Für muslimische Ankömmlinge sind Frauen ein Freiwild

Beschimpft, begrapscht, belästigt – eine Krankenpflegerin berichtet von sexuellen Übergriffen durch Asylbewerber in einem Spital.

Von Alex Reichmuth

«Möglichst schnell das Schlafmittel gespritzt.»Bild: iStock

Frau G.*, Sie haben bis vor kurzem als ­Pflegefachfrau in einem Regionalspital gearbeitet und dabei häufig mit Asylbewerbern zu tun gehabt. In welchem Rahmen war das?

Am Spital arbeitet ein Lungenspezialist. Darum kommen häufig Asylbewerber hierher, die wegen Verdachts auf Tuberkulose abgeklärt werden müssen.

Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Ein Teil dieser Asylbewerber war nett und dankbar. Andere aber waren frech oder ­beschimpften das Personal. Viele machten auch sexuelle Anspielungen. Sie sagten zum Beispiel, dass ihnen mein Körper gefalle. Einige von ihnen griffen mir an die Brüste und ans Gesäss.

In welchen Situationen gab es Übergriffe?

Bei Tuberkulose-Abklärungen sind Lungenspiegelungen nötig. Das bedingt, dass eine Kamera an einem Schlauch durch die Nase in die Lunge geführt wird. Für diesen Vorgang sind einige Vorbereitungshandlungen nötig, bei denen man den Patienten notgedrungen sehr nahe kommt. Als Pflegerin trägt man dabei einen Mundschutz und eine spezielle Schürze, um Ansteckungen zu vermeiden. Die Übergriffe geschahen meist in solchen Momenten.

Wie oft gab es solche Vorfälle?

Ich schätze, dass jeder zweite untersuchte Asylbewerber sich nicht im Griff hatte. Es machte den Eindruck, als ob manche von ihnen beim Betreten des Spitals sämtliche Hemmungen abgelegt hätten. Diese Berührungen geschahen eindeutig bewusst, nicht etwa zufällig.

Welche Gruppen von Asylbewerbern neigten zu solchem Verhalten?

Es waren fast immer junge Männer. Viele von ihnen kamen aus Eritrea oder Senegal. Abgesehen von Asylbewerbern gab es solche Vorfälle auch mit Männern aus dem Balkan, die wegen einer möglichen An­steckung in ihrer Heimat zu einer Tuberkulose-Abklärung kommen mussten.

Kommen sexuelle Übergriffe nicht auch bei Schweizer Patienten vor?

Doch, das gibt es auch – vor allem bei älteren Männern. Aber das geschieht weitaus seltener als bei Asylbewerbern.

Hat dieses Verhalten etwas mit dem reli­giösen oder kulturellen Hintergrund von Asylbewerbern zu tun?

Das kann ich nicht beurteilen. Mir schien aber, dass es ihrer Mentalität entspricht. ­Diese Männer gehen wohl allgemein so mit Frauen um und meinen, sie könnten sich auch gegenüber Pflegerinnen in dieser ­Weise aufführen.

Wie reagierten Sie, wenn jemand handgreiflich wurde?

Ich sagte deutlich «nein». Das wurde aber nicht immer respektiert. Jedenfalls bemühte ich mich jeweils, die Vorbereitungen zur Lungenspiegelung so rasch als möglich ­hinter mich zu bringen. Während der Spiegelung selber schlafen die Patienten. Ich habe ihnen also jeweils möglichst schnell das Schlafmittel gespritzt, um mich der unangenehmen Situation zu entziehen.

Machten auch andere Pflegerinnen solche Erfahrungen?

Ja. Zumindest die jungen Pflegerinnen in unserem Team waren alle von Belästigungen betroffen.

Hat man die Übergriffe im Spital thematisiert?

Nein. Wir Pflegerinnen versuchten zwar mehrfach, diese Vorfälle gegenüber den Vorgesetzten anzusprechen. Unterstützung gab es aber praktisch keine. Fast alle Vorgesetzten schauten darüber hinweg. Die Übergriffe wurden einfach unter den Teppich gekehrt.

Können Sie sich das Desinteresse erklären?

Es gab so eine Haltung, dass solche Vorkommnisse zu unserem Berufsalltag dazugehören. Womöglich spielten auch Ängste mit, als fremdenfeindlich zu gelten, wenn man diese Übergriffe offen thematisiert.

Wie haben sich diese Vorfälle ausgewirkt?

Ich wurde immer abgebrühter und verhielt mich zunehmend distanziert gegenüber solchen Patienten. Mein Bild von Asylbewerbern ist durch diese Erlebnisse sicher nicht besser geworden. Auch bekam ich den ­Eindruck, dass manche von ihren Betreuern geradezu verhätschelt wurden.

Warum?

Ich machte im Kontakt mit Asylbetreuern ­Erfahrungen, die mich irritierten. Sie erwarteten von mir etwa, dass ich Asylbewerbern, die zu einer Nachkontrolle nach einer ­Tuberkulose-Erkrankung aufgeboten waren, den Termin mit einer SMS bestätigte – von meinem Handy aus. Als ich das ablehnte, weil ich meine Handynummer sicher nicht preisgebe, schlugen sie mir vor, die Aufgebotenen jeweils zwei Stunden vor dem Termin von einem Festnetztelefon aus anzurufen, um sie zu wecken. Dabei haben ja alle ein ­eigenes Handy mit einer Weckfunktion.

* Name der Redaktion bekannt

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