Das Herausnehmen, das Abschalten, das Ausladen, das Unterdrücken anderer Meinungen ist seit den siebziger Jahren zu einem bösen Gesellschaftsspiel der westlichen Demokratien geworden.

Der amerikanische Präsidentschaftskandidat Trump ist paranoid. Das unterstellen wir hier einmal als Fakt. Wieviel paranoider muss das Millionenheer derer sein, die gemeinsam gruppendynamisiert in einem exponentiell ansteigenden Bocksgesang mit dem Vorwurf der Paranoia auf den beinahe wehrlos dastehenden Donald Trump eindreschen mit dem erklärten Ziel, sie müssten den in den Umfragen bereits unaufholbar abgeschlagenen Trump „verhindern“.

Hillary Clinton kann schlechterdings nicht die erste Wahl für die Besetzung des Präsidentenamtes sein. Sie kann bestenfalls die weniger schlechte Wahl als Trump sein. Wie paranoid muss man also sein, sich jetzt in den Massenwahn zu stürzen, um einen recht singulären Trump, der keine Chance mehr hat Präsident zu werden, in der Form zu bekämpfen, wie es derzeit zu besichtigen ist.

Oder handelt es sich um einen ganz anderen Dämon? Ist Trump in den Köpfen seiner sich auch noch rasant vermehrenden Gegnermassen zu einem bloßen Alibi verkommen, endlich mal wieder politisch ganz korrekt die Sau raus zu lassen?

Worin bestünde die Paranoia des Donald Trump, die ihm unterstellt wird? Ist seine Wahrnehmung falsch? Leidet er an Wahnvorstellungen? Hat er keine Realität? Verarbeitet er die Realität falsch? Ist der überwiegende Teil der Medien, ob zu Recht oder zu Unrecht, was immer Recht und Unrecht in diesem Sinne sein könnten, tatsächlich gegen Trump? Ist die politische Klasse mehrheitlich gegen Trump? Ist das leider für amerikanische Wahlen immer entscheidender werdende Hollywood mehrheitlich gegen Trump? Will ein Schauspieler namens Robert de Niro einen Trump, den er mit Tieren vergleicht, am liebsten eins in die Fresse hauen? Bezeichnet der amtierende US-Präsident Barack Obama den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump als Geisteskranken ( Obama sagte bei einer Wahlkampfveranstaltung, Trump käme aus dem „Sumpf der Verrückten“.)

Bezeichnen Tausende von Medien und jeder Creti und Pleti und jeder Hobbypsychologe Donald Trump als Verschwörungstheoretiker, als Weltgefahr, als größten Dummkopf? Ja, in der Tat, man muss all diese Fragen ganz offensichtlich mit einem uneingeschränkten Ja beantworten.

Voller inbrünstigem Hass wirft die überbordende Masse von „Kritikern“ Donald Trump „Hass“ vor. Kann ein so gehasster Trump überhaupt denkbarer Weise paranoid sein, wenn er den Chor seiner Widersacher – und sei es noch so wüst – beschimpft? Hat einer wie Trump überhaupt eine logische Chance, wahnhaft auf den massenhaften Anti-Trump-Wahn zu reagieren?

Ist es nicht eine vernünftige Reaktion eines einzelnen Menschen, wenn er auf millionenfachen Hass aggressiv und korrekt auf dieses Massenphänomen hinweisend reagiert? Und bliebe es nicht eine vernünftige Reaktion eines Einzelnen selbst dann, wenn er selber ein unmöglicher Typ wäre, der das unmöglichste Zeug von sich gäbe?

Die Massen, die sich aus der sicheren Deckung der Masse heraus an einem einzelnen Kandidaten, der zudem bereits im Vorfeld geschlagen sein dürfte, in der zu beobachtenden Weise abarbeiten, sind derzeit im veröffentlichten Raum, in dem es selbstverständlich auch eine untergeordnete Minderheit von Trump-Befürwortern gibt, außer Rand und Band. Diese Massen sind enthemmt. Und das liegt an der gefühlten Legitimation. Schließlich verhielte es sich doch so, dass man den einzigen Gegenkandidaten zu Clinton, dessen Existenz die Wahl erst zu einer demokratischen Wahl macht, in Namen der Demokratie fertig zu machen hätte, ihn samt seiner unbelehrbaren Wähler, die man ohnehin für die Demokratie abschreiben müsse.

Das Gefährliche an diesem Phänomen, das sich hier in geradezu prachtvoller Form exemplarisch zeigt, liegt darin, dass nicht mehr der demokratische Wettstreit geführt wird und auch nicht mehr gewollt ist. Der Wettstreit wird durch das überlegene Wissen, hier der Clinton-Supporters, ersetzt und dabei passiert eine weitere demokratische Katastrophe. Clinton mit all ihren persönlichen und sachlichen Unzulänglichkeiten und Skandalen avanciert zur personifizierten Heldin und Kämpferin und Alleswisserin und Alleskönnerin gegen das Böse und für das Gute.

Es ist richtig, dass Donald Trump sich nie mainstreamkompatibel verhalten hat und so den Hass seiner Gegner auf sich gezogen hat. Und es ist richtig, dass Trump sich in die Enge treiben hat lassen und darauf nicht souverän reagiert hat. Allerdings, wieviel Souveränität müsste ein Mensch erbringen, wenn er sich gegen das Dauertrommelfeuer seiner paranoiden Gegner, und so muss man die Masse seiner Gegner leider bezeichnen, immun zeigen soll?

Die Maßlosigkeit des Trump-Bashing ist eine Gefahr, weil alle westlichen Gesellschaften, immer wieder und verstärkt in diese Falle treten und sich darin genussvoll suhlen. Die Macht der Medien potenziert sich selbst und jede Verhältnismäßigkeit ist chancenlos.

Die Medien können mit sich selbst nicht mehr umgehen. Auch in den Medien selber findet, statt Wettstreit in der Sache und Fairness und Umsicht im Umgang mit beiden Kandidaten und mit den Fakten, eine katastrophale Brutalisierung gegenüber abweichenden Stimmen statt. Und da ist es wieder, das Phänomen der entfesselnden Gewissheit der Masse. Es ist eine Krankheit des Westens, dass sich die Gesellschaft stoßgebetartig immer wieder in derartigen Hyperventilationen verliert.

Trump-Bashing ersetzt Politik

Eigentlich geht es um Politik. Um große und weichenstellende Weltpolitik, die im Weißen Haus gemacht werden soll. Aber die Trump-Basher schießen soweit über das Ziel hinaus und dies in einer so hysterischen und oft eben auch verwerflichen Art und Weise, dass sie der Politik insgesamt schaden und den Gegnern des freien und demokratisch verfassten Westens zuarbeiten. Trump-Bashing ist kein Ersatz für Politik und auch keine Qualifikation der verbleibenden Kandidatin Clinton.

Sexismus – VORSICHT: Glosse

Donald Trump war in der Silvesternacht 2015/2016 nicht auf dem Kölner Domplatz. Das darf…

Trumps punktgenau im Endspurt des US-Wahlkampfes ruchbar gewordene Peinlichkeiten in Gestalt von männlichen Prahlereien, sind in Ansehung der realen Welt und der hoffentlich realen und realistischen Weltpolitik des Weißen Hauses Peanuts und weniger als das. Wenn Hillary nur deswegen die weniger schlechte Wahl sein soll, weil sie keine Prahlereien über Sex losgelassen hätte oder sich dabei jedenfalls offenbar nicht abschöpfen ließ, dann wäre das etwas zu wenig für die Besetzung der Position des mächtigsten Politikers der Welt mit einer Hillary Clinton, die für die Verschärfung der Weltkrisen seit Jahrzehnten wesentlich mitverantwortlich ist. Zuletzt als Obamas Außenministerin.

Die Trump-Verhinderung, die eigentlich gar nicht mehr auf der Tagesordnung steht, da Clinton uneinholbar vor Trump führt, ist längst zu einem Alibi geworden und zwar für Menschen, die endlich mal die Sau rauslassen wollen. Obwohl man es nun millionenfach gehört hat, wie schlimm, lächerlich, dumm, gefährlich usw. Trump sei, müssen sich offenbar unendlich viele Menschen, privat, öffentlich, semiöffentlich permanent auskotzen und über das Trump-Bashing sich selber betäuben, um so die Weltkrisen verdrängen zu können.

Amerika fährt einen eskalierenden Kurs gegenüber Russland und Russland fährt einen eskalierenden Kurs gegenüber Amerika. Das sind zwei Atommächte und keine Spielbabys. Die dubiose Politik des Westens gegenüber dem IS, flankiert von einer dubiosen Politik der Türkei, die sich immer weiter vom Westen entfernt, gegenüber dem IS – das sind zum Beispiel, wenn man einmal den Syrienkonflikt herausgreift, Fragen, die eine bereits Mitverantwortung tragende Hillary Clinton beantworten müsste. Clinton kommt viel zu billig davon, wenn sie ihre Politik nicht substanziell erklären muss, sondern es ihrerseits bei einem Trump-Bashing belassen kann.

Michelle Obama hielt eine gefährliche Propagandarede

Die öffentliche Wahrnehmung der wechselseitigen Angriffe der beiden Lager ist gestört. Die Gewissheit der Öffentlichkeit, dass Trump falsch wäre, was noch hingehen mag, aber dass Clinton richtig wäre, was definitiv nicht hingeht, ist extrem über alle Grenzen hinaus gewachsen. Und es ist eine gefährliche Gewissheit. Und diese Hysterie ist ein gefährliches Symptom falscher gesellschaftlicher Entwicklung. Falsche Gewissheiten sind demokratiefeindlich, sind logikfeindlich und diskursfeindlich und sie werden oft menschenverachtend eingesetzt, nachdem Motto, wer das und jenes sagt oder einmal gesagt hat, wird vom Diskurs von vorne herein ausgeschlossen.

Die extreme Fokussierung auf den Mitschnitt eines „Kabinengespräches“ vor 11 Jahren und die jetzt plötzlich wach geküssten Erinnerungen einiger Zeuginnen als Trump-Opfer, die die Unschuldsvermutung zu Gunsten Trumps mit ihren Aussagen nicht beseitigen können, und die gleichzeitige Ausklammerung der vielen Skandale der Billarys geht über jedes Maß hinaus. Der öffentliche Diskurs ist zum Stammtisch verkommen.

Michelle Obama hat eine primitive Propagandarede gehalten, der die politisch korrekten Massen frenetisch applaudieren und die sie für genial erklären. Sie sagte einfach, stellvertretend für alle Frauen, dass sie sich als Frau angegriffen und verletzt fühlte und dass Clinton richtig wäre und Trump falsch wäre, weil seine peinlichen Prahlereien die Rechte der Frauen mißachteten und sich die Qualität einer Gesellschaft an deren Umgang mit ihren Frauen entschiede.

Abgesehen davon, dass das per sei ein geschwurbelter, aufgeblasener Blödsinn ist, weil qualitativ verkürzend und verfälschend, ist das, was Frau Obama zum Besten gab, auch an der Realität vorbei geschossen. Es ist die Obama-Administration, die sich feige und fälschlich hinter dem Begriff des Kompromisses versteckt und in allen Teilen der Welt, in denen Frauen entrechtet oder gar versklavt leben, mindestens passiv, wenn nicht gar die falschen Verhältnisse stabilisierend, politisch verhält.

So hat Frau Obama unterschwellig das als Botschaft lanciert, worauf ein Volker Zastrow in der FAS vom letzten Sonntag exemplarisch hereinfiel: Trump sei falsch, Clinton richtig. Und das gefühlte Ergebnis der Michelle-Obama-Rede: Trump ist in Sachen Frauen und damit Menschenrechten eigentlich schlimmer als der IS, jedenfalls schlimmer als all die Gesellschaften, in denen die Frauenentrechtung und oft Mißhandlung ganz unaufgeregt Tagesgeschäft ist.

Eine gefährliche deutsche Politikerin namens Claudia Roth, die von „Sonne, Mond und Sternen“ kommt, hat vorgeschlagen Trump am Souverän und an der Verfassung vorbei aus einem Recht sui generis aus dem Rennen herauszunehmen. Sonst will sie Deutschland abschaffen, auch am Souverän und an der Verfassung vorbei. Auch das ein exemplarisches Beispiel dafür, wie weit der politisch korrekte Mainstream aus der Bahn geworfen ist. „Aus dem Rennen nehmen“ könnte man die besagte deutsche Politikerin. Die nominierten Kandidaten Clinton und Trump muss man nehmen, wie sie sind. Man kann sie wählen oder abwählen. Aus dem Rennen nehmen kann man sie nicht.

Das böse Gesellschaftsspiel des Herausnehmens, Abschaltens, Ausladens

Das Herausnehmen, das Abschalten, das Ausladen, das Unterdrücken anderer Meinungen ist seit den siebziger Jahren zu einem bösen Gesellschaftsspiel der westlichen Demokratien geworden. Und das keineswegs seit Donald Trump.

Schon die die sogenannte Stoppt-Strauß-Kampagne 1980 war ein erstes frühes, extrem krasses Beispiel für Meinungs-und Erkenntnisverhinderung im Wahlkampf und das im Namen der Demokratie und der Aufklärung. Schon damals pervertierte der sogenannte Lagerkampf ein Beispiel in eine massenhafte Dämonisierung von Strauß durch sehr viele Leitmedien, aber auch Künstler, Politiker, Kulturleute und die Masse der Menschen usw.

Alle waren sich in der Gewissheit einig, dass es eine moralische Pflicht gewesen wäre, Strauß um jeden Preis zu verhindern. Auch damals gab es schon die Nummer, dass Strauß, der gar keinen Zugriff auf Atomwaffen hatte, sofort einen nuklearen Krieg entfachen würde.

Inzwischen haben die hysterischen 68er ihren Frieden mit Franz Josef Strauß gemacht und finden ihn sogar teilweise gut. Aber die Bundestagswahl 1980 wäre vielleicht für Franz Josef Strauß ausgegangen, der trotz der krassen Hetze ad personam seine Union damals mit gut 44 Prozent zur stärksten Partei machte.

Wie fast alle gesellschaftlichen Phänomene kommt auch die politische Korrektheit aus Amerika. Es ist kein Zufall, dass das Phänomen mit dem englischen Wort „Mainstream“ bezeichnet wird. So ist die Echtzeitstudie der Massenhysterie, in die der amerikanische Wahlkampf abgeglitten ist, ein Modell für den Bundestagswahlkampf 2017.

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