Was für den Antisemitismus spricht

Von Thomas Baader.

Die erzliberale ZEIT schreibt: Eine pauschale Aberkennung solcher Ehen ist aus unserer mitteleuropäischen Sicht zwar konsequent und trifft die Meinung des Mainstream. Aber der Schutz der Frauen wird damit außer Kraft gesetzt. Das heißt, die Ehe, die das Mädchen in ihrem eigenen Herkunftsland geschlossen hat, fand unter anderen sozialen und rechtlichen Bedingungen statt. Deshalb müssen diese Ehen im Einzelfall gründlich geprüft werden. Und das nicht, um den Frauen zu schaden, sondern um sie zu schützen. Und wenn der Bundesjustizminister Heiko Maas mit seinem Gesetzesvorhaben in diese Richtung lenkt, dann handelt er genau richtig.

Daraus könnte eine Serie werden. Im Wochentakt geht es weiter mit: „Was für die Sklaverei spricht“, „Was für die Zwangsprostitution spricht“, „Was für das Schlagen von Kindern spricht“, „Was für die Genitalverstümmelung spricht“, „Was für Pädophilie spricht“…

In einem protestantischen Pressedienst war neulich zu lesen, das Verbot der Kinderehe in Deutschland entspreche keineswegs den familienpolitischen Vorstellungen in anderen Teilen der Welt. Man müsse dabei auch an die Folgen für die Homo-Ehe denken, die in vielen Staaten ebenso unerlaubt wäre wie bei uns die Kinderehe: Es geht hier allein um die Frage, ob die Rechtsakte ausländischer Staaten annulliert werden sollen. Das hat innerstaatliche und völkerrechtliche Konsequenzen. Innerstaatlich bedeutet die Annullierung die strafrechtliche Verfolgung der Ehemänner wegen sexuellen Missbrauchs. Die Jugendämter wären gezwungen, die betroffenen Mädchen wegen Kindeswohlgefährdung aus diesen Familien herauzunehmen. Völkerrechtlich könnten andere Staaten entsprechend handeln. So widersprechen „eingetragene Lebensgemeinschaften“ homosexueller Paare dem Recht in vielen anderen Staaten. Sollen sie bei deutschen Staatsbürgern auf ihrem Hoheitsgebiet ebenfalls diese Ehen annullieren? Mit der Rechtsfolge einer Verfolgung wegen des dort geltenden Strafrechts zur Verfolgung Homosexueller?

Aber es gibt auch Menschen, die von den Vorteilen der Kinderehe nichts wissen wollen. Frühverheiratungen sind eine Menschenrechtsverletzung. Minderjährige können die Folgen einer Heirat noch nicht abschätzen. Oft sind diese für die jungen Frauen verheerend. Mädchen, die jünger als 15 Jahre sind, sterben fünf Mal häufiger bei der Geburt ihrer Kinder als Frauen in den Zwanzigern. Schwangerschaft ist für 15-19-jährige Frauen weltweit Todesursache Nummer eins. Außerdem sind sie besonders gefährdet, in ihrer Ehe häusliche und/oder sexualisierte Gewalt zu erfahren.

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