Wie sagt man Streicheln, Kuscheln, Küssen und Lecken auf Arabisch?

Vor zwei Wochen stellte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Rahmen einer Fachkonferenz über das Thema „Sexuelle Gesundheit von Migrantinnen und Migranten stärken“ ein neues Webportal vor: zanzu.de.

In der dazugehörigen Presse-Mitteilung heißt es, ein „nationales und internationales“ Beratungsgremium habe das Projekt „begleitet“, es biete „anschauliche Informationen zu sexueller Gesundheit und erleichtert damit die Kommunikation über sensible Themen“. Und: „Vor allem zu uns geflüchtete Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, erhalten hier einen diskreten und direkten Zugang zu Wissen in diesem Bereich.“

Deswegen werden die anschaulichen Informationen in einem Dutzend Sprachen angeboten. Türkisch und Arabisch, Bulgarisch und Rumänisch, aber auch Englisch, Französisch, Polnisch, Holländisch und Spanisch, was nur bedeuten kann, dass es auch in diesen Ländern an einem „diskreten und direkten Zugang zu Wissen in diesem Bereich“ mangelt, weswegen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung helfend eingreifen muss.

Und damit sich der Bio-Deutsche zugunsten der Migrantinnen und Migranten nicht benachteiligt fühlt, gibt es auch eine deutschsprachige zanzu-Seite. Unter dem Stichwort „Arten von Sex“ erfährt man dort u.a., Sex beginne „häufig mit Streicheln, Kuscheln, Küssen und Lecken der anderen Person und mit der Stimulation der erogenen Zonen der anderen Person“,  das sei das „Vorspiel“. Und: „Wenn beide Partnerinnen/Partner sexuell erregt sind, möchten sie möglicherweise Geschlechtsverkehr haben.“

Möglich wäre aber auch, dass sie sich mit der Lektüre der zanzu-Seite zufrieden geben, auf der ihnen erklärt wird, worauf es beim „Vaginalverkehr“, beim „Oralsex“, beim „Analsex“ und bei der „Selbstbefriedigung“ ankommt. Fazit: „Sie können auf unterschiedliche Arten Sex haben. Nicht jeder mag Sex auf die gleiche Art. Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner darüber und einigen Sie sich gemeinsam.“ Sollte sich dabei ein Problem ergeben, „können Sie auch mit einer im Gesundheitswesen tätigen Personen sprechen“.

Solche Informationen sind extrem hilfreich. Vor allem, wenn die Empfänger aus der Schorfheide oder dem Altmühltal eingewandert sind.

Zuerst erschienen in der Züricher Weltwoche

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