Aller guten Dinge sind drei: Merkels Eroberung des Lebensraums

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Merkel, das gelöste Rätsel

 

Das Rätsel ist gelöst. Seit Monaten, genauer: seit dem 4. September letzten Jahres, als Angela Merkel die deutschen Grenzschützer anwies, alle hereinzulassen, die Einlass begehrten, wird darüber spekuliert, was die Kanzlerin zu dieser Entscheidung bewogen hat. War es das Gefühl des Mitleids für die Schutzsuchenden, ein sehr christlicher Impuls?

Was es ein Ausrutscher wie der von Günter Schabowski vor 27 Jahren, der zum Fall der Berliner Mauer führte? War es die nachgeholte mütterliche Geste einer kinderlosen Frau?  Inzwischen wissen wir es. Es war weder das eine noch das andere. Es war reines Kalkül.

Letzte Woche fand in Berlin zum 19. Mal das „Europa-Forum“ des WDR statt, in sehr prominenter Besetzung.

Mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Juncker, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, Schulz, und dem Präsidenten des Europäischen Rates, Tusk. In dieser Runde derjenigen, die in Europa das Sagen haben, durfte auch die Kanzlerin nicht fehlen.

Sie hielt einen halbstündigen Monolog, der nur von Fragen ihrer Stichwortgeber, dem Intendanten des WDR, Tom Buhrow, und dem Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft, Roger de Weck, unterbrochen wurde. Dabei sagte die Kanzlerin unter anderem einen seltsamen Satz: „Mit 80 Millionen kommen Sie auch nicht besonders weit in dieser Welt.“ Sie meinte damit nicht 80 Millionen Euro. Franken oder Dollar, sie meinte 80 Millionen Deutsche. Wenn die sich aber mit den anderen Europäern „auf eine gemeinsame Position einigen“ würden, dann wäre das „immerhin doch eine schlagkräftige Truppe“, die sich „in einer globalen Welt“ behaupten könnte.

So ähnlich hat es Kaiser Wilhelm II vor 116 Jahren formuliert, als er in Bremerhaven ein deutsches Expe-ditionskorps verabschiedete, das die Boxeraufstände in China niederschlagen sollte. Nie wieder sollte es ein Chinese wagen, „einen Deutschen auch nur scheel anzusehen!“

Damals galt es, den verloren gegangenen Respekt gegenüber Deutschland wiederherzustellen, heute soll die EU unter deutscher Führung zu einer „schlagkräftigen Truppe“ ausgebaut werden. Weil wir aber nur 80 Millionen sind, brauchen wir Zuwanderung.

Das ist der neue deutsche Kolonialismus a la Merkel.

Zuerst erschienen in der Züricher Weltwoche 

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Alles hört auf ihr Kommando!

Thomas Rietzschel / 15.05.2016

Angela Merkel greift nach dem Stab des Generalfeldmarschalls. In der abgelaufenen Woche, am 12. Mai 2016, auf den Tag genau 91 Jahre nachdem Paul von Hindenburg, Chef der Obersten Heeresleitung im Ersten Weltkrieg, als Reichspräsident der Weimarer Republik vereidigt wurde, erklärte sie beim 19. Europaforum des WDR in Berlin, dass mit dem kleinen Häuflein der Deutschen strategisch nicht viel anzufangen sei. Wörtlich sagte die Bundeskanzlerin, „Mit 80 Millionen kommen Sie auch nicht besonders weit in dieser Welt.“ Gelänge es aber mit allen „Europäerinnen und Europäern“ etwa „500 Millionen Menschen“ zu rekrutieren, wäre das „immerhin doch eine schlagkräftige Truppe“. Stark genug, um mit den restlichen 6,5 Milliarden der Weltbevölkerung fertig zu werden.

Was, ja was um Himmelswillen geht im Kopf dieser Frau vor? Es läuft einem kalt den Rücken hinunter. Man muss wahrlich kein studierter Psychoanalytiker sein, keine Zeile von Sigmund Freud gelesen haben, um aus der martialischen Wortwahl auf die expansiven Ziele Angela Merkels zu schließen. Ihr Machtanspruch ist im wahrsten des Wortres „grenzenlos“; in ihrem Oberstübchen hat der 3. Weltkrieg längst begonnen. Ihre „Erbfeinde“ hat sie in Asien und vor allem in Amerika ausgemacht. Die Globalisierung ist für sie kein Prozess fortschreitender weltwirtschaftlicher Vernetzung zum allseitigen Nutzen, sondern ein gnadenloser Verdrängungskampf.

Der Weltmarkt mutiert so unversehens zum Schlachtfeld der Zukunft. Wir brauchen die wirtschaftliche Entwicklung nicht, um selbst besser leben zu können, sondern um besser als die anderen zu sein. Es geht um den eigenen, den weltpolitischen Führungsanspruch. Und wie vorzeiten soll es die Masse entscheiden. Kein Wort verlor Angela Merkel über die Notwendigkeit, den wissenschaftlich technischen Fortschritt zu beschleunigen, Rückstände durch Kreativität und und Förderung der Bildung aufzuholen. Vielmehr verlangte sie den Aufbau eines 500-Million-Heeres.

Steinmeier lässt grüßen!

Unter dem Deckmantel Europas feiert die Hybris deutscher Politiker fröhliche Urständ. Während sie früher die Verteidigung der Nation vorschoben, wenn sie sich über andere Länder erhoben und fremde Völker unter ihre Fuchtel bekommen wollten, versuchen sie nun als Europapolitiker Weltgeltung zu erlangen. Nach wie vor müssen sie das Gefühl der eigenen Nichtigkeit mit Selbstüberhebung kompensieren. Und das Lied, das sie singen, ist das selbe geblieben: „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt.“

Um dieses Ziel zu erreichen, schrecken die leeren Tüten vor keiner Unterstellung zurück. Schon seit Jahren heißt es, „die anderen“ würden erwarten, sogar darauf drängen, dass das wirtschaftlich starke Deutschland „mehr Verantwortung in der Welt übernimmt“. Verbreitet wurde das Gerücht freilich immer von denen, die es nach diesem Einfluss verlangt. Steinmeier lässt grüßen! Sicher, auch im arabische Raum mag es Politiker geben, die Deutschland derart in die Pflicht nehmen wollen, um die Islamisierung des Westens durch eine forcierte Umsiedlung der Muslime nach Europa voranzutreiben.

Wo sonst aber sollten sich die Völker einen verstärkten Einfluss der deutschen Europaideologen auf ihre eigenen Staaten wünschen? In Polen, in Ungarn, in Österreich, Italien, Frankreich, in Lettland, Litauen, Estland, in Holland oder in Dänemark, in der Schweiz womöglich? Alle diese Länder sind kleiner als Deutschland, und alle haben sie weniger Einwohner, Österreich knappe 8,5, die Schweiz etwas mehr als acht Millionen, gerade mal gut das Doppelte von dem, was Berlin auf die Waage bringt.

Und dennoch scheint da niemand die Sorge Angela Merkels zu teilen, mit solcher Truppenstärke „nicht besonders weit in dieser Welt“ zu kommen. Im Gegenteil, die Schweiz, ehemals ein europäisches Armenhaus hinter den Bergen, zählt heute zu den wirtschaftlich stärksten Nationen überhaupt, ein Hightech-Land, das in der vordersten Reihe mit marschiert. Die Ungarn senken ihre Schuldenlast zusehends. Die Polen kommen schneller voran, als es dem deutschen Nachbarn lieb sein mag.

Mangel an Bildung und Kultur

Allesamt sind sie aber auch nicht darauf angewiesen, mangelndes Selbstbewusstsein, nationalen Stolz und Patriotismus durch politische Großspurigkeit zu ersetzen. Das scheint seit langem, sieht einmal von den kurzen Jahren der Weimarer Republik und der Aufbauphase der alten Bundesrepublik ab, das besondere Vorrecht der Deutschen, besser gesagt ihrer politischen Klasse zu sein.

Da deren Überheblichkeit nur allzuoft mit einem erschreckenden Mangel an Bildung und Kultur einherging, waren die Folgen ihrer Machtanmaßung immer wieder verheerend. Der schlichtweg stupide Kaiser Wilhelm versenkte sein Land im Ersten Weltkrieg. Was der verkrachte Kunstmaler Hitler anrichtete, bedarf keiner weiteren Kommentierung. Und manches von dem, was uns jetzt bevorsteht, angefangen von den Folgen der Energiewende und der Eurokrise über die Gefährdung der inneren Ordnung durch die arabisch-moslemische Völkerwanderung bis hin zur Auflösung der demokratisch freiheitliche Grundordnung durch den Herrschaftsanspruch überalterter Parteien, manches von alledem würde uns vermutlich erspart bleiben, wenn die Bundeskanzlerin wenigstens über ein Mindestmaß an historischer und kultureller Bildung verfügte.

Wer aber wie sie jetzt bei Berliner „Europaforum“ allen Ernstes behauptet, der Begriff der „Erbfeindschaft“ zwischen Deutschland und Frankreich sei nach dem Zweiten Weltkrieg aufgekommen, drischt bedenkenlos Phrasen, um sich nur irgendwie an der Macht zu halten. Statt auf Geist und Vernunft müssen die Möchte-Gern-Autokraten auf die pure Masse setzen, auf ein Großreich, das sich jeglicher Kontrolle durch den Bürger anzieht, weil einer den anderen ohnehin nicht mehr versteht.

Angela Merkel macht da keine Ausnahmen. Mit ihrer Propagierung des „schlagkräftigen Europa“ kompensiert sie, was ihr an Wissen, historischem Verstand und politischer Vernunft abgeht. Was darüber hinaus noch in ihrem Köpfchen vorgehen mag, wollen wir uns lieber nicht vorstellen.

Davon allerdings, dass sie sich berufen fühlt,  als Generalfeldmarschall(in) an der Spitze des europäischen 500-Millionen-Heeres zu marschieren, müssen wir wohl ausgehen.

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