Joachim Bruhn: Echtzeit des Kapitals, Gewalt des Souveräns – Deutschlands Zukunft in der Krise

Joachim Bruhn


Echtzeit des Kapitals, Gewalt des Souveräns


Deutschlands Zukunft in der Krise

 

Aus:
Bahamas Nr. 63 (Winter 2011/2012), S. 67 – 78

„In einem Meer der Unsicherheit ist der Staat der letzte Rettungsanker. … Wenn in Deutschland das Geld der Sparer nicht mehr sicher wäre, dann bräche das Fundament des Staates. … Ein funktionierender Zah­lungsverkehr ist ein öffentliches Gut; das Einstehen des Staates für das von ihm ausgegebene Geld ist selbstverständlich.“

FAZ

„Nationalökonomie ist, wenn sich die Leute wundern, warum sie kein Geld haben. Das hat mehrere Grün­de, die feinsten sind die wissenschaftlichen Gründe, doch können solche durch eine Notverordnung auf­gehoben werden.“

Kurt Tucholski

„… versucht die Regierung ein Solidaritätsgefühl zu wecken, das möglichst dem Gemeinschaftsempfinden nach einer Naturkatastrophe gleichen soll.“

FAZ

Im Aufruf zur Konferenz „Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie scheiße ist Deutschland?“ wird es als das Dilemma der „kommunistischen Kritik an Deutschland“ dargestellt, daß sie nicht so recht wisse, ob sie es „mit Aspekten nationalsozialistischer Kontinuitäten im Postna­zismus oder mit der allgemeinen Logik von Staat, Nation und Kapital, mithin keiner ,deut­schen Besonderheit‘, zu tun“ habe.‘ Mit dieser Gretchenfrage wird ein leider eingeschliffener, aber gleichwohl unzutreffender Gegensatz aufgemacht zwischen dem deutschen Sonderweg ei­nerseits, den allgemeinen Erkenntnissen der Kritik der politischen Ökonomie andrerseits. Die­ser Gegensatz ist falsch und lediglich dazu geeignet, sowohl die Kritik der politischen Ökono­mie als auch das, was zu Recht als „typisch deutsch“ gilt, zu verfehlen: der deutsche Sonder­weg wird dann verstanden als die historische Offenbarung eines als gegeben vorausgesetzten „deutschen Wesens“, die Nationalökonomie sodann als das konkrete Ensemble oder besser: na­tionale Kondensat der Weltmarktbewegung des Kapitals, und die Wertarbeit des Theoretikers besteht schließlich darin, diese gegeneinander substantiell gleichgültigen Bereiche miteinander zu „vermitteln“. Aber diese „Vermittlung“ besteht doch immer schon als realpraktisch-negati­ve, längst bevor die Theorie auf den Plan tritt: wie die politische Ökonomie den Antisemitis­mus als „objektive Gedankenform“ aus sich heraus setzt, so verweist die Frage danach, was deutsch ist, nicht auf eine Gegebenheit von Geschichte oder von Natur, sondern auf ein gesell­schaftliches Produktionsverhältnis im strikten Sinn.

Nie waren die Deutschen deutscher als am 9. Mai 1945, und deshalb war der Nazi-Fa­schismus keine Enthüllung und keine Offenbarung, sondern ein Produktionsverhältnis im durchschlagendsten Sinne: die Produktion der Barbarei als einer qualitativ neuen, dem Kapital im doppelten Sinne des Wortes entsprungenen Gesellschaftlichkeit. Der Antisemitismus er­schöpft sich keineswegs ,schon‘ darin, eine Verfolgungs- und Vernichtungspraxis zu initiieren, d.h. die sog. „Endlösung“, sondern er war zugleich die Produktion des Deutschen an und für sich, d.h. die Transformation der Bevölkerung in das deutsche Volk, d.h. dessen tatsächliche Enderlösung. Die entscheidende Frage ist also, was eigentlich das Mordkollektiv davon gehabt hat, was sein Movens war, die Tat zu begehen, und wie es sich selber begierig, lustvoll und lei­denschaftlich in der Verfolgung und Ermordung der Juden als etwas substantiell Neues konsti­tuiert hat — und wie das, was schließlich konstituiert worden ist, in der Gegenwart als die zum „Tausendjährigen Reich“ noch fehlenden 988 Jahre fortwest und die Bedingung der Möglich­keit dessen ist, daß die Krise, wie sie seit Jahren in den schwarzen Messen des nationalökono -mischen Okkultismus abgefeiert wird, von den Landsleuten so überaus gelassen, fast stoisch schon, hingenommen wurde und wird.

Deswegen blieb die Panik aus, weil das Vertrauen der Deutschen in die Nazismusfä­higkeit ihres Souveräns bedingungslos ist; eben das ist das bleibende Resultat des Nationalso­zialismus als eines Produktionsverhältnisses. Wenn etwa die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrer Neujahrsansprache 2010 sich fragt, was die Zukunft der Krise sein wird, dann lautet die Antwort, „daß die Deutschen in der größten und tiefsten Wirtschaftskrise seit Menschenge­denken eine erstaunlich robuste Gemütsverfassung zeigten.“‚ Dabei verstieg sich die FAZ im weiteren zu Einsichten, wie man sie sonst nur in den Schriften von Hans-Georg Backhaus ver­muten darf: „All das Geld ist genau so lange sicher, bis es jemand haben möchte. Aber warum soll es einer haben wollen, wo es doch so sicher ist? Das Geld der Deutschen ist derzeit in einem logischen Rätsel angelegt.“‚

Der Dreh- und Angelpunkt ist die Frage nach den ökonomischen Kompetenzen des Souveräns, d.h. ob überhaupt und inwieweit er in der Lage ist, dem ökonomischen Desaster zu steuern, was darin als bleibende Erbschaft des Nationalsozialismus gesetzt ist. Eines dieser bleibenden Ergebnisse ist sicherlich die Transformation des Proletariats in nichts als Pöbel und die Transformation der Bourgeoisie, d.h. der angeblich „herrschenden Klasse“, in nichts als Gesindel.‘ Das bedeutet immerhin, daß diejenigen, die sich heute noch anmaßen, das „Kapital“ von Karl Marx als „Bibel der Arbeiterklasse“ (Friedrich Engels) und daher klassenanalytisches Buch zu lesen, in diesem Ansatz ab ovo schon das Resultat des Nationalsozialismus als eines Produktionsverhältnisses ignorieren, um sich dafür um so bequemer in den vom Kapitalver­hältnis selbst eröffneten Antinomien des Ideologischen herumzutreiben, unter anderem vermit­tels der überaus gewagten These, aller Wert resultiere aus Arbeit. Ist Ideologie die bewußtlose, aber absichtliche Reproduktion dieser Antinomien im Meinen und Dafürhalten, so der Pluralis­mus die zum Ganzen aufgespreizte Bewegungsform solcher Meinungsleidenschaft. Der Plura­lismus ist mittlerweile an sich selbst zum letzten und höchsten Stadium von Propaganda ge -worden. Hier herrscht nichts als losgelassene Subjektivität, die an sich selbst die Objektivität der falschen Gesellschaft zum Dogma versteinert. Und hierin übt die Meinung ihre unum­schränkte Diktatur über die Wahrheitsfähigkeit des Denkens aus. Indem die Meinung jenes Reich der Freiheit und herrschaftslosen Kommunikation eröffnet, in dem jedes Statement, je­des Einerseits unvermeidlich und prompt sein Andererseits provoziert, stiftet sie einen Raum, in dem ein herrschaftsfreier ,Diskurs‘, d.h. nichts als der ,zwanglose Zwangs des besseren Ar­guments‘ zu herrschen scheint. Und dieser Schein trügt überhaupt nicht, weder in den Talks­hows noch in den akademischen Kolloquien oder im Wirtschaftsteil der FAZ. Denn er ist die Erscheinung des Verstandes, also jener aberwitzigen Fähigkeit, den Ort der Kritik, an dem sich erst die Wahrheitsfähigkeit des Denkens beweisen müßte, mit den Mitteln von nichts als blöder Logik erst zu okkupieren, dann zu annullieren: alles ist denkwürdig. Das Reich der Meinung wird vom Terror der Logik beherrscht, und so gilt es schon als Kritik, dem je anderen Stand­punkt einen Widerspruch nachzuweisen. Dieses — nicht Wahrheits-, sondern — Richtigkeitskri­terium, nur angewandt auf das Verhältnis von Wert und Geld, sodann von Geld und Kapital er­zeugt den nachhaltigen Eindruck eines ernsthaften Bemühens um Verständnis bei gleichzeitig seliger Kapitulation vor der Sache selbst. Man redet sich um Kopf und Kragen und ist darin glücklich einverstanden mit dem Zweck aller Nationalökonomie, den Marx lapidar als die Or­ganisation des größtmöglichen Unglücks der größtmöglichen Zahl bestimmte.‘ Wie das geht, mit diesem Zweck absolut d’accord zu sein, wenn auch eben: konstruktiv-kritisch, zeigt ein be­liebiger Blick in eine beliebige Ausgabe der FAZ, beispielsweise in die vom 22. Mai 2010. Erstens: man ist sehr besorgt, denn „ob die Währung ihre Funktion als Wertaufbewahrungsmit­tel weiter erfüllen kann, ist fraglich.“ Zweitens: man gibt sich Mühe, sucht einen „sicheren Ha­fen“ für den Wert. Drittens: man wird praktisch, denn „Gold profitiert vom seinem Ruf als wertstabile Geldanlage in Krisenzeiten.“ Viertens: man bleibt aber kritisch, denn: „Allerdings: Gold bietet keine Zinsen oder Dividenden, wie es zum Beispiel bei Aktien üblich ist.“ Fünftens

5 Günter Nonnenmacher, Ein Jahr der Bewährung, in: FAZ vom 4. Januar 2010. Der Aufruf zur Bremer Konferenz attestiert sogar einen „erschreckenden Mangel an Panik“.

6 Nils Minkmar, Und was ist nach dem Geld passiert?, in: FAZ vom 8. Oktober 2008.

7 Siehe dazu Eric Voegelin, Hitler und die Deutschen, München 2006, insbes. S. 88, sowie das Buch des deutschen Gewerkschaftsführers August Winnig, Vom Proletariat zum Arbeitertum, Hamburg 1930.

8 Karl Marx, Ökonomisch-Philosophische Manuskripte, in: Marx-Engels-Gesamtausgabe 1.2, Berlin 1982, S. 203.

 

gibt man zu bedenken: der „V-Dax-News“, auch als die „Fieberkurve des deutschen Aktien­marktes“ bekannt, steigt auf 41°. Aber sechstens weiß man erst recht: „Es gibt derzeit weltweit keinen besseren Kredit als den aus Deutschland.“ Denn schlußendlich ist ja klar, aber das schreibt die FAZ jetzt noch nicht: „Die erste Ursache des Gleichbleibens unserer Währung ist das KZ“, so der führende Volkswirt Adolf Hitler im Januar 1943 bei Tische in der Wolfsschan­ze, als die Herrschaften sich fragten, wie es eigentlich sein konnte, daß trotz des enormen Kaufkraftüberhangs, trotz des enormen Staatsdefizits noch immer keine Inflation losbrach.9

Es hat sich also mit dem „Verhältnis von Basis und Überbau“, und vielmehr ist der „Überbau“ eine unmittelbare Konstitutionsbedingung der „Basis“ selbst; ihm eignet keines­wegs ein höherer Freiheitsgrad als dieser. Für die FAZ ist natürlich die Kapitulation vor der Sache des Geldes die ultimative Enderlösung des Kapitalsubjekts durch den Souverän. Das zeigt sich im heillosen Schwanken der Geldbestimmung: denn einerseits soll dem Geld, genau­er und richtiger: der Währung, die Funktion eignen, den Wert als mit sich identischen darzu­stellen.‘ Das Geld ist in seiner unausweichlich notwendigen Bestimmung und Erscheinung als Münze und als Währung unmittelbar durch den Souverän konstituiert, erst in dieser zugleich politischen Qualität auch nur ein ökonomischer Gegenstand. Wenn der Währung die sog. „Funktion“ eignen soll, den Wert als mit sich identischen darzustellen, dann fällt er, wie in der Rede vom „sicheren Hafen“, in den Bereich der politischen Nautik oder anderer Wissenschaf­ten vom Fetisch. Geld ist Gold — c’est p! Aber andererseits ist das Geld eine Funktion der Selbstverwertung des Werts. Um überhaupt nur Geld sein zu können, den Wert aufzubewah­ren, darf es um keinen Preis der Welt mit sich identisch sein, sonst: rien ne va plus! Was nun? Der zwanglose Zwang des besseren Arguments konfrontiert die Fans der objektiven Wertlehre mit denen der subjektiven. Die Diskussion ist eröffnet, das Geschwätz bricht los. Jeder hat sei­ne Meinung nach Kräften zu logifizieren, bevor sie in ihr gerades Gegenteil umschlägt. Wenn schon die Nationalökonomie als Wissenschaft nichts anderes ist als die zu Kopf gestiegene All­tagsreligion, d.h. die „Metaphysik des Pokerspielers“11, wie Tucholsky 1929 meinte, so ist es die deutsche Volkswirtschaft erst recht.

Daß aber der Wert keine sog. „Funktionen“ hat, sondern das ebenso dingliche wie prozessierende Verhältnis der falschen Gesellschaft zu sich selbst darstellt, d.h. die permanente Vermittlung des Unglücks, das geht über die Hutschnur und bringt alle Diskutanten, die Intel­lektuellen besonders, systematisch um den Verstand. Denn die Ideologie des Geldes schließt das Dritte der Vermittlung systematisch aus. Der Denkzwang des Verstands kollabiert an sich selbst. Die Antinomie des Denkens, die aus dem „Geldrätsel“ (Marx) folgt, muß unbedingt ge -dacht werden, kann dies aber überhaupt gar nicht: daß der erscheinende Wert, daß diese Selbstidentifikation als ein Verhältnis der unmittelbaren Gleichzeitigkeit von These und Anti­these, von „sowohl als auch“ einerseits, von „weder — noch“ andererseits erscheint; daß der Wert die Logik in einem konstituiert wie zugleich überschreitet, das läßt noch das scharfsin­nigste Rindvieh und den gewitzigsten Idioten am Denkzwang kirre werden; und deshalb über­gibt es sich letzten Endes der letzten Instanz: dem Souverän. Kann man das verstehen? Viel­leicht eben dann, wenn der Begriff der Ideologie nicht als objektiv notwendiges falsches Be­wußtsein gefaßt wird, d.h. als widerzuspiegelndes und zu bekennendes Dogma, sondern eben als die spontaneistische Oszillation der Meinung in der Antinomie. Der Begriff der Sache wäre dann die Abschaffung der Sache, d.h.: die Befreiung vom manischen Zwang, das Undenkbare verstehen und theoretisieren zu wollen. Das heißt nichts anderes als: „Die gefährlichste Sorte von Dummheit ist ein scharfer Verstand.“12

9 Adolf Hitler, Monologe im Führerhauptquartier 1941 — 1944. Die Aufzeichnungen Heinrich Heims, hrsg. von Werner Jochmann, Hamburg 1980, S. 88; hier zitiert nach: Hauke Janssen, Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhun­derts, Marburg,32009, S. 515.

10 Nach Alfred Sohn-Rethel ist das Geld „die bare Münze des Apriori“, also das, von dem sich alles in der Einheit von subjektiver und objektiver Geltung ableitet. Betrachtet man unter diesem Gesichtspunkt die Zehn-Euro-Gedenkmünze ,Deutsche Einheit‘, dann steht vorne natürlich die Zahl und man fragt sich da­bei unwillkürlich: zehn, d.h. Quantität — aber von was? Zehn Kilo Fleisch z.B. wäre eine klare Bestim­mung, hier jedoch steht einfach nur zehn, d.h. zehn von einem Souverän, der selber qualitativ nicht be­stimmt ist. Die Sache klärt sich erst, wenn man die Münze umdreht, denn dort steht die Einheit, auf die das Geld geeicht ist: „Wir sind ein Volk“. Man siehe im übrigen das Kapitel „Das Geld und die Subjekti – vität“ in Alfred Sohn-Rethels Warenform und Denkform, Frankfurt 1978, S. 67-89.

11 Tucholsky, a.a.O., S. 163.

12 So Hugo von Hofmansthal, Aufzeichnungen, Frankfurt 1959, S. 44; hier zitiert nach Theodor W. Ador-
no, Noten zur Literatur, Frankfurt1974, S. 379. Adorno fährt fort: „Der törichte Scharfsinn verfügt über
die Allgemeinheit der logischen Apparatur als einsatzbereite Spezialität. (…) Die Scharfsinnigen … kom-

 

Deshalb verweist die feinsinnige Unterscheidung zwischen der Kritik der politischen Ökonomie hier, der „kommunistischen Kritik an Deutschland“ da, auf eine auch unter Frank­furter Schülern durchaus nicht zur letzten Konsequenz getriebene Kritik der politischen Öko­nomie. Offenbar ist es so, daß bei vielen, die Marx lesen, das Bedürfnis nach Marxismus und nach Theorie noch immer nicht durch Materialismus sublimiert wurde. Man möchte das Kapi­talverhältnis so kritisch durchleuchten, verstehen und reflektieren wie die Gebrauchsanweisung seines Vollwaschautomaten, und leider kommt es dann regelmäßig so, daß dem theoretischen Bedürfnis Begriff wie Sache der Kritik von Anfang an auf der Stecke bleiben. Fragt man einen „Kapital-Schüler, der gerade bei der Linkspartei unter Anleitung von Michael Heinrich oder Elmar Altvater „dem Wert auf der Spur“13 ist, womit denn das marxsche „Kapital“ anfängt, heißt es stupid: die Analyse beginne mit der Warenform. Und damit ist bereits alles in den Sand gesetzt: im Unverständnis des Marxschen Anfangs, im einfachen Nichtlesenkönnen wie im akademischen Analphabetismus, stecken schon die Liquidation des Begriffs wie der Sache der Kritik, ihre Substitution durch die Theorie, d.h. das bloße Verständigmachen — weshalb es leider kein Zufall ist, daß das, was für die Rechten die Burschenschaften sind, also eine in die Länge gezogene Adoleszenz, für einige Linke bißchen der antideutsche Kommunismus dar­stellt: eine Phase, in der sie sich für die akademischen Rituale der Theorie, fürs Kopflangertum also, qualifizieren, d.h. das Studentenfutter etwa des Marxologen Ingo Elbe konsumieren. Der hat es zum allgemeinen Neid der Marx-Gemeinde wirklich geschafft, ein sechshundertseitiges Angstschweißwerk herauszubringen (das im übrigen nützlich ist, weil es die Führung eigener Zettelkästen erspart), an dessen Ende das bemerkenswerte Resümee steht, das etwa so lautet, daß man gelegentlich und im übrigen, wenn man dafür ein Forschungsstipendium bekäme, auch noch einige Sätze sagen könnte und müßte über das „Phänomen“ des Antisemitismus.‘ Diese theoretifizierte Marx-„Rekonstruktion“ schließt, weil sie vom Kapital als System aus­geht, den Begriff wie die Sache der Kritik von vornherein aus. Der Widerwille, der Aufhebung des Kapitalverhältnisses in die blanke Barbarei nachzudenken, resultiert aber aus der gewollten Fehlleistung bezüglich des Anfangs des Marxschen „Kapital“. Jeder, der lesen kann, weiß, daß der erste Begriff dieses Buchs der „Reichtum“ ist, nicht die „Ware“ in der faszinösen Schön – heit ihrer „Elementarform“, wie sie sich dem Analytiker zur positivistischen Zerfleischung feil­bietet — es sei denn, man liest das Buch unter der Anleitung von Elmar Altvater, Karl Kautsky, Michael Heinrich oder Wolfgang Fritz Haug.‘ Und in der Konsequenz des marxschen Anfangs liegt weiterhin beschlossen der spezifische Begriff von Wahrheit, der der materialistischen Kri­tik eigen ist — ein Wahrheitsbegriff, den man mit einem der wenigen guten Sätze, die Guy De -bord jemals geschrieben hat, so fassen kann: „Die Wahrheit dieser Gesellschaft ist nichts ande­res als die Aufhebung dieser Gesellschaft.“‚

Daraus folgt das bestimmte Verhältnis von Kritik und Krise statt dessen von Theorie und Praxis, d.h. die Sabotage des nicht nur theoretischen, sondern erst recht des politischen Be­dürfnisses nach Vermittlung. Wer die Frage der Aufklärung, die Frage der revolutionären Sub­version in den verständigen Begriffen von Theorie und Praxis stellt, hat sie in dieser falschen

men zu sich selbst als das gescheite Rindvieh, dem das Wie, der Modus, etwas herauszufinden und nach vorgegebenen Klassen der Begriffsbildung zu sortieren, jegliches Interesse an der sei’s auch subjektiv vermittelten Sache verdrängt.“

13 So das Motto der „Kapital“-Lektürebewegung, die der SDS zwecks Linkspeublierung der ideologi­schen Staatsapparate losgetreten hat.

14 Tatsächlich fällt Elbe nicht so grob mit der Tür ins Haus, denn Seite 599 seines Zettelkastens heißt es vielmehr: „Schließlich sollte das sehr hohe Abstraktionsniveau … nicht dazu verleiten, mögliche prakti­sche Implikationen und politische Effekte derselben apriori auszuschließen. … Zudem könnte die … Per­spektive auf eine Marx-Rekonstruktion und Reinterpretation erweitert werden, um weitere in den 1970er und 80er Jahren auftauchende Versuche zu beleuchten, die aus der Lektüre von Marx und deren Kombi -nation mit anderen theoretischen Ansätzen neue Erkenntnisse … ziehen wollen. Zu denken wäre dabei zum Beispiel an die Versuche von … Moishe Postone, die Kritik der politischen Ökonomie für eine mate – rialistische Erklärung der Phänomene Rassismus und Antisemitismus fruchtbar zu machen …“ (Marx im Westen. Die neue Marx-Lektüre in der Bundesrepublik seit 1965, Berlin 2008): das ist die deutsche Wert-Arbeit.

15 Siehe dazu meinen Artikel „Studentenfutter. Über die Transformation der materialistischen Kritik in akademischen Marxismus“, in: Redaktion Prodomo (Hg.), Marxismus-Mystizismus. Eine Debatte um Marx, Köln 2009, S. 53- 80. Zum Problem des Anfangs unbedingt: Gerhard Stapelfeldt, Das Problem des Anfangs in der Kritik der Politischen Ökonomie von Karl Marx, Hamburg 2009.

16 Guy Debord, Die Gesellschaft des Spektakels, Berlin 1996, S. 170 — Zum Begriff der Kritik außerdem: Initiative Sozialistisches Forum, Das Konzept Materialismus. Pamphlete und Traktate, Freiburg 2009, insbes. S. 243 ff.

 

Form schon an die Politik verraten, hat das Kriterium der Wahrheit durch das der Richtigkeit ersetzt. Daraus folgt weiterhin ein Begriff von Ideologie nicht als das Dogma, das man zu glau­ben hat, sondern als einer beständigen Oszillation der Meinung, als etwas, was man in seiner Meinungssucht alltäglich reproduziert. Marx entwickelt im „Kapital“ eben diesen Begriff von Ideologie in der Diskussion des Geldbegriffs, indem er sogenannte nominalistische und soge­nannte begriffsrealistische oder metallistische Definitionen einander konfrontiert: eben daraus erwächst die „Magie des Geldes“, daß es seinem Funktionär über den Verstand geht. Der Geldbegriff schwankt zwischen der Auffassung, Geld sei ein bloßes Zeichen gesellschaftlicher Konvention und basiere letztendlich auf dem Vertrauen, das man sich wechselseitig als (deut­sche) Subjekte entgegenbringt — und der diametral entgegengesetzten Ansicht, wonach Geld in letzter Instanz doch objektiv Gold, damit in Naturform dargebotener objektiver Reichtum und ,echter Wert‘ sei. Die Nationalökonomie in Geschichte wie Gegenwart ist im Hinblick auf die Geldbestimmung nichts anderes als die endlose Oszillation in der so eröffneten Antinomie; und eben darin geschieht die Reproduktion von Ideologie als Prozeß. Ihr entscheidendes Konstitu­ens ist der theoretische Logifizierungswahn, der die Sache „naiv durch die abgespaltene feti­schisierte Methode substituiert.“‚

Und daß diese gefährlichste Sorte von Dummheit, der scharfe Verstand, eben das ist, was in den Kolloquien der Rosa Luxemburg-Stiftung und anderer ideologischer Staatsapparate trainiert wird, zeigt sich immer dann, wenn Deutsche die Frage diskutieren, was eigentlich das Geld und wie der Zusammenhang von Geld und Staat, von Kapital und Souverän beschaffen ist. Dann eröffnet sich die rabenschwarze Nacht des „antinomischen Denkens“19, und es ge­nügt, das Bildungsbürgerblatt „Die Zeit“ zu lesen, die eine schöne Serie mit dem Titel „Der Zeit-Bildungskanon“ unterhält, um sich darüber zu unterrichten, was die scharfsinnigen Rind­viecher immer so treiben. In Folge 18 wurde unter der Überschrift „Der Rohstoff der Wirt­schaft“ gefragt: „Was ist Geld?“ Man fragt da natürlich immer Leute vom Fach: Akademiker, Ökonomen, Wirtschaftswissenschaftler; und einer von ihnen ist Ernst Fehr, der Bescheid stößt: „Geld ist für den Menschen das, was Käse für Mäuse ist, eine Belohnung.“ Das kann Ernst Fehr nur deshalb so genau sagen, weil er, so „Die Zeit“, „von allen den kühlsten Blick auf das Geld hat, weil das zu seinem Beruf gehört: Fehr ist Wissenschaftler.“ Er ist Ökonom, aller­dings ein sehr ungewöhnlicher, denn „statt mit Effizienztheorien, Transaktionskosten und Sub­stitutionseffekten beschäftigt er sich mit den Menschen, z.B. damit, was Geld im Kopf auslöst.“ Klar ist: Gedanken löst das Geld keinesfalls aus, nur Reflexe. Und damit wird bereits eines der bleibenden Resultate des Nationalsozialismus, die Transformation des Proletariats zum Pöbel, der Bourgeoisie zum Gesindel, begriffslos vorausgesetzt: die Substitution der histo­rischen Erfahrung durch ein reines Reiz-Reflex-Verhältnis, das der Reporter so darlegt: „Die Wissenschaftler an seinem Institut haben den Leuten ins Hirn geschaut und einen Unterschied zwischen Menschen und Mäusen entdeckt. Bekommt eine Maus ein Stück Käse, freut sie sich: man erkennt das daran, daß ihr Hirn Glückshormone ausschüttet. Beim Menschen der Vergan­genheit, der Antike war das vermutlich ähnlich. Zufriedenheit empfand er nicht, wenn er Geld bekam, sondern wenn er das Brot aß, das er davon kaufte und seinen Hunger stillte.. Der mo­derne Mensch ist anders. Die Hormone strömen, sobald er Geld erhält. Er fühlt sich dann be -lohnt, selbst wenn ihm weiter der Magen knurrt. Selbst wenn er schon alles besitzt, wie jene Millionäre, die um weiterer Millionen willen Steuern hinterziehen. Denn Geld ist nicht mehr nur ein Tauschmittel, es ist zur eigenständigen Größe geworden. Der Mensch will es besitzen, weil es ihm ein gutes Gefühl verschafft.“20 Das ist ein weiterer Grund, warum die Psychoanaly­se nicht mehr so hoch im Kurs steht; sieben Jahre, und dann man weiß, daß man unglücklich ist, das führt zu nichts, zum großen Geld schon gar nicht. Noch ein Experte für Ideologiepro­duktion, -distribution und -zirkulation wird befragt, Jörg Conzett, „ein freundlicher, älterer Herr, der ein ungewöhnliches Projekt verfolgt, das ,Moneymuseum'“. Der weiß Bescheid, „denn Wasser hat viel mit Geld gemein, es kommt hereingeschwappt, manchmal fließt es da­von. Der eine ertrinkt fast darin, der andere lechzt nach jedem Tropfen. Deshalb will Conzett in seinem Museum das Geld durch Wasser symbolisieren.“ Der wird gefragt, „ob sich das Wesen des Geldes endgültig wird begreifen lassen? ,Die Kraft des Geldes zu erklären‘, sagt Jörg Con-

17 Karl Marx, Das Kapital, Bd. 1, Berlin 1973 (MEW 23) im Kapitel über den Austauschprozeß, S. 99 ff., hier S. 108. — Was Deutschland dazu zu sagen hat, studiere man einschlägig bei Hjalmar Schacht, Die Magie des Geldes. Schwund oder Bestand der Mark, Düsseldorf/Wien 1966.

18 Adorno, a.a.O.

19 Sohn-Rethel, a.a.O., S. 115.

20 Wolfgang Uchatius, Der Rohstoff der Wirtschaft, in: Die Zeit vom 21. Februar 2008.

 

zett„ist fast so schwer, als wolle man Gott erklären.‘ Nur daß beim Geld niemand bezweifelt, daß es existiert.“21

Merkwürdig: Je metaphysischer die Resultate dieser Spökenkiekerei sind, je okkulter der Versuch, den Menschen in den Kopf zu schauen, um sich „die göttliche Kraft des Geldes“22 zu deuten, desto näher kommen sie der negativen Wahrheit; aber je näher das Rindvieh dieser Wahrheit kommt, desto okkultistischer wird die schwarze Messe der Nationalökonomie. Eben deshalb arbeitet die neueste Beschwörung der traurigen Wahrheit mit den Mitteln der Neuro -physiologie: „’Viele Probleme des realen Lebens kommen von unserer Unfähigkeit, mit Geld umzugehen‘, sagt der Verhaltensökonom Dan Ariely von der Duke-University„Geld ist ein abstraktes Konzept, das wir Menschen nicht verstehen.'“ Aber das macht nichts: knie‘ nieder, gebrauche es, und Du bist gläubig. Und so entdecken diese Hirnforscher „bizarre Wechselwir­kungen zwischen Geld und Mensch. So bringen zum Beispiel Rabattaktionen Hirnareale in Wallung, die auch von Kokain angesprochen werden. Gratisangebote können gar rauschartige Zustände auslösen. In vielen Situationen reagieren hirngeschädigte Menschen vernünftiger als Gesunde.“ Das macht: „Preise sind eine Gefühlssache“, und „in einem Kernspintomographen zeigt sich, wie das limbische System aktiv wurde bei denjenigen, die sich für das schnelle Geld entschieden. Hirnbereiche, die eher nüchtern kalkulieren, wurden von diesem Gefühlszentrum übertrumpft.“23 Am Ende bleibt die selige Kapitulation der Wissenschaft vor der Alltagsreligi­on bzw.: die Aufnordung der Alltagsreligion zur Wissenschaft, wenn auch „der Neurowissen­schaftler Prof. Christian Eigner vom Universitätsklinikum Bonn, Mitbegründer der Life and Brain GmbH“, zugeben muß, daß es einfach nicht gelingen mag, „Licht ins Dunkel der Konsu­mentenschädel zu bringen.“‚

Glücklich ist, wer vergißt, daß er längst schon hirntot ist. Das Geld ist eine vermale­deite Sache, und wenn man nicht mehr ein noch aus weiß, greift man sich den nächsten Fach­mann — in unserem Fall haben wir das Glück, jemanden befragen zu können, der in höchsteige­ner Person die Theorie mit der Praxis so fugendicht verschmolzen hat, daß jeder Bolschewik ernsthaft neidisch werden müßte. Wir fragen also Anton Ackermann, der vor vielen Jahren eine Doktorarbeit geschrieben hat mit dem Titel: „Der Einfluß des Geldes auf die realen Wirt­schaftsprozesse“25. Während die Rolle des Hirntods beim Erfolg akademischer Karrieren insbe­sondere im Fach ,Postmoderne‘ längst als so erforscht gelten kann wie die heilsame Potenzie­rung von nichts mit gar nichts in der Homöopathie oder die umwerfende Erotik des Astralleibs, hat sich Ackermann schon vor Jahrzehnten dankenswerterweise dieser unheimlich wichtigen, aber leider viel zu selten gestellten Spezialfrage zugewandt. Und deshalb hat ihm die „Frank­furter Allgemeine“ mitten in der Krise seine vor dreißig Jahren erschienene Doktorarbeit noch einmal rezensiert und mußte, trotz aller Hochachtung, doch allerdings kritisch anmerken: „Die Krise legt offen, daß die Rolle des Geldes … in den volkswirtschaftlichen Theorien, insbeson­dere auch in den Geldtheorien unterbelichtet ist.‘ Selbst als radikaler Anhänger der Idee des wissenschaftlichen Fortschrittes durch langsame Aufhäufelung von Fakten, Fakten, Fakten und deren penibler Rubrifikation ist man doch etwas enttäuscht, daß sich seit Adam Smiths Kotau vor der „unsichtbaren Hand“ so wenig getan haben soll in dieser doch nicht ganz unwichtigen Frage, aber immerhin ist damit offengelegt, daß die Ideologie des Geldes genau darauf geht, daß die Bedingung der Möglichkeit, zwischen produktivem und spekulativem, zwischen ,raf­fendem‘ und ,schaffendem‘ Kapital zu unterscheiden in der Existenz des Geldes schon je an sich präsent ist. Indem überhaupt nur vom „Einfluß des Geldes auf das reale Wirtschaftsge – schehen“ die Rede sein kann, ist die Bedingung der Möglichkeit deutscher Ideologie schon ge­nau so präsent, wie Moishe Postone sie in seinem schon klassischen Aufsatz über die Logik des Antisemitismus expliziert hat.27 Allerdings ist es nötig, Postones Bestimmungen aufhebend zu radikalisieren, indem man zeigt, wie diese im Geld sich präsentierende Antinomie zwischen dem Gebrauchswert und einer merkwürdigen äußeren, abstrakten Macht in Bezug auf das Ka-

21 Ebd.

22 Marx, Ökonomisch-Philosophische Manuskripte, S. 565.

23 Patrick Illinger, Rabatt im Hirn. Der Finanzcrash ist kein Wunder: Menschen sind einfach nicht dafür gemacht, mit Geld umzugehen, in: FAZ vom 25./26. Oktober 2008.

24 Silke Gronwald/Rolf-Hermann Peters, Hilfe, Rabatt!, in: Stern Nr. 47 vom 17.11.2011.

25 Josef Ackermann, Der Einfluß des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen — eine theoretische Ana­lyse, Bern 1977. Nota bene: „theoretische Analyse“!

26 Benedikt Fehr, Von der Theorie zur Praxis: Ackermans Einsichten in die Geldschöpfung, in: FAZ vom 2. Februar 2009.

27 Moishe Postone, Antisemitismus und Nationalsozialismus, in: Ders., Deutschland, die Linke und der Holocaust. Politische Interventionen, Freiburg 2005, S. 165 — 194.

 

pital als „automatisches Subjekt“ sich darstellt. Es ist eine der bedenklichsten Entwicklungen der letzten Jahre, daß das Wort vom „automatischen Subjekt“ zur Erkennungsparole einer ge­wissen „Kapital“-Interpretationsfraktion verkam, anstatt es, als negativ-synthetische Metapher für die Antinomie, zu explizieren — insbesondere im Hinblick auf die Fragen: was ist der Be -griff des Kapitals, womit beginnt die Kritik, was ist die Kritik in genauem Gegensatz zur Theo­rie, kann man überhaupt „verstehen“, was mit Begriff und Sache des Kapitals gemeint ist?‘

Bei Marx heißt es: Der Wert, in der Form schon des Geldes als das „perpetuum mobi­le der Zirkulation“29 gesetzt, „geht beständig aus der einen Form in die andere über, ohne sich in dieser Bewegung zu verlieren und verwandelt sich so in ein automatisches Subjekt. Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärung: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat … wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, … sich selbst verwertet. (…) Er hat die okkulte Qualität gewonnen, Wert zu setzen, weil er Wert ist.“ Und weiter: „Als das übergreifende Subjekt eines solchen Prozesses, worin er Geldform und Warenform bald annimmt, bald abstreift, sich aber in diesem Wechsel erhält und ausreckt, bedarf der Wert vor allem einer selbständigen Form, wodurch seine Identität mit sich selbst konstatiert wird. Und diese Form besitzt er nur im Gelde.“ Der Wert wird also bestimmt als etwas Identisch-Nichti­dentisches, das sich zur Form des Geldes als einer äußeren, zwar unbedingt notwendigen, aber ihn keineswegs konstituierenden Bedingung verhält, denn seinem Begriffe nach „stellt er sich plötzlich dar als eine prozessierende, sich selbst bewegende Substanz, für welche Ware und Geld beide bloße Formen.“31 Genau dies ist in der Postoneschen Darlegung des Wertbegriffes allerdings unterblieben, weil er zwar die in der Warenform gesetzte Spaltung von abstrakt und konkret, von Form und Stoff nachvollzieht, aber die Polarität nicht als ein notwendig prozes­sierendes Verhältnis der Identität und Nichtidentität des Kapitals faßt, d.h. als „Abstraktion in actu“32, die gleichwohl dazu verdammt ist, sich zu vergegenständlichen.

Und das heißt: das Geld ist die unbedingt notwendige, dingliche Form, in der das Ka­pital nur erscheinen kann, d.h. die Form seiner objektiven gesellschaftlichen Gültigkeit — aber zugleich ist das Geld diejenige Form zugleich, die es am Prozessieren hindert, die es daher um jeden Preis überschreiten muß. Das Medium, in der sich das Prozessieren vollzieht, ist die Zeit. Der notorische, zum Judenhaß und zum Antizionismus sich spreizende „Proudhonismus“ des linken Geldbegriffes“ wäre nur dadurch zu kurieren, daß man die sozialvölkische Propaganda gegen die Aufspaltung des Kapitals in spekulatives und produktives, in ,raffendes‘ und ,schaf­fendes‘, dadurch subvertiert und sabotiert, indem dargestellt wird, daß die sogenannte Spekula­tion nichts anderes darstellt als eine zutiefst und wesentlich kapitalproduktive Tätigkeit, weil die Rationalisierung des Geldumlaufs, die Beschleunigung und Verkürzung der Zirkulations­zeit einen unmittelbar produktiven Dienst an der Kapitalakkumulation darstellt. Es gibt also nicht nur nicht den geringsten Grund, sich im Namen der produktiven Arbeit über die Spekula­tion zu erheben — vielmehr ist die erfolgreiche Spekulation und ist jede Hedge-Fonds-„Heu­schrecke“ für die Akkumulation ebenso substantiell notwendig und konstitutiv wie noch jede Fließbandarbeit. Wer dagegen, wie etwa Sarah Wagenknecht, gegen den „globalen Geldadel“‚ agitiert, wird schon wissen, warum er die Spekulanten von derart anderer Rasse darstellt wie nur die bürgerlichen Revolutionäre von 1798 die kosmopolitische Aristokratie.

Diese Zuspitzung der Kritik des Antisemitismus setzt allerdings den Bruch mit jeder Klassenmetaphysik der Arbeit voraus, den Bruch mit jedweder Interpretation, die das Kapital als wie immer entfremdete Selbstdarstellung der gesellschaftlichen Arbeit darzustellen beliebt, d.h. als einen entfremdeten Gesamtarbeiter, der irgendwie nicht recht bei Sinnen ist. Das Kapi­tal wird keineswegs irgend durch Arbeit konstituiert, bedingt oder erfordert. Sondern die Ar­beit ist jene Form der produktiven menschlichen Tätigkeit, wie sie vom Kapital gesetzt wird:

28 Vgl. Initiative Sozialistisches Forum, Der Theoretiker ist der Wert, Freiburg 2000.

29 Marx, Kapital, Bd. 1, S. 144.

Ebd., S. 168f. Die Entfaltung der Darstellung des automatischen Subjekts führt darauf, daß es sich kei – nesfalls um einen „Kreislauf“ handelt.

31 Ebd.

32 Marx, Das Kapital, Bd. 2 (MEW 24), S. 109.

33 Vgl. Kapital, Bd. 1, S. 102, über „die Pffiffigkeit des kleinbürgerlichen Sozialismus“ in Sachen Geldre­form, vgl. des weiteren Frdddric Krier, Sozialismus für Kleinbürger. Pierre Joseph Proudhon — Wegbe­reiter des Dritten Reiches, Köln/Weimar/Wien 2009.

34 Sarah Wagenknecht, Wahnsinn mit Methode. Finanzcrash und Weltwirtschaft, Berlin 32009, S. 185.

 

als Naturkraft.‘ Kapital und Wert sind, so verstanden, nichts anderes als jene Kategorien, in denen sich die Negativität der Gesellschaft, d.h. die Spaltung der Gattung in Herr und Knecht wie ihre falsche Vermittlung unter der so egalitären wie homogenen Form des Subjekts, sich mit sich selbst vermittelt und als nichts anderes „erscheint“ denn als Kampf um die Quantität des Geldes.36 Deshalb sind Marx, wo er Materialist ist, alle sozialdemokratischen Flausen zu­wider von wg. Wert der Arbeit, und ist sein kategorisches Urteil über das Proletariat klar, denn es ist „die selbstbewußte und selbsttätige Ware, die Menschenware“, d.h. der „subjektivierte Tauschwert“.37 Eben deshalb ist es unabdingbar, den Anfang des „Kapital“ vom Begriff des Reichtums, nicht dem der Ware aus zu ,rekonstruieren‘. Denn der erste Satz lautet ja ausdrück­lich: „Der Reichtum der Gesellschaften, in denen kapitalistische Produktionsweise herrscht, er­scheint als eine ,ungeheure Warensammlung‘, die einzelne Ware als seine Elementarform“‚ —weil nur unter dieser Voraussetzung sich die Frage stellt: was ist das für ein seltsamer Reich­tum, der nicht ganz bei sich ist und bleiben kann, der gezwungen ist, zu „erscheinen“ und sich in der Form seines eigenen Gegenteils darzustellen, weil er im Gesellschaftszustand der erst gespaltenen, dann falsch versöhnten Menschheit erzeugt wurde? Was ist Reichtum an sich selbst wie seinem Begriff nach anderes als freie Aneignung nach Bedürfnis in freier Zeit? „Was ist der Reichtum anderes als die in universellem Austausch erzeugte Universalität der Bedürfnisse, Fähigkeiten, Genüsse, Produktivkräfte etc. der Individuen“?39 Warum muß dieser Reichtum in der „Elementarform“ der Ware als Ausschluß aller durch alle vom Reichtum er­scheinen, dieser allgemeine Ausschluß sodann als der vermittels des prozessierenden Werts or­ganisierte totale Einschluß im offenen Vollzug der kapitalisierten Gesellschaft? Nur deshalb, weil der Reichtum in seiner vernagelten Warenförmigkeit nur die „innerlich verzweifelte Ar­mut“‚ darstellt, der Antagonist seiner selbst. Also ist unterm Kapital im Reichtum ein von Grund auf selbstnegatorisches Moment gesetzt, das eben ein Vermittlungsproblem aufwirft. Und das, worauf die endlosen Exerzitien der „Kapital“-Rekonstruktion abzielen, ist nichts an­deres als die Vermittlung dieser Negativität, die notwendigerweise in dinglicher Form erschei­nen muß, zu theoretisieren, d.h. marxistisch zu rechtfertigen, wo es nichts zu verstehen, schon gar nichts politisch zu ,regulieren‘, sondern etwas abzuschaffen gilt. So ist der deutsche Mar­xismus seit dem August 1914, dann erst recht und tatsächlich seit der Wannsee-Konferenz zu einem Abspaltungs- und Verdrängungsunternehmen geworden, das von Klassenkampf faselt statt endlich vom Gebot der materialistischen Vernunft zu reden und eine Entscheidung zu for­dern: „Politische Ökonomie oder Herrschaft der Sozietät über den Reichtum.‘

Als prozessierende Vermittlung der gesellschaftlichen Negativität, wie sie in der para­doxen Formulierung vom „automatischen Subjekt“ bündig zusammengefaßt ist, als das „Über­greifende und sich Behauptende‘, das gleichwohl nur im permanentem Formwandel mit sich identisch sein kann, hat das Kapital nur zwei geborene Feinde: der eine ist die Stofflichkeit der Natur, der andere Feind ist die Zeit schlechthin. Jede Zeit, die vergeht, ist jedenfalls zuviel Zeit gewesen und das ist der Grund dessen, warum Marx so überaus gerne den alten Benjamin Frank] in mit seinem Satz von wegen „Time is Money“ zitiert — ein Moment, das abermals auf die originär produktive Funktion der Spekulation hinweist. Alle Akkumulation kann sich nur in der Zeit vollziehen, aber jede Stunde, die sie braucht, wird eine Stunde zuviel gewesen sein. Das ist das grundlegende Dilemma, weswegen Marx im zweiten Band des „Kapital“ sagt, daß die Zeit des Kapitals ihrem Begriffe nach die Nullzeit ist, d.h. die Aufhebung und die Vernich­tung jedweder Zeit: „Je mehr die Zirkulationsmetamorphosen des Kapitals nur ideell sind, d.h. je mehr die Umlaufszeit = 0 wird oder sich Null nähert, um so mehr fungiert Kapital, um so größer wird seine Produktivität und S elbstverwertung.“43 Und in den „Grundrissen“ heißt es dazu: „Das Maximum der Verwertung des Kapitals wie der Kontinuität des Produktionsprozes­ses oder die Zirkulationszeit = 0 gesetzt; d.h. also, die Bedingungen, unter denen das Kapital

35 „Der Kapitalist hat durch den Kauf der Arbeitskraft die Arbeit selbst als lebendigen Gärungsstoff den toten ihm gleichfalls gehörigen Bildungselementen des Produkts einverleibt. (…) Der Arbeitsprozeß ist ein Prozeß zwischen Dingen…“ (Kapital, Bd. 1, S. 200).

36 Vgl. Karl Marx, Reflection (1850), in: MEGA IV.8, S. 227ff.

37 Marx, Ökonomisch-Philosophische Manuskripte, S. 524.

38 MEW 23, 49 (meine Hervorhebung).

39 Marx, Grundrisse der Kritik der Politischen Ökonomie (Rohentwurf) 1857 —1858, Berlin 1974, S. 387. 48 Ebd., S. 139 — Vgl. im übrigen Wolfgang Pohrt, Theorie des Gebrauchswerts (1977), Berlin 1995.

41 Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, in: MEW 1, S. 382.

42 MEW 43, 11

43 Marx, Das Kapital. Zweiter Band: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals, Berlin 1973 (MEW 24), S. 127.

 

produziert, seine Beschränktheit durch die Zirkulationszeit, die Notwendigkeit, die verschied­nen Phasen seiner Metamorphose zu durchlaufen, aufgehoben. Es ist die notwendige Tendenz des Kapitals, danach zu streben, die Zirkulationszeit = 0 zu setzen, d.h., sich selbst aufzuheben, da nur durch das Kapital die Zirkulationszeit als die Produktionszeit bestimmendes Moment gesetzt ist.“‚

Die Echtzeit des Kapitals besteht in der Tendenz, sich selber = Null zu setzen; sie ist die Aufhebung jeder Zeit, damit auch die Aufhebung jeden Gedächtnisses, jeder Geschichte und jedweder Erfahrung. Damit ist schon der gesellschaftliche Grund gesetzt, warum es un­möglich ist, aus irgendwelchen politisch angedrehten Gedenkübungen an die Ermordung der Juden je ein kritisches Bewußtsein der Geschichte zu gewinnen, weil die Zeit des Kapitals des­sen Voraussetzung, das Gedächtnis, zerstört. Aus diesem gesellschaftspraktischen Begriff der Zeit des Kapitals folgt jedenfalls alles, was Marx über Börse und Kredit, über fiktives Kapital und über das Bankwesen zu sagen hat; und es faßt sich so zusammen: „Das Maximum, das die Geschwindigkeit der Zirkulation, wenn sie aufstiege, bewirken könnte, wäre die Zirkulations­zeit = 0 zu setzen, d.h. sich selbst aufzuheben. Sie kann also nicht ein positiv wertschaffendes Moment sein, da ihre Aufhebung — Zirkulation ohne Zirkulationszeit — das Maximum der Ver­wertung, ihre Negation = der höchsten Position der Produktivität des Kapitals wäre.“‚ Und schlußendlich: „Die Zirkulationszeit drückt nur die Geschwindigkeit der Zirkulation aus; die Geschwindigkeit der Zirkulation nur Schranke derselben. Zirkulation ohne Zirkulationszeit —d.h. das Übergehn des Kapitals aus einer Phase in die andre mit derselben Schnelle, womit der Begriff umschlägt — wäre das Maximum, d.h. das Zusammenfallen der Erneurung des Produk­tionsprozesses mit seiner Beendigung.“‚ Der Haß, den u.a. die Linkspartei gegen die Spekula­tion andreht, ist deswegen so furchtbar, weil er so grundlos ist, und die Propaganda von wegen die Spekulanten hätten „vergessen, daß Geld eine dienende Funktion hat“47, ist deswegen so grundlos, weil sie die Deutschen schon wieder machen will, die es längst schon gibt.

Daraus folgt ein Begriff des Kapitals, der im Jenseits jeder Arbeits- und Klassenmeta­physik liegt. Vielmehr ist das Kapital ein sich historisch zu seinem logischen Begriff entfalten­des Gesellschaftsverhältnis. Deshalb kann die tatsächliche Gesellschaftsgeschichte des Kapitals nur der grausige Versuch sein, sich selbst als die reine Nullzeit zu setzen, d.h. der Akkumulati­on durch die Kassierung und Liquidation jeder Vermittlung so unmittelbar zur gesellschaftli­chen Geltung zu verhelfen, wie „der Begriff umschlägt“ und aus der Idee einer bestimmten Profitrate von jetzt auf gleich deren geldförmige, gesellschaftliche Geltung und Wirklichkeit folgt. Daß diese geschichtliche Perspektive des Kapitals über Krisen vermittelt ist, ist evident; daß der totale Zusammenbruch der Akkumulation, wie er 1929 in Deutschland eintrat, genau die Konsequenz darstellt, ebenfalls. Den negativen Begriff der Kapitalzeit vorausgesetzt, ist ebenso klar, daß sich dadurch alle ökonomischen Bestimmungen substantiell von der Theorie zur Kritik zu bewegen haben — insbesondere jene nicht nur von der Nationalökonomie propa­gierte Auffassung, wonach die Volkswirtschaft wesentlich nichts anderes sei und eigentlich zu sein habe als Reproduktion. Darin wird das Kapital als ein einfacher Kreislauf aufgefaßt —während Marx im genauen Gegensatz zu diesem eingängigen Ideologem das Bild der Spirale wählt: „Konkret betrachtet löst sich die Akkumulation des Kapitals auf in die Reproduktion auf progressiver Stufenleiter. Der Kreislauf der einfachen Reproduktion verändert sich nun und verwandelt sich, nach Sismondis Ausdruck, in eine Spirale.“‚ Die beständig höher steigenden und zugleich enger werdenden Schleifen der Spirale, der Versuch des Kapitals, sich selbst wie die Katze in den Schwanz zu beißen und mit sich selber selbstbezüglich so identisch zu wer – den, daß der Umschlag seines eigenen Begriffs in die unmittelbare, in die vermittlungslose Wirklichkeit möglich wird — diese so unbedingt notwendige wie niemals und nimmermehr gelingende Bewegung eskaliert in den progressiv sich verengenden Schleifen einer Spirale und beschreibt darin den historischen Versuch des Kapitals, seines eigenen Unwesens auch empi­risch-praktisch innezuwerden. Hier zeigt sich, sagt Marx, die Zeit als die „negative Schranke“ des Versuches, die Umlaufzeit des Kapitals auf Null zu setzen.‘

44 Marx, Grundrisse, S. 547.

45 Ebd., S. 530.

46 Ebd., S. 550.

47 Franz Müntefering, zitiert nach „25% Gewinn sind eine moralische Verirrung.“ SPD-Chef Franz Mün­tefering über Manager als Gangster, den Kampf für deutsche Fabriken und einen neuen, sozialen Kapita­lismus, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 3. Mai 2009.

48 Marx, Kapital, Bd. 1, S. 607.

49 Marx, Kapital, Bd. 2, 127f.

 

Aus diesem fundamental autistischen Selbstverhältnis des Kapitals kann zugleich das Verhältnis von Politik und Ökonomie, von Staat und Geld, von Souveränität und „automati­schem Subjekt“ bestimmt werden. Wenn das Kapital diese Zwanghaftigkeit der prozessieren­den Identität ist, d.h. ein auf die Freiheit seines Willens programmierter Roboter, ein auf nichts als die Vergegenständlichung dieses Verhältnisses bei gleichzeitiger Reproduktion eben dieses Verhältnisses, das die reine Ungegenständlichkeit ist, zielender „automatischer Fetisch“ (Marx), dann ist allein das Geld das erscheinende Wesen, das dem Staat in seiner politischen Aktion zugänglich ist. Der Staat kann das Kapital allein in der Geldform erreichen, also in der Form, in der das Geld, wie Marx sagt, die „allgemeine Ware der Kontrakte“‚ ist und sich als eine so identische wie dingliche wie eben auch rechtsförmige Sache darbietet.‘ Das heißt aber unmittelbar zugleich: der Staat kann nie und nimmer in der Echtzeit des Kapitals selbst agie -ren. Er kann das Kapital niemals einholen, er vermag es nur, im Ausnahmezustand seines Ge – waltmonopols auf Leben und Tod, zu überholen — und damit sind alle, insbesondere auch die keynesianischen Strategien der Politik zur definitiven Behebung des Akkumulationsproblems systematisch ausgeschlossen. Der Staat kann nur in dem historischen Augenblick, in dem die Spirale in sich zusammenfällt, dann also, wenn selbst die einfache Reproduktion kollabiert und so die Ideologie vom Kreislauf der Lüge straft, die sie immer schon war, die Kapitalzeit über­holen und, im Ausnahmezustand, die unbedingte Geltung des Geldes als Währung mit den Mit­teln seiner absoluten Gewalt dekretieren und durchsetzen: an das Geld muß man tätig glauben, sonst hat man dran zu glauben.

Die erste Gesellschaft, in der diese logische Zwanghaftigkeit des Kapitals historisch und praktisch wurde ist, war der Nationalsozialismus. Sein Begriff ist aus dieser Perspektive zu entwickeln als der so unerbittliche wie notwendig vergebliche Kampf des Souveräns um die Aneignung des automatischen Subjekts als die legitime Substanz und erste Natur der Deut­schen. Es bedarf einer nur geringen Übertreibung, um in diesem deutschen Souverän die be­stimmte Wahrheit noch der romantischen Staatsauffassung zu erblicken: „Der Staatsmann“, so heißt es in Adam Müllers „Elementen der Staatskunst“, „muß unaufhörlich das Nationalgeld und die Metalle oder das Universalgeld vermitteln; er muß das über diese beiden Geldsorten erhabene, höhere, lebendige Geld sein.“‚ Wie dieser Kampf des Souveräns mit der Nullzeit als Totalbankrott des Kapitals im Postfaschismus in den Wirtschaftsblättern und in den schwarzen Messen des nationalökonomischen Okkultismus sich artikuliert, läßt sich, wie immer verläß­lich, in der FAZ studieren: hier leidet man darunter, daß „die Lichtgeschwindigkeit ist der be­grenzende Faktor“‚ der Volkswirtschaft ist. Das ist zwar eine wirklich schlimme Nachricht, aber kein Grund, den Kampf aufzugeben, denn: „Die deutsche Börse will ihre Handelsverbin­dungen zu anderen Börsenplätzen verbessern. Dazu sollen künftig die geographisch kürzesten Datenwege genutzt und mit den neuesten Übertragungstechniken ausgestattet werden. Ein in Amsterdam erteilter Handelsauftrag soll künftig in 3,3 Millisekunden in Frankfurt eintreffen. Bereits im August hatte die Börse mitgeteilt, die Verbindungen nach London derart zu optimie­ren, daß Handelsaufträge binnen 5 Millisekunden von einem Handelsplatz zum anderen gelan­gen. Handelsgeschäfte in Frankfurt brauchen vom Kundenauftrag bis zur finalen Rückbestäti­gung nur noch 0,7 Millisekunden. Die Verbindung nach Paris soll nur mehr 4,5 Millisekunden dauern, die nach New York maximal 40 Millisekunden. Für immer mehr Marktteilnehmer ist die extrem hohe Handelsgeschwindigkeit von elementarer Bedeutung.“‚ Der Kampf bricht los, jeder Broker versucht, seinen Rechner möglichst nah an der Börse aufzustellen, denn es ist klar, im algorithmischen Handel, der versucht, die Zeit des Kapitals auch empirisch auf Null zu bringen, ist derjenige im Vorteil, der die Millisekunde Vorsprung hat. „Es kommt beim Handel auf jede Millisekunde an, weil die erwartete Reaktion sonst eintritt, bevor der Computer rea­giert hat. Die nahe Hamburg beheimatete IAT hat deshalb 30 Hochleistungsserver direkt an der Börse Frankfurt aufgestellt. ,Der Wertpapierauftrag braucht etwa eine Millisekunde auf hun­dert Kilometer. Bis Hamburg und zurück gingen uns so etwa 10 Millisekunden verloren — das ist zuviel.'“ Immerhin gibt es noch einen „Panikbutton“, wenn die Algorithmen falsch pro-

50 Marx, Kapital, Bd. 1, S. 154.

51 Siehe dazu in Eugen Paschukanis‘ Buch Allgemeine Rechtslehre und Marxismus (1928/Freiburg 2003) S. 109ff. das Kapitel über „Ware und Subjekt“ sowie S. 134ff. das über „Recht und Staat“, die Konse­quenzen aus Sohn-Rethels o.a. Bestimmungen über Geld und Subjektivität ziehen.

52 Adam Müller, Die Elemente der Staatskunst. Sechsunddreißig Vorlesungen, Berlin 1936 (Neuausgabe des Originaldrucks 1808-1809), S. 381.

53 Im Gespräch: Tim Guldimann von Sungard über den technologischen Fortschritt im Wertpapierhandel, in: FAZ vom 23. November 2007.

54 Frankfurt — Amsterdam in 3,3 Millisekunden, in: FAZ vom 15. Januar 2010.

 

grammiert sind.‘ Das ist es also das, was die Gesellschaft in den Hedge-Fonds vorsätzlich be­griffsstutzig als „Spekulation“ anglotzt: nichts weiter und weiter nichts als der Versuch, die Kapitalzeit, die ihrem Begriffe nach Null ist, auch empirisch-praktisch auf Null zu setzen. Und wenn es zum Segen aller „der Computer ist, der neutral und transparent den Preis berechnet“, dann macht es nichts, daß „ein Mensch in diesem Kampf um die Zeitvorsprünge überfordert wäre“ — nur leider „fehlt das menschliche Antlitz der Börse mittlerweile‘, was aber auch nichts macht, „denn die Finanzen sind eine sehr direkte, sichtbare Manifestation geistiger Kräf­te“ und es ist in Wahrheit „das Unbewußte, das den Geldstrom bremst.“‚

Die ideologische Zwangsvorstellung vom „Kreislauf“ des Kapitals, wie sie in den ok­kulten Riten der deutschen Nationalökonomie und den daraus folgenden politischen Praktiken bemüht wird, bezeichnet daher unmittelbar zugleich den Vorschein der Aufhebung des Kapi­tals in nichts als Barbarei wie dann auch die bewußte Aneignung ihrer Resultate. Otto Veit, 1947 der Neubegründer der Hessischen Landesbank, faßte in seiner Gründungsrede die Lehre aus dem Faschismus folgendermaßen zusammen: „Kann der Kreislauf der Güter in einer mo – dernen Geldwirtschaft so gestaltet werden, daß er dem naturalen Kreislauf in der geldlosen Wirtschaft entspricht? Soweit dieses möglich ist, wird das Geld zum reinen Verrechnungsgeld. Es wird neutral. Die Neutralität ist der ideale Grenzfall.“ Zwar ist dann noch vom „geheimnis­vollen Etwas des Geldes“‚ die Rede, aber es ist klar, daß der „naturale Kreislauf“ die übergrei­fende Bestimmung ist. Darin, wie der Nationalsozialismus sich in der Sprache der Politik und der Nationalökonomie fortschleppt, ist das so sinnlose wie ideologische, doch evidente Phan­tasma vom Kreislauf unabdingbar — so im Gerede vom nur dem Gemeinwohl verpflichteten Unternehmertum in der Rede Otto Köhlers, des früheren Bundespräses, vom „Geldkreislauf“, der die „Lebensader“ der Wirtschaft sei. Desweiteren meint Köhler: „Wir wollen auch den Wert und die Würde der Arbeit neu entdecken. (…) Das ist die Lehre aus unserer Geschichte. Arbeit, Kapital und Nachhaltigkeit gehören zusammen. Bei uns. Und überall.“ Und dann noch, was allerdings niemand bestritten hatte: „Die Deutschen haben etwas anzubieten beim Aufar­beiten der Krise“‚ — und sei es nur eben die unvergeßliche Erklärung des obersten aller Volks­wirte damals in der Wolfsschanze. Daß es der „Gemeinnutz“ ist, der vor „Eigennutz“ geht, das schreibt nicht allein das famose Grundgesetz fest‘, das ist zugleich das selbstverständliche amtliche Endergebnis der einfachen Tatsache, daß, „je größer der Humbug, desto wissenschaft­licher die Versuchsanordnung“61, was kein Geringer er als der Jura-Professor Dr. Rolf Stürmer aus Freiburg bescheinigt, wenn er im Ergebnis langjährig mühseliger Forschung weiß: „Die deutsche Gesellschaft hat in der Vergangenheit ein sozial integriertes Unternehmertum vorge­zogen, das nicht nur durch Gewinnschöpfung, sondern auch durch ein unternehmerisches Ethos im Dienst der Allgemeinheit und der Arbeiterschaft motiviert war.“62

Der „naturale Kreislauf“ bezeichnet ein Gesellschaftsverhältnis, in dem die Individuen mit ihrer Funktion als kapitalhörige und kapitalfunktionale Subjekte rückstandslos nicht nur zu verschmelzen haben, sondern unbedingt verschmelzen wollen. Um die Transformation, die hier statthat, zu ,rekonstruieren‘, ist es notwendig, die Marxschen Bestimmungen des Fetischcha­rakters nicht nur, was katastrophal genug ist, als die Darstellung der Gesellschaft als Quasi-Na­tur und daher Ameisenstaat zu begreifen, sondern als die wirkliche Naturalisierung des Gesell­schaftlichen, nach der die Individuen aus freiem Willen verlangen müssen. Das „Als ob“ der fetischistischen Fiktion wird handgreiflich erste Natur. Wie die Individuen als Subjekte konsti­tuiert werden, ist bei Marx nachzulesen: „Als Subjekte der Zirkulation sind sie zunächst Aus­tauschende und daß jeder in dieser Bestimmung gesetzt ist, macht gerade ihre Bestimmung aus.

55 Aktienhandel in Millisekundenschnelle, in: FAZ vom 23. November 2007.

56 Daniel Mohr, Ohne menschliches Antlitz, in: FAZ vom 15. November 2009.

57 Alles weitere dazu in Einblick. Zeitschrift für Metaphysik, Kultur und Wissenschaft, 16. Jg, Nr. 4 (Juli/August 2006), S. 38.

58 Otto Veit, Deutsche Geldpolitik, Frankfurt 1950, S. 128f. — Zur Kritik dieses wirkmächtigen Unfugs siehe demnächst Hans-Georg Backhaus, Marx, Adorno und die Kritik der Volkswirtschaftslehre, Freiburg 2012.

59 Horst Köhler, Der Markt braucht Regeln und Moral. Die „Berliner Rede“ vom 24. März 2009, in: FAZ vom 25. März 2009.

60 Siehe dazu Initiative Sozialistisches Forum, Der Staat des Grundgesetzes, in: Dies., Das Konzept Mate­rialismus, Freiburg 2009, S. 40 — 48, sowie Dies., Kalkül und Wahn, Vertrauen und Gewalt. Vor dem Ausnahmezustand des Kapitals, in: Ebd., S. 233 — 242.

61 Theodor W. Adorno, Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben, Frankfurt 1979, S. 327.

62 Rolf Stürmer, Fortschritt durch Eigennutz?, in: FAZ vom 9. Oktober 2008.

 

Sie treten in der Tat nur als subjektivierte Tauschwerte, das heißt lebendige Äquivalente entge­gen, als Gleichgeltende. Als solche sind sie nicht nur gleich, es findet vielmehr nicht mal eine Verschiedenheit zwischen ihnen statt.“63 Als Subjekte der Zirkulation und Produktion sind die Individuen in absoluter, unterschiedsloser Homogenität und Identität gesetzt; und dieser „fictio juris“64 haben sie zu genügen, die zugleich, wie Strafrechtler gerne sagen, eine „staatsnotwen­dige Fiktion“‚ ist: Als solche sind sie das natürliche Material des Staates.

Aber in diesem Subjektstatus wird eine Identität des Individuums als Privateigentümer seiner selbst unterstellt, die keinesfalls in die Verfügung der subjektivierten Individuen fällt, sondern auf gut‘ Glück der Akkumulation geht. Sie sind daher beständig auf der Jagd nach ih­rer Identität, dem Identitätszwang ausgesetzt; und auch hier ist es notwendig, in bestimmter Negation über die Darstellung Moishe Postones hinauszugehen. Denn Postones Versäumnis, die von der Warenform gestiftete Antinomie als notwendig prozessierendes Verhältnis zu be­greifen, wiederholt sich in seiner Bestimmung der Subjektform. Deshalb muß ihm entgehen, daß die Rassifizierung des Subjekts kein „Rückfall“ auf vorkapitalistische Bestimmungen ist, sondern der „Triumph der repressiven Egalität“, d.h. die Entfaltung und Radikalisierung eben der „Gleichheit des Rechts zum Unrecht durch die Gleichen“, der Versuch des Subjekts, die negative Wahrheit der repressiven Vergleichung, die in der Subjektform bereits als quasi-na­türliche gesetzt ist, auch praktisch zu vollstrecken, um schließlich als „hundertprozentige Ras – se“66 sich zu reorganisieren. (Nur dies gegen eine gewisse Tendenz unter Frankfurter Schülern, „den Westen“ derart zu ontologisieren, das vergessen gemacht wird, daß Hitler „wie kein ande­rer Bürger das Unwahre im Liberalismus durchschaute“67, daß der Nazismus die vollendete ,Selbstkritik‘ des Liberalismus darstellt). Und weil Postone die selbstnegatorischen Bestim­mungen des prozessierenden Werts systematisch entgehen, muß er am Ende ganz unselig Auschwitz, den gesellschaftlichen Zweck der deutschen Revolution, als „Fabrik zur ,Vernich­tung des Werts'““ definieren. Er gibt doch tatsächlich eine verständige Definition der Wider­vernunft als solcher, statt den Massenmord als den irren Versuch scharfsinniger Rindviecher zu entziffern, die paradoxe, an sich selbst unbegreifliche Identität des Kapitals als automatisches Subjekt zu liquidieren und es als fixe Qualität zu verdinglichen, als Versuch daher des volksge­meinschaftlichen Mordkollektivs, das Kapital als naturale Eigenschaft sich einzuverleiben, d.h. das „Geldrätsel“ zu lösen, indem man G — G‘ zum Wesen des Deutschtums erhob. Weil das Mordkollektiv vom Wahn inspiriert war, in der jüdischen „Gegenrasse“ sei das Geheimnis end­los gelingender Akkumulation quasi genetisch inkorporiert, so daß es des kollektiven Raub­mords bedürfe, dieses Geheimnis den Juden aus dem Leib zu reißen und den Deutschen einzu -verleiben, weil es ihre negative Utopie ausmacht, sich in den „Kapitalfetisch“ zu verwandeln und sich selbst als „reiner Automat“69 darzustellen: daher konnte der Versuch, das „Tausend­jährige Reich“ der definitiven Abschaffung aller Vermittlung und der Selbstdarstellung des Deutschtums als des automatischen Fetischs schlechthin nur in der barbarischen Einheit von Verstandesdiktatur und Apokalypse münden.

Der Nationalsozialismus war in dieser Perspektive „nichts anderes als“ 70 der Versuch des Subjekts, sich selbst zu rassifizieren, um das Kapital unmittelbar als natürliche „Eigen­schaft“ sich anzueignen, d.h. sein „Naturrecht“ auf die so endlos wie krisenfrei gelingende Ak­kumulation zu verwirklichen‘: eben das ist der (ja, auch: Lust-) Gewinn, den das Kollektiv aus Verfolgungswahn und Massenmord einstrich. Das war die Geschichte des Nationalsozialismus als Produktionsverhältnis, das ist der Grund dafür, daß die Deutschen nie deutscher waren als

63 Marx, Grundrisse, S. 913.

64 Marx, Kapital, Bd. 1, S. 50.

65 Winfried Hassemer, Lassen wir uns die staatsnotwendige Funktion nicht abhandeln!, in: FAZ vom 14. November 2011. — Der Erfinder dieser Definition, der Jurist Eduard Kohlrausch, bekam dafür 1942 die Goethe-Medaille des Führers.

66 Max Horkheimer/Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente (Gesam­melte Schriften Bd. 3), Frankfurt 1984, S. 29 und 193. Und: „Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv.“

67 Adorno, Minima Moralia, S. 135.

68 Postone, a.a.O., S. 193.

69 Marx, Kapital, Bd. 1, S. 412. Und: „Das zinstragende Kapital ist das Kapital als Eigentum gegenüber dem Kapital als Funktion.“ (Ebd., S. 392).

70 Nur aus Zeitgründen bediene ich mich dieser klassisch-marxistischen, von Karl Kautsky aufgebrachten Reduktionsformel.

71 Siehe nur: Wilhelm Utermann, Krisenfreie Wirtschaft, Stuttgart/Berlin 1939, sowie Hansgeorg Kayser, Das Wunder der festen Preise, Stuttgart/Berlin 1941.

 

am 9. Mai 1945, daß sie seitdem die absolute Transzendenz ihrer Geschichte niemals werden vergessen können, bis endlich die „Emanzipation der Deutschen zu Menschen“(Marx) doch noch revolutionär gelingen möge. Es ist diese Überbietung jedweder Vermittlung im Mord an den Juden, die seitdem „aufgearbeitet“, bzw. voller Sehnsucht rekapituliert wird. Der öffentli­che ,Diskurs‘ über den NS gleicht nicht nur einer nicht enden wollenden Trauerrede — wenn etwa die FAZ jammert, Hitler habe „das Selbstbewußtsein der einfachen Menschen gestärkt und seine Arbeitsleistung gewürdigt. Der Sinn für das Allgemeinwohl, dessen Träger der Staat ist, wurde wieder geweckt.“‚ — , sondern dieser ‚Diskurs‘ ist nichts anders als die Selbstdressur in die doch noch gelingen mögende Erfüllung des Hitlerschen Vermächtnisses. Es ist sein „Po­litisches Testament“ vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem „internationalen Judentum und seinen Helfern“ den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich auf­hebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, daß in erlogener präven­tiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß „die Völker Europas wieder nur als Aktienpake­te dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden.“‚ Die restlose Ver­schmelzung der Individuen als Körper mit ihrer gesellschaftlichen Subjektfunktion hat stattge­funden, die deutsche Utopie war schon einmal Wirklichkeit gewesen: das ist der Grund für das allseits festgestellte Ausbleiben einer jeden Panik und Hysterie in der größten Krise des Kapi­tals seit 1929, der Grund auch dafür, das die konformistischen Revolteure etwa der Bewegung gegen das Stuttgarter Bahnhofsgrab selig identisch und zur Melodie von „Freude, schöner Göt­terfunken“ singen können: „Wir sind das Volk, wir sind das Geld.“‚ Das Urvertrauen in den Souverän ist ungebrochen (wenn nur diese Regierung nicht wäre!).75

Das führt zu einer weiteren Bestimmung, die aus der Marx-Lektüre folgt, wenn sie den Untertitel des „Kapital“ nur erst beim Wort, dann endlich beim Begriff nimmt. Denn Marx hat, wenn er von der Ware spricht, nicht nur eine ökonomische „Elementarform“ vor Augen, sondern die Ware ist ein ökonomischer Gegenstand nur insofern und kann dies auch nur sein insoweit, als sie unmittelbar zugleich ein juristisch-politischer Gegenstand ist und vom Souve­rän als unbedingt geltend gesetzt wird: alle politischen Bestimmungen sind unmittelbar zu­gleich ökonomische Bestimmungen und umgekehrt; es besteht hier kein ‚Verhältnis‘ von, schon gar keine ,Ableitung‘ des Überbaus aus der Basis, sondern die kapitalförmige Verdoppe­lung und Transformation des alle menschliche Vorgeschichte fundierenden Verhältnisses von Herrschaft und Knechtschaft in Politik und Ökonomie, Recht und Geld, Souveränität und Ka­pital. Und wie sich die Ware notwendig in Ware und Geld zerlegt, sich die Antinomie eröffnet, die durch das automatische Subjekt ebenso nachhaltig wie begriffsstutzig ,versöhnt‘ wird, so zerlegt sich der Warenhüter, das (juristische) Subjekt, in die Antinomie von Bourgeois und Ci­toyen, deren Synthese der Souverän ist in der Gestalt negativer Versöhnung, wie sie zuerst in der Form des Soldaten erscheint: kasernierte Mordenergie, bedingungslose Bereitschaft zum Töten und Getötetwerden, damit die Dezision über Leben und Tod in letzter Instanz. Die Form des Subjekts, so, wie die Erklärung der Menschenrechte sie bestimmt, enthält, wie Jean-Jac­ques Rousseau schon vorher bemerkte, eben dies: „Der Staatsbürger ist … nicht länger Richter über die Gefahr, der er sich auf Verlangen des Gesetzes aussetzen soll; und wenn der Fürst ge­sagt hat: ,Dein Tod ist für den Staat erforderlich‘, so muß er sterben, da er nur auf diese Bedin­gung bisher in der Sicherheit gelebt hat und sein Leben nicht mehr ausschließlich eine Wohltat der Natur, sondern ein ihm bedingungsweise bewilligtes Geschenk des Staates ist.“‚ Daher

72 Sybille Tönnies in der FAZ vom 10. September 2007.

73                               Politisches Testament Adolf Hitlers vom 29. April 1945, dokumentiert in: Joseph Goebbels, Tage-

bücher 1945. Die letzten Aufzeichnungen, Hamburg 1977, S. 534 ff. — Und damit ist der Judenhaß notorisch geworden nicht ,nur‘ als Antisemitismus, sondern notwendig als Antizionismus, vgl. dazu meinen Artikel „Nichts gelernt und nichts vergessen“. Ein Schema zur Geschichte des Antizionis­mus in Deutschland, in: Jungle World N° 19 vom 8. Mai 2008.

74 Siehe: http://www.bei-abriss-aufstand.de/texte/freunde-schoner-kopfbahnhofe/

75 Es versteht sich, daß der „kleinbürgerliche Sozialismus“, wie auf die fixe Idee vom guten Geld, zu­gleich auf den Wahn der Volkssouveränität abonniert ist: „Wo es politische Parteien gibt, findet jede den Grund eines jeden Übels darin, daß statt ihrer ihr Widerpart sich am Staatsruder befindet. Selbst die radi­kalen und revolutionären Politiker suchen den Grund des Übels nicht im Wesen des Staats, sondern in ei­ner bestimmten Staatsform…“ (Marx, Kritische Randglossen zu dem Artikel eines Preußen (1844), in: MEW 1, S. 401). Dieses Denken in der Form Staat mündet im „Wahn vom Weltsouverän“ (vgl. Gerhard Scheit, Der Wahn vom Weltsouverän. Zur Kritik des Völkerrechts, Freiburg 2009), d.h. in der tätigen Hoffnung auf die Exterminierung Israels.

76 Jean-Jacques Rousseau, Der Gesellschaftsvertrag, Stuttgart 1980, S. 39. — Der Mangel der marxschen
Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie besteht dann eben darin, den Staat nur im Verhältnis zur Gesell-

 

auch die Begeisterung der deutschen Proletarier (mit Ausnahme Johann Georg Elsers) für ihre Beförderung zu „Soldaten der Arbeit“ und dafür, das die Emanzipation des Arbeitskörpers aus der „Allseitigkeit der selbstsüchtigen Interessen“, die politische Garantie der Selbsterhaltung, das Selbstopfer durch Vernichtungskrieg zu überhegeln versprach.

Adolf Hitler war der erste unmittelbar allgemeine Deutsche: darin besteht die genaue Konsequenz, liest man nur Marx‘ Wertformanalyse, wie sie dann in den Schriften von Hans-Georg Backhaus sorgsam expliziert worden ist, auch politikkritisch, d.h. im Sinne der logi­schen Gleichursprünglichkeit ökonomischer und politischer Formen. Wie das Kapital als auto­matisches Subjekt die Bedingung der Möglichkeit aller ökonomischen Formen, von der „Ele­mentarform“ der Ware bis hin zu den „verrückten Formen“ des Zinses und Zinseszinses dar­stellt, so die Souveränität die der Existenz aller politischen, insbesondere der (noch) in Form der Gewaltenteilung verfaßten Staatlichkeit. Die Wertformanalyse zeigt, gegen jeden Proudho­nismus und gegen allen deutschen Sozialismus, daß die Ware erst und nur dann sie selbst sein kann, wenn sie sich ihrer eigenen Allgemeinheit in der Form des Geldes so dinglich wie be – griffslos konfrontiert, eben im Geld als der allgemeinen Ware. Dieser Begriff der unmittelba­ren, dinglich vorliegenden Allgemeinheit“, eben das, was Marx dem Wert in seiner geldförmi­gen Erscheinungsform attestiert, ergibt: Das Geld ist ein logischer Widerspruch, der doch in dinglicher Identität auftritt, er ist unmittelbare Allgemeinheit, das vermittlungslos gesetzte Ab -strakte in einer konkret-dinglichen Form. Das ist die allgemeinste Bestimmung des Geldes, wie sie aus sich selbst zum „automatischen Subjekt“ forttreibt, und der Souverän ist seinem dem Verstand unmöglichen Begriffe nach nichts anderes als dessen politische Verdoppelung, d.h., wie schon Jean Bodin wußte, etwas, das sich selbst nicht widersprechen kann, weil es die Be­dingung der Möglichkeit aller logischen Antinomie darstellt, d.h. „der innere und notwendige Zusammenhang zwischen zwei scheinbar sich Widersprechenden.“79, d.h. die notwendige Dar­stellung der negativen Qualität der Vergesellschaftung einer in Herr und Knecht gespaltenen Gattung in Gestalt der dinglichen, meßbaren Quantität des Geldes und der daraus folgenden, nun ja: Klassenkämpfe um seine Verteilung. Dieser Klassenkampf ist es — „Bild der Frau“ cha­rakterisiert ihn, ganz recht, so: „’Trotz 320. Mio. Verlust straffrei, aber wegen 5 Euro Buße in Haft!‘ Politikverdrossenheit, Gerechtigkeitszweifel: die Unzufriedenheit wächst. ,Die da oben können machen, was sie wollen. Aber die Kleinen müssen dran glauben‘, sagen die Menschen auf der Straße“‚ —, der im Zusammenbruch des Kapitals zur Volksgemeinschaft treibt.

Der Wert faßt sich im Geld als seiner eigenen dinglichen, unmittelbaren Allgemein­heit so in sich zusammen wie er sodann, im Kapital, zum spiralförmig prozessierenden Subjekt seiner selbst wird: als Realabstraktion. Nun gilt es, die politikkritische Implikation daraus zu ziehen, daß diese Abstraktion weder nominalistisch verallgemeinert noch ontologisch diktiert wird, denn vielmehr verhält es sich so: „Es ist als ob neben und außer Löwen, Tigern, Hasen und allen anderen wirklichen Thieren, die gruppirt die verschiedenen Geschlechter, Arten, Un­terarten, Familien usw. des Thierreichs bilden, auch noch das Thier existierte, die individuelle Inkarnation des ganzen Thierreichs. Ein solches Einzelne, das in sich selbst alle wirklich vor­handenen Arten derselben Sache einbegreift, ist ein Allgemeines, wie Thier, Gott usw.“81 An­ders gesagt: Es ist, als ob neben und außer den Müllers und Meiers, den Jürgen Habermas‘ und den Carl Schmitts‘ und allen anderen wirklichen Deutschen, die gruppiert die verschiedenen Gender, Klassen, Schichten usw. der deutschen Gesellschaft bilden, auch noch der Deutsche an sich und für sich existierte, die individuelle Inkarnation des Deutschtums, d.h. der unmittel­bar allgemeine Deutsche als der Souverän der barbarischen Gemeinschaft. Hegel schon hat in der „Rechtsphilosophie“ die Gestalt des Monarchen als den allgemeinen Menschen‘ bestimmt,

schaft, nicht zugleich im Verhältnis zum Weltmarkt und zur Staatenkonkurrenz zu kritisieren; vgl. dazu meinen Artikel „Subjektform ist die Uniform“, in: Jungle World Nr. 6/2009 vom 5. Februar 2009.

77 Marx, Grundrisse, S. 913

78 Das heißt der „Form unmittelbarer allgemeiner Austauschbarkeit“ nach Marx, Das Kapital, Bd. 1, S. 82.

79 Ebd., S. 235, vgl. auch S. 787. Und wie die Geschichte aller Nationalökonomie im Disput der subjekti­ven mit der objektiven Wertlehre sich resümiert, so die Geschichte der Staatslehre im Zank zwischen sub­jektiver, demokratischer, und objektiver, autoritärer Staatsphilosophie.

88 BILD der Frau Nr. 42/2009 vom 11. Oktober 2008. — Angela Merkel gibt weiterhin zu bedenken: „Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um das Vertrauen in unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsord­nung“ (Dies., Wie jede Krise bietet auch diese Krise eine Chance. Regierungserklärung zu Lage auf den Finanzmärkten am 7.10.2008, in: Das Parlament Nr 42/2008 vom 13. Oktober 2008).

81 Marx, Kapital, Bd. 1, Reprint der Erstausgabe Hamburg 1867 (Urausgabe), hrsg. von Fred E. Schrader, Hildesheim 1980, S. 27 (MEGA 11.5, S. 37).

82 G. W. F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts (Werke Bd. 7), Frankfurt 1970, S. 444 f.

 

also als den, der in seinem konkreten Körper das Allgemeine der Gattung unmittelbar hand­greiflich darstellt und damit die Versöhnung im staatlichen Herrschaftsverhältnis garantiert: das ist, nach Hegel, der Begriff des Souveräns. Und Feuerbach schreibt gar vom Souverän als dem je nationalen „Repräsentanten des universalen Menschen.“‚ Im Normalzustand der Akku­mulation ist der Souverän als Bedingung der Möglichkeit der Existenz von Staatsapparaten un­sichtbar. Aber die Souveränität als reines Verhältnis von Befehl und Kommando, als die bedin­gungslose Pflicht zum Opfer und als unbedingte Freiheit zum Morden, wie sie im allgemeinen Menschen präsent ist, tritt in der großen Krise hinter den Staatsapparaten hervor und aus ihnen heraus, hebt die Gewaltenteilung auf und setzt sich absolut als „frei aus sich selbst Anfangen­des“, als so ableitungs- und begründungs- wie rechtfertigungsloses „Ich will.“ (Hegel)

Die Begriff des Nationalsozialismus ist demnach, d.h., wie ihn auch der Materialist Johann Georg Elser praktisch zu fassen suchte, in der Perspektive zu entwickeln, daß Hitler als Erscheinung des allgemeinen Deutschen, als der Souverän, hinter den Staatsapparaten hervor­trat und als Person unmittelbar alles, was deutsch ist, verkörperte. Darin nun konvergieren die Kritik der politischen Ökonomie und gewisse Einsichten der Psychiatrie, denn eine barbarische Gesellschaft kann nur von einem Subjekt repräsentiert und ausagiert werden, das seiner psychi­schen Konstitution zufolge nichts anderes als ist als eben: die negative Aufhebung des Sub­jekts, d.h.: ein Barbar sondergleichen. Liest man „Mein Kampf“ nicht nur als die ultimative Offenbarung aller in Deutschland nur möglichen Staatsphilosophie“, sondern, was gar kein Widerspruch ist, zugleich als das Dokument einer psychischen Krankheit und, genauer, als das Protokoll einer seelischen Katastrophe, die das Ich, das internalisierte Subjekt, zerstört hat, und in Schizophrenie eskaliert, wird deutlich, was sich die Deutschen von heute mit der billigen, ra­tionalistischen Deutung Hitlers als eines strategisch-raffiniertem Machiavellis und leider auch: charismatischen Teppichbeißers so vom Halse schaffen wollen, daß sie es für immer als ihr ur­sprüngliches Eigentum behalten können. Zwar: Man muß ziemlich plemplem sein, um der Führer werden zu können, aber noch lange nicht jeder, der zum „stofflichen Träger“ (Marx) der Souveränität taugt, wird massenhaft dazu eingeladen, diese Karriere auch tatsächlich ma­chen, Hugo Chavez zum Beispiel nicht, obwohl die FAZ seine aussagekräftige Bewerbung in dessen eigenen Worten überliefert hat: „Ich bin kein Individuum, ich bin ein Volk. Ich bin ver­pflichtet, den Willen des Volkes durchzusetzen. Wer das Vaterland will, ist bei Chavez.“‚ Gleichwohl: das Pendeln in der Schizophrenie, das Schwanken Hitlers zwischen Rasse und „Antirasse“ verweist, wie auch der zur putativen Notwehr jederzeit ermächtigende Verfol­gungswahn, auf eine schizophrene Persönlichkeitsverfassung, deren Zwangsgebote Hitler zwar allemal unmittelbar inkarniert, die ihrer Struktur zufolge aber zugleich das ausweglose Oszil­lieren in der vom automatischen Subjekt konstituierten Antinomie ausdrückt. Denn: „Die Ver­mittlungen der irrationellen Formen, worin bestimmte ökonomische Verhältnisse erscheinen und sich praktisch zusammenfassen, gehen die praktischen Träger dieser Verhältnisse in ihrem Wandel und Wandel jedoch nichts an; und da sie gewohnt sind, sich darin zu bewegen, findet ihr Verstand nicht den geringsten Anstoß daran. Ein vollkommener Widerspruch hat durchaus nichts Geheimnisvolles für sie‘, zumindest solange nicht, wie das „plötzliche Umschlagen aus dem Kreditsystem in das Monetarsystem den theoretischen Schrecken zur praktischen Pa­nik fügt“, und dann „erschaudern die Zirkulationsagenten vor dem undurchdringlichen Ge­heimnis ihrer eigenen Verhältnisse“‚ und fahnden nach dem Souverän, der ihnen ihren eigenen Okkultismus verfleischlicht darstellt, ganzheitlich verschweißt und glaubwürdig für dessen Synthetisierung bürgt. Es bedürfte daher eines staatskritischen Psychoanalytikers, der die psychiatrische Lektüre von „Mein Kampf“ wieder aufnimmt, wie sie der Emmendinger Arzt Wolfgang Treher vor Jahrzehnten in seinem fulminanten Buch Hitler, Steiner, Schreber: Gäste aus einer anderen Welt. Die seelischen Strukturen des schizophrenen Prophetentums geleistet

83 Ludwig Feuerbach, Vorläufige Thesen zur Reform der Philosophie (1843), in: Ders., Werke Bd. 3, hrsg. von Erich Thies, Frankfurt 1975, S. 243.

84 Man tut das aber nicht, sondern verschiebt das böse Faszinosum statt dessen auf die Lektüre Carl Schmitts, dessen Kultus der Souveränität die nötige Abspaltung und Verschiebung erlaubt — was gemeint ist, wenn Schmitt seine ,Theorie‘ in Broschüren wie Staatsgefüge und Zusammenbruch des zweiten Rei­ches: Der Sieg des Bürgers über den Soldaten“ (Hamburg 1934) ausführt, weiß eh‘ jeder und wird es sich auch von einem Buch wie Raphael Gross‘ Carl Schmitt und die Juden (Frankfurt 2000) nicht erst noch er­klären und gar: kritisieren lassen müssen.

85 So die FAZ vom 28. Januar 2010.

86 Marx, Kapital, Bd. 1 (MEW 23), S. 787)

87 Ebd., S. 152.

 

hat88; seine Resultate geben nichts anderes (aber auch nicht mehr) als die Analyse der Spaltung, wie Moishe Postone sie ökonomiekritisch geleistet hat. Die Gestalt des unmittelbar allgemei­nen Deutschen, der in einer Person inkarnierten Souveränität, ist der archimedische Punkt, zu dessen Begriff die materialistische Kritik dringend ihrer Belehrung durch Psychiatrie und Psy­choanalyse bedarf.

In der Konsequenz der unmittelbaren Erscheinung des allgemeinen Deutschen erblüht ein grandioses Verschmelzungserlebnis von Masse und Macht: das Glück vermittlungsloser Identität in der verkehrten Gesellschaft. Es ist, „als ob“ die Utopie des wahren deutschen So – zialismus, „man könne allen Waren den Stempel unmittelbarer Austauschbarkeit aufdrücken“, d.h. „alle Katholiken zu Päpsten machen‘, sich in der Volksgemeinschaft realisiert hat. Das Verhältnis von Volk und Führer mündet, je intensiver der Mordwille sich ausagiert, in zwar ge­borgter, gleichwohl fugenloser Identität, zumindest solange, wie auch nur ein Jude noch am Leben ist und die Jagd weitergehen darf bzw.: muß. (Darum ist Israel den Deutschen Verhei­ßung und Schrecken zugleich, eben: „Das letzte Tabu deutscher Außenpolitik“90, d.h. Objekt von Angstlust par excellence.) Der Nazifaschismus war ein Traum — das ist der Profit, den Babi Jar und Treblinka den Deutschen abgeworfen haben, denn im Massenmord hatten sie sich die absolute Transzendenz einmal schon angeeignet. Die gern beschwatzte „Unfähigkeit zu trauern“ gründet darin, daß man die Verschmelzung niemals wird vergessen können und den Staat als den Garanten sine qua non ihrer möglichen Wiederkehr versteht, d.h. als Versprechen. Es ist die Hoffnung auf das organisierte Pogrom, was gegen Panik immun macht.

Das bedeutet nicht, daß dem System des erst pazifizierten, dann oberflächlich parla – mentarisierten Wahns der deutschen Ideologie keine bemerkenswerten Einsichten in die Zu­kunft der Krise möglich sind, auch wenn dessen Lautsprecher nicht wissen, was sie denken, be­vor sie hören, was sie sagen oder lesen, was sie schreiben — so der FAZ-Kolumnist Frank Schirrmacher, der, mutmaßlich den Einflüsterungen Dietmar Daths erlegen, dies zu bedenken gibt: „Wer meint, daß die aktuelle Vernichtung des Grundvertrauens in die Rationalität ökono­mischen Handelns ohne Folgen bleibt, wird sich spätestens bei den nächsten Wahlen enttäuscht sehen. Über Nacht ist die Welt des Geldes fiktionalisiert worden. Die Flucht in die Verstaatli­chung, die von den Banken selbst angeführt wird ist der Bankrott der Metaphysik des Mark­tes.“ So verständig schreibt kein „Neues Deutschland“. Und weiter: „Jetzt, da völlige Unklar­heit darüber herrscht, was ist und was nicht ist, kann nur der Staat noch dezisionistisch darüber verfügen, daß etwas und nicht vielmehr nichts existiert.“91 Noch ist nicht von Juden, sondern vom Geldwert die Rede, aber jeder weiß, was gemeint ist, nämlich die Erklärung des obersten Volkswirts in der Wolfsschanze. In derlei traumwandlerischen, aber zielsicheren Inszenierun­gen des Staatlichkeitswahns wird die sehnsüchtige Erinnerung an wie die tätige Hoffnung auf das (neuerliche) Erscheinen des unmittelbar allgemeinen Deutschen beschworen, denn wenn schon die aktuellen „Notstandsgesetze“ nichts weniger bedeuten als eine „Revolution von oben“92 — wo ist dann der Kyffhäuser, wo wartet der authentisch deutsche Revolutionär? Es ist diese unheimliche Sehnsucht, die die Linkspartei mit der Rechtspartei trotz aller, oberflächlich betrachtet, verschiedener Terminologie lange schon eint, bevor sie nun, im sich warmlaufenden „Extremismus der Mitte“, zur Volksfront sich finden werden, zugleich der Grund dafür, warum ein ausgemachter Prä-Faschist wie der „Professor für BWL an der FH Worms“, Max Otte, den Horst Köhler und die Sarah Wagenknecht in einem Atemzug und fürs haarscharf Gleiche loben kann, für deren Programm „Werden Sie ,Volkskapitalist‘!“ und für ihren Appell: „Gebt das Geld in unsere Hände!“93 Denn wer, wenn nicht wir, ist das Geld?

88 Wolfgang Treher, Hitler, Steiner, Schreber: Gäste aus einer anderen Welt. Die seelischen Strukturen des schizophrenen Prophetentums, Emmendingen 1990. — Das hatte auch der Freudianer Walter C. Lan­ger erkannt: „Zwischen Hitler und dem deutschen Volk besteht eine beispiellose Ähnlichkeit im Denken, Fühlen und Handeln, als hätte Hitler die kritischen Funktionen eines jeden einzelnen paralysiert und deren Rolle selbst übernommen. So ist er in geradezu körperlichem Sinne Teil eines jeden Einzelnen, dessen Denkvermögen er beherrscht. Hier liegt die Wurzel der unfaßbaren Verbundenheit der Person Hitlers mit dem deutschen Volk. Diese Verbundenheit macht alle Appelle an Vernunft und Logik wirkungslos. Wer für Hitler kämpft, kämpft unbewußt gewissermaßen um seine eigene psychische Integrität.“ (Das Hitler-Psychogramm. Eine Analyse seiner Person und seines Verhaltens, verfaßt 1943 für die psychologische Kriegsführung der USA, Wien/München/Zürich 1972, S. 225 f.)

89 Marx, Kapital, Bd. 1, S. 82.

Schlagzeile der Wochenzeitung des Bundestages Das Parlament v. 18.9.2006

91 Frank Schirrmacher, Was wird morgen sein?, in: FAZ vom 11. Oktober 2008. — Und immer weiter so! Siehe zuletzt Ders., Demokratie ist Ramsch, in: FAZ vom 1. November 2011.

92 Berthold Kohler, Notstandsgesetze, in. FAZ vom 14. Oktober 2008.

93 Max Otte, Stoppt das Euro-Desaster!, Berlin 22011, S. 42.

 

Der Traum der deutschen Ideologie ist die Verwandlung der Volksgenossen in die le­bendige Münze. In diesen Verschmelzungsphantasien läuft sich die neuerliche Transformation des bürgerlichen wie des proletarischen Besitzindividuums langsam warm in das, was Johann Most treffend die „Eigentumsbestie“94 genannt hat, d.h. die selbstbewußt zynische Verschmel­zung der Individuen als homogene Subjekte mit der Akkumulation. Die gesellschaftliche Mitte, d.h. der Angelpunkt der falschen Gesellschaft wie der Nullpunkt ihres Bewußtseins zugleich, hat längst G — G‘ als ihr Naturrecht proklamiert und sinnt jetzt auf Rache dafür, daß niemand „den echten Wert der Bilanzen“‚ kennt. Denn, so Marx, „in dem zinstragenden Kapital ist die Vorstellung vom Kapitalfetisch vollendet, die Vorstellung, die dem … Geld die Kraft zu­schreibt, durch eine eingeborene geheime Qualität, als reiner Automat, in geometrischer Pro­gression Mehrwert zu erzeugen, so daß es … allen Reichtum dieser Welt für alle Zeiten als ihm von Rechts wegen gehörig und zufallend schon längst diskontiert hat.“96 Das ist die historische Mission der Eigentumsbestie, daß es den Fetischismus und die Naturalisierung der gesell­schaftlichen Verhältnisse nicht länger, wie es der akademische Marxismus glauben machen möchte, als die nur historische „zweite Natur“, d.h. bloße Kulisse und Simulation des „als ob“ dulden mag, sondern als die erste, rassische Qualität des Deutschtums setzen und sich einver­leiben will.

„Aller Reichtum dieser Welt für alle Zeiten“, und dies von Staats und „von Rechts wegen“, sagt Marx, d.h. eben: das tausendjährige Reich glücklich gelingender Akkumulation im endlich doch noch vollbrachten Endsieg vollendeter Selbstrassifizierung. Dazu bedarf die Eigentumsbestie nicht nur eine gehörige Dosis an heroischem Realismus, sondern auch der ent­schiedenen Polemik gegen die „Leistungsträgerverleumdung“ und eines Propheten der „Stolz­kultur“, der nach Lage der Dinge wohl nur der PoMo-Prof. und praktizierende Heidegger-Fan Peter Sloterdijk aus Karlsruhe sein kann, damit „die Staatlichkeit“, die „als solche das Organon des Allgemeininteresses verkörpert“, endlich „die Leistungsträger aller beteiligten Seiten in die Mitte der sozialen Synthesis rückt.“97 Der rigorose Kurzschluß der Welt als Wille und Vorstel­lung mit ihrer Wirklichkeit, d.h. die ihrem Gehalt wie ihrer Perspektive nach rassistische Liqui­dation jedweder Differenz und Entfremdung zwischen Intention und Resultat, illustriert sich im Wirtschaftsteil der Zeitung wie im Forschungsprogramm der Universitäten und anderer ideolo­gischer Staatsapparate. Hier ergänzen sich logischer Denkzwang und narzißtischer Wille zur Originalität aufs Fatalste, wenn etwa versucht wird, einen verständigen Zusammenhang zwi­schen ökonomischem Erfolg und körperlicher Konstitution der Subjekte zu stiften.

Sodann hat man in der „Financial Times“ unter der Überschrift. „Lange Ringfinger sind erfolgreicher an der Börse“ dies zur Kenntnis zu nehmen und sich eine Lehre sein lassen: „Das Längenverhältnis zwischen Zeige- und Ringfinger verrät, zumindest bei Männern, wie er­folgreich der Kandidat im Anlagegeschäft sein kann. Je länger der Ringfinger im Vergleich zum Zeigefinger ist, desto mehr Profit machen Börsianer, wie eine Studie der Universität Cam­bridge herausgefunden hat. Grund ist demnach ein höherer Einfluß männlicher Hormone im Mutterleib. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, daß das Längenverhältnis von Ring- und Zeigefinger ein Maß dafür ist, wie stark ein Fötus während der Schwangerschaft den Androge­nen ausgesetzt war. Eine hohe Konzentration der Androgene wirke sich auf die Hirnentwick­lung aus und fördere das Konzerntrations- und Reaktionsvermögen — was an der Börse durch­aus hilfreich sein kann. Die Forscher hatten die Finger der rechten Hand von 44 männlichen Börsenhändlern in London vermessen, deren Job“ — also Panikbuttondrücken beim Algotrading — „schnelle Entscheidungen und rasche körperliche Reaktionen erfordert. Die Fingerdaten ver­glichen die Wissenschaftler mit den Gewinnen und Verlusten der einzelnen Börsianer in den vergangenen 20 Monaten. Ein am Zeigefinger gemessen längerer Ringfinger sagte einen höhe­ren längerfristigen Erfolg voraus, ebenso eine höhere Verweildauer im Job.““ Das allerdings ist ein wichtiger Hinweis für weitere Forschungen, denn ob man mit nur 44 männlichen Bro­kern (und dann noch angelsächsischer Herkunft) überhaupt ein empirisch valides Sample hat,

94 Johann Most, Die Eigentumsbestie (1887), Reprint Nürnberg 21981.

95 Holger Steltzner, Zur Rettung der Wall Street, in: FAZ vom 22. März 2008. Aber: wo die Not am größ­ten, ist der Trost am nächsten, denn „Wert ist kein objektives Konzept, sondern rein subjektiv“, d.h.: poli­tisch, so Philipp Plickert in der FAZ schon am 19. November 2007.

96 Marx, Kapital, Bd. 3 (MEW 25), S. 412.

97 Peter Sloterdijk, Aufbruch der Leistungsträger, in: Cicero Nr. 11/2009. — Zur Psychologie der Bestie siehe im allgemeinen Christoph Deutschmann, Der kollektive „Buddenbrooks-Effekt.“ Die Finanzmärkte und die Mittelschichten (Working Paper des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung 08/5, Köln 2008).

98 Financial Times Deutschland vom 13. Januar 2009.

 

um derart verallgemeinerte Aussagen zu treffen, ist methodisch doch höchst fragwürdig, nicht zuletzt unterm Aspekt des Gender-Mainstreaming. Zwar haben andere Studien zur „Psycholo­gie der Handelswelt“ längst ergeben, „daß das Verhalten der Finanzmärkte von Männern beeinflußt wird und damit vom Niveau ihrer Sexualhormone. Frauen haben nur ein extrem niedri­ges Niveau des Sexualhormons Testosteron. Angesichts der extrem geringen Zahl von Frauen in Handelssälen, dem hormonverzerrenden Einfluß der Pille und der Komplexität der Hormon­schwankungen im Zyklus der Menstruation werden entsprechende Experimente mit Frauen auf sich warten lassen“, aber, trotz aller Desiderate der Forschung, gilt doch: „Je höher der Hor­monspiegel des männlichen Sexualhormons am Morgen, desto größer die Gewinne, die ein Händler über Tag am Markt abkassieren konnte.“99

Das Verhältnis zwischen Intention und Resultat ist nun zwar halbwegs verständig ge -worden, obwohl valide Studien zur Interaktion von Testosteron und Langfingern immer noch ausstehen, aber die Gender-Lücke tut sich weiter auf und klafft. Eben diesem Problem wollte eine gemischtgeschlechtliche Forscher_Innengruppe des „Center for Financial Research“ in Köln abhelfen und hat endlich eine Studie mit dem Titel „The Impact of Work Group Diversity an Performance: Large Sample Evidence from the Mutual Fund Industry“ verfaßt. Der For­schungsansatz war zweifellos angemessen, denn es wurde — nur so als Hypothese — erwartet, „daß Frauen aufgrund ihres integrativen und unterstützenden Verhaltens zur Harmonie im Team beitragen. Man sollte also einen positiven Einfluß von gemischtgeschlechtlichen Teams auf die Teamperformance erwarten.“ Die Aufklärung war zwar die Mühe wert, aber das Resul­tat, aufs Ganze gesehen, doch niederschmetternd. Zwar wußten die Forscher vorher schon dies, daß nämlich so „manche und mancher vermutlich aus leidvoller persönlicher Erfahrung bestäti­gen kann, daß die Kommunikation zwischen Männern und Frauen sich manchmal als schwierig erweist“. Aber dann ergab sich im Ergebnis dreijähriger, methodisch intensiv reflektierter Ex­peditionen in die Wüsten der Empirie dies — und Michaela Bär vom „Center for Financial Re­search (Köln), Alexandra Niessen, immerhin „Visiting Scholar Kellogg School of Manage­ment“ (Evanston), Dr. Stefan Ruenzi, immerhin erst recht „Visting Assistant Professor of Fi­nance, University of Texas“ (Austin), dazu noch so ein HiWi waren zwar platt, aber nicht sprachlos — : denn „im Mittel erzielt ein Team, das aus drei Männern und einer Frau besteht eine pro Jahr um 1,2% niedrigere Rendite als ein Team das nur aus vier Männern oder nur aus vier Frauen besteht.“‚ Es wird also noch dauern, bis die Volkswirtschaftslehre von der Theo­rie zur Praxis gelangt und fähig wird zur Selektion des Menschenmaterials. Aber einstweilen mag Professor Stefan Bornhold, Physiker an der Universität Bremen, mutig in die Forschungs -lücke springen und verlautbaren: „Es sollte aber vielmehr um die Frage gehen, an welchem Punkt ein System in einen ganz anderen, ungewollten Modus rutschen kann. So wie ein ma­gnetisches Stück Eisen, das beim Erwärmen plötzlich bei einer ganz bestimmten Temperatur seine Magnetkraft verliert. Wann genau dies passiert, kann das einzelne Atom nicht verstehen, weil es eine Systemeigenschaft des Zusammenwirkens aller Atome ist. Die Finanzwelt ist ein großes experimentelles System…“191 Zwar ist die Nachricht doch sehr ernüchternd, daß das zwar an sich intelligible, aber doch total bornierte „einzelne Atom“ komplett blöde ist, und daß das im Körper des Geldfunktionärs verbürgte organische Theorie-Praxis-Verhältnis an sich zwar da sein muß, aber immer noch nicht zu seiner Technologie gefunden hat — aber das ist eben das Viagra der scharfsinnigen Rindviecher und das Stimulans eines interdisziplinären Forschungsprogramms, das alle diese Ansätze zusammenfassen soll und das, wie man hört, demnächst in Kooperation des Instituts für Soziologie (Freiburg) mit dem Center for Financial Research (Köln) und der Bank für Leihen und Schenken (Stuttgart) initiiert werden soll, das al­les, wie es sich gehört, unter strenger philosophischer Observanz von Alain Badiou, Judith Butler und Antonio Negri. Da mag es zwar noch ernüchternder sein, wenn das „einzelne Atom“ laufend Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt, etwa von Nassim Nicholas Taleb, dem Entdecker des schwarzen Schwans, aber das ist kein Grund zur Verzweiflung, denn dessen These über das Eintreten der großen Krise — „Wenn ein Truthahn nach tausend Tagen geschlachtet wird, erscheint der Todestag dem Truthahn als unvorhersehbar, nicht aber dem Metzger.“‚ — läßt doch hoffen, daß der Henker der andern ein unsereins gnädiger Souverän sein wird.

99 FAZ vom 19. April 2008.

100 FAZ vom 19. November 2008.

101 FAZ vom 9. Dezember 2008.

102 Banker weg, wir brauchen eine Revolution. Ein Gespräch mit Nassim Nicholas Taleb, in: FAZ vom 13. November 2008.

Das Geschwätz der deutschen Ideologie klingt unfreiwillig komisch und ist es irgend­wie auch, denn es ist stets erheiternd und liefert allemal Material fürs Kabarett, „Bei Anne Will“ oder Günther Jauch, in der BILD-Zeitung oder im Feuilleton fürs Bildungsbürgertum, im „Neuen Deutschland“ oder in der „Deutschen Stimme“ die Volkswirtschaftler und ihre Staats­rechtslehrer bei der Arbeit zu beobachten, dabei, wie sie das zur höheren Einsicht raffinieren und destillieren, was ohnehin jeder gedacht haben wird, wenn er hört, was er sagt: die Meta­physik der Deutschmark nämlich, die jetzt leider Euro heißen muß.‘ Marx hat das so ausge­drückt: „Der Vulgärökonom tut in der Tat nichts anderes als die sonderbaren Vorstellungen der in der Konkurrenz befangen Kapitalisten“ (und seit 1933 auch der Arbeiter) „in eine scheinbar mehr theoretische verallgemeinernde Sprache zu übersetzen und sich abzumühen, die Richtig­keit dieser Vorstellungen zu konstruieren“, d.h. sich im „schönen theoretischen Dualismus“‚ des Einerseits, dann aber natürlich auch des Andrerseits der Antinomie zu suhlen. Aber das Gelächter über diese gewitzten Idioten bleibt doch im Halse stecken, denn es verrät in seiner ganz unfreiwilligen Komik deren restlos verzweifeltes Bemühen, die Gesellschaftlichkeit in ih­rer negativen Verkehrung als erste Natur sich anzueignen und einzuverleiben, sich zur verle – bendigten Funktion zu machen, d.h. sich im Interesse der ewigen Akkumulation erst in der po – litischen Opposition, dann im Kampf auf Leben und Tod gegen die „Parasiten“, gegen die, die leben, ohne zu arbeiten und gegen die „Heuschrecken“ sowieso, zu rassifizieren. Wie sich das pluralistisch gehört, auch auf dem Boden der fdGO noch gar nicht anders sein kann, wird diese allgemeine Mobilmachung — denn der Narzißmus des Subjekts darf nicht zu kurz kommen —, und wird dieses die Leute agitierende Gesellschaftsprojekt in so nachhaltiger Diversifikation wie pseudoantagonistischer Kooperation unternommen. Jeder darf je nach Gusto. Es ist diese unendlich pluralisierte Form, in der sich derzeit die Generalüberholung dessen vollzieht, was als deutsche Ideologie sattsam bekannt ist: der nun aber definitiv „wahre Sozialismus“ des Vol­kes ist das dogmatische Ziel dieser noch einigermaßen chaotisch verlaufenden Suchbewegung der Keynesianer und aller anderen „Geld-Narren“.105

Weil das Notwendige nicht getan werden will, eröffnet sich der Spielplatz der Selbst­verwirklichung; wem Vernunft als dogmatisch gilt, der hat jedenfalls Verstand genug, seine Halluzinationen auf Punkt und Komma zum totalen System der Sozialreform auszuarbeiten. Die materialistische Kritik hatte zwar 1848 versucht, sich einen Überblick zu verschaffen, denn „Ökonomisten, Philantrophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter“ wetteiferten schon damals darum, den „wahren“ deutschen Sozialismus auf Touren zu bringen. Aber die schiere Masse an „Winkelreformern der buntscheckigsten Art“1°6, dazu der Elan fatal ihrer all­gemeinen Konkurrenz haben jeden Versuch, einen wirklich vollständigen Katalog zu erarbei­ten, zum Scheitern verurteilt. Allein die grausige Fülle der Projekte, die „Ideologie des Geldes und der Gier“107 praktisch zu überwinden, beginnend mit Proudhons Idee einer „Volksbank“ über die Eingebungen Sylvio Gesells bis hin zur nun wirklich definitiven „Brechung der Zins -knechtschaft“ nach Gottfried Feder läßt jeden Archivar verzweifeln: hier kam die Phantasie an die Macht; das Ergebnis ist ein Albtraum. Marxistische „Kapital“-Schüler gründen erst eine „Ökobank“ und fusionieren dann mit den Anthroposophen, Tauschringe schießen aus dem Bo­den, letztens wurde endlich die „Uckermark“ erfunden — und langsam fragt man sich doch, warum, wenn die Geltung des Geldes der Psychologie des Vertrauens entspringt, die telepathi­sche Zahlung noch immer nicht erfunden wurde: Schau‘ mir in die Augen, Kleines, bis der Groschen fällt. Wo alle darum kämpfen, ein kleines Licht in einer großen Finsternis zu sein, wo ein jeder seine Utopie „vorlebt“, da treibt man sich gegenseitig in die allgemeine Umnach­tung und hat sein Spaßvergnügen dabei — wie, nur zum Beispiel, die allseits bekannte Geldfor­scherin, Tauschringaktivistin und Silvio Gesell-Anhängerin Margret Kennedy, deren Buch „Geld ohne Zinsen und Inflation“, wie die „Süddeutsche Zeitung“ neidisch anmerkt, schon in 22 Sprachen übersetzt wurde: „Neben Rassismus und Sexismus gibt es Pekunismus, Geldgier.

103 Vgl. Initiative Sozialistisches Forum, Metaphysik der Deutschmark, in: Dies., Flugschriften, Gegen Deutschland und andere Scheußlichkeiten, Freiburg 2001, S. 108 —116.

104

Marx, Kapital, Bd. 1, S. 241.

105 Paul Mattick, Marx und Keynes. Die Grenzen des „gemischten Wirtschaftssystems“, Frankfurt 1971, S. 13, vgl. meinen Artikel „Die bürgerliche Wissenschaft vom Reichtum als Politische Ökonomie des Re­formismus. Über Sir John Maynard Keynes“, in: Bahamas Nr. 26 (Sommer 98), S. 20 — 22.

106 Karl Marx/Friedrich Engels, Das Manifest der kommunistischen Partei in Deutschland, in: MEW 5, S. 488 — vgl. auch Engels, Die wahren Sozialisten, in: Ebd., S. 248 ff.

107 Verantwortung übernehmen. „Frankfurter Appell“ der IG Metall, in: Financial Times vom 25. März 2009.

Den Sexismus haben wir illegalisiert, den Rassismus haben wir bekämpft, den Pekunismus er­achten wir noch als legal. Eine Geldaristokratie beherrscht die Welt. Alles fließt jenen zu, die ihr Geld verleihen können. Die Masse der Kreditnehmer sind leider die neuen Sklaven, die ihre Ketten nicht sehen können.“108

Pekunismus! Darauf muß man erst ‚mal kommen! Aber vielleicht hilft Johanniskraut? Dabei gefallen sich Kennedy und ihre Genossenschafter immer noch als kleine radikale Min­derheit und als Avantgarde, während ihre Zwangsneurose doch längst im Zentrum der Gesell­schaft, im Frankfurter Westend, angekommen ist: so beschäftigt die Deutsche Bank in ihrer Abteilung für Scharia-Banking mittlerweile hunderte Angestellte. Weil die Parole von wegen „Brechung der Zinsknechtschaft“ einstweilen noch nicht wieder opportun ist — selbst Jürgen Elsässers „Volksinitiative“ zensiert sich und will erst einmal der „Schuldknechtschaft“ an den Kragen109 — läßt die „Zeitung für Deutschland“ lieber dezent durchblicken, daß „soziale Markt­wirtschaft und islamische Wirtschaft vieles gemein haben“ und resümiert, „daß beide Ordnun­gen mehr sind als reine Wirtschaftsmodelle und mit einer ,sozialen‘ Komponente auch Gesell­schaftsmodelle, die sich stark an der Solidarität und der Sozialbindung des Eigentums °Kende­ren.“110 Daß „Gemeinnutz vor Eigennutz“ zu gehen habe, darin bestand seit je die Erkennungs­parole des „wahren“ deutschen Sozialismus, daß es dem Grundgesetz gelang, den nazifaschisti­schen Sozialpakt in Artikel 14 (2) Grundgesetz fortzuschreiben und den in den Staatsapparaten verborgenen Souverän als „Treuhänder der Arbeit“ (ein Tatbestand, auf den sich insbesondere Linksdeutschland beruft) zu verewigen — daraus ergeben sich die Perspektiven für die Erneue­rung des historischen Bündnisses zwischen dem deutschen Souverän und dem Djihad der Isla­misten gegen Israel. Denn irgendwann wird die Eigentumsbestie begreifen, wie recht die Ha – mas hat, wenn sie erklärt: „Die Juden tragen die Schuld an der Finanzkrise.“111 Dann fällt es ihr wieder wie Schuppen von den Augen.

Einstweilen muß die Eigentumsbestie noch bißchen in Bionade, Psychokratie und Le­bensreform machen. Aber sie lauert unter der Aufsicht ihrer Verstandesakrobaten auf das Stichwort, von Professoren wie Hartmut Rosa von der Universität Jena, der messerscharf dia­gnostiziert hat, daß den Subjekten „der innere Boden“ verlustig ging, d.h. die „Erdung“, der nun die Echtzeit des Kapitals mit neuen, nachhaltigen Strategien der „Entschleunigung“ kon­tern will und deshalb ein „Institut zur sozialen Therapie der Eilkrankheit“ gegründet hat, denn in Jena ist alles möglich. Er „sieht drei Zeitebenen durcheinander geraten: die Alltagszeit (Bus­zeiten, Ladenzeiten, Termine), die Lebenszeit (die Übersicht über sein Leben und was man da­mit anfangen will) und die geschichtliche Zeit (der Blick von sich selbst in der historischen Zeit)“, was daran liegt, „daß es keinen zeitunabhängigen Werterahmen mehr gibt, auf den wir uns stützen können“. Zwecks Therapie empfiehlt er, „im Denken das halb volle Glas zu bevor­zugen“ und anzuerkennen, daß man der Eilkrankheit nie und nimmer „durch äußerliche Verän­derungen, sondern nur durch eine Wende im Inneren, eine Umwertung der Werte“ entkommt, die die Verewigung des Werts einleitet112 Gewitzte Idioten wie Hartmut Rosa hätten vor 1933 auf den Namen Hanussen gehört, den Nazis die Karten gelegt und mit den Mitteln der Astrolo – gie den richtigen Zeitpunkt für den Nürnberger Parteitag errechnet — und auch des penetranten Erfolgs solch geistrevolutionärer Strategien wegen war der NS-Faschismus ein durchschlagen­der und bleibender Erfolg.

 

108 Margret Kennedy: „Kreditnehmer sind die neue Sklaven“, in: Süddeutsche Zeitung vom 11. November 2008.

109 Siehe dazu Hans-Peter Büttner, Antisemitismus und Finanzkapital. Zur Kritik des völkischen Denkens des ehemaligen Linken Jürgen Elsässer, in: trend-onlinezeitung, April 2009 (http://www.trend.infoparti­san.net/trd0409/t060409.html. Und auch die FAZ kämpft gegen diese unter den Esoterikern des Geldes augenzwinkernd sog. „Schuldknechtschaft“, indem sie neuerdings Artikel des „Occupy“-Beraters Micha­el Hudson druckt; vgl. Ders., Was sind Schulden? in: FAZ vom 3. Dezember 2011, sowie Ders., Der Krieg der Banken gegen das Volk, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 4. Dezember 2011 — vgl. im übrigen: Gottfried Feder, Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft, München 1919, sowie Ders., Kampf gegen die Hochfinanz, München 1935

110 Rainer Herrmann, Auf ähnlicher Grundlage, in: FAZ vom 5. November 2010. — Vgl. im übrigen den Artikel „Was ist Gold? Was ist Geld?“ in: Islamische Zeitung Nr. 13/2007.

111 Siehe: http://www.israelnetz.com/themen/arabische-welt/artikel-arabische-welt/datum/2008/10/07/ha­mas-juden-tragen-schuld-an-finanzkrise/ — vgl. auch: http://uk.news.yahoo.com/18/20081015/tpl-i­ran-hails-world-financial-crisis-asb04fc5e.html.

112 Sind sie eilkrank? Professor Hartmut Rosa diagnostiziert (und bekämpft) eine neue Gesellschafts -krankheit, in: Das Magazin aus Ihrer Apotheke Nr. 3/2011 vom 21. Januar 2011. — Vgl im übrigen: ww­w.eilkrankheit.de

Die Transformation der Bevölkerung in das „Wir sind ein Volk“-Verhängnis ist im Gefolge von Wannsee-Konferenz und Grundgesetz definitiv gelungen, und das ist der Grund dafür, daß man in Deutschland angesichts der Krise und des kommenden Zusammenbruchs der kapitalistischen Produktionsverhältnisse keine Panikattacken hat und überhaupt gar keine Angst vor dem „Schwarzen Freitag“, der Grund also dafür, warum niemand das „logische Rät­sel“, in dem „unser Geld“ angelegt ist, anders als mit den Mitteln von scharfsinnigen Rindvie – chern lösen will, warum daher diese unheimliche, diese so hoffnungslose wie erwartungs -schwangere Stille nur das eine ist: die Stille vor dem Schuß. Denn während der materialisti­schen Kritik Ulrich Sonnemanns Diktum gilt: „Seit Auschwitz das Problem: der Staat schlecht­hin in seiner Schlechtigkeit“113, da ist den Deutschen ihr Staat, der Statthalter des Souveräns, der die Wiederkehr des allgemeinen Deutschen verbürgt, nichts als Verheißung: „Gutes Geld für gute Arbeit.“114

„Das deutsche Volk kann Revolution machen nur noch gegen sich selbst.“ Ulrich Sonnemann‘

Überarbeitete und erweiterte Fassung des Vortrags auf dem Kongreß „Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie scheiße ist Deutschland?“, veranstaltet von der Antinationalen Gruppe Bremen am 6. November 2010.

113 Ulrich Sonnemann, Institutionalismus und studentische Opposition. Thesen zur Ausbreitung des Unge­horsams in Deutschland, Frankfurt 1968, S. 119. Und das heißt: (S. 165).

114 Vgl. http://www.amazon-verdi.de/

115 Sonnemann, S. 165

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

refuse-service

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

Zum Lernen muß man alleine sein. Wer nicht alleine sein kann, kann nicht lernen. Beziehuhngssüchtige, die ständig in Gruppen sein wollen, die ständig Kontakte suchen, auch elektronisch, im Internet, Handy, Kneipe, in sonstigen Gemeinschaften, Communities, werden zu Loosern, wenn sie es nicht bereits sind. Der Mensch ist ein Idividuum, er will jedoch lieber wie ein Regenwurm in einem Wurmhaufen vegetieren. Wo ein Wir ist, verschwindet das Ich. Aber nur ein Ich kann denken, das Wir kann lediglich fühlen, wie ein Würmer, die nur aus Bäuchen bestehen. Dann gibt es eine Volksgemeinschaft, die nicht denken kann, aber auf ihr Bauchgefühl stolz ist. Die Folge vom Bauchgefühl ist, was hinten herauskommt. Und darauf, was hinten herauskommt sagt der Deutsche, kommt es ja an. Und hinten kommt nur heiße Luft und Scheiße heraus.

“I think it’s very healthy to spend time alone. You need to know how to be alone and not be defined by another person.” ― Oscar Wilde

Das Leben: zum Teil Freiheit, zum Teil Sicherheit
Totale Freiheit, totale Sicherheit bringen nur den Tod.

„Nie waren die Deutschen deutscher als am 9. Mai 1945, und deshalb war der Nazi-Fa­schismus keine Enthüllung und keine Offenbarung, sondern ein Produktionsverhältnis im durchschlagendsten Sinne: die Produktion der Barbarei als einer qualitativ neuen, dem Kapital im doppelten Sinne des Wortes entsprungenen Gesellschaftlichkeit. Der Antisemitismus er­schöpft sich keineswegs ,schon‘ darin, eine Verfolgungs- und Vernichtungspraxis zu initiieren, d.h. die sog. „Endlösung“, sondern er war zugleich die Produktion des Deutschen an und für sich, d.h. die Transformation der Bevölkerung in das deutsche Volk, d.h. dessen tatsächliche Enderlösung. Die entscheidende Frage ist also, was eigentlich das Mordkollektiv davon gehabt hat, was sein Movens war, die Tat zu begehen, und wie es sich selber begierig, lustvoll und lei­denschaftlich in der Verfolgung und Ermordung der Juden als etwas substantiell Neues konsti­tuiert hat — und wie das, was schließlich konstituiert worden ist, in der Gegenwart als die zum „Tausendjährigen Reich“ noch fehlenden 988 Jahre fortwest und die Bedingung der Möglich­keit dessen ist, daß die Krise, wie sie seit Jahren in den schwarzen Messen des nationalökono -mischen Okkultismus abgefeiert wird, von den Landsleuten so überaus gelassen, fast stoisch schon, hingenommen wurde und wird.“ – Joachim Bruhn

Die Kontrolle über die unkontrollierte Masseneinwanderung haben sich Einwanderer erkämpft.

Es gilt die Gesinnung, nicht die Realität«Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus.‘ Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus.» – Ignazio Silone
«Antifa ist die linke Ausprägung des Faschismus. Sie ist also selbst das, was sie vorgibt zu bekämpfen.»

Sklaven träumen nicht davon, freie Menschen, sondern Sklavenhalter zu werden.

„Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.“ – Norbert Bolz

„Die Sprache ist im Guten wie im Schlechten nicht mehr Medium der Erkenntnis, sondern der kulturellen Hegemonie. (..) Wo sich statt Antagonismen Spannungsfelder auftun, hat der Geist bereits kapituliert. (…) Eine Welt, in der alle einander wechselseitig als kompatibel anerkennen und stets »das Gemeinschaftliche im Auge behalten«, kann schwerlich etwas anderes als die Hölle auf Erden sein. (…) Die Beliebigkeit ist also nicht harmlos, sondern hat hier wie auch sonst ein bestimmtes Ziel: die Zerstörung individueller Urteilskraft zugunsten einer Logik der »Anerkennung«, in der jeder Lüge Recht gegeben und jede triftige Erkenntnis in die Schranken ihres »Standorts« verwiesen wird.“ – Magnus Klaue

„Hochverrat ist eine Frage des Datums“ – Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord

Die Skandalisierung eines Skandals ist eine in deutschen Medien meisterhaft beherrschte Disziplin.

„Es ist eine alte Weisheit, dass Macht stets die Verführung mit sich bringt, sie zu missbrauchen.“ – Wolfgang Schmidbauer

„C.G.Jung war ein psychoanalytischer Faschist, ein faschistisch schäumender Psychoanalytiker. “ – Ernst Bloch

„Die tatsächlich bestehenden und einsichtigen Leuten schon längst bekannten Verschiedenheiten der germanischen und jüdischen Psychologie sollen nicht mehr verwischt werden, was der Wissenschaft nur förderlich sein kann“ (…) „Die Gesellschaft (die Internationale Allgemeine Ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie (IAÄGP). Anm.JSB) setzt von allen ihren schriftstellerisch und rednerisch tätigen Mitgliedern voraus, daß sie Adolf Hitlers grundlegendes Buch ›Mein Kampf‹ mit allem wissenschaftlichen Ernst durchgearbeitet haben und als Grundlage anerkennen. Sie will mitarbeiten an dem Werke des Volkskanzlers, das deutsche Volk zu einer heroischen, opferfreudigen Gesinnung zu erziehen.“ C.G.Jung

„Ich weiß nicht, was passieren muss, bis endlich was passiert.“
„Ulrike Maria Stuart“ von Elfriede Jelinek

„Auch der sublimste erkenntnistheoretische Idealismus führt unweigerlich zum Solipsismus, zur Vergottung des Ichs, einer Elite, einer Rasse und endet schließlich im blutigsten Imperialismus.“ John F. Rottmeister

„Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“ – Angela Merkel 

Psychoanalyse ist eine Erhebung über die Situation. Von oben hat man bessere Aussicht.

„Kritische Theorien, wie die Freudsche, artikulieren eine Erfahrung, die mit den jeweils herrschenden Denk- und Wahrnehmungsweisen unvereinbar ist. Gerade in dem, was der Konvention als unbrauchbar, als Abfall gilt und wovon in Wissenschaft und Lebenspraxis methodisch abgesehen wird, entdecken die Revolutionäre der Denkart das Neue, das ei¬ne bestehende Einrichtung des Lebens in Frage stellt. Indem sie an das Ausgegrenzte und erfolgreich Vergessene erinnern, markieren sie den Mangel der Ordnung, die über dem Grab der verworfenen Alternativen triumphierend sich erhebt. Und das dem Status quo verschworene Kollektiv stempelt solche Alchimisten, die aus Dreck Gold zu machen schei¬nen, stets zu Außenseitern6 . Aus der Erfahrung dessen, was den vorherrschenden, institutionalisierten Zwecken widerstrebt, erschüttern die Neuerer deren fraglose Geltung.“ – Helmut Dahmer

Die Umwälzung nach 1945  führte nicht zur Überwindung des Nationalsozialismus  als Ideologie der deutschen Volksgemeinschaft, sondern rief lediglich die eitle Illusion hervor, daß mit der Kritik am Nationalsozialismus das nationalsozialistische Dünken selbst und seine innere Konflikthaftigkeit mit dem Judentum überwunden sei.

„Wie es Tatbestände gibt, die die Sinne in die Irre führen, wie im Fall der optischen Täuschung, so gibt es welche, die die unangenehme Eigenschaft haben, dem Intellekt Schlüsse zu suggerieren, die gleichwohl falsch sind.“ – Christoph Türcke

Das Geschlecht ist ein sozialer Konstrukt? Berg, Tal, See und das Meer auch!

Bereits Marx diagnostizierte den Deutschen das Umkippen von Ideologie in Wahn und Lüge. Wie gegenwärtig der Fall ist, neigen die Deutschen zu Ausbrüchen des kollektiven Wahns, der Massenpsychose mit zunehmendem Realitätsverlust.
Der Wahn ist kurz, die Reue lang, pflegte meine Großmutter zu sagen.

Nach dem I. Psychosputnik-Gesetz verwandelt sich der frei florierende Zynismus ab gewissem Verdichtungsgrad seiner Intensität in hochprozentige Heuchelei, analog zu einer atomaren Kernschmelzereaktion. Diesen Prozess der zunehmenden Zynismuskonzentration mit anschliessender Explosion der Heuchelei kann man sehr deutlich gegenwärtig in Deutschland beobachten. Das Denken ist weggeblasen, pulverisiert, das (Hoch)Gefühl ist voll an seine Stelle getreten.

»Indem (der gesunde Menschenverstand) sich auf das Gefühl, sein inwendiges Orakel, beruft, ist er gegen den, der nicht übereinstimmt, fertig; er muß erklären, daß er dem weiter nichts zu sagen habe, der nicht dasselbe in sich finde und fühle; – mit anderen Worten, er tritt die Wurzel der Humanität mit Füßen. Denn die Natur dieser ist, auf die Übereinkunft mit anderen zu dringen, und ihre Existenz nur in der zustande gebrachten Einheit der Bewußtseine. Das Widermenschliche, das Tierische besteht darin, im Gefühle stehenzubleiben und nur durch dieses sich mitteilen zu können.« – G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes

„Die Verschleierung eigener Positionen durch Zitate und Zitatselektion dient dazu, eigene Positionen unkenntlich zu machen.“ – Ursula Kreuzer-Haustein

„Die Neurose ist das Wappen der Kultur.“ – Dr. Rudolf Urbantschitsch, Seelenarzt; „Sehr schön, aber es laufen derzeit schon weit mehr Heraldiker als Adelige herum.“ – Karl Kraus, Schriftsteller

„Zuerst verlieren die Menschen die Scham, dann den Verstand, hernach die Ruhe, hierauf die Haltung, an der vorletzten Station das Geld und zum Schluß die Freiheit.“ – Karl Kraus

„Ausbeutung heißt Beute machen, sich etwas durch Gewalt aneignen, was nicht durch eigene Arbeit geschaffen wurde, sich etwas nehmen, ohne Gleichwertiges zurückzugeben – Maria Mies

»Die Psychoanalyse ist eine Panne für die Hierarchie des Denksystems« – Pierre Legendre

Psychoanalyse entwickelt sich nicht weiter, weil sie nicht angewandt wird, es wird nur über sie gesprochen.

»Sie wissen, daß der Kampf des wissenschaftlichen Geistes gegen die religiöse Weltan­schauung nicht zu Ende gekommen ist, er spielt sich noch in der Gegenwart unter unseren Augen ab … Die erste Einwendung, die man hört, lautet, … die Wissenschaft ist zur Be­urteilung der Religion nicht zuständig. Sie sei sonst ganz brauchbar und schätzenswert, solange sie sich auf ihr Gebiet beschränkt, aber die Religion sei nicht ihr Gebiet, da habe sie nichts zu suchen … Die Religion darf nicht kritisch geprüft werden, weil sie das Höch­ste, Wertvollste, Erhabenste ist, was der menschliche Geist hervorgebracht hat, weil sie den tiefsten Gefühlen Ausdruck gibt, allein die Welt erträglich und das Leben lebenswür­dig macht … Darauf braucht man nicht zu antworten, indem man die Einschätzung der Religion bestreitet, sondern indem man die Aufmerksamkeit auf einen anderen Sachver­halt richtet. Man betont, daß es sich gar nicht um einen Übergriff des wissenschaftlichen Geistes auf das Gebiet der Religion handelt, sondern um einen Übergriff der Religion auf die Sphäre des wissenschaftlichen Denkens. Was immer Wert und Bedeutung der Religion sein mögen, sie hat kein Recht, das Denken irgendwie zu beschränken, also auch nicht das Recht, sich selbst von der Anwendung des Denkens auszunehmen … Eine auf die Wissen­schaft aufgebaute Weltanschauung hat außer der Betonung der realen Außenwelt wesent­lich negative Züge, wie die Bescheidung zur Wahrheit, die Ablehnung der Illusionen« (Freud, 1933, S. 182 ff. und S. 197).

„Freuds »Religions«-Kritik galt den »Neurosen« genannten Privatreligionen (Heiraten, romantische Liebe, Gier, Ethik und Moral, etc. Anm. JSB) ebenso wie den kollektiven (Nation, Gutmenschen, Sport, etc. Anm. JSB);“ – Helmut Dahmer

Freud prognostizierte, die bestehende Gesellschaft werde an einem Übermaß nicht absorbierba­rer Destruktivität zugrundegehen. (sofern nicht »Eros« interveniere (Eros ist nicht Ficken, sondern Caritas. Anm. JSB)).

„Wer dem Kult der »Werte« frönt, kann unsanft erwachen, wenn im Kampf der Klassen und Parteien, von dem er sich fernhält, Gruppen obsiegen, auf deren Pro­gramm eine »Umwertung der Werte«, z. B. die Aufwertung von »Un­werten« steht.“ – Helmut Dahmer

»Hinsichtlich der allgemeinen nervlichen Belastung wirkte die Lage im Dritten Reich auf den psychischen Zustand des Volkes ziemlich ambivalent. Es unterliegt kaum einem Zwei­fel, daß die Machtergreifung zu einer weitverbreiteten Verbesserung der emotionalen Ge­sundheit führte. Das war nicht nur ein Ergebnis des Wirtschaftsaufschwungs, sondern auch der Tatsache, daß sich viele Deutsche in erhöhtem Maße mit den nationalen Zielen identifizierten. Diese Wirkung ähnelte der, die Kriege normalerweise auf das Auftreten von Selbstmorden und Depressionen haben. (Das Deutschland der Nazizeit verzeichnete diese Erscheinung zweimal: nämlich 1933 und 1939.) Aber gleichzeitig führte das intensi­vere Lebensgefühl, das von der ständigen Stimulierung der Massenemotionen herrührte, auch zu einer größeren Schwäche gegenüber dem Trinken, Rauchen und Vergnügungen« – Richard Grunberger

Von Anfang an hat­te Hitlers Regime auch den Anstrich der Rechtmäßigkeit

„Die psychiatrischen Truppen der »kaiserlichen deutschen Psychiatrie« (Alexander und Selesnick, 1966, S. 214) jedoch, die 1914 ins Feld zogen, bekriegten immer noch die Krankheit, den äußeren Eindringling in ein gesundes System, und nicht die Neurose, das innere Ungleichgewicht zwischen Psychodynamik, Umwelt und Geschichte.“ – Geoffrey C. Cocks (Diese Einstellung herrscht bis heute in der deutschen Psychotherapie und findet explosionsartige Vermehrung im KOnzept der sog. „Traumatisierung“. Anm- JSB)

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

„Ich bin eine Feministin. Das bedeutet, daß ich extrem stark behaart bin und daß und ich alle Männer haße, sowohl einzelne als auch alle zusammen, ohne Ausnahmen.“Bridget Christie

„Die Tragödie isolierter persönlicher Leidenschaften ist für unsere Zeit zu fade. Aber weshalb? Weil wir in einer Epoche der sozialen Leidenschaften leben. Die Tragödie unserer Epoche ist der Zusammenstoß der Persönlichkeit mit dem Kollektiv.“ –  LeoTrotzki 1923

line-wordpress

“I think it’s very healthy to spend time alone. You need to know how to be alone and not be defined by another person.” ― Oscar Wilde

Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Love: only, and not always, a mother loves her child, just as it is, otherwise you have to meet the expectations of others, to be accepted.

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno
„What one must be judged by, scholar or no, is not particularised knowledge but one’s total harvest of thinking, feeling, living and observing human beings.“ (…) „While the practice of poetry need not in itself confer wisdom or accumulate knowledge, it ought at least to train the mind in one habit of universal value: that of analysing the meanings of words: of those that one employs oneself, as well as the words of others. (…) what we have is not democracy, but financial oligarchy. (…) Mr. Christopher Dawson considers that “what the non-dictatorial States stand for today is not Liberalism but Democracy,” and goes on to foretell the advent in these States of a kind of totalitarian democracy. I agree with his prediction. (…) That Liberalism is something which tends to release energy rather than accumulate it, to relax, rather than to fortify. (…) A good prose cannot be written by a people without convictions. (..) The fundamental objection to fascist doctrine, the one which we conceal from ourselves because it might condemn ourselves as well, is that it is pagan. (..) The tendency of unlimited industrialism is to create bodies of men and women—of all classes—detached from tradition, alienated from religion and susceptible to mass suggestion: in other words, a mob. And a mob will be no less a mob if it is well fed, well clothed, well housed, and well disciplined. (…) The rulers and would-be rulers of modern states may be divided into three kinds, in a classification which cuts across the division of fascism, communism and democracy. (…) Our preoccupation with foreign politics during the last few years has induced a surface complacency rather than a consistent attempt at self-examination of conscience. (…) What is more depressing still is the thought that only fear or jealousy of foreign success can alarm us about the health of our own nation; that only through this anxiety can we see such things as depopulation, malnutrition, moral deterioration, the decay of agriculture, as evils at all. And what is worst of all is to advocate Christianity, not because it is true, but because it might be beneficial. (…) To justify Christianity because it provides a foundation of morality, instead of showing the necessity of Christian morality from the truth of Christianity, is a very dangerous inversion; and we may reflect, that a good deal of the attention of totalitarian states has been devoted, with a steadiness of purpose not always found in democracies, to providing their national life with a foundation of morality—the wrong kind perhaps, but a good deal more of it. It is not enthusiasm, but dogma, that differentiates a Christian from a pagan society.“ (…)  It would perhaps be more natural, as well as in better conformity with the Will of God, if there were more celibates and if those who were married had larger families. (…) We are being made aware that the organisation of society on the principle of private profit, as well as public destruction, is leading both to the deformation of humanity by unregulated industrialism, and to the exhaustion of natural resources, and that a good deal of our material progress is a progress for which succeeding generations may have to pay dearly. I need only mention, as an instance now very much before the public eye, the results of “soil-erosion”—the exploitation of the earth, on a vast scale for two generations, for commercial profit: immediate benefits leading to dearth and desert. I would not have it thought that I condemn a society because of its material ruin, for that would be to make its material success a sufficient test of its excellence; I mean only that a wrong attitude towards nature implies, somewhere, a wrong attitude towards God, and that the consequence is an inevitable doom. For a long enough time we have believed in nothing but the values arising in a mechanised, commercialised, urbanised way of life: it would be as well for us to face the permanent conditions upon which God allows us to live upon this planet. And without sentimentalising the life of the savage, we might practise the humility to observe, in some of the societies upon which we look down as primitive or backward, the operation of a social-religious-artistic complex which we should emulate upon a higher plane. We have been accustomed to regard “progress” as always integral; and have yet to learn that it is only by an effort and a discipline, greater than society has yet seen the need of imposing upon itself, that material knowledge and power is gained without loss of spiritual knowledge and power. “ – T.S.Eliot
“I am a feminist. All this means is that I am extremely hairy and hate all men, both as individuals and collectively, with noexceptions.” – Bridget Christie

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