Interview mit Akif Pirincci („Deutschland von Sinnen“)

Mod.: Bekannt geworden ist er durch seine Detektivromane „Felidae“, in dem eine Katze die Hauptrolle spielt. Witzig, düster, spannend, jetzt hat Akif Pirinçci sein erstes Sachbuch geschrieben und haut mit „Deutschland von Sinnen“ so richtig auf den Putz. Denn in der Türkei geboren und in der Eifel aufgewachsen, gibt es hierzulande so einiges, das ihn in Rage bringt. Aber ganz anders, als man erwarten könnte, denn er liebt Deutschland, das er aber manchmal, wie er sagt „im Nebel von Gutmenschentum und politischer Korrektheit“ kaum wiedererkennt. Herzlich Willkommen Akif Pirinçci, schön, dass Sie da sind, wir reden auch gleich, aber erst einmal zu ihrem Buch und ein paar ihrer interessanten Thesen.

 

Einspieler:

In Deutschland leben etwa 80 Millionen Menschen, davon 16 Millionen mit Migrationshintergrund, darunter rund 4 Millionen Muslime. Ausgerechnet ein türkischer Autor stellt nun die Frage, warum nur die muslimische Minderheit so viele Forderungen stellt. Warum gibt es zum Beispiel in Deutschland eine Islam-Konferenz, aber keine Hindu-, griechisch-orthodoxe oder russisch-orthodoxe. Und warum brauchen andere Migranten keine eigenen Interessenvertreter. Akif Pirinçci kritisiert in seinem Buch Migranten, die sich nicht anpassen wollen und fragt sich, ob die Deutschen, die das tolerieren, noch ganz dicht sind. Pirinçci kam in den 60er Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland. Reich und berühmt wurde er mit dem Katzenkommissar Francis aus dem Bestseller „Felidae“. In seinem neuen Buch rechnet er vor allem mit seinen Landsleuten ab. Wenn junge Türkinnen, die in Deutschland geboren wurden, ihre Heimat kaum kennen, aber ohne Burkini nicht am Schwimmunterricht teilnehmen, dann nennt er das schon mal „Kostümtürkentum“. Die ach so gut gemeinten Integrationsbemühungen laufen aus dem Ruder, sagt Pirinçci. Ganz schön provokant. So schonungslos hat noch keiner über Türken in Deutschland geschrieben.

 

Mod.: Ja, fangen wir doch mal bei Ihnen an Herr Pirinçci. Sie sind aus der Türkei gekommen, ich glaube mit zehn Jahren, nach Deutschland. Wie ist das für Sie gewesen und wie fühlen Sie sich heute? Wo würden Sie sagen, ist ihre Heimat?

 

Pirinçci: Meine Heimat ist eindeutig Deutschland. Ich habe mich in dieses Land von Anfang an, sofort von der ersten Sekunde an, total verliebt. Vor allem in die Natur, später natürlich auch in die Frauen. Es ist eindeutig Deutschland.

 

Mod.: Was hat Sie an Deutschland begeistert? Warum haben Sie sich verliebt? Da muss ja immer was sein, was einen auch anzieht und begeistert.

 

Pirinçci: Ja, erst einmal war das für mich ein Wunder, dass mein Vater, nachdem er drei Monate schon hier gearbeitet hat, mir ein Fahrrad kaufen konnte. In der Türkei waren wir sehr arm. Da sind Kinder Fahrrad gefahren, die sehr reiche Eltern hatten, das hat man sehr egoistisch empfunden. Aber dieses kleinste Deutschtum hat mir auch gefallen, die Wälder und so ein grünes Land, das ist Wahnsinn. Leider werden ja, durch diese grüne Ideologie, die Wälder jetzt so nach und nach wieder abgeholzt, damit man da Windmühlen hinstellen kann oder so etwas, also diese Quatsch-Energie, dieser erneuerbare oder verteuerbare Energie-Mist.

 

Mod.: Bleiben wir aber doch noch einmal bei der Erfahrung, die Türken hier in Deutschland machen. Bei Ihnen ist das offensichtlich alles gut gelaufen, aber es gibt, gerade auch oft in der dritten Generation, junge Menschen, die fühlen sich zerrissen, die haben das Gefühl sie sitzen kulturell und auch sprachlich zwischen allen Stühlen. Was ist denn da schief gelaufen?

 

Pirinçci: Da ist gar nichts schief gelaufen, die fühlen sich auch gar nicht zerrissen. So etwas gibt es in Wirklichkeit nicht, das reden sie den Deutschen nur ein. Damit sie so von hinten bis vorne bedient werden. Zum Beispiel in der Schule senkt man ja das Leistungsniveau immer mehr runter. Das sind alles eigentlich Quatsch-Behauptungen von Soziologen, dass sie sich innerlich zerrissen fühlen würden, dass, wenn sie durch die Straße gehen, sich fragen würden „Oh, bin ich ein Türke, ein Araber oder ein Deutscher“ oder so etwas. Eigentlich werden diese Untersuchungen ja in Auftrag gegeben von der Regierung für Soziologie Institute und diese Leute dort in diesen Soziologie Instituten verdienen ja auch damit sehr viel Geld, dass sie den Deutschen oder den deutschen Politikern so einen Blödsinn einreden. So etwas gibt es gar nicht, wie eine Identität. Man ist da, wo man lebt. Abgesehen davon, wenn sie sich so zerrissen fühlen, wenn sie sich hier nicht wohlfühlen, dann können sie ja abhauen zu ihrer Heimat wieder, ist ganz einfach.

 

Mod.: Das ist der alte Spruch, den man ja auch früher gerne dann gesagt hat, „Dann geh doch rüber“, so ungefähr. Trotzdem will ich da noch einmal drauf beharren. Sie haben uns jetzt erklärt, warum die Soziologen das ganz gut finden, weil sie damit verdienen, aber warum machen es denn die Türken, also ihre Landsleute. Welchen Grund sollten die haben, es sich hier selber schwer zu machen?

 

Pirinçci: Da spielt die Islamisierung hier auch eine große Rolle. Als ich nach Deutschland kam, gab es keine türkische Frau, die mit Kopftuch rumgerannt ist. Heute rennen sie sogar mit dem Schleier durch die Gegend. Und dass man sich so etwas überhaupt gefallen lässt. Ich könnte wirklich wütend werden, wenn ich mir so etwas anschauen muss. Das ist so entgegenkommend. Es war ja früher so, als wir hinkamen, waren wir sozusagen für die Deutschen da. Man wollte von meinen Eltern die Arbeitskraft. Das hat sich durch diese grün-versiffte Politik, grün-rot-versiffte Politik alles umgedreht. Das Einwanderungsland ist jetzt für die Einwanderer da. Die nächste Stufe wird sein, dass man sie zu Heiligen oder so etwas erklärt.

 

Mod.: Was Sie jetzt hier natürlich machen, da sind Ihre Ansichten und Überzeugungen politisch sehr unkorrekt. Da kann ich mir vorstellen, stehen jetzt schon viele auf den Barrikaden und sagen „Wie kann der so etwas von sich geben?“. Insgesamt geht es in Ihrem Buch ja jetzt nicht nur um Migranten, sondern überhaupt um diese Gutmenschen und diese politischen Überkorrekten. Sind das die Deutschen, die da besonders…?

 

Pirinçci: Das ist vor allem die, wie gesagt die grün-rot-versiffte Politik, die mittlerweile auch die CDU, die sogenannte konservative Partei, absolut unkenntlich gemacht hat. Sie werden zum Beispiel in der CDU keinen einzigen mehr finden, der noch über diese Abtreibungssachen noch ein Wort verliert. Ich glaube letztens hat einer mal aufgemuckt, der hat gesagt „Ich bin damit nicht so einverstanden“, den haben sie sofort wieder zusammen geknüppelt. Man kann sagen die Kindersexpartei, die Grünen, haben dieses Land kaputt gemacht.

 

Mod.: Man merkt, wenn wir uns hier unterhalten, da ist sehr viel Aggression und Wut. Ich glaube Thilo Sarrazin wirkt wie ein Weichei gegen Sie. Was wollen Sie denn bewirken mit Ihrem Buch?

 

Pirinçci: Ich möchte mein altes Deutschland wieder haben. Es war so toll dieses Land, absolut toll.

 

Mod.: Also das Deutschland der 60er Jahre?

 

Pirinçci: Nein. Ich möchte ein Deutschland haben, in dem ich durch die Straßen gehe und mich nicht wie im Orient, im Iran oder so etwas fühle. Ich weiß nicht, wie gesagt, wir sind hier hingekommen, weil das besser war, als da, woher wir stammten. Ich finde das alles hier toll, ich möchte auch, dass das einen westlichen Charakter erhält und wie gesagt, mein Buch handelt nicht nur von Einwanderern oder so etwas, sondern vielen Sachen. Zum Beispiel auch von den öffentlich-rechtlichen Sendern. Das Kapitel heißt „Mit dem Arschloch sieht man besser“ und ja, ich möchte mein altes Deutschland wieder haben und ich werde es auch bekommen.

 

Mod.: Wir sind gespannt, Akif Pirinçci. Jedenfalls war es interessant, Ihre Thesen hier heute mal zu hören. „Deutschland von Sinnen“ heißt das wahrscheinlich politisch unkorrekteste Buch des Jahres hier in Deutschland. Ich bedanke mich, dass Sie heute da waren und wir werden das weiter im Auge behalten.

 

Aus: ZDF Mediathek – Krimiautor Akif Pirincci im Gespräch – mittagsmagazin – 03.04.2014, 21_20

Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer von Pirinçci, Akif (31. März 2014)

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