Georg Lukács: über die ideologische Kapitulation der Kunst vor dem Kapitalismus

„Die ideologische Kapitulation vor der Ungunst des Kapitalismus für die Kunst spiegelt sich wider als Nihilismus gegenüber der Genrefrage: das Chaos des Lebens in den Oberflächenerscheinungen des Kapitalismus, die Fetischisierung der menschlichen Beziehungen, das Verlorengehen des bestimmenden Einflusses der gesellschaftlichen Rezeptivität auf die Formen der Produktion – gegen alle diese Tendenzen führt die Mehrzahl der modernen Schriftsteller keinen Kampf mehr, sondern nimmt sie (eventuell zähneknirschend) so hin, wie sie sich ihr unmittelbar geben. Ja, manche betrachen sogar neue Erscheinungsweisen der gesteigerten Unmenschlichkeit des kapitalistischen Lebens als „originelle Reize“, die zur Grundlage einer „radikal neuen“ Kunst dienen können. Damit steigern sie, teils bewußt, teils unbewußt, die weitere auflösung der literarischen Formen, die Verwischung der Genres.“[1]

[1] Lukács, G. (1948). Essays über Realismus. Berlin, Deutschland: Aufbau. S.244

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