Antisemitismus, Rassismus und Neonazismus in der DDR

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PLO Arafat -DDR Honecker

 

Rassismus und Neonazismus in der DDR – Ursachen und Folgen

Verfasst von Harry Waibel. Verfasst am 12.06.2015

In meinen Publikationen belege ich für die DDR über 8.000 neonazistische, antisemitische und ras­sistische Propaganda- und Gewaltstraftaten. Dabei sind etwa 7.000 dem Neonazismus zu zu­ordnen, etwa 900 Angriffe sind antisemitisch (inkl. Friedhofsschändungen) und  etwa 700 „Vorkommnisse“ sind Ausdruck des in der DDR latent und manifest vorhandenen Ras­sismus. Diese 700 „Vorkommnisse“ beinhalten über 200 rassistische Pogrome und pogrom­ähnliche Auseinandersetzungen, bei denen Afghanen, Algerier, Kubaner, Japaner, Indonesier, Jemeni­ten, Jugoslawen, Mosambikaner, Polen, Sowjetische Bürger, Syrer, Tschechoslowa­ken, Tune­sier, Türken, Ungarn und Vietnamesen Opfer ostdeutscher Rassisten und Neonazis geworden sind. Entgegen der viel verbreiteten Ansicht in Hoyerswerda 1991 hätte es das erste rassisti­sche Pogrom in der deut­schen Nachkriegsgeschichte gegeben, ist es tatsächlich so, das in Er­furt im August 1975 das erste rassistische Pogrom der deutschen Nach­kriegsgeschichte statt­gefunden hat, als algerische „Vertragsarbeiter“ in mehreren Tagen von Mobs durch die Stadt gejagt wurden. Der erste Angriff eines deutschen Mobs auf ein Wohnheim, ähnlich dem von 1991 in Hoyerswerda, fand am 13. Februar 1977 in Dessau statt, als mehrere Rassisten ein Wohnheim für algerische Arbeiter mit Steinen angriffen. Insgesamt sind für die DDR über 30 rassistische Angriffe auf Wohnheime von ausländischen Arbeitern durch Archivmateria­lien belegt. In Merse­burg wurden im August 1979 zwei Kubaner getötet und anschließend sorgte die Partei- und Staatsführung der DDR dafür, dass keine juristischen Ermittlungen durch Staatsanwaltschaft und Volkspolizei stattfinden konnten. Zurzeit wird juristisch geprüft, ob und wie ein neues Ermittlungsverfahren zur Aufklärung der Umstände des Todes der bei­den kubanischen Arbeiter möglich werden kann.

Der Antifaschismus der SED hat die rassistische, neonazistische und antisemitische Entwick­lung in der DDR weder in ihren Ansätzen verhindern können, noch konnte sie sie stoppen. Dafür sind weitestgehend DDR-spezifi­sche Ursachen aus den Bereichen Geschichte, Ideolo­gie und Politik verantwortlich. Die Verleugnung und Ver­drängung dieser Tatsachen bis in die Gegenwart hinein hat gravierende Folgen, was die Glaubwürdigkeit und die Wirksamkeit die­ses Antifaschismus angeht.

https://linksunten.indymedia.org/de/node/145796

 

Der gescheiterte Antifaschismus der SED

Geschrieben von Harry Waibel 11. Juni 2015

 

Antisemitismus, Rassismus und Neonazismus in der DDR

 

’Damit (links-)deutsche Ideologen handeln‚ als enttäuschte zu Verstande gekommene Menschen’ (Marx)

 

Harry Waibel führt in seine Untersuchung u. a. mit folgenden Sätzen ein: „Wie die SED den Antisemitismus in der DDR leugnete, so leugnete sie auch den Rassis­mus. Wenn doch „Vor­kommnisse“ dieser Art registriert werden mussten, dann wurden Täter als „kriminelle“ oder „asoziale“ Elemente be­zeichnet, die durch den schädli­chen Einfluss westlicher Medien oder Agenten dazu beeinflusst worden wären. Die Verleug­nung und Verdrängung dieser Thematik reicht bis in die Gegenwart, wenn von Mitgliedern und Sympathisanten der Linkspartei immer wieder behauptet wird, in der DDR hätte es kei­nen Ras­sismus oder Antisemitismus gegeben, und die Erscheinungen der Gegenwart seien aus­schließlich Folgen der politischen, sozialen und ökonomischen Veränderungen ab 1990. (…) Rassisten, Antisemiten und Neonazis waren Teil einer sozialen Realität (der DDR Anm.JSB)und sie bildeten die politischen, re­aktionären Kerne einer ansonsten amorph strukturierten Opposition und deren rassistische Exzesse waren auch ein Ausdruck dafür, dass sie den sozialen und politischen Verhältnissen kritisch oder ablehnend gegenüberstanden. “Damit (links-)deutsche Ideologen handeln ‚als enttäuschte zu Verstande gekommene Menschen“ (Marx)

 

Wer aber vom Rassismus in der DDR nicht reden will, sollte auch vom Antifaschismus schweigen Einleitung

Rassisten, Antisemiten und Neonazis waren Teil einer sozialen Realität und sie bildeten die politischen, reaktionären Kerne einer ansonsten amorph strukturierten Opposition und deren rassistische Exzesse waren auch ein Ausdruck dafür, dass sie den sozialen und politischen Verhältnissen kritisch oder ablehnend gegenüberstanden. Somit fand der in der Bevölkerung latent vorhandene Unmut und die Demoralisierung über die Unmöglichkeit der Veränderung der Verhältnisse, im Rassismus einen politischen Ausdruck. Rassismus ist hier jedoch nicht nur zu Verstehen als Opposition gegen die staatliche und gesellschaftliche Totalität der DDR, sondern damit wurden unverarbeitete, tradierte Bewusstseinsinhalte sichtbar, die durch Zensur und Repression lediglich unterdrückt worden waren. Die Ursachen für den Rassismus in der DDR lassen sich nicht allein aus Politik, Ideologie oder durch Einwirkungen aus dem Westen erklären, denn ohne innere Ursachen hätten rassistische Parolen keinen Nährboden finden können.

Aus ca. 1.500 unveröffentlichten Archivmaterialien belege ich insgesamt über 8.600 neonazistische, rassistische und antisemitische Propaganda- und Gewalttaten, wobei der Anteil antisemitischer Angriffe bei ca. 900 liegt und ca. 145 Vorfälle betreffen Schändungen jüdischer Friedhöfe und Gräber. Es gab über 700 rassistische Angriffe mit mindestens 12 Toten und tausenden verletzten Kinder, Frauen und Männer aus über 30 Ländern. Menschen aus Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa wurden so Opfer rassistischer Angriffe und mit den meisten Herkunftsländern hatte die DDR offiziell, unter dem Gesichtspunkt eines „proletarischen Internationalismus“, hervorgehobene politische Beziehungen.

Das Spektrum des Rassismus erstreckte sich von Schändungen von Gräbern auf jüdischen Friedhöfen unmittelbar nach dem Ende des II. Weltkrieges, über Hakenkreuzschmierereien ab den 1950er Jahren bis hin zu Pogromen in den 1970er und 1980er Jahren. Ab den 1960er Jahren gab es in mehreren Bezirken neonazistische Gruppen, so wurden 1962/63 acht „Untergrundgruppen“ aufgedeckt, von denen vier neonazistisch waren. In den 1970er Jahren gab es mehrere hundert rassistische Angriffe an Oberschulen, an Betriebsberufsschulen und Kinder- und Jugend-Sportschulen, wo neonazistische bzw. rassistische Symbole und Losungen vorgefunden oder wo, besonders um einen 20. April herum, „Heil Hitler“ gegrölt wurde. In den Fußballstadien der Oberliga trafen sich unzählige neonazistische Hooligans und Skinheads und fanden dort ein öffentliches Publikum für ihre rassistischen Parolen und Gesänge.

Ab den 1970er Jahren kamen, durch zwischenstaatliche Abkommen, z. B. mit Algerien, Kuba, Mosambik oder Vietnam, „Vertragsarbeiter“ in Betriebe der DDR. Für jeden Beschäftigten galt eine 4-jährige Aufenthaltsdauer, es gab ein Verbot des Zuzugs von Familienangehörigen und jeder Arbeitsvertrag konnte nur mit der Zustimmung der jeweiligen Regierungsvertreter gekündigt werden. Schwangere Ausländerinnen hatten die DDR zu verlassen. In den Wohnheimen für die Arbeiter aus dem Ausland konnten in einem Raum bis zu vier Personen leben und jeder Person standen mindestens 5 qm zu — das im Gegensatz zu den für Deutsche üblichen 12 qm. Frauen und Männer hatten in getrennten Unterkünften zu leben und Besuche von Frauen bei Männern bzw. umgekehrt wurden nicht erlaubt. Wohnheime wurden oft überbelegt und gelegentlich mussten sich bis zu 40 Personen fünf Kochstellen teilen. Es wurden nächtliche Kontrollen durchgeführt, die Leitungen der Wohnheime besaßen Schlüssel zu allen Räumen und konnten so zu jeder Zeit Durchsuchungen vornehmen. Zu den ersten Migranten gehörten algerische Arbeiter, die Mitte der 1970er Jahre in fünf Betrieben der Kohle- und Baustoffindustrie sowie im Landmaschinenbau eingesetzt wurden. So waren im Kombinat Schwarze Pumpe (Bezirk Cottbus) ca. 300 Algerier tätig, die zu jeweils 30 Mann in Baracken lebten, die im Sommer heiß und im Winter kalt waren. Zwei oder drei Personen wohnten in einem Raum, in dem sich eine Toilette und eine Dusche befanden. Gekocht wurde in Gemeinschaftsküchen. Die Baracken befanden sich weit außerhalb des Stadtzentrums und öffentliche Verkehrsmittel waren rar. Die ausländischen Arbeiter wurden durch das Personal von Wohnheimen bevormundet, es wurden ihnen Pässe abgenommen, Linienbusse fuhren an wartenden Afrikanern vorbei, auf Ämtern wurden sie ignoriert und von Ärzten ungleich behandelt. Diese rassistische Segregation von Ausländern am Arbeitsplatz und im Wohnheim beförderte die in der ost-deutschen Gesellschaft latent vorhandenen rassistischen Aggressionen. In vielen Bereichen der Gesellschaft, an den Universitäten oder in Betrieben wurden Deutsche genötigt zu erklären, dass sie keine Kontakte zu Ausländern aufnehmen oder das sie unvermeidbare Kontakte melden. Diese Kontaktsperre betraf auch Meister und Betreuer von ausländischen Arbeitern in der Industrie.

Ausländische ArbeiterInnen wurden von ihren Arbeitgebern bezahlt und mit betriebskulturellen Angeboten versorgt, jedoch wurden ihre eigenen sozialen und kulturellen Bedürfnisse und Gewohnheiten völlig missachtet. Formal gleichgestellt mit den Deutschen, waren sie in ihrem Leben weitgehend rechtlos und am untersten Ende der sozialen Hierarchie eingeordnet. Niemand in der DDR wollte ihre Integration in die Gesellschaft, im Gegenteil sie waren ständig von Sanktionen bedroht, gegen ihren Willen in ihre Heimat abgeschoben zu werden. Die Mehrheit dieser Ausländer lebte in den 1980er Jahren in fünf der 15 Bezirke: KarlMarx-Stadt, Dresden, Berlin, Leipzig und Halle. Unterrepräsentiert waren sie in den Bezirken Neubrandenburg, Schwerin und Suhl, also in ländlich geprägten Bezirken mit wenig Industrie. 1989 lag der Anteil der Frauen bei den Ausländern bei ca. 30 %. Einen Großteil dieser Frauen waren Vietnamesinnen.

Die Ausländer wurden zum Ziel rassistischer Aggressionen und Ressentiments, gespeist aus Sozial-Neid und sozial-darwinistischen Anschauungen. Immer wieder wurde ihnen von Deutschen eine mangelnde Einstellung zur Arbeit vorgeworfen oder ihre Ordnungs und Sauberkeitsgewohnheiten wurden wieder und wieder als „Ekel erregend“ abqualifiziert. Die Unzufriedenheit vieler Deutscher über ihre eigene politische und ökonomische Situation, entlud sich in offenen Aggressionen gegen die Migranten. Die kleinmütigen und ängstlichen Deutschen, die es nicht wagten gegen die tatsächlichen Urheber der Misere zu kämpfen, benutzten die Ausländer als Sündenböcke für die Abfuhr ihrer Frustrationen.

Die rassistische Szene

Bereits unmittelbar nach 1945 gehörten organisierte und unorganisierte Neonazis zu den hervorstechenden Akteuren der rassistischen Szene in der DDR und sie blieben es bis zu ihrem Ende. Ab den 1970er Jahren traten gewaltbereite Hooligans in und vor Fußballstadien hinzu und ab den 1980er Jahren entwickelten sich die durch Glatzen und Kleidung uniformierten neonazistischen und rassistischen Skinheads. Ebenfalls ab den 1970er Jahren entwickelte sich eine neue Erscheinungsform des rassistischen Vorgehens, wenn sich Deutsche spontan und ungeplant zu einem rassistischen Mob versammelten und zuschlugen.

Pogromartige Angriffe auf Wohnheime für Ausländer gab es ab Mitte der 1970er Jahre und sie sind insofern ein Ausdruck einer Besonderheit, denn in der BRD gab es vergleichsweise keinen rassistischen Angriff eines Mobs auf Wohnungen von Ausländern, mit einer Ausnahme, als im Juni 1992 in Mannheim-Schönau ein Wohnheim für Flüchtlinge von Rassisten angegriffen wurde und die Angreifer Unterstützung von mehreren hundert Deutschen erhielten, die sie durch Rufe und Parolen anfeuerten.

Für die DDR belege ich nahezu 40 Angriffe auf Ausländerwohnheime und den Beginn dieser speziellen Form des Angriffs bildet die Parole „Chilenen raus“, die 1973 an der Wand eines Wohnblocks in dem Chilenen wohnten in Karl-Marx-Stadt. Sie hatten nach dem faschistischen Putsch des chilenischen Militärs unter der Führung von General A. Pinochet in der DDR politisches Asyl erhalten hatten.

Im Januar 1976 wurde In der Gemeinde Spergau im Kreis Merseburg (Bezirk Halle) organisierte eine Oberschülerin (16 Jahre) eine Unterschriftensammlung mit dem Ziel, dass die in Spergau wohnenden Algerier aus der DDR ausgewiesen werden sollten. Die Leitung der Schule dieser Aktivistin entdeckte die Liste mit 117 Unterschriften, u. a. hatten dort Lehrer und Mitglieder des Gemeinderates unterschrieben und übergab sie an die Kreisleitung der SED. Dort wurde diese Unterschriftensammlung als Eingabe für den Gemeinderat behandelt. Die von Algeriern verursachten „Vorkommnisse“, stellten nach Meinung der Schülerin, eine Gefährdung des Lichtmeßfestes dar, da sich deutsche Mädchen und Frauen abends nicht mehr auf die Straße trauten. In Spergau sei es bis dahin zu insgesamt 16 „Vorkommnissen“ mit Algeriern gekommen und zusätzlich hätte es am Arbeitsplatz beim VEB Kombinat Leuna Fehlverhalten der Algerier gegeben, Einrichtungen im Wohnheim seien beschädigt oder zerstört worden, es soll Diebstähle gegeben haben und außerdem habe es im Zusammenhang mit den Löhnen Streiks gegeben.

In Dessau (Bezirk Halle) kam es im Februar 1977 im und vor dem „Haus des Handwerks“ zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen etwa 25 Algeriern und etwa 70 Deutschen. Unter dem Druck der Geschehnisse mussten sich die Araber zu ihrem Wohnheim zurückziehen, wo die Auseinandersetzung fortgesetzt und eine große Anzahl Fensterscheiben des Wohnheims durch Wurfgeschosse der deutschen Angreifer zerstört wurden. Ein konzentrierter Einsatz von Volkspolizei und Sicherheitskräften konnte „Ruhe und Ordnung“ wieder herstellen. 18 Deutsche waren von der Volkspolizei vorläufig festgenommen worden, doch die Angriffe wären von einem deutschen Arbeiter „bewußt und vorsätzlich provoziert“ worden. Bei seiner Vernehmung bei der Volkspolizei gab er am, er hätte „eine persönliche Antipathie“ gegen Algerier. Gegen ihn wurde „ein Ermittlungsverfahren mit Haft“ gemäß § 215 StGB Rowdytum und gegen weitere sieben Deutsche wurde ein Ermittlungsverfahren ohne Haft gemäß § 215 StGB Rowdytum eingeleitet.

Die Reihe der Angriffe auf Wohnheime endete im August 1990 als in Trebbin (Bezirk Potsdam) ein Wohnheim für Mosambikaner von etwa 30 Rassisten angegriffen wurde. Insofern muss auch die Aussage korrigiert werden, die Angriffe auf Wohnheime für Ausländer in Hoyerswerda im Jahr 1991 seien das erste Pogrom in Deutschland nach dem II. Weltkrieg gewesen.

Die ersten rassistischen Pogrome eines deutschen Mobs fern der Wohnheime waren eine weitere Besonderheit des Rassismus in der DDR. So wurden in Erfurt im August 1975 mehrere Algerier von einem, mit Eisenstangen und Holzlatten bewaffneten deutschen Mob angegriffen, der sie durch das Stadtzentrum vor sich her trieb. Unter Polizeischutz konnten die Angegriffenen, es gab viele Verletzte, in ihre Unterkünfte flüchten. Diese rassistischen Vorfälle hatten den Charakter von Lynchjustiz, dauerten vier Tage und sie sind das erste rassistische Pogrom in Deutschland nach 1945.

Rassistische Angriffe gegen Vertragsarbeiter

Rassistische Angriffe fanden statt durch staatliche Institutionen und durch rassistische Mobs aus der Mitte der Gesellschaft. Die anhaltenden rassistischen Angriffe auf algerische Arbeiter bewog die algerische Regierung dazu, dass sie ab Ende der 1970er Jahre ihre Leu- 7 Meinung der Schülerin, eine Gefährdung des Lichtmeßfestes dar, da sich deutsche Mädchen und Frauen abends nicht mehr auf die Straße trauten. In Spergau sei es bis dahin zu insgesamt 16 „Vorkommnissen“ mit Algeriern gekommen und zusätzlich hätte es am Arbeitsplatz beim VEB Kombinat Leuna Fehlverhalten der Algerier gegeben, Einrichtungen im Wohnheim seien beschädigt oder zerstört worden, es soll Diebstähle gegeben haben und außerdem habe es im Zusammenhang mit den Löhnen Streiks gegeben.

In Dessau (Bezirk Halle) kam es im Februar 1977 im und vor dem „Haus des Handwerks“ zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen etwa 25 Algeriern und etwa 70 Deutschen. Unter dem Druck der Geschehnisse mussten sich die Araber zu ihrem Wohnheim zurückziehen, wo die Auseinandersetzung fortgesetzt und eine große Anzahl Fensterscheiben des Wohnheims durch Wurfgeschosse der deutschen Angreifer zerstört wurden. Ein konzentrierter Einsatz von Volkspolizei und Sicherheitskräften konnte „Ruhe und Ordnung“ wieder herstellen. 18 Deutsche waren von der Volkspolizei vorläufig festgenommen worden, doch die Angriffe wären von einem deutschen Arbeiter „bewußt und vorsätzlich provoziert“ worden. Bei seiner Vernehmung bei der Volkspolizei gab er am, er hätte „eine persönliche Antipathie“ gegen Algerier. Gegen ihn wurde „ein Ermittlungsverfahren mit Haft“ gemäß § 215 StGB Rowdytum und gegen weitere sieben Deutsche wurde ein Ermittlungsverfahren ohne Haft gemäß § 215 StGB Rowdytum eingeleitet.

Die Reihe der Angriffe auf Wohnheime endete im August 1990 als in Trebbin (Bezirk Potsdam) ein Wohnheim für Mosambikaner von etwa 30 Rassisten angegriffen wurde. Insofern muss auch die Aussage korrigiert werden, die Angriffe auf Wohnheime für Ausländer in Hoyerswerda im Jahr 1991 seien das erste Pogrom in Deutschland nach dem II. Weltkrieg gewesen.

Die ersten rassistischen Pogrome eines deutschen Mobs fern der Wohnheime waren eine weitere Besonderheit des Rassismus in der DDR. So wurden in Erfurt im August 1975 mehrere Algerier von einem, mit Eisenstangen und Holzlatten bewaffneten deutschen Mob angegriffen, der sie durch das Stadtzentrum vor sich her trieb. Unter Polizeischutz konnten die Angegriffenen, es gab viele Verletzte, in ihre Unterkünfte flüchten. Diese rassistischen Vorfälle hatten den Charakter von Lynchjustiz, dauerten vier Tage und sie sind das erste rassistische Pogrom in Deutschland nach 1945.

Rassistische Angriffe gegen Vertragsarbeiter

Rassistische Angriffe fanden statt durch staatliche Institutionen und durch rassistische Mobs aus der Mitte der Gesellschaft. Die anhaltenden rassistischen Angriffe auf algerische Arbeiter bewog die algerische Regierung dazu, dass sie ab Ende der 1970er Jahre ihre Leu- 7 te wieder aus der DDR abgezogen haben. An ihre Stelle traten Arbeiter aus Mosambik, Kuba und Vietnam hinzu, die von rassistischen Mobs mit der gleichen Militanz empfangen wurden, mit der schon die Algerier vertrieben worden waren. Bei den Rassisten muss es eine große Genugtuung und Freude ausgelöst haben, dass sie es geschafft hatten, die Algerier aus dem Land zu vertreiben, doch die Tatsache, dass die SED nun Arbeiter aus Afrika oder Kuba ins Land holte, brachte die soziale Atmosphäre gegen Ausländer zum kochen.

Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Kubanern und Deutschen oder Algeriern und Deutschen waren im Alltag üblich und Deutsche behaupteten immer wieder, dass sich die Ausländer gegenüber deutschen Frauen provozierend verhielten und deshalb wäre es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Deutsche verglichen die Wohnungen von Kubanern mit einem Bordell und dazu passt das weitverbreitete Gerücht, die Kubaner hätten „Geschlechtskrankheiten“ eingeschleppt und in ihren Wohnungen würden sie über Schuß- und Stichwaffen verfügen.

Gastwirte weigerten sich mit rassistischen Begründungen Afrikaner zu bedienen und bei Disko-Veranstaltungen wurden mit leeren Biergläsern auf der Tanzfläche Hakenkreuze gebildet, „Heil Hitler“ gerufen und der Hitlergruß gezeigt.

Den Migranten schlug „Neid, Missgunst und Rassismus“ entgegen und Busfahrer hielten nicht, wenn ausschließlich Afrikaner an einer Haltestelle warteten. Rassisten verprügelten unter dem Motto „Vertreibung von Negern aus dem Jugendklub“ afrikanische Arbeiter. Es gab rassistische Äußerungen, wie „schwarzen Affen“ und Deutsche drohten mit „Selbstjustiz“. Angeblich, so das Gerücht, könnten Mosambikaner tun und lassen was sie wollten, sie würden strafrechtlich „nicht zur Verantwortung gezogen. Gegen diese Stimmung setzten die Volkspolizei und das MfS, im Einvernehmen mit dem Ministerium für Volksbildung und dem Staatssekretariat für Berufsausbildung, um Exempel zu statuieren, auf die zwangsweise Rückführung von Ausländern in das Heimatland. Offiziere des MfS drohten mit verheerenden Folgen für die innere Verfassung der DDR, falls ihre Vorschläge nicht angenommen würden. Das MfS entnahm aus den Diskussionen in der Bevölkerung der DDR, dass „Ausländerfeindlichkeit“ existierte und es wurde klar und deutlich, darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Spannungen und Konflikte noch verstärken würden, falls die Probleme nicht in ihrem Sinne geklärt würden. Diese Strategie der Einschüchterung der für eine begrenzte Zeit eingewanderten Ausländer durch Androhung und auch Vollzug von „Rückführung“ ins jeweilige Heimatland. Damit suggerierte der Sicherheitsapparat der deutschen Bevölkerung, dass man bereit und entschlossen war, gegen „kriminelle“ Ausländer hart durchzugreifen. Man kann hier auch davon ausgehen, dass ausländische Arbeiter, gerade nach heftigen rassistischen Angriffen, es nicht ungern in Kauf nahmen, wieder in die Heimat zurückgeflogen zu werden. So drehte sich die Spirale der Gewalt und des Terrors immer weiter und die Sicherheitsbehörden der DDR mussten schließlich vor der Übermacht ihrer inneren Gegnern und Feinden ihre Waffen strecken. Im Jahr des Mauerfalls beschwerten sich die Botschafter von Kuba und Mosambik beim Außenministerium der DDR darüber, dass ihre Staatsbürger im wachsenden Maß beschimpft und gewalttätig angegriffen wurden.

Wie sehr die unter den rassistischen Exzessen liegenden überheblichen Gedanken und Gefühle von Nationalstolz in der DDR eine weite Verbreitung gefunden haben, zeigen demoskopische Umfragen die vom „Zentralinstitut für Jugendforschung“ (ZIJ) in Leipzig erhoben wurden. Das ZIJ bildete in der Wissenschaftslandschaft der DDR in derart eine Ausnahme, als nur den dort tätigen Sozialwissenschaftler erlaubt wurde Umfragen durchzuführen, mit einer wesentlichen Bedingung: Die Studien mussten „streng geheim“ gehalten werden und sie durften nur den Mitgliedern des Politbüros der SED zugänglich gemacht werden. In einer Erhebung aus dem Jahre 1988 war deutlich zu sehen, dass sich nennenswerte Teile der Bevölkerung von den, für die SED legitimatorisch wichtigen Inhalten der offiziell gültigen Geschichtsschreibung und der herrschenden Politik distanziert hatten und dass nationalistische oder faschistische Einstellungen und Strömungen nicht mehr zu übersehen waren. Obwohl die Repräsentativität der demoskopischen Untersuchung „Politisch-historische Einstellungen bei Jugendlichen 1988″, mit über 1.900 Befragten, durch einen zu hohen Anteil von Mitgliedern der SED bei Studenten, Arbeitern und Angestellten nicht gewährleistet war, waren die Ergebnisse „eher positiv verzerrt“. 11 % der Befragten stimmten der Behauptung zu, die „Deutschen waren schon immer die Größten in der Geschichte“.

Deutschtümelnde bzw. nationalistische Überheblichkeiten traten deutlich hervor und bei einem nicht unerheblichen Teil der Befragten waren „größere Erkenntnisdefizite in Bezug auf Wesen und Funktion des Faschismus und der Rolle Hitlers“ zu konstatieren. 64 % der Befragten gaben an, stolz zu sein auf ihr „Deutschtum“, 67 % hielten die Deutschen für besser als Polen und 40 % waren der Ansicht, es wäre am besten, „wenn alle Ausländer das Land verlassen würden“. Die Wissenschaftler kamen zur Ansicht, dass ca. 10 bis 15 % der Bevölkerung „festgefügte rechtsradikale Denkmuster“ und bis zu 50 % der Jugendlichen „rechtsradikale Gefühlsstrukturen“ besäßen. Für die Autoren dieser Studie drängte sich die Frage nach der Wirksamkeit der „internationalistischen Erziehungsarbeit“ auf. Insgesamt sollten die Studie Anlass „zum ernsthaften Nachdenken“ sein. Die Adressaten dieser, als „Vertrauliche Verschlußsache“ deklarierten Studie mit ihren brisanten Ergebnissen, waren im Politbüro der SED zu finden, denn solche Studien wurden ausschließlich diesem höchsten politischen Gremium bekannt gemacht.

Rassistische Pogrome

 

 

In Merseburg (Bezirk Halle) kam es im August 1979 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Kubanern. Zuvor war es bereits, nach einer Tanzveranstaltung, zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen vier Ungarn und vier Kubanern gekommen. Sie waren im VEB Leuna-Werke „Walter Ulbricht“ beschäftigt. Nach einer Veranstaltung in einer Gaststätte hatten sich mehrere Deutsche vorgenommen, einen Kubaner zu misshandeln, weil es zuvor zu Streitigkeiten gekommen war. Dafür zogen sie Richtung Stadtmitte und begegneten einem Kubaner, den sie grundlos niederschlugen. Von dort zogen sie weiter und bei einer Straßenbahnhaltestelle trafen sie auf zwei Kubaner, die sie ebenfalls niederschlugen. Diese tätlichen Angriffe wurde von einer abseits stehenden Gruppe Kubaner beobachtet, die ihren Landsleuten zur Hilfe kamen und dadurch kam es zu Auseinandersetzungen, bei denen Steine und Flaschen geworfen wurden. Die Kubaner zogen sich in ihr Wohnheim zurück, beratschlagten ihre Situation und beschlossen am nächsten Tag einen „Racheakt“ in der Gaststätte durchzuführen. Am Abend des nächsten Tages kam es in der Gaststätte, es befanden sich etwa 230 Deutsche im Saal, zu gewalttätigen Auseinandersetzungen als etwa 10 Kubaner den Saal stürmten. Danach flüchteten sie vor das Gebäude, wo Kubaner „in einer Stärke von circa 35 Mann standen, die die heraus stürmenden Deutschen mit „Feldsteinen und Weinflaschen“ bewarfen. Auch Fensterscheiben der Gaststätte wurden durch Steinwürfe zerstört. Der „überwiegende Teil“ der Kubaner entfernte sich über die Saalebrücke in das Zentrum von Merseburg. Doch neun Kubaner flüchteten entlang des Flussufers, verfolgt von einem rassistischen Mob von ca. 30 bis 40 Deutschen. Da ihnen von anderen Deutschen dieser Weg versperrt wurde, sprangen die Kubaner in den Fluss und versuchten schwimmend das andere Ufer zu erreichen. Auf der Saalebrücke beobachteten ca. 70 Deutsche das makabere Schauspiel und einige von ihnen bewarfen die Schwimmer mit „Gegenständen“, wie z. B. mit „Weinflaschen“. Eine Deutsche sagte bei der Volkspolizei aus, dass sie, auf der Brücke stehend, eine Flasche auf einen Schwimmenden geworfen hatte und das sie den Hinterkopf eines Flüchtlings traf. Ihrer Meinung nach zeigte der Schlag Wirkung und der schwimmende Kubaner „geriet zeitweilig unter Wasser“.

Als die Volkspolizei eintraf, war das Pogrom bereits beendet. Die vier Kubaner, die schwimmend das andere Ufer erreicht hatten, wurden vorläufig festgenommen (zugeführt).

Am 15. August, drei Tage später, wurde von der Wasserschutzpolizei, in Höhe der Ortschaft Meuschau, der Leichnam eines Kubaners gefunden. Es wurde behauptet, dass die Verletzungen im Stirnbereich „nach Todeseintritt“ entstanden wären. Ein Tag später wurde im Mittellandkanal, circa 1.000 m vom „Ereignisort“ entfernt, der zweite Kubaner tot aufgefunden. Die Obduktion der beiden Leichen ergab, dass sie durch „Ertrinken“ gestorben wären. An der Leiche soll es keinerlei Verletzungen gegeben haben.

In einem internen Schreiben des MfS war am 16. Oktober festgelegt worden:

„Mit Zustimmung des zuständigen Stellvertreters des Generalstaatsanwaltes der DDR, Gen. Borchert, wurde ausgehend von den geführten Ermittlungen, insbesondere unter Berücksichtigung der brüderlichen Beziehungen zwischen der DDR und der Sozialistischen Republik Kuba entschieden, gegen die an dem Vorkommnis in Merseburg Beteiligten keine strafrechtlichen Maßnahmen einzuleiten und das Ermittlungsverfahren gegen UNBEKANNT ein zustellen, „zumal keine erheblichen gesundheitlichen und materiellen Schäden vornegen“.(sic!)

Durch das MdI war am 28. August 1979 an den Generalsekretär der SED und Vorsitzenden des Staatsrates, Gen. Honecker entsprechend informiert worden. Es wurde auch klargestellt, dass die Bezirksverwaltung Halle der VP am 14. August 1979 zwei Ermittlungsverfahren einleiten wollte, was durch das MfS „verhindert werden“ konnte.

Der kubanische Botschafter in der DDR verlangte im Oktober 1979 bei einer Unterredung im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (MfAA), dass „alle Schuldigen“ zur „Verantwortung gezogen und abgeurteilt“ werden müssten, den der Tod der beiden Kubaner wäre zwar „durch Unfall“ geschehen, jedoch als eine „Folge des vorausgegangenen Geschehens“. Der kubanische Botschafter wurde dahingehend im Unklaren gelassen, dass die SED bereits Ende August jegliche juristische Aktivitäten begraben hatte.

Da Mord nicht verjährt wird juristisch noch zu klären sein, ob die Eliminierung eines staatsanwaltschaftlichen Ermittlungverfahrens zur Aufklärung der Umstände des Todes der beiden Kubaner noch gegenwärtig juristisch Konsequenzen hervorruft.

In Leipzig-Lößnig kam es 1987 bei einer der wöchentlich stattfindenden Diskoveranstaltungen in einer Gaststätte zu Zusammenrottungen von Rassisten. Die Gaststätte befand sich neben dem Wohnheim der Karl-Marx-Universität, in dem auch ausländische Studenten wohnten. Hier wurden Afrikaner tätlich angegriffen und es wurden rassistische Parolen gerufen wie z. B. „Ausländer raus aus Deutschland“ oder „Nigger raus“. Fensterscheiben des Wohnheims wurden mit Steinen zerstört. Da die Volkspolizei keinen effektiven Schutz leisten konnte, bewaffneten sich die Afrikaner mit Messern. Ende Januar 1987 war das Wohnheim der Karl-Marx-Universität von ca. 20 Rassisten angegriffen worden die rassistische und faschistische Parolen grölten und Nazi-Lieder sangen. Mitte Februar waren bis zu 50 Neonazis bis in die dritte Etage des Wohnheims eingedrungen. Jedoch lagen die Zimmer für ausländische Studenten in den Etagen sechs bis acht. Die „Wohnheimwache“ verständigte die VP, die drei oder vier Angreifer (16 bis 22 Jahre) festnahm.

Exkurs:

Rassismus in der Stadt und im Kreis Staßfurt (Bezirk Magdeburg) von 1976 bis 1989

 

 

In und um die Stadt Staßfurt sind von Mitte der 1970er Jahre bis zum Ende der DDR immer wieder rassistische und neonazistische Angriffe von den Sicherheitsorganen der DDR notiert worden. Dieses aufgeheizte gesellschaftspolitische Klima kulminierte im September 1987, als ein rassistischer Mob den 18-jährigen Mosambikaner Carlos Conceicao tötete. Um deutlich zu machen, wie sehr diese rassistische Tat eingebettet war in eine Atmosphäre von Hass und Gewalt, wird deutlich durch die hier angeführten Beispiele von Alltagsrassismus im südlichen Zipfel des Bezirks Magdeburg.

In Förderstedt im Kreis Staßfurt wurde 1976 in der Gaststätte „Zum Dreieck“ ein Algerier von einem Deutschen verletzt, weil der sich gegen die Verlobte des Deutschen „aufdringlich“ verhalten haben soll.

In Staßfurt wurden im Februar 1981 in einer Toilette im VEB Chemieanlagenbau, Bereich Mechanische Werkstatt I, mehrere Hakenkreuze, zwei SS-Runen, die Parole „Heil dem Führer“ und zwei Zeilen des Deutschlandliedes festgestellt, was die KDfS Staßfurt als eine „öffentliche Herabwürdigung“ einstufte.

In Staßfurt kam es im März 1981 in den Gaststätten „Bodebrücke“ und „Sternchen“ zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kubanern und Deutschen. Deshalb, so der Bericht des Leiters der Kreisdienststelle Staßfurt des MfS, war es in der deutschen Bevölkerung zu einer „ablehnenden Haltung“ gegenüber den Kubanern gekommen. Eine Sekretärin des Kreiskrankenhauses Staßfurt unterhielt eine intime Beziehung zu einem Kubaner, der sie in ihrer Wohnung besuchte. Sie war verheiratet und hatte drei Kinder, die durch diese Liaison vernachlässigt würden und deswegen bereits „asoziales Verhalten“ zeigten. Deutschen behaupteten, dass sich die Kubaner gegenüber deutschen Frauen provozierend verhalten würden und daraus war es zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen. Außerdem würden deutsche Frauen „ständig den Wohnblock der Kubaner“ im Wohngebiet Leninring „umlagern“, dort übernachten und die Kubaner „durch gezieltes Animieren zu sexuellen Handlungen“ herausfordern. Die „Wohnungen der Kubaner (wären) mit einem Bordell vergleichbar“, sie verfügten über Schuß- und Stichwaffen, hätten „Geschlechtskrankheiten nach Staßfurt“ eingeschleppt. Sie hätten genügend Geld um im Intershop einkaufen zu können und mit ihren Pässen könnten sie in Drittländer reisen. Das MfS wollte mit operativen Maßnahmen diesen Diskussionen entgegentreten. In Staßfurt fand am 18. September 1981, in der Nähe der Bodebrücke, eine tätliche Auseinandersetzung statt, wobei ein Kubaner von einem Deutschen im Gesicht „geringfügige Verletzungen“ erlitt.

In Staßfurt kam es am 11. Dezember 1981, bei einer Diskoveranstaltung der FDJ im Speisesaal des VEB Achslagerwerkes, zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und einem Kubaner, dem solche Verletzungen zugefügt worden sind, dass seine stationäre Behandlung nötig wurde und seine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte.

 

In Staßfurt kam es am 1. Mai 1982 zwischen einem vorbestraften Deutschen und einem kubanischen Anlernling zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Das Volkspolizei-Kreisamt leitete gegen den Kubaner ein Ordnungsstrafverfahren ein.

1982 wurde bekannt, dass in Staßfurt und Umgebung Gastwirte sich mit rassistischen Begründungen weigerten Gäste aus Afrika zu bedienen.

In Staßfurt (Bezirk Magdeburg) wurde am 1. Februar 1985 im VEB Fernsehgerätewerk „Friedrich Engels“ in der Herrentoilette der Halle V ein Hakenkreuz und die Parolen „Ihr seid alle SS-Schweine“ und „Ihr Nazis“ angebracht. Durch Schriftvergleiche sollten der oder die Täter festgestellt werden.

In Egeln im Kreis Staßfurt wurde am 2. April 1985 an einer Bushaltestelle ein „faschistisches Symbol“ aufgefunden. Untersuchungen ergaben, dass diese „öffentliche Herabwürdigung“ wahrscheinlich von Schüler angebracht worden war. Ein Ermittlungsverfahren oder weitere Untersuchungen wurden nicht durchgeführt, da die verantwortlichen Offiziere des Volkspolizei-Kreisamtes Staßfurt die Schmiererei „nicht einwandfrei“ als Hakenkreuz bezeichnen konnten.

In Hecklingen im Kreis Staßfurt gab es am 26. Oktober 1985 bei einer Disko-Veranstaltung durch „Rowdys“ und „Asoziale“ Auseinandersetzungen. Eine Woche davor stellten Jugendliche mit leeren Biergläsern ein Hakenkreuz auf der Tanzfläche auf, riefen „Heil Hitler“ und zeigten den Hitlergruß. Jugendliche brüsteten sich mit einer Reihe von ähnlichen und weiteren Taten. Die KDfS Staßfurt leitete Maßnahmen ein, um den entsprechenden Personenkreis zu ermitteln.

In Staßfurt wurde am 15. Januar 1986 festgehalten, dass die deutsche Bevölkerung und teilweise auch das Verkaufspersonal, z. B. im „Exquisit“ oder im HO-Kaufhaus, „ärgerlich“ über einkaufende Mosambikaner aus der „Schule der Freundschaft“ reagierten, weil die „viele Waren wegkauften“, ohne das für Ersatz gesorgt würde. Afrikanern schlugen in der Stadt und im Kreis Staßfurt „Neid, Missgunst und Rassismus“ entgegen. Es wurde festgestellt, dass Busfahrer nicht anhielten, wenn ausschließlich Afrikaner an einer Haltestelle warteten,

In Staßfurt wurde am 4. Februar 1986 an einer „Arbeiterfahne“ im Speiseraum des VEB Achslagerwerk ein Hakenkreuz festgestellt.

In Staßfurt wurden um den 20. November 1986 herum, Mosambikaner aus der „Schule der Freundschaft“ von Deutschen im und beim „Jugendklub Neundorf“ verprügelt. Die Tätlichkeiten standen unter dem Motto: „Vertreibung von Negern aus dem Jugendklub Neundorfer Straße“. Ein Deutscher war der Meinung, dass diese Prügeleien ein „zurückschlagen“ bedeuteten, da es bereits davor schon Prügeleien von Mosambikanern mit Deutschen gege ben hätte. Die KDfS Staßfurt wollte durch Aufklärung und Ermittlung der Rädelsführer habhaft werden.

In Staßfurt wurde Anfang Februar 1987 der „Stand der Entwicklung der mocambikanischen Jugendlichen“ an der „Schule der Freundschaft“ (SdF) beschrieben. Die KDfS Staßfurt führte die „in letzter Zeit mehrfach auftretenden“ gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Mosambikanern darauf zurück, dass es in Staßfurt nur ca. 350 Plätze in Einrichtungen für Jugendliche gäbe und dass sich an Wochenenden allein etwa 900 Mosambikaner an der Schule befänden. „Prügeleien, Körperverletzungen und Diebstähle“ hätten dazu geführt, dass die Deutschen gegen die Mosambikaner eingestellt wären und Äußerungen wie z. B. „Schwarze Affen“ würden sich häufen. Außerdem drohten betroffene und geschädigte Deutsche „Selbstjustiz“ an, weil sie der Meinung waren, die Mosambikaner könnten angeblich machen was sie wollten, ohne strafrechtlich belangt zu werden.

Der Leiter der KDfS Staßfurt beklagte quasi selbstkritisch ein „jahrelanges Verschweigen der sich abzeichnenden Probleme durch parteiliche und staatliche Leitungskader gegenüber den übergeordneten Dienststellen und der Öffentlichkeit“. Weil Maßnahmen zur Eindämmung der Gefahr „zu spät“ und „unwirksam“ eingesetzt worden sind, konnten sich die dynamischen Tendenzen bis hin zu rassistischem Verhalten entwickeln.

In Güsten im Kreis Staßfurt kam es am 11. Mai 1987 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, weil Deutsche im „Klubhaus der Eisenbahner“ etwa zehn mosambikanischen Lehrlingen der Eintritt ins Lokal, wegen angeblicher Überfüllung, verwehrten. Die Mosambikaner wurden rassistisch beleidigt wie z. B.: „Schwarze Schweine“ oder „zur Zeit des Führers hätte man Dir die Haut abgezogen, Dich langsam getötet und dann verbrannt“ und gewalttätig angegriffen. Erst als andere Deutsche die Auseinandersetzungen beendeten, konnten die Mosambikaner in ihr Wohnheim in Güsten zurückkehren. Am 13. Mai, Zwei Tage später, am 13. Mai, drangen vier angetrunkene Deutsche gewalttätig in das von Mosambikanern bewohnte Lehrlingswohnheim ein und verletzten den Heimleiter. Die hinzugezogene Transportpolizei leitete erste Maßnahmen zur Beweisaufnahme ein, doch kam es dabei zu widersprüchlichen Aussagen.

In der Nacht vom 19. auf den 20. September 1987 gegen 23 Uhr wurde in Staßfurt der 18jährige, mosambikanische Lehrling Carlos Conceicao (Jg. 1969) getötet. Obwohl es seinem Freund noch gelungen war, die Volkspolizei zu informieren, wurde die Leiche erst am 20. September gegen 11 Uhr im Fluss Bode, ca. 100 m von der Brücke entfernt, aufgefunden. Dem vorausgegangen war am 19. September eine Diskoveranstaltung im Jugendfreizeitzentrum (JFZ) in der Karl-Marx-Straße, bei der es zwischen zwei Deutschen und zwei Afrikanern zuerst zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen war, die dann vor dem Gebäude fortgesetzt wurden. Dabei kam es zu rassistischen Äußerungen die dann zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen einem Deutschen und Carlos Conceicao führten, die darin mündeten, dass Carlos über das Brückengelände, ca. 5 m tief, in die Bode geworfen wurde. Seine Hilferufe blieben ungehört. Die sofort eingeleitete „Suchaktion“ wurde am 20. September gegen 4 Uhr ohne Erfolg abgebrochen. Der Täter (21 Jahre), ein vorbestrafter Deutscher aus Staßfurt, wurde am 21. September festgenommen und in die Untersuchungshaftanstalt Magdeburg überführt. Er war geschieden, Vater eines Kindes und er war Mitglied im FDGB. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren, gemäß §§ 115 und 117 StGB eingeleitet, wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, als Ursache, dass C. Conceicao durch Ertrinken gestorben war. Hinweis auf die rassistische Stimmung und Einstellung waren die untätig zuschauenden Deutschen, von denen einer abfällig bemerkte: „Da ist ja nur ein Stück Kohle in die Bode gefallen“.

Am 21. September gegen 18 Uhr fand eine Veranstaltung statt, auf der „eine Information über das Vorkommnis, die eingeleiteten Maßnahmen sowie die bisherigen Ergebnisse der Ermittlungen“ mitgeteilt wurden. Anwesend waren Vertreter des VPKA, der „Schule der Freundschaft“ (SdF) und des Rates des Bezirkes von der Abteilung Volksbildung. Hier wurde auch mitgeteilt, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen waren, dass aber „der Täter festgenommen wurde“ und dass er vor ein Gericht kommen und „nach unseren Gesetzen“ verurteilt werden sollte. Den Zuhörern wurde mitgeteilt, dass „nach unseren Gesetzen im Prinzip eine Freiheitsstrafe von ca. 10 Jahren zu erwarten“ sei. Danach waren einige mosambikanische Lehrlinge sehr unzufrieden über den Verlauf der Informationsveranstaltung und warfen gegen 22.10 Uhr Flaschen und Gläser aus dem Internatsgebäude auf die Straße. Daraufhin wurde für den nächsten Tag, den 22. September gegen 10.30 Uhr in der „Schule der Freundschaft“ (SdF) eine „Beratung“ anberaumt, an der der Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates des Bezirkes für Inneres, der Bezirksschulrat, der 2. Sekretär der Kreisleitung der SED, der Parteisekretär an der SdF, ein Mitarbeiter der Bezirksleitung der SED und Beauftragter für den Kreis Staßfurt und mehrere Vertreter der Sicherheitsorgane des Bezirkes und Kreises. Ziel dieses Treffens war es u. a. „weitere Maßnahmen einzuleiten, die weitere Vorkommnisse verhindern“ sollten. Dabei sollte mit den Schülern der SdF Gespräche geführt werden, und eine „solidarische Haltung“ gegenüber den Mosambikanern sollte herausgearbeitet werden und es sollten rassistische Ansichten von jungen und alten Deutschen, wie z. B. „Da ist nur ein Stück Kohle in die Bode gefallen“ oder „Macht‘ euch nach Hause, wo ihr hergekommen seit“ kritisch besprochen werden. Diese Äußerungen sollten als „feindlich und antisozialistisch“ konsequent widerlegt werden. Nach Berichten der Bild-Zeitung, sie stützte sich auf Angaben einer Staßfurterin und eines zufällig sich in Staßfurt aufhaltenden Mannes aus der BRD, fand am 19. bzw. 20. September ein Lynchmord statt, begangen durch einen rassistischen Mob von sechs bis acht Deutschen (20 bis 25 Jahre).

Am 24. September wurde von der KDfS Staßfurt die „Stimmung und Reaktion der Bevölke- rung“ wegen der Ermordung von Carlos Conceicao beschrieben. Darin wurde „vielfach aus gedrückt“, die Mosambikaner würden durch ihr Auftreten „bestimmte Vorkommnisse teilweise heraufbeschwören“ und es wurden die angeblichen Bevorzugungen der Schüler der „Schule der Freundschaft“ in Bezug auf Bekleidung und Südfrüchte, hervorgebracht.

Am 26. September, so ein Bericht des IM „Heinz Meier“, er war als Lehrausbilder tätig, wollten ca. 50 Mosambikaner ins Jugend- und Freizeitzentrum (JFZ) kommen, um nach den Deutschen zu suchen, die am 19./20. September zur FDJ-Ordnungsgruppe gehörten, und die Carlos Conceicao nicht zur Seite gestanden sind. Dem Berichterstatter war auch bekannt geworden, dass am 22. September mehrere Mosambikaner in Staßfurt unterwegs waren, um die Eltern des Täters aufzufinden, was ihnen nicht gelang.

Ende September stellte die BVfS Magdeburg in einem Fernschreiben fest, „daß sich die lage an der schule der freundschaft und im kreis weiter normalisiert“ hätte, dass aber gleichzeitig „vielfach ausgedrückt (würde), dass die mocambiquanischen jugendlichen durch ihr auftreten im kreisgebiet bestimmte vorkommnisse teilweise heraufbeschwoeren“ und das „alte diskussionsthemen und meinungen […] wieder neu entfacht (bevorzugung der schule der freundschaft mit kleidung, negative aeuszerungen zum solidaritaetsgedanken u.a“ worden wären. Es wurden auch Meinungen festgehalten, die sich kritisch zur „nichtreaktion“ bzw. zur unterlassenen „hilfeleistung“ der beteiligten Deutschen und der FDJ-Ordnungsgruppe des Jugendfreizeitzentrums (JFZ) Staßfurt äußerten. Das MfS hatte bei den Ermittlungen festgestellt, dass nicht nur deutsche Gäste, sondern auch die Mitglieder der FDJOrdnungsgruppe des Jugendklubs Carlos keine Hilfe geleistet haben.

Am 20. Oktober wurde von der KDfS Staßfurt die Lage an der SdF so eingeschätzt, dass sich dort „die Stimmung unter den mocambiquischen Jugendlichen“ nach dem „Vorfall vom 19.09.87 wieder beruhigt hat“. Die Lehrlinge würden sich „weitgehend ordnungsgemäß und diszipliniert“ verhalten und das „Auftreten der Angehörigen“ der Schule an Jugendveranstaltungen im Kreisgebiet und in Gaststätten, wäre „etwas zurückhaltender“ geworden. Der Bericht des MfS wollte jedoch nicht ausschließen, dass einzelne Mosambikaner noch „Rachegefühle“ hegten und nur auf eine „günstige Gelegenheit“ warteten.

Das Gericht in Staßfurt verurteilte am 11. Januar 1988 den Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren.

Der Bericht der KDfS Staßfurt beinhaltet die Einschätzung, dass die „mocambiquischen Jugendlichen von diesem Unglücksfall (sic!) schon Abstand genommen“ hätten und das auch „keine Rachegefühle mehr existierten“. Dieser Bericht beinhaltet auch Informationen, „daß unterschiedlichste Personenkreise so Ausländer, kriminell gefährdete und feindlich-negative Kräfte […] vor allem Skinheads – Gaststätten, Raststätten, Ausflugslokale, Diskotheken, Clubs und ähnliches nutzen, um sich zu sammeln, Absprachen zu treffen bis hin zur Organisierung von illegalen Zusammenschlüssen“.

 

Nach dem Mordfall und der vielfältigen Maßnahmen des MfS gingen die rassistischen Angriffe in und um Staßfurt unvermindert weiter. So wurde die „Schule der Freundschaft“ (SdF), dort lebte Carlos Conceicao bis zu seiner Ermordung, am 21. Juni 1989 von drei Rassisten mit Steinen beworfen worden, die auch „Negerschweine“ und „Judenpack“ grölten. Die Volkspolizei konnte die Täter nicht namhaft machen.

In Staßfurt kam es am 10. Juni 1989 in der Gaststätte „Bierbar“ zu einer „Straftat gegen Ausländer“. Ein Vietnamese, er war als Arbeiter im VEB Fernsehgeräte beschäftigt, wurde von einem Deutschen angegriffen und durch Schläge so verletzt wurde, dass er deswegen im Kreiskrankenhaus Staßfurt behandelt werden musste.

Rassistische Angriffe

In Oberhof (Bezirk Suhl) wurden im Juli 1984 an einer Bushaltestelle mehrere Namibier von Deutschen überfallen, rassistisch beleidigt und verletzt. Die gewalttätigen Auseinandersetzungen fanden einen Tag später eine Fortsetzung, als es wieder zu heftigen Schlägereien und rassistischen Beschimpfungen mit vielen Beteiligten kam. Es wurde gerufen: „Nigger verschwinde!“ oder „Diese schwarzen Schweine bringen wir alle um“ und „Man müsste die Schweine alle aufhängen“. Drei Afrikaner wurden schwer verletzt und mussten ins Bezirkskrankenhaus Suhl gebracht werden. Ebenfalls mussten dort mehrere Deutsche ambulant medizinisch behandelt werden. Der Sachstandsbericht der Bezirksdirektion Suhl endete mit dem Vorschlag, die Sache auf sich beruhen zu lassen, denn „Unter Berücksichtigung aller Umstände, besonders des provozierenden Verhaltens von fast immer den gleichen DDRBürgern, die bei der Auseinandersetzung im Wesentlichen auch die Verletzungen erlitten, wird vorgeschlagen, von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen alle Beteiligten abzusehen und zu Verhinderung weiterer solcher Tätlichkeiten vorbeugende Aussprachen im Zusammenwirken mit dem Kreis-Staatsanwalt Suhl mit allen Beteiligten zu führen“.

Anfang August verfügte ein Oberstleutnant der Kriminalpolizei Suhl, dass von juristischen Maßnahmen gegen die rassistischen Übergriffe im Sommer 1984 in Oberhof abgesehen werde und er begründete seine Entscheidung damit, dass „die DDR-Bürger nicht schuldlos am Zustandekommen der Auseinandersetzungen waren. Ihre Handlungen wären, wie auch teilweise die der Namibier, zwar dem Wortlaut eines gesetzlichen Tatbestandes nach strafbar, jedoch wären die Auswirkungen der Taten auf die Rechte und Interessen der Gesellschaft und die Schuld der Täter unbedeutend, „weshalb in Abstimmung mit dem Staatsanwalt der Stadt und des Landkreises Suhl entschieden wurde, dass „keine Straftat vorliegt“.

In Dresden kam es im Mai 1985 auf dem Fucikplatz am Forsthaus zu gewalttätigen Ausei- nandersetzungen zwischen Mosambikanern und Deutschen, an denen schließlich 150 bis 250 Personen beteiligt waren. Die VP verhaftete 12 Deutsche und 6 Mosambikaner vorläu fig. Es wurden keine Ermittlungsverfahren eingeleitet und es wurden auch keine weiteren polizeilichen Maßnahmen durchgeführt, da „diese Personen bisher nicht negativ aufgefallen“ waren. Für den 18. Mai sah die BVfS Dresden eine „kurze Pressemitteilung auf der Stadtseite der Sächsischen Zeitung“ vor.

Am Streckengleis Dessau-Berlin, wurde am 30. Juni 1986 ein Mosambikaner von Angehörigen der Deutschen Reichsbahn tot aufgefunden. Die Obduktion ergab eine offene Schädelfraktur mit Zertrümmerung der Schädelbasis und schwere innere Verletzungen. Der Tote war in Begleitung von vier weiteren Mosambikanern, die im Ort Jeber-Bergfrieden bei Coswig ausgestiegen waren und wo er ebenfalls hätte aussteigen sollen. Die polizeilichen Untersuchungen wurden von der Abt. K des TPA Potsdam durchgeführt. Es wurde berichtet, dass der Tote mit einer Deutschen aus Dessau Wert war und das aus dieser Beziehung ein Kind hervorgegangen war. Dieser Bericht der BVfS Halle bzw. ihres Leiters Generalmajor Schmidt und war mit einem Stempel versehen: „Streng vertraulich! Um Rückgabe wird gebeten!“.

In Erfurt kam es vom 10. bis zum 15. August 1975 zu rassistisch motivierten Gewalttaten zwischen Deutschen, Ungarn und Algeriern. In Erfurt und speziell bei der „Deutschen Reichsbahn“, war von Verantwortlichen eines Bau- und Reparaturkombinats Gerüchte verbreitet worden, die Algerier wären „nicht sauber“, „nicht arbeitsam“ und dem „Alkohol und lockeren Frauen zugetan“. Vom Personal der Erfurter Verkehrsbetriebe und beim VEB Optima wurde rassistische Hetze betrieben, in der Weise, dass angeblich zwei bis zehn Deutsche von Algeriern ermordeten worden wären. Zu Beginn der „Zusammenrottung“ am 10. August 1975 gab es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Algeriern und es wurde gerufen: „Schlagt die Algerier tot“. Ca. 20 Personen waren an Schlägereien beteiligt und ca. 150 Schaulustige beobachteten das makabre Geschehen. Danach wurden ca. 25 Algerier von ca. 300 Deutschen bis in die Nähe des Hauptbahnhofes getrieben, wo mit Latten und Stangen auf die Ausländer eingeschlagen wurde. Zwei Tage später wurden ca. 12 Algerier von ca. 50 bis 60 Deutschen verfolgt und angegriffen. Die Opfer flüchteten in das Gebäude der Hauptpost und davor wuchs der rassistische Mob auf ca. 150 Personen an. Es wurde gerufen: „Gebt die Algerier raus“ und „totschlagen“, „hängen“ oder „schlagt die Bullen tot“. Die Fensterscheiben der Betriebswache wurden mit Steinen eingeschmissen. 19 Personen wurden von der VP vorläufig festgenommen. Einen Tag später lösten die Sicherheitskräfte einen rassistischen Mob mit ca. 20 Personen in der Nähe des Wohnheims der Algerier auf. Schließlich wurden 27 Ermittlungsverfahren und neun Ordnungsstrafverfahren eingeleitet und insgesamt kam es zu 57 vorläufigen Festnahmen. Aus diesen wurden dann fünf Vorbestrafte als „Rädelsführer“ bestimmt.

In Kamenz (Bezirk Dresden) kam es im Oktober 1980 in einer Gaststätte zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Algeriern und Deutschen. Der Leiter der Gaststätte infor- mierte das VPKA Kamenz, von wo aus fünf Schutzpolizisten zur Gaststätte kamen, die aber

– nicht in der Lage waren „Ruhe und Sicherheit“ wieder herzustellen. Deshalb wurde bei der Offizierhochschule der LSK/LV Kamenz ein „Einsatzzug“ von 20 Soldaten in Ausbildungsuniform und Stahlhelm eingesetzt, weil angeblich die Möglichkeit bestand, Soldaten der NVA könnten an den Auseinandersetzungen beteiligt gewesen sein. Vier Deutsche wurden verletzt und ein Verletzter musste mit einer Schädelfraktur zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Sieben Algerier wurden vorläufig festgenommen, wobei ein Algerier Widerstand leistete. Der Sachschaden der Gaststätte lag nach den ersten Schätzungen bei ca. 30.000 Mark. Die VP leitete ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Algerier ein und ein Haftantrag wurde gestellt. Gegen zwei weitere Algerier wurde ein Ermittlungsverfahren ohne Haft eingeleitet.

In Naumburg (Bezirk Halle) kam es im August 1987 in einer Freiluftgaststätte zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen ca. 10 ausländischen Militärangehörigen aus Tunesien, Syrien, Jordanien, Palästina und Afghanistan sowie Offiziersschüler des Instituts für Fremdsprachen der „Nationalen Volksarmee“ (NVA) einerseits und ca. 50 Deutschen andererseits, bei denen Flaschen und Gläser eingesetzt wurden. Volkspolizisten setzten Schlagstöcke ein und erst als drei Volkspolizisten ihre Schusswaffen zogen und drohten sie zu benutzen, wurden die Tätlichkeiten beendet. 10 Soldaten aus Afghanistan und arabischen Ländern wurden zum Teil schwer verletzt und mussten in medizinischen Einrichtungen der NVA behandelt werden. Ein arabischer Offizier behauptete, er sei im VPKA Naumburg von Volkspolizisten geschlagen worden, was Angehörige der VP nicht bestätigten. Es wurde ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet, dass am 19. Oktober vorläufig eingestellt wurde.

In der DDR hielten sich von 1974 bis 1985 mehr als 6.000 Algerier auf. Seit dem 1985 das Arbeitskräfteabkommen zwischen der DDR und Algerien 1985 eingestellt worden war, hielten sich nur noch 2.000 Algerier in der DDR auf. 1988 waren es nur noch ca. 300 Algerier die polizeilich gemeldet waren.

Angriffe auf Kubaner

In Leipzig kam es im Juni 1980 in und vor einer Gaststätte zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen 23 Kubanern und mindestens 150 Deutschen. Zwei Deutsche mussten „schwer verletzt“ in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Kubaner wurden durch eine Einsatzgruppe der VP, Besatzungen von acht Funkstreifenwagen und einer Mobilen Einsatzreserve der VP-Bereitschaft in die Gaststätte abgedrängt und dort festgehalten. Deutsche die sich vor der Gaststätte versammelt hatten, forderten die „Herausgabe der Kubaner“ oder riefen Parolen wie z. B. „Schmeißt die Kubaner aus der DDR raus“ oder „Schlagt die Nigger und die Bullen“. Volkspolizisten mit Schlagstöcken lösten diese „Menschenansammlung“ in und vor der Gaststätte auf. Ein Angehöriger des VPKA Leipzig zog seine Dienstwaf- 19 fe zu „Abschreckungszwecken“. 23 Kubaner wurden dem VP-Revier zugeführt und schließlich wurde gegen fünf Kubaner ein Ermittlungsverfahren ohne Haft eingeleitet. Deutsche Täter blieben zuerst unbehelligt und erst im Juli wurden gegen zwei Deutsche, sie waren u. a. wegen „Rowdytum“ vorbestraft, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gegen eine, ebenfalls vorbestrafte Deutsche wurde „ein Ermittlungsverfahren mit Haft wegen Beleidigung, Zusammenrottung und öffentliche Herabwürdigung“ eingeleitet. Sie war mit rassistischen Äußerungen aufgefallen, wie „Raus mit den verdammten Ausländern“. Bei einer gemeinsamen Absprache zwischen dem Staatsanwalt und der AG Ausländer wurde festgelegt, das Ermittlungsverfahren gegen die Kubaner einzustellen.

Angesichts der umfassenden Kontrolle der Medien durch die SED ist es verständlich, dass diese und alle anderen rassistischen Vorfälle, wenn überhaupt, nur als Einzelfälle wahrgenommen werden konnten. Sie waren jedoch symptomatisch für die ostdeutsche Gesellschaft, die nach maximaler Homogenität strebte und in der davon Abweichende und Abweichendes keinen Raum gegeben wurde.

Neonazistische Gruppen

Der gewalttätige Kampf organisierter und unorganisierter Neonazis gegen Ausländer, auch gegen sowjetische Soldaten und Einrichtungen, zieht sich durch die gesamte DDR. Ein Beispiel aus Schwerin zeigt den Übergang von einem Angehörigen der faschistischen Untergrundorganisation der „Werwölfe“ hin zu einer organisierten und bewaffneten Untergrundeinheit von Neonazis. Immer wieder gab es Versuche zu einem organisierten Kampf zu kommen, die jedoch durch die Sicherheitsbehörden, an ihrer Spitze das MfS, immer wieder zerschlagen werden konnten.

In der Volkspolizei traten Neonazis in Erscheinung und in dem folgenden Beispiel wurden Waffen zur Bedrohung und Einschüchterung eingesetzt. Im Wachbataillon der Bezirksdirektion der Volkspolizei (LBdVP) Mecklenburg hatten sich im August 1951 Volkspolizisten mit „starken antisowjetischen Tendenzen“ geäußert. Ein Volkspolizist hatte zwei Angehörige der Roten Armee mit der Pistole bedroht und sich damit gebrüstet, er hätte sie abschießen können. Im Polit-Unterricht gab es ebenfalls antisowjetische Äußerungen. Zwei neonazistische Volkspolizisten wurden mit sieben Tagen Arrest disziplinarisch bestraft.

In Rerik, Kreis Bad Doberan (Bezirk Rostock) wurden im Mai 1955 in und vor einer Gaststätte zwei sowjetische Offiziere von drei Deutschen gewalttätig angegriffen und verletzt. Die Angreifer sangen faschistische Lieder, wie z. B. „Es rollen die Panzer im Afrikakorps“ und „Die Fahne hoch“. Die Täter wurden in Untersuchungshaft genommen und wenige Wochen später wieder entlassen, weil das MfS und die Staatsanwaltschaft zur Ansicht gelangt waren, dass „der festgestellte Sachverhalt weder ein Verbrechen noch eine Übertretung“ gewesen sei und es wurde die Aufhebung der Haftbefehle beantragt. Zwei der Täter waren vor 1945 Funktionäre („Jungzugführer) der Nazi-Jugendorganisation „Jungvolk“ und einer war bis 1948 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft.

In Rostock wurden im Mai 1979 in und vor einer Gaststätte fünf Personen von Neonazis niedergeschlagen. Ein Bericht (Streng vertraulich! Um Rückgabe wird gebeten!) der BVfS Rostock hielt fest, die Täter wären durch westliche Rundfunk- und Fernsehstationen nicht nur für den für den „Faschismus sowie den Neofaschismus in der BRD“ begeistert worden. Einer der Neonazis gab an, dass er 1976 während seiner Dienstzeit in der NVA, ca. 600 g Sprengstoff entwendet und in einem Waldgebiet gezündet hatte, um anderen Neonazis seine Kenntnisse als Pioniersoldat zu demonstrieren. Das MfS entschied, dass wegen „seiner positiven Entwicklung“ (er arbeitete im Rahmen der FDJ-Initiative in Berlin in einer Brigade des Wehrbezirkskommando (WBK) Rostock und er war Delegierter zum Nationalen Jugendfestival) gegen ihn kein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Gegen drei Neonazis wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet wegen öffentlicher Herabwürdigung und unbefugten Benutzens von Fahrzeugen und zwei Neonazis wurden belehrt. Gegen sechs Personen wurde ein Ermittlungsverfahren mit Haft eingeleitet, wegen unbefugten Waffenbesitzes, öffentlicher Herabwürdigung und Rowdytum. Die neonazistische Gruppe bestand seit 1977 und die Mitglieder trafen sich in der Wohnung des „Rädelsführers“, die als „Führerhauptquartier“ bezeichnet wurde. In Gaststätten in Rostock und anderswo zeigten sie den „HitlerGruß“ und Gäste wurden als „Rote Säue“, „Judensau“ oder „Kommunistenschweine“ bezeichnet. Es wurden faschistische und antisemitische Lieder gesungen, wie z. B. das „Deutschland-Lied“, das „Horst-Wessel-Lied“ und das Lied „Die Fahne hoch …“.

In Karl-Marx-Stadt wurde im Dezember 1985 gegen eine neonazistische Gruppe ein operativer Vorgang wegen des Verdachts der staatsfeindlichen Tätigkeit mit Haft eingeleitet. Die Mitglieder der Gruppe verherrlichten öffentlich den „Faschismus/Militarismus“ und sie wollten nach dem Vorbild der in der BRD verbotenen „Wehrsportgruppe Hoffmann“, eine Gruppe aufbauen, mit dem Namen „Nationale Partei Chemnitz“ (NPC). Die Mitglieder der Gruppe waren durch „faschistische, neonazistische sowie rassistische Äußerungen in Erscheinung“ getreten, sie zeigten den faschistischen Gruß und es gab rassistische Äußerungen wie z. B. „Judenschweine“, „Niggerschweine“, „Deutschland“ oder „diese Kneipe bleibt deutsch“. In erster Linie wollten sie solche Personen rekrutieren, die durch den DTSB, die GST bzw. in den bewaffneten Organen eine Spezialausbildung im Zwei- und Nahkampf absolvierten hatten.

Hooligans

Anfang der 1970er Jahre wurden die ersten Hooligans wahrgenommen und ihre Gewaltta- ten wurden unter dem juristischen Allerweltsparagraphen „Rowdytum“ subsumiert. Die Be wegung der neonazistisch und rassistisch politisierten Hooligans, hatte einen großen Zulauf, und war, ebenso wie die anderen Zweige des Neonazismus, für die SED-Führung spätestens ab den 1980er Jahren nicht mehr zu beherrschen. Im Mai 1984 gab es auf der Rückfahrt in einem Zug der „Deutschen Reichsbahn“, nach dem Fußballspiel Halle FC Chemie gegen BFC Dynamo rassistische Angriffe auf 26 mitreisende Kubaner, wobei Flaschen und Flaschenteile als Schlagwaffen eingesetzt wurden. Es gab Verletzte auf beiden Seiten. In Sprechchören wurde gerufen „Kanaken raus“, „Juden raus“, „Kubaner raus“, Ausländer raus“, „Deutschland den Deutschen“ und „Halt! Dahinten ist nur für Weiße“; außerdem wurde das „Deutschlandlied“ gesungen. Eine Verletzung eines BFC-Fans war zum Anlass genommen worden, das Abteil der Kubaner zu stürmen. Beim Zwischenhalt im Bahnhof Jüterbog war eine Segregation durchgeführt worden, d. h. die Kubaner wurden in den ersten Wagen geführt und die BFC-Fans wurden nicht weiter als bis zum dritten Wagen durchgelassen. Bei diesem Umzug kam es zu „schweren Auseinandersetzungen“ zwischen den Kubanern und ca. 150 BFC-Fans und dabei wurden volle und leere Flaschen als Schlagwaffen und Schotter- und Pflastersteine als Wurfgeschosse eingesetzt. Fünf Deutsche und neun Kubaner wurden dadurch verletzt. Bei der Ankunft des Zuges in Berlin im Bahnhof Lichtenberg wurden zuerst die Deutschen aus dem Zug geleitet und der Wagen der Kubaner wurde durch eine Sperrkette der Volkspolizei gesichert. Die zum Teil vermummten BFC-Fans versuchten jedoch mehrfach die Sperrkette zu durchbrechen, um zu den Kubanern vorzustoßen. Dabei wurden antisemitische, faschistische und rassistische Parolen gegrölt und es wurde das faschistische „Horst-Wessel-Lied“ gesungen und der Hitler-Gruß gezeigt. Der Wagen mit den Kubanern wurde dann auf ein anderes Gleis gefahren. Da befürchtet werden musste, dass die Rassisten die Adresse des Wohnheims der Kubaner kannten, wurde das Gebäude durch Volkspolizei gesichert. Insgesamt wurden bis dahin 39 Deutsche als Täter identifiziert, wobei neun von ihnen zum Teil mehrfach vorbestraft waren. Gegen acht deutsche Täter wurden Ermittlungsverfahren wegen Rowdytum eingeleitet und gegen neun Täter wurde Haftbefehl erlassen. Einer der „Rädelsführer“ war ein in Erkner wohnender Deutscher; gegen zwei weitere Täter wurde die „Rädelsführerschaft“ geprüft.

In der Saison 1984/85 wurden bei Fußballspielen der Oberliga ca. 5.000 Volkspolizisten und Angehörige des MfS eingesetzt. Für die Fußball-Saison 1987/88 sind über 1.000 Ausschreitungen mit Hooligans registriert worden.

Auf dem Hauptbahnhof in Magdeburg hatten Hooligans Anfang September 1989 eine Streife der sowjetischen Streitkräfte angegriffen und ein sowjetischer Offizier gab zwei Warnschüsse ab. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Hooligans waren ab den 1980er Jahren immer auch Skinheads beteiligt, als Ausläufer der Bewegung der „Skinheads“ auch in die DDR sichtbar wurden.

 

Verleugnende Verdrängung nach 1990

Niemand wusste etwas über das gesamte Ausmaß des institutionalisierten und gesellschaftlichen Rassismus in der DDR, auch weil niemand es wissen sollte. Die seit den 1990er Jahre wissenschaftlich zutage geförderten Fakten werden bis heute grundsätzlich angezweifelt und sie sind damit ein Hindernis, um den wahren Charakter der rassistischen Gefahr zu erkennen. In einem Leserbrief aus Magdeburg an den Berliner „Tagesspiegel“, wurde 2011 behauptet, in den neuen Bundesländern gäbe es gar keine Neonazis oder Rassisten bzw. die die da sind, wären aus dem Westen gekommen. Andere ultraharte Verteidiger der DDR bestreiten, dass es in der DDR jemals antisemitische, rassistische oder gar neonazistische Erscheinungen gegeben hätte. An vorderster Front der Leugner befindet sich der ehemalige Historiker der Humboldt-Universität und Mitglied der Linkspartei Kurt Pätzold, der mich bzw. die Macher der Ausstellung: „Das hat es bei uns nicht gegeben — Antisemitismus in der DDR“ mit dem Ober-Nazi J. Goebbels verglich. Meine grundlegenden Forschungsergebnisse, sie haben Eingang in die Dauerausstellung gefunden, bezeichnete er als Lüge und er zitierte dazu das biblische 9. Gebot „Du sollst nicht falsch Zeugnis abgeben“.

Im Frühjahr 2007 war in Berlin die Wanderausstellung eröffnet worden und drei Jahre später hat die für die Organisation verantwortliche Amadeo-Antonio-Stiftung ein Begleitbuch zur Ausstellung veröffentlicht. In diesem Begleitbuch war der Hinweis auf meine Forschungsarbeit, auf die die Beispiele der Ausstellung fußt, vollständig getilgt worden. Durch einen außergerichtlichen Vergleich zwischen der der Amadeo-Antonio-Stiftung und mir, wurde festgelegt, dass auf den Ausstellungstafeln auf meine Publikation hingewiesen wird.

Pätzold setzte sich in einer Broschüre wieder mit dem Thema Antisemitismus in der DDR auseinander und er charakterisiert diese Ausstellung als Teil einer anhaltenden Propagandakampagne, deren Ziel die Verteufelung der DDR sei. Dieser Autor, und weitere Autoren dieses Kalibers, weigern sich seit zwei Jahrzehnten die zeithistorischen Tatsachen über rassistische und antisemitische Angriffe in der DDR wahrzunehmen. Seiner Partei, der Linkspartei bescheinigt Pätzold mit seiner Geschichtsklitterung, und darum handelt es sich bei seinen Texten zu dieser Thematik: „Es wird in der Bundesrepublik Deutschland noch immer eine zweite Partei gesucht, deren Mitgliedschaft und Umfeld sich mit der eigenen Vergangenheit so gründlich, in manchen Teilen gründlich bis zum Selbstquälerischen, auseinandersetzt“. Was die Themen Neonazismus und Rassismus in der DDR anbelangt lässt sich diese Aussage von Pätzold nicht verifizieren, weil sich die „Die Linke“ insgesamt, inklusive Rosa-Luxemburg-Stiftung und den ihr nahestehenden Publikationsorganen (Neues Deutschland, Junge Welt), seit fast zwanzig Jahren weigern die historischen Tatsachen wahrzunehmen.

 

Zu den Ursachen

Die neonazistischen und rassistischen Erscheinungen in der DDR sind nicht allein zu Verstehen als Ausdruck von Opposition gegen ihre staatliche und gesellschaftliche Totalität, sondern hier werden unverarbeitete, tradierte Bewusstseinsinhalte sichtbar, die durch die Zensur und Repression lediglich unterdrückt worden waren. Die Ursachen lassen sich nicht allein aus Politik, Ideologie oder durch Einwirkungen aus dem Westen erklären, denn ohne innere Ursachen hätten neonazistische und rassistische Parolen keinen Nährboden finden können. Besonders die Verleugnung und Verdrängung der aufkeimenden Probleme durch Geheimhaltung über viele Jahrzehnte, und gleichzeitiger öffentlicher Propagierung der eigenen scheinheiligen Makellosigkeit, führten zu einem gesellschaftlichen Klima des Hasses, in dem kleine und kleinste Streitereien genügten, um Kaskaden der Gewalt zu initiieren.

Zu den „inneren Ursachen“ gehören die protestantische Arbeitsethik, ein jahrzehntelanges Wunschdenken, autoritäre Elemente des Preußentums, der vormundschaftliche Absolutheitsanspruch der Ideologie des „Marxismus-Leninismus“, ein ideologisierte Antifaschismus, eine ungenügende Ent-Nazifizierung, anti-emanzipatorische Haltungen, umfassende politische Repression — auch gegen Demokraten und Sozialisten, autoritäre Denk- und Verhaltensweisen, die Militarisierung der Gesellschaft und des Bildungswesens, ein bürokratischer Zentralismus auf der militaristischen Grundlage von Befehl und Gehorsam, antidemokratisches Denken, bürokratische Verstaatlichungen in der Volkswirtschaft und letztlich die anhaltende Krise der ostdeutschen Ökonomie.

Über eine umfassende Zensur hat die SED die Ausbreitung der Fakten in allen Medien unterdrückt und verunmöglichte damit eine öffentliche Debatte. Bei der Reflexion der gesellschaftlichen Dimension von Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus dürfen die Ursachenfelder nicht eingeengt werden allein auf die Analyse der ökonomischen Aspekte von Akteuren aus prekären, weil unterprivilegierten Lebens- und Familienverhältnissen, denn bei aller Betonung der Bedeutsamkeit frühkindlicher Eindrücke, erfolgt die entscheidende Formung politischer Haltungen durch fortschreitende Persönlichkeitsbildung in jedem Lebensalter auch bei denen, die individuelle bzw. kollektive Prozesse einer „Faschisierung“ durchlaufen. Die Prozesse der „Faschisierung“ von Subjekten war an die politischen und ideologischen Bedingungen der ostdeutschen Realität gebunden und daher auch verknüpft mit den historischen Determinanten der orthodoxen deutschen Arbeiterbewegung im Allgemeinen und der kommunistischen im Besonderen. Demnach geht es hier um die Ursachen, die den historischen und politischen Bedingungen der DDR zuzuschreiben sind, denn in der Auseinandersetzung mit den sozialen und politischen Inhalten und Kategorien der Politik der SED konstituierten sich rassistische Bewusstseinsinhalte, die zurückweisen auf tradierte, unverarbeitete Bewusstseinsstrukturen und -inhalte des Nazismus und die Frage ist, warum die „antifaschistische“ DDR keine wirksamen politischen oder theoretischen Konzepte gegen diese Entwicklung vorzuweisen hatte? Zogen doch Rassisten und Neonazis, den von der SED verteidigten staatlichen und gesellschaftlichen Anspruch, die Grundlagen für Faschismus und Rassismus seien mit „Stumpf und Stiel ausgerottet“ worden, grundsätzlich in Zweifel. Am Ende reichte es nicht aus, daß die SED propagandistisch die neonazistischen und rassistischen Vorfälle für ihre Zwecke insofern einsetzte, wo sie ihrer Bevölkerung vorführen konnte, welche gefährlichen Einflüsse angeblich von der BRD ausgingen. Insofern demonstrierte die Führung der SED mit ihrer Bekämpfung neonazistischer und rassistischer Ereignisse im eigenen Land, lediglich sowohl ihren Machtanspruch, als auch die Stabilität ihres Weltbildes.

Sieben Ursachen sind für den Rassismus, Neonazismus und Antisemitismus in der DDR verantwortlich zu machen:

  1. Völkischer Nationalismus
  2. Militarisierung von Staat und Gesellschaft
  3. Gescheiterter Antifaschismus
  4. Die Ideologie des „Marxismus-Leninismus“
  5. Antisemitismus getarnt als Antizionismus
  6. Ineffektive antifaschistische Abwehr
  7. Fehlgeschlagene Ent-Nazifizierung
  8. Völkischer Nationalismus

Die Hinwendung der deutschen Kommunisten zur Liebe zum deutschen Volk und zur deutschen Nation begann in den 1920er Jahren, als sie sich unter der Führung von Ernst Thälmann über das EKKI, dem Führungsanspruch der KPdSU, beugten. Von Thälmann, und nicht nur von ihm, sind flammende Reden in diesem Kontext überliefert. Die SED hatte in und mit der DDR Gelegenheit, ihre völkisch-nationalistische Orientierung in die Praxis umzusetzen, durch eine Erziehung zur „Liebe zum Vaterland“ und einer „Erziehung zum Hass“ auf die „Feinde“. Desweiteren sind Begriffe wie NVA, NR, NF, DR ein beredter Ausdruck für diese unheilvolle Entwicklung.

 

 

  1. Militarisierung von Staat und Gesellschaft

Die Militarisierung der KPD begann ebenfalls in den 1920er Jahren und setzte sich in den bewaffneten Kräften der DDR fort, wie der NVA, VP und dem MfS. Dazu kamen paramilitärische Einheiten wie die Betriebskampfgruppen, GST oder die Ordnungsgruppen der FDJ.

Von 1965 bis 1980 gab es in der NVA und in Einheiten des MfS über 700 neonazistische Ereignisse. Sie reichten von faschistischen Schmierereien, über mündliche Hetze, das Zeigen des Hitlergrußes, rassistischen Pöbeleien bis hin zu Gewalttaten. 44 % der Täter waren untere Dienstgrade, ebenfalls 44 % waren Unteroffiziere, Feldwebel und Fähnriche und 12 % waren Offiziere. Die Führung der NVA wollte der neonazistischen Entwicklung entgegen treten, auch weil festgestellt worden war, dass manche militärische Vorgesetzen und einige Parteileitungen neonazistische Erscheinungen bagatellisierten, indem sie sie als „dumme Jungenstreiche“ verniedlichten. Armeegeneral H. Hoffmann, Minister des MfNV, befürchtete dadurch eine Gefährdung: 1. Durch die Zunahme anti-sowjetischer und antikommunistischer Einstellungen und 2. meinte er, dass es durch die „zunehmende Faschisierung in der Bundesrepublik“ zu einer Beeinflussung kommen könnte, deren Folgen „ideologische Sabotage und subversive Tätigkeit des Feindes wären. 3. sah der Minister die Gefahr unkalkulierbarer Wirkungen, wenn die neonazistischen Vorkommnisse in der NVA bekannt werden würden, gerade dann, „wo wir uns offensiv mit der Propagierung des Faschismus, insbesondere in der BRD, auseinandersetzen“. Insofern lässt sich nun feststellen, dass bereits Ende der 1970er Jahre die neonazistische und rassistische Bewegung in der DDR zu einer ernsten Bedrohung für die anti-faschistische bzw. kommunistische Legitimation geworden war.

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurden pro Jahr durchschnittlich einhundert neonazistische oder rassistische Vorfälle in der NVA registriert. In verharmlosender Weise behauptete die Führung, es würde sich dabei nicht um „ideologische Positionen“ handeln, sondern es wären unkritische Tendenzen, die aus dem feindlichen Westen kamen und einfach wiedergegeben worden wären. 1989 hatten sich die neonazistischen Vorkommnisse in der NVA und bei den Grenztruppen weiter erhöht hatte und die Neonazis waren „aggressiv und in ständig eskalierender Form gegen progressive Angehörige“ vorgegangen. In großen Teilen war es nicht mehr möglich „im Sinne einer Rückgewinnung wirksam zu werden“, d. h. die vorgesetzten Stellen hatten die Kontrolle über die Neonazis in der NVA und in den Grenztruppen verloren. Der einzig gangbare Weg die Neonazis aus den Einheiten zu entfernen, wären Strafprozesse oder Disziplinarverfahren.

  1. Der gescheiterte Antifaschismus der KPD und der SED

Auf Geheiß des EKKI stellte die KPD in der Endphase der I. Republik den Kampf gegen die faschistischen Parteien ein und erklärte die SPD zum „sozialfaschistischen“ Hauptfeind. Diese Entscheidung beförderte schließlich den Sieg der Nazis. So wie der theoretische und praktische AntiFaschismus der KPD an den eigenen Fehleinschätzungen gescheitert ist, so ist auch der Anti-Faschismus der SED gegenüber den Neonazis, Rassisten und Antisemiten in der DDR gescheitert.

– Ausgangspunkt des Antifaschismus der deutschen Kommunisten war und ist die Reduktion der Ursachen des „Faschismus“ allein auf die politischökonomischen Sektoren und vor allem auf den Finanzsektor der kapitalistischen Volkswirtschaft, gemäß den Vorgaben durch die Dimitrow-Thesen vom VII. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale vom August 1935, mit der der Charakter des Faschismus als eine „terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ bestimmt wurde. Das Volk wäre diesem Treiben quasi hilflos ausgeliefert und „die Massen des Kleinbürgertums, selbst ein Teil der Arbeiter, […1″ wären Opfer der sozialen und chauvinistischen Demagogie des Faschismus geworden. Die SED war dem Glauben verfallen, sie hätte durch die Verstaatlichung der Großindustrie, des Großgrundbesitzes, der Banken und der Handelskonzerne, einen Staat ohne Rassismus gegründet. Jedoch anders als das was die Dimitroff-These aussagt, sind Rassismus, inklusive Antisemitismus, sowie Autoritarismus und Sexismus die Achsen, auf denen Nazi und Rassisten ihre Politik entwickeln. Dass die falsche These von Dimitroff noch heute Bestand hat, zeigte sich bei Sarah Wagenknecht von der Linkspartei, als sie in der TV-Talkrunde „Anne Will“ im Februar 2013 diese Position für ihre Partei als immer noch gültig wiedergab.

Das Ergebnis der Bemühungen der SED war jedoch nicht die Befreiung der ost-deutschen Bevölkerung von rassistischen und autoritären Überzeugungen, sondern die Konstituierung einer klein-bürgerlichen Gesellschaft, in der ehemalige Nazis funktionaler Bestandteil der von der SED dominierten Eliten wurden. Diese Entwicklung hatte für das Bewusstsein der Masse der Deutschen in der DDR tiefgreifende Folgen und die Führung der SED versuchte dieses Bewusstsein insofern zu transformieren, als sie die Bevölkerung an die Seite der siegreichen UdSSR stellte und suggerierte, sie seien damit quasi Sieger und legitime Erben der Geschichte der deutschen Nation.

  1. Marxismus-Leninismus

Die marxistisch-leninistische Ideologie, so wie sie u. a. von Lenin und Stalin entwickelt und vertreten wurde, verhinderte mit ihrer autoritären Ausrichtung, die realistische Wahrnehmung der Dimension des Rassismus in den staatskapitalistischen Ländern des RGW. Dem ist entgegen zuhalten, dass die Rolle der Kommunisten im Klassenkampf nicht die ist von Chefs über ihre Angestellten bzw. Arbeiter oder die von Offizieren über ihre Soldaten. Das ist im Kern die basisdemokratische Differenz zum Parteikonzept des „Demokratischen Zentralismus“.

  1. Antisemitismus als getarnter Antizionismus

Der Antisemitismus in der DDR erscheint auf einer institutionellen und auf einer gesellschaftlichen Ebene, sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik. Die SED trägt die politische Verantwortung für die Entwicklung sublimer antisemitischer Potentiale, nicht nur durch ihre im wesentlichen antisemitisch begründeten antizionistischen Politik gegenüber dem Staat Israel, sondern auch durch ihre antisemitische Innenpolitik gegenüber den Vertretern der Juden und ihrer Institutionen. Doch es blieb nicht bei der publizistischen Unterstützung der Feinde Israels, denn wie schon 1956, als in der SED Überlegungen angestellt wurden, bewaffnete Freiwillige nach Ungarn zu schicken um den „Sozialismus“ zu schützen, so beschloss das SED-Politbüro am 7. Oktober 1969 die Vorbereitung eines Einsatzes von deutschen Freiwilligenverbänden gegen Israel. Der Anlass dafür war ein Schreiben des Generalsekretärs der KPdSU, L. Breschnew an E. Honecker, E. Mielke, H. Hoffmann und W. Ulbricht, in dem er die Notwendigkeit des Einsatzes von Verbänden von Freiwilligen als Flieger, Panzerführer und Kampfgruppen zur Unterstützung arabischer Truppen im Krieg gegen Israel forderte. Ab 1967 lieferte die DDR Waffen und militärisches Know-how an die Feinde Israels, wie z. B. an Ägypten und Syrien. Ende 1973 wurden erneut Waffen an Syrien geliefert, darunter befanden sich 12 Abfangjagdflugzeuge MIG-21, 62 mittlere Panzer vom Typ T-54 AM mit Munition, 300 Panzerbüchsen RPG- 7, 74.500 Granaten und 30.000 Panzerminen. 1982 lieferte die DDR auch Waffen an die PLO.

  1. Ineffektive antifaschistische Abwehr

Für die Funktionäre der SED lief die Bekämpfung der Rassisten im eigenen Land darauf hinaus, die latenten und manifesten rassistischen Bedrohungen zu verniedlichen, die justizielle und administrative Bekämpfung dominieren zu lassen oder pauschal den Westen und seine Medien dafür verantwortlich zu machen. Diese falsche Einschätzung entsprang dem Dogma, mit der Gründung der DDR wären die Ursachen für Faschismus und Rassismus mit „Stumpf und Stiel“ ausgerottet worden. Der Minister für Staatssicherheit, General Erich Mielke, behauptete 1986 gar, die neonazistischen Aktivitäten in der DDR wären bloße „Wichtigtuerei“. 1988 erklärte die Hauptabteilung I seines Ministeriums, dass ostdeutsche Rassisten und Neonazis unkritisch Tendenzen aus dem feindlichen Westen wiedergeben würden. Obwohl es allein im Jahr 1989 ca. 280 Strafverfahren wegen neonazistischer Umtriebe gab, behauptete am 11. August 1989 die staatliche Nachrichtenagentur ADN, Informationen über neonazistische Tendenzen in der DDR seien „purer Unsinn“.

  1. Fehlgeschlagene Entnazifzierung

Mit der Kooperation zwischen den kommunistischen Antifaschisten an der Spitze des Staates und der mittleren Funktionselite mit ehemaligen Nazis, kam es auch in der DDR zu einem großen Frieden mit den Tätern (Giordano). Den vor den Nazis geflüchteten Emigranten, die nach 1945 aus dem östlichen und westlichen Ausland zurückkehrten, stand eine demoralisierte Masse aus Frauen und Männern (auch Kinder) gegenüber, von denen die übergroße Mehrheit bis zum Schluss überzeugte Anhänger des Nazismus geblieben waren.

Für den Aufbau und den Bestand der DDR benötigten die deutschen Kommunisten für die Machtausübung die erfahrenen ehemaligen Nazis, die die Geschäfte des Systems betrieben. Die verflochten ihre vorhandenen, zwar gebrochenen und verdrängten, aber nach wie vor wirksamen rassistischen Einstellungen mit den neuen Erfordernissen des Landes. Aus dieser Melange entwickelte sich im Laufe der Zeit nicht nur eine autoritäre und rassistischen Ideologie, sondern eine ebenso abstoßende gesellschaftliche Wirklichkeit.

Das verleugnenden Verdrängen der neonazistischen Vorgänge die nach dem II. Weltkrieg entstanden sind, entspricht dem Prozess des Verdrängens der historischen Tatsache, dass die verbrecherischen Nazis, von einem großen Teil der deutschen Bevölkerung unterstützt wurden. Diese Einsicht betrifft die kollektive Bewusstseinslage der Deutschen nach 1945 sowohl in der DDR als auch in der BRD. Das deutsche ideologische Syndrom aus Nationalismus und Rassismus bzw. Antisemitismus ist nach 1945 nicht verschwunden und seine unveränderten Achsen waren, so wie es der Philosoph und Soziologe Th. W. Adorno aufzeigte:

Aus „völkisch“ wurde „ethnisch“, aus „Rasse“ wurde „Kultur“ und aus Antisemiten wurden Antizionisten oder Philosemiten. Nicht nur Antisemitismus sondern auch Nationalismus und Rassismus durften öffentlich nicht stattfinden, wucherten aber sowohl auf der gesellschaftlichen Ebene der Alltagskultur, wie auch in der Form eines institutionalisierten Rassismus fort.

Seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten haben nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) mehrere hunderttausend neonazistische, rassistische und antisemitische Propaganda- und Gewaltstraftaten stattgefunden. Nach meinen Recherchen gab es in diesem Zeitraum über 250 Tote und tausende Verletzte. Der Anteil der Täter stammt überproportional (3:1), gemessen an der Zahl der Einwohner, aus den fünf neuen Ländern und diese Struktur lässt sich ebenfalls in Berlin feststellen, wenn man die Berliner Bezirke im Osten und im Westen vergleicht. Fälschlicherweise wurde behauptet, diese Entwicklung wäre ausschließlich den ökonomischen, sozialen und politischen Verwerfungen seit dem Vereinigungsprozess geschuldet. Doch jetzt wird klar, nicht nur in der der Bundesrepublik, sondern auch in der DDR hat es Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus gegeben.

Wehren wir uns gemeinsam gegen diese gefährlichen Zustände!

Literaturverzeichnis

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Der gescheiterte Antifaschismus der SED Antisemitismus, Rassismus und Neonazismus in der DDR Harry Waibel Zitation: Waibel, Harry (2015): Der gescheiterte Antifaschismus der SED -Antisemitismus, Rassismus und Neonazismus in der DDR, in: Kritiknetz – Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft © 2015 bei www.kritiknetz.de                   Hrsg. Heinz Gess, ISSN 1866-4105 http://www.kritiknetz.de/index.php/antisemitismus

 

line-wordpress

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

What´s Left? Antisemitism!

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

Psychoanalytische Arbeitsstation

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
http://www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

Be patient, work hard, follow your passions, take chances and don’t be afraid to fail.
I think for food

molon labe

Der Plural hat kein Geschlecht.

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ -Albert Einstein

„Der psychoanalytische Bei­trag zur Sozialpsychologie der jüngsten Vergangenheit (und Gegenwart Anm.JSB) und ihrer Verar­beitung ist heute ebenso unerwünscht wie die Libidotheorie zu Anfang des Jahrhunderts.“ – I.Kaminer

»Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Mißverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, daß die Analyse den Neurotiker von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« – Sigmund Feud, Gesammelte Schriften«, Band XI, S. 201 ff.)

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Dummheit äußert sich heute als empörter Moralismus.

Liebe: nur bestenfalls eine Mutter akzeptiert ihr Kind, so wie es ist, ansonsten muß man Erwartungen anderer erfüllen, um akzeptiert zu werden.

Früher galt als mutig, wer ein Revolutionär war, heute reicht es schon, wenn einer seine Meinung behält.

“Jeder fünfte Bewohner des Westjordanlandes ist ein israelischer Siedler”, greint die Generaldelegation Palästinas heute auf ihrer Homepage.
Und jeder fünfte Bewohner Israels ist ein palästinensischer Araber.
So what?

Werte ohne Einfühlungsvermögen sind nichts wert.

Manche Menschen fühlen physischen Schmerz, wenn sie ihre gewohnten Vorstellungen zugunsten der Realität korrigieren sollen, sie wenden ihre gesamte Intelligenz mit Unterstützung ihrer Agressivität auf, um die Realität nicht zu erkennen und ihr Selbstbild unverändert beizubehalten.

Immer mehr fühlen, immer weniger denken – Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht durch Gefühle, denn Säugetiere haben die gleichen Gefühle, wie der Mensch: Trauer, Angst, Wut, Liebe, sondern durch sein Denken. Wenn er denkt, falls er denkt.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

„Sagen Sie meiner Mutter nicht, daß ich in der Werbung arbeite. Sie denkt, ich bin Pianist in einem Bordell.“ – Jacques Seguela

BILD: FAZ für Hauptschüler

Wer „ich will frei sein“ sagt, und es sagen viele, der ist ein Idiot. Denn das höchste was der Mensch als Freiheit haben kann, ist die Freiheit, seine Pflicht frei zu wählen.

“Im Streit um moralische Probleme, ist der Relativismus die erste Zuflucht der Schurken.“ Roger Scruton

Nonkonformistische Attitüde und affirmative Inhalte – einer Kombination, die schon immer die linksdeutsche Ideologie gekennzeichnet hat. – Stephan Grigat

Es sind dieselben, die behaupten, das Geschlecht wäre nicht biologisch angeboren, sondern nur ein soziales Konstrukt, und zugleich daß die Homosexualität kein soziales Konstrukt wäre, sondern biologisch angeboren.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

„Es gibt zwei Dinge“, so wußte Hitler schon 1923, „die die Menschen vereinigen können: gemeinsame Ideale und gemeinsame Kriminalität“ .

Nach der gewaltsamen Beendigung des Mordens durch die Alliierten waren die Deutschen (und sind es bis heute geblieben) noch deutscher als zuvor.

„Der Staat sind wir“: Dies Credo der Sozialdemokratie Ferdinand Lassalles war die Wahrheit der Volksgemeinschaft, und der Nazismus war die vermittlungslose Basisdemokratie der Deutschen.

Die Demokratie der Bürger ist die interessierte Demutsadresse an den autoritären Staat.

„Die deutsche Nation ist das Apriori dieser seltsamen Wissenschaft, die

vorgibt, nichts zu kennen als Quellen, Quellen und nochmals Quellen, nichts als das

lautere Plätschern der Tatsachen und das ungetrübte Sprudeln der Empirie. Die

Quelle aber ist der Historie, was der Jurisprudenz das Indiz: Spielmaterial, bloße

Illustration des Systemzwangs zum Rechtsfrieden, d.h. empirische Legitimation der

vorab existenten letzten Instanz, an der jede Berufung aufhört und jede Revision

endet. Egal, wer Recht hat, solange nur Recht ist; was immer die Quellen sagen,

ein Beweis gegen die Nation wird sich daraus nie und nimmer folgern lassen.“ (…)

„Historische Wahrheit wird nach dem Modell von Meinungsumfragen vorgestellt;

kein Sample jedoch wird je repräsentativ genug sein,

um der deutschen Nation als solcher die Taten der Nazis zuzurechnen.

Die juristische Methode dieser seltsamen Wissenschaft, die sich die Behandlung der

Geschichte anmaßt, weiß so überaus sorgfältig zwischen Intention und Resultat zu

scheiden, daß der einzig noch mögliche Weg historischer Wahrheitsgewinnung, der

allerdings leider ausgeschlossen ist, Psychoanalyse wäre.“ – Joachim Bruhn

Da die Psychoanalyse heute auch nur noch ein korruptes Racket ist, würde sie nicht helfen.

 Der Himmel, wenn er sich schon öffnet, zitiert sich am liebsten selbst. 

Je verkommener eine menschliche Kreatur, desto eher fühlt sie sich beleidigt, respektlos behandelt, in ihrer Ehre verletzt.

Der Nicht-Antisemit ist ein Antisemit, der nach der derzeitigen deutschen Rechtsprechung, Israel, Juden diffamiert, diskriminiert, delegitimiert, jedoch nicht expressis verbis das Ziel der dritten Reichs, den Holocaust, die Judenvernichtung, befürwortet.

Aus Deutschland erreicht mich „tiefe Sorge um den Friedensprozess“. Vorsicht: Wo ist es im Nahen und Mittleren Osten derzeit so friedlich und vergleichsweise gewaltarm wie in Israel? Wo leben Araber derzeit sicherer als in Israel? Wo haben sie besseren Zugang zu Bildung, Arbeit, Konsum und medizinischer Versorgung? – Götz Aly

Islam ist weniger eine Religion und mehr eine totalitäre Gesellschaftsordnung, eine Ideologie, die absoluten Gehorsam verlangt und keinen Widerspruch, keinerlei Kritik duldet und das Denken und Erkenntnis verbietet. Der wahre Islam ist ganz anders, wer ihn findet wird eine hohe Belohnung erhalten.

Der religiöse Rassismus der Islamisten, der den völkischen Rassismus der Nazis ersetzt hat, erklärt Allah zum Führer und die Jihadisten zu seiner privilegierten Kampftruppe: Wenn man so will, zu Allahs SS. Der Zusammenhalt dieser Kampftruppe wird über die Jenseitserwartung von Hölle und Paradies, also über das Instrument der religiösen Angst, sichergestellt. Diese Selbstbildfantasie der Islamisten ist mit ihrer (zumeist antijüdischen) Feindbildfantasie untrennbar verknüpft. – Matthias Küntzel

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten.

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren.

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung,

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch.

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen.

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert.

Sucht ist, wenn jemand etwas macht, was er machen will und sucht jemand, der es macht, daß er es nicht macht und es nicht machen will.

Sollen die Klugen immer nachgeben, dann wird die Welt von Dummen regiert. Zu viel „Klugheit“ macht dumm.

Wenn man nur das Schlechte bekämpft, um das Leben zu schützen, bringt man gar nichts Gutes hervor und ein solches Leben ist dann nicht mehr lebenswert und braucht nicht beschützt zu werden, denn es ist dann durch ein solches totales Beschützen sowieso schon tot. Man kann so viel Geld für Versicherungen ausgeben, daß man gar nichts mehr zum Versichern hat. Mit Sicherheit ist es eben so.

Zufriedene Sklaven sind die schlimmsten Feinde der Freiheit.

Kreativität ist eine Intelligenz, die Spaß hat.

Wen die Arbeit krank macht, der soll kündigen!

Wenn Deutsche über Moral reden, meinen sie das Geld.

Ein Mensch ohne Erkenntnis ist dann  lediglich ein ängstlicher, aggressiver, unglücklicher Affe.

Denken ist immer grenzüberschreitend.

Der Mob, der sich das Volk nennt, diskutiert nicht, sondern diffamiert.

Legal ist nicht immer legitim.

Wer nicht verzichten kann, lebt unglücklich.

Sogenannte Sozial-, Kultur-, Geisteswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Psychotherapie, Psychoanalyse, sind keine Wissenschaften mehr, sondern immanent religiöse Kultpropheten, organisiert wie Sekten. Es sind Sozio-, Pädago- und Psychokratien, Rackets, die Erkenntnis nicht fördern, sondern verhindern.

Ohne eine starke Opposition atrophiert jede scheinbare Demokratie zur Tyrannei, und ebenso eine Wissenschaft, zur Gesinnung einer Sekte.

Man kann alles nur aus gewisser Distanz erkennen, wer sich ereifert, empört, wer mit seiner Nase an etwas klebt, der hat die Perspektive verloren, der erkennt nichts mehr, der hat nur noch seine Phantasie von der Welt im Kopf. So entsteht Paranoia, die sich Religion, und Religion als Politik, sogar als Wissenschaft nennt.

Islamisten sind eine Gefahr, deswegen werden sie als solche nicht gesehen. Juden sind keine Gefahr, deswegen werden sie als solche gesehen. So funktioniert die Wahrnehmung von  Feiglingen.

Humorlose Menschen könner nur fürchten oder hassen und werden Mönche oder Terroristen.

Menschen sind nicht gleich, jeder einzelne Mensch ist ein Unikat.

Erkenntnis gilt für alle, auch für Muslime, Albaner, Frauen und Homosexuelle.

Islam gehört zu Deutschland, Judentum gehört zu Israel.

Der Konsensterror (Totalitarismus) ist in Deutschland allgegenwärtig.

Es wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch diffamiert.

Es ist eine Kultur des Mobs. Wie es bereits gewesen ist.

Harmonie ist nur, wenn man nicht kommuniziert.

Man soll niemals mit jemand ins Bett gehen, der mehr Probleme hat, als man selbst.

>>Evelyn Waugh, sicherlich der witzigste Erzähler des vergangenen Jahrhunderts, im Zweiten Weltkrieg, herauskommend aus einem Bunker während einer deutschen Bombardierung Jugoslawiens, blickte zum Himmel, von dem es feindliche Bomben regnete und bemerkte: “Wie alles Deutsche, stark übertrieben.“<< Joseph Epstein

Man muß Mut haben, um witzig zu sein.

Dumm und blöd geht meistens zusammen.

Charlie Hebdo: solche Morde an Juden sind euch egal, mal sehen wie”angemessen”  ihr reagiert, wenn (wenn, nicht falls) eure Städte von Islamisten mit Kasam-Raketen beschossen werden.

Christopher Hitchens großartig: „In einer freien Gesellschaft hat niemand das Recht, nicht beleidigt zu werden.“

Je mehr sich jemand narzisstisch aufbläht, desto mehr fühlt er sich beleidigt und provoziert.

“Das Problem mit der Welt ist, daß die Dummen felsenfest überzeugt sind und die Klugen voller Zweifel.” – Bertrand Russel

Das Problem mit den Islamisten in Europa soll man genauso lösen, wie es Europa für den Nahen Osten verlangt: jeweils eine Zweistaatenlösung, die Hälfte für Muslime, die andere Hälfte für Nicht-Muslime, mit einer gemeinsamen Hauptstadt.

Was darf Satire? Alles! Nur nicht vom Dummkopf verstanden werden, weil es dann keine Satire war.

Islamimus ist Islam, der Gewalt predigt.

Islam ist eine Religion der Liebe,und wer es anzweifelt, ist tot.

Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Der Islam ist die friedliche Religion der Liebe George Orwell 2015

Islam ist verantwortlich für gar nichts, Juden sind schuld an allem.

Islamisten sind Satanisten. Islamismus ist eine Religion von Idioten.

Leute fühlen sich immer furchtbar beleidigt, wenn man ihre Lügen nicht glaubt.

Jeder ist selbst verantwortlich für seine Gefühle.

Die Psychoanalyse geht niemanden außer den Psychoanalytiker und seinen Patienten etwas an, und alle anderen sollen sich verpissen.

“Zeit ist das Echo einer Axt
im Wald.
Philip Larkin, Gesammelte Gedichte

Wenn jemand wie Islamisten sein Ego endlos aufbläht, dann verletzt er seine eigenen Gefühle schon morgens beim Scheißen.

„Die sieben Todsünden der modernen Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit Genuß ohne Gewissen Wissen ohne Charakter Geschäft ohne Moral Wissenschaft ohne Menschlichkeit Religion ohne Opfer Politik ohne Prinzipien.“
―Mahatma Gandhi

„Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten.“
―Mahatma Gandhi

Warum zeigt sich Allah nicht? Weil er mit solchen Arschlöchern nichts zu tun haben will.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus’. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus’.”  – Ignazio Silone

Politische Korrektheit verlangt eine Sprache für ein Poesiealbum.

Psychoanalyse ist frivol, oder es ist keine Psychoanalyse.

Bunte Vielfalt, früher: Scheiße

Was der Mensch nicht mehr verändern, nicht mehr reformieren kann, ist nicht mehr lebendig, sondern sehr tot. Was tot ist, das soll man, das muß man begraben: Religion, Ehe, Romantizismus, etc.

Romantik ist scheiße.

Die Realität ist immer stärker als Illusionen.

Deutschland gestern: der Wille zur Macht.
Deutschland heute: der Wille zur Verblendung.
Deutschland morgen: 德國

Deutsche Psychoanalyse? Großartig, wie deutscher Charme, deutscher Humor und deutscher Esprit.

Der Widerstand fängt mit einer eigenen, anderen Sprache als die der Diktatur.

Smart phones for stupid people.

Ein Linker kann, muß aber nicht dumm sein.

Wenn man ganzen Staaten nicht übel nimmt, wenn sie mit Millionen Opfern Selbstmord begehen, warum dann einem Co-Piloten mit 149 Toten?

Nur die Reinheit der Mittel heiligt den Zweck.

Ein extremer Narzißt ist ein potentieller Terrorist, und jeder Terrorist ist ein extremer Narzißt.

Islamisierung bedeutet Verblödung.

…der hiesige Autoritarismus (ist) einer ohne Autorität und der hiesige Konventionalismus einer ohne Konventionen. Schon bei den Nazis war nicht das Wort des Führers Befehl, sondern sein Wille, den der kongeniale Volksgenosse erahnte. Nie hätte der Nationalsozialismus funktioniert, hätte den Deutschen jede ihrer Missetaten bei Strafandrohung befohlen werden müssen. Anders, als es das Wort vom „Befehlsnotstand“, von der „Gleichschaltung“ oder vom „Führer“ selber glauben machen will, herrschte das NS-System durch Gehorsam ohne Befehl. (W. Pohrt, Der Weg zur inneren Einheit)

Der faschistische Sozialpakt existiert im bundesdeutschen Postfaschismus weiter als eine im Resultat aufgehobene Voraussetzung, die unmittelbar keine Spur ihrer gewaltförmigen Durchsetzung mehr an sich trägt: umso besser kann diese Tatsache verleugnet und der Nationalsozialismus als das Verbrechen einiger Irrer, als „Unrechtsstaat“, als „das Schlimmste, das Menschen einander je angetan haben“ exorziert werden. Diese Lebenslüge der BRD ist das Fundament aller demokratischen „Vergangenheitsbewältigung“, jenes kollektiven Beschweigens des Nationalsozialismus, das durchaus auch die Form enervierender Redseligkeit annehmen kann. Weil das postfaschistische Deutschland in institutioneller wie personeller Hinsicht in Kontinuität zu seinem Vorgänger steht, muß ausnahmslos jeder Versuch einer Vergangenheitsbewältigung innerhalb des sich weiterschleppenden Systems zur symbolischen Distanzierung, zum substanzlosen Gestus geraten. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Deutschen einen schier unerschöpflichen Vorrat an größeren und kleineren Entlastungslügen angelegt, aus dem sie sich je nach Gelegenheit und Bedarf bedienen. Danach war das nationalsozialistische System wahlweise das Werk von Hitler höchstpersönlich, einer kleinen Verbrecherclique und ein paar Helfershelfern oder des Monopolkapitals und seiner Schergen. Otto Normalvergaser jedenfalls hat „von alledem nichts gewußt“, war „im Grunde auch dagegen“ oder „konnte gar nicht anders handeln“, weil „Befehlsnotstand“ herrschte und man im Falle des Zuwiderhandelns sofort „ins KZ gekommen“ wäre. “ (…) „Heute haben die Verbreitung des Gerüchts und die Verbreitung der Neidbeißerei neue, technische Möglichkeiten. Sie können sich über das Internet und diverse Subnetzwerke und Blogs rasend verbreiten und auch auf die Politik einen Druck erzeugen, sich ihnen zu beugen. Die gesellschaftliche Mobilmachung wirkt so wieder auf die Politik zurück. Sie muss sich den entsprechenden Stimmungen beugen, weil sonst die Wiederwahl gefährdet würde. Die Devise »Ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«, bleibt auch im zerfallenen Postnazismus das prinzipienlose Grundprinzip von Herrschaft.“ (…) Spezialisierung und Diversifikation sind die zeitgemäße Erscheinungsform von Vermassung und Uniformität. (…) 1 x 1 materialistischer Kritik: es  muss darum gehen, Erscheinungen in eine Konstellation zu bringen, in der sie lesbar werden. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. Und weil gerade die Entfernung vom Nazismus die Nähe zu ihm verbürgt, waren und sind das diejenigen, die in Personensache am wenigstens mit Nazifaschistischem in Verbindung zu bringen sind, die Linksradikalen, die Linksliberalen, die Linken, die Antifaschisten, die entschiedensten Schrittmacher dafür, dass der anfangs noch gar nicht wirklich übergreifende postnazistische Fundamentalkonsens tatsächlich totalisiert und auf die Höhe der Zeit gebracht werden konnte. Die Nazis und die Rechten hingegen waren für diesen Vorgang nur von unterordnetem Belang. Sie standen immer schon für eine in ihrer konkreten Ausprägung gestrige Gesellschaftsformation und deshalb ging von ihnen auch nie eine ernsthafte Gefahr eines neuen Faschismus aus. Diese Totalisierung der Gemeinschaft der Demokraten, die hauptsächlich die Linke mit herbeigeführt hat, ist allerdings identisch und das zeigt sich heute mit ihrem Zerfall. Dieser wiederum ist im Selbstwiderspruch der postnazistischen Vergesellschaftung angelegt, in der der bereits erwähnte nazistische Kurzschluss von Staaten Subjekt im Modus permanenter Mobilmachung in den politökonomischen Formen im Doppelsinne aufgehoben ist. Seiner Substanz nach anerkannt und aufbewahrt, wie vorerst suspendiert und seiner Verlaufsform nachgezügelt. Also statt den Blockwarten gab es Aktenzeichen XY, da durfte sich jeder dann auch telefonisch dran beteiligen, aber richtige Jagdszenen gab es in der alten Bundesrepublik nicht oder nur in Ausnahmefällen. Taxiert selbst zu Zeiten der Prosperität jeder insgeheim seinen Erwerb als verkappte Arbeitslosenunterstützung, so mobilisiert die Krise der postnazistischen Vergesellschaftung erst Recht die Sehnsucht nach der alten Staatsunmittelbarkeit. Johannes Agnoli schrieb dazu schon in der Transformation der Demokratie 1966: „Der präfaschistisch liberale Ruf nach dem starken Staat wiederholt sich postfaschistisch neoliberal“. Und damit gerät das ganze System des autoritären Etatismus und geraten letzten Endes die politökonomischen Vermittlungen als solche wieder ins Visier des Volkszorns und es war wiederum die Linke, die noch zu Zeiten, wo keine Krise in Sicht war, im sinistren Tram nach Liquidation der Vermittlungen die Zunge gelöst und ihm neue fantasievolle und kreative, wie es so schön heißt, Äußerungsformen zur Verfügung gestellt hat. Sie war das Laboratorium, in dem die allgemeine Mobilmachung eingeübt und jener darauf zugeschnittenen neue und zugleich sehr alte Sozialcharakter herangebildet wurde, indem sich mittlerweile eine Mehrheit spontan wieder erkennt. Derjenige Sozialcharakter, der nach dem Motto „Ich leide, also bin ich“ sich einerseits unter Berufung auf die höchst unverwechselbare Diskriminierung, die ihm angeblich wiederfährt, zur kleinsten existierenden Minderheit erklärt, sich gleichsam nach dem Muster verfolgter und in ihrer Kultur bedrohter Völker begreift und andererseits als Gegensouverän seine private, warnhafte Feinderklärung allen anderen oktroyieren möchte und diesem Zweck entweder vorhandene gesellschaftliche Organisationen zu Rackets umfunktioniert, neue Rackets gründet oder andere Rackets mit ins Boot holt. Der einstige demokratische Fundamentalkonsens wird dadurch einerseits ins einzelne Subjekt zurückverlagert und andererseits vermittlungslos verallgemeinert. Aus der formell kollektiven Feinderklärung der Mitte gegen die Extreme, das war der Normalfall in der Bundesrepublik bis weit in die 80er Jahre, Terroristenhasse, einige werden sich noch daran erinnern. Aus dieser kollektiven Feinderklärung der gesellschaftlichen Mitte gegen die Extreme wird also die pluralisierte Feinderklärung alle gegen alle, die getrennt vereint sich zusammenrotten und auf diese Weise zerfällt die Gemeinschaft der wehrhaften Demokraten und reorganisiert sich zugleich hin zu zerfallen. Ein Zitat von Wolfgang Port in einem anderen Zusammenhang macht es sehr schön deutlich: „Wie durch höhere Gewalt sondern sich die Langen von den Kurzen, die Weiblichen von den Männlichen, die Alten von den Jungen, die Dicken von den Dünnen ab“ und das Resultat ist eine Segregation und Ghettoisierung durch welche die Metropolen, einem riesigen Freiluftgefängnis mit seinen Unterabteilungen für Männer und Frauen, Jugendliche, Kranke, Alte, Port schreibt etc., man könnte noch Schwule und Lesben und Migranten und was weiß ich noch alles ergänzen, Protestanten, Katholiken, Ossis, Wessis, immer ähnlicher werden. Neu ist, dass dieses Freiluftgefängnis als eine kulturelle Einrichtung und seine Insassen als Kulturbotschafter begriffen werden und es ist diese nahezu flächendeckende Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mehrheit und der einzelnen Individuen in ihr, die in der Postmoderne ihr bewusstloses Selbstbewusstsein und ihre Legitimation erfährt und im antirassistischen PC-Sprech sich ihren Ehrenkodex schafft, ihre Omertà, die sich an ihresgleichen und die verbliebenen Kritiker draußen richtet, Islamophobie ist ihr derzeit aktuellstes Schlagwort. Dieser Vorgang, diese Selbstkulturalisierung der gesellschaftlichen Mitte und ihr Zerfall ist also die Bedingung der neuen Haltung Ausländern und Migranten gegenüber, an denen die Deutschen projektiv ihre ersehnte Regression auf den Stamm illustrieren. Was ihnen umso leichter gelingt, als manch ihrer Repräsentanten und Lobbyisten sich anschicken, genau dem Bilde zu gleichen, das die Deutschen sich seit jeher von ihnen machten und wofür sie von ihnen jetzt nach kollektiv und offiziell ins Herz geschlossen werden. Der mittlerweile zur Dauereinrichtung erklärte Karneval der Kulturen ist nichts anderes als ein Zerfallsprodukt der postfaschistischen Demokratie, mehr noch, er ist diese Gemeinschaft in einer zugleich flexibilisierten und pluralisierten und kollektivierten Gestalt. In dieser Völkerfamilie, die die Deutschen gerne auf der ganzen Welt hätten, wären da nicht Israel und die USA als Störenfriede und die sie aus Mangel an Realisierungschancen deshalb erstmal bei sich zuhause einrichten, geht es dabei zu, wie in jeder guten Familie: Die einzelnen Mitglieder sind einander spinnefeind und die Widersprüche und Konflikte, die daraus resultieren, gehören auch voll und ganz dieser Vergesellschaftung an, sind von ihr konstituiert und dazu gehört ein fein dosiertes Spiel mit Fremdheit und Nähe, das von allen Beteiligten auch weiterhin gepflegt wird, weil damit ein moralisches Plus bei der Gefolgschaft eingefahren werden kann. (…) Der zweite Weltkrieg war ein kulturindustrielles Massenevent. (…) Eine neue Barbarei sei stets zu befürchten, wird sich nicht aus dem Geist Nationalsozialismus unmittelbar speisen, sondern im Gewande von demokratischem Antifaschismus von Lernen aus der Geschichte und political correctness daher kommen.(…) Abwehr des offenen Faschismus durch dessen demokratische Entnazifizierung und Eingemeindung. (…) Je antirassistischer und weltoffener sich die Deutschen aufführen, desto mehr ähneln sie wieder einer gegen ihre Todfeinde verschworenen Horde, die nicht mehr auf Exklusivität pocht, sondern die Anforderungen zum Mitmachen wieder flexibilisiert hat und sich ihr Jagdrevier mit anderen teilt, sofern sie sich bewähren. (…) Die postnazistische Demokratie hat  die nationalsozialistische Mobilmachung des „gesunden Volksempfindens“ zwar nicht abgeschafft, sondern nur sistiert – sie hat es aber andererseits auch in die Latenz abgedrängt und damit gebremst, indem sie es in die mediatisierende Form des bürgerlichen Repräsentationsprinzips zwängte.  (…) „Rassismus“ ist ein ideologisches Stichwort eines anti-rassistischen Rackets, das jeden Realitätsbezugs entbehrt, das seine Mitglieder vielmehr nur als Ausweis von Gesinnungsfestigkeit und Ehrbarkeit vor sich hertragen und das ihnen als probates Mittel dient, um nach Willkür und freiem Ermessen festzulegen, wer gerade als „Rassist“ zu gelten hat. Und dieses „anti-rassistische“ Racket, das sind heutzutage fast alle: längst ist die Gegnerschaft zum Rassismus keine Domäne der Linken mehr, sondern offizielle Staatsraison und common sense aller Ehrbaren und Wohlmeinenden, und das ist die erdrückende Mehrheit.  (…) Von der moralisierenden Aufdringlichkeit und der enervierenden Verlogenheit einmal abgesehen, ist die Ehrfurcht, die „anderen Kulturen“ entgegengebracht wird und die Unterwürfigkeit, mit der ihre Träger geradezu als Heilsbringer verehrt werden, keine Gegenposition zum Rassismus, sondern dessen logische wie historische Voraussetzung, die im Rassismus und allen naturalisierenden Ideologien als ein Moment überlebt: deren Grundmuster ist die projektive Bekämpfung dessen, was man selbst gern möchte, aber nicht erreichen kann, und deshalb gehört zur Diskriminierung der Neger wegen ihrer „Faulheit“ die Bewunderung für den „Rhythmus, den sie im Blut haben“ und die Achtung vor ihrer „sagenhaften Potenz“; somit ist der „Anti-Rassismus“ nichts weiter als die notwendige Kehrseite des Rassismus selbst, die sich von diesem abgespalten hat und gegen ihre eigene Grundlage wendet. Historisch jedenfalls geht die Wertschätzung fremder Kulturen ihrer späteren, „rassisch“ legitimierten Abqualifizierung voran und sie ist auch logisch deren Voraussetzung: Christoph Columbus etwa beschreibt in seinen Tagebüchern die Eingeborenen, die er 1492 auf den Bahamas, Cuba und schliesslich Haiti angetroffen hat, folgendermaßen: sie sind „ängstlich und feige“, „sehr sanftmütig und kennen das Böse nicht, sie können sich nicht gegenseitig umbringen“, „sie begehren die Güter anderer nicht,“ und er resümiert: „Ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt bessere Menschen oder ein besseres Land gibt.“ (7)  (…) Protestantische Innerlichkeit: gemäß der Devise, dass vor der schlechten Tat der schlechte Gedanke und das schlechte Wort kommen, die man demzufolge austreiben muss, damit alles besser wird. (…) So kommt es, dass es heute der Anti-Rassismus ist, der, unter dem Vorwand, heldenhaft gegen einen in Wahrheit nicht existenten „Rassismus“ zu kämpfen, Respekt und Toleranz noch für die rückständigsten und unmenschlichsten Sitten und Gebräuche einfordert und damit selbst als Protagonist und Fürsprecher einer Verrassung der restbürgerlichen Gesellschaft fungiert.  (..) Die unterschiedliche Pigmentierung der menschlichen Haut ist eine objektive Gegebenheit, keine bloße Erfindung. (…) Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. (…) Der nervige Sozialcharakter des Gutmenschen ist offenbar eine fast zeitlose Erscheinung und in den verschiedensten Lebensbereichen anzutreffen, die Wahrscheinlichkeit, ihm in fortschrittlichen sogenannten „politischen Zusammenhängen“ zu begegnen, ist besonders hoch: werden doch hier traditionell die altruistischen Tugenden – das Mitgefühl, die Solidarität, Selbstlosigkeit etc. – besonders hoch angeschrieben und deshalb sind sie das geeignete Betätigungsfeld für Sozialcharaktere, die sich als Ersatz für ihr eigenes ungelebtes Leben vorzugsweise mit dem Leiden anderer als Fetisch verbinden. (…) Es sind aber gerade die höchsten Tugenden, die die niedersten Instinkte decken, wie schon Marx wusste: „Bis jetzt hat der Mensch sein Mitgefühl noch kaum ausgeprägt. Er empfindet es bloß mit dem Leiden, und dies ist gewiss nicht die höchste Form des Mitgefühls. Jedes Mitgefühl ist edel, aber das Mitgefühl mit dem Leiden ist die am wenigsten edle Form. Es ist mit Egoismus gemischt. Es neigt zum Morbiden […] Außerdem ist das Mitgefühl seltsam beschränkt […] Jeder kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl empfinden, aber es erfordert […] das Wesen eines wahren Individualisten, um auch am Erfolg eines Freundes teilhaben zu können. (…) Und da jeder demonstrative Altruismus nicht nur einen kleinlichen Egoismus bemäntelt, sondern auch mit dem Anspruch des Idealisten einhergeht, erzieherisch auf das Objekt seiner Zuwendung einzuwirken, ist er die adäquate Ideologie von Rackets, und auch das ist Wilde nicht entgangen: Barmherzigkeit, so schreibt er, sei die „lächerlich unzulängliche Art der teilweisen Rückerstattung oder ein sentimentales Almosen, gewöhnlich verknüpft mit dem skandalösen Versuch des rührseligen Spenders, auf (das) Privatleben (der Armen) Einfluss zu nehmen. (…) Im totalisierten Zugriff auf die ihr Unterworfenen ist die sozialistische Bewegung bis auf den heutigen Tag ebenfalls als ein Racket des Tugendterrors anzusprechen, betrachtet sie es doch als ihre Aufgabe, das Proletariat oder das gerade angesagte Subjekt seiner „wahren Bestimmung“ zuzuführen und d.h. es im Sinne der von ihm zu realisierenden Ideale zu erziehen – und das bedeutet stets noch: ihm die Untugenden und Laster auszutreiben, die der Vorhut als Male der individualistischen Bürgerwelt erscheinen: etwa Alkoholabusus, Faulenzerei, „zerrüttete“, „unsittliche“ Verhältnisse zwischen den Geschlechtern etc. Und um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die selbsternannten Vertreter der Klasse die von ihnen verfochtenen Tugenden in eigener Person glaubwürdig verkörpern und deshalb in einer noch rigideren Weise als der gemeine Bürger sich als Subjekte zurichten, d.h. ihre Individualität dem Allgemeinen (dem Kollektiv, der Klasse, dem Frieden etc.) opfern, um totale Identität mit ihm zu erlangen. Wenn Identität letzten Endes den Tod bedeutet, dann hat die Bemühung um sie vorzeitige Erstarrung und prämortale Leblosigkeit zur Folge – von daher die bis in die Gegenwart zu beobachtenden verhockten, verkniffenen und lauernden Mienen aller professionellen Menschheitsbeglücker, ihre rigide Zwangsmoral und durchgängige Humorresistenz, die immergleichen offiziösen Phrasen, die sie dreschen, die tödliche Langeweile, die von ihnen und ihrem penetranten Sendungsbewusstsein ausgeht, und ihr chronisches Beleidigtsein, wenn sie beim Gegenüber auch nur den Hauch eines Zweifels an ihrer aufgetragenen Gutartigkeit zu erspüren glauben. Und zu alldem glauben diese Leute sich auch noch ermächtigt, diese ihre trostlose Existenz zur verbindlichen Richtschnur für alle anderen zu erklären.“ – Clemens Nachtmann

„Die rebellische Haltung, vor einem Jahrzehnt noch das Privileg von Einzelgängern, ist heute Ausdruck des Konformismus. Man will dazugehören, nicht als Schlappschwanz gelten“ – Horkheimer

„Die Demokratie ist nichts weiter als die Herrschaft des Knüppels über das Volk durch das Volk für das Volk. (…) Es gibt drei Arten von Despoten: den Despoten, der den Leib knechtet, den Despoten, der die Seele knechtet und den Despoten, der Leib und Seele zugleich knechtet. Der erste heißt Fürst. Der zweite heißt Papst. Der dritte heißt das Volk. (..) Wer das Volk führen will, ist gezwungen, dem Pöbel zu folgen“ (…) „Man hört immer wieder, der Schulmeister sterbe aus. Ich wünschte beileibe, dem wäre so. Aber der Menschentypus, von dem er nur ein und gewiss noch der harmloseste Vertreter ist, scheint mir wahrhaftig unser Leben zu beherrschen; und wie auf ethischem Gebiet der Philanthrop die größte Plage ist, so ist es im Bereich des Geistes derjenige, der so sehr damit beschäftigt ist, andere zu erziehen, dass er nie Zeit gehabt hat, an seine eigene Erziehung zu denken […] Wie schlimm aber, Ernest, ist es, neben einem Menschen zu sitzen, der sein Leben lang versucht hat, andere zu erziehen! Welch eine grausame Tortur! Was für eine entsetzliche Borniertheit, die unvermeidlich aus der fatalen Gewohnheit resultiert, anderen seine persönlichen Überzeugungen mitteilen zu wollen! Wie sehr dieser Mensch durch seine geistige Beschränktheit auffällt! Wie sehr er uns und fraglos auch sich selbst anödet mit seinen endlosen Wiederholungen und seiner krankhaften Besserwisserei! Wie sehr er jedes Anzeichen geistigen Wachstums vermissen lässt! Wie verhängnisvoll ist der Kreis, in dem er sich unablässig bewegt.“ – Oscar Wilde
„Was die Menschheitsbeglücker in Wahrheit bewirken, ist ihr eigener moralischer Selbstgenuss in der angemaßten oder tatsächlichen Herrschaft über andere, aber gerade nicht die praktische Lösung der Dinge, um die es ihnen vorgeblich so selbstlos zu tun ist: „In den Augen des Denkers allerdings liegt der wahre Schaden, den das moralische Mitgefühl anrichtet, darin, dass es unser Wissen begrenzt und so verhindert, dass wir auch nur eines unserer sozialen Probleme lösen.“ (Wilde) Das Selbstopfer fürs Kollektiv erweist sich nicht nur als die wahre Selbstsucht, sondern auch als gegen die Gattung gerichtet: „Denn die Entwicklung der Gattung hängt von der Entwicklung des Individuums ab, und wo die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit als Ideal abgedankt hat, ist das Absinken des intellektuellen Niveaus, wenn nicht gar dessen gänzliches Verschwinden die unmittelbare Folge.“ (Wilde) Und das vorgeblich so praktische und zielorientierte Tun erweist sich als in Wahrheit konfus und unpraktisch: denn es verlässt den Bannkreis des Notwendigen und Zwanghaften nicht, ja, es bestärkt dessen Macht umso mehr, je auftrumpfender und verblendeter es sich in seiner moralischen Selbstgerechtigkeit verhärtet und alle Selbstaufklärung abwehrt. Solange die Gesellschaft den Individuen als fremde äußere Macht entgegentritt, verkehrt sich die gute Intention regelmäßig in ihr Gegenteil und ist menschliches Handeln „nur blindes Tun, abhängig von äußeren Einflüssen und angetrieben von einem dunklen Impuls, von dem es selbst nichts weiß. Es ist seinem Wesen nach unvollkommen, weil es vom Zufall begrenzt wird, und unwissend über seine eigentliche Richtung, befindet es sich zu seinem Ziel stets im Widerspruch […] Jede unserer Taten speist die große Maschine des Lebens, die unsere Tugenden zu wertlosem Staub zermahlen oder aber unsere Sünden in Bausteine einer neuen Kultur verwandeln kann.“ (…) Die Misere des Sozialismus von seinen Anfängen bis heute war und ist stets zuverlässig abzulesen an seiner Verachtung aller autonomen, zweckfreien, in sich begründeten und eben darin gesellschaftlich bestimmten Kunst, weil sie die – prekäre und unvollständige – Emanzipation des Individuums von Blut, Scholle, Rasse, Kollektiv vorausträumt und ihr Ausdruck verleiht. Die Kunst, die sozialistische Bewegungen oder Regimes dann hervorbringen und fördern, eine Kunst, die „Partei ergreifen“, „Stellung beziehen“ und „gesellschaftliche Verantwortung“ dokumentieren soll, zerstört jedoch sich selbst und ihre Voraussetzungen. (…) „Kunst ist Individualismus und der Individualismus ist eine verstörende und zersetzende Kraft. Gerade darin liegt sein unermesslicher Wert. Denn was er aufzubrechen versucht, ist die Einförmigkeit des Typischen, die Sklaverei der Konvention, die Tyrannei der Gewohnheit und die Erniedrigung des Menschen auf das Niveau einer Maschine. (…) alle Künste sind amoralisch, ausgenommen die niederen Formen der sinnlichen oder belehrenden Kunst, die uns zu guten oder schlechten Taten anstiften wollen“ (…) Selbstsucht strebt immer danach, der gesamten Umwelt ein Einheitsmaß aufzuzwingen“ „Selbstlosigkeit bedeutet, andere Leute in Ruhe zu lassen, sich nicht in ihr Leben einzumischen […] Die Selbstlosigkeit weiß die unendliche Vielfalt als etwas Kostbares zu schätzen, sie akzeptiert sie, lässt sie gewähren und erfreut sich an ihr.“ (…) „Die erste Pflicht im Leben ist, so künstlich wie möglich zu sein. Die zweite Pflicht ist noch unbekannt.“(Wilde)
Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus.  (…) Massen laufen zur Deutschen Ideologie über, wenn Politik und Staat ihnen diesen Weg nicht versperren (…) Der Vernünftige braucht keinen Dialog mit Leuten zu führen, die sich nicht von Grund auf von denjenigen distanzieren, die Juden oder, was dasselbe ist, den Zionismus für ihr und anderer Leute Unglück verantwortlich machen. Er denunziert desgleichen jede Verhandlungsbereitschaft denen gegenüber, die, bevor sie sich als Staatsbürger und Marktsubjekte definiert haben, als Angehörige einer Religions- oder Volksgemeinschaft anerkannt werden wollen. (…) Antizionismus und Antiamerikanismus, ihr Philo-Islamismus nichts anderes sind als moderne Varianten des urdeutschen Antisemitismus. (…) Antideutsch denken und handeln heißt demzufolge, die politischen Vermittlungs- und Repräsentationsformen in Gesellschaft und Staat, die auf der Trennung von freien und gleichen Warenbesitzern einerseits und am Allgemeinwohl orientierten Staatsbürgern andererseits beruht, gegen die zu verteidigen, die diese Teilung zugunsten eines autoritären Volksstaates überwinden wollen, dessen Subjekte von nichts anderem als von seinen Wohlfahrtsleistungen abhängig sind. Wer in diesem Sinne das Etikett „antideutsch“ nicht auch auf sich bezieht, mißachtet zumindest die Gefährlichkeit der – selbstredend nicht auf Deutschland und deutsche Staatsbürger beschränkte, sondern immer schon weltweit grassierende – Deutschen Ideologie, deren historischer Kern darin besteht, daß auf ihr Konto nicht nur „normale“ kapitalbedingte Ausbeutung und Herrschaft, nicht nur die dem Kapital aus Prinzip immanenten Kriege und nicht nur der ihm in seinen Grund eingeschriebene Antisemitismus gehen, sondern fördert das Überleben einer Ideologie, der zudem noch die historisch und empirisch nicht zu leugnende Tatsache eingeschrieben ist, daß die deutsche Fassung der Beziehung von Staat und Gesellschaft die Auslöschung der Menschheit in zwei Weltkriegen im allgemeinen und den eliminatorischen Antisemitismus im besonderen beinahe total verwirklicht hätte. In der Existenz des Staates Israel manifestiert sich der Einspruch gegen den historisch bewiesenen Vernichtungswahn Deutscher Ideologie praktisch und empirisch. – Manfred Dahlmann

„Wird Freiheit mit Zügellosigkeit verwechselt, entsteht Rücksichtslosigkeit.
Am Schluss Gleichmacherei.
Ihr seid aber nicht alle gleich.
Noch nie wart ihr alle gleich.
Ihr lasst es euch aber einreden.
So werdet ihr immer respektloser, ungenießbarer gegeneinander.
Vergeudet in Kleinkriegen eure Zeit, als hättet ihr ein zweites Leben.
Weil ihr tatsächlich alles verwechselt.
Behauptungen mit Beweisen.
Gerechtigkeit mit Maß.
Religion mit Moral.
Desinteresse mit Toleranz.
Satire mit Häme.
Reform mit Veränderung.
Nachrichten mit Wirklichkeit.
Kulturunterschiede haltet ihr für Softwarefragen und ihre Analyse ersetzt ihr mit Anpassung.
Ihr habt die Maßstäbe verloren.
Der Gordische Knoten ist ein Keks gegen eure selbstverschuldete Wirrsal.

Man geht immer fehl, sucht man den Ursprung menschlicher Handlungen außerhalb der Leidenschaft des menschlichen Herzens …

Der Separatismus gendert sich in die Köpfe, sitzt in Regierungen.
Männer sind keine Männer mehr. Frauen keine Frauen, sondern ‚Menschen mit Menstruationshintergrund’, Quote ist Trumpf.
Auf gar keinen Fall sollen Mann und Frau sich noch als zwei Teile eines Ganzen begreifen. Damit die Geschlechter noch mehr aneinander verzweifeln.
Bis alle in destruktiver Selbstbezogenheit stecken.
Am Ende: Mann ohne Eier. Frau ohne Welt.

Auf die Erschöpfung des Mannes wird aber nur die Erschöpfung der Frau folgen, das sage ich euch.
Auf die Verstörung der Kinder folgt die Zerstörung der menschlichen Schöpfung.“– Hans Dieter Hüsch

Es gibt zweierlei Ethik: die moralische, der die Realität egal ist und die der Verantwortung, die reale Folgen der ethischen Forderungen berücksichtigt. Die erste ist gut gemeint, die zweite ist gut gemacht.

Was dem einen seine Souveränität, ist dem anderen seine Eigenmächtigkeit.

Das Schöne am Euro war, dass die Gewinner immerzu gewinnen konnten, ohne dass ihnen gleich die Quittung präsentiert wurde. Denn sie verdienen ja am Ausland, was heißt, eigentlich ein im Maße des Verdienens zunehmend schlechtes Geld – das ist durch den Euro aufgehoben worden: Man konnte ständig an einer anderen Nation verdienen, ohne dass das Geld dieser Nation darunter gelitten hat, weil sie gar kein eigenes hat. Der Wert dieses Geldes repräsentiert nicht die Leistungsfähigkeit dieser Nation. So hat der Euro von dem innereuropäischen Verdienen aneinander sogar noch gelebt; er hat vor der Krise absurderweise nur den Konkurrenzerfolg der Gewinner repräsentiert.

— Das ist ja mit der Idylle charakterisiert. Dass zunächst mal alle Seiten Gewinner des neu eingeführten Euro waren. Auch die, die ihre vergleichsweise Weichwährung gegen den Euro getauscht haben und damit auf einen Schlag Kredit zu ganz anderen Konditionen und Möglichkeiten hatten. Insofern waren die späteren Verlierer erst mal auch Gewinner.

Kein Nazifaschist hat je wirklich geglaubt, er bezöge die Ermächtigung seiner Ansprüche aus dem Teutoburger Wald; keiner seiner demokratischen Erben hat jemals tatsächlich gedacht, ihnen erwüchse Legitimität im Resultat des “Lernens aus der Geschichte”; niemals war ein Sozialist der Ansicht, es sei die famose “Befreiung der Arbeit” und nicht vielmehr das Recht auf Beute, was seine Politik im Interesse der Arbeiterklasse motivierte. Und keinesfalls erwächst den Palästinensern irgendein Recht aus der Tatsache, daß sie zuerst da waren. Einer Gesellschaft, der Hunger kein Grund ist zur Produktion, kann auch das Leiden kein Grund sein zur Solidarität. Es ist die Ideologie, die mit der Unmittelbarkeit des Leidens agitiert, die aus dessen fragloser Evidenz Sinn zu schlagen sucht, sei es im Sinne von Caritas oder Amnesty International, sei es im Sinne der Freunde des palästinensischen Volkes für den Israelhaß der Antisemiten wie für den Islamfaschismus dieses Volkes. Ariel Scharon jedenfalls, der Zionist und praktische Antifaschist, ist dem aufgelösten Rätsel der Geschichte näher als die deutsche Linke, deren “Antifaschismus” sich als Aufstand der Anständigen à la Gerhard Schröder oder als Solidarität mit dem palästinensischen Volk ausagiert. (…) Im Wesen Israels als des ungleichzeitigen Staates der Juden liegt es aber nicht nur, Reaktion auf den Verrat an Aufklärung und Weltrevolution, nicht nur, Notwehrversuch gegen den Nazifaschismus und Asyl zu sein. Sondern eben auch, daß die üblichen Muster der bürgerlichen Rollenverteilung – hier das Gewaltmonopol des bürgerlichen Staates im allgemeinen und dort die Personen, die die Regierungsausübung im besondern besorgen – für den israelischen Staates aufgrund seiner Konstitutionsbedingungen keine Geltung mehr hat. Was sich unter anderem darin zeigt, daß diese “Kritiker” der israelischen Regierungspolitik für den faschistischen Mob und die Behörden, die Selbstmordattentäter belohnen, Verständnis aufbringen (Folge von Besatzung und Ausbeutung), dagegen für den Versuch, die militärische Infrastruktur der Gegner Israels zu zerschlagen, am liebsten die Begriffe Auslöschung oder Ausrottung der palästinensischen Bevölkerung im Munde führen. Wie hinter der treudoofen Frage, ob es nicht möglich sein müsse, Spekulanten als das zu bezeichnen, was sie sind, ohne gleich als antisemitisch zu gelten, so verbirgt sich hinter der treulinken Frage, ob nicht auch in Israel, weil es sich auch dort um eine bürgerliche Gesellschaft handele, Faschismus möglich sei, die Erkenntnis dieser Fusion in verquerer und verschrobener Gestalt. Verquer, weil ja gerade erklärt werden sollte, wie Israel, dieser Fusion zum Trotz, eine parlamentarische Demokratie ist und bleibt; verschroben, weil diese Einheit von Staat und Regierung im Übergang von einem unerträglichen Alten (die Vernichtungsdrohung) zum noch nicht erreichten Neuen (die herrschaftslose Gesellschaft) ja doch den Inbegriff dessen ausmacht, was einmal als “Diktatur des Proletariats”, als Emanzipationsgewalt und organisierte politische Macht der Revolution, auch und gerade auf den roten Fahnen stand. In Anbetracht der Grundidee des Staates Israel, vor dem Hintergrund der linken Staatsmythen, betreffend die “Diktatur des Proletariats”, muß jede Beurteilung der Handlungen der Regierungsvertreter auch die völlig andere Qualität dieses Staates, verglichen mit allen anderen, deutlich werden lassen. (…)

Wenn diese Linke über Israel schwadroniert, dann hört sich das nicht minder grausig an. Dabei liegt der Zusammenhang zwischen dem Antisemitismus und dem Vernichtungswillen gegen die zum Staat gewordene bürgerliche Gesellschaft der Juden, gegen Israel, eigentlich auf der Hand: Der sogenannte Antizionismus stellt nichts anderes dar als die geopolitische, globalisierte Reproduktion des Antisemitismus, das heißt die Erscheinungsform, die er in Weltmarkt und Weltpolitik nach Auschwitz annehmen muß. Der Antizionismus ist der aus den kapitalisierten Gesellschaften in die Welt herausgekehrte Antisemitismus. So ist Israel der Jude unter den Staaten; die Verdammung des Zionismus als eines “Rassismus” durch die UNO gibt es zu Protokoll. Das macht: die moralische Verurteilung der menschlichen Unkosten der Konstitution bürgerlicher Staatlichkeit allein am Beispiel Israels führt vor Augen, was die Welt der Volksstaaten vergessen machen will – daß die Zentralisation der politischen Gewalt über Leben und Tod keineswegs die natürliche Organisationsform der Gattung Mensch darstellt, sondern Ausdruck eben von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei ist Israel – und das macht die Kritik an diesem Staat so perfide und muß deshalb immer wieder gesagt werden – der einzige Staat dieser Welt, der für sich eine nicht zu bezweifelnde Legitimität beanspruchen kann. Israel, das ist der ungleichzeitige Staat, der entstanden ist sowohl als Reaktion auf das Dementi aller Versprechungen der bürgerlichen Nationalrevolution, sowohl als Antwort auf den stalinistischen Verrat an der kommunistischen Weltrevolution als auch als zu spät gekommene Notwehr gegen den Massenmord an den europäischen Juden. (…) Israel ist das Schibboleth jener doch so naheliegenden Revolution; es ist der unbegriffene Schatten ihres Scheiterns. Israel ist das Menetekel, das zum einen (und ganz unfreiwillig) die kategorischen Minimalbedingungen des Kommunismus illustriert, und das zum anderen sämtliche Bestialitäten zu demonstrieren scheint, zu denen der bürgerlich-kapitalistische Nationalstaat fähig ist. Wer Israel nicht begriffen hat, wer den Haß auf diesen Staat, den Antizionismus, und wer den Antisemitismus, das heißt den Vernichtungswillen sowohl gegen die in diesem Staat lebenden als auch gegen die kosmopolitisch verstreuten Juden, nicht begriffen hat als das, was Antisemitismus wesentlich darstellt: den bedingungslosen Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung, der hat den Kommunismus nicht als das “aufgelöste Rätsel der Geschichte” begriffen. –

 Der ostentative Muslimeifer aber, der sich im Alltag mancher ‚Allahu-Akbar‘-Brüller vielleicht doch sehr in Grenzen hält, findet im blanken Judenhass unverhoffte Nahrung, wo ihnen unter unendlich öden Koranrezitationen und geistlosen, absurden Vorschriften längst das bisschen ungeglaubten Glaubens zwischen den Fingern zerrann und ihr Muslimsein kaum je mehr ist als das typisch dauerbeleidigte, immer schon jeder Verantwortung ledige Gruppengefühl. Überhaupt will jeder Eifer – insbesondere der aktuelle, rasende Eifer des weltweit angreifenden Islam – den Stachel eines weniger drohenden als hinterrücks längst geschehenen Glaubensverlustes kompensieren.“ Mit anderen Worten: Muslime wurden nicht für ihr abstraktes Muslimsein kritisiert, sondern dafür, was – global betrachtet – die Mehrheit konkret darunter versteht: Die von Gott gegebene Ermächtigung zu Terror, Entrechtung, Antisemitismus. Wer differenziert, sollte nicht unerwähnt lassen, dass Osama bin Laden, Hassan Nasrallah und wie all die schrecklichen Figuren so heißen, in der muslimischen Welt als Helden gefeiert werden – und zwar nicht von einer minoritären Sekte, sondern von Millionen Muslimen, auch in Deutschland. (,,) Der unfreiwillige und verborgene Essentialismus der Postmoderne macht das Begreifen unmöglich, weil er die Beziehung zwischen Allgemeinem, Besonderem und Einzelnem nicht mehr zu thematisieren vermag. Wenn nur noch Vielfalt herrscht und Einzelnes und Allgemeines gewaltsam auseinandergerissen werden, bleibt die Verstandesleistung des begreifenden Subjekts auf der Strecke und die scheinbar ursprüngliche Differenz wird zum Mythos. Nicht nur dem Begriff des Allgemeinen, das ja ein noch einzulösendes ist, wird Gewalt angetan, auch dem Besonderen, dessen Unglück darin besteht, nur ein Besonderes zu sein, und das sich, weil es kein versöhnendes Ganzes gibt, dem schlecht-Allgemeinen, dem Racket nämlich, anschließen muss. – JAN HUISKENS

„Vernunft und Rationalität sind in dieser durchmedialisierten Welt chancenloser denn je. Ein unangenehmer Typ „Heckenschütze“ terrorisiert die Gesellschaft. Seine aktuelle Waffe: Der Phobienvorwurf.“ – Bettina Röhl

„Man wähnt, wenn man nach wissenschaftlichen Regeln sich richtet, dem wissenschaftlichen Ritual gehorcht, mit Wissenschaft sich umgibt, gerettet zu sein. Wissenschaftliche Approbation wird zum Ersatz der geistigen Reflexion des Tatsächlichen, in der Wissenschaft erst bestünde. […] Je tiefer man ahnt, daß man das Beste vergessen hat, desto mehr tröstet man sich damit, daß man über die Apparatur verfügt.“ (Theodor W. Adorno, Philosophie und Lehrer, AGS 10.2, 491)

„Vieles, was im Sinne von Foucaults »Mikrophysik der Macht« populär werden sollte; also die Erkenntnis, daß Macht nicht pyramidal hierarchisch, sondern durch sämtliche gesellschaftliche Bereiche hindurch wirkt, findet sich bereits in der Medizinkritik der Kritischen Theorie. Daß diese Thesen häufig übersehen wurden, mag daran liegen, daß sich Horkheimers entscheidende Äußerungen über Medizin und Psychiatrie nicht in den breit rezipierten Hauptwerken finden, sondern über die Gesamtausgabe verstreut sind. Wiemer suchte sie zusammen und zeigt, wie Horkheimer anhand der Medizin einen wesentlichen Charakterzug des modernen Kapitalismus ausmachte. Mediziner funktionieren laut Horkheimer wie fast jede wirtschaftliche Gruppe im Sinne eines Rackets. »Ein Racket«, erklärt er, »ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt.« Allgemein betrachtet heißt das, daß sich die Klassengesellschaft in eine »neofeudale« Struktur verwandelt hat, innerhalb der Interessenverbände »nach dem Prinzip der Selbsterhaltung und der Machtakkumulation« funktionieren. Diesen Wandel macht Horkheimer an den Medizinern fest; und alles, was Horkheimer in seiner Kritik aussparte, von den Krankenversicherungen bis zum Pfusch in Krankenhäusern, wird von Carl Wiemer polemisch auf den neuesten Stand gebracht“  – Max Horkheimer

 

„Ein Shitstorm hat auch seine positive Seite. Da politisch korrekte Gülle meist in Richtung Originalität, Kreativität und Intelligenz geworfen wird, fliegt sie oft genug auf Leute, die zu lesen wirklich lohnt.“ – Evidenz-basierte Ansichten

Eine Frau wird als Frau geboren. ein Mann muß erst ein Mann werden.
Keine Paternalisierung, sondern fortschreitende Maternalisierung. Die Feminisierung und Genderisierug marginalisiert und zerstört die Vaterposition in den modernen »Gesellschaften«, die Vaterrolle erlitt allgemeine Degradierung, die Kanonisierung der Homosexulität im Speziellen und der sexuellen Diversität im Allgemeinen tilgt die noch übriggebliebenen Spuren einer Männlichkeit restlos aus, die nur noch als Schimpfwort der angeblichen „Paternalisierung“ im Jargon der Medien herumgeistert.

„Es kommt in der Psychotherapie darauf an – mit temporärer Unterstützung – sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Wer mit einem Selbstbild lebt, für das die temporär klärende Rolle des Therapeuten eine unerträgliche Kränkung ist, der muß eben versuchen, alleine zurechtzukommen.“ – Hans Ulrich Gumbrecht

Post-Pop-Epoche: der Sieg der Mode über die Sitten.

„Wir brauchen schadhafte Gebäude, durch deren geborstene Wände man hindurch­ sehen kann, um wenigstens einen Anfang zum Denken zu gewinnen.“ – Victor Tausk

„Was man in römischer Zeit das »Abendland« und später »Europa« nennen wird, ist die politische Konsequenz des individualistischen Martyriums, das ein gesprächsfreudiger Stadtstreicher auf sich nahm, um die Legitimität des im universalistischen Dialekt vorgebrachten Neuen gegen die entkräfteten lokalen Sitten zu demonstrieren.“ – Peter Sloterdijk

„Was nützt einem die Gesundheit wenn man ansonsten ein Idiot ist.“ – Theodor Adorno

„Ich bin eine Feministin. Das bedeutet, daß ich extrem stark behaart bin und daß und ich alle Männer haße, sowohl einzelne als auch alle zusammen, ohne Ausnahmen.“Bridget Christie

„Die Tragödie isolierter persönlicher Leidenschaften ist für unsere Zeit zu fade. Aber weshalb? Weil wir in einer Epoche der sozialen Leidenschaften leben. Die Tragödie unserer Epoche ist der Zusammenstoß der Persönlichkeit mit dem Kollektiv.“ –  LeoTrotzki 1923

line-wordpress

Stupidity is demonstrated by people lacking the knowledge they could achieve

Stupidity manifests itself as outraged moralism

Love: only, and not always, a mother loves her child, just as it is, otherwise you have to meet the expectations of others, to be accepted.

Values without empathy are worth nothing

Some people feel physical pain when they should correct their accustomed ideas in favor of reality, they turn all their intelligence with the support of their aggression, for not to recognize the reality and maintain their self-image

More and more feel, think less and less Man does not differ from animals by feelings, because mammals have the same feelings, like man, sadness, fear, anger, love, but by his thought. When he thinks, if he thinks.

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice in an attempt to avoid upsetting fools not willing to face up to the truth

“In arguments about moral problems, relativism is the first refuge of the scoundrel.” Roger Scruton

They are the same who claim the sex/gender would not be biologically innate, but only a social construct, and at the same time that homosexuality was not a social construct, but biologically innate.

Antisemitism is when one blames the Jews or Israel for issues, he does not blame others

„There are two things,“ said Hitler in 1923, „which can unite people: common ideals and common crime“

After the violent termination of Murder by the Allies were the German (and have remained so to this day) more german than before.

The depraved human creature, the more she feels insulted, disrespected, offended in their honor.

Islam is less a religion and more a totalitarian society, an ideology that demands absolute obedience and tolerates no dissent, no criticism, and prohibits the thinking, knowledge and recognition. True Islam is totally different, the one who will find it will receive a very high reward.

Craziness is, when one always does the same but expects a different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easily. If someone has nothing to say, he says it in a very complicated way

Addiction is, when somebody does something he wants to do, yet seeks someone who can make it so he won’t do it and doesn’t want to, either.

If the clever people always gave in, the world would be reigned by idiots. Too much “cleverness” makes you stupid.

If one only fights evil to protect life, one produces nothing good at all and such a life then becomes no longer worth living and thus requires no protection, for it is already unlived due to such a total protection. One can spend so much money on insurance, that one has nothing left to insure. Safety works in the same way.

Happy slaves are the worst enemies of freedom.

Creativity is an intelligence having fun.

If working makes you sick, fuck off, leave the work!

If Germans talk about morality, they mean money.

A man without an insight is just an anxious, aggressive, unhappy monkey.

Thinking is always trespassing.

The mob, who calls himself the people, does not discuss, just defames.

Legal is not always legitimate.

Who can not do without, lives unhappy.

So called social, culture sciences, sociology, psychology psychotherapy, psychoanalysis, are not anymore scientific, but immanent religious cult-prophets, organized as sects.

Without a strong opposition any apparent democracy atrophies to a tyranny, and as well a science , to an attitude of a religious sect.

You can recognize everything from a certain distance only, who is zealous, outraged, who sticks his nose in something, this one has lost the perspective, he recognizes anything more, he has only his imagination of the world in his head. This creates paranoia, which is called religion, and a religion as politics, even as a science.

Islamists are a real danger, therefore they will not be seen as such. Jews are not a danger, therefore they are seen as such. It is how the perception by cowards functions.

People without a sense of humor are able only to fear or to hate and become monks or terrorists.

People are not equal, each single person is unique.

Insight applies to everyone, including Muslims, Albanians, women and homosexuals.

Islam belongs to Germany, Judaism belongs to Israel.

The totalitarian Terror of consensus is ubiquitous in Germany.
There are no discussions anymore, but defamations only.
It is a culture of the mob. As it has already been.
Harmony is only if you do not communicate.

One should never go to bed with someone who has more problems than you already have.

>>Evelyn Waugh, surely the wittiest novelist of the past century, in World War II, coming out of a bunker during a German bombing of Yugoslavia, looked up at the sky raining enemy bombs and remarked, “Like everything German, vastly overdone.”<< Joseph Epstein

One has to be brave, to have a wit.

Stupid and dull belong mostly together.

Charlie Hebdo: you don´t care if such murders are comitted to Jews, we will see how “adequate” you will react when (when, not if), Islamists will begin to bombard your cities with Kasam missiles.

Christopher Hitchens: In a free society, no one has the right not to be offended.

The more someone narcissistic inflates , the more he feels insulted and provoked.

“The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt.” – Bertrand Russell

 The problem with the Islamists in Europe should be solved exactly as Europe requires to the Middle East: a two-state solution, a half for muslims and the another half for not-muslims , with a common capital.

What may satire? Everything! Except be understood by the fool, because then it was not a satire.

Islamimus is Islam preaching violence.

Islam is a religion of love, and he who doubts is dead.

War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength. Islam is a peaceful religion of love – George Orwell 2015

Islam is not responsible for anything, Jews are guilty of everything.

Islamists are satanists. Islamism is a religion of idiots.

If someone inflates endless his ego, as Islamists do, then he hurts his own feelings already in his morning own shit.

The seven deadly sins of modern society. Wealth without work pleasure without conscience, knowledge without character business without morality Science without humanity, worship without sacrifice Politics without principles
-Mahatma Gandhi

“Where there is only a choice between cowardice and violence, I would advise violence.”
-Mahatma Gandhi

Heroes of today know nothing, can not and do not want anything. They just look like heroes, that’s all.

It may be that early fathers ate their children. Today, the mothers will eat anything, fathers, children and the rest. Everything Mommy, anyway!

Germany yesterday: the will to power.
Germany today: the will to blindness.
Germany tomorrow:

German psychoanalysis? Great, like German charm, German humor and German wit.

The resistance starts with its own language other than that of the dictatorship.

Smart phones for stupid people.

A leftist can, but do not have to be stupid.

If you do not blame states, when they commit suicide with millions victims , so why to blame a co-pilot with 149 dead?

Only the purity of the means justify the end.

A German is a person who can speak no lie, without actually believe Adorno

„Reason and rationality are chance-less than ever in this totally mediatised world. An unpleasant type Sniperterrorized society. His current weapon: The phobia accusation.“ – Bettina Röhl
„A Shitstorm has also its positive side. As politically correct manure it is usually thrown in the direction of originality, creativity and intelligence, she flies often to people who are really worth to read.“ Evidenz-basierte Ansichten
A woman is born as a woman. a man has to become a man.
No paternalization but advancing maternalization. The feminization and genderization marginalized and destroyed the father position in the modern „societies,“ the father role suffered general degradation, the canonization of homosexuality in particular and the sexual diversity generally wipes out the still remaining traces of masculinity completely out,  only as an insult haunts the alleged „paternalization“ in the jargon of mass media.
PostPop era: the triumph of fashion over the morals.
„We need damaged buildings, so you can see through their cracked walls to win at least one viewpoint to start to begin to think. Victor Tausk
„What good is health if you are an idiot then?“ – Theodor Adorno
„What one must be judged by, scholar or no, is not particularised knowledge but one’s total harvest of thinking, feeling, living and observing human beings.“ (…) „While the practice of poetry need not in itself confer wisdom or accumulate knowledge, it ought at least to train the mind in one habit of universal value: that of analysing the meanings of words: of those that one employs oneself, as well as the words of others. (…) what we have is not democracy, but financial oligarchy. (…) Mr. Christopher Dawson considers that “what the non-dictatorial States stand for today is not Liberalism but Democracy,” and goes on to foretell the advent in these States of a kind of totalitarian democracy. I agree with his prediction. (…) That Liberalism is something which tends to release energy rather than accumulate it, to relax, rather than to fortify. (…) A good prose cannot be written by a people without convictions. (..) The fundamental objection to fascist doctrine, the one which we conceal from ourselves because it might condemn ourselves as well, is that it is pagan. (..) The tendency of unlimited industrialism is to create bodies of men and women—of all classes—detached from tradition, alienated from religion and susceptible to mass suggestion: in other words, a mob. And a mob will be no less a mob if it is well fed, well clothed, well housed, and well disciplined. (…) The rulers and would-be rulers of modern states may be divided into three kinds, in a classification which cuts across the division of fascism, communism and democracy. (…) Our preoccupation with foreign politics during the last few years has induced a surface complacency rather than a consistent attempt at self-examination of conscience. (…) What is more depressing still is the thought that only fear or jealousy of foreign success can alarm us about the health of our own nation; that only through this anxiety can we see such things as depopulation, malnutrition, moral deterioration, the decay of agriculture, as evils at all. And what is worst of all is to advocate Christianity, not because it is true, but because it might be beneficial. (…) To justify Christianity because it provides a foundation of morality, instead of showing the necessity of Christian morality from the truth of Christianity, is a very dangerous inversion; and we may reflect, that a good deal of the attention of totalitarian states has been devoted, with a steadiness of purpose not always found in democracies, to providing their national life with a foundation of morality—the wrong kind perhaps, but a good deal more of it. It is not enthusiasm, but dogma, that differentiates a Christian from a pagan society.“ (…)  It would perhaps be more natural, as well as in better conformity with the Will of God, if there were more celibates and if those who were married had larger families. (…) We are being made aware that the organisation of society on the principle of private profit, as well as public destruction, is leading both to the deformation of humanity by unregulated industrialism, and to the exhaustion of natural resources, and that a good deal of our material progress is a progress for which succeeding generations may have to pay dearly. I need only mention, as an instance now very much before the public eye, the results of “soil-erosion”—the exploitation of the earth, on a vast scale for two generations, for commercial profit: immediate benefits leading to dearth and desert. I would not have it thought that I condemn a society because of its material ruin, for that would be to make its material success a sufficient test of its excellence; I mean only that a wrong attitude towards nature implies, somewhere, a wrong attitude towards God, and that the consequence is an inevitable doom. For a long enough time we have believed in nothing but the values arising in a mechanised, commercialised, urbanised way of life: it would be as well for us to face the permanent conditions upon which God allows us to live upon this planet. And without sentimentalising the life of the savage, we might practise the humility to observe, in some of the societies upon which we look down as primitive or backward, the operation of a social-religious-artistic complex which we should emulate upon a higher plane. We have been accustomed to regard “progress” as always integral; and have yet to learn that it is only by an effort and a discipline, greater than society has yet seen the need of imposing upon itself, that material knowledge and power is gained without loss of spiritual knowledge and power. “ – T.S.Eliot
“I am a feminist. All this means is that I am extremely hairy and hate all men, both as individuals and collectively, with noexceptions.” – Bridget Christie

 

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