Wieso geht etwas nicht, was doch offensichtlich geht?!

Wieso geht etwas nicht, was doch offensichtlich geht?!

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Es geht gar nicht! – höre ich seit Tagen. Die Deutschen werden immer infantiler, ihre Sprache nähert sich dem Niveau von Müttern, die mit ihren Kleinkindern sprechen, angesichts der großen Anzahl von alleinstehenden Müttern verwundert es nicht. Etwas Neues aus der Kleinkindsprache lernte ich vor kurzem, Menschen die etwas nicht gemacht haben, was sie versprochen haben zu tun, sagen dann: „Ich habe es nicht geschafft.“ Nicht „Ich habe es nicht gemacht“, sondern „Ich habe es nicht geschafft“. Ich sehe, wie diejenige mit letzter Kraft den Bürgersteigt entlangkriecht und vor Durst aus der verschnürten Kehle kaum verständlich „Wasser! Wasser!“ krächzt, die lieblosen Passanten gehen aber an ihr vorbei, so daß sie leblos auf die Gehplatten sinkt – sie hat es nicht geschafft. Gerhard Schröder lehrte mich wiederholt, daß etwas „Keine Frage“ sei. Wieso ist etwas „keine Frage“? Was bedeutet es eigentlich? Darf man fragen? Ach nein, keine Frage! Dann hört man immerwieder, wenn jemand „Ein schöner Tag heute“ sagt, daß er dann als Antwort anstatt „Ja“, „absolut“ zu hören bekommt. Wieso ist alles und jedes für manche „absolut“? Und dann „auf jeden Fall“. „Schlaf tut gut“ – „auf jeden Fall“. Wieso „auf jeden Fall“, ein Ja hätte gereicht. Zuletzt wissen offenbar viele nicht, wenn sie einen Psychotherapeuten aufsuchen, daß sie ihm etwas erzählen sollen. „Ich habe nichts zu erzählen, es ist nichts passiert, ich weiß nicht was ich erzählen soll.“ – bekomme ich sehr oft zu hören. Leute, das geht gar nicht! Auf keinen Fall! Absolut! So schafft ihr es nicht! Und nun etwas tolles, die Homöopathie. Nachgewiesenermaßen ohne jegliche angepriesenen Wirkstoffe. Es soll etwas wirken dadurch, daß es nicht vorhanden ist. Ganz toll, diese Deutschen! Sie schaffen eine riesige Industrie für etwas aufzubauen, das nicht existiert. Nun lesen Sie und hören Sie selbst: Prof. Martin Lambeck kritisiert die Homöopathie:

Professor

Als Physiker interessiere ich mich für die Phänomene im Grenzbereich von Physik und Medizin. Hier jetzt speziell der Homöopathie. Und da denke ich an ein sehr beliebtes Homöopathikum, Bella Donna D30, was ist das? Bella Donna, auf Deutsch Tollkirsche. Was heißt D30? Das D kommt vom lateinischen Wort für zehn. D30 heißt also, dass 30-mal 1:10 verdünnt wurde und das entspricht, diese Verdünnung entspricht dem Auflösen von einem Stückchen Zucker in so viel Wasser wie in tausend Erdkugeln Platz hat. Und jetzt vergleichen Sie mal, das Spülbecken, in dem die Gläser gespült werden, mit dem Wasser in tausend Erdkugeln, dann verstehen Sie meinen Satz „In keinem Restaurant wird Ihr Glas von den Spuren des vorigen Getränks und des vorigen Trinkers so perfekt befreit wie dieses Fläschchen von Bella Donna“. Wo Bella Donna D30 draufsteht ist kein Bella Donna drin. Besonders wichtig für die Homöopathie ist die Potenz C30, weil Herr Hahnemann verlangt, dass mit Präparaten in C30 die Arzneimittelbilder bestimmt werden. Das C kommt vom lateinischen Wort für hundert. C30 heißt also, dass 30-mal 1:100 verdünnt wurde. Hier kann man nicht mehr in Erdkugeln rechnen, sondern  nur noch in Milliarden von Galaxien. Nachdem wir wissen, dass in einem Hochpotenzhomöopathikum nichts drin ist, stelle ich die umgekehrte Frage. Was ist drin? Was drin ist sagt uns das homöopathische Arzneibuch. Nämlich zum potenzieren, das heißt also zum verdünnen mit dazwischengeschaltetem Schütteln, verwende man gereinigtes Wasser und Alkohol. Wasser und Alkohol sind aber keineswegs reine Substanzen. In manchen Gegenden enthält Wasser Kalk, in anderen Eisen und der Alkohol enthält verschiedene Nebenbestandteile, je nachdem ob er aus Roggen, Weintrauben, Kartoffeln, Reis, Mais usw. hergestellt wurde. Wie viel Nebenbestandteile drin sein dürfen sagt uns das Europäische Arzneibuch. Beim gereinigten Wasser darf der Verdampfungsrückstand je 100 Milliliter ein Milligramm betragen. Das entspricht G5. Außerdem darf dieses Wasser pro Milliliter nur 100 Mikroorganismen enthalten. Beim Alkohol darf der Verdampfungsrückstand 2,5 Milligramm je 100 Milliliter betragen und dazu kommen die flüchtigen Bestandteile. Deren Summe darf 300 PPM betragen. Das entspricht D4. Das ist nicht etwa billiger Schnaps, sondern das ist der Apothekeralkohol, mit dem die Homöopathika hergestellt werden. Der Hersteller wird als Wasser beziehungsweise Alkohol immer das verwenden was grade am billigsten angeboten wird. Je nach Marktlage entsteht also Eisen in Kartoffel mit Mikroorganismen aus der Spree oder Kalk in Zuckerrohr mit Mikroorganismen aus der Donau. Das heißt, es gibt völlig verschiedene Präparate die nur zwei Dinge gemeinsam haben, es steht Bella Donna drauf, es ist kein Bella Donna drin. Anders gesagt, Hochpotenzpräparate kann man gar nicht herstellen. Der Alkohol darf 16 Nebenbestandteile enthalten. Ich greife eins heraus, was wir alle kennen, das hochgiftige Benzol. Der Benzolgehalt darf 2 PPM betragen, das entspricht D6. Das heißt also, bei Bella Donna D30 ist 10 hoch 24-mal mehr Benzol drin als Bella Donna und bei dem Hahnemann Präparat in C30, das entspricht D60, ist 10 hoch 54-mal mehr Benzol drin als das was draufsteht. Somit lautet meine fallsifizierbare These: Im Hochpotenzbereich kommt es auf den Inhalt der Flasche gar nicht an. Nur das Etikett wirkt auf Patient und Arzt. Das war der physikalische Aspekt. Ich möchte noch einen medizinischen Aspekt hinzufügen. Ich lasse jetzt mal alle physikalischen Bedenken weg und nehme an die Homöopathen haben recht, hier ist zwar kein Bella Donna als Materie drin, wohl aber die, wie sie sagen, Schwingung des Bella Donna. Dann muss diese Schwingung irgendwie auf den Menschen wirken. Die naturwissenschaftlich begründete Medizin erklärt die Wirkung der Medikamente dadurch, dass sie auf der molekularen Ebene wirken, das heißt die Moleküle des Medikaments kommen so nahe an die Moleküle des Körpers heran, dass die Materiewellen von Medikament und Körper sich überlappen und nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip eine Wirkung hervorrufen. Man spricht vom Andocken an einem Rezeptor. Bei der Homöopathie muss das anders sein. Denn diese Rezeptoren können die Schwingung ja nicht wahrnehmen, weil sie ja nur auf Materie ansprechen. Der Mensch muss also irgendwelche Wahrnehmungsorgane, ich nenne sie einfach Sensoren, haben, die die Schwingungen des Homöopathikums aufnehmen. Wenn das so ist, dann müssen die Lehrbücher Physiologie des Menschen und Pharmakologie und Toxikologie neu geschrieben werden und es ist mindestens ein Nobelpreis für Medizin fällig. So. Über Burn-Out, Mobbing und Traumatisierung, des Deutschen liebste Gründe für eine Krankschreibung, Frühberentung, Schadenersatz- oder andere geldwerte Forderungen, ein anderes Mal.

2013 © by Julian S. Bielicki

 

Marisa Kurz veröffentlichte kürzlich auf der Achse den Beitrag „Warum Homöopathie nicht in Arztpraxen und Apotheken gehört“. In eine ganz ähnliche Richtung argumentiert jetzt Josef Hecken, der Vorsitzende der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen. In einem Interview mit der FAZ  sagt er: „Es sollte den Kassen untersagt werden, Dinge zu bezahlen, für die es keine Evidenz gibt“. Weiter heißt es in dem Bericht: „Bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs müsse eine homöopathische Therapie auch Selbstzahlern verboten werden können, solange die Wirksamkeit nicht mit Studien belegt worden sei. ‚Da brauchen wir ganz klare Verbote‘, sagt Hecken. Schließlich gehe es hier ’nicht um Befindlichkeiten, sondern um Menschenleben‘.“

 

Behandlungen durch Heilpraktiker, deren medizinischer Nutzen nicht eindeutig erwiesen ist, sollten verboten werden können. Krankenkassen dürften solche Leistungen auch freiwillig nicht mehr finanzieren. Das fordert Josef Hecken, der Vorsitzende der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, im Gespräch mit der F.A.Z. „Es sollte den Kassen untersagt werden, Dinge zu bezahlen, für die es keine Evidenz gibt“, sagt Hecken.

Bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs müsse eine homöopathische Therapie auch Selbstzahlern verboten werden können, solange die Wirksamkeit nicht mit Studien belegt worden sei. „Da brauchen wir ganz klare Verbote“, sagt Hecken. Schließlich gehe es hier „nicht um Befindlichkeiten, sondern um Menschenleben“. Hecken ist der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte, Kassen und Krankenhäuser. Das Gremium legt fest, welche Leistung die Kassen bezahlen.

Im niederrheinischen Brüggen waren unlängst mehrere Krebspatienten gestorben, nachdem sie von einem Heilpraktiker mit dem Präparat „3-Bromopyruvat“ behandelt worden waren. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ermittelt gegen den Betreiber des „Biologischen Krebszentrums“ wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen. Am Freitag teilte sie mit, der Wirkstoff habe grundsätzlich verwendet werden dürfen, sei aber womöglich verunreinigt oder falsch dosiert gewesen.

Auch der Vorsitzende der Krankenhausgewerkschaft Marburger Bund, der CDU-Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke, hält es für an der Zeit, „die Regelungen des Heilpraktikerwesens völlig neu zu überdenken“. Der F.A.Z. sagte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein: „Ich halte es nicht für vertretbar, dass Heilpraktiker die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen übernehmen.“ Überhaupt müsse das Tätigkeitsfeld von Heilpraktikern, etwa bei der Akupunktur oder intravenösen oder intramuskulären Therapien überdacht werden. Henke wandte sich aber dagegen, das Thema mit der Frage der Erstattungsfähigkeit homöopathischer Therapien zu vermengen.

Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel können als „OTC“-Präparate seit 2004 grundsätzlich nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Das ist ausnahmsweise zulässig, wenn sie bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten. Der gemeinsame Bundesausschuss legt in einer „OTC-Übersicht“ fest, welche Arzneimittel unter diese Regel fallen.

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Abweichend von dieser für alle Kassen geltenden Vorschrift erstatten manche die Kosten für die Behandlung durch Heilpraktiker oder für homöopathische Arzneien freiwillig als „Satzungsleistung“. Nach Übersichten einschlägiger Internetportale bieten zwei Drittel der 118 Kassen solche Leistungen an, darunter sind fast alle großen Krankenkassen. Hecken ist das ein Dorn im Auge. Er argumentiert, dass dies für die Kassen ein reines Marketinginstrument zur Gewinnung neuer Mitglieder sei. Doch würden die Kosten dafür aus dem allgemeinen Beitragsaufkommen aufgebracht. Die Ausgaben für solche Satzungsleistungen nennen die Kassen nicht oder nur ungern, weil sie dem Wettbewerber keinen Einblick in ihre Daten geben wollen. Bei der TK, Deutschlands größter Kasse mit fast 10 Millionen Versicherten, hieß es lediglich, die Ausgaben bewegten sich im Promille-Bereich.

 

Remember: Do X! Don´t do Y!

Protect innocent, respect life, defend art, preserve creativity!

 

http://www.jsbielicki.com/jsb-79.htm

DJ Psycho Diver Sant – too small to fail
Tonttu Korvatunturilta Kuunsilta JSB
Tip tap tip tap tipetipe tip tap heija!
www.psychosputnik.com
http://www.saatchionline.com/jsbielicki
https://psychosputnik.wordpress.com/

They want 1984, we want 1776

They are on the run, we are on the march!

I think for food

molon labe

Dummheit ist, wenn jemand nicht weiß, was er wissen könnte.

Political correctness ist, wenn man aus Feigheit lügt, um Dumme nicht zu verärgern, die die Wahrheit nicht hören wollen.

Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

Wahnsinn bedeute, immer wieder das gleiche zu tun, aber dabei stets ein anderes Resultat zu erwarten

Gutmenschen sind Menschen, die gut erscheinen wollen, die gewissenlos das Gewissen anderer Menschen zu eigenen Zwecken mit Hilfe selbst inszenierter Empörungen instrumentalisieren

Irritationen verhelfen zu weiteren Erkenntnissen, Selbstzufriedenheit führt zur Verblödung

Wenn ein Affe denkt, „ich bin ein Affe“, dann ist es bereits ein Mensch

Ein Mensch mit Wurzeln soll zur Pediküre gehen

Wenn jemand etwas zu sagen hat, der kann es immer sehr einfach sagen. Wenn jemand nichts zu sagen hat, der sagt es dann sehr kompliziert

 

Stupidity is demonstrated by people lacking knowledge they could achieve

Political correctness can be defined as the telling of a lie out of the cowardice attempt to avoid upsetting fools unwilling to face the truth

Antisemitism is when one blames Jews or Israel for issues, he does not blame others

Craziness is, when one always does the same but expects different outcome

If a monkey thinks “I am a monkey”, then it is already a human

A man with roots should go for a pedicure

Self smugness leads to idiocy, being pissed off leads to enlightenment

If someone has something to say, he can tell it always very easy. If someone has nothing to say, he says it then in a very complicated way.

 

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