гетмана. Колебания же были вызваны тем, что за принятием решения о присоединении Украины для России неизбежно следовала войной с Польшей, что и произошло: в 1654 году Украина вошла в состав Московского государства, с 1654 по 1656 год Россия вела войну с Польшей за освобождение украинских земель.

После смерти Богдана Хмельницкого ситуация на Украине изменилась. Преемник Хмельницкого гетман Выговский был сторонником Польши; заключив соглашение с Крымским ханом, он выступил против Москвы, результатом чего стало жестокое поражение русских под Конотопом, о котором Бродский упоминает в стихотворении. Об этом сражении С.М.Соловьев писал:

„Цвет московской конницы, совершившей счастливые походы 54 и 55 годов, сгиб в один день; пленных досталось победителям тысяч пять; несчастных вывели на открытое место и резали как баранов: так уговорились между собою союзники — хан крымский и гетман Войска Запорожского!“[204].

В „Курсе русской истории“ В.О.Ключевского так описываются события под Конотопом: „Малороссия втянула Москву и в первое прямое столкновение с Турцией. По смерти Богдана началась открытая борьба казацкой старшины с чернью. Преемник его Выговский передался королю и с татарами под Конотопом уничтожил лучшее войско царя Алексея (1659). Ободренные этим и освободившись от шведов с помощью Москвы, поляки не хотели уступать ей ничего из ее завоеваний. Началась вторая война с Польшей, сопровождавшаяся для Москвы двумя страшными неудачами, поражением князя Хованского в Белоруссии и капитуляцией Шереметева под Чудновом на Волыни вследствие казацкой измены. Литва и Белоруссия были потеряны“[205].

За несколькими строчками стихотворения Бродского скрывается полная драматизма история взаимоотношений двух стран. И хотя не все в этой истории было гладко и безупречно, но хорошее все же преобладало над плохим, и это хорошее, в представлении поэта, было перечеркнуто желанием новых украинских лидеров открыто стать на сторону НАТО, своего еще недавно общего с Россией противника.

В задачи данной книги не входит подробное исследование взаимоотношений Украины и России, но если мы изучаем творчество поэта, вполне естественно постараться понять причины, побудившие его к тем или иным действиям. Нельзя довольствоваться соображениями одной из сторон, в данном случае „обиженной“ Украины, следует рассмотреть и противоположную точку зрения. И здесь без обращения к истории не обойтись, а история эта, к сожалению, далека от идиллии.

Тот факт, что мнение Бродского было облечено в крайне эмоциональную форму, тоже можно понять, — ведь и поступок Украины, который послужил поводом для написания стихотворения, выходил за рамки исторически сложившихся морально-этических принципов взаимодействия между дружественными странами.

На протяжении длительного периода истории Россия строила свои отношения с Украиной, исходя из идеи славянского содружества, часто в ущерб своим собственным интересам, не говоря уже о том, что потенциальным врагам территории не раздаривают. Возможно, и не на Украину был направлен отрицательный заряд стихотворения Бродского, а на себя самого, наивного, воспринимавшего эту страну как ближайшего друга и союзника, на которого в любой момент можно положиться.
Терять друзей, равно как и свои иллюзии, всегда тяжело, вряд ли кому-нибудь в подобной ситуации удается сохранить беспристрастный тон повествования и безупречно взвешенную позицию наблюдателя».

Lev Balashov

Лев Балашов: МОЙ КОММЕНТАРИЙ.
Как перекликается это стихотворение Иосифа Бродского с нынешней ситуацией во взаимоотношениях России и Украины! Евромайдановцы, в сущности, продолжают черное дело Мазепы („удар в спину“). Они ведь не просто хотят ассоциации с Евросоюзом. Они хотят это сделать за счет разрыва глубоких исторических, родственных и экономических связей Украины с Россией. Вот в чем проблема!
А в самое последнее время (конец января 2014 г.) обнаруживается еще одна тенденция: к гражданской войне, к развалу Украины и, в конечном счете, к жесткому обострению конфликта России с Западом, поскольку Россия выступит в поддержку пророссийских сил на Украине.

Спасибо Ольге Глазуновой. Я поначалу воспринял стихотворение Бродского как абракадабру. Но Ольга всё расшифровала и разъяснила. Благодаря этому стихотворению я по-новому взглянул на Иосифа Бродского. Оказывается, он настоящий патриот России и может выступать вполне в духе стихотворения А.С.Пушкина „Клеветникам России“. Непонятно только, зачем он лягнул Тараса Шевченко („брехня Тараса“) и противопоставил его нашему Александру Сергеевичу?!

Кстати, нелишне вспомнить здесь стихотворение Пушкина „Клеветникам России“:

О чем шумите вы, народные витии?
Зачем анафемой грозите вы России?
Что возмутило вас? волнения Литвы?
Оставьте: это спор славян между собою,
Домашний, старый спор, уж взвешенный судьбою,
Вопрос, которого не разрешите вы.
Уже давно между собою
Враждуют эти племена;
Не раз клонилась под грозою
То их, то наша сторона.
Кто устоит в неравном споре:
Кичливый лях, иль верный росс?
Славянские ль ручьи сольются в русском море?
Оно ль иссякнет? вот вопрос.
Оставьте нас: вы не читали
Сии кровавые скрижали;
Вам непонятна, вам чужда
Сия семейная вражда;
Для вас безмолвны Кремль и Прага;
Бессмысленно прельщает вас
Борьбы отчаянной отвага —
И ненавидите вы нас…
За что ж? ответствуйте: за то ли,
Что на развалинах пылающей Москвы
Мы не признали наглой воли
Того, под кем дрожали вы?
За то ль, что в бездну повалили
Мы тяготеющий над царствами кумир
И нашей кровью искупили
Европы вольность, честь и мир?..
Вы грозны на словах — попробуйте на деле!
Иль старый богатырь, покойный на постеле,
Не в силах завинтить свой измаильский штык?
Иль русского царя уже бессильно слово?
Иль нам с Европой спорить ново?
Иль русский от побед отвык?
Иль мало нас? Или от Перми до Тавриды,
От финских хладных скал до пламенной Колхиды,
От потрясенного Кремля
До стен недвижного Китая,
Стальной щетиною сверкая,
Не встанет русская земля?..
Так высылайте ж к нам, витии,
Своих озлобленных сынов:
Есть место им в полях России,
Среди нечуждых им гробов.

 

© Copyright: Лев Балашов, 2013
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Лев Балашов

Лев Евдокимович Балашов – философ, профессор, автор свыше 20 книг, в т.ч. „Мир глазами философа“,
„Практическая философия“, „Философия: учебник“, „Этика“, „Занимательная философия“, „Жизнь, смерть, бессмертие“,
„Как мы думаем?“, „О любви“, „Либерализм и свобода“, „Ошибки и перекосы категориального мышления“.
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1. Мир глазами философа. (Категориальная картина мира) – doc
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9. Ф.Ницше – Гитлер философии (памфлет) – doc
10. Гуманистический манифест – doc
11. Занимательная философия – doc
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13. Занимательная этика – doc
14. О любви – pdf
15. Ошибки и перекосы категориального мышления – doc
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18. Материалы по философии истории – doc
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23. Человечеству грозит гибель от депопуляции, если…- doc
24. Кризис на Украине. Философско-политические заметки на злобу дня – doc (http://yadi.sk/d/0IwkBYCCGYyL9)

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Как мы думаем? (21)

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Мысли о религии (12)

Дневник размышлений (68)

Занимательная философия (29)

Кризис на Украине (30)

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Сергей Корягин, Иванов Евгений Михайлович, Павел Техдир Антипов, Анатолий Лень, Медведев Дмитрий, Бармин Виктор, Владимир Рыскулов, Игорь Сирык, Образование, Евгений Нейштадт, Братислав Либертус На Русском, Денис Романюк, Ирина Ракша, Мария Климук

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

 

What´s Left? Antisemitism!

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DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

 

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Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.
 The reality is always stronger than illusions.
 A delusion is characterized by increasing loss of reality, and can be attested to today’s leaders in Germany and the mass media. Loss of reality describes the mental state of a person who is not (any longer) be able to understand the situation in which it is located. So you are ruled by madmen and manipulated by the mass media.
Totalitarianism can only be defeated if one has the courage to call things by their right names, just as they are. Political correctness prevents it promotes totalitarianism and political cowardice and political lie.
The Extinction: Islam is like the sun, who comes too close to him, will burn itself and will flare the rest of the world with him.
Islam does not want any submission! Islam wants victory, destruction and annihilation.

 

 

No Offense: The New Threats to Free Speech

Wall-Street-Journal

The Saturday Essay

No Offense: The New Threats to Free Speech

The U.S. and Britain have long considered themselves the standard-bearers for freedom of expression. Can this proud tradition survive the idea that ‘hurtful’ speech deserves no protection?

free speech

Today, hurtful speech is more likely to be political speech than obscene speech. Brian Stauffer

 

By John O’Sullivan

Oct. 31, 2014

On Feb. 14, 1989, I happened to be on a panel on press freedom for the Columbia Journalism Review when someone in the audience told us of Ayatollah Ruhollah Khomeini’s religious edict for blasphemy against the British novelist Salman Rushdie. What did we think? We didn’t, as I best recall, disgrace ourselves. We said most of the right things about defending freedom of thought and the imagination.

But the death sentence from Iran’s supreme leader seemed unreal—the sending of a thunderbolt from medieval Qom against modern Bloomsbury—and we didn’t treat it with the seriousness that it deserved. I recall, alas, making a very poor joke about literary deconstructionism. My colleagues, though more sensible, were baffled and hesitant. Was it even true—or perhaps just a mistranslation?

We knew soon enough that it was true. The literary, media and political worlds rallied in defense of Mr. Rushdie. He became a hero of free speech and a symbol—even if a slightly ambivalent postcolonial one—of Western liberal traditions. But he also went, very sensibly, behind a curtain of security that was to last many years.

And by degrees—when it seemed that not only Mr. Rushdie’s life but the lives of his publishers, editors and translators might be threatened—his base of support in the literary world thinned out. Sensitive intellectuals discovered that, in a multicultural world, respect for the Other meant understanding his traditions too, and these often were, well, sterner than ours. Freedom of speech was only one value to be set against…ahem, several other values. Fear, cowardice and rationalization spread outward.

Twenty-five years later, we can look back on a long series of similar events, including: the 2002 anti-Christian riots in Nigeria, in which more than 200 people were killed because a local tabloid had facetiously suggested that Miss World contestants would make suitable brides for Muhammad; the 2004 murder of the Dutch filmmaker Theo van Gogh for his movie “Submission,” in which passages from the Quran were printed on women’s bodies; the riots in Denmark and throughout the Middle East in 2005 in response to the publication of cartoons of Muhammad by a Danish magazine; the murder threats against Dutch politician Geert Wilders for his 2008 film “Fitna,” which interleaved passages from the Quran with clips of jihadist violence.

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Muslim worshippers in Baghdad, Iraq, denounce Denmark after a Danish magazine ran cartoons of the Prophet Muhammad on Feb. 3, 2006. Associated Press

These events were threats to free speech, however, not only in themselves but also because they intimidated people and private organizations and gave governments an excuse to restrict free media. Over time, they encouraged others who had no interest in Islam whatsoever—from wealthy individuals to “dissident” minorities to democratic politicians—to try their hand at silencing opponents. Almost no newspapers published the Muhammad cartoons, for instance, though the story of them dominated the international media for weeks. Yale University Press especially distinguished itself by publishing a major study of the controversy in 2009—without the actual drawings.

Governments began to treat those threatened for their opinions almost as harshly as those attacking them. Dutch legal authorities tried repeatedly, if unsuccessfully, to prosecute Mr. Wilders for “inciting hatred” with his film. He was briefly prohibited from entering Britain. In 2006, Tony Blair’s government passed the Racial and Religious Hatred Act—a kind of “blasphemy lite” law—ostensibly designed to protect all religions against threatening expression but generally understood as intended to limit hostile criticism of Islam. Both the U.S. and the European Union have entered into a dialogue in recent years with the 56 states of the Organization of the Islamic Conference, which is seeking an international law prohibiting blasphemy. In 2011, Secretary of State Hillary Clinton told the OIC that, while the First Amendment prevented the U.S. from prohibiting speech, the administration might still “use some old-fashioned techniques of peer pressure and shaming so that people don’t feel they have the support to do what we abhor.”

Admittedly, it is difficult to draw a clear line between criticism of an Islamic belief and an attack on Muslims who believe it. If you denounce a belief as absurd, you are implicitly criticizing the believers as credulous fools. Christians have to endure explicit denunciations of their faith all the time from such writers as Richard Dawkins and Sam Harris. And so they should. If you can’t stand the heat, don’t listen to hellfire sermons from atheists.

Hearing criticisms of your own convictions and learning the beliefs of others are training for life in a multifaith society. Preventing open debate means that all believers, including atheists, remain in the prison of unconsidered opinion. The right to be offended, which is the other side of free speech, is therefore a genuine right. True belief and honest doubt are both impossible without it.

It isn’t just some Muslims who want the false comfort of censoring disagreeable opinions. Far from it. Gays, Christians, feminists, patriots, foreign despots, ethnic activists—or organizations claiming to speak for them—are among the many groups seeking relief from the criticism of others through the courts, the legislatures and the public square.

England’s libel laws—long a scandalous system for enabling the rich to suppress their scandals—now have imitations in Europe and the U.S. In May 2014, the European Court of Justice created “the right to be forgotten,” enabling those with ugly pasts—a fraudster, a failed politician, an anti-Muslim bigot perhaps—to delete their crimes, misdemeanors and embarrassments from Internet records so that search engines cannot find them.

Surely such things can’t happen in the land of the First Amendment? Not in quite the same way, perhaps, but a libel suit brought by the climatologist Michael Mann against the opinion writer Mark Steyn, National Review magazine (with which I am affiliated) and the Competitive Enterprise Institute for their criticism of his temperature projections still poses a chilling threat to free speech and scientific debate. Even if the case is ultimately resolved in favor of Mr. Mann’s critics, they will have suffered a considerable loss in time and money. “The process is the punishment,” Mr. Steyn has said of such trials. It is also a deterrent to future critics.

Nor are conservatives free from sin on this issue. In recent years, their attacks on free expression in the U.S. have generally been prompted by a philistine discomfort with provocative art, from the “Sensation” exhibition at the Brooklyn Museum in 1999 to the more recent flap over “The Death of Klinghoffer” at New York’s Metropolitan Opera.

In Britain, the sitting Tory home secretary, Theresa May, long resisted efforts to reform a catchall law regulating speech that the police have enforced with extraordinary zeal and no sense of proportion. These police actions include arresting a protester for asking a policeman “Is your horse gay?”; prosecuting a drunken soccer fan who, from his sofa, attacked a player in a racist tweet; summoning a youngster to appear in court for a placard describing Scientology as a cult; and arresting a Muslim demonstrator for burning a Remembrance Poppy.

Under the new British law, an evangelical Christian also was fined for holding up a sign that read “Stop Homosexuality, Stop Lesbianism.” But he was lucky. A human rights tribunal in Canada imposed a lifetime ban on sermonizing about homosexuality on a clergyman who had similarly offended. In both countries, the restraints on speech have since been softened, but the concessions have been modest, and Canada’s Supreme Court has clearly indicated a wish to retain the new speech regime in full.

This slow erosion of freedom of expression has come about in ways both social and legal. Before the 1960s, arguments for censorship tended to focus on sexual morality, pornography and obscenity. The censors themselves were usually depicted as benighted moral conservatives—priggish maiden aunts. Freedom of political speech, however, was regarded as sacrosanct by all. As legal restraints on obscenity fell away, however, freedom of political speech began to come under attack from a different kind of censor—college administrators, ethnic-grievance groups, gay and feminist advocates.

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A woman protests a speech by Geert Wilders in Australia in 2013. Mr. Wilders’s 2008 film ‘Fitna’ interweaved passages from the Quran with clips of jihadist violence. Agence France-Presse/Getty Images

The new censors advanced such arguments as that “free speech can never be an excuse for racism.” These arguments are essentially exercises both in begging the question and in confusing it. While the principle of free speech cannot justify racism any more than it can disprove racism, it is the only principle that can allow us to judge whether or not particular speech is racist. Thus the censor’s argument should be reversed: “Accusations of racism can never be an excuse for prohibiting free speech.”

Meanwhile, the narrowly legal grounds for restricting speech changed, too. Since the 18th century, the basic legal justifications for restricting political speech and publication were direct incitement to harm, national security, maintaining public order, libel, etc. Content wasn’t supposed to be considered (though it was sometimes smuggled in under other headings).

Today, content is increasingly the explicit justification for restricting speech. The argument used, especially in colleges, is that “words hurt.” Thus, universities, parliaments, courts and various international bodies intervene promiscuously to restrict hurtful or offensive speech—with the results described above. In the new climate, hurtful speech is much more likely to be political speech than obscene speech.

The definition of political speech has changed too. The U.S. Supreme Court has expanded it to include nonspeech actions, such as nude dancing. Conservative judges such as the late Robert Bork had some fun pointing out that, under the Court’s rulings, students couldn’t lawfully pray before a football game, but they might dance naked—unless the dance included scarves, since this might constitute a prohibited “biblical” allusion to Salome’s veils.

There is plainly scope for disagreement over what actions amount to protected speech, but in a landmark ruling in 1989, the Supreme Court decided that burning the American flag was among them. If one accepts the notion of nonspeech opinion, it is difficult to disagree. Burning the flag of the U.S., however odious, is plainly a statement meant to reject American power and legitimacy.

The Court’s judgment in this case was the apogee of post-Vietnam free speech liberalism. But to bring the issue up-to-date: Burning the Quran also expresses a political opinion. Would today’s justices reach the same conclusion as their predecessors did on the question of flag-burning? Would a U.S. administration that is discussing an international blasphemy law with the world’s Islamic states tell the Court that burning a Quran is also protected speech? It is, at the very least, doubtful.

We know that today’s British government wouldn’t do so. Burning a Remembrance Day poppy is the British equivalent of flag-burning, and Ms. May, the home secretary, implicitly disagreed with the American precedent in her defense of Britain’s restrictive laws. She explained that “a careful balance [had] to be struck between protecting our proud tradition of free speech and taking action against those who cause widespread offense.” Realistically parsed, this amounts to an acknowledgment that Britain’s proud tradition of free speech will not in fact be protected. Speech that offends significant groups of people—as distinguished from speech that directly invites or threatens violence—will be censored or punished.

Some years ago, the liberal writer Michael Kinsley described the different attitudes to free speech in the U.K. and the U.S. as follows: “In a country like Great Britain, the legal protections for speech are weaker than ours, but the social protections are stronger. They lack a First Amendment, but they have thicker skin and a greater acceptance of eccentricity of all sorts.”

Today, both sorts of protection for speech—legal and social—are weaker than before in both countries. This year, official regulation of the press was passed into U.K. law for the first time since 18th-century juries nullified press prosecutions. These new restraints enjoyed the backing not just of all the parties but apparently of the public as well.

In the U.S., the case of Mann v. Steyn, let alone a hypothetical case involving Quran-burning, has yet to be decided. But Democrats in the Senate are seeking to restrict political speech by restricting the money spent to promote it. And in the private sector, American corporations have blacklisted employees for expressing or financing certain unfashionable opinions. In short, a public culture that used to be liberal is now “progressive”—which is something like liberalism minus its commitment to freedom.

The U.S. and Britain have long thought of themselves as, above all, free countries. If that identity continues to atrophy, free speech will be the first victim. But it will not be the last.

Mr. O’Sullivan is director of the Danube Institute in Budapest and a senior fellow of the National Review Institute in New York.

 http://m.wsj.com/articles/no-offense-the-new-threats-to-free-speech-1414783663?mobile=y

 

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Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert

 

Stupidity is demonstrated by people lacking knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice attempt to avoid upsetting fools unwilling to face the truth

“In argument about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and cognition. The true Islam is totally different, the one who will find it will become a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easy. If someone has nothing to say, he says it then in a very complicated way

 

 

Why Did British Police Ignore Pakistani Gangs Abusing 1,400 Rotherham Children? Political Correctness is political cowardness.

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Why Did British Police Ignore Pakistani Gangs Abusing 1,400 Rotherham Children? Political Correctness is political cowardness.

by Roger Scruton

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“In argument about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

A story of rampant child abuse—ignored and abetted by the police—is emerging out of the British town of Rotherham. Until now, its scale and scope would have been inconceivable in a civilized country.  Its origins, however, lie in something quite ordinary: what one Labour MP called “not wanting to rock the multicultural community boat.”

Imagine the following case. A fourteen-year old girl is taken into care by the social services unit of the town where she lives, because her parents are drug-addicted, and she has been neglected and is not turning up in school. She is one of many, for that is the way in Britain today. And local government entities—Councils—can be ordered by the courts to stand in for parents of neglected children. The Council places the girl in a home, where she is kept with others under supervision from the social services department. The home is regularly visited by young men who try to entice the girls into their cars, so as to give them drugs and alcohol, and then coerce them into sex.

The girl, who is lonely and uncared for, meets a man outside the home, who promises a trip to the cinema and a party with children of her age. She falls into the trap. After she has been raped by a group of five men she is told that, if she says a word to anyone, she will be taken from the home and beaten. When, after the episode is repeated, she threatens to go to the police, she is taken into the countryside, doused in petrol, and told that she is going to be set alight, unless she promises to tell no one of the ordeal.

Social workers tell girls they cannot help them

Meanwhile she must accept weekly abuse, in return for drugs and alcohol. Soon she finds herself being taken to other towns in the area, and hired out for sexual purposes to other men. She is distraught and depressed, and at the point when she can stand it no longer, she goes to the police. She can only stutter a few words, and cannot bring herself to accuse anyone in particular. Her complaint is dismissed on the grounds that any sex involved must have been consensual. The social worker in charge of her case listens to her complaint, but tells her that she cannot act unless the girl identifies her abusers. But when the girl describes them the social worker switches off with a shrug and says that she can do nothing. Her father, his drug habit notwithstanding, has tried to keep contact with his daughter and suspects what is happening. But when he goes to the police, he is arrested for obstruction and charged with wasting police time.

Over the two years of her ordeal the girl makes several attempts on her own life, and eventually ends up abandoned and homeless, without an education and with no prospect of a normal life.

Impossible, you will say, that such a thing could happen in Britain. In fact it is only one of over 1,400 cases, all arising during the course of the last fifteen years in the South Yorkshire town of Rotherham, all involving vulnerable girls either in Council care or inadequately protected by their families from gangs of sexual predators. Almost no arrests have been made, no social workers or police officers have been reprimanded, and until recently the matter was dismissed by all those responsible as a matter of no real significance. Increasing public awareness of the problem, however, led to complaints, triggering a series of official reports. The latest report, from Professor Alexis Jay, former chief inspector of social work in Scotland, gives the truth for the first time, in 153 disturbing pages. One fact stands out above all the horrors detailed in the document, which is that the girl victims were white, and their abusers Pakistani.

Sociologists convinced government that the police are racist

Fifteen years ago, when these crimes were just beginning, the Stephen Lawrence Inquiry into the conduct of the British police was made by Sir William Macpherson a High Court judge. The immediate occasion had been a murder in which the victim was black, the perpetrators white, and the behaviour of the investigating police lax and possibly prejudiced. The report accused the police – not just those involved in the case, but the entire police force of the country – of ‘institutionalised racism’. This piece of sociological newspeak was, at the time, very popular with leftist sociologists. For it made an accusation which could not be refuted by anyone who had the misfortune to be accused of it.

However well you behaved, however scrupulously you treated people of different races and without regard to their ethnic identity or the colour of their skin, you would be guilty of ‘institutionalised racism’, simply on account of the institution to which you belonged and on behalf of which you were acting. Not surprisingly, sociologists and social workers, the vast majority of whom are professionally disposed to believe that middle class society is incurably racist, latched on to the expression. MacPherson too climbed onto the bandwagon since, at the time, it was the easiest and safest way to wash your hands in public, to say that I, at least, am not guilty of the only crime that is universally recognised and everywhere in evidence.

Police more concerned with political correctness than crime

The result of this has been that police forces lean over backwards to avoid the accusation of racism, while social workers will hesitate to intervene in any case in which they could be accused of discriminating against ethnic minorities. Matters are made worse by the rise of militant Islam, which has added to the old crime of racism the new crime of ‘Islamophobia’. No social worker today will risk being accused of this crime. In Rotherham a social worker would be mad, and a police officer barely less so, to set out to investigate cases of suspected sexual abuse, when the perpetrators are Asian Muslims and the victims ethnically English. Best to sweep it under the carpet, find ways of accusing the victims or their parents or the surrounding culture of institutionalised racism, and attending to more urgent matters such as the housing needs of recent immigrants, or the traffic offences committed by those racist middle classes.

Americans too are familiar with this syndrome. Political correctness among sociologists comes from socialist convictions and the tired old theories that produce them. But among ordinary people it comes from fear. The people of Rotherham know that it is unsafe for a girl to take a taxi-ride from someone with Asian features; they know that Pakistani Muslims often do not treat white girls with the respect that they treat girls from their own community. They know, and have known over fifteen years, that there are gangs of predators on the look-out for vulnerable girls, and that the gangs are for the most part Asian young men who see English society not as the community to which they belong, but as a sexual hunting ground. But they dare not express this knowledge, in either words or deed. Still less do they dare to do so if their job is that of social worker or police officer. Let slip the mere hint that Pakistani Muslims are more likely than indigenous Englishmen to commit sexual crimes and you will be branded as a racist and an Islamophobe, to be ostracised in the workplace and put henceforth under observation.

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Rotherham Town Hall. (Photo credit: Wikipedia)

No one will be fired

This would matter less if fear had no consequences. Unfortunately political correctness causes people not merely to disguise their beliefs but to refuse to act on them, to accuse others who confess to them, and in general to go along with policies that have been forced on the British people by minority groups of activists. The intention of the activists is to disrupt and dismantle the old forms of social order. They believe that our society is not just racist, but far too comfortable, far too unequal, far too bound up with fuddy-duddy old ways that are experienced by people at the bottom of society – the working classes, the immigrants, the homeless, the illegals – as oppressive and demeaning. They enthusiastically propagate the doctrines of political correctness as a way of taking revenge on a social order from which they feel alienated.

Ordinary people are so intimidated by this that they repeat the doctrines, like religious mantras which they hope will keep them safe in hostile territory. Hence people in Britain have accepted without resistance the huge transformations that have been inflicted on them over the last thirty years, largely by activists working through the Labour Party. They have accepted immigration policies that have filled our cities with disaffected Muslims, many of whom have now gone to fight against us in Syria and Iraq. They have accepted the growth of Islamic schools in which children are taught to prepare themselves for jihad against the surrounding social order. They have accepted the constant denigration of their country, its institutions and its inherited religion, for the simple reason that these things are theirs and therefore tainted with forbidden loyalties.

And when the truth is expressed at last, nobody is fired, no arrests are made, and the elected Police and Communities Commissioner for Rotherham, although forced to resign from the Labour Party, refuses to resign from his job. After a few weeks all will have been swept under the carpet, and the work of destruction can resume.

http://www.forbes.com/sites/rogerscruton/2014/08/30/why-did-british-police-ignore-pakistani-gangs-raping-rotherham-children-political-correctness/

 

Roger Scruton

from Wikipedia, the free encyclopedia

http://www.roger-scruton.com

 

Roger Vernon Scruton, FBA, FRSL (/ˈskruːtən/; born 27 February 1944) is an English philosopher who specialises in aesthetics. He has written over thirty books, including Art and Imagination (1974), The Meaning of Conservatism (1980), Sexual Desire (1986), The Philosopher on Dover Beach (1990), The Aesthetics of Music (1997), Beauty (2009), How to Think Seriously About the Planet: The Case for an Environmental Conservatism (2012), Our Church (2012), and How to be a Conservative (2014). Scruton has also written two novels and a number of general textbooks on philosophy and culture, and he has composed two operas.

Scruton was a lecturer and professor of aesthetics at Birkbeck College, London, from 1971 to 1992. Since 1992, he has held part-time positions at Boston University, the American Enterprise Institute in Washington, D.C., and the University of St Andrews. In 1982 he helped found The Salisbury Review, a conservative political journal, which he edited for 18 years, and he founded the Claridge Press in 1987. Scruton sits on the editorial board of the British Journal of Aesthetics, and is a Senior Fellow of the Ethics and Public Policy Center.

Outside his career as a philosopher and writer, Scruton was involved in the establishment of underground universities and academic networks in Soviet-controlled Central Europe during the Cold War, and he has received a number of awards for his work in this area.

 

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Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

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Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch

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Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert

 

Stupidity is demonstrated by people lacking knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice attempt to avoid upsetting fools unwilling to face the truth

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Antisemitism is when one blames Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and cognition. The true Islam is totally different, the one who will find it will become a very high reward.

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Die Clans der Ukraine. Machtverhältnisse in einer Demokratie, die nie existiert hat.

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Sie kennen sicherlich die russischen Babushka-Puppen, die immer kleiner in einer jeweils Größeren stecken? So ist es auch wirklich, in der größten Puppe der Welt, Obama genannt, steckt die EU, darin steckt die NATO, darin steckt die Merkel, in ihr ist die Finanzwirtschaft versteckt, in dieser der Rest der Wirtschaft. Und wir? Wir, die Menschen, sind irgendwo draußen. Der einzelne kann daran nichts ändern, aber er kann es sehen, denken und verstehen. Falls er nicht, wie die meisten, total verblödet ist, vor lauter Angst ständig „Gewalt ist keine Lösung“ brabbelt und an Märchen glaubt, wie daß Rußland böse, Ukraine gut und der Westen heldenhaft als der Retter-Jäger das Orange-Käppchen Ukraine vor dem bösen Wolf Putin retten wird.

Merkel

Von der rechtsextremen Miliz Asow zum Polizeichef
Florian Rötzer 05.12.2014

Die EU unterstützt mit einer Mission den Aufbau der Polizei in der Ukraine und muss dabei auch mit dem Ex-Vizekommandeur des Asow-Bataillons zusammenarbeiten

Die EU unterstützt mit einer Mission den Aufbau der zivilen Sicherheitsbehörden in der Ukraine (EUAM UKR). Die Mission hat am 1. Dezember begonnen, für das erste Jahr wurden 13,1 Millionen Euro bewilligt. Bis zu 20 deutsche Polizisten könnten hier eingesetzt werden. Es geht allerdings nicht nur um die Polizei, sondern allgemein um die Sicherheitskräfte, deren Unterstützung des Macht des Gesetzes stärken soll.

Mit der Mission wird auch die Polizeibehörde im Oblast Kiew unterstützt, wo Ende Oktober Vadym Trojan zum Polizeichef ernannt wurde, der aber nicht die Polizei der Stadt Kiew befehligt. Zuvor war er, der auch einige Zeit bei der Polizei gearbeitet hatte, stellvertretender Kommandeur des rechtsextremen Asow-Bataillons, wo Nazi-Symbole offen getragen werden und besonders viele Ausländer kämpfen. Mehr als tausend Ausländer – „Söldner“? – würden bei den Freiwilligenverbänden kämpfen, sagte Generalmajor Rozmaznin gestern.

Gerne wird gesagt, dass auch mit den letzten Parlamentswahlen die rechtsextremen Parteien zur Bedeutungslosigkeit degradiert wurden. Aber rechtsextreme Kandidaten wie der 35-jährige Trojan sind eben rechtzeitig den Parteien der Regierungskoalition wie der Volksfront oder der Radikalen Partei beigetreten, auch der Asow-Kommandeur Andriy Biletsky, Gründer der rechten Sozialnationalen Versammlung, ist Mitglied der von Jazenjuk gegründeten Partei, der sich auch andere ehemalige Politiker der Vaterlandspartei angeschlossen hatten. Dem Asow-Bataillon waren wie anderen ukrainischen Milizen von Human Rights Watch Kriegsverbrechen vorgeworfen worden.

Ende Oktober wurde nach den Wahlen der Vizekommandeur des Asov-Bataillons von der Front geholt und zum Polizeichef des Kiew-Oblast ernannt. Das zeigt, wie die rechtsextremen Kräfte, die durch den Maidan stark wurden, hoffähig bleiben, nachdem sie bereits nicht nur mit der Swoboda-Partei an der Übergangsregierung beteiligt waren. Vermutlich geht es auch um einen Machtkampf zwischen Poroschenko und Jazenjuk, wer die entscheidenden Posten besetzt. Die beiden Parteien, die Volksfront und der Block Poroschenko, sind zudem auch eher virtuelle Parteien ohne wirkliches Programm. Sie können als bloße Vehikel von Poroschenko bzw. Jazenjuk gelten

Trojan erzählte der Kyiv Post, es sei seine dringlichste Aufgabe, die Korruption in der Polizei zu bekämpfen. Gegenüber Polizeioffizieren sagte er: Wenn Sie einen Menschen demütigen oder ihn bestehlen, werde ich Sie persönlich verhaften.“ Allerdings musste er einräumen, dass dies nicht leicht sein wird, schließlich verdienen Polizisten wenig, die Kyiv Post berichtet von einem monatlichen Gehalt von 125 US-Dollar eines Polizisten, der in einem Sonderkommando zur Bekämpfung des Organisierten Verbrechens in der „Kriegszone“ arbeitet. Die Milizen verdienen besser, sie erhalten angeblich 360 US-Dollar. Besser wird die Situation sicherlich nicht, denn es stehen harte staatliche Sparmaßnahmen an, die auch auf Kosten der Beamten und Angestellten gehen werden.

Bekanntlich ist die Ukraine weiterhin eines der korruptesten Länder der Erde, nach dem neuesten Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International liegt die Ukraine auf Platz 142 von 170. Russland schneidet nur wenig besser ab. Ein Hauptanliegen der Maidan-Bewegung war denn auch der Kampf gegen die Korruption, den sich auch die Rechten zu eigen machten, wobei es hier gerne auch gegen den politischen Gegner geht, während die schnelle Berufung des Milizenführers als starken Polizeimann durch den im Amt verbliebenen Awakow, der mit Jazenjuk von der Vaterlandspartei zur Volksfront wechselte, auch als Weiterwirken der Korruption verstanden werden könnte.

Eine der ersten Ankündigungen von Trojan war, in Kiew mit dem Rechten Sektor zusammenzuarbeiten (Polizei und Rechter Sektor arbeiten in Kiew zusammen). Das ist wenig verwunderlich, denn Mitglieder des Rechten Sektors sind sowohl beim Asow-Bataillon als auch bei anderen Milizen zu finden. Trojan gehört der offen faschistisch auftretenden Gruppe „Wotanjugend“ und „Patriot der Ukraine“ an, einer paramilitärischen, mit der Wolfsangel auftretenden Organisation der 2008 gegründeten Sozialnationalen Versammlung, die wiederum aus der Sozialnationalen Partei hervorging. Sie wurde vom damaligen ukrainischen Präsidenten Juschtschenko unterstützt, der durch die Orange Revolution an die Macht kam. Mitbegründer und erster Führer von „Patriot der Ukraine“ war Andriy Parubiy, der auch bereits an der Orangen Revolution maßgeblich mitgewirkt hat und bis vor kurzem, dann als Mitglied der Vaterlandspartei, als Vorsitzender des mächtigen Sicherheits- und Verteidigungsrats fungierte. Zuvor war er der „Kommandeur“ der „Selbstverteidigungskräfte“ des Maidan. Die Vereinigung Patriot der Ukraine hatte sich dem Rechten Sektor angeschlossen.

Trojan ist also keineswegs ein unbeschriebenes Blatt, sondern ein knallharter Rechtsextremer mit faschistischen Neigungen. Die Linke-Abgeordnete Jutta Jelpke hatte die Bundesregierung gefragt, wie sie sich dazu stellt. Die hatte aber erst einmal keine Bedenken, wenn nun deutsche Polizisten mit einer von einem Rechtsextremen geführten Polizei in Kiew zusammenarbeiten (Polizei und Rechter Sektor arbeiten in Kiew zusammen).

Allerdings spielt Trojan seinen politischen Hintergrund herunter. Sein Beitritt zum Aswo-Bataillon sei nicht aus politischer Ideologie heraus geschehen, sondern weil er aktiv an den Maidan-Protesten beteiligt und von Biletsky eingeladen worden war, der wohl schon wusste, wen er mit Trojan haben würde. Die Verwendung eines der Wolfsangel ähnlichen Emblems durch das Asow-Bataillon habe nichts mit den Nazis zu tun, sondern stamme aus einer anderen Geschichte und stelle die ukrainischen Wörter „vereinte Nation“ dar. Er habe auch keine Verbindungen zu rechtsextremen Organisationen, sagte er gegenüber der Kyiv Post, das Asow-Bataillon sei sowieso „tolerant“, es spiele keine Rolle, welche Religion oder Sprache man habe. Rechtsextreme Gruppen seien unbedeutend und vor allem eine russische Propaganda: „Wir haben keine Skinheads.“

Aber auch in der Ukraine finden nicht alle die Ernennung so unbedenklich wie die Bundesregierung. Für Holya Coynash von der Kharkiv Human Rights Protection Group ist eine „schreckliche“ Entscheidung. Zwar gebe es in der Regierung keine größeren Sympathien für Rechtsextreme, aber in der Ukraine müsse man schon jetzt aufpassen, wenn man rechte Gruppen kritisiere, weil dies Russland für seine Propagandazwecke mache. Man wird dann vermutlich schnell als russischer Sympathisant verdächtigt. Zu befürchten ist, dass mit der Säuberung der Polizei noch mehr Rechtsextreme aus den Milizen oder vom Rechten Sektor in den Polizeidienst aufgenommen werden. Aufgrund der harten Auseinandersetzungen während der Maidan-Bewegung gibt es sowohl auf Seiten der Polizei als auch auf der der Maidan-Aktivisten wechselseitige Ressentiments. Ob Trojan diese abbauen, die Polizei politisch neutral halten und die Korruption reduzieren kann, wird man sehen müssen. Erst einmal erscheint er als Wolf im Schafspelz.

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Dazu lesen Sie folgenden Artikel aus Le Monde Diplomatique. Bonne lecture ! JSB

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Die Clans der Ukraine. Machtverhältnisse in einer Demokratie, die nie existiert hat.

von Klaus Müller

Die ukrainische Politik hat im September erneut eine überraschende Wende genommen. Noch vor Kurzem sprach der ukrainische Verteidigungsminister von einem großen Krieg, wie ihn Europa seit 1945 nicht gesehen habe. Und US-Politiker beschrieben die Ukraine als Schauplatz eines Krieges Russlands gegen Europa, der sich jederzeit noch ausweiten könne.

Doch dann folgte Mitte September eine Vereinbarung, die auf einen Kurswechsel hinausläuft, der den Konflikt um die Zukunft der Ukraine entschärfen könnte: Zwar soll der wirtschaftliche Teil des EU-Assoziierungsabkommen am 1. November 2014 in Kraft treten, doch seine volle Implementierung ist auf Ende 2015 verschoben. Ebenso wichtig: Den umkämpften Territorien im Osten wird für drei Jahre eine weitgehende Autonomie gewährt. Das wäre in der Tat ein Ausweg aus der größten innenpolitischen Katastrophe des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg, die bereits mehr als 3 500 Tote gefordert und eine Million Ostukrainer aus zerstörten Städten und Dörfern vertrieben hat.

Doch in Kiew kritisieren oppositionelle Stimmen, allen voran Julia Timoschenko, die relative Waffenruhe im Osten des Landes als Kniefall vor Moskau und kündigen eine Verfassungsbeschwerde an. Aktivisten der Maidan-Bewegung sehen die Werte verraten, für die sie protestiert haben; ihre militantesten Vertreter fragen sich, wofür sie fünf Monate lang gekämpft und Opfer gebracht haben. Dmytro Jarosch, der Führer des „Rechten Sektors“, warnt Präsident Poroschenko, es könnte ihm ähnlich ergehen wie seinem Vorgänger Janukowitsch. Und unter den rechten Milizen im Osten wächst die Idee eines Marschs auf Kiew.

Kaum jemand stellte die näherliegende Frage, warum man nicht schon früher zu einem Kompromiss bereit war, etwa in Form des Fahrplans zu einer Verfassungsreform und Neuwahlen, den die Außenminister Frankreichs, Deutschlands und Polens im Februar unter Beteiligung der ukrainischen Opposition ausgehandelt hatten.

Die Entzauberung der Maidan-Revolution schreitet schneller voran als die der Orangen Revolution von 2005. Beide teilen das eigentümliche Schicksal eines Ereignisses von globaler Bedeutung, das gleichwohl an den realen Machtverhältnissen und den politischen Institutionen der Ukraine genauso wenig geändert hat wie an den wirtschaftlichen Strukturen. In ihrem Zerfall, der bereits mit dem Amtsantritt Petro Poroschenkos einsetzte, wird die Maidan-Bewegung als das erkenntlich, was sie schon bei ihrer Entstehung im Spätherbst 2013 war: eine temporäre Koalition höchst unterschiedlich motivierter Protestgruppen. Der gemeinsame Gegner führte soziale Protestbewegungen, nationalistische Kampftrupps und um die Macht rivalisierende Eliten zusammen. Was in der westlichen Öffentlichkeit als Kampf europäischer Werte gegen einen wiederauferstandenen russischen Imperialismus porträtiert wurde, verdeckte in Wahrheit die höchst unterschiedlichen Interessen jeder dieser Gruppierungen.

Die ursprünglichen Motive für den Protest der ukrainischen Bevölkerung gehen aus einer im Dezember 2013 veröffentlichten landesweiten Umfrage der International Foundation for Electoral Systems (Ifes) hervor.(1) Demnach handelte es sich in erster Linie um einen Überlebenskampf in einer heillos defekten Demokratie. Als die brennendsten Probleme wurden Inflation, Armut und Arbeitslosigkeit genannt, gefolgt von Korruption und einem maroden Gesundheitswesen. 74 Prozent der Befragten hatten kein Vertrauen zu den politischen Institutionen, am wenigsten zu dem von Korruption durchsetzten Parlament und zur Regierung, letztlich also zur gesamten politischen Klasse. Zwei Drittel misstrauten dem noch amtierenden Präsidenten Wiktor Janukowitsch, aber ebenso Oppositionellen wie Julia Timoschenko und Arsenij Jazenjuk und vor allem Oleh Tjahnybok, dem Chef der nationalistischen Swoboda-Partei.

Als zentrales Problem sahen die Befragten die Funktionsweise der ukrainischen Demokratie als solcher. In diesem Sinne trifft es zu, dass die Mehrheit der Maidan-Demonstranten auf einen radikalen Wandel aus war und sich nicht mit dem Rücktritt von Janukowitsch begnügte. Verstärkt und erweitert wurden diese Motive durch die Eskalation der Gewalt auf dem Maidan und die Repression des Regimes.

Die von USAID finanzierte Studie zeigt aber auch, dass zu den Motiven, die die Kiewer Bevölkerung auf die Straße trieben, keinesfalls irgendwelche geopolitischen Strategien gehörten. Ende 2013 sahen lediglich 14 Prozent im Verhältnis zu Russland und nur 4 Prozent im möglichen Beitritt zur Eurasischen Union ein Problem. 34 Prozent bevorzugten engere Wirtschaftsbeziehungen mit Russland, 35 Prozent mit der EU, während 17 Prozent hierin keinen Gegensatz erkannten.

Die Initiative ging allerdings seit Februar auf andere Gruppierungen über: auf nationalistische Stoßtrupps, die den Rückzug von Janukowitsch erzwangen, und auf Mitglieder des Parlaments, die mit der Technik des Machterhalts per Fraktionswechsel seit jeher vertraut waren. Die aus dem alten Personal zusammengesetzte Übergangsregierung hielt sich an die bewährten Muster opportunistischer Regierungsumbildungen. Ein selbst ernannter Maidan-Rat, der sich aus Führern der Anti-Janukowitsch-Parteien rekrutierte, entschied über die Verteilung der Regierungsämter.

Die Kontinuität oligarchischer Macht wurde dann im Mai durch die Wahl eines neuen Präsidenten gesichert. Petro Poroschenko war der Kandidat des westlich orientierten Pintschuk-Clans, der seit einigen Jahren für die Aufnahme der Ukraine in EU und Nato plädiert. Der Öffentlichkeit hatte sich Poroschenko durch die Liveübertragung der Maidan-Proteste in seinem eigenen Sender empfohlen. Mit seinem Sieg war der rivalisierende Achmetow-Clan aus Donezk, der hinter der Partei der Regionen, also hinter Janukowitsch, stand, in die Defensive gedrängt.

Diese oligarchischen Strukturen sorgen dafür, dass das Verhältnis zwischen nationalen Bewegungen, Parteien, Medien und politischer Macht von außen kaum zu durchschauen ist. Die dominierenden Clans haben sich im Übergang der Ukraine von einer Sowjetrepublik in die Unabhängigkeit herausgebildet. Die kommunistische Führung hat dabei das Konzept der staatlichen Souveränität von den westukrainischen Nationalisten übernommen – mit dem Ziel, sich aus der zerfallenden Sowjetunion herauszulösen und damit ihre Machtpositionen zu erhalten. Der letzte Vorsitzende des Ukrainischen Obersten Sowjets, Leonid Krawtschuk, vollbrachte das Kunststück, sich an die Spitze der zuvor unterdrückten Nationalbewegungen zu setzen, indem er Ukrainisch zur Staatssprache machte und die desaströse Wirtschaftslage dem Moskauer Zentrum zuschrieb. Und die Interessen der Fabrikdirektoren und Arbeiter in den östlichen Regionen wurden durch die Privatisierung ihrer Industrien in ukrainische Hände bedient.

In den ersten fünf Jahren der Transformation ging die Hälfte der Unternehmen in privaten Besitz über. Die drei großen „Clans“ der 1990er Jahre bildeten die territoriale und sektorale Gliederung der ukrainischen Wirtschaft ab. Der Donezker Clan gruppierte sich um Rinat Achmetow, der die Schwer- und Metallindustrie dominierte; wichtige Verbündete waren der Industrieverband Donbass um Serhij Taruta, Witali Hajduk und die Gebrüder Klujew.

Die Dnepropetrowsker Gruppe war am engsten mit der politischen Maschine von Leonid Kutschma, dem zweiten Präsidenten der Ukraine, verwoben. Wiktor Pintschuk, anfangs in der Metallindustrie engagiert, ist Kutschma familiär verbunden und stimmte seine Interessen mit der Finanzgruppe Privat von Ihor Kolomojskyj ab. Dieser Gruppe hatten sich Julia Timoschenko und Serhij Tihipko angeschlossen. Der Kiewer Clan als dritte Kraft profitierte von seinen direkten Verbindungen zur Präsidialverwaltung Kutschmas, sah jedoch seinen Einfluss unter den veränderten politischen Rahmenbedingungen zusehends schwinden.

Klitschkos Wahl wurde vom Pintschuk-Clan organisiert

Am Ende von Kutschmas Amtszeit im Januar 2005 hatten sich die Clans mittels Übernahmen und Zusammenschlüssen von ihren jeweiligen Regionen emanzipiert und politische Schlüsselämter in Kiew erobert: die Leitung des Außenministeriums, des Energieministeriums, der Zentralbank, des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats sowie der Zollbehörde, aber auch den Vorsitz in wichtigen parlamentarischen Ausschüssen.

Für die Massenloyalität sorgt in diesem oligarchischen System die seit Ende der 1990er Jahre zugelassene Konkurrenz von Parteien, über die verschiedene Kapitalgruppen ihre Interessen koordinierten. Die Öffentlichkeitsarbeit der Clans läuft über Fernsehstationen und Zeitungen, die sie über ihre eigenen Mediengruppen kontrollieren.(2) Die Veränderungen der ukrainischen Politik seit der Jahrtausendwende gehen auf die wechselnden Koalitionen dieser Kapitalgruppen zurück, die wiederum Verschiebungen im Parteiensystem bewirken. Die von Timoschenko gegründete Vaterlandspartei konnte sich die Unterstützung des größten Autoproduzenten Tariel Vasadze sichern; Janukowitschs Partei Unsere Ukraine konnte auf Poroschenko, Taruta und Hajduk zählen. Angesichts dessen war kaum zu erwarten, dass der Sieg der Orangen Koalition von 2005 die Geschäftsgrundlage der Politik verändern würde. Stattdessen wurden in der Ära Timoschenko die Rivalitäten bei der Verteilung der Gewinne aus russischem Gasimporten in die Regierung selbst hineingetragen.

Von einer proeuropäischen Politik der Orangen Koalition – im Gegensatz zu einer prorussischen Orientierung der vorangegangenen wie der folgenden Regierung unter Janukowitsch – kann also kaum die Rede sein. Denn auch die außenpolitischen Optionen waren stets von den Investitionsinteressen der Industriegruppen instruiert.

Allerdings keineswegs nach dem schlichten Schema „Ost gegen West“. Die im Osten der Ukraine operierenden Unternehmen sind längst in der Schweiz, Österreich oder Luxemburg registriert. Achmetow besitzt Stahlwerke in Italien und Großbritannien. In geschäftlichen Angelegenheiten vertrauen diese Konzerne internationalen Unternehmensberatern und Rechtsanwälten, Interessenkonflikte werden vor Gerichten in London oder New York ausgetragen. Vor allem Pintschuk ist für einen raschen EU-Beitritt und sponsert den Ukrainischen Lunch beim Davoser Weltwirtschaftsforum. Umgekehrt setzten Poroschenko und Vasadze noch vor wenigen Jahren auf eine liberalisierungskritische Linie, um ihre Produkte weiterhin durch Einfuhrzölle gegen europäische Konkurrenz abzuschirmen.

Angesichts des vorherrschenden Opportunismus wäre es also trügerisch, die parteipolitische Szenerie der Ukraine in starre innen- und geopolitische Lager einzuteilen. Der „westliche“ Präsident Juschtschenko hatte 2005 kein Problem, Janukowitsch den Weg zur Rückkehr an die Macht zu ebnen, auf Kosten Timoschenkos. Und Poroschenko war Gründungsmitglied der Partei der Regionen und 2001 deren stellvertretender Vorsitzender. Als er jetzt im Mai zum Präsidenten gewählt wurde, meinte er, mit der neu gebildeten Regierung könne er gut zusammenarbeiten, weil er das Personal aus seiner früheren Arbeit bestens kenne. Noch 2012 fungierte Poroschenko als Wirtschaftsminister unter Janukowitsch. Eine seiner ersten Amtshandlungen als Präsident bestand darin, die Unternehmer-Politiker Taruta und Kolomojskij zu Gouverneuren von Donezk respektive Dnjepropetrowsk zu ernennen. Aus der Clan-Perspektive hat Poroschenkos Wahl den weiteren Vorteil, Timoschenko als die große „westorientierte“ Rivalin des Pintschuk-Clans vorerst von der Macht fernzuhalten.

In der westlichen Wahrnehmung wurden diese Details der innerukrainischen Machtspiele durch die Rhetorik eines neuen Kalten Kriegs zugedeckt. Anders in der Ukraine selbst, wo die Ernüchterung bald einsetzte. Im Sommer 2014 waren auf dem Maidan – als letzte Zeichen des politischen Protests – nur noch die Zeltlager übrig, die sich bis zum Chreschtschatyk-Boulevard erstreckten. Die Symbole der Militanz – Militärausrüstung, Barrikaden, Schutzschilde, Steinhaufen und Reifenstapel – sind zu Stadtmöbeln geworden. Ähnlich sieht es in den westlicheren Städten aus, wie etwa in Lwiw oder Iwano-Frankiwsk: Ukrainische Fähnchen und die schwarz-roten Embleme der westukrainischen Nationalisten, Anti-Putin-T-Shirts und Bandera-Plaketten werden als Souvenirs feilgeboten, finden allerdings mangels Touristen nur geringen Absatz.

Die gewaltsame Räumung der Kiewer Protestzone Anfang August erfolgte nicht, weil die Forderungen des Maidan nach einem Ende der Korruption und eines von Oligarchen vereinnahmten Staats erfüllt worden wären. Sie sollte vielmehr die Kontinuität des politischen Geschäfts demonstrieren und gewährleisten. Niemand weiß dies besser als Witali Klitschko, heute Bürgermeister von Kiew.

Die erfolgreiche Wahlkampagne Klitschkos wurde vom Pintschuk-Clan organisiert. Noch im April hatte Klitschko auf die Besonderheiten der ukrainischen Demokratie verwiesen: Parteien werden von oben her finanziert, ihre Finanziers sichern sich die parlamentarische Repräsentation ihrer Interessen durch Vertraute, die sie auf den Parteilisten platzieren. Sobald die Alimentierung von oben ausbleibt, fällt eine Partei in sich zusammen. Die Abgeordneten können auch in Abwesenheit parlamentarisch abstimmen, damit politische Verpflichtungen nicht ihre laufenden Geschäfte behindern. Achmetow, die Nummer eins der ukrainischen Oligarchen, hatte nach seiner Wahl über die Liste der Partei der Regionen 2006 das Parlamentsgebäude kaum betreten.

Die Übersetzung wirtschaftlicher Interessen in parlamentarische Stimmen sorgt zugleich für einen gewissen „Pluralismus“: Um auf Nummer sicher zu gehen, unterstützte Pintschuk Abgeordnete von gleich drei Parteien. Den Abgeordneten wiederum verschafft dies eine gewisse Autonomie, weil sie je nach politischer Wetterlage ihre Positionen – und ihre Einkommen – durch Partei- oder Fraktionswechsel sichern können. So haben nach der Flucht von Janukowitsch im Februar 2014 nicht weniger als 72 Abgeordnete dessen Partei der Regionen verlassen.

Über die Eigenheiten der ukrainischen Demokratie von oben hatte die Bevölkerung spätestens nach dem Verpuffen der Orangen Revolution keinerlei Illusionen. Nur wenige Monate nach der Wahl Juschtschenkos zum Präsidenten Anfang 2005 glaubte nicht einmal ein Viertel der Ukrainer, dass es mehr Demokratie im Lande gebe.( )Und 60 Prozent der Befragten sahen das Land auf einem falschen Weg.(3)

Die folgenreichste Aktion der neuen Regierung war die „Anti-Terror-Operation“ im Osten, in den Medien „ATO“ genannt (wobei sich viele einen anderen Anfangsbuchstaben hinzudenken). Es handelt sich um eine Art Kriegserklärung, die sich zu sehr an der Feindsemantik von US-Beratern orientierte, als dass sie in der Bevölkerung große Begeisterung ausgelöst hätte. Und auch die Armee war in sich zu gespalten, um in einem internen Krieg voll einsatzfähig zu sein.

Das veranlasste die Regierung, über die Wiedereinführung der Wehrpflicht hinaus eine Nationalgarde aufzubauen, die sich auf Freiwilligenverbände stützt.(4) Die Kämpfe in den östlichen Regionen werden also von Verbänden ohne klare Kommandostruktur geführt, deren Vielfalt kaum überschaubar ist. Die Tatsache, dass die Kampfgruppen in den Regionen um Mariupol, Lugansk oder Donezk von den Oligarchen Kolomoiskij, Taruta und anderen finanziert werden, zeigt dabei, wie weit die Usurpation von Staatsfunktionen durch oligarchische Gruppen gediehen ist.

Die nationalistischen Stoßtrupps des Maidan interpretieren ihren „Anti-Terror-Einsatz“ als „Einladung“ zum Kampf gegen einen prorussischen Separatismus. Allerdings muss man bezweifeln, dass viele Ukrainer von einem aufgeheizten Nationalismus beseelt sind. In Kiew sah man im August nur wenige Nationalflaggen. Und selbst in der westlichen Ukraine will der nationalistische Funke kaum zünden. In den Straßen von Iwano-Frankusk oder Lwiw machen die Bürger einen großen Bogen um die Stände von Gruppen, die zum Eintritt in die Nationalgarde oder auch nur zu Spenden auffordern. Die für die Medien inszenierte Zerstörung von Symbolen aus der Sowjetzeit war das Werk kleiner rechtsradikaler Minderheiten. In Kiew ist von der Leninstatue an der Mündung des Taras-Schewtschenko-Boulevards zwar nur der Sockel geblieben, aber am Eingang zur Aula der gleichnamigen Universität prangen nach wie vor die Embleme der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften.

Mit Juschtschenko wurden die Nationalisten salonfähig

Im Museum zum Großen Vaterländischen Krieg führt man die frisch uniformierten Rekruten noch immer durch die gemeinsame Geschichte des sowjetischen Siegs über Nazideutschland. Auch in den Museen Lwiws ist von einem antirussischen Nationalismus noch nichts zu sehen. Das Personal des Lwiwer Stadtmuseums, das unter anderem alte französische Landkarten von einer bis in den Kuban hineinreichenden Großukraine präsentiert, drückt sich sehr zurückhaltend aus, wenn man nach Symon Petljura, dem antisowjetischen Freiheitshelden der frühen 1920er Jahre, fragt.

Man scheint sich darüber im Klaren, dass der ukrainische Nationalismus selbst in der heroischen Phase nach dem Ersten Weltkrieg ein Minderheitenprojekt war. Die Dominanz nationaler Symbole in der aktuellen Politik hat andere Gründe. Seit der Unabhängigkeit wurden nationalistisch aufbereitete Themen immer wieder zur politischen Mobilisierung eingesetzt, stießen allerdings im Osten kaum auf Resonanz. In den westlichen Landesteilen dagegen waren nationalistische und neofaschistische Kampfgruppen schon immer aktiv. Aber in der Öffentlichkeit und bei Wahlen spielten sie eine marginale Rolle. Die radikale Rechte überzeugte selbst im Kerngebiet des westukrainischen Nationalismus nur ein paar Prozent der Wähler und verunsicherte die Öffentlichkeit von Lwiw allenfalls durch Fackelmärsche. Und die paramilitärische Studentenvereinigung in Lwiw wurde wegen rassistischer Umtriebe aus dem Ukrainischen Studentenverband ausgeschlossen.

Der Aufstieg der Neofaschisten in der ukrainischen Politik geschah erst, als Juschtschenko den autoritären Führer der Sozial-Nationalen Partei Oleh Tjahnybok in seine Wahlallianz Unsere Ukraine aufnahm und ihm damit parlamentarische Respektabilität verschaffte. Seitdem versuchen Tjahnybok und seine Gefolgschaft, jetzt im weniger verdächtigen Rahmen der Swoboda-Partei, die Bevölkerung durch Kampagnen gegen Korruption und gegen die Oligarchen anzusprechen – ebenfalls ohne Erfolg. Die rechte Swoboda erreichte bei den Präsidentschaftswahlen im Mai gerade 1,1 Prozent, der neofaschistische Rechte Sektor 0,7 Prozent.

Dieses schwache Ergebnis darf allerdings nicht über die Funktionalisierung der neofaschistischen Subkulturen durch die vermeintlich prowestlichen Parteien hinwegtäuschen.(5) Schon Juschtschenko würdigte die faschistischen Kampforganisationen der 1930er und 1940er Jahre als nationalen Widerstand. Deren Kommandeure Roman Schuschkewitsch und Stepan Bandera wurden trotz aller Proteste des polnischen, russischen und auch des Europäischen Parlaments offiziell zu „Helden der Ukraine'“ ernannt. Ein gigantisches Porträt Banderas war noch im August dieses Jahres auf dem Maidan zu sehen.

Auch ohne Wahlerfolge haben rechtsradikale Demagogen ihre Position im Zentrum des Staats erstaunlich konsolidiert. Der Rechte Sektor des Maidan sieht heute seine Stoßtrupps, jetzt in reguläre Einheiten der Nationalgarde umgewandelt, zur Aufstandsbekämpfung im Osten eingesetzt. Und indem Swoboda-Chef Tjahnybok sich in der Maidan-Koalition profilieren konnte, vermochte er sich den Nimbus eines international respektablen „Proeuropäers“ zuzulegen. Noch vor einigen Jahren konnte man die ukrainischen Rechten als relativ ungefährlich einschätzen, da sie im Gegensatz zu den Politikern der großen Parteien über keine finanziellen Mittel verfügten.

Das hat sich geändert, weil inzwischen die Oligarchen Kolomojskij und Taruta mehrere Bataillone der Nationalgarde finanzieren, die sich hauptsächlich aus westukrainischen „Patrioten'“ zusammensetzen. Doch dieser Patriotismus der rechten Art spricht die meisten Ukrainer trotz pausenloser Berichterstattung von den Fronten des Bürgerkriegs keineswegs an. Weitaus mehr Beachtung finden die steigenden Preise und die drohenden Sparprogramme. Die Kosten den Bürgerkriegs bekam die Bevölkerung zunächst nur in Form zusätzlicher Steuern zu spüren. Seit Juli wird zusätzlich zu erhöhten Verbrauchsabgaben eine explizite Kriegssteuer auf alle Einkommen erhoben. Eine durch IWF-Auflagen erzwungene Steuerreform soll künftig auch Monatseinkommen von weniger als 1 700 Dollar stärker belasten. Allerdings spielt diese Schwelle zum höchsten Steuersatz bei einem offiziellen Durchschnittseinkommen von monatlich 225 Euro für die meisten Ukrainer ohnehin keine Rolle.

Die seit Monaten angekündigten harten Reformen treffen eine Bevölkerung, die im täglichen Leben ohnehin improvisieren muss, um die dürftigen formellen Einkommen durch alle möglichen informellen Aktivitäten aufzubessern. Nach den Erfahrungen mit früheren IWF-Programmen wissen die Leute sehr wohl, was in den kommenden Monaten zu erwarten ist: steigende Preise ohne Wachstum.

Die Oligarchen präsentieren sich nun als Realpolitiker

Das Versprechen Poroschenkos, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2020 zu verdoppeln, wird sich demnächst an dem vom IWF prognostizierten BIP-Einbruch von 10 Prozent messen lassen müssen. Genauso unglaubwürdig ist die Ankündigung, die Militärausgaben auf 5 Prozent des Sozialprodukts zu steigern und die Rüstungsindustrie zum Motor eines wirtschaftlichen Aufschwungs zu machen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ukrainische Politiker interne Probleme mit Verweis auf den äußeren Gegner in Moskau erklären wollen. Die autoritäre Formierung der Politik in den 1990er Jahren wurde damit gerechtfertigt, dass die Festigung des ukrainischen Staats wichtiger sei als die Demokratie. Die Oligarchisierung der Wirtschaft wurde als notwendiger Aufbau einer nationalen Bourgeoisie dargestellt.

Und wenn sich jetzt die „Anti-Terror-Aktion“ – angeblich eine Sache von Stunden – über Monate hinzieht, wird das eingesickerten russischen Truppen zugeschrieben. Dieser Erklärung liegt freilich die fatale Fehleinschätzung zugrunde, dass die regionale Polarisierung des Landes auf militärischem Weg zu überwinden sei. Dabei wird vergessen, dass die Anläufe zu einer „Ukrainisierung der Ukraine“, die 1993/94 und nach 2004 unternommen wurden, im Donbass wie auf der Krim sezessionistische Reaktionen ausgelöst hatten, die nur durch Konzessionen entschärft werden konnten.

Mit dem Vorschlag einer Föderalisierung der Ukraine scheint sich diese Einsicht langsam durchzusetzen. Die Besinnung auf eine politische Konfliktlösung geht bezeichnenderweise wiederum von oligarchischen Kreisen aus. Kurz bevor Poroschenko seinen Friedensplan der ukrainischen Öffentlichkeit vorstellte, hatte Pintschuk am 14. September beim Davoser Weltwirtschaftsforum in Genf zum Ukrainischen Lunch geladen. Das Ergebnis war die gemeinsame Erklärung einer paritätisch besetzten Gruppe von Vertretern internationaler Konzerne aus der Ukraine, Deutschland, Russland und den USA. Darin wird die Dezentralisierung der Ukraine vorgeschlagen, ferner Minderheitenschutz und Sprachenrechte für den Osten und eine bündnispolitische Neutralität nach Schweizer oder finnischem Muster. Dazu die Empfehlung, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union so zu gestalten, dass es mit Handelsbeziehungen zu Russland und später auch zur Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft kompatibel ist.

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 26. Oktober können die Ukrainer zu Poroschenkos Vorschlägen Stellung nehmen. Nach der jüngsten Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie findet Poroschenkos Initiative mehr Zuspruch als die militanteren Positionen der Swoboda, der Radikalen Partei und von Julia Timoschenko. Ein Vertrauensbeweis für den Präsidenten ist das allerdings nur angesichts schlechterer Alternativen. Ein realistisches Bild der Lage dürfte die letzte Erhebung des Zentrums für Sozial- und Marktforschung (Socis) in Kiew geben: 60 Prozent der Befragten stellten keine Verbesserung ihrer Lebenssituation fest, ein Viertel konstatierte eine Zunahme der Korruption.(6 )

Wie die Korruption im Alltag aussieht, konnte ich Ende Juli an der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw erleben. Bei ihrer Anmeldung zur Immatrikulation wurden zahlreiche Studenten von ihren Eltern begleitet. Manche von ihnen wollten sich vor allem vergewissern, dass sie die unter der Hand zu entrichtende Aufnahmegebühr in Höhe mehrerer Monatsgehälter gut investiert haben. Wenn sie erfahren, dass eine Aufbesserung von Noten am Semesterende billiger zu haben ist, werden sie womöglich sogar dankbar sein.

Auf den Straßen gehört die Korruption, wenn auch in kleinerem Maßstab, zum täglichen Leben. Als ein Kiewer Obsthändler nahe der Taras-Schewschtschenko-Universität Polizisten sieht, die mit einer Kontrolle am Nachbarstand offenbar ihr Gehalt aufbessern, meint er nur: „So leben wir.“

Fußnoten:


(1) Ifes, Public Opinion in Ukraine 2013, Dezember 2013.
(2) Slawomir Matuszak, „The Oligarchic Democracy. The Influence of Business Groups on Ukrainian Politics“, Warschau (Center for Eastern Studies) 2012.
(3) Nur 14 Prozent glaubten an einen Rückgang der Korruption. Siehe Paul Kubicek, „The History of Ukraine“, Westport (Greenwood) 2008, S. 173-175.
(4) Siehe Hélène Richard, „Ukrainische Patrioten. Vom Maidan an die Ostfront“, „Le Monde diplomatique, September 2014.
(5) www.kiis.com.ua/?lang=rus&cat=reports&id=391&page=1.
(6) socis.kiev.ua/ua/press/zahalnonatsionalne-sotsiolohichne-doslidzhennja-100-dniv-dijalnosti-prezydenta-ukrajiny.html.
Klaus Müller ist Professor für Politikwissenschaft und Zeitgeschichte an der AGH University of Science and Technology in Krakau.
© „Le Monde diplomatique, Berlin

Le Monde diplomatique Nr. 10534 vom 10.10.2014, Seite 8-9, 719 Dokumentation, Klaus Müller

http://www.monde-diplomatique.de/pm/2014/10/10/a0043.text

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Nationalisten-Aufmarsch in Kiew: Zeman sieht Parallele zu Hitler-Deutschland
05.01.2015 de.sputniknews.com

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat den jüngsten Fackelzug der Rechtsextremen in Kiew mit Aufmärschen während der Diktatur des Nationalsozialismus in Deutschland verglichen.

„Es stimmt etwas nicht mit der Ukraine: Am 1. Januar wurden dort Aufmärsche zum Andenken an Stepan Bandera organisiert, der nebenbei gesagt wie Reinhard Heydrich (von 1941 bis 1942 stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren – Red.) aussieht“, sagte Zeman dem Radiosender Frekvence 1.

Der Fackelaufmarsch am 1. Januar 2015 in Kiew sei „genauso wie die Nazi-Aufmärsche zu Zeiten Hitlerdeutschlands organisiert“ worden. „Dann habe ich zu mir selbst gesagt, dass mit dieser Ukraine etwas Schlimmes passiert“, so Zeman. „Etwas Schlimmes passiert aber auch mit der Europäischen Union, von der es keinen Protest gegen diese Aktion gegeben hat.“Am 1. Januar haben mehrere tausend Anhänger der Swoboda-Partei und des „Rechten Sektors“ in Kiew einen Fackelmarsch zum 106. Geburtstag des umstrittenen Nationalistenchefs Stepan Bandera abgehalten.

http://de.sputniknews.com/politik/20150105/300505518.html

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Tschechien: Ohrfeige für den amerikanischen Botschafter
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Die ständige Einmischung der Amerikaner in Dinge die sie nichts angehen, hat in Tschechien für einen diplomatischen Eklat gesorgt. Der Grund für den Zorn des Staatspräsidenten war die Kritik des amerikanischen Diplomaten, dass Milos Zeman am 9. Mai bei den Feiern zum Sieg über Nazi-Deutschland in Moskau teilnehmen will. Auf dem Nachrichtenportal „Parlamentnilisty“ sagte Zeman: Die Tore der Prager Burg, des Präsidentensitzes, seien für den VS-Diplomaten künftig verschlossen.

Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman will dem amerikanischen Botschafter Andrew Shapiro wegen dessen Kritik  nicht vergeben. Zuvor hatte der VS-Botschafter im tschechischen Fernsehen seine Unzufriedenheit mit der Entscheidung Zemans öffentlich zum Ausdruck gebracht, am 9. Mai den Tag des Sieges in Moskau zu feiern. Diese Entscheidung sei kurzsichtig, so Shapiro und fügte hinzu, dass der Besuch in Russland den tschechischen Präsidenten bei den anderen westlichen Regierungen diskreditieren werde.

Zeman will von seiner Position jedoch nicht abrücken. „Ein tschechischer Botschafter in den VSA käme nie auf die Idee dem amerikanischen Präsidenten vorzuschreiben wen er besuchen darf und wen nicht. Die Feiern zum 70. Jahrestages des Sieges über den Faschismus zu ignorieren, ist eine Beleidigung des Andenkens an 150.000 sowjetische Soldaten, die während der Befreiung der Tschechoslowakei starben,“ sagte er am 8. März.  Er fügte hinzu, dass er mit seinem Besuch in Russland die Dankbarkeit für die Befreiung vom Faschismus in der Tschechischen Republik zum Ausdruck bringen will. „Ich gehe hin, als Dank für die Tatsache, dass wir heute nicht Deutsch sprechen und die Tschechen nicht „Heil Hitler“. sagen müssen. Ohne die Sowjetunion wäre es nie möglich gewesen Hitler zu besiegen“, so Zeman.

Sich geweigert an den Feiern in Moskau teilzunehmen, haben bisher die Staatschefs der Vereinigten Staaten, Grossbritanniens, Finnlands, Japans, der Slowakei, Bulgariens und Polens. Der Präsident Lettlands Andris Berzins sagte zu seiner Weigerung: „Russlands Verhalten im Osten der Ukraine wird immer schlimmer, es sterben und leiden unschuldige Zivilisten.“ Die baltischen Länder, sowie Moldau und Georgien wollen auch nicht nach Moskau fahren. Der Präsident der Ukraine hat keine Einladung erhalten.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel plant einen kniffligen diplomatischen Schachzug. Sie hat die Absicht angekündigt, Moskau nicht am 9. März zu besuchen, sondern sich am 10. Mai mit Wladimir Putin zu treffen. Griechenland und Ungarn haben bestätigt, dass ihre Vertreter nach Moskau kommen könnten aber sie dies jedoch noch nicht genau wissen. Die Staatschefs Italiens, Zyperns, Österreichs und Frankreichs haben ihren Besuch noch nicht offiziell angekündigt.

http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/22733-Tschechien-Ohrfeige-den-amerikanischen-Botschafter.html

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Das von der Werchowna Rada verabschiedete Gesetz zur Verherrlichung der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und ihrer Aufständischen Armee (UPA) hat in Polen eine negative Reaktion ausgelöst. Polnische Linke sprechen von einer Beleidigung.

„Dieses Gesetz, das unter anderem die UPA heroisiert, ist eine Ohrfeige für Polen und Präsident Bronislaw Komorowski“, erklären Vertreter des Bundes der Demokratischen Linken (SLD) nach Angaben der Zeitung „Gazeta Wyborcza“. Die Rada habe das Gesetz wenige Stunden nach Komorowskis Rede im ukrainischen Parlament angenommen, in der der polnische Präsident zu „Vergebung und Aussöhnung“ aufgerufen habe.Nach Angaben von Präsidentensprecherin Joanna Trzaska-Wieczorek sprach Komorowski von schmerzhaften Seiten der polnisch-ukrainischen Beziehungen. Bekanntlich hatten UPA-Freischärler während des Zweiten Weltkrieges geschätzt rund 100.000 Polen auf brutalste Weise ermordet.

SLD-Generalsekretär Krzysztof Gawkowski sagte: „Die Aussöhnung, von der der Präsident gesprochen hat, wäre wünschenswert. Aber dieser Wunsch sollte sich auf die historische Wahrheit gründen. Daher darf die Wahrheit über das Massaker von Wolhynien nicht verheimlicht werden. Man darf nicht zulassen, dass das ukrainische Parlament über dieses Massaker hinwegsetzt. Das würde bedeuten, als ob Präsident Komorowski damit einverstanden sein würde, wenn Deutschland den Holocaust zu negieren begonnen hätte.“

SLD-Mitglied Tomasz Kalita erklärte dazu: „Die Verherrlichung der UPA und das Gesetz über den Sonderstatus der UPA in der Geschichte der Ukraine werden es ermöglichen, alle zu verfolgen, die behaupten würden, die UPA sei eine Verbrecherorganisation, die Völkermord begangen habe. Das ist eine Schande. Das ist eine Ohrfeige für den Staat und Präsident Komorowski.“

Die UPA war hauptsächlich der Westukraine aktiv gewesen. Die am 14. Oktober 1942 auf Beschluss der OUN als deren Militärarm ins Leben gerufene Armee wurde vom Dritten Reich während des Zweiten Weltkrieges gegen die Sowjetunion und andere Staaten der Anti-Hitler-Koalition eingesetzt.

Auch in mehreren von den Ukrainern bewohnten Gebieten Polens trieb die UPA ihr Unwesen. Im Sommer 1943 richteten die Nationalisten ein Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung ein. Selbst ukrainische Historiker gestehen heute die Zahl der polnischen Opfer zu: Bis Ende 1943 wurden 50.000 bis 60.000 Männer, Frauen und Kinder in unvorstellbar grausamer Weise umgebracht. Nach ukrainischer Zählung 500, nach polnischen Schätzungen mehr als 1.150 polnische Dörfer wurden zerstört. Sie verschwanden für immer von der Landkarte.Die UPA wurde von Roman Schuchewitsch befehligt. Er wurde am 5. Mai 1950 unweit der ukrainischen Stadt Lwow bei einer Operation der damaligen sowjetischen Geheimpolizei NKWD getötet. Der OUN-Chefideologe Stepan Bandera wurde 1959 vor seinem Haus in München von einem KGB-Agenten mit Blausäuregas vergiftet.

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Ein Land, vier Oligarchen
Denis Trubetskoy 23.05.2015 telepolis heise.de
Wie das große Geld die ukrainische Politik beeinflusst
Achmetow, Firtasch, Kolomoiski und Poroschenko. Der Kreis der Personen, die Einfluss auf die ukrainische Politik haben, ist übersichtlich. Vieles passiert hinten den Türen, die meisten Verbindungen bleiben undurchschaubar. Doch eins ist klar: Die Bedeutung der Oligarchen bleibt auch nach der zweiten Maidan-Revolution enorm groß.

Es ist wohl ein böser Scherz der Geschichte. Auch nach der Maidan-Revolution regieren in der Ukraine immer noch die großen Unternehmer, obwohl sich die Proteste auch gegen die große Macht der Oligarchen richteten. Einer der mächtigen Superreichen ist ironischerweise das Staatsoberhaupt selbst. Petro Poroschenko, der im Mai 2014 zum vierten Präsidenten der Ukraine gewählt wurde, besitzt nach wie vor nicht nur seinen berühmten Schokoladen-Konzern Roshen, sondern weitere Unternehmen in den Bereichen Metallurgie, Rüstungsindustrie und Medien.

Vor seiner Wahl versprach Poroschenko noch öffentlich, seine Aktiva zu verkaufen. Ein Jahr danach ist davon fast nichts zu hören. Angeblich liegen vor allem für seinen Roshen-Konzern keine passenden Angebote vor.

Dmytro Firtasch zieht die Fäden im Hintergrund

Doch wenn das stimmt, was der andere Oligarch Dmytro Firtasch vor dem Landesgericht Wien aussagte, dann stehen hinter der Person von Poroschenko weitere Fragezeichen. Firtasch ist nicht nur Oligarch, sondern eine wichtige – und sehr umstrittene – politische Figur, deren dubiöse Geschäfte mit den russischen Gaslieferungen in die Ukraine durch das umstrittene Unternehmen RosUkrEnergo schon immer für Schlagzeilen sorgten (Ukraine: Zweifelhafter Punktsieg für die „Gasprinzessin“). Im März 2014 wurde Firtasch in Wien wegen einer US-Haftbefehls festgenommen, später wurde er gegen eine Kaution wieder freigelassen.

Ende April sollte in Wien entschieden werden, ob Firtasch an die USA ausgeliefert wird. Es ging um einen erheblichen Korruptionsvorwurf. Angeblich bezahlte der 50-jährige Oligarch über 18 Millionen US-Dollar Schmiergeld an indische Offizielle, um sich so einen Vorteil bei seinen Geschäften in der dortigen Metallindustrie zu verschaffen. Laut Firtasch ist dieser Prozess politisch motiviert. Während der politischen Unruhen soll die US-Regierung angeblich die damals noch inhaftierte Oppositionspolitikerin Julija Tymoschenko unterstützt haben, Firtasch setzte dagegen auf den Ex-Boxweltmeister Klitschko. Wegen dieses Arguments und wegen des Wirtschaftskonflikts zwischen Firtasch und den USA lehnte das Gericht den Auslieferungsantrag ab.

Vitali Klitschko, der laut Firtasch seit 2012 von den großen Gasoligarchen unterstützt wurde, bestritt die Vorwürfe öffentlich. Aber es geht nicht nur um Klitschko, sondern auch um Poroschenko. Schon längst gab es Gerüchte, dass sich Firtasch, Klitschko, Poroschenko und der Ex-Präsidialamtschef von Janukowitsch, Sergej Ljowotschkin, im Frühjahr 2014 in Wien getroffen hätten. Angeblich sprachen sie bei diesem Geheimtreffen über den Verzicht Klitschkos auf seine Präsidentschaftskandidatur – zugunsten von Poroschenko. Dieses Treffen hat Firtasch vor Gericht bestätigt: „Wir wollten Tymoschenko isolieren. Ich unterschrieb aber geheime Verpflichtungen und kann dazu nichts mehr sagen. Nur eins: Wir erreichten das, was wir wollten. Poroschenko ist jetzt Präsident, Klitschko wurde zum Bürgermeister von Kiew gewählt.“

Ihor Kolomoiski: Profiteur der Krise

Von diesen Aussagen Firtaschs könnte vor allem einer profitieren, den man auf keinen Fall als seinen Freund bezeichnen kann. Während Firtasch auch heute noch eng mit Russland zusammenarbeitet und die westlichen Sanktionen gegenüber Moskau für sinnlos hält, greift der 52-jährige Ihor Kolomoiski nicht nur den russischen Präsidenten Putin, sondern auch Poroschenko hart an.

Kolomoiski ist vor allem als Besitzer der Privatbank bekannt, der größten und wichtigsten ukrainischen Bank. Sie gilt als Kolomoiskis Geheimwaffe, denn fast alle großen Unternehmer, auch Konkurrenten, nehmen dort Kredite auf. Der extravagante Mann, der nach eigenen Angaben neben dem ukrainischen Pass auch noch die israelische und zypriotische Staatsbürgerschaft besitzt, verfolgt seine Interessen jedoch vor allem im Gas- und Ölgeschäft, so beim Staatsunternehmen Ukrnafta, dem wichtigsten Gas- und Ölregulatoren des Landes (Oligarch Kolomoiski lässt ukrainisches Pipeline-Unternehmen stürmen).

Kolomoiski war schon immer einer der größten ukrainischen Oligarchen, doch nach der Maidan-Revolution konnte der gebürtige Dnipropetrowsker seinen Einfluss stark erweitern. Kolomoiski, der im März 2014 Gouverneur seiner Heimatstadt Dnipropetrowsk wurde, gehört zu den größten Gewinnern der politischen Krise. Seine Rolle in den tragischen Ereignissen bleibt dagegen weiterhin unklar. Trotzdem konnte sich Kolomoiski als einflussreichster Oligarchen des Landes durchsetzten. Und löste auf dieser Position den Donezker Rinat Achmetow ab.

Weder Poroschenko noch die Europäische Union waren aber mit der neuen Rolle von Kolomoiski zufrieden. Der Präsident war vor allem deswegen beunruhigt, weil der Gouverneur von Dnipropetrwosk einige Freiwilligenverbände finanzierte, die nicht im Rahmen des Gesetzes handelten. Die EU interessierte sich in erster Linie für die Liberalisierung des Binnenmarktes. Es häufen sich Gerüchte, dass das neue Gasmarkt-Gesetz, das Ende April von Poroschenko unterzeichnet wurde, faktisch in Brüssel geschrieben wurde. Die Beweise dafür liegen aber bisher nicht vor. Das Gesetz ist für den Oligarch aus Dnipropetrowsk nicht gerade günstig. Früher durfte er die Pipelines innerhalb des Landes kostenlos nutzen, jetzt ist damit Schluss.

Die meisten Menschen aus der Umgebung von Poroschenko betonen, dass der ukrainische Präsident keinen offenen Konflikt mit Kolomoiski wollte. Doch er konnte nicht vermieden werden. Mitte März beschloss das ukrainische Parlament die Änderungen für das Gesetz über die Aktiengesellschaften, die die Entlassung eines Ukrnafta-Managers, der von Kolomoiski installiert wurde, möglich machten. Als Reaktion ließ der Gouverneur von Dnipropetrowsk die Gebäuden von Ukrnafta und Ukftransnafta, des staatlichen Pipelinebetreibers, von Bewaffneten besetzen, die höchstwahrscheinlich zu den von Kolomoiski finanzierten Freiwilligenverbänden gehören.

Für Poroschenko war es wohl eine schwierige Entscheidung, doch am Ende hatte er wegen des Drucks aus dem Westen keine Wahl. Nach einem langen Gespräch bedankte sich der Präsident bei Kolomoiski für dessen Arbeit: „Sie haben vieles für die Einheit der Ukraine getan, und ich bin mir sicher, Sie werden das auch weiterhin tun.“ Poroschenko wusste genau, wie diese versöhnlichen Worte wirken. Denn durch seine Autorität und Popularität im Regierungsbezirk Dnipropetrowsk hat Kolomoiski alle Möglichkeiten, die Stabilität des Landes wieder in Frage zu stellen.

Die erste Phase des Konflikts hat der ukrainische Präsident gewonnen, aber das heißt noch lange nicht, dass es nicht noch einmal krachen wird. Eher ist das Gegenteil wahr: Der Einfluss, den Kolomoiski auf viele Parteien im Parlament hat, gibt dem Oligarchen viele Argumente weiterzumachen. Zudem sind auch in der Regierung seine Leute vertreten. Allen voran der langjährige Kolomoiski-Vertraute und heutige Innenminister Arsen Awakow. Außerdem deutet einiges daraufhin, dass der Oligarch aus Dnipropetrowsk, der überwiegend in der Schweiz lebt, eine neue Partei gründen will, die allein mit seinen eigenen Beliebtheitswerten vieles erreichen könnte.

Rinat Achmetow: ehemaliger „König des Donbass“

Anderseits ist Kolomoiski nach wie vor der größte Profiteur der politischen Veränderung. Vor allem im Vergleich zu Rinat Achmetow, dem anderen großen Oligarchen, mit dem Kolomoiski über Jahre konkurrierte. Der gebürtige Donezker Achmetow war der größte Geldgeber der Partei der Regionen von Ex-Präsident Wiktor Janukowitsch. Der verlor auch deswegen seine Macht, weil er gegen ein unbeschriebenes Gesetz verstieß. Bei aller Konkurrenz war das Vermögen der Oligarchen immer tabu. Janukowitsch nutzte jedoch seine Macht, um für sich und seinen Clan große Summen abzuzweigen. Was letztendlich dazu führte, dass sich die meisten Oligarchen von ihm abwandten und ihm so das Fundament seiner Macht entzogen.

Wie viele andere Oligarchen kam der 48-Jährige Achmetow in den früheren 90er Jahren faktisch aus dem Nichts. „Wir hatten damals eine Firma gegründet, die Kohle verkaufte. So habe ich meine erste Million verdient“, beschrieb Achmetow einmal seinen rasanten Aufstieg. Doch es gibt große Zweifel an dieser Geschichte. Von vielen Experten wird Achmetows Vergangenheit eher als „kriminell“ bezeichnet.

Mit seinem Kohlegeschäft, das immer staatlich subventioniert wurde, schaffte es Achmetow zum reichsten Milliardär des Landes zu werden. Doch der militärische Konflikt in seiner Heimatregion hat Spuren hinterlassen. Keinem ist klar, welche Rolle der ehemalige „König des Donbass“ tatsächlich spielt. Wenn er im März 2014 das Angebot angenommen hätte, wie Kolomoiski Gouverneur zu werden, hätte die Situation rund um Donezk heute vielleicht anders aussehen können. Doch Achmetow lehnte ab. Stattdessen hat er den kleineren Partner Sergej Taruta unterstützt, der großen Einfluss in der Hafenstadt Mariupol besaß. Taruta hat seinen Anteil daran, dass Mariupol bis heute ukrainisch ist, mit Präsident Poroschenko konnte er aber nur wenig anfangen und wurde am Ende von diesem gefeuert.

Finanziell muss Achmetow heute auf einiges verzichten. Am härtesten traf es sein Metallunternehmen Metinvest, welches im April Insolvenz anmelden musste. Viele seiner Unternehmen sind momentan von Separatisten besetzt, in der Ukraine steht der Oligarch auch unter Druck. Die Generalstaatsanwaltschaft hat sogar ein Verfahren gegen Achmetow eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, die Separatisten im Donbass finanziell und organisatorisch unterstützt zu haben.

Deswegen ist es auch nicht gerade überraschend, dass sich Achmetow aus der aktiven Politik eher raushält. Der frühere Janukowitsch-Vertraute, der unter anderem den bekannten Fußballverein Schachtar Donezk finanziert, versucht das zu retten, was noch zu retten ist. Außerdem schickt Achmetow humanitäre Hilfe in seine Heimatregion. Seine Rolle wird trotzdem auch im Donbass als umstritten bewertet. Trotz der Tatsache, dass seine Hilfe laut Augenzeugen fast die einzige ist, die tatsächlich bei den Menschen ankommt.

Es gibt noch weitere Personen, die aktiv mitspielen, doch im Grunde genommen geht es vor allem um Rinat Achmetow, Dmytro Firtasch, Ihor Kolomoiski und Petro Poroschenko. Manchmal scheint es sogar, dass die Oligarchen eine viel größere Rolle in der Politik spielen als je zuvor. Dieser Eindruck täuscht wohl, aber die grundsätzlichen Veränderungen, die von den Menschen auf dem Maidan gefordert wurden, bleiben nach wie vor aus. Dafür ist auch die ukrainische Gesellschaft verantwortlich, die Leute wie Kolomoiski weitgehend akzeptiert.

http://www.heise.de/tp/artikel/44/44960/1.html

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Ein elend gescheiterter Staat /Teil 1

 

Rostislaw Ischtschenko

С треском провалившееся государство

Dieser Text ist ebenso interessant, wie er lang ist. Aus diesem Grund erscheint er in zwei Teilen; morgen folgt das nächste Stück.

Die ukrainischen Eliten, die bei der Aufteilung des sowjetischen Erbes alles erhielten, was für den Aufbau eines erfolgreichen Staates erforderlich, haben durch ihre eigenen Handlungen das Land an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

Ideale Startbedingungen

Politik und Geschichte sind nicht vorherbestimmt. Das „Projekt Ukraine“, das jetzt seine letzten Tage erlebt, war nicht von Anfang an zum Untergang verurteilt.

Das plötzlich entstandene neue Land hatte die zehntgrösste Wirtschaft der Welt. Auf seinem Gebiet befanden sich 40% der sowjetischen Industrie und 60% der Schwerindustrie. Die gut entwickelte Landwirtschaft konnte nicht nur genug liefern, um die örtlichen Bedürfnisse zu decken, es konnten sogar landwirtschaftliche Produkte exportiert werden. Das Netzwerk aus Eisen und Autobahnen, weitreichenden Pipelines und mehreren Warmwasserhäfen haben die Bedürfnisse des Fernhandels gedeckt, sondern hatten ein fast unbegrenztes Potential für den Transit. Die Bevölkerung der Ukraine umfasste 52 Millionen, und die demografische Dynamik war 1991-92 noch immer positiv. Das Land besass bestens ausgebildete Arbeitskräfte und war ein hochqualifizierter Wissensschaftsstandort. All diese Güter wurden durch eine, eine halbe Million Mann starke, Gruppe der sowjetischen Armee beschützt – der grössten in der UdSSR – ausgerüstet mit den modernsten Waffen, da dort der Punkt der möglichen Hauptoffensive gesehen wurde.

Zum Zeitpunkt ihrer Unabhängigkeit hatte die Ukraine weit mehr, als nötig war, um einen erfolgreichen Staat aufzubauen. Mehr noch, auch die geopolitische Situation war zu ihren Gunsten. Das Land hatte keine mächtigen Feinde, nicht einmal ernsthafte Konkurrenten. Im Gegenteil, 1992 war die ukrainische Führung glücklich, das Fehlen äußerer Bedrohungen zu verkünden. Die Beziehungen mit allen Nachbarn waren freundlich, und die wichtigsten Spieler der Welt wünschten selbst gute Beziehungen mit Kiew. Erinnern wir uns daran, dass 1994-97 das Format G7+ geboren wurde, das nur für Kontakte mit Moskau (G7 + Russland) und Kiew (G7 + Ukraine) genutzt wurde. Das russische Format entwickelte sich jedoch mit der Zeit weiter in die ausgewachsenen G8, während das ukrainische in Raum und Zeit entschwand; aber 1990 waren diese Formate noch gleich.

Es gab ein kleines Problem: die Ukraine hatte nicht genug Energie, um ihre Industrie zu betreiben. Nicht bei allen Sorten, aber zumindest bei Öl und Gas. Trotz eines relativ hohen Niveaus der heimischen Produktion – 4-5 Millionen Tonnen Öl (soviel, wie Rumänien produziert) und 20 Billionen Kubikmetern Gas (mehr als in Aserbeidschan produziert wird) – die Ukraine konnte nur etwa ein Fünftel ihres Bedarfs an Öl und ein Viertel ihres Gasbedarfs selbst decken. Es gab theoretisch die Möglichkeit, die heimische Produktion zu erhöhen, aber sie wurde vernachlässigt. Gleichermaßen wurden die Möglichkeiten vernachlässigt, die Energieabhängigkeit der Industrie zu verringern.

Russland jedenfalls hat traditionell die benötigten Mengen Öl und Gas geliefert. Angesichts dessen, dass 60-80% der russischen Energieexporte in den 1990ern durch ukrainische Pipelines erfolgten, war es nicht schwer, sich auf Handelsbedingungen zum beiderseitigen Vorteil zu einigen. Das war es, was Kutschma tat, als er 2002 ein Zehn-Jahres-Abkommen mit „Gazprom“ über den Gasverkauf zu 50$ für tausend Kubikmeter unterzeichnete. Der Vertrag sollte bis 2012 gelten und beschaffte der ukrainischen Industrie enorme Wettbewerbsvorteile auf dem Weltmarkt, die (angesichts des schnellen Anstiegs der Öl- und Gaspreise) von Jahr zu Jahr zunehmen würden.

Das beträchtliche geopolitische und wirtschaftliche Potential der Ukraine beruhte ebenfals auf der Abhängigkeit ihres Aussenhandels und der Wirksamkeit ihrer Industrie bei den russischen Energieressourven, auf russischen Märkten und bei russischen Kooperationspartnern. 1992-2003 durchlebte Russland die politische Krise, die 1993 begann, die es an den Rand des Bürgerkriegs brachte und eine langfristige Spaltung der Gesellschaft auslöste, zwei Tschetschenienkriege und einen Staatsbankrott im Jahr 1998. Russland, das völlig in seinen inneren Problemen gefangen war, die durch zunehmende geopolitische Konflikte mit seinen euroatlantischen Partnern erschwert wurden, brauchte die minimale politische Loyalität Kiews (Russland bestand auf nicht mehr als Neutralität) und war bereit, dafür mit ernsten wirtschaftlichen Zugeständnissen zu zahlen (und zahlte).

Wenn heute in Moskau von 35 Milliarden Dollar geredet wird, die in die ukrainische Wirtschaft investiert worden seien, so wird dabei nur das Geld berücksichtigt, das gezählt werden kann. Dabei sind sowohl die Geschenke der niedrigen Öl- und Gaspreise als auch die Kreditie zu günstigen Bedingungen und die Investitionen in gemeinsame Projekte mit eingeschlossen. Die Verluste, die Russland durch den der Ukraine lange gewährten Meistvergüngstigungsstatus und andere indirekte Formen der Stützung der ukrainischen Wirtschaft erlitten hat, können nicht einmal theoretisch berechnet werden (Fachleute zitieren eine Summe von 200-300 Milliarden Dollar, aber das ist eine spekulative Schätzung).

Gegen den Trend

Wie kam es dann, dass die Ukraine trotz all dieser Segnungen den Punkt erreicht hat, an dem ein schreckliches Ende besser scheint als ein Schrecken ohne Ende?

Es wurde schon viel über die Käuflichkeit der Eliten gesprochen, die das Land wörtlich ausgeplündert haben. Es stellt sich jedoch die legitime Frage: warum haben 52 Millionen Menschen mit fehlgeleiteter Beharrlichkeit immer wieder genau diese Art Leute an die Macht gebracht? Warum hat, trotz aller Unterschiede zwischen den Führungsstilen der russischen, weißrussischen und kasachischen Eliten, für sie die Formulierung „Staatsinteressen“ eine Bedeutung, während das für die ukrainische Führung im besten Falle etwas völlig Unverständliches ist? Im schlimmsten Falle ist der Bezug auf „Staatsinteressen“ in der Ukraine nichts andres als eine Art, die Bevölkerung zu täuschen. Wie konnten Millionen Menschen glücklich zustimmen, getäuscht, beraubt und um eine Zukunft betrogen zu werden, zum Wohl eines ihnen völlig fremden, bedeutungslosen Symbols – eines Symbols, das nichts mit der sowjetischen Zivilisation gemein hatte, aus der diese Menschen hervorgingen, noch mit der europäischen Zivilisation, der sich anzuschließen sie vermeintlich wünschten, oder, noch wichtiger, mit dem wirklichen Leben?

Meiner Meinung nach liegt die Antwort auf diese Fragen in einem essentiellen und recht offensichtlichen Unterschied zwischen den Prinzipien des Staatsaufbaus, die durch die ukrainische, und jenen, die durch die russische, weißrussische und kasachische Elite angenommen wurden. In den letzteren drei Fällen wurden Bürgerstaaten errichtet. In Weißrussland führen nationalistische Parteien ein elendes, halb marginalisiertes Dasein. Erst in den letzten drei bis vier Jahren begann das offizielle Minsk einen loyalen „Staatsnationalismus“ zu fordern, der sich einerseits vom Nationalismus der Opposition abhebt, und andererseits der weißrussischen Führung eine Grundlage liefern soll, dem überwältigenden russischen Einfluss in der Eurasischen Wirtschaftsunion etwas entgegenzusetzen.

In Kasachstan ist der kasachische Nationalismus relativ stark, aber strukturell nicht definiert (als politische Parteien) und drückt sich vor allem im Alltagsleben und auf der Ebene bürokratischer Gruppen aus. Dennoch gibt es erfahrene Aussagen wie von Nursultan Nasarbajew, der schon in den ersten Tagen der kasachischen Unabhängigkeit den kasachischen Nationalismus als größte Bedrohung der Stabilität, der territorialen Integrität, ja selbst der Existenz des Landes ansah. Ein Konzept eines kasachstanischen Staates – im Gegensatz zu einem kasachischen – wurde eingeführt. Nationalisten mussten sich mit der Dominanz „nationalen Personals“ in Politik und Geschäftswelt zufrieden geben. Diese Dominanz war jedoch nie absolut, und die Rechte anderer Nationalitäten, zuallererst der Russen (der russisch Sprechenden, der russischen Kultur) waren durch das Gesetz geschützt. Was Russland betrifft, jammern die Nationalisten dort noch immer, dass der imperiale Diskurs in der russischen Politik nie durch den nationalen ersetzt wurde. Das heisst, Russland hat sich nicht als Nationalstaat ethnischer Russen entwickelt, sondern als der Staat der russischen Bürger, und in den letzten Jahren – der russischen Welt.

Daher haben Moskau, Minsk und Astana durch den Kompromiss zwischen den Nationen, verbunden mit der Ablehnung nationalistischer Politik innere Stabilität erreicht. Die adequate Innenpolitik ermöglichte eine konstruktive, auf Kompromissen beruhende Außenpolitik. Trotz aller Probleme bewegten sich seit Mitte der 1990er Russland, Weißrussland und Kasachstan auf eine Reintegration des postsowjetischen Raums zu, beruhend auf neuen politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Realitäten.

Seit dem ersten Tag seines Bestehens wurde der ukrainische Staat als der Staat der „Titularnation“ errichtet. Der nationalen Entwicklung wurde Vorrang gegeben, und die Worte, die Graf Cavour zugeschrieben werden – „Wir haben Italien geschaffen, jetzt müssen wir Italiener schaffen“ – wurden von den ukrainischen Nationalisten umgeschrieben in „Wir haben die Ukraine geschaffen, jetzt müssen wir Ukrainer schaffen“. Statt einer Idee der Gleichheit der Bürger wurde das Konzept der „positiven Diskriminierung“ eingeführt, wobei Jahrhunderte der „Unterdrückung“ ins Feld geführt wurden, um die Notwendigkeit zu begründen, alles „Ukrainische“ zu bevorzugen.

Die Einheit post-sowjetischer Bürokraten und Nationalisten

Von den ersten Tagen des Staatsaufbaus der Ukraine an fanden sich die ukrainischen Nationalisten in starkter kognitiver Dissonanz, als die Ziele, die sie erklärten, in scharfem Gegensatz zu den wirklichen Zielen und den zu ihrer Erreichung genutzten Mitteln standen. Einfach gesagt, sie logen schlicht, im vollen Wissen, dass sie, hätten sie die Wahrheit über ihre Ziele gesagt, nicht nur nie die Macht hätten erlangen können, sondern es ihnen schwer gefallen wäre, überhaupt in der Politik zu bleiben. Die Menschen in der Ukraine hätten sich das nicht bieten lassen. Vom Anfang bis Mitte der 1990er blieb das hohe Niveau politischer Aktivität nach der „Perestroika“ in der ukrainischen Bevölkerung erhalten und sie hatte sich noch nicht in eine einfach zu führende Masse verwandelt, wie es zu Beginn der 2000er der Fall war.

Es sollte angemerkt werden, dass die Hardcore-Nationalisten, die eine solche Position selbst vor dem Ende des Sowjetsystems vertreten hatten, die Nationalisten, die das Recht hatten, zu erklären, sie hätten tatsächlich für die ukrainische Unabhängigkeit gekämpft, die winzigste Minderheit in der ukrainischen Politik der 1990er darstellten. Stepan Khmara, Levko Lukyanenko, Vyachelsav Chornovol und die Brüder Gorin – das waren mehr oder weniger alle ihre bekannten Führer. Organisationen wie die Ukrainische Nationalversammlung (UNA) und die Ukrainische Volksselbstverteidigung (UPSD) waren marginal und hatten wenige Mitglieder. „Die Volksbewegung der Ukraine für die Perestroika“ stellte sich, selbst nach ihrer Umformung in die „Volksbewegung der Ukraine“ als eine breite demokratische Bewegung dar (wenn auch mit nationalistischem Beigeschmack). Vor der Definition der Parteistruktur war das ein amorpher politischer Körper, in dem radikale Nationalisten mit ehemaligen kommunistischen Opportunisten (wie Yavirivskiy und Pavlichko) verkehrten, wie auch mit der liberalen Intelligentia.

Die Wählerschaft war nicht sonderlich interessiert an Nationalisten, die üblicherweise 20-25% der Stimmen erhielten (im Landesdurchschnitt). Die nationalistischen Kräfte hatten wirkliche politische Unterstützung nur in den drei Regionen Galiziens (Lwow, Ternopol und Ivano-Frankisk). In allen anderen Regionen selbst in der Westukraine hatten sie immer weniger als 50% der Stimmen, und in den Gebieten Noworossijas – nicht mehr als 5-10%. Unter diesen Bedingungen hätten die Nationalisten entweder in ewiger Opposition verharren müssen, oder sich einen starken Verbündeten suchen. Und sie fanden einen solchen Verbündeten.

Die ehemaligen Führer der Partei und des sowjetischen Staates, die ihrer Vergangenheit abschworen, um ihre Stellungen zu halten, waren zu der Zeit auf der Suche nach einer Ideologie, die ihr Recht, an der Macht zu bleiben, stützen könnte. Sie hatten der kommunistischen Ideologie bereits abgeschworen und fürchteten die Rhetorik der Reintegration. Sie glaubten, eine Rekonstruktion eines vereinten Staates würde die Moskauer Kontrolle über die Provinzeliten wiederherstellen und damit ihre Fähigkeit, den auf dem Gebiet der Ukraine befindlichen Besitz, den der Sowjetunion eingeschlossen, zu kontrollieren, beträchtlich einschränken. Auf gewisse Weise fiel die Ukraine dem Reichtum des sowjetischen Erbes zum Opfer. Es schien unerschöpflich, und die ukrainische Elite war begierig darauf bedacht, es gegen die ehemaligen Kollegen zu schützen, die weniger erhalten hatten. Jede Intiative in Richtung auf eine Reintegration wurde nicht als ein Versuch gesehen, zum beiderseitigen Vorteil eine Zusammenarbeit sich ergänzender Ökonomien zu organisieren, sondern als ein Zusammenstoß mit den Eliten der Nachbarrepubliken, die den Ukrainischen Teil des Besitzes neideten.

Hier fielen die Interessen der ukrainischen ex-kommunistischen ex-Parteiführer und der ukrainischen Nationalisten in eins. Die Nationalisten wollten in einem russischen Land, was die Ukraine in den frühen 1990ern war, einen nicht-russischen Staat errichten (zu der Zeit war er noch nicht als anti-russischer geplant). Die ehemalige Elite der kommunistischen Partei wollte ihren eigenen Staat, um ihr Recht, den von der UdSSR ererbten Besitz zu plündern, abzusichern. Da alle Prozesse einer post-sowjetischen Integration kein anderes Zentrum haben konnten als Moskau (als traditionelles politisches Zentrum, Bindeglied zwischen den europäischen und den asiatischen Republiken und Eigner unbegrenzter natürlicher Ressourcen), wurde Russland objektiv zum Gegner sowohl der Nationalisten als auch der Staatsbürokraten. Daher die Popularität des Mythos über den jahrhundertelangen Freiheitskampf der ewig unterdrückten Nation (offensichtlich gegen Russland). Das war auch der Ursprung des Mythos über die Integration in die EU als Hauptentwicklungsroute der Ukraine. Die ukrainischen Politiker machten sich gar keine Gedanken, wie realistisch ihre Projekte einer EU-Mitgliedschaft waren; das wichtigste Ziel war, die Weigerung, an Projekten zur Integration des post-sowjetischen Raums teilzunehmen, durch den Hinweis einer anderen Richtung zu legitimieren.

Die Verbindung von Bürokraten und Nationalisten hat es geschafft, die einflussreiche Linke (Sozialisten und Kommunisten) zur Seite zu schieben. Interne Karrierestreitigkeiten zwischen den Führern der kommunistischen und sozialistischen Parteien trugen dazu bei. Die faktische Kontrolle der Bürokraten über den Staatsapparat war ebenso bedeutend, wie auch eine gewisse Enttäuschung der Bevölkerung, was die linke Ideologie angeht (die Sowjetunion war gerade zerfallen). Im Ergebnis erlangten die Bürokraten die Kontrolle über Wirtschaft und Finanzen wie auch die Gelegenheit, sich ungehindert zu bereichern, während die Nationalisten die Sphäre der Ideologie und der Kultur übernahmen (Kultur, Wissenschaft, Bildung).

Nationalistisch-oligarchische Symbiose

Während dieser zwanzig Jahre wurde nicht nur zwei Generationen von Schülern und Studenten eine Gehirnwäsche verpasst, die nazi-nationalistische Ideologie wurde in allen Gebieten absorbiert, wo irgend eine Form von Bildungsprozess stattfand, die Armee, die Strukturen des Innenministeriums, den Sicherheitsdienst der Ukraine, jegliche militärische oder Polizeikräfte eingeschlossen.

Anfänglich wurde der ukrainische Nationalismus in einer sanften Version präsentiert. Genauer, bis in die frühen 90er haben Nationalisten die zweifelhafte Natur der Praktiken der Ukrainischen Aufstandsarmee Banderas (UPA) anerkannt, und sie von der rein politischen Organisation der ukrainischen Nationalisten (OUN) unterschieden. Sie haben sogar die Tätigkeit solcher Formationen ukrainischer Nationalisten wie der Batallione „Roland“, „Nachtigall“, der Divsion „Galizien“ und der Schutzmannschaftsbatallione öffentlich verurteilt. Zu jener Zeit war es nicht nur undenkbar, Bandera und Schuchewitsch zu Helden der Ukraine zu erklären, sondern schon zu irgendwie positiven politischen Gestalten.

Aber mit dem Auftauchen neuer Generationen in der politischen Arena begann die Betonung sich zu verlagern. Dabei half das Verhalten Russlands, das im Grunde, mit seinen inneren Problemen beschäftigt, das Ringen um den Informationsraum der Ukraine aufgab. Mitte der 1990er wurden die russischen TV-Kanäle aus der Ukraine gedrängt und Ende der 1990er/Anfang der 2000er geschah das Selbe mit der russischen Presse. Die ukrainische Propagandamaschine, die nicht wirklich effektiv war und der die intellektuelle Komponente völlig abging, war unter den Bedingungen des Informationsmonopols ziemlich wirkungsvoll. Natürlich konnte jeder, der interessiert genug war, leicht an alternative Informationen kommen, aber die Mehrheit der Bevölkerung erhält ihre politischen Nachrichten immer aus den am leichtesten erreichbaren Quellen.

Als die soziale Atmosphäre sich änderte, wurde der ukrainische Nationalismus immer radikaler und verwandelte sich langsam in offenen Nazismus. Institutionalisierte „zivilisierte“ Nationalisten aus den frühen 2000ern (noch vor Juschtschenko) hörten auf, Abscheu vor nationalistischen Militanten zu zeigen. Sie fanden schnell Rechtfertigung für den Radikalismus der Nationalisten. Es scheit, dass die Nationalisten Nazis sind, weil sie durch die Erhaltung der sowjetischen Symbole beleidigt werden, dadurch, dass die Mehrheit der Bevölkerung den 9. Mai feiert, russisch spricht und nicht in Eile ist, die mörderischen Anhänger Banderas zu Helden zu erklären, die bis in jene Tage nur Dank des Stalinschen Humanismus überlebten.

Zu einem bestimmten Moment erzeugte die Bürokratie, die eifrig darauf bedacht war, die soziale Basis der Linken durch Privatisierung zu zerstören (ein gleichartiger Prozess fand in Russland statt), die Oligarchie. Nun waren es nicht Bürokraten, die irgend jemanden dazu ernannten, Millionär zu werden, sondern die Milliardäre, die ganze Parlamentsfraktionen, Minister, Premiers und Präsidenten kauften. Der bürokratisch-nationalistische Konsens wurde durch den oligarchisch-nationalistischen ersetzt. Zu der Zeit erschien die Lage in der Ukraine dem Westen (vor allem den USA) reif für aktive Einflussnahme. Möglicherweise hätte der Westen, hätten sich die ukrainischen Eliten nicht von sich aus für den anti-russischen Kurs entschieden, es nicht gewagt, sich direkt einzumischen und Zwang auszuüben. So jedoch wollte sich die Ukraine von Russland trennen, in sich selbst alles russische zu lange auslöschen; nährte zu sorgsam das Allerrussophobischste, die dunkelsten Kräfte, als das das übersehen und nicht genutzt werden könnte.

Zusätzlich konzentrierte sich Russland seit Anfang der 2000er mit dem neuen Präsidenten mehr und mehr auf seine nationalen Interessen und weniger auf „universelle“ Werte. Diese Politik brachte Russland auf Kollisionskurs mit den Interessen der USA, und die anti-russische Ukraine erschien Washington ein wirkungsvolles Mittel, um Russland einzugrenzen. Es ist nicht wirklich überraschend, dass die USA dabei auf die Kräfte setzten, die für den oligarchisch-nationalistischen Konsens standen und die ukrainische Politik völlig kontrollierten (unabhängig von der formellen Konkurrenz oder gar Feindseligkeit zwischen den Parteien), insbesondere angesichts der Tatsache, dass diese Kräfte nicht nur aus ideologischen Gründen russophob waren, sondern ebenso in Folge ihrer praktischen Interessen

Die Ukraine wurde zum Hauptschauplatz für die USA

Wir können nicht sagen, dass die USA der Lage in der Ukraine in den 1990ern nicht gefolgt ist und keine loyale Gruppe von Politikern, Bürokraten und Personen des öffentlichen Lebens versammelt haben. Das war ein normales Vorgehen „nur für den Fall“ (jeder Nachrichtendienst nutzt immer jede Gelegenheit, wertvolle Aktivposten in Ländern in strategisch wichtiger Lage zu erwerben, vor allem, wenn sie nicht viel kosten). Aber in den 1990ern dankten die USA für die Bereitwilligkeit Russlands unter Jelzin, in den meisten Fragen im Schlepptau der amerikanischen Politik zu bleiben, mit einer gewissen Anerkennung Moskauer Kontrolle über den post-sowjetischen Raum als lebenswichtige russische Einflusssphäre und versuchten, ihre Einmischung in die inneren Angelegenheiten der post-sowjetischen Länder nicht zu betonen.

Ab Anfang der 2000er wurde die russische Außenpolitik zunehmend unabhängiger. Natürlich blieben viele Politiker mit Verbindungen nach Washington an der Macht, aber der Einfluss der proamerikanischen Lobby war nicht länger entscheidend und die Dynamik und Richtung der Veränderung liess wenig Zweifel daran, dass die neuen russischen politischen Eliten einem Kurs der Wiederherstellung der Unahbhängigkeit in der Außen- und Innenpolitik folgten. Putin war bereit, ein Freund und Verbündeter der USA zu bleiben, aber auf Augenhöhe und nicht als Vasall.

Das war der richtige Zeitpunkt, um die antirussischen Aktivposten in den post-sowjetischen Ländern zu nutzen. Fast alle erfolgreichen oder gescheiterten „Farbrevolutionen“ in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) ereigneten sich zwischen 2003 und 2008 (von der „Rosenrevolution“ in Georgien bis zum Krieg am 8.8.08). Das Ziel dieser Staatsstreiche war nicht einfach, Russland von der post-sowjetischen Region abzuschneiden, sondern, eine Kette feindlicher Staaten entlang seiner westlichen und südlichen Grenzen zu schaffen (bis hin zur Grenze mit der Mongolei und China). Im Ergebnis wären die Möglichkeiten Russlands, eine unabhängige Aussen- und Wirtschaftspolitik zu verfolgen, blockiert, die Ressourcen wären durch die feindselige Umgebung aus ehemaligen Sowjetrepubliken gebunden worden. Der Ruf der russischen Regierung im Innern wie im Äusseren wäre beständig durch immer neue Provokationen untergraben worden (wie jene, die Saakaschwili im Übermaß lieferte). Gleichzeitig hätte Moskau seine Fähigkeit, auf solche Provokationen zu reagieren, eingeschränkt, weil jeder entscheidende Zug einen offenen Krieg mit einem Block post-sowjetischer Staaten ausgelöst hätte (Juschtschenko hat versucht, die Ukraine in den russisch-georgischen Konflikt hineinzuziehen, aber nach diesem Plan hätte es 10-11 solcher Georgien und Ukrainen geben sollen). Russland hätte daher gegen einen Länderblock vom Baikal bis zum Baltikum gestanden. Die USA hätten das als einen Krieg ehemaliger Kolonien gegen russischen Neokolonialismus deuten könne, und auf Russland die UN-Deklaration über die Gewährung der Unabhängigkeit an koloniale Länder und Völker vom 14. Dezember 1960 (nebenbei, von der Vollversammlung auf Initiative der UdSSR angenommen) und alle anderen Resolution zu diesem Thema anwenden können.

Russland sind die Schläge 2003 in Georgien und 2004 in der Ukraine entgangen. Die weitere Verbreitung der „Farbinfektion“ konnte Moskau verhindern (die Staatsstreiche haben sich nicht über Bischkek hinaus bewegt, aber selbst in Kirgistan folgte auf die „Revolution“ die gleiche „Farb-Konterrevolution“).

Im Fünftagekrieg im August 2008 startete Russland die geopolitische Offensive. Ab diesem Augenblick wurde alle Macht Washingtons eingesetzt, nicht um Moskau zu marginalisieren, um es daran zu hindern, ein geopolitischer Herausforderer zu werden, sondern um den bereits etablierten geopolitischen Rivalen zu zerstören. Russische Bemühungen brachten einen (wenn auch zerbrechlichen und instabilen) Frieden nach Zentralasien und blockierten die amerikanischen Interessen im Kaukasus. Letzteres war überwiegend zwei Faktoren geschuldet: dass Kadyrow es auf sich nahm, selbst die Lage im Nordkaukasus zu stabilisieren, und dass das pro-amerikanische Regime von Saakaschwili sich durch die Niederlage im Krieg gründlich diskreditierte (die Politiker, die auf Saakaschwili folgten, sind zwar Russland nicht freundlicher gesonnen, aber vernünftiger, was eine Gelegenheit schuf, die Beziehung zu stabilisieren). All diese Faktoren machten die Ukraine Ende 2010 zum entscheidenden Land im post-sowjetischen Raum für die USA.

http://vineyardsaker.de/ukraine/ein-elend-gescheiterter-staat-teil-1/line-wordpress-long

Ein elend gescheiterter Staat /Teil 2

 

Rostislaw Ischtschenko

С треском провалившееся государство

Der zweite Teil des langen Textes. Manchmal wünscht man sich beim Übersetzen solcher Brocken ganz kindlich ein paar Bilder im Text…

Die Marionette verhandelt mit dem Marionettenspieler

Zu dieser Zeit glaubte der oligarchisch-nationalistische Block, Russland sollte als die Quelle aller möglichen wirtschaftlichen Vorzüge behandelt, die Politik aber auf den Westen ausgerichtet werden. 2010 war die „orange“ Maidan-Mannschaft völlig diskreditiert und hatte keinerlei relevante Unterstützung in der Öffentlichkeit. Mehr noch, die Mannschaft hatte ihre völlige Unfähigkeit bewiesen, einen akuten Konflikt mit Russland auszulösen (wie den georgischen), der die russischen Ressourcen in ukrainischer Richtung gebunden und es damit daran gehindert hätte, sich in die globalen Fragen einzumischen.

Aus diesem Grund widersetzten sich die USA der Wahl Janukowitschs zum Präsidenten 2010 nicht. Washington wusste, dass Janukowitsch versuchen würde, zur Politik im Stile Kutschmas zurückzukehren, die in viele Richtungen zielte und voraussetzte, durch Nutzung russischer Ressourcen die Integration in die EU zu finanzieren. Anfang der 2000er war eine solche Politik den USA nicht mehr genehm, und das löste den Staatsstreich 2004 aus. Damals brauchte Washington keine Verbündeten mehr (gleich, wie loyal und abhängig), sondern Ausführende bereits getroffener Entscheidungen. Aber 2010 hatte sich die Lage geändert: die USA wurden durch die allgemeine Schwächung ihrer geopolitischen Position wie durch die zunehmenden Probleme der amerikanischen Wirtschaft dazu gedrängt, den ukrainischen Ansatz in mehrere Richtungen zu stützen. Die USA hatten kein Geld mehr, um ihre Verbündeten zu unterstützen. Jetzt wurde von den stimmlosen Vasallen erwartet, die amerikanische Politik aus der eigenen Tasche zu finanzieren.

In der Lage des Jahres 2010 war Janukowitsch der einzige den USA genehme Präsidentschaftskandidat. Das Team Juschtschenko (das die heutigen „Helden“ Jatsenjuk und Poroschenko mit einschloss) war völlig diskreditiert, und es würde Zeit brauchen, um sein Image aufzupolieren. Tomoschenko hatte sich den Ruf erworben, unvorhersehbar zu sein und dazu zu neigen, ständig ihre Partner zu betrügen. Der einzige Schmutz, mit dem die USA sie (in Zusammenarbeit mit Lasarenko) bewerfen konnten, war in den ukrainischen Medien bereits verwendet worden, mit geringer Wirkung. Janukowitsch hingegen war nicht nur unter Kontrolle amerikanischer Agenten (der Gruppe Lewotschkin-Firtasch), sondern wollte die Ukraine ernsthaft durch die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens „in die EU integrieren“. Offensichtilich entschied Viktor Feodoriwitsch, all jenen, die ihn 2004 abgesetzt hatten, zu beweisen, dass er der einzige sei, der die „Ukraine vereinigen“ könnte, indem er den Osten und den Westen aussöhnt. Tatsächlich bedeutete das die Verleugnung seiner Wahlversprechen und den Anfang der pro-westlichen Politik.

Es wurde von Janukowitsch erwartet, das Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen, das die ukrainische Industrie zerstören würde, sich selbst völlig zu diskreditieren, alles Negative auf seine Person zu lenken und dann 2015 die Wahlen gegen den amerikanischen Schützling zu verlieren. Um sicherzustellen, dass diesem Szenario gefolgt wird (falls Janukowitsch sich weigern sollte, friedlich zu gehen), wurde für 2015 ein weiterer Maidan vorbereitet.

Janukowitsch war naiv genug, zu glauben, dass er, wenn er dem Westen nur die gesamte Ukraine überreichen würde, 2015 wiedergewählt werden dürfte. Mit diesem Ziel unterstützten und finanzierten er und seine Umgebung aktiv Naziorganisationen (nicht nur „Freiheit“, sondern auch die „ukrainischen Patrioten“, UIA-OUN und andere). Der „Zorn auf den Faschismus“ sollte die antifaschistischen Stimmen aus dem Südosten um Janukowitsch vereinen. Für die moderaten Nationalisten und die „Eurointegratoren“ sollte das unterzeichnete Assoziierungsabkommen mit der EU als Anreiz dienen. Schließlich war es, um die Loyalität der Bevölkerungsmehrheit, besonders jener, die sich ausschließlich um ihren wirtschaftlichen Wohlstand kümmerten, zu sichern, geplant, unter dem Vorwand der Assoziierung einen Kredit in Höhe von 15-20 Milliarden von der EU zu erhalten, was nach Asarows Berechnungen ausreichen würde, um den Lebensstandard bis zu den Wahlen 2015 aufrechtzuerhalten oder sogar zu verbessern.

Janukowitschs Plan war logisch vollkommen. Die EU, die ihre Hände auf die Ukraine legen konnten – ein Anlagegut im Wert von Billionen – sollte dafür ihre Börse für blosse 20 Milliarden öffnen. Janukowitsch und Asarow dachten, dass Brüssel, wenn Griechenland von ihm 200 Milliarden erhielte, 20 Milliarden für die Ukraine finden könnte.

Die USA aber, das war das Problem, wollten Janukowitsch nicht an der Macht behalten, der die Interessen der nationalen Industrie vertrat, und diese Interessen würden früher oder später mit den abstrakten, aber unprofitablen „europäischen Werten“ kollidieren. Er sollte durch einen völlig gezähmten Kompradoren ersetzt werden, und die nationalen ukrainischen Unternehmen sollten aussterben, um durch die europäischen ersetzt zu werden.

Maidan an Stelle des goldenen Schlüssels

Als Ergebnis der fünfjährigen Operation hätten die USA Anfang 201 5 in der Ukraine ein völlig zahmes und legitimes russophobisches Regime etabliert. Die EU hätte die Freihandelszone mit der Ukraine gehabt, die zuerst, nach dem Dahinscheiden der ukrainischen Industrie, ihr den 45 Millionen Kunden starken ukrainischen Markt verschafft hätte (wenn auch mit sinkender Kaufkraft, aber immer noch im Stande, eine Zeit zu halten), dann aber, wichtiger noch, durch die Freihandelszone innerhalb der CIS den Zugang zu den Märkten aller CIS-Länder, insbesondere den Russlands. Das hätte die Verluste der Europäer aus dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU minimiert, das zum Nachteil der EU war. Europa hoffte, die Verluste aus der Freihandelszone mit den USA auf Kosten Russlands und der CIS zu kompensieren.

Offensichtlich scherten sich die USA nicht um die Kompensation europäischer finanzieller und wirtschaftlicher Verluste, sondern um ihre eigenen geopolitischen Interessen. Wichtiger noch, das Freihandelsabkommen fungierte als „Wurmloch“ direkt von den USA in die CIS und machte die Zollunion wertlos und negierte alle Integrationspläne Russlands in Eurasien. Mit einem Schlag hätten die USA ihre politische und wirtschaftliche Vorherrschaft in der Welt wieder hergestellt, und der gefährlichste amerikanische Rivale – Russland – sollte dafür bezahlen.

Das war ein ziemlich eleganter Plan, und ich kann mir vorstellen, wie irre die Politiker Washingtons wurden, als dieser Büffel Janukowitsch schließlich begriff, dass er nie europäische Milliarden zu Gesicht bekäme, um die soziale Stabilität zu stützen, und plötzlich, nur drei Monate vor der Unterzeichnung des Abkommens, das Ereignis hinausschob. Janukowitsch dachte, er könne handeln, das Geld bekommen und dann unterzeichnen. Um die EU gewogener zu stimmen, ging er nach Moskau, nach der alten ukrainische Tradition, wo ihm die ersehnten Milliarden unter deutlich besseren Bedingungen versprochen wurden. Putin versuchte im letzten Moment, die ukrainische Karte, die ihm gegeben wurde, auszuspielen, daher wurden die Entscheidungen schneller getroffen und das große Geld freier ausgehändigt.

Im Gegensatz zu Janukowitsch wussten die Leute in Washington sehr gut, was das Fenster der Möglichkeiten war. Alle verbundenen Elemente – von der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens über den Maidan 2015 bis hin zum Freihandelsabkommen zwischen EU und USA – waren Teil eines rigiden Schemas und zeitlich koordiniert. Wurde ein einziger Baustein herausgezogen, brach das ganze Gebäude zusammen. Das Ergebnis dessen war, dass Janukowitsch seinen Maidan bereits Ende 2013 erhielt.

Wer den Bürgerkrieg auslöste

Wir müssen dafür jedoch nicht so sehr den USA als Lewotschkin danken. Er und Firtasch haben ihre Geschäfte in dem Assoziierungsabkommen vorausschauend geschützt, das unter dem aufmerksamen Blick des Stabschefs des Präsidenten der Ukraine erstellt wurde – was ebenjener Lewotschkin war.

Daher würden, wenn es mit der Wirtschaft des Landes nach der Unterzeichnung wie erwartet abwärts ginge, die meisten Oligarchen ärmer werden, während die Gruppe Lewotschkin-Firtasch reicher würde. Die Weigerung, das Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen, beendete das finanzielle und politische Wohlergehen dieser Gruppe. Lewotschkin, der seine Tätigkeit schon lange mit der US-Botschaft abstimmte und in die Vorbereitungen des Maidan involviert war, entschloss sich, diesen Mechanismus zu nutzen, um Druck auf Janukowitsch auszuüben und ihn zur Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens zu zwingen. Er initiierte den Studenten-Maidan, und sorgte, als dieser auf Janukowitsch keinen rechten Eindruck machte, für die Provokation, die Studenten zusammenzuschlagen, wonach der Maidan aufhörte, friedlich zu sein.

Danach hatte Janukowitsch nur zwei bis drei Wochen, um den Maidan aufzulösen, ehe seine Macht begann, von innen zu zerfallen, ehe seine nominell loyalen Minister und Generäle anfingen, Verhandlungen mit der Opposition über einen Seitenwechsel zu führen, ehe der Westen aktiv intervenierte. Janukowitsch, der sich der Stärke seiner Stellung und der Bedeutungslosigkeit des Maidan zu sicher war, nahm lange Verhandlungen mit der Opposition auf und versuchte, den Maidan durch vorübergehende Zugeständnisse zum Verschwinden zu bringen. Sobald seine Schwäche offenkundig wurde, trat der Westen in das Spiel ein. Das Regime war dem Untergang geweiht.

Janukowitsch, der aus dem vorhergehenden Maidan gelernt hatte, war bereit, sich zu verteidigen. Er wollte den Maidan hinter Polizeiabsperrungen schlicht aussitzen. Die Idee war folgende: wenn sie in einem halben Jahr nicht gehen, dann doch nach einem Jahr; früher oder später geben sie auf. Und dann wurde offenbar, dass die ukrainische Polizei, im Gegensatz zur Armee, professionell und gut ausgebildet war, und ein friedlicher Maidan keine Chance hätte, die Regierung zu stürzen. Nur ein Militärputsch hätte diese Chance.

In dem Moment, als die ukrainische Opposition und die USA den Pfad eines Militärputsches wählten und die EU dieser Entscheidung zustimmte, war das Schicksal der Ukraine besiegelt. Wenn es bis dahin, trotz Jahrzehnten eines kalten Bürgerkriegs zwischen der russischen und der galizischen Ukraine, immer noch Möglichkeiten für eine friedliche, auf Kompromissen beruhende Lösung des inneren Konflikts gegeben hätte, wurde jetzt, mit dem heißen Bürgerkrieg, der Zusammenbruch des Landes unvermeidbar. Das Problem war, dass die Neonazi-Aktivisten im Putsch die Schlüsselrolle spielen sollten, da die Opposition sonst keine weitere organisierte Kraft besaß. Wenn diese Militanten jedoch Waffen erhielten (um den Putsch durchführen zu können), und die angemessene Reaktion der Strafverfolgungsbehörden blockiert wird, dann werden diese Militanten tatsächlich die Herren des Landes.

Die Strafverfolgungsbehörden, die von den Politikern verraten wurden, verfielen rasch; wirkliche Fachleute gingen, Neonazis kamen dazu, Opportunisten, die bereit sind, jeder Macht zu dienen, blieben. Die Nazis fanden sich in der günstigen Position, nicht nur ihre Zahlen und ihre Versorgung mit Waffen schnell zu steigern, sondern ebenso, eine wirkungsvolle Kontrolle über die Strafverfolgungsbehörden zu errichten.

All das war eine klare und gegenwärtige Bedrohung für die russische Bevölkerung der Ukraine. Sie war weniger organisiert, besass keine militärischen Einheiten, hatte fast keine Waffen, aber unter den Bedingungen des drohenden Naziterrors wurden diese Probleme rasch gelöst. 25 Millionen Antifaschisten konnten nicht aus der Ukraine fliehen. Noch konnten sie den Sieg des zweiten Maidan akzeptieren, wie sie den des ersten akzeptiert hatten. Der erste Maidan trampelte auf ihrer Wahl herum, auf der Verfassung und dem Gesetz. Der zweite bedrohte ihr Leben.

In einer militärischen Konfrontation der zwei fast gleichen Teile der Ukraine, die jeweils von den USA und Russland unterstützt wurden, war ein Sieg einer Seite schwierig und der Krieg möglicherweise endlos. So könnte es sich leicht entwickelt haben, und Moskau hätte sich für viele Jahre im ukrainischen Konflikt gefangen gefunden, aber zur Zeit des Putsches waren die inneren wirtschaftlichen Ressourcen, die das Funktionieren des ukrainischen Staates stützen, fast erschöpft. Um die Ukraine aus der Krise zu ziehen, brauchte es Kredite von vielen Milliarden wie auch langfristige Investitionsprojekte und aufnahmebereite Märkte für ukrainische Waren. Russland war bereit, Janukowitsch all dies zu bieten, aber hatte keine Absicht, den Nazis irgend etwas zu bieten (und könnte es nicht, selbst wenn es wollte).

Sofort wurde offensichtlich, dass weder die EU noch die USA beabsichtigen, die Ukraine zu finanzieren. Der Ausbruch des Bürgerkriegs kam Washington gerade recht: es war nicht nötig, irgendwelches Geld auszugeben, aber sowohl Moskau als auch Brüssel hätten sicher Probleme, und die Möglichkeit einer für die USA gefährlichen Allianz zwischen der EU und der Eurasischen Union wäre blockiert. Die EU selbst hat es während der gesamten Krise nicht geschafft, aus dem Schatten der USA hervorzutreten und ihre eigenen, nicht die amerikanischen, Interessen zu verteidigen.

Mörderischer Streit

Der Mangel an Ressourcen nicht nur für einen längeren Krieg, sondern auch für die gewöhnlichen Funktionen des Staates, hätte den ukrainischen Bürgerkrieg kurz, aber extrem intensiv und blutig machen müssen. Anfänglich entwickelte sich der Konflikt tatsächlich in diese Richtung, bis es Moskau gelang, die Intensität der Kämpfe vorübergehend zu verringern, indem es Kiew in das Minsker Abkommen zwang.

Dennoch löste das Minsker Abkommen die ukrainischen Hauptprobleme nicht, und konnte sie nicht lösen. Daher wurde es von Anfang an von beiden ukrainischen Konfliktparteien als eine Pause gesehen, die genutzt werden sollte, um die eigenen Stellungen zu verstärken und die militärischen Fähigkeiten zu verbessern. Kiew fand sich hier in einer schlechteren Lage als DNR und LNR. Die beiden Republiken hatten Russland zum Hinterland, und ein Teil ihrer relativ kleinen Bevölkerung floh nach Russland, während jene, die blieben, mit russischer humanitärer Hilfe überleben konnten. Die Ukraine andererseits erlitt eine wirtschaftliche Katastrophe, die schnell zur politischen Krise anwuchs. Der sich beschleunigende Absturz des Lebensstandards der Mehrheit, eine steigende Arbeitslosigkeit, die jetzt bei einem Drittel der Arbeitsbevölkerung liegt, ein Mangel an Aussichten, all das untergrub das Vertrauen in die Politiker des Maidan, erzeugte Ablehung und Radikalisierung in der Gesellschaft, die mit einem weiteren Maidan drohte.

Die wirtschaftliche Katastrophe spaltete die Maidan-Elite, die von Anfang an nicht einig war. Die politischen Gruppen werden um die verbleibenden wirtschaftlichen Ressourcen kämpfen müssen, außerdem Personen finden und präsentieren, die für die Niederlagen im Krieg wie für die Zerstörung der Wirtschaft verantwortlich sind, und das macht jegliche Übereinkunft zwischen ihnen unmöglich. Wenn man berücksichtigt, dass jede politische Gruppe in der Ukraine bereits ihre eigenen militärischen Einheiten besitzt (vor allem Freiwilligenbatallione), deren einzige politische Erfahrung in der Teilnahme am Militärputsch gegen Janukowitsch und am Bürgerkrieg besteht, ist es gewiss, dass sie diesen mörderischen Konflikt innerhalb des Maidan mit Waffengewalt lösen werden.

Die fatale Unvermeidlichkeit der Selbstauflösung

Der Bürgerkrieg in der Ukraine nimmt mehrere Gestalten an, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sich intensiviert. Die Ukraine ist auf sich gestellt außerstande, diesem fatalen Trichter zu entfliehen. Die Nazis werden nicht zulassen, dass die Regierung einen Kompromiss mit Noworossija erreicht. Noworossija wird nicht schweigend mit einer Naziregierung leben. Es gibt keine Ressourcen, die sozialen Probleme zu mildern. Die ukrainische Führung ist unzulänglich, und versteht kaum, was in Wirklichkeit in den Überresten der ukrainischen Wirtschaft geschieht und wer die Politik des Landes bestimmt und wie. Ein Versuch, den Konflikt intern zu lösen, würde in Folge des relativen Gleichstands der beiden Seiten, so viele Todesopfer fordern, dass die Nachbarn nicht unbeteiligt bleiben könnten, schon allein, weil Millionen Flüchtlinge über ihre Grenzen strömen würden.

Um eine solche Entwicklung des Konflikts nach dem schlechtesten Szenario zu verhindern, braucht es eine externe Macht, die gewillt ist, die Verantwortung für die Entwaffnung der Konfliktparteien und für die finanzielle und wirtschaftliche Unterstützung der Ukraine beim Wiederaufbau ihrer Wirtschaft zu übernehmen. Gegenwärtig gibt es keine Freiwilligen für dieses Wohlfahrtsunternehmen. Wenn man die politische Situation in der Ukraine betrachtet (eine gespaltene, hasserfüllte und bis an die Zähne bewaffnete Gesellschaft) wie auch die wirtschaftlichen Bedingungen, würde der Wohltäter Gefahr laufen, sich beim Schultern der ukrainischen Last zu übernehmen.

Die Unfähigkeit der ukrainischen Elite, ihr irrationaler Glaube in die Bereitschaft des Westens, die Probleme der Ukraine auf seine Kosten zu lösen, bringt den Staat in eine Lage, wo die schnelle Selbstauflösung die logische Weiterentwicklung der jetzigen Situation ist. Im Gegensatz dazu scheint eine Erhaltung und Wiederherstellung der ukrainischen Staatlichkeit, selbst auf vermindertem Gebiet, weniger wahrscheinlich bis unwahrscheinlich. Damit sich diese Option verwirklichen kann, bedürfte es eines Wunders, das alle gerade wirkenden Faktoren verändert. Wenn man es mit dem religiösen Glauben an Wunder betrachtet, scheint das möglich, aber aus der Sicht der politischen Analyse ist diese Wahrscheinlichkeit so gering, dass man sie nicht einmal in Betracht ziehen sollte.

Unmöglich, den Krieg abzusagen

Und das letzte Argument ist womöglich das unangenehmste für Bürger der Ukraine, die noch an die Möglichkeit einer Wiederbelebung ihres Landes glauben. Das land könnte gerettet werden, wenn zumindest einer der globalen Spieler an einer Verlängerung seines Daseins interessiert wäre. Natürlich könnte man, wenn man den Diplomaten und Staatslenkern lauscht, glauben, dass die ganze Welt von nichts anderem träumt als der Wiederbelebung der Ukraine und der Wiederherstellung ihrer territorialen Integrität. Aber wir wissen, Diplomaten gebrauchen Sprache, um ihre Gedanken zu verbergen, und die wahre Position eines Staates wird niemals offen ausgesprochen (andernfalls gäbe es keinen Bedarf, Nachrichtendienste und Spionageabwehr zu unterhalten). Wir können die wahren Ziele und Absichten eines Staates nur an seinen Handlungen erkennen.

Zuerst wurde zwischen August und Dezember 2014 im Donbass eine Armee aufgebaut, um die einzelnen Gruppen der Miliz zu ersetzen. Diese gut ausgebildete und ausgerüstete Armee überschritt deutlich das für die Verteidigung der Stummel der Regionen Donezk und Lugansk, die jetzt von den Streitkräften Noworossijas verteidigt werden, erforderliche Maß. Wir könnten natürlich glauben, dass die Milizionäre Panzer, Gewehre, selbstfahrende Einheiten schwerer Artillerie, Mehrfachraketetenwerfer und andere nette Dinge in der Donezker Steppe gefunden haben. Sie hatten all diese Dinge von April bis August nicht bemerkt, und dann, plötzlich – reiche Ernte: wer jemals Pilze sammeln war, weiss, das sowas passieren kann. Man könnte ebenso glauben, dass Tausende von Ausbildern (von Unteroffizieren bis zu kompletten Regimentshauptquartieren), die nötig sind, um eine wirkungsvolle militärische Struktur zu schaffen, einfach aus unterschiedlichen Ländern kamen, weil sie ihren Herzen folgten (was auf dieser Welt nicht geschieht). Es ist sogar möglich, zu glauben, dass die Waffen, die gefunden wurden, und die Ausbilder, nicht nur in der erforderlichen Zahl, sondern sogar mit der nötigen Spezialisierung kamen. Ersatzteile, Munition und in für die intensiven Kämpfe ausreichender Menge musste immer noch von jemandem geliefert werden.

Die untere Grenze der geschätzten Größe der Streitkräfte Noworossijas sind 35 Tausend Mann (etwa drei Divisionen in der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges). Um reguläre militärische Einsätze durchzuführen (und die Zivilbevölkerung zumindest auf einem überlebenssichernden Niveau zu versorgen) sollte der Nachschub hunderte Tonnen täglich betragen. Zum Vergleich: die 6. Armee von Paulus benötigte in Stalingrad zu Beginn der Einkreisung nach den Berechnungen des deutschen Kommandos täglich 600 Tonnen Nachschub, nur um die Kampfbereitschaft zu erhalten. Paulus dachte, die Minimalanforderung seien 800 Tonnen. Zum Zeitpunkt der Umkreisung kommandierte Paulus bis zu 240 Tausend Soldaten (möglicherweise wurden 30 Tausend Rumänen vom deutschen Kommando nicht mitgezählt).

Das beduetet, was auch immer die Patrioten-Alarmisten sagen, in Noworossija wurde in kürzester Zeit eine Armee geschaffen, die deutlich die Erfordernisse zur Verteidigung der kontrollierten Gebiete übersteigt. Eine solche Armee hätte ohne Russlands Hilfe nicht organisiert werden können. Russland neigt offensichtlich nicht dazu Geld und Ressourcen (die nicht unbeschränkt vorhanden sind) ohne gute und ausreichende Gründe einzusetzen. Wenn eine Armee gebildet wird, die angreifen kann, dann heisst das, sie wird angreifen.

Zweitens, wenn Russland und die Russland gewogenen Medien bei jeder Gelegenheit wiederholen, wie vertrauenswürdig Poroschenko ist, und wie er jederzeit eine föderalisierte, nazifreie Ukraine errichten könnte, dann scheint es, zieht man die augenblickliche Lage in der Ukraine in Betracht, wo der Neonazi und Kollege an der Macht Poroschenko regelmäßig Verrat vorwirft, dass Petr Alekseevich zur Schlachtbank geführt wird, während Russland seine Gegner bereitwillig mit Gründen für den Putsch versorgt.

Drittens, wenn die OSZE, die EU und dieUS-amerikanischen Satelliten alle dabei scheitern, russische Soldaten in der Ukraine oder irgend etwas anderes als humanitäre Konvois beim Überqueren der Grenze zu sehen (was in Kiew mehrfach hysterische Anfälle auslöste), dann, weil sie nichts sehen wollen. Schließlich sehen die Amerikaner oder Europäer, wenn sie etwas wahrneben wollen, sogar Dinge, die gar nicht da sind, wie Massenzerstörungswaffen im Irak, ein Referendum im Kosovo oder einen russischen Fehler bei der Katastrophe des malaysischen Flugzeugs bei Donezk. In anderen Worten, im Wissen, dass die Armee, die in Noworossija organisiert wurde, viel stärker ist als jene, die die ukrainische Armee im August geschlagen hat, und dass diese Armee früher oder später eine Offensive beginnen wird, übergehen die EU und die USA völlig die Möglichkeit, Russland die Bewaffnung einer Seite des Konflikts vorzuwerfen. Mehr noch, unsere westlichen „Partner“ bieten Moskau, indem sie entscheiden, der Ukraine militärische Hilfe zu leisten (Waffen eingeschlossen), die Gelegenheit, seine eigene Teilnahme durch die Bewaffnung Noworossijas zu legalisieren.

Viertens, die USA treiben Kiew zur Eskalation des bewaffneten Konflikts im vollen Wissen, dass jede mehr oder weniger ernste Kiewer Offensive von Noworossija genutzt würde, um der ukrainischen Armee eine weitere katastrophale Niederlage zuzufügen. Washington versteht ebenso, dass die nächste Katastrophe die letzte sein dürfte – selbst wenn die Zahl der Milizen nicht ausreicht, um das ganze Gebiet der Ukraine auf einmal zu besetzen, würde ein Putsch in Kiew und eine darauf folgende völlige Anarchie auf den nicht von den Milizen Noworossijas kontrollierten Gebieten unvermeidlich. In jedem Fall gäbe es keine Ukraine mehr (weder geeint noch geteilt).

In anderen Worten, jeder bereitet sich auf den Krieg vor, in vollem Wissen um das Ergebnis dieses Krieges. Die Manöver der wirklichen Spieler im Konflikt, die sich hinter den Führern in Kiew, Donezk und Lugansk verbergen, zielen darauf, den Gegner überzeugend für die Wiederaufnahme der Kämpfe verantwortlich zu machen, ihre unvermeidliche Eskalation und zunehmende Brutalität. Ja, Moskau und Brüssel brauchen keinen Krieg in der Ukraine. Ja, es wäre wünschenswert, eine friedliche Lösung zu finden. Aber weil Washington auf Kampf scharf ist und Kiew keine Wahl hat, als zu kämpfen, konnte zwar der Anfang der zweiten Phase des ukrainischen Bürgerkriegs hinausgezögert werden, die Armee Noworossijas konnte so weit vorbereitet werden, dass ein offizieller Einsatz der russischen Armee vermieden werden kann, aber der Krieg kann nicht abgesagt werden.

London und Paris wollten, dass die UdSSR 1939 mit Deutschland kämpft. Stalin wollte den Beginn des Krieges wenigstens bis Mai 1942 hinauszögern (zu dieser Zeit sollte die Aufrüstung der sowjetischen Armee abgeschlossen sein). Der Krieg begann 1941. Offensichtlich wäre Putin froh, den Konflikt bis 2017 zu verzögern. Zu der Zeit gabe es eine gute Chance, ohne Eskalation und ohne weitere Verluste die Kontrolle über die Ukraine zu erhalten. Es ist gleichermaßen offensichtlich, dass die USA es lieber gesehen hätten, hätte Russland den Kampf im April/Mai 2014 begonnen. Es scheint, als hätte Russland es geschafft, eine direkte Verwicklung in den Konflikt zu vermeiden, aber der Preis dafür wird ein vollständiger Bürgerkrieg in der Ukraine 2015 sein (von Lwow bis Kharkow und von Kiew bis Odessa).

Die Rückkehr des Reiches

Die letzte Frage, die für uns möglicherweise von Interesse ist: was wird als Ergebnis des Krieges mit der Ukraine geschehen? Nichts. Es wird keine Ukraine geben. Die schlichte Tatsache, dass bis jetzt in der DNR und LNR mit Moskauer Hilfe noch keine adequaten Regierungsstrukturen geschaffen wurden, legt nahe, dass diese Republiken nicht benötigt werden. Noworossija bleibt ein geografischer und historischer Begriff, aber wird keine politische Wirklichkeit. Die Armee war nötig – sie wurde organisiert, während die Regierungsstrukturen nicht nötig sind – und sie haben sich nicht entwickelt. Das bedeutet, Noworossija ist nicht geplant. Die Patrioten-Alarmisten ziehen daraus den Schluss, Noworossija würde an Kiew verraten. Aber Kiew ist, wie wir oben gezeigt haben, selbst verraten, und die Selbstauflösung des Regimes ist schlicht eine Frage der Zeit und nicht des Prinzips, und wir reden hier von einer kurzen Zeitperiode, also an wen sollte Noworossija verraten werden?

Es wird an niemanden verraten, und niemand wird es schaffen. Wozu braucht Russland eine neue Ukraine im Gewand Noworossijas? Russland braucht auch keinen „Pufferstaat“ zwischen der eurasischen Union und der EU. Er geriete nur in den Weg. Und Russland hat ohnehin Grenzen mit NATO-Ländern (Norwegen, Estland, Lettland). Russland braucht die ganze Ukraine, oder fast die ganze Ukraine. Es ist jetzt nicht nur für Moskau, sondern auch für Brüssel offensichtlich, dass dieses Gebiet zu einer selbständigen Entwicklung unfähig ist und nur eine Quelle von Problemen wird. Daher ist ein Noworossija als föderale Region (wie auch Malorossija) möglich, während ein unabhängiger Staat (unabhängige Staaten) es niht ist. Die Welt hat kein Geld mehr für Unabhängigkeit, sei es ukrainische, sei es die Noworossijas – so einfach ist das.

Es ist Zeit, dass das Reich auf seine natürlichen Grenzen zurückkehrt (zumindest im Südwesten).

http://vineyardsaker.de/ukraine/ein-elend-gescheiterter-staat-teil-2/

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ukraine drapeau animé 2

by Anna Poludenko-Young

This article originally appeared on Global Voices. It was also published by Russian Insider.

Ukraine’s State Security Service (SBU) was initially aiming to shut down five websites that had been allegedly spreading pro-Russian views about the conflict in Ukraine. Instead, they ended up crushing thousands of other websites, halting business and other activities of the Ukrainian segment of the Internet.

How It All Went Down

In an attempt to block five allegedly anti-Ukrainian websites, the State Security Service cracked down on a local web-hosting company, NIC.ua, also the largest domain registrar in Ukraine. SBU officers seized hosting servers at four NIC.ua data centers in Kyiv on April 7, 2015. Surprisingly, the targeted ‘pro-Russian’ websites resumed work in a few hours, but almost 30,000 Ukrainian websites that had nothing to do with the information war between Ukraine and Russia went down for weeks. Among them were e-commerce, charity, news, and even local government websites.

The problem was hidden in the details. As it turned out, the Ukrainian service provider was not hosting the websites targeted by the SBU. According to Andrew Khvetkevich, NIC.ua CEO, his company previously hosted only one of the five websites, and had blocked it back in January. In a Facebook post, Khvetkevich said that hree other websites used the Ukrainian company only as a registrar, but kept all their files on servers in Russia. Finally, the last targeted website turned out to be a WordPress.com blog, hosted by WordPress.

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This is a list of sites that have been in the court’s decision (which allowed to seize servers): nahnews.com.ua; slv.org.ua; rubezhnoe.org.ua; odnarodyna.com.ua; slavgromada.wordpress.com.

  1. nahnews.com.ua – Works, since we are only a registrar for them and this domain is not on our servers;
  2. slv.org.ua – Does not work, wasn’t using our servers. It was redirected to another site and the domain will work again when you refresh the cache;
  3. rubezhnoe.org.ua – Works, hosting in Russia, we didn’t host their domain on our equipment (we are only a registrar for them);
  4. odnarodyna.com.ua – This domain we have identified and froze on 17:37:48 +02 January 21, 2015;
  5. slavgromada.wordpress.com – We have nothing to do with this domain. It is supported by WordPress.

Markian Lubkivskyi, senior advisor at the Security Service of Ukraine, said that before seizing the servers, the SBU officially requested NIC.ua to block the targeted websites, but the company did not comply.

NIC.ua denied the fact that they received any official requests from SBU. CEO Khvetkevich said they received only a few poorly scanned information requests. Khvetkevich also noted that it is illegal in Ukraine to simply block a website based on a scanned request or warrant, and the proper procedure would require original documents.

While the SBU and NIC.ua have been trying to decide who is to blame for hosting the ‘pro-Russian’ websites, a few hundred websites that are hosted by NIC.ua servers still remain inaccessible. Thousands of websites that were initially incapacitated have been coming back online over the last few weeks, after SBU’s Lubkivskyi promised that SBU would be returning copies of data from the seized servers to those who approach the Security Service with a written request. SBU said it would keep the physical servers for the next two months ‘for investigative purposes.’

Internet Users Not Impressed

Needless to say, the online community was not very excited about SBU’s actions. Maksym Savanevsky, chief editor of Watcher, a website about Internet business and social media marketing in Ukraine, whose website also went down as a result of the server seizure, wrote in a blog post that SBU’s server data return mechanism looked strange and wasn’t very helpful.

This is very weird, because it is impossible to get data without a concrete connection to the servers. Without the NIC.ua experts, the SBU will be able to return only files at best, not the databases, but the website doesn’t function without them.

Facebook users also left quite a few angry comments under Lubkivsky’s announcement about providing copies of the data to websites who had suffered from the blanket server seizure. User Ekaterina Glebova wondered who would compensate for the hosting fees she’d paid and where SBU suggested she put the copies of files if her server was in their hands.

Dear Markian Lubkivskyi, where are we supposed to put those obtained copies? We’ve paid for the hosting. Maybe the hosting for all the NIC.ua customers will be on you? Also, why do I have to go now somewhere to obtain my lawfully created website, that I worked on and invested in?
Let’s come to the SSU all together and stand there until we get back our websites and hosting from those who caused us these loses.

Mykola Radchenko echoed Glebova’s sentiment and said even schoolchildren could figure out that you don’t need to extract the whole server farm to take down a few websites.

What do I need the copy of the website for? What am I going to do with it? I want to use the hosting that I paid for. The provider can’t help me, because you seized the servers. It is all very simple. Will you be reimbursing people or what?
[…]
In order to turn off the light in one apartment, you don’t need to destroy the power station! I hope you got the comparison.

Facebook users, especially representatives of Internet businesses, expressed another concern: incidents like this could very well kill the Ukrainian hosting market. If servers can be seized so easily and without due process, hosting providers fear that Ukrainian companies and individuals are likely to shift to services by international hosting companies, forcing the local ones to go out of business.

That fear is not entirely unreasonable: over three weeks, thousands of Ukrainian websites were offline, losing views, clicks and potential business. At the time of publishing, NIC.ua said 91% of hosted accounts that were down as a result of the server seizure are now back online.

Copyright Anna Poludenko-Young, Global Voices, 2015

http://www.globalresearch.ca/ukraine-secret-police-takes-down-30000-websites-to-fight-pro-russian-propaganda/5446820

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Ein Weltklasse-Heer unterwegs nach Osten
Der „Edle Sprung“ der Bundeswehr in den Spannungszustand

Autor: U. Gellermann
Datum: 11. Juni 2015 rationalgalerie.de

Es ist kein Mensch, es ist kein Tier, es ist ein Panzergrenadier: So besingt die Bundeswehr in schöner Selbsterkenntnis ihre Panzergrenadiere. Und deren Schlachtruf: „Dran! Drauf! Drüber!“ belegt diese Einschätzung. Dran an den Feind sollen die Grenadiere, dann sollen sie auf ihn drauf, um nur wenig später siegreich über ihn herzufallen. Das im sächsischen Marienberg stationierte Panzergrenadierbataillion 371 wird diesen Ansprüchen sicher gerecht geworden sein. Denn das „Marienberger Jäger“ genannte Bataillon war schon im Kosovo auf Jagd, in Bosnien und auch in Afghanistan. Diesmal soll es in die Nähe von Sagan gehen, nach „Niederschlesien“. Auch wenn man die Gegend seit fast 70 Jahren Woiwodschaft Lebus nennt, die Vorkriegsberichterstatter von der FAZ kümmert das nicht. Denn es geht in der angekündigten NATO-Übung „Noble Jump“ gen Osten, da kann man nicht so kleinlich sein.

Der Kompaniefeldwebel der 2. Kompanie des Bataillons 371 war schon „überrascht wie schnell sich das Verhältnis zu Russland abgekühlt“ hat. Aber jetzt muss er erstmal „zur Sicherung der NATO-Ostflanke“ nach Polen. Wenn der unbefangene Betrachter sich fragt, ob denn der Feind schon an der NATO-Ostflanke steht, erteilt ihm Generalleutnant Bruno Kasdorf, Inspekteur des Heeres, eine klare Antwort: „Die sicherheitspolitische Lage hat sich hingegen – sehr schnell und nicht vorhersehbar – verändert.“ Aber ihm ist – trotzt der Lage in der Ost-Ukraine – nicht bange: Die Truppe sei nun mal ein „Weltklasseheer“, denn „im Einsatz hat sich das Heer herausragend bewährt – in allen Einsatzgebieten vom Balkan bis nach Afghanistan – und zwar mit modernster Ausrüstung.“ Offenkundig sieht die Heeresleitung eine schreckliche Feindlage. Denn die Hauptaufgabe der Panzergrenadiere ist der Kampf gegen feindliche Infanterie und Panzerverbände in offenem Gelände. Und da es sich rund um Sagan kaum um die polnische Armee handeln wird, die man niederkämpfen muss, wird der Russe wohl durchgebrochen sein: Erst im Gewaltmarsch durch die Ukraine, schließlich quer durch Polen, dann ist es nur noch ein Sprung über die Grenze nach Cottbus. Dort wo der Verfassungsauftrag zur Verteidigung des Landes eigentlich beendet wäre.

Manchmal fragt man sich, ob die Bundeswehr-Generalität ihren Kopf nur zum Haareschneiden benutzt, oder ob unter der Schirmmütze mit den gekreuzten Säbeln auch noch Platz für eigenes Denken ist. Mal wieder ist die Bundeswehr im NATO-Auftrag im Ausland. Zwar „nur“ zur Übung, aber genau dieser Auftrag – mit einer „Speerspitze“ die russische Armee an der Flanke zu kitzeln – erhöht die Spannungen in Ost-Europa: Zur Zeit sollen insgesamt 15.000 Soldaten der NATO – von der Ostsee über das Baltikum bis nach Polen – dem Russen mal zeigen, wie sich die USA einen Kampfeinsatz gegen Russland vorstellen: Deutsche und andere Europäer sollen die Hauptlast tragen, die Leitung allerdings liegt bei den US-Stäben. Man kann auch so lange den Ernstfall üben, bis der im Grundgesetz definierte „Spannungsfall“ eingetreten ist: Jener Gleiwitz-Bedrohungs-Zustand, an dem mit willigen Medien seit Monaten gearbeitet wird. Dass eine Parlamentsarmee, so definiert das Grundgesetz die Bundeswehr, zu solchen Husaren-Ritten wie dem der „Marienberger Jäger“ eigentlich eine Debatte und eine Entscheidung des Bundestages benötigt, weiß die Bundeswehr-Führung. Was sie nicht hindert, dem gefährlichen NATO-Manöver bisher ohne Frage und ohne Widerstand zu folgen.

Anders als die traditionell obrigkeitsgläubige Bundeswehr verlässt sich das gemeine Volk offenkundig auf den eigenen Kopf: Das amerikanische Meinungsforschungsinstitut „Pew Research Center“ stellt in diesen Tagen fest, dass bei den Deutschen die Zustimmung zur NATO deutlich nachlässt. Waren es im Jahr 2009 noch 73 Prozent der Befragten, die ein positives Bild von der NATO hatten, sind es 2015 nur noch 55 Prozent. In keinem anderen Nato-Land ist der Vertrauensverlust so gravierend. Auch die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine schätzen die Deutsche nüchtern ein: Nur ein Drittel würde dieser Bündnis-Erweiterung zustimmen. Je weiter die Befragten von einem möglichen Krieg in Europa entfernt sind, um so dümmer sind die Zustimmungsraten: Kanadier (65 Prozent) und Amerikaner (62 Prozent) sähen die Ukraine ganz gern in der NATO.

Und während die deutsche Regierung und ihre Bundeswehr das gefährliche Spiel der USA ohne Widerspruch mitspielen, bleibt den Panzergrenadieren nur der „Lauterbacher Tropfen“, ein Magenbitter, der im erzgebirgischen Lauterbach, einem Ortsteil von Marienberg, hergestellt und abgefüllt wird. Das Gesöff, das in Sachsen auch „Waldbenzin“ genannt wird, kann so zum Treibstoff einer Truppenbewegung werden, die als „Edler Sprung“ („Noble Jump“) beginnt und als elender Sprung in der Schüssel der US-Militärpolitik enden kann.

http://www.rationalgalerie.de/home/ein-weltklasse-heer-nach-osten.html

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Im Jahr 1917 waren nur 20 Prozent der Einwohner Kiews Ukrainer. Und der Rest von ihnen waren Russen, Polen und Juden. Im östlichen Teil der Ukraine, zum Beispiel in Charkow, gab es noch mehr Russen. So gab es nur einen kleinen Teil der Nationalisten auf der Seite des Parlaments in den Städten. Und das Dorf unterstütze das nicht. Eine katastrophale Situation der Nahrungsmittelversorgung brachte Die Stadt dazu, das Dorf auszurauben Hungersnot (Holodomor) fing nicht erst mit den Bolschewiki an, sondern schon früher. Wirtschaftliche Instrumente funktionierten nicht mehr. Rada begann, Lebensmittel zu fordern, aber das Dorf wollte kein Brot abgeben. Und das Dorf rebellierte. Als Folge lehnte die Bauernschaft, die Grundlage der Ukrainischen Nationalen Republik, die Republik ab. Der Zentralrat verlor alles, weil er es versäumte den Bauern das Nötige zu geben. Und die Bauern wollten, daß ihr Recht auf das Land, das sie von Grundbesitzern und anderen wohlhabenden Landbesitzer nahmen (raubten), gesetzlich bestätigt wird.

Aus: Junge WeltAusgabe vom 25.10.2014, Seite 4 (Beilage) / Wochenendbeilage

Kontaminierte Erinnerung
Die ukrainische Zivilgesellschaft feiert einen faschistischen »Freiheitskämpfer« und degradiert den Holocaust zur Marginalie. Eine geschichtspolitische Reise nach Lwiw und Kiew
Von Frank Brendle
Überzeugt von deutscher Wertarbeit: Taras Tscholij, »Direktor« d
Überzeugt von deutscher Wertarbeit: Taras Tscholij, »Direktor« des Projekts »Territorium des Terrors« in Lwiw demonstriert die Funktionsweise seines Wehrmacht-Karabiners

Der Rathausplatz von Lwiw im Spätsommer: Eine Gruppe von Fahrradfahrern kämpft für mehr Platz auf der Straße. Auf ihrer Fahne steht »Critical Mass«. So sieht sie also aus, die ukrainische Zivilgesellschaft. Wie in Deutschland. Anders als in Deutschland: Der Anführer ruft »Slawa Ukraini«, die Menge antwortet »Heroiam Slawa«, »Ruhm der Ukraine – Ruhm den Helden«. Es folgt die Parole: »Ruhm der Nation – Tod den Feinden«. Das Ganze wiederholt sich mehrfach, Passanten rufen der Menge die Parolen zu, die freudig antwortet. Neu sind die Schlachtrufe nicht, es sind die Grußformeln der faschistischen Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und ihres 1942 gegründeten militärischen Arms, der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA). Die kämpfte meist gegen die Sowjetunion, selten gegen Deutsche und brachte Zehntausende Polen und Juden um. Heute ist zumindest der erste Spruch eine gängige Anrede jener Ukrainer, die sich »proeuropäisch« wähnen. Die Geschichtspolitik ist in der Ukraine seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 ein politischer Kampfplatz. In der Offensive sind diejenigen, die die nationalistischen Kräfte der Zwischen- und Kriegszeit als Freiheitskämpfer rehabilitieren wollen. Seit auf dem Maidan Poster der OUN und ihres Anführers Stepan Bandera prominent plaziert wurden, ist deren Verehrung gesellschaftsfähig.

Lwiw, das frühere Lemberg, ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Hochburg des (west-)ukrainischen Nationalismus. Hier fuhr die ultrarechte Partei »Swoboda« zuletzt Wahlergebnisse von über 30 Prozent ein. Die Straßen tragen die Namen nationalistischer Größen oder heißen gleich »Helden der UPA«. Auf den Märkten werden Tassen, T-Shirts und Schals mit den Konterfeis von Bandera und seinen Kameraden feilgeboten. Auch das Gesicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist zu sehen: auf Klopapierrollen und Fußabtretern. Der »Boulevard Stepan Bandera« verbindet das überlebensgroße Denkmal des OUN-Führers mit dem »Denkmal für die Opfer kommunistischer Verbrechen«. Dort, in einem ehemaligen Gefängnis, befindet sich auch das »Museum der Opfer der Besatzungsregime«. Einheiten des sowjetischen Innenministeriums (NKWD) ermordeten hier im Juni 1941 mehrere tausend Häftlinge, ein Anlass zum Gedenken ist zweifellos vorhanden. Doch dass Nazis und ihre einheimischen Kollaborateure Juden in das Gefängnis schleppten, um sie für die Tötungen verantwortlich zu machen, und dabei rund 4.000 Menschen ermordeten, daran erinnert nichts. Hier geht es nur um Ruhm und Opferbereitschaft von Ukrainern.

Im »Museum des nationalen Befreiungskampfes«, das vor zwei Jahren im Beisein von UPA-Veteranen eröffnet wurde, bietet sich das gleiche Bild. In chronologischer Reihenfolge werden die gescheiterten Unabhängigkeitskämpfer der Jahre nach 1917 ebenso wie die Milizen der OUN, die UPA und selbst die Waffen-SS-Division »Galizien« präsentiert, allesamt als angebliche Repräsentanten eines kontinuierlichen »Befreiungskampfes«. Diese Logik findet ihre Fortsetzung auf dem militärischen Teil des Lytschakiwski-Friedhofes, wo die Soldaten, die derzeit bei den Kämpfen im Osten ums Leben kommen, bestattet werden – neben UPA-Soldaten und einem Obelisken der Waffen-SS. Auch an Roman Schuchewitsch, einst Kommandeur des Wehrmachtsbataillons »Nachtigall« und später der UPA, erinnert ein Ehrenmal. An den Holocaust erinnert in Lwiw – einer Stadt, in der bis zum Einmarsch der Wehrmacht rund ein Drittel der Bevölkerung Juden waren – nur wenig. Die jüdische Gemeinde hat in Eigenregie ein Mahnmal am früheren Ghetto-Eingang errichtet. Ein »offizielles« gibt es nicht.

Fundgrube für nationalistische Souvenirjäger - Tassen mit dem Ko
Fundgrube für nationalistische Souvenirjäger – Tassen mit dem Konterfei von Stepan Bandera auf einem Markt in Lwiw

Die jüdische Sozial- und Bildungseinrichtung Hesed-Arieh hat vor sechs Jahren eine Unterrichtseinheit über jüdische Kultur und den Holocaust entwickelt. Dazu gehörten auch Filmsequenzen, die zeigen, wie Ukrainer 1941 den Einmarsch der Wehrmacht begrüßten. Politiker von Swoboda protestierten, die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen »antiukrainischer Tätigkeiten«, Hesed-Arieh wurde vor eine Kommission zitiert. »Im Ergebnis hat man uns nicht erlaubt, diese Tätigkeit an den Schulen fortzusetzen«, erklärt Irina Belous, eine Mitarbeiterin der Organisation.

Holocaust als Randerscheinung

Auch Taras Tscholij will die Erinnerung an den Holocaust in Lwiw fördern, wenn auch sehr eigentümlich: Der Filmproduzent hat sich in den Kopf gesetzt, auf den Resten des früheren Ghettos, wo nach 1945 eine Haftanstalt des NKWD stand, ein »Territorium des Terrors« zu installieren. »Maximal interaktiv« soll es sein, inklusive wiederaufgebauter Stacheldrahtzäune, Baracken und Wachtürme. Als wir vor Tscholijs Büro ankommen, ist der Mittdreißiger gerade dabei, einen alten Wehrmachtskarabiner im Kofferraum seines Autos zu verstauen, für eine private Militärübung. Dazu passend trägt er ein T-Shirt mit der Aufschrift »Karpaten-Schützen«. Der Ableger der OUN kämpfte 1938 für die Unabhängigkeit der Karpato-Ukraine. Tscholij will OUN und UPA ehren, sein Facebook-Auftritt macht mit einem UPA-Plakat auf, doch es geht ihm durchaus auch um eine Erinnerung an den Holocaust. »Da gab es Leute, die wussten, wo die Juden das Gold versteckt hatten, und sie den Deutschen ausgeliefert haben«, sagt er. Und er räumt, immerhin, »Fehler« der UPA ein; einige ihrer Kommandanten hätten polnische Dörfer überfallen. Was er sonst erzählt, ist haarsträubend. Selbstverständlich werde der größte Teil der Gedenkanlage den sowjetischen Opfern gewidmet sein, »weil das zeitlich gesehen am längsten gedauert hat und wahrscheinlich auch am schrecklichsten war«. Der UPA Morde an Juden vorzuwerfen, weist er als »unlogisch« zurück: Schließlich habe die UPA auf die Hilfe der USA gehofft, und »in den USA dominiert das jüdische Kapital«, glaubt er zu wissen. »Also wo«, fragt er, »sollte der Sinn sein, Aktionen gegen Juden zu unternehmen?« Der Stadtrat hat Tscholij zum »Direktor« des Projektes ernannt. Faktisch ist das eher ein Ehrentitel, für den es nicht mehr als ein Taschengeld gibt. Die Baukosten müssen fremdfinanziert werden, im Moment stockt das Vorhaben.

Welche Rolle die Holocaust-Erinnerung in der Ukraine hat, spiegelt kaum ein Ort besser wider als Babi Jar. In dieser Schlucht, ein paar Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt Kiew entfernt, erschossen Nazis und ukrainische Polizisten am 29. und 30. September 1941 33.771 jüdische Einwohner. Die SS hatte genau mitgezählt. In den 1960er Jahren wurde ein Mahnmal für die ermordeten »friedlichen sowjetischen Bürger« errichtet, doch erst nach der Unabhängigkeit konnte die jüdische Gemeinde ein eigenes Denkmal aufstellen. Die Ankündigungen ukrainischer Regierungen unterschiedlicher Couleur, hier ein Holocaust-Museum zu errichten, kamen über zwei symbolische Grundsteinlegungen nie hinaus.

Überzeugt von deutscher Wertarbeit: Taras Tscholij, »Direktor« d
Überzeugt von deutscher Wertarbeit: Taras Tscholij, »Direktor« des Projekts »Territorium des Terrors« in Lwiw, demonstriert die Funktionsweise seines Wehrmacht-Karabiners

Kein leeres Versprechen blieb dagegen die »Holodomor«-Gedenkstätte, die 2008 auf den Dnjepr-Hügeln errichtet wurde. Gewidmet ist sie den Toten der Hungersnöte in der sowjetischen Ukraine, vor allem den bis zu vier Millionen Opfern von 1932/33. Eine Mitschuld Moskaus ist historisch kaum strittig. In einer höchst suggestiven Ausstellung wird die Hungersnot hier jedoch als absichtsvoller Genozid von Russen und Bolschewisten am ukrainischen Volk dargestellt. Dass auch Menschen russischer, jüdischer und anderer Nationalitäten verhungerten, interessiert nicht – Ziel des Memorials ist es, »nationale Identität« auf der Basis eines rein ukrainischen Leides zu konstruieren.

»Nach der >orangen Revolution< wurde der >Holodomor< zum Mittelpunkt der wissenschaftlichen Forschung. Der Holocaust galt als marginale jüdische Angelegenheit«, resümiert Boris Zabarko. Der 79jährige jüdische Historiker hat den Holocaust im Ghetto eines kleinen Schtetls im rumänischen Besatzungsgebiet überlebt. Heute leitet er die Vereinigung der ehemaligen Ghetto- und KZ-Häftlinge. Das »Institut des nationalen Gedächtnisses«, das während der Präsidentschaft von Wiktor Juschtschenko, dem Vorgänger des im Februar gestürzten Wiktor Janukowitsch, gegründet worden war, habe »die Kämpfer der UPA gepriesen, die Führer der OUN, die Kollaborateure« und damit »auch diejenigen, die an antijüdischen Aktionen in der Westukraine beteiligt waren«. Der Bandera-Kult löst bei Zabarko sichtbare Emotionen aus. »Ich weiß viel zu gut, welche Rolle Bandera und seine Leute gespielt haben, dass sie an der Endlösung der Judenfrage beteiligt waren«, sagt er. Über den Holocaust zu reden hieße auch, über die Kollaboration zu reden. »Aber hier bei uns wird das Thema eher verschwiegen.«

Faschisten schöngeredet

Zu den Gewinnern des Maidan gehört Wolodimir Wiatrowitsch. Der Mann ist der wohl wichtigste Weißwäscher der OUN, den es in der Ukraine gibt. Er hat nach der »orangen Revolution« das staatliche »Institut des nationalen Gedächtnisses« geleitet – das einzige Geschichtsprojekt, das überhaupt Staatsgelder erhält. Unter Janukowitsch zum einfachen Angestellten degradiert, ist Wiatrowitsch seit April wieder ganz oben und hat die Kontrolle über einen Großteil der historischen OUN/UPA-Akten. Wiederholt betont er im Gespräch, alles Negative, was über die OUN zu lesen sei, entstamme der sowjetischen Propaganda. Auf die Frage, wie es dann komme, dass etliche westliche Historiker gerade in den vergangenen zehn Jahren ausführlich über den faschistischen Charakter und die Verbrechen der OUN geschrieben hätten, über die Massenmorde an Polen und anderen, hat er eine verblüffend einfache Antwort. »Diese Historiker stehen nach wie vor unter dem Einfluss der sowjetischen Darstellungen«, meint Wiatrowitsch.

Die Totalitarismusdoktrin in Reinform: Eine Schautafel im »Museu
Die Totalitarismusdoktrin in Reinform: Eine Schautafel im »Museum der Opfer der Besatzungsregime« in Lwiw setzt die KPdSU mit den Nazis gleich – der Einfachheit halber per Rechenzeichen

Die Bandera-Anhänger seien »die ersten gewesen, die den illegalen Kampf gegen Nazideutschland führten«, beteuert Wiatrowitsch, und im gleichen Atemzug betont er, die Zusammenarbeit mit den Nazis sei nur rein praktischer, nicht aber ideologischer Natur gewesen. Heute seien die Bandera-Nationalisten jedenfalls »ein Vorbild für viele Ukrainer, ein Vorbild des kompromisslosen und aufopferungsvollen Kampfes für einen unabhängigen Staat«. Wiatrowitsch verweist zudem auf eine Folge der angeblichen russischen Propaganda: Weil diese den Maidan undifferenziert als Angelegenheit von »Banderowzy« gegeißelt habe, sei dort die Antwort gewesen: »Ja, wir sind Banderowzy, wir kämpfen auch für die Unabhängigkeit der Ukraine.«

Wiatrowitsch stammt – man möchte fast sagen: natürlich – aus Lwiw. Dort hat der Historiker Jaroslaw Hryzak, Dozent an der Katholischen Universität, nicht viel für ihn übrig: Sein Fachkollege stehe in der Tradition der Exilukrainer, die »die historische Forschung und die Erinnerung kontaminiert hat«. Wiatrowitsch spiele mit Dokumenten, um den Bandera-Mythos zu stärken, sagt Hryzak, der das als »Verrat an seiner professionellen Ausbildung« ansieht. Bandera sei populär, weil die Leute nicht wahrnähmen, dass es zwischen dem aufgehübschten Bild ihres Idols als antirussischem Freiheitskämpfer und den historischen Tatsachen eine erhebliche Differenz gebe: »Bandera war mit Sicherheit antirussisch, aber er war genauso sicher kein Gegner eines autoritären Staatsmodells«, so Hryzak. Den Bandera-Flügel der OUN nennt er fremdenfeindlich und antieuropäisch. Wüsste Bandera, dass er heute für proeuropäische und liberale Werte in Anspruch genommen werde, »er würde sich im Grabe umdrehen«. Vor zehn Jahren hat Hryzak einen OUN-kritischen Artikel veröffentlicht, als »Einladung zur Diskussion«. Die wurde nicht angenommen, rief aber die »Swoboda« auf den Plan: »Mehrere ihrer Anführer bedrohten mich öffentlich und versprachen mir, wenn sie an die Macht kommen, werden sie eine hübsche Gefängniszelle für mich finden«, erzählt der Geschichtsdozent.

Selbst kritische Historiker wollen derzeit keine öffentliche Debatte über OUN und Bandera führen. Georgi Kasianow, Historiker an der Akademie für Wissenschaften in Kiew und in der Vergangenheit scharfzüngiger Kritiker der herrschenden Geschichtspolitik, hält es für das Beste, historische Diskussionen bis auf weiteres zu vermeiden. »Wenn die Westukrainer den Bandera-Kult etablieren und von den Helden der UPA reden wollen, sollen sie das tun, und zwar bei sich. Sie sollen aber nicht nach Donezk gehen und anderen ihre historische Bewertung aufzwingen, und das gleiche sollte für die Ostukraine gelten«, findet Kasianow, der dann noch, wenn auch mit ironischem Unterton, von einer »friedlichen Koexistenz zwischen Bandera und Lenin« spricht. Ähnlich plädiert Hryzak für einen »Pakt des Vergessens«, so wie er in Spanien nach Francos Tod 1975 praktiziert worden sei. »Nach meinem Verständnis ist die Ukraine nicht reif für historische Diskussionen«, sagt er. Es wäre gar »selbstmörderisch« für das Land, »wenn man Debatten über Bandera« lostrete. »Das werden Sie als Deutscher nicht verstehen«, schiebt Hryzak hinterher.

In der Praxis gibt es seinen erinnerungspolitischen Waffenstillstand aber ohnehin nicht. Der amtierende Präsident Petro Poroschenko hat zwar mehrfach, geradezu integrativ, sowohl die Veteranen der Roten Armee als auch die der UPA als Verteidiger der Ukraine bezeichnet; erst dieser Tage erklärte er aber den 14. Oktober, den die Nationalisten als Gründungstag der UPA begehen, zum staatlichen Feiertag. Die Bandera-Anhänger denken überhaupt nicht daran, passiv zu bleiben. Wo sie hinkommen, werden Lenin-Statuen gestürzt, und mit Wiatrowitschs »Institut des nationalen Gedächtnisses« genießen ihre Deutungen Protektion von ganz oben. Jüdische und polnische Einwohner des Landes müssen weiter zusehen, wie ein faschistischer Politiker und seine Killertruppe zu Heroen aufgebaut werden.

https://www.jungewelt.de/2014/10-25/040.php

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Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

Copy-shop als psychoanalytische Methode heute.
Die Psychoanalyse heute ist lediglich die Nachahmung einer vermeintlichen Psychoanalyse, die es so nie gegeben hat, also unbewußte Karikatur, Totemmaske ihrer selbst.
Die Revolution frißt ihre Väter, nicht ihre Kinder.
Jeder verdient eine zweite Chance. Eine zweite, nicht eine zwölfte, zweiundzwanzigste oder einhundertzweite.
In Polen haben amerikanische Geheimdienstler ihre Gefangenen gefoltert, während vor polnischen Gerichten Prozesse gegen polnische Geheimdienstler liefen, die polnische Gefangene gefoltert haben.
Besser irgendwelche Sitten, als gar keine Sitten.
Direkte Gewalt gegen strukturelle Gewalt – lediglich eine Rationalisierung der eigenen Lust als Rechtfertigung für eigene wilde, triebhafte Gewalt. Wer strukturelle Gewalt von Institutionen eines demokratischen Rechtstaates delegitimiert und direkte Gewalt gegen diese Institutionen legitimiert, der gibt jeglicher denkbaren Form von Gewalt freie Hand, denn jede Gewalt kann moralisch begründet werden. Der Teufel ist ein Moralist. Und ein Gewalttäter. Aufrufe zur Gewalt sind in Deutschland strafbar.
National Sozialistische Deutsche Arbeiter Partei (NSDAP) war links,, ihr Kampf gegen Kommunisten und Sozialisten war nicht ideologisch, sondern es war ein Konkurrenzkampf unter Gleichen.
Wer sich für Kunst nicht interessiert, wem Kunst nichts bedeutet, der interessiert sich ebensowenig für Menschen, dem bedeuten Menschen nichts. Denn Kunst ist Ausdruck menschlicher Gefühle.
„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

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Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

People feel always terrible offended if you do not believe their lies.
Everyone is responsible for his feelings.
Psychoanalysis is nobody’s business except the psychoanalyst and his patient, and everybody else can fuck off.
“Time is the echo of an axe
Within a wood.”
― Philip Larkin, Collected Poems

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

 Why Allah does not shows himself? Because he does not want  to do anything with such assholes.
When fascism returns, he will not say, ‘I am the fascism‘. No, he will say, ‘I am the anti-fascism Ignazio Silone.
Political correctness requires a language for a poetry album.
 Psychoanalysis is frivolous, or it is not psychoanalysis.
Colorful diversity, earlier: shit.
What can not any longer be changed, can not any longer be reformed, it is no longer alive, but very dead (instead). What is dead should be, has to be buried: religion, marriage, Romanticism, etc.
Romantic sucks.
 The reality is always stronger than illusions.
 A delusion is characterized by increasing loss of reality, and can be attested to today’s leaders in Germany and the mass media. Loss of reality describes the mental state of a person who is not (any longer) be able to understand the situation in which it is located. So you are ruled by madmen and manipulated by the mass media.
Totalitarianism can only be defeated if one has the courage to call things by their right names, just as they are. Political correctness prevents it promotes totalitarianism and political cowardice and political lie.
The Extinction: Islam is like the sun, who comes too close to him, will burn itself and will flare the rest of the world with him.
Islam does not want any submission! Islam wants victory, destruction and annihilation.
The world was not created just for you.
Time needs time.
What has God with us when he freely admits the devil more and more territories?
It’s not the biggest fear when you look into an abyss, but to note that the abyss looks back at you.
I is different.
Muslim´s headscarf is less annoying than German mothers with their pushchairs.
Prostheses people – look like women and men, but they are not.
Global governance the political repair operation begins to repair before something was created.
The extremely increased, ostensibly critical, actually demonizing, German interest in Israel and Jews is perverse.
The Nonanti-Semite is by the current German law an anti-Semite who defames, discriminates, delegitimizes Israel, Jews, , but do not supports expressis verbis the aim of the Third Reich, the Holocaust, the extermination of the Jews.

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

An extreme narcissist is a potential terrorist, and every terrorist is an extreme narcissist.
Islamization means dementia.
Copy-shop as a psychoanalytic method today.
Psychoanalysis today is merely an imitation of a putative psychoanalysis, it has never existed, an unconscious cartoon, totem mask of itselves.
The revolution devours its fathers, not its children.

Everyone deserves a second chance. A second, not a twelfth, twenty-second or one hundred second.

In Poland, American intelligence officials  have tortured their prisoners, while the Polish courts ran trials of Polish intelligence officesr who tortured Polish prisoners.

Better have any manners, than no manners at all.
Direct violence against structural violence only a rationalization of their own desire as justification for their own wild, instinctual violence. Who delegitimizes structural violence of institutions of a democratic state and legitimizes direct violence against these institutions  gives any conceivable form of violence free hand, for any violence can be morally justified. The devil is a moralist. And a perpetrator of violence. Calls for violence are illegal in Germany.
National Socialists German Worker Party (NSDAP) was left, its fight against communists and socialists was not ideological, but it was a competition among equals.
Those who are not interested in art, to whom art means nothing, those are not interested in people, to those  people mean nothing. Because art is an expression of human feelings.
 The main reason of a psychotherapy is – with temporary support of the psychotherapist –. to take his own destiny in own hands.  Who lives with a self-image that the temporary clarifying role of the therapist is an intolerable insult, he must to try to cope with his life alone.“Hans Ulrich Gumbrecht

 

 

Bildunk ist fichtig!

Eine Frau, Magister der Romanistik, Absolventin einer deutschen Universität, die den Namen Marcel Proust nie gehört hat, eine Architekturstudentin, die den Namen Le Corbusier nicht kannte, eine Slawistikstudentin aus Russland, die Dostojewskis (sic!) „Krieg und Frieden“ ganz gut fand, eine Germanistikstudentin, die nie von Peter Handke gehört hat, eine M.A. der Theater, Film und Medienwissenschaften, der Kurosawa ubekannt war – solche und ähnliche Beispiele könnte ich ohne Ende aufzählen. Aber:

Bildunk

Denn wenn man zufrieden leben will, darf man nicht dumm sein. Dummheit ist, wenn man nicht weiß, was man wissen könnte. Der Dumme hat nur wenige, klischeehafte Vorstellungen vom Leben, viel Geld, Arbeit die Spaß macht, Ehe (das heißt jemand zu haben, der alles für einen macht, aber für den man nichts macht), schöne Reisen, viel Spaß und Partys, usw. Und sobald etwas in diesem kitschigen Bild vom guten Leben nicht klappt, dann ist die Frau traumatisiert, man hat burn-out oder wird gemobbt. Dafür gibt es immer mehr Psychotherapeutinnen, die einem dann erzählen, daß an allem die Gesellschaft und die Eltern schuld sind. Geht es dann jemand besser? Nein, aber man hat sich einige Zeit dafür krankschreiben lassen, hat eine oder mehrere Kuren gemacht oder bekommt eine Berufs- oder sogar Erwerbsunfähigkeitsrente. Diese ephemeren Wesen sind mittlerweile so zart geworden, daß mich die Tugendwächter von der Psychotherapeutenkammer, Schild und Schwert der Psychotherapie in Deutschland, meinten abkanzeln zu müssen, daß offenbar ein kleines Gedicht von Heinrich Heine auf meinen Webseiten eine hypothetische Traumatisierte Frau „irritieren“ könnte. Das höchste Gut in Deutschland heute scheint es zu sein, mögliche „Irritationen“ von hypothetischen „Traumatisierten Frauen“ zu vermeiden. Irritationen verhelfen jedoch zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit dagegen führt zur Verblödung.

Hier das inkriminierte Gedicht:

Das Fräulein stand am Meere

Und seufzte lang und bang,

Es rührte sie so sehre der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! sein Sie munter,

Das ist ein altes Stück;

Hier vorne geht sie unter

und kehrt von hinten zurück. (Heinrich Heine, 1844)

Nun, für eine Frau wie ein Hammer besteht die Welt aus Nägeln. Und Albert Einstein meinte, das Universum und menschliche Dummheit seien unendlich groß, wobei er sich dessen beim Universum nicht ganz sicher war.

FAZ

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2014, Nr. 222, S. N4

Analphabetismus als geheimes Bildungsziel

Wenn etwas schwerfällt, bieten die Didaktiker Erleichterungen an. Doch wo alle Schwierigkeiten umgangen werden, dort herrscht die Praxis der Unbildung.

Von Konrad Paul Liessmann

Es ist gespenstisch: Eine Mutter nutzt das Angebot der Grundschule ihrer Tochter zu einem Tag der offenen Tür und nimmt interessiert am Unterricht teil. Die junge, engagiert wirkende Lehrerin spricht über Tiere, fragt, welche Tiere die Kinder kennen, schreibt die Tierarten, die ihr zugerufen werden, an die Tafel. Und dann, die Mutter traut ihren Augen kaum, steht da, groß und deutlich: Tieger.

Und das Erstaunliche daran: Das war kein Fauxpas, keine einmalige Fehlleistung, wie sie vorkommen kann, sondern hatte System, war Konsequenz der Methode, mit der die junge Lehrerin selbst schreiben gelernt hatte: nach dem Gehör! Schreiben, wie man spricht, ohne dabei korrigiert zu werden – das könnte die Kinder traumatisieren -, wird schon seit geraumer Zeit praktiziert und zeitigt nun seine sichtbaren Erfolge: das Ende der Orthographie. Die durch die unglückselige und misslungene Rechtschreibreform provozierte Unsicherheit und Gleichgültigkeit allen Fragen eines korrekten Sprachgebrauchs gegenüber wird durch eine Didaktik verstärkt, die den regelhaften Charakter unserer substantiellen Kulturtechniken systematisch verkennt und bekämpft. Jeder, wie er will, und wer gar nicht will, kann am Ende weder lesen noch schreiben.

Die Klage von Universitätslehrern, dass Studenten auch in Fächern, in denen der sprachlichen Formulierung besonderes Augenmerk zukommen sollte, weder die Rechtschreibung noch die Grammatik beherrschen und nicht mehr imstande sind, das einigermaßen präzise auszudrücken, was sie – vielleicht – sagen wollten, zeigt, dass solche Lockerheit im Erlernen der Kulturtechniken nicht folgenlos bleibt. Wenn als Konsequenz schulischen Unterrichts am Ende ein „Sprachnotstand an der Uni“ konstatiert werden muss, dann ist zu vermuten, dass es sich nicht nur um methodisch-didaktische Schwächen, sondern um eine grundlegende Entwicklung handelt, in der sich ein prekärer Einstellungswandel manifestiert.

Gegen Ende der Bildungslaufbahn eines jungen Menschen, so scheint es, fehlt es offensichtlich noch immer an fast allem. Analphabetismus ist längst keine Metapher mehr für eine Unbildung, die nur wenige am Rande der Gesellschaft betrifft, sondern der Skandal einer modernen Zivilisation schlechthin: dass junge Menschen nach Abschluss der Schulpflicht die grundlegenden Kulturtechniken nur unzureichend, manchmal gar nicht beherrschen.

Natürlich ist nach jedem Schreib- oder Lesetest das Entsetzen groß, und der Ruf nach noch mehr Kompetenzorientierung, noch mehr individualisierter Didaktik, noch mehr modernen Unterrichtsmethoden, noch mehr Fehlertoleranz, noch mehr Einbezug von Laptops und Smartphones in den Unterricht wird lauter. Dass es gerade diese Forderungen und ihre Durchsetzung sind, die die Misere erst erzeugt haben, kommt auch den radikalsten Bildungsreformern nicht in den Sinn. Der Verdacht, dass man gezielt versucht, diesen Problemen zu entgehen, indem man die Niveaus neu definiert, für Schwächen euphemistische Umschreibungen findet und alles allen so einfach wie möglich macht, schleicht sich ein.

Neben der umstrittenen Methode, Schreiben nach dem Gehör zu lernen, zählt der Versuch, die Lesefähigkeit zu steigern, indem man die Texte drastisch vereinfacht, zu den problematischen Strategien einer umfassenden Praxis der Unbildung. Texte in „Leichter Sprache“, die schon von zahlreichen Ämtern aus nachvollziehbaren Motiven eingesetzt werden, um Menschen ohne ausreichende Sprachkenntnisse und geistig Behinderten den Zugang zu behördlichen Informationen zu erleichtern, wandeln sich unter der Hand zu einer neuen Norm, deren Regeln alsbald den durchschnittlichen Sprachstandard definieren könnten: „Kurze Wörter benutzen, sie gegebenenfalls teilen und mit Bindestrichen verbinden. Verboten sind lange Sätze, Passivkonstruktionen, Negationen, der Konjunktiv. Die Satzstruktur soll einfach sein, Nebensätze dürfen nur ausnahmsweise vorkommen, aber nie eingeschoben sein.“

Sprache, so suggerieren es diese Konzepte, dient nur der Übermittlung simpler Informationen. Dass in und mit Sprache gedacht und argumentiert, abgewogen und nuanciert, differenziert und artikuliert wird, dass es in einer Sprache so etwas wie Rhythmus, Stil, Schönheit und Komplexität als Sinn- und Bedeutungsträger gibt, wird schlicht unterschlagen oder als verzichtbares Privileg von Bildungseliten denunziert.

Dass durch solches Entgegenkommen, vor allem wenn es auch als Unterrichtsprinzip reüssieren sollte, Menschen systematisch daran gehindert werden, sich einer einigermaßen elaborierten Sprache bedienen zu können, dass sie dadurch von der literarischen Kultur ferngehalten werden, wird bei diesen wohlmeinenden Versuchen nicht weiter bedacht. Und selbst wenn man die Sprache unter pragmatischen Gesichtspunkten sehen und als „praktisches Bewusstsein“ deuten wollte – bedeutete eine stark vereinfachte Sprache nicht auch ein stark vereinfachtes Bewusstsein?

Die mit dem Standardargument der Zugangserleichterung zu abschreckenden Kulturtechniken allmählich durchgesetzte Tendenz, die zusammenhängende Schreibschrift abzuschaffen und durch eine unzusammenhängende Buchstabenschrift, eine leicht zu erwerbende „Grundschrift“, zu ersetzen, scheint genau dies im Sinne zu haben. Schon jetzt können Jugendliche, die in viel gelobten Laptop-, Notebook- oder Smartphone-Klassen unterrichtet werden, nicht mehr mit der Hand schreiben. Dass dabei mehr verlorengeht als nur eine überholte Kulturtechnik, wissen alle, die sich näher mit dem Zusammenhang von Lesenlernen und Schreibenlernen, von Feinmotorik und Hirnentwicklung, von Kreativität und Freiheit beschäftigt haben. Auch hier wird die Reduktion auf das vordergründig Funktionale erkauft mit dem Verzicht auf Bedeutungsvielfalt und auf die Möglichkeit, souverän über unterschiedliche Techniken des Erzeugens und Lesens von Texten zu verfügen.

Ist der Prozess des Schreibens selbst kreativ, dann weiß man in dem Moment, in dem man den ersten Satz formuliert, nicht, wie der letzte Satz lauten könnte. Schreiben in diesem avancierten Sinn heißt nicht, Gedanken, Argumente, Überlegungen oder Theorien in eine angemessene sprachliche Form zu bringen, sondern im Vertrauen auf die mögliche Eigendynamik des Schreibens darauf zu bauen, dass aus dem Fortschreiben der Wörter die Gedanken und Ideen überhaupt erst entstehen. Die Voraussetzung dieses Vertrauens aber ist eine Freiheit, die den Schreibenden an keine Vorgaben bindet.

Was bedeutete dies für die Realität des Schreibunterrichts? Schreiben wird in der Regel unter pragmatischen Gesichtspunkten gesehen, bei denen es genau darum geht, bekannte Informationen oder andere Vorgaben textsorten- und adressatengerecht aufzubereiten. Eine der am weitesten verbreiteten Formen des Schreibens im Unterricht hat mit Schreiben im eigentlichen Sinn gar nichts mehr zu tun: das Ausfüllen und Ankreuzen. Dass nicht nur im Sachunterricht, sondern auch im Sprachunterricht immer mehr mit Aufgaben gearbeitet wird, bei denen es nur noch darum geht, ein Wort einzusetzen, zu unterstreichen, zu ergänzen oder aus einer vorgegebenen Liste eine Auswahl zu treffen, mag zwar die eine oder andere Kompetenz schulen, der Prozess des Schreibens wird dadurch aber systematisch sabotiert.

Das gilt nicht nur für die Erarbeitung der Grundlagen, sondern setzt sich auch in der Sekundarstufe, ja an den Universitäten fort. Was dabei verlorengeht, ist letztlich die Fähigkeit, überhaupt ein Gefühl dafür zu entwickeln, was es heißt, zusammenhängende Sätze zu bilden, die zumindest einer basalen Logik folgen. Dass an Universitäten bei Klausuren immer mehr Studenten erschrecken, wenn sie erfahren, dass sie Fragen oder Themen in vollständigen Sätzen beantworten oder behandeln sollen, zeigt dies nur allzu deutlich.

Die in Deutschland gültigen „Bildungsstandards im Fach Deutsch“ fordern zum Beispiel, dass die Schüler „Schreibstrategien anwenden“, ihr Wissen und ihre Argumente „darstellen“, komplexe Texte „zusammenfassen“ und Texte für unterschiedliche Medien „gestaltend schreiben“ können. Die an diesen Standards orientierten „Schreibaufträge“ zergliedern den Prozess des Schreibens in die Beantwortung von Fragen, die einzeln abgearbeitet werden müssen, und dort, wo eine eigene Position entwickelt werden soll, muss natürlich vorher ein „Schreibplan“ oder eine „Mindmap“ angelegt werden.

Die Aufgabenstellungen bei der schriftlichen Reifeprüfung im Fach Deutsch spiegeln diese Position wider. Da es ja darum geht, bestimmte Kompetenzen zu überprüfen, muss jede Aufgabe in einzeln abzuarbeitende Fragestellungen zerteilt werden, die einen natürlichen Schreibfluss, eine Entfaltung von Gedanken oder die Etablierung einer begrifflichen Ordnung als Resultat – nicht als Voraussetzung – des Schreibprozesses prinzipiell nicht mehr zulassen. Die Angst, dass bei einem frei gestellten Thema irgendetwas hingeschrieben wird, das sich jeder Überprüfbarkeit entzieht, war und ist sicher nicht unberechtigt. Der freie Aufsatz hatte seine Tücken. Aber deshalb jungen Menschen überhaupt die Möglichkeit zu verwehren, sich wenigstens hin und wieder dem Prozess des Schreibens überlassen zu können, um sich selbst mit einer Ordnung oder Unordnung ihrer Gedanken zu konfrontieren, die sich erst im Schreiben gebildet hat, kommt dem mutwilligen und fahrlässigen Verzicht auf eine zentrale Bildungserfahrung gleich.

Auch die Texte und Kontrollfragen, die etwa der Pisa-Test benutzt, um die Lesekompetenz zu überprüfen, verraten einen einseitigen und eingeschränkten Lesebegriff. Im Zuge der Bestimmung des Lesens als einer ständig zu überprüfenden Kompetenz geht die aktuelle Lesedidaktik dazu über, jeden Leseakt durch vermeintlich hilfreiche Kontroll- und Verständnisfragen zu stören und damit zu zerstören. Wer ein aktuelles Lesebuch zur Hand nimmt, wird erstaunt sein über die ohnehin schon knappen Texte, die nach wenigen Absätzen schon durch Arbeitsaufträge, Kontrollfragen und Übungen unterbrochen sind. Wie soll ein Kind, ein junger Mensch unter diesen Bedingungen Lust am Lesen entwickeln, wie soll er lernen, sich der Dynamik des Lesens zu überlassen, in einen Text zu versinken, in den Sog des Geschriebenen zu geraten, wenn er alle paar Minuten über das Gelesene Rechenschaft ablegen, sich nach jedem Absatz überprüfen lassen muss?

Wir leben nicht mehr in einer Welt, in der die Literatur und mit ihr das Buch das Leitmedium war, und die berechtigte Klage über den Verlust der Fähigkeit, auch anspruchsvolle Texte zu lesen, darf nicht vergessen, dass diese Form des Lesens als Kulturtechnik drastisch an Bedeutung verloren hat. Da gibt es nichts zu beschönigen, und die beschwichtigenden Versicherungen kinderfreundlicher Lesedidaktiker, dass heute mehr denn je gelesen werde, weil ständig über Smartphones auch Texte oder Textfetzen ausgetauscht und weitergeleitet würden, klingen ungefähr so wie die Behauptung, dass heute mehr denn je geritten würde, weil fast jeder Mensch einige Dutzend Pferdestärken wenn nicht zwischen seinen Schenkeln, so doch unter seinem Hintern habe. Nein, wir halten die meist dämlichen Sätzchen auf Twitter, die Statusmeldungen und die dazugehörigen Kommentare auf Facebook und die in der Regel niveau- und stillosen postings der User digitaler Medien nicht für Literatur.

Der Eingang in das Reich der Literatur aber hatte seinen Preis: Erfordert war eine Disziplinierung der Sinne und des Körpers, wie sie kein anderes Medium dem Menschen abverlangte. Im Gegensatz zur Sprache, zum Hören und zum Sehen ist uns das Entziffern und Arrangieren von Buchstaben nicht von Natur gegeben. Lesen und Schreiben sind mehr als eine menschheitsgeschichtlich betrachtet sehr spät erfundene Kulturtechnik – sie sind eine Form der Weltaneignung und Welterzeugung, die in bestimmter Weise die Negation der unmittelbaren Selbst- und Welterfahrung zur Voraussetzung hat. Wer liest oder schreibt, dem muss im Wortsinn Hören und Sehen erst einmal vergehen. Der Sinn von Schule lag einmal darin, diese Negation erfahrbar zu machen und einzuüben.

Lesen und Schreiben sind keine Tätigkeiten, die man einmal lernt, jahrzehntelang brachliegen lassen und trotzdem bei jeder Gelegenheit reaktivieren kann. Wer nicht ständig liest, verlernt das Lesen wieder; wer Sprache und Texte nur unter pragmatischen Gesichtspunkten sieht, wird nur dann lesen, wenn es gar nicht anders geht; wer für die Schicksale, Geschichten, Tragödien und Komödien der Literatur keinen Enthusiasmus entwickeln kann, wird Lesen letztlich als Zumutung empfinden; wer nicht das Buch als physisches Objekt lieben und hassen gelernt hat, wird nie richtig lesen lernen; wer in eine Schule geht, in der aufgrund vorgegebener Bildungsstandards und anwendungsorientierter Kompetenzen diese Liebe zur Literatur nicht mehr vermittelt werden darf, wird zum Analphabetismus verurteilt. So wohltönend können die Reden der Bildungsreformer und ihrer politischen Adepten gar nicht sein, dass sich dahinter nicht jene Geistfeindlichkeit bemerkbar machte, die den Analphabetismus als geheimes Bildungsziel offenbart. Wäre es anders, gäbe es, zumindest als Schulversuch, nicht nur Notebook-Klassen, sondern vor allem und in erster Linie wirkliche Buch-Klassen. In der generellen didaktischen Missachtung des Buches – „Ganzschrift“ heißt das dafür zuständige Unwort – zeigt sich die Praxis der Unbildung in ihrer erbärmlichsten Gestalt.

Dabei wäre alles ganz einfach: Lesen und Schreiben sind Kulturtechniken, deren grundlegende Beherrschung unerlässlich ist. Dass der Erwerb dieser Techniken nicht jedem leichtfällt, ist kein Grund, das Betrachten von Bildern zu einem Akt des Lesens und das Ankreuzen von Wahlmöglichkeiten zu einem Akt des Schreibens hochzustilisieren. Besser wäre es, all jene, die Schwierigkeiten beim Erwerb dieser Fähigkeiten haben, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen, damit sie wirklich lesen und schreiben lernen.

Konrad Paul Liessmann lehrt Philosophie an der Universität Wien. Der Text ist die leicht gekürzte Fassung eines Kapitels aus seiner Streitschrift „Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung“, die am 29. September in den Buchhandel kommt (Paul Zsolnay Verlag, Wien, 176 Seiten, 17,90 Euro).

http://fazarchiv.faz.net/document/showSingleDoc/FAZT__FD1201409244380169?q=Analphabetismus&dosearch=new&&annr=7&highlight=\eJxzs9Li0rNKzEvMKchITEotySzOLS1WUOBys4rHKg4AdYUPhA%3D%3D\#start

FAZ.NET, 10.05.2014

Umstrittene Reform der Lehrpläne. Die Schreibschrift stirbt aus.

Immer mehr Schüler in Deutschland lernen keine Schreibschrift mehr. Stattdessen wird ihnen eine neue Grundschrift beigebracht, die der Druckschrift ähnelt. Hamburg hat die Grundschrift in den Lehrplan aufgenommen. In Hessen wird sie ebenfalls praktiziert. Dort können die Schulen entscheiden, ob sie ihren Schülern die neue Schrift beibringen. Nordrhein-Westfalen war 2003 das erste Land, in dem Grundschulen die Grundschrift einführen konnten. In Baden-Württemberg wendet ein Dutzend Schulen die Grundschrift an. Die Kultusministerkonferenz macht bei Schriften keine Vorgaben.

In den 2004 verabschiedeten Bildungsstandards für die 4. Klasse steht, dass die Schüler „eine gut lesbare Handschrift flüssig schreiben“ können sollen. Mit welcher Schrift, wird offen gelassen. Darauf beriefen sich fast alle von der F.A.S. befragten Bundesländer: Es wird keine Schrift mehr vorgegeben.

„Abenteuerliches Reformprojekt“

Bis jetzt gibt es in Deutschland keine empirischen Untersuchungen zu den Folgen eines Schriftwechsels. Der Leiter der „Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung“, Wilfried Bos, sagte dazu: „Es ist abenteuerlich, ein Reformprojekt wie die Einführung einer neuen Schrift ohne einen Modellversuch mit fundierter Begleitforschung zu beginnen.“ In den Vereinigten Staaten und Kanada erbrachten mehrere Studien, dass Schüler, die eine Verbundschrift beherrschen, sich Texte besser merken und ihren Sinn besser erfassen können. So entdeckten Forscher der Universität Montreal bei Schreibschriftlern bessere feinmotorische Abläufe sowie größere Fähigkeiten in der Wort- und Text-Konstruktion. „Wenn Schüler zu langsam schreiben, vergessen sie ihre Ideen unterwegs“, resümierte Forschungsleiterin Isabelle Montésinos.

Die Schreiblehrerin und langjährige Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben, Ute Andresen, hält die Entwicklung in Deutschland für fatal. Die Abschaffung der Schreibschrift setze „leichtfertig eine Kulturtechnik aufs Spiel – die Fähigkeit, eine allen gemeinsame lesbare Schrift zu schreiben“, sagt Andresen. Sie bemängelt insbesondere das Lehrkonzept der Grundschrift, das es Schülern ausdrücklich freistellt, wie sie die Buchstaben verbinden. Kinder könnten sich das Schreiben nicht selbst beibringen, argumentiert Andresen.

Es sei falsch, wenn Lehrer „beim Schreibenlernen nur Vorschläge machen und moderieren“. Andresen befürchtet, dass die Grundschrift den Analphabetismus fördere.

Cornelia Funke: „Eine Druckschrift reicht nicht aus“

Auch die Schriftstellerin Cornelia Funke warnt vor dem Trend zur Grundschrift. „Ich hoffe, dass die Schreibschrift in den deutschen Schulen weiter gelehrt wird“, sagt die millionenfach verlegte Kinder- und Jugendbuchautorin („Tintenherz“, „Die Wilden Hühner“). „Eine Druckschrift zu beherrschen, reicht als Handschrift nicht aus. Sie fließt nicht wie eine Schreibschrift und ist daher sehr viel langsamer.“ Eine Schreibschrift ermögliche einen tieferen Bewusstseinsprozess beim Schreiben, sie sei individuell und bringe „die Gedanken zum Fliegen“.

Der Trend zur Grundschrift liegt in fehlenden Vorgaben begründet. In der Praxis werden in Deutschland vier verschiedene Schriften gelehrt, nämlich die Druckschrift und danach eine der drei verbundenen Schreibschriften: die Lateinische oder die Vereinfachte Ausgangsschrift im Westen der Republik, die Schulausgangsschrift im Osten. Der Deutsche Grundschulverband will dieses Durcheinander mit der neuen Grundschrift beenden. „Schluss mit dem Schriften-Wirrwar“ heißt eine breit angelegte Kampagne des Verbandes.

Er stellt ein umfassendes Paket von Lehrmaterialien bereit. In den Leitlinien heißt es, die Schüler sollten künftig „Schreibweisen ausprobieren und miteinander beraten“. Ulrich Hecker, der Vorsitzende des Grundschulverbandes sagt, „es besteht starkes Interesse an der Grundschrift, das sehen wir am Absatz der Lehrmaterialien“. Der Verband habe Schriftkarteien und Schreibhefte in einer Auflage von 15000 Stück verkauft.

Nur Bayern hat sich nach Auskunft des Bildungsministeriums bisher eindeutig gegen die Grundschrift entschieden. „Hier bleibt das Unterrichten der Schüler in einer Ausgangsschrift Pflicht, die Schulen können wählen, ob sie die Vereinfachte Ausgangsschrift oder die Schulausgangsschrift wählen“, sagt ein Sprecher des Bildungsministeriums.

Zu einem heftigen Streit hat die Schrift in Thüringen geführt. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) forderte, die Schreibschrift in den Lehrplänen wieder verbindlich zu regeln. Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) warnte Lieberknecht daraufhin vor „weiteren missverständlichen Auftritten“ in der Öffentlichkeit. „Die CDU baut beim Schreibenlernen einen Popanz auf“, sagt Matschie der F.A.S. Seit 2010 ist in Thüringen ausdrücklich keine Schreibschrift mehr im Lehrplan erwähnt. Die CDU will im Wahlkampf vor der Landtagswahl im Herbst dagegen für die Wiedereinführung der Schreibschrift eintreten.

FAZ.NET

http://fazarchiv.faz.net/document/showSingleDoc/FAZN__20140510_2932933?DT_from=&KO=&timeFilter=&timePeriod=timeFilter&dosearch=new&crxdefs=&sext=0&NN=&BC=&search_in=TI&sorting=&DT_to=&CO=&submitSearch=Suchen&maxHits=&CN=&toggleFilter=&&TI=Schreibschrift+stirbt+aus&q=Schreibschrift+stirbt+aus&annr=188265&highlight=\eJxzswrx5NKzKi7JLEoqUVAAMZMzilIzk0BUZhpEKLG0GEi7WcUTqRIAWPMZpQ%3D%3D\#start

FAZ.NET, 09.10.2013

OECD-Bildungsstudie. Gesamtverstand.

Eine OECD-Studie weitet den Begriff des Analphabetismus aus

Von Jürgen Kaube

Wenn jemand den Beipackzettel eines Medikaments nicht lesen kann und es nicht am Beipackzettel liegt, ist das schlimm. Dasselbe gilt für Verträge, einfache Statistiken, Briefe. Wer die Alltagsmathematik nicht beherrscht, dem fehlen elementare Orientierungsmöglichkeiten.

Die OECD hat in ihrer jüngsten Bildungsstudie den Deutschen attestiert, bei solchen Fragen im internationalen Vergleich nur durchschnittlich abzuschneiden. Jeder sechste Erwachsene beispielsweise lese nicht besser als ein zehnjähriger Grundschüler. Das ist niederschmetternd. Was es allerdings zur Ermittlung des Alltagswissens beitragen soll, wenn die Leute aufgefordert werden, eine Mp3-Datei zu verschieben oder einen „Link“ im Internet zu öffnen, erschließt sich nicht. Die OECD etabliert hier unter der Hand einen Begriff des technologischen Analphabetismus.

Wenn er an Excel-Tabellen oder elektronischen „Lesezeichen“ festgemacht wird, soll im Grunde suggeriert werden, einen Computer nicht bedienen zu können, sei so etwas Ähnliches wie das Scheitern an der deutschen Grammatik oder an elementarer Logik. Andere Geräte der technischen Zivilisation wie PKWs, Telefone oder die Inhalte von Werkzeugkästen genießen nicht dasselbe Prestige, „ein entscheidender Faktor für Erfolg am Arbeitsmarkt und im sozialen Leben“ zu sein. Solche Formulierungen sind um den Eindruck bemüht, in einem Land, das es mit dieser angeblich leicht unterdurchschnittlich gebildeten Bevölkerung zu einigem gebracht hat, sei etwas ganz grundsätzlich nicht in Ordnung.

Anderswo ist es nicht besser

Damit es recht verstanden wird: Ein hohes Bruttosozialprodukt, Rechtsstaatlichkeit, weitgehend zivile Verhältnisse, das duale System der Berufsausbildung und dergleichen machen die Existenz von textbezogenem oder mathematischem Analphabetismus nicht erträglicher. Aber weder helfen hier Tests weiter, die den Begriff des Analphabetismus mutwillig ausweiten, noch der bewährte Reflex, auch an diesem Missstand sei das spezifisch deutsche Schulsystem schuld.

Das amerikanische – High School für alle -, das uns aus dieser Richtung empfohlen wird, und das dänische aus dem sonst vorbildlichen Skandinavien haben ungefähr dieselben Testmittelwerte hervorgebracht. Wie also steht es um die Alltagslogik derjenigen Leute, die uns glauben machen wollen, die Gesamtschule und verstärkter Unterricht in „Medienkompetenz“ führten zu stärker gleichverteilten und größeren Verstandesleistungen?

http://fazarchiv.faz.net/document/showSingleDoc/FAZN__20131009_2611048?DT_from=&KO=&timeFilter=&timePeriod=timeFilter&dosearch=new&sext=0&crxdefs=&NN=&BC=&search_in=TI&DT_to=&sorting=&CO=&submitSearch=Suchen&maxHits=&CN=&toggleFilter=&&TI=Gesamtverstand&q=Gesamtverstand&annr=160721&highlight=\eJxzswrx5NKzSk8tTswtKUstKi5JzEtRUOBys4rHJgwAbGMPRQ%3D%3D\#start

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das Gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit dagegen führt zur Verblödung.

Stupidity is demonstrated by people lacking knowledge they could achieve.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice attempt to avoid upsetting fools unwilling to face the truth.

Antisemitism is when one blames Jews or Israel for issues, he does not blame others.

Craziness is, when one always does the same but expects different outcome.

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human.

A man with roots should go for a pedicure.

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment.

 

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail

Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB

Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!

www.psychosputnik.com

http://www.saatchionline.com/jsbielicki

https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food 800px-Molon_labe2

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