Dyktatura gówniarzy / Dictatorship of the squirts oder: Grimms Märchen reloaded / Gaslighting / Gehirnwäsche

Dyktatura gówniarzy / Dictatorship of the squirts / Gaslightning / Gehirnwäsche

oder: Grimms Märchen reloaded

by Julian S. Bielicki

Als Gebrüder Grimm im letzten Jahrhundert, nein, im vorletzten Jahrhundert, Volksmärchen sich erzählen ließen und sie aufgeschrieben und publiziert haben, ahnten sie nicht, daß diese auch heute und ich fürchte auch morgen und übermorgen und bis auf Weiteres in Deutschland zu Volkstagesthemen werden, ohne daß man sie als Märchen erkennt. “Das Bekannte überhaupt ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt”, schreibt Hegel in seiner „Phänomenologie des Geistes“.  Die Gebrüder Grimm haben diese Märchen zum Zwecke der Veröffentlichung zensiert, alles Sexuelle darin haben sie weggelassen, sonst wäre es für die damalige adlige und bürgerliche Gesellschaft schockierend. Dabei waren diese Märchen die damaligen und die heutigen Sex and Crime Stories, wie sie heute täglich in allen Medien verbreitet werden. In der eigentlichen Version begegnete das Rotkäppchen im Wald nicht einem Wolf, sondern einem Werwolf, der sie nicht auffressen, sondern sexuell mißbrauchen wollte.

Die alten Griechen verstanden das Leben der Menschen als ein Drama, in dem der Mensch oft das Richtige tun will, aber sich damit zugleich schuldig macht, daß es Situationen gibt, in dem egal wie der Mensch sich entscheidet, er sowohl das Richtige als das Falsche tun wird, und egal ob er das Eine oder das Gegenteilige tut, es wird immer etwas geben, was er dabei bereuen wird, auch wenn er das Richtige tun wird, wird er sich schuldig machen. Das hat auch Konrad Joseph Korzeniowski, als Joseph Conrad bekannt geworden, in seinen wunderbaren Erzählungen verwendet, daß der Mensch in existentieller Not sich entscheiden muß, und jederichtige  Entscheidung wird auch eine falsche sein. Das war der antike, der tragische Mensch. Heute ist der Mensch ein rot-rot-grüner Idiot, eine Folgeedition des braunen Idioten, der die Welt in Gut und Böse aufteilt und natürlich kämpft er selbst für das Gute gegen das Böse, die Nazis gegen die Juden und Bolschewiken, also gegen Judeobolschewismus, die Stalinisten gegen die Volksfeinde und Antikommunisten, die rot-rot-grüne Masse gegen Israel für die ach so lieben Palästinenser, die Okkupaisten gegen die Weltfinanz, also gegen Wall Street, also gegen Tel Aviv, also letztendlich wieder gegen Israel und gegen die Juden, und die Deutschen heute gegen die braven Majdan-Ukrainer gegen die bösen Russen. Das Schlimmste was neulich ein Fernsehreporter über Putin zu sagen wußte, war daß dieser pro-russisch sei.

Rotkaeppchen

Es gab in dem tatsächlich erzählten Märchen über das Rotkäppchen gar kein Happy-End, es tauchte kein Jäger auf und das Rotkäppchen wurde nicht gerettet. Auch in dem Märchen von Hänsel und Gretel hat die böse Hexe das Hänschen sexuell mißbraucht und es war nicht der Handfinger von Hänsel, der die Hexe interessiert hat, sondern sein Schwänzchen, das dick und groß werden sollte. Welches Haar Rapunzel heruntergelassen hat, können Sie sich jetzt selbst vorstellen, es war nicht das Haupthaar. Und was das Schneewittchen mit dem sieben Zwergen getrieben hat, ach je! Und so weiter und so fort, die Inhalte der Märchen waren damals wie heute dieselben, nur daß sie heute von Massenmedien in Windeseile unter das Volk gebracht werden, von öffentlich-rechtlichen wie von privaten. So rührt  in letzten Tagen vor Weihnachten ein Rotkäppchen-Märchen von drei unschuldigen Mädchen aus Rußland die Herzen der Deutschen auf, die der böse Wolf Putin für nichts und wieder  nichts in ein finsteres Arbeitslager geworfen hat. Die Mädchen nennen sich Pussy Riot, auf Deutsch Fotzenkrawall, was weniger zart klingt.

Fotzen Krawall

 Die deutschen Medien überschlagen sich in Behauptungen, daß diese drei Frauen gar nichts Schlimmes getan haben, sie hätten nur Putin kritisiert. Aber ist schreien „Tötet Putin!“ harmlose Kritik? Und „Tötet Putin Anhänger!“, „Tötet alle Sexisten!“, „Tötet alle Konformisten!“, oder Polizistinnen in der U-Bahn zu überfallen, um ihnen wider ihren Willen die Zunge in deren Mund zu stecken?

Pozistinnen küssen

Dafür und für andere Aktionen, wie Besetzung einer Drogerie mit üblichem Schreiritual, lebendige Katzen durch McDonnalds gegen das Bedienungspersonal zu schleudern, sich Hähnchen in die Vagina zu stecken, inmitten  eines Supermarktes öffentlich zu kacken, öffentliches vaginales, anales und orales Kopulieren in Anwesenheit von Kindern in einem Biologiemuseum, wobei die im doggystyle von hinten gefickte von den deutschen Medien als heiliggesprochene Nadeschda Andrejewna Tolokonnikowa zu dem Zeitpunkt im achten Monat schwanger war,

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wurden juristisch nicht verfolgt, wobei bereits die o.g. Beispiele in Deutschland zu strafrechtlichen Anklagen geführt hätten. Und das Gerede von der politischen Justiz in Rußland verschweigt geflissentlich, daß in Deutschland jeder Staatsanwalt politisch an Weisungen des jeweiligen Justizministers gebunden ist, was in der Vergangenheit eine Vielzahl von Ermittlungsverfahren be- und verhindert hat, wie z.B. im Fall Helmuth Kohl.

Die Christ-Erlöser-Kathedrale – Храм Христа́ Спаси́теля / Chram Christa Spasitelja ist das zentrale Gotteshaus der Russisch-Orthodoxen Kirche und gehört mit 103 Metern zu den höchsten orthodoxen Sakralbauten weltweit. Die in Moskau stehende Kathedrale wurde 1883 erbaut, während der Stalin-Herrschaft 1931 zerstört, an der Stelle der Kathedrale wurde ein öffentliches Schwimmbad errichtet.  Im Jahr 2000 wurde die Kathedrale originalgetreu wiederaufgebaut. Dieser Ort hat für die orthodoxen Christen in Rußland besondere Bedeutung.

Cathedral

Dort haben die Drei am 21. Februar 2012 auf dem Altar, vor den Betenden, ein Geschrei veranstaltet, das von den westlichen Medien  „Punk-Gebet“, „Putin-Kritik“ u.Ä. verharmlost wird.

Schauen Sie sich bitte diesen Dokumentarfilm an:

In diesem Film wird das Geschrei der Drei als „Shit! Shit! It´s God shit!“ wissentlich verharmlosend falsch übersetzt, denn was die Frauen schreien ist vielmehr „Scheiß auf Gott!“ – „Sraj na Boga!“ / „Cрай на Бога!“

Scheiss

Die drei sind völlig unpolitisch, sie können weder singen, noch tanzen, noch schreiben, ihr Plan, der offenbar aufging, war sich durch Provokationen der Öffentlichkeit zu profilieren. Sie geben unumwunden zu, daß ihre Absicht ist, zu schockieren, und ihr politisches Ziel ist expressis verbis „alles zu zerstören“. 

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Shootingstar der Drei, Nadja, sanft blickend (Bin Laden hat auch sanft gesprochen und geblickt) übersetzt den Begriff „Riot“ als „Pogrom“. Schöne Friedensaktivistinnen sind es!

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Besonders pikant ist, daß diese „Feministinnen“, die heftigst gegen Sexismus protestieren, sowohl sich ständig als Sexobjekte präsentieren und betätigen, als auch die hübscheste von ihnen, Nadja, ständig in den Vordergrund schieben, vor allem sie, mit ihren vollmündigen Lippen, immer unschuldig lächelnd, wie ein braves Schulmädchen, ist in den Medien zu sehen, nicht die anderen beiden, die eher grau wirken.

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Hätten die Drei so etwas wie in der Christ-Erlöser-Kathedrale, z.B. in einer Moschee in Deutschland veranstaltet, wären sie vermutlich nicht lebendig von dort herausgekommen, und die deutsche Presse hätte mit der Sueddeutschen Zeitung voran, den Drei die Schuld an deren Ermordung gegeben, sie hätten ja provoziert. Die hiesigen Medien verschweigen, daß eine von den Drei bereits vor ca. einem Jahr freigelassen worden sei, weil sie vor Gericht um Verzeihung gebeten hat und ihre Reue für das seelische Leid ausgedrückt hat, das sie den Gläubigen durch ihre Aktion in der Kathedrale zugefügt habe.

Die reale Macht der Bundesrepublik Deutschland liegt weder in den Händen von Politikern, noch der Wirtschaft, noch der Justiz, noch des Militärs, sondern im stündlichen Machwerk der  Massenmedien, die selbständig, ohne einen Führer und doch überwiegend übereinstimmend, wie ein Fischschwarm die gemeinsame Richtung bestimmen, wobei sie ständig lügen.  Wenn deutsche Medien hysterisch werden in Apotheose oder Verdammnis, dann stimmt die Geschichte mit Sicherheit überhaupt nicht.

Nachdem Nelson Mandela von den Massenmedien zum edelsten Menschen der je im Universum existiert hat, erkoren worden ist, als eine Art Moses, nur mit einem kleineren Bart, ist nun der nächste Heilige in der Retorte der Medien entstanden: Michail Borissowitsch Chodorkowski. Auch dieser wird als Putin-Kritiker, Regime-Kritiker, Menschenrechtsaktivist, usw. usf.  kanonisiert, dabei ist er ein mit Jelzin an die Macht gekommener postsowjetischer Gangstermafiosi, dem es ausdrücklich nur ums Geld, und sonst um gar nichts ging. Chodorkowski war nie im Leben ein Kremlkritiker, er profitierte vom Zerfall der Sowjetunion, in der das Staatseigentum unter die Seinen verteilt worden ist, denn kein Sowjetbürger besaß ein nennenswertes Kapital und um den Staat zu privatisieren, mußte man es praktisch verschenken. So ist Chodorkowski dank Kreml zum Milliardär geworden, dann ist ihm aber der Erfolg zu Kopf gestiegen und er dachte, er kann an Kreml vorbei Geschäfte machen, die Ölvorkommen Rußlands an Amerikaner verkaufen – das war dann Putin zu viel, so war es nicht vereinbart. Also zeigte Putin wer der Herr im Hause ist, nicht die Amerikaner, sondern der Kreml, also zur Zeit Putin. Das war alles, es gab keinen Chodorkowski als Menschenrechtler, als Demokraten, als Kremlkritiker und was noch die westlichen Medien sich sonst aus den Fingern saugen.

Und wie ein Mensch wie Chodorkowski ein Milliardär in Rußland werden konnte, das kam so:

Die Ideen der Vernunft, der Aufklärung und des Internationalismus spielten lediglich zu Beginn des real existierenden Sozialismus im Ostblock eine wesentliche Rolle.

Weichen für die politische Entwicklung der späteren Sowjetunion und ihrer osteuropäischen Volksdemokratien, also auch der DDR, wurden bereits 1903 an einem Parteitag der russischen Sozialisten im Juli/August 1903 in London gestellt, als der Parteitag in zwei Gruppen zerfiel: die Bolschewiki (d.h. Mehrheitler) unter Leitung von Lenin und die Menschewiki (d.h. Minderheitler) unter Leitung von Plechanow, Martow und Akselrod. Die Menschewiki, zu denen ursprünglich auch Trotzki zählte, deklarierten eine wirkliche Bewegung von wirklichen Arbeitern zu wollen, denen die Partei zu einem erfolgreichen Kampf verhelfen sollte. Die Bolschewiki unter Führung von Lenin hatten eine andere Zielsetzung: sie wünschten eine proletarische Bewegung unter der Diktatur einer marxistisch-leninistischen Kaderpartei, weil eine spontane Arbeiterbewegung mangels eines marxistischen Bewußtseins ja lediglich eine bürgerliche hätte sein können. Diese Partei zählte 1906, als sie sich noch SDAPR nannte (Sozialdemokratische Arbeiterpartei) in etwa 13 % Bolschewiki, 17 % Menschewiki, 32 % waren Mitglieder der jüdischen Arbeiterpartei “Bund”, polnische Sozialdemokraten waren mit 25 %, lettische mit 13 % vertreten. Die Gesamtmitgliederzahl schätzte Lenin damals auf 100.000, Trotzki dagegen nur auf 10.000.

Zur Zeit der Oktoberrevolution 1917 gehörte zu den Führern der Bolschewiki Trotzki, der im Juli 1917 von den Menschewiki zu den Bolschewiki übergetreten war, Lenin und Stalin. Stalin erhielt gleich nach der Ausrufung der Sowjetherrschaft in der ersten Regierung Lenins den Posten des Komissars für Nationalitätenfragen.[iv]  Zweifellos haßte Lenin den großrussischen Nationalismus und bemühte sich, ihn auch in den Reihen der Partei zu bekämpfen. Lenins Anliegen war die Selbstbestimmung des Proletariats innerhalb von Nationen, nationale Selbstbestimmung eines Volkes wollte er weder fördern noch behindern: “die Partei kann schließlich ein Recht auf Ehescheidung fordern, doch folgt daraus keineswegs, daß sie die Leute zur Scheidung ermuntern muß…”. “Der Arbeiter hat kein Vaterland”, zitierte Lenin immer wieder Marx.

Fast immer, wenn Lenin sich zum “Patriotismus” in seinen Schriften äußerte, verwendete er diesen Begriff ausschließlich in Anführungszeichen und machte ihn lächerlich  : “Wer die Losung der nationalen Kultur verficht, der gehört unter die nationalistischen Spießer, nicht aber unter die Marxisten”.   Nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges forderte Lenin als erster und einziger unter den prominenten Führern der europäischen Sozialdemokratie, daß in jedem Land das Proletariat zur militärischen Niederlage des­ eigenen­ Landes beitragen soll. “Lenin war ein überzeugter Feind der nationalen Unterdrückung und vertrat das nationale Selbstbestimmungsrecht.  Eigentliche Marxisten waren stets Gegner jeglichen Nationalismus und Rassismus. Lenin selbst wich bereits im wesentlich vom Marxismus ab: Seine Vorstellung von einer zentralisierten, hierarchischen Partei von Berufsrevolutionären steht im Widerspruch zu dem fundamentalen Grundsatz des Marxismus, wonach die Befreiung der Arbeiterklasse nur das Werk dieser Klasse selbst sein kann. Die Bolschewiki kamen jedoch nicht durch spezifisch sozialistische und um so weniger durch marxistische Forderungen an die Macht, sondern durch einfache Versprechen der Beendigung des Krieges und der Verteilung des Landes an Bauern, der Enteignung und der Umverteilung, also des allgemeinen Raubs. Stalin, der nach kürzester Zeit ungeteilte Macht über den sowjetischen Staat ausübte, förderte jedoch den russischen Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus. Seit Beginn der dreißiger Jahre forderte Stalin ein “starkes Rußland”, im Partei- und Staatsapparat übten faktisch in der gesamten Sowjetunion ausschließlich Russen Macht aus. Der Marxismus als die verbindliche Ideologie des sowjetischen Staates hörte jedoch schon sehr früh auf, irgendeine Rolle als ein selbständiger Faktor zu spielen, der die faktische Politik des Staates beeinflußt hatte.

Unter der Diktatur von Stalin ist die marxistische Lehre in der kommunistischen Bewegung fortschreitend zerfallen, bis es paradoxerweise zur Liquidierung des sowjetischen Marxismus durch den sowjetischen Machtapparat während des zweiten Weltkriegs kam.

Nach der Ermordung oder psychischer Vernichtung der Menschewiki, der alten Garde der Bolschewiki und der älteren Generation der Intelligenz setzte sich der sowjetische Herrschaftsapparat aus naturwüchsigen, primitiven Nationalisten zusammen.  Das Zentralkomitee der kommunistischen Partei der Sowjetunion aus dem Jahre 1917 befand sich im Jahre 1938 im folgenden Zustand: Rykov (erschossen), Bukharin (erschossen), Sverdlov (tot), Zinoviev (erschossen), Trotzki (im Exil, bald ermordet), Lenin (tot), Kollontai (verschollen), Uritski (tot), Krestinski (erschossen), Smilga (erschossen), Nogin (tot), Dscherschinski (tot), Bubnov (verschollen), Sokolnikov (in Haft), Lomov (verschollen), Schomyan (tot), Berzin (verschollen), Muranov (verschollen), Artem (tot), Stassova (verschollen), Milutin (verschollen), Joffe (Selbstmord), Stalin (als Sieger am Leben geblieben). 

Stalin lieferte sogar deutsche Kommunisten, die sich in der Sowjetunion aufhielten, an die Nazis aus. In den Vierziger Jahren fielen Millionen von Menschen dem russischen Nationalismus unter Führung von Stalin zum Opfer. Marxismus tauchte in der sowjetischen Propaganda kaum noch auf, die Internationale wurde durch eine nationalistische, Russland verherrlichende Hymne ersetzt. Nach dem gewonnenen Krieg nahm der russische Nationalismus und Antisemitismus gigantische Ausmaße an. 1949 setzte in der Sowjetunion eine wahnhafte antisemitische Kampagne ein, wobei der Jude als “Kosmopolit” (in folgenden Jahrzenten dann als “Zionist”) codiert wurde. Um Mißverständnisse zu vermeiden, wurden jedoch gewöhnlich Erläuterungen zu den Namen mit Hinweis auf ihren jüdischen Ursprung oder typisch jüdische Vornamen hinzugefügt,[xv]  wie es noch heute auch manche deutsche Medien praktizieren, um auf die jüdische Abstammung eines von ihnen kritisierten hinzuweisen, ohne ihn direkt einen Juden zu nennen. Ein krasses Beispiel für die Judenverfolgung durch den nationalistischen, sowjetischen Machtapparat war die Verhaftung und Folterung einer Gruppe sowjetischer, jüdischer Ärzte unter dem Vorwurf, sie hätten Staatsfunktionäre ermordet; Nur der Tod Stalins 1953 hat diese Ärzte vor dem sicheren Tod bewahrt.[xvi]

Marxisten, ob Russen oder nicht, wurden von Stalin rigoros gemordet, gefoltert, verschleppt und verfolgt. Ein Steckenpferd von Stalin war der Judenhaß, der eine alte Tradition sowohl in Rußland als überhaupt in Osteuropa hatte. Nach dem zweiten Weltkrieg waren dann auch alle osteuropäischen kommunistischen Parteien, da von der stalinistischen Sowjetunion okkupiert, mit Ausnahme der jugoslawischen (weil sie aus eigener Kraft ihr Land befreite), größtenteils “marxisten- und judenrein” und somit nationalistisch bestimmt. Diese nationalistischen Parteien entwickelten eine gewisse parasitäre Symbiose mit ihren jeweiligen Wirtsvölkern, die sich in den Krisenzeiten mit Vorliebe des Antisemitismus als einigende Kraft zwischen Partei und Volk bediente; zuletzt waren es mafiaartige politische Gebilde, die dann in letzten Jahrzehnten die sie nur noch hemmenden sozialistischen Masken abgeworfen haben und jetzt offen und legal aktiv sein können.

Es waren nicht so sehr demokratische Bewegungen im Ostblock, die zu den gewaltigen Veränderungen der letzten Jahrzehnte geführt haben, sondern vielmehr nationalistische Tendenzen innerhalb der verschiedenen sog. kommunistischen Parteien. Diese Tendenzen zeigten sich in der Sowjetunion bereits in den Dreißiger und Vierziger Jahren, in Polen und anderen Volksdemokratien in den Fünfziger Jahren. Unter der Maske des Kommunismus wurden Kommunisten ermordet, Innen- wie Außenpolitik der “sozialistischen” Staaten wurde durch den verkappten, virulenten Nationalismus beeinflußt. Erst jetzt, durch das Aufbrechen der alten Fassaden, werden die Strukturen des Nationalismus und Rassismus in diesen Staaten offenbar.

Der “Eiserne Vorhang”, der nach dem Zweiten Weltkrieg Ost- von Westeuropa trennte, bedeutete für Westdeutschland nicht nur einen Verlust, sondern auch einen Gewinn: die Westdeutschen waren gezwungen, sich der Kultur Frankreichs, Italiens, Spaniens, Griechenlands etc. zuzuwenden. Statt in Pommern, Böhmen oder Siebenbürgen verbrachten sie ihren Urlaub in Florenz, Venedig und Paris, und blieben so etwa fünfundvierzig Jahre vom Einfluß der Brutalität, die das soziale Leben im stalinistischen Ostblock auszeichnete, verschont. Die Russifizierung des Alltags in osteuropäischen Ländern, die u.A. eine verstärkte Alkoholisierung der Bevölkerung zur Folge hatte, prägte nach und nach die Menschen auch in der DDR.

Chodorkowski hat an dem Zerfall der Sowjetunion partizipiert und außer Geld hat ihn gar nichts interessiert, es ist ein inneres Bedürfnis der westlichen Medien, aus ihm und anderen Egomanen „Putin Kritiker“ zu kreieren, die diese nie waren und nicht sind, und vermutlich nie werden.

Und was sucht zur Zeit Chodorkowski in der Ostukraine, in Donjezk?

DONEZK, 27. April (RIA Novosti).
Der Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski, der in Russland mehr als zehn Jahre im Gefängnis verbracht hat, hat am Sonntag in der ostukrainischen Protesthochburg Donezk versucht, in das besetzte Gebäude der Gebietsverwaltung zu gehen und mit den protestierenden Anhängern eines Referendums zu sprechen.
Ein Video im Internet zeigt, wie Chodorkowski sich den Barrikaden nähert und den dort wachenden Vertretern der Volkswehr vorschlägt, über deren Probleme zu diskutieren. Die Aktivisten, die seit Wochen für eine Selbstbestimmung der Kohleregion demonstrieren, weigerten sich, mit Chodorkowski zu sprechen, und baten ihn, „das Gelände zu verlassen“. Über ihre Forderungen könne der einstige Öl-Multimilliardär „aus dem russischen Fernsehen erfahren“, hieß es.

Auf dem Video hört man, wie die Demonstranten ihm zurufen: „Wir wollen mit Dir nicht reden, Du hast die Heimat verkauft!“

Und was suchte bereits im November 2011 (!) Klitschko bei der NATO?

Visit to NATO by Vitali Klitschko, Head of the UDAR Political party in Ukraine

25. Nov. 2011 Visit to NATO by Vitali Klitschko, Head of the UDAR Political party in Ukraine. Left to right: Vitali Klitschko (Head of the UDAR Political Party in Ukraine) with Stefanie Babst (Deputy Assistant Secretary General for the Public Diplomacy Division)

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Und nun eine Kritik der Journalistin Gabriele Krone-Schmalz an der Gehinrnwäsche / Gaslihghting der deutschen Medien:

Mod.: Frau Krone-Schmalz, wir kriegen, mit wir meine ich wir Medien, wir kriegen in den letzten Wochen sehr viele Zuschriften. Funkredaktion, Hörfunkredaktion und Fernsehradaktion zugleich von Zuschauern, von Usern, die sich beschweren über unsere Russlandberichterstattung, die eine gewisse Einseitigkeit feststellen. Können Sie das teilen?

Gabriele Krone Schmalz: Das kann ich teilen, ich kriege diese Mails und diese Zu-schriften ja auch. Das kann ich teilen, weil es sind in der Tat Fehler gemacht worden. Die kann man auch benennen.

Mod.: Tun Sie mal.

Gabriele Krone Schmalz: Ein großer Fehler hat sich eigentlich schon Ende letzten Jahres abgespielt. Man hätte im Zusammenhang mit der Ukraine viel viel früher das EU-Assoziierungsabkommen, über das ja jeder geredet hat, mal erklären sollen. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten unserer Kollegen dieses Abkommen nicht gelesen haben, sonst wären sie möglicherweise über § 17 gestolpert, darin ist nämlich von militärischer Zusammenarbeit die Rede, zum Beispiel von Konvergenz auf diesem Gebiet. Also wir, die Medien hätten zu einem frühen Zeitpunkt wissen müssen und das auch verkünden müssen, dass dieses Assoziierungsabkommen die Ukraine zerreißt.

Mod.: Das stimmt sicherlich, das beantwortet aber nicht die Frage, wo diese Kluft herkommt zwischen öffentlicher Meinung und veröffentlichter Meinung gerade, diese Kluft zwischen Journalisten und Publikum. Weil, ich denke, die meisten Leute des Publikums, die sich jetzt beschweren, die werden dieses Assoziierungsabkommen auch nicht gelesen haben.

Gabriele Krone Schmalz: Das mag schon sein. Ich will vielleicht erst einmal noch ein paar offensichtliche Fehler aufführen, um dann auf die Kluft zu kommen. Wenn Sie mal darauf achten, wie präzise oder unpräzise mit Begriffen umgegangen wird. Europa und EU ist nicht dasselbe und es ist sehr oft Europa genannt, wenn EU gemeint ist. Und Bürger sind offensichtlich nicht so dumm, dass ihnen das nicht auffällt. Oder in der Berichterstattung über Russland, da weiß ich es nun besonders, bei dem anderen will ich mich nicht aus dem Fenster hängen, ist sehr sehr oft von wohl, offensichtlich, vermutlich, wahrscheinlich, so in der Richtung die Rede. Die Fragen, die von den Kollegen in den Studien und in Studios kommen, sind ja auch darauf ausgerichtet. Was glauben Sie, was denken Sie, was meinen Sie? Und ich finde, da müsste man sich viel viel öfter verweigern. Auch das merken Zuschauer. Und dann und ich glaube das merken sie ganz extrem, diese entlarvenden Automatismen. Also wenn beispielsweise der Moderator im Studio fragt den Kollegen vor Ort, „Droht der Ostukraine jetzt das gleiche Schicksal, wie der Krim?“ und das darf nicht sein, das gehört da nicht hin. Oder wenn von prorussischem Mob die Rede ist und es dieser Begriff ist bis in die öffentlich-rechtlichen schafft. Also diese Kluft zu erklären, ist sicher schwierig, aber ich habe den Eindruck, dass Bürger, die ja nun mal in einem System leben, das man demokratisch nennt und die ja irgendwann auch in die Lage kommen, Entscheidungen treffen zu müssen auf einer soliden Grundlage, dass Bürger sich ein gutes Gespür dafür bewahrt haben, dass die Welt nicht nur in Gut und Böse zu unterteilen ist, dass man genauer Hingucken muss, dass sie mehr Hintergründe wollen, auch wenn sich das manchmal durch die Quoten nicht zu bestätigen scheint und dass sie dann rebellieren, wenn 100 Jahre nachdem der erste Weltkrieg ausgebrochen ist, man an einer Stufe steht, wo man ernsthaft Angst haben muss, dass durch eine unprofessionelle Entscheidung, um es mal so zu sagen, vorbereitet durch unprofessionell arbeitende Medien, etwas passiert, was wir alle nicht überleben.

Mod.: Was meinen Sie damit? Unprofessionelle Entscheidungen, unprofessionell arbeitende Medien, was meinen Sie damit?

Gabriele Krone Schmalz: Ich gehe davon aus, dass Menschen, die über Krieg und Frieden zu entscheiden haben, dass die sich überlegen, bevor sie etwas sagen, was es auslösen kann. Das meine ich mit professionell in der Politik und professionell in den Medien meine ich, dass wir verpflichtet sind in unserem System der Demokratie, dass wir verpflichtet sind, Interessen, egal wo sie ihren Ursprung haben, ob in Washington, in Moskau, in Peking, in Brüssel, dass wir Interessen auch beim Namen nennen und den Bürgern darlegen und nicht die Eigeninteressen weißmalen und die anderen Interessen schwarzmalen. Und das passiert mit Blick auf Russland eindeutig.

Mod.: Inwiefern? Welche Interessen müssten wir beim Namen nennen?

Gabriele Krone Schmalz: Das EU-Assoziierungsabkommen ist ja über weite Strecken so dargestellt worden, als sei es eben die Tür in den Westen, in die Freiheit, in das was alle Ukrainer oder die Ukraine als Ganzes will. Es ist sehr sporadisch und man muss schon danach suchen, darüber geredet worden, dass natürlich die EU auch Interessen hat, die Ukraine herüberzuziehen. Dass dann in einem solchen Moment beide Interessen, die von Moskau und die von Brüssel eine Rolle spielen, das ist die Aufgabe von Medien darüber zu reden. Das ist am Anfang nicht passiert.

Mod.: Stattdessen, was ist passiert?

Gabriele Krone Schmalz: Das wissen Sie genauso gut, wie ich. Stattdessen ist passiert, dass man Brüssel als Hort der Freiheit, des Wohlstandes, der Chance für die Ukraine dargestellt hat, was ja so sein kann, aber nicht nur so ist und aus Moskau, automatisch alles was aus Moskau kam, mit einem negativen Vor-zeichen versehen wurde. Was ja so weit geht und ich finde das dürfen Journalisten nicht mitmachen, was ja so weit geht, dass auch Vorschläge über die man zumindest diskutieren kann, welche Konstruktion soll jetzt die Ukraine bekommen, wie geht man jetzt damit, wie kriegt man es hin, dass die EU-Einbindung und Zollunion, eurasischer Union, dass das irgendwie zusammen passt, dass wenn solche Vorschläge aus Moskau kommen, dass das immer nur russische Propaganda ist, das ist mir einfach zu primitiv in meinem Job.

Mod.: Aber war das wirklich ausschließlich so?

Gabriele Krone Schmalz: Nein, das war natürlich nicht ausschließlich so, aber es reicht ja, wenn der Mainstream so ist. Und was mich erfreut, dass wir offensichtlich nicht nur den sogenannten mündigen Bürger haben, sondern den mündigen Bürger haben, der sich das auf die Dauer nicht gefallen lässt.

Mod.: Aber das heißt, in den Argumenten, die unsere Zuschauer, die sich jetzt be-schweren bei uns in den letzten Wochen, an den Argumenten haben Sie nichts auszusetzen. Die Argumente teilen Sie. Im Prinzip liegt es an der Berichterstattung.

Gabriele Krone Schmalz: Was an der Berichterstattung?

Mod.: Die Beschwerden, die wir bekommen, sagen ja, ihr berichtet einseitig, ihr guckt nicht genug nach Moskau, ihr versteht nicht, welche Interessen die Russen haben und das teilen Sie?

Gabriele Krone Schmalz: Ja, so wie ich das erklärt habe, so wie ich das erklärt habe in den Punkten, teile ich das. Es ist ja, sagen wir mal so, es grenzt ja an Selbst-mord, wenn man Kollegen kritisiert. Nichtsdestotrotz finde ich muss es sein, wenn man selber eine bestimmte Auffassung von seinem Job hat und sieht, dass manche Dinge nicht so laufen, wie ich sie machen würde. Ich finde für eine realistische Be-richterstattung, eine realistische Berichterstattung, egal ob jetzt über Russland, über Afrika oder über sonst was, muss ich erst einmal intensiv auseinandersetzen mit bestehenden Freund-Feind-Bildern, die aus welchen Gründen auch immer entstanden sind. Da muss man sich die bewusst machen und man muss sie jedes Mal immer wieder durchfiltern. Und dann finde ich, muss man, egal ob einem die bestimmten Protagonisten nun sympathisch sind oder nicht, dann muss man zumindest mal sich anhören, was diejenigen zu sagen haben und nicht das, das ist auch ein großer Fehler in den Medien gewesen, für meine Begriffe, der Politik auch, aber mit der habe ich nichts zu tun, dass man von Anfang an Putin nie ernst genommen hat, weil wie der schon aussieht und der kommt ja aus dem KGB, das interessiert uns Richtung Westen niemals. Also diese Dinge, das gehört für mich zu seriösem Journalismus von allen Seiten es so neutral wie möglich, denen Grenzen gesetzt sind, darzustellen und das ist mit Russland nicht der Fall.

Mod.: Das heißt, Sie würden behaupten, dass Medien Putin nicht ernst nehmen, seine Argumente nicht ernst nehmen, sondern in einer Art Reflex quasi automatisch auf die andere Seite wechseln und sich von ihm distanzieren, ihn beschuldigen? Wie würden Sie das beschreiben? Ist das eine Art Reflex?

Gabriele Krone Schmalz: Möglicherweise auch eine Art Reflex, es hat ja auch was von Bequemlichkeit. Wenn ich gegen den Strom schwimme, dann muss ich gut munitioniert sein, damit ich gute Argumente habe. Wenn ich das mache, was alle machen, wird mich keiner fragen und ich bin schneller fertig mit meinem Job.

Mod.: Und das ist Ihrer Meinung nach passiert?

Gabriele Krone Schmalz: Habe ich doch gesagt.

Mod.: Aber jetzt muss man ja auch sagen, Sie saßen bei Anne Will in der Talkshow und konnten quasi Ihren Standpunkt vertreten. Es gibt auch immer wieder kritische Kollegen, die FAZ hat einen längeren Essay von einem Strafrechtler veröffentlicht, in dem erklärt wird, nein das war keine Annexion was in der Krim passiert ist. Nein das war nicht per se völkerrechtswidrig, zumindest nicht der Anschluss der Krim. Es gibt ja diese Stimmen da draußen.

Gabriele Krone Schmalz: Das ist ja auch das, wofür ich auch nicht zur Verfügung stehe. Mein Weltbild ist egal in welche Richtung, nie entweder oder. Das ist mir zu primitiv. Es heißt ja nicht, wenn Mainstream über Russland in eine bestimmte Rich-tung geht, über die sich mittlerweile die Bürger aufregen, weil sie sagen, so kann es nicht sein. Das heißt ja nicht, dass alles falsch ist. Natürlich finden Sie überall immer mal wieder Artikel, wo ich mich auch freue und denke endlich mal. Dieser Kollege, der über das Völkerrecht geschrieben hat, kann man ja mal fragen, wie viele Zeitungen der vorher kontaktiert hatte, zum Beispiel. Also ich freue mich darüber, wenn die Bandbreite mal zu sehen ist. Aber den Eindruck, dass auf der Hauptstraße mit diesen ganzen Unterschwelligkeiten etwas nicht stimmt Richtung Russland, den teile ich und den kann man auch daran festmachen. Für mich ist Journalismus, egal ob ich die Typen, die ich interviewe gut finde oder nicht, hat auch was mit Respekt zu tun. Und mit Blick auf Russland ist fast immer Häme oder ein Vokabular wie angeblich oder soll so, aber ob das wirklich so ist. Ich habe in einem meiner Bücher mal ein ganzes Kapitel mit dem Titel „Zweierlei Maß“ überschrieben und habe da eine ganze Reihe Beispiele gesammelt. Da könnte man eine lose Blattsammlung draus machen und das ist auch ein schönes Forschungsthema.

Mod.: Diese Unterschwelligkeiten von denen Sie sprechen, können Sie da nochmal ein paar Beispiele nennen? Was sind das für Unterschwelligkeiten in der Berichter-stattung?

Gabriele Krone Schmalz: Zum Beispiel prorussischer Mob, das geht gar nicht. Wir haben nie proeuropäischer Mob gesagt, hätte man machen können. Was auch nicht geht, das, was sich jetzt im Ostteil der Ukraine abspielt, wird immer verglichen mit der Krim. Warum wird das nicht verglichen mit den Vorgängen in Kiew? Das wäre die bessere Parallele, bringt uns aber in Durcheinander in unserer Argumentation. Das ist so eins oder im Grunde genommen auch die Schlagzeilen, die es so gibt. Also Russland zündelt oder wer stoppt Russland. Das sind alles so Dinge, finde ich, die für eine Schlagzeile vielleicht so gerade noch zu verkraften sind, aber im Prinzip in einer solchen Situation wir uns mit unserem Verantwortungsbewusstsein als Journalisten nicht leisten sollten.

Mod.: Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die großen Talkshowtitel der letzten Wo-chen zu Russland rauszusuchen. Putin der Große, wie gefährlich ist Russland? Putins Machtspiele, gibt es jetzt Krieg? Putin weiter auf dem Vormarsch. Spielt Putin mit dem Feuer?

Gabriele Krone Schmalz: Genau, Putin Putin, als ob Russland nur aus Putin be-stünde. Übrigens, ich weiß ja nicht, ob das irgendwo auch noch hinpasst, aber einer der Fehler, den wir machen, wir Medien machen, dass wir den Fokus auf Dinge legen, die eigentlich keine Bedeutung haben. Also beispielsweise Herr Klitschko als Oppositionsführer in der Ukraine, das ist ein Witz. Also jeder zweite Ukrainer lacht sich tot darüber. Wir hatten eine Zeit, da haben wir den Schachspieler Karpow, der war mal ein Konkurrent von Putin, also in Anführung ein Konkurrent, der wurde von uns hochgehyped, der hatte in Russland überhaupt keinen politischen Rückhalt. Die wirklichen oppositionellen Politiker, die sind farbloser. Die sind nicht so, die kennt hier keiner und was die an Arbeit machen, ist sehr unspektakulär, aber nichtsdestotrotz sehr wirkungsvoll. Um das zusammenzubinden. Ich bin ohnehin der Auffassung, wenn man von anderen Ländern etwas näher begreifen will, dann darf man sich in der Auslandsberichterstattung nicht immer nur auf die exorbitanten Dinge, auf die außergewöhnlichen Dinge, auf die explosiven Dinge stürzen, sondern man muss viel mehr versuchen vom Alltag zu transportieren, weil dann hat man eher eine Chance, ein Land zu verstehen. Ich habe versucht so zu arbeiten.

Mod.: Wenn das jetzt alles stimmt, was Sie sagen. Wenn die Berichterstattung wirk-lich so einseitig war und all diese Fehler begangen wurden. Worauf ist das zurückzuführen? Ist das wirklich pure Bequemlichkeit, wie wir jetzt gerade schon andiskutiert und sozusagen ein einfaches Freund-Feind-Schema, das da bedient wird? Worauf ist das zurückzuführen?

Gabriele Krone Schmalz: Ich glaube, das wäre dringend nötig, da auch ein For-schungsthema draus zu machen. Es gibt übrigens eine sehr interessante Bachelor-arbeit, die das Russlandbild in Deutschland untersucht hat und das ist nicht uninteressant, was dabei herausgekommen ist. Jetzt so aus dem Stehgreif denke ich, kommen ein paar Dinge zusammen. Das immer noch nicht überwundene Ost-West-Denken. Es ist einfacher, um die Welt zu sortieren, wenn man in Gut und Böse unterteilen kann. Es ist einfach einfacher und das verhehle ich ja gar nicht, heutzutage stehen Journalisten ja auch zeitlich und sonst wie wesentlich mehr unter Druck, als ich das in meiner aktiven Zeit gestanden habe. Es ist sicher ein Vorteil, wenn man wegen der Technik in der Lage ist, ganz schnell zu reagieren, aber es ist ein Nachteil mit Blick auf Recherche, mit Blick auf nochmal Absichern, mit Blick auf nochmal nachdenken, bevor man irgendetwas sagt und sich da zu wehren, dazu brauchen Sie ein weites Kreuz. Aber das erwarte ich von Journalisten.

Mod.: Die Tatsache, dass offensichtlich die Leute da draußen das merken und das jetzt auch kommunizieren, was bedeutet das? ich meine, das ist ja…

Gabriele Krone Schmalz: Das bedeutet für mich, also Hoffnung muss ich Ihnen ehr-lich sagen. Das bedeutet für mich Hoffnung, weil offensichtlich es nicht so ist, dass sich Menschen weniger interessieren für komplizierte Zusammenhänge, was ja manchmal aus den Quoten so abzulesen ist oder man glaubt es aus den Quoten abzulesen, sondern dass es immer noch einen Bodensatz von politisch interessierten Menschen gibt, die selber nachdenken, die sich auch wehren, denn das ist für mich der Tod einer rechtsstaatlich verfassten demokratischen Gesellschaft, wenn sich keiner mehr wehrt.

Mod.: Das Problem ist so ein bisschen an dieser Welle, die uns da jetzt gerade an Kritik entgegen schwappt, dass das eine sehr heterogene Welle ist wohl. Da sind Verschwörungstheoretiker dabei, da sind irgendwie Leute vom rechten Rand dabei, da sind Amerikahasser dabei, da sind aber auch sehr viele vernünftige dabei, mit denen man sich eben argumentativ auseinandersetzen muss. Wie beurteilen Sie das, also diese Sammelbewegung?

Gabriele Krone Schmalz: Ja, das ist auch eine ganz heikle Geschichte. Ich kenne viele, auch Kollegen oder Freunde, egal, die sich bei manchen Themen zurückhal-ten, ganz bewusst zurückhalten, weil sie eben nicht vor falsche Karren gespannt werden wollen. Das ist eine Gefahr und diese Gefahr bin ich oft eingegangen, aber ich finde man kann nicht die richtigen Themen den falschen Leuten überlassen und man muss dann eben so gut vorbereitet sein, dass man, wenn man Argumente bringt oder wenn man sich wehrt, dass man sich von denen mit denen man nichts zu tun haben will, deutlich absetzt. Das geht, aber auch das ist unbequem. Aber nötig.

Mod.: Jetzt würde ich gern nochmal auf die Berichterstattung über die Krim zurück-kommen, weil dieser Merkelartikel mich auch schon beeindruckt hat. Wie haben Sie den Tenor der Berichterstattung wahrgenommen?

Gabriele Krone Schmalz: Der Tenor der Berichterstattung war ganz einfach, alle haben sofort den Begriff Annexion gebraucht und der Begriff Annexion ist völ-kerrechtlich falsch, zumindest kann man darüber diskutieren, ob er richtig ist, ganz vorsichtig gesagt. Fakt ist und das haben die meisten, die über Völker-recht geredet haben, nie so ausgedrückt, Fakt ist, dass das Völkerrecht zwei, zumindest zwei, widerstreitende Prinzipien in sich vereint. Das eine ist die terri-toriale Integrität, also die Unverletzlichkeit der Grenzen, das ist da drin festver-ankert in der UN-Charta und vielen anderen Dingen und das andere Prinzip, nicht weniger wichtig, ist das Selbstbestimmungsrecht. So und jetzt muss man von Fall zu Fall gucken, was schlägt was und es kann nicht sein und da haben offensichtlich Bürger ein feineres Empfinden für, es kann nicht sein, dass wir Selbstbestimmungsrecht für bestimmte Gegenden der Welt akzeptieren und für andere Gegenden nicht akzeptieren. Also, wenn sich, ich sage mal 90 % der Montenegriner sich für die UN entscheiden, dann finden wir das ein tolles Er-gebnis, aber wenn sich 90 oder 97 % der Bewohner der Krim für Russland ent-scheiden, dann sagen wir, das kann ja nicht stimmen. Also ein bisschen mehr Zurückhaltung und ein bisschen mehr Differenzierung und mit Völkerrecht zu argumentieren und zu sagen, die Russen haben auf jeden Fall das Völkerrecht gebrochen. Es gibt Teile, wo das so ist, aber auf einer anderen Stufe, dann lö-sen sie damit ja im Prinzip eine Grundlage für eine Entscheidung aus. Und das ist gefährlich.

Mod.: Wenn Sie gerade das Referendum ansprechen, die 97 %, das wurde ja auch in den deutschen Medien breit berichtet, dass es dieses Referendum gab, auch dass es fair verlief und dass tatsächlich die Krimbevölkerung sehr stark prorussisch ist und offensichtlich zu Russland gehören möchte. Das wurde ja schon berichtet.

Gabriele Krone Schmalz: Das wurde berichtet, aber im Grunde genommen wurde ja auch berichtet, dass das Referendum eigentlich auf einer völlig falschen Ba-sis stattfindet, also auch null und nichtig ist im Grunde, weil die russische Mili-tärpräsenz da war, die das Referendum eigentlich ja für null und nichtig, dafür sorgt, dass es null und nichtig ist. Auch da muss man differenzieren. Ich sehe ein, wir haben wenig Zeit, ok, aber man muss differenzieren. Die Russen durften nicht außerhalb ihrer im Pachtvertrag festgelegten Stellungen mit Militär da rum laufen, das ist sicher richtig. Von daher haben sie das Recht gebrochen. Aber das russische Militär, was da rumsprang, war ja nicht mit der Kalaschnikow hinter den Leuten, die da gewählt haben, also ihr müsst wählen gehen oder ihr müsst das und das wählen, sondern die waren dafür da und das konnte man an Ort und Stelle einfach begucken, die waren dafür da, die ukrainischen Soldaten in den Kasernen zu halten, weil sonst hätte das Referendum nicht stattfinden können. Das wünsche ich mir.

Mod.: Diese ganzen umstrittenen völkerrechtlichen Fragen, das ist dann die eine Sache, das hätte sicher stärker berichtet würden müssen. Das heißt ja aber nicht und das ist die Reaktion vieler Schreiber, die wir jetzt sehen, dass man sozusagen Putin in ausschließlich positiven Licht darstellen kann.

Gabriele Krone Schmalz: Also ich bin ja jemand, der auch in seiner Arbeit in der aktiven zeit viel kritisiert hat, aber ich bilde mir ein, ich habe das immer auf einem bestimmten Niveau gemacht und ich habe das immer mit einem bestimmten Respekt gemacht. Es gibt ein sehr schönes, wie ich finde, indianisches Sprichwort, das heißt Manitu, also großer Geist, gib dass ich meine Nachbarn nicht eher tadle, als ich eine Meile in seinen Mokassins gewandert bin. Also sich hin und wieder in die Lebensrealität derjenigen zu versetzen, über deren Lebensrealitäten man berichtet, hilft.

Mod.: Das heißt, wenn, weil das ist mir wichtig, viele Leserbriefschreiber stellen Putin im Moment sehr sehr positiv dar, das ist dann wahrscheinlich eine Art Überreaktion. Ich weiß nicht, aber wie sehen Sie das?

Gabriele Krone Schmalz: Sagen wir so, auch bei den Medien. Im Grunde genommen haben wir so, wenn ich das mal so platt sagen soll, im Grunde genommen haben wir eine Entwicklung durchgemacht von einer Gorbimanie in eine Putinphobie. Ja, das eine wie das andere ist nicht so, hätte man so vielleicht nicht machen müssen. Was heißt Überreaktion, vielleicht ist es insofern eine Reaktion, weil viel zu lange zu kurz gekommen ist, was dieser Mann, ob man den sympathisch findet oder nicht, für das Land geleistet hat und das war schon eine ganze Menge. Bei uns hat das aber in der Berichterstattung keine Rolle gespielt, wir haben uns eineinhalb Jahre an Pussy Riot aufgehangen, was in Russland keine Rolle gespielt hat. Haben darüber vergessen, was in Russland wirklich wichtig war im Alltag. Es gibt so intelligente Proteste in Russland. Es gibt so interessante Zusammenkünfte zwischen aufmüpfigen Leuten und Regierungsstellen. Es gibt so interessante Programme von unseren Kollegen in Russland, die sich richtig was trauen. Das würde ich mir wünschen, dass man das auch mal hier zur Kenntnis bringt und sich dann mit denen auch auseinandersetzt. Das würde was bringen über, dass wir ein realistischeres Bild von dem haben, was sich in Russland abspielt. Es gibt viel zu kritisieren, lieber Gott, die Zeit haben wir heute, um das alles aufzuzählen, aber es nur so zu sehen, wird der russischen Realität im Moment nicht gerecht und auch nicht dem derzeitigen und schon dreimaligen Präsidenten Putin.

Mod.: Ein interessanter Punkt, den ich noch nicht so ganz verstehe, dass dann in diesen Briefen, die wir bekommen, spielt der Antiamerikanismus eine große Rolle, haben Sie da eine Erklärung für? Wie hängt das zusammen?

Gabriele Krone Schmalz: Ich bin sehr skeptisch, gibt es natürlich auch. Es gibt Anti-amerikanismus, es gibt Anti ich weiß nicht was. Ich bin aber sehr skeptisch, das als Grund anzuführen für eine positive oder positivere Sichtweise Russlands, das ist mir zu platt. Kommt mir auch so vor, als käme dieses Argument, das sind ja nur die Antiamerikaner, die jetzt Russland besser dastehen lassen wollen, das kommt mir so vor, als ob denen die Argumente ausgehen. Ich finde es völlig legitim, wenn die deutsche Gesellschaft, Bürger in der deutschen Gesellschaft, die sich entspre-chend äußern, wenn die vom amerikanischen Verhalten enttäuscht sind, also Irakkrieg-Lüge, weiß man mittlerweile. Was weiß ich, Killerdrohnen in Folterge-fängnissen, Guantanamo, was immer, NSA nicht zu vergessen, dann ist man enttäuscht. Und ich finde es auch völlig legitim dann zu sagen, diese Wertefüh-rerschaft, die die USA ja mal hatten, haben sie irgendwie doch so ein bisschen verwirkt, vorsichtig ausgedrückt. Wenn ich das deutlich beim Namen nenne, wenn ich da versuche, mich zu wehren und zu sagen, ja Halt, Stopp, das darf doch so nicht sein, dann hat das für meine Begriffe aber nicht die Berührung Antiamerikanismus zu tun, sondern einfach nur mit einer realen Wahrnehmung der Welt. Alles, was auf Antiamerikanismus oder Anti ich weiß nicht was, rausläuft, das ist nicht das was eine Rolle spielt nach meinem…

Mod.: Aber das interessante ist ja, dass das anscheinend mit Russland verwoben wird gerade und das verstehe ich nicht. Was hat das…

Gabriele Krone Schmalz: Wer verbindet das mit Russland?

Mod.: Die ganzen Leute, die sich jetzt gerade beschweren. Die sagen, hört mal auf so negativ über Russland zu berichten, über Putin zu berichten, guckt doch mal lieber was in den USA los ist.

Gabriele Krone Schmalz: Das halte ich für legitim und hat nichts mit Antiamerikanis-mus zu tun, sondern ich würde mal sagen, das ist dann so eine Art Bedürfnis nach Gerechtigkeit, wenn Sie so wollen.

Mod.: Ja, das eine hat ja wenig mit dem anderen zu tun, man kann ja auch die USA kritisieren…

Gabriele Krone Schmalz: Doch, es hat schon was… Ja eben, das wäre ja schön, wenn das so ist. Ich denke, dass diese Wahrnehmung, das wenn bestimmte politi-sche Entscheidungen in einem Teil der Welt stattfinden, dass sie anders berichtet werden, anders kommentiert werden, anders wahrgenommen werden, halte ich, wie gesagt, halte ich für legitim und das ist natürlich ja auch ein ganz schönes Beispiel zu sagen, dem haut der immer einen auf die Mütze und der macht sowas ähnliches und da sagt ihr das ist alles nicht schlimm. Ja, also dieses Messen mit zweierlei Maß funktioniert ja nur, wenn man auch zwei Antipoden da stehen hat, aber das ist weit ab von Antiamerikanismus.

Mod.: Wir haben ja darüber diskutiert, dass andere Meinungen vorkommen, aber eben in geringerem Maße, aber nichtsdestoweniger ist ja trotzdem, wenn man jetzt die Mainstream-Medien anguckt und Ihre Kritik ernst nimmt, ist das ein Unterwegs-sein in die falsche Richtung dann unterm Strich und jetzt kann man ja, wenn man dieses Argument hört und diese These hört, zumindest anfangen zu zweifeln, weil sozusagen ganz unterschiedliche Redaktionen in unterschiedlichen Teilen der Republik bei dem selben Thema offensichtlich sozusagen in die Irre gehen.

Gabriele Krone Schmalz: Ja, da sollte man vielleicht mal folgenden Mechanismus nicht so ganz aus dem Auge verlieren, was auch damit zu tun hat, dass Medien we-niger Zeit und weniger Geld haben. Es gibt Leitmedien und dann guckt man nach, was schreiben die, ich nenne jetzt keine und dann übernehmen das andere.

„Das darf nicht sein“
ZAPP – 16.04.2014 23:20 Uhr

Bei der Berichterstattung über den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland gebe es „entlarvende Automatismen“, erklärt die Dozentin für Journalistik, Gabriele Krone-Schmalz.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/zapp7411.html

https://www.youtube.com/watch?v=18tUv7kr5Xs

Medienlügen:

ARD-Statistk

ARD-Desinformation zur Ukraine

Sie hören zur Zeit angebliche Nachrichten, Medienmeldungen, daß Ukraine ihre Gaslieferungen aus Russland nicht bezahlen kann, weil Russland die Gaspreise erhöht hat. Das ist eine glatte Lüge. Ukraine bezahlt die von Russland bereits mit großem Rabatt gelieferten Gasmenge nicht. So sollte Ukraine bereits am 07 April 2014 vereinbarungsgemäß für die gelieferten Gasmengen 525 Millionen USD bezahlen, Ukraine bezahlte jedoch gar nichts. Ukraine schuldet bereits 2,2 Millarden USD für erfolgte russische Gaslieferungen. Erst jetzt spricht Putin davon, daß wenn es so weitergeht, daß Rußland nur gegen Vorauszahlungen und zu normalem Preis, wie es allen Gasempfängern berechnet werden, d.h.  für $485 per 1,000 Kubikmeter liefern wird, wie es im Vertrag mit der Ukraine vereibart worden ist. Was ist daran verwunderlich, wenn jemand, dessen Rechnungen von einer ihm feindlichen Regierung für bereits erfolgte Lieferungen nicht bezahlt werden, die für einen solchen Fall vereinbarten Vorauszahlungen ohne bisherigen Freundschaftsrabatt verlangt?

http://eng.kremlin.ru/transcripts/7049

Die andere aktuelle Medienlüge ist, daß angebliche OSZE-Beobachter, darunter deutsche Offiziere, von der ostukrainischen prorussischen Verwaltung festgehalten werden.

Es sind keine OSZE-Mitarbeiter! Es sind militärische NATO-Beobachter! Und es ist üblich, militärische „Beobachter“ Spione zu nennen und als Spione zu behandeln. Die Regierung in der Ostukraine ist ebenso illegitim, wie die Regierung in der Westukraine! Die eine ist nicht „provisorische Regierung“ und die andere „Seeparatisten“, beide sind illegitim und kamen durch Waffengewalt an die Macht. Beide! Die in Kiew zuerst, die lieferte die Handlungsvorlage den Ostukrainern.

Henryk Broder schreibt dazu: „Die OSZE schickt “Beobachter” in die Ukraine, die einen Beitrag zur Lösung der Krise leisten sollen. Und dann werden diese “Beobachter” selber zum Ausgangspunkt der nächsten Krise. Und ganz nebenbei erfahren wir, dass diese “OSZE-Beobachter” eigentlich keine OSZE-Beobachter sind, sondern Angehörige “einer bilateralen Mission unter Leitung des Verifikationszentrums der Bundeswehr auf Einladung der ukrainischen Regierung”.
Dennoch oder deswegen sagt der “OSZE-Sonderbeauftragter für die Ukraine”, es liefen derzeit “intensive Bemühungen für die Lösung des Problems”, nein, nicht der Situation in der Ukraine, sondern der gefangen genommenen Nicht-OSZE-Beobachter. Und allen Schwierigkeiten zum Trotz sei es doch “positiv”, dass die internationale Gemeinschaft mit der OSZE-Mission “Augen und Ohren vor Ort hat, um festzustellen, was objektiv passiert”.
Zur Zeit von Mata Hari und später auch von Kim Philby nannte man so etwas noch Spionage, heute sind es Augen und Ohren vor Ort, die feststellen sollen, was objektiv passiert. Also, objektiv stellen sie fest, dass sie derzeit etwas unbeweglich sind, subjektiv sitzen sie in der Scheiße und warten darauf, rausgeholt zu werden. Es ist alles eine Frage des Narrativs.
Deswegen hat BAM Steinmeier Russland aufgefordert, sich für die Freilassung der OSZE-Beobachter einzusetzen, obwohl es keine OSZE-Beobachter sind. Die OSZE wiederum geht davon aus, “dass sie bald einen direkten Kontakt zu den festgehaltenen Beobachtern bekommt”, obwohl die OSZE gar nicht der Verhandlungspartner der pro-russischen Kräfte sein könne, da es sich bei den Festgehaltenen nicht um Mitglieder der eigentlichen OSZE-Beobachtermission handle, sagt der Vizechef des OSZE-Krisenpräventionszentrums. Dennoch seien Unterhändler der OSZE bereits auf dem Weg nach Slawjansk, um über die Freilassung der Nicht-OSZE-Berater zu verhandeln.
Ein Irrenhaus ist dagegen eine Ferienanlage mit Animateuren. Der Vergleich scheint etwas gewagt, aber er trifft den Nagel auf den Kopf. Man könnte auch sagen, die OSZE vermittelt Abenteuerreisen in Krisengebiete. Statt dafür zu bezahlen, bekommen die Teilnehmer nagelneue SUVs zur Verfügung gestellt und ein sattes Tagegeld, das dem Monatseinkommen eines ukrainischen Lehrers entspricht. Dafür kann man sich schon paar Tage gefangen nehmen lassen.
Mittlerweile treten sich die Beobachter gegenseitig auf die Füße. Neben der großen OSZE-Mission gibt es noch die “Election Observers” und zwei weitere “kleinere Missionen”. Dabei nutzen die Berichte, die alle diese Beobachter nach Hause schicken, so viel wie eine Mund-zu-Mund-Beatmung bei einem Selbstmörder, der sich von einem Hochhaus in die Tiefe gestürzt hat. Aber die Beobachter kommen rum und lernen die Welt kennen, statt zu Hause zu sitzen und ihre Familien mit Geschichten aus dem Wiener OSZE-Hauptquartier zu langweilen. Mit Hilfe dieser Hobby-Kundschafter wollen Steinmeier, die EU und die NATO die Krise um die Ukraine lösen und Putin Mores lehren. Soll sein!“

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/schwein_gehabt2

Desinformations-Kampagne

Von SEBASTIAN RANGE

„Die Gefangennahme der ausländischen Militärs durch die Aufständischen wird seit Anbeginn von einer massiven Fehlinformations-Kampagne der Medien begleitet, die von der Bundesregierung befördert wird.

Das beginnt mit der Behauptung, bei den inhaftierten Männern handele es sich um Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE),  beziehungsweise sie seien im offiziellen Auftrag der OSZE im Land gewesen. Dem widersprach OSZE-Sprecher Claus Neukirch bereits am Freitag (vgl. Video am Ende des Textes).

„Genau genommen“ seien die Inhaftierten keine Mitarbeiter der OSZE, sondern „Militärbeobachter, die bilateral dort unter einem OSZE-Dokument tätig sind“.

Mit der aktuellen OSZE-Beobachtermission, die die Rückendeckung aller 57 OSZE-Teilnehmerstaaten – einschließlich Russland – hat, und für die derzeit etwa 140 Beobachter im Land sind, um vor Ort Fakten zur Sicherheitslage zu sammeln, haben die inhaftierten Militärs nichts zu tun.

Deren Mission stehe „unter Führung des Zentrum für Verifikationsaufgaben der deutschen Bundeswehr“, erklärte Neukirch. Da es sich um keinen offiziellen OSZE-Einsatz gehandelt hat, habe es für diesen „speziellen Besuch keine Risikoeinschätzung“ seitens der OSZE gegeben. (1)

Am Sonntag waren zwei Mitarbeiter der OSZE-Beobachtermission an einem Checkpoint  in der Region Donezk von Aufständischen kurzzeitig festgehalten worden. Nach Überprüfung ihres Status wurden sie wieder frei gelassen.

Bei dem von Neukirch angesprochenen OSZE-Dokument, das die Grundlage für den Einsatz der gefangenen NATO-Soldaten bildet, handelt es sich um das Wiener Dokument „über vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen“ von 2011, das der Rüstungskontrolle dient.

Im Rahmen dieses Abkommens sei das Beobachter-Team unterwegs gewesen, wie der nun inhaftierte Leiter des Einsatzes, Bundeswehr-Oberst Axel Schneider, während einer von den Aufständischen inszenierten Pressekonferenz am Sonntag erklärte. Die Mitglieder des Teams hätten diplomatischen Status, ihre Mission sei allen OSZE-Teilnehmern, auch Russland, bekannt gewesen.

Vergangene Woche hatte Schneider die Einsatzziele in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk offen benannt. Es gehe darum, sich „rasch und schnell ein Bild“ von der Verfassung der ukrainischen Streitkräfte machen zu können, von der „Schlagkraft der Einheiten“, und „in welchem Zustand die sind und was sie leisten können“.

„Sie würden sich wundern“, erklärte der Bundeswehr-Oberst, „was für interessante Informationen dann für uns sichtbar werden, die auch ein Urteil ermöglichen, wie dieser Beitrag im politischen großen Bild eingesetzt werden kann.“

Es ginge auch darum, die Bereitschaft der Soldaten festzustellen, „für das Land in den Einsatz zu gehen“.

Auf die Frage, warum Soldaten in eine diplomatische Mission involviert sind, sagte Schneider: „Wir als Soldaten haben hier eine diplomatische Funktion übernommen, wie wir das schon seit 1991 tun.“ Es gebe eine enge Koordinierung mit dem Auswärtigen Amt, so dass „Diplomatie und militärische Planung gut zusammenlaufen können“.

Mit anderen Worten: Es handelt sich um eine Mission der militärischen Aufklärung unter diplomatischem Deckmantel. Für etwaige militärische Planungen will sich die NATO ein eigenes Bild davon machen, welche Truppenteile der ukrainischen Armee im Falle des Falles verlässlich sind.

Der Einsatz hielt sich allerdings nicht an die Bestimmungen des Wiener Dokuments. Dort wird die „Beobachtung bestimmter militärischer Aktivitäten“, worunter die Mission fallen dürfte,  folgendermaßen spezifiziert: „Jeder Teilnehmerstaat kann bis zu zwei Beobachter zu der zu beobachtenden militärischen Aktivität entsenden“ – Deutschland schickte jedoch mindestens drei Soldaten. Das mag man als unbedeutende Nebensache abtun, jedoch wurde auch gegen das wichtigste und daher zu erst genannte Kriterium verstoßen, das verlangt, dass „Beobachter aus allen anderen Teilnehmerstaaten“ geladen werden müssen. “

Lesen Sie bitte hierzu: Ukraine Spezial und Zweierlei Maß, als auch

Wird Deutschland jetzt in der Ukraine verteidigt?

Eine andere Medienlüge hat neulich die Runde in deutschen Medien gemacht, Wolfgang Schäble hätte Putin mit Hitler verglichen. Schäuble hat es nicht gemacht, Medienleute haben sich das aus dem Finger gesaugt! Die FAZ vom 05.04.2014, Nr.81. S.15 schrieb dazu:
„Das bestimmende Thema am Montagmorgen im Bundesfinanzministerium, so die einhellige Erinnerung der Abiturienten, war Europa und der Euro. Der Krim und der Ukraine wiederum habe nur eine Antwort auf eine Nachfrage gegolten, ein Bruchteil in einem recht langen, lebhaften Gespräch. Sie meinen, seitdem eine ganze Menge komplizierter Dinge besser zu verstehen, von Europa, sogar von der Finanzkrise, und dass sie trotzdem nicht alle guten Hoffnungen SchäDer Punkt ist: Die Abiturienten der Berliner Fachoberschule Informations- und Medizintechnik sind sich ganz sicher, dass Wolfgang Schäubles Intention eine ganz andere war als jene, die eine Stunde nach dem Europa-Schülergespräch um die Welt ging – wobei die Tatsache, dass überhaupt Schüler dabei waren, die zudem etwas anderes begriffen hatten und vor allem sehr viele Fragen stellten und auch beantwortet bekamen, alsbald kaum noch eine Rolle spielte. Sie staunten über die Spitzenmeldungen von Reuters, dann der dpa und die immer skandalträchtigeren Titel: „Schäuble sieht Parallelen zwischen Ukraine und Sudetenland“ und darunter die Erläuterung, warum das natürlich so niemals gesehen werden dürfe; bald hieß es sogar „Deutscher Minister vergleicht Putin mit Hitlers Vorgehen im Sudetenland!“ Wenig später kamen Proteste der Opposition und schließlich die Distanzierung der Kanzlerin.ubles teilen. (…)

Doch nur wenige Stunden nach dieser besonderen Schulstunde mit dem Bundesfinanzminister verstanden sie gar nichts mehr. Nur noch so viel: dass ihr Hören und Verstehen das eine ist, Geschichte, ihre Interpretation und große Politik etwas ganz anderes und vor allem, was die mediale Eskalationsstrategie beim Umgang mit einem Satz alles anrichten kann. Bis nach Moskau, wo schließlich der deutsche Botschafter einbestellt worden sein soll. Wegen ihrer Schulstunde? Nein, auch das eine Zuspitzung, war zu lernen, denn es handelte sich um einen ganz normalen Antrittsbesuch des neuen Botschafters. (…)

Dass Schäubles Bemühen, ihnen die Ängste Osteuropas zu erklären, zur weltweiten Aufregungserzeugung taugt, wäre den Abiturienten am Montag nicht mal im Traum eingefallen. Nun ahnen sie, wie so etwas entsteht. Für ihren Lehrer sind diese Entwicklungen eigentlich eine „Sternstunde des Politikunterrichts“. Selten könne man so konkret diskutieren, über Geschichte und ihre langen Schatten, über historische Vergleiche und Gleichsetzen und wie man eine echte Kontroverse von der künstlichen unterscheidet, wie weit die Macht der Medien geht und wo Wahrheit und Lüge aufeinandertreffen. Das sei politische Bildung: „Urteilsbildung und kritische Distanz als Voraussetzung für Partizipation in demokratischen Prozessen.“

Im Gespräch mit dieser Zeitung (FAZ) sagen einige Schüler trotzdem, da sehe man doch wieder, wie immer alles aufgebauscht werde, weil das Schlagzeilen bringe. Andere widersprechen, das sei zu pauschal, die feinen Unterschiede, die müsse man schon erkennen. Schließlich würden viele echte Skandale erst von Zeitungen aufgeklärt. Fazit: Manchmal wird etwas zusammengeschnurrt auf einen Satz, und in atemberaubender Geschwindigkeit verbreitet es sich um die ganze Welt, uneinholbar. Sie kannten das bisher allenfalls aus dem Internet, aus Facebook und solchen Sachen. Jetzt wissen sie es besser. Das schärft tatsächlich, wenn auch unbeabsichtigt, das Urteilsvermögen.“

Inzwischen, von der Öffentlichkeit unbeachtet: SS-Gedenkmarsch in Lemberg (Lwow, Lwiw in Westukraine)

Volker Kauder: Rückfall in die politische Steinzeit
Autor: U. Gellermann
Datum: 30. April 2014
„Der schwere politische Unfall Volker Kauder, zweimal hintereinander bereits „Bierbotschafter des Jahres“, steuerte jüngst einen „Rückfall in die politische Steinzeit“ zur angeheizten Atmosphäre des Ukraine-Konflikts bei. Natürlich meinte Kauder nicht den aktuellen Aufmarsch zum Gedenken an die brave, ukrainische „SS-Division Galizien“ in Lemberg (Lwiw), die so tapfer an der Seite deutscher Truppen am Abschlachten von Juden und Polen beteiligt war. Auch die Minister der faschistischen Svoboda-Partei in der ukrainischen Putsch-Regierung waren ihm nicht steinzeitfällig. Seine Erregung galt vielmehr den von ukrainischen Oppositionellen gefangen genommenen Militärs, die als OSZE-Missionäre erst durch die Ukraine, dann durch die deutschen Medien geisterten. Mit dieser selektiven Wahrnehmung passte Kauder sich wunderbar der veröffentlichten deutschen Mehrheits-Meinung an.
Bis jüngst hatten die deutschen Medien eine nur schwer heilbare Neigung, die festgenommen NATO-Offiziere, unter ihnen vier Deutsche, als Teil der offiziellen OSZE-Beobachter-Mission zu verkaufen. In Wahrheit sind die in Zivil reisenden Militärs nicht im OSZE-Auftrag unterwegs. Vorgeblich wollten sich die NATO-Berufssoldaten unter Führung der Bundeswehr, so der Chef der Gruppe Oberst Axel Schneider, „ein Bild davon machen“, „in welchem Zustand“ die bewaffneten Verbände der Ukraine seien „und was sie leisten können, ob sie offensiv oder defensiv ausgerichtet sind“. Das ist schön. Mitten in einem beginnenden Bürgerkrieg stolperte eine NATO-Observationsgruppe durch die Ukriane, um sich den Zustand der Landes-Armee anzusehen. Und ganz zufällig landen sie im ostukrainischen Slawjansk, in dem zwar keine Regierungsgtruppen stationiert sind, aber Anti-Euro-Maidan-Kräfte Gebäude besetzt halten. Ebenso zufällig findet der NATO-Bummel kurz nach einem Einsatz der Kiewer „Anti-Terror-Kräfte“ gegen die Slawjankser Besetzter statt. Wo Anti-Terroristen unterwegs sind, müssen Terroristen sein, so lautet die offizielle Sprachreglung. Zwar galten die Aufständischen in Kiew als mutige Oppositionelle, aber Aufständische in der Ost-Ukraine, das weiß die ARD-Reporterin wie im Schlaf, sind nun mal Terroristen.
Eine ganz andere Terroristen-Furcht scheint die ukrainischen Juden zu quälen. Denn die israelische Einwanderungsagentur Jewish Agency und das israelische Ministerium für die Aufnahme von Einwanderern teilten mit, dass die Anzahl der jüdischen Emigranten aus der Ukraine in den letzten drei Monaten rasant gestiegen sei. Schon im Juli des letzten Jahres unterzeichneten 30 israelische Knesset-Abgeordnete einen offenen Brief, an den EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz: Sie warnten vor der Svoboda-Partei – damals noch in der Opposition, heute in der Putsch-Regierung – die sei extrem antisemitisch. Sogar die Konrad Adenauer-Stiftung, die ihren Schützling Klitschkow später im Pakt mit der Svoboda gut aufgehoben sah, mochte früher noch feststellen, dass der Svoboda-Chef antisemitische Ressentiments, Fremdenfeindlichkeit und ukrainischen Isolationismus mobilisiere. Das gilt natürlich heute alles nicht mehr. Was stören uns ein paar ängstliche Juden, scheint der Mainstream zu denken, in dem das alles unbeachtet bleibt, wenn es um den fetten Happen Ukraine und um einen möglichen neuen Russlandfeldzug geht. Wer sich erinnern mag, dass es im Jahr 2000 EU-Sanktionen gegen Österreich gab als dort eine Koalitionsregierung mit dem Rechts-Nationalisten Jörg Haider installiert wurde, der kommt aus dem Augenreiben gar nicht mehr raus.

Noch scheint die Begünstigung einer Putsch-Regierung in Kiew nur aus dem radikalsten Propaganda-Feldzug seit den 60er Jahren und ein paar wirtschaftlichen Sanktionen zu bestehen. Doch wer die Zeichen einer von den USA gesteuerten Einkreisung Russlands deuten kann, dem wird Angst und Bange: Für Juni plant die NATO eine neue groß angelegte Marineübung in der Ostsee. Das teilte Pentagon-Sprecher John Kirby am Dienstag mit, ohne dass vom NATO-Mitglied Deutschland ein Einspruch gegen diese antirussische Aktion zu hören gewesen wäre. Das rumänische Militär wird unweit der Grenze zur Ukraine aufgestockt. Wie das Verteidigungsministerium des Landes mitteilt, wird eine Militärübung geplant, an der auch US-Militärs teilnehmen werden. Und in Georgien werden Freiwillige zur Teilnahme am Militäreinsatz gegen die Anhänger der Föderalisierung in der Ost-Ukraine geworben. Das Gerücht, Volker Kauders Sympathien für die korrupten ukrainischen Eliten hinge damit zusammen, dass er den Vorschlag eines Gesetzes gegen die Korruption bei Bundestags-Abgeordneten abgelehnt hat, ist eher verharmlosend. Kauder gehört zu jener Mehrheit im Bundestag, dem die devote Nähe zu den USA allemal lieber ist als eine gewisse Unabhängigkeit deutscher Aussenpolitik, die allerdings Verstand voraussetzt und Mut.“
http://www.rationalgalerie.de/home/ss-gedenkmarsch-in-lemberg.html

CIA and FBI Work with Fascists in Ukraine as “War in Europe” Unfolds

Germany, France, Britain, Italy and United States prepare for war between NATO and Russia.

The latest move by the junta in Kyiv and the participation of the CIA and the FBI in military activity adds a new urgency to the crisis. Since the failure of Geneva agreement last month, Germany, France, Britain, Italy and the United States are preparing for the possibility of war between NATO and Russia.

http://www.infowars.com/cia-and-fbi-work-with-fascists-in-ukraine-as-war-in-europe-unfolds/

America Backed Fascists In Ukraine 70 Years Ago

American Government Backed Ukrainian Nazis … Same Group Supported By the Leader of the Protests which Toppled the Ukrainian Government In February 2014

Oliver Stone’s documentary Untold History notes:

Truman approved the creation of a guerrilla army code-named “Nightingale” in Ukraine. Originally setup by the Nazis in 1941, it was made up of ultra-nationalists. They would, as Stone describes, wreak havoc on the “famine-wrecked region where Soviet control was loose, carrying out the murder of thousands of Jews, Soviets and Pols, who opposed a separate Ukrainian state.” The CIA would parachute “infiltrators” into the country as well to further “dislodge Soviet control.”

http://www.infowars.com/america-backed-fascists-in-ukraine-70-years-ago/

CIA und FBI beraten Regierung in Kiew

Die ukrainische Junta in Kiew wird von Dutzenden Spezialisten des US-Geheimdienstes CIA und der US-Bundespolizei FBI beraten. Die Beamten sollten im Auftrag der US-Regierung dabei helfen, „die Unruhen im Osten des Landes zu beenden“, also Demonstrationen der prorussischen Aktivisten niederzuschlagen und eine funktionsfähige Sicherheitsstruktur, also Terror gegen eigene Bevölkerung, aufzubauen, berichtete die Zeitung BILD unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise.

Die Agenten seien aber nicht direkt, sondern aus sicherer Entfernung, an den Kämpfen mit den pro-russischen Aktivisten in der Ost-Ukraine beteiligt. Ihre Tätigkeit beschränke sich angeblich auf die Hauptstadt Kiew (ha,ha…). Die FBI-Agenten sollten der Übergangsregierung zudem dabei helfen, die organisierte Kriminalität im Lande zu bekämpfen, worunter vor allem die pro-russischen Aktionen gemeint sind.

Die Tatsache, dass die Bild-Zeitung diese Meldung bringt und dass diese unbestätigte Meldung von der Nachrichtenagentur Reuters verbreitet wird, könnte auf eine gewisse Distanzierung der Amerika-freundlichen Medien von der von CIA, NATO und EU mit militärischen Gewalt installierten Majdan-Junta in Kiew hindeuten.

Mitte April hatte der Besuch von CIA-Direktor John Brennan in der Ukraine für Aufsehen gesorgt (bei wem denn?).

 Deutsche gewaltbereite Nazis schreiben im Internet: Heute in der Ukraine und morgen in ganz Europa! Right Sector.“  (Spiegel Online, 05.05.2014)

Und der ultralinke/rechte Demagoge Jürgen Elsäßer streut in seinen Reden die populistische Weltverschwörungstheorie, daß hinter allem Bösen in der Welt die Juden/Israelis/Zionisten/Weltfinanz stehen, und spricht expressis verbis in seinem Videovortrag vom April 2014: “COMPACT 4/2014 – Krieg gegen Putin: Wer stoppt die NATO?” von “einer Zionisten-Brigade auf dem Maidan, das heißt jüdische Kämpfer mit israelischer Armeeausbildung, die sich als Stoßtruppe sozusagen über die friedlichen Demonstranten gemengt haben.”

>5:58 “Also es macht keinen Sinn mit dem Finger auf Russland zu zeigen, sondern diese ausländische Macht war natürlich eine westliche Macht und wir haben zahlreiche Berichte, auch aus der seriösen Presse, aus der FAZ, aus der neuen Zürcher Zeitung aufgeführt, wo berichtet wurde, etwa von Amerikanern, auch Deutschen und von einer Zionisten-Brigade auf dem Maidan, das heißt jüdische Kämpfer mit israelischer Armeeausbildung, die sich als Stoßtruppe sozusagen über die friedlichen Demonstranten gemengt haben, ja. Und das waren diese ausländischen Faktoren, die jeden Vermittlungsversuch torpediert haben und dann kam es eben zum Sturz von Janukowytsch. Der konnte sich nicht mehr halten, der musste fliehen und dann wurde er formell vom Parlament abgesetzt und eine neue Regierung gewählt.” <6:52

Die Achse des Guten schreibt dazu am 03.05.14: Auf einer Montagsdemo der neurechten Friedensbewegung beschuldigte er am 21. April eine »supranationale Gelddynastie« für die Übel der Welt verantwortlich zu sein – früher war das Weltfinanzjudentum dafür zuständig. Das Ganze habe weder mit Antisemitismus noch mit Religion zu tun, wenn man jüdische Geldsäcke angreift, denn egal ob Jude, Christ oder Moslem, Geldsäcke seien ja in Wirklichkeit gottlos und würden nur einen Götzen kennen: Den kalten Mammon! Da sie Täter seien, sind sie gottlos und daher ja genaugenommen auch keine Juden mehr. Und wer sie kritisiert, könne daher auch kein Antisemit sein. Natürlich wird da im Namen von Klarheit und Wahrheit verschleiert, gehe es lediglich um Gerechtigkeit, und dabei steht man nicht mehr auf der linken oder rechten, sondern nur noch auf der richtigen Seite! Diese Muster sind uralt, man wird nicht nur in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts fündig, wenn man Vergleichbares sucht. http://www.jungewelt.de/2014/05-03/008.php“

timoschenko

I’m confused, can anyone help me? / Ich bin verwirrt. Kann mir vielleicht irgendjemand helfen?

https://psychosputnik.wordpress.com/2014/05/09/ich-bin-verwirrt-kann-mir-vielleicht-irgendjemand-helfen-im-confused-can-anyone-help-me/

Offenbar ist es in Rußland so mediengeil sich „Kremlkritiker“ zu nennen, wie im Westen „Israelkritiker“. Damit kann jeder Dummkopf in die Medien kommen. Davon singt Koby Israelite ein super Lied:

“Your best songs are stolen,

Your arrangements are lame”,

My ego is swalling,

Your songs are all the same

So you want youtube hits

You ought to show its hit

Who are the pare of such a delight?

Boycott Israelite!”

Siehe und höre auf: http://www.youtube.com/watch?v=4Bz2T34MgXM

Boykott Israelite

Siehe und höre auf: http://www.youtube.com/watch?v=4Bz2T34MgXM

So, jetzt zum nächsten Medienmärchen über Rußland, über die angeblichen Gesetze, die Homosexualität verbieten. Homosexuelle Handlungen sind in Rußland legal. Aufgrund des Kinderschutzes wurde die homosexuelle Propaganda in der Öffentlichkeit in manchen Regionen Rußlands 2006–2013 unter Verbot gestellt. Am 30. Juni 2013 unterzeichnete Putin ein Gesetz auf föderaler Ebene, das jegliche Propaganda der Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen, z.B. in und vor Kindergärten, Schulen, etc. oder über Medien wie das Internet unter Strafe stellt. Was dagegen?

Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_in_Russland

Zum Schluß der heutigen Betrachtung der westlichen Lügen-Medien schlage ich Vladimir Putin vor, daß er künftig seine politisch-juristischen Maßnahmen inklusive Lagerhaft als seine eigene künstlerische Performance und Conceptual Art deklariert, dann kann niemand mehr etwas dagegen sagen, nicht wahr? Es ist ja dann eben Kunst!

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An der tapezierten Wand im Korridor hängen Schwarzweissaufnahmen hinter Glas. Die auf der linken Seite zeigen Annas Familie. Rechts davon ist seine, Alexanders. Sein Grossvater war Minister für Kohle und Montanindustrie. Links oben in einem schwarzen Rahmen Annas Grossmutter als junge Frau, streng und masslos schön. Zwölf aus ihrer Familie, ­Juden aus Rostow am Don, wurden erschossen. Stalins Trittsiegel bestand aus Todesurteilen. Schräg darunter hängt ein Foto von Annas ­Vater: Kampfpilot, Fliegergeneral, dichtes schwarzes Haar, dunkle, kaukasische Augen, ein Oberlippenbart wie Clark Gable. Ein anderes Foto zeigt ihn stolz neben einem silberglänzenden Roadster BMW 328 «Mille Miglia». Der war ein Geschenk von Wassili Stalin. Dem Sohn des Diktators.

Der Vater des Kampfpiloten, Annas Grossvater, hat von 1923 bis 1965 im Allerheiligsten der Sowjetmacht überlebt – unter Lenin, Stalin, Chruschtschow, Breschnew. Zuletzt war er Staatsoberhaupt der UdSSR, dann ist er eines natürlichen Todes gestorben. Anastas Mikojan – Volkskommissar, Politbüro-Mitglied, Minister – ist eine legendäre Gestalt.

Warum blieb er verschont?

Nur die jüngsten seiner fünf Söhne, Iwan und Sergo, sassen ein einziges Mal in Haft, halbe Kinder noch. Zwei, drei Wochen, sagt Anna, ­ohne Folter, zur Warnung. Stalin hatte Angst vor dem Tod; allein die Angst der anderen konnte die seine bannen. Wer ausser Anastas Mikojan war am Ende noch übrig, der sein Sündenregister kannte? Warum blieb ausgerechnet er verschont? Anna weiss es nicht.

Nur 229 Menschen haben zwischen 1917 und 1991 den Kurs der Sowjetunion bestimmt: die Mitglieder und Kandidaten des Politbüros, die Mitglieder und Kandidaten des Organi­sa­tionsbüros des Zentralkomitees der KPdSU, die Sekretäre und Mitglieder des Sekretariats des Zentralkomitees. 229 Gottbegnadete.

Wer eine Gesellschaft verstehen will, beginne bei ihren Eliten. Die in der Mitte gleichen sich überall, erst recht unter globalisierten Bedingungen – eine amorphe Masse Halbreicher, die sich vorgaukelt, die Welt sei ein Dorf. Doch auch die tragen nur ihre Obrigkeit auf den Schultern, egal, wie das Ganze sich nennt. Demokratisch oder autoritär. Erst oben, ganz oben – und dann wieder ganz unten – werden die Unterschiede sichtbar.

Im Zürcher Tages-Anzeiger erschien Ende 2014 ein Beitrag, der einmal mehr bewies, wie hilflos der Westen dem Phänomen Russland aus­ge­liefert ist. Die Herrscher in Moskau, so hiess es darin, verteufelten den Westen ob seines Sit­tenverfalls und Kulturverlusts. Aber genau dort­hin, in diesen zutiefst verdorbenen Westen, schickten sie ihre Söhne und Töchter, lies­sen sie dort ausbilden, leben, reich und glücklich werden.

Die Klage ist ein Kontinuum westlicher ­Medien; im Fadenkreuz steht die vermeintliche russische Verlogenheit. Eine Parade an Beispielen diente der Zeitung als Beleg: Eisenbahnchef Wladimir Jakunin, Vizeparlamentspräsident Sergei Schelesnjak, Vizepremier Dmitri Kosak. Nicht zuletzt der Präsident selbst – auch Wladimir Putins Töchter haben einige Jahre lang im Ausland gelebt.

Zweifel am verdorbenen Westen

Der Ansatz spiegelt die Ignoranz unserer westlichen Zivilisation all dem gegenüber, was jenseits ihrer Grenzen steht. Denn das wissen die russischen Millionäre ebenso gut wie die Reichen aus Basel und Bielefeld: Le Rosey, ­Salem, das Institut auf dem Rosenberg, Eton und Co sind weder Brutstätten der Weltrevolution noch solche postmoderner Irrungen und Wirrungen. Von wegen Sittenverfall und Kulturverlust. Jeder Schweizer Schuldirektor, wenn er in dieser Liga spielt, kennt die Zweifel der russischen Eltern am angeblich verdorbenen Westen von seinen Moskauer Roadshows. «Nicht doch», beruhigt er dann, das Ideal der Familie werde an seiner Schule ganz gewiss hochgehalten, Atheismus bestimmt nicht gepredigt.

Russland ist ein Land besorgter, bedrohter und verängstigter Eliten. Das beginnt damit, dass es immer nur ganz wenige sind. 1858, drei Jahre vor der Aufhebung der Leibeigenschaft, gehörten 0,76 Prozent der russischen Bevölkerung dem Adel an. In Europa – Preussen, Österreich, Frankreich, Grossbritannien – lag der Anteil doppelt so hoch; in Polen, dem Land des ausufernden Kleinadels, waren es bis zu 15 Prozent.

Lokale Selbstverwaltung in den russischen Gouvernements und Bezirken gab es spätestens seit 1785. Doch wählen durfte nur, wer eine bestimmte Zahl von Leibeigenen besass. Fast ein halbes Jahrhundert später, bei einer Bevölkerung von rund 56 Millionen, waren im Zarenreich nur 21 916 Gutsbesitzer auf lokaler Ebene wahlberechtigt – ein Viertelpromille.

Dann kam 1917 die bolschewistische Zeitenwende und 1991 die nächste, eine veritable Spitzkehre. Wie haben Annas Standesgenossen das Ende des Kommunismus wahrgenommen? Sie spricht ansonsten schnell; bei dieser Frage zögert sie. Ihre Generation? Ja, ihre Generation. «Schlecht», sagt sie schliesslich. Sie habe sie ja alle gekannt, schon aus der Schule. Viele seien ausgewandert, viele gestorben, viele viel zu früh. Sie spricht von ihrer Elite, der alten, kommunistischen. Die Chodorkowskis und andere Oligarchen gehören nicht dazu. Das ist nicht ­ihre Welt. Reiche zählen nicht. «In Russland», sagt sie, «bestimmt nicht das Geld, wer du bist, nur die Nähe zur Macht». Zuvor hat sie von Gross­vater Mikojan erzählt, der sich von seinen Söhnen 
die Haushaltsbücher vorlegen liess, als sie schon Generäle waren. Und davon, dass es nicht für ­jedes der Kinder ein Fahrrad oder Schlittschuhe gab.

Für sein 2002 erschienenes Buch «Die geheimsten Verwandten» hat der russische Pu­blizist Nikolai Senkowitsch in enzyklopädischer Fleissarbeit 1532 Söhne, Töchter, Enkel, Eltern und Geschwister von 176 der gottbegnadeten Sowjetführer ausfindig gemacht und aufge­listet – ein Gotha der kommunistischen Aris­tokratie. Die wenigsten von ihnen haben ein ­bedeutendes Leben geführt. Viele erlagen Intrigen, dem Überdruss, Kaviar, Wodka. Einige wurden im Gulag eingesperrt, andere gefoltert, aufgehängt oder erschossen.

Die neue Zeit begann 1987 am 13. März mit dem sowjetischen Ministerratsbeschluss Nummer 321. Fortan gab es sogenannte «Zentren 
des technisch-wissenschaftlichen Schaffens der Jugend». Ihre Chefs, zumeist Funktionäre der kommunistischen Jugendorganisation Komsomol, richteten Jeans-Fabriken ein, handelten mit Rohstoffen, die sie zu staatlichen Preisen bezogen, importierten Computer und produzierten Raubkopien amerikanischer Videos. Sie wurden zum Motor des Fortschritts. Als nach 1992 die Privatisierung begann, gründeten sie Banken, kauften Aktien und Komsomol-Liegenschaften. Der ins schweizerische Rapperswil exilierte ehemalige Ölmagnat und frühere stellvertretende Komsomol-Sekretär Michail Chodorkowski, im März 1987 noch keine 24 Jahre alt, ist nur der bekannteste unter den «neuen Russen».

Von allen Träumen, die das Volk sich immer noch leistet, ist einer der zähesten der Wunsch, ganz oben dabei zu sein. Elite, VIP. Wenigstens einmal in ihrem Schatten zu stehen. Wer es bis ganz hinauf geschafft hat, der krallt sich fest. Entwickelt ungeheures Misstrauen und verlässt sich, wenn überhaupt auf jemanden, nur auf engste Freunde, Clan, Sippe und Familie.

Heute liegt die Zahl der russischen Dollarmilliardäre und -millionäre bei rund 200 000 – ­gerade einmal 0,14 Prozent der Bevölkerung, ein Fünftel des adeligen Anteils von 1858. Ein steinreiches Nichts. Die Etage darunter be­völ­kert der Mittelstand: kleine und mittlere ­Geschäftsleute, Spezialisten wie IT-Profis, ­Juristen, Buchhalter, Bank- und Versicherungs­angestellte, Werbefachleute und dergleichen. Schliesslich die hohen Beamten und Offiziere in den Streitkräften und der inneren Sicherheit. Der Statistik nach sind es an die dreissig Prozent der Gesellschaft. Materiell steht nicht viel dahinter. Die eigene Wohnung, eine Datscha 
im Grünen, ein bis zwei PKW, wenn es hochkommt, ein Auslandurlaub im Jahr.Es ist ein verletzlicher, fragiler Mittelstand.

Keiner, der die Elite stützt – aber auch keiner, der sie stürzt. Zur «Elite» gehört dieser Mittelstand nicht, so wenig wie die niedrigen Mächtigen, die Beamten in den abertausend örtlichen Administrationen, austauschbar und wertlos. Die Macht ist in der Tat ganz oben konzen­triert. Die russische Elite, in Moskau gebündelt, erhält sich selbst, zerstört sich selbst und ersetzt sich selbst. Wie ein schwarzes Loch im Zentrum einer Galaxie saugt sie Macht und Geld aus dem riesigen Land.

Neben den Bilanzjongleuren aus dem Komsomol und Anna Mikojans Überlebenskünstlern gibt es noch eine Sorte Sowjet-Adel, der ­seine Spur in der neuen Zeit hinterlässt. Materiell ist er weit unterhalb der Oligarchen angesiedelt. Diese dritte Gruppe bleibt dem Staat über alle politischen Systeme hinweg treu. Es ist eine Haltung, die nicht nur in Russland in Familien gedeiht. In Deutschland heissen sie Weizsäcker oder de Maizière, um nur zwei zu nennen. Wenn Institutionen untergehen, kümmern einzelne ihrer Mitglieder sich um den Fort­bestand der Ordnung. Wjatscheslaw Nikonow ist ein Beispiel. Der 1956 geborene Historiker und derzeitige Duma-­Ausschussvorsitzende für Bildung sass schon in der ersten Duma 1993. Sein Vater war KGB-Mitarbeiter, Professor und Redaktor der Zeitschrift Kommunist. Sein Grossvater hat 1939 den Hitler-Stalin-Pakt unterzeichnet: Wjatscheslaw Molotow, sowjetischer Aussenminister.

Oder Alexei Gromyko, Historiker, Grossbritannien-Experte und seit Ende 2014 Leiter des Europa-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften. Der Vater Anatoli war Diplomat, Gesandter in den USA und der DDR. Der Grossvater: Andrei Gromyko, der berüchtigte «Mister Njet» – sowjetischer Vertreter bei der Uno nach 1946, von 1957 bis 1985 Aussenminister, ein Urgestein des Kalten Krieges.

Bürokratie und Intelligenzija als Erzfeinde

In Sachen Elite vertritt Anna Mikojan ihre ganz persönliche Theorie. Katharina II. habe den Adel von der Prügelstrafe erlöst – dem Stand, der Musse hatte, somit auch noch Würde gegeben. Würde und Musse, das – so Anna – sei die Geburtsstunde der russischen Intelligenzija gewesen, die man nicht mit westlichem Bildungsbürgertum verwechseln darf: «Die Intelligen­zija gibt es in keinem anderen Land.» Doch sie werde schon seit Nikolaus I. bewusst dezimiert, sagt sie, und heute erst recht und mit Unterstützung der Macht. In Russland seien Bürokratie und Intelligenzija Erzfeinde. Die Kommunisten hätten den Kampf nur perfektioniert.

Woran ihr Grossvater Anastas geglaubt ­habe, frage ich. Vier Herren hat er gedient und der Partei obendrein. Was hat ihn getrieben? Macht? Geld? Eitelkeit? Die Weltrevolution? Der Kommunismus? Das Imperium?

«Ganz sicher nicht Geld», sagt sie. Auch nicht Macht. Macht, das war Lenin, viel mehr als alle Nachfolger. Stalin war krank, ein Psychopath.Dann sagt sie, er habe gewollt, dass es den Menschen bessergehe. Sie weiss selbst, wie absurd das klingt. Seine Unterschrift stand auf den Todesurteilen. Alle ihre Unterschriften standen da, die des ganzen Politbüros. Das war Stalins Bedingung gewesen: Für den Terror hafteten sie gesamtschuldnerisch. Auf Erden und vor Gott.

line-wordpress

altermannblog.de

Täglich 19 Uhr Propagandaschau gucken!

Auf der einen Seite sollte man informiert sein, damit man weiß, was den Leuten so untergejubelt wird, auf der anderen Seite steigt das Zornesbarometer gewaltig an, wenn man den Stuss sieht, der von dem zwangsfinanzierten ÖR täglich ausgekippt wird. Unerträglich das Putinbashing, das mal einen verschmitzt lächelnden Putin zeigt, wo der sonst nur mit dem dämonischen „Jud-Süss-Blick“ in Erscheinung tritt.

Grund des schelmischen Lachens sind natürlich seine Hackerangriffe und die erfolgreiche Manipulation der Wahl seines Spezels Trump gegen die arme Killary. Die Quellen für diesen minutenlangen Propagandabericht sind die geheimen(!) Veröffentlichungen der Geheimdienste, die gerade das nicht aussagen, was das zdf behauptet. Sogar n-tv bringt, dass keine Beweise da sind! Wer den Originalbericht mal lesen will, kann den hier runterladen. Gleich zu Beginn wird dargestellt, was ein Geheimdienst unter assessment versteht – nämlich Einschätzungen (und keine Beweise). In diesem Papier mit ca. 15 beschriebenen Seiten kommt 95 mal der Wortstamm assess (also einschätzen) vor (so Suchfunktionen haben schon was Gutes) und kein einziges Mal das Wort prove für beweisen oder know im Sinne von wir wissen. Im Rheinland würde man dazu sagen Nichts Genaues weiß man nicht. An das zdf: Schlagt mal im Langenscheidt nach, was assess bedeutet. Aber nicht verwechseln mit asses. Das sind die, die diesen Bericht im zdf zusammengenagelt haben – daher kommt das! Ich frage mich, was die vom zdf noch bringen, wenn Fake-News verboten werden? Oder sind nur die staatlich genehmigten Fälschungen erlaubt? Dann ändert sich ja nichts und dann kann das so bleiben wie bisher.

Noch ein Fake zum russischen Hackerangriff auf die Stromversorgung. Hier die Meldung aus der Propagandabteilung der Kollegen von der ARD. Herrlich die Formulierung Grizzly-Steppe-Attacke. Wer sich das nur immer ausdenkt? Die müssen ja wahre Lyriker in den Geheimdiensten sitzen haben. Da liegste flach in der Kurve! Die Washington Post hatte sich da aus dem Fenster gehängt – und musste kleinlaut zurückrudern. So sehen westliche Propagandafeldzüge aus. Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer kommen eigentlich mit ihren Programmbeschwerden gar nicht mehr nach. Soll mir einer noch mal kommen mit Medienmanipulation im Dritten Reich oder DDR! Das waren ja Waisenknaben gegen die Lügenbarone von heute.

… und weil wir gerade so schön am nicht unberechtigten zdf-Bashing sind. Habe heute einen neuen Fake eingestellt, der mir erst jetzt zu Kenntnis gebracht wurde. Titel: Assad der Schlächter. Die Multikultivorzeigefrau, Preisträgerin für strammes Berichten, und Opfer meines wenig freundlichen Beitrags, Dunya Hayali, hat im Morgenmagazin am 17.5.2011 unter der Assistenz des Qualitätsjournalisten Christian Sievers kräftig losgetreten. Schauerlicher Bericht – mit Triggerwarnung vor dem Schlächter Assad – aber mit der klitzekleinen Fälschung: das über „verschlungene Wege“ zum zdf gelangte Prügelvideo aus Assads Folterkammer konnte schon damals über vier Jahre lang (seit dem 2.2.2007) bequem von jedem Sesselfurzer der Anstalt vom Mainzer Lerchenberg aus hochgeladen werden und zeigt Szenen aus dem Irak (Ich bin ganz stolz, dass ich das Originalvideo gefunden habe). Andi Möller lässt grüßen: „Afghanistan, Irak, egal, Hauptsache Syrien“. Dafür hat Sievers Christian eine schöne Dienstreise nach Jordanien gemacht („Man sieht Syrien hier hinter mir…“) um diesen Quark zu erzählen? Ich fahre auch demnächst nach Jordanien, aber diese Reise bezahlt mir nicht der Zwangsverrundfunkte, obwohl ich für eine minutenlange Nachricht an die Daheimgebliebenen noch Zeit hätte. Bis dorthin hätte ich auch noch genügend Horrorvideos parat, die wir dem Schuft ihrer Wahl in die Schuhe schieben könnten.

Das Oberkommando des Propagandafeldzuges gegen Russland bringt täglich um 19 Uhr die aktuellsten Meldungen von der Propagandaschlacht – natürlich ganz objektiv! Wer die Sendung verpasst hat, der kann sie um 20 Uhr nach-sehen. Man muss da nur den Kanal wechseln.


In eigener Sache:

Auf Facebook wurde ich u.a. von einem Hund (Profilbild Hund – keine weitere Infos oder Freunde) und anderen Freunde von Frau Hayali und von Frau Hayali – wenn sie es war – beschuldigt oder angegriffen (wie immer man das sieht) angegriffen, weil das mit dem angeblichen Syrienvideo ein alter Hut sei, der mittlerweile als Fehler erkannt und entschuldigt ist. Hier die Meldung von Hayali auf ihrer Facebook-Seite:

altes video- syrien-irak

ich habe es schon zig mal beantwortet bzw. versucht zu erklären, wie es dazu LEIDER kommen konnte, aber ich tue es gerne noch ein letztes mal.

allerdings nur in aller kürze, da im urlaub.

der korrespondent hat sich auf recherchen, informanten usw. verlassen bzw. sich abgesichert; und dennoch war die quelle falsch. die bilder stammen aus dem irak, nicht aus syrien.
wir haben es am nächsten tag in der sendung richtig gestellt und uns mehrfach entschuldigt.
ein fehler, der nicht passieren darf, aber leider passieren kann.
lg, dh

@unser herr seiler:
zum vorwurf, wir würden nur über den ‚despot assad‘ berichten – wenn sie das moma verfolgen sollten, dann dürfte ihnen aufgefallen sein, dass wir die rebellen/opposition (die es so ja gar nicht gibt) ebenfalls kritisch beobachten und nichts beschönigen, geschweige denn eine seite einnehmen.

Fehler, die so gravierend sind, müssen natürlich zugegeben werden. So kenne ich das aus meinen Schriftwechsel mit Leuten von der ARD und zdf. Dann wird immer hoch und heilig versprochen, dass man beim nächsten mal noch besser prüft. Bis zur nächsten Panne. Da wird Zeug auf dem „Markt“ eingekauft, das nur ins Weltbild passen muss, um gesendet zu werden. Notfalls mit dem Zusatz „Wir können nicht garantieren, dass … „, aber die Meldung steht im Raum. Ich nehme mal an, dass nur die Spitze des Eisbergs sichtbar ist. Die „Weißen Helme“ werden mit dreistelligen Millionenbeträge gepampert, nur um Filmchen zu drehen, die zum Weltbild der Guten passen. Unter Nachrichten verstehe ich was anderes.

Den Kommentatoren bei Frau Hayali habe ich angeboten, ihre Sicht der Dinge hier zu posten. Mal gespannt, ob die noch mehr drauf haben als alle gleichzeitig über mich herzufallen.

http://www.altermannblog.de/taeglich-19-uhr-propagandaschau-gucken/

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Epilog:

Meine Email mit dem Hinweis auf mein Essay „Dyktatura gówniarzy / Dictatorship of the squirts oder: Grimms Märchen reloaded“ wurde vom Eigentümer und Besitzer einer großen („der ältesten und der größten) Email-Liste für Psychoanalytiker und Psychotherapeuten, die in etwa 1000 Teilnehmer hat, unter dem Vorwand der Pornographie zensiert, also nicht zugelassen.  In meinem Essay kritisiere ich die Neigung der Massenmedien, Nachrichten in Märchen zu verwandeln und dabei den Inhalt der Nachricht frei zu erfinden. Es ist eine psychoanalytische Betrachtung. Dazu war es notwendig und legitim zu zeigen, was „Pussy Riot“ tatsächlich machen (und nun Nachahmer in Deutschland finden, wie zuletzt die Feme Josephine Witt, die in der Messe von Kardinal Meisner auf den Altar des Kölner Doms sprang und schrie „Ich bin Gott“, wie bereits früher bei Markus  Lanz. Nun  warnt Kardinal Meisner vor „entarteter“ Kultur, was ich für viel skandalöser halte, als die Aktion der Feme.) Aber die selbsternannten Besitzer sind Besetzer, sie besetzen Stühle, Lehrstühle, Vorsitze oder Emaillisten, und mit Ihrem Stuhl besetzen Sie die öffentlichen Räume, auf denen nur noch ihre Einheitsmeinung, ihr Enheitsbrei erlaubt ist, heute das rot-rot-grüne, früher das braune, in der Farbe der Scheiße, die sie aus ihren besitzenden Ärschen auf die Köpfe der Menschen ablassen, so daß nicht mehr als das Blubbern dieser braunen, rot-rot-grünen Kackemasse zu vernehmen ist, jede abweichende Meinung wird von den Besitzern der angeblichen Wahrheit weggekackt, weggegiftet, sarrazinisiert, putinisiert, zu Antichtisten erklärt, medial weggebombt – im Namen der Freiheit, der Meinungsfreiheit, der Demokratie, von besitzenden Meinungsherrschern, die schon morgens gegen Auschwitz, gegen den Krieg einen antisemitischen, antirussischen, krieghetzerischen Furz lassen.

Ich kritisiere in meinem Essay nicht den meines Erachtens durchaus vorhandenen künstlerischen Wert der Femen-Aktionen, sondern die Grenzüberschreitungen der Künstlerinnen, die psychische Gewalt ausüben, wenn sie z.B. in Kirchen obszön auftreten. Die künstlerische Freiheit darf nicht die Freiheit anderer Menschen, vor solchen Erlebnissen verschont zu werden, gewaltsam verletzt werden. Mag Hermann Nitsch in nicht öffentlichen Räumen Schweineblut verspritzen, aber nicht z.B.  in einer Moschee.

Es soll Freiräume für Künstler und Freiräume für Kunstbanausen geben. Einen solchen Raum für Kunstbanausen bieten Psychoanalytiker und Psychotherapeuten, wie der oben genannte, damit jedoch machen sie aus der Psychoanalyse eine leere Phrase, das ist aber in Deutschland schon seit langer Zeit der Fall, solche Psychoanalyse, die Denken,  Erkenntnisse,  Kritik verbietet, ist gar keine Psychoanalyse, sondern eine biedere, kitschige Ideologie auf dem Niveau der Sozialarbeiter. (Sorry, Sozialarbeiter!) Denn auch die Psychoanalyse in Deutschland ist eine Raubkunst. Aber darüber ein anderes Mal.

So eine Scheiße, wirklich.

Julian S. Bielicki


Psychoanalysis-afraid

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