Die Berliner Titanic auf Eisbergkurs

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Die Berliner Titanic auf Eisbergkurs

Manchmal frage ich mich, wo die Fehler gemacht wurden. Im Elternhaus, in den Schulen, ich weiß es nicht. Wir haben ein Parlament, das ohne ernstzunehmende Oppositionspartei eher an Nordkorea, oder an die Volkskammer der DDR, erinnert. Die Staatsratsvorsitzende – äh, Bundeskanzlerin – bestimmt eigenständig, ob sie weitermacht oder nicht. Begeisterte Zuschriften von Bürgern – da habe ich auch einige – bestimmen ihr Weltbild, über das sie täglich nachdenkt. Die Restrepublik kuscht.

Der Bundespräsident wird eigentlich von der Bundesversammlung, einem Gremium das mit 1.260 Stimmberechtigten nur für diesen Zweck (Fahrtkosten, Hotelkosten, Spesen) nicht gerade zum Schnäppchenpreis am 12. Februar in Berlin zusammen kommt, gewählt. So lernen das die Kinder in der Schule. In Wirklichkeit wird der Bundespräsident von den Vorsitzenden der CDU, SPD und CSU bestimmt. D.h. 1.257 Statisten fahren nach Berlin und machen das, was die drei Koniferen ausgekaspert haben und der Steuerzahler darf diese Jubelveranstaltung teuer bezahlen. Genau so waren die Reichstage im Dritten Reich – habe ich in der Schule gelernt. Die USA, mit viermal größerer Bevölkerungszahl, kommt mit der Hälfte der Kasperlefiguren aus, die dort Electoral College heißt, aus. Die fahren allerdings nicht alle nach Washington, sondern nur in die Hauptstadt ihres Bundesstaates. Das urzeitliche Spektakel kann dieses Mal eine Überraschung beinhalten. Wer mehr als 2,6 Mrd. Dollar Wahlkampfkosten verbrettert, könnte mit wenigen Milliönchen … Ich halte da alles für möglich.

In Berlin ist kein Wunder zu erwarten. Der Berufsarmutsjammerer wird, wie die Kiesingerohrfeigentante, und die Dampfplauderin eine protokollarische Randnotiz bleiben. Ich leide noch heute darunter, dass man damals – statt den Köhler Horst – nicht den Peter Sodann gewählt hat, der mit seiner klaren Aussage Ackermann zu verhaften, goldrichtig gelegen hätte.

Damit alles schön auf dem „weiter-so-Kurs“ Richtung Eisberg bleibt, kommt jetzt noch der Anticharismatiker und Ex-Buchhändler aus Brüssel-Würselen nach Berlin. Als Metapher: die Ratte verlässt die sinkende MS Europa und heuert auf der Titanic an. Das strahlt doch Vertrauen aus, oder? Nach dem Peter-Prinzip scheint er erst in Berlin seinen höchsten Level der Unfähigkeit erreichen zu können.

Mal ein Blick auf die ehemalige sozialdemokratische Partei: So einfach wie dieses Jahr, war eine Wachablösung noch nie – wenn man ein sozialdemokratisches Programm hätte, das ich mal kurz in ein paar Sätzen beschreiben könnte: Rückgängigmachung aller Schröder/Fischer Kahlschläge in der Rentenpolitik, Riesterrente in den Papierkorb, Migrationsstopp, geregelte Einwanderungspolitik, die unsere Städte nicht in No-Go-Areas verwandelt, denn wir haben schon genügend eigene Arschlöcher. Wir müssen keine importieren – im Gegenteil: Wer meint, einer Killary beim Wahlkampf helfen zu müssen, der soll das gerne lebenslang tun. Vermissen würde ich solche Leute nicht. Auf Wunsch schreibe ich dieser Partei gerne eine Programm – aber mich fragt ja wieder mal keiner!

Die US-Amerikaner haben die Nase voll gehabt von dem „Killary“-System und auf den wenig vertrauenswürdigen Trump gesetzt, weil er Hoffnung auf Besserung versprochen hat. Frankreich jagt demnächst den Oberbetroffenheitspräsidenten, der nichts zustande bekam, zum Teufel, Italien nimmt den Renzi demnächst auseinander, Spaniens Rajoy hält sich nur, weil viele der Parlamentarier bei Neuwahlen ihre Mandate verlieren würden.

Überall brodelt es und Frau Merkel kündigt die vierte Amtszeit an- und sie wird das sogar erreichen, weil die Blockparteien zum Kotau bereit sind. Haben die Bürger, „die schon länger hier wohnen“, nicht endlich mal die Schnauze voll?

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