Nach der neusten Statistik für Sachsen haben 46 Prozent aller Zuwanderer aus den Maghreb-Staaten, also Tunesien, Algerien und Marokko, Straftaten verübt.

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Nach der neusten Statistik für Sachsen haben 46 Prozent aller Zuwanderer aus den Maghreb-Staaten, also Tunesien, Algerien und Marokko, Straftaten verübt. Nun wird ja niemand annehmen, dass Marokkaner, Algerier oder Tunesier von vornherein krimineller sind als andere Ethnien. Es muss also Umstände geben, die dazu führen, dass es eine Negativ-Auslese aus diesen Ethnien nach Deutschland verschlägt.

Postfaktisches Kunst-Turnen: Generalverdacht im Spagat

Man soll sich ja gegenüber bestimmten Zuwanderergruppen vor jeglichem Generalverdacht hüten. Mögen Nordafrikaner und Araber aus den Maghreb-Staaten auch auffällig häufig in der Kriminalstatistik auftauchen, so sollte man sich davor hüten, daraus irgendwelche Schlüsse zu ziehen, denn es könnten ja vielleicht die falschen sein.

Dass man weniger zimperlich sein muss, wenn es um einen Generalverdacht gegen die rechtslastigen und fremdenfeindlichen Sachsen geht, gehört eigentlich gar nicht hierher, würden sie nicht gerade die Intention der Generalverdachtswarnungen mit ein paar unschönen Zahlen unterlaufen. Fakten gehören nun wirklich nicht mehr ins postfaktische Zeitalter, ja sie können dort sogar immensen Schaden anrichten, weil sich ja die Falschen darauf berufen können.

Insofern ist es vielleicht eine sächsische Gemeinheit, dass der Innenminister des Freistaats ausgerechnet jetzt unangenehme Kriminalitätszahlen veröffentlicht. Danach haben 46 Prozent aller Zuwanderer aus den Maghreb-Staaten, also Tunesien, Algerien und Marokko, in Sachsen Straftaten verübt. „Allein drei Viertel aller algerischen Zuwanderer sind als Tatverdächtige in Erscheinung getreten“, sagte Innenminister Markus Ulbig bei der Präsentation der Statistik. 36 Prozent aller 14 043 Zuwanderer-Straftaten gingen auf das Konto von „nur“ 664 Nordafrikanern. In 2214 Fällen ging es um Körperverletzung, 169 Fälle waren Sexualstraftaten. Verglichen mit 25 derartigen Fällen zwei Jahre zuvor ist das ein dramatischer Anstieg.

Die Kriminalitäts-Statistik ist politisch vollkommen unkorrekt

Nun wird ja niemand annehmen, dass Marokkaner, Algerier oder Tunesier von vornherein krimineller sind als andere Ethnien. Es muss also Umstände geben, die dazu führen, dass es eine Negativ-Auslese aus diesen Ethnien nach Deutschland verschlägt. Unsere Zuwanderungspolitik und die pauschale moralische Aufwertung jedes Zuwanderers zum „Flüchtling“ scheinen offenbar zahlreiche falsche Signale zu setzen. Die finanziellen Anreize tun sicher ein Übriges.

Doch so genau wollen es unsere Verantwortungsträger ja gar nicht wissen. Sie möchten Positivpauschalisieren nicht lassen und den Generalverdacht verdammen, auf die Dauer ein kaum haltbarer Spagat, selbst in postfaktischen Zeiten.

Handlungsbereitschaft zeigt die Politik derzeit also nicht, indem sie mit einer differenzierten Problemanalyse beginnt, sondern lieber mit ein paar markig angekündigten Maßnahmen. Mit Abschiebungsankündigungen, wie gerade auch auf dem CDU-Parteitag, soll der Eindruck entstehen, dass „wir“ alle Migrationsprobleme in den Griff bekommen können ohne die Zuwanderungspolitik zu ändern.

Und Sachsen gibt hierbei wieder den Vorreiter. „Sachsen ist das einzige Bundesland, das bislang von der Möglichkeit der Rückführung mit Charterflügen Gebrauch macht“, so Innenminister Ulbig. Die Zahlen sind dann allerdings doch wieder recht ernüchternd: Seit April traf es gerade mal 23 Tunesier. Postfaktisch klang das doch irgendwie viel schöner.

Alle Daten und Zitate aus BILD hier.

Dieser Text erschien zuerst auf Peter Grimms Blog Sichtplatz hier.

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