In the meantime… Der Krieg in der Ukraine wird von Ost und West verdrängt.

In the meantime…

Steve Bell 11.07.14

Ausland: War es das | Die Weltwoche, Ausgabe 29/2014 | Donnerstag, 17. Juli 2014

War es das?

Der Krieg in der Ukraine wird von Ost und West verdrängt.

Von Wolfgang Koydl

Nur für den Fall, dass es niemand gemerkt hat: Es herrscht Krieg in Europa. Euro­päische Grossstädte sind eingekesselt, liegen unter Granatenbeschuss und werden von Kampffliegern bombardiert. Freischärler attackieren Regierungstruppen, und Scharen von Zivilisten fliehen über die nächste Grenze.

Nein, das ist kein Rückgriff auf den Balkankrieg. Getötet und gestorben wird jetzt – in Luhansk, Donezk und anderswo in der Ost­ukraine. Donezk, so viel zur Erinnerung in diesen fussballseligen Tagen, liegt nicht irgendwo am Ende der Welt. Vor zwei Jahren schlug hier Spanien die Portugiesen im Halbfinal der Europameisterschaft. Nun ja, auch Sarajevo war mal Olympiastadt.

Schokokönig gegen Terroristen

Die Europäische Union, jenes famose Friedens­projekt, tut nichts, um dem Blutbad Einhalt zu gebieten. Im Gegenteil: Sie facht es an. ­Ausserdem hat sie endlich bekommen, was sie wollte: ein Assoziierungsabkommen, das die Ukraine herüberziehen soll nach Westen, komplett und einschliesslich des russischen Bevölkerungsteils, der ganz andere Ideen hat.Kiews neuer Staatschef, Schokoladenkönig ­Petro Poroschenko, hat nun freie Hand, mit den russischen «Terroristen» im eigenen Land aufzuräumen. Terror, welch praktisches Wort. Auch Wladimir Putin merzte einst in ­Tsche­tschenien schliesslich nur ein paar Terroristen aus.

In Moskau hält man ebenfalls den Mund, ­abgesehen von ein paar Routine-Protesten, wenn ein Querschläger auf russischem Territorium einschlägt. Auch Putin hat bekommen, was er wollte: Von der Krim redet niemand mehr. In Rio appellierte der Kremlchef mit ­Angela Merkel an alle Beteiligten, die Kämpfe doch – bitte, bitte – einzustellen. Dann gingen beide Fussball schauen. Der umtrie­bige Frank-Walter Steinmeier wiederum, der noch vor ­wenigen Wochen auf der Krim die Zündschnur für den dritten Weltkrieg erschnuppert hatte, entschwand derweil in den Nahen Osten. Dort kann er zwar auch nichts ausrichten. Dafür beherrscht die Gaza-Krise gerade die Schlagzeilen – und für die hat der Aussenminister eine noch bessere Witterung.

So hangelt man sich von Krise zu Krise, doch gelöst wird nichts. Am Ende bleibt vieles, wie es war. Nur diejenigen, die Freunde und Verwandte oder auch nur ihr Hab und Gut verloren haben, mögen sich fragen: «Wozu?»

 

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Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
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