Deutschlands Sozialdemokratie lebt in einer aus der eigenen Parteimasse geschöpften Parallelwelt, in der ausschließlich das als Inhalt von Politik begriffen wird, was aus der Autosuggestion geboren wird.


Sie hatten sich das so schön gedacht. Es sollte ein Triumphzug werden. Ein Triumphzug, an dessen Spitze gleich einem Messias der Martin aus Würselen der ewigen Merkel das Kanzleramt abjagen sollte. Und es schien ja auch zu gelingen. So, wie Mainstreammedien einst Luckes AfD hochgeschrieben hatten und damit ein Phänomen schufen, welches sie heute vehement bekämpfen, so hypten sie den EU-Mauschelbruder der SPD zum unbesiegbaren Politstar. Die Demoskopiewerte der SPD stiegen in ungeahnte Höhen – Sankt Martin schwebte über den Wassern und schien selbst daran zu glauben, über die Fluten von Saar, Förde und Rhein gehen zu können.

Dann der Absturz. Der Traum von einem rotrotgrünen Saarland platzte. Und damit die Hoffnung nicht nur des Saarländischen Bundeszensurministers, den abtrünnigen Ziehvater Oskar Lafontaine nebst Stalins Erben zurück in den Schoß der alten Tante Sozialdemokratie zu holen. Es folgte das dänisch aufgepeppte Rotgrün Schleswig-Holsteins, in dem ein christdemokratischer Nobody das bekennende Alphamännchen Albig in die Frühpension schickte. Und nun auch noch Nordrhein-Westfalen, von der Sozialdemokratie stets als ihre „Herzkammer“ beschrieben und von einer zunehmend kraftlosen Landesmutter in den Niedergang regiert. Das Herzflimmern erreichte Berlin im Eiltempo – vom Triumphzug blieb nicht einmal ein Gang nach Canossa.

„Politik dem Wähler nicht vermittelt“

Tatsächlich ist dieses NRW-Ergebnis ein Schlag, wie er tiefer die SPD nicht treffen konnte. Gelang es dem zutiefst gekränkten Genossen aus Kiel dank grünem Habeck immerhin noch, seine Wähler von 2012 zu binden, so schmierten nun die rotgrünen „Gutmeiner“ an Rhein und Ruhr erbarmungslos ab. Hannelore Kraft, dereinst sogar als Merkel-Alternative gefeiert, verlor bei den Zweitstimmen des Ministerpräsidenten das Vertrauen von 400.470 Bürgern. Dem grünen Koalitionspartner gingen 345.239 Wähler von der Fahne. Macht zusammen 745.709 Wähler, die den ursprünglich unterstützten rotgrünen Bevormundungsstaat nicht länger ertragen wollten. Das entspricht fast sechs Prozent aller Wahlberechtigten und neun Prozent aller Wähler.

Auf der anderen Seite konnten die Anti-Kraft-Stimmen deutlich zulegen. Allein schon die CDU holte 746.763 Zweitstimmen mehr als vor fünf Jahren. Die FDP steigerte sich um 395.127 Wähler. Und die AfD konnte für sich 624.552 Bürger mobilisieren. Das macht zusammen 1.766.442 (oder 13,4 % aller Wahlberechtigten oder 20,6 % der Wähler), die ihre langjährige Regierung nicht mehr sehen wollten. Das Duo Kraft-Löhrmann wurde in das Karstgebiet der Westruper Heide verbannt. Und konnte es einmal mehr überhaupt nicht verstehen, wie der Bürger so gemein und unvernünftig sein kann: Unisono erklärten die Verliererinnen, es sei ihnen offenbar nicht gelungen, ihre hervorragende Politik dem Wähler zu vermitteln. Soll heißen: Der Wähler ist einfach nur zu dumm.

Die Wirkkraft der „Rechten“

Hinter diesem mehr als lauen Versuch der Selbstentschuldigung steht einmal mehr die Hybris der grünsozialistischen Selbstüberschätzung. Silvia Löhrmann, als Landesbildungsministerin verantwortlich dafür, dass die Schulpolitik ganz oben auf der Liste der Bürgerärgernisse an Rhein und Ruhr steht, erklärte ihre Politik noch am Tag nach dem Untergang als alternativlos. Mit ihrer Schulpolitik habe sie doch nichts anderes getan, als die zwingenden Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Und ohnehin: Wer diesen Planeten retten wolle, der müsse grün wählen – nichts sonst.

Nicht ganz so pathetisch die Sozialdemokraten. Während Hannelore Kraft immerhin die Zeichen der Zeit schnell erkannte und ihren Rücktritt von allen Parteiämtern erklärte, trösteten sich Bundes-Generalsekretärin Katarina Barley und Manuela Schwesig als „Bundesminister für Gedöns“, wie einst SPD-Kanzler Gerd Schröder das Familien-und-mehr-Ministerium nannte, mit der Erkenntnis, die CDU habe einen „Wutbürgerwahlkampf“ geführt.

Da war er also wieder, dieser unerträgliche Bürger, der nicht so will wie die Parteien der selbsternannten Weltenretter und Menschenrechtler es ihm vorschreiben.  Unverhohlen schwingt einmal mehr die rotgrüne Erkenntnis mit, dass hier von Natur aus böse, „rechtsextreme“ Kräfte ihre unerträgliche Wirkkraft entfaltet hätten – gezeugt von einer haselnussbraunen AfD, genährt und gefüttert von einer bräunlich angehauchten Union. Denn anders kann es ja nicht sein:  Wer der einzig zulässigen, rotgrünen Lehre der Welterkenntnis nicht zu folgen bereit ist, der ist „Wutbürger“ – und der wiederum ist selbstverständlich „rechts“ und „Nazi“.

Die Autosuggestion der Selbstgewissheit

Gustave Le Bon, der sich vor nun rund 150 Jahren als erster mit dem Phänomen der Masse beschäftigte, schrieb dereinst: „Die Hauptmerkmale des in der Masse befindlichen Individuums sind: Schwund der bewußten Persönlichkeit, Vorherrschaft der unbewußten Persönlichkeit, Orientierung der Gedanken und Gefühle in derselben Richtung durch Suggestion und Ansteckung, Tendenz zur unverzüglichen Verwirklichung der suggerierten Ideen. Das Individuum ist nicht mehr es selbst, es ist ein willenloser Automat.“

Der Franzose hatte seine Überlegungen aus der Beobachtung eines von hm als „Masse“ verstandenen Kollektivs früher Vorgänger des rotgrünen Weltverbesserungsprojektes geschöpft: Der Pariser Commune der Jahre 1870/71. Tatsächlich beschrieb er nichts anderes als ein klassisches Verhalten des Individuums in seiner Gruppenidentität: Das eigene Denken wird durch einen kollektiven Willen ersetzt, welcher im Zuge beständiger Autosuggestion gleich einer Selbsthypnose die Ratio durch die Illusion ersetzt. Und genau dort liegt das Problem der Grünsozialistischen Politiker, denn es ist naheliegend, dass kollektivistische Welterklärungssysteme wie das der Sozialdemokratie, aber auch das der nur aufgesetzt individualistischen Grünen, der Autosuggestion bedürfen, um sowohl sich selbst eine beständig komplexer und komplizierter werdende Welt zu erklären,  als auch den messianischen Anspruch ihrer Welterklärungsmodelle der unverständigen Welt überstülpen zu können.

Der rechtsextreme Wutbürger

Wer beispielsweise als Eltern Angst davor hat, dass sein eigenes Kind in einer Inklusionsklasse nicht mehr ausreichend Förderung erhält, weil es ja einfach nur stinknormal und alle Aufmerksamkeit auf das behinderte Kind zu konzentrieren ist, der ist im Sinne der autosuggestiven Politik ein anti-humanistischer Rechtsextremist. Er wird faktisch gebannt, vom Kollektiv der selbsternannten Weltverbesserer ausgeschlosssen, zum gesellschaftlichen Paria – dem „Wutbürger“ – gestempelt.

Ein ähnliches Schicksal erleidet, wer nicht damit einverstanden ist damit, dass eine archaische Imperialismustheorie unter dem Deckmäntelchen der Religion die europäische Kultur vernichtet – und dafür beispielsweise allein 2016 mit über 2,4 Millionen Euro Steuermitteln unterstützt wurde. Auch wem es nicht gefällt, dass es die einzige Antwort eines führenden Sozialdemokraten auf die ausufernde Einbruchskriminalität ist, der Bürger möge doch bitte mehr zur Eigensicherung tun. Wer es dann noch wagen sollte, den anhaltenden Zustrom illegaler „Versorgungsmigranten“ (so Gunnar Heinsohn) in die deutschen Sozialsysteme zu kritisieren, oder gar darauf hinweist, dass aus diesen Kreisen erhöhte kriminelle Aktivitäten zu konstatieren sind, hat sich in den Augen des autosuggestiven Welterklärers als ernstzunehmender Demokrat für alle Ewigkeit disqualifiziert.

„Wutbürger“ sind in den Augen der grünsozialen Klasse unbelehrbarer Auswurf einer verdammungswürdigen, postbürgerlichen Gesellschaft – und wie wenig deren Wünsche und Ängste bei den machtpolitischen Gedankenspielen der Autosuggestierten eine Rolle spielen, das dokumentierte die grün-arrogante Selbstgefälligkeit des maoistisch-trotzkistischen Jürgen Trittin am NRW-Wahlabend in der Anne-Will-Unterhaltungsveranstaltung. Da es ausschließliches Ziel kleiner Parteien sei, die Macht der größeren zu verhindern, sei es in Kiel wie in Düsseldorf nun das Gebot der Stunde, die gerade vom Bürger gewählte CDU dadurch zu verhindern, dass man den ebenfalls etwas größeren Wahlverlierer in ein Bündnis mit den kleinen Parteien zwingt und ihm dort Fesseln anlegt. Sollte heißen: Die FDP, die erklärtermaßen die Versager-Koalitionen an Förde und Rhein ablösen wollte, soll nun gegen den ausdrücklichen Wählerwillen die Wahlverlierer an der Macht halten.

Nicht nur Wolfgang Kubicki war angesichts dieses Zynismus der Macht, den Machiavelli nicht besser hätte beschreiben können, fassungslos – und doch müssen wir Trittin dankbar sein, denn wie besser hätte man dem Bürger vor Augen führen können, was er in den Augen der Autosuggerierten tatsächlich ist: Ein lächerliches Überflüssel, das in dieser leider immer noch restdemokratsch organisierten Postbürgergesellschaft dummerweise hin und wieder zur Urne gerufen werden muss, ohne damit aber auch nur den geringsten Einfluss ausüben zu dürfen.

Die Arroganz des pseudointellektuellen Übermenschen

Diese Arroganz des pseudointellektuellen Übermenschen prägt nicht nur die Grünen – sie steckt auch tief in der sozialdemokratischen Seele. Der absurde und bewusst diskreditierende Vorwurf eines christdemokratischen „Wutbürgerwahlkampfes“ jener Parteidamen belegt nicht nur dieses – er zeigt auch auf, weshalb die Sozialdemokratie im Herbst ebenso scheitern wird wie bei den drei Landtagswahlen.

Im Sinne der Beschreibung Le Bons lebt Deutschlands Sozialdemokratie in einer aus der eigenen Parteimasse geschöpften Parallelwelt, in der ausschließlich das als Inhalt von Politik begriffen wird, was aus der Autosuggestion geboren wird. Die Autosuggestion der Sozialisten besagt seit nunmehr zweihundert Jahren, dass die bürgerliche Gesellschaft grundsätzlich ungerecht ist. Wobei ungerecht gleichbedeutend ist mit unsozial. Und so war und wird es immer Kernelement sozialistischer Politik sein, diese im eigenen Weltverständnis „ungerechte“ Politik zu bekämpfen.

Mit gesellschaftlicher Gerechtigkeit im eigentlichen Sinne aber hat dieser sozialistische Gerechtigkeitsbegriff nicht das Geringste zu tun. Er beschränkt sich beständig darauf, kleine, als benachteiligt deklarierte Gruppen mit besonderen Vorteilen zu beglücken. Um auch dieses deutlich und politisch völlig unkorrekt zu formulieren:  Welches Interesse hat eine bürgerliche Familie, die mit viel Mühe ihren Lebensunterhalt verdient und sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgt, daran, diesen mühsam erwirtschafteten, kleinen Wohlstand an eine von der grünsozialistischen Politik als bedürftige Minderheit erkannte, prekäre Gruppe abzutreten? Erst einmal keinen. Und weil das so ist, retten sich die Weltverbesserer in die Floskel, es sei ihnen nicht gelungen, ihre Politik zu erklären.

Der Mensch ist Egoist

Wie auch? Der Mensch ist von Natur aus ein Egoist. Wäre er dieses nicht, so gäbe es die Gattung nicht. Dass er dennoch als soziales Gruppenwesen zum Altruismus fähig ist, bedeutet nicht, sich selbst aufzugeben. Und insofern wird er abwägen: Ist die von mir eingeforderte Leistung zu Gunsten anderer für mich leistbar – und wirkt sie sich nicht in einem Maße negativ auf mich aus, dass ich oder die mir Anbefohlenen davon mehr Nachteile als Vorteile haben. Jede Opferbereitschaft hat ihre Grenzen – und die Politik der vergangenen Jahrzehnte ist dabei, sie zu überschreiten.

Nicht ohne Grund nennen manche deshalb die Grünen eine Wohlstandserscheinung. Solange es dem Menschen gefühlt gut geht, ist er bereit, persönliche Nachteile hinzunehmen, wenn beispielsweise aus der traditionellen Energiegewinnung via Stromkostenerhöhung auf Öko-Energie umgestellt werden soll. Er ist bereit, für Flüchtlinge Einsatz zu zeigen, solange er den Eindruck hat, dass es sich dabei tatsächlich um Flüchtlinge und nicht um Schmarotzer handelt. Er akzeptiert Inklusion, solange er dadurch keine Bildungsnachteile für seine eigenen Kinder befürchten muss. Die Grünen und mit ihnen die Sozialisten aber gehen einen anderen Weg. Im Sinne ihrer autosuggestiven Kollektivziele  erwarten sie vom Bürger, sich und seine Interessen zugunsten utopischer Ziele zu verleugnen. Ist er dazu nicht mehr bereit, wird er zum „Wutbürger“, zum „Rechtspopulisten“ – kurz: Zum Anti-Menschen.

Wie ausgeprägt dieses Denken ist, dokumentierte Löhrmann nun auf vortreffliche Weise, als sie ihr zwangseingeführtes, gescheitertes Inklusionsprojekt damit begründete, dass sie ja nichts anderes getan habe als eben eine UN-Behindertenkonvention zu verwirklichen. Ein höherer Zwang im Namen einer selbst definierten Menschlichkeit, dem sich der Einzelne ohne Widerspruch und ohne Einspruchsmöglichkeit bedingungslos zu unterwerfen hat. Und was den demokratisch denkenden Menschen nicht nur daran zweifeln lässt, wie demokratisch überhaupt noch das Handeln von Politik ist, wenn es von irgendwelchen anonymen Instanzen aufgezwungen werden kann. Es lässt in ihm auch die Frage aufkommen, warum ausgerechnet er es sein soll, der hier wieder den Musterschüler gibt, weil er sich vor seinem geistigen Auge vorstellt, wie wohl die UN-Konvention im Südsudan, in Saudi-Arabien oder in Nigeria umgesetzt wird.

Ein wütender Bürger ist kein Wutbürger

Doch all das, was beim Bürger tatsächlich Wut aufkommen lassen kann, ohne dass er es deshalb verdient, als rechtsextremer Wutbürger diffamiert zu werden, ficht die grünsozialistischen Weltverbesserer nicht an. Selbst Barley und Schwesig fiel nichts Besseres ein, als hinsichtlich der von ihnen forcierten „Gerechtgkeitsdebatte“, deren Ergebnisse von einer breiten Mehrheit als zunehmend ungerecht betrachtet werden, nun Detailllösungen anzukündigen.

  • Kostenfreie Kitas – wirklich ein „Gerechtigkeitsproblem“?
  • Rückkehrrecht aus Teilzeitverträgen – ein „Gerechtigkeitsproblem“?
  • Keine Abschiebung in „Kriegsgebiete“ – ein „Gerechtigkeitsproblem“?
  • Open Doors auf Steuerkosten für junge afrikanische Männer – ein „Gerechtgskeitsproblem“?

Selbst Mindestlohn und all die anderen sozialen Wohltaten, mit denen Grünsozialisten bereits die Menschheit erfreuten – der zum Wohlstand des Staates beitragende Bürger betrachtet sie zunehmend nur noch als Eingriffe in seine Selbstbestimmung und Griff in die mit seiner Leistungsbereitschaft mühsam gefüllten Portemonaies. Von Luxus- und Scheindebatten wie der Homo-Ehe, die letztlich nur dem traditionell lebenden Bürger seine eigene Spießigkeit vor Augen führen sollen, ganz zu schweigen.

Die Grünsozialisten konnten sich austoben, solange Deutschland eine Insel der wohlstandsbewehrten Glückseligkeit war. Doch zunehmend mehr Bürger spüren, dass diese Glückseligkeit nicht nur von innen, sondern auch von außen bedroht ist. Sie suchen nach Politikern, die der Selbstvernichtung einen Riegel vorschieben  – und nicht nach einem Messias und seinen Kraft-losen Erzengeln, die über den Wassern schweben und die Ängste der Menschen als reaktionär-rechtes Denken abtun.

Wenn der Strohhalm zum Bleigewicht wird

Weil es so ist, wird die SPD auch die Bundestagswahlen verlieren. Sie wird sich weiter an ihre kollektive Autosuggestion klammern und nicht begreifen, dass sie mit dem, was sie selbst als „gute Politik“ betrachtet, die Bürger verliert. NRW hat mit den besonders starken Zuwächsen der AfD insbesondere in jenen Wahlkreisen, in denen die SPD früher ihre Hochburgen hatte, gezeigt, dass die Autosuggestion der SPD nicht einmal mehr in der Lage ist, die ursprünglich zutiefst sozialdemokratische Wählerschaft zu erreichen. Ein Melting-Pot von Single-Issue-Interests – der bunte Strauß zusammengewürfelter Einzelinteressen – macht eben noch kein Wahlprogramm. Und er macht schon gar keine Volkspartei.

In ihrer Verzweiflung, das Offensichtliche nicht erkennen zu wollen, werden die Sozialdemokraten einmal mehr versuchen, als Trittbrettfahrer auf einem anderen Zug ans Ziel zu kommen. Sigmar Gabriel und Martin Schulz – und mit ihnen der gesamte grünsozialistische Zug – laufen bereits zielstrebig in diese Richtung, wenn sie öffentlich den Anschluss an den neuen Französischen Präsidenten suchen. „Mein Freund Emmanuel“, kuschelte der am Boden zerstörte Schulz bereits am Wahlabend. Wenn er selbst schon als Messias gescheitert ist, dann soll es nun eben der Messias aus dem Franzosenland sein, der die untergehende Sozialdemokratie rettet.

Schulz und Co klammern sich an einen Strohhalm, der jedoch schnell zum Bleigewicht werden kann. Nicht nur, dass viele der von Macron angestrebten „Reformen“ unzweideutig zu Lasten Deutschlands gehen und damit die Wut des Bürgers nicht werden schmälern können – will der Franzose erfolgreich sein, so muss er seinem, vom Staatssozialismus in den Boden gewirtschafteten Land eine Agenda verpassen, gegen die die Schödersche „2010“ ein laues Reförmchen gewesen ist. Genau gegen diese aber hat sich der ausgeschulzte SPD-Messias bereits deutlich abgegrenzt.  Wie der Schulterschluss mit Macron da zu begründen sein soll, dürfte die Erklärung der Quadratur des Kreises zur Primaneraufgabe werden lassen. Und mit ein wenig mehr EU-Euphorie ausgerechnet von jenem, der mit dem europäischen Verwaltungsmoloch die ursprünglich gute Idee maßgeblich mit zu Grabe getragen hat, wird es kaum getan sein.

Insofern: Schulz ist nun beim Versuch, über das Wasser zu gehen, dreimal hintereinander untergegangen. Nur mit Mühen kann er derzeit noch die Nase an der Luft halten. Und jemand, der ihn an den zappelnden Armen packt, um ihn wieder auf den festen Boden der Tatsachen zu ziehen, ist derzeit weit und breit nicht zu sehen.

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/vom-triumphzug-zum-rueckzug-warum-die-spd-sich-nicht-berappeln-wird/

 

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