Keine Angst, daß der Faschismus wiederkommt, er ist bereits wieder da.

In ihrer Radio-Kolumne „Der WochenWahnsinn“ gehen Achse-Autor Matthias Heitmann und Antenne Frankfurt-Moderator Tim Lauth jede Woche auf Zeitgeisterjagd. Seit Kurzem ist der WochenWahnsinn nun auch auf der Achse zu hören und zu lesen.

Diese Woche widmen sich die beiden der selbst an Fasching allgegenwärtigen Hatz auf Andersdenkende und Andersaussehende. Zum Anhören geht es hier entlang

Jede Woche liefert genügend Stoff für unseren WochenWahnsinn. Kaum vorstellbar, dass das ausgerechnet zu Fasching anders sein soll. Matthias, was gibt es Neues in unserer Wahnsinnsrepublik?

Ich bin ja kein Karnevalist, aber ich habe mich gefragt, was eigentlich passiert, wenn man als Adolf Hitler verkleidet auf einen Faschingsparty geht. Und ich hatte gehofft, dass Du mir da mit Deiner Partyerfahrung weiterhelfen kannst.

Äh, nein! Ich habe es auch nicht so mit Fasching. Aber wäre es nicht auch ein wenig zu hart, die Leute so zu provozieren?

Ehrlich gesagt: Nein! Wenn man nicht mehr hart provozieren darf, dann braucht man auch keine Angst mehr vor dem Faschismus haben – denn dann ist er bereits da. Und witzigerweise fühlen sich genau diejenigen, die Provokateuren den Mund verbieten wollen, tatsächlich umzingelt von lauter Faschisten: Trump, Le Pen, Wilders, Erdogan, Putin, die Brexit-Briten ohnehin, und die AfD natürlich: alles Nazis außer Mutti. Sogar Fleischessen, Pelztragen und das Testen von Alzheimer- und Krebsmedikamenten gilt als heute als Tier-Holocaust.

Ok, Du findest das also alles übertrieben und hysterisch. Aber es heißt doch immer, man solle den Anfängen wehren. Was ist denn nun richtig?

Das Wahnsinnige ist ja, dass der Slogan „Wehret den Anfängen“ heute dazu genutzt wird, um die Abschaffung von Freiheitsrechten durchzusetzen. Das ist genau das Gegenteil von dem, was der Spruch eigentlich bedeutet, da ging es um das Verteidigen von Freiheiten.

Das stimmt. Aber warum sind Nazi- und Hitlervergleiche denn heute so in Mode?

Das tagtägliche Verhindern eines neuen Holocausts ist heute zentraler Bestandteil des europäischen Glaubensbekenntnisses. Wenn Du heute öffentlich sagst, dass Du das für eine seltsame Besessenheit hältst, stehst Du schon mit einem Bein auf dem Pellet-Scheiterhaufen. Dabei ist das ständige Warnen vor der Wiederkehr der Vergangenheit aus drei Gründen höchst gefährlich: Erstens: Man macht einzigartige Verbrechen zu einer alltäglichen, gewöhnlichen Gefahr. Zweitens: Man tut so, als sei die Meinungsfreiheit dafür verantwortlich, dass die Menschen seltsame Parteien wählen. Und das führt drittens dazu, dass sich diese seltsamen Parteien als Verteidiger der Meinungsfreiheit darstellen können. So passiert es, dass eine Gesellschaft aus Angst vor den Feinden der Freiheit ihre eigenen Freiheiten abschafft.

Ok, Matthias, das sehe ich ein. Ist das in etwa so wie bei unserer Eintracht? Aus lauter Angst vor dem Erfolg verdattelt man Europa?

Die Eintracht hat ja weniger Angst vor dem Erfolg, sondern eher vor dem Misserfolg. Die Angst vor der Niederlage macht einen aber nicht zum Sieger. Die Mannschaft muss wieder den Mut entwickeln, weiterzumachen wie in der Hinrunde. Dann kann das klappen mit Europa.

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