Islamofaschismus ist der schwarze Hai

Von Andreas Stadler.

Wer kennt ihn nicht? „Der weiße Hai“ (JAWS), den berühmten Film von Steven Spielgberg von 1975, als ein großer Weißer Hai die Stadt Amity angriff und in Angst und Schrecken versetzte. Der örtliche Polizeichef Martin Brody erkennt die Gefahr, die im Wasser vor den Stränden lauert, doch der Bürgermeister samt örtlicher Presse sind bemüht den Fall herunterzuspielen, schließlich ist Amity ein beliebter Badeort an der Ostküste, „Amity braucht die Sommerdollar“, sagt der örtliche Bürgermeister und der 4. Juli als amerikanischer Feiertag steht ins Haus. So bleiben die Strände weiterhin für die Badegäste geöffnet, entgegen der Warnung von Brody. Das Resultat sind weitere Opfer der Mörderhais.

In der gleichen Situation scheinen auch wir uns in Deutschland zur Zeit zu befinden. Der Film ist aktueller denn je, denn er bildet genau das berüchtigte Verhalten in Politik und Medien ab : Herunterspielen, Verharmlosen, Zusammenhänge verschleiern. Terroristische Angriffe wie die von Würzburg, Ansbach und jüngst Berlin werden als Einzelfall dargestellt: Ein Badegast geht nachts schwimmen, die Kräfte ließen nach, so was sei schon öfter vorgekommen, sagt der Bürgermeister zum Polizeichef. Die Presse wechselt von ihrem ersten Bericht der Todesursache Haifischangriff zu Schiffsschraube. Es ist erschreckend wie im Detail sich die fiktive Handlung des Films mit der Wirklichkeit in Deutschland 2016/2017 deckt.

„Schreien Sie Barrakudas, werden die Leute sagen, hä, was? Schreien Sie aber Haie, dann haben wir hier am 4. Juli eine handfeste Panik“, ist ein weiteres Zitat aus dem Film.

Zwischendurch wird im Film ein Tigerhai in den Gewässern um Amity gefangen, der als angeblicher Verursacher groß am Pier präsentiert wird, doch es stellt sich schon bald heraus, ein gefundener Haizahn im Boot des jüngsten Opfers passt nicht zu den Zähnen des Tigerhais. Auch eine Obduktion zeigt, das Tier kann nicht der Mörderhai sein. Vor den Stränden Amitys lauert immer noch ein gefährlicher Fisch. Doch die Stadt verheimlicht die wahren Umstände weiter,  bis sie sich nicht länger verheimlichen lassen und sie auf grausame Weise zurückkehren.

„Gehen Sie weiter auf Weihnachtsmärkte“

So wie die Attentäter, die als Flüchtlinge getarnt mit der festen Vorstellung eines Terrorangriffs ins Land eingereist sind. Die Taten werden als Einzelfälle abgetan, die Bevölkerung mit den immer gleichen Losungen „eine hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben“, „man darf sich jetzt nicht einschüchtern lassen, denn genau das wollen die Terroristen ja“, „Gehen Sie weiter auf Weihnachtsmärkte“, versucht zu beruhigen, zwischendurch werden Verdächtige präsentiert, die bald wieder freikommen und die großen Zusammenhänge zwischen den Anschlägen werden verwässert: der Dschihad des Islam, unbegrenzte Zuwanderung und missachtete Warnungen der Geheimdienste.

Die deutsche Öffentlichkeit verhält sich wie die Protagonisten im Film. Eigentlich sollte der Film doch schon bekannt und eine Warnung an jene Politiker sein, Vorgänge nur aus Angst um die Konjunktur zu verharmlosen. Doch weiterhin predigen Politiker in den Talkshows das Mantra der Vernunft, veröffentlicht die ARD Statistiken, in denen die Wahrscheinlichkeit an einem Terror-Anschlag zu sterben mit dem Ersticken beim Essen verglichen wird. „Bis es Sie selbst in den Arsch beißt“, schleudert der Meeresbiologe Hooper dem Bürgermeister entgegen, als sich dieser über den Frevel an einem Werbeplakat für Amity beschwert, das mit einer gemalten Rückenflosse  verunstaltet worden ist.

Die Strände sind weiterhin offen. Im Film gibt es eine Stelle, an der der Bürgermeister Badegäste regelrecht anbettelt, ins Wasser zu gehen. Wird eines Tages auch Angela Merkel Leute anbetteln, in die Stadt, in die Cafes und auf die Weihnachtsmärkte zu gehen und dabei ganz unbefangen zu tun? Das Monster im Film wird zum Schluss vernichtet. Das ist die tröstende Gewissheit. Doch auf dem Weg dahin hat es vielen Menschen das Leben gekostet.

Andreas Stadler ist freier Lektor und Journalist in Hamburg

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