Gegen Islamismus und Faschismus

Dem fol­gen­den be­mer­kens­wer­ten Text der An­ti­fa Suhl/Zel­la-Meh­lis wünscht die Re­dak­ti­on Ba­ha­mas größt­mög­li­che Ver­brei­tung.

Gegen Islamismus und Faschismus
Am gest­ri­gen Mitt­woch­abend hat im Erst­auf­nah­me­la­ger auf dem Fried­berg eine Min­der­heit der Heim­be­woh­ner einen Aus­nah­me­zu­stand her­bei­ge­führt. Wäh­rend der Aus­ein­an­der­set­zung wur­den 15 Men­schen, zum Teil mit Stich­wun­den, ver­letzt und Teile des La­gers ver­wüs­tet. Die Nazis um Tommy Frenck be­rich­te­ten wäh­rend­des­sen fei­xend von den Ent­wick­lun­gen. Ihnen kam es aus meh­re­ren Grün­den ge­le­gen, dass die Be­woh­ner ihre ei­ge­ne Un­ter­kunft zer­le­gen. Die an­ge­spann­te Stim­mung in der Be­völ­ke­rung droh­te längst end­gül­tig zu­guns­ten der Nazis zu kip­pen. Zahl­rei­che Men­schen, die bis­her ge­hemmt blie­ben und sich von Na­zi­auf­mär­schen fern hiel­ten, wer­den heute zum of­fe­nen Men­schen­hass über­lau­fen. Die Nazis ze­men­tie­ren damit in be­stimm­ten Be­völ­ke­rungs­krei­sen das Bild, dass die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sich das Pro­blem des Is­la­mis­mus aus dem Nahen Osten im­por­tiert habe.Allen, die jetzt dar­auf nichts zu ant­wor­ten wis­sen, als das hilf­lo­se, all das habe mit dem Islam nichts zu tun, den wol­len wir an die­ser Stel­le wi­der­spre­chen. Wenn die über­ein­stim­men­den Be­rich­te zu­tref­fen, dann nah­men die Aus­schrei­tun­gen ihren Aus­gang in der Schmä­hung des Koran durch einen La­ger­be­woh­ner und der Re­ak­ti­on eines is­la­mis­tisch mo­ti­vier­ten Mobs, der den „Un­gläu­bi­gen“ zur Re­chen­schaft zie­hen woll­te. Die­ser flüch­te­te sich in das Büro des Wach­per­so­nals, das dar­auf­hin ge­ra­de­zu ge­stürmt wurde. Wäh­rend der stun­den­lan­gen Aus­ein­an­der­set­zung auf dem Fried­berg waren durch­gän­gig „Al­la­hu akbar“ – „Gott ist groß“ – Rufe zu hören. Si­cher ist die be­drü­cken­de Si­tua­ti­on im völ­lig über­be­leg­ten Lager, die Trau­ma­ti­sie­rung vie­ler Be­woh­ner und nicht zu­letzt die an­dau­ern­de Hetze deut­scher Ras­sis­ten, die an den Flücht­lin­gen nicht spur­los vor­über geht, ein Grund, warum es vor Ort immer wie­der zu Span­nun­gen und Aus­ein­an­der­set­zun­gen unter den Be­woh­nern und mit der Po­li­zei und dem Wach­per­so­nal kommt. Am gest­ri­gen Abend kam ein­drück­lich ein wei­te­rer Punkt hinzu: es ist der po­li­ti­sche Islam, eine re­ak­tio­nä­re Ideo­lo­gie, die eine Min­der­heit der ak­tu­el­len Be­woh­ner des Erst­auf­nah­me­la­gers mit­ge­bracht hat und der sich die Mehr­heit nicht wi­der­setzt hat. Die Lö­sung, die bei­spiels­wei­se Mi­nis­ter­prä­si­dent Ra­me­low an­vi­siert, näm­lich die Tren­nung nach Eth­ni­en, geht an die­sem Pro­blem vor­bei. Es ist ein Pro­blem, das zwi­schen sä­ku­la­ren und re­li­giö­sen Mus­li­men aus Sy­ri­en je­der­zeit auf­tre­ten kann und dem man sich in an­de­rer Weise an­neh­men muss, als durch Ver­harm­lo­sung, Igno­ranz oder sogar Ab­schie­bung. Die Tat­sa­che, dass Flücht­lin­ge re­ak­tio­nä­re Ideo­lo­gi­en mit­brin­gen, über­steigt zu oft die Vor­stel­lungs­kraft zi­vil­ge­sell­schaft­li­cher Op­ti­mis­ten, deren Bild vom Flücht­ling ir­gend­wo zwi­schen „edlem Wil­den“ und bes­se­rem Un­ter­tan schwankt. Die Aus­wüch­se des po­li­ti­schen Islam kön­nen wir in Sy­ri­en und dem Irak be­ob­ach­ten. Dort ver­nich­ten is­la­mis­ti­sche Mör­der­ban­den, un­ter­stützt durch die is­la­mis­ti­sche Re­gie­rung der Tür­kei, alles was sich ihnen in den Weg stellt. Die ein­zi­ge Kraft in der Re­gi­on, die dem Is­la­mi­schen Staat die Stirn bie­tet, sind kur­di­sche Kämp­fe­rin­nen und Kämp­fer, die u.a. in Süd­kur­dis­tan durch den NA­TO-Staat Tür­kei bom­bar­diert wer­den. Der po­li­ti­sche Islam ist nun kein Al­lein­stel­lungs­merk­mal des Is­la­mi­schen Staa­tes, son­dern Be­stand­teil der Ideo­lo­gie nicht we­ni­ger Men­schen, die vor den Kriegs­fol­gen flie­hen. Er steht für ein to­ta­li­tä­res Ge­sell­schafts­mo­dell, das alle Le­bens­äu­ße­run­gen der je­wei­li­gen Aus­le­gung des Koran un­ter­ord­net und damit in Front­stel­lung gegen den west­li­chen, sä­ku­la­ren Ver­fas­sungs­staat, gegen die se­xu­el­le und po­li­ti­sche Selbst­be­stim­mung und damit gegen jede Be­we­gung, die die zer­stö­re­ri­sche ka­pi­ta­lis­ti­sche Welt­ord­nung zur so­zia­lis­ti­schen Welt­ge­sell­schaft re­vo­lu­tio­nie­ren will, statt sie ins Mit­tel­al­ter zu­rück­zu­wer­fen. Der po­li­ti­sche Islam muss als re­ak­tio­nä­re Ideo­lo­gie de­mas­kiert und kri­ti­siert wer­den, auch wenn die men­schen­wür­di­ge Un­ter­brin­gung und der Kampf gegen Fa­schis­ten den an­ti­ras­sis­tisch En­ga­gier­ten der­zeit an­de­re Prio­ri­tä­ten auf­nö­tigt.

Des­we­gen steht auf un­se­rem Trans­pa­rent seit dem ers­ten SÜ­GI­DA-Auf­marsch in Suhl: „Gegen Is­la­mis­mus und Fa­schis­mus“. Weil der Islam dort, wo er keine pri­va­te Ma­rot­te, wie hier­zu­lan­de vie­ler­orts der christ­li­che Glau­be, ist; dort, wo er eine po­li­ti­sche Ideo­lo­gie dar­stellt, ein Pro­blem für die fort­schritt­li­chen Kräf­te in der Ge­sell­schaft ist. Das schließt die Nazis selbst­ver­ständ­lich aus, die mit einer Mi­schung aus Ver­ach­tung und Neid auf den Is­la­mis­mus schau­en, deren Ideal von der Volks­ge­mein­schaft dem vom Is­la­mi­schen Staat gar nicht so ver­schie­den ist. Nicht zu­fäl­lig ar­bei­te­ten Adolf Hit­ler und der Mufti von Je­ru­sa­lem zu­sam­men und schätz­ten ein­an­der. Brü­cken­pfei­ler und Bin­de­glied von Is­la­mis­mus und Fa­schis­mus sind der An­ti­se­mi­tis­mus, die Pro­jek­ti­on allen Welt­ü­bels auf das Ju­den­tum.

Den Is­la­mis­ten, die bei jeder Schmä­hung ihrer Re­li­gi­on an die Decke gehen, äh­neln unter den Bio­deut­schen die Nazis, deren Opium nicht die Zu­ge­hö­rig­keit zur Umma (is­la­mi­sche Welt­ge­mein­schaft) ist, son­dern die Zu­ge­hö­rig­keit zum deut­schen Volk. Wäh­rend die Is­la­mis­ten die Welt von den „Un­gläu­bi­gen“ säu­bern wol­len, haben es die Nazis auf „Volks­schäd­lin­ge“ ab­ge­se­hen, das sind wahl­wei­se Aus­län­der, Ob­dach­lo­se, Ho­mo­se­xu­el­le, Juden und an­de­re Grup­pen. Beide Ideo­lo­gi­en, Is­la­mis­mus und Fa­schis­mus, sind mit­un­ter ein Pro­dukt ka­pi­ta­lis­ti­scher Ver­ge­sell­schaf­tung, der Über­flüs­sig­ma­chung und Ver­ein­ze­lung gro­ßer Teile der Be­völ­ke­rung und der dar­aus re­sul­tie­ren­den Iden­ti­täts­kri­se po­lit­öko­no­misch kon­sti­tu­ier­ter Sub­jek­te. Unter den ras­sis­ti­schen Bio­deut­schen macht sich die Angst gel­tend, sich dem­nächst sel­ber ins Heer der Mit­tel­lo­sen und Nutz­lo­sen ein­rei­hen zu müs­sen, die kein So­zi­al­staat und kein Min­dest­lohn mehr über Was­ser hält. Des­we­gen gei­len sich die Nazis um Tommy Frenck an Schau­er­ge­schich­ten und dem diese be­stä­ti­gen­den Bild­ma­te­ri­al auf. Wenn sich die Asyl­be­wer­ber nicht be­neh­men, hat man im­mer­hin einen Grund mehr, ihre Aus­wei­sung oder Tö­tung zu for­dern, ohne di­rekt ein­ge­ste­hen zu müs­sen, dass man sie ei­gent­lich um min­des­tens zwei­er­lei be­nei­det: ein leis­tungs­lo­ses Aus­kom­men und die Ge­mein­schaft (Umma), die sie selbst dann noch be­reit sind zu ver­tei­di­gen, nach­dem sie vor ihren Aus­wüch­sen ge­flo­hen waren.

Wir dür­fen uns nicht die Il­lu­si­on ma­chen, die Kon­flik­te im Nahen Osten hät­ten mit der hie­si­gen Ge­sell­schaft nichts zu tun und schon gar nicht darf dem Drän­gen der Fa­schis­ten nach­ge­ge­ben wer­den, die das Pro­blem durch Ab­schie­bung und Grenz­si­che­rung in den Griff be­kom­men wol­len. Das Drän­gen auf die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen und men­schen­wür­di­ge, de­zen­tra­le Un­ter­brin­gung von Flücht­lin­gen bleibt daher das Gebot der Stun­de. Dar­über hin­aus ist es aber po­li­tisch ge­bo­ten, für die sä­ku­la­ren Mus­li­me ge­nau­so Par­tei zu neh­men wie für den Kampf gegen re­ak­tio­nä­re Ideo­lo­gie, also gegen Is­la­mis­mus und Fa­schis­mus, sowie für die So­li­da­ri­tät mit den fort­schritt­li­chen Kräf­ten im Nahen Osten, die Men­schen Schutz bie­ten kön­nen vor is­la­mis­ti­schen Mör­der­ban­den und das sind Teile der Kur­den und Is­ra­el!

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