Deutsche Neo-Faschisten von Links

 

Die konformistische Dauerrevolte Neuer Rechter aus der Linkspartei.

Die neue antisemitisch-kulturrassistische Rechte von links.

 

„Merkels Affront gegen Muslime“

 

von

Heinz Gess

 

 

Am 09.September 2010 wurde folgende Presseerklärung auf der offiziellen Homepage der Partei DIE LINKE veröffentlicht: „Merkels Affront gegen Muslime“. Darin bewertet Christine Buchholz, Mitglied des geschäftsführenden Parteivorstands der LINKEN, die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Preisverleihung für Kurt Westergaard als „gezielte Provokation“. Buchholz erklärt:

„Angela Merkels demonstrative Unterstützung von Westergaard ist ein Affront gegen Muslime. Sie springt damit auf den islamfeindlichen Zug von Thilo Sarrazin auf. Westergaard unterstellt mit seinen Karikaturen der islamischen Religion und damit allen Muslimen (sic!) Gewalttätigkeit. Er hat den Islam als terroristisch und reaktionär verunglimpft. Wo eine Religion oder eine Kultur pauschal verurteilt wird, hört Pressefreiheit auf und fängt Rassismus an.“

Ich werde die Presserklärung im Folgenden kritisieren mit dem Ziel, nachzuweisen, dass diese Erklärung nicht „links“ – sofern dieser Begriff überhaupt noch etwas besagt und nicht nur zu einem bloßen Etikett heruntergekommen ist -, nicht anti-rassistisch und nicht emanzipatorisch ist, sondern dass es sich hierbei um einen rechten, „konservativ-revolutionären“, anti-emanzipatorischen und (kultur-) rassistischen Text handelt, der rechten Denkformen sehr nahe steht.

Alles, was in dieser Erklärung von Christine Buchholz voll inszenierter Empörung behauptet wird, ist falsch. Es verdiente auch keine Beachtung, weil die darin erhobenen Vorwürfe schon ungezählte Male widerlegt worden sind, wäre der Text nicht als eine zumindest offiziöse Presseerklärung der Linkspartei zu werten, die den Anspruch erhebt, zu definieren, was „links“ und „rechts“, „antirassistisch“ und „rassistisch“, „demokratisch“ und „gerecht“ und „undemokratisch“ und „ungerecht“ ist. Deshalb und nur deshalb werde ich im Folgenden zur Richtigstellung darlegen, was an dieser Erklärung falsch ist und welches politische Bewusstsein sich in all dem Falschen äußert, das mit der Gewissheit verkündet wird, in der Wahrheit zu sein und den politischen Gegner Mores lehren zu müssen.

  1. Die Behauptung, dass Merkels Verteidigung der Freiheit der Schrift, Rede und Kritik ein Affront gegen alle Muslime sei, ist falsch und abwegig. Sie zeugt von einer zutiefst antidemokratischen und kulturalistisch argumentierenden rassistischen Gesinnung. Die antidemokratisch „linke“ Gesinnung bedient sich des Jargons der Demokratie, um elementare demokratische Grund- und Menschenrechte in Frage zu stellen. In diesem Fall zielt der Angriff der Linkspartei auf das Grundrecht der Freiheit der Kritik bzw. der Gedanken- und Meinungsfreiheit. Sie schließt selbstverständlich das Recht der Individuen ein, jede Religion und Weltanschauung zu kritisieren und dabei kein Blatt vor den Mund zu nehmen zu müssen. Der übliche Trick, dessen sich Buchholz dabei bedient, besteht darin, „Kulturen“ hier „der muslimischen Kultur“, oder „Religionen“, hier dem Islam, die Würde einer kollektiven Identität zu geben, die „um Gottes (Allahs) willen“ nur ja nicht als ganze (pauschal) kritisiert werden dürften, weil dann das falsche, herrschaftlich organisierte Ganze zusammenbrechen könnte und der Kritiker sich des „Identitätsmordes“ bzw. (geistigen) „Völkermordes“ oder „Kulturmordes“ schuldig gemacht hätte. Das ist extrem völkisches, rechtes Gelaber von Links. Es hört sich mit Buchholz Worten so an: „Wo eine Religion oder eine Kultur pauschal verurteilt wird, hört Pressefreiheit auf und fängt Rassismus an“.

Buchholz verkehrt die Sache damit in ihr Gegenteil. Denn umgekehrt ist es wahr: Wo eine Religion nicht mehr kritisiert und ob der von ihr legitimierten Herrschaftspraktiken mit der Waffe der Kritik verurteilt werden darf, da hört die Gedanken- und Pressefreiheit auf und da fängt der kulturalistisch argumentierende Rassismus nicht erst an, sondern ist bereits auf dem Durchmarsch zum Sieg. Denn das Diktum von Buchholz schließt die Individuen in ihre angeblich ureigene Religion bzw. Kultur ein. Sie identifiziert sie in schlechtem Identitätsdenken mit der Religion bzw der Kultur, als sei diese ihr aller Wesen und als seien sie allesamt mit der ihnen eingetrichterten Religion und aufgenötigten Kultur der Herrenmenschen identisch. Völlig unterschlagen wird von dieser Art Identitätsdenken, dass Religionen gesellschaftliche Herrschaft legitimierende Ideologien (falsches Bewusstsein im Sinne von Marx) oder selbst sogar unmittelbar Herrschaft beanspruchende Herrschaftsformen sind, wie es beim unaufgeklärten orthodoxen Islam bis heute der Fall ist, der allein die im Koran und der Scharia in den Grundzügen festgelegte gesellschaftliche Ordnung als im normativen Sinn gültige und rechtmäßige anerkennt und diesbezüglich einen unverhohlenen universalen Herrschaftsanspruch erhebt, der seine gläubige Gefolgschaft darauf verpflichtet, diese (islamische) Gesellschaftsordnung weltweit durchzusetzen. Unterschlagen wird ebenfalls, dass kaum ein Mensch trotz des mehr oder weniger harten Identitätszwanges, der auf ihn von den religiösen, kulturellen und politischen Führern bis hinein in die Familie durch ideologisch indoktrinierte Eltern ausgeübt wird, je restlos unter die jeweilige Herrschaftsform subsumiert ist, sondern nahezu alle Menschen auch mit ihr nicht-identisch sind. Das gilt zweifelsohne auch für jene Menschen, die der islamischen Herrschaftsform bzw. – kultur unterworfen und gezwungen sind, sie sich zu eigen zu machen, um unter den obwaltenden Verhältnissen zu überleben. Kaum je ein Moslem ist identisch mit dem Islam und dem, was ihm von den Vollstreckern dieser Herrschaftsform im Namen des Islam angetan, an Schmerzen zugefügt, an Versagungen zugemutet, an Spontaneität, Kreativität und sexueller Lust (etwa durch Klitorisbeschneidung) abgetötet wurde. Deshalb ist es eine Lüge zu behaupten, die radikale Kritik am Islam, der den Menschen all das antut, um sie mit ihm identisch zu machen, sei ein Affront gegen „alle Muslime“. Als ein Affront gegen Muslime können nur solche Muslime die Preisverleihung an Westergaard werten, die sich mit dem Islam und seinem Herrschaftsanspruch, der radikale Kritik am Islam in Wort und Bild ausschließt und mit dem Bannspruch, der den Kritiker für „vogelfrei“ erklärt, mit Haut und Haar identifizieren, also islamische Antidemokraten sind, die, solange sie nicht dazulernen und sich mit der aggressiven Macht, die sie schlägt, weiterhin in dieser Weise identifizieren, in den hiesigen politischen Staat nicht integrierbar sind. Diese Moslems gibt es. Sie sind zumeist Islamvollstreckungsfunktionäre. Als solche sehen sie ihre Aufgabe darin, den Islam gegen Muslime, die nicht bei der Stange bleiben, und gegen Andersdenkende, die emanzipatorische Kritik am Islam üben, unter Androhung und Ausübung von Gewalt präventiv zu verteidigen, um das „Verbrechen gegen die Menschheit“, vor dem Erdogan drohend warnte, zu verhindern – dazu später. Mit seiner Presseerklärung beeilt sich der geschäftsführende Vorstand der Partei „die Linke“ nicht zum ersten Mal, ausgerechnet diesen Leuten nach dem Munde zu reden. Wie autoritär und antidemokratisch muss der Geist sein, der in der Geschäftsführung einer Partei herrscht, wenn sie solche Islamvollstrecker, die sich als 110 prozentige mindestens geben, mit allen Moslems identifiziert. Hier ist wohl nur der Wunsch autoritärer Geister nach mächtigen Verbündeten der Vater des Gedankens.

Indes wir lassen uns nicht bange machen. Wie wissen, es sind längst nicht alle Muslime so, wie sie die Geschäftsführung der Linken sich wünscht, um das trübe Wasser der reaktionären muslimischen Revolte gegen die Freiheit und die Demokratie auf ihre Mühle leiten zu können. Die meisten (? Eher: viele oder einige. Anm.JSB) Muslime sind anders. Sie haben es satt, dass einige, niemals gewählte, selbst ernannte Islamvollstrecker und Scharfmacher hierzulande und anderswo von Politikern und der Kulturindustrie als legitime Repräsentanten „des Islam“ in Szene gesetzt werden. Schon allein deshalb ist es abwegig, die Kritik des Islam einen „Affront gegen alle Muslime“ zu nennen.

  1. Die Behauptung ist zweitens aber auch deshalb falsch, weil die politische Kritik am Islam sich gar nicht gegen Muslime wendet, sondern die Kritik der politisch-religiösen Ideologie Islam und des durch sie legitimierten Herrschaftssystems ist. Als solche ist die Kritik des Islam Kritik nicht a n Muslimen, sondern Kritik f ü r die Freiheit und das Glück der Individuen, die unter anderem auch Muslime sind. Es ist Kritik für die Befreiung jener Menschen, die sich Muslime nennen, vom Islam als einem herrischen Alp der Vergangenheit, der vergehen muss, wenn es auf Erden besser werden soll. Nur Muslime können das Werk ihrer Befreiung von der auf unmittelbarer, persönlicher, gewaltgestützter Herrschaft beruhenden islamischen Herrschaftskultur auf sei es kapitalistischer oder sei es (noch) halbfeudaler Grundlage vollbringen, und zwar dadurch, dass sie sich entweder (nur) politisch vom Islam emanzipieren, d. h. die Trennung von Religion und politischem Staat durchsetzen, der dadurch erst zu einem wirklich demokratischen Staat werden kann, der die individuellen Menschenrechte achtet, oder mehr noch dadurch, dass sie sich auch menschlich vom Islam und womöglich der Religion überhaupt emanzipieren (befreien. Anm.JSB). Ersteres bedeutet, den selbstherrlichen Islam mit seinen Herrschaftsansprüchen zum so genannten moderaten (europäischen) Islam zu transformieren in demselben Sinne wie das Christentum durch die Aufklärung zum „moderaten Christentum“ transformiert bzw zivilisiert wurde, so dass der Islam – wie das Christentum der Gegenwart – mit der demokratischen Staatsform und den allgemeinen individuellen Menschenrechten in voller Übereinstimmung steht und andere Religionen und Ungläubige nicht mehr als existenzielle Feinde des Islam bestimmt, die im Ernstfall zu vernichten seien. Letzteres liefe darauf hinaus, sich von der Religion als einem Alp der Vergangenheit, das der menschlichen Emanzipation von Herrschaft mindestens so sehr im Wege steht, wie das Kapital ihr im Wege steht, ganz und gar zu befreien. Das verlangt unter den obwaltenden Umständen ein hohes Maß an Mut und Zivilcourage. Denn sowohl die politische aber mehr noch die menschliche Emanzipation wird von den herrischen Islamvollstreckern mit harten Strafen verfolgt. Verfolgt wird auch die Kritik am Islam, die Muslime aus der Sicht selbst ernannter Islamvollstrecker dazu bewegen könnte, sich vom Islam zu emanzipieren und etwa für die noch ausstehende „Assoziation freier Produzenten“ (Marx) politisch zu streiten.

Angesichts dieser Lage, in der Muslime sich überall befinden, ist es eine revolutionäre moralische Verpflichtung für die emanzipatorische Linke, den Muslimen, die sich von der reaktionären Herrschaftsform Islam mitsamt der dazugehörigen religiös untermauerten Ideologie mit ihren antiemanzipatorischen islamischen Volksgemeinschaftsvorstellungen emanzipieren wollen, bei diesen ihren Anstrengungen zur Seite zu stehen und sie in ihrem Befreiungskampf mindestens mit der Waffe der Kritik so „pauschal“ und radikal wie nur möglich zu unterstützen. Es darf nicht länger geduldet werden, dass muslimische Politiker wie Ahmadinedschad, Khamenei, Erdogan oder andere Führer, die sich mit Haut und Haaren mit dem Islam identifizieren, die Emanzipation ehemaliger Muslime vom Islam ein Verbrechen gegen die Menschheit schimpfen können, das nach islamischer Rechtauffassung die Fatwa oder härteste Bestrafung zur Folge hat, ohne dass irgendeinem deutschen Politiker der ungeheure Vorgang auch nur auffällt. Jene Rest-noch-linke, aus denen noch nicht aller revolutionär- emanzipatorische Geist geschwunden ist, hätten den unerhörten Vorgang sogleich öffentlich zu skandalisieren und zum Schutz jener Muslime, die die Ketten der reaktionären gesellschaftlichen Macht abwerfen wollen, gegen solche autoritären Machthaber und ihren dreisten Übergriff auf die individuellen allgemeinen Menschenrechte türkisch- oder arabischstämmiger Deutscher zu demonstrieren. Sie hätte mit Nachdruck ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, dass nicht die Emanzipation vom Islam in Form der politischen Integration ein Verbrechen gegen die Menschheit ist, sondern dass es umgekehrt ein Verbrechen ist, die Emanzipation vom Islam und jeder anderen Religion als „Verbrechen“ verbieten zu wollen und mit diesem Diktum die Angst vor der Freiheit zu schüren. Sie hätte ferner gegen den herrschenden Konsens hierzulande herauszustellen: Nicht der Akt der Emanzipation vom Islam sowie jeder anderen Religion, also die durch die Tat vollzogene radikale und pauschale Kritik, ist „Rassismus“, sondern es ist umgekehrt Rassismus, die radikale Kritik am (muslimischen) Identitätszwang, und die Tat der Emanzipation, also die durch die Tat vollzogene radikale Kritik, als „Rassismus“ zu beschimpfen und damit den Angriff solcher Machthaber wie Erdogan und Ahmadinedschad und der ihm gleich gesinnten islamischen Führer auf die Freiheit zu unterstützen.

Das Gegenteil geschieht jedoch, wenn die Geschäftsführung der „Linken“ mit den Wölfen des Kulturrassismus heult. Sie heult in trauter Harmonie mit der hiesigen Kulturindustrie das garstige Lied der Vollstrecker der imperativen Bewegung des Kapitals, die sich mit den Herren der Energiequellen und Absatzmärkte um jeden erdenklichen Preis, auch um den der Demokratie, gut stellen wollen, damit nur die Akkumulation weitergehen kann.

  1. Ebenfalls falsch ist Behauptung, die Karikaturen unterstellten der islamischen Religion und „d a m i t allen M u s l i m e n“ Gewalttätigkeit. Denn erstens wird auch in diesem Satz erneut wieder der Islam gedankenlos mit „allen Muslimen“ gleichgesetzt, als seien diese mit der islamischen Herrschaftsform identisch und nicht auch davon verschieden. Selbst also wenn der Koran und die Hadhiten zur Gewalttätigkeit gegen Christen und insbesondere Juden aufrufen, ja sogar zu deren Ermordung, wenn sie sich der Herrschaft des Islam nicht unterwerfen und „freiwillig“ ihre Abgaben zahlen, was in der Tat unbestreitbar so ist, müssen nicht alle Muslime das auch zwangsläufig für richtig halten, und werden es sehr viele Muslime auch nicht tun, und zwar je aufgeklärter und emanzipierter sie sind, und je weniger sie darum von der Presseerklärung des geschäftsführenden Vorstandes der Linken halten. Zweitens wird in diesem Satz der Presseerklärung völlig von der konkreten historischen Situation abstrahiert, auf die sich die dänischen Karikaturen bezogen und die sie veranlassten. Die Situation bestand seinerzeit aus dem von fanatischen Al Kaida- Moslems verübten Anschlag auf die Twin Towers in New York am 11. 09. mit 3000 Toten und noch mehr Schwerverletzten und den dazu abgegebenen Erklärungen von Bin Laden bzw. Al Kaida zur Rechtfertigung des Anschlags. Alle diesbezüglichen Erklärungen rechtfertigten den Anschlag mit der Berufung auf den Koran als Bestandteil des islamischen Djihad gegen Juden und Christen. Der Anschlag wurde damit klar und deutlich als islamischer Djihad erklärt und der Auftrag zur Durchführung der vernichtungsantisemitischen „heiligen Kriegstat“ auf den Koran selbst zurückgeführt. Das will hierzulande zwar kaum jemand, erst recht niemand aus dem politischen und wirtschaftlichen Establishment wahrhaben, weil es auszusprechen dem Geschäftsinteresse schadet, und es wird mittlerweile selbst in den USA aus Gründen des Geschäfts mit dem Islamkapital verdrängt, das ohne „Toleranz“ nicht eingegangen werden kann. Wahr bleibt es aber trotz alledem. Diese negative Wahrheit zur rechten Zeit ins Bild gerückt zu haben und von der Wahrheit nicht abzulassen, ist dasVerdienst Westergaards, für das geehrt zu werden er seit langem verdient. Dagegen ist es eine Schande für den Westen, dass seine Ehrung so spät erfolgte und eine moralische Devotion sondergleichen, dass seine Ehrung in den USA dort bisher ausblieb und vermutlich auf lange Zeit ausbleiben wird. Von der Schande der Islamvollstreckungsfunktionäre, die die Ehrung Westergaards neu wieder zum Anlass nehmen, sich zu empören und Respekt vor dem Islam einzufordern, sowie von den in Scheinrevolten sich betätigenden Konformisten der Linken, die sich als subalterne deutsche Unterstützungstruppe für den heiligen Krieg gegen Juden und Christen zur Verfügung stellt, will ich ganz schweigen. Sie geben mit ihren Stellungnahmen nur zu erkennen, dass auch der Massenmord vom 11. 09. und seine aus dem Koran abgeleitete antisemitische Begründung sie zu keinem Umdenken bewogen hat, sondern dass sie bedenkenlos in den Blutspuren ihrer Väter und Vorväter weiter marschieren werden, als sei nie etwas gewesen und seien sie immerdar im (Völker-)Recht.

Zum Nachweis der Richtigkeit meiner Feststellungen hinsichtlich der historischen Situation, auf die sich die dänischen Karikaturen bezogen und Motivation für den Massenmord an „Juden und Christen“, dem freilich ungewollt auch Muslime zum Opfer fielen, füge ich als Dokumente die Videos über Bin Laden Botschaften zum 11.09.hinzu.

 

Videos zu Bin Laden Messages

Osama Bin Laden Message To Europe

5 Min. • 25. Sept. 2009

Hochgeladen von jihady007

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  1. Falsch ist schließlich auch die Behauptung, Westergaard habe den Islam als reaktionär verunglimpft. Es ist empirisch zutreffend, dass der Islam überall auf der Welt, wo er die Herrschaft innehat, antidemokratisch und reaktionär ist und das Heil der Welt im mythischen Urislam der Vergangenheit sucht, den es nie gegeben hat. Dies festzustellen kann also deshalb keine „Verunglimpfung“ sein. Aber Westergaard hat noch nicht einmal eine solche Feststellung getroffen, sondern er hat seinerzeit Karikaturen ohne Textbeilage veröffentlicht. Die Kritik von Buchholz kann sich in diesem Punkte also lediglich gegen ihre Interpretation der Karikaturen von Westergard richten, indes diese ihre Interpretation keineswegs zwingend ist. Denn so gewiss der Islam in der gegenwärtig vorherrschenden Form eine reaktionäre politische Ideologie ist, die sich antikapitalistisch geben kann, weil die Herren des Islam und seine Vollstrecker der gläubigen Gefolgschaft weismachten, den ungeheuren abstrakten Reichtum, den die islamischen Herren der Ölrente verdanken, lasse Gott Allah aus dem Wüstenboden sprudeln, der ihr Ureigentum sei, so gewiss hält sich der konservative islamische Revolutionär und Massenmörder Bin Laden für einen Revolutionär, der der Welt das Heil bringt, nicht aber für einen politischen Reaktionär. Ist der von ihm organisierte und verantwortete Massenmord in New York also eine reaktionäre Aktion? Die Karikaturen beantworten diese Frage nicht. Hat Buchholz also in der Presseerklärung nicht nur ausgeplaudert, was sie selbst insgeheim darüber denkt, es aber sogleich, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, in das Objekt ihrer Feindschaft projiziert, um sich von jedem Verdacht rein zu waschen, auch ihr seien schon solche Gedanken gekommen?

Aber nicht nur in dieser Hinsicht projiziert Buchholz falsch. Auch der Rassismus, den sie bei politischen Kritikern des Islam, darunter Westergaard, in monotoner Einfalt immer neu wieder wahrnimmt, ist kaum mehr als eine blinde, gegen die Erfahrung des wirklichen Anderen abgeschottete Projektion ihrer eigenen rassistischen und herrschaftsfixierten Weltsicht auf eben diese anderen, während sie ihren kulturalistischen Rassismus vermutlich für „Respekt vor islamischer Kultur“ und eine Form der linken Toleranz hält. Haltlose Projektionen des Wahrnehmenden erkennt man vor allem daran, ob der Wahrnehmende überhaupt in Fühlungnahme mit dem Objekt seiner Wahrnehmung tritt, d. h. ob er sich darauf einlässt, seine Argumente aufnimmt und ernsthaft erwägt, etwas von ihm zurück empfängt oder ob all das — mehr oder weniger — nicht der Fall ist. In dieser Hinsicht aber steht die Presserklärung des geschäftsführenden Vorstands der Linkspartei auf einem kaum noch zu unterbietenden Tiefpunkt. Nicht auf ein einziges Argument von Frau Merkel oder von Westergaard geht sie auch nur ansatzweise ein. Auch sind die vielen guten Argumente, die die emanzipatorische Islam- und Religionskritik bislang vorgetragen hat, offenbar völlig an ihr vorbeigegangen. Die Erklärung geht jedenfalls mit keinem einzigen Wort auf irgendein Argument ein. Vermutlich hat ihre Verfasserin niemals auch nur eine Islamkritik gründlich gelesen. Es ist auch nicht erkennbar, dass sie sich mit dem Schrifttum des Islam je gründlich auseinandergesetzt hat, und doch weiß sie Bescheid. So ist dann auch die Erklärung beschaffen: Ein Schlagwort folgt dem anderen. Es sind im Wortsinne Schlag-Worte; Worte, die Schläge sind und es auch sein sollen. So spricht die Macht, die sich in der Gewissheit wiegt dass ihre Definitionen gesellschaftlich gelten, unabhängig davon, ob sie wahr oder falsch sind, ob sie den abgeurteilten Individuen Gerechtigkeit widerfahren lassen oder nicht. So sprechen auch Menschen, die sich mit der Macht, die von oben herab verfügt, restlos identifizieren. So sprechen übrigens auch Islamvollstrecker, und so sprachen auch andere Vollstrecker. Sie alle wissen und wussten stets schon ohne Fühlungnahme mit der zu beurteilenden Sache und abzuurteilenden Personen Bescheid und vollstreckten ihr Urteil „per definitionem“. Vielleicht ist auch das ein Grund für die eilfertige Schützenhilfe, die „die Linke“ aus dem geschäftsführenden Vorstand den Islamfunktionären angedeihen lässt, die die Freiheit der Kritik zwar eifrig verteidigen, wenn die Kritik sich gegen ihre „existenziellen Feinde“ richtet, aber sie vehement bekämpfen, wenn sie sich gegen die religiöse Partei richtet, die immer Recht hat, weil sie vor jeder Erfahrung in der Wahrheit steht.

 

  1. Immerzu setzt die „friedenspolitische“ Sprecherin der Linkspartei Buchholz in der von ihr verfassten Presserklärung den Islam mit „allen Muslimen“ gleich. Sie insinuiert damit, wie ich oben schon sagte, dass allen Menschen, die unter islamischer Herrschaft leben, „der Islam“ oder „die islamische Kultur“ zur zweiten, von ihnen untrennbaren Natur geworden sei, und als verlange die aufgeklärte bürgerliche Toleranz, diese dadurch gegebene besondere kulturelle Identität der Menschen kritiklos zu respektieren. Das alles ist falsch. In Wahrheit liegt hier ein Fall von falschem, begriffsfetischistischen Identitätsdenken vor. Es läuft sehr leicht in die Falle des kulturrelativistisch argumentierenden Rassismus, der mit dem alten biologisch argumentierenden Rassismus gemeinsam hat, dass er die Nichtidentität der Einzelnen mit dem Großkollektiv, dem sie angehören, der „Rasse“, dem „Ur-Volk“, „der Kultur“, die im kulturalistischen Rassismus das funktionale Äquivalent für „die Rasse“ ist, negiert und die „Kultur“ (nicht die Rasse) zur Rechtfertigung von Segregation, wechselseitiger Ausschließung und Liquidierung der individuellen Nichtidentität umfunktioniert. Das geschieht dadurch, dass er die Kultur zu einer Art„Natur“ umfunktioniert, die, wie im alten Rassismus das biologische Argumentationsmuster, die Quasinaturalisierung menschlicher Verhaltensweisen und gesellschaftlicher Verhältnisse ermöglicht. Die Anrufung der Kultur oder Religion wird so zum Modus, Individuen und Gruppen a priori in eine Ursprungsgeschichte einzuschließen, die sie unveränderlich und unaufhebbar durch ihren (gemeinsamen) mythischen Ursprung bestimmt sein lässt. Das deutsche Christentum, wie es von Fichte erfunden wurde, ist das erste und bleibende Paradigma für diese Art kulturrassistischen Denkens.1[i]; 2[ii]

 

  1. Erdogan kann als exemplarisches Modell für diese Form des Rassismus stehen, der bei ihm die Form islamisch-kulturalistischen Rassismus annimmt. Ersetzt man „deutsch“ durch „türkisch“ und „Christentum“ durch „Islam“, so dass aus „Deutschem Christentum“ „Türkischer Islam“ bzw. aus „christlichem Deutschtum (Germanentum)“ „islamisches Türkentum“ wird, so gewinnt man sogleich eine Vorstellung davon, worum es Erdogan geht, wenn er die politische Integration, die bei ihm zur „Assimilation“ wird, zum „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“3[iii] erklärt. Denn zu einer solchen Setzung kann nur kommen, wer davon ausgeht, dass der türkische Islam das authentische Wesen oder wahre Sein eines jeden türkischstämmigen Menschen ist und er dieses sein Wesen, seine authentische Identität, die der unverzichtbare Kern seines Menscheins ist, ein für allemal verliert, wenn er sich assimiliert. Er hat dieser Denkweise zufolge dann sein Wesen verraten und preisgegeben, wurzelt nicht mehr in seinen ,kollektiven Archetypen‘ und seiner Erde, ist darum kein authentischer Mensch mehr, nicht mehr „eigentlich“. Vielmehr ist er infolge des ,Verlustes seines authentischen Wesens‘ eher schon auf dem Weg, zum vereinzelten einzelnen Bestandteil jener „Gegenrasse“ zu werden, die ohne Bindung zum Ursprung ihr Leben fristet, indem sie sich den Urvölkern assimiliert und sie dadurch von innen zersetzt. Eben deshalb begeht er aus der Sicht des islamischen Ursprungsideologen ja auch ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Das eben ist völkisches Denken oder kulturalistischer Rassismus par exellence, verschwiegen ist in ihm der Antisemitismus anwesend. Denn es ist ja der immer wiederkehrende antisemitische Standardvorwurf gegen das Judentum, dass es erstens keine eigenständige ursprüngliche Kultur und Religion habe, in der es „wurzelt“ wie die anderen „authentischen Völker“, und Juden darum nur als sich assimilierende, stets wandelnde Parasiten in ihren Wirtsvölkern leben können; dass sie ferner auf Grund dieses ihres wesentlichen Defizits von Grund auf nicht in der Lage seien, einen „organischen Volksstaat“ zu errichten.

Wäre das politische Establishment auch nur im Entferntesten so „geläutert“, wie es sich in seiner Propaganda für Deutschland, für das es sich selbst hält, darstellt, hätte es wirklich erinnert und durchgearbeitet, was der vernichtungsantisemitische Nationalsozialismus war und wie der in Deutschland seinerzeit vorherrschende kulturelle Code beschaffen war, der die nationalsozialistische Bewegung mitsamt dem Antisemitismus als dem Kern der Nazi-Ideologie in der Krise des Kapitalismus in kurzer Zeit zur Massenbewegung werden ließ, ein Protestschrei gegen den Führer des islamisch-völkischen Türkentums hätte durchs Land gehen müssen. Doch nichts dergleichen geschah und geschieht. Es ist als weigere man sich, das Offensichtliche zu sehen, nämlich dass wie zuvor schon im Iran, nun auch in der Türkei aber dort im täuschenden Jargon der Demokratie, den die EU erwartet, die islamische Version eben jener deutschen Ideologie, die seinerzeit die psychischen Dispositionen zum millionenfachen Massenmord an den Juden hervorgebracht hatte und ohne die die nationalsozialistische Massenbewegung nicht in so kurzer Zeit Herz und Hirn der Deutschen hätte ergreifen können, sich neu wieder anschickt, zum Kultur bestimmenden (notwendig falschen) Bewusstsein zu werden. Stattdessen kuscht die Bundeskanzlerin vor den Rackets der deutschen Ideologie in der Türkei und versichert, „Deutschland verstehe unter Integration keine erzwungene Assimilation oder das Leugnen der eigenen Wurzeln“4[iv]. Sie unterstellt dem türkischem Ministerpräsidenten und seiner Gefolgschaft, er habe „Deutschland“ wie Adorno seinerzeit vor dem im negativen Sinn gleichmacherischen Assimilationszwang gewarnt und sich für die Beachtung der Grundrechte der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland stark gemacht, bedankt sich eilfertig und versichert, die Bundesrepublik werde die Warnung beachten und sei mit dem Führer des Türkentums einer Meinung. Tatsächlich aber ist die Meinung, die die Bundeskanzlerin dem Ministerpräsidenten der Türkei unterstellt, eine bloße, falsche Projektion. Sie projiziert in ihn ihren eigenen liberalen, demokratischen Begriff von Integration im Unterschied zur Assimilation, um dann der falschen Projektion in dieser entfremdeten Gestalt zuzustimmen und so dem politischen Konflikt, der unumgänglich wäre, würde sie korrekt wahrnehmen, was Erdogan wirklich meint und beabsichtigt und sie wirklich die Verteidigerin der Freiheit, als die sie sich mit der viel zu späten Ehrung Westergaards inszeniert, im Interesse der angeblichen Staaträson aus dem Wege zu gehen. In Wirklichkeit hat Erdogan etwas völlig anderes gesagt als Merkel ihm unterstellt. Er hat nicht die Deutschen vor Zwangsassimilation von türkischstämmigen Deutschen oder Inländern gewarnt, sondern den türkischstämmigen Deutschen ausdrücklich v e r b o t e n, sich an die hiesige Gesellschaftsform und demokratische Republik zu assimilieren, wobei er „Assimilation“ im Sinn der Ideologie des islamisch-völkischen Türkentums und eben gerade nicht so wie A. Merkel versteht. Dieses sein Verständnis von „Assimilation“ schließt aber die politische Integration im Sinne des hiesigen demokratischen Verständnisses aus. Insbesondere schließt sie die dafür erforderliche politische Emanzipation von der Religion aus, weil durch sie der Islam zur Privatsache von Bourgeois‘ gemacht würde, von der die Muslime wie alle anderen Bürger als Citoyen, als die sie für die Regelung der allgemeinen, alle Bürger betreffenden Angelegenheiten zuständig sind, im politischen Raum des öffentlichen Diskurses durch die Tat abstrahieren, weil ihre Argumente, mit denen sie zur Entscheidungsfindung in öffentlichen Angelegenheiten beitragen, jedermann unabhängig von seiner Religion, Volks- und seiner Geschlechtszugehörigkeit zugänglich sein müssen, wenn die Teilhabe aller am politischen Staat und der politische Raum des Staates als Raum der Freiheit zur uneingeschränkt freien Diskussion gewahrt werden soll (was hierzulande de facto schon lange nicht mehr der Fall ist). Erdogan verstärkte das von ihm ausgesprochene, gegen die Grundrechte der Verfassung der BRD verstoßende Integrationsverbot zudem mit der schwerwiegenden Drohung, dass die politische Integration von türkischstämmigen Deutschen an die hiesige demokratische Staatsordnung, die nach Artikel 1 bis V GG ausdrücklich nicht Assimilation im Sinne der Auslöschung der Nichtidentität oder des Vergessens der Herkunft bedeuten kann, zum „Verbrechen an der Menschlichkeit“ erklärte, – selbstverständlich in dem Wissen darum, dass wer aus der Türkei kommt, diese Erklärung im Unterschied zum politischen Establishment hierzulande völlig richtig als Drohung mit der Gewalt des rechten Türkentums versteht für den Fall, dass ein Türkischstämmiger sich unterstehen sollte, es aufzukündigen.

Es ist auch nicht schwer nachzuvollziehen, wie Erdogan und seine Gefolgschaft solche Reaktionen wie die von Merkel (s. oben), die die Sachlage entweder erst gar nicht richtig aufgefasst haben oder bewusst verharmlosen, auffassen, nämlich als Schwäche, Kuschen, Dhimmitude. Sie haben damit vermutlich wohl auch Recht. Das politische Establishment hierzulande wähnt hingegen, es handele aus „Staatsräson“ und hat damit vermutlich ebenfalls Recht. Aber das macht nur offenkundig, dass Kuschen gegen den islamischen Herrschaftsanspruch und kulturalistisch argumentierenden Rassismus, gepaart mit immer neuen Verlautbarungen, das Existenzrecht Israels sei für Deutschland unverzichtbar, hierzulande seit langem aus Geschäftsgründen praktizierte „Staatsräson“ ist. Unrecht hat das politische Establishment freilich darin, dass es sich der Illusion hingibt, die Staaträson des Appeasement, die fürs Geschäft gut ist, sei für die hinfällig bessere Demokratie und die (in den Fesseln des Kapitals gefangene) Freiheit langfristig auch gut. Das halte ich für eine schwerwiegende Fehleinschätzung, die in Deutschland, wo das Kapital schon einmal gezeigt hat, zu welchen Bündnissen und Praktiken es in der Lage ist, wenn der Akkumulationsprozess selber auf dem Spiel steht, und dies nur einmal mehr deutlich macht, wie tief das Vergessen und der Konformismus im politischen Establishment Deutschlands mittlerweile geht.

  1. Erdogans unrühmliches Diktum und die ausbleibende oder laue Reaktion darauf wurde hier nur als ein besonders aufschlussreiches Modellbeispiel gewählt. Es gibt viele andere Ereignisse der letzten Jahre, an denen dasselbe hätte deutlich gemacht werden können. Sie sind mittlerweile Legion. Ich will hier nur in aller Kürze zwei davon in Erinnerung bringen:

(1) Die Aktion „Mavi Marmara“. Es war die erklärte Politik der türkischen IHH und der mit ihr verbündeten rechtsextremen Gruppierungen in der Türkei und Deutschland (die „grauen Wölfe“, Mili Görus, Erbakan), mit der Gaza-Flotille, deren Aktion als humanitäre Aktion zur Versorgung der Bewohner von Gaza mit Lebensmitteln inszeniert war, die israelische Blockade der Hamas, um jeden Preis zu brechen und dabei selbst das Opfer des Lebens zu allem entschlossener türkischer Aktivisten in Kauf zu nehmen, um so im Fall der Erfolglosigkeit der Aktion Israels Selbstverteidigung doch wenigsten als „Terrorismus“ und „Verbrechen gegen die Menschheit“ deklarieren zu können und auf diese Weise einen Propagandasieg zu erringen. Wen die beim Auslaufen der Flotte verbreitete Hasspropaganda über den wahren Charakter dieser Aktion nicht hat belehren können, der muss, sofern er noch für Erfahrungen empfänglich ist, zu dieser Einsicht kommen, wenn er die inzwischen bekannt gewordene Kampfparole auf der Mavi Marmara vernimmt: „Jews – Go back to Auschwitz“. Wem unter den vorgeblichen „Linken“ das noch immer nicht reicht, den verweise ich zusätzlich noch auf den Bericht von Report Mainz (www.youtube.com/watch?v=zm8-32abifM). Er wies nach, dass es den Organisationen von vornherein um Provokation der israelischen Armee und um das Märtyrertum ging und das popagierte Ziel, die Bevölkerung des GAZA Streifens mit humanitären Mitteln zu versorgen, nur das propagandistische Mittel für diesen üblen Zweck war. Im Einzelnen wurde nachgewiesen: (1) Die IHH ist eine Unterorganisation der türkischen Mili Görus, einer rechtsextremen Organisation mit Ableger in Deutschland, der vom hiesigen Verfassungsschutz beobachtet wird. (2) Ihr Führer ist der Islamist Erbakan, der für seine öffentlich vorgetragene antisemitische Hetze nach dem Muster des nationalsozialistischen „Stürmer“ bekannt ist, die die Jungendorganisation von Mili Görus zusammen mit anderen antisemitischen Videos sehr gerne verschickt, ohne dass das in Deutschland als antisemitische Volksverhetzung geahndet wird. Ist die Untätigkeit darauf zurückzuführen, dass der Antisemitismus als genuiner Bestandteil der islamischen oder türkischen Herrenmenschenkultur verstanden wird, der man als angeblich ,fremder Kultur‘ Respekt schulde, obgleich oder besser weil diese Kultur dann doch der deutsch-völkischen Herrenmenschenkultur, die schon einmal in den Untergang geführt hat, verflucht ähnlich wäre? (3) Mili Görus und die IHH verfügen darüber hinaus über beste Kontakte zur Terrororganisation Hamas, sowie zu Al Quaida. Der deutsche Ableger der IHH wurde im Juli in Deutschland vom Bundesinnenminister als verfassungswidrige Organisation verboten. Die Abgeordneten der Linkspartei und Djihadisten saßen also wortwörtlich im selben Boot. Die einen freilich nur als nützliche Idioten und Dhimmis, die für die islamistische Propaganda in Deutschland gebraucht wurden, eingeschlossen im dritten Untergeschoß, während die anderen oben zur „revolutionären Tat: Go back to Auschwitz“ schritten.

Wenn es „Linke“ geben sollte, denen all diese Nachweise zusammen immer noch nicht als Beweis reichen, um die negative Wahrheit der Aktion der Mavi Marmara zu erkennen, dann wird sich ihnen diese Wahrheit wohl auf immer verschließen, weil sie selber zu jenen bis ins Mark verhärteten Antisemiten gehören, die gegen jede Erfahrung abgedichtet sind, die sie eines Besseren belehren könnten. Denn klarer und deutlicher lässt sich das politische Ziel des Djihads der Mavi Marmara nun einmal nicht auf den Begriff bringen als mit jener Kampfparole, die die „Juden zurück nach Auschwitz (!)“ wünscht.

Gleichwohl oder deswegen haben sich die drei prominenten Abgeordneten der Linkspartei Höger, Groth und Paech an der sog. humanitären von der türkischen IHH gesteuerten Aktion der Mavi Marmara beteiligt. Sie haben ihre Beteiligung auch, nachdem die politischen Hintergründe der Aktion und ihre Träger bekannt geworden waren, die allesamt ausnahmslos der türkischen Rechten zuzuordnen sind, nicht etwa als Irrtum bedauert, sondern die Aktion und ihre politischen Organisatoren vehement verteidigt und wider alle vorliegenden Erkenntnisse über die rechtsextreme Orientierung dieser Gruppierungen an der propagierten Zielsetzung der Aktion als rein „humanitärer Aktion“ festgehalten. Wer sind diese drei?

Norman Paech hatte sich schon vor seiner Teilnahme an der Mavi-Marama-Aktion in immer neuen ,revolutionären Aktionen‘ gegen den Staat Israel bundesweit den Ruf erworben, ein strammer Antisemit zu sein, der „links“ und „rechts“ aus fester Gewohnheit nicht unterscheiden kann, aber damit in seiner Partei leider keine Ausnahme ist. Er spricht sehr gerne vom „kollektiven Blutrausch der Israelis“, wenn diese zu militärischen Gegenmaßnahmen übergehen, um sich gegen den Raketenbeschuss des israelische Kernlandes von Hamasland oder Terrorattentate auf Juden, die Paech als Befreiungsaktionen interpretiert, zu verteidigen. Seine Abgeordnetenkollegin Inge Höger (Wahlkreis: Herford/Bielefeld) zählt zu den Erstunterzeichnerinnen eines antizionistischen Papiers aus der Linkspartei, in dem von „apartheidähnlichen Verhältnissen“ in Israel die Rede ist, und die dreist unwahr behauptet, Zionismus sei Rassismus und basiere auf dem europäischen Kolonialismus. Daher dürfe Deutschland keine Waffen nach Israel liefern, wohl aber hätten die Palästinenser das Recht, ihren „Befreiungskampf‘ bewaffnet zu führen. In der Konsequenz heißt das, die Juden ohne Gegenwehr ihren Feinden zu überlassen, die nach der Charta der Hamas das Ziel haben, sie zu liquidieren und Israel ein- für allemal von Erdboden zu vertilgen.

Um der unwahren These, die Existenz Israels basiere auf dem europäischen Kolonialismus, Plausibilität zu verleihen, wird in dem antizionistischen Papier der Linken der virulente Vernichtungsantisemitismus in Europa im 19. und 20. Jahrhundert, der mit der Vorherrschaft der völkisch-nationalistischen Ideologie in Deutsch-Europa gekoppelt ist, verschwiegen. Das geht auch nicht anders. Denn die Wahrheit ist: Nicht um zu kolonisieren, flohen die Juden dahin zurück, wohin sie nach Ansicht aller deutschen Antisemiten seit Martin Luther hingehörten5[v] und, sollten sie nicht freiwillig dahin zurückgehen, zwangsdeportiert werden müssten, sondern um diesem Antisemitismus und den damit verbunden Schikanen, Bedrohungen, Pogromen und schließlich dem staatlich organisierten Massenmord deutscher Täter an den Juden durch Gründung eines neuen Staates Israel zu entgehen, in dem sie sich selber gegen antisemitische Übergriffe verteidigen können. Die Leugnung der unbestreitbaren negativen Wahrheit von dem phobischen Antisemitismus in der deutschen (und europäischen) Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts und seinen unausdenkbaren Wirkungen ausgerechnet von den Kindern und Enkelkindern der deutschen Täter fügt sich nahtlos ein in neuere kritische Erkenntnisse sozialwissenschaftlicher Forschung über „Schuld und Abwehr“. Sie weisen nach, dass nahezu alle deutschen Kinder bzw. Enkel der Tätergeneration felsenfest davon überzeugt sind: ,Opa (Vater) war kein Nazi und erst recht bestimmt kein Antisemit. Wenn er ein ranghohes Partei- und SS-Mitglied war, so nur, um Schlimmeres zu verhindern und von Innen heraus heimlich Widerstand zu leisten. Sollte er an Judenmordaktionen beteiligt gewesen sein, so ganz gewiss nicht, weil er Antisemit war, sondern er tat es nur wider Willen, weil er dazu gezwungen war. Kein Einzelner war Antisemit. Das abstrakte System war es, nicht mein Opa.‘6[vi] Mit anderen Worten: Es gab das kapitalistisch-nationalsozialistische System, das mordete, und es gab deutsche Opas (bzw. Väter), die wider Willen zu seinen unwilligen Werkzeugen gemacht wurden und zumeist, glaubt man den Legenden, heimliche Widerstandkämpfer waren. Zu dieser Mär der Schuldabwehr fügt sich bestens die links-antizionistische Mär, dass Israel ein Produkt des europäischen Kolonialismus, nicht aber des europäischen Antisemitismus sei. Sie ist Schuldabwehr exzessiv und pur, projiziert auf den nun schon seit 1948 währenden antisemitischen Krieg im Nahen Osten, in dem die geistigen Nachfolger der Täter das Projekt der Judenvernichtung der Nazis fortsetzen und zu Ende gebracht wissen wollen, aber unter der ungleich schwierigeren Bedingung, dass die prospektiven Opfer neue Israeliten geworden, d. h. in ihrem Staat Israel demokratisch organisiert, bewaffnet und zu starker Gegenwehr fähig sind. Verhärtete Schuldabwehr wie diese und die dazugehörige Verdrängung führen nach Freud mit innerer Notwendigkeit zur Wiederkehr Des Gleichen. Sie gibt sich in der Kampfparole auf der Mavi Marmara „Go back to Auschwitz“ als solche auch klar und deutlich zu erkennen, aber eben bezeichnenderweise immer nur bei jenen, die nicht Enkel oder Kinder der Tätergeneration des Holocaust waren. Deutsche dürfen einen solchen Satz nicht sagen. Denn bei ihnen ist der Rationalisierungsdruck, dass „nicht sein kann, was nicht sein darf‘ sehr viel größer als bei jenen. Die Wiederkehr Des Gleichen erfolgt bei ihnen wegen des ungemein starken Drucks ihres Über-Ichs, das als moralischer Zensor die Unterstützung von Maßnahmen nicht zulassen kann, die auf ein „neues Auschwitz“ hinauslaufen, notwendigerweise immer nur in einer Form, die sich von dem Original unterscheiden muss, und zwar so unterscheiden muss, dass sie dem vom Überich in Dienst genommenen Ich die Möglichkeit gibt, Dasselbe, hier den in der Hamascharta angekündigten Massenmord an (israelischen) Juden, als etwas ganz und gar vom Holocaust Verschiedenes, mit ihm völlig Unvergleichbares erscheinen zu lassen. Bietet die neue Form Des Gleichen diese Möglichkeit und hat das Subjekt der verhärteten Schuldabwehr bereits erfahren, dass jene Rationalisierungen, die die neue Erscheinungsform bietet, in seiner Bezugsgruppe auf Anerkennung stoßen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es das niemals Durchgearbeitete, sondern nur Abgewehrte und deshalb nie wahrhaftig Erinnerte neu wieder zum Bewusstsein durchlässt, – aber eben nur in engem Verbund mit den Rationalisierungen, die Zensur des Über-Ichs zu umgehen, indem sie es plausibel als ein anderes erscheinen lassen: den Mord an israelischen Juden als „Befreiungstat“, als „humanitäre Aktion“ , die anvisierte Vernichtung desjenigen Staates im Nahen Osten, der obgleich er unter Dauerbeschuss steht, eine relativ liberale Demokratie geblieben ist, als „Vernichtung eines Nazistaates“, die antisemitische, kulturrassistische Vertreibung der Juden aus Europa als „jüdischen Kolonialismus“, und das Verbot, Waffen nach Israel zu liefern zusammen mit der Aufforderung, die Palästinenser für ihren Kampf zu bewaffnen, als „Befreiung“.

Rationalisierungen zur Schuldabwehr, die die Wiederkehr Des Gleichen in Schuld abwehrender Form ermöglichen, greifen nach Freud zumeist auf assoziative Verschiebungen und Verdichtungen zurück, die sich unbewusst im Es unter dem Druck der Abwehr und Verdrängung formieren. Die oben zusammengestellten Rationalisierungen, die zumeist die Form von Verkehrungen haben, die ihrerseits auf dem unbewussten Mechanismus der Verdichtung von Gegensätzen in ein- und demselben Symbol beruhen, sind nahezu idealtypische Beispiele für diese freudianische These und seine Kritische Theorie von der Wiederkehr Des Gleichen durch verhärtete Schulabwehr und Verdrängung. Dass die antizionistischen Linke die orthodoxe Freud’sche Psychoanalyse vehement abgelehnt und darüber hinaus am liebsten jede Psychologie einschließlich der „kritische Psychologie“ von Holzkamp und Osterkamp aus der antizionistischen Linken verbannen möchte, kann angesichts solcher kritischen Einsichten, die mit Hilfe der Psychoanalyse Freuds gewonnen werden können, nicht verwundern. Wer in solch verhärteter Schuldabwehr und Verdrängung gefangen ist und, unfähig zur Kritik und zur lebendigen Erfahrung, sein eigenes Sosein mitsamt seinen pseudorevolutionären Aktionen für das Non-plus-Ultra hält, für den ist, wer dieses sein autoritäre Syndrom durchschaubar macht, zwangsläufig „Feind“ und muss als solcher bekämpft werden. Das Denken in Freund-/Feindschema ist von solcher Denkform, ob sie sich „links“, „rechts“, christlich-sozial“ oder „liberal“ gibt, nicht zu trennen.

Soviel zu den politischen Hintergründen der Aktion und den Bundestagsabgeordneten der antizionistischen Linken, die an der Aktion teilnahmen. Wie aber verhielten sich die Regierung und der Bundestag der Bundesrepublik? Obwohl man das Schlimmste befürchten musste und selbst der türkische Erdogan in weiser Voraussicht die Abgeordneten seiner AKP, die an der Aktion teilnahmen, gerade noch rechtzeitig zurückbeorderte, unterließ die Führung der Partei „die Linke“ alles, was zur Besinnung hätte beitragen können, sondern solidarisierte sich lauthals mit der Aktion und befeuerte den blinden Aktionismus damit noch, indes die Bundesregierung und die sie tragenden Parteien unter Führung von A. Merkel einmal mehr den ,Kopf in den Sand steckten“ und deshalb „partout nichts sahen und hörten“. So kam es, wie es zu befürchten war. Die israelische Regierung entschied den Schiffkonvoi aufzubringen und es gab im Verlaufe dieser Aktion – wohl auch auf Grund einer Fehleinschätzung der israelischen Führung hinsichtlich der Bewaffnung der Besatzung des Führungsschiffes Mavi Marmara, acht Tote. In der Folge schossen sogleich in allen Medien wieder die alten antisemitischen Ressentiments hoch und überall auf der Welt wurden die bereit liegenden alten Bilder von den blutgierigen Juden aus der Schublade gezerrt, mit denen Frieden unmöglich sei und die daran selber schuld seien. Die Bundeskanzlerin, die zuvor geschwiegen und abgewartet hatte, sprang nun behände auf die Welle des Antisemitismus auf, stellte sich nach dem Motto „ich sehe kein Recht und Unrecht mehr, sondern nur noch Deutsche“ ‚schützend‘ vor ihre linken Bundesabgeordneten, erklärte die Aktion in diesem Sinne — ich staune immer noch — für eine rein „humanitäre Aktion“ und lehrte Israel beflissen deutsche Mores. Selbstverständlich konnte auch die SPD nach diesem Auftritt der „couragierten Bundeskanzlerin“, die so tapfer mit der Meute heulte, nicht zurückstehen. In nur wenigen Tagen herrschte entschlossene Einigkeit im deutschen Bundestag und Abgeordnete von ganz Links bis ganz Rechts standen entschlossen hinter ihren ,gefangenen‘ Abgeordneten und wie ein Mann gegen Israel. Alsbald verabschiedete der Bundestag einstimmig (!) eine antiisraelische Resolution, in der er die Sprachregelung der Organisatoren des Schiffskonvois von der türkischen IHH ohne eingehende Prüfung des Sachverhalts restlos übernahm, Israel wegen seiner berechtigten, aber durch das Versagen der militärischen Führung unglücklich verlaufenen Aktion scharf kritisierte und die sofortige Aufhebung der Blockade von Gaza forderte, ohne sich auch nur die Frage zu stellen, wie denn anders die Sicherheit Israels vor Raketenbeschuss und anderen gewaltsamen Übergriffen aus Hamasland gewährleistet werden könne und ohne auch nur die leiseste Kritik an der türkischen IHH, Milli Görus und der Regierungspartei AKP zu üben, die die ganze Aktion der türkischen IHH unterstützt hatte. Dabei war zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der einstimmig verabschiedeten antiisraelischen Resolution längst nachgewiesen und durch Report Mainz öffentlich gemacht worden, dass erstens die türkische IHH, die sich als Hilfsorganisation gibt, ein von der türkischen Regierung unterstütztes faschistisches Racket ist, das mit der antisemitischen Muslimbruderschaft respektive der Hamas verbündet ist, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, und dass sie Hilfe nach dem Muster des Winterhilfswerks der Nazis organisiert, zweitens übelste antisemitischen Propagandareden bei der Abfahrt des Konvois in Istanbul gehalten wurden, die u. a. zur Vernichtung Israels aufriefen, drittens die Vorgänge auf der Mavi Marmara unter den Schlachtruf standen: „Jews — go back to Auschwitz“ und schließlich viertens die IHH, Mili Görus, die AKP und Hamas hinter der Aktion standen.

Aber kein Wort davon in der Resolution des deutschen Bundestags. Die Juden – Israel – sind wieder einmal schuld – „ach wären sie doch nicht oder hätten sie doch zumindest keinen Staat, in dem sie sich verschanzen und zu Gegenwehr übergehen können“ — denkt es da hinter mancher, der Staaträson verpflichteten Stirn – und die IHH und die antizionistische Linke sind unschuldig. Die türkische AKP sieht bis heute keinen Grund, sich von der Aktion zu distanzieren, wohl aber verlangt sie umgekehrt eine Entschuldigung für die — misslungene -Gegenwehr des israelischen Staates, weil nach Erdogans fester Überzeugung gilt: „Morden, das könnt ihr Juden am besten.“ Wie sollte der Bundestag da auch zu einem anderen Ergebnis kommen können? Das ist Staatsräson unter Merkel hierzulande! Am 03. 10. 2010 aber werden sämtliche Bundestagabgeordnete mit der Kanzlerin voran wieder beteuern, Israels Existenzberechtigung stehe für Deutschland außer Zweifel. Auch das ist Staatsräson im „geläuterten Deutschland“. Staaträson ist das Doppelspiel, das eine zu tun, nämlich aus Geschäftsgründen Israels Existenz de facto zu unterminieren, und das andere gleichwohl nicht zu lassen, nämlich sich aus politischen Gründen fortwährend als die „geläuterte Nation“ darzustellen, die aus der Vergangenheit gelernt habe und deshalb für die Existenzberechtigung Israels einstehe. Merkel ist eine Meisterin in diesem Doppelspiel.

Das spricht nicht für sie und die derzeitige Regierung. Noch viel weniger aber spricht es für die antizionistische Linke, die als die neue antisemitisch-kulturrassistische Rechte von links agiert. Angesichts dieser bedrohlichen Entwicklung ist es in höchstem Maße beunruhigend, dass es am 26. Juli 2010 eine gemeinsame Veranstaltung von Linkspartei und der Gewerkschaft Ver.di, gab, bei der die als „Zeitzeugin“ (!) firmierende Anette Groth ihre unwahren Verdrehungen über den „Befreiungskampf‘ unter dem Dach von Ver.di zum Besten geben durfte. Obgleich zu diesem Zeitpunkt der deutsche Ableger der IHH als verfassungswidrige Organisation bereits verboten und der wahre Hintergrund dieser Aktion sattsam bekannt war, hatte Ver.di offenbar kein Problem damit, diesen Leuten eine seriöse Plattform unter ihrem Dach zu geben und damit deren Ziele zu unterstützen.7[vii]:8[viii]

(2) Schließlich sei auch noch einmal an den so genannten Streit um die dänischen Karikaturen erinnert. Sie waren zunächst niemandem besonders aufgefallen. Das war auch nicht verwunderlich, denn was geschehen war, war annähernd so, wie die Karikaturen es mit Witz aufs Papier gebracht hatten. Erst Monate später, nachdem sich einige fanatische Vollstrecker des Islam in der üblichen scharfmacherisch-demagogischen Weise der islamkritischen Karikaturen annahmen, dabei auch vor übler Manipulation des Materials und perfiden Lügen nicht zurückschreckten und Muslime auf der ganzen Welt, die die Karikaturen nie gesehen hatten, zu Pogromen gegen Dänemark, Christen und Juden aufstachelten, wurden die Karikaturen auf einen Schlag weltweit bekannt. Statt aber die Freiheit der Kritik zu verteidigen, die Berechtigung und Wahrheit der angegriffenen Karikaturen zu diskutieren und sich durch die von den Islamführern erzeugte Pogromstimmung nicht beirren zu lassen, stimmten die Medien hierzulande, mehr noch überall in der westlichen Welt, nahezu unisono in den von den Islamführern entfachten Sturm der falschen Empörung ein. Es gab über Tage und Wochen kein Halten mehr beim Rückzug vor dem islamischen Mob, dem man allerorten bescheinigte, dass er sich Kritik am Islam nicht gefallen zu lassen brauche und wie Recht er doch habe, „beleidigt zu sein“, so als ob Demagogie, inszenierte Empörung und Pogromstimmung eine adäquate, zu billigende Antwort auf die in den Karikaturen geübte Kritik an dem unter Berufung auf den Koran im Namen des Islam begangenen barbarischen Terroranschlag am 11. 09. sein kann. Einer, der am lautesten mit den Wölfen heulte, war der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt und Herausgeber des Wochenmagazins „Die Zeit“.9[ix];10[x] Nicht nur wurde so wie vermutlich niemals zuvor seit 1949 die grundgesetzlich garantierte Gedankenfreiheit und Freiheit von der Religion mit Füßen getreten, sondern es wurden auch die kritischen Karikaturisten verlassen, verraten und in Acht und Bann getan, während jene, die es besser wussten oder doch besser hätten wissen müssen (bis auch wenige Ausnahmen, zu denen das Kritiknetz gehörte), lieber schwiegen statt sich laut und vernehmlich zur Freiheit der Kritik und zur Solidarität mit den Kritikern zu bekennen, als es dringlich war.

  1. Nachdem einige Jahre vergangen sind und ein — misslungener – Mordanschlag auf Westergaard verübt wurde, ehrt die Bundeskanzlerin Kurt Westergaard nun endlich doch noch für seine Zivilcourage, mit der er die Freiheit der Kritik in Bild, Schrift und Tat verteidigt. Das ist gut so, in einer anderen Hinsicht aber auch schlecht. Gut ist es, weil die Ehrung überhaupt erfolgt und dadurch Solidarität mit dem Vereinsamten bekundet wird, der wegen der Missetaten der vielen anderen und nicht weil er selbst etwas Übles getan hat, in die Lage des verlassenen Menschen gekommen ist, und weil so dem Vergessen vorgebeugt wird. Es ist aber zugleich auch schlecht, weil die Ehrung zu spät erfolgt und die nötige Solidarität zu der Zeit, als sie dringlich war, verwehrt wurde. Aber wenn das auch der Fall ist, so ist die zu späte Ehrung immer noch sehr viel besser als die dazu vom geschäftsführenden Vorstand der Linkspartei „die Linke“ herausgegebene Presseerklärung, die ich zuvor kritisiert habe. Denn diese Erklärung ist eine von unbelehrbaren Antidemokraten, die zwischen rechts und links nicht zu unterscheiden wissen, abgeschottet gegen jegliche Erfahrung an dem begangenen Verrat gegen die politische Freiheit festhalten und mit Verve dabei sind, die deutsche Linke im Linksjargon der Demokratie in eine neue kulturrassistisch argumentierende, antisemitische Rechte zu verwandeln, die mit den islam-faschistischen Wölfen im Iran, der Türkei, in Hamasland oder wo auch immer sonst heult, sich dabei aber als „links“ wähnt, indes dieser Begriff zu einem leeren Etikett heruntergekommen ist, der nicht mehr das geringste mit der Idee der individuellen und gesellschaftlichen Emanzipation von Herrschaft zu tun hat. Die späte – zu späte – Reaktion der Bundeskanzlerin hingegen, ihr schlechtes Doppelspiel und später Drang zur Versöhnung des Konflikts zeigt wenigstens noch an, dass sie die Wahrheit ahnt, es könne etwas falsch gelaufen sein, und sie damals aus vermeintlicher „Staatsräson“ nicht das politisch und moralisch Richtige getan hat.

Die radikale Kritik des in der islamischen Herrschaftsform bzw – kultur verbreiteten anti-semitischen, kulturalistisch argumentierenden Rassismus der, wie die Presseerklärung der Linkspartei offen legt, auch in der Linkspartei eine feste Bastion ist, ist tätiger emanzipatorischer Anti-Rassismus und unverzichtbarer Bestandteil des Kampfes für die Emanzipation von gesellschaftlicher Herrschaft und universelle soziale Demokratie. Sie und diesen Kampf „Rassismus“ zu schimpfen, ist antiemanzipatorische, rassistische Demagogie und enthüllt rechtes (völkisches) Denken von Grund auf. Wird die demagogische Propaganda von einem geschäftsführenden Vorstand der Linken auf deren Homepage verbreitet, beweist das nur einmal mehr meine schon wiederholt geäußerte These, dass in der Führung dieser Partei viele, allzu viele, nicht zwischen rechts und links, linksvölkischer faschistischer Kapitalismuskritik und der emanzipatorischen Kritik des Kapitalismus zu unterscheiden wissen. Jene ist bereit, die hinfällig bessere Demokratie in Zeiten wie diesen, in denen die Propheten des autoritären Staates auf dem Vormarsch sind wie seit den dreißiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts nicht mehr, über Bord zu werfen, diese dagegen verteidigt die hinfällig bessere Demokratie und die für sie konstitutiven Freiheitsrechte in der Krise gegen die autoritären Propheten des Islam – trotz all ihrer richtigen emanzipatorischen Kritik daran, weil sie weiß, dass, ist sie erst einmal der andrängenden autoritären Macht um der Kapitalakkumulation und -expansion der Macht des Standorts willen zum Opfer gebracht worden, die Tür zur menschlichen Emanzipation auf lange Zeit verriegelt ist.

 

Literaturverzeichnis:

Adorno, Theodor. W., Rasenbank Minima Moralia, Reflexionen aus dem beschädigten Leben, Franfurt/M. 1991 (20. Auflage)

Ders./Horkheimer, Max, Dialektik der Aufklärung, Frankfurt/M. 1969 Arendt, Hannah, Eichmann in Jerusalem, 2004

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Gess, Heinz, Vom Faschismus zum Neuen Denken. C.G. Jungs Theorie im Wandel der Zeit, Lüneburg 1994

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Ders., /Dirks, Werner/Kossack, Kristan „Opa war kein Nazi.“ Über die „schönsten Jahre“ des früheren Melittachefs Horst Benz, Kritiknetz, http://bitly/cYv408

Ders., /Kraus, Hartmut, Gegenaufruf gegen den demagogischen Aufruf „Rassisten sind eine Gefahr, nicht Muslime“. In: Kritiknetz http://bit.ly/8YBarK

Walch, Johannes Georg (Hg): Dr. Martins Luthers Sämtliche Schriften, Bd. 20 Dogmatisch-polemische Schriften wider die Sakramentirer und andere Schwärmer sowie auch wider die Juden und Türken (Verlag der Lutherischen Buchhandlung, Groß Oesingen)

Harald Welzer, Sabine Moller, Karoline Tschugnall, „Opa war kein Nazi“. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis. Frankfurt/M., 2002

 

[i] 1 S. s. dazu ausführlich Heinz Gess, Vom Faschismus zum Neuen Denken. C.G. Jungs Theorie im Wandel der Zeit, Lüneburg 1994, S. 156 ff (vergriffen, einige Restexemplare bei mir noch erhältlich)

[ii] 2 Das völkisch religiöse Denken hat seinen historischen Entstehungsort im Christentum zur Zeit der Kirchenväter. Hier nahmen seine Vorlaufsformen als christlicher Antijudaismus ihren Anfang. Er wurde in der protestantisch-deutschen Revolution gegen den Katholizismus von Martin Luther verschärft, proto-völkisch konfiguriert und um neue zeitgemäßen Stereotypen ergänzt, mit denen Luther bewusstlos auf den von ihm bekämpften Einbruch des „Geistes des Kapitalismus“ in die feudal-ständische Gesellschaft reagierte, indem er den Juden alle Schuld für die Ausbeutung und Verarmung ‚der Unseren’ zuschrieb. Aber erst Fichte führte die völkische Wendung zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts in den deutschen Befreiungskriegen und Abwehrkämpfen gegen die französische Aufklärung systematisch aus. Er modellierte die von Luther überkommene Denkform zum bleibenden Paradigma völkisch-religiösen Denkens, indem er Religion und völkisch-kulturrassistisches Ursprungsdenken miteinander zum „Germanischen“ bzw. „Deutschen Christentum“ verlötete und setzte der revolutionären republikanisch-demokratischen Idee des emanzipierten bürgerlichen Nationalstaats, dem ein jeder unabhängig von Hautfarbe, Herkommen, Religion, Weltanschauung, Geschlechtszugehörigkeit mit vollen Teilhaberechten angehören konnte, vorausgesetzt nur er akzeptiert die dazu notwendige Emanzipation des Staates von der bürgerlichen Gesellschaft, in der ein jeder als Privatmensch gesetzt ist und in eins damit eben auch, dass Hautfarbe, Religion, Weltanschauung, Herkommen etc Privatsache sind, von denen im öffentlichen Leben und Diskurs real zu abstrahieren ist, d. h. keinen Unterschied ausmachen dürfen, die gegenrevolutionäre Idee vom völkischen, „organischen Nationalstaat“ entgegen, in dem nur jene Personen die vollen Staatbürgerrechte besitzen können, die demselben „Ur-Volk“ angehören und alle miteinander die besondere Religion teilen, die dem mythischen Ursprung dieses Volkes, seinem hypostasierten Kollektiv-Wesen allein voll und ganz entspricht, jene anderen, die diese Religion nicht teilen, weil in ihnen dieser „Ursprung“ nicht gegenwärtig sei, wegen ihrer wesentlichen Unzugehörigkeit die Staatsbürgerrechte verwehrt bleiben müssten, wenngleich ihnen auch, weil sie Menschen seien, gewisse Menschenrechte wie das Recht auf Leben das Recht, sich in der bürgerlichen Gesellschaft als Private betätigen zu können, um ihr Leben fristen zu können, zuzugestehen sind, sofern sie sich mit ihrem minderen Status als Personen, die in Angelegenheiten, die die Allgemeinheit als solches betreffen, nicht teilzuhaben berechtigt sind, abfinden und keine Emanzipation daraus begehren. Jene Religion, die das Kollektivwesen der Deutschen reiner als jede andere zur Sprache brächte, ist für Fichte das lutherisch-protestantische Christentum. Das deshalb, weil diese Form des Christentums durch Luther von allem Jüdischem im Christentum, das dem Katholizismus noch innewohne, gereinigt sei und somit der Ursprung des Urvolks unverfälscht neu wieder zur Sprache komme, während der römischen Katholizismus (immer noch) stark vom jüdischen Geist infiltriert sei und dadurch den Ursprung verdunkelt, aus dem sich des arischen (deutschen, germanischen) Volkes eigene Religion zu nähren habe. Als Gegentyp zu dieser ursprungsechten Religion, die ihre Wertschätzungen aus dem wahren, authentischen Ursprung, der im Logos gegenwärtig sei und der Logos sei, ableite, gilt Fichte das Judentum, sei es weil es von Beginn an mit dem Ursprung, dem es entstammt, gebrochen habe, oder sei es, weil es sich nach der Vertreibung und Zerstreuung über alle Welt ohne Unterlass mit den verschiedenen Völkern vermischt habe und dadurch seines eigenen Ursprunges, sofern er in der jüdischen Religion zu Beginn lebendig gegenwärtig gewesen sei, verlustig gegangen und zur toten Gesetzesreligion geworden sei, die eigentlich die Kennzeichnung Religion nicht verdiene.

Als Konsequenz dieser völkisch- ursprungs-philosophischen Konstruktion, die erfunden war, um dem revolutionären, vom Herkommen, Volk, Religion, Weltanschauung, Geschlechtszugehörigkeit emanzipierten Staatbürgerrecht ein gegen-revolutionäres Konzept entgegensetzen zu können, konnte Fichte logisch korrekt deduzieren: „Menschenrechte müssen sie haben, obgleich sie uns dieselben nicht zugestehen; denn sie sind Menschen, und ihre Ungerechtigkeit berechtigt uns nicht, ihnen gleich zu werden (…) Aber ihnen (Staats-)Bürgerrechte zu geben, dazu sehe ich wenigstens kein Mittel, als dass in einer Nacht ihnen alle die Köpfe abzuschneiden und andere aufzusetzen, in denen auch nicht eine jüdische Idee sei. Um uns vor ihnen zu schützen, dazu sehe ich wiederum kein anderes Mittel, als ihnen das gelobte Land zurückzuerobern und sie alle dahin zu schicken.“ ( Johannes Gottlieb Fichte, Betrag zur Berichtigung der Urtheile des Publikums über die französische Revolution, in: ders., Fichtes Werke , Bd. VII Hg . Immanuel Hermann, Berlin 1971, S.150). S. auch Johannes Gottlieb Fichte, Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters, Neudruck auf der Grundlage der zweiten, von Fritz Medicus herausgegebenen Auflage von 1922, Felix Meiner Verlag 1956 und ders., Reden an die Deutsche Nation, in: in: ders., Fichtes Werke, Bd. VII. Dazu auch: Micha Brumlik, Deutscher Geist und Judenhass. Das Verhältnis des philosophischen Idealismus zum Judentum, München 200. Darin „Geheimer Staat und Menschenrecht – Fichtes Antisemitismus der Vernunft“ S. 75 -132

[iii] 3 Der Terminus „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ ist die deutsche Übersetzung von Hannah Arendts Terminus „crimen against humanity“. Sie gebraucht ihn zu Kennzeichnung des staatlich organisierten Verwaltungsmassenmordes Nazideutschlands an den Juden. Die Übersetzung „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ ist nach Arendt falsch und sinnentstellend. Richtig, dem Sinn des von ihr Gemeinten entsprechend, müsste es heißen: „Verbrechen gegen die Menschheit, begangen am jüdischen Volk.“ Zitat: „Das den Nürnberger Prozessen zugrunde liegende Londoner Statut hat, wie bereits erwähnt, die »Verbrechen gegen die Menschheit« als »unmenschliche Handlungen« definiert, woraus dann in der deutschen Übersetzung die bekannten »Verbrechen gegen die Menschlichkeit« geworden sind — als hätten es die Nazis lediglich an »Menschlichkeit« fehlen lassen, als sie Millionen in die Gaskammern schickten, wahrhaftig das Understatement des Jahrhunderts.“ (H. Arendt. Eichmann in Jerusalem, 2004, S. 39)

Gleichwohl hat sich die sinnentstellende Übersetzung des Terminus durch die Macht der deutschen Kulturindustrie durchgesetzt, die an der sinnentstellenden Übersetzung bis auf den heutigen Tag unnachgiebig festhält. Das macht es Erdogan als politischem Demagogen möglich, die politische Integration von Muslimen zum „crimen against humanity“ („Menschlichkeit“) zu erklären, ohne dass den meisten der kulturrassistische Gehalt seines Diktums, bedingt durch die sinnentstellende Übersetzung überhaupt aufgeht. Hieße es dagegen „Verbrechen gegen die Menschheit“ wie es nach Arendt sinngemäß heißen müsste, würde dieser rassistisch-völkische Gehalt des Diktums sehr viel augenfälliger.

Ich werde im Folgenden darum stets auch die korrekte Übersetzung „Verbrechen gegen die Menschheit“ verwenden.

[iv] 4 Neue Westfälische Nr. 206, 4/5. 09, 2010, S. 3. Der Verfasser des Artikels setzt fort. „Ihr (der Kanzlerin — HG) ist offenbar die Kölner Rede von Erdogan noch Erinnerung…“

[v] 5 Luther fordert: „Erstens daß man ihre Schule oder Synagoge mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe, und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. (…) Zweitens, daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. (…)“

Es folge weitere Forderung dieser menschenfreundlichen protestantisch-lutherischen Art (wenn es um Juden geht). Dann schließt Luther:

„Summa, lieben Fürsten und Herren, so Juden unter sich haben, ist euch solcher mein Rath nicht recht, so trefft einen besseren, daß ihr und wir alle der unleidlichen teuflischen Last der Juden entladen und nicht vor Gott schuldig und teilhaftig werden alle der Lügen, des Lästems, Speiens, Fluchens, welche die rasenden Juden wider die Person unsers Herrn Jesu Christi, seiner lieben Mutter, aller Christen, aller Obrigkeit, und unser selbst so frei und mutwillig treiben. Lasst sie keinen Schutz noch Schirm, noch Geleit, noch Gemeinschaft haben und auch nicht euer und eurer Untertanen Geld und Güter durch ihren Wucher ihnen dazu verhelfen, dass sie Schutz, Schirm, Geleit und Gemeinschaft erkaufen.“

Aber das reicht Luther noch nicht. Er kann nicht aufhören, hebt neu an und setzt fort:

„ ( …) Ein solch verzweifelt, durchböset, durchgiftet, durchteufelt Ding ist’s um die Juden, dass diese 1400 Jahr unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewest und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen. Da ist kein menschlich Herz gegen uns Heiden. (…) Sie rauben und saugen uns aus, liegen uns auf dem Halse, die faulen Schelme und müßigen Wänste, saufen, fressen, haben gute Tage in unserm Hause, fluchen zu Lohn unserm Herrn Christo, Kirchen, Fürsten, und uns allen, dräuen und wünschen uns ohne Unterlass den Tod und alles Unglück.“

um am Ende zu wiederholen:

„Wollen aber die Herren sie nicht zwingen, noch solch ihrem teuflischen Mutwillen steuern, soll man sie zum Lande austreiben, wie gesagt, und lasse ihnen sagen, daß sie hinziehen in ihr Land gegen Jerusalem und daselbst lügen, fluchen, lästern, speien, morden, stehlen, rauben, wuchern, spotten und alle solche lästerlichen Gräuel treiben, wie sie bei uns tun.“

„Meines Dünkens will’s doch da hinaus: Sollen wir der Juden Lästerung rein bleiben und nicht teilhaftig werden, so müssen wir geschieden sein, und sie aus unserm Lande vertrieben werden (…) Das ist der nächste und beste Rat, der beide Part in solchem Fall sichert.“ (Alle Zitate aus: Johannes Georg Walch. Dr. Martins Luthers Sämtliche Schriften, Bd. 20 Dogmatisch-polemische Schriften wider die Sakramentirer und andere Schwärmer sowie auch wider die Juden und Türken (Verlag der Lutherischen Buchhandlung, Groß Oesingen). Dieselbe Forderung mit derselben Begründung stellen heute Ahmadinedschad, die Muslimbrüder, Hamas, arabische Scheichs die PLO und protestantisch-palästinensische Christen, die sich mit ihren muslimischen „Blutsbrüdern“ in Bluturenge und aus ganz gewöhnlichem christlichen Judenhass gegen die Juden verbinden, die letzten beiden Gruppen nur verklausulierter als die zuvor genannten. Die Forderung der antisemitischen Moslems lautet exakt wie jene Luthers so: „Meines Dünkens will’s doch da hinaus: Sollen wir der Juden Lästerung rein bleiben und nicht teilhaftig werden, so müssen wir geschieden sein, und sie aus unserm Haus (des Islam – HG) vertrieben werden. (…) Lasst sie keinen Schutz noch Schirm, noch Geleit, noch Gemeinschaft (im Haus des Islam – HG) haben und auch nicht euer Untertanen Geld und Güter durch ihren Wucher ihnen dazu verhelfen, dass sie Schutz, Schirm, Geleit und Gemeinschaft erkaufen.“

Wohin aber sollen Sie vertrieben werden? Auch hierin ist die Forderung der Vollstreckungsfunktionäre des Islam dieselbe wie die der Vollstrecker des protestantischen Christentums, nämlich: „Schickt sie dahin zurück, wo sie her gekommen sind“ – gemeint ist in diesem Fall selbstverständlich Europa.

Die Vollstrecker des Christentums haben die Juden Jahrhunderte lang entweder liquidieren oder dahin zurückschicken wollen, woher sie gekommen sind, nämlich nach Jerusalem. Das Erlösungswerk wurde von Nazideutschland schließlich vollbracht: Sechs Millionen Juden wurden umgebracht, die anderen sechs Millionen vertrieben. Sie leben nun in Jerusalem und Umgebung im selbst geschaffenen Staat Israel. Nun fordert die andere Seite der Islamvollstrecker im Gegenzug gleiches Recht für alle Herrenmenschen den Dhimmis gegenüber, fordert also auch, die Juden entweder liquidieren oder dahin zurückschicken zu dürfen, wo sie her gekommen sind. Die christlichen Herrschaften und das politische Europa reagiert darauf mit Lavieren und stiller Sympathie. Denn kann man den anderen Herren das Herrenrecht verwehren, das man selber Jahrhunderte lang gegenüber Juden in Anspruch genommen hat und im Stillen immer im Anspruch nimmt, indem man sich mit den anderen, die keinen anderen neben sich dulden, gegen Israel solidarisiert? Die Antwort auf diese Frage gibt die Wahl des protestantisch- palästinensischen Bischofs zum Präsidenten des Weltkirchenrats in dem Wissen darum, dass dieser Bischof Israel und seinen Juden nicht gerade wohl gesonnen ist, sondern über sie, im Glauben treu, eher so denkt wie Luther über die Juden in Deutschland dachte. Gleichwohl erklärt der Weltkirchenrat diese seine Wahl zu einem Beitrag für den „Frieden“ in der Welt. Also wieder einmal: „Pax Christi“ (im Verein diesmal mit „Pax Islamia“) und das Kreuz für die Juden.

Sie können, auch nach Auschwitz, nicht aufhören, sowenig wie der Begründer des (germanischen) Christentums Luther je aufhören und seinen christlich verbrämten Hass auf das, was anders war, je zügeln konnte. Er war so, wie er sich die Juden ausmalte, um sie mit seinem Zorn verfolgen und sie schlagen zu können, wo er sie traf: Er soff, fraß, pompte, lebte, ohne je arbeiten zu müssen von seiner Herrschaften Gnaden, log, fluchte, lästerte (über die Juden und ihren Gott, was das Zeug hält), rotzte, forderte zu Mord und Totschlag auf und spottete gnadenlos, aber stets in der Gewissheit, dass er durch seinen Herrn Jesus Christus gerechtfertigt sei und alles um des Friedens und der Seligkeit willen geschehe, was ihn nur noch sehr viel gnadenloser machte. Er projizierte, was er war und was in ihm war, gnaden- und vernunftlos auf die Juden und konnte sich dadurch ‚innerlich frei‘ und durch die Gnade Jesu Christi ,erlöst‘ fühlen: „Wie gut, dass ich, dank Jesu Christi, nicht bin wie die Juden.“ Seine Schriften über die Juden und ihre Lügen sind das bleibende Paradebeispiel für „pathische (falsche) Projektion“ (Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufklärung, S. 167 ff. ).

Was bleibt den Juden bei solchen Christen und christlich geprägten „Linken“ und solchen Muslimen anderes, als sich von ihrer Herrschaft zu emanzipieren und den Schutz ihres Lebens in ihre eigene Hand zu nehmen und auf Gedeih und Verderb kein Iota davon abzuweichen. Das ferne Ziel aber, das sich damit verbindet, darf und kann nur die von gesellschaftlicher Herrschaft erlöste Menschheit sein.

[vi] 6 Heinz Gess/Werner Dirks/Kristan Kossack „Opa war kein Nazi.“ Über die „schönsten Jahre“ des früheren Melittachefs Horst Benz, Kritiknetz

Auch Harald Welzer, Sabine Moller, Karoline Tschugnall, „Opa war kein Nazi“. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis. Frankfurt/M., 2002

[vii] 7 Ein Autor von „benjaminarendtinstitut.wordpress.com“ hat sich seinerzeit als langjähriges Ver.di-Mitglied an Ver.di Chef Besirske gewandt und um Aufklärung gebeten, S. dazu: http://bit.ly/bWk9fp

[viii] 8 Anmerkung in eigener Sache: Ver.di gehörte zu den drei Organisationen, die zu Beginn dieses Jahres den demagogischen Aufruf lanciert hatten: „Der Rassismus ist das Problem, nicht der Islam“. In ihm wird die Existenz des islamischen Kulturrassismus und Antisemitismus gegen alle entgegenstehende Erfahrung geleugnet und die politische Kritik daran demagogisch in den Verdacht gebracht wird, rechtsextrem und rassistisch zu sein. Das Kritiknetz protestierte seinerzeit öffentlich gegen diesen demagogischen, die politische Kritik des islamischen Kulturrassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus unverunglimpfenden Aufruf und brachte dazu einen Gegenaufruf heraus. Sie, verehrte Leser, können sich auch jetzt noch mit diesem Gegenaufruf durch Ihre Unterschrift solidarisieren und für die Freiheit der Kritik eintreten. Die seitdem eingetretene Entwicklung bis hin zur Solidarisierung der Gewerkschaftsführung mit den antizionistischen Linken von der Mavi Marmara und nun wieder der Presserklärung der Linken gegen die Preisverleihung an Westergaard bekundet, wie notwendig dieser Aufruf war und ist und wie Recht seine Herausgeber mit ihrer Befürchtung behalten. Siehe: Gegenaufruf gegen den demagogischen Aufruf „Rassisten sind eine Gefahr, nicht Muslime“. Siehe; Gegenaufruf gegen den demagogischen Aufruf „Rassisten sind eine Gefahr, nicht Muslime“. In: Kritiknetz: http://bit.lAYBarK

[ix] 9 s. dazu: Heinz Gess, Der mit den Wölfen heult. Über die deutsche Kumpanei mit dem Islamismus. In: Kritiknetz – http://bit.ly/78ZEyB

[x] 10 Heinz Gess, Der Provokateur, die religiöse Propaganda und der Volkszorn. Zur Sozialpychologie des (islamischen) Volkszorns http://bitly/9n1d4o

http://www.kritiknetz.de/index.php/neuerechte/930-die-konformistische-dauerrevolte-neuer-rechter-aus-der-linkspartei

 

Ein Kommentar

  • Lieber Herr Gess, selten so etwas Kluges in letzter Zeit gelesen. Die sog. Antifaschisten merken gar nicht, wie faschistisch und antidemokratisch sie in Wirklichkeit sind.

    Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht. (Norbert Bolz)

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